Weiß mir ein wackers Meitschy; Wann die falsche Zungen wüten; Ich seuftze Tag und Nacht;
Drey schoͤne neuͤe Weltliche Lieder Das Erste. Weiß mir ein wackers braun Meitschy / es rc. Das Andere. Wann die falsche Zungen wuͤtten / hilff rc. Das Dritte. Jch seufftze Tag vnd Nacht / Was mich rc. Ein jedes in seiner lustigen Melodey zu singen. Gedruckt in diesem Jahr. Das... Show more Drey schoͤne neuͤe Weltliche Lieder Das Erste. Weiß mir ein wackers braun Meitschy / es rc. Das Andere. Wann die falsche Zungen wuͤtten / hilff rc. Das Dritte. Jch seufftze Tag vnd Nacht / Was mich rc. Ein jedes in seiner lustigen Melodey zu singen. Gedruckt in diesem Jahr. Das Erste. 1. WEiß mir ein wacker braun Meitschn / es geht ins vierzehende Jahr / es thut nuͤnt als Trauren und Wey⸗ nen / es geht uͤber die rauhen Steine / biß es in Truͤbnuß kam :/: 2. Wenn es in Truͤbnuß kamme / wohl fuͤr Herr Hauptmanns Hauß / Herr Hauptmann thuͤt meiner gedencken / thuͤt mir den Jung Knab schencken / er ist doch mein lieber Ehe Mann :/: 3. O nein / o nein braun Meitschn / das kan und mag nicht seyn / er hat etwas an⸗ gefangen / mit Spiessen und langen Stan⸗ gen / gestorben muß es seyn : / : 4. Das Meitschn kehrt sich umbher / es weynet wie darvor / es thut nuͤnt weder Weynen und Trauren / es geht uͤber die Steinige Mauren / biß es zum Thurne kam : / : 5. Wie es zum Thurne kame / seins Lieb schaut oben aus / ach GOTT wenn Der sich verliebet hat / Der sich verliebet hat / Mit einem Gesell. 2. Der Weg der mir gefaͤllt / Hab ich schon ausserwaͤhlt / Zuvor mein Schatz ; Vielleicht find ich vor euch / Vielleicht find ich vor euch / Ein schoͤnen Platz. 3. Mein Schatz was kränckt doch dich / Das die Treu bricht an dir / Du gehst davon ; Han dir mein lebenlang / Han dir mein lebenlang / Kein Leid gethan. 4. Den Kuß den giebest mir / Den gieb ich wiedrum dir / Das ist mein Brauch ; Waͤr mich verachten thut / Wer mich verachten thut / Veracht ich auch. 5. Ich bin zwar schlecht und recht / Komm doch von eim ehrlichen Geschlecht / Ehrlich davon ; Das ist mein Heiligthum / Daß ist mein Heiligthum / Meine Reichthum. 6. Wenn schon die Eltern dein / Vast gar darwieder seyn / Acht solches nicht ; Wer solches achten thut / Wer solches achten thut / Es allein geschicht. 7. Ade mein Schaͤtzelein / Es muß geschieden seyn / Du gehst davon: GOTT helffe mir und dir / GOTT helffe mir und dir / Aus aller Noth. Show less

Vom Ritter Dannhäuser; Oh Schweizer gut wo bleibt Dein Mut; Am Rhein da lag ein schöne Braut;
Drey schoͤne neue weltliche Lieder. Das Erste: Von dem Edlen Ritter Dannhaͤuser / wie er in Fraw Venus Berg gezogen / rc. Das Ander: O Schweitzer gut / wo bleibt dein Muht / wo bleibt dein Hertz / rc. Das Dritte: Am Rhein da lag ein schoͤne Braut / daran wagt mancher seine rc. Gedruckt... Show more Drey schoͤne neue weltliche Lieder. Das Erste: Von dem Edlen Ritter Dannhaͤuser / wie er in Fraw Venus Berg gezogen / rc. Das Ander: O Schweitzer gut / wo bleibt dein Muht / wo bleibt dein Hertz / rc. Das Dritte: Am Rhein da lag ein schoͤne Braut / daran wagt mancher seine rc. Gedruckt in jetzt lauffendem Jahr. Das Erste. Von dem Dannhaͤuser. ABer so wil ich heben an / von dem Dann⸗ haͤuser zu singen: Und was Wunder er hat gethan / mit seiner Fraw Venusine. Dannhaͤuser war ein Ritter gut / wann er wolt Wunder schawen: Er wolt hin zu Fraw Venus Berg / zu anderen schoͤnen Frawen. Herr Dannhaͤuser ihr seyd mir lieb / daran solt ihr gedencken: Jhr habt mir einen Eyd geschwo⸗ ren / ihr woͤllet von mir nicht wancken. Fraw Venus das enthalb ich nicht / ich wil es widersprechen: Und redt das niemand mehr dann ihr / GOtt helff mirs an ihm raͤchen. Herr Dannhaͤuser wie redt ihr also / ihr solt bey mir verbleiben: Dann ich wil euch mein Gespie⸗ len geben / zu einem staͤten Weibe. Und nehm ich nun ein anders Weib / noch hab ich in meinem Sinne: So muͤßt ich in der Hoͤl⸗ len Glut / auch ewiglich verderben. Jhr sagt mir viel von der Hoͤllen Glut / und habt sie nie empfunden: Gedencket an meinen ro⸗ then Mund / der lacht zu allen Stunden. Was hilfft mich dann ewer rohter Mund / der ist mir gantz unwerthe: Nun gebt mir Urlaub mein Fraͤwlein zart / durch allen Frawen Ehre. Herr Dannhaͤuser wolt ihr Urlaub han / ich wil euch keine geben: Nun bleibet edler Dannhaͤuser / und fristet mir mein Leben. Mein Leben das ist worden kranck / ich mag nicht laͤnger bleiben: Nun gebt mir Urlaub Fraͤwelein zart / von ewerem stoltzen Leibe. Herr Dannhaͤuser redt nicht also / ihr seyd nicht wol bey Sinnen: So gehn wir in ein Kaͤmmer⸗ lein / und spielen der edlen Wonne. Gebrauch ich nun ein frembdes Weib / ich hab in meinem Sinne: Fraw Venus edle Frawe zart / ihr seyd ein Teuffelinne. Herr Dannhaͤuser wie redt ihr nun / daß ihr mich begunnt zu schelten: Solt ihr laͤnger innen seyn / ihr muͤßt sein offt entgelten. Fraw Venus und das wil ich nicht / ich mag nicht laͤnger bleiben: Maria Mutter reine Magd / nun hilff mir von dem Weibe. Dannhaͤuser ihr solt Urlaub han / mein Lob das solt ihr preisen: Wo ihr nun in dem Land umb⸗ fahren / nemmt Urlaub von dem Greysen. Da schied er wieder auß dem Berg / mit Jam⸗ mer und mit Rewen: Jch wil gehn Rom in die werthe Stadt / auff eines Pabstes Trewen. Nun fahr ich froͤlich auff die Bahn / GOtt muß sein immer walten: Zu einem Pabst der heißt Urban / ob er mich moͤcht behalten. Jch bin gewesen auch ein Jahr bey Venus mei⸗ ner Frawen: So wolt ich Beicht und Buß em⸗ pfahn / ob ich GOtt moͤcht anschawen. Er haͤtt ein Stab in seiner Hand / und der war aller duͤrre: Als wenig der da gruͤnen mag / so wenig kommst zu GOttes Hulden. Und solt ich leben nur ein Jahr / ein Jahr auff dieser Erden: So wolt ich Beicht und Buß em⸗ pfahn / und GOttes Huld erwerben. Da zog er wieder auß der Stadt / in Jammer und in Laͤide: Maria Mutter reine Magd / muß ich mich von dir scheiden. Da zog er wieder in den Berg / und ewiglich ohn Ende: Jch wil zu Venus der Frawen zart / wo mich GOtt hin wil senden. Sey GOtt willkomm Herr Dannhaͤuser / ich hab ewer lang emporen: Sey GOtt willkomm Herr Dannhaͤuser / zu einem Buhlen außerkoren. Das waͤhrt biß an den dritten Tag / der Stab hub an zu gruͤnen: Der Pabst schickt auß in alle Land / wo der Dannhaͤuser waͤr hinkommen. Da war er wieder in dem Berg / und haͤtt sein Lieb außerkohren: Da must er fuͤr den Pabst Ur⸗ ban / auch ewig seyn verlohren. Das Andere. O Schweitzer gut / wo bleibt dein muht / wo bleibt dein Hertz / du edles Blut / halt dich in Hut / und treib kein Schertz / List wird erdacht / mit frembder Macht / deiner Freyheit man jetzt nachtracht. 2. Die Freyheit war bey dir vil Jahr / mit gros⸗ sem Ruhm / wilt sie jetzt gar / lassen in Gfahr / nicht kaͤmpffen drumb / so folgt dir noch / ein schwaͤre Plag / ein frembdes Joch / wie ich sorg doch. 3. Allein ins Feld / sonst ist die Welt / gar sehr ver⸗ blendt / mit frembdem Gelt / man starck anhaͤlt / auch vil zertrennt / mit Spott und Hohn / springens dar⸗ von / viel Schand und Schad / kriegt man darvon. 4. Wolauff / wolauff / halten zu hauff / Rett ewer Schantz / Schlagen praff drauff / hoͤren nicht auff / weil waͤhrt der Tantz / biß auch zuletst / dir zu wird gsetzt / die Victori den Krantz auffsetzt. 5. Der Trommen Schall / Trompeten Hall / laß hoͤren frey Mußqueten Knall / Carthaunen Prall / sey auch darbey / ruckt in das Feld / spannt auff die Zelt / und alles ordentlich bestellt. 6. Kommts aber her / daß beede Heer / traffen zu Hauff / so sucht die Ehr / und braucht die Wehr / sa sa frisch drauff es sey gewagt / frisch unverzagt / wer weißt wer noch den andern jagt. 7. Ritter geehrt / und wol bewehrt / gar braff auff⸗ blaßt / spannt auf die Pferd / Pistolen und Schwert / nichts manglen laßt / die Feind ansprengt / Ord⸗ nung zertrennt / dardurch wird Tapfferkeit erkennt. 8. Mußqueten frey / Pulffer und Bley / das blitz⸗ get recht / die Feind anschrey / brich in die Rey / das Lob erfecht / daß auch die Staͤrck / mit dem Kriegs⸗ werck / auffstehen vest / recht mich vermerck. 9. Die groben Stuck / machen die Luck / fliegen in Rauch / halt dein Geluͤbd / sth nicht zuruͤck / dann diß merck auch / daß diß ein Spiel / wers halten wil / muß haben gelber Pfenning viel. 10. Die Feind stehn noch / mit Trutz und Poch / mahle dich hoch / schlag auff die Tromm / und gib nichts drumb / versuch ein Prob / umb Seeges Stund / mit Hertz und Mund / begehr von GOtt / von ihm es kommt 11. Drumb es dir macht / ein gute Sach / weils nicht thut noht / am Feind uͤb Raach / es lebet noch / der Schweitzer GOtt / rund ist das Gluͤck / es hat sein Tuͤck / heut gehts fuͤr sich / morgen zuruͤck. 12. Ein freyer Muht / das hoͤchste Gut / ist da der Lohn / wer da sein Blut auffsetzen thut / bekom̄t die Kron / mit seiner Hand / Streit wohl bekombt / wohl bekombt / fuͤr GOtt und fuͤr sein Vatterland. Das Dritte. AM Rhein da lag ein schoͤne Braut / daran wagt mancher seine Haut / mit unverzagtem Her⸗ tzen / sie aber wil / nach Lauten⸗Spiel / mit ihm nicht lassen schertzen. 2. Ein Juͤngling an ein schoͤne Dock / ein Reu⸗ ter in seim schwartzen Lock / er hofft sie zu erwer⸗ ben / schifft uͤber Rhein / laßt sie nicht rein / und solt er fuͤr sie sterben. 3. Er legt sich fuͤr die starcke Thuͤr / sie schub wol sieben Riegel fuͤr / sie wolt ihn nicht einlassen / Sie dacht bey ihr / bald wil ich dir / gar gute bossen machẽ. 