Eroberung von Konstanz, 1548
Ein hüpsch nüw Lied / võ dem Gru⸗ sam̄en vñ mordtlichẽ vberfal / So die Spangier / an der Christlichẽ Stat Costantz / Jn disem 1548. Jar vff den 6. Augusti / begangen hand. Singt man inn der wyß / wie das Lied von Tholl oder Gennower rc. NVn wend wir aber heben / in Gottes nammen an /... Show more Ein hüpsch nüw Lied / võ dem Gru⸗ sam̄en vñ mordtlichẽ vberfal / So die Spangier / an der Christlichẽ Stat Costantz / Jn disem 1548. Jar vff den 6. Augusti / begangen hand. Singt man inn der wyß / wie das Lied von Tholl oder Gennower rc. NVn wend wir aber heben / in Gottes nammen an / ein gschicht hat sich begeben / deß glychen ghort kein man / ja wie es ist ergangen / zuͦ Costantz vor der statt / groß mordt wolt man verbringen / das wolt Gott nit lan glingen / wie mans fürgnommen hat. ¶ Einr nacht thettend sich schick⸗ en / zwoͤlff Fennli Spangier dar / sy woltends han erschlichen / ermoͤrden gantz vnd gar. Da wurdens dennen gschlagen / vnd vil erschossen ztod / da thetens mitt jn ringen / das mancher da muͦßt springen / über dBruck ab was jn not. ¶ Der Burgermeyster zCostantz / der wz ein handtlich man / er hatt sich redlich ghalten / er muͦßt syn leben drum̄ lan. Dz kostet manchen Span gier / der da erschossen ward / also ward es gerochen / vnd jren vil ersto⸗ chen / die bliben vff der fart. ¶ Die vorstatt fieng an rouchen / deß wurdens im Turgoͤw gwar / gan Costantz kamens louffen / meng bi⸗ derman kam dar / das führ woltend sy loͤschen / da waren die Spangier da / iñ huffen hulffens schlahen / mitt achsen / howen / gablen / vñ was kein beiten da. ¶ Die flucht hand sy angnommẽ / verschaͤtzt guͦt / ehr / vnnd hab / in soͤl⸗ chen schraͤcken kom̄en / die Rynbruck gworffen ab. Die Spangier warn in sorgen / man wurd jn glych nachkon / vnd moͤchtend nit entrünnen / vnnd wurd jn ouch nit glingẽ / das gschütz zbringen darnon. ¶ Sy hattẽd Costantz gstürmet / schad / schand / wz jr hinfart / jr schelm werch da geuͤbet / wie es ist der Span gier art. Mann was syn jnnen wor⸗ den / man kam jn hindẽ für / mañ hat jn redlich bürstet / das mengẽ nit mer dürstet / kein essen kumpt jn zstür. ¶ Sy hattend Bulffer gstroͤwet / vff dBruck biß an das thor / sy wol⸗ tens han verbrennet / da was jn Got daruor. Es ward zuͦ fruͤ anzündet / vnd ward jhn selber zteyl / das fhür was jn so nachen / das alle Spangier gsahen / wie das hellisch vnheyl. ¶ Jr anschlag thet jn felen / was jrem Houptman leyd / ja wyb vnnd kind zverderben / das was gantz jhr bescheyd. Wer jhnen da gerathen / das sy hattendt im muͦt / Costantz wz übergeben / niemandts solt blyben laͤben / das jung noch alte bluͦt. ¶ Doch muͦst der Houptmann ly⸗ den / zuͦ Costantz vor der Statt / syn liebsten fründ da myden / der ouch empfangen hat. Den lon so er ver⸗ dienet / mitt soͤlcher wuͤttery / er thuͦt sin wol empfinden / man muͦß jn noch verbinden / das ist dz gmein geschrey. ¶ Vnnd die von Vberlingen / hat tend jn fuͤrlüt gen / die besten in den dingen / das jn kein schad solt bschen. Sy mochtens nitt geweren / das ist fürwar kein maͤr / dz hand die Span gier grochen / vnnd hand sy selbs er⸗ stochen / sy fuͤrn kein Spangier mer. ¶ Vnnd es ward bald geschriben / in alle Eydgnoschafft / was mann zCostantz hatt triben / da rust man sich