Lied über Kaiser und Bund
Ein newes lied vom Kayser vnd Bundt / Wie es zuͦm tail erganngen ist Jn des Pentzenawers hon. WAs woͤllen wir aber singen / wellen singẽ zuͦ diser frist võ new geschehẽ dingẽ / wie es neulich ergangẽ ist / d Kaiser kam gezogen auß Hispania her / Jst war vnnd nit erlogen / ich spuͤr nit guͦte... Show more Ein newes lied vom Kayser vnd Bundt / Wie es zuͦm tail erganngen ist Jn des Pentzenawers hon. WAs woͤllen wir aber singen / wellen singẽ zuͦ diser frist võ new geschehẽ dingẽ / wie es neulich ergangẽ ist / d Kaiser kam gezogen auß Hispania her / Jst war vnnd nit erlogen / ich spuͤr nit guͦte mer. Ain Reichßtag ward anngeschlagenn / genn Regennspurg ein die stat / Darzuͦ thet man sagenn den herrenn vonn der that Den glawbenn zuͦ betrachtenn / dem Kayser ge⸗ horsam zuͦ sein / Das thet der Bunndt ver⸗ achten / so schlag der hagel darein. Der Bundt der thet sich fuͤgen gen Aug⸗ spurg wol inn die stat / Den Kayser wolt er kriegen / sie sagtenn von der that / Zuͦ veldt thet man sich legen / Die Mess woltẽ sie nit nemen an / mit spiessen vnnd mit degen / der teuffel ist schuldig daran. Hertzog Hanns von Sachsenn / der kam auch baldt darzuͦ / Der Lanndtgraff deß⸗ geleichenn / sie hettenn kainn rast noch rwe / Den Schaͤrdil zuͦ erwoͤlenn / Der soldt Jhr hauptmann sein vnnd noch vil ander gesel⸗ len / die kamen mit hauffen darein. Da lagenn sie zuͦ velde / Etliche monadt fürwar mit wagenn burg vnnd zelde / Jhm sechß vnnd viertzigisten jar / Kain habenn sy eingenomenn / Hat Herzog Wilhalm ver⸗ drossen / es bringt in khainen frommen / Sy habens nit genossen. Herzog Wilhalm lassenn wir bleibenn / der het nur nern gemach / Genn Jngollstatt thet er schreiden / Vnnd das mann sich wol versach / mit spiessenn vnnd mit knechtenn / versehenn auff das best vnnd solten dapffer fechten / es kummen vns frembde gest. Das wardt der Kaiser jnnenn / Das die statt betruͤbet war / Er thet sich bald be⸗ sinnenn / er schicket zwey fendlein dar / Mitt spiessen vnnd mit degenn / zogenn sie bey der nacht / mir ritten jn entgegen / vnd belaitnn sie in die star. Der Landtraff thet sich fuͤgenn / Genn Jnngolstat für die stat / Er maint die statt zuͦ kriegenn / Er besichtet sie bey der nacht / Es ward jm wider rattenn / Zoch guͤttlich wider ab / jm schmecket nit der pratten / Er zoch dem Kaiser nach. Dem Kayser thet mans kundenn / er kam gar bald darzuͦ / So gar inn kurtzenn stunn⸗ denn / Er het kain rast noch rwe / Sein gele⸗ ger thet er schlagen gen Jngoldstat ann die wal die warhait muͦß ich sagenn / Mit ainer grossen zal. Das wurdt der Landtgraff merckhenn / er ruckht dem Kaiser zuͦ / Er hett sorg er wurd sich sterckhenn Er ließ ihme halt gar khain rwe / Er schoß jhm ein das gleger / wolt in treiben darauß / der Kaiser ruckt jm entgegen / biß zuͦ des beisers hauß. Ann einem Erchtag morgenn / Huͦb sich das schiessenn an / Der Kayser stuͦnd in sor⸗ genn / mann wurd jn greyffenn an / Ein ler⸗ man ließ er schlahenn / Das merckt man inn der stat / darzuͦ do thet man sagen / den reit⸗ tern in der stat. Die Reitter war denn geschwinde / Vnnd ritten in das veld / Jr kainer blib da hindenn wol vmb ein schlechtes gelt / Hielten sie auf den rossenn / Wol nebenn dem Kayser frey / jr kainer ward erschossenn / gott der stuͦnnd in bey. Scharmützlen vnd auch schiessen / Das tribenn sie ein guͦte zeit / Das thet den bund verdriessenn sie forchten jrer heüt. An einem sambstag morgenn / Zindt man das Leger an / sie stuͤnden in grossenn sorgenn / vnnd zo gen mit krefften daruon. Des wurd der Kaiser lachenn / Das der Bundt zoch daruon / der schimpff der wirdt sich machen / es wirt sich erst fahen ann / der von der Byrn kam gezogenn / dem kaiser bey stendig zuͦ sein / ist war vnnd nit erlogenn / zuͦ Jngolstat ließ man jn ein. Da zogenn sie zuͦ velde / Genn Newburg wol für die stat / mit wagennburg vnnd zel⸗ de / die Burger giengenn inn rat / Wolten jhm die stat auff geben jhm vnnderthenig sein / zuͦ fristenn leib vnnd lebenn / Liessenn sie den Kaiser ein. Also wil ichs beschliessenn / zuͦ Newburg zoch er daruon / Woͤrd wolt er auch beschies sen / Vnnd greyffen dapffer an / Sie thetenn sich eins bedenckhen / vnd liessen den Kayser ein / vnd theten ihm dapffer schenckenn / jm vnderthenig zuͦ sein. Also laß ichs beleiben / Zuͦ Woͤrdt zoß er daruon / Gott woͤl es zuͦm besten treibenn / dieweil es kain ennd wil hann / hilff Maria du edle Künigin / Gib deinenn rath darzuͦ / hilff Gott das jn gelinge / das wir kummen zuͦ guͦtter rwe. Vnd wer ist der vnns das liedlein sang / vnd newes gesungenn hat / Das hat gethan ein reitters mann / Zuͦ Fridberg wol ein der stat / er ist darbey gestanndenn / Jst auß dem Bairnlanndt / Jst ihm gar wol ergangenn / Hans schmid ist er genannt. Show less

Gefangenschaft Herzog Heinrichs von Braunschweig, 1545
Ein new vnd lu stig Lied zuͦ singen von der gefangenschafft Hertzog Heinrichen von Braunschweyg / auch seinem Son Carle Victor / mit allem erobretem syg / durch den frommen Landtgraff von Hessen / als obristen hauptman der Schma ckaldischen vereynigung. Be⸗ schehen vñ vergangẽ im jar / als... Show more Ein new vnd lu stig Lied zuͦ singen von der gefangenschafft Hertzog Heinrichen von Braunschweyg / auch seinem Son Carle Victor / mit allem erobretem syg / durch den frommen Landtgraff von Hessen / als obristen hauptman der Schma ckaldischen vereynigung. Be⸗ schehen vñ vergangẽ im jar / als man zalt M.D.XLV. am XXI. Octobris. Jm thon / als man singt das Lied von der statt Tholl. GOtt Vatter Suͤn vñ heylger Geyst O heylge Dreyfaltigkeyt Dich lob ich in eim waͤsen Ein Gott von ewigkeyt Von natur bist allmechtig Guͤt / warhafft / grecht vnd weiß Ein schoͤpffer keyn verweser Der einig Gott fürseher Gemacht hasts alls mit fleiß. ¶ Der Suͤn Gotts hat genommen An sich die menschheyt reyn Leib seel ouch über kommen Sich selbs gemacht vns gmeyn Natuͤrlich gleich ouch menschlich Außgnon alleyn die suͤnd Vom heylgen geyst empfangen Alleyn wir gnad erlangen Durch Jesu Maria kind. ¶ Der hat den tod erlitten Dultitg / senfftmuͤtigklich Auß seiner heylgen seiten Ran bluͤt wasser warlich Vom todt ist er erstanden Durch sein allmechtigkeyt Vnd ist gen hymmel gfaren Die zeit bleibt er da bharren Zuͤr Gotts gerechtigkeyt. ¶ Deß d Engel Gottes warlichen Selber kundtschaffter seind Wie ich das selbig heyter Jm buͤch der Botten findt Als d Jünger Christi sahend Jn d hymmel faren eyn Sprach Jesus zuͦ jn allen Nach meines vatters gfallen Gon ich von euch zuͤ jm. ¶ Von euch wie ich würd gnommen Jn meiner hymmelfart So würd ich wider kommen Ans gricht meiner widerpart Doch würd ich steiff beleiben Zuͤr Gotts gerechtigkeyt Nyemandt würt mich bezwingen Mit laͤsen noch mit singen Mich die allmechtigkeyt. ¶ Zuͤm heyl vnd vnserm laͤben Hat er sein bittern todt Vns fürgstellt vnd dar gaͤben Yngsetzt in wein vnd brod Dardurch sein heylig leiden Würt prysen vnd erkennt Sein bluͤt fleysch vnuerdrossen Jm geyst würt recht genossen Jn form eins testament. ¶ Den glauben hand überkommen Auff disen tag vnd stund Vil Stett im Reich angnommen Die seind in Gottes pundt Die will man daruon zwingen Gar wider Gottes wort Mit seltznen wunder dingen Die Gott nit heyßt verbringen Alls wider sein gebott. ¶ Auff das so wil ich singen Zuͦ lob Herr Jesu Christ Von dem Landgraff von Hessen Wies jm ergangen ist Mit dem Hertzog von Brunschwig Jm besten als ich kan Was er doch hab erlitten Der Landgraff mit jm gstritten Frey sagen yedermann. ¶ Auff mitwoch nach sant Lucas Jm fünff vnd viertzgesten jar Hat der Landgraff von Hessen Ein oberster hauptman zwar Der Schmachkaldeschen vereingung Wie ich die sach verstan Mit Hertzog Moritz d Sachsen Mit beystand hoch erwachsen Die feld schlacht woͤllen thon. ¶ Auff seiner part ist gwesen Der Künig auß Deñmarck Hertzog Ernst von Lünenburg All gwaltig vnd so starck Mit hilff der Teütschen stetten Das Reich all hie genant Dies Goͤttlich wort erretten Mit Gotts forcht vnd mit betten Jn mengem Reich vnd Land. ¶ Vmb mitternacht nach zwoͤlffen Vom einen biß gen tag Jst der Landgraff auff brochen Als vil sein macht vermag Stillsam mit guͦter ordnung Wie das hat moͤgen sein Ans Brunschwigs zügt mit listen Starck dapffer vnd so frischen Wol bzügt ouch grüst so sein. ¶ Noch hats nit moͤgen bleiben Heymlich vnd still zuͦgan Braunschwig hat druß nüt triben Hat künden dsach verstan Sein volck hat er lon ordnen Nach kriegschem sitten recht Der Hessen wolt er warten Mit spiessen hellenbarten Hat kost gar mentzen knecht. ¶ Brunschwig mit seinr schlacht ord⸗ Hat seinen vortheyl gsuocht (nung Zuͦ Oberhaußen glegen Mit der er ward verruͤcht Hat gfest sein heeres zeuge Mit starcker sorg vnd wacht Am graben der Landtwere Braucht er rhatschlag weyß leere Die gantzen langen nacht. ¶ Demnach thets gschütz sich sterckẽ Mit schaden vnd gefar Jm angriff sich erwecken Wies d schlacht macht offenbar Biß der Landtgraff erobert Die schantz all weer gotzsand Die erst ander vnd dritten Mit kempffen vnd mit stritten Mit starck werhaffter hand Brunschwig erschrack von hertzen Kond mocht nit mee beston Mit forcht vnd grossem schrecken Muͦßt er sein weer verlan Deßhalb sein volck mit truren Begert der frist vnd gnad Sin gnad woͤls lassen laͤben Jm woͤllends gfantzen gaͤben Jn gwalt sinr Fuͤrsten radt. Den vatter oder alten Ouch Carle sinen sun Der Landgraff wolts nit halten Jn sinn was jm nit kun So lang biß der von Sachsen Mit bitt jn über wand Do nam ers beyd gefangen Den vatter son nach langem Bed fuͤrt ers in sein landt. ¶ Zuͤ recht hat ers bed gfangen Mit bdachtem weysen rhat Auff jr beger der stangen