4. Jch wil dir schicken Johann de Werth / daß er dir deine Haut zerbert / den schwartzen Lock zer⸗ zause. Darauff kompt an der froͤlich Mann / wolt jagen ihn von Hause. 5. Der schwartze Lock war auch nicht faul / er tummelt sich auff seinem Gaul / sprach zu seinen Landsknechten: Jhr Bruͤder mein / schlagt wacker drein / wir wollen ritterlich fechten. 6. Johann de Werth gar ohnverzagt / hab ich schon manchen Soldaten gejagt / sprach er zu sei⸗ nen Soldaten: Jhr Bruͤder mein / es muß nur seyn / auff gruͤner Heyd zu schlagen. 7. Sie fielen einander in die Haar / glaubt mir es ist gewißlich wahr / sie haben einander gezogen / daß Haar und Haut / von dieser Braut / seynd in der Lufft rumb gflogen. 8. Wers Gluͤck hat der fuͤhrt heim die Braut / gleich wie das gmeine Sprichwort laut / dem wird sie zugemahlen. Johann de Werth / sagt aller Erd / wir wollen die Spilleuth bezahlen. 9. Sie pfeiffen den Tag und auch die Nacht / daß under ihnen die Erden kracht / sie haben einan⸗ der gezogen. Daß Haar und Haut / von dieser Braut / sind in der Lufft rumb gflogen. 10. Johann de Werth gefangen wird / gen Lauf⸗ fenburg gefangen gfuͤhrt / daselbst mußt er verblei⸗ ben / biß er durch List / loß worden ist / konnt das Schwerdt ihn treiben. 11. Man hat mir viel vom Schweden gsagt / jetzt ist er kommen hat Pfaffen verjagt / Moͤnchen und Nonnen vertrieben / kein Rittersmann / Graff / Edelmann / in seinem Sitz ist blieben. E N D E. Show less

Lob-Lied auf die Geduld
Ein gantz ne⸗ wes Lied / so den zweyten Herbst / Anno 1706. zu Bern bey dem Falcken ist componiert und auffgesetzt worden / von ei⸗ nem / der ein langweiligen Process hat / vnd taͤglich vermeynt hat / daß es bald zum End lauffen wer⸗ de / weilen aber es gantz kein An⸗ sehen hat / sonder... Show more Ein gantz ne⸗ wes Lied / so den zweyten Herbst / Anno 1706. zu Bern bey dem Falcken ist componiert und auffgesetzt worden / von ei⸗ nem / der ein langweiligen Process hat / vnd taͤglich vermeynt hat / daß es bald zum End lauffen wer⸗ de / weilen aber es gantz kein An⸗ sehen hat / sonder biß dato von seiner Contrapart mit Vnwar⸗ heiten hinderstellig gemacht wor⸗ den / hat er jhm heut dato die lie⸗ be Gedult zu einer Gehilffin biß ans End außerwoͤhlt / vnd ver⸗ sprochen derselben gehorsam vnd vnderthaͤnig zu seyn / vnd zu verbleiben in GOttes Namen. Jn seiner eygnen Melodey zu singen. Getruckt bey Johan Carl Ro[...] 1 GEdult / das edle Kraut / Hab ich in meinen Hertzen / Zu Labung meiner Schmertzen / Demuͤthig aufferbawt: Jhr angenemmes Riechen / Jst meiner Schwachheit hold / Wenn ich schon halb verblichen / So labt mich die Gedult. 2 Wann Vngluͤck bricht herein / Mit Schroͤcken voller Zitteren / Mit schwartzen Vngewitteren / Gedult mich haltet eyn: Wann schon der Mastbaum troffen / Mit Donner / Hagel vnd Prauß / So wirfft mit frischem Hoffen / Gedult den Ancker auß. 3 Gedult beschuͤtzet mich / Wann schon der Neyd thut rasen / Mich will zu Boden blasen / Vnd stuͤrtzen vnder sich: Gedult gibt mir die Waafen / Daß ich in dem Vngluͤck / Koͤnn ohne Sorgen schlaffen / Vnd achten keine Duͤck. 4 Gedult ist mein Favor / Mein Liberey / mein Prangen / Mein Bittschafft / meinen Stam̄en / Mein Reichthum vnd mein Flor: Dann wie ich bin vnd lebe / Jn Schuld vnd in Vnschuld / Wohin ich mich erhebe / Jst alles die Gedult. 5 Gedult legt sich mit mir / Zu Nacht demuͤthig nider / Gedult geht mit mir wider / Auß meiner Ruh herfuͤr: Gedult in Frewden liebet / Der Tugend Einsamkeit / Gedult mir wider gibet / Was mir das Leyd vertreit. 6 Hinweg Melanckoley / Hinweg mit Sorg vnd Plagen / Gedult kan uͤbertragen / Dergleichen Tyranney: Gedult schlagt ohne Sorgen / Auß meinem frischen Sinn / Gedult macht mit mir Morgen / Was ich noch heut nit bin. 7 Solle dann die Gedult Mich dergestalten hemmen / Daß ich nit doͤrff bekennen / Mit meinem offnen Mund: Was mir in meinem Hertzen / Sinn vnd Gedancken schwebt / Ja gar zu grosse Schmertzen / Deren ich nie erlebt. 8 Weilen mein Contrapart Mich so lang thut vexieren / Spoͤttlich in Koͤsten fuͤhren / Ja eins uͤbers ander wagt: Taͤglich zu ersinnen / Daß weder Orth noch End / Jn Meynung darmit z'gwinnen / Was sie laͤngst verlohren hend. 9 Zu Melchnaw vor dem G'richt / Vor der Appellatz zu Arwangen / Jn Bern zugleich empfangen / Daß man gantz heiter sicht: Daß sie Vnrecht bekommen / Mit Eyden sie verfellt / Allein kein Vrtheil ang'ommen / Sonder jhnen außerwoͤhlt 10 Fuͤr Raͤth vnd Burger die Appellatz Dort widerum was News zuliegen / Allein du wirst dich betriegen / Glaub mir nur mein Knabatz: Dann alles ist vil z'heiter / Ja klar wie Sonnenschein / Zieh doch die Sach nit weiter / Jch es mit dir gut meyn. 11 Sonder komm vnd zahl mich auß / Was ich deinetwegen Habe muͤssen außgeben / Jm Wirts⸗ vnd G'richte⸗Hauß: Zugleich was ich fuͤr Schaden / Dessetwegen erlitten han / Komm nur vnd thu es wagen / Vnd ruff auch Gedult an. 12 Wirst du nit glauben mir / Sonder d'Sach weiters treiben / Zuruck wird ich nit bleiben / Das kanst einbilden dir: Wo du mich thust citieren / Wird ich erscheinen dir / Die Gedult mit mir fuͤhren / Das glaube sicher mir. 13 Was bildest doch dir ein / Die Richter meineyd z'machen / Jhre Vrtheil außzulachen / Mein einfaͤltigs Baͤwrelein: Du soltest dich thun schmucken / Vnd wohl zu friden seyn / Ja vnderthaͤnig tucken / Dich schaͤmen ins Hertz hinein. 14 Daß du dir eingebildt / Die Richter machen z'glauben / Was du thaͤtst herfuͤr klauben / Das Liegen gantz nit gilt: Nur die Warheit soll leben / An dem so g'rechten Orth / Vrlaub thut man bald geben Dem Lugner / vnd schafft jhn fort. 15 Allein was sag ich dir / Diß alles hast erfahren / Die Wort koͤnt ich wohl spahren / Diß thu g'wiß glauben mir: Doch thust dich nit ergeben / Sonder dein Stutz⸗Kopff han / Allein ich wills erleben / Das sichers wirst nachlahn. 16 Ach komme dann Gedult / Thu mich lieblich vmbfangen / Damit mich nit thuͤg blangen / Jn diserem Tumult: Daß ich Gedult koͤnn haben / Biß die Sach außgemacht / Gedult soll dann der haben / Der mich so lang geplagt. ENDE. Show less

Lob-Lied auf die Luzerner Bauern; Bällen-Lied; Gott Lob und Dank der Fried ist geschlossen
Drey schoͤne neue Lieder. Das Erste. O Baur du Lu⸗ cernerischer Baur / rc. Das Ander. Das Baͤllen⸗Lied. Warhafter Bericht / wies an der Schlacht auf der Baͤllen und selbigen Enden hergegangen. Ein Liedlein wil ich singen tuh / rc. Das Dritte. Gott Lob und Dank / der Frid ist rc. ... Show more Drey schoͤne neue Lieder. Das Erste. O Baur du Lu⸗ cernerischer Baur / rc. Das Ander. Das Baͤllen⸗Lied. Warhafter Bericht / wies an der Schlacht auf der Baͤllen und selbigen Enden hergegangen. Ein Liedlein wil ich singen tuh / rc. Das Dritte. Gott Lob und Dank / der Frid ist rc. Getrukt in disem Jahr. Das Erste. ACh Baur du Lucernischer Baur / Wie komts / daß du luogst so suͤß und saur / Vnd was ist dir geschehen / Bist allezeit so lustig gewesen / Lucernischer Baur / was ist dir geschehen? 2 Was wolte mir geschehen seyn / Die Baͤrner sind uns zogen ins Land herein / Haben uns gemacht so vil der Possen / Haben uns gar vil Lucerner erschossen. 3 Zu Brugg da stoͤnd zwey dicke dicke Schiff / Ganz schwer sind sie beladen / Mit Pulfer und Bley und Stuck darbey / Das bricht den Lucerneren Halß und Bey / Bringt jhnen ein grossen Schaden. 4 Die Lucerner fuͤhrten eine weite weite Kreyß / Jhr Liberey war blau und weiß / Die Baͤrner ein rohte Faͤderen / Wann das die feurrohten Dragauner vernehmen / So schiessen sie dapfer auf ihr Leben. 5 Zu Brengarten waren auch an kon / Vil Landler und Lucerner schon / Die haͤtten sich gar vermessen / Ein jeder bildet ihm vil eyn / Er woͤll siben Baͤrner fressen. 6 Zu Baden steht ein vestes Schloß / Es steht auff einem Steinfelsen hoch / Das wolt sich dapfer wehren / Da aber kam der Loͤu und Baͤr / Taͤhtens sies den Berg abzehren. 7. Zu Vilmergen kom der wilde Man / Er wolt die jungen Baͤren fahn / Sie taͤhten ihn nur außlachen / Ein jeder dacht in seinem Muht / Komm her ich wil dir kratzen. 8. Zu Lentzburg staht ein wunderschoͤne Braut / Daran wagt mancher Lucerner seine Haut / Und wer sie wil erwerben / Muß auch dran wagen Leib und Blut / Kost manchem Lucerner sein Leben. 9. Zu Wyll ist dHaubt⸗Statt im Toggenburg / Der Abt der muß da fliehen fort / Er fieng sehr an zu greynen / Hett ich ein Hauß im Toggenburg / Daß ich koͤnt Droͤtgarn spinnen. 10. Wer ist / der uns das Liedlein hat gmacht / Es habens getahn drey Dragauner auf der wacht / Sie haͤnds gar oft gesungen / Gesungen zu tausent guter Nacht / Hat ihnen gar wol gelungen. Das Ander. EJn Liedlein wil ich singen tuh / Von Streit und Kampf und vil Unruh / Daß sich nun hat begeben / Jn der Eidgnoßschaft hin und her / Der Zuͤricher Loͤü und Baͤrner Baͤr / Sie fraͤssen manchen sLeben. 2. Wann ich wurd sagen hin und her / Wie daß alles ergangen wer / Koͤnte ich nicht Wort gnug schoͤpfen / Zuͤrich und Bern ganz unverzagt / Han ihre Feind gar braff verjagt / Und gaben ihn auf die Koͤpfe. 3 Als man zelt sibenzehn hundert Jahr / Und wzoͤlffi darzu / daß ist ganz wahr / Und wil es nicht vergessen / Man bauet Schanzen hin und her / Und ruͤst sich alls zur Gegenwehr / Die Schweizer wand uns fressen. 