Von einem Geizhals, Oberndorff; Komet, 1683
Zwo warhaffte neue Zeitungen. Die erste: Von einem reichen Geitzhals von Oberndorff im Schwobenland / 2. Meil von der Reichsstadt Rothweil / seines Nahmens Mi⸗ chael Weber: wie er von Gott gestrafft / und ein Gestalt wie ein Schwein bekommen / und sein Weib das schwanger gewesen / zwey junge... Show more Zwo warhaffte neue Zeitungen. Die erste: Von einem reichen Geitzhals von Oberndorff im Schwobenland / 2. Meil von der Reichsstadt Rothweil / seines Nahmens Mi⸗ chael Weber: wie er von Gott gestrafft / und ein Gestalt wie ein Schwein bekommen / und sein Weib das schwanger gewesen / zwey junge Schwein gebohren / und wie ihn GOtt weiter ge⸗ strafft / ist im Gesang zu vernehmen. Die andere: Von einem Buß⸗ruffenden Co⸗ met⸗Stern / so in diesem 1683. Jahr im Jenner an Him⸗ mel gesehen worden / das ist im Gesang außfuͤhrlich zu vernehmen. Gedruckt zu Freyburg im Breyßgau / bey Jacob Werll. ACh was fuͤr Jammer und Hertzenleyd / hoͤrt man zu dieser letzten Zeit / in teutsch⸗ und welschen Landen / von allerhand Laster / Suͦnd und Schanden / kein Buß ist mehr vorhanden. 2. Man lebt jetzund in Suͤnd daher / als wann kein GOtt im Himmel waͤr / gleich wie zu Noes Zei⸗ ten / Wucher und Geitz ist gar gemein / unter armen und reichen Leuthen. 3. Wie wir ein Exempel hand / was neulich in dem Schwoben⸗Land / zu Oberndorff gegeben / zwey Meil von Rothweil der Reichsstadt / darvon ihr hoͤ⸗ ren werdet. 4. Ein Burger allda wohnen thut / der war sehr reich an Haab und Gut / sein Nahmen heist Michael Weber / welcher gantz stoltz und praͤchtig war / in Wu⸗ cher thaͤt er leben. 5. Hoͤret wie GOtt ihn straffen thaͤt / in diesem Jahr mich recht versteht / weil GOTT durch seinen Seegen / wiederumb eine wohlfeyle Zeit / dem Edlen Teutschland geben. 6. Dieser Geitzhals wie vorgemelt / den 7. Jenner man zehlt / thaͤt nacher Rothweil lauffen / zween Waͤ⸗ gen mit Frucht er mit nahm / dieselbig zu verkauffen. 7. Als er war kommen auf den Marckt / die Frucht ihm viel zu wohlfeyl ward / umb das Geld wolt ers nicht geben / der Geitzteuffel ihn uͤberwand / gar zornig thaͤt er sagen. 8. Jch wolt eh daß der Teuffel kaͤm / und mich mit sambt der Frucht wegnehm / ich wil sie wieder Heym⸗ führen / und meinen Schweinen schuͤtten fuͤr / davon thun sie feist werden. 9. Er lud die Frucht bald wieder auff / thaͤt wieder fahren Heym nach Hauß / und als er Heym thaͤt kom⸗ men / fieng er grausamb zu fluchen an / hoͤrt wies ihm ist ergangen. 10. Weil er so grausamb schwur und flucht / uͤber die liebe heilige Frucht / thaͤt GOTT ihn schroͤcklich straffen / er wurd gleich in derselbigen Stund / als wie ein Schwein beschaffen. 11. Ein Kopff hat er auch wie ein Schwein / auch wo die Haͤnde thaͤten seyn / hat er auch Schweinen Klawen / sonst hat er noch recht Menschen Gestalt gar grausam anzuschauen. 12. Sein Weib welche groß schwanger war / ihr lieben Christen nehmet wahr / wie sie GOtt thaͤt heym⸗ suchen / wegen Geitz und groß Ubermuth / thaͤt GOtt sie auch heimsuchen. 13. Daß sie gebahr / 2. junge Schwein / grausam diese thaͤten seyn / also sie auff die Welt kommen / als Schweinlein anzusehen / weiter hat man vernommen. 14. Die Mutter in Verzweifflung kam / ein Messer sie in die Hand nahm / thaͤt sich selbst umbringen / und stach ihr in die Gurgel ab / ach der schrecklichen Dingen. 15. Der Mann gantz unsinniger Gestalt / ligt itzund in eisen und Band / gantz sinnloß beschlossen / kein recht Speiß er geniessen kan / GOtt hat er gantz vergessen. 16. Drum ihr Christen Frau und Mann / ach nemt ein Exempel dran / last euch nicht übernehmen / den grausam wucher und geitz / O we der grossen sünden. 18. Vor dieser suͤnd bewahr uns Gott / er steh uns bey in aller Noth / daß wir koͤnnen erlangen / die ewig Freud und Seeligkeit / durch JEsum Christum / Amen. Das Ander: ACh Christen Hertzen kombt herbey / und hoͤret zu mit Buß und Rew / was wir vor Zeitung brin⸗ gen / zu wünschen waͤr es leyder zwar / daß wir viel gu⸗ tes braͤchten dar / und koͤnten froͤlich singen. 2. Doch weil die Welt ist Boßheit voll / so kan es anders seyn nicht wol / GOtt muß auch Straff erzei⸗ gen / drum setzt er an der Wolcken⸗Bahn / uns seine Botten an / daß wir zu ihm uns neigen. 3. Hoͤrt doch und mercket auff zur Hand / was sich juͤngst in dem Polner⸗Land / vor Wunderzeichen wiesen / zu Camek Podolsky wist / die eine Statt in Polen ist / von maͤnniglich gepriesen. 4. Man sah allda am Morgen schoͤn / zwo Son⸗ nen an dem Himmel stehn / mit Blut gefaͤrbten strah⸗ len / es wurd geschaut mit Hertzenleyd / was dieses Wunder wol bedeut / weiß niemand abzumahlen. 5. Zwey Schwerter auch man wurd gewahr / von Blut gefaͤrbet gantz und gar / daran zwey Hertzen ste⸗ cken / ein Arm der die Schwerter hielt / es weiß nie⸗ mand wohin er zielt / gen Auffgang sie sich reckten. 6. Deßgleichen auch zwey Toden⸗Saͤrck / in Wolcken stunden überzwerch / mit zwey der Toden⸗ Koͤpffen / sampt einer hellen Feuer⸗Ruth / was dieses wol bedeuten thut / ist hierauß zu schoͤpffen. 7. Nun mercket aber weiter mehr / es zogen auch zwey Krieges⸗Heer zusammen in den Luͤfften / man hoͤrte grossen knall und schall / daß es im Land dort uͤberall / viel schrecken thaͤt anstifften. 8. Es wehrte fast bey etlich stund / daß jederman es sehen kunt / wiewol nicht ohne zittern / die Wolcken sahen feurig auß / es sah wer es sah mit grauß / und grossen Forcht erschittern. 9. Zuletzt verschwand es alles schoͤn / und bliebe doch die Ruthen stehn / ihr lieben Christenleuthe / denckt doch und geht selbst in euch / was dises wol dem gantzen Reich / fuͤr straff und angst bedeute. 10. Fuͤrwahr des HErren Tag ist nah / vil Wun⸗ derzeichen sind schon da / wer will sich dann bekehren? ehe er zuletzt GOttes Gericht / was man zu den Gott⸗ losen spricht / mit schrecken muͦsse hoͤren. 11. Gewißlich GOtt ist Gnaden mild / bey ihm es noch erbarmen gilt / drum niemand sich verspaͤte / und dencke was Gott jenen weist / daß er ihn auch be⸗ kehren heist / er thu doch Buß und bette. 12. So seyd demnach ihr Christen fromm / daß GOtt nicht mit der Straff auch komm / wie dorten juͤngst in Polen / gewiß die Ruth ist schon ge⸗ steckt / drum auff und seyd zur Buß erweckt / ich mahn euch unverholen. E N D E. Show less

Zweite Wiener Türkenbelagerung, 1683