Alleyn auff gnad vngnad Nit fristung jnn mer geben Auff diß mal zuͦgeseyt Dann z Cassel muͤßtends bleiben Jn gfengknuß dweil vertreiben Nach rechter billigkeyt. ¶ Morgens fruͦ seer vor tage Den vatter er verschickt. Gen Ziegenheym mit klage Wie warlich ich bin bricht Da seind sie bed gesünderet Jn bwarter gfangnenschafft Was guͦts sye darinn sinnen Das werdends bedsand jnnen Sos sye gend rechenschafft. ¶ Also ist Victor bliben Der sich obsiget nempt Yetz aber überwunden Allzeyt er würt erkennt Zuͤ Cassel leit er gfangen Jn des Landgrauen land Ziegenheim leyt der vatter Yngschlagen würt der gatter Mit ellend vnd mit schand. ¶ Braunschwigs obristen houptlüt Was der Graff von Rittperg Der ander ward benampset Ouch der von Birßberg Die bedsand seind gewichen Vnd gflohen hindersich Der Landgraff eylt sye zbtretten Jn Doͤrffern vnd in Stetten Zücht jnen nach fuͤrsich. ¶ Da mag ein yeder dencken Wie es ergangen wer Wo jres schnell bedencken Nit gsein vnd gnad beger Daruon wer niemand kommen Erschlagen wers zemals Hertzog Moritz von Sachsen Jn dem die erbermbd ist gwachsen Hats volck erbetten alls. Der Landgraff würt nun jnnen Kan zmal ermessen wol Den Brunschwig ouch erkunnen Vnd handlen wie man sol Ob er allein sey secher Waͤr mit jm sey im spiel Das wirt man innen werden Zuͦ sorgen mit geferden Wer recht das glauben will. Vnd wie ich hoͤren sagen So ist der Bapst im spil Vff rossen vnd vff wagen Kriegs rüstung hat er vil Jns Teütschland lassen fuͤren Dem Brunschwig zum bystand Jn ballen vff den wegen Da thuͤt mans nider legen Allthalben im Teütschen land. Landgraff hat sich lon mercken Vnd gschworen by dem eyd Thuͦ jn der Bapst erwecken Es muͤß jm werden leyd An jm woͤl ers ynkommen Mit hilffes Gott vnd macht Mit pfeyff vnd mit trummen Nienen woͤll er sich sumen Jn suͤchen tag vnd nacht. Der vns das Liedle hat gemacht Selb hat ers nit erdacht Warhafft ists jm fürkommen An aller heilgen nacht Kein ruͤw mocht er nit haben Er sinnet nach der sach Wie Gott errett die seynen Die zu jn ruͤffen / greinen Dann er hat krafft vnd macht. Gott alleyn die Eer. Show less

Loblied auf Herzog Moritz von Sachsen
Ein schoͤn new lied Zu Ehren dem Durchlauchti⸗ gen Hochgebornen Fuͤrsten vnnd herrn / herrn Moritzen Hertzogen zu Sachssen rc. zu ablenung der vnwarhafften aufflag / gemacht. Jm thon / Mag ich vngluͤck nicht widerstan rc. M. D. XLVII. WAg ich nachred itzt nicht entgan Gedult muss han / ... Show more Ein schoͤn new lied Zu Ehren dem Durchlauchti⸗ gen Hochgebornen Fuͤrsten vnnd herrn / herrn Moritzen Hertzogen zu Sachssen rc. zu ablenung der vnwarhafften aufflag / gemacht. Jm thon / Mag ich vngluͤck nicht widerstan rc. M. D. XLVII. WAg ich nachred itzt nicht entgan Gedult muss han / Es wird sich wol verkeren. Des glaubens feind man mich itzt nent / Mein kriegsvolck schend / Wer kan den leuten wehren. Mein hertz nicht leugt / Mein gwissen zeugt / Lass fahren hin / Gott weis mein sin / Der vns thut all ernehren. Ach menschen wahn triffts warlich nicht / Der ansehn richt / Vnd forscht nicht nach dem hertzẽ. Der Teuffel zwar ist voller list / Zu aller frist / Mit jm ist nicht zuschertzen. Hat solchs erdacht / Von mir ausbracht / Als uͤbt ich mord / Gen Gottes wort / Vnd hilff dasselb vmb stuͤrtzen. Vff solchen grund er vngluͤck stifft / Gross krieg anricht / Reitzt auff Mich / sted vnd lande. Noch traw ich Gott der mein hertz richt / Verzweiuel nicht / Mein feind werden zu schanden. Die falschen schein / Ertichten fein / Schmuͤcken jr sach / Thun vngemach / Der schad ist schon verhanden. Ruh / fried / hab ich allzeit begert / Vnfall gewert / Vorhofft danck zuerwerben. Goͤttliches wort trewlich gemeint / Mit Gott voreint / Darauff wil ich wol sterben. Noch hilfft es nicht / Mit falschem gdicht / Mein widerpart / Nach seiner art / Mein sach thut gar verderben. Jch hab zu gut gantz Deutschem⸗ land / Jst wol bekand / Schul / Kirchen / hoch begnadet. Damit gepreist wuͤrd Gottes wort An allem ort / Falsch lahr wuͤrd aufgeradet. Noch man itzt spricht / Vertrawt jm nicht / Er ist der feind / Der Gotts wort meint / Solchs mir vnbillich schadet. Chuͤrfuͤrstenthumb ich schuͤtzẽ thet / Nam ein die Sted / Rett sie vor frembder hande. Jn meinem sinn hett ich bedacht / Wird fried gemacht / Jch steht von disem Lande. Welchs ich nicht kan / Verheren lahn / Trutz ders vorderb / Es ist mein Erb / Das ich vorlies mit schanden. Jtzt gibt man mir drumb meinẽ lon Zu grossem hohn / Thut man mein land berauben. Beschwert vnd schatzt mein vn⸗ derthan / Wer geben kan / Heist das beweist den glauben. Von mir man weiß / Das ich kein preiss / Noch gwalt zuthun / Red ich on rhum / Jemand hab wolln erlauben. Vns hat Gott geben land vnd Leut / Hoch Oberkeit / Die wir nicht vbergeben. Bey den ich halt so fest ich kan / Steht mir wol an / Weil mir Gott frist mein leben. Hoch gwalt muss sein / Die Gott setzt ein / Ein vnderthan / Halt sich daran / Vorgess Gott nicht darneben. So ich nu dien dem Keyser mein / Geb Gott das sein / Wer kan mich daruͤmb neiden. Der glaub wird angefochten nicht Ob mans gleich spricht / Jm glauben wil ich leiden. Nichts hilfft der schein / Den man fuͤrt ein / Das wort ist hie / Das treuget die / Die mensch vñ wort nicht scheidẽ. Hertzog zu Sachssen hochgeborn Von Gott erkorn / Seins volcks bin ein regente. Was ich dis fals hab gfangen an / Durch krieg gethan / Wissen meins landes Stende. Die stimpten drein / Die vrsach mein / Jst angezeigt / Durch schrifft bereit / Damit dis lieds ein ende. Anhang des Tichters. Der vns dis lied gesungen hat / Mit gutem rath / Getticht in Gottes namen. Der warheit ist er stets geneigt / Sein hertz das zeugt / Vnd hasst des Teuffels samen. Der krieg seet ein / Gott schuͤtzt die sein / Geb einigkeit / Jn ewigkeit / Wunscht er von hertzen / Amen. Show less

Loblied über Karl V., 1546
Ein newes Lied / gemachet zuͦ Lob vnd Ehere Roͤmisch. Kays. Maiestat Carolo dem Fünfften / Wie sein Maiestat im̄ 1546. Jar / vor Jngoldstatt / wider den Landtgrauen von Hessen / vñ Hertzog Hansen von Sachs⸗ sen / zuͦ Feldt gelegen. ¶ Jn der weyß / wie die Schlacht von Pauia gesungen wirt. ... Show more Ein newes Lied / gemachet zuͦ Lob vnd Ehere Roͤmisch. Kays. Maiestat Carolo dem Fünfften / Wie sein Maiestat im̄ 1546. Jar / vor Jngoldstatt / wider den Landtgrauen von Hessen / vñ Hertzog Hansen von Sachs⸗ sen / zuͦ Feldt gelegen. ¶ Jn der weyß / wie die Schlacht von Pauia gesungen wirt. Plus vltra. ZV singen will ichs fahen an Zuͤ lob der Kayserlichen Kron Dem Landtgrauen zuͦ layde Wie es jm dann ergangen ist Vor Jngoldstatt in kurtzer frist Das ist jm warlich layde. ¶ An ainem Erchtag morgens fruͤ Wie daß der Landtgraff ruckt herzuͦ Sein Laͤger thet er schlagen Jnn weyttem Feldt vor Jngolstatt Er maynt der Roͤmisch Kayser drat Wurd jn von stund an fliehen. ¶ Zu Morgens huͤb er zu schiessen an Wol vber die Kayserlichen Kron Mit Carthaunen vnd mit Schlangen Das trib er mehr dann drey gantze tag Dieweyl er dann vor Jngoldstatt lag Der schimpff der wolt sich machen. ¶ So will ich mir nit grawsen lahn Da sprach die Kayserliche Kron Meins vngluͤcks muͤß ich lachen Scheüß her Scheüß lieber Landgraff Mein Glück steht inn Gottes krafft Erst woͤll wir dapffer fechten. ¶ Der Kayser ist ain eherlich Mañ All zeyt ist er der foͤrdrist dran Zuͦ Rossz vnd auch zuͦ fuͤssen Seind wolgemuͤt jr Landsknecht guͦt Da sprach der Edle Kayser guͤt Wir woͤllñ vns nit erteben. (reyt ¶ Der Kaiser die gantzẽ schantz auß Der Buͤchssenmaister nit laͤnger peyt Er thet gar dapffer schiessen (guͤt Wol vnter d Landgraͤuischen Reüter Sie schussen hynauß mit frischem muͦt Es thet sie sehr verdriessen. ¶ Der Kayser reyt im̄ Laͤger vmb Er sprach jr lieben Landsknecht frum̄ Laßt vns gar dapffer streyten Seind die Feind aller Eeren waͤrdt Als vnsers hertzens gemuͤt begert Wir woͤllen jr erwarten. ¶ O Jngoldstat du gemawrtes hauß Das het ich dir nicht vertrawt Daß du zuͦ mir hetst gschossen Da sprach der Landgraf zum Schertl Die Stat ist vns nit wol zu muͦt (guͤt Wir woͤllen nit drauff bawen. ¶ Den buͤchsenmaistern sagt mã preiß Sie schussen hinauß mit gantzem fleiß Man hoͤrt die Kugeln singen Ein yeder sach sein Laͤger an (stahn mit büchsn / spiesn in d schlacht ordnuͦg Harnisch vnd Helm̄ auf springen. ¶ Der Landgraff warf die augẽ auf Auß mancher büchsen gieng der rauch Jch hoͤr dz man thuͤt schiessen (zhand Da sprach der Laͤndtgraff zuͦ Schertl Wir verschiessen Leut / Eer vnd Land Nit laͤnder woͤllen wir beytten. ¶ Der Kaiser sprach die Teütschẽ an Verhieß jn auch bey seiner Kron Von jn wolt er nit weichen Dieweyl jm Gott das Leben geyt Gluͤck / Eer vnd Syg in ewigkeit Christus vonn Hymmelreichen. ¶ Der Schertl sprach die Raisigẽ an Wendt euch jr lieben Reütters mañ Weycht ab von jrem schiessen Sonst werden wir auff disen Tag Dweil kein widerstaͤd nit helffen mag Vil Raysigen zeug verlieren. ¶ Der Landgraf vñ Schertl wurdẽ Vnd wie sie theten diser that (zraht Der Kayser hat sich verbawen Fallen wir in sein Laͤger starck Die Raysigen seind so argk Jst jn nit wol zuͤuertrawen. (fluͤcht ¶ Der Landtgraf hat sehr lang ge⸗ Sich am Roͤmischen Kayser versucht Jch mayn er hab jn funden Jch sag dir lieber Landtgraff guͤt Vbermuͤt der thuͤt kain guͤt Der Kayser ist kain Kinde. (fluͤchen ¶ Landgraf du darfst nit schelt noch Der Kayser wirt dich selbst noch suchẽ Auff mancher gruͤhner Hayde Gschicht dz nit bald / mit großẽ gwalt Zuͦ yeder zeyt in seiner gstallt Würdst du haben groß layde. ¶ Landgraf das sag ich dir fürwar Der Kayser kriegt nicht auff ain Jar Darzuͦ nit auff vier Wochen Wenns jm ain Jar nicht eben ist So setzt er jm andre frist Man muͤß jms anderst kochen. ¶ Dẽ Landgrauen kamen newe maͤr⸗ Wie dz der Herr von Pyrñ kom̄en waͤr An statt des Kaysers Schwester Da sprach d Landgraf zuͦ Schertl guͤt Das ist vns nit wol zu muͦt Es seind vns seltzam̄ Geste. ¶ Der Landgraue ließ schlagẽ vm̄ Wolauff jr lieben Landsknecht frum̄ Von dannen woͤll wir weichen Ein halbe meyl vom Laͤger hyndan Hiemit bschirm̄t wirt d Gmaine mañ Ein Dorff haißt Gerelfingen. ¶ Der Landgraf der ließ zünden an All Laͤger / ruckt im̄ rauch daruon Jst waar / vnd nicht erlogen O Jngoldstatt ich muͤß dich lahn Het ich die sach recht griffen an Der Teufel hat mich betrogen. (huͤt ¶ Der Landgraff nam die wacht in Dieweil macht er ain Schif brugk guͦt Daruͤber eylt er balde Er eylt dahin auff Newburg zuͦ Daselbst was nit lang sein rhuͦ Der Kayser thet jn suchen. ¶ Noch het er weder rast noch rhuͦ Auff Thonaw Werd da ruckt er zuͦ Wol in sein allte Schantze Daselbst da wolt er warten fein Des Kaysers bey dem kuͤhlen Wein Sich halten auff finantze. ¶ Kein Landsknecht waißt zuͦ diser Wo d Landgraf hin kom̄en ist (frist Der Kayser hat jn vertriben Jch sag dir lieber Landtgraff mein Dein kriegen hetst wol ein ding lassen Dahaym werst du wol beliben. (sein ¶ Wer ist der vns das Liedlein sang Ein freier Landsknecht ist ers genañt Er hats so frey gesungen Jst dreymal vor Ofen gelegen Geb jm Gott das Ewig leben Jst allzeyt wider kommen. Show less