4 Auf der Baͤllen staht ein Schanz vest / Daß gefallt nicht den Schweizer Gaͤst / Sie wolten sie gar verstoͤren / Sie bildens ihnen vergeblich eyn / Und ist alles ein falscher Schein / Wie ihr jezt bald werd hoͤren. 5 An Maria Magdalena Tag / Da ist es gan⸗ gen wie ich sag / Sie soffen all Curaͤschi / Um drey am Morgen brachens eyn / Und bruͤllend wie die wilden Schwein / Außlaͤhrten ihre Flaͤschen. 6 Sie moͤrdten Maͤnner / Weib und Kind / Auch was nach junge Toͤchtern find / Ganz grausam taͤh⸗ tens veruͤben / Daß hat ja manchem Bidermann / Jn seinem Herzen weh getahn / Und aͤngstiglich be⸗ truͤbet. 7 Da zogens von dem Berglein hin / Auf die Schanz zur Hütten fein / Da taͤht es ihn mißlin⸗ gen. Major Werdmuͤller ein dapfrer Mann / Er sprach / nur unerschrocken dran / Die Buͤchsen hoͤrt man klingen. 8 Dort woltens nicht mehr sein allein / Und zogen auf den Segel Rein / Jhr Faͤhnen tuhn sie schwin⸗ gen / Sie meinten es sey wol getahn / Daß ihrer vil zusam sind kon / Von Aegri und Menzingen. 9 Aber ihr Freude waͤrth nit lang / Zuͤrich macht ihnen Angst und Bang / Tuht dapfer auf sie knel⸗ len / Es waͤhret nicht ein halbe Stund / Jhr bliben etlich tod und wund / Drum eiltens auf die Baͤllen. 10 An dreyen Ohrten griffens an / Jhr waren wol drey tausent Mañ / Und unser kaum drey hun⸗ dert / Major Escher sprach uns an / Keiner solt kein grauen han / Gott kan hütt tuhn noch Wunder / 11 Der Hauptmann Meyer lustig drauf / Sein Officier und ganzer Hauff / Die taͤhten gar nicht wanken / Und ruͤften Gott im Himmel an / Der wird gewuͤßlich bey uns stahnt Deß wollend wir ihm danken. 12 Wir sind ja alle herzhaft Leuht / Wir wend uns wehren in dem Streit / Und ehender alle ster⸗ ben / Fuͤr unser Heimen / Weib und Kind / Ob schon nur unser wenig sind / Mit Gott den Sieg erwerbẽ. 13 Oringer Haubtmañ drauf und dran / Sprach / jeder tuͤhe was er kan / Dann es ist an der Zeiten / Wir schossen zu und schlugen drauf / Man hoͤrte nichts / dann buff / buff / buff / Da gab es alsbald weiten. 14 St. Magdalen trugens in dem Luft / An einer Stangen aufgebuzt / Die solt sie herzhaft machen / St. Magdalen sie Huͤlfflos ließ / Gott aber uns den Sieg zu stieß / Deß muͤßten wir herzlich lachen. 15 Jhr Geistlichkeit ihn blaset eyn / Vor Stich und Schuͤtzen sicher zsein / Sie seyen allsam gfroh⸗ ren / Und henken ihnen Brieflein an / Ein jeder schlag jezt zehen Mann / Und haͤnds gleichwol ver⸗ lohren. 16 Ein Pfaff / der von Gallgeln was / Und auch mußt beissen in das Graß / Drey Haubtmañ waren auch drunder / Samt anderen noch mehr Officier / Soldaten und auch Füsilier / Blessiert und tod vier hundert. 17 Drauf sind sie gflohen auß dem Land / Mit grosser Schmach und hoher Schand / Sind sie dar⸗ von geloffen: Man sagt auch / daß noch ihrer vil / Geloffen seyen durch die Syll / Und etlich gar er⸗ soffen. 18 Jhre Posten hand sie all verlahn / Jhr Schan⸗ zen liessens offen stahn / Das ist ein grosses Wun⸗ der / Der Loͤü bekam vil Land und Leuht / An allen Ohrten grosse Beuth / Auch Staͤdt und Schloͤsser drunder. 19 Kein Koͤnig noch Fuͤrst ist weit und breit / Der so vil gwonnen in kurzer Zeit / Und wenig Volk umkommen / Nur drey und dreyssig einzig Mann / An allen Ohrten man rechnen kan / Wie ich es hab vernommen. 20 Gott hat uns gfuͤhret auß und eyn / Gleich wie ein Hirt die Schaͤffelein / Vor Woͤlffen tuhn be⸗ wahren / Also ist unser Herr und Gott / Bey uns geseyn in aller Noht / Auch in den groͤsten Gefahren. 21 O Zuͤrich lobe Gott den Herren / Der dich ge⸗ bracht zu grossen Ehren / Und sendte dir den Fri⸗ den / Dasselb nicht in vergessen stell / Sonder dank ihm mit Leib und Seel / So lang du lebst hieniden. 22 Der dises Liedlein hat gemacht / Der selbs ist gwesen bey der Schlacht / Gott helff uns allen sa⸗ men / Auß Kampf und Streit und allem Leid / Jn die ewig himmlische Freud / Durch Jesum Christum / Amen. Das Dritte. GOtt Lob und Dank / der Frid ist gschlossen / Den Hochmuht und Untreu hat Gott selbst grochen / An der Papisten Heer in der Vilmerger Schlacht Die dein Wort glaͤsteret sehr / und habens gar ver⸗ acht. 2 Als man zelt tausent siben hundert und zwoͤlff / Wolten Papisten uns fressen wie Woͤlff / Den 25. Heumonat / auf Jacobs Tag / All Welt sich verwundert / da dises nit gschach. 3 Wem sollen wir die Siegs⸗Kraft zu schreiben / Dem grossen Gott / der uns hulff obsigen / Dem obristen Heerfuͤhrer und starken Kriegsfuͤrst / Der vor uns her zogen / ein Koͤnig wol geruͤst. 4 Mit Miriam wil ich ein Liedlein singen / Dem grossen Gott ein Dank⸗Opfer bringen / Fuͤr seine grosse Staͤrk und Helden⸗Taht / Daß er die Feinde uns getilget hat. 5 Die Feind han sich auf ihre Arm verlassen / Und auf Pfaffen Zedelein gleicher massen / Auf boͤse Sachen und Laͤsterung / Die alle hast du gestuͤrzet um. 6 Der Feinden waren vil gewesen / Achtzehen tausent außerlesen / Gleich dem Philister grossen Goliath / (vids statt. Hast gschlagen nider / durch dBaͤrner an Da⸗ 7 Der Feinden waren uͤber drey tausent bliben / Vier hundert gfangen und auch blessiert / Die rohten Dragauner han durch Gottes Macht / Noch uͤber sechs hundert ertraͤnket im Bach. 8 Der Baͤrner waren neun tausent gewesen / Die sich auf Gott steiff und vest verlassen / Auf Gott stuhnd ihre Zuversicht / Der ließ sein Huͤlff schauen / als ihr Kriegsfuͤrst. 9 Der Baͤrnern waren zwey hundert bliben / Zwey hundert gfangen und auch blessiert / Die todten stehen vor Gottes Thron / Und singen das Halleluja schon. 10 Was hand die Baͤrner hierbey gewunnen? Vil kleine Gschoß / Munition / Das Urner⸗Horn / acht Faͤhnen schon / Sechs Stuk / ein Feldschlangen gfuͤhrt auf Lenz⸗burg zu. 11 Dißmahlen hat vereinter Hauffen / Feldstarke Heeren gemacht entlauffen / Gott wolle / daß ihr Bunds⸗Vertrag / Bleib vest verbunden bis an juͤngsten Tag. 12 Gott woll den Loͤü und Baͤr fehrner ehren / Und ihnen vil Gluͤck und Heil beschehren / Daß sie Undertrukten / wo es Noht erhaͤuscht / Noch fehrner schüzen durch deine Gnad und Geist. 13 Ach Gott / wollst deine Gnad noch fehrner schi⸗ Und den Sekelmeister understuͤtzen / (ken / Herren Samuel Frisching in Bern der Statt / Der gleich den alten Helden gesieget hat. 14 Ach Herr / wollst ihm noch fehrner geben / Gesundheit und auch langes Leben / Gluͤkselige Regierung allhier in Zeit / Und dann die Kron der Seligkeit. 15 Weil ich die Haubtleuht nicht all kennen / Auch die Soldaten nicht kan nennen / Die jezund hand gstritten fuͤrs Vatterland / Gott woͤll sie schuͤtzen und fuͤhren durch sein hand. 16 Ach Herr / gib Gnad / daß wir mit Leben / Dir allzeit Lob und Dank tuhn geben / Deiner Guttaht nit vergessen weil wir das Leben Bis daß wir kom̄en ins Himmels⸗Thron. (han / 17 Noch eins kan ich mit nichten underlassen / Gott woͤll ihm mein Gsang gefallen lassen / So wil ich mich freuen von Herzen allzeit / Und Gottes Lob verneuen in ewigkeit. ENDE. Show less

Schweizerkrieg
Ein neues Lied Enthaltend Die Ursachen und Verlauffenheiten Des Schweitzerkriegs / Mit Beschreibung aller vorgefallenen Actionen / welche sich zwuͤschen den Berneren und Luzerneren hin und wider zugetragen / Zur Nohtwendigen Nachricht und Ange⸗ denken der Sach aufgesezt von einem mit... Show more Ein neues Lied Enthaltend Die Ursachen und Verlauffenheiten Des Schweitzerkriegs / Mit Beschreibung aller vorgefallenen Actionen / welche sich zwuͤschen den Berneren und Luzerneren hin und wider zugetragen / Zur Nohtwendigen Nachricht und Ange⸗ denken der Sach aufgesezt von einem mit und darbey gewesenen vatterlaͤn⸗ dischen Soldaten. Jm Jahr 1712. WAs wend wir aber heben an / Was wend wir aber singen / Von den Catolschen von Luzern / Es tuht ihn ganz mißlingen. 2. dLuzerner haͤtten gern ein Hag / Wann sie ihn vermoͤchten zmachen / Versprachen den Rogiiswylern vil / Wann sie ihn kaͤmen gemachen. 3. Die Luzerner hend ein gute Wacht / Sind ihren nummen wenig / Ruͤfft einem Hans / dem andern Baͤbi / Dem dritten ruͤffen sie Freni / 4. dLuzerner hend ein gwaltige Wacht / Sind ihren vil der Alten / Sie kommen uns auf unser Land / Sie moͤgen sich nit erhalten. 5. dLuzerner fuͤhrten gern ein Krieg / Wen man nur taͤht gewinnen / Und eim das Brodt ins Maule Flieg Und sGeldt nit taͤht zerrinnen. 6. dLuzerner ziehen aufs Maͤyengrün / Sie tuhn sich dapfer einschanzen / Da aber Baͤrner kamen dahin / Da hend sis lehrnen tanzen. 7. Die Baͤrner machten munter auf / Tuhnd den Luzernern geigen / Jagten sie ab dem Maͤyengruͤn / Thund sie den Berg auftreiben. 8. dLuzerner hand zwey schoͤne Stuck / Wolten sich damit wehren / Die Baͤrner nemmen sie zuruk / Und tuhnd sich nit lang speren. 9. dLuzerner hatten noch mehr Stuk / Schiktens gen Mellingen aben / Und da die Baͤrner kamen in Ruck / Flohens gen Baden aben. 10. Die Baͤrner schlugen sLaͤger glych / Sie thaͤten nit lang schimpfen / Am Morgen da der Tag anbrach / Sie botten ihnen zutrinken. 11 Das trinken war für dMellinger nuͤt / Sie sprachen: wie wend wirs machen ? Gaͤnd wir die Sach so gar gschwind auf / So thut man uns außlachen. 12. Die Mellinger hielten einen Raht / Mußten sich gschwind ergeben / Die Baͤrner ziehen froͤlich drein / Und haͤtten da gut Leben. 13. Zu Mellingen bleiben sie nicht lang / Sie thaͤten nicht lang beiten / Am Morgen da der Tag anbrach / Auf Bremgarten taͤhten sie reisen. 14. Die Luzerner sind in einem Wald / Thund auf die Baͤrner schiessen: Die Baͤrner nemmen sie zwischen eyn / Das tuht dLuzerner verdriessen. 15. Sie zwachten ihnen also warm / Jn jenem Wald gar eben / Daß bey zwey Tausend braffer Mann / Da buͤßten eyn ihr Leben. 