Warhafftige Beschreibung von dem tapfferen Wiederstand der Belaͤgerten Stadt Wien / Was sich in kurtzverwichner Zeit / in Stuͤrmen und Ausfaͤllen darinn und darvor begeben und zugetragen / wird der geneigte Leser in nachfolgendem Lied mit Mehrerem zu vernehmen haben. Jm Thon: Ach weh du armes... Show more Warhafftige Beschreibung von dem tapfferen Wiederstand der Belaͤgerten Stadt Wien / Was sich in kurtzverwichner Zeit / in Stuͤrmen und Ausfaͤllen darinn und darvor begeben und zugetragen / wird der geneigte Leser in nachfolgendem Lied mit Mehrerem zu vernehmen haben. Jm Thon: Ach weh du armes Prag / rc. Zu Regenspurg gedruckt / bey Hans Jacob Dallensteiner / Jm Jahr 1683. HOert an ein neues Gesang was ich jetzund will singen zu Lob der schoͤnen Dam in Oestereich ist wol be⸗ kandt / Stadt Wien wird dieselb/ genannt / von kayserlichem Stañ 2. Dieselb gebohrẽ ist / Adelrein thut sie leben / jetzund zu aller Frist die hat viel Geld / Silber u. Gold gleich wie ein Fürstin haben solt wie ich des bin bericht. 3. Viel Diener sie thaͤt han / die sie gar wol verwachen / wol bey achttausend Mann / mit mit Stu⸗ cken u. Carthaunen groß / mit Pro⸗ viam / mit Kraut und Loth / wo nun der Feind her kam. 4. Haben sie gute Wacht / der Paß ist wol versehen / bey Tag und auch bey Nacht / der Tuͤrckisch Blut⸗Hund zu ihr kam / hielt um die Edel⸗ Dame an / dessen sie gar nicht acht. 5. Der Vezter mit seim Heer / thaͤt sie gar schön umfangen / und botb ihr grosse Ehr / vielmal er sie aufordern ließ / auch Schmeichelwort er [...] verhieß / wann sie sein eigen wird. 6. Er woll ihr einen Krantz / [...] aufsetzen / und fuͤhren an den Tantz / wann sie sich ihm ergeben wolt / soll sie kein Mangel mehr an Gold / haben im Leben gantz. 7. Die Dam zur Antwort gab / deiner ich nicht begehre / well ich das Leben hab / weil du ein Tuͤrckischer Bluthund bist / Betrug und Falsch⸗ heit in dir ist / wie ich vornommen hab. 8. Mein Herr ist Kaysers Blut / er thut mich defendieren / halt mich in guter Hut / von ihm will nicht lassen ab / weil ich ein gantze Mauren hab / er hat auch Heldesmuth. 9. Mit seiner grossen Macht kan er mich wol versehn / bey Tag und auch bey Nacht / du aber bist ein Tuͤrckischer Gast / und mancher Stadt ein Uberlast / hast viel in Armuth bracht. 10. Chur Maintz / Chur Coͤlln / und Trier / Chur Bayern und Sachsen / Brandenburg auch marschier / Heydelberg und gantz Roͤmisch Reich / die kommen all zu der Hochzeit / wie dus erfahren wirst. 11. Es kommen die Hochzeit Gaͤst / viel Füͤr⸗ sten / Grafen und Herrn / geziert aufs allerbest / es kommen auch zu Fuß und Pferd / jedermann zu der Hochzeit begehrt / keiner will sein der letzt. 12. Es kom̄en auch viel Spielleut / mit Stuͤ⸗ cken und Carthaunen / mit Freuden zur Hochzeit / Tropeten / Trommel und Pauckenschall / das es er erklang in Berg und Thal / gegen dem Tuͤr⸗ ckischen Feind. 13 Solchs den Tuͤrcken verdroß / mit Stu⸗ cken und Carthaunen / spielt er ohn unterlaß / dar⸗ mit trieb er ein grossen Pracht / daß unter ihm die Erden kracht / Granaten er auch schoß. 14. Studenten / Becken⸗Muth / gegen dem Feind ausfallen thaͤt / sie wagte Leib und Blut / den Feind thaͤten sie greiffen / es kost bey sieben tausend Mann / wie man vernehmen thut. 15. Fuͤnff Stund sag ich fuͤewar / thaͤten sie [...]harmutzieren / auf den Feind schlug man dar / [...] manchem Tuͤrck sein haar und Haut / vor Wien⸗Stadt der gar schoͤnen Brant / in Lufft geflogen war. 16. Duͤnnewald ist wolgemuht / gar ritterlich thut fechten / mit den Bluthunden gut / das klein Geschuͤtz wie der Hagel gieng / gar mancher Tuͤrck zur Erden fiel / mußt sterben in seim Blut. 17. Das Blutdurstige Heer / desgleichen tapf⸗ fer streitten thaͤt / und schlugen auf sie dar / zu letzt das Kayserliche Heer / von dem Feind gantz um⸗ geben war / doch halff ihn Gott der HErr. 18. Daß sie mit gantzer Gewalt / durch den Feind muͤsten schlagen / biß sie die Bruͤck erlangt / auf der Thonau⸗Brucken Freund und Feind / bald mit einander kommen seynd / da that man Widerstand. 19. Doch drungen sie hinein / der Feind der vermeinen / die Stadt waͤr eigen sein / sie drungen auf einander dar / die Bruck mit Volck beladen war / viel fielen in Graben nein. 20. Der Türck mit seiner Macht / fieng grau⸗ sam an zu stuͤrmen / bey Tag und auch bey Nacht / 5. Stuͤrme sind geschlagen ab / acht und zwantzig tausend nieder gmacht / wie man vernom̄en hat. 21. Soldaten und Burgerschafft / thaͤten sich tapffer halten / gegen deß Tuͤrcken⸗Macht / sie schlugen nieder ohn alle Gnad / im Graben war ein tieffes Bad / vor die Tuͤrckischen Hunde 22. Stahreuberg und Duͤnnewald / die thaͤ⸗ ten starck ausfallen / gegen dem Tuͤrcken bald / sie schossens nieder zu der Stund / gar manchen tuͤr⸗ ckischen Bluthund / GOtt geb ihn Gluͤck und Heil. 23. Wienstadt du Vestung starck / Gott wol⸗ le dich behuͤten / vor Feuer und Krieges⸗ Noth / und geben dir nach dieser Zeit / die ewig Freud und Seeligkeit / Amen bewahr dich GOtt. Show less

Teufelserscheinung, Drewitz, 1686
Eine grausame und er⸗ schroͤckliche Neue Zeitung / So sich zugetragen / im Januari deß 1686. Jahrs zu Trewitz / vier Stund von Frauenstatt / von dreyen Bauers⸗Knechten wie selbige aus Faulheit und unvermeßlicher Begier de zum Muͤssiggang / sich dem Teufel ergeben wolle damit er ihnen die... Show more Eine grausame und er⸗ schroͤckliche Neue Zeitung / So sich zugetragen / im Januari deß 1686. Jahrs zu Trewitz / vier Stund von Frauenstatt / von dreyen Bauers⸗Knechten wie selbige aus Faulheit und unvermeßlicher Begier de zum Muͤssiggang / sich dem Teufel ergeben wolle damit er ihnen die Music lehrte / auf daß sie die uͤbrig Zeit ihres Lebens ohne Arbeit zubringen moͤchten / w[...] fuͤr ein grausam und erschroͤcklich End sie genom⸗ men / wird der guͤnstige Leser in dem Ge⸗ sang vernehmen. Jm Thon: Wol auf ihr klein Wald⸗ Voͤgelein. Erstlich gedruckt zu Preßlau. 1. VIel Suͤnden dieser Zeiten / und Laster gehn im Schwang / man findet viel der Leuten / die nur ihr Lebenlang dem Muͤssiggang nachstre⸗ ben / aus Faulheit suchen nicht was ehrlich anzuheben / billig ihre Pflicht. 2. Ein mancher bringt sein Leben / nur / nur in dem oder hin / dem Laster nachzustreben / bezaubert ih⸗ ren Sinn / bis daß er sie kan faͤllen der abgesagte Geist / dardurch er ihre Seelen mit List zu fangen weiß. 3. Der boͤse Feind geschaͤfftig / stets im Muͤssig⸗ gang / ein Mittel dardurch kraͤfftig / erhalten kan im [...]wang / die sich darein ergeben / fuͤr ihm nicht haben Ruh / bringt sie um Leib um Leben / zu letzt der Hoͤllen [...]. 4. Zum Rauben / Mord und Stehlen / ja andern Lastern mehr / die kaum hier zu erzehlen / fuͤhrt er ein grosses Heer / die sich in Faulheit weiden / verkehrt er ihren Sinn / daß wann sie Mangel leiden / offt suchen Huͤlff bey ihm. 5. So hat sich zugetragen / ein unerhoͤrte That / [...]r erwan wenig Tagen / vier Stund von Frauen⸗ [...]att zu Trewitz ich euch sage / von dreyen Bauren⸗ knecht / so faul und all ihr Tage / niemals gebetet [...]cht. 6. Matthaͤus Karpff mit Nahmen / Johannes [...]ichner auch / die kamen da zusammen nach Bauren⸗ knechten Brauch / der Michel Baumer eben / kam ich zu diesen Zween / hoͤrt was sich nun begeben / und weiter ist geschehn. 7. Sie fiengen an zu klagen / daß ihre Arbeit schwer / ja kaum mehr zu ertragen / noch zu erdulden waͤr / ein je der wuͤnscht beyneben / zu haben faule Tag / und daß sein ganzes Leben / von Arbeit frey seyn mag. 8. Hierauf der erste saget / bekuͤmmert euch nicht sehr / ich hoͤr wol wie ihr klaget / ich gib euch gute Lehr / wir wollen Spiel⸗Leut werden / das ist nicht uͤble Zeit / die beste Lust auf Erden / ist es nur folgt mir heut. 9. Jch will ein Baß mir kauffen / kauff du dir ein Discant / mit eim Hackbrett soll lauffen / der dritt in seiner Hand / wir wollen von Beschwerden / und Ar⸗ beit ledig seyn / die Music soll auch werden / uns dreyen heut gemein. 10. Wanns Nacht ist lasst uns gehen / auf eine Creutz⸗Straß zu / so werdet ihr bald sehen / wie da in einem nu / der Teufel uns muß lehren / die Music / dann ich will / ihn schon hierzu beschwoͤren / ihr aber schweiget still. 11. Es thaͤte bald belieben / denselben dieser Rath / aus Faulheit angetrieben / zu solcher boͤsen That: ver⸗ liessen Christen⸗Orden und wichen ab von GOtt / derhalben seynd sie worden / gar bald deß Teufels Spott. 12. Zur Creutz⸗Straß sie hingiengen / und mach⸗ ten einen Ring (Ach der grausamen Dingen / davon ich euch jetzt sing) im Circul sie sich setzen / darauf der erst befahl / daß keiner nicht solt schwaͤtzen / auf daß es gehe wol. 13. Begunt hierauf zu sprechen / sein Teuffelischen Bahn / der boͤs Geist / sich zuraͤchen / bald zu den dreyen rann / er ließ sich erstlich sehen / gleichwie ein Faß voll Feur / vor Angst sie schier vergehen / vor diesem Unge⸗ heur. 14. Der ein fieng an zu klagen / ach! wie ist mir so bang / die Haar gen Berg mir ragen / ach / ach! mein [...]b enlang / hab ich nicht ausgestanden / ein solche grosse Noth / es ist gewiß vorhanden / der ewig herbe Tod. 15. Der ander klagt mit Schreyen / die unerhoͤrte That / es thaͤt ihn sehr gereuen / doch war die Reu zu spat / er sprach das Hertz mir bebet / mein Blut erstar⸗ ret mir / mein Zung am Rachen klebet / kein Huͤlff find ich mehr hier. 16. Sagt ich ja euch zuvoren / daß ihr solt reden nicht / dann wir seynd jetzt verlohren / der erst zu ihnen spricht: Ach weh uns armen Seelen / dann uns wird Hoͤllen⸗Pein / jetzt ewig / ewig quaͤlen / weil wir des Sathans seyn. 17. Hierauf der Teufel kame / in greulicher Ge⸗ stalt / mit ihm in Luͤfften nahme / den ersten / und drauf bald / den andern hat zerrissen / die Stuͤcke sahe man / im Feld herum geschmissen / wie ich euch sagen kan. 18. Der dritte war gefunden / vom Teufel hart ge⸗ ruckt / daß auch in wenig Stunden / sein Geist war eingeruckt / doch konnt er noch als erzehlen / wies da ergangen ist / ach weh den armen Seelen / verfuͤhrt durchs Teufels List. 19. Merckt nun ihr jungen Knaben / lasst Faul⸗ heit / Muͤssiggang / bey euch kein Wohnung haben / durch euer lebenlang / ihr sollt euch fleissig nehren / mit Arbeit eurer Haͤnd / so wird euch Gluͤck beschehren / der Hoͤchst in euerem Stand. 20. Seht wie es ist ergangen / die so den Muͤssig⸗ gang / und Fauheit angehangen / wie sie ins Teufels Zwang / und Stricke seind gerathen / darvor behuͤt uns GOtt / der segne unser Thaten / helff uns aus aller Noth. E N D E. Show less

Der "Wunderfisch" zu Köln, 1689
Warhafftige und gruͤndliche Relations⸗ Zeitung / Welche uns Meldung thut von einem grausamen grossen Wun⸗ der⸗Fisch / welcher den 3. Mertzen 1689. Jahrs bey der weitberuͤhmten Haupt⸗ Stadt Coͤllen am Rhein / von 15. Fi⸗ schern ist gefangen / und in die Stadt Coͤlln mit grossem Wunder... Show more Warhafftige und gruͤndliche Relations⸗ Zeitung / Welche uns Meldung thut von einem grausamen grossen Wun⸗ der⸗Fisch / welcher den 3. Mertzen 1689. Jahrs bey der weitberuͤhmten Haupt⸗ Stadt Coͤllen am Rhein / von 15. Fi⸗ schern ist gefangen / und in die Stadt Coͤlln mit grossem Wunder gebracht worden / was fuͤr Wunder⸗Zeichen man an ihm gefunden und gesehen / auch wie groß und schwer er ist gewesen / ist al⸗ les gar ausfuͤhrlich hierin zu vernehmen. Jm Thon: Wie die sieben Wort / rc. Gedruckt zu Coͤlln am Rhein / Bey Michael Hering / im Jahr 1689. 1. JM Nahmen der Hohen Dreyfal⸗ tigkeit / GOtt Vatter / Sohn / heili⸗ ger Geist / wollen wir euch anzei⸗ gen / wie GOtt der HErr uns warnen thut / mit vielen Wunderzeichen. 2. Wir leben jetzt in Suͤnd daher / als wann kein GOtt im Himmel waͤr / wie zu Loths und Nohe Zeiten / kein Warnung will nicht helffen mehr / drum wird uns GOtt ausreuten. 3. Der treue GOtt ja selber spricht / er begehr die Straff des Suͤnders nicht / son⸗ dern sollen uns bekehren / doch schlaͤgt man alles nur im Wind / was die Prediger uns lehren. 4. Man schreibt man singt man sagt darvon / will kein Mensch von Suͤn⸗ den lohn / biß daß die Straffen kommen / wie wir dann leider abermal / mit Trau⸗ rigkeit vernommen. 5. Jn diesem jetzt lauffenden Jahr / den dritten Mertzen offenbar / bey Coͤlln am Rhein begaben / mit einem grossen Wun⸗ der⸗Fisch / so sie gefangen haben. 6. Man spuͤhrt ihn 8. gantzer Tag / mit grossem Schrecken und mit Klag / viel Fi⸗ scher thaͤten kommen / mit Rohren man ihn geschossen hat / ehe daß er wurd be⸗ zwungen. 7. Gab man ihm 26. Schuͤß / zu letzt er noch mit wenig Nutz / ist uͤberwunden worden / fuͤnff Menschen er beschaͤdiget hat / daß sie sind gleich gestorben. 8. Als man ihn brachte an das Land / viel Wunder man an ihn da fand / an dem Kopf thaͤt er haben / 2. Hoͤrner grausam⸗ cher Gestalt / thu ich mit Warheit sagen. 9. Das rechte Horn ware gestalt / wie an die Tuͤrken⸗Saͤbel mahlt / dem Mond ware das Zeichen / bey anderthalb Elen war es lang / das ander Horn deßgleichen. 10. Wie ein Stoßdegen war anzuse⸗ hen / mit einem Creutz da thaͤte stehen / wie es die Christen tragen / die Floßfedern der⸗ gestalt / wie lauter scharpffe Degen. 