Belagerung der Stadt Leipzig, 1547
Ein New Lied von der belegerung der Fuͤrstlichen Stad Leipzig / von dem Chur⸗ fuͤrsten zu Sachssen rc. wie er es berenn⸗ nen vnd schiessen hat lassen / vnd die Stadt zueroͤbern fuͤrgenomen / auff den v. tag des Jenners / im M.D.XLVII. jar / Jst aber nicht gesche⸗ hen rc. Jm thon / Es... Show more Ein New Lied von der belegerung der Fuͤrstlichen Stad Leipzig / von dem Chur⸗ fuͤrsten zu Sachssen rc. wie er es berenn⸗ nen vnd schiessen hat lassen / vnd die Stadt zueroͤbern fuͤrgenomen / auff den v. tag des Jenners / im M.D.XLVII. jar / Jst aber nicht gesche⸗ hen rc. Jm thon / Es geht ein frischer Sommer daher rc. NV hoͤrt zu ein newes gedicht / Vas der Churfuͤrst hat ausgericht / Daruon ich euch itzt wil singen / Wie es alles ergangen ist / Da Er Leipzig wolt gewinnen / ja gewinnnen. 2 Am fuͤnfften des Jenners fuͤrwar, Jm sieben vnd vierzigsten jar / Wol bey einer halbe meilyen / Da man den Chuͤrfuͤrst ziehen sah / Theten wir zu jm naus eilen / ja eilen. 3 An der heilgen drey koͤnig tag Da war ein grosse not vnd klag / Als die Vorsted theten brennen / Darzu auch viel der Doͤrffer gut / Welche man alle thut kennen / ja kennen. 4. Solchs hat der Churfuͤrst gerichtet an Das da ward gmacht manch armer man. Mie man dasselb noch thut sehen / Verderbet auch manch dorff vñ hoff Das sonst itzt nicht wer geschehen / ja geschehen. 5. Dem Churfuͤrst ward doch also joch / Das Er tag vnd nacht gwaltig zog / Lies die Stad Leipzig berennen / Go bald er solches innen ward Wie die Vorsted theten brennen / ja brennen. 6. Er hat sich geschantzt in das felt / Als wuͤrd es jm tragen viel gelt / Dazu mit all seim geschuͤtze / Draus er denn viel geschossen hat / Solchs kam jm wenig zu nuͤtze ja zu nuͤtze. 7. Am dreitzehn Jenner er anfieng / Viel schuͤsse aus den schantzen ging / Hub fruͤ am morgen zuschiessen An / gegen Leipzig vor die Stad / Solchs thet er wenig geniessen / ja geniessen. 8. Da schoss er in den Henckersthorm / Vnd meint er solt fallẽ zum storm / Dennoch so wolt er nicht fallen / Er stund vnd lies sich schawen an / Fuͤr den Buͤchsenmeistern allen / ja allen. 9 Wir schossen zu jm wider naus / Das es in den schantzen erbraust / Die schantzkoͤrb theten zerbrechen / Wie bald ein buchssenmeister sprach Das woͤllen wir wider rechen / ja rechen. 10 Er schos auch gwaltig in das schloss / Darein thet er mãch hundert schoss Daruor must vns nicht grawen / Was er den tag zuschossen hat / Theten wir des nachts wider bawẽ / ja bawen. 11 Der Churfuͤrst sehr geschossen hat / Vnd niemand verschont in der stad / Wider an Weib noch an Kindern / Darzu auch wider jung noch alt / Wolt als in der stad thun pluͤndern ja plundern. 12 Ein brieff schreib er dem oͤberst nu / Herr Bastian von Walwitz zu / Er solt jm die Stad auffgeben / Sonst wolt er zuschiessen die Stad / Vnd darin kein lassen leben / ja leben. 13 Herr Bastian von Walwitz sprach / Auff solchs hab ich mich bald bedacht Jch wil die Stad nicht auffgeben / Meim gnedigen herrn erhaltẽ thun / Die weil ich habe das leben / ja leben. 14 Denn ich hab viel der Heuptleut gut / Darzu auch Fendrich wolgemut / Auch viel ehrlicher lantzknechte / Vnd wil die stad der Churfuͤrst han Er mus vor mit vns drumb fechte / ja fechte. 15 Darauff warff er fewr in die Stad / Darmit er angezuͤndet hat / Das Pauler Closter thet brennen / Da gab vns Gott seine genad / Das er es nicht kund vollenden / ja vollenden. 16 Viel fewrpfeil er geschossen hat / Die funden wir doch in der Stad / Vnd doch all waren verglummen / Weren sie jm angegangen / So wern wir alle verbrunnen / ja verbrunnen. 17 Er hat gbraucht viel der tyranney / Jch halt das es der Tuͤrcke sey / Mit fewr wolt er vns verbrennen / Solchs hoͤrt man nicht von Chri⸗ sten gut / Als er sich selbest thut nennen / ja nennen. 18 Der Churfuͤrst rhuͤmet sich gar frey / Wie er gut Euangelisch sey / Das kan ich da nicht erkennen / Denn er meint vnser hab vnd gut / Wolt vns all mit fewr verbrennen / ja verbrennen. 19 Drauff warn die Lantzknecht vnuer⸗ zagt. Ruͤsten sich darzu alle tag / Vnd wer der feind gleich selbst komẽ Wir wolten sie empfangen han / Das soln sie haben vernomen / ja vernomen / 20 Die lantzknecht sprachẽ frisch vñ frei / Jhesus Christus won vns auch bei, Viel buͤchsen hoͤren wir prausen / Ein lantzknecht zu dẽ andern sprach Daruor sol vns doch nicht grausen / ja grausen. 21 Viel scharmuͤtzel die fieng man an / Die vnsern han das best gethan / Theten die Churfuͤrstischen leren / Sie schossen vnd stochen die zu tod / Man nam jn harnisch und wehren / ja wehren. 22 Da ich stund wol auff der mauren / Sah ich fuͤren viel der Bawren / Holtz geladen auf jrem wagen / Wol bey hundert fuder oder mehr / Ran solts als werffen in graben / ja graben. 23 Sie wurffn viel holtz in den graben / Drauff wolten sie gestuͤrmet habẽ / Walwitz der oͤberst ward es innen / Lies werffen fewr / bechkrẽtz darein / Das das reisholtz thet verbrennen / ja verbrennen / 24 Viel schantzgreben er gmachet hat / Drin man solt lauffen zu der stad / Weñ man zu dẽ sturm thete lauffen / Draus solten sie sich weren thun / Mit dem gewaltigen hauffen / ja hauffen. 25 Er hat auch sehr viel der Bawren / Die vntergruben die Mauren / Vnd theten ein theil zersprengen / Den nutz den er daruon auch hat / Darff er sich dasselb nicht rhuͤmen / ja rhuͤmen. 26 Sie hiessen vns die pfaffenknecht / Als weren sie bey Gott gerecht / Vnd schrien her / her / zu hande / Da er die stad nicht gwinnen kond / Das hat er auch schad vnd schande / ja schande. 27 Zwen blinde lerm sie gmachet han / Sie meinten wir sollns nicht ver⸗ stan / Denn wir sein stets theten warten / Mit morgenstern vnd knebelspies / Darzu auch mit Hellenparten / ja parten. 28 Die Morgenstern han wir erdacht / Auff sie zugericht vnd gemacht / Sie han der vor kein gesehen / Begeren sie den diese noch / Wir lassen sie jn zustehen / ja zustehen. 29 Wern sie komen zu vns herein / Vir hattẽ gmacht schoͤne krentzelein Mit bech waren sie geflochten / Die wolln wir jn han auffgesetzt / Go sie hetten drumb gefochten / ja gefochten. 30 Sie wolten mit dem ernst nicht dran / Gekost hett es sie manchen man / Doch gern ghabt ein gute beute / Dieselbig zuholn in der Gtad / Aber sie furchten jrer heute / ja heute. 2. Aus viel schantzen schos er in die stad / Wol bis in die funffzehen tag / Darmit wolt er vns all zwingen / Das wolt Got von himel nicht han / Druͤmb thet es jm nicht gelingen / ja gelingen. 32 Ein grausam schiessen hat er gthan / Das nie hat erhort kein kriegsman / Darzu auch im gantzen lande / Noch must er daruon ziehen ab / Das ist jm ein grosse schande / ja schande. Das macht jm gebrach kraut vnd lot / Darmit er vns wolt schiessen tod / Doch must er zihen aus dẽ schantzẽ / Vnd auch nicht holen das newe jar / Deñ jm nicht angieng sein finantzẽ ja finantzen. 34 Darmit ich euch anzeigen wil / Er thet der eisern kugeln viel / Gen Leipzig in die stad schiessen / Bei zwoͤlfftausent schoss / oder mehr Das thet er wenig geniessen / ja geniessen. 35 Dem Churfüͤrst kamen solche mehr / Wie hertzog Moritz vorhandẽ wer / Vnd wolt da jn gar vmbringen / Da hub er behend an / vnd sprach / Last vns all ziehen von hinnen / ja von hinnen. 36 Den siebenvndzwentzigst gschach / Das man die fenlein flihen sach / Vnd begunten sich zu trennen / Ein jeder lantzknecht alda behend / Bald sein leger thet verbrennen / sa verbrennen. 37 Man schos nach jn mit freuden nu / Vnd pfieff jn ein liedlein darzu / Hat dich nu der schimpff gerawen So zeuch du es wider enheim Vnd klag das deñ deiner frawen / ja frawen. 38 Sie haben auch verspielet viel / Das man zu Leipzig bezaln wil / Weñ sie die Gtad thun gewinnen / Sam̄et / seiden vnd guldenstuͤck / Sie seind aber noch nicht darinnen / ja darinnen. 39 Hertzog Moritz der frome Fuͤrst / Der nach fried vnnd grechtigkeit duͤrst / Gott erhalt jm sein junges leben / Vor seiner feinde schad vnd mord / Das er jn mag widerstreben / ja streben. 40. Auff alls hab ich gehabet acht / Vnd drumb solches zusamen bracht Meim gnedigen herrn zu ehren / Hertzog Moritz ist ers genant / Gott woll jm viel gluͤck bescheren / ja bescheren. 41 Vnd der vns da sang dieses lied / Darbey ist er gewesen mit / Der puͤffe thet er auch warten / Da er auff der mauren stund / Hinder der Moͤnche garten / ja garten. 42 Darmit hat dieses Lied ein end / Gott vns seine genade send / Der helffe vns allesamen / Wol vor des Churfuͤrsten mut / Durch Jhesum Christum / Amen / ja Amen. Show less

