Krieg zwischen Schweden und Brandenburg; Diskurslied zwischen Deutschland und Schweiz, 1675
Newe Zeitung Vnd eigentlicher Bericht / von dem gehaltenen Streit vnd Blutigen Treffen / Zwuͤschen der Koͤniglichen Armee in Schweden / auch jhr Chur⸗Fuͤrstlichen Durch⸗ leucht von Brandenburg; Jn welchem Treffen dann Chur Brandenburg zweymahl Victorisiert / wie es aber beiden seiten... Show more Newe Zeitung Vnd eigentlicher Bericht / von dem gehaltenen Streit vnd Blutigen Treffen / Zwuͤschen der Koͤniglichen Armee in Schweden / auch jhr Chur⸗Fuͤrstlichen Durch⸗ leucht von Brandenburg; Jn welchem Treffen dann Chur Brandenburg zweymahl Victorisiert / wie es aber beiden seiten abgeloffen / wird der Christliche Leser in diesem Gesang weitlaͤussig vernemmen. Jm Thon: Deß Graffen von Serin. Neben einem schoͤnen newen Discurs oder Gespraͤch⸗Lied / deß Teutsch⸗ vnd Schwei⸗ zerlands / auch einer freundlichen Vermahnung an die Eydgnoßschafft / sich vor frembder Herren List vnd Betrug zu huͤten. Jm Thon: Wie das Montubaner Lied. Erstlich gedruckt zu Embs im 1675. Jahr Newe Zeitung. NUN hoͤrt was ich will singen / Jhr Christen Weib vnd Mann / Von newgeschechnen Din⸗ gen / Wie jhr solt hoͤren an / Was kurtzlich sich begeben / Mit dem Schwedischen⸗Heer / Jhr Durchleucht Hochgeboren / Auß Brandenburg erkoren / Hand gstrit⸗ ten hefftig sehr. 2. Es ist ja maͤnniglichen vberall wol bekant / Wie der Koͤnig in Franckreiche / Das Edle Teutsche⸗Land / Mit Krieg hat vberzogen / Jetzunder etlich jahr / Wolt alles thun bezwingen / Vnd vnder sein Gwalt bringen / Jst kundt vnd offenbahr. 3. Holland hat wol erfahren / Erstlich solch Wuͤthe⸗ rey / Kein muthwill thaͤtens spahren / Veruͤbten ohne scheu / Mit Mannen / Weib vnd Kinden / Sie vbel ghau⸗ set han / Muͤßtens doch bald quitterren / Vnd sich hinweg salvieren / Nicht viel sie gwunnen hand. 4. Chur⸗Pfaltz desselben gleichen / Das Elsaß vnd Preißgew / Verderbt ward jaͤmmerlichen / Durch Krie⸗ gen mancherley / Viel schoͤne Staͤtt vnd Flecken / Wur⸗ den verderbt in Grund / Die Korn⸗Saat abgeschnitten / Grossen Hunger sie erlitten / Kein Nahrung man offt fund. 5. Drumb thaͤt zum Krieg sich ruͤsten / Der Keyser im Roͤmischen Reich / Sampt andren Herrn vnd Fuͤr⸗ sten / Mit grosser Macht zugleich / Weil sein Land ward angriffen / Vnbillich mit Gewalt / Woltens rechen den schaden / Viel Volck ward offt erschlagen / Erbaͤrmlicher gestalt. 6. Wie der Koͤnig vernom̄en / Der Teutschen grosse Macht / Thaͤt er zur huͤlff auffmahnen / Den Koͤnig vor Mitternacht / Darumb das Schwedisch⸗Heere / Auff⸗ brechen thet zugleich / Starck vber Meer ist kom̄en / Wie man das wol vernom̄en / Wolts halten mit Franckreich. 7. Jst erstlich eingefallen / Jns Brandenburgers Land / Viel Staͤtt vnd Flecken zumahlen / Ruiniert vnd bluͤndert hand / Ohn ursach sie so hausen / War ihn ein schlechte Ehr / Drum̄ ward der Hochmut brochen / Gestilt jhr grosses pochen / Thut sie verdriessen sehr. 8. Das thet zum Zorn bewegen / Jhr Durchleucht Hochgeacht / Dem Schweden zoch entgegen / Hertzhafft mit seiner Macht / Sein Land vnd Leuth zu schuͤtzen / Fuͤr solchem frembdem gwalt / Jhn'n Leib vnd Gut zu fristen / Wies einem from̄en Fürsten / Gezim̄t vnd wol anstaht. 9. Jetzt im Brachmonat spate / Hub sich ein harter streit / Das Schwedische⸗Heer sich hatte / Doͤrt ghalten lange zeit / Jhr Durchleucht Hochgeborn / Ein gute Ord⸗ nung macht / Die Stuck hoͤrt man laut krachen / Nimbt manchem Schweden slachen / Der blieben in der schlacht. 10. Der Streit lang thaͤte waͤren / Warhafftig man bericht / Schroͤcklichen ohn auffhoͤrẽ / Kein theil wolt wei⸗ chen nit / Jhr Durchleucht solches gsehen / Vermahnt sein gantzes Heer / Solten Ritterlich fechten / Dz Vatterland betrachten / Erwerben Preiß vnd Ehr. 11. Erst gieng es an ein fechten / Es kost gar manchen Mann / Gar viel Schwedischer Knechten / Die blieben auff dem plan / Die schuld allein jhr ware / Daß jhn also thaͤt gahn / Wer'n sie in Schweden blieben / Nit solchen Hochmuth trieben / Man haͤt jhn nichts gethan. 12. Letstlich die flucht muͤßt geben / Das Schwedisch⸗ Heer mit schand / Starck thaͤt man jhn nachjagen / Weils waren nicht bastant / Jn der flucht sie erschlagen / Noch manchen Kriegsmann gut / Der da sein Leib vnd Leben / Auff gruͤner Heid auffgeben / Vergossen hat sein Blut. 13. Mancher dapffer Kriegshelde / Jn diesem harten Gfecht / Dort blieben wie ich melde / Von hoch vnd nidrem Gschlecht / Der offt gar dapffer gstritten / Einlegt groß Lob vnd Ehr / Manch Heldenthat verrichtet / Jst nun vom vernichtet / Sein wird gedenckr nicht mehr. 14. Obriste sind geblieben / Erstlich Graff Witten⸗ berg / Herrn Wrangel wird geschrieben / Obrist Grott⸗ hausen mehr / Freyherr Obrist Wachtmeister / Obrister Moltzan / Obrist Binau vnd Lieffe / So gstritten Ritter⸗ liche / Sind blieben auff dem Plan. 15. Wie viel der Schweden blieben / Weißt man nit / 8000. Mann geschrieben / Reutter / Fußvolck zugleich / Gar viel verwundt vnd gfangen / Warhafftig man be⸗ richt / Die nicht moͤgen entruͤnnen / Wurden gefuͤhrt von dannen / Untrew sein Herren schlacht. 16. Zwoͤlff Fahnen hand verlohren / Die Schweden in dem Streit / Das thut jhn grossen zoren / Viel schoͤne Stuck bereit / Standarn / Bagage / Wagen / Sampt der Munition / Weil sie mit unrecht kriegen / Muͤßten sie vn⸗ den ligen / Den spott zum schaden han. 17. Von sBrandenburgers⸗Heere / Nit gar viel blie⸗ ben find / Etliche Officierer geblieben vnd verwundt / General Wachtmeister Moͤrner / Forbenius zugleich / Obrist Leutenant Henning / vnd Strauß verwundt ge⸗ faͤhrlich / Die man verbunden gleich. 18. Tausend gemeiner Knechten / Auch Tod geblieben sind / Welche auch Mañlich gfochten / Vnd helffen schlan den Feind / Also hat thun einbuͤssen / Die Schwedische Armee / Chur⸗Brandenburg woltens zwingen / Drumb hats jhn thun mißlingen / Hochmuth thut nimmer gut. 19. Weiters muß ich anzeigen / Wie dSchweden dflucht hand gnon / Bey Wittstock sie sich wider ver⸗ samblet noch einmahl / Wolten den schaden rechen / Setz⸗ ten noch einmahl an / Doch sie mit grossem schaden / Wi⸗ drumb sind worden gschlagen / Viel Gut dahinden glan. 20. Namlich siben Standaren / Vier schoͤne Stuck Geschuͤtz / Zwo Compagnien gfangen / Die man nach Spandau gschickt / Die in der Vestung muͤssen / Jetzund jhr wesen han / Vielleicht das Leben enden / Also kan s Blat sich wenden / Ehe man gedenckt daran. 21. Jm sprichwort thut man sagen / Welcher dem Naͤchsten sein / Ein Gruben pflegt zu graben / Zu letst falt selbs darein / Weren die Schweden blieben / Jn jhrem Vatterland / Sie weren wol sicher blieben / Man het sie nit vertrieben / in jhrem lauff vnd stand. 22. Auß Metz wird auch geschrieben / Wie das die Spannier hand / Jn Henigen gschlagen / dFrantzosen mich verstand / Viel Volck allda geblieben / Frantzosen vnd Schweitzer gut / Tausend 500. Waͤgen / Mit Pro⸗ viant beladen / So sie erfrewen thut. 23. Ach laßt vns alle bitten / Den Gnadenreichen Gott / Daß er vns woͤll behuͤten / Vor Krieges⸗Schwert vnd noth / Den Frieden staͤts erhalten / Jn vnsrem Vat⸗ terland / Der Fuͤrsten Hertz regieren / Den Frieden zu tractieren / Zu nutz einem jeden Stand. 24. Daß wird jhn wol erschiessen / Wañ sies betrach⸗ ten recht / Deß lieben Friedens gniessen / Das sonst viel schaden braͤcht / Wo Krieg vnd Unfried wohnet / Thut es staͤts uͤbel gahn / O HErr thu Frieden geben / Her⸗ nach das ewig Leben / Durch Jesum deinen Sohn. Ein schoͤn new Gespraͤch deß Teutsch⸗ vnd Schweitzerlands. Schweitzer. O Du Edles Teutschland / Wie ists mit dir be⸗ wandt / Wie hat es dir ergangen / Was ist doch die ursach / Daß dir solch Ungemach / Jetz kurtzlich kom̄'n zu handen. 2. Ein schoͤne Glegenheit / Warest mit Lustbarkelt / Viel konten deinen gniessen / Sassest im Friedenstand / Das hat sich nun verwandt / Jn Krieg vnd Blut ver⸗ giessen. 3. Ach du betruͤbest mich / Wann ich hoͤr reden dich / Thut mir mein Leid erfrischen / Wañ ich gedenck daran / Wz ich jetz muß außstahn / Groß noth hat mich begriffen 4. Hat ich nicht gute Zeit / Kompt jetz solch Traurig⸗ keit / Man thut mir als vernichten / Mein liebe Weib vnd Kind / Geplaget von dem Feind / Kan sich vor jhm nicht fristen. Teuschland. 5. Ach wann doch nur einmahl / Der grausambli⸗ chen Qual / Ein end zu hoffen ware / Das vns widrumb erfrew / Die liebe Friedenszeit / Mit jhrem schein so klare. 6. So wolten wir zumahl / Loben mit grossem schall / Den Namen GOttes deß HErren / Daß er vns hat er⸗ hoͤrt / Vnd solche Kriegsbeschwerd / Gnadig von vns ge⸗ kehret. Schweitzer. 7. Was meinst O Nachbaur mein / Was mag die ursach seyn / All dieser schweren straffen / Die jhr mit gros⸗ sem zwang / Außgstanden nun so lang / Die Blutigen Kriegs⸗Waffen. Teutschland. 8. Die Suͤnd ist die ursach / Dardurch wir diese straff / Uber vns hend gezogen / Weil wir in boßheit glebt / Dem HErren widerstrebt / Jst solche Truͤbsal kom̄en. Schweitzer. 