16. dLuzerner werden denken dran / Wie schnell sie da geflohen / Vier Stuk hand sie in Stich gelahn / Gar wenig thund sie loben. 18. Die Baͤrner ziehen fuͤr die Statt / Mit ihren tapfern Gsellen / Bremgarten nemmen sie hurtig fort / Thut ihnen wohl gefallen. 18. Sie fuͤhren brafe Soldaten drein / Der teutschen und weltschen Knaben / Das verdroß die Luzerner so fein / Daß Baͤrner Bremgarten haben. 19. Die Baͤrner besinnen sich nit lang / Nach dem sie Bremgarten haben / Sie zogen am Morgen alsobald / Wol gegen Baden aben. 20. Die Zürcher sind auch braffe Leuth / Sind auch auf Baden zogen / Acht tausend Mann hand sie auch ghan / Jst wahr / ist nicht erlogen. 21. Am Morgen da der Tag anbrach / Thaͤten sie auf Baden schiessen / Das macht den Bademern angst und bang Und that sie sehr verdriessen. 22. Die Badmer hend vil schoͤne Stuck / Sie koͤnen nuͤt mit Machen / Zuͤrich und Bern nemmens hinweg / Und tuhnd sie nur außlachen. 23. Die Badmer gaͤnd sich hurtig auf / Sie tuhnd sich nit lang wehren / Die Garnison muͤßt ziehen auß / Wie man es thaͤt begehren. 24. Die Bademer waren freche Leuth / Sie taͤhten gar stark pochen. Zuͤrich und Baͤrn wolts widerstand thun / Das bleibet nit ungrochen. 25. Sie muͤssen die Mauren brechen ab / Und uͤberall verzehren / Daß tuht die Luzerner verdriessen sehr / Sie fiengen an zu schwoͤren. 26. dLuzerner stellen sich trotzig dar / Wir koͤnnens nicht vergessen / Ein jeder bildet ihm stets eyn / Er woͤll sieben Baͤrner fressen. 27. Luzern und dLaͤnder hatten kein ruh / Sie woltens weiters bringen / Sechs Dusend zugen der Seiserbruk zu / Den Baͤren wolten sie zwingen / 28 Nur vierzehenhundert Baͤrner sind da Die tuhnd sich retirieren / Der Feind hat so ein starke macht / Noch muͤßt ers schier verlieren / 29. Wo man es seidt / so ists ein Schand / Vil hundert kost es das Laͤben / Sie zugen dem Baͤren auf sein Land / Grad zNacht uffert Vilmergen / 30. Der Baͤr wert sich da ritterlich / Grusam thut er drin raͤnnen / Er schlug den Feind den Wald hinab / Jn Buͤnzbach taͤht er ihn spraͤngen. 31. Luzern hat noch acht Tausend Mañ / Ob Diedicken zustehen / Der wild Mann sprung den Baͤrg hinan / Ein Bludtbad thaͤt geschehen. 32 Sie schussen zaͤmen sechs ganze Stund / Der Baͤr thaͤt allgmach weichen / Er loket den Feind ins weite Faͤld / Der wild Mann muͤßt entfliehen / 33 Die Lutzerner werden denken dran / Wies ihnen ist ergangen / Jm Blut lag ihnen vil hundert Mann / Zu Villmaͤrgen uf der Langern / 34 Baͤrner haͤnd zu saͤchs Hundert da / Blessiert und Todne bekommen / dLuzerner verloren wol sechstausend mañ Blessiert Tod und auch Gfangen / 35 Was hat der Baͤr gewunnen da / Siben Stuke und acht Fahnen schoͤn / Fuͤnf Munitionwegen der Feind ließ stahn Mit Wahrheit thun ich sagen. 36 Vilmaͤrger haͤnd lang vom Baͤren gseit Jez ist er kom̄en hat fenster verheidt / Die Thuͤr und Thor zerschmissen / Und was er antroffen zerrissen. 37 Jhr Luzerner nem̄et nit mehr für / Mit den Baͤrnern zu kriegen / Jhr wurdet sonsten Hauß und Thuͤr / Mit den Baͤrnern verlieren. 38 Jhr Luzerner bleibet nur daheim / Und gand gen Baͤsen machen / Verkauffet sie nur wo ihr wend / Koͤnt eueren Kindern Brodt schaffen. 39 Nun schweiget ihr Luzerner still / Von der Schlacht bey Villmergen / Es hat geaͤndert sich das Spiel / Wie ihrs wohl koͤnnet merken. 40 Haͤttet ihr nicht gefangen an / Und waͤret ruͤhig blieben / So waͤr ein mancher Bidermann / Bey dem Seinen verbliben. 41 Jhr Luzerner hend grad gemeint / Jhr woͤllet uns thun fressen / Und hattet schon als abgeredt / Wie ihr uns woltet metzgen. 42 Aber jezet ists mit euch ganz auß / Jhr moͤget nicht mehr kriegen / dLucerner sizen jezt all daheim / Und greynen bey der Wiegen. 43 Hiemit so hat diß Lied ein End / Wils einmahl jezt beschliessen / Gott alle Ding zum besten wend / Daß wir der Freud geniessen. ENDE. Show less

Vier Lieder über den Toggenburger-Krieg
Vier schoͤne neue Lieder. Von dem Toggenburger⸗Krieg / und erhaltene Siege bey Bremgar⸗ ten und Vilmergen. Das Erste. O Baur du Lu⸗ cernerischer Baur / rc. Das Ander. O Herr/ du star⸗ ker Gott / Du rc. Das Dritte. Ein Liedlein wil ich singen tuh / rc. Das Vierte. Gott Lob und Dank /... Show more Vier schoͤne neue Lieder. Von dem Toggenburger⸗Krieg / und erhaltene Siege bey Bremgar⸗ ten und Vilmergen. Das Erste. O Baur du Lu⸗ cernerischer Baur / rc. Das Ander. O Herr/ du star⸗ ker Gott / Du rc. Das Dritte. Ein Liedlein wil ich singen tuh / rc. Das Vierte. Gott Lob und Dank / der Frid ist gschlossen / rc. Getrukt in disem Jahr. Das Erste. O Baur du Lucerner Baur / Wie komts / daß dlugst so suͤß und saur / Ach was ist dir geschehen? Bist allezeit so lustig gseyn / Was ist dir nun geschehen? 2. Was wolte mir geschehen seyn / Die Baͤrner sind zogen ins Land herein / Han uns gmacht so vil Possen / Und vil Lucerner erschossen. 3. Zu Brugg da stuhnden grosse Schiff / Ganz schwer sind sie beladen / Mit Pulver / Bley / und Stuck darbey / Das bricht den Lucernern Halß und Bey / Bringt ihnen grossen Schaden. 4. dLucerner fuͤhrten ein weiten Kreiß / Jhr Liberey war blau und weiß / Die Baͤrner ein rohte Faͤdern / Wann das die rohten Dragauner vernehmen / Schiessen sie dapfer auf ihr Leben. 5. Zu Bremgarten waren auch ankon / Vil Laͤnder und Lucerner schon / Die haͤtten sich vermessen / Ein jeder bildet ihm vil eyn / Er woͤll siben Baͤrner fressen. 6. Zu Baden ist ein vestes Schloß / Es steht auf einem Felsen hoch / Das wolt sich dapfer wehren / Da aber kam der Loͤü und Baͤr / Taͤhtens den Berg ab zehren. 7. Zu Vilmergen kam der wilde Man / Er wolt die jungen Baͤren fahn / Sie taͤhten ihn außlachen / Ein jeder dacht in sei⸗ nem Muht / Komm her ich wil dir kratzen. 8. Zu Lenzburg staht ein schoͤne Braut / Daran wagt mancher Lucerner sein Haut / Und wer sie wil erwerben / Muß auch dran wagen Leib und Blut / Kost manchem Lucerner sein Leben. 9. Wyll ist dHaubt⸗Statt im Toggenburg / Der Abt der muß da fliehen fort / Er fieng sehr an zu greynen / Hett ich ein Hauß im Toggenburg / Daß ich koͤnt Droͤtgarn spinnen. 10. Wer ist der uns diß Liedlein gmacht / Dra⸗ gauner drey auf ihrer Wacht / Sie hands gar oft gesungen / Gesungen wol zu guter Nacht / Hat ih⸗ nen gar wol gelungen. Das Ander. O Herr / du starker Gott / Du Kriegs⸗Fuͤrst Zebaoth / Du Obrist / und Feld⸗Herre / Dir gebuͤhrt allein Ehre / Wir dir allein obsingen / Und dir Dank⸗Opfer bringen. / Als Zuͤrich und auch Bern / Wolten außzie⸗ en gern / Den armen betraͤngten Leuhten Zu Huͤlff [...]nd zu Errettung / Die schon in langen Zeiten / Vil [...]bels hand erlitten. 3. Von der Papisten Heer / Die sie verfolgten [...]ehr / Jm Toggenburg mit Nammen / Sie schrey⸗ en allesamen / Daß sie Gott woͤll erretten / Auß den ihren Noͤhten. 4. Und du / O grosser Gott! Du Kriegs⸗Fuͤrst Zebaoth! Erhoͤrtest sie in Noͤhten / Du tuhst sie wol behuͤten. Dir wollen wir Lobsingen / Und dir Dank⸗Opfer bringen. 5. Daß du / O grosser Gott / Nicht hast lahn werden zu Spott / Unser Haubtleuht und Volk / Mit Nammen / die ihnen zu Hülff Kommen / du halffest ihnen obsigen / Daß sie nicht unden ligen. 6. O Gott / durch deine Hand / Tuh ihn noch fehrner Beystand / Daß sie noch fehrner fahren / Dein Reich hier zu vermehren / So wollen wir dir Lobsingen / Und dir Dank⸗Opfer bringen. 7. O Jesu / mein Heiland / Send deiner Gna⸗ den⸗Glanz / Der Apostlen und Evangelisten / Auch uͤber die Papisten / Auf daß sie deinen Nammen / Mit uns auch preisen / Amen. Das Dritte. Wahrhafter Bericht / wies an der Schlacht auf der Baͤllen und selbigen Enden hergegangen. EJn Liedlein wil ich singen tuh / Von Streit und Kampf und vil Unruh / Daß sich nun hat begeben / Jn der Eidgnoßschaft hin und her / Der Zuͤricher Loͤü und Berner Baͤr / Sie fraͤssen manchen sLeben. 2. Wann ich wurd sagen hin und her / Wie daß alles ergangen wer / Koͤnte ich nicht Wort gnug schoͤpfen / Zuͤrich und Bern ganz unverzagt / Han ihre Feind gar braff verjagt / Und ihn zerschmissen die Koͤpfe. 3. Als man zelt sibenzehn hundert Jahr / Und zwoͤlffi darzu/ daß ist ganz wahr / Und wil es nicht vergessen / Man bauet Schanzen hin und her / Und ruͤst sich alls zur Gegenwehr / Die Schweizer wand uns fressen. 4. Auf der Baͤllen staht ein Schanz fest / Daß gefaͤlt nicht den Schweizer Gaͤst / Sie wolten sie gar verstoͤren / Sie bildens ihnen vergeblich eyn / Und ist alles ein falscher Schein / Wie ihr jezt bald werd hoͤren. 5. An Maria Magdalena Tag / Da ist es gangen wie ich sag / Sie soffen all Curaschi / Um drey am morgen brachens eyn / Und bruͤllend wie die wilden Schwein / Außlaͤhrten ihre Flaͤschen: 6. Sie moͤrdten Maͤnner / Weib und Kind / Auch was noch jun⸗ ge Toͤchtern find / Ganz grausam taͤhtens veruͤben / Daß hat ja manchem Bidermann / Jn seinem Herzen weh getahn / Und aͤng⸗ stiglich betruͤbet. 7. Da zogens von dem Berglein hin / Auf die Schanz zur Huͤt⸗ ten fein / Da taͤht es ihn mißlingen. Major Werdmuͤller ein dapf⸗ rer Mann / Er sprach / nur unerschrocken dran / Die Buͤchsen hört man klingen. 8. Dort woltens nicht mehr sein allein / Und zogend auf den Saͤ⸗ gel Rein / Jhr Faͤhnen tuhn sie schwingen / Sie meinten es sey wol getahn / Daß ihrer vil zusam sind kon / Von Aegri und Menzingen. 9. Aber ihr Freude warth nicht lang / Zuͤrich macht ihnen Angst und Bang / Tuht dapfer auf sie knellen / Es wahret nicht ein halbe Stund / Jhr bliben etlich tod und wund / Drum eiltens auf die Baͤllen. 10. An dreyen Ohrten griffens an / Jhr waren wol drey tausent Mann / Und unser kaum drey hundert / Major Escher sprach uns an / Keiner solt kein grauen han / Gott kan huͤtt tuhn noch Wunder. 