Belagerung der Stadt Leipzig, 1547
Ein New Lied von der belegerung der Stadt Leip⸗ zig im M.D.XLVII. Jhar. Jm thon / Wer da stuͤrmen vnd streitten wil rc. HErr Gott hoch in des himmels thron / Du wolst mir itzt hie beistand thon / Damit mirs mag gelingen / Das ich mir vorgenomen hab / Ein newes lied zusingen / ja... Show more Ein New Lied von der belegerung der Stadt Leip⸗ zig im M.D.XLVII. Jhar. Jm thon / Wer da stuͤrmen vnd streitten wil rc. HErr Gott hoch in des himmels thron / Du wolst mir itzt hie beistand thon / Damit mirs mag gelingen / Das ich mir vorgenomen hab / Ein newes lied zusingen / ja singen. Von Leipzig der beruͤmpten Stad / Wie es sich zugetragen hat/ Mit krieg ward sie bezogen Vom Churfuͤrsten in Sachssen⸗ land / Jst warlich nicht erlogen / ja erlogen. Bald er solchs angefangen hat / Zu winterzeit mit schnellẽ rhat / Thet er den Keyser fliehen / Jn seinem sinn hett er bedacht / Meissen zu vberziehen / ja ziehen. Witz hulff nicht viel vor solche tuͤck / Wer hett bedacht diss vngeluͤck / Zu vngelegnen zeiten / Da er mit Keiser Karl sunst / Jn fernem land thet streitten, ja streitten. Ob ers vielleicht druͤmb hat gethan / Das er sein volck wolt ziehen lan Vnd musst den krieg beschliessen Doch wider hertzog Moritz wolt Zuuor sein zorn ausgiessen / ja giessen. Erst grieff er an das Doͤrngerland / Da fand er keinen widerstand / Die sach kam vnvorsehen / Das man sich da nicht ruͤstẽ kund Mit krafft zu widerstehen / ja stehen. Er zog vff Hall mit eilen fast / Den war er gar ein lieber gast / Den heiland sie annummen / Vff den sie lange zeit gewart / Gol jn nicht wol bekummen / ja kummen. Heupt baut vñ har vñ gantz jr lebn / Jn all gefahr bey jm zugebn / Theten sie jm zusagen / Entsteht jn draus ein vngeluck / Niemand sollen sies klagen / ja klagen. Leut Kraut vnd lot vñ grosse macht / Zu Hall er hat zu wegen bracht / Verhofft jm solts gelingen / Das er in eil durch schreckẽ gros / Leipzig die Stad moͤcht zwingẽ / ja zwingen. Vnd da er fortgerucket hatt Schickt er ein boten in die stadt / Sie solten sich ergeben / Druͤmb wolt er jn genedig sein / Vnd fristen jn jr leben / ja leben. Kriegsknecht buͤrger vñ fendrich gut Dazu die heuptleut wolgemut / Die Gtad theten wol meinen / Der Oberst da ein antwort gab / Vnd zeigt an von den seinen / ja seinen. Volck ruͤstung vnd auch prouiant / Haben wir gnug vor vnser hand Druͤm̄ las wir vns nicht schreckẽ Das zeig du deinem herren an / Die haut woll wir dran strecken ja strecken. Jn dem der feind bracht manchen man / Vor Leipzig richt sein leger an / Bedacht die Stad zu stuͤrmen / Gar huͤbsch er da entpfangen ward / Von Mauren vnd von thuͤrmen ja thuͤrmen. Der dreizehnt tag des Jenners war Sah man den feind mit großer schar / Die stad er thet beschiessen / das sie sich nicht ergeben wolt / Thet jn gar sehr verdriessen / ja verdriessen. Be schiessen thet er alle wehr / Den henckersthurm zuuor aus sehr Den kund er nicht vmbfellen / Viel puluers dran verschossen ward / Viel kugeln sah man gellen / ja gellen. Setz dich darwider wie du wilt / Der thurm (sprach wir) ist vnser schilt / Den wirstu nicht vmbstossen / Lauff gleich mit aller macht dar⸗ an / Mit klein Hans vnd dem grossen ja grossen. Vngern das sah mancher helt / Der feind am schloss die mauren schelt / Die Kirch thet nachher fallen / Noch thet wir vns nicht grausen lan / Dañ Gott stund bey vns allen / ja allen. Der feind wurff fewer kugeln viel / Das Pauler Closter war sein zil Das wolt er gar vmbkeren / Zu dem das ers zuschossen hett / Mit fewer auch verzeren / ja vorzeren. Werd wil ich halten alle zeit / Die kriegsleut die zum sturm be⸗ reit / Allweg sich liesen finden / Mit wach erbeit vnd ruͤstung gut Gar nichts liesen erwinden / ja erwinden. Den vierzehnden hernach es gschach Der feind mit gantzer macht auffbrach / Sein leger sah man brinnen / Zwen tag er sich da sehen lies / Ehe er thet gar enttrinnen / ja enttrinnen. Stadmauren sie zuschossen gar / Der grab mit reiss gefuͤllet war / Noch dorfften sies nicht wagen / Jch halt sie haben sorg gehabt / Der kopff wuͤrd jn zuschlagen / ja zuschlagen. Leib und leben ist vns lieb / Der bauch ist weich vnter der rieb / Darumb lies man vns sitzen / Den braten hat man wol ge⸗ schmackt. Vnd sich besorgt der spitzen / ja spitzen. Zig hin / zig hin mit deiner beut / Jch halt dich hat der schimpff ge⸗ reut / Lies man dem feind hoffieren / Was du an vns gewunnen hast Damit die schue thue schmieren ja schmieren. Show less

Karl V., 1547
Ein Schoͤnes Newes Liedt von Carolo dem Fuͤnfften vnuͦber⸗ windlichsten Roͤmischen Kayser / vnnd Philipsen wey⸗ lendt Landgraffen zu Hessen / sambt andern vngehor⸗ samen vnd widerwertigen Fuͤrsten vnd Potentaten deß vngluͤckhafftigen Schmalckaldischen bundts verwand⸗ ten / so wider sein... Show more Ein Schoͤnes Newes Liedt von Carolo dem Fuͤnfften vnuͦber⸗ windlichsten Roͤmischen Kayser / vnnd Philipsen wey⸗ lendt Landgraffen zu Hessen / sambt andern vngehor⸗ samen vnd widerwertigen Fuͤrsten vnd Potentaten deß vngluͤckhafftigen Schmalckaldischen bundts verwand⸗ ten / so wider sein Mayestat / vil jar lang veraͤcht⸗ lich vnd auffruͤrisch inn buͤndtnuß gestanden / gruͤndtliche beschreibung vnd anzaig deß bewegten vñ hochgeursachten gegen⸗ wuͤrtigen Kriegs verloffene hand⸗ lund. Nach Christi vnsers Heylandts geburt Jm M. D. XLVII. Jare. Jn der weiß wie die Schlacht vor Pauia Gesungen wirt. EJn New gdicht will heben an / Von wunderlichen dingen: Von einem Kayser ist wolgethon / Gott woͤll das mir gelinge. Die warẽ that zubeschreiben all / so sich jm Teutschlandt vberal / Entbe⸗ rung vil begeben han / durch vngehor⸗ sam der vnterthon II. Anfangs hoffart geitz vnd auch neidt / Ris ein bey al⸗ len Stenden: Auff eignen nutz vnd zeitlich freidt / thet je⸗ derman sich wenden / Frey luͤstig renck inn gleißnerey / Jebt jtz die Welt all buͤberey / Was vor geschach mit er⸗ samkeit / wardt nun verspot zu diser zeit. III. Ein yeder jm ein aigen Recht / Ein sondern glauben machet: Das alt was alles vngerecht / Vom Poͤfel wardts verlachet / Fuͤr menschẽ dandt ward als geacht / was Babst vnd Kaiser haben gemacht / Jr Gesatz ord⸗ nung vnd gut gebot / wurden gehalten fuͤr ein spot. IIII. Babst / Kayser / Kuͤnig sametlich / von Gott gesetzt Regenten: Jn krafft jrs Ambts bemuͤten sich / mit fleiß das vbel zuwenden / Auff das jm Reich guͦt ainigkait / erhalten wurdt vnnd Erbarkait / Ein yeder stand sich hielt inn hut / mast sich was boͤß vnd pflantzt das guͦt. V. Versamlung hielt man offt vnd dick / im landt an vi⸗ len orten: Dem Reich zu finden heil vnd gluͤck / der selig⸗ keit ein pforten / vngeacht gfar leibs vnnd leben / darein sich all sam offt begeben / zum theil jr aigne Landt vnnd leut / verlassen hand ein lange zeit. VI. Gnad / eher / vnd vil demuͤtigkeit / theten sie allweg lai⸗ sten: Mit warer rechter treulichkeit / demminsten als dem maisten / Ja niemandt anderst vrtheilen mag / recht wie Gott selb die welt geliebt hat / Also auch gemelte haupt zu gleich / liebten das heylig Roͤmisch Reich. VII. Vil jar lang das geschehen ist / man thet vil weg an⸗ richten: Damit yeder on falsch vnd list / gedencken moͤcht seiner pflichten / So fer er je sein Obrigkeit / mit vngehor⸗ sam vnd yppigkeit / verletzet vnd beschweret hett / sich wi derkert vnd huldiget. VIII. Jn solcher zeit ist offenbar / kein besserung erdeyen wolt: Als man yetz sicht gar hell vnd klar / jr wenig war den thugent holdt / der Fuͤrsten gewissen inn anzal / war schier verblendet vberal / all Stedt der Teuffel besessen het / das alles boͤser mißbrauch thet. IX. Auffruͦr regiert man Buͤndtnuß macht / Stett Fuͤrsten vnnd die Herren: Mit gewalt vnd vbergrossem pracht / die Rott die thett sich mehren / Schmalckaldisch wurden sie genandt / bekant durchs gantze teutsche Landt / ver⸗ sahẽ sich mit heres krafft / Mit artlarei in grosser macht. X. Nach dem der Bundt gestercket war / mit notturfft wol fuͤrsehen: Jn feelet nun gar nichte zwar / thetten sich selbs bereden. Kain Potentat auff erdt so starck / kain feindt auch selber nit so argk / der sie mit seinen krefften moͤcht / bezwingen vnd bringen zu Recht. XI. Auff sollichen schilt man hoffen thet / vertrauten jrem gwalte: Vil Praticken vnnd heimlich Rhet / Jebten sie manigfalte Strittig vñ widersessig vast / wardt als von jhnen gar verhast / was nit auß jrer geselschafft war / muͦst jetz verdampt sein gantz vnd gar. XII. So offt man Reichßtaͤg hielt fuͤrwar / den jrthumb außzureitten: Die beschwert auch wenden vberall / all ding zum besten leiten / Jns Teuffels namen vor ein tag / vom Bundt allweg gehalten ward / Wardt heimlich be⸗ schlossen in gemein / bey wem sie wolten besteen allein. XIII. Kain volg wolt sein beyn leuten mehr / Liessen sich nimmer weysen: Ward guͦt vnnd gerecht allein jr lehr / thetten die selben preysen / Was jnen fuͤrgesetzet han / dar bey muͤst es gar steiff bestan / dem Kayser vnnd dem Babst zu trutz / zu nachteil auch dem gmeinen nutz. XIIII. All wolfart inn dem gantzen Landt / leib vnd auch die Seel seligkait: Gehindert wardt souil man kandt / zu bochen warden sie bereyt / So man nach jrem kopff nit thet / der Reichßtag schon ein ende hett / all fleiß vnd muͤh vergeben wardt / on vrlaub wardt jr hinefart. XV. Der Landtgraff ward das haupt im spil / fuͤrnemlich