mitt macht / da warden vßgezo⸗ gen / wol viertzig tusendt man / das Turgoͤw thet sy manen / mitt aller Eydgnossern Baneren / den vyndẽ zwiderstan. ¶ Die sach ward vndertragẽ / das hat man wol vernon / vil glatts thuͦt man zuͦsagen / zuͦletst ist nit vil dran. Das mag mann daby dencken / wie mans hat gschlagen an / wolt biderb lüt erwürgen / an jhren betten mür⸗ den / das zimpt keim frommen man. ¶ Ein botschafft thet man sendẽ / gan Baden vff den tag / zuͦ gmeinr Eydgenossen stenden / das man kein krieg nit hab / man woͤl dẽ fridẽ hal⸗ ten / so vorhin ist gemacht / der selb ist schon zerbrochẽ / es blybt kum vnge⸗ rochen / der schandtlich überbracht. ¶ Der Baͤr wolt ouch vßzuckẽ / lu⸗ stig was mencher mann / gegen Co⸗ stantz woltends rucken / das gschütz wz vff der ban / man wolt ouch ylẽds ziehen / da kam ein ander gschrey / der krieg dstuͤnd im fridẽ / man solt dahei mẽ blybẽ / biß vff ein wytern bscheid. ¶ Der Baͤr lat sich nit jrrẽ / er zuͦcht gar froͤlich dran / witwen vñ weysen zbschirmen / vñ vnser vatterland. Da soͤnd wir Got vm̄ bitten / der geb vns krafft vnd macht / er hat vns nie ver⸗ lassen / vnnd dapffer gfuͤrt vff dstras⸗ sen / wider froͤmbde Adelschafft. ¶ Es ist im jar beschaͤhen / dz sing ich üch fürwar / dz muͦß man ouch ver yehen / mann zalt viertzig acht jar / dz Costantz ward gestürmet / sy littend grosse not / jr statt hands ehrlich be⸗ haltẽ / fünffhundt Spangier gspal⸗ ten / vor Costantz ligends tod. ¶ Der vns dz Liedlin machet / vñ singt diß nüw gesang / ein guͦt gsell vnuerachtet / von Büren vß Berner land. Er hats zum ersten gsungen / vnd dicht mitt gantzem flyß / wie ers dißmal vernommen / also hat ers ge⸗ sungen / wers baß kan bhalt dẽ pryß. End. Show less

Schlacht bei Pavia, 1525
Twe schoͤne lede volgen / ¶ Dat Erste / Van der Slacht Pauya gescheen / gedichtet vnde erstlick gesungen / dorch Hans van Wirtzborch / yn einem nyen Thone. ¶ Dat Ander / Jn mynes Heren Garden / wassen der Bloͤmlyn veͤl / Jm Thone / Ent⸗ louet ys vns de Walde / yegen dissen winter kaldt. ... Show more Twe schoͤne lede volgen / ¶ Dat Erste / Van der Slacht Pauya gescheen / gedichtet vnde erstlick gesungen / dorch Hans van Wirtzborch / yn einem nyen Thone. ¶ Dat Ander / Jn mynes Heren Garden / wassen der Bloͤmlyn veͤl / Jm Thone / Ent⸗ louet ys vns de Walde / yegen dissen winter kaldt. WAT wil wy auer heͤuen an / ein nyes Leedt tho singen / Wol van dem Koͤninge vth Franckenryck / Meylän dat wolde he dwingen / Dat geschach do men schreff Dusent Vyff Hundert Jhar / ym Vyff vnd twintigsten ist gescheen / He toech dar heͤr mit Heres krafft / hefft mannich Lantzknecht geseen. He toech voͤr eine Stadt de heth Mey⸗ län / de suͤluen dede he dwingen / Darna voͤr eine Stadt de heth Pauya / he mende de ock tho winnen / Darynne lach mannich Lantzknecht frisch / dat hedde de Koͤninck wol vorswaren / He sprack se scholden de Stadt vpgeͤuen / se weer doch schon vor⸗ laren. Wy helden kortlick einen Rädt / eine fragede den andern / Nu thuͤt de Koͤninck nuͤmmer aff / na Pauya steich syn vorlan⸗ gen / Einer mit namen Graue Eytelfritz / de Stadt wil wy nicht vpgeͤuen / Wy buwen Twe Bolwerck de synt vast / ydt koste erst Lyff vnd Leͤuen. Se synt mit manniger handt gemacht / Twe Bolwerck wol gebuwet / wy lig⸗ gen de