9. Freylich ist das wol war / Drumb wir auch in ge⸗ fahr / Vñ grossen sorgen stehen / Von wegen vnser Suͤnd / Damit wir GOtt erzuͤrnt / Es moͤcht uns auch so gehen. Teutschland. 10. O Bruder Schweitzer mein / Jhr moͤcht wol bhut / samb seyn / Vnd allzeit fleissig baͤtten / Daß euch der liebe GOtt / Vor solcher Angst vnd Noth / Gnaͤdiglich woll behuͤten. 11. Damit jhr nit ins gsampt / Jn ewrem Vatter⸗ landt Solch Unheil muͤßt erfahren / Wie wir zu aller stund / Leiden muͤssen jetzund / Von disen Kriegesscharen. 12. Staͤtt / Flecken / Doͤrffer sind / Verderbet von dem Feind / Geschleiffet gleich der Erden / Oder mit Fewr ver⸗ brant / Wies leider gnug bekant / Was will doch zletst drauß werden. 13. Offt sie Gottloser weiß / Verwuͤst vnd gschendt mit fleiß / Die Gaaben Gottes deß HErren / Was sie nit hand verzehrt / Geworffen auff die Erd / Schroͤcklich ist es zu hoͤren. Schweitzer. 14. Drumb ist der Krieg zumahl / Das jeder wissen soll / Ein straff Gottes deß HErren / Damit er seine Kind / Die jhm unghorsam sind / Strafft vñ thut moris lehren. Teutscher. 15. Jhr Schweitzer hand gut acht / Euch koͤnt auch vbernacht / Das Kraut in Garten wachsen / Die Freyheit waͤr dahin / Darin jhr jetz thut seyn / Das solt jhr wol betrachten. 16. Es sind der Herren viel / Die haben dieses spiel / Schon lang thun practicieren / Das sie mit glimpff vnd fug / Mit List vnd Auffsatz klug / Euch koͤnten demolieren. 17. Doch wann jhr einig find / Welches bald weißt der Feind / So bleibt er bald dahinden / Setzt auch nit bald daran / Sonst koͤnte er alsdann / Sein Herr vnd Meister finden. Schweitzer. 18. Wir wend gut Ordnung han / Vnd GOtt staͤts ruͤffen an / Der wird vns helffen streiten / Der den Alt⸗ fordren hat / Beygstanden fruͤh vnd spaht / Jn noͤthen zu allen zeiten. Teutscher. 19. Die Einigkeit hats gmacht / Das Gott der Eyd⸗ gnoßschafft / Hat allzeit Segen geben / Wann sie darvon nit lan / So werden sie alsdann / Noch mehr im Wol⸗ stand leben. Schweitzer. 20. Wir wend den lieben Gott / Anruͤffen fruͤh vnd spaht / Daß er woͤll weissen vnd leiten / Mit seiner Gnad und Krafft / Ein waͤrche Eydgnoßschafft / Zu allen vnd jeden zeiten. 21. Damit sie jeder zeit / Trachten nach Einigkeit / Jn vnsrem Vatterlande / Damit deß Feindes List / Der vns auffsetzig ist / Werd gmacht zu spott vnd schande. 22. So wend wir alle stund / Preisen mit Hertz vnd Mund / Den rechten Frieden⸗Fuͤrsten / Namblich den Trewen GOTT / Daß Er vor Angst vnd Noth / Woͤll vnser Leben fristen. ENDE. Show less

Unwetter und Wunderzeichen, Colmar, 1675
Ein Trawrige vnd sehr Erschroͤckliche Newe Zeitung Von dem Grausamen vnd Erschroͤcklichen Tonner⸗Wetter welches den 19. Hornung bey Collmar geschehen / worauff hernach an dem Himmel Schroͤckliche Wunder⸗ vnd Kriegs⸗Zeichen gesehen worden / als namlich 2. Streitende Kriegs⸗Armee / welche ein... Show more Ein Trawrige vnd sehr Erschroͤckliche Newe Zeitung Von dem Grausamen vnd Erschroͤcklichen Tonner⸗Wetter welches den 19. Hornung bey Collmar geschehen / worauff hernach an dem Himmel Schroͤckliche Wunder⸗ vnd Kriegs⸗Zeichen gesehen worden / als namlich 2. Streitende Kriegs⸗Armee / welche ein lang und Blutiges Gefecht mit einandren ge⸗ halten / dessen Beduͤtung allein dem lieben GOtt bekant ist. Jn der Melodey: Wie die Tageweiß. Neben einem schoͤnen newen Geistlichen Lied Vom Tod, auch der grausamen Pein vnd Qual der Verdampten in der Hoͤllen. Jn der Melodey. Wie der Stuͤrtzen Baͤcher. Erstlich zu Franckfort Getruckt im Jahr. 1675. Das Erste; O Christ laß dich erweichen / laß dirs zu Hertzen gan / die schroͤcklichen Wunder⸗Zeichen die GOtt hat sehen lan / in dieser jetz betruͤbten zeit zur wahrnung vnser allen / der juͤngst tag ist nit weit. 2. Christus hat selbs gemeldet / vnd deutlich geben zverstan / wies vor dem End der Welde / mit trawren werde gan / man werde hoͤren weit vnd breit von Krieg vnd Blut vergiessen / Jammer vnd grossem Leid. 3. Ein Rych wider das ander / mit Zorn vnd Bit⸗ terkeit / der Sohn wider den Vatter / kein trew sich dann erzeigt / kein frewd dem andren mehr trawen thut dann wird die Noth erst kommen mit schrecken vnd vnmuth. 4. Jst solches nit verhanden / jetz vnd an allem Ohrt / in Teutsch und Welschen Landen / mit Kriegen Blut vnd Mordt / der gleichen doch nie ward erhoͤrt / wies zeht zu disen Zeiten / der Jammer sich staͤts mehrt. 5. Die edlen Fruͤcht der Erden / werden verwuͤst vnd gschendt / Man Weib vnd Kind / mit gferden / verjagt in da Elend / Staͤtt vnd Doͤrffer mit Fewr verbrandt wie mans schmertzlich erfahren / onfehr vom Vatterland. 6. Die kleinen Kinder gnommen / vnd gworffen in das Fewr / der Jugend nit verschonet / die Blut⸗Hund vngeheur / wies z Neuburg vor kurtzer Zeit / vnd andren Ohrten gangen / mit grosser trawrigkeit. 7. Nun hoͤrt was mehr ist gschehen / wie GOtt vns Warnung schickt / bey Collmar hat man gsehen / merck auff mein lieber Christ / im Hornung den neunzehenden lag ein starckes Toñer⸗Wetter erschroͤcklich kam daher. Mit Tonner Blitz vnd brausen / sehr starck vnd [...]samlich / den Leuthen fieng an grausen / in Forcht stund Maͤnnigklich sprachen O Jesu Gottes Sohn / was will doch darauß werden / du wollist vns nit verlohn. 9. Die Statt thet sich erschuͤttren / Haͤuser / Fenster zugleich / thet als zu sammen zittren / die Menschen Arm vnd Reich meinten es wolt als gan zu grund / hoͤrt was thet weiter gschehen / gar bald zur selben Stund. 10. Am Him̄el thet man sehen / zwo starcke Kriegs⸗ Armee / gegen ein andren stehen / als obs auff Erden wer/ huben gar starck zu streiten an gantz grim̄ vnd zornigkli⸗ chen / deutlich Manns sehen kann. 11. Auß Stucken vnd Mußqueten / schiessen sie ge⸗ waltiglich / kein theil nit weichen wolte / stritten so hefftig⸗ klich / daß Gschuͤtz erkrachet also laut / das mans gar wol moͤcht hoͤren / auff Erden zur selben zeit. 12. Es that zusamen scheinen / wie lauter Blut vnd Fewr / man thet nuͤt anders meinen / das Wetter vnge⸗ huͤr / von solch grausamen Gfecht vnd Streit / gewuͤßlich sey harkommen / beduͤt gewuͤß grosses leid. 13. Ein lange zeit mit wunder / sach man diß Him⸗ lisch Gfecht / darnach ist als verschwunden / o Mensch be⸗ tracht es recht / denck was dir Gott will kuͤnden an / gwuͤs⸗ lich grosse straffen / wann wir nit von Suͤnden lan. 14. GOtt hat vns lang gewarnet / mit Wunder vnd Zeichen viel / die Reichen vnd die Armen / doch mans nit achten will / die Warnung halt man fuͤr ein Maͤr / ein Spott⸗Werck darauß machen / obs nur ein Fabel waͤr. 15. Was meinst das wird beduͤten / diß Himmlisch gesicht / der Streit so hefftiglichen / mit Fewr vnd Blu⸗ vermischt / ist es nit allbereit am tag / wie es im Teutsch⸗ Land gehet angstlich mit wehe vnd klag. 16. Wie schroͤcklich thut grasieren / das blutig Kri ge⸗Schwert / erbaͤrmlich ohn auffhoͤren / Mann / Weib vnd Kind verzert / Staͤtt vnd Doͤrffer mit Fewr verbrent / in d Waͤld vnd Hoͤltzer fliehen / viel Menschen mit Elend. 17. Wie manche Statt vnd Flecken / ist schon in Brand gesteckt / mit angst vnd grossem schrecken / Weibs⸗ bilden Frawen vnd Maͤgten / wie sie mit jhn ghandlet zu der frist / vor Christlichen Ohren / es nit zu melden ist. 18. Es solt vns gan zu Hertzen / vnd solten dencken dran / was sie fuͤr Pein vnd Schmertzen / nun lang auß⸗ gstanden han / wann soͤlche Noth vns treffen solt / dann wurden wirs erst betrachten / darvor vns bhuͤte Gott. 19. Ach thu es wol betrachten / du werte Eydtgnoß⸗ schafft die Warnung nit verachten / Gott bitten tag vnd nacht / das es vns bhuͤt vor Krieg vnd Streit / die straffen von vns wende / allhie in dieser zeit 20. Das wir im Frieden leben / in vnserem Vatter⸗ Land / Die Gnad woͤllst vns Herr geben / bitten wir alle⸗ sampt / so wollen wir den Namen dein / Ewig loben vnd preisen / Amen / hilff Jesulein. Das Ander: DEr bitter Tod bin ich genant / in aller Welt fast wol bekant / thun alle Land durchziehen / wo ich kom̄ an muß alles daran / kein Mensch mag mir entfliehen. 2. Jch komm fuͤr Paͤpstlich heiligkeit / schreibt sich ein Haupt der Christenheit laß jhn mein an⸗ kunfft wuͤssen / gub jhm ein stoß vñ mach jhn bi[...] / thun jhm sein Hertz durchschiessen. 3. Dem Keiser trit ich fuͤr sein Thron / nim jhm ab seinem Haupt die Cron / wañ er mit mir wolt streiten / nim ich jhm bald sein Macht vnd Gwalt / reiß jhm dschwert von der seiten. 4. Gib jhm mit meinem Pfeil ein stich / sein Zepter ich zu stuͤcken brich / zu aͤschen muß er wer⸗ den / gib jhm ein stoß / niemand ist mir zgroß / kein Mensch auff gantzer Erden. 5. Noch hab ich weder Ruͤh noch Rast / zum Koͤnig trit ich in Palast / halt jhn in schlaͤchten Ehren / sein Purpur kleid thun ich in leid / in schwartze Farb verkehren. 