11. Auf beyden Seiten man da fand / von Kriegsruͤstung allerhand / Mußqueten / Standarten und Fahnen / als wann man [...]e haͤt abgemahlt / hoͤrt weiter allesam̄en. 12. Und wo er sein Schweiff solte han / war er wie ein Drach anzusehn / 4. Elen⸗ [...]ng gewesen / geformiert wie ein Pflit⸗ hen⸗Pfeil / weiter find man zu lesen. 13. Wie groß und schwaͤr er gewesen ist / zwoͤlff Elen mein frommer Christ / thut man warhafftig schreiben / bey sechs und dreyssig Centner schwaͤr / 18. Pfund des⸗ gleichen. 14. Sein Kopf war geformirt wie ein Hecht als man ihn nacher Coͤllen braͤcht diß Wunder zu beschauen / darauf alsbald ein weise Rath / befohlen ihn zu verhauen. 15. Sein Blater war so grausam gross wie ein drey Eymrigs Faß / in dem Fisch man hat gefunden / drey schwartze Creutz recht geformirt / ach was bedeut das Wunder. 16. Viel hundert Menschen Frau und Mann / Reich und Arm da zugegen stahn diß Wunder zu beschauen / die Creutz man auf behalten hat / es weynet Mann und Frauen. 17. Darum ihr Christen Frau und Mann / laßt euch die Gschicht zu Hertzen gahn / die ihr von mir vernommen / ich bitt thut Buß steht ab von Suͤnd / eh die Straffen kommen. 18. Wir finden in heiliger Schrifft wie es vor Zeiten gangen ist / Sodoma und Gomorra / und auch der Stadt Jeru⸗ salem / GOtt straffte in dem Zorn. 19. Ach bittet alle den treuen GOtt daß Er abwend die grosse Noth / Er wol[...] nach diesem Leben / die ewige Freud und Seeligkeit / uns allensamm geben. E N D E. Show less

Eroberung von Mainz, 1689
Freuden⸗Gedicht / uͤber Die gluͤckliche Eroberung der Chur⸗ Fuͤrstlichen Haupt⸗Stadt und Vestung Maͤintz / Wie solche von der Kaͤiserl. Chur⸗Baͤy⸗ [...]sch⸗ und Saͤchsischen Armee belaͤgert / und in diesem 1689. Jahr / den 9. Herbstmonat mit Accord erobert und eingenommen worden. Jst in... Show more Freuden⸗Gedicht / uͤber Die gluͤckliche Eroberung der Chur⸗ Fuͤrstlichen Haupt⸗Stadt und Vestung Maͤintz / Wie solche von der Kaͤiserl. Chur⸗Baͤy⸗ [...]sch⸗ und Saͤchsischen Armee belaͤgert / und in diesem 1689. Jahr / den 9. Herbstmonat mit Accord erobert und eingenommen worden. Jst in folgendem Gesang zu vernehmen. Jm Thon: O weh du armes Prag. Er lebe Er triumphire. Gedruckt in diesem Jahr. 1. WAcht auf mit grosser Freud / last uns nun jubi⸗ liren im gantzen Roͤmischen Reich / weil Maͤintz diese beruͤhmte Stadt / der Kaiser itzt bezwungen hat / durch manchen harten Streich. 2. Auf ihr Carthaunen kracht / stimmt an Posaunen Floͤten ein Freuden⸗Jubel macht / bringt her die schoͤn⸗ sten Saiten⸗Klang / und praͤsentirt ein herrlichs Gsang / daß drob der Himmel lacht. 3. Weil die Fortuna prangt / herrlich mit guldnen Strahlen so wir den Sieg erlangt / der Himmel ist daselbsten hold / unserem grossen LEOPOLD / weil er ihn so empfangt. 4. Ach Maͤintz die schoͤne Stadt / man hat dich hart belaͤgert / beschossen fruͤh und spat / und wolst doch dich ergeben nicht / jedoch jetzund gantz ritterlich / man es bezwungen hat. 5. Durch Schiessen Tag und Nacht / mit Stucken und Carthaunen hat man erschroͤcklich kracht / Si[...] schantzten da bey Tag und Nacht / damit man gut Anstalt macht / es wurd kein Zeit geacht. 6. Man kennet jetzt fast nicht / die schoͤn Pallaͤst und Haͤuser wie die seynd zugericht / was man unuͤber win[...] lich acht / jedoch jetzt vor der Teutschen Macht / all[...] zerfaͤllt und bricht. 7. Den 7. Septembris der Sachs in den Apr[...] schen zum Stuͤrmen ruͤstet sich / die Contrascarp bek[...] mens ein / das bracht den Frantzmann grosse Pein viel weinten bitterlich. 8. Ach Maintz wo ist dem [...] ben Kaͤiser / denck nicht an Franckreich hin / kein Suc⸗ urs mehr zu kommen kan / Stuck und Carthaunen donnern thun / brachen die Mauren ein. 9. Mit Feuer grausam sehr / ware Maintz bedecket / mit Bomben allso schwehr / wurd es geaͤngstigt und [...]edraͤngt / als wenn es von dem Himmel regnt / fielens Luͤfften her. 10. Bis endlich ungeacht / die Generalitaͤten / sehr gute Anstalt gmacht / und alles gar wol observirt / zum stuͤrmen alles praͤparirt / bis er wurd angebracht. 11. Churfuͤrst Emanuel / erwiese seine Thaten / esse anlauffen schnell / der grosse Herr mit Helden⸗ Muth / schonet selbst nicht sein eigen Blut / gieng mit an alle Stell. 12. Hertzog von Lotharing / gar weißlich thaͤt an⸗ stellen / fuͤrsichtig alle Ding / wie man es solte greiffen in / daß man nun uͤberwinden kan / Franzosen und bezwing. 13. Der Sturm bracht ihnen viel Graus / sie steck⸗ ten da geschwinde die weisen Fahnen raus / darauf auf Gnade und Ungnad / man ihnen Perdon gegeben hat / ey Koͤnig bleib zu Haus. 14. Darnach man accordirt / daß sie mit brennen⸗ den Lunten / zu der Stadt nanß marchirt / mit fliegen⸗ den Fahnen und Saitenspiel / der Gnad sie hatten schier zu viel / sie hattens nicht verdient. 15. Sechs tausend / sechs hundert / darzu neuntzig Franzosen / zu Maintz man fand bewehrt / viel hundert Waͤgen man wegfuͤhrt / auch dreissig Schiff gezehlt da wird / dazu viel hundert Pferd. 16. Zwey Moͤrsel und 4. Stuͤck / noch zwey halbe Carthaunen / nahmetz mit sich zuruͤck / und zogen mit zum Galgen nauß / weil sie die Stadt gantz raͤumten aus / trollt euch wieder nach Hauß. 17. Auch sechs und dreissig Fahnen / darbey auch zehen Standarten / was das vor eine Summ / eine Convoy bis Landau hin / daß sie sicher moͤgen kommen hin / brecht lieber Halß und Bein. 18. Weiter hat man Bericht / Hertzog Christian von Sachsen / vor Maintz geblieben ist / ein kugel ka⸗ me aus der Stadt / sein Leben ihm verkuͤrtzet hat / sein Seel den Himmel ziert. 19. Weiter sonst man auch schreibt, daß sie gar frisch gefochten / gar maͤnnlich in den Streit / aber doch viele blieben todt / dieselben begnad der liebe GOTT / geb ihn die ewig Freud. 20. O Maintz du schoͤne Stadt / nun ist von dir der Frantzmann weg / sieh wie sich jetzund hat / das Blaͤt⸗ lein mit dir umgewendt / jetzund bist du ins Kaysers Haͤnd / durch GOttes Huͤlff und Gnad. 21. Nun wird der Marsch bald gehen den nechsten Weg nach Philippsburg hin / und wollen da auch se⸗ hen / daß sie das Ort bekommen ein / ob die Franzosen trotzig seyn / man fragt doch nichts darnach. 22. Jhr Maintzer seyt bereit / dem Hoͤchsten Danck zu sagen / fuͤr solche grosse Freud / weil Er sein kleines Haͤuflein mehrt / und uns stets unser Bitt gewehrt / durch JESUM jederzeit. Das gantze Heil. Roͤmische Reich. 23. Ach liebste Schwester mein / wir wuͤnschen dir wider Gluͤck aufs neu / sollst uns willkommen seyn / jetzt wollen wir mit dir zugleich / leben in dem Roͤmischen Reich / zu unsers Kaysers Ehr. Show less