winterlange Nacht / tho Pauya vp der Muͤren / Dar wille wy waren den kolden wyn / deith de Koͤninck de Muͤren thobreͤken / Dar kumpt ein Foͤrste vth Oster⸗ wy legen de winterlange Nacht / vor kuͤlde konde wy nicht blyuen / wy konden nicht gewaren des kolden wyns / ghar drade dede wy schriuen / Vnd schreuen dem Foͤrsten vth Osterryck / he scholde nicht vthe blyuen / Scholde bringen mannigen Lantzknecht frisch / den Koͤninck tho vor⸗ dryuen. De Foͤrste heldt kortlick einen Rädt / mit synen Foͤrsten vnd Heren / wo balde he na heͤr Juͤrgen schreff / he was eͤm nicht tho verne / Marckes Sytich van Emse des suluen gelick / he reep se an mit truwen / Se scholden eͤhm truwlick bysthan / den Koͤninck tho vordryuen. Se wurden kortlick vnderricht / tho Yss⸗ brügge vp dem Dage / wardt mannich Feͤnlyn vpgericht / ym Duͤdtschen Lande hoͤrde men sagen / Darunder toech mannich Lantzknecht frisch / dede yn synem Harn⸗ sch heͤr klingen / wy toͤgen all na Meylän henyn / Godt wolde dat vns gelinge. So balde de Koͤninck dat vornam / dede sick nicht lange besinnen / wo balde he de Stadt thom Storme beschoeth / he mende he wolde se winnen / Daruoͤr vorloss he mannigen Mann / dat dede dem Koͤninck thoͤrnen / He sprack se scholden de Stadt vpgeͤuen / se weer doch suͤss vorlaren. Der Stoͤrme hefft he Vyue gedän / vnd hefft se all vorlaren / Do toech heͤr Juͤrgen Marckes Sytich van Emse dar heͤr / de Twe Heren vtherkaren / Leͤden sick voͤr Pauya yn dat Veldt / Pauya dede sick des froͤuwen / De Koͤninck lach mit Heres krafft daruoͤr / men kerde sick nicht an syn drou⸗ wen. De Lantzknechte makeden eͤre Ordenun⸗ ge vast / ein Rädt de wardt beslaten / Ei⸗ nen vorlaren Hupen se maken scholden / einen Hoͤuetman vthgeslaten / Hoͤuetman Edel ye he genandt / men reep eͤn an mit truwen / Nym den vorlaren Hupen tho⸗ handt / laß dy dyn Leͤuendt nicht ruwen. Vp Suͤnte Mattheus dach do de dach anbrack / do venge wy an tho seen / Jck weth wo den Swytzern de sake beuill / se beguͤnden ghar balde thofleen / Do toͤge wy yn der Garde henyn / darna stundt vn⸗ se vorlangen / Se heten vns alle Godt wilkamen syn / mit Kartouwen vnde mit Schlangen. Valentin Kop was ockdarby / mit man⸗ nigem guden Schuͤtten / Dar tho mannich framer Lantzknecht / na Ehren dede he nuͤtten / Dath Handtgeschuͤtte hadde he ghar by ein / mit sampt Twen Feͤnlyn Knechten / Schetet daryn / schetet daryn / gy framen Lantzknechte / ghar Ridderlick wil wy Vechten. Heͤr Juͤrgen schryede Valentyn Kop⸗ pen an / scholde eͤm dat Geschuͤtte heͤr brin⸗ gen / Valentyn Kop dede alss ein ehrlick Mann / vnde sick nicht lange besinde / He voͤrdet darheͤr mith gantzer macht / gantz wol dede he sick Ruͤsten / wy schoͤten all tho haluen man / wert den Frantzosen vor⸗ dreten. Heͤr Juͤrgen ein Eddel Ridder vast / stundt dar mit syner Helbarden / He sprack ydt kamen vns froͤmbde Geste / dersuͦluen wille wy warden / Jegen eͤm toech de lan⸗ ge Mantel darheͤr / Heͤr Juͤrgen voͤrsee dy eͤuen / Du most hyr myn gefangen syn / efft du wult fristen dyn Leͤuendt. Heͤr Juͤrgen sprack moth ick dyn ge⸗ fangen syn / edder kostet my myn Leͤuen / So hebbe ick gedruncken den kolden wyn / myn Lyff wil ick dy nicht vpgeͤuen / Jck hebbe so mannigen Lantzknecht frisch / sthan dar yn eͤren haluen Hasen / Steͤckt daryn / steͤckt daryn / gy framen Lantz⸗ knechte / dith synt de rechten Frantzosen. Marcks Sytich van Emse greep thom ersten an / mit synen framen Lantzknech⸗ ten / went he stundt suͦluest voͤr daran / gar Ridderlick dede he Vechten / De Schlacht de warde eine klene wyle / do wart se schon vorlaren / wardt mannich Frantzose tho Dode geslagen / mannich Koͤrytzer vther⸗ karen. Ein Graue genandt vth Duͤdeschem lande / mit Namen de van Salmen / He greep den Koͤninck fuͤluen an / de Lantz⸗ knechte weren erspaldet / De Vicerege des suͤluen gelick / mannich Speͤr wardt ynn dem middel thobraken / Do Steke wy all mit froͤuwden daryn / de leue Godt schol⸗ de se bewaren. De Slacht warde anderhalue Stundt / do was se schon vorgangen / wardt man⸗ nich Swytzer tho Dode geslagen / man⸗ nich wardt gefangen / De Lantzknechte bleuen dar hinder sthan / also vele my be⸗ duͤncket / De summe men nicht ertellen kan / de ym Water syn vordruncken. Swytzer du schist my einen Dreck vp de Nase / vnd Voͤffteyn vp den Kneͤuelbar⸗ de / Jck mein wy hebben dy baͤr betaldt / tho Pauya yn der Garden / Du sprickst ick beroͤme my eigener schande / dat ys wär⸗ lick erlagen / Du heffst dem Frantzosen vor laren Landt vnd Luͦde / bist schentlick van eͤm geslagen. Du heffst geschreͤuen yn Düdtsche lan⸗ dt / wo du de Schlacht heffst gewunnen / Du heffst vns van vnsem Schuͦtte geya⸗ get / weren schentlick dar van gerunnen / Des wolde Godt nu vnnd nuͤmmermehr/ neen Lantzknecht ys geflagen / Dat dyne heffstu dar hinder gelaten / do wy thosa⸗ men thoͤgen. Also hebbe gy vornamen wol/ wo ydt den Swytzern ys gegangen / Se hadden geswaren einen Eedt / se nemen vnser ne⸗ nen gefangen / Se repen Godt dorch Chri⸗ stum an / dat wy se deden wachten / Jck mene wy hebben se baͤr betaldt / tho Pa⸗ uya yn der Garden. De vns dith Leedtlyn nye gesanck / van nyes hefft gesungen / Dat hefft gedan ein Lantzknecht gudt / den Rey hefft he ge⸗ sprungen / wente he ys vp der Kerckwy⸗ inge gewest / de Peͤper wardt vorsaltzen / men richt eͤhn mith langen Spetzen an / mit Helbarden geschmaltzen. Dat Ander Leedt. JN mynes Heren Garden / wassen der Bloͤmlyn veͤl / de Geloue deith syner schon warden / de Leue sy⸗ ner pleͤgen wil / mith getruwem herten / yn geduldt vnd droͤffnisse veͤl / val⸗ sche lehr bringet solcken schmerten/ Vor⸗ nufft drifft dat spil. Vam Gelouen alleine / singe ick merck vp mit flyth / eine Christlike gemeine / de sick der warheit flytet / yn rechter leue vnd truͤwe / ein den andern tho helpen schon / ydt wert dy suͤss geruͤwen / dyn valsche op⸗ pinion. Der rechten Lehrer stemme / hoͤrt men ym gantzen Ryck / dardorch valsche lehr vorschwindet / dath wordt van dy nicht wyck / dringe vp de Sacramente / wo vns vorkuͤndet werdt / O Salich ys de Min⸗ sche / de sick hyryn nicht arrt. De Bloͤmlyn de schon bloͤyen / eͤr frucht ys Geloue vnd Leue / den Negsten nicht bedroͤuen / mit vntruͤwer begeͤrde / so deith vns Gades frucht bringen / Hoͤpeninge vnd alles gudt / helpet nydt vnd hädt vor dringen / Gades wordt holdt dy yn hodt. Van dy wil ick nicht scheyden / O weldt ick meine dy / ydt moͤchte dy werden leyde / dat du vorachtest my / mit dynem dummen sinne / driffst hogen auer modt / vor⸗ nufft ys leyder blindt / erweͤ⸗ let boͤss vor gudt. ☞ Ein oldt Sprickwordt. Och Frede ein klein dinck vormerdt / Dar vnfreͤde Steͤde vnd lande vmmekerdt. Daruͤmme moͤten wy alle tydt vnfreͤde vor wachten / Show less