6. den Fuͤrsten gib ich kurtzen bscheid / schaw nit auff jhr Durchluͤchtigkeit / heb an auff sie zu schiessen / jhr Gwarde Knecht sind viel zu schlecht / die Thuͤr koͤnnens nit bschliessen. 7. Margraffen Ritter in gemein die gebohr⸗ nen Herren groß vnd klein / muͤssen sich vor mir ducken / jhr Helm vnd Schilt bey mir nichts gilt / schlagt alles zu tausend stucken. 8. Dem Doctor ist sein zeit auch bstimt / wañ er schon ein Purgatz ein nimbt / nim ich jhm doch das Leben / der Wuͤrnen krafft vnd Kreuter safft / hilfft nuͤt ist als vergeben. 9. Den Juͤngling nim ich bey dem Har / der noch hofft zleben etlich Jahr / sie werden sehr betrogen / bin wie ein Blind / nim offt das Kind / das noch nit hat außgsogen. 10. Der Reich hat meiner wenig acht / er meint sein Thuͤr sey wol vermacht / die Sonn moͤg kaum drein scheinen / laß jhm kein Ruͤh / ist Thuͤr schon zu / steig ehe zum Fenster jnen. 11. Der arme Mann fuͤr Weib vnd Kind / mit schwaͤrem schweiß sein Brot gewind / ist gar fast vberladen / ich zieh jhn ab Leg jhn ins Grab / ist kuͤhl mag jhm nuͤt schaden. 12. Doch was ich hier getoͤdet hab / das wirt am letsten Juͤngsten tag / wann der Ertz Hirt wird kommen / muß Leib vnd Seel / ohn alles fehl / widrumb zusamen kommen. 13. Ach Menschenkind wie bist verblent / das dnit betrachtest zleiste End / folgest dein boͤsen gluͤ⸗ sten / die letste zeit ist nimmer weit / zum Streit solt du dich ruͤsten. 14. Wie mancher der noch gsund vnd frech / ist allezeit bey guter Zaͤch / ist offt gaͤchling gestor⸗ ben / vnd ist villicht / wies mehr geschicht / an Leib und Seel verdorben. 15. Mancher bezecht vnd wol geweit / der foll vnd toll ins Beth sich leit / vnd meint er sey ohn Sorgen / ohn Rew vnd Leid scheid offt dahin / lebt nit biß an den Morgen. 16. Was meinst was hat dann soͤlcher Gsell / nüt anders zhoffen dañ die Hoͤll / in abgrund muß er sincken / sein Frewd vnd Muͤt ist in der Gluͤt / muß Baͤch vnd Schwaͤbel trincken. 17. Wann er dañ kompt in das Elend / in der Brunst hebt er auff sein Haͤnd / dort mit dem Rei⸗ chen Prasser / mit gschrey vnd bitt / erlanget nit / ein eintzigs Troͤpffli Wasser. 18. Dich bacht man wie ein Ziegelstein / dein Zung wird duͤr gleich wie ein Bein / niemand will dich erfrischen / gang hin vnd suͤch findtst nit ein tuͤch / dein Schweiß damit ab zwuͤschen. 19. Wann schon das Meer vnd seine Fluͤß / alle Brunnquellen vnd Regen⸗Guͤß / wurden zu⸗ samen fliessen / waͤr doch vmbsonst / fuͤr diese Brunst / kein Wasser moͤcht beschiessen. 20. Ach arme Seel ich sag noch mehr / wañ schon das gantze Him̄lisch Herr / fiel zu deß Rich⸗ ters Fuͤssen / waͤr als vmsonst in diser Brunst / muͦst Ewiglichen buͤssen. 21. Ach arme Seel wie must so thewr / dein Zech bezahlen in dem Fewr / wers dir nit weger gwesen / du hatst dein Brot mit Angst vnd Noth / mit baͤtlen zamen glesen. 22. Must Ewig singen ein gesang / das ist zwar kurtz vnd wert doch lang / man schreibts mit wenig Worten / das Flammere ist ach vnd wehe / dort an der Hollen Porten. 23. Vnd wann dasselbig ist volend / ein an⸗ ders gibt man dir in dhend / singst mit den schwar⸗ tzen Moren / thust auff dein Mund / verfluͤchst die Stund / darinn du bist gebohren. 24. Du hebist auff mit Zorn vnd Kib / verfluͤ⸗ chest deiner Mutter lib / dariñ sie dich empfangen / vermaledeit sey selbe zeit / das sie ist Schwanger gangen. 23. Dargegen die gerechten all / die loben Gott mit grossem schall / thund Haleluja singen / das Frewden⸗Gsang / waͤrt keinem zlang / gantz lieb⸗ lich thut erklingen. 26. Die Music wert in Ewigkeit / da ist kein leid noch trawrigkeit / ist lauter Freuden⸗Leben / gantz wonnigklich in Gottes Reich / dem Herren staͤtts Lob geben. 27. Darumb o Mensch betracht es wol / was Ewigklichen weren soll / das fasse wol zu Hertzen / gwuͤß ist der Tod / groß ist die Noth / thus Him̄⸗ lisch nit verschertzen. 28. Wilt du das es wol gange ab / wart nit biß den Fuß hast im Grab / alsdañ hast viel zu streiten / ist offt zu spat / drumb ist mein raht / du luͤgist selbs bey zeiten. 29. O Mensch das laß dir sein geseit / betracht die lange Ewigkeit / huͤt dich vor Schand vnd Suͤnden / auff das du dort / das Saͤlig Ohrt / im Himmel moͤgist finden. ENDE. Show less

Wunderzeichen und Komet; Mördergeschichte St. Andrea in Kärnten 1677
Zwey warhafftige und erschroͤliche neue Zeitung / Welche sich allhie uͤber und um Dan⸗ tzig habe sehen lassen / den 4. Junij 1677. fuͤnff Son⸗ nen / welches niemals ist erhoͤret worden / weil die Welt gestanden / und von den Armeen / so sich bey Tag und Nacht hat sehen lassen / und wie sie in... Show more Zwey warhafftige und erschroͤliche neue Zeitung / Welche sich allhie uͤber und um Dan⸗ tzig habe sehen lassen / den 4. Junij 1677. fuͤnff Son⸗ nen / welches niemals ist erhoͤret worden / weil die Welt gestanden / und von den Armeen / so sich bey Tag und Nacht hat sehen lassen / und wie sie in der Lufft gescharmitzirt / mit Stucken und Mußqueten aufeinander geschossen. Auch von dem Comet / mit langen Strahlen als ein Ruht gestanden / was weiters daraus zu vernemehmen / wird im Gesang ferner Bericht gefunden werden. Jm Thon: Wo Gott der HErr / rc. Die andere Zeitung. Von zwey schaͤndlichen Moͤrdern / welche in einem Flecken bey Sanct Andrea in Karnden ihre eigene Weib und Kinder er⸗ mordet und umgebracht / warum sie dann / wegen begangener uͤbelthat / zu S. Andrea / vom Leben zum Todt hingerichtet worden / maͤnniglich zur Warnung in Druck gegeben: Jm Thon: Komt her zu mir spricht Gottes Sohn / rc. 1. Christen⸗Mensch hertzlich betracht / die grosse Wunderzeichen / dieselbige doch nicht veracht / Ach laß dich doch erweichen / thu Buß / thu Buß / O Christenheit / der Juͤngste Tag ist auch nicht weit / das must du selbst bekennen. 2. Hast du dann auch gehoͤret je / von so viel Wun⸗ derzeichen / als dieses Jahr geschehen sind / laß dich hiervon berichten / zu Dantzig in der beruͤhmten Stadt / diß Wunder sich begeben hat / fuͤnff Son⸗ nen thaͤt man sehen. 3. Drey waren in vollem Schein / und thaͤten alle leuchten / zwo thaͤten etwas dunckel seyn / gantz trau⸗ rig wie uns deutet / was aber der getreue Gott / uns damit thu an diesem Ort / ist noch zur Zeit ver⸗ borgen. 4. Wir sehen allhie alle noch / und hoͤren von Wunderthaten / die uns doch an dem Himmel hoch / von Gott gezeiget werden / vor etliche Tagen ungefaͤhr / sahen wir an dem Himmel sehr / widerum groß Wunderzeichen. 5. Jn dem man sahe in der Lufft / ein feurig Ruthen brennen / zwey Saͤbel darzwischen aufgericht / ein Ruth und Todtenbahre / darum wir sehr erschro⸗ cken seyn / die Geistlichen gantz traurig seyn / thun uns zur Buß vermahnen. 6. Darneben auch zwey rothe Creutz / thaͤten darun⸗ ter stehen / darnach auch in den Wolcken ich sah / zwey grosse Kriegs⸗Heer zogen / die hart gegenein⸗ ander gefochten han / darum sich ein Jederman / sehr hertzlich thaͤt erschroͤcken. 7. Sie zogen gegen einander gschwind / mit schiese sen / hauen und stechen / daß man die Trompeten ed blasen hoͤrt / darzu die Buͤchsen krachen / die Schwerdter sah man offentlich / in den Wolcken schimmern sichbarlich / als obs auf Erden waͤre. 8. Die Wunderzeichen lieber Christ / die man h[...] siht vor Augen / was leider die Bedeutung ist / Ach Mensch thu nicht lang fragen / de Feind faͤllt starck in das Teutschland ein / thut nieder machen gros und klein / jung / alt / Mann / Kind und Frauen. 9. Schaut an die Ruht und Krieges⸗Heer / in di⸗ sen Wolcken stehen / darzu die Creutz und Todten bahr / an diesen Wolcken gehen / mancherley Seu[...] und Pestilentz / wird kommen auf Erden in man[...] Graͤntz / an allen Ort und Enden. 10. Es zeigens auch die Cometen an / der Frantz[...] soll ins Teutschland kommen / daß muß sich ruͤst Mann fuͤr Mann / wie man neulich vernommen / am Himmel einen neuen Stern / der prophec[...] weit und fern / Krieg vom Frantzosen gar eben. 11. Wirst du verachten diese Sach / und wunder⸗ liche Thaten / wie JEsus Christus selber sprach / viel Zeichen werden geschehen / an Sonn / Mond und Sternen klar / geschehen vor dem Juͤngsten Tag / Wasser und Wind soll brausen. 12. Den Leuten wird seyn angst und bang / als noch nie ist gewesen / dieweil gestanden haͤt die Welt / ist nie davon gelesen / den Jammer so noch kommen soll / das nehmt zu Hertzen Frau und Mann / steht ab von euren Suͤnden. 13. HErr JEsu geh nicht ins Gericht / mit uns Suͤndern auf Erden / vor dir kein Mensch besteht nicht / mit uns wirds aͤrger werden / gedenck an dein Barmhertzigkeit / behuͤt uns HErr vor allem Leid / durch JEsum Christum / Amen. Die ander Zeitung / 1. KOmt herzu alle Christen⸗Leut / und hoͤret an mit Traurigkeit / worvon ich jetzt will sin⸗ gen / was sich kuͤrtzlich begeben hat / so gar schroͤckliche Mordthat / betrachts ihr Menschen⸗ kinder. 2. Jn einem Flecken wol bekandt / bey Sanct And⸗ rea in Karnden ist es genannt / darinn warn ge⸗ sessen / zween Maͤnner verrucht und Gottloß / die [...]ichten an ein uͤbel groß / vom Teuffel so besessen. 