ausserkoren: Kain buͤberey wardt im zuuil / on in wards als verloren / Vngehorsamlich sich halten thet / sambt den die er verfuͤret hett / in gutem schein mit boͤsem grundt / den schalck er artlich decken kundt. XVI. Vnzimblichs gewalts er sich anmast / darzu er keinen titel hett: Er Bistumb vnnd die kloͤster hast / dieselben er zerreissen thet / Nam in die Cleinet allzumal / die rendt vnd guͤlt auch vberal / die Pfaffen ehr verjagen thet / da⸗ mit ehr jhre Pfruͤnde hett. XVII. Jn aller maß wieuor erzelt (Als dann bewist vnnd kundtbar ist) Sich Hertzog Hans von Sachsen helt / ai ner als rain der ander ist / der alte groll wuͤrdt offenbar / souil jar lang verborgen wardt / jr neidig gemuͤt kam an den tag / man mercket wos den herren lag. XVIII. Dergleich von Wirtemberg der Alt / im friden nit mocht bleiben: Mischt sich inn krieg mit grossem gwalt / den Kayser wolt vertreiben / Gedacht nit dz er vor noch war / bey Kayser vnd Koͤnig inn grosser gfar / vnd het ein halb verlornes spil / sein Landt vñ er ein schmales zil. XIX. Sie fiengen an fein bei der zeit / on fug vnd alles rech⸗ te: Beschwerten frembde land vnd leut theten darumbẽ fechten / die Fuͤrsten auch mit jrem gewalt / vertrieben sie gar also baldt / jhr landt vnd guͦt sie innen han / zu trutz wer inn das nit verghon. XX. Der Babst der war jr Antichrist / auch Bischoff vnnd Prelaten: Verschmechten sie zu aller frist / hofften in soll geraten / Ein spil mit jnen zufangen an / als sie mit an⸗ dern han gethon / durch angemaßte freyheyt vil / Sie schiessen blindtlich zu dem zil. XXI. Zu sollchem Ritterlichen streit zu disen theuren thatẽ: Der Bundt allein das gelt her geit / deß mag er nit gerat⸗ ten / Die kysten wurden jhn zuuol / die must der Landt⸗ graff lehren wol / den kaͤren thut er nemen hin / lest jhn die sprewer fuͤr jhren gewin. XXII. Jr Practick vnd freflicher sin / jr fuͤrsatz vñ auch muͦt⸗ will groß: Wardt als zu letzt gericht dahin / gegeben schon ein entlich los / das man nachs Babsts vnd Kay⸗ sers gewalt / Nach Koͤnigklicher krone wolt / greiffen vñ bringen vnter sich / zuregieren Geistlich vnd Weltlich. XXIII. Das moͤchte Gott von himel nit / mehr leiden noch zu⸗ sehen: All recht vnd Kayserlicher fridt / theten zu gleich begeren / Das Kayserliche Mayestat / braucht nun sein handt vñ geweltig macht / macht gehorsam seine vnter⸗ than / die sich wider in gesetzet han. XXIIII. Kain ander mittel kundt mehr sein / mocht nit vm̄gan gen werden: Das schwert dz must gebrauchet sein / Von Gott ist es auff erden / man schrib inn Teutsch vnnd Welsche Landt / wo man die besten Kriegßleut fandt / die kamen all mit hauffen dar / der Kaiser aller vatter war. XXV. Der frumme Kayser schickt zuhandt / Bottschafft gantz vnuerholen: Zu reysen inn Hessen vnnd Sachsen Landt / endtlich erfaren sollen. Was meynung beyder Fuͤrsten wer / das sie anzeigten ongefer / Ob sie inn jrem trutz vnd Boch / wolten vngehorsam bleiben noch. XXVI. Als nun die Bottschafft wider kam / Newzeitung mit jhn brachten: Der Kayser kundt gar baldt verstan / das sie in noch verachten / Das gantze Landt vol ler⸗ man war / stund als vnsicher vnnd inn gefahr / Der Fuͤrsten vnnd der Pfefferseck / vngestuͤmb ward jetzund gar erweckt. XXVII. Landtgraff sampt seinen Bundtsgenoß / theten mit Heers krafft ziehen an: Mit Kaysig vnnd mit grossem geschoß / brachten etlich vil tausent man / Hauptman Schertlin war auch daran / vil leut hat er gehetzet an / seiner knecht eym yeden halben Bart / beschoren hett auff Narren art. XXVIII. Jn Schwaben sie fast eylen thun / An Bischoff Muͤnch vnnd Pfaffen: Erlangtens wenig Sieg noch rhuͦm / niemant gab in zuschaffen / Sie fanden nicht dañ lehre nest / entzogen ward in schon das best / Verdries⸗ sen thet sie alle san / namen sich vmb das Bayerlandt an. XXIX. Stett / Schloß vnd Maͤrckt sie namen ein / on fuͦg vñ recht bezwangen: Die Pfaltz die wolt jr aigen sein / nach Bayern wardt jr verlangen / Ein hauptstat gnandt ist Jngolstat / auff Wasser vnd Landt beritten wardt / die gegenwehr vnnd vest gebew / behielten die Statt ledig vnd frey. XXX. Mit hochmuͦt vnd mit grossem schall / zugen sie ab mit hauffen: Den Kayser woltens suchen all / musten jm bald entlauffen / Nach dem sein zeit vnnd gelegenheit / ward yetz geschnitten auch das treydt / zuhandt er ru⸗ cket vbersich / zeigt sich sein feinden gewaltigklich. XXXI. Den Sechßvndzwaintzigisten tag / jm Augstmon ist geschehen: Der Kayser Carl kummen wardt / die Feindt wolt er besehen / inn Schlacht ordnung fuͤr Jngolstat zug / daruor er auch sein Leger schlug / Mit Fuͤrsten Graffen vnnd Ritterschafft / mit Knechten auch inn grosser macht. XXXII. Deßgleich man vil scharmuͤtzel hielt / zu Roß vnd auch zu Fussen: Der Kayser auch das Feldt behielt / das Hes⸗ sen fliehen muͦsten / kain ruͦhe man ließ den Feindẽ mehr / bey tach vnd nacht vmb jr Leger / fiel jnen hindten vnd fornen ein / sie nider Schoß recht wie die Schwein. XXXIII. Das geschray ward in gelegen schier / der Kayser het sich gefunden: Es ward all da kein schimpfflich Krieg / das haben sie empfunden / Verdroß die kuͤnen leut gar hoch / gedachten auch in jrem boch / so vns nit bas gelin⸗ gen wirdt / so haben wir das Schiff verfuͤrt. XXXIIII. Der Landtgraff wardt bey im zu rath / ein spil wolt er anfangen: Sein geschuͤtz an einem abent spadt / mit schantzen het vmbfangen / an dreyen orten eingezogen / rundt vmb gleich wie ein Regenpogen / ein Kampff stuck wolt er sehen lahn / den Kayser wolt erschrecket han. XXXV. Erichtags der letzt diß Monats tag / Lerman ward yetz geschlagen schon: Zu morgens als der tag herbrach / hoͤrt man Carthaunen vnnd Falckon / streng fuͤr vnnd fuͤr geschossen wardt / das vber Berg vnnd Thal erhal / das Donnern ward allein so groß / er wenig leut (Gott lob) erschoß. XXXVI. Carolus sich nit erschrecken ließ / mit sein hertzhafften Knechten: Raisig vnd Fuͦßuolck ziehen hieß / auff Ler⸗ man Platz zu fechten / Jn die schantz kamen vil tausent man / der Kayser selbs aigner Person / sprach seine Buͤchsenmeister an / Last vnser gschuͤtz hingegen gan. XXXVII. Das Schiessen weret etlich tag / dergleichen nit gehoͤ⸗ ret ward. Kain Kriegßman vor erfaren hett / der vnd⸗ ter bayden Heeren lag / Der Feindt thet sich befleissen eben / wie er moͤcht auß dem vorthail heben / den Kayser vnnd sein gantzes Heer / zu scharpff ward jhn die ge⸗ gen wehr. XXXVIII. Der Feindt sein geweltigkliche macht / mit warhait darff ich jehen: Vor forcht gar nie gebrauchet hat / von Gott ward es fuͤrsehen. Sein krefft warden geschwe⸗ chet all / sein anschleg feelten vberal / all trost stiendt auff sein groß geschuͤtz / es war jm nit ains Hellers nuͤtz. XXXIX. Als nun der Feindte hoffnung gar / vor Jngolstat vernummen: Auff alle weg verloren war / hetten sich baldt besunnen / Das wer jr trost vnd bester rhat / das sie sich ruͤsten bey der nacht / thetten daruon entweichen all / durch ghuͤltz vnd manches wildes thal. XL. An einem Sambßtag es geschach / Morgens vor liechtem tage: Der Feindt Leger man brinnen sach / sie dorfftens nim̄er wagen / Sie drolten sich behendigklich / der Kayser blib bestendigklich / warlich sie besorgtẽ frem⸗ der Gest / wer lauffen mocht der thet das best. XLI. Eyn Graff von Puͤrn auß Niderlandt / der theure heldt mit freuden: Von Kuͤnigin Maria gsandt / sein woltens nit erbeiten. Kam alda her mit heeres krafft / dreyssig tausent man er mit im bracht / mit gschuͤtz vnnd raysig wol geruͤst / als menigklichen ist bewuͤst. XLII. Vom Kayser hoch empfangen ward / der Graff mit grossen ehren: Sein streitbars volck begirig ward / den Feinden abzukeren / Wolten bey Kayserlicher Kron / jr leib vñ auch jr leben lahn / solcher mehr erschracken hart / der Landtgraff vnd der Scharten bart. XLIII. Zuhandt man vber Thonaw zug / dem Feindt fort nach zu eylen: Fuͤr Newburg man das Leger schlug / nam ein die Paß beyweilen / die vor der Feindt het all be⸗ setzt / ellendigklich verlassen zuletzt / die ober Pfaltz man auch bezwang / macht jhm gantz frey den Thonaw stram̄. XLIIII. Das Bistumb Dilling auch darbey / Begeweltigt von den Feinden. Macht Kayser Carol wider frey / gabs wider seinen Freunden / Das schafft der edel Fuͤrst vnnd Herr / ein Cardinal in grosser ehr / derselben enden Bi⸗ schoff ward / beym Kayser selbs zufelde lag. XLV. Der Kayser ruckt auff die Reichstet zu / die wider in verbunden: Das kurtz mit jnen spilen thut / ergaben sich von stundtan / kain hilff noch Raͤth sie hetten mehr / der Landtgraff het sein pflicht vnnd eher / an jhn vergessen gantz vnd gar / dann er kein trewer Hirt nit war. XLVI. Die Schluͤssel trug man jm all dar / mit demuͤtigem bitten: Das er begnadt die armen schar / nach Kayser⸗ lichen sitten / kain ordnung wolt jm geben lan / schwuͦr er bey Kayserlicher kron / die maß die muͦßt bey jhm be⸗ stan / wie ers mit in wolt halten thun. XLVII. Auff gnadt vnd vngnadt geben han / jr leib vnd auch jr leben: Wies jnen wirt noch fuͤrthin gan / daruon kan ich nit reden / Erloschen ward jr trutzigkait / jhr stoltz verkert inn dultigkait / jr Kriegßuolck wardt yetz gar zerstreut / ein yeder bsorgt seiner aignen heut. XLVIII. Bottschafft kam auch inn kurtzer zeit / wie Sachsen wer gewunnen: Dem Fuͤrsten ward fast angst vnd leidt / het sich gar baldt besunnen / Ein kriegßuolck zuschicken hinder sich / ward als gethon vergebenlich / ehe sie den hauff erraichet han / erschlagen wardens alle sam̄. XLIX. Der Fuͤrsten hertz wardt gar erkalt / der Haß schlupfft jhn in buͦsen: Forchten deß Kaysers gluͤck vnnd gewalt / thetten vmb gnad ansuchen / All gnadt ward jnen gar versagt / ainer da der ander