11. Der Hauptmañ Meyer lustig drauf / Sein Officier und gan⸗ zer Hauff / Die taͤhten gar nicht wanken / Und ruͦften Gott im Him⸗ mel an / Der wird gewuͤßlich bey uns stahn / Deß wollend wir ihm danken. 12. Wir sind ja alle herzhaft Leuht / Wir wend uns wehren in dem Streit / Und ehender alle sterben / Fuͤr unser Heimen / Weib und Kind / Ob schon nur unser wenig sind / Mit Gott den Sieg erwerben. 13. Oringer Haubtmann drauf und dran / Sprach / jeder tuͤhe was er kan / Dann es ist an der Zeiten / Wir schossen zu und schlu⸗ gen drauf / Man hoͤrte nichts / dann buff / buff / buff / Da gab es als⸗ bald weiten. 14. St. Magdalen trugens in dem Luft / An einer Stangen auf⸗ gebuzt / Die solt sie herzhaft machen / St. Magdalen sie Huͤlfflos ließ / Gott aber uns den Sieg zu stieß / Deß muͤßten wir herzlich lachen. 15. Jhr Geistlichkeit ihn blaset eyn / Vor Stich und Schuͤtzen sicher zsein / Sie seyen allsam gfrohren / Und henken ihnen Brieflein an / Ein jeder schlag jezt zehen Mann / Und haͤnds gleichwol ver⸗ lohren. 16. Ein Pfaff / der von Gallgeln was / Und auch mußt beissen in das Graß / Drey Haubtmann waren auch drunder / Samt ande⸗ ren noch mehr Officier / Soldaten und auch Fuͤsilier / Blessiert und tod vier hundert. 17. Drauf sind sie gflohen auß dem Land / Mit grosser Schmach und hoher Schand / Sind sie darvon geloffen: Man sagt auch / daß noch ihrer vil Geloffen seyen durch die Syll / Und etlich gar ersoffen 18. Jhre Posten hand sie all verlahn / Jhr Schanzen liessens offen stahn / Daß ist ein grosses Wunder / Der Loͤuͤ bekam vil Land und Leuht / An allen Ohrten grosse Beuth / Auch Staͤdt und Schloͤsser drunder 19. Kein Koͤnig noch Fuͤrst ist weit und breit / Der so vil gwon- nen in kurzer Zeit / Und wenig Volk umkommen / Nur drey und dreyssig einzig mann/ An allen Ohrten man rechnen kan / Wie ich es hab vernommen. 20. Gott hat uns gfuͤhret auß und ein / Gleich wie ein Hirt die Schaͤffelein / Vor Woͤlffen tuhn bewahren / Also ist unser Herr und Gott / Bey uns geseyn in aller Noht / Auch in den groͤsten Gefahren. 21. O Zuͤrich lobe Gott den Herren / Der dich gebracht zu gros⸗ sen Ehren / Und sendte dir den Friden / Dasselb nicht in vergessen stell / Sonder dank ihm mit Leib und Seel / So lang du lebst hie⸗ niden. 22. Der dises Liedlein hat gemacht / Der selbs ist gwesen bey der Schlacht / Gott helff uns allen samen / Auß Kampf und Streit und allem Leid / Jhn die ewig himmlische Freud / Durch Jesum Chri⸗ stum / Amen. Das Vierte. GOtt Lob und Dank / der Frid ist gschlossen / Den Hochmuht und Untreu hat Gott selbst grochen / An der Papisten Heer in der Vilmerger Schlacht / Die dein Wort glaͤsteret sehr / und habens gar ver= acht. 2. Als man zehlt tausent siben hundert und zwoͤlff / Wolten Papisten uns fressen wie Woͤlff / Den 25. Heumonat / auf Jacobs Tag / All Welt sich verwundert / da dises nicht gschach. 3. Wem sollen wir die Siegs⸗Kraft zu schreiben / Dem grossen Gott / der uns hulff obsigen / Dem obristen Heerfuͤhrer und starken Kriegsfuͤrst / Der vor uns her zogen / ein Koͤnig wol geruͤst. 4. Mit Miriam wil ich ein Liedlein singen / Dem grossen Gott ein Dank⸗Opfer bringen. Fuͤr seine grosse Staͤrk und Helden⸗Taht / Daß er die Feinde uns getilget hat. 5. Die Feind han sich auf ihre Arm verlassen / Und auf Pfaffen Zedelein gleicher massen / Auf boͤse Sachen und Laͤsterung / Die alle hast du gestuͤrtzet um. 6. Der Feinden waren vil gewesen / Achtzehen tausent außerlesen / Gleich dem Philister grossen Goliath / Hast gschlagen nider / durch dBaͤrner an Da⸗ vids statt. 7. Der Feinden waren uͤber drey tansent bliben / Vier hundert gfangen und auch blessiert / Die rohten Dregauner han durch Gottes Macht / Noch uͤber sechs hundert ertraͤnket im Bach. 8. Der Baͤrner waren neun tausent gewesen / Die sich auf Gott steiff und vest verlassen / Auf Gott stuhnd ihre Zuversicht / Der ließ sein Huͤlff schauen / als ihr Kriegsfuͤrst. 9. Der Baͤrnern waren zwey hundert bliben / Zwey hundert gfangen und auch blessiert / Die todten stehen vor Gottes Thron / Und singen das Halleluja schon. 10. Was hand die Baͤrner hierbey gewunnen? Vil kleine Gschoß / Munition / Das Urner⸗Horn / acht Fähnen schon / Sechs Stuk / ein Feldschlangen gfuͤhrt auf Lenz⸗ burg zu. 11 Dißmahlen hat vereinter Hauffen / Feldstarke Heeren gemacht entlauffen / Gott wolle / daß ihr Bunds⸗Vertrag / Bleib vest verbunden bis an juͤngsten Tag. 12. Gott woll den Loͤü und Baͤr fehrner ehren / Und ihnen vil Gluͤck und Heil beschehren / Daß sie Undertrukten / wo es Noht erhaͤuscht / Noch fehrner schuͤtzen durch deine Gnad und Geist. 13. Ach Gott / wollst deine Gnad noch fehrner schicken / Und den Sekelmeister understuͤtzen / Herren Samuel Frisching in Bern der Statt / Der gleich den alten Helden gesieget hat. 14. Ach Herr / wollst ihm noch fehrner geben / Gesundheit und auch langes Leben / Gluͤkselige Regierung allhier in Zeit / Und dann die Kron der Seligkeit. 15. Weil ich die Haubtleuht nicht all kennen / Auch die Soldaten nicht kan nennen / Die jezund hand gstritten fuͤrs Vatterland / Gott woͤll sie schuͤzen und fuͤhren durch sein hand 16. Ach Herr / gib Gnad / daß wir mit Leben / Dir allzeit Lob und Dank tuhn geben / Deiner Guttaht nicht vergessen weil wir das Le⸗ ben han / Bis daß wir kommen ins Himmels Thron. 17. Noch eins kan ich mit nichten underlassen / Gott woll ihm mein Gsang gefallen lassen / So wil ich mich freuen von Herzen allzeit / Und Gottes Lob verneuen in ewigkeit. ENDE. Show less

Schlacht zu Vilmergen
Trauriges Klag⸗Lied Deß Baͤren / Uber / Die verlohrne Schlacht / so zu Vil⸗ mergen gehalten worden. Jm Thon ; Wie man den Thanhauser singt. Getruckt in disem Jahr / 1. O Ach O wehe / was ist mir gschehe / Wie kan ichs uͤbertragen; Die grosse Noth / daß so vil todt / Kan ich nit gnugsam... Show more Trauriges Klag⸗Lied Deß Baͤren / Uber / Die verlohrne Schlacht / so zu Vil⸗ mergen gehalten worden. Jm Thon ; Wie man den Thanhauser singt. Getruckt in disem Jahr / 1. O Ach O wehe / was ist mir gschehe / Wie kan ichs uͤbertragen; Die grosse Noth / daß so vil todt / Kan ich nit gnugsam klagen: 2. Jch ware zwar / fast ungefahr / Das staͤrckste Thier auff Erden / Jch meinte nit / daß ich im Streit / Koͤnt uͤberwunden werden. 3. Starck zug ich auff / mit grossem Hauff / Zwoͤlff tausend zwey hundert Mannẽ: Mit Gschuͤtzen vil / ohn Maß und Zihl / Von Lentzburg zug ich dannen. 4. Jch fieng auch an / so vil ich kan / Zu traͤwen und zu brummen: Lang in dem Feld / als wie ein Held / Gar starck⸗schlug ich die Trummen. 5. Jns Frey⸗Ambt ein / zug ich herein / Gut Beut thaͤt ich ertappen: Kein Widerstand ich nienen fand / Diß gfiel mein Baͤren⸗Dapen. 6. Zu pluͤndern auß / gar manches Hauß / Mit Rauben und mit Brennen: Diß war mein Lust / und groͤster Durst / Die Baͤbstler also zdemmen. 7. Maria Bild / gantz taub Und wild / Mit Feur thaͤt ich verzehren: Die heiligen all / in einer Zahl / Sich moͤchten nit erwehren. 8. Drey Doͤrffer groß / zwar ohne Gschoß / Hab ich auch eingenommen: Leuth und Veh / und anders meh / Zusammen alls bekommen. 9. Kein Feind ich acht / und alls veracht / Gantz sicher wolt ich schlaffen: Kam ungefahr / ein kleine Schaar / Lucern mit jhren Waaffen. 10. Vier tausend Mann / hand mit nichts an / Die will ich gwiß verjagen: Wann ich schlag drein / den Dapen mein / Lucern wird bald verzagen. 11. Drumb tapffer auff / schlagt buff auff buf / Jhr starcke junge Baͤren: An disem Tantz / den Sig und Krantz / Gantz sicher will ich waͤren. 12. Der Streit fieng an / bey manchem Mañ / Die Stuck hoͤrt man starck schiessen: Es waͤhrt drey Stund / wurd vil verwund / Diß thaͤt mich sehr verdriessen. 13. Der Dapen mein / leydt grosse Peyn / Mein Kopff war gantz zerschlagen: Auß grossem Keyb / der gantze Leib / Kein Freud nit mehr kan haben. 14. Mein Baͤren⸗Muth / ist nit mehr gut / Lucern hat mirs vertriben: Bin selbst Vrsach / an diser Schmach / Waͤr ich daheimen bleiben. 15. Nach gmeiner sag / ich weiter klag / Jm Streit wie es ergangen / Mit grossem grausen / von fuͤnff tausend / Theils todt / verjagen und gfangen. 16. Das grosse Gschuͤtz / mich wenig nuͤtzt: Zehen Stuck hab ich verlohren: Es hat Lucern / dieselben gern / Jetzt muß ich han in Ohren. 17. Vil Hauptleuth gut / vom Adel Blut / Auch wohlgebohrne Herrn: Jn diser Schlacht / man nidermacht / Niemand koͤnt sich erwehren. 18. Man nahm mir ab / von Gut und Haab / Jch darff nit alles saͤgen: Ließ in dem Feld / vil Gut und Gelt / Mit Kaͤrren und mit Waͤgen. 19. Neun Fahnen ich / ließ in dem Stich / Lucern thut sich drab frewen: Jetzt ist veracht mein Baͤren Macht / Vergeben ist mein Braͤwen. 20. Mein Erlach frech / an Ehr verlaͤcht / Auff jhn thaͤt ich vil hoffen. Auff seinem Pferdt / die Flucht begehrt / Der erst darvon geloffen. 21. Vil Sig sagt er / mit grosser Ehr / Jm Reich hab ich erhalten: Jn diser Schlacht / wird ich veracht / Erlach verlaͤcht / und gar verspalten 22. Es war mein will / frey in der Still / Lucern dem Liecht abbrechen: Der himmlisch Glantz / vom Rosenkrantz / Thaͤt mich in d Augen stechen. 23. Darab ich gschwind / wurde gantz blind. Und alls in mir verblichen: Verluhr mein Krafft / wurd gantz zaghaft / All Hoffnung ist gewichen. 