3. Nun hoͤrt weiter ihr Menschen⸗Kind / was sie begangen fuͤr grosse Suͤnd / an ihren Weib und Kindern / weil sie Gott nicht vor Augen ghan / das liebe Gebet auch unterlahn / der Satan Platz thaͤt finden. 4. Jn einem Dorff nicht weit darvon / die Maͤnner da arbeiten thun / um den Lohn bey einem Bauren / treschen Getraid ihm etlich Tag / was sie gemacht fuͤr ein Rahtschlag / das ist wol zu betauren. 5. Der ein da zu dem andern redt / wie er kein lust nach Haus mehr haͤt / zu seinem Weib und Kin⸗ dern / sein Weib die sey staͤts wider ihn / was er auch gewinn / sey als dahin / er koͤnnts nicht als er⸗ schwingen. 6. Der ander ihm zur Antwort gab / Bruder nun merck was ich dir sag / wir wollens also machen / un⸗ sere Weib uñ Kind schlagẽ zu todt / damit wir kom⸗ men aus der Noht / niemand weis um die Sachen. 7. Derselb Raht ihm gefallen thaͤt / der ihm der Boͤßwicht angebn haͤt / durchs boͤsen Geist einge⸗ ben / vom Bauren sie bald Abschied nahm / wollen nach Haus auch einmahl gahn / und sehen wie es thut stehen. 8. Unter wegen thut mich verstahn / ein Knuttel schwer sie machen thun / der ein voran thut gehen / Als er heim kam zu seinem Haus / sein schwanger Frau ohn Forcht und graus / thaͤt ihn freundlich erpfangen. 9. Beym Moͤrder kein Erbarmung war / mit sei⸗ nem Knuͤttel groß und schwaͤr / schlug er sie zu der Erden / muͤste schmertzlich ihr Leben lahn / die ander Frau so ihr Schwester war / das Mord⸗Gschrey bald thaͤt hoͤren. 10. Sie laufft herbey gar schnell und bald / wolt se⸗ hen was fuͤr ein Gestalt / es in dem Haus thaͤt ha⸗ ben / der Moͤrder aber grausamlich / mit seinem Pruͤgel jaͤmmerlich / zur Erden sie thaͤt schlagen. 11. Daß sie aufgab den Geist alsbald / der Boͤßwicht Moͤrderischer gestalt / eilends ins Haus thaͤt gehen / zwey Kinder lagn in einem Bett / die er auch willens zu Morden haͤt / O Mensch laß dirs zu Hertzen gehen. 12. Das eine schlug er bald zu todt / O weh / o weh der grossen Noht / das ander auch dergleichen/ hat er geschlagen dergestalt / hinter dem Bett es oben fallt / thaͤt doch beym Leben bleiben. 13. Als nun diser Boͤsewicht unfrum / sein Weib und Kind gebracht hat um / nach dem Raht seines Mitgsellen / giengen sie beed gschwind wider fort/ samt werens sie nie gewesen an dem Ort / widerum arbeiten woͤllen. 14. Noch etlich Tag arbeitens ihm / darnach gien⸗ gen sie wider hin / die Weiber sie Tod funden / ha⸗ ben sich uͤbel uͤber die maß / weil sie gewesen auf der Straß / seynd gstorben ihr Weib und Kinder. 15. Aber Gott in dem hoͤchsten Thron / wolt solches nicht ungrochen lahn / das kleine Kind merck eben / welches entrunnen aus dem Haus / sagt wie sein Vatter haͤt mit grauß / die Mutter bracht ums Leben. 16. Darauf man sie gefangen hat / sie bald bekaͤnnt die uͤbel that / was sie begangen haben / wie sie ihr ei⸗ gen Fleisch und Blut / das kein Thier oder Hund nicht thut / ermord und bracht ums Leben. 17. Gar bald ein Weise Oberkeit / das Urtheil gfaͤllt uͤber die beyd / wie ihr jetzt sollet hoͤren / von wegen ihrer uͤbelthat / zu einer Warnung jung und alt / daß sich keiner laß verfuͤhren. 18. Erstlich dem der sein Frau und Kind / ermordet hat soll man geschwind / auf die Richtstatt ausfuͤh⸗ ren / ihm seine Glieder mit dem Rad / mit grossem Schmertzen schlagen ab / weiter solt ihr anhoͤren. 19. Drey Tag und Nacht O Christlichs Hertz / le⸗ bendig blieb er mit grossem Schmertz / ein groß Ge⸗ schrey thaͤt fuͤhren / zu letzt gantz klaͤglich gstorben ist / betracht es wol mein frommer Christ / huͤt dich vor Satans Stricken. 20. Den andern Mann auch mit dem Rad / hat hin⸗ gericht auf der Wahlstatt / sein Glieder abgestos⸗ ien / weil er ein solchen boͤsen Rath / zu solchem Mord gegeben hat / den Knuͤttel helffen machen. 21. O Mensch laß dirs ein Warnung seyn / betracht die Angst der Hoͤllen⸗Pein / huͤt dich vor Schand und Suͤnden / ruff allzeit an den lieben GOtt / Er woͤll uns bhuͤten fuͤr Schand und Spott / auf daß wirs Leben finden / Amen. ENDE. Show less

Blutiges Brot in Weissenfels, 17. Juni 1678; Geistl. Lied: Christus ist mein Leben
Eine erschroͤckliche Wunder⸗Zeitung / Vom blutigen Brodte zu Weissenfels / so ein Tischer vorn Klingen⸗ Thore / Nahmens Greger Fischer aus Wei⸗ tzen⸗Mehl backen lassen / den 17. Jun. davon die helffte gegessen / aus der andern helffte ist haͤuffig Blut gelauffen. Deßgleichen / wie ei⸗ ne... Show more Eine erschroͤckliche Wunder⸗Zeitung / Vom blutigen Brodte zu Weissenfels / so ein Tischer vorn Klingen⸗ Thore / Nahmens Greger Fischer aus Wei⸗ tzen⸗Mehl backen lassen / den 17. Jun. davon die helffte gegessen / aus der andern helffte ist haͤuffig Blut gelauffen. Deßgleichen / wie ei⸗ ne Frau zu Belitz bey Eilenburg Kloͤse ge⸗ kocht / die sich auch in Blut verwandelt. Auch ist im Stifft Merseburg ein Kalb gebohren / mit einem Menschen⸗Gesichte und Haaren auff Parocken⸗Art. Zu Leipzig auff der Gerber⸗Gasse haben die zwey Brun⸗ nen sich selbst geplumpet / Jm Thon. Schau wie die Welt turniret. Nebst beygesetzten geistlichen Lied. Christus ist mein Leben / Gedruckt im Jahr 1678. Hoͤrt Alt und Jung diß Wunder / so sich begeben hat / vor kurtzer Zeit itzunder / in Weißenfels der Stadt / thut nicht so sicher leben / seht GOttes Warnung an / ach thut euch ihm ergeben / eh die Straff koͤm̄et ran. Wie ein Vater den Kindern / offt zeigt die Ruthe an / damit sie zu erin⸗ nern / daß sie von Bosheit lan / so hat sichs zu getragen / daß in ermeldter Stadt / vor kurtzer Zeit und Tagen / sich diß begeben hat. Allda wohnt Gregor Fischer / ein alter frommer Mann / seines Hand⸗ wercks ein Tischer / beym Klingen Thore an / dieser lies leine Fraue / ba⸗ cken von Weitzen⸗Mehl / ein Brodt so viel thun schauẽ / anfaͤnglich ohne fehl. Als es fast halb gegessen / und ver⸗ speist worden war / da ward der Mann indessen / darinne erst gewahr / daß es blutig geschienen / doch hat ers nicht geacht / wirfft etwas auch ins Biere / in die Kann ohn Ver⸗ dacht. Da es noch mehr rothfarbig / und blutig worden ist / biß es auff alle Schnitte / geblutet zu der frist / Jn Schranck da es gelegen / ein Fleck Blut Haͤnde⸗breit / sah man liegen gar eben / mit schrecken diese Zeit. Als sies wolten abwaschen / ließ sichs nicht bringen weg / daruͦm sie ei⸗ nen Lappen / daruͤber han gedeckt / da er nun bey drey Tagen / diß Wunder heimlich hielt / hat sich diß zu getra⸗ gen / wie ihr hier ferne hoͤrt. Als sein Weib andrer Orten / zur Arbeit gangen war / hat er indeß beym Sohne / Friedrich geschlaffen dar/ denn 20. Junii eben / greifft ihm was in der Nacht / ins Gsicht hart gar eben / daß er druͤber erwacht. Erst thaͤt er zwar vermeinen / vom Sohne waͤrs geschehn / doch weils wolt anders scheinen / thaͤt er bald drauff auffstehn / ist ans Fenster ge⸗ gangen / da wurd er bald gewahr / ein Schwerdt und Ruthe hangen / am Himmel blutig dar. Daruͤber er gar sehre / alsbald erschrocken ist / thet sich bald niederle⸗ gen gerieth in Schlaff zur Frist / aber was thaͤt geschehen / es griff ihn noch⸗ mals an / ins Gelicht welches geschen / als haͤtt es schwellen thun. Zweymal hats drauff geruffen / gantz laut ach Weh ach Weh / was du anitzt gesehen / zeige den Obersten an / so wohl auch mit dem Brodte / und verschweig es ja nicht / diß hroͤet auch sein Sohne / der lich als bald auff⸗ richt. Zur Thuͤr sahen sie beyde / ein Maͤnnlein klein außgehn / der Tischer drauf bescheiden / zum Lands Haubt⸗ Mann thaͤt gehn / als Obersten des Reysers / auch Ober⸗Gleitsman hin / nach des Maͤnnleins geheisse / mit gar betruͤbtem Sinn. Daß Brodt thaͤt er mitbringen / darauß daß Blut noch floß / so balde eß empfingen / die Obern dieses Ortß / han sie etz bald thun senden / nach Dreßden / Leipzig / Hall / und sonst an andern Enden / zum grollen Wun⸗ dern all. Ein Bauer⸗Weib deßgleichen / bey Eulenburg der Stadt / Beltzig daß Dorff thut heissen / Kloͤsse geko⸗ chet hat / die auch theils in Aufschnitte / Blut⸗roth gewesen seyn / theilß sah man in der mitte / Blut⸗Adern groß und klein. Jm Merseburgischen Stiffte / ein Kalb gehohren ward / mit Men⸗ schen Angesichte / und auff Parocken Art / die Haare man sah hangen / so hat man mehr gehoͤrt / viel Wunder die vorgegangen / wer ist der sich dran kehrt. Zu Leipzig ist geschehen / daß sich selbst bey der Nacht / auff der Gerber⸗ Gaß eben / beyde Plumpen mit Macht / selb⸗ sten geplumpet haben. Was nun die Wun⸗ der⸗ding / vor Bedeutung thun haben / haltet ja nicht gering. Man hat zwar mehr erfahren / daß Blut geflossen sey / aus Steinen / Stangen / Ahren / und Sachen mancherley. Was ist wol drauff geschehen / nur Mord / Krieg / Raub und Brand / wie man itzt auch thut se⸗ ben / am Rhein und Pommerland. GOtt laͤst uns ja durch Zeichen / und Wunder warnen wol / die uns solten erwei⸗ chen / zu thun was jeder soll / daß wir von Suͤn⸗ den kehren / mit Ninive der Stadt / weil er uns zu verheeren / so große Ursach hat. Aber wir sind verstocket / zu hoͤren Got⸗ tes Wort / ob uns GOtt treulich locket / geht doch ein jedes fort / in seinen vollen Suͤnden / druͤmb wirds nicht Wunder seyn / wenn uns GOtt wird vertilgen / mit Krieg / Pest / Raub und Pein. Wenn er uns aus der Hoͤhe / mit Schwe⸗ fel / Feur und Rauch / wie Sodoma geschehen / umbkehrte gaͤntzlich auch / ach fallt Gott in die Armen / mit wahrer Buß und Reu / er wird sich noch erbarmen / sein Guͤt ist allzeit neu. Ein anders. Christus ist mein Leben / Sterben ist mein Gewinn / Dem thu ich mich ergeben / Mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen / Zu Christ / dem Bruder mein / Daß ich moͤg zu ihm kommen / Und ewig bey ihm seyn. 3. Nun hab ich uͤberwunden Creutz / Leiden / Angst und Noht / Durch sein heilig fuͤnff Wunden Bin ich versoͤhnt mit GOtt. 4. Wenn meine Kraͤffte brechen / Mein Athem geht schwer auß / Und kan kein Wort mehr sprechen / HErr / nimm mein Seufftzen auff 5. Wenn mein Hertz und Gedancken Zergehen wie ein Licht / Das hin und her thut wancken / Wenn ihm die Flamm gebricht. 