Lied über das Osterland; Gebet
Eyn Lied gemacht / wie es im Osterlandt ergangen ist / Vnd ist in dem thon es gehet ein fryscher sum̄er daher. Darnach ein gebet zu Gott. ¶ Der Türckisch Keyser ist zornig worn / er hat den Vngern ein ayd geschworn / Er woͤll sie vberzyhen / mit einem heer das ist groß / die Landtschafft... Show more Eyn Lied gemacht / wie es im Osterlandt ergangen ist / Vnd ist in dem thon es gehet ein fryscher sum̄er daher. Darnach ein gebet zu Gott. ¶ Der Türckisch Keyser ist zornig worn / er hat den Vngern ein ayd geschworn / Er woͤll sie vberzyhen / mit einem heer das ist groß / die Landtschafft must yhn flyhen / Ja fliehen. ¶ Mit jm haben mir ein schlacht gethan / verloren haben mir manchen man / Koͤnig Ludwig vnsern frum̄en herñ / Ach Gott von hymel sich dar eyn / das Landt muß verderben / Ja verderben. ¶ Das Vngerlandt hat er genum̄en eyn / den Christen thet er große peyn / Er hat man vnd weyb erstochen / darzu das kind⸗ lein in mutter leyb / Got lest es nicht vnge⸗ rochen / Ja gerochen. ¶ Fuͤr Wien da stundt jm hyn seyn syn / daruor het er ein kleyn gewien / das Reych hat yhn ab trieben / Jm Neuͤnvndzweyn zigsch es geschach / klerlich findt mans ge⸗ schryben / Ja geschryben. ¶ Am mitwoch vor sant Gallen tag / das man den Türcken stuͤrmen sach / Gar heff⸗ tigt thet er wuͤtten / er schuß da manchen pfeyl in neyn / noch thet vns Got behuͤten Ja behuͤten. ¶ Tag vñ nacht het mir keyn ruͦ / d Tuͤrck der setzt vns hefftig zu / gute Polberck thet mir machen / alle die in der stat gelegen sind des schympffts moͤchtens nicht lachen / Ja lachen. ¶ Vier stuͤrm habens an gerent / die maur habens in drey orten entsprengt / 40 klaff⸗ ter lang hab ich vernum̄en / schentlich ist er gezogen ab / der kunst ist yhm zu runnen / Ja zu runnen. ¶ Jm Wiener landt hubs sich groß not / darynn lag manches weyßs pildt todt / zer⸗ stochen vnd zuͤrhawen / Etliche warn ge⸗ schnyten auff / groß jamer must mir schaw an / Ja schawen. ¶ Die Kindlein steckens an die spyeß / den weyber schnytens ab die bryst / gar grau⸗ sam thetens wuͤten / vil mehr dann ich euch syngen will / daruor woͤll vns Got behuͤtẽ Ja behuͤten. ¶ Jm Landt zogens auff vnnd ab / vil ar mer lewt hat er gemacht / zweyntzig meyl lang has ich vernum̄en / maͤrck vñ doͤrffer hat er verbrent / vil volcks mit yhm weg ge num̄en / Ja genum̄en. ¶ Er tryb sie weg wie rynder vñ schwein sie kamen in ein kirchen hieneyn / Jr muth willen thettens treyben / sie schwechten die weyblein die Junckfraw reyn / niemandts kandt vor jn bleyben / Ja bleyben. ¶ Sie schryen zu Got huben auff jr hendt / sie sprachen ist vnser letztes end / Herr thu dich des erbarmen / wie lebt der Türck so grausamlich / Herr thu dich des erbarmen Ja erbarmen. ¶ Oberkeyt laß dirs zu hertzen gan / eyner soll dem andern beystand than / darbey dut Got vertrawen / het jr Nuͤr fryd in ewren landen / groß wunder wuͤrdt yhr schawen Ja schawen. ¶ Eyn Prophocey vor handen ist / darzu helff vns Jesu Christ / er sol werdẽ erschla gen / von einem Keyser Karll genant / da⸗ von thut vns die geschryfft nun sagen / Ja sagen. ¶ Darnach wer er versamlen ein grosses heer / mit dem wirt er zyhen vber meer / alle welt wirdt er bezwyngen / wer das kreutz nicht an betten thut / der wyrdt er lassen vmb bryngen / Ja bryngen. ¶ Darauß treybt der Türck ein grossen spot / ach Gott helff vns auß aller not / du dein armen christen erloͤsen / wol auß dem thieranischen gewaldt / das mir vor jm ge⸗ neßen / Ja geneßen. ¶ Die straff haben mir alle von Got / dar⸗ auß treyben wir ein großen spot / mit schel ten vnd mit schweren / das treyben die chri sten vber tag / thetten sie dem Türcken we⸗ ren / Ja weren. ¶ Nun helfft mir Got trewlich ruͤffen an das er vns Christen bey woͤl stan / das mir froͤlich muͤgen fechten / ein guter gesell sol bey dem andern stan / das Türckisch heer zu brechen / Ja brechen. ¶ Der vns das liedleyn hat gedicht / vom newen hat ers zugericht / Jorg Daypach thut er sich nennen / Heyligs Reych sey vn⸗ uerzagt / vnd laß dich nicht zu trennen / Ja zu trennen. Eyn gebet. O Koͤnig vber alle koͤnig / vnnd Herr vber alle herrn / verleyhe vn⸗ serm Keyser sambt seynen Christ⸗ lichen volck / vberwindung wyder die Feynd deines heiligen namens wañ du bist vnser herr Got / vnnd vnser vberwinder / wañ du bist al⸗ lein der da gybt die vberwindung dem volck / das wir also einhellick⸗ lich dein sigreyche handt loben mü gen / Dañ wir glauben vnd haben auch das erkant / das der syg nicht ist in der menig des volcks / sunder die stercke wirt von hymel herab gegeben vnd nach deinem gefallen gybstu den syg / Du hast vns auch verheyssen weñ wir vnns von den sünden zu dir bekeren / dz du all vn⸗ ser feyndt in gefenckniß füren / vnd alle die vns verwuͤsten werdẽ auch verwuͤstet / vnd alle die vns beraw ben wyrstu auch lassen beraubt werden. Show less

Lied zur Stärkung des Glaubens und Einigkeit unter den Christen
Ein hübsch new Lied vnd Ermanung / an Keyser / Kuͤnig / Fuͤr⸗ ten vnd Herren / auch alle Oberkeit / das Evangeliũ anzunemen / vnd alle vneynigkeyt vnder einander faren lassen / damit dem grewlichen Tyrannen dem Tuͤrcken wi⸗ derstanden werde / Jm thon / wie das Pauier Lied. 1530: DY STERCK... Show more Ein hübsch new Lied vnd Ermanung / an Keyser / Kuͤnig / Fuͤr⸗ ten vnd Herren / auch alle Oberkeit / das Evangeliũ anzunemen / vnd alle vneynigkeyt vnder einander faren lassen / damit dem grewlichen Tyrannen dem Tuͤrcken wi⸗ derstanden werde / Jm thon / wie das Pauier Lied. 1530: DY STERCK GOTTES IST ALLER MENSCHEN SIGEL O Herre Gott von hymelreich Wie stat es yetz so wunderleich Jnn Deutsch vnd Welschen Landen / Seyd das dein warheit kommen ist So freut sich mancher frum̄er Christ Behuͤt vns all vor schanden. ¶ Man lert vnd Predigt offenbar Den willen Gottes / das ist war Die welt mags nit erleyden Der seelen speis vnd auffenthalt / Dem armen nemen sie es mit gwaldt Die warheyt muß er meyden. ¶ Es ist am tag vnd offenbar Die Fuͤrsten nemend wenig war Was Christus yhn thut sagen Ye mehr man vns die warheit lehrt Ye vester sich der Gottloß spert Ein frummer moͤcht verzagen. ¶ Die Fuͤrsten in dẽ Roͤmschẽ reich Dy Bischoff / pfaffẽ / auch desgleich Der Adel thut sich sperren Die Evangelisch Goͤttlich geschrifft Jst jren hertzen bitters gifft Das klag ich Gott dem Herren. ¶ Sie solten die rechten hirten sein Dem betren weyden die schaͤflin sein Das soltens allzeit trachten So thuns auff bohen rossen traben / vñ kuͤnnent nit dañ schindẽ schaben. Der schäflin wenig achten. ¶ An Fuͤrsten das man wol erkent Wann sie einanderen fressen wendt Das kan ich nit vergessen Vil landt vnd leut man yetz verderbt Ein yeder meint er habs ererbt Vnd kan doch nit ermessen. ¶ Ja weñ er hett die gantzen welt Wit irem gut in seiner zelt Mag doch darbey nit bleyben Er muß daruon / vnd das ist war Vnd weiß doch weder stund noch jar Der todt wirdt jn vertreiben. ¶ Sie solten Christen Fuͤrsten sein So ist jn nur vmbs mein vnd dein Des mus der arm mann krachen Mit kriegen einer dem andern schadt Wiewol er selbs nit furhin gat Des mag der Tuͤrck wol lachen. ¶ O from̄er Keyser das betracht Vor jaren schicktest deine macht Jn Lombardey gen Meylande Vnd liest Kuͤng Ludwig vndergan Dein Land dem Tuͤrcken vnderthan O wee der grossen schande. ¶ Mich dunckt es sey der sach yetz gleich. Du bekriegst ein Kuͤng võ frãckreich Aus Pemont wilt yn treiben Lug das der Tuͤrck nit vnderstand Dieweil er hat das Vngerland Sich Kuͤng zu Behem schreiben. ¶ Du solst allzeit meren das Reich So sycht es schier eim andern gleich Was sol man darzu sagen Das Enangeli nim zur hand Jn Teutschen vnd in Welschen land so wuͤrdt der Tuͤrck verzagen. ¶ Nim dich des Soffey nit zvil an Vnd laß Teutsch land nit vndergan Nit yedem ist zetrawen Vil achten weder groß noch kleyns Vnd werden selber wider eins Die sach moͤcht dich gerawen ¶ Den Teutschen seind gar vil nit bold Desselben du wol achten soldt Mach fryd in deinem Reiche Der warheyt Gottes nim dich an So wuͤrt dir gehorsam menger man Der Teutsch der Walb desgleiche. ¶ Beym Enangeli soltu stan Der pfaffen mustu muͤssig gon sie thun doch nit dann liegen Des falschen schwaͤtzens kuͤnnẽts vil Der jnen darumb losen will Den thun sie gar betriegen ¶ Du bist der hyrt in Teutschem land Den schaͤflin Gottes laß kein schand Noch schaden nit zu kommen / Der Herre Gott hat dirs beuolhen Das red ich allzeit on verholen Vnd hab das wol vernommen. ¶ Ja der ist weysz vnd wol gelert Der alle ding zum besten kert Warnung thut nit verachten Eins armen mannes weyser rath / Vom reichen kein ansehen hat Das kan ich wol betrachten. ¶ Darumb so woͤllest diß gedicht Von mir so gar verachten nicht Es geschicht in guten trawen Ein Esel mit dem Balaam redt Der Engel jm den weg verhett Sein anschlag thet jn rawen. ¶ Der vns dz Liedlin hat gemacht Die sach hat er gar dick betracht Jn thut auch seer verdriessen Das Kuͤnig Keyser leut verderben Ein yeder will den andern erben Show less