Brandkatastrophe in Kopenhagen, 1689
Eine erschroͤckliche und erbaͤrmliche RELATION, Von einem durch die Feuers⸗Brunst Unerhoͤrten grossen Ungluͤck / welches sich zugetragen hat den 19. April des 1689. Jahrs / in Dennemarck / in der Koͤnigl. Haupt⸗ und Residentz⸗Stadt Koppenhagen. Solches wird Nachfolgendes Gesang ... Show more Eine erschroͤckliche und erbaͤrmliche RELATION, Von einem durch die Feuers⸗Brunst Unerhoͤrten grossen Ungluͤck / welches sich zugetragen hat den 19. April des 1689. Jahrs / in Dennemarck / in der Koͤnigl. Haupt⸗ und Residentz⸗Stadt Koppenhagen. Solches wird Nachfolgendes Gesang ausfuͤhrlich melden. Jm Thon: Ach weh du armes Prag / rc. Gedruckt in diesem Jahr. 1. ACh hoͤrt mit Schroͤcken an / so ich euch werde singen / und klaͤrlich zeugen an / was sich jetzund in Daͤnnemarck / durch Wunder⸗grosses Feuer starck / begeben hat alsdann. 2. Es wurde zugericht / in der Stadt Kop⸗ penhagen / nach Koͤniglicher Pflicht / ein groß und schoͤn Comoͤdi⸗Haus / von Dan⸗ nen⸗Brettern inn und aus / so man noch gse⸗ hen nicht. 3. Daruͤber war so gar / von denen Han⸗ wercks⸗Leuten gebaut ein gantzes Jahr / bis des Koͤnigs Geburts⸗Tag kam / allda das Werck ein Ende nahm / und zugerichtet war. 4. Eine Comoͤdi schoͤn / dem Koͤnig selbst zu Ehren / thaͤt dieses Werck angehn / dar⸗ zu beruffte man voraus / das gantze Koͤ⸗ nigliche Haus / die Freud und Lust zu sehn. 5. Als dieses gieng vorbey / wurden auch eingeladen / viel Damen mancherley / der Cavallier auch also viel / auf den neunzehen⸗ den April / dieses zu sehen frey. 6. Das Spiel den Anfang nahm / bald aus den Wolcken gflogen / der Gott Mer⸗ [...]uri kam / und bricht mit diesem Wort her⸗ aus / Donner / Blitz / Hagel / Feuer aus / da entstund eine Flamm. 7. Die brandte also heiß / im Augenblick [...]griffe / das gantz Wacholder⸗Gestraͤuß / [...]ormit haͤuffig behangen dann / das gantz Theatrum um und an / umfangt den gantzen Kraͤiß. 8. Jm Augenblick jetzund / das Haus viel hundert Menschen / in groͤsten Flam̄en stund / kein Mensch die Thuͤr kundt finden gleich / [...]a war groß Jammer und Geschrey / im Feuer alls verwundt. 9. Viel jaͤmmerlich erstickt / zertretten und verbrennet / in solchem Ungeluͤck / die vor⸗ nehmsten Cavallier / und Dames sich be⸗ funden hier / niemand der sie erqvickt. 10. Jnsonderheit man weiß / daß achtze⸗ hen Hof⸗Dames / verbrannt im Feuer heiß / was Seuffzen / Weinen gehet an / kan ich nicht gnug beschreiben dann / im Dennemaͤr⸗ ker⸗Kraͤiß. 11. Klagen / Jammer und Noth / weil so viel hundert Menschen / geraubt der ploͤtz⸗ lich Tod / der Vatter klagt sein liebsten Sohn / die Frau den todt⸗verbrannten Mann / es mocht erbarmen GOtt. 12. Ein Freund dem andern dann / der Vatter seine Tochter / mit Schmertzen siehet an / die man erst graben thut heraus / und gantz erbaͤrmlich sehen aus / das greifft die Hertzen an. 13. Mann kan niemand erkennen / als bey den Stuͤcker Kleidern / und den Mobilien eim mangelt die Hand oder ein Bein / einem das Haupt / O grosse Pein / die damal thaͤt ergehn. 14. Die Burg ist eben hin / die unlaͤngst schoͤn erbauet / die vorig Koͤnigin / samt des⸗ sen Schatz / als wurd behend / zu Staub und Aschen gantz verbrennt / sam den Mobilien 15. So ruffet all zu GOtt / daß Er uns woll behuͤten / vor grosser Feuers⸗Noth / die Wachtbarkeit liebt allezeit / daß ihr nicht kom̄t in solches Leyd / und in den gaͤhen Tod. E N D E. Show less

Diebstahl und Mord in der Wolfsmühle, 1690
Ausfuͤhrlicher Bericht / einer grausamen Mord⸗That / Von Vier Verwegenen Dieben und Moͤrdern Welche Jn der an der Elbe gelegenen Wolffs⸗Muͤhle / Einen Muͤller / nebst dessen Frau / Knecht / Magd / und zwey Kinder elendig⸗ lich um das Leben gebracht / wie solches umstaͤnd⸗ lich in... Show more Ausfuͤhrlicher Bericht / einer grausamen Mord⸗That / Von Vier Verwegenen Dieben und Moͤrdern Welche Jn der an der Elbe gelegenen Wolffs⸗Muͤhle / Einen Muͤller / nebst dessen Frau / Knecht / Magd / und zwey Kinder elendig⸗ lich um das Leben gebracht / wie solches umstaͤnd⸗ lich in gegenwaͤrtiges Lied verfasset / und jeden zur Warnung auffgesetzet worden. Jm Thon: Kommet ihr Goͤtter und helffet betrauren. Altenau / Gedruckt bey Ulrich Utz / 1690. 1. HOeret / vernehmet was ich euch will singen / stehet ein kurtze Weil bey mir in Ruh / mercket was leyder fuͤr Zeitungen klingen / wie es geht jaͤmmerlich in der Welt zu / wie die ver⸗ derbte Bosheit regieret / wie sie den Teuffel die Menschen zu fuͤhret. 2. Morden und Stehlen will immer einreissen / Niemand den Nechsten mehr bleibet recht treu / selbsten die Nieder⸗Elb kan uns erweisen / eine der⸗ gleichen Mord⸗Dieberey / so etliche Buben juͤngst haben veruͤbet / und dadurch viele mit Wehmuth betruͤbet. 3. An den beruͤhmten Fluß thut sich befinden / ein grosse Muͤhle / die Wolffs⸗Muͤhl genannt / nahe an Pinnenbergs fruchtbaren Gruͤnden / allen der Gegend sehr wol bekandt / dorten da haben bey naͤchtlichen Stunden / sich lose Voͤgel am Hause gefunden. 4. Nach einem Schweine sie alsobald griefen welches zu Schreyen gantz laute anfieng / darauff sie etwas von ferne nur liefen / bis der Knecht aus der Muͤhl heraus gieng / den sie auch alsobald schlugen zur Erden / daß er den Tode zum Raube must werden. 5. Bey den Ausbleiben und langen Verweilen / schickte der Muͤller die Magd darauff fort / diese wolt fluͤchtig den Knecht hin nacheilen / wurde auch durch die Ertz⸗Moͤrder ermord / elendig must sie das Leben bald schliessen / und ihr Blut lassen in Sand herum fiessen. 6. Endlich die Muͤllerin wolte zu sehen / wo doch die beyden gekommen nur hin / ach aber ihr ist auch leyder geschehen / daß sie den Tod war ein Ge⸗ winn / dann diese Schelmen sie zeitlich umrungen / und ihr mit Stricken den Hals zu geschlungen. 7. Als nun kein Mensche ein Antwort mehr brachte / und doch das Schwein zu schreyen fieng an / selbsten der Muͤller in seinem Sinn dachte / daß es nicht richtig so zu gehen kan / gieng derowegen herauffer zu schauen / wo der Knecht waͤre / die Magd samt der Frauen. 8. Dieser auch wurde getoͤdet mit Grause / eh er recht wuste wie es ihm war / alsobald liefen sie gar nach den Hause / ehe die Sachen wurd offenbar / zwey kleine Kinder sie dorten noch funden / die wie die Schaffe zum Schlachten da stunden. 9. Aber der Teuffel der hielt sie besessen / keine Erbarmung fande sich hier / denn sie erwuͤrgten auch grausam vermessen / wie die erbosten Loͤwen und Thier / diese in Unschuld gebluͤheten Seelen / wer kan den Jammer genugsam erzehlen. 