6. Alsdenn fein sanfft und stille / HErr / laß mich schlaffen ein / Nach deinen Raht und Willen / Wenn kom̄t mein Stuͤndelein. 7. Und laß mich an dir kleben / Wie eine Klett am Kleid / Und ewig bey dir leben Jn himmlicher Wonn und Freud. 8. Wol in des Himmels Throne Sing ich Lob Ehr und Preiß / Und ewig bey dir wohne Jns Himmels Paradeiß. ENDE. Show less

Kindsfund bei Freiburg, 6. Januar 1678; Dialogische Verse zwischen dem Kaiser, König Ludwig und Städten des Römischen Reiches
Zwey wuderliche newe Lieder vnd er⸗ baͤrmliche Geschicht Wie den 6. Tag Jenner / 1678. Ein kleines Kind bey Freyburg auff St. Geoͤr⸗ gen Feld von einem Post⸗Reuter gefunden worden / wie vnd was das Kind geredt / auch was sich weiters begeben vnd zugetragen / rc. Jm Thon: Kom̄t her zu mir... Show more Zwey wuderliche newe Lieder vnd er⸗ baͤrmliche Geschicht Wie den 6. Tag Jenner / 1678. Ein kleines Kind bey Freyburg auff St. Geoͤr⸗ gen Feld von einem Post⸗Reuter gefunden worden / wie vnd was das Kind geredt / auch was sich weiters begeben vnd zugetragen / rc. Jm Thon: Kom̄t her zu mir spricht Gottes Sohn / rc. Das ander Jst ein Gespraͤch Gesang zwischen Jhr Kaͤyserl. Majestaͤtt vnd der Statt Freyburg. Jn der Melodey: Wie man den Coridon singt / rc. Erstlich getruckt zu Freyburg Jm Jahr 1678. (1.) ACh hoͤrend an jhr Christen⸗Leuth / was ich euch jetzt zu diser Zeit / will singen vnd vermelden / was sich traurig begeben hat / bey Frenburg im Breißgaw der Statt / dort auff Sanct Georgen Felde. 2. Freyburg vnnd Breysach gibt wahren Bericht / von einer wundersammen Geschicht / welche sich hat begeben / den 6. Jenner in disem Jahr / wie solches kund vnd offenbahr / wie jhr jetzt hoͤren werden. 3. Ein Postreutter war geritten auß / von Freyburg der Statt merck darauff / mit jhm thaͤt auch reiten / ein Geistlicher wie ich ver⸗ meld / ein Kind funden sie auff dem Feld / ach Gott was wird das bedeuten. 4. Sie kamen zu Sanct Georgen Kirch / fruͤh vor Tag wie man bericht / da haben sie gefunden / ein wunderschoͤnes Kindelein / ohn⸗ gefaͤhr halb Jaͤhrig moͤcht es seyn / mit dem geschach groß Wunder. 5. Daß Kindlein fangt zu weynen an / sie hiel⸗ ten still sprachen zusamm / was mag vns das bedeuten / oder was mag verhanden seyn / als sie sahen das Kindelein / thaͤten sie zu jhme reiten. 6. Weil das Kindlein so schoͤn gestalt / war der Post⸗Reuter also bald / von seinem Pferdt gestigen / er moͤcht das Kind erlupffen nicht / dann es war jhm zu schwaͤr am Gwicht / sonder muͤßts lassen ligen. 7. Der Reutter sehr erschrocken war / vnd sprach ach wehe das Gott erbarm / was mag vns das bedeuten / das Kind mag ich erheben nicht / der Geistlich zu dem Reuter spricht / vnd thaͤt zum Kind auch reiten. 8. Das Kind moͤchtens beyd erlupffen nit / ja einer zu dem anderen spricht / was will doch darauß werden / sie lupffen beyd an dem Kind doch / habens nur einer Spangen hoch / erhe⸗ ben von der Erden. 9. Das Kind sprach O jhr Christenleuth / thut Buß / thut Buß dann es ist Zeit / thut Buß thut euch bekehren / dann es ist warhafft grosse Zeit / der juͤngste Tag ist nicht mehr weit / der juͤngste Tag des HErren. 10. Wann das Jahr wird fuͦruͦber seyn / vnd das neun vnnd sibentzigst kombt herein / wird man groß Wunder hoͤren / durch gaͤhen Todt vnd Pestilentz / wird GOtt heimsuchen man⸗ che Graͤntz / vil hundert tausend Seelen. 11. Werden hinsterben so geschwind / wann man nicht bald lasset von Suͤnd / vil Staͤtt / Doͤrffer / Flecken / werden schier gaͤntzlich ster⸗ ben auß / vnd auch jhr Leben geben auff / mit Trawren Forcht vnd Schraͤcken. 12. Wann man wird zehlen achtzig Jahr / wird Gott schicken groͤssere Gfahr / Krieg vnd groß Blutvergiessen / thewre Zeit vnnd groß Hungers⸗Noht / wird man leyder an man⸗ chem Orth / mit Jam̄er erfahren muͤssen. 13. Also das vil Staͤtt / Leuth vnnd Land / verherget / verderbt vnd verbrandt / zerstoͤrt vnnd zugrund gericht werden / mancher wird von seinem Hauß vnd Hof / in das bittere El⸗ lend groß / verjagt vnd vertriben werden. 14. Vnd wann man ein vnd achtzig zalt / wird Gott widerumb sein miltreiche Hand / auffthun vnd widerumb geben / den lieben Fri⸗ den im Teutschland / aller Orthen zu Statt vnd Land / durch sein Gnad vnd Segen. 15. Aber es werden gar wenig Leuth / erle⸗ ben dise Gnadreiche Zeit / wer aber noch hat das Leben / der wird haben alles genug / an Wein vnd Korn vnd alles guts / Gsundheit vnd Friden darneben. 16. Weiters sprach auch das Kindlein schon / wann jhr mich haͤtten ligen lon / vnd nicht haͤtten erhaben / so wurd Gott mit Was⸗ ser vnd Fewr / vil Staͤtt vnd Laͤnder vnge⸗ hewr / gestrafft mit Jammer vnd Klagen. 17. Weil jhr mich aber auffgelupfft habt / so wird geschehen ein grosse Schlacht / allhier auff disem Felde / daß man wird watten in dem Blut / so hoch als jhr mich lupffen thut / in Jahres frist ich melde. 18. Das Kind sprach reiten heim allbeyd / vnd zeigens an der Obrigkeit / wann jhrs nicht werd anzeigen / so werd jhr durch gaͤhen Todt / allbeyd sterben glaubt mir die Wort / darumb solt jhrs nicht verschweigen. 19. Als diß geredt das junge Kind / darauff ist es verschwunden gschwind / vor jhrer beyden Augen / vnd sprach ich fahre hin zuhand / zu dem der mich hat hergesandt / zu Gott solt jhr mir glauben. 20. Sie kehrten widerumb in die Statt / sagten was sich verloffen hat / was sie ghoͤrt vnd gesehen / was sie dort auff Sanct Geor⸗ gen Feld / ghoͤrt vnd gesehen mit Ellend / vnd warhafftig geschehen. 21. Als der Commendant von diser Ge⸗ schicht / gehoͤrt da wolt er das glauben nicht / thaͤt sie bey dem Eyd fragen / da haben sie gleich allbeyd / zu Gott ein auffgehebten Eyd / gethan wie ich euch sagen. 22. Darumb jhr lieben Christen⸗Leuth / las⸗ send vns Buß thun dann es ist zeit / laßt vns abstehen von Suͤnden / so gibt vns Gott nach diser Zeit / die ewige Frewd vnd Seeligkeit / vns vnd vnseren Feinden. Gespraͤch⸗Gesang zwischen Jhr Kaͤys. Maiest vnd der Statt Freyburg. Die Statt Freyburg. NVn will ich nicht mehr leben / mit dir O Oesterreich / sonder will dich auffgeben / den Kaͤyser auch zugleich / alln Churfuͤrsten vnd Staͤnd / thu ich gaͤntzlich absagen / biß an mein letstes End. Der Roͤmisch Kaͤyser. 2. Warumb mein alte Damen / warumb was ist dein Klag / du bist doch vnder meim Stam̄en / gwe⸗ sen vil Jahr vnd Tag / ach warumb sag mir doch / ich glaub du wolst auch lehrnen die Frantzoͤsische Sprach Die Statt Freyburg. 3. Das will ich dir wol sagen / warumb daß ich dich hab / auffgeben vnd entschlagen / darumb das ist mein Klag / hast mir versprochen vil / vnd aber wenig ghalten / drumb ich nicht bleiben will. Der Roͤmisch Kaͤyser. 4. Jst dir dein Sach nicht worden / was ich dir hab geschickt / hat man dich drumb betrogen / bin ich dran schuldig nicht / hat man dir ghalten nicht / was man dir hat versprochen / das kan ich wissen nicht. Die Statt Freyburg. 5. Von dir hat mich genommen / ein tapfferer Kriegsheld / von mir hat er bekommen / vil Silber Gold vnd Gelt / der ist mein Bul zugleich / er will vnd thut dir stellen / nach Scepter / Kron vnd Reich. Der Roͤmisch Kaͤyser. 6. Du bist vor vilen Jahren / an mir worden trew⸗ loß / ein falschen Eyd geschworen / daher kombt dir die Straff / sag nur zu deinem Bul / du seyest nicht mehr ein Magd / sonder ein alte Hur. Die Statt Freyburg. 7. Nach dem thut er nichts fragen / weil ich jhm so vertraut / er sagt er woll mich haben / fuͤr sein Gemahl vnd Braut / wilt kommen zur Hochzeit / nach Pariß must du reiten / ist dir der Weeg nicht zweit. Der Roͤmisch Kaͤyser. 8. Ja freylich will ich kommen / zu meiner rechten Zeit / mit Stucken vnd Carthaunen / vnd bringen die Spil⸗Leuth / die müssen euch zugleich / gar manchen Tantz auffspilen / aber nicht in Franckreich. Der Koͤnig Ludwig. 