List der Königin von Frankreich
Das Lied von der Küni⸗ gin von Franckreych / die der falsch Marschalck gegen dem Kuͤnig vbergab / da sie nit wolt sey⸗ nes willen pflegen. Jn des Regenbogen langen thon. HJe vor ein Kuͤnig zuͦ Franckenreiche / an macht vnd Adel groß geachtet weyt vnnd preyt / der het ein Fraw so schon vnd... Show more Das Lied von der Küni⸗ gin von Franckreych / die der falsch Marschalck gegen dem Kuͤnig vbergab / da sie nit wolt sey⸗ nes willen pflegen. Jn des Regenbogen langen thon. HJe vor ein Kuͤnig zuͦ Franckenreiche / an macht vnd Adel groß geachtet weyt vnnd preyt / der het ein Fraw so schon vnd zart / frumb tugenthafft senfftmuͤtig weyß vnd staͤte. ¶ Der selbig Kuͤnig so lobeleyche / het ein Marschalck der die Kuͤnigin vil muͤe an leyt / er lag jr staͤtigs an so hart / mit man⸗ chem suͤssen wort vnd grosser bette. ¶ Ob fie seynes willens hengen wolt / des jm die Kuͤnigin nymmer stat wolt geben / sonder ward jm gentzlich abholdt / als er sollichs an jr verstund gar eben / er sich eyns falschen syns erdacht / do eins der Kuͤ nig außrit / jagen als vormals was sein al ter sit / des morgens fruͤ vor tag es was / die kuͤnigin an dem bet noch schlaffens pflag / schnel der Marschalck den weg hin maß / zuͦ eynem schlaffenden Zwerge da es lag / welchs er so schlaffend mit jm nam / truͦgs an jr bett das keyns erwachet nit / eylends er sich zum Kuͤnig macht / sprach eylt mit mir die sach die hat kein bit. Der Kuͤnig der eylet zuͦ jm balde / der Mar schalck sagt wie er offt vor gemercket het / ein sach die er nit melden wolt / so lang bis er zuͦ warer that wer kummen. ¶ Darumb mein Herr eylt hald vom wal⸗ de / es trifft an ewer Kuͤnigin die jr halt so staͤt / solt sie mir werden nym̄er holdt / be⸗ daucht mich ye es het nit wol gezym̄et. ¶ Euch zuͦuerschweigẽ die groß schmach / als jr mit ewern augen werdt sehen / Die red dem Kuͤnig sein hertz durch brach / das er vor grossem wundern nichts kundt je⸗ hen / jch geschweyg da jn der Marschalck dort / fuͤrt in die kammer seyn / do er dem Zwerglein vnd der Kuͤnigin / gekeret hette mundt gen mundt / dauon der Kuͤnig in grossem layd erstumbt / das er ein wort nit reden kundt / bis er hitzig in dem zoren er⸗ grumbt / vñ schrey o vnuerschembte braut / Damit riß er vom beth das Zwergleyn / schluͦg es an eyner wandt zuͦ todt / dauon ein schreck der Kuͤnigin bildet ein. Auff wuscht sie auß einem schweren trau me / der jr die nacht vor vnd nach gegan⸗ gen was / schluͦg ob dem kopff zuͦsammen jr hend / sach ernstlich an den Kuͤnig hart ergrymmet. ¶ Darnach der Marschalck der so kamme / gehart het biß er vol vbet seynen haß / der Kuͤnig sprach ewig seyst geschendt / du fal sches weib die mir alle freud benym̄et. ¶ Sterben muͦst du on alle gnad / diß er⸗ hoͤrt ein Hertzog hieß Leupolde / der selb den Kuͤnig so thewer erbat / wie er in key⸗ nen weg das nit thuͦn solte / er sprach Herr ehret die schwangerheit / vnd die frucht in jrem leib / das ewer Reich nit gar on erben bleyb / verschickt sie an ein frembde stadt / gebt jr ein frum̄en alten diener zuͦ / der sie in seyner pflege hat / biß sie euch ein erben ge⸗ beren thuͦ / der fuͤrter ewer Reich handthab warauff darnach ewer meynung bleyb / findet jr hie zwischen wol bescheydt / ob man sie toͤdt oder ewig vertreyb. DJß redt Hertzog Leupoldt darumbe / wann er die Fraw gar frumb vnd erber gentzlich het / Ob man der warheyt wuͤr⸗ de gewar / durch was vntrew sie kem zuͦ di sen noͤtten. ¶ Erweychet ward der Kuͤnig frumme / seyn hertz mit jaͤmerlichem weynen durch prechen thet / entpfalch es Hertzog Leu⸗ poldt gar / doch das man sie nach der ge⸗ purt solt toͤdten. ¶ Für jn sie auch nicht kum̄en solt / schied damit ab inn bitterlichem trawren / mit grosser muͤhe Hertzog Leupoldt / die Kuͤ⸗ nigin begeret zuͦ beschirmen / begruͤsset ein frummen Ritter alt / er solt in trewen seyn mit jr / das er gelobt die fraw muͦst weichẽ schir / O wer wolt sein des syns so hart / der nicht alhie gedecht den grossen schmertz / der disem reynen weib so zart / so gar durch trang jr reynes gemuͤt vnd hertz / vnd wen solt es erbarmen nicht / das sie von hab vñ aller jrer zier / abweychen muͦst durch den gewalt / des Marschalcks dem sie nicht erfuͤllt seyn gier. DEr Ritter alt von dannen keret / mit der Kuͤnigin durch ein waldt grausam vnd wild / Der Marschalck baldt nach eylen thet / wann er besorgt die Fraw wuͤrd jm erzelen. ¶ Wie er jr vnzimlich het begeret / vñ das es darnach keme an den Kuͤnig milt / das er sich eylends zuͦ jm nehet / schluͦg auff den Ritter alt vnd ward jn fellen. ¶ Do er nun den mordt wolt gegan / in dem die fraw abwegs sich verschluͤge / ver schloff sich in den wilden than / kam dar⸗ nach in ein weg vnd der sie truͦge / zuͦ ey⸗ nem frum̄en Koler alt / bey dem kolhauf⸗ fen seyn / sie eylt zuͦ jm vnd sprach O herre mein / jch bitt dich lauterlich durch Got / vnd durch seyn keusche werde muͦter zart / du woͤllest ansehen mein grosse not / meyn vnschuld vnd schmertzliche hynefart / jch schied nechst ab von ehr vnd guͦt / in gros⸗ ses ellend jamer angst vñ pein / wann der vber mich hett gewalt / der ist durch ein moͤrder gegangen ein. Und ligt dort ferr in dem wald erschla⸗ gen / ich solt zwar auch gelitten han die⸗ selbig not / darumb o herr sich ob du mich / vor dem grausamen moͤrder moͤgest fri⸗ sten. ¶ Dem Koler gieng seer nahent das kla⸗ gen / nam sie bald an ee jr die flucht wurde zuͦ spat / troͤst sie mit wortẽ gar suͤßlich / fuͤrt sie als bald schnel hin zuͦ seiner misten. ¶ Sie sagt vns die histori das / wie sie drey tag vor wer im wald vmb gangen / krank wuͤrtz vñ ander sollichs sie aß / wer glaubt nit das jr schwer vnd groß verlangen / der schmertz vnd hertzenliche forcht / vnzym⸗ liche speyß vnd richt / das klar weyb hab kuͤnnen vertrauren nicht / Jch schweyg in jrem leib der frucht / damit sie so schwer⸗ lich beladen war / das sie ein son gebar mit zucht / nit wunder wer das verschmacht wer gar / deñ das Got alle ding vermag / vnd hat die seyn allweg in der pflicht / ob die Goͤtliche macht das wuͤrckt / daß selb mein mund auch nym̄er widerspricht. Dann do der Koler das zart weibe / vnd jr schoͤn adelich geper vnd art vermerckt / jr angesicht vnd koͤstlichs kleid / fiel jr zuͦ fuͤs⸗ sen vnd sprach genad mir frawe. ¶ Ewer hoch wolgeporner leibe gibt mey nem gedancken dz sich in mein hertz sterckt ein sonderlichs verporgens laid / ewer zuͤ⸗ kunfft sey mir zuͦ eyner traure. ¶ Mir werd dann kuͤrtzlich erzelt / durch was vrsach vnd wie jr her seyt kummen / sunst mir ewer zuͦkunfft missefelt / die fraw gund jms als kuͤrtzlich vber summen / vnd gert damit demuͤtigklich / zuͦ seyn in seyner huͤt / des was der Koler so willig vñ guͦt / er sprach o fraw alles das jch hab / sol ewer seyn vnd habt damit gewalt / Die Fraw sich willigklich ergab / Sie sprach meyn Koler es hat die gestalt / jch hab bey mir fuͤnff guͤlden rot / die nym mit dir vnd bis nicht vngemuͦt / hyn gen Paris nym dir den strich / vnd kumpt dir yemandt der dich fragen thuͤt. SO melde inn keynen weg mich nichte / kauff mir ein scher ein fingerhuͦt Nadel vñ Elen / auch Seyden schwartz gruͤn praun blaw rot / Gelb graw vnd pleych liecht tunckel mittelmessig. ¶ Und bleyb nit lang das du mit nichte / erforschet werdest von den dingen zuͦ erze⸗ len / dadurch jch kum̄en moͤcht in not / dar⸗ umb eyl schier herheim bis nit ablessig ¶ Der Koler volgt jrem geheyß / zoch hin vol bracht die ding nach jrem willen / Die fraw sich schoͤner arbeyt fleyß / hielt sich damit in aller groͤsten stillen / nert sich vñ jren sun damit / den sie die zeyte gebar / Nu nemen wir des alten Ritters war / der in dem wald ermoͤrdet lag / Derselbig eynen hund erzogen het / der zwir dahin lieff al⸗ le tag / dem Ritter sein wunden lecken thet