dort verjagt / ein jeder bey jm selbs gedacht / hat mich der Teuffel in krieg gebracht. L. Hauptman Schertlin zug auch daruon / thet sich gen Augspurg machen: Den Krieg kunt er gar nit verstan / seins vngluͤcks must er lachen / er maint es wer ein solcher krieg / als ob er huͤltze bilder schlieg / ey nain die mainung es nit hat / er bleib daheim vnd lerne baß. LI. Eyn jeder sucht sein hail vnd stat / wie er moͤcht vnter⸗ kommen. Die Fuͤrsten stunden all on Rhat / jr Landt wardt eingenom̄en / Sich elengklich enthalten han / muͤs⸗ sen inn gefar vnd sorgen stan / da hilfft kain Crysam vñ kain Tauff / der Kayser ist gewecket auff. LII. Jn Wirttenberg der Kayser zoch / mit seinem volck behende: Der Landtsfuͤrst auff ein burgkschloß floch / vil bottschafft thet er senden / Bey weitem nit so wilde war / als wie vor einem halben jar / mit silber vnnd mit rotem Goldt / die sach er guͤtlich deding wolt. LIII. Also den hoffertigen gschicht / daruͤber Gott verhen⸗ get. Wer sich erhoͤcht ernidert wirdt / auffs hoͤchst wirdt er geschendet / seins standts er gar nit wuͤrdig ist / der wi⸗ der seinen Kayser ist / Wie Lucifer vmb sein Hoffart / auß Himels thron verstossen wardt. LIIII. Es ist ein grosses wunderwerck / vnd hat kain mensch vermainet: Das Carolus seiner feindte sterck / in kurtzer zeit abgelainet / vnnd hatt also vil außgericht / als man jetz augenscheinlich sicht / Teutschlandt er gar bezwun⸗ gen hat / er streit gerecht durch Gottes gnadt. LV. Gott hilfft durch sein Allmechtigkait / das muͤß wir al⸗ le jehen: sthet warlich bey der Gerechtigkait / ist als von im fuͦrsehen / Das vbel muß gestraffet sein / es hat sich als gepuͤesset fein / der vngerecht kain gluͤck nit hat / als man yetz sicht inn diser that. LVI. Lobt Gott jr frummen Christen all / das er hat gnadt gegeben: Teutsch landt wer kummen in vnfal / so das nit wer geschehen / Das Gott den Kayser hat bewart / die gerechten geschutzt zu diser fart / Gott woͤll auch noch nit abelan / dem frummen Kayser beystandt thon. LVII. Allmechtiger Ewiger Gott / verleih im sterck vnd sin⸗ ne: Das er die Gemain nach dem gebot / zu ainigkait moͤg bringen / im Teutschlandt halten guten fridt / wider den Tuͤrcken geben sig / spar inn gesundt zu aller stundt / freudt euch zerbrochen ist der Pundt. Psal. ij. Reges eos in uirga ferrea, & tancß uas figuli confringes eos. Show less

Schmalkaldischer Krieg, 1547
Ein new kriegs Lied / Jtzt jnn dieser zeit. Jm thon / Wie es zu Tholl ergangen ist. 1547 Hans Witzstat. FRisch auff jr werden Deud⸗ schen / rett vnser Vaterland. Der Feind thut vns angrei⸗ ffen / mit rauben mord vnd brand. Sachssen darzu auch Hessen / ein haubt Deudscher Nation / das ... Show more Ein new kriegs Lied / Jtzt jnn dieser zeit. Jm thon / Wie es zu Tholl ergangen ist. 1547 Hans Witzstat. FRisch auff jr werden Deud⸗ schen / rett vnser Vaterland. Der Feind thut vns angrei⸗ ffen / mit rauben mord vnd brand. Sachssen darzu auch Hessen / ein haubt Deudscher Nation / das schwert thut froͤlich wetzen / wider den Feind zu setzen / Gott woͤll vns beistant thun. Dem Babst sind wir entpfal⸗ len / dem moͤrder vnser seel. Gottes wort zu gefallen / greifft alle zu der wehr / Wider den Babst zu fech⸗ ten / vnd all dies mit jm hon / Chri⸗ stus spricht zu dem rechten / den Babsthut will ich brechen / Jch trag ein doͤrne kron. Welschland thut er auffweckẽ / der falsch Sathan aus neid. Ver⸗ meint ye abzuschrecken / dich werde Christenheit. Doch bleib in Gott Matt. 22 1. Pet. 4[...] Math. 6. Mat. 91. Rom. 10. Mat. 14. bestone / er sorgt allzeit fur dich / Vnd greiffs nur tapffer ane / der Feind thu nicht verschone / Gott ist dein huͤlff warlich. Der Feinde thut sich legen / in vnser Vaterland. Solt wir vns des nicht wehren / wer vns ein grosse schand. Sein willen zu volbringen / wie ers deñ vor jm hat / Gotts wort aus vnsern henden / weib vnde kind zu schenden / Ehe leiden wir den tod. Den Feind last euch nicht schre cken / sein macht vnd grosse sum / Gott wird sein hand ausstrecken / glaubt fest dem Euangelium. Den glauben last nicht hincken / duͤnckt euch es sey am end / Christus thet Petro wincken / im Meer begund zu sincken / da ward Gotts krafft er⸗ kent. Sihe wie halff Gott der herre / dem Jsrael daruon. Vñ ertrenckt in dem Mere / den Koͤnig Pharaon. Hiericho du must fallen / vor Got⸗ tes volck geschwind / Von der Tro⸗ meten schallen / Also hilfft GOtt noch allen / die jm vertrawen sind. Auch die Midianiter / theten dem Volck Gotts not. Vnd die Amalekiter / Jsrael rieff zu GOtt. Gnedig sie Gott errette / durch sein knecht Gideon / Da Gottes volck Tromete / ein Heid den andern toͤd te / hundert zwentzig tausent man. Dann wie offt Gott behute / vor Saul den Koͤnig Dauid. Der nach seim leben wuͤte / Gott jhn auch wol befriedt. Vor seinem ei⸗ gen Sone / dem schoͤnen Absalon / Der nach seim leben stone / aus seim Reich damit entrone / darein doch wider kam. Exodj.1[...] Josua. 6[...] Judicũ. 8[...] 1. Reg. 1[...] 2. Reg. 10 Para. 13. Par. 14. [...]. Reg. 19. Merck auch wie GOTT halff streiten / wider Jeroboam. Zu Koͤ⸗ nig Abia zeiten / den er vmblegt al⸗ sam. Das er nicht mocht entrin⸗ nen / da rufft das volck zu Gott / Da flog das volck von hinnen / das Volck Gotts schlug von jhnen / Fuͤnff hundert Tausent tod. Der gleichen halff Gott kem⸗ pffen / Assa dem Koͤnig frum. Da Gottes volck wolt dempffen / Se⸗ rach mit grosser sum. Tausent mal tausend Moren / griffens Volck Gottes an / Da ergrimbt Gottes zoren / das gros Heer was verlo⸗ ren / jr keiner nicht entran. Schaw wie thet Gott erret⸗ ten / den Koͤnig Ezechiam. Den auch bedrawet hette / Senaherib mit nam. Der sein Heer hett ge⸗ wendet / wider Jherusalem / Der Engel Gotts jr schendet / Hundert Funff vnd achtzig Tausent / vnd machet jn gezem. Hoͤrt auch wie Gott thet krie⸗ gen / fur den Koͤnig Josaphat. Als vber jn thet ziehen / Amon vnd auch Moab. Da thet Gotts Volck sehr klagen / zu Gott hett es sein trost / Die Heiden thet Gott plagen / the ten sich selbs erschlagen / Gottes Volck ward erlost. O Christenheit merck eben / wie Gott sein Feinde stuͤrtzt. Die wider sein volck streben / sein macht ist nicht verkuͤrtzt. Er kan dich wol bewaren / all dein Har sein gezelt / Las nur den Sathan scharren / Thu im GOttes Wordt verhar⸗ ren / So bist du auserweldt. Ende. 2. Par. 2[...] Esaj. 50 Luce. 12[...] Math. 24[...] Show less

Karl V.
Ein schoͤnes Newes Lied / von Carolo dem Fünfften vnüber⸗ wündtlichsten Roͤmischen Kaiser / vnd Philipsen weylendt Landtgrafen zuͦ Hessen / sambt andern vngehorsamen vnd widerwertigen Fürsten vnd Potentaten deß vnglückhafftigen Schmalckal⸗ dischen bundts verwandten / so wider sein Maye⸗ stat... Show more Ein schoͤnes Newes Lied / von Carolo dem Fünfften vnüber⸗ wündtlichsten Roͤmischen Kaiser / vnd Philipsen weylendt Landtgrafen zuͦ Hessen / sambt andern vngehorsamen vnd widerwertigen Fürsten vnd Potentaten deß vnglückhafftigen Schmalckal⸗ dischen bundts verwandten / so wider sein Maye⸗ stat / vil jar lang veraͤchtlich vnnd auffruͤrisch in bündtnuß gestanden / gründtliche beschreibung vnd anzaig deß bewegten vnnd hochgeursachten gegenwürtigen kriegs verloffene handlung. Nach Christi vnsers haylands geburt Jm M. D. XLVII. Jare. Jn der weiß wie die schlacht von Pauia gesungen wirt. PLVS VLTRE Arrogantia vestra decepit voi & superbia cordis vestrl. Gladio proprio eorum superbia amputata est. M. D. XLVII. I EJn new gedicht will heben an / Von wun⸗ derlichen dingen: Von einem Kayser ist wolgethon / Gott woͤll das mir gelinge. Die waren that zuͤbschreiben all / so sich jm teutsch land vberal / Entberung vil begeben han / durch vnghorsam der vnderthon. II Anfangs hoffart geutz vnd auch neydt / Riß ein bey allen Stenden: Auf aignen nutz vnd zeit⸗ lich freydt / thet yederman sich wenden / Frey lü⸗ stig renck in gleissnerey / Lebt yetz die welt all buͤ⸗ berey / Was vor geschach mit ersamheit / ward nun verspott zuͦ diser zeit. III Ein yeder im ein aigen Recht / Ein sondern glauben machet: Das alt was alles vngerecht / Vom Poͤfel wardts verlachet / Für menschen dandt ward als geacht / was Pabst vnnd Kaiser haben gmacht / Jr Gsatz ordnung vnd guͦt gebot / Wurden gehalten fuͤr ein spot. IIII Pabst / Kayser / Künig sametlich / von Gott ge⸗ setzt Regenten: Jn krafft jrs Ambts bemuͤdten sich / mit fleiß das vbel zwendẽ / Auf das jm Reich guͦt ainigkait / erhalten wurdt vñ Erberkait / Ein yeder stand sich hielt in huͤt / maßt sich was boͤß vñ pflantzt das guͤt. V Versamlung hielt man offt vnd dück / im landt an vilen orten: Dem Reich zuͦ finden hail vnnd glück / der seeligkait ain pforten / vngeacht gfar leibs vnd leben / darein sich all sam offt begeben / zuͦm thail ir aigne Landt vnd leüt / verlassen hand ein lange zeit. VI Gnad / eher / vnd vil diemuͤtigkait / theten sy all⸗ weg laisten: Mit warer rechter treulichait / dem minsten als dem maisten / Ja niemand anderst vr⸗ thlen mag / recht wie Got selb die welt gliebt hat / Also auch gmelte haupt zuͦ gleich / liebten das hey⸗ lig Roͤmisch Reich. VII Vil jar lang das geschehen ist / man thet vil weg anrichten: Damit yeder on falsch vnd list / geden⸗ cken moͤcht seinr pflichtẽ / Souerr er je sein Obrig⸗ kait / mitt vnghorsam vnnd yppigkait / verletzet vnnd beschweret hett / sich widerkert vnnd huldi⸗ get. VIII Jn sollicher zeit ist offenbar / kain besserung er⸗ deyen wolt: Als man yetz sicht gar hell vnd klar / jr wenig warden dugent holdt / der Fürsten gwis⸗ sen in antzal / war schier verblendet vberal / all Stet der Teuffl bsessen het / das alles boͤser miß⸗ brauch thet. IX Auffruͤr regiert man Bündtnuß macht / Stett Fürsten vnnd die herren: Mit gewalt vnnd vber⸗ grossem pracht / die Rott die thett sich mehren / Schmalckaldisch wurden sy genandt / bekandt durchs gantze teutsche Landt / versahen sich mit hoͤres krafft / Mit artlarei in grosser macht. X Nach dem der Bundt gestercket war / mit not⸗ thurfft wol fürsehen: Jn feelet nun gar nichte zwar / thetten sich selbs bereden. Kain Dotentat auff erdt so starckh / kain feindt auch selber nit so argk / der sy mit seinen krefften moͤcht / bezwingen vnd bringen zuͦ Recht. XI Anff sollichen schült man hoffen thet / vertrau⸗ ten irem gwalte: Vil Practicken vnnd haimlich Rhet / lebten sy manigfalte. Strittig vnd wider⸗ sessig vast / wardt als von jhnen gar verhast / was nit auß jrer gsellschaft war / muͤßt yetz verdampt sein gantz vnd gar. XII So offt man Reichßtaͤg hielt fürwar / den jr⸗ thumb außzuͦreitten: Die bschwerdt auch wen⸗ den vberall / all ding zuͦm besten leiten / Jns teufls namen vor ein tag / vom Bundt allweg gehalten ward / Wardt haimlich bschlossen in gemain / bey wem sy wolten bsteen allain. XIII Kain vola wolt sein beyn leutten mehr / Lies⸗ sen sich nimmer weysen: Ward guͦt vnnd grecht allain ir lehr / thetten dieselben preysen / Waß inen fürgesetzet han / darbey muͤst es gar steiff bestan / dem Kayser vnnd dem Babst zuͦ trutz / zuͦ nachtail auch dem gmainen nutz. XIIII All wolfart in dem gantzen Landt / leyß vnnd auch die Seel seligkait: Gehindert wardt souil. man kandt / zuͦ bochen warden sy beraydt / So man nach jrem kopff nit thet / der Reichßtag scho ein ende hett / all fleiß vnd muͤh vergeben wardt / on vrlaub wardt ir hinefart. XV Der Landtgraff ward das haupt im spil / für⸗ nemmlich außerkoren: Kain buͤberey wardt im zuͤ⸗ uil / on in wards als verloren / Vnghorsamlich sich halten thet / sambt den die er verfuͤret hett / in guͦ⸗ tem schein mitt boͤsem grundt / den schalck er art⸗ lich decken kundt. XVI Vntzimblichs gwalts er sich anmaßt / dartzuͦ er kainen titl hett: Er Bistumb vnd die kloͤster haßt / dieselben er zerreissen thet / Nam in die Clainot all zuͦmal / die rendt vnnd gült auch vberal / die Pfaf⸗ fen ehr veriagen thett / damit ehr jhre Pfriende hett. XVII Jn aller maß wieuor ertzelt / (Als dann bewißt vñ kundtbar ist) : Sich hertzog Hans von Sach sen helt / ainr als rain der ander ist / der alte groll wurdt offenbar / souil jar lang verborgen wardt / jr neidig gmuͦt kam an den tag / man mercket wos den herren lag. XVIII Der gleich von Wirtemberg der Alt / im friden nit mocht bleiben: Mischt sich in krieg mit gros⸗ sem gwalt / den Kayser wolt vertreiben / Gedacht nit das er vor noch war / bey Kaiser vnd Künig in grosser gfar / vnnd het ein halb verlornes spiel / sein Landt vnd er ein schmales zil. XIX Sy fiengen an fein bey der zeit / on fuͤg vnd al⸗ les rechte : Beschwerten frembde landt vnd leut theten darumben fechten / die Fürsten auch mit jrẽ gwalt / vertriben sy gar also baldt / jhr landt vnnd guͤtt sy innen han / zuͦ trutz wer in das nitt ver⸗ gon. XX Der Pabst der war jr Antichrist / auch Bischoff vñ Prelaten: Verschmechten sy zuͦ aller frist / hof⸗ ten in soll geraten / Ein spiel mit jnen zfangen an / als sy mitt andern han gethon / durch angemaßte freyhayt vil / Sie schiessen blindtlich zuͦ dem zil. XXI Zuͦ sollchem Ritterlichen streyt / zuͦ disen theü⸗ ren thaten: Der Bundt allain das gelt her geit / deß mag er nit geratten / Die küsten wurden in zuͦ⸗ vol / die muͦßt der Landtgraff lehren wol / den khe⸗ ren thuͤt er nemmen hin / laßt in die sprewr für jhren gwin. XXII Jr Practick vnd freflicher sin / jr fürsatz vñ auch muͦtwill groß: Wardt als zuͦ letzt gericht dahin / gegebẽ schon ein entlich los / dz man nachs Papsts vñ Kaisers gwalt / Nach koͤnigklicher krone wolt / greiffen vnnd bringen vndtersich / zregieren geist / lich vnd weltlich. XXIII Das mochte Got von himmel nit / mer leiden noch zuͦsehen: All recht vnd Kaiserlicher fridt / theten zuͦ gleich begeren / Das Kayserliche Mayestat / braucht nun sein handt vñ gwoͤltig macht / macht ghorsam seine vndterthan / die sich wider in ge⸗ setzet han. XXIIII Kain ander mitl kundt mer sein / mocht nit vmb gangen werden: Das schwert das muͤßt gebrau⸗ chet sein / Von Got ist es auff erden / man schrib in teutsch vnnd welsche Landt / wo man die besten kriegßleüt fandt / die kamen all mitt hauffen dar / der Kaiser aller vatter war. XXV Der frum̄e Kayser schickt zehandt / Botschafft gantz vnuerholen: zuͦ raysn in Hessn vnd Sach⸗ sen landt / endtlich erfaren sollen. Was maynung bayder Fürsten wer / das sy antzaigten ongefer / Ob sy in jrem trutz vñ Boch / wolten vnghorsam bleiben noch. XXVI Als nun die Bottschafft widerkam / New zei⸗ tung mit in brachten: Der Kaiser kundt gar bald verstan / das sy in noch verachten / Das gantze Land vollerman war / stiend als vnsicher vnnd in gfar / Der Fürsten vnd der Pfefferseck / vngstiem ward yetzund gar erweckt. XXVII Landtgraff sampt seinen bundtsgenos / theten mit hoͤrs krafft ziehen an: Mit Raysig vnnd mitt grossem gschos / brachten etlich vil tausent man / Hauptman Schertlin war auch daran / vil leut hat er gehetzet an / seinr knecht eim yeden halben bart / beschoren hett auff narren art. XXVIII Jn schwaben sy fast eylen thuͤn / An Bischoff Münch vnnd Pfaffen: Erlangtens wenig Sig noch rhuͦm / niemandt gab in zuͦschaffen / Sy fan⸗ den nicht dañ lehre nest / endtzogen ward in schon das best / Verdriessen thet sy alle sam / namen sich vmb das Bayerlandt an. XXIX Stett / schloß vnd maͤrckt sy namen ein / on fuͤg vnd recht betzwangen: Die Pfaltz die wolt jr ai⸗ gen sein / nach Bayrn wardt ir verlangen / Ein hauptstat gnandt ist Jngolstat / auff wasser vnd landt beritten wardt / die gegenwehr vnd vest ge⸗ bew / bhielten die Stat ledig vnd frey. XXX Mit hochmuͦt vnd mit grossem schall / zugen sy aß mit hauffen: Den Kayser woltens suͤchen all / muͤßten jm bald entlauffen / Nach dem sein zeit vñ legenheit / ward yetz geschnitten auch dz treydt / zehandt er rucket vbersich / zaigt sich sein feindten gewaltigklich. XXXI Den sexundtzwaintzigisten tag / im Augstmon ist geschehen: Der Kayser Carl kummen wardt / die Feindt wolt er besehen / in Schlacht ordnung für Jnglstat zug / daruor er auch sein leger schluͦg / Mit Fürsten Grafen vñ Ritterschafft / mit knech ten auch in grosser macht. XXXII Deglich man vil scharmützel hielt / zuͦ Roß vnd auch zuͦ Fuͤssen: Der Kayser auch das feldt be⸗ hielt / das Hessen fliehen muͤßten / kain ruͤhe man ließ den feindten mehr / bey tag vnd nacht vmb jr Leger / fiel inen hindten vnnd fornen ein / sy nider schoß recht wie die schwein. XXXIII Das gschray ward in gelegen schier / der Kaiser het sich gfunden: Es ward all da kain schimpflich krieg / das haben sy empfunden / Verdroß die kienẽ leut gar hoch / gedachten auch in jrem boch / so vns nit das gelingen wirdt / so haben wir das Schiff verfuͤrt. XXXIIII Der Landtgraff wardt bey im zuͦ radt / ein spil wolt er anfangen: Sein gschütz an einem abent spadt / mit schantzẽ het vmbfangen / an dreyen ortẽ eingetzogen / rund vmb gleich wie ein Regenpo⸗ gen / ein kampf stuck wolt er sehen lan / den Kaiser wolt erschrecket han. XXXV Erchtags der letzt diß Monats tag / lerman ward yetz geschlagen schon: zuͦ morgens als der tag herbrach / hoͤrt man Carthaunen vñ Falckon / Streng für vnnd für geschossen wardt / das vber Perg vnd thal erhal / das donnern ward allain so groß / er wenig leut (Got lob) erschoß. XXXVI Carolus sich nit erschrecken ließ / mit sein hertz hafften knechten: Raisig vnnd fuͤßuolck ziehen hieß / auff lerman Platz zuͦ fechten / Jn d schantz ka⸗ men vil tausent man / der Kaiser selbs aigner per⸗ son / sprach seine Büchsenmaister an / Laßt vnser gschuͤtz hingegen gan. XXXVII Das schiessen weret etlich taͤg / dergleichen nie gehoͤret ward: Kain kriegsman vor erfaren hett / der vndter bayden hoͤren lag / Der Feindt thet sich befleissen eben / wie er moͤcht auß dem vorthail he⸗ ben / den Kaiser vnnd sein gantzes hoͤr / zuͦ scharpff ward in die gegenwehr. XXXVIII Der Feindt sein gweltigkliche macht / mit war⸗ hait darff ich jehen: Vor forcht gar nie gebrau⸗ chet hat / von Gott ward es fürsehen. Sein krefft warden geschwechet all / sein anschlag feeltẽ vber⸗ all / all trost stiendt auf sein groß geschuͤtz / es war jm nit ains hellers nutz. XXXIX Als nun der feyndte hoffnung gar / vor Jngol⸗ star vernum̄en: Auff alleweg verloren war / het⸗ ten sich baldt besunnen / Das wer ir trost vnd be⸗ ter rhadt / das sy sich rüsten bey der nacht / thetten daruon entweichen all / durch ghültz vnd manches wildes thal. XL An einem Sambßtag es geschach / Morgens vor liechtem tage Der feindt leger man brinnen sach / sy dorfftens nim̄er wagen / Sy drollten sich behendigklich / der Kaiser blib bestendigklich / war lich sy bsorgten frembder gest / wer lauffen mocht der thet das best. XLI Ein Graf von Puͤrn auß Niderlandt / der theü⸗ re heldt mit freyden: Von künigin Maria gsandt / sein woltens nit erbeiten. Kam alda her mit hoͤ⸗ res kraft / dreysig tausent man er mit im bracht / mit gschütz vñ raysig wol gerüst / als menigklichen ist bewißt. XLII Vom Kayser hoch empfangen ward / der Graf mit grossen ehren: Sein streitbars volck begirig ward / den Feinden abzuͦkeren / Wolten bey Kai⸗ serlicher kron / jr leib vñ auch jr leben lan / sollicher mehr erschracken hart / der Landtgraff vnnd der Scharten bart. XLIII Zehandt man vber Donawzug / dem Feyndt fort nach zuͦ eylen: Für Newburg man das Leger schluͦg / nam ein die Paͤß beyweilen / die vor der feindt hett all besetzt / ellendigklich verlassen tzletzt / die ober Pfaltz man auch betzwang / macht jhm gantz frey den Donaw stram̄. XLIIII Das Bistumb Dilling auch darbey / Begwel⸗ tigt von den Feinden: Macht Kaiser Carol wi⸗ der frey / gabs wider seinen Freunden / Das schaft der edl Fürst vñ herr / ein Cardinal in grosser eer / derselben endẽ Bischoff ward / beym Kaiser selbs zuͦfelde lag. XLV Der Kaiser ruckt auff die Reichstet zuͦ / die wider in verbunden: Das kurtz mit jnen spilen thuͦt / er⸗ gaben sich von stundan / kain hilff noch radt sy het ten mehr / der Landtgraf het sein pflicht vñ eher / an in vergessen gantz vnd gar / dañ er kain trewer hirt nit war. XLVI Die Schlüssel truͦg man jm all dar / mit diemuͤ⸗ tigem bitten: Das er begnadt die armen schar / nach Kaiserlichẽ sitten / kain ordnung wolt im ge⸗ ben lan / schwür er bey Kaiserlicher kron / die maß die muͤßt bey jhm bestan / wie ers mit in wolt hal⸗ ten thuͦn. XLVII Auff gnadt vnd vngnadt geben han / jr leib vnd auch jr leben: Wies jnnen wirt noch fürthin gan / daruon kan ich nit reden / Erloschen ward jr tru⸗ tzigkait / jhr stoltz verkert in dultigkait / jhr kriegs⸗ volck wardt yetz gar zerstreut / ein yeder bsorgt seiner aignen heut. XLVIII Botschafft kam auch in kurtzer zeit / wie Sach⸗ sen wer gewunnen: Dẽ Fürsten wardt fast angst vnd leydt / het sich gar baldt besunnen / Ein kriegs volck zschicken hindter sich / ward als gehon ver⸗ gebenlich / ehe sy den hauff erraichet han / erschla⸗ gen wardens alle sam̄. XLIX Der Fürsten hertz wardt gar erkalt / der haß schlupfft in in busen: Forchten deß Kaisers glück vñ gwalt / thetten vmb gnad ansuͤchen / All gnadt ward jnen gar versagt / ainr da der ander dort ver iagt / ein yeder bey im selbs gedacht / hat mich der teufl in krieg gebracht. L Hauptman Schertlin zug auch daruon / thett sich gen Augspurg machen: Den krieg kundt ehr gar nit verstan / seins vnglücks muͤßt er lachen / er maint es wer ein sollcher krieg / als ob er hültze bil⸗ der schlieg / ey nain die mainung es nit hat / er bleib dahaim vnd lerne bas. LI Ein yeder suͤcht sein hail vnd stat / wie er moͤcht vndterkom̄en: Die Fürsten stienden all on rhat / jr land wardt eingenom̄en / Sich elligklich enthal⸗ ten han / muͤssen in gfar vnd sorgen stan / da hülfft kain Crysam vnd kain tauff / der Kaiser ist gewe⸗ cket auff. LII Jn Wirttenberg der Kaiser zoch / mitt seinem volck behende : Der Landtsfürst auff ain burgk⸗ schloß floch / vil botschafft thet er senden / Bey wei tem nit so wilde war / als wie vor einem halbẽ jar / mit silber vnnd mit rotem gold / die sach er guͤtlich deding wolt. LIII Also den hoffertigen gschicht / darüber Got ver henget: Wer sich erhoͤcht ernidert wirdt / auffs hoͤchst wirdt er geschendet / seins stadts er gar nitt würdig ist / der wider seinen Kaiser ist / Wie Luci⸗ fer vmb sein hoffart / auß himmels thron verstossen wardt. LIIII Es ist ein grosses wunderwerck / vnnd hat kain mensch vermainet: Das Carolus seinr feindte sterck / in kurtzer zeit abglainet / vñ hatt alsouil auß gericht / als man jetz augenscheinlich sicht / Teutsch landt er gar betzwungẽ hat / er streit gerecht durch Gottes gnadt. LV Got hülfft durch sein allmechtigkait / das muͤß wir alle jehen: Steet warlich bey der Grechtig⸗ kait / ist als võ im fürsehen / Das vbel muͦß gestraf⸗ fet sein / es hat sich als gepiesset fein / der vngerecht kain glück nitt hatt / als mann yetz sicht in diser that. LVI Lobt Got ir frummen Christen all / das er hatt gnadt gegeben: Teutsch landt wer kum̄en in vn⸗ fal / so das nit wer geschehen / Das Got den Kay⸗ ser hat bewart / die grechtẽ gschutzt zuͦ diser fart / Gott woͤll auch noch nitt abelon / dem frummen Kaiser beystandt thon. LVII Allmechtiger Ewiger Gott / verleih im sterck vnnd sinne : Das er die Gmain nach deim gebot / zuͦ ainigkait moͤg bringen / im teutsch Landt hal⸗ ten guͦten fridt / wider den Türcken gebẽ sig / spar in gesundt zuͦ aller stundt / freudt euch zerbrochen ist der Pundt. Psal. 2. Reges eos in uirga ferrea & tancp uas figuli confringes eos. Show less

Karl V. bei Ingolstadt im Schmalkaldischen Krieg; 1547
Ain Schoͤn news Lied / ge⸗ macht zuͦ Lob vñ Eer / Roͤmischer Kaiserlicher Mayestat / wie sy im 1546. jar vor Jngolstot widern Landtgraffen von Hessen / vnd Hertzog Hansen von Sachssen / zu feld gelegen. Imperio populos regito tu Carole magne. Hæ tibi erunt artes, pacicß imponere morem. ... Show more Ain Schoͤn news Lied / ge⸗ macht zuͦ Lob vñ Eer / Roͤmischer Kaiserlicher Mayestat / wie sy im 1546. jar vor Jngolstot widern Landtgraffen von Hessen / vnd Hertzog Hansen von Sachssen / zu feld gelegen. Imperio populos regito tu Carole magne. Hæ tibi erunt artes, pacicß imponere morem. Pacere subiectis, & debelare superbos, Jn der Weyß / wie die Schlacht von Pauia. Getruckt zuͦ Augspurg / Durch Hans Zimmermann. ZV singen will ichs fahen an / Zuͤ lob der Kayserlichen Kron / Dem Landtgraffen zuͦ laidt / Wie es jm dann ergangen ist Vor Jngolstat inn kurtzer frist / Das ist jm warlich laide. An einem Erchtag morgen fruͦ / Wie das der Landtgraff ruckt herzuͦ / Sein leger thet er schlagen / Jn weytem feldt vor Jngolstat / Er maint der Roͤmisch Kayser drat / Wurd jn von stundan fli hen. Zuͤ morgen huͤb er zu schiessen an / Wol uͤber die Kayserlichen Kron / Mit Karthaunen vnd mit Schlangen / Das trib er mer dann drey gantz tag / Dieweyl er dann vor Jngolstat lag / Der schimpff der wolt sich machen. So will ich mir nit grausen lan / Da sprach die Kayserliche kron / Meins vngluͤcks muͤß ich lachen / Scheuß her scheuß lieber Landtgraff / Mein gluͤck das steer in Gottes krafft / Erst woͤll wir dapffer fechten. Der Kaiser ist ain eerlich man / All zeyt ist er der fodrist dran / Zuͦ Rossz vnd auch zuͦ fuͤssen / Seint wolgemuͤt jr Lantzknecht guͦt / Da sprach der Edle Kaiser guͦt / Wir woͤlln vns nit ergeben. Der Kaiser die gantzen schantz außreyt / Der Puͤchsenmaister nit lenger peit / Er thet gar dapffer schiessen / Wol vndter Dlandgraͤffischen Reiter guͦt / Sy schussen hinauß mit frischem muͦt Es thet sy seer verdriessen. Der Kaiser reyt im leger vmb / Er sprach jr liebe Lantzknecht frumb / Laßt vns gar dapffer streyten / Seind die feind aller eeren werdt Als vnsers hertz gemuͤt begert / Wir woͤllen jr erwarten. O Jngolstat du gmaurtes hauß / Das het ich dir doch nit vertraut / Das du zuͦ mir hest geschossen / Da sprach der Landgraff zum Schertl guͦt Die Stat ist vns nit wol zuͦ muͦt / Wir woͤllen nit drauff bawen. Den Puͤchsenmaister sagt man preyß / Sy schussen hinauß mit gantzem fleyß / Man hoͤrt die Kugel singen Ain yeder sach sein Leger an / Mit Püchsen / spiessen / in schlacht ordnung Harnisch vnd Helm auffspringen. (stan / Der Landgraff warff die augen auff / Auß mancher Puͤchsen gieng der Rauch / Jch hoͤr das man thuͦt Schiessen / Da sprach der Landgraf zuͦm Schertl zhaͤd Wir verschiessen Leut / Eer vnd Land / Nit lenger woͤln wir beitten Der Kaiser sprach die Teutschen an / Verhiess jn auch bey seiner Kron / Von jn wolt er nit weichen / Dieweyl jm Got das leben geit / Glück / Eer / vnd Sig inn Ewigkait / Christus von Himelreichen. Der Schertl sprach die Raisiigen an / Went euch jr lieben Ritters Mann Weicht ab von disem Schiessen / Sonst werden wir auff disen tag / Dweil kain widerstand nit helffen mag / Vil Raisigen zeüg verlieren. Der Landgraf vñ Schertel wurden zrat Vnd wie sy theten diser that / Der Kaiser hat sich verpawen / Fallen wir in sein Leger starck / Die Raisigen send so arck / Jst jn nit wol zuͤuertrawen / Der Landtgraff hat seer lang gefluͤcht Sich am Roͤmischen Kaiser versucht / Jch main er hab jn funden / Jch sag dir lieber Landtgraff guͦt / Vbermuͦt der thuͦt kain guͦt / Der Kaiser ist kain Kinde. Laͤdgraf du darfst nit scheltẽ noch fluͤchẽ Der Kaiser wirdt dich selber noch suchen / Auff mancher gruͤner haide / Gschicht das nit bald / mit grossem gwalt / Zuͦ yeder zeit in seiner gstalt / Wirstu haben groß laide. Landtgraff das sag ich dir fürwar / Der Kaiser krieg nit auff ain Jar / Darzuͦ nit auff vier wochen / Wens jm ain jar nit eben ist / So setzt er jm ain andere frist / Man muͦß jms anderst kochen. Dem Landtgraffen kamen newe meer / Wie das der Herr von Pyrn kommen wer / An stat des Kaysers Schwester / Da sprach der Landgraff zum Schertl guͦt Das ist vns nit wol zuͦ muͦt / Es seind vns seltzam geste. Der Landtgraff ließ schlagen vmb / Wolauff jr lieben Lantzknecht frumb / Von dannen woͤln wir weychen / Ain halbe meyl vom leger hindan / Hiemit beschirmt wirt der gemain man / Ein dorff haißt Gerelfingen. Der Landtgraff ließ zinden an / All leger / ruckt im rauch daruon / Jst war / vnd nit erlogen / O Jngolstat ich muͦß dich lon / Het ich die sach recht griffen an / Der Tuͤfl hat mich betrogen. Der Landtgraff nam die wacht in huͤt Dieweyl macht er ain Schiffbruck guͦt / Daruͤber eylt er balde / Er eylt dahin auff Newburg zuͦ Daselbst da was nit lang sein ruͦ / der Kayser thet jn suchen / Noch het er weder rast noch ruͦ / Auff Thonau werdt da ruckt er zuͦ / Wol in sein alte schantze / Daselbst da wolt er warten sein Des Kaisers bey dem kuͤlen wein / Sich halten auff finantze. Kain Landtsknecht waißt zuͦ diser frist wo der Landtgraff hinkommen ist / Der Kaiser hat jn vertriben / Jch sag dir lieber Landtgraff mein / Dein kriegen hetst wol ain ding lassen sein / Dahaim werstu wol bliben. Wer ist der vns das Liedlin sang / Ein freyer Lantzknecht ist er genant / Er hats gantz wol gesungen / Jst drey mal vor Ofen gelegen / Geb jm Gott das ewig leben / Jst allzeyt wider kommen. Lata comes sequitur justum uictoria bellum, Nunquam pars ualuit stare maligna diu. Show less

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