24. Es war mein Sinn / auff Rom hinein / Den Pabst zu gratulieren: Ablaß und Lohn / hab ich jetzt schon / Bin lahm an allen Vieren. 25. Jch Baͤren⸗Mutz / zieh jetzt das kurtz / Jn aller Welt verworffen: Man spihlt mich auß / es ist ein grauß / Ungluͤck hat mich getroffen. 26. Auff dem Streitplatz / mit grossem Dratz / Zeigt mir der Feind vil Leiber: Zu führen ab / heim in das Grab / Zu bringen jhren Weibern. 27. Muthwillen vil / verhoͤnt mein Spihl / Kans selbst gar wohl erkennen: Unschuldig Blut / an Kindern gut / Weil ichs hab thun verbrennen. 28. Jch hab mit Fleiß auff alle Weiß / Die Bilder traͤw zu stoͤhren: Das Priesterthumb / zu kehren umb / Kein Meß solt man mehr hoͤren. 29. Mariaͤ Fürbitt / solt gelten nit. Heylthumb koͤnt ich nit leyden: Die Ohren⸗Beicht / gfiel mir auch nit / Diß alls wolt ich vertreiben. 30. Den Rosenkrantz / auch gar und gantz / Solt man gar nit mehr betten: Den Jungfrau⸗Stand / im gantzen Land / Wollt ich mit Fuͤssen tretten. 31. Diß alles ich / gantz vestiglich / Jn das Werck wollt verrichten: Alt Religion / muͤßt nit mehr bstohn. Dieselbig gar vernichten. 32. Drumb hat mich Gott / mit grossem Spott Jm Streit jetzt lassen sincken: Der neue Glauben / will mir nit taugen / Auff Bern flieh ich gantz hincken. 33. Das Baͤren⸗Loch / weiß ich jetzt noch / Will darinn mich verbergen: Dan mir die Schlacht / groß Kum̄er macht / Drab muͤßt ich sonst verderben ENDE. Show less

Aktion auf der Bellen, 22. Juli 1712
Eine wahrhaffte Beschrei⸗ bung / wie es in der Action auf der Bel⸗ len und anderen nechstgelegnen Orthen mehr / hergegangen / so geschehen den 22. Heu⸗ monat / 1712. 1. EJn neüwes Liedlein wil ich singen / Dem Allerhoͤchsten Gott zu Ehr / Der für uns that vom Him̄el ringen / Verschafft gut... Show more Eine wahrhaffte Beschrei⸗ bung / wie es in der Action auf der Bel⸗ len und anderen nechstgelegnen Orthen mehr / hergegangen / so geschehen den 22. Heu⸗ monat / 1712. 1. EJn neüwes Liedlein wil ich singen / Dem Allerhoͤchsten Gott zu Ehr / Der für uns that vom Him̄el ringen / Verschafft gut Gegenwehr / Da sich dann hat erwahret / Daß der alt wahre Gott / Die Seinen nicht in Gfahre / Laßt stecken noch in Noth. 2. Es traf z'erst Toggenburg Sach an / Allwo ward quellet mancher Mann. Von den geistlichen Aebte genant / Wie es in der welt wol bekant. Zuͤrich und Bern halff disen Armen / Und thet sich ihrer sehr erbarmen. Zwar meinte man der Frid wer g'macht / Deß man sich keines Kriegs mehr g'acht. 3. Allein im sibenzehenhundertsten Jahr. Und zwoͤlffe darzu / sag ich fürwahr / Am Papistischen Mariæ Magdlena Faͤst / Kamen in dreytausent boͤse Gaͤst. Von dem Ort Schwyze uͤberall / Und ihren Helfferen grosser Zahl. Woltind einnem̄en d'Herrschaffe Wedtschwyl / Mit grossem G'walt in aller Yl. 4. Sie sahend vil auf disen Tag / Nach ihrer eignen Leuthen Sag. Meintend / wie daß alt Heiden Volck / Dise Heiligin auß der Wolck / Werd sie machen triumphieren / Und sie mit dem Siege zieren. Wie daß ja die Heiden thaten / Die ihr arme Goͤtter batten. 5. Hingegen traute Zuͤrich seinem Gott / Sein Glaub halff ihm in solcher Noth. Es ist Jhm sehr wol g'lungen / Daß es mit Freud hat g'sungen. Dem Allerhoͤchsten ein Dancklied / Daß er ihm hat gegeben Sieg. Wie ich jez weiter sagen sol / Mein Hertz ist billich danckens voll. 6. Dann horchet auf ihr jung und alt / Jch sag wahrhafftig und einfalt / Daß dise boͤse Schweitzer Bauren / An dem Morgen vor drey⸗Uhren. Kommen sind mit allem wuͤten / Es moͤcht eim das Herze bluͤten. Wie sie z'erst umgangen sind / Dise rauen boͤsen Feind. 7. Da sie auf das Bergli kammen / Wie wir daß alßbald vernammen. Sie ermordet / muß ich sagen: Fromme Leuth von alten Tagen. Die sich nicht mehr koͤntend wehren / Thetend sie wie Huͤnd verzehren. Arme Weiber und junge Kind / Metzgete diß Scheitzer⸗g'sind. 8. Daß war ja ein Schand und spott / Vor dem grossen wahren Gott. Daß sie also hattend ghandlet / Und das Krieges⸗Recht verwandlet Jn ein groß Unmenschlichkeit / Darum sie billich verschreyt / Daß sie ghandlet wie die Buben / So selbst fallend in die Gruben. 9. Nun zogens in sehr stoltzem Sinn / Wol zwuͤschen beyden Schantzen hin / Bym Doͤrfli Hüten und der Baͤllen / Liessends hoͤren ihre Schaͤllen / Dann die Capuciner und Pfaffen Vor ihnen har wie heidnisch Affen / Sungind starck ihr Litaneyen / Mit vil Gebruͤll / und lautem Schreyen. 10. Doch schoß man auf sie auß den Schanzen / Machte sie eilends fort schwanzen / Da sie weiters zogen hin / Auf den Saͤgel in dem Grimm Sie schicktend etlich hundert auß / Raubend und pluͤnderend manches Hauß / Es kamend schier zur neuen Kirchen / Schon drey Compagneyen hin geschlichen. 11. Der rothe Fahnen / und zwen ander / Stundend da stoltz bey einander / Aber Gott nahm ihn das Hertz / So ich hoͤr ohn allen Schertz / Daß als nur vier und zwanzig Mannen Von blauen Reuteren dahar kamen / Thetend sy vor ihnen fliehen / Und sich wider zuruck ziehen. 12. Drauf thet man ihnen starck nachjagen / Sie flohend als woͤlltends verzagen / Liessend Keß und Anckenballen / So sie g'raubet wider fallen / Flohind zu dem Segel gar. Da Jhr groß Hauff versam̄let war / Dort giengs schiessen und stechen an / So sie kostet manchen Mann. 13. Dann z'un Reuteren nach gestossen / Zweyhundert zufuß unverdrossen / Die mit Jhn thetend Widerstand / Daß der Feind nit kam ins Land / Es warind Papisten / allmahl zaͤhen / Oder mehr / darff ich verjaͤhen / Wo ein Zuͤricher gewesen sey / Gott ist uns gestanden bey. 14. Maͤntzingen und Aegeri wolt auch nach⸗ (kom̄en / Hand aber nichts als Schand gewonnen / Als die mit Leid bald gsehen an / Daß Jhr Anschlag den Krebsgang gnonn / Und daß von der Neuen Kirchen / Die Schweitzer Bauren z'ruck gewichen / Habend auch hier nit lang gewartet Sonst het man Jhnen erst recht kartet. 15. Diser Feind fuͤhrt ein Wyl ein Gschrey / Und brülete als wann er Meister sey / Aber sein Freud waͤhrt nit lang / Es ward Jhm allzeit wider bang / Da auch die Reuterey verstercket / Und es auch der Feind vermercket / Machte er bald den Ryß auß / Ab Blauw und Roth Reuter Jhme graußt. 16. Und wolt nit mehr halten Stand / Flohe auß dem Saͤgel Land / Es flohend auch gar durch die Sill / Harind weder Maaß nach Zill / Ein Lust war es zusehen an / Wie sie geflohen sind darvon / Diß war aber Gottes Krafft / Der sein Volck hat gemacht sighafft. 17. Diß hat den Feind sehr verdrossen / Hette es gern wider grochen / Lauffte darauf mit der Schaͤllen / Auf die Schanze auf der Baͤllen / Griffe da dieselbe an / Wie es g'sehen mancher Mann. Aber Gott halff da bald wider / Daß der Feind ward glegt darnider. 18. Der Feind hielt zwahr ein Hinderhut / So zuerst mit grossem Wut Die Waͤberruͤti thate draͤngen / Und dortum auf d'Brustwehr raͤnnen / Und darnach zusammen stossen / Deß sie aber nit lang gnossen / Dann die Schantze auf der Baͤllen / Thet Jhn zuletst auch übel Schaͤllen, 19. Doch allda ihr grosser Hauff / Luffe zu erst grimmig drauff / Allein die inn⸗und bey der Schantz / Wehrten sich in disem Dantz / Daß sie dieselb nicht moͤgen gwünnen / Die Paͤbstlich ehre that zerruͤnnen / Man that einandren braf zusprechen / Die Schantz wolt man nit lassen braͤchen. 20. So bald auch d' Reuterey diß vernommen / Roth und Blauw / ist sie eilends kommen / Zu huͤlff uͤber Laubegg hereiñ wallen / Darab den Feinden s'Hertz sehr gfallen / Als sie thatend Trompeten hoͤren / Wolt es ihnen den Sack verzehren / Rüfften einanderen man solt fliehen / Und auß dem Zuͤrichland wegziehen / 21. Aber alß hat Gott gethan / Der sein Volck nit stecken lan / Sie liessind auch Zuͤrich zur Beuth⸗ Pfaff / Rahtsherren und drey Haubtleuth / Der Gemeinen / ohne die Verwundten / Ueber zweyhundert sind gefunden / Zuͤrich hingegen hat Gott gonnen / Daß Jhme schier niemand umkommen. 22. Der Feind hate zwar vermeinet / Wie es sich hernach erscheinet / Er woll koͤnnen Posten fassen / Wyl s' Volck schier alles in dErnd heim glassen / Und d' Herrschafft und das Land außreuten / Auch da machen grosse Beuthen / Aber Gott halff dem kleinen Hauff / Daß der Groß müßte weichen auß. 23. Der kleine Hauffen unverdrossen / Hat braf los brennt und geschossen / Die vilen Feind sie nit erschrecket / Gott hat sie allzeit gestercket / Daß sie sehr geflohen sind / Dise rauen boͤsen Feind / Aber als hat Gott gethan / Der sein Volck nit stecken lan. 24. Jndeß Kriegs Raͤth und General / Mit allen wol zufriden war / Es angeruͤhmt dem hochen Gwalt / Der sich gfreut in solcher Gstalt / Daß man den Feind außhin geschlagen / Und als mit ihm thun wagen / Darum sey al⸗ lein Gott zdancken / Der die seinen nit lan wancken. 25. Quartier Haubtmañs Compagney / Thate auch ihr best darbey / Haubtmann froͤlich in der Schantz / Halffe die auch bhalten gantz / Haubtmann Meyers ebenfahl / Sich wol ghalten uͤberall / Haubtmann Kellers von O⸗ ringen / Auch d' Frey Compagney / thet braf beyspringen. 