darnach er hin gen hoffe lieff / vnd wo der Marschalck gieng her vnd dar / ließ er gen jm das marren nicht / gab jm da⸗ mit ein zwick on alle spar. DAnn yederman den hund sunst liebet / wann jn sein herr hinder jm gelassen het / deßhalb er offt gespeyset ward / vnd so er ein wenig gekrefftiget ware. ¶ Er sich allweg wider begiebet / zuͦ sey⸗ nem herrẽ die wunden zuͦ lecken stet / doch ee das er von dem hoffe kart / lieff er all⸗ weg vor zuͦ dem Marschalck dare. ¶ Jm hinden zuͦ ein zwick er gab / lieff da⸗ mit hin das het Hertzog Leupoldt / ver⸗ merckt das er nicht wolt lassen ab / Reyt dem hund nach von ferren wañ er wolt / der sach ein ware vrsach han / was der hund meynet damit / also fuͤrt jn der hund in kurtzer bit / da er den alten Ritter fand / vnd sach den hundt seyn wunden lecken da / Schnell eylendts er sich heymwarts wendt / also fuͤget sich gar kuͤrtzlich dar⸗ nach / die tisch bereytet waren all / auch was der Kuͤnig zuͦ mal gesessen sit / gegen. jm vber der feyge man / des Marschalcks kundt der hund vergessen nicht. SOnder sprang jm da vnder seyne au⸗ gen / riß jm damit ein flarren von seym an gesicht / Vnd darnach sprang er vber den tisch / dem frummen Hertzog Leupold in seyn schosse. ¶ Der Marschalck kundt des biß nicht leugnen / wuscht von dem tisch vñ meynt des hundes zuͦ feyren nicht / von dem Her⸗ tzogen er in hiesch / der sprach den hund jch dir mit nichten lasse. ¶ Stund auff vnd redt mit lauter stym / gnediger Kuͤnig vermerckt disen hasse / der hund hat mich erwelet jm / zuͦ eim fuͤr⸗ sprechen nun hoͤrent mich fuͤrbasse / er sagt mir wie er schuldig sey / an seynes herren todt / darzuͦ er mir die stadt benennet hat / da er jn sol ermoͤrdet han / wer mit jm woͤll den will er weysen dar / auff wuͤschet der Kuͤnig mit yedermann / Hertzog Leupold nam des hundes war / gab jm ein speyß ließ lauffen jn / hin gen dem wald eylet er schnell vnd drot / mit jm manich Hertzog Graff vnd Frey / die vmb den Ritter het⸗ ten angst vnd not. Er ward erstlich mit der processen / geho⸗ let auß dem wald vnd zuͦ der erdt bestat / mit grosser bitterlicher klag / alle menig⸗ klich da bey dem opffer waren. ¶ Darnach do ward auch nit vergessen / der Kuͤnigin vnd jr vnschuld darumb so hat / der Kuͤnig klaͤgeliche frag / vnd dar⸗ zuͦ manich jaͤmerliches geparen. ¶ Der Marschalck ward gezogen an / der sagt eim yeden kampffs darumb legeren / do ließ Hertzog Leupold verstan / wie das⸗ selbig auch wer des hundes begeren / bald ward des kampffs schick gemacht / vnnd das vrteyl gehen vnd dem Marschalck ein pruͤgel zuͦ gezelt / handuoͤllig vnd eins armes langk / Der hund sich seyner zeen ge prauchen solt / gar schnell ward vmb sie gemacht ein schranck / Der hund vil man⸗ chen herten schlag verdult / Zu letzt er jm die keel erwuscht / damit der Kuͤnig den kampff abstelt / auff das noch weyter wür de bespracht / der Marschalck ee er mit dem todt wurd quelt. VOn stund an er alle ding veriach / dar⸗ umb er dañ geschlaiffet vnd geredert ward Doch von der Kuͤnigin nicht west / wie gern er auch dieselb ermoͤrdet hette. ¶ Do thet dem Kuͤnig so wee die schmach / das er vor grossem waynen vmb sein fra⸗ wen zart / nyndert kundt haben rhuͤ noch rast / zuͦ bringẽ an wie er den sachen thete. ¶ Er schicket auß in alle land / wer sie er⸗ fuͤr oder zuͦ land brechte / der solt gereycht werden zuͦ hand / vnd auch erhoͤcht in al⸗ lem seynem geschlechte / das stund biß in das dritte jar / das niemandt ward kund / biß auff ein zeyt das sie fenden begundt / den Koler wider gen Paris / da zuͦ ver⸗ kauffen jr koͤstlich gemecht / der Koler gar mit hohem fleyß / auß legt ein Kremerin zuͦ jm her necht / erkennet als bald der Kuͤ⸗ nigin werck / schweyg still vnd eylt hyn fuͤr den Kuͤnig zuͦ stund / der Kuͤnig hieß jn fuͤr sich bringen dar / wie fast aber der Koler laugnen kundt. Gab doch das werck gezeugnis gnuͦge / denn das er fuͤr jr leben bat so innigklich / saget damit alle geschicht / der Kuͤnig pot auff mit aller seyner machte. ¶ Ritten so lang biß es het fuͤge / der koler sprach herr last zuͦ jr alleyne mich / in dem die frawe das ersicht / schnell eylendts sie zuͦ fliehen jr gedachte. ¶ Und jr das kindleyn was zuͦ schwer / das mit eim kleinen Bogen vnd eim boltze / vmbgieng die Fraw ward fliehen seer / vnd ließ das kindlein hinder jr im holtze / Der Kuͤnig sie ereylen thet / er sprach O wer des weib / nicht fliecht von mir gesichert ist ewer leib / loͤßt mich von grosser angst vnd not / die ich vmb euch so lang gelitten han / ab fiel er von seynem pferdt gar drat / Mit armen er sie vmbschliessen began / kuͤst sie vor freuden offt vnd dick / sprach meyn aller hoͤchstes layd vertreyb / meyn hertz dich nymmer mer verleust / in dey⸗ nem gunst jch fuͤrbaß ewig bleib. Den jungen Kuͤnig er auch ereylet / nam jn an seyn arm vnd kuͦst jn manigfart / ein schoͤner wagen bestellet was / darauff man sie mit grossen freuden setzet. ¶ Darbey sich der Kuͤnig nicht verwey⸗ let / sonder sich zuͦ dem wagen stetigs hiel⸗ te hart / des Kolers er auch nicht vergaß / weyb kind vnd er wurden jres layds er⸗ getzet. ¶ Fuͤren all froͤlich mit jm heim / ein newe hochzeyt ließ der Kuͤnig außschreyen / al⸗ les volck erfrewet ward gemein / vnd wur den Got gebenedeyen / frewten sich der Kuͤ nigin here / die kummen was zuͦ land / be⸗ sandt wurden die Herren alle sandt / erst ward groß frechen vnd thurnieren / der herrlichst hoff der ye gesehen was / vnd vber koͤstliches hoffieren / alles was dokam vergebens tranck vnd aß / Vnd weret die hochzeyt vierzehen tag / Darnach was frembd was sittigklich verschwand / do sa get menigklich lob vnd ehre / dem Kuͤnig vnd der Kuͤnigin hochgenant. Do aber die hochzeit vergienge / der Kuͤ⸗ nig seynen getrewen Koler fuͤr sich hieß / vnd der seyn lieber gefatter was / wann er das kind het auß der tauff gehoben. ¶ Mit dem er erst von newen anfienge / alle ding zuͦ hoͤren woͤllen biß auff den be⸗ schließ / do wurd vil mancher zeher naß / vergossen vñ darbey mit klaren buͦchstabẽ. Von wort zuͦ wort gescheiben ein / vnd ward darmit gemacht der klag ein ende / Mit dem auch den gefatter sein / der wer⸗ de Kuͤnig nam bey seyner hende / vnd gab jm ein gantze Graffschafft / mit aller jrer gewer / auch seynem geschlecht nachuol⸗ gend ymmer mer / hiemit endet sich diß new gedicht / vnd ist in eynem gemeynen thon gemacht / Doch new nach der hysto ri nicht / sonder wie vor in spruͤchen ist ge⸗ dacht / vnd fast in kurtz begriffner art / weñ yederman hat begert das ende / Gott der Allmechtig durch seyn krafft / am letzten vns all zuͦ hymel sende / Amen. ¶ Gedruckt zuͦ Nuͤrnberg durch Georg Wachter. Show less

Lied über den Grafen von Rom
Das Liede von dem Graffen von Rom. ¶ Jch verkuͤnd euch newe mere / vnd woͤlt jr die verstan / zuͦ Rom da saß ein herre / ein Graff gar wol gethan / der was reicher ha be / was milt vnd tugenthafft / er wolt zie⸗ hen zum heyligen grabe / nach ehren vnd Ritterschafft. ¶ Seyn fraw erschrack... Show more Das Liede von dem Graffen von Rom. ¶ Jch verkuͤnd euch newe mere / vnd woͤlt jr die verstan / zuͦ Rom da saß ein herre / ein Graff gar wol gethan / der was reicher ha be / was milt vnd tugenthafft / er wolt zie⸗ hen zum heyligen grabe / nach ehren vnd Ritterschafft. ¶ Seyn fraw erschrack der mere / sie plickt den graffen an / gnad mir edler herre / dazuͦ mein eelich man / mich nimpt wunder sere / was euch die Riterschafft sol / habt jr doch guͦt vnd ehre / vnd alles was jr solt. ¶ Er sprach zuͦ seyner frawen / nu spar dich Got gesund / als wol jch dir vertrawe / al⸗ hie zuͦ diser stund / also schied er von dannẽ der edel Graff so zart / groß kum̄er stund jm zuͦ handen / eins kuͤnigs gefangner er ward. ¶ Er mocht jm nit empfliehẽ / das was sein groͤste klag / im pfluͦg da muͦst er ziehen / vil lenger deñ jar vnd taͤg / er leid vil hunger vñ schwere / war jm ein grosse buͦß / der Kuͤnig reit fuͤr jn here / der Graff fiel jm zuͦ fuͤß. ¶ Der kuͤnig sprach mit züchtẽ / wol zuͦ dem graffen schon / so hilfft dich doch kein bittẽ schwer jch bey meiner kron / vñ fielestu alle morgẽ / teglich auff deine knie / du moͤchtest nit ledig werden / deñ dein fraw wer selber ¶ Der Graff erschrack der mere / groß (hie. leyd er jm gedacht / recht jch meyn frawen here / so wirt sie mir geschwecht / sol ich dañ hie beleiben / so gilt es meinen leib / darauff so wil jch schreyben / wil