9. Was sagst du mir fuͤr Bossen / meinst daß ich sey kein Mann / die Dam will ich nicht lassen / wir wend noch besser dran / kom̄ her wir wend die Braut / mit einander theilen / muß kosten Haar vnd Haut. Der Roͤmische Kaͤyser. 10. Fahr hin mit deiner Damen / nach jhr ich nichts mehr frag / weil sie von meinem Stammen treuloß gefallen ab / das vngehorsamb Kind hat mir nicht wollen folgen / darumb straffe Gott jhr Suͤnd. Der Koͤnig Ludwig. 11. Komm her mein schoͤne Magde / mein aller⸗ allerliebster Bul / obschon dem Vatter saget / du seyst ein alte Hur / acht ich doch dessen nicht / wann du mir nur thust halten / eheliche Trew vnd Pflicht. Die Statt Freyburg. 12. Mein allerliebster Gmahel / vnd schoͤner Braͤu⸗ tigamb / wie Eysen vnd wie Stahel / wend wir halten zusam / da nem̄end hin mein Ring / zu einem Pfand der Liebe / mit euch ich darvon spring. Der Koͤnig Ludwig. 13. Vnser Sach will sich glücken / mein außer⸗ woͤhlte Dam / nach Pfarrherren will ich schicken / daß er vns gibt zusam / mein trewe Hand jhr habt / daß ich euch nicht will lassen / geb was der Vatter sagt. Die Vestung Breysach. 14. Willkomm mein liebe Schwester / wuͤnsch dir Gluͤck zu deiner Ehr / mich hat schon heut vnd gester / nach dir verlanget sehr / nun wollen wir jetzt beyd / mit vnserem Koͤnig leben / allzeit in Lieb vnd Leyd. Die Statt Straßburg. 15. Ach thustu dich nicht schaͤmen / du gar nichts werthe Dam / daß du einen thust nemmen / der deine Sprach nicht kan / ehe ich ein solcher wolt / ließ ich mich ehr erschiessen / mir gaͤntzlich glauben solt. Die Vestung Philippsburg. 16. Jch bin zwar auch gewesen / Frantzoͤsisch gar vil Jahr / nun bin ich Gott lob genesen / auß seinem Gwalt dißmal / ehe ich wolt Frantzoͤsisch seyn / wolt ich mich ehe ertrencken / vnd springen in den Rhein. Die Statt Rheinfelden. 17. Jst dir das nicht ein Schande / du vngehorsambs Kind / daß du dich alsobalde / ergeben deinem Feind / ich ließ mir ehe den Grind / abschlagen oder hencken / ich glaub du seyest blind. Die Statt Costantz. 18. Was thustu doch gedencken / daß du dich so bald hast / an ein Frantzoß thun hencken / der dir ein Vberlast / ja ich wolt mich vil ehe / ertrencken vnd versencken / im tieffsten Bodensee. Freyburg. 19. Jch bin schon vor vil Jahren / verkaufft wor⸗ den glaubt mir / die daran schuldig waren / kan ich gar wol sagen dir / die schuldig seynd daran / solt man an dFuͤß auffhencken / auch viertheilen voran. Statt Collmar. 20. Jetzt ist dir auch widerfahren / was widerfahren mir zu⸗ vor bin ich vilmalen / verspott worden von dir / jetzt muͤssen wir allbeyd / den Spott zum Schaden haben / in alle Ewigkeit. Das Roͤmisch Reich. 21. Jhr Junckrawen vnd Damen / vnd alle Staͤtt im Reich / wann jhr einmal wolt mannen / so nemmet ewers gleich / nemmet einen der kan / zu nacht im Beth mit euch reden / das rath ich euch voran. ENDE. Show less

Schlacht bei Rheinfelden 6. - 19. Juli 1678
Rheinfelder Belaͤgerung / Durch die Frantzoͤsisch Armee von GRIGI beschehen. Auß Forcht bald wider verlassen / ehe jhn Jhr Durchl. von Lothringen recht koͤnnen erfassen. Jn der Melodey / nach Kayserl. Feld⸗Trompeter⸗Stuͤck Begeben noch vor dem General⸗Friden / deß 1678.sten Jahrs. 1. ... Show more Rheinfelder Belaͤgerung / Durch die Frantzoͤsisch Armee von GRIGI beschehen. Auß Forcht bald wider verlassen / ehe jhn Jhr Durchl. von Lothringen recht koͤnnen erfassen. Jn der Melodey / nach Kayserl. Feld⸗Trompeter⸗Stuͤck Begeben noch vor dem General⸗Friden / deß 1678.sten Jahrs. 1. LJebste Graͤffin an dem Rhin / Allarm / Allarm / es steht dahin / Daß ihr villeicht / seyt bald ein Leicht: Noch darzu schandlich begraben / Jn deß Hahnen Geiten Magen / Wo GOtt nicht durch seine Gnad / Bald thut schicken Huͤlff vnd Rath. 2. Stahrenberg dem General / S'Lob gebuͤhret uͦberal / Daß er bey Zeit / wohl vorbereit: Dise Graͤffin trewlich z'schuͤtzen / Die nicht redlich / durch die Buͤxen / Ließ wie d'Fincken buͤrsen fort / Schoͤne Ler / jetzt ligt er dort. 3. Die Frantzoͤsisch Furi hier / Keinen Schrecken machet mir / Sie ist bekandt / im gantzen Land: Der mit List thut uͤberfallen / Muß z'letst selbst die Zech bezahlen / Die vermessen sich gewagt / Schießt braff drauff / seyt vnverzagt. 4. Folget mir / vnd frisch es wagt / Dapffer mit den Feinden schlagt / Vor GRIGI hier / mich defendier: Der zwar voller Listigkeiten / Vnd ohn Vortheil nicht thut streiten / Doch so will ich thun die Prob / Zu erwerben vns ein Lob. 5. Printz Carl von Baden / vnd Porty / Bliben beyde todt dabey / Marggraff Gusan / setzt auch braff dran: Muͤßt verwundt doch letstlich weichen / Stritte / daß nicht seines gleichen. / Jst auch ferners noch bereit / Als ein Vetter Jhr Heiligkeit. 6. Schallenberg vnd Merey trew / Stuhnden hier auch redlich bey / Sampt vilen mehr / die haben d'Ehr: Vnd ein Krantz ihnen erkohren / Der da niemahls kan verdorren / Gruͤnet vor der gantzen Welt / Jn dem schoͤnen Ehren⸗Feld. 7. Wo der Mars mit Fewer spihlt / Wo man nach dem Leben zihlt / Mit Stucken kracht / mit grosser Macht: Wo die Bomben runder fallen / Wo man hoͤrt das staͤthe Knallen / Da ist vnser Lust vnd Frewd / Weil mir resolviert zum Streit. 8. Wo man hoͤrt im gruͤnen Thal / Paucken⸗ vnd Trompeten⸗Schall / Da stirbt man gut / mit frischem Muth: Besser als mit kranckem Hertzen / Da man ligt in tausend Schmertzen / Vnd die Schaar der liebsten Freund / Vmb das Bethe heult vnd weynt. 9. Da der Feind sich tringet ein / Gehet also blinder drein / Schlagt / hawt / vnd sticht / verschonet nicht: Seyt ihr trefflich auff die Tauer / Stehet vest wie eine Mauer / Wie die Loͤwen vnverzagt / Euch in blutiges Kaͤmpffen wagt. 10. Meine Burger / trewe Kinder / Meiner Feinde Vberwinder / Halts ferner trew / steht mir vest bey: Nicht wie Freyburg / thut mich lassen / Drumb gantz Teutschland sie thut hassen / Betrachtet ewer Ehr / vnd Eyd / Solches z'bschulden bin ich bereit. 11. Vnser Trost / in vnser Noth / War zu all 13. Orth / Allein das Ein / stuhnd nicht mit ein: S'ander muß ich / laider ! sagen / Thaͤte vnsre Feinde Laben / Ließ den Feind marschieren fort / Durch ihr Land / gab z'spath Raport. 12. Also siht man Sonnen⸗klar / Daß der Hahn ein Peter war / Mit Schand vnd Spott / kraͤht er jetzt fort: Bey 6000. thut er klagen / Ersoffen / g'schossen / vnd erschlagen / Vnd was noch gerissen auß / Macht dem GRIGI grossen Grauß. 13. O du weiß Defensional / B'schuͤtzest vns nun uͦberal / Die Graͤntzen gut / mit Leib vnd Blut: Gwißlich solches schoͤn ang'sehen / Redlich g'halten / dabey stehen / Erhalt dem Land vnd Graͤntzen rumb / D'Freyheit / Frid / Lob / vnd Reichthumb. 14. Meine Feder waͤr zu schlecht / Daß sie koͤndt entwerffen recht / Wie gut der Stand / in Schutz nahm s'Land: Resolviert zum GRIGI g'sprochen: Weichen solt / vnd nur nicht bochen / Halte s'Koͤnigs Wort vnd Hand / Sonst zerbrochen ist das Band. 15. Also fallt auff ewere Knye / Vnd danckt GOtt von Hertzen hie / Vor den Beystand / von seiner Hand: Auch den trewen Eydgenossen / Deren Huͤlff mir redlich gnossen / Diß ware vns das allerbest / Grigte sonst der Hahn im Naͤst. 16. Der die Welt mit Donner schroͤckt / Der das Meer vnd Erd bewegt / Am Firmament / fuͤhrt s'Regiment: Jener wolle euch begluͤcken / Vnd den Waffen Segen schicken / Einmahl hat der Kaͤyser recht / GOtt verlaßt nicht seinen Knecht. ENDE. Show less

Klaglied über den Tod von Ferdinand Maria, 1679
Trawriger Thon / Eines trewen vnderthaͤnigen Her⸗ tzens uͤber den vnverhofften Hintritt Deß Durchleuchtigisten Churfuͤr⸗ sten vnd Herrn / Herrn FERDINANDI MARIÆ, In Ober: vnd / Nidern Bayrn / auch der ObernPfaltz Hertzogen / Pfaltzgraf bey Rhein / deß Heil. Roͤm. Reichs Ertztruchseß... Show more Trawriger Thon / Eines trewen vnderthaͤnigen Her⸗ tzens uͤber den vnverhofften Hintritt Deß Durchleuchtigisten Churfuͤr⸗ sten vnd Herrn / Herrn FERDINANDI MARIÆ, In Ober: vnd / Nidern Bayrn / auch der ObernPfaltz Hertzogen / Pfaltzgraf bey Rhein / deß Heil. Roͤm. Reichs Ertztruchseß vnnd Churfuͤrst / Landgrafen zu Leuchtenberg / rc. Unsers gnaͤdigisten Chur⸗Landsfuͤr⸗ sten vnd Herrn. Welcher den 26. Maij / an dem Fest deß heiligen Wunderthaͤtigen Philippi Nerij Abends zwischen 2. vnd 3. Uhr Gott⸗ seelig von dem Zeitlichen zu dem Ewigen verschiden. Sol cadit & surgit, nos surgimus occidimusque. Ille redit, nobis quando redire licet. PERMISSU SUPERIORUM. Muͤnchen / bey Johann Jaͤcklin / Churft. Hoff⸗ Buchtrucker / vnd Buchhandler. Jm Jahr 1679. Hoͤchster GOtt im Himmels Throne / Sihe vnser groͤstes Layd / Sihe wie die liebe Sonne / Uns benom men hat die Freud / Dañ da sie ist vn der gangen / Hat die Trawer Nacht an gfangen. 1. Hoechster GOtt im Himmels⸗Throne Sihe vnser groͤstes Leyd / Sihe wie die liebe Sonne Vns benommen hat die Frewd / Dann da Sie ist vndergangen / Hat die Trawer⸗Nacht angfangen. 