26. Burger und Landtleuth die darbey sind gsyn / Groß Ehr hand sie geleget eyn / Haubtmann Kilchsperger und Huͤni darneben / Fuͤrs Vatterland dapfer auf gopfert Jhr Leben / Reuter / Soldaten und Officiers / Sich wol ghalten haben hier / Aber alles hat Gott gethan / Der sein Volck nit stecken lan. 17. Major Escher allenthalben / Machte gar gute An⸗ stalten / Und that jederman zusprechen / Man solt sich am Feind Braf raͤchen / Er war so gut Com̄endant / Daß der Feind wich auß dem Land / Aber als hat Gott gethan / Der sein Volck nit stecken lan. 23. Major Mattli Bundsgnoß vest / Com̄andierte auch aufs best / Ob er gleich fruͤhe war verwundet / Liesse er sich nit verbinden / Biß der Feind verjaget war / Und man hat gesiget gar / Daß der Feinde war zu Spott / War ein Gnad vom wahren Gott. 29. Major Werdtmuͤller manchen Schutz / thate auch dem Feind zu trutz / Zu Huͤtten oben in der Schantz / Die er auch behalten gantz / Er hat schoͤne Prob gethan / Daß er dSach thuͦ wol verstahn / Als aber war Gottes Kraft / Der sein Volck erhalten hat. 30. Rittmeister Meyer unverdrossen / Sich auch da⸗ pfer hat gerochen / Hat gethan hilff und Beystand / Wies bekant ist in dem Land / Er hat nit gefoͤrcht die Feind / Wie dessen vil Zeugen sind / Aber als hat Gott gethan / Der sein Volck nit stecken lan. 31. Rittmeister Eschmann gantz hertzhaft / Sich allzeit vornen dran gemacht / Mit dem Gschoß und mit dem Sa⸗ bel / Hat er sich an Feind gewaget / Jns Feinds Land g'jagt dort nider ghauwen / Die ihn nach woltend zhart Anschnauen / Aber alles hat Gott gethan / Der sein Volk nit stecken lan. 32. Anjez der Feind so allzeit pochet / Und gern hette underjochet / Kan nun forthin gar wol sagen / Ein Zuͤri⸗ cher thet ihr zehen jagen / Es ist ihn geschehen recht / Disem boͤsen Feinds Geschlecht / Man hat da gesehen klar / Daß Gott Zuͤrich gnaͤdig war. 33. Wann man auch nimt die uͤbrigen Sachen / Die Gott wyßlich thet außmachen / Wie man einnahm in der Eyl / Baden / Braͤngarten / Rapperschwyl / Wyl / Mellin⸗ gen / Keiserstuhl / Die gelebt in grossem Wuhl / Jst daß nit ein grosse Sach / Die harkomt auß Gottes Macht. 34. Gott gab diß und ander Land / Wunderbarlich in die Hand / Unseren Zuͤrich und Berner Herren / Drum man Jhn sol billich ehren / Der auch nach Bern gemacht sighaft / Jn einer Nam̄haft grossen Schlacht / Welches auch hat Gott gethan / Der sein Volck nit stecken lan. 35. Diser Gnaden volle Gott / Der Himmel und Erd erschaffen hat / Auf den man thut all Hoffnung setzen / So lang das Meer die Erd wird b'netzen / Der wolle dise beyden Staͤnd / Jhr Staͤtte / Leuthe und ihr Land / Fehrner mit seiner Gnad stercken / Und sein Hand über sie decken / Jhm sey hertzlich Danck geseit / Jetzt und in alle Ewigkeit / Amen! Show less

Treue und untreue Toggenburger
Der Eidgnoͤssisch Toggenburger / Entgegen gesetzet Dem Toggenburischen Bidermanne / An welchem ein knechtischer Eidgenoß durch einen verkehrten Bericht für⸗ stellen woͤllen Den Unterscheid Eines Treuen und Untreuen Toggenburgers; Nun aber gezeiget wird / Daß er ein Feind der... Show more Der Eidgnoͤssisch Toggenburger / Entgegen gesetzet Dem Toggenburischen Bidermanne / An welchem ein knechtischer Eidgenoß durch einen verkehrten Bericht für⸗ stellen woͤllen Den Unterscheid Eines Treuen und Untreuen Toggenburgers; Nun aber gezeiget wird / Daß er ein Feind der Vaͤtterlaͤndischen Ruhe / ein Anklaͤger der ersten Eid⸗ genossen / und ein Verraͤhter sei⸗ ner Landleuhten seye. Von einem wahrhaften Eidgenossen in den Truk verfertiget. Jn der Weise : Wilhelm bin ich der Telle / Von rc. Getrukt in disem Jahr. ES ist ein Lump im Lande / Er weißt nicht / was er tuht / Und wil doch / pfui der Schan⸗ de! Seyn treu von Muht und Blut. 2 Er sagt: Er hab geschworen / Auch einen Dopeleid / Ein Eid dem gschornen Tohren / Und einen / der ihm Laid. 3 Der erst sey einem Pfaffen / Dem Vatter⸗ land zu Truz / Demselben hinzuraffen Die Frey⸗ heit / Ehr und Nutz. 4 Und / was er hab geschworen Dem Vatter⸗ land für Treu / Die muͤsse gehn verlohren / Ohn Forcht und ohne Scheü! 5 Und wil mit seinen Gsellen Noch seyn ein Bidermann / Und gleichen gar dem Tellen / Der ihne frey gewann. 6 O Tell! wie wurdest gumpen / Wann du noch waͤrest hier / Daß solche faule Lumpen Sich doͤrften gleichen dier! 7 Das sind die rechten Schelmen / Die heissen Arges gut / Und schaͤnden den Wilhelmen / Der so im Saͤgen ruht! 8 Dann / wem ist doch verborgen / Daß alle Welt verflucht / Wann man ein Volk mit Sor⸗ gen Zu unterjoͤchen sucht! 9 Das hat den frommen Tellen Jn Harnisch aufgebracht / Und seine zwey Gesellen Zu eyferen gemacht! 10 Das hat den Eidgenossen So manchen Schweiß erwekt / Eh ihnen war entsprossen / Was ihre Feind erschrekt! 11 Jedoch der Lumpen waren / Die sie auch so verschreyt / Als waͤren sie verfahren Gar wider Ehr und Eid! 12 Was dort der Oesterreicher An uns gehabt für Recht / Das hat der Abt im Speicher / An Toggenburgs Geschlecht! 13 Und du elender Schleicher Und schnoͤder Pfaffenknecht! Wilt noch dem Oesterreicher Jhm Pfaffen geben recht? 14 Wer hat ihn woͤllen treiben Von seiner Obermacht? Er wolt ihm mehr zuschreiben / Als ihm sein Recht gebracht! 15 Was er für Stuck veruͤbet / Die nie kein Heid getahn / Wie manchen er betruͤbet / Man nimmer sagen kan! 16 Die alten Brief und Sigel Er hat gar um⸗ gekehrt / Des Landes Freyheits Rigel Er hatte gar verstoͤhrt! 17 Des Landes Burgerrechte Mit Glarus und mit Schweiz / Gar wider Recht er schwaͤchte Nach einem Ehrengeiz! 18 Darnach er hat entzogen Dem Landraht alle Macht / Und selbs das Recht gebogen / Je wie man Gelt gebracht! 19 Die Freyheit zu Heurahten Ward ihnen ganz gesperrt / Bis sie ein Scheyn erbaten / Der grossen Geldes wehrt! 20 Der Pfaff sperrt freyen Wandel / Erdachte neuen Zohl / Verbott in dem den Handel / Wor⸗ von man leben sol! 21 Wann hungerige Kinder Holzapfel assen nur / So wurden sie als Suͤnder Gestraft / so mans erfuhr! 22 Kein Vatter doͤrfte betten Mit seinen Kinden mehr; Man warff in Band und Ketten / Wer hielte Kinderlehr! 23 Es muͤßt auch wacker lauffen Der goͤldner Haspel fort / Daß Simon koͤnnt erkauffen Die Pfruͤnden hier und dort! 24 Man doͤrft kein Brot mehr baken / Wo man bezahlt kein Gelt / Und was mehr fuͤr Abzwaken / Wird anderwerz erzehlt! 25 Kurz: Niemand doͤrfte sagen: Das ist mein eigen Gut! Man nam ihm Roß und Wagen / Und sog ihm auß das Blut. 26 Man koͤnnte mehr erzellen / Was der Ty⸗ rann getahn / Daß man / was gschah dem Tellen / Gering noch raͤchnen kan. 27 So daß sich zu entsetzen Ob dises Volks Ge⸗ dult / Daß das nicht schlug zu Faͤzen / Die sich an ihm verschuldt. 28 Wie darffst du Lump! dann pochen Und re⸗ den von dem Filz; Jch glaub / man hab gerochen / Was woͤll' die Schuͤster Rülz! 29 Jch glaub / ich glaub / er habe Den Filzhut aufgestekt / Der uns gelaͤut zum Grabe Und man⸗ chen Grochß erwekt. 30 Wer den nicht wolt anbetten / Der muͤßte bald ins Loch / Jhn moͤchte nichts erretten / Wo er darvon nicht floch! 31 Jch glaub / es muͤßt es buͤssen Landweibe / German theur / Weil er nicht wolt versuͤssen Des Pfaffen Kuchenfeur! 32 Und wer mehr liesse spuͤren Ein einig krum mes Wort / Den liesse man gleich schnuͤren Und schlepen gwaltig fort. 33 Daß Glarus und die Schweizer Selbs muͤßten sehen dreyn / Und wider disen Geizer Dem Land behülfflich seyn. 34 Die dich und vil Verraͤhter Gebracht zum Landes⸗Eid / Den unsre alte Vaͤtter Gehalten treu allzeit! 35 Wer hat nun solche Koͤsten Auf unser Land gebracht Jhr luͤmpische Landspesten! Jhr hattets verursacht! 36 Und eure schoͤne Pfaffen / Geistlose Geistlich⸗ keit / Uns machte so zu schaffen / Und so vil Zank und Streit. 37 Die stets mit ihren Raͤhten Der Boßheit halffen auf / Und selbs die Majestaͤten Verlaͤster⸗ ten mit Hauff. 38 Und suchten zu vertruken Selbs ihre Schaͤff⸗ lein gar / Die lebend zu verschlucken Als Woͤlff in Haut und Haar! 39 Ja die mit ihren Tüken Schweiz endlich überredt / Uns schandlich zuberüken / Zutuhn ins Guffenbeth; 40 Nach dems den frommen Stadler Unschul⸗ dig hat entleibt Und nun sich mit dem Adler Der Abt neu hat beweibt! 41 Ja da die Roͤmschen Ohrte Jm Kapuzeiner Hauß Geschmiedet falsche Worte Zu unserem Gar⸗ auß! 42 Da muͤßten wir wol fliehen / Wo auch der Abt zuvor / Verhoffete zu truͤhen Und man ihm gab ein Ohr. 43 Jedoch man uns behalten Von zweyen auch ein Ohr / Das Recht recht zu verwalten / Daß Recht recht kaͤm empohr! 44 Was Recht ist / Recht bleibt immer Vor Gott und aller Welt: Das Unrecht wird stets schlimmer / Wo man das Recht verfaͤllt. 45 Da mag gleich Zwinglein richten / Als auch das Paͤpstlich Recht. Zum Recht wir uns verpflich⸗ ten / Und sind nicht Pfaffen Knecht! 46 Die Geistlichkeit wir ehren / Wie Gott befoh⸗ len hat / Des Bruder Klausen Lehren Nach Gott erst finden stadt. 47 Du schnoͤder Goͤtzenfresser! Bist wie am Kleid ein Lauß / Bald schaͤzst Mariam groͤsser / Und bald den Bruder Klauß/ 48 Und denkest nicht an Herren / Der uns sein Wort gesandt / Dem du den Lauff wilt sperren / Und suchst nur Menschen Tand! 49 Und liegest / daß man Hammen Darbey kan sieden weich; Verschmaͤchst der frommen Nam⸗ men / Wilt sie dir machen gleich. 50 Und schaͤmst dich nicht zu klagen / Daß nach Landsfriedens Kraft Jez sind die schwer Auflagen Des Glaubens abgeschaft. 51 Hast Freyheit du zu glauben Nach deins Gewüssens Trieb / Was wilt dann andren rauben / Was dir wie ihnen lieb? 52 Du hast dich da verrahten / Daß du von Woͤlf⸗ fen bist / Die allen Seelen hatten Die Knechtschaft zugerüst! 53 Die doͤrften sich erkuͤhnen Zu sperren Gottes Hauß / Da man Gott solte dienen. Jst das doch nicht ein Grauß? 54 Man bat es aufzumachen / Doch halff kein bitten nicht / Bis man ergrieffe Sachen / Wormit man Schloͤsser bricht. 55 Daß man den Pfaff geleget Hatt in Verhaf⸗ tung eyn Geschah / weil er erreget Hatt Aufruhr wie ein Schweyn! 56 Sol auch den Frieden stoͤhren / Wer Gottes Bott wil seyn? Er sol den Frieden lehren / Der fuͤhrt zum Himmel eyn! 57 Ach! aber was sie seyen / Die Kloͤster weisen auß / Da sie auß Gotts gebaͤuen / Gemacht ein Waffenhauß! 58 Da habens Moͤrdergruben Auß Gottes hauß gemacht! Pfui! so verwegner Buben! Die nur auf Mord gedacht! 59 Wie dann ihr Anschlag ware Auf unser Gut und Blut / Daß uns die Leibsgefahre Gesetzet auf die Hut! 60 Das Spiel war schon gemischet / Die Kar⸗ ten außgelegt / Man hatt' uns schon getischet / Wo Noht und Tod sich regt! 61 Der Raht war von fünf Ohrten Geschmie⸗ det und gefuͤhrt / Geb je mit was für Worten Da ward geprotestiert! 62 Man hatt' uns drauf geschaltet Zu tuhn / was wir getahn; Haͤtt man uns recht verwaltet / So kraͤhte noch kein Hahn! 63 Die alten Herren Grafen Uns liebten allezeit / Wir waren nicht wie Schlafen Von ihnen stets [...]eheyt. 64 Wir hatten unsre Marchen / Nach denen wir sind frey; Doch wolt man uns beschnarchen Mit schnoͤder Tyranney! 65 Und die uns solten schützen Nach Lands⸗ und Burgerrecht / Die machten uns zu schwizen Als gar ihr eigne Knecht. 66 Man schaue Brief und Siegel / So wird bald offenbar / Wie über uns der Striegel Gott⸗ [...]ß gezogen war. 67 Da ward nicht unterscheiden / Weß Glaubens einer war; Mann beyden pflag zu schneiden / Ob einem Kamm die Haar! 68 Und du! du Lump! darfst schelten Noch jenen Ehrenmann / Der unser Recht macht gelten / Wo Recht noch gelten kan! 69 Wer hat dem Abt entzogen Jemahlen Land und Leuht Und die Vertraͤg gebogen Zu machen Beuht auf Beuht? 70 Das wahret ihr / die Pfaffen / Jhr schlechte Biderleuht! Die ihr auf uns die Wafen Zu wetzen euch erfreut! 71 Naͤchst euch dann die Amtleuhte Es waren gleicher Weiß / Die suchten ihre Beuhte Auß un⸗ serm Blut und Schweiß. 72. Geht nun ihr Bidermaͤnner! Und ruͤhmet euch der Treu / Ab solchen Friedenstrenner Hat alle Welt Abscheü! 73 Und du! der du im Liede Hast Gottes Wort mißbraucht / Tuh Buß / sonst schon dein Friede Dort in der Hoͤllen raucht! ENDE. Show less

Gefecht von Sins, 1712
Länderischer Mars / Oder Warhaffter Bericht Der Herrlichen Victory zu Sinß Welche die Löbl. Drey Ca⸗ tholische Orth / Schweitz / Underwalden und Zug / Gegen Den Maͤchtigen Stand Bern erhalten / So geschehen den 20. Tag Hewmonat / deß 1712.ten Jahrs. Waldshut / bey Joh. Baptista... Show more Länderischer Mars / Oder Warhaffter Bericht Der Herrlichen Victory zu Sinß Welche die Löbl. Drey Ca⸗ tholische Orth / Schweitz / Underwalden und Zug / Gegen Den Maͤchtigen Stand Bern erhalten / So geschehen den 20. Tag Hewmonat / deß 1712.ten Jahrs. Waldshut / bey Joh. Baptista Waldtpart. 1. DArff ich klagen / d'Warheit sagen Letsten Kriegs Beschaffenheit? Will mans wissen / muß ichs sagen / Doch noch mit Verschwigenheit. Letst und erste Sach auff d' Seithen Setzen / und allein außbreithen / Dreyer Orthen Heldenmuht / Darvon uns Sinß zeugen thut. 2. Nur was gluͤcklich abgeloffen / Da der Mars (a) im Krieg allein / G'setzt auff GOtt sein Zihl und Hoffen / Wie auch auff die Mutter seyn. Was in Sinß sich zugetragen / Da der Mars den Baͤren g'schlagen / Wie der Streitt abg'loffen sey / Dessen Anfang auch darbey. 3. Als an Baͤr der Faunus (b) zogen Zwar im Traum / und nur im Schlaff. Mit Fleiß hat das Kuͤrtzer zogen; Wie mans nit erzehlen darff. Da hat man sich muͤed geschlagen / Einen kuͤhlen Fried aufftragen Zwischend Fauno und dem Baͤr / So nit zwey Taͤg hat gewaͤhrt. (a) Durch das Wort Mars werden jederzeit die drey Loͤbl. Laͤnder Schweitz / Underwalden Ob⸗ und Nit dem Wald und Zug verstanden. (b) Bedeut den Waldgott mit der Pfeiffen. 4. Alsbald Mars diß hat vernommen / Wolt Ers billich leiden nit / Ruͤhrt von Newem seine Trommen / Wolt mit Krieg absetzen nit. Dem Glaub und der Freyheit z'g'fallen Den Baͤr suchte anzufallen / Wolte Paß durch jene Stadt / Wo man solchen ihm versagt. 5. Mars außg'schlossen von den Mauren Deß erzoͤrnten Wilden⸗Manns / Machte Freundschafft mit den Bauren / Zoge durch die Rother⸗Schantz; So auffg'worffen vor der Brucken / Uber welche Mars thaͤt rucken / Mit dem gantzen Regiment Eylends auff den Baͤren g'rennt. 6. Diser zwar gantz uͤberlegen / (Nach der wilden Baͤren Arth) Auff den Bluͤmten Meyenbergen (a) Frasse auff den schoͤnen Garth. Suchte durch die Bruck z'marschieren / Welcher Paß auff Zug thut fuͤhren: Ware schon der Tag ernandt / Marti solches wurd bekandt. 7. Fleissig zwar der Baͤr thaͤt wachen / Alle Posten wohl bestelt. (a) Das Ambt Meyenberg. Dessen Mars nur thaͤte lachen / Sich nach frischem Anzug haͤlt. Ohne Trommel / ohne Pfeiffen / Schafft die Wehr Er zu ergreiffen / Ruckte still dem Feind ins Land. Durch den gruͤn belaubten Brand. (a) 8. Schon in Bachthal Mars ankommen / Naͤchst am Dorff und ober Sinß. Ruͤhrte unverhofft die Trommen / Fordert von dem Baͤr den Zinß. Oben / unden / aller Seithen. Fieng an Mars mit Baͤren streithen / Forderist aber bey der Bruck / Uber welche Zug getruckt. 9. Hier gantz schwartze Baͤren⸗Schaaren / Wißten keine Weeg zur Flucht. Muͤßten durch die Reuß abfahren / Wurden in dem G'streuch auffg'sucht. Jn den dicken Ehrlen⸗Tschachen. Wolten sich unsichtbar machen. Doch weil es den Ernsten gilt / Muͤßt ins Garn das Baͤren⸗G'wildt. 10. Jn dem Dorff wolt sich er wehren / Zeigen Trutz der Baͤr beym Bach. Muͤßt doch bald den Rucken kehren / An stadt Murren / schreyen Ach! (a) Jst ein Wald der Brand genandt. Durch die Wiesen / durch die Gassen Thate Mars auff d'Baͤren passen. Jn der Weyd / und auff dem Feld Hat man todte Baͤren zehlt. 11. Oben Schweitz ins Dorff eintrungen Von Bachthaler Muͤhlen her / Hat ein traurigs Liedlein g'sungen Dem allgmach verzagten Bar. Bey der kleinen Schlosser⸗Schmidten / Hat man Fleisch von Baͤren g'schnitten. Durch das gantze Dorff hinauff / Schlagt man auff die Baͤren d'rauff. 12. Das vertroß den stoltzen Baͤren / Botte seinen Kraͤfften auff. Sich in Kirchen thaͤt verspehren / Stige biß in Thurn hinauff. Auff dem Kirch⸗Hoff sich verschantzet / Auff Martem sein G'schuͤtz hat pflantzet / Dessen Krachen hat gefelt Ein und anderen Krieges⸗Held. 13. Under Welchem Martisch g'stritten. Der bekandte Schweitzer⸗Held. (a) Fur den Glaub und d'Freyheit g'litten / Hat sein Lebens⸗Rad eing'stelt. Auch das Wasser abgeleithen (a) Hr. Guardi⸗Haubtm. Reding v. Biberegg Landts⸗Haubtman von Schweitz / Todt. Jenen Muͤller (a) auff die Seithen. Der in Zug ist wohl bekandt / G'stritten hat mit Muht und B'stand. 14. Auch der Mann von Acker⸗Stammen (b) Von dem Thurn getroffen war. Jn so scharpffe Streitt und Flammen / Wagte sich in alle G'fahr. Muoß (c) auch gleich den Alt⸗Eydgnossen Kaͤmpfft und g'stritten unvertrossen / Leib und Leben frisch gewagt / Auß dem Naͤst den Baͤren g'jagt. 15. Auch noch andere Helden⸗Maͤnner Von Drey Orthen hochgelobt. G'fochten wie die Roͤmer⸗Maͤnner / Der Baͤren Macht nur außgefobt. Ritters gleiche Helden⸗Thaten / Gut⸗Catholische Soldaten Zeigten sich der Orthen Drey / Daß Sie noch Eydgnossen sey. 16. Schweitz voran die hohe Mauren Ubersteigt und uͤberwegt / Spraͤngten Porten ohne Dauren / So mit Holtz⸗Zweck hinderlegt. (a) Hr. Frantz Paul Muͤller Land⸗Major / todt. (b) Hr. Joh. Jacob Ackermann / Stadthalter / Ritter und Landts⸗Haubtmann von Under⸗ walden Nid dem Wald. Und (c) Hr. Joh. Jacob Muoß Obrist⸗Lieut blessirt. Underwald / und Zug mit Hauffen / Durch das Bein⸗Hauß kommen z'lauffen / Hitzig auff den Baͤr hing'rent / Selben uͤber d'Mauren g'sprengt. 17. Noch nicht sich der Baͤr ergeben / Zu den Glocken sich auffschwingt; Wolte gantz verzweifflet sterben / Von dem hohen Thurn abspringt. Endtlich hat es Haar gelassen / Sich kein Baͤr mehr sehen lassen / Sprengten durch das Feld hinauß: War hiemit das Treffen auß. 18. Sich! wie sehr dem Baͤr thaͤt grausen / Daß Mars so ergrimmet sehr; Weil der Kopff ihm sehr thut sausen / Fliecht darvon mit gantzem Heer. Hinder Muren (a) sich nit saumet; Weil von Sinß noch ihme traumet. Machte sich auff seinen Mist / Anzuspihlen newe List. 19. Wacker Mars du kuͤhner Ritter! Wie behertzt und unverzagt Hast mit stoltzen Baͤren g'stritten? Auß dem G'freyten (b) hin verjagt. Wo hast du dein Staͤrck genommen? Von dem Himmel sie dir kommen; Dann Bellona die Matron Hat darbey das best gethan. (a) Das Kloster Mury. (b) Das Frey Ambt. 20. Jenes Weib so mit den Fuͤssen Hoͤllisch Dracken⸗Kopff zerknirrscht / Die macht dich deß Jubels z'gniessen / Daß du Uberwinder bist. Von dem Dolchen in dem Hertzen / So man nennt die Siben Schmertzen / War fuͤrwahr der Baͤr verletzt / Aber du mit Sig ergoͤtzt. 21. Waͤr Maria nit beyg'standen Marti dem sigreichen Held. Haͤtt der Baͤr in unseren Landen Auffgericht Quatier und Zelt. Dann was laͤngsten schon gesponnen / War jetzt kommen an die Sonnen. Die Freyheit schon underjocht / Sambt dem Glaub jetzt bluͤhet noch. 22. Ob es schon den Baͤr vertriesset / Und noch andere dessen Freund Seye du von uns gegruͤsset / Die wir deine Kinder seynd Marianische Bellona! Bey GOtt unser Hilffs⸗Patrona! Nach GOtt sey Dir hoͤchstes Lob / Hier und in dem Himmel drob. 23. Der diß Liedlein hat erdichtet / Bleibt Maria hoͤchst verlobt / Deren Schutz und Schirm verpflichtet; Dann der Baͤr auff ihn gedabt. Auch in Waffen ist gestanden / G'fuͤhrt das Schwerdt in seinen Handen / Kommen gluͤcklich nacher Hauß / Dancket GOtt seim Leben drauß. Show less

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