schicken nach mei nem weyb. ¶ Eyner was an dem hofe / der het die ge⸗ fangẽ in huͦt / mit dem vbertruͦgs der graffe er verhieß jm hab vñ guͦt / ein brieff schreyb er behende / der seinen frawen klar / sein kum mer moͤcht niemandt wenden / dañ sie kem selber dar. ¶ Der pot zoch one trauren / wol vber das wilde meer / zuͦ Rom fand er die frawẽ / den Brieff den gab er jr / den thet sie selber lesen / gar heimlich vñ gar bald / sie verstund jres herren wesen / jr hertz ward jr gar kalt. ¶ Ein brieff schreib sie widerumbe / so gar behendigklich / vñ wie sie nit moͤcht kumen es were jr vnmuͤglich / das ein fraw moͤcht faren / wol vber das wilde meer / keyn guͦt woͤlt sie nit sparen / an jrem Graffen herr. ¶ Der pot der thet sich eilẽ / wol wider heim zuͦ land / die fraw die stund in leyde / gar wol sie das empfand / so gar in stiller sache thet sie das alles geren / sie ließ jr ein kutten machen / vnd ein platten scheren. ¶ Die fraw kundt lesen vnd schreiben / vnd ander kurtzweyl vil / darzuͦ kund sie harpf⸗ fen vnd geygen / vnd ander seytenspil / das hieng sie an jr seyten / harpffen vnd lauten guͦt / dem potten thet sie nach reyten / vber meer da man da faren thuͦt. ¶ Sie zoch drey tag oder viere / die Fraw gar wunnesam / auff dem meer huͦb sie an zuͦ hofieren / yederman da wunder nam / der pot saß zuͦ jr here / so gar in guͦter pflicht den der Graff het gesand da here / sie kandt jn wol vnd er sie nicht. ¶ Der pot der sprach mit sinnẽ / wol zuͦ dem muͤnche feyn / Herr woͤlt jr guͦt gewinnẽ / so ziehet mit mir heym / zuͦ einem kuͤnig reiche da habt jr reychen soldt / er helt euch erber⸗ leychen / als lang jr bleyben wolt. ¶ Der pot ließ nit daruon / wie fast er den muͤnich bat / sie zogen mit eynander / wol an des meres gestat / sie zogen alle beide / vil berg vnd tieffe thal / die fraw in muͤnichs kleyde / wol fuͤr des künigs sal. ¶ Der kuͤnig kam eingegangen / mit Rittern vnd knechten vil / die fraw ward schon em pfangen / mit jrem seytenspil / do schluͦg sie auff der lautten / gar freudenreyche wort / die Heyden sprachen all vber laute / sie het⸗ tens besser nie gehort. ¶ Den muͤnich satzt man oben an tisch / sie hetten jn lieb vnd werd / man gab jm wilt⸗ pret vnd fisch / vnd was sein hertz begert / do sie das ane sahe / dacht sie in jrem muͦt / do jr so guͤtlich geschahe / mein sach wirt wer⸗ den guͦtt. ¶ Do schluͦg sie auff der harpffen / vnnd macht ein frisch gesang / gar hoͤflich vñ gar scharpfe / das in dem palast erklang / die hei den wurden springen / damit do ward es nacht / wol vnter den selben dingen / ward dem Graffen die potschafft pracht. ¶ Dem Graffen kamen die mere / von sey⸗ nem schoͤnen weyb / wie sie nit kem da here es wer jr vnmuͤglich / sie wurd geschendt von den Heiden / vnd kem in grosse not / der Graff der gedacht jm leyde / erst muͦß jch leyden den todt. ¶ Die fraw was an dem hofe / bis an den andern tag / sie sach vmb nach dem graffen es was jr groͤste klag / do gieng sie an die zin nen / gar heymlich vñ vnuermelt / sie ward jres graffen innen / dort ziehen in dem feld. ¶ Wol zuͦ derselben stunde / huͦb sie vil heiß zuͦ weinen an / das sie jm nit helffen kunde / als sie gern het gethan / sie was gar vnuer⸗ drossen / sagt vns dz buͦch gar schon / sie war vier wochen auff dem schlosse / ee sie vrlaub ¶ Dem muͤnich wolt man lonen / (nam. vnd wolt jm lonen wol / man truͦg jm her ein guͤldene krone / vil gelts ein schuͤssel vol sedt hin meyn lieber herre / lasts euch ver⸗ schmahen nit / der muͤnich wert sich sere / ist nit meyns ordens sit. ¶ Der muͤnich der sprach mit sitten / jch be⸗ ger keyn solchen sold / vmb ein gab wil jch euch bitten / es ist nit vmb rotes gold / weder vmb edel gesteine / noch sunst vmb kein an der rat / dañ vmb den menschen alleine / der in dem feld vmbziehen gat. ¶ Der kuͤnig sprach mit fuͤge / herr habt euch den gewalt / man bracht den Graffen von dem pfluͦge / wol fuͤr den Kuͤnig bald / do sprach der Kuͤnig mit trewen / vñ gab dem Graffen rat / danck du dem abentheuͤrer / der dich erloͤset hat. ¶ Die fraw stund an dem mere / wol an dẽ andern tag / d graff ließ nit daruone / wolt zihen zum heiligen grab / wiewol er het nit mere / weder hab noch guͦt / noch halff jm got der herre / vber meer da man faren thuͦt. ¶ Der Graff kam heym gegangen / also ar meklich / Er ward gar schon empfangen / von seiner frawen seuberlich / im brieff hab jch dir geschriben / meyn kum̄er vnd grosse not / do bist du daheym beliben / du achtest nit wer jch todt. ¶ Die fraw die sprach mit zuͤchten / herr das ist alles war / im brieff habt jr mir geschribẽ den ewren kum̄er gar / das lasset euch nit re⸗ wen / traut lieber herre mein / jch dorfft dem poten nit trawen / jch forcht der ehren mein. ¶ Der Graff der was daheymen / biß an den andern tag / seyn freund die wolten jm schencken / fuͤrten vber die frawen ein klag / wie sie vmbzogen were / beide fruͤ vnd spat eyns hin das ander here / niemandt weyß was sie zuͦ schaffen hat. ¶ Die fraw sprang auff gar schnelle / wol von dem tische drat / sie gieng in jr kammer gar balde / sie nam der kutten war / sie hieng an jr seyten / lauten vnd harpffen guͦt / recht sam sie war gestanden / wol vor dem Kuͤ⸗ nig hochgemuͦt. ¶ Sie tratt hineyn mit schalle / wol durch die thuͤr geschwind / sie thet sie gruͤssen alle die da gesessen sind / der Graff erfrewet sich gar balde / do er sie ane sach / das ist der abentheuͤrer / der mich erloͤset hatte. ¶ Do ward die fraw bald jehen / herr das ist alles war / jr habt mich wol gesehen / vor dem kuͤnig gar offenbar / der kuͤnig der thet sprechen / wol zuͦ derselben sach / du gefang ner vñ gepundner / gee auß on vngemach. ¶ Die freund erschracken gar sere / was jn ein schwere buͦß / sie stunden auff von dem tische / vnd fielen der frawen zuͦ fuͦß / sie the⸗ ten sie fast bitten / das sie jn das vergebe / al⸗ so wirt mancher frawen abgeschnitten / jr trew vnd auch jr ehre. Gedruckt zuͦ Nuͤrmberg durch Kuͤnigund Hergotin. Show less

Klage über schlechte Bewirtung
Ein New Lied \ Von der argen geldtsüchtigen Wierdt schinderey. Jm thon Jn Gottes namen faren wir. Mit etlichen gse⸗ tzen gemert / vnnd zum tail geaͤn⸗ dert. SJch klagt der arm wanders or⸗ on / der Wiert der hat vns tru⸗ cken gschorn / Er hat vns gebn dreyerlay kost / hunger vnd durst... Show more Ein New Lied \ Von der argen geldtsüchtigen Wierdt schinderey. Jm thon Jn Gottes namen faren wir. Mit etlichen gse⸗ tzen gemert / vnnd zum tail geaͤn⸗ dert. SJch klagt der arm wanders or⸗ on / der Wiert der hat vns tru⸗ cken gschorn / Er hat vns gebn dreyerlay kost / hunger vnd durst vnd grossen frost / Schier mir nit mer. ¶ Darzuͦ hat er ain sauren Wein / der Teuffel sol sein gast mer sein / So hat jm Hauß khain Semel er / in sein Haus kuinb wir nimmer mer / Schier mir nit mer. ¶ Das rocken prot dz ist jm theur / so hat er weder holtz noch feur / Auch hatt er weder spaͤn noch kol / darpey man siedn vnnd praten sol / Schier mir nit mer. ¶ Der Wiert ist tugenthafft vnnd frumß / gibt weng zessen vnnd nimbt vil drumb / Die speiß ist kalt / der wein ist warm / er ist ain Wiert das Gott erbarm / Schier mir nit mer. SJch klagt der arm wanders or⸗ on / der Wiert der hat vns tru⸗ cken gschorn / Er hat vns gebn dreyerlay kost / hunger vnd durst vnd grossen frost / Schier mir nit mer. ¶ Darzuͦ hat er ain sauren Wein / der Teuffel sol sein gast mer sein / So hat jm Hauß khain Semel er / in sein Haus kuinb wir nimmer mer / Schier mir nit mer. ¶ Das rocken prot dz ist jm theur / so hat er weder holtz noch feur / Auch hatt er weder spaͤn noch kol / darpey man siedn vnnd praten sol / Schier mir nit mer. ¶ Der Wiert ist tugenthafft vnnd frumß / gibt weng zessen vnnd nimbt vil drumb / Die speiß ist kalt / der wein ist warm / er ist ain Wiert das Gott erbarm / Schier mir nit mer. ¶ Der Wierdt der ist fuͤr war der pest / Er nimbt die Kreüden troͤst die Goͤst / Wann er ain kanndel Wein tregt her / so setzt er zwo gschicht an⸗ geuer / Schier mier nit mer. ¶ Der Wiert acht keiner sündt noch schand / er nimbt das zalpret von der wanndt / Jr lieben Goͤst seit woll ge⸗ muet / geb ainr drey patzn / vnd nembt verguͦt / Schier mir nit mer. ¶ Herr Wierdt es ist vnnser beger / das jr vns tragt ein schlafftrunck her / den aller besten so jr habt / alß baldt d Wirt gen kheller trabt / Schier mir nit mer. ¶ Bracht ain rottẽ khamigẽ wein / fuͤnff Kreutzer muͤß dbezallung sein / vmb ein maß / er ist seer guͦt / er prinnet wie ein rottes bluet / Schier mir nit mer. ¶ Den ztrinckẽ het wir schlechten lust / gen beth sich da ein yeder ruͤsst / in ain kammer man vns legt / die man selten khert vnnd fegt / Schier mir nit mer. ¶ Die pett sein gewaschen mit fleyß / sy stecken gar voll Floͤch vnnd Leüß / vnd welcher daran schlaffen sol / fuͤr⸗ war es gschicht jm nit vast wol / Schir mir nit mer. ¶ Wann einr zuͦ morgens fruͤe auf⸗ steet / der Wiert wol in dem hauß vmb geet / Jr liebn Goͤst seyt wol gelegen / es mues mir yeder ain schlaff pfen⸗ ning geben / Schier mir nit mer. ¶ Nembt hin herr Wierdt do habt jr zwen / wir freüten vns langst auff zuͦ steen / vnns gschach so we die heüntig nacht / der Teuffel hat vnns zuͦ euch pracht Schir mir nit mer. ¶ Den Wierdt den wolt ich nen⸗ neñ gern / ich main er kan den Goͤsten schern / Von jn nimbt er das gelt gar schon / der Teüffel geb jm seinem lon / Schier mir nit mer. ¶ Damit schaiden wir da hin / vns reut dz wir peliben sin / der liebe Gott soll vnns bewarn / Fuͤrwar man hat vnns truckhen gschorn / Schir mir nit mer. ¶ Das ich jetzundt gesungen han / die Frummen solchs nicht geet an / eim jeden schnoͤden Wirdt ichs schenckh / daraus was recht ist er bedẽck / Schier mir nit mer. Show less

Türkische Belagerung der Stadt Wien
Ein newes lied der gantz handel / der Tuͤrckischen belege⸗ rung der Stat Wienn. Vnd ist in Bruder Veytten thon. IR Christen außerwelet Nun hoͤret alt vnd jung Wie euch hie wirt erzelet Die schwer belegerung Stat Wieñ in Osterreyche Von dem Tuͤrckischen hund All stuͤck gar ordenleyche Von... Show more Ein newes lied der gantz handel / der Tuͤrckischen belege⸗ rung der Stat Wienn. Vnd ist in Bruder Veytten thon. IR Christen außerwelet Nun hoͤret alt vnd jung Wie euch hie wirt erzelet Die schwer belegerung Stat Wieñ in Osterreyche Von dem Tuͤrckischen hund All stuͤck gar ordenleyche Von tag zu tag vnd stund. ¶ Als man zelt tausent jare Fuͤnff hundert mercket wy Neun vnd zweintzig fuͤrware Nach der geburt Christi An sant Matheus tage Wart Wieñ die Stat berent Von dem Tuͤrcken in klage Wart manig hertz erkent. ¶ Ein lerman wardt geschlagen Dauß vor dem stuben thor Die Hussern theten jagen Vnser Reuͤtter daruor Jr neun belieben ausse Darnach die Tuͤrckisch rodt Schlug im frantzossen hause Die armen leuͤt zu todt. ¶ Darnach am andern tage Als die Stat wardt berent Ein lerman wardt geschlage Die vorstet man verprent Ein meyl wegs groß vnd weytte Vnd alles gut darinn Wurt alles preyß geseytte Klein was der leuͤt gewinn. ¶ Am fuͤnff vnd zweintzing morgen Des Monats Septembriß Kam die Stat Wieñ in sorgen Der Tuͤrck sich sehen liß Mit drey hauffen zu felde. So leut er sich daruor Vor stuben thor ich melde Kerner thor vnnd purckthor. ¶ Den nechsten tags sich reckten Des Tuͤrcken Nasaren Das wasser sie belegten Des in Stat moͤcht nichts zugen Mit gschuͤtz darfuͤr sie rucken Darnach den andern tag Verprentens die zwo prucken Bracht den von Wieñ groß klag. ¶ Am acht vnd zweintzig tage Des Monats vmb acht or Ein lerman wart geschlage Daus vor dem Kerner thor Der Tuͤrcken wardt im streitten Drey hundert vnter gon Vnd auff der vnser seytten Nicht mer dann siben mon. ¶ Darnach am dritten tage Des Monats Octobriß Wart ein lerman geschlage Die Lantzknecht on verdriß Gunden die Tuͤrcken jagen Wol auß dem frawen hauß Der wurden vil erschlagen Es wardt ein wilder strauß. ¶ Das abgebrent gemeuer Stundt hoch in der vorstat Kam dem Tuͤrcken zu steuͤer Vns zu grossem vnrat Sein volck das lag darinnen Mit roren groß vnd klein Vnd schussen zu den zinnen Zu vorn der Stat hinnein. ¶ Die knecht thetten sie zwacken Trieben sie von der weer Mit jren halben hacken Zu jn auch vnser heer Mit schiessen thet vil feller Verporgen lag jr rot Jn gwelb vnd manchen keller Des lied die Stat groß not. ¶ Des Monats an dem sechsten Schickt man zwelff fenlein knecht Jn die vorstat am schwechsten Die selb zu stuͤrmen secht Die gassen wardt zu enge Der Lantzknecht wart zu vil Da schoß der Tuͤrcken menge Zu jn wie zu dem zil. ¶ Doch wardt in dem scharmuͤtzel Der feindt hart heym gesucht Doch kundt man schaffen luͤtzel Jn die knecht kam ein flucht Vil feind den geyst auffgaben Manch knecht vnd Edelmon Auch fielen in Stat graben Jr vil kamen daruon. ¶ Darnach der Tuͤrckisch hauffen Wolt vmb die zehen or Einen sturm anlauffen Dauß vor dem Kerner thor Vnd bey den stuben thoren Grieffen sie grausam an Doch sie geschlagen woren Ruckten mit schaͤndt daruan. ¶ Vnd den sibenden tage Vmb zwey nach mitternacht Ein lerman wurdt geschlage Ein schlacht ordnung gemacht Darinn stundt man lang weyle Der Tuͤrck wolt nicht hinan Doch etlich tausent pfeyle Thet als der schnee hergan. ¶ Des Monats an dem neuͤnden Zwischen acht vnd neun or Da sach man von den feinden Ein zug gem schotten thor Ein lerman wardt geschlagen Man sach manch kuͤnen man Die feindt dorfftens nicht wagen Die Stat zu greyffen an. ¶ Nach mittag vmb vier vre Die Stat maur bey sant Klar An zweyen orten wure Zerfelt zerspienet gar Mit puluer vnter graben Da wardt ein lerman groß Der Tuͤrck wolt gestuͤrmet haben Vertrieb jn mit geschoß. ¶ Am zehenden des Mones Vmb vier nach mitternacht Ein lerman wart on schones Virtzig knecht hetten acht Mit etlich Hispanischen Fielen hynauß allein Theten im feldt erwischen Fuͤnff Camel brachtens nein: ¶ Auff disen tag auch haben Erlich vnser lantzknecht An der maur im graben Gar weißlich außgespecht Erlich puluer thunnen Sie saumbten sich nit lanck Mit gewerter handt gewunnen Des habens immer danck ¶ Den aylfften tag darnache Des Monats vm vier vrn Jst das zym̄er vnd dache Wol von dem Kerner turn. Von dem schuͤten vnd knallen Vnsers geschuͤtzes not Rab auff die erdt gefallen Schlug etlich knecht zu todt. ¶ Nach einer halben stundt after Wardt erst ein lerman doch Vom Kerner thor neuͤn klafter Wurdt gar ein weyttes loch Zersprengt in die stat mawer Mit puluer von dem feindt Des stundt die stat in trawer Der Tuͤrck sein volck vereint. ¶ Ein sturm wardt angeloffen Vom stuben thor biß on Sant Lorentzen getroffen Die knecht belieben ston Der Tuͤrcken lagen nider Bey tausent an der zal Auff vnser seytt herwider Fuͤnffzehen vberall. ¶ Den zwelfften tag wardt balde Nach zweyen ein lerman Der Tuͤrck sein volck mit gwalde Zum sturm trieb hinan Mit kolben thet mans firmen Schlug etlich gar zu todt Noch wolten sie nit stuͤrmen Also beschuͤtzt vns Got. ¶ Darnach ein lerman ware Der Tuͤrck aber ein stuͤck Der statmawr bey sant klare Zersprenget durch sein duͤck Ließ ein sturm anlauffen Weytter sein heyl versucht Jdoch wardt bald sein hauffen Geschlagen in die flucht. ¶ Die stat mawer lag nider Vier vnd virtzig klaffter weyt An den vier ortten wider Ratschlugen die haubtleuͤt Die loͤcher man vermachte Mit greben vnd polwerck Man arbeyt tag vnd nachte Der stat zu einer sterck. ¶ Aber ein lerman warte Der Tuͤrck sein volck mit gwalt Auch not zu stuͤrmen hartte Aber sie wichen bald Jn jr ordnung man schosse Es kostet manchen man Die Haubtleuͤt es verdrosse Das volck wolt nicht hinan. ¶ Den dreyzehenden tage Wol vmb die achten stundt Ein lerman wardt geschlage Ein ratschlag man erfundt Dem Tuͤrcken genum̄en wuren Sechzehen thunn puluer Vnter dem Kerner thuren Den wolt zersprengen er. ¶ Den virzehenden morgen Wardt aber ein lerman Vmb siben vr mit sorgen Rucket der Tuͤrck hinan Mit dreyen grossen hauffen An diesem morgen fru Ein sturm an zu lauffen Doch woltens nicht hinzu ¶ Vnd vmb die aylfften vre Ein lerman wardt vermengt Ein stuͤck der mawer wure Mit eim thuͤrnlein zu sprengt Vnd durch die selbig lucken Sprengt ein die Türckisch rott Die thet man kecklich pucken Stach virthalb hundert todt. ¶ Jn dem sind etlich knechte Von vns gefallen aus zu dem Saltzthuren sechte Vnd haben in dem strauß Dem Tuͤrcken abgetaget Ein peuͤtt wol vier Camel Sie waren vnferzaget Gott bhuͤtz vor vngefel. ¶ Vnser knecht sind auch kum̄en Haben dem Tuͤrcken mer Vnter der purck genum̄en Sechtzehen thun puluer Die het er vnter graben Vnd wolt durch falsche list Die purck zersprenget haben Das doch vorkum̄en ist. ¶ Darnach der Tuͤrckisch hunde An diser nacht zum endt Doͤrffer vnd was noch stunde Mit seim leger verprendt Darnach sein gantzes here Zog ab zwen gantzer tag West nichts zu gwinnen mere Feel wardt all sein anschlag. ¶ Was er den selben abent Weybs bild zu wegen bracht Mit den selben sie habent Schentlich gethon die nacht Darnach die armen frawen Hat die Thirannisch schar All lebendig zu hawen Der doch ob tausent war. ¶ Den fuͤnfftzehenden tage Fieng man in der schiltwach Drey boͤßwicht ich euch sage Die bekenten darnach Wie sie wolten antzuͤnden An fuͤnff ortten die stat Das feindt stuͤrmen kuͤnden Die man gefierteylt hat ¶ Den andern tag mit eren Der Kacianer wist Mit etlichen Husseren Hinauß gefallen ist Acht Tuͤrcken sie da fingen Crabatisch wer vnd mon Theten sie jm abdringen Bracht zwey Camel daruon. ¶ Am achtzehenden morgen Der Kacianer schwind Ritt auß vnd bracht auß sorgen Vil Pawren weyb vnd kind Dem Tuͤrcken er abdrange Sechs Camel viech vnd Roß Fuͤnff Tuͤrcken bracht gefange Darzu jr sechs erschoß ¶ Also habt jr den handel Tuͤrckischer vbel that Mit was moͤrdischem wandel Er Wienn belegert hat Jn vier vnd zweintzig tagen Darin er auff dem landt Weyb vnd kindt hat erschlagen Doͤrffer vnd merck verprandt. ¶ Auch fuͤrt er hin gefangen Vil frawen vnde man Also hat es ergangen Nun woͤl wir ruͤffen an Jesum Christum alleine Das er behuͤt all stundt Sein Christliche gemeine Vor dem Tuͤrckischen hundt. Jobst Gutknecht. Show less