2. Da Sie nun hat durch dein Gnad Fast erreicht die hoͤchsten Strahlen / Ja Sie stund im hoͤchsten Grad Vns zu leuchten / vnd bestrahlen / Jst Sie vnverhofft verblichen / Vnd gar gaͤhling von vns gwichen. 3. Dermahl hats den Lauff vollendet Nach deinem Willen vnd Gebott / Sie hat sich zu dir gewendet Jn dem Leben / in dem Todt / Wird doch einmahl herfuͤr gehen Vnd glorwuͤrdig aufferstehen. 4. Also ist der Loͤw gewichen Zu der Jungfraw vnvermerckt / FERDINANDUS ist verblichen / Doch in GOtt gar fest gestaͤrckt. FERDINANDUM hat MARIA, Weil er FERDINAD MARIA. 5. Schoͤn zu Schleißhaimb stund die Blaumen / So da war die Sonnenwendt / Doch sie ließ sich niemand saumen / Hat sich gleich nach GOtt gewendt. Gab den Gruch deß hoͤchsten Preyß / Vnd wurd versetzt ins Paradeyß. 6. Drey vnd viertzig Jahr lang stunde Jener Baum schoͤn auffgericht / Wenig man dergleichen funde / Voll der Bluͤhe vnd schoͤnsten Fruͤcht. Da der Todt die Art gewetzt / Wurd er auß der Welt versetzt. 7. Jene Saulen ist gefallen / So getragen hat den Last / GOtt vnd auch dem Naͤchst zugfallen / Ohne Ruh vnd ohne Rast / Diß ist vnser Trost allein / Weil noch mehr verhanden seyn 8. FERDINANDUS hat erhalten Eine schoͤne Ehren⸗Cron / Weil er allzeit dergestalten Der rechten Religion Sich ein Bschuͤtzer in der That / Auffs eyffrigist erwisen hat. 9. Darumb ist an allen Orthen Vnser liebes Vatterland / Jedesmahl gelobet worden / Wie dann allen ist bekandt / Daß das Bayrland sey ein Frewd Der wahr vnd rechten Christenheit. 10. Diser durch sein fridsambs Gmuͤth / Haß vnd Feindschafft außzutilgen / Hat sich Tag vnd Nacht bemuͤht / Zwischem Adler und der Gilgen. Dahin trachtet er allein Bstaͤndig Frid vnd Ruhe zuseyn. 11. Man wolt schon den Frid verkuͤnden Allem Volck zu einer Frewd / Liesse sich von newem finden Grosser Krieg vnd Strittigkeit. FERDINANDUS geht zu Feld / Gwan den Himmel fuͤr die Welt. 12. O jhr liebe trew Soldaten FERDINANDO ewrem Held / Zeiget ewer Ritter⸗Thaten / Vnd verwachtet seine Zeld / Starck muß es verwachtet seyn / Daß der Feind nit breche ein. 13. Da er wolte vnverdrossen Expediren schwaͤre Sach / Hat der Feind auff jhn geschossen / Vnd veruͤbet seine Rach. FERDINANDUM in der Eyl Traff der Feind mit einem Pfeyl. 14. FERDINANDUS ist von hinnen / FERDINANDUS lebet doch. Reichlich wolte er gewinnen Bey GOtt in dem Himmel hoch / Der jhm hat das ewig Leben. Fuͤr das Kurtz vnd Zeittlich geben. 15. Schoͤne Plaͤtz / vnd feste Staͤtte Dermahl kombt jhr schon zuspat! Kaine FENDINAND errette! Weil er schon erstigen hat / Vnd die jene gnommen ein / Wo er wird versichert seyn. 16. Schon vor acht vnd zwaintzig Jahren / Wie man leichtlich dencken kan / Nach vil Sorgen / und Gefahren / Hat vnser MAXIMILIAN Gnommen auff dergleichen weiß Von Jngolstatt ein weite Reiß. 17. Grosse Andacht er erzeiget / Wie dann billich vnd gemeß Eyfferig zu GOtt sich neiget Da er hoͤrt die letzte Meß / Dreymal seufftzet er von Hertzen GOtt zu zeigen seine Schmertzen. 18. Seinen Wandel beyzubringen / Wie er allezeit gelebt / Hat er ja vor allen Dingen Jmmer nach dem Himmel gstrebt. Daher war er allezeit Zu dem Sterben schon bereit. 19. An dem Freytag ist er kommen / Vnd gegeben auff die Welt / An dem Freytag wider gnommen / Christo ewig bey geseelt. Weil er wolt mit Christo leyden sucht er auch bey Christo frewden. 20. Jhme hat er außerkorn Sanct Wolffgang fuͤr ein Patron / Weil er an seim Fest gebohrn / Liesse er niemahl darvon / Jhne stettigs hoch zu lieben / Vnd die Andacht zu jhm uͤben. 21. Aber da er wolte schaiden / Vnd sich schwingen von der Erd / Hat er jhme zu beklaiden Einen starcken Mann begehrt / Philippus Nerius ist gewest / Dann er gstorben an seim Fest. 22. Hoͤret Wunder vnd bedencket / Daß er vor einem viertl Jahr: FERDINAND PHILIPPO schencket Eine Grundstuck gantz vnd gar / Also hat er ja in gleichen Muͤssen Huͤlff vnd Beystand reichen. 23. Liebes Muͤnchen sambt dem Lande Sag mir an was hast gedacht? Da von Schleißhaimb dir die Gsande Dise trawer Post gebracht / Daß dein Churfuͤrst gstorben sey Abends zwischen zwey vnd drey. 24. Ja ich kan nur gar wol glauben Wie dein Hertz erfuͤllet war / Vnd voll Zaͤher deine Augen / Da man richt die Todten⸗Baar / So da sollt ein Wohnung seyn / FERDINANDUM schliessen ein. 25. O Jhr liebe Ordens Vaͤtt!er Ja die gantze Clerisey! Daß der Vatter vnd Erretter FERDINAND gestorben sey. Vmb sein Seel euch nemmet an! Weil Er euch vil Gnad gethan. 26. Arme Wittib / arme Waisen / Gnaͤdigist thaͤt FERDINAND, Aller Orthen Gnad beweisen / Jn den Staͤtten / auff dem Land / Allen machte eine Frewd / FERDINANDI Mildigkeit. 27. Sagt jhr Kuͤnstler / was jhr mainet? Ob die jene Kuͤnstler Hand / Von euch werde nit beweinet / Jch verstehe FERDINAND, So die Kuͤnstler hoch geliebt / Vnd die Kuͤnsten selbst geübt. 28. Vnderthanen vnd Vasallen So der Todt nun hat beraubt st ja freylich schwaͤr gefallen / 1 Zu verliehren jenes Haupt So in Mild⸗und Grechtigkeil Sie hat regieret allezeit. 29. Villich seynd ja all betruͤbet Durch so vnverhofften Fall / 2.Sonderlich so da beliebet / Weil schier gleichsamb auff einmal / Alle Gnaden⸗Strahl verschwunden / Dann sie FERDiNAND nit funden. 30. Ja dein Vatter hast verlohren Du O liebes Vatterland : GOtt hat aber ausserkohren / Emanuel fuͤr FERDINAND. Vnderthaͤnig ihn erkenne / Und nun deinen Vatter nenne. 31. Jhr Ministri vnd Regenten Fahret fort in ewer Trew / GOtt wird euch sein Seegen senden / Dermal stehet bayden bey / EMANUEL gehet an die Hand / Vnd wuͤnscht die Ruhe dem FERDINAND 32. O jhr alle Hoffverwandte! Ewere Dienst thuͤt noch einmahl Ja ich sage alle bekannte / Billich sollen kommen all! Zeiget ewerm liebsten Herrn / Durch Gebett die letzte Ehren. 33. Jn der Fruͤhe man thaͤte prangen An dem schoͤn Fronleichnambs⸗Tag / Klaͤglich ists am Abend gangen / Ja es war ein Trawer⸗Klag. Da man zu Sanct Cajetan Den Conduct gestellet an. 34. Nun erschwinget ewere Hertzen! Laßt vergehen die Trawer⸗Nacht! Legt beyseyts die grosse Schmertzen! Weil es GOtt hat also gmacht. Was er will das muͤßte seyn / Gebt nur ewren Willen drein. 35. FENDINANDUS wolt begeben / Sich zu seiner ADELHEID, Bayde nun beysammen leben / Dorten in der ewig Freud. Weil es dann GOtt also gfaͤllt / Seynd auch die Leiber beygesellt. 36. Nun so lebet bayde Hertzen / Ohne Sorg vnd ohne Klag / Jn der Ruhe ohn allen Schmertzen Beyde biß an Juͤngsten Tag. FENDINAND vnd ADELHEID. Leben beyd in Ewigkeit. Requiescant in pace. Show less

Missgeburt im Fürstentum Münsterberg, 1680
Wahrhafftige Neue Zeitung / So sich begeben in diesem 1680. Jahre den 22. April / im Fuͤrstenthum Moͤn⸗ sterberg / ein Viertel wegs von der Stadt / in einem Dorffe Ober⸗Kuntzendorf genannt / indem von einer Hirtin unter selbiger Herrschafft / ein sol⸗ ches Kind wie hier zu sehen am... Show more Wahrhafftige Neue Zeitung / So sich begeben in diesem 1680. Jahre den 22. April / im Fuͤrstenthum Moͤn⸗ sterberg / ein Viertel wegs von der Stadt / in einem Dorffe Ober⸗Kuntzendorf genannt / indem von einer Hirtin unter selbiger Herrschafft / ein sol⸗ ches Kind wie hier zu sehen am Oster⸗Mondtag Abend todt zur Welt geboren worden / wie es aus⸗ gesehen / zeiget dieser Abriß / und wird in diesem Gesange zu vernehmen seyn. Jm Thon: Es ist gewißlich an der Zeit / rc. 1. ACh GOtt / wie schroͤckliche Wunder gros / geschehen hier auf Erden / es wil doch niemand Busse thun / drum thut es aͤrger werden / weil man GOtts Wun⸗ der und Zeichen veracht / dieselben nicht ein⸗ mal betracht / in diesem Jammerthale. 2. Als man schreibt tausend / sechshundert Jahr / und achtzig auch darneben / hat sich diß zugetragen zwar / am Oster⸗Mond⸗ tag eben / in einem Dorffe wol bekant / Ober⸗Kuntzendorff wird es genannt / wie ferner zu vernehmen. 3. Ein Hirte wohnete alldar / in die sem Dorf ich sage / desselbigen sein Weib gebar / ein Wunder⸗Kind mit Klage / man hat es bald abcontrafeyt / daß es auch sehen an⸗ dre Leut / und hinfort thaͤten Busse. 4. Diß Kind war wunderlich gestalt / an dem Haupte gar eben / wie man allhier sieht abgemahlt / ein dicken Hals darneben / der Kopff war dicker als der Leib / lang ge⸗ tragen hats das arne Weib / ein gantz Jahr und Acht Wochen. 5. Kein Stirn und Nasen es nicht hat / aufm Kopff als grosse Hauben / auch harte Striche wie ein Drat / forn eine Spitz zu schauen / es war gar wunderlich formirt / was GOtt dadurch anzeigen wird / das thut die Zeit schon geben. 6. Aber viel Menschen achtens nicht / sie thun GOtts Wunder spotten / sie sprechen es ist ein Gedicht / es geschicht an frembden Orten / o wol ich hab noch lange Zeit / viel⸗ leicht ist die Straffe noch weit / kan mich noch wol bekehren. 7. Es kommet aber bald die Zeit / und waͤ⸗ ret denn nicht lange / das GOtt die Men⸗ schen straffen thut / und machet ihnen ban⸗ ge / bald wird ein grosser Krieg gefuͤhrt / und itzt ein grosse Pest regirt / daß sehr viel Menschen sterben. 8. Nehmts doch zu Hertzen Jung und Alt / thut euch fein bald bedencken / steht ab von Suͤnden mannigfalt / zur Busse thut euch lencken/ bethet zu GOtt ohn unterlaß / daß Er abwend seinen Zorn so groß / durch JE⸗ sum Christum / Amen. Show less

Eroberung von Straßburg in Dialogform gesetzt; 1681
Ein schoͤn Neu Lied. Von Vbergaab der Statt Straßburg : Jm Thon: Wie man der Coridon singt. Getrukt im Jahr / 1681. Gespraͤch⸗Gesang / 1. Montclar. NUn wil ich in dir leben Straßburg du schoͤne Statt Weil du dich uͤbergeben Wie mirs befohlen hat / Mein Koͤnig groß von Macht Jch sol... Show more Ein schoͤn Neu Lied. Von Vbergaab der Statt Straßburg : Jm Thon: Wie man der Coridon singt. Getrukt im Jahr / 1681. Gespraͤch⸗Gesang / 1. Montclar. NUn wil ich in dir leben Straßburg du schoͤne Statt Weil du dich uͤbergeben Wie mirs befohlen hat / Mein Koͤnig groß von Macht Jch sol dich thun angreiffen Jn mitten in der Nacht. 2. Straßburg. Ach ja es ist geschehen Wie dirs befohlen hat / Dein Koͤnig / hin zugehen. Zu nemmen dise Statt. Jn seinen eignen gwalt Die sonst so lang verbliben. Ein reine Jungfrauw alt. Dich Jungfrauw muß ich küssen Weil dir mein Koͤnig hold Vnd dich fein freundtlich gruͤssen Mit Silber und mit Gold. Weil solches besser ist Dann groß Geschuͤtz abschiessen / Sag ich zu diser frist. 4. Straßburg. Ach ja ich muß bekennen Mein Kraͤntzlein ist dahin / Mann wird mich fort nicht nennen Ein zarte Jungfrauw rein. Mein Lieber Herr Monclar / Du hast zur Beuth gewunnen Die Jungfrauw von Elsas. 5. Montclar. Jch bin dir nach gezogen Nun gar ein lange zeit / Du hast nich offt betrogen Vil ungelegenheit [...] Mit deinen grossen Stucken Bis du mir worden gar. 6. Straßburg. Mich hetst nicht uͤberkommen / Noch gar vil jahr und tag / Het man mich lassen brommen Fein rund ich dises sag / Mit meinen Stucken groß Du hettest muͤssen weichen / Mein weit beruͤhmt geschoß. 7. Montclar. Mein Koͤnig hat auch gossen / Gar grosse schwere Stuck / Vnd gsagt dann ich zum possen Damit fuͤr dein Statt ruck / Wann du nicht thuͤgest fein Mit willen rund aussagen / Du wolst sein eigen sein. 8. Straßburg. Das hab ich wol gemercket Vnd es erkennet bald / Das du mich aufgewecket / Mit treuwen zorn und gwalt / Vnd auch mit freundlichkeit Drum brauchte ich dargegen Auch die bescheidenheit. 9. Montclar. Du hast es recht erwogen / Und dir das Gluͤck erwehlt / Dich selbsten nicht betrogen Dein sach wol angestelt: Weil eben auch war da / des Koͤnigs Herr Statthalter / der Monsieur von Louva. 10. Straßburg. Es thet mich zwahr hart schmertzen / Das muß bekennen ich Vnd sucht mir nach zum hertzen / Das mich muß trauwen mich / Ein Teutsche Jungfrauw zart Jn so geschwinder Eile / Mit einer Weltschen Ardt. 11. Montclar. Du hast ja stets geliebet / Was Frankreich hat gemacht Vnd dich allzeit geuͤbet / Jn Jhrem Kleider⸗Pracht / Die Gilgen hast du schon Nun muß dich herrlich zieren / Die Koͤnigliche Kron. 12. Straßburg. Was wird der Keiser sagen / Das ich so gschwinder eil Ohn einigs Adieuͤ sagen Gefallen von dem Seil / Ein zierd dem Teutschen Reich Bin ich allzeit gewessen / Mir war fast niemand gleich. 13. Montclar. Den Keiser laß nun sitzen Er hat dich nit beschützt Er wird auch bald fein schwitzen Weil es ihn wenig nuͤtzt Das er nit kriegen kan. Jch sorg er werd bald muͤssen Sein Reich auch fahren lohn. 14. Straßburg. Was wil ich weiter machen Es ist jetz wie es ist / Es sind nun mehr die sachen Weder mit gwalt noch list / Zu enderen nimmermehr / Jch wil deßhalb stets suchen Allein des Koͤnigs Ehr. E N D E. Show less

Wundergeschichte mit einer Entführung durch den "Hl. Geist", Chur, 1682
Eine Warhaffte Neue Zeitung / Welche sich hat begeben im 1682sten Jahr / in der Hauptstadt / Chur / in der Buͤnten / wie allda drey reiche Toͤchter / sampt einer Dienst⸗Magd / an Sanct Andreas Nacht vom boͤsen Geist hinweg gefuͤh⸗ ret / und wie es weiter ergangen / ist in dem Gesang gantz... Show more Eine Warhaffte Neue Zeitung / Welche sich hat begeben im 1682sten Jahr / in der Hauptstadt / Chur / in der Buͤnten / wie allda drey reiche Toͤchter / sampt einer Dienst⸗Magd / an Sanct Andreas Nacht vom boͤsen Geist hinweg gefuͤh⸗ ret / und wie es weiter ergangen / ist in dem Gesang gantz ausfuͤhrlich zuverneh⸗ men. Jm Thon: Kommt her zu mir spricht Gottes rc. KOmbt her jhr Christen und seyd still / hoͤ⸗ ret was ich anzeigen will / von gar grau⸗ samen Dingen / so sich diß Jahr begeben hat / zu Chur in Buͤnten der Hauptstadt / will ich jetzt an Tag bringen. 2. Kein wunder waͤrs daß GOtt der HErr / viel Staͤdt und Doͤrffer nah und ferr / grausam ließ gehen unter / weil alle Laster Suͤnd und Schand / leyder jetzt nehmen uͤberhand / hoͤrt man taͤglich jetzunder. 3. Wie es dann jetzt mein frommer Christ / in der Stadt Chur ergangen ist / ein Burger thaͤt da wohnen / der war sehr reich an Haab und Gut / er hat drey Toͤchter wohlgemuth / er ließ ihnen gantz ihren willen. 4. Jhr Mutter sie erzogen hat / in grosser Hoff⸗ art und uͤbermuth / biß sie kamen zu Jahren / kein Arbeit haben sie nicht gethan / ein Dienst⸗Magd thaͤt im Haus auch han / ihn die Arbeit zu sparen. 5. Der Vatter sie offt straffen thut / und sprach die Sach thut nimmer gut / die Mutter thaͤt ant⸗ worten / ach last ihnen doch ihre Freud / sie kom⸗ men noch fruͤh genug ins Leyd / in Angst und grosse Sorgen. 6. Die Dienst⸗Magd ihres Alters war / gantz nah bey ein und zwantzig Jahr / die aͤlteste Tochter eben / ware alt bey neunzehen Jahr / merckt auff ihr Christen offenbahr / was sie thaͤten anheben. 7. Die andre Tochter war alt / bey sieben⸗ zehen Jahren bald / die juͤngste thu ich sagen / wa⸗ re nur alt vierzehen Jahr / welche mit Hoffart gantz und gar / und uͤbermuth umgeben. 8. Merckt auf ihr Christen Frau und Mann / was diese Toͤchter fangen an / an Sanct Andresen Abend / die DienstMagd zu den Toͤchtern sprach / wir woͤllen jetzt auff diese Nacht / nach unsern Liebsten fragen. 9. Sie gaben den Willen darein / sie wollten mit einander hin / auff den Gottsacker gehen / in jede holen ein Todtenbein / so koͤnnen sie er⸗ fahren fein / und ihre Liebste sehen. 10. Sie giengen miteinander hin / auff den Gottesacker nach ihrem Sinn / all vier ins Teuf⸗ sels⸗Namen / und da sie kamen auf den Weg / hoͤrt was ihnen begegnet hat / und wie es ihnen ist ergangen. 11. Da kamen vier Teuffel daher / als wañs vier junge Gesellen waͤrn / der erste wie ein Metz⸗ ger / der nahm die Dienst Magd an dem Arm / ein Furcht und Schrecken sie ankam / thaͤt sich ob ihm entsetzen. 12. Er sprach Hertzallerliebste mein / sagt mir wo wolt ihr so spat hin/ drauff thaͤt er sie um⸗ fangen / und fuͤhrt sie gleich mit ihm davon / hoͤrt wies den andern thaͤt ergehn / so mit ihr sind ge⸗ gangen. 13. Der aͤltesten Tochter erschien auch bald / der Teuffel in eins Herren gestalt / schoͤn gekleidt und wol gezieret / er gruͤsset sie mit Worten schoͤn / in dem thaͤt er sie greiffen an / thaͤt sie in die Lufft fuͤhren. 14. Fuͤhret sie gleich in die Lufft darvon / hoͤrt wie es der andern thaͤt gahn / sie sprachen ins Teuffels⸗Namen / Hertzliebster komm auch zu mir her / da kam der Teuffel ungefehr / wie ein Muͤller gegangen. 15. Sie meint es waͤr ein Muͤller Knecht und vermeinet es waͤr der recht / der thaͤt gleich zu ihr sagen / jetzund must du mit mir davon / in dem thaͤt er sie greiffen an / thaͤt sie zu boden schlagen. 16. Und verriß sie zu Stuͤcklein klein / die vierte Jungfrau merckets fein / fieng grausam an zu schreyen / O weh / O weh / HErr JEsu mein / ach thu mir Suͤnderin gnaͤdig seyn / und mir die Suͤnd verzeihen. 17. Da kam der Teuffel grausamer Gestalt er nahm die juͤngste Tochter bald / er thaͤt sie im Angesicht schlagen / dieweil sie GOttes Sohn rufft an / thaͤt er den Gewalt nicht zu ihr han / sie mit ihm hin zu tragen. 18. Die Tochter gieng mit Forcht und Grauß gar bald wiederum heim nach Haus / sie thaͤts den Vatter sagen / wie es ihnen ergangen waͤr / auch der Teuffel kam daher / wolt sie auch hinweg tragen. 19. Auch wie ihr beyde Schwestern schon samt der Dienst⸗Magd gefuͤhrt davon / so bald ers hat vernommen / alsbald er in Verzweifflung kam / ein Messer er in sein Hand nahm / hat ihm selbst das Leben genommen. 20. Und stach ihm selbst die Gurgel ab / hoͤr weiter an mit grosser Klag / wies der Mutter er⸗ gangen / die war bey sechtzig Jahren alt / und get jetzt in Eisen Band / ist in Verzweifflung kommen. 21. Darum ihr Christen Frau und Man nehmet doch ein Exempel dran / thut eure Kinder ziehen in der Jugend bey rechter Zeit / so giebt euch GOtt die Seligkeit / hilff daß wir seelig werden / Amen. ENDE Show less

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