Krieg Philipps II. gegen Heinrich II., Piemont, 1558
Ein New Liedt / von dem Krieg inn Be⸗ mundt / vnnd ist im thon zu singen / wie das Liedt von der schlacht zu Mailandt. Oder Wie das liedt vor Lippa in sieben burgen zu singen. WAs woͤllen wir aber heben an/ auffs best so ich diß nur kan / ein newes lied zu singen / wir singen vom krieg in... Show more Ein New Liedt / von dem Krieg inn Be⸗ mundt / vnnd ist im thon zu singen / wie das Liedt von der schlacht zu Mailandt. Oder Wie das liedt vor Lippa in sieben burgen zu singen. WAs woͤllen wir aber heben an/ auffs best so ich diß nur kan / ein newes lied zu singen / wir singen vom krieg in Bemundt / Gott woͤll das vns gelinge. Es lebt noch mancher landsknecht frisch / der in Bemund gelegen ist / Die ich nit all thun nennen / Die dann wis⸗ sen / das mann manchen Feldtherrn gehabt hab / die ich nit all wil nen⸗ nen. Keyser Karolus hat manchen Feldtherrn gehabt / keiner hat sie im eingenommen / kein stadt sie haben ehe mer verloren / seyt Philippus Koͤnig inn Engelandt / hat ein andern feld⸗ herrn außerkoren. Philippus Koͤnig in Engelandt / hatt vns ein andern feldtherrn inn Bemundt gesand / Mancher landß⸗ knecht jn wol thut kennen / Ducke be⸗ seß ist er genant also thut mann jhn nennen. So bald als er gen mailand kam / das kriegßvolck er auf den Stetten nam / ins feldt thet er sie fuͤren / mit im zwey teutsche Regiment diewarẽ wolgzieret. Vber eines Graff Albrecht von Lafronn der Oberster war / das an⸗ der Graff Johañ Baptist von arch / vil Spanier thet mann mit vns fuͦ⸗ ren / der Jtaliener vil zu roß vnnd zu fuß / einen hauffen wolgeziert. Er fuͤrt vns den nechsten auff fu⸗ sang zu / da hetten noch wenig thu / fuͤr die Stadt Santal thet mann vns fuͤren / da schantzt mann sehr / macher schantzkoͤrb darhinder mañ das Gschuͤtz thet fuͤren. Fuͤnff tag schoß mañ gar tapffer drein / auff der seytten wolten wir stuͤrmen mit gwalt hinein / die Fran tzosen vñ Schweitzer theten sich besinnen / die stadt theten sie vns ge⸗ ben auff / sie foͤrchten mir moͤchtens gewinnen. Die Frantzosen Schweitzer vnd ta liener liessen wir ziehen ab / mit jhren fenlein vñ mit jrer hab / die bolwerck stat maur thette wir zureissen / die stat die theten wir zunden an / vnnd verbranten sie mit fleisse. Darnach fuͤrt er vns wider in das munfarer / da etwan ein Stadt ver⸗ handẽ war / dariñ tentsche vñ Fran⸗ tzosen theten ligen / dieselbig Stadt war mungkal genant / nit vil volcks ist vns daruor bliben. Bey dreissig stuͤcken ließ mañ nach eynander abgan / ich weiß nit was sie zu Mungkal haben in der Stat ge⸗ than / sie habens vbersehen / das war vmb den mittag hat mañ / die Key⸗ serischen in der Stat gesehen. Vor der stat hand sie ein blinden graben gemacht / dariñen ist manchẽ gemacht sein sach / vil todten mañ in der stat sahe ligen / die andern dem Schloß lieffen zu / sein zu einem loch hinden eingestigen. Drey tag lag mann zu Mungkal vor der stat / darnach dz kriegßvolck vns die Stat auch auffgab / da ließ mañ sie abziehen / mit jren fenlein mit jrer hab / Auff Castal thet mañ vns zu fuͤren. Vor Castal hetten wir ein kleinen gewinn / darnach