Mord durch die Königin von Frankreich
Ein hübsch lied von ey⸗ ner Kuͤnigin von Franckreich / vnd võ jrer falschen buͦlschafft / wie sie neuͤn Studenten vmb jr leben bracht. Jn des Speten Thon. ZV singen steet mir meyn beger / von eyner Kuͤn⸗ gin wunderber / sie saß in eynem landt so ferr / sie pflag buͦlschafft derselben mich... Show more Ein hübsch lied von ey⸗ ner Kuͤnigin von Franckreich / vnd võ jrer falschen buͦlschafft / wie sie neuͤn Studenten vmb jr leben bracht. Jn des Speten Thon. ZV singen steet mir meyn beger / von eyner Kuͤn⸗ gin wunderber / sie saß in eynem landt so ferr / sie pflag buͦlschafft derselben mich nit gluste. ¶ Groß mord geschach durch jren leyb / darumb jch mich zuͦ singen scheyb / von art war sie ein boͤses weyb / mit manchem werden man pflag sie falsch luste. ¶ Wo sie ein sach der jr was gleich und eben / sie schickt nach jm gpot jm bey leyb vnd leben / So redt sie dann mit jhm on alle schame / sie sprach zuͦ jm trawt freyer Heldt / zuͦ freundtschafft hab ich dich erwelt / deyn leyb vnd gestalt mir wol ge⸗ fellt / Also redt sie mit manchem mannes namen. Eyns mals blickt sie zum laden auß / ein Juͤngling stund wol vor dem hauß / sie gedacht er liebt mir vorauß / sie wanck jm da das er solt zuͦ jr kummen. ¶ Der juͤngling nam gar eben war er kame gar heymlichen dar / Er sprach zart Edle Frawe klar / keyn man soll sich in ewrem dienst nicht saumen. ¶ Zuͦ jm redt die Kuͤnigin hochge⸗ poren / in meynem dienst so hastu mir geschworen / leyb eygen bist du meyn das solt du kennen / sprach sich die edle Kuͤngin reich / dein wil len mach dem meynen gleych / so wirdt meyn hertz gantz frewden⸗ reych / lieblich begir die laß jch zuͦ dir rennen. Die Kuͤngin was auff jn verbeint er west nicht wie sie es da meynt / sie hett sich nach mit jm vereynt / er mocht sich gegen jr nicht auffent⸗ halten. ¶ Sie blickt jm in das hertz hineyn meynes leybs muͦst du gewaltig seyn / das peuͤtt jch dir bey hoher peyn / der ehren seyn hett er da keyn gewalte. ¶ Also muͦst er erleyden fremde sa chen / nun hoͤrt wie es sich gen dem tag thet machen / deyns leybs hab ich begert der ist mir worden / heb dich daruon saum dich nicht lang das dich der tag nicht vbergang / Gar bald er in die kleyder sprang / er west auch nicht das jhm nach⸗ folgt ein morde. Sie nam jn felschlich bey der hend hyn auff ein pret sie jn da sendt / do nahet jm seyn letstes end / sie zuckt ein schnuͦr das pret thet mit jm fal⸗ len. ¶ Wol in ein wasser vnteheur / da rinn verdarß der frumb vnd theur / er schwam tieff in des wages keur / das was der falschen Kuͤngin nur ein schallen. ¶ Darnach thet sie sich aber eins be sinnen / sie schickt hin nach eins rey⸗ chen Burgers kinde / Jrem gepott was er nit widerspennig / er kam zuͦ jr in schneller fart / sie spach in tre⸗ wen jch deyn wart / Du bist meyn pluͤender Mandel gart / meyn edler leyb sol dir seyn vnterthenig. Das peut ich dir bey meyner kron / das duß als bald nun woͤllest thon jch laß dir weder frid noch son / all meyn begir will jch an dir volley⸗ sten. ¶ Der juͤngling antwort jr zuͦ stund thuͤt ewer ehr nit so verwund / jr li⸗ gend auff eym boͤsen fund / solche ding rathet euch der boͤse geiste. ¶ Vnd woltest meynem pot hie wi derstreben / so wiß das es dir kosten muͦß deyn leben / Der juͤngling der was mit soltzen vmbfangen / do er vernam jr strengigkeit / er pflag mi jr der vnkeuscheyt / darnach sie jhn bald ledig seyt / es gieng jm wieß dem ersten was ergangen. Also hett sie zwen mordt gestifft / noch weyter sagt vns die geschrifft vnd wie sie hab mit mord vergifft / noch siben huͤbscher Juͤngling al⸗ so freye. ¶ Wol mit den Sibnen wardens neun / die pracht sie all in todes pein Die zal die was jr noch vil zuͦ kleyn auff den zehenden warff sie jr fal⸗ sche trewe. ¶ Derselbig was ein student hoch gelerte / im gantzen land seins glei⸗ chen nie erhoͤrte / Er warb vmb sie daran thuͦ ich nicht liegen / er blickt sie an durch kunstes glaß / Er west wie sie genaturt was / jr edle Com⸗ plex sagt jm das / er west wol das sie jn nicht kundt betriegen. Sie gwan zuͦ jhm groß lieb vnnd gunst / das pracht er zwegen mit sei ner kunst / Jr hertz das lag in liebe prunst / jch bitt dich das du woͤllest bey mir wonen. ¶ Die Kuͤngin het auff jn gezilt / jch thuͦ gleych nun alles was du wilt / nach allem wollust bist du gebildt meyn edler leyb der soll hie bey dir gruͤnen. ¶ Er warb vmb sie vnd thet sich zuͦ jr fuͤgen / er west wol das sie jn nit kundt betriegen / da lagen sie in freuͤ den alle beide / Darnach gab es sich auff eym ort / der Student redt mit jr ein wort / wie sie neun Juͤngling hett ermordt / jr falsche liebe pracht jr grosses leyde. Die Kuͤngin was zornig behend / mit dem Studenten gab sie endt / sie ließ jm binden fuͤß vnd hendt / vnd schuͦff alda das man jn solt er trencken. ¶ Er blickt sie an auß keym gemuͤt / er west wol das er was behuͤt / Dar ab erschrack jm nie sein gbluͤt / man huͦb jn auff vnd wolt jn schon ver⸗ sencken. ¶ Hend vnde fuͤß die wurden jm ge punden / die strick sprungen auff wol zuͦ derselben stunden / er sprang in eynen tieffen See gar freye / dar⸗ iñ trat er das wasser stoltz / er stund auffrecht wie eyn poltz / die Küni⸗ gin gehieß von jm vil goldts / wer jn vmb brecht dem wolt sie wonen beye. Die boͤsen knaben gewunnen lust / auff den Studenten man sich rust / sie schussen jm zuͦ seyner prust / dan⸗ noch mocht jn keyn schiessen nicht verseren. ¶ Jm graben schwam er auff vnd ab / kein schiessen jm nichts zuͦ schaf fen gab / die Kuͤngin redt zuͦ jm her⸗ ab / ja hette jch deyn kunst jch woͤlt dich erstoͤren. ¶ Er blickt sie an vnd thet mit wor ten sprechen / Fraw Kuͤnigin neun Juͤngling wil jch rechen / Also laß jch meyn red gen euch beleyben / be⸗ huͤt euch Gott jch far dahin / in ey⸗ nen wald steet mir meyn sin / dariñ jch ewer vogler bin / als vil ich fach die wil jch euch zuͦ scheyben. Der Student schwang sich bald hyndan / jm sahen nach vil weyb vnd man / Er satzt sich in des wal⸗ des plan / darinn fieng er vil vogel merckent eben. ¶ Er satzt sich in des waldes band / vil voͤgel flugen jm zuͦ hand / sie bli ben all on netz vnd band / als vil er fieng die ließ er all bey leben. ¶ Mit jn schwang er sich hoch auff in die luͤfften / mit seyner kunst thett er groß wunder stifften / auff eynen thuren hoch ließ er sich nider / Mit jm die voͤgel manigfalt / die er hett gfangẽ in dem wald / sie bliben all in seynem gwalt / Er band sie da vnd beschnit jn jr gefider. Der Student der was von hertzen fro / yeglichem vogel schryb er do / eyn brieffleyn kleyn das seyt also / Jtem die kuͤngin ist ein moͤrderiñe. ¶ Die voͤgel bliben vnzertrant / yeg lichem in seyn schnabel band / eyn brieffleyn kleyn gar vnuerwant / er schupfft sie hyn wol von des thu⸗ rens zynne. ¶ Wol fuͤr die kuͤngin theten sie sich neygen / auff die voͤgel ward man finger zeigẽ / man huͦb jr etwa man chen auff bey der erde / man laß die zedel all zuͦ handt / auff gieng eyn offentliche schandt / keyner thorsts thuͦn an der erst bekant / man wolts nit lassen kummen fuͤr die werde. Man scheichet hin der voͤgel schar des nam der