10. Darauff da fiengen sie an weg zu tragen / giengen und liessen den Hund hier zuruͤck / Als nun der Morgen fieng an hell zu tagen / must man er⸗ fahren das grosse Ungluͤck / da man die Haus⸗Thuͤr hat auffgeschlossen / kame das Huͤndlein gar bald hergeschossen. 11. Dieser drauff suchte sein Herrn zu finden / riechte die Spur / den Weg und das Ort / als man nun wolte die Thaͤter ergruͤnden / schickte man etliche Reuter mit fort / da dann das Huͤndlein das Hau⸗ se getroffen / wo sich die diebischen Moͤrder ver⸗ schlossen. 12. Viere die hatten das Ubel begangen / aber der eine entkame der Band / drauff man die dreye gar eilig gefangen / und sie zu Straffe nach Pinnen⸗ berg gsandt / wo sie zum Lohne und uͤbelen Leben / musten den Leibe zur Schande hingeben. 13. Dreymal hat man sie mit Zangen gezwi⸗ cket / dreymal erlitten sie solche Pein / endlich da wurden sie tieffer gebuͤcket / gar auff den Moͤrder⸗ und Raben⸗Stein / da man die Leiber in Viertheil zerrissen / ihnen das Hertz um das Maule ge⸗ schmissen. 14. Darum ihr Eltern gewehnet die Jugend stetig zu jagen den Guten nach. Lernet sie fleissig zur Ehre und Tugend / daß ihr nicht gleiches Un⸗ gemach / muͤsset bey alten Jahren erleben / und sie den Hencker zur Zuͤchtigung geben. 15. Lernet sie beten / die Ruthen nicht schonet / bieget die Baͤume da sie noch klein / was dann die Jugend jetzunder gewohnet / pfleget deß Alters Nutzen zu seyn / alsdenn do werdet ihr mit denen Jahren / lauter Vergnuͤgung und Ehre er⸗ fahren. Show less

Frankreich und der Dreissigjährige Krieg
Wer sucht der find nach altem Brauch / Offtmahl zu seinem Ungluͤck auch. Das ist : Eine kurtz verfaßte Beschreibung. Von der in Waffen stehenden Cron Franck⸗ reich / wider das Heyl. Roͤm Reich / wie es im Gesang außfuͤhrlich zuvernemmen seyn wird. Jm Thon: Wol auff jhr klein Wald⸗Voͤge⸗ ... Show more Wer sucht der find nach altem Brauch / Offtmahl zu seinem Ungluͤck auch. Das ist : Eine kurtz verfaßte Beschreibung. Von der in Waffen stehenden Cron Franck⸗ reich / wider das Heyl. Roͤm Reich / wie es im Gesang außfuͤhrlich zuvernemmen seyn wird. Jm Thon: Wol auff jhr klein Wald⸗Voͤge⸗ lein / alß was in Luͤfften schwebt / rc. Er Triumphire. Er Lebe! Gedruckt in diesem Jahr. 1. ADier richt dich zum Kaͤmpfen / widerumb in neuen Streit / ein neuen Feind zu daͤmpffen / durch deine Tapferkeit: Der Dir nach Scepter⸗ Cronen / Hochmuͤthig stellen thut / diesen wirst Du belohnen / mit seinem eignen Blut. 2. Franckreich was thust dir dencken / was fuͤhrst im falschen Sinn / schau daß dich nicht thut kraͤncken / dich vor besser besinn / ehe du ergreiffst die Waffen / wider den Adler hoch / fuͤrwahr du hast zu schaffen / gib Fried / es ist Zeit noch. 3. Darffst dir gar nicht einbilden / die Roͤmische Reichs⸗ Cron / Drey Lilien in dein Schilden / fuͤhrst sambt ein Goggel⸗ Haan / keim Adler sie nicht gleichen ist grosser Uaterscheid / spoͤtt⸗ lich wirst muͤssen weichen / erwarte nur die Zeit. 4. Straßburg / viel Ohrt sambt Speyer / namest ein mit Falschbeit / wird man dir schaͤtzen theuer / Franckreich hat keine Beuth / im Reich zu prætendiren / deine Pariser Wahr / last man nicht mehr passiren / man acht sie wenig dar. 5. Franckreich ein Schild der Christen / wil sonst werden genannt / thaͤst auch die Waffen ruͤsten / hin gegen Orient / so wuͤrd man von dir sagen / viel Ehr und Ruhm allzeit / so wilst Du selbsten schlagen / mit Christen in dem Streit. 6. Weil dich so sehr thut duͤrsten / selbsten nach Christen Blut / werden alle Reichs⸗Fuͤrsten / durch ihren Helden⸗Muth / dir ei⸗ nen Trunck einschencken / von lauter rothen Wein / daß dich selbst wirst ertraͤncken / und zu todt sauffen drein. 7. Leopold / dem frommen Kaͤyser / wird GOTT vom hoͤch⸗ sten Thron / vermehren Land und Haͤuser / schuͤtzen Scepter und Cron / gebt acht / tolle Frantzosen / daß euch nicht in der Eil / zu eng werden die Hosen / gedult ein kleine weil. 8. Adler nun thu dich schwingen / biß an die Wolcken hoch / kein Feind kan dir eintringen / du bist der staͤrckste noch / mit dei⸗ nem Schwerdt und Gflieder / schlag alles in den Grund / den Feind zu hauffen nieder / der Dir dein Cron nicht gundt. 9. Ach laß dich nit gelisten / du armer Goggel Haan / ins Roͤ⸗ misch Reich zu nisten / der Handel geht nicht an / laß ab von deinen Sinnen / weil du kein Adler bist / und troll dich nur von hinnen / gar bald auff deinen Mist. 10. Auff Kirchen⸗Thuͤrn und Spitze / da ist dein hoͤchste Wohn / der Adler hat sein Sitze / in der Roͤmischen Reichs⸗Cron / bauest dir ein Kirchen Thurn / der soll dir nicht abgehn / da kanst du Schildwacht stehn. 11. Franckreich hat nichts zuschaffen / mit der Franckfurter⸗ Wahl / verkauff alda Maul⸗Affen erfuͤll die laͤre Zahl / die Haanen haͤuffig kraͤhen / wach auff O Roͤmisch Reich / wird hoffentlich bald waͤhen der Wind von Oesterreich. 12. Leopold und seinen Printzen / gebuͤhrt die Roͤmisch⸗Cron / Franckreichische Provintzen / han keinen Theil daran / du wirst an ein Stock rennen / O Franckreich gibe acht / schau daß dus Maul thust brennen / hernach man dich außlacht. 13. Es leb / es triumphire / der grosse Leopold / allzeit Vi⸗ ctorisiere / sein werthes Scepter Gold / zum Schaͤmel seiner Fuͤs⸗ sen / werden sich seine Feind / demuͤthig legen muͤssen / der jetzt noch nicht vermeint. 14. Mars nun schaff deine Waffen / bevor des Adlers Schwerdt / Beliona thu nicht schlaffen / zerstoͤr der Feinden Heerd / dem Adler seyd verpflichtet / in allen Kampf und Steit / biß er die Feind zernichtet / die auff Jhm tragen Neyd. Show less

Missgeburt und Wunderzeichen in Kühnau, 1691
Eine warhafftige Neue Zeitung / Von zwey frommen Eheleuten / welche im Ehestand auf drey Jahr gelebt / und kein Kind gezeugt / als in diesem 1691sten Jahr / da hat sein Weib ein erschroͤckliche Mißgeburth auf die Welt geboh⸗ ren / und was sich fuͤr grosse Wunder bey der Tauff begeben / auch... Show more Eine warhafftige Neue Zeitung / Von zwey frommen Eheleuten / welche im Ehestand auf drey Jahr gelebt / und kein Kind gezeugt / als in diesem 1691sten Jahr / da hat sein Weib ein erschroͤckliche Mißgeburth auf die Welt geboh⸗ ren / und was sich fuͤr grosse Wunder bey der Tauff begeben / auch was fuͤr grosse Wunder⸗Zeichen an dem Himmel seynd gesehen worden / wird der guͦnstige Leser in dem Lied zu vernehmen haben. Jm Thon: Warum betruͤbst du dich mein Hertz / rc. Gedruckt zu Olmitz in diesem Jahr. 1. KOmmt her ihr Christen Frau und Mann / nun mer⸗ cket auf und hoͤret an / was ich euch singen will / von einer erschroͤcklichen Mißgeburt / dergleichen vormals nie erhoͤrt. 2. Man schreibt jetzt aus dem Boͤmer Land / aus einem Doͤrfflein Kuͤnau genandt / was sich begeben hat / mit einer erschroͤcklichen Mißgeburt / dergleichen wenig sind erhoͤrt. 3. Zwey fromme Eheleut wohnten da / im Ehstand / auf drey gantzer Jahr / und zeugten keine Kind / als in die⸗ sem jetzt lauffenden Jahr / diß Weib ein solches Kind / ge⸗ bahr. 4. Drey Koͤpff auf seinem Rucken stahn / vier Haͤud aus seinem Leibe gahn / vier rechte Fuͤß ich meld / halte das Kind an seinem Leib / GOtt wende solches Hertzenleyd. 5. Der ein Kopff war auf Teutsch geziert / die andern zween schroͤcklich formirt / und anzusehen sind / von Fleisch also gewachsen seyn / GOtt troͤste doch die Eltern sein. 6. Man hat die Eltern fragen thun / ob sie es wolten tauffen lohn / welches ihn wolgefiel / fuͤnff Batten ließ man bitten dar / die bey dem Tauff erschienen klar. 7. Die Namen ihm gegeben war / Martinus Engel wie ich sag / ach hoͤrt ihr neben Leut / was jetzt vier grosse Wunder doch / sich bey der Tauff begeben noch. 8. Viel Blut von dem Gewoͤlb herab / auf die Gefat tern wie ich sag / der Pfarrer erschrack gar sehr / und als er sich umsehen thut / da war sein Chor⸗Rock lauter Blut. 9. Als man thaͤt aus der Kirchen gahn / den Himmel sah man offen stahn / man sah viel Krieges⸗Heer / zu Roß und Fuß zusammen gahn / die Stadt in lauter Feur thaͤt stahn. 10. Ein Saͤbel schwebet in der Lufft / welcher uns zu der Busse rufft / man soll von Suͤnd abstahn / sonst werde bald der Christen Blut / her fliessen wie ein Wasserfluth. 11. Noch weiter sah man in der Lufft / ein feuerige Kugel grausamlich / die hat sich aufgethan / schrifftlich die Wort man drinnen sah / und lautet so: Das End ist da. 12. Auch sah man an dem Himmel klar / wie ich euch melde offenbahr / ein rohten Stern stahn / der zoge einen weissen Schweiff / O Suͤnder in die Ruthen greiff. 13. Zu Emten im Frießland ich sag / hat man gesehn mit Weh und Klag / ein schroͤcklichen Cometstern / zu Nachts am Himmel hell und klar / abscheulich wie ein Tod⸗ ten⸗Baar. 14. Auß Stettin hat man auch bericht / was fuͤr ein schroͤcklich Lufft⸗Gesicht / man an dem Himmel sah / nehm⸗ lich zwey grosse Krieges⸗Heer / die an dem Himmel stritten sehr. 15. Das eine gegen Orient steht / und lautet rothe Mun⸗ dirung haͤtt / das waren Mußquetier / die stunden in der Ord⸗ nung schon / wann das Schlagen solt angahn. 16. Drauf kam eine grosse Reuterey / also von Sud⸗ werts auch dabey / die waren blau gekleidt / und stritten da mit gantzer Macht / in Wolcken daß in Luͤfften kracht. 17. Viel hundert Menschen Frau und Mann / die sa⸗ hen dieses Wunder an / rufften ach treuer GOTT / behuͤt uns vor der Krieges⸗Plag / komm lieber mit dem Juͤngsten Tag. Ein schoͤn Neues Lied / Von einer ungerathenen Tochter / welche sich wider ihrer Eltern Willen / wollen verheurah⸗ ten / indem der Teufel in Gestalt eines Cavalliers zu ihr kom⸗ men / und was sie fuͤr ihren Ungehorsam und Boßheit vor ei⸗ nen Lohn bekommen / ist in folgendem Gesang ausfuͤhrlich zu vernehmen. Jm Thon: Kommt her zu mir spricht / rc. 1. Hoͤrt ihr lieben Kinderlein / thut euren Eltern gehor⸗ sam seyn / merckt auf was ich wil singen / von einem ungerahtenen Toͤchterlein / last euch diß eine Warnung seyn / hilff GOTT daß mirs gelinge fein. 2. Als man schreibt tausend sechshundert Jahr / ein und neuntzig die Jahr⸗Zahl war / den ersten Aprilen eben / ein Burger zu Naumburg in der Stadt / Lorentz Weber genen⸗ net war / ein Fleischhauer gar eben. 3. Jm Ehestand neun und zwantzig Jahr / er mit seinem Weib gelebet hat / in Gottes Forcht und Frieden / Cathari⸗ na ward das Weib genannt / zeugt eine Tochter im Ehestand / Helena hieß ihr Name. 4. Die Eltern liebten das Kind so sehr / giengen ihr vor mit guter Lehr / thaͤten sie gar nicht straffen / als die Tochter zu Jahren kam / alle Boßheit sie an ihr nahm / der Vatter wolt sie straffen. 5. Da schrey die Mutter erbaͤrmlich sehr / du bist deines eignen Kinds Moͤrder / er must mit Straff nachlassen / aber dieses gottlose Kind / fuhr fort in der Boßheit geschwind / flucht immerhin ohn massen. 6. Der Teufel soll sie holen mit Leib und Seel / noch mehr was ich jetzt nicht erzehl / und auch nicht will beschrei⸗ ben / die Mutter sprach folg meiner Lehr / den boͤsen Geist im Mund nicht fuͤhr / er moͤcht dich einmal betriegen. 7. Die Tochter gar erschroͤcklich sprach / du alter Teufel thu gemach / was thust du mich viel straffen / ach kaͤm einer diese Stund her / und wanns auch gleich der Teuffel wer / so wolt ich ihn doch freyen. 8. Der Bauer erschrack der Worte sehr / sprach liebe Tochter dich bekehr / dann wir nun alte Leute seyn / so bleibt doch nur alles dein / es wird dich sonst gereuen. 9. Sie sagt drauf aus zornigem Muht / ich wolte Vat⸗ ter daß du mit deinem Gut / am Galgen muͤstest hangen / und sage jetzund noch einmal / und kaͤmen Teuffel ohne Zahl / so wolt ich doch heurahten. 10. Alsbald kam ein allmodischer Monsier daher / sie meynt er sey etwa ein grosser Herr / thaͤt Stieffel und Spo⸗ ren tragen / er sprach mein liebe Jungfer zart / ihr habt be⸗ gehrt ein Freyer praff / drum bin ich hieher kommen. 11. Jch liebe euch von Hertzen recht / ich bin von Coͤllen eins Kauffmanns⸗Knecht / alls gnug solt ihr bey mir ha⸗ ben / von Silber und von rohtem Gold / seyd ihr mir nur von Hertzen hold / thaͤt er bald zu ihr sagen. 12. Er zog sehr viel Gold⸗Stuͤck herfuͤr / seht Jungfer das solt ihr haben von mir / wann ihr wolt seyn mein eigen / da sagt sie bald ja / drauf gab er ihr die Hand / ward gaͤntzlich rauch / wie sie ihn thaͤt angreiffen. 13. Daruͤber sie erschrack so sehr / und sahe an ihm ein Pferde⸗Fuß / welchen er thaͤt haben / er sprach / erschrecket nicht Jungfraͤulein / ihr muͤsset doch mein eigen seyn / ach GOtt der grossen Plage. 14. Er schlug sie in ihr Gesicht / daß man seine Finger siht / er thaͤt bald zu ihr sagen / sihe das Zeichen nimm von mir hin / weil ich dein Freyer gewesen bin / zu Schimpff solt du diß tragen. 15. Er griff sie weiter mit grossem Grauß / reist ihr das Haar vom Kopff heraus / weil sie groß Hoffart hat getrieben / und taͤglich geschmuͤckt ihr Angesicht / GOtt laͤnger konnt zu⸗ sehen nicht / ihr Jungfern thut euch dran spieglen. 16. Der boͤse Geist war sehr ergrimmt / er nahm das gottlose Kind / fieng sie an zu zerreissen / wurff ein Stuck hin / das ander her / kein Mensch kont ihr nun helffen mehr / weil sie gottloß gewesen. 17. Er sprach: sih du loses Kind / das hast du an dein Eltern verdient / ihr Klag ist vor GOtt kommen / wer was beginnt ohn Eltern Raht / den thuts gereuen nach der That / wie solches hie zu sehen. E N D E. Show less

Familiengeschichte aus Weitenung
Ein erschroͤckliche und warhafftige Geschicht / Welche sich im Breißgau in einem Doͤrff⸗ lin mit Namen Weittenung / mit fuͤnff ruchlo⸗ sen Kindern und ihrer frommen Stieff⸗Mutter hat zugetragen / wie solches im Gesang wird zu vernehmen seyn. Jm Thon : Es steht ein Haus im Schweitzerland /... Show more Ein erschroͤckliche und warhafftige Geschicht / Welche sich im Breißgau in einem Doͤrff⸗ lin mit Namen Weittenung / mit fuͤnff ruchlo⸗ sen Kindern und ihrer frommen Stieff⸗Mutter hat zugetragen / wie solches im Gesang wird zu vernehmen seyn. Jm Thon : Es steht ein Haus im Schweitzerland / rc. 1. KOmmt her ihr lieben Christen⸗Leut / und hoͤret an mit Traurigkeit / was ich euch Neues brin⸗ ge / von einem schroͤcklichen Kinder⸗Zanck⸗ manches wird mir noch sagen Danck / wann ich ihm solches singe. 2. Aus dem Breißgau von Weittenung / hoͤret man mit Verwunderung / was sich da zugetragen / in eines reichen Bauren Haus / solches zu hoͤren ist ein Grauß / thu ich mit Warheit sagen. 3. Derselbig Baur wie ich euch meldt / war reich an Haab / an Gut und Geld / erzeigt mit seiner Frau⸗ en / zween Soͤhn / drey Toͤchtern / merck mein Christ / darnach sie ihm gestorben ist / ein andre thaͤt er schauen. 4. Er freyet gar ein frommes Weib / die hat bey ihme uͤble Zeit / mit seinen kleinen Kinden / sie spart kein Fleiß und strafft sie wol / gleich wie ein rechte Mutter soll / sie halten ab von Suͤnden. 5. Da sie ein wenig waren groß / wurden sie boͤs und sehr gottlos / wann sie eins thaͤte schlagen / so hieß es gleich du junge Hur / bist du doch mein Stieff⸗ Mutter nur / ich wills dem Vatter sagen. 6. Und wann der Vatter kam nach Haus / so hub sich an / ein rechter Strauß / er schlug sie dermassen daß ihr das Blut zur Erden ran / sie sprach hoͤr auf mein lieber Mann / ich will es bleiben lassen. 7. Jedes Kind biet der Mutter Trutz / und suchte bey dem Vatter Schutz / und thaͤt nach seinem Wil⸗ len / endlich nam bey ihn uͤberhand / alle Haupt⸗Laster / Suͤnd und Schand / Fluchen / Schwoͤren und Spie⸗ len. 8. So offt und vielmal die gantze Nacht / habens mit Spielen zugebracht / mit Wuͤrffeln und mit Kar⸗ ten / die Mutter offt mit Weinen spricht / in die Laͤng werd ihrs treiben nicht / die Zeit will ich erwarten. 9. Doch lebten sie fort hin in Sauß / und trugen alles aus dem Haus / und pflegten zu verkauffen / und henckten an den Hoffarts⸗Pracht / was nicht auff⸗ gieng die gantze Nacht / auf Fressen und auf Sauf⸗ fen. 10. Zu letzt wurden sie Bettel⸗arm die Mutter sprach das GOtt erbarm / ihr bringt uns ins Ver⸗ derben / ach lieber Mann sprach sie behend / wann du nicht straffest deine Kind / vor Leid muß ich noch ster⸗ ben. 11. Die fromme Mutter Tag und Nacht / mit weinen so hat zugebracht / endlich die Stund ist kom⸗ men / daß sich das Blaͤttlein hat gewend / daß sie gar bald ein seligs End / von dieser Welt genommen. 12. An einem Sonntag Nachmittag / geschah groß Jammer wie ich sag / die Mutter gieng in d Kirchen / verrichtet fleissig ihr Gebet / da sie nach Hause kom⸗ men thaͤt / da gieng es an ein Wuͤrgen. 13. Da sie nach Hause kommen thaͤt / der Alte lag in seinem Bett / zween Soͤhn / drey Toͤchtern sassen / beym Tisch und spielten um das Geld / der Teuffel sich zu ihnen gesellt / fluchten uber die massen. 14. Die Mutter sprach ihr Teuffels⸗Kind / ist das nicht eine Schand und Suͤnd / thut ihr GOtt nim⸗ mer foͤrchten / daß ihr nur im̄er wie ich sag / beym spie⸗ len sitzt den gantzen Tag / geht keines in die Kirchen. 15. Das Karten⸗Spiel sie ihnen nam / und schlug die Kinder allzusamm / die Tochter voller Grimmen / sprach Bruder komm und hilff mir nur / ich will die Teuffels junge Hur / bey ihren Kragen nehmen. 16. Die Kinder lieffen all herbey / da gieng es an ein Mord Geschrey / die Mutter thaͤt sich wehren / gleich wie viel Hund eins Hasen Todt / so kam die Mutter auch in Noth / der Sohn thaͤt sie versehren. 17. Mit einem Messer in die Brust / daß sie zur Erden sincken must / darauff der Vatter kame / fieng an zu schlagen auf die Kind / endlich sie ihm entloffen sind / darauff die Mutter nahme. 18. Da sahe er zur selben Stund / daß sie an ihrer Brust verwund / erkeñet ihren Schmertzen / sie sprach zu ihm / sih lieber Mann / daß hat mir selbst dein Sohn gethan / da gieng es ihm zu Hertzen. 19. Sie lag biß an den eilfften Tag / da hub sie an mit Weh und Klag / ach GOtt jetzt muß ich sterben / nun gute Nacht ihr Kind und Mann / fuͤr das was ich euch guts gethan / den Himmel werd ererben. 20. Auch wuͤnsch ich euch mein lieber Mann / was mir die Kinder Leyds gethan / sey alles euch verge⸗ ben / jetzt gute Nacht ich fahr dahin / zu meinem lie⸗ ben JEsulein / dort in das ewig Leben. 21. Und als sie nun gestorben war / viel Jung und Alt kamen dar / wolten die Leich beschauen / ein jedes sprach ihr boͤse Kind / die bittre Hoͤll habt ihr ver⸗ dient / an dieser frommen Frauen. 22. Als es nun war die dritte Nacht / daß sie zu Erden wurd gebracht / thu ich mit Warheit sagen / hoͤrt man ein Stimm vors Bauren⸗Haus / schreyet Weh / Weh mit Forcht und Graus / hoͤrt was sich zu⸗ getragen. 23. Die vierdte Nacht darauf geschah / der Bauer seine Fraue sah / in sein Schlaffkammer gehen / und nahet sich hin zu dem Bett / daruͤber er erschrecken thaͤt / fuͤr Forcht thaͤt er auffstehen. 24. Da sahe er mit Wunder an / sein Frau leib⸗ hafftig vor ihm stahn / ach was wilt du hie schaffen / anzeigen will ich dir behend / sprach sie / daß GOtt dich und dein Kind / um euer Suͤnd will straffen. 25. Ach thut Buß dann es ist Zeit / dann GOtt wird sonst der Christenheit / viel grosse Straffen schi⸗ cken / durch Hunger / Krieg und Pestilentz / viel Men⸗ schen werdn in mancher Graͤntz / uͤber ein hauffen rucken. 26. Darauff sie gleich verschwunden ist / das sag ich dir mein frommer Christ / nimm dieses wol zu Her⸗ tzen / thu Buß noch in der Gnaden Zeit / groß Straffen sind uns schon bereit / daß es uns nicht bring Schmertzen. Show less

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