fuͤrt mann vns gen burgk sant Martin / das thet mann gar fest verbawen / ligt zwischen bo⸗ lentz vnd Castal gut / mancher hats wol beschawet. Darnach kamen wir in das Wel⸗ sche landt / die stat wie der Kuͤnig in Engelandt / vnd der Frantzoß war den in eim vertrag / ein frid der ward gemacht das thet sich mancher freu en so sehr / mit schiffen vnd fewr ma⸗ chen / theten sie grosse frewd machẽ. So bald als der frid war gema⸗ chet / drey Regiment Landßknecht mañ vrlaub gab / Graff Johan Bap tist der thet dienst haben / mit etlichẽ fenlein weiß keiner wie lang / dauon wil ich weiter nit singen noch sagen. Als mañ zelt fuͤnffzehenhundert jar / im acht vnd fuͤnfftzigsten das ist war / ist der Ducke desseß in bemüde kummen / die stet schloͤsser hat er ein⸗ genomen / Castal vnnd Bolentz hat er noch wol bezwungen. Darbey wil iches bleyben lan / wz der Ducke desseß in bemund hab ge⸗ than / dauon so thu ich singen / die an⸗ dern Feldtherrn wil ich bleyben lan / wil alzeyt herfuͤr bringen. Ducke desseß thet die sach tapffer greyffen an / gar bald er stet schloͤsser vnd leut bezwang / wer kein frid ge⸗ macht worden / er het noch meer be⸗ zwungen Stet Schloͤsser vñ land / darumb het ich nit doͤrffen sorgen. Vnd der das lieblein hat gedicht bit alle Stend jr woͤllet mirs haben vor vbel nicht / auff das kuͤrtzst hat ers gemachet / Paulus Marten von Kemten ist er genant / ist gewesen bey diesen sachen / ¶ Gedruck zu Nuͤrmberg durch Valentin Newber. Show less

Klage über schlechte Bewirtung
Ein newes lied von der argen Geltsuͤchti⸗ gen Wirt schinderey / Jm thon / Jn Gottes Nam̄en faren wir. SJch klagt der volle Bruder Orden / der Wirt der hat vns trucken geschorn / Er hat vns geben dreyerley kost / Hunger vnnd Durst vnd grossen Frost / Schir mir nicht mehr. Darzu hat er ein... Show more Ein newes lied von der argen Geltsuͤchti⸗ gen Wirt schinderey / Jm thon / Jn Gottes Nam̄en faren wir. SJch klagt der volle Bruder Orden / der Wirt der hat vns trucken geschorn / Er hat vns geben dreyerley kost / Hunger vnnd Durst vnd grossen Frost / Schir mir nicht mehr. Darzu hat er ein sauren Wein / der Teuffel soll sein gast mehr sein / So hat im Haus kein Semmel er / in sein Haus kom ich nimmer mehr Schir mir nicht mehr. Das Rocken brodt das ist jm theur / so hat er wedder Holtz noch Fewr / So hat er weder Spen noch Koln / darbey man sieden vnnd pra⸗ ten sol / Schir mir nicht mehr. Der Wirt ist tugenthafft vnnd frumb / er gibt wenig zu essen vnnd nimpt viel darumb / Die Speise ist kalt der Wein ist warm / er ist ein Wirt das Gott erbarm / Schir mir nicht mehr. Das Kraut das ist sein beste speiss / ein suppen darin schwimbt vmb das fleisch / Gleich wie ein fe⸗ der an dem wind / Gott geb jm das er gar erblind / Schir mir nit mehr. Er gab vns ein fleisch das was kalt / vnd was wol dreyer tage alt / Vnd ein suppen was nichts mehr wert / die het der Hund beim Hert vmbkert / Schir mir nit mehr. Er gab ein kraut war nicht ge⸗ schmaltzen / darauff ein fleisch war nicht gesaltzen / So war der praten innen blut rot / auch gab er vns ein schimligs brot / Schir mir nit mer. Der Wirt der ist furwar der best / er nimpt die kreiden / troͤst die Gest / Wen er ein Kandel Wein tregt her / so schreibt er zwo ist on gefehr / Schir mir nicht mehr. Der Wirt acht keiner suͤnd noch schand / er nimpt das Zalbret von der wand / Jr lieben Gest seid wolgemut / geb einer drey Patzen vnd nembt fuͤr gut / Schir mir nit. Den Wirt den wolt ich nennen gern / ich mein er kan den Gesten schern / Von jn nimpt er das Geld / gar schon / der Teuffel geb jm seinen lon / Schir mir nit mehr. Die Bette sein gewasschen mit fleiss / sie stecken gar vol Floͤch vnnd Leuss / Vnd welcher daran schlaffen sol / dem geschicht leider nicht sehr wol / Schir mir nit mehr. Wenn er zu morgens fruͤ auff⸗ steht / der Wirt wol in dem Hauss vmb geht / Jr lieben gest jr seit wol gelegen / es mus ein jeder ein Schlaf pfennig geben / Schir mit nit mehr. Gehin Wirt da hastu zween / ich war fro das ich auff solt stehn / Wir geschach so wehe die heindig nacht / der Teuffel hat vns zu dir bracht. Schir mir nit mehr. Damit so scheiden wir dahin / mich rewt das ich beliben bin / Der liebe Gott woͤll vns bewarn / fuͤrwar er hat vns trucken geschorn / Schir mir nit mehr. Das ich itzund gesungen han / die fromen Wirt gehet es nicht an / Eim jeden schnoͤden Wirt ichs schenck / darauss was recht ist er be⸗ denck / Schir mir nicht mehr. Show less

Belagerung der Stadt Magdeburg
Ein Lied von der Stadt Magdeburck / was sich zur zeit jrer Belagerung zu getra⸗ gen hat. Jm Tohn / Es gehet ein Frischer Sommer da⸗ her / ect. ES geht ein frischer Sommer daher / vnd wolt jr hoͤren Newe Mehr / da uon ich euch wil Singen / hilff Rei⸗ cher Christ von Himmel reich / das vns... Show more Ein Lied von der Stadt Magdeburck / was sich zur zeit jrer Belagerung zu getra⸗ gen hat. Jm Tohn / Es gehet ein Frischer Sommer da⸗ her / ect. ES geht ein frischer Sommer daher / vnd wolt jr hoͤren Newe Mehr / da uon ich euch wil Singen / hilff Rei⸗ cher Christ von Himmel reich / das vns nicht missgelinge. Ja gelinge. Was sich itzt zu getragen hat / mit Magdeburg der alten Stadt / in diesem jar geschehen / als man zalt ein vnd funffzig jar / vorwar ich habs gesehen. Ja gesehen. Der das spiel hat gefangen an / das ist furwar ein kuͤner Man / ist von Fuͤrstlichen stamme / heist Hertzog Guͤrg von Mech⸗ elnborch / das ist sein rechter Name. Ja Name. Er zugk vor Magdeburg ins felt / zu Fermerssleb schlug er sein Gezelt / thet et⸗ lich Fuͤrsten schreiben / man solt jm huͤlff vnd beistandt thun / fur der Stad wolt er bleiben / Ja bleiben. Balt Herzog Moritz das vernam / fur Magdeburgk er zu im kam / er thet sich bald besinnen / darzu Graff Juͤrg von Mansfelt gut / ein Fenlein Knecht thet bringen / Ja bringen. Marckgraff Albrecht mit seiner macht / viel Frenkisch Reuter mit jm bracht / sampt den Capittels Pfaffen / die aus der Stadt entlauffen sein / hetten al mit zuschaffen. ja schaffen. Der Feind sechs Leger fuͤr die Stadt / in einer eyl Geschlagen hat / die man all wol thut kennen / vnd wer das nicht glau⸗ ben wil / der magk sie hoͤren nennen. ja nen⸗ nen. Zu Bukaw eine bey der Elb / die ander bey Harstorff in dem feldt / zu Krakaw war die dritte / da Bawten sie ein feste Schantz / hart vor der langen bruͤcken / Ja bruͤcken. Der feind die Newe stadt ein nam / das sterkest Lager dar ein kam / das fuͤnffte war an dem̄ Teiche / das sechste auff der stein gruben lag / darauss sie vns musten weichen / ja weichen. Freitages nach S. Burckhardi