Studẽt eben war / erst ließ er ander fliegen dar / der Kuͤn⸗ gin guͤt gar eben fuͤr die augen. ¶ Do was eyner in sonderheyt / ba⸗ lieret fuͤr die andern gmeid / die kuͤn gin hett ob jm ein freud / Sie gryff nach jm er thet sich zuͦ jr nahen. ¶ Er flog jr auff die hend mit kluͦ⸗ gem liste / den zedel falt er zwischen jre pruͤste / sie griff nach jm der vo⸗ gel was geschwindt / Er flog gar schnelligklichen hin / zuͦ seym mey⸗ ster stund jm seyn siñ / wann sie zer⸗ riß mit jrem kinn / den zedel guͦt als wir nun klerlich finden. Die Kuͤngin was betruͤbet seer / er⸗ loschen was jr kuͤngklich ehr / jhr hend die wand sie hyn vnd her / sie sprach jch bin mit sorgen gar umb⸗ fangen. ¶ Jr sach kam offentlich ann tag / der Student fuͤrt die ersten klag / fraw Kuͤngin merckt was jch euch sag / meyn nam ist geheyssen Alber tus magnus. ¶ Vnd Albertus heyß jch on alles wencken / jr schuͦffet auch das mich solt ertrencken / do beschirmet mich meyn kunst vor ewrem zoren / do jch im graben schwam vnd floß Dasselbig euch gar seer verdroß / jr schuffet das man zuͦ mir schoß / sprach o wee das jch ye ward ge⸗ poren. Albertus machet sie so zam / sie stund vor jm in grosser scham / do ehret er weyblichen nam / Er straf⸗ fets guͤtigklichen vmb jr sunde. ¶ Der arge Teuffel gab jr eyn /vnd das sie wolt verzweyffelt seyn / Al⸗ bertus der halff jr auß der peyn / die Gottes erbarmung thett er jr ver⸗ kuͤnden. ¶ Fraw Kuͤngin nun habt eynen vesten muͦtte / gedencket auch das Gott seyn werdes bluͦte / vergossen hat vmb aller menschen sunde / das selb last euch zu hertzen gan / ein wa re hoffnung solt jr han / Gott hatt kein sunder nie verlan / habt rew vñ leyd gnad thuͦt jr bey jm finden. Das sey euch warlich zuͦ geseyt / zuͦ hand gwan sie rew vnd auch leyd / dann sie zerreiß Kuͤnigklich kleydt / vnd schnit jr an wol einen grawen Orden. ¶ Dariñ buͤssets achtzehen jar / biß Got ein gnuͤgen gwan fuͤrwar / got thet jr heymlich offenbarn / wie sie abtilget het jr sundig morde. ¶ Got beruͦfft sie gar bald auß dem ellende / ein Engel fron sandt er zuͦ frem ende / Der fuͤrt sie auff wol in des hymels throne / Gott hets gar wol in seyner pflicht / Damit end ich hie die geschicht / vnd beschleuß damit das mein gedicht / macht Mertin Schleych wol in des Speten thone. ¶ Gedruckt zuͦ Nuͤrmberg durch Kuͤnigund Hergotin. Show less

Lied über vier Morde einer Fischerin
Ein newes lied von ey⸗ ner vischerin / wie sie hat gestifft vier mort / Jm thon als man singt vom haller. NUn hoͤrt jr herren all geleych / wie yetzt bey Wien in Osterreich / vier mort sein geschehen / von einer hübschẽ vischerin / das wil jch euch veriehen. Jr man nach visch gefaren war /... Show more Ein newes lied von ey⸗ ner vischerin / wie sie hat gestifft vier mort / Jm thon als man singt vom haller. NUn hoͤrt jr herren all geleych / wie yetzt bey Wien in Osterreich / vier mort sein geschehen / von einer hübschẽ vischerin / das wil jch euch veriehen. Jr man nach visch gefaren war / als man muͦß pringen Karpffen dar / in der Thuͦnaw man kein kan finden / ein was⸗ ser ist nicht weyt daruon / da gehen die karpffen innen. Sie meint jr man blib die nacht auß / drey Studentẽ luͤd sie ins hauß / den gab sie essen vnd trincken / als offt jr eyner ge⸗ fallen thet / dem thet sie freuntlich win⸗ cken. Das treib sie biß es mitnacht war / jr man der kam gefaren dar / das frewlein trib kurtzweyle / der man am hauß thet klopffen an / nu stee du auff mit eyle. Das frewlein sprach es kumpt meyn man / wee heut wo sol jch euch hin thon die Studentẽ fuͤrt es dare / kein wasser in die gruͦben kam / wol in eim halben jare. Steygt ab jr solt on sorge seyn / dar⸗ nach ließ sie jren man ein / sie kundt jn schon empfahen / biß wilkum du meyn lieber man / wie hat es dir ergangen. Er sprach meyn fraw es gieng mir wol / jch pring sechs faß mit vischen vol ein teyl wil jch einstellen / das frewleyn erschrack heimlich seer / dacht in gruͦben an gsellen. Jr man lieff zuͦ dem schlegel hin / was ser ließ er in gruͦben ein / er sprach fraw thuͦ dich schicken / trag du vñ die magd visch herein / das sie mir nit ersticken. Die gruͦb bald voller wasser lieff / wie wol sie was weit vñ tieff / keiner kund da uon kumen / die fraw vñ magd schutten die visch / wol auff die schreiber frumen. Der man sprach ein faß vol last steen damit wil jch morgen gen Wien / wañ jch hab wol vernumen / wie ein grosse herschafft sey dar / auff den heutigen tag kumen. Die fraw sprach so far nur hinan / die visch wil jch wol hinein thon / das redet sy mit listen / sie meint ob sie die schreiber noch / in der gruͦben moͤcht fristen. Die schreiber waren ertruncken schon das frewlein sich einer list besan / wie sie die brecht von hinnẽ / ee das wider heim kem jr man / das er sein nit wurd innen. Die mayd die west es wol im hauß / die schreiber hulffs jr ziehen auß / sie le⸗ gets in ein ecken / biß es wurd auff den andern tag / mit stro thet sies zuͦdecken. Die fraw het sich eyner list bedacht / do es war an der andern nacht / gar heymlich vnd gar stille / hets bestelt ein eynfeltigen knecht / macht jm darumb sein willen. Ein schreiber hets gleynt hinder thuͤr vnd sprach zwen gulden gib ich dir / weñ du jn tregst von hinnen / vñ wirffst jn die Thuͦnaw ab / das seyn niemandt wirt innen. Der knecht dacht es ist ein guͦter lon / vnd sprach fraw ja jch wil es thon / vnd nam den schreiber mit eile / truͦg jn in die Thuͦnaw hin / so gar in kurtzer weyle. Er meynt er het verdient sein lon / ein andern schreiber hets hin thon / sie sprach wie hast jn genumen / jch mein er sey ent loffen dir / er ist ye wider kumen. Do antwort d einfeltig knecht / kanst du ein solchs jch wil dich recht / wol in die tieffe sencken / weñ du noch hetst das leben dein / so wolt jch dich ertrencken. Also truͤg er den andern hin / hoͤrt wie es mit dem dritten gieng / do er thet wi⸗ der kumen / als bald er tratt durch die thuͤr ein / er thet sich sehen vmmen. Den dritten schreiber hets gleint dar / er fiel jm grausamlich ins har / vnd trat jn mit den fuͤssen / hat dich der teufel wi der pracht / jch hab dich sehen fliessen. Das frewlein sprach er kund vil tuͤck / weil er lebt darumb nim ein strick / bind jm zuͦsam̄ die fuͤsse / vnd wirff jn hinab in die tieff / so muͦß er abwertz fliesse. Den dritten truͦg er auch daruon / vñ do er wolt herwider gon / eyn Pfaff gieng vber die gassen / het man zuͦ eym krancken geholt / den wolt man beych⸗ ten lassen. Als bald er den wurd sichtig an / er sprach woltstu aber daruon / du kumbst mir recht yetzundẽ / bist mir in der vische rin hauß / vor wol drey mal entrunnen. Er sprach jch bin ein gweichter man darumb soltu mich lassen gan / jch wil mich gern nennen / der knecht sprach bey deym langen rock / kan jch dich wol er⸗ kennen. An dem pfaffen er zanckt vnd wuͦst / biß er sich fassen lassen muͦst / er eylt mit jm von danne / warff jn auch die Thuͦ⸗ naw hinab / das waren vier der manne. Die durch ein weyb litten groß not / vnd auch dazuͦ den bittern todt / weiber list kan niemand schreiben / Joͤrg Graff der machet das gedicht / von einem fal⸗ schen weybe. Jch west so gerne wie der hieß / der sich nit weiber narren ließ / nun last vns all bedencken / wie wir bewaren vnser seel / das wirs dort nit versencken. ¶ Gedruckt zuͦ Nuͤrmberg durch Kunegund Hergotin. Show less

Lied über die vier Morde einer Fischerin
Ein newes lied von ey⸗ ner fischerin / wie sie hat gestifftet vier mord / Jm thon als man singt vom Haller. NVn hoͤrt jr Herren all geleych / wie yetzt bey Wien in Oster⸗ reich / vier mord sein geschehen / von eyner huͤbschen Fischerin / das will ich euch veriehen. Jr man nach Fisch... Show more Ein newes lied von ey⸗ ner fischerin / wie sie hat gestifftet vier mord / Jm thon als man singt vom Haller. NVn hoͤrt jr Herren all geleych / wie yetzt bey Wien in Oster⸗ reich / vier mord sein geschehen / von eyner huͤbschen Fischerin / das will ich euch veriehen. Jr man nach Fisch gefaren war / als man muͤß bringen karpffen dar / in der Thuͦnaw man keyn kan findẽ ein wasser ist nit weyt daruon / da gehen guͦt karpffen innen. Sie meynt jr man blib die nacht auß / drey Studentẽ lud sie ins haus den gab sie essen vnd trincken / Als offt jr eyner gefallen thet / dem thet sie freuntlich wincken. Das trib sie bis es mitnacht war / jr man der kam gefaren dar / dz frew leyn trub kuͤrtzweyle / der man am hauß thet klopffen an / nun stehe du auff mit eyle. Das Frewleyn sprach es kumpt mein man / wee heut wo sol ich euch hin thon / die Studenten fuͤrt es da⸗ re / keyn wasser in die gruͤben kam / wol in eym halben jare. Steygt ab jr solt on sorgen seyn / darnach ließ sie jren man eyn / sie kund jn schon empfangen / biß wil⸗ kum̄ du mein lieber man / wie hat es dir ertangen. Er sprach meyn Fraw es gieng mir wol / ich pring sechs faß mit fi⸗ schen vol /ein teyl wil ich eynstellen / das frewlein erschrack heimlich seer dacht in gruͤben an gsellen. Jr man lieff zuͦ dem schlegel hin wasser ließ er in gruͤbẽ ein / er sprach fraw thuͦ dich schicken / trat du vnd die mayd fisch hereyn / das sie mir nit ersticken. Die gruͤb bald voller wasser lieff wiewol sie was weyt vnd tieff / key⸗ ner kundt dauon kummen / die fraw vnd mayd schuͤtten die fisch / wol auff die schreyber frummen. Der man sprach ein faß vol last stehen / damit wil ich morgen gehn Wien / wann ich hab wol vernum⸗ mẽ / wie ein grosse herschafft sey dar auff den heutigen tag kummen. Die fraw sprach so far nur hinan die fisch will ich wol hineyn thon / das redet sie mit listen / sie meynt ob sie die schreyber noch / in der gruͤben moͤcht fristen. Die schreyber waren ertruncken schon / das frewlein sich einer list be san / wie sie die brecht von bynnen / ehe das wider heim kem jr man / das er seyn nit wuͤrd innen. Die mard west es wol im hauß / die schreiber hulffs jr ziehen auß / sie legets in ein ecken / bis es ward auff den andern tag / mit stro thet sieß zu decken. Die Fraw hett sich eyner list be⸗ dacht / do es wardt an der andern nacht / gar heymlich vnd gar stillen hets bestelt ein eynfeltigen knecht / macht jm darumb seyn willen. Ein schreyber hets gleynt hinder thuͤr / vnd sprach zwen Gulden wib ich dir / wenn du jn tretst von hyn⸗ nen / vnd wirffst in die Thuͤnaw ab das seyn niemant wirt innen. Der knecht dacht es ist ein guͤter lon / vnd sprach ja Fraw ich will es thon / vnd nam den schreyber mit ey⸗ le / truͤg jn in die Thuͤnaw hin / so gar in kurtzer weyle. Er meint er het verdient sein lon ein andern schreiber hetts hin thon / sie sprach wie hast jn nemmen / ich mein er sey entloffen dir / er ist ye wi der kummen. Do antwort der eynfeltig knecht / kanstu ein solchs ich wil dich recht / wol in die tieffe sencken / Wenn dir noch hetst das leben deyn / so woͤlt ich dich ertrencken. Also truͤt er den andern hin / hoͤrt wie es mit dem dritten gieng / do er thet wider kummen / als bald er tritt durch die thuͤr ein / er thet sich sehen vmben. Den dritten schreyber hets gleynt dar / er siel jm grausamlich ins har / vnd trat jn mit den fuͤssen / Hat dich der teufel wider bracht / ich hab dich sehen fliessen. Das frewlein sprach er kundt vil dick / die weyl er lebt drumb nim ein strick / bind jm zuͦsamen die fuͤsse / vñ wirff jn hinab in die tieff / so muͤß er abwertz fliessen. Den dritten truͤg er auch daruon / vnd do er wolt herwider gan / eyn pfaff gieng vber die gassen / het man zu eynem krancken geholt / den wolt man beychten lassen. Als bald er den ward sichtig an / er sprach wollstu aber daruon / du kumpst mir recht yetzundẽ / bist mir in der Fischerin hauß / vor wol drey mal entrunnen. Er sprach jch byn ein gweychter man / darumb soltu mich lassen gan ich wil mich gern nennẽ / der knecht sprach bey deim langen rock / kan jch dich wol erkennen. An dem Pfaffen er zanckt vnd wuͤst / bis er sich fassen lassen muͦst / er eylt mit jm von danne / warff jn auch in die Thuͦnaw hinab / das wa ren vier der manne. Die durch ein weib littẽ groß not vnd auch darzuͦ den bittern tod / wei ber list kan niemants schreibẽ / Joͤrg Graff der machet das gedicht / von eynem falschen weybe. Jch west so gern wie der hieß / der sich nit weyber narren ließ / nun last vns all bedencken / wie wir be⸗ waren vnser seel / das wirs dort nit versencken. ¶ Gedruckt zuͦ Nürmberg durch Kuͤnigund Hergotin. Show less

Eroberung von Württemberg
Ein hübsch new Lied vom land Wirtem berg / wie es erobert vnd eingeno⸗ men / ym xxxiiij. Jar / vnd singets jm thon / wies Frewlin von Bri⸗ thania / odder ym thon von der schlacht Pauia zusingen. rc. JCh lob Gott yn dem hoͤchsten th⸗ Kon / er hat kein diener nie verlon / der jhm hat... Show more Ein hübsch new Lied vom land Wirtem berg / wie es erobert vnd eingeno⸗ men / ym xxxiiij. Jar / vnd singets jm thon / wies Frewlin von Bri⸗ thania / odder ym thon von der schlacht Pauia zusingen. rc. JCh lob Gott yn dem hoͤchsten th⸗ Kon / er hat kein diener nie verlon / der jhm hat vertrawet das ist an / Hertz og Vlrich schein / Gott hat yhm widder geholffen ein / Vnnd mit seinem wort er⸗ bawet. Deñ es ist yetz funffzehen jar / der edel Fuͤrst vertrieben ward / aus seinem lande geschach / durch die falschen diener sein / sie han jhn bracht in grosse pein / Jst yh nen ein grosse schande. Er ward aus seinem land veriagt / dz Goͤttlich recht ward yhm versagt / wie offt er rechts begeret / er rufft Koͤnig vñ Keyser an / auch Fuͤrsten / Grauen / Edel man / Jhr keiner ward geweret. Zu Augspurg man jhm antwort gab / so er das land verloren hab / mit dem sch wert solt ers gewinnen / das thut er yetz durch Fuͤrsten art / an seinen feinden nie gespart / sie seinds wol worden ynnen. O Diethrich Speet was hastu thon / woltst Hertzog Vlrich vertrieben han / aus seinem vaterlande / yetz mustu draus so zeucht er drein / ist deinem hertzen ein schwere pein / Darzu ein grosse schande. Du hast gefuͤrt ein grossen pracht / mit deinem anhang ein hauffẽ gmacht / thon lauffen an ein reyne / da namẽ sie den vor theil ein / sie meinten all sicher zu sein / dz was yhr aller meyne. An einem zinstag es geschach / yhe ei⸗ ner zu dem andern sprach / ich hab einen hauffen gesehen / da hub sich ein Schar⸗ muͤtzel an / der Stadthalter was vornen daran / Das wil ich jhm veriehen. Geschossen ward yhm sein Pferdt / dz es must fallen zu der erd / er ward selbs auch geschossen / er het sonst warlich das best gethon / aber also mocht er nicht be⸗ ston / das hat jhn seer verdrossen. Am Auffart abent es geschach / am morgẽ da der tag her brach / der schimpf der wolt sich machen / der Fürst der kam mit seinem heer / der Speet der satzt sich auch zu weer / vergangen was jhm sein lachen. Der Fuͤrst wunsch jhnen ein gutẽ tag / das mancher auff der erden lag / sich hub ein grosses trawrẽ / der Reysig zeug was fornen dran / dem Aspert zu den nechsten an / das Fußuolck vber die mauren. Es gschach an einem Weingart rein / ein yeder floch den nechsten heym / bey ei⸗ ner Stadt heyst Lauffen / sie hat den na⸗ men nicht vmb sonst / wer lauffen mocht das was ein kunst / Gott woͤll sie darumb straffen. Sie wolten kriegẽ widder recht / Sch⸗ neyder / Weber vnd Pfaffen knecht / viel vngeschickter leute / sie fluhen hyn mit gantzem heer / vnnd fielen ynn yhr eigns weer / Das was jhr rechte beute. Wenn yhn der Fuͤrst her vbel gewoͤlt / der Reysig zeug hets all ertoͤdt / das kei⸗ ner daruon wer kommen / er schonet seiner Landschafft dran / er hat noch manchen kuͤnen man / der Edel Fürst so fromme. Sie flohen hyn mit gantzem gewalt / das manchem hut vnd schuch empfalt / den spies vnnd auch degen / zu fliehenn was yhn also gach / yhr Buͤrstenbinder zoch yhnen nach / er furts auff seinen we⸗ gen. Sie han den handel nicht betracht / das sie den Fürsten hand veracht / er sey ein sergen weber / macht besem mit eim langen styl / der selben bringt er also viel er wirds yhnen auch geben. Wie es sunst gieng das las ich stan / vnnd sag Gott lob ym hoͤchsten thron / das es darzu ist kommen / das vnser Fürste ynn dem Landt / den Pfawen thut er ab der wand / sein gwalt ist yhm genomen. O Edler Fürst so hochgebornn / wie hand sie deine schaff beschorn / sogar auff duͤrrer heyde / du hast das schwerdt ynn deiner handt / das dir Gott von hymel hat gesant / fuͤhr sie auff gute weyde. Nach Christus wort vnd seiner leer / so samlest du ein grosses heer / den Wolff treibe aus dem Lande / der deine Scheff⸗ lin hat verfuͤrt / veriagt / erbissen vnd er⸗ mordt / reych yhnen dein gnedig hande. Der vns das liedlein hat gemacht / der gewint sein brod fast bey der nacht / er hats gar frisch gesungẽ / geschrieben mit seiner eygne hand / Er schenckts dem Fuͤr sten ynn das Landt / dem Alten vnd dem Jungen. Show less

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