nacht der Feindt liff an die Stadt mitt macht / hart an Sanct Vlrichs Tore / die Wintmuͤl len Brand er ab / hat manchen Man vor⸗ loren / ja vorloren. Der Feind vermeint in seinem sinn / in der Stadt wer kein Landesknecht in / einer thet zum andern sagen / es seind ein wenig Bawren darin / mit in so woln wirs wa⸗ gen / ja wagen. Die Knecht in der Stadt das verna⸗ men / gar balde sie zusamen kamen / man⸗ cher Lantzknecht thet sagen / wol auff wir zihen in das Feldt / wir wollen vns mit jhn schlagen / ja schlagen. Den andern tag des Jenners geschach das man die Lantzknecht zihen sach / aus der Stadt liess man flihen / siben Lantz⸗ knecht Fenle schon / daran wil ich nicht ligen / ja ligen. Graff Albrecht von Mansfelt das ist war / auch mit den Reutern draussen war / tet in dem Felt vmbspringen / er sprach des Feind wil nicht herrauss / es wil vns nicht gelingen / ja gelingen. Viel Scharmuͤtzel mit dem Feindt / hernach al tag gehalten seind / der Feindt hat wol vernummen / das wir fuͤrwar nicht Bauren sind / hat nicht viel an vns gewunnen / ja gewunen. Das solten sie inneworden sein / als sie kamen in die Newestadt hinnein / hetten wir vns recht besunnen / da wir verbran⸗ ten der heuser viel / da seind jr viel vmbko⸗ men / ja vmbkomen. Vnd wer das nicht gleuben wil / der mag fragen der Reuter viel / wie es jn ist ergangen / da wir sie weckten aus dem Schlaff / der Adel wart gefangen / Ja ge⸗ fangen. Wir zogen aus mit kleiner macht / vns hindert nicht die finster Nacht / den Pferd stal teten wir nemen / was sie daselbst ver⸗ loren han / dorffen sie nicht bekennen / ja bekennen. Zwischen zwey Leger zogen wir hin / nach dem Pferdstal stund vnser sinn / wir Lantzknecht kamen geritten / mehr als mit drithalb hundert Pferd / nach Adelichen sitten / ja sitten. Gott straffet den Adel das ist war / wie das geschag ist offebar / Gott kunds nicht Lenger Leiden / das sie Vorhern jr Va⸗ terland / Gots Wort wollen sie vertreiben Ja vertreiben. Hoͤrt was den andern Tag darnach / auff einen Scharmuͤtzel geschach / Gott gab in vnser hende / den Hertzog Goͤrt von Mechelnburg / das ginck zu gar behende / ja behende. Das mal wart er geschossen hart / gar bald er auch gefangen wart / er thet zunn Knechten gehen / das mich mein Reuter verlassen hann / het ich mich nicht versehen. ja versehen. Ehrlich sich vier gehalten hann / Hans Kotzer der viel trewe Man / Hans von Trote mit namen / vnd darzu Leuin Winterfelt gefenglich in die Stadt ist ko⸗ men / ja komen. Jhr lieben Lantzknecht hoͤret mich / sprach der Fuͤrst gefangen nemet mich / verwaret mich gar eben / kom ich den Buͤr⸗ gern in die hend sie lassen mich nicht Le⸗ ben / ja Leben. Wir Lantzknecht kuͤrtzlich das verna⸗ men / das dem Feinde viel Schiff an kamen bald wir vns theten schicken / wir furen zu Nacht zu Wasser aus / vns thet gar wol ge lingen / gelingen: Als wir Kamen an den ort dar / der Feinde Wache vorhanden war / theten wir al erschissen / die Schiff senckten wir in die grundt / das thet dem Feindt verdrissen / ja verdrissen. Nicht lange darnach ein Kleine zeit / fuͤr Magdeburgck ein Dorff nicht weit / ist vber der Elb gelegen / da schlugen wir ein Leger hin / hart bey dem Feind dargegen / ja gegen. Da lagen wir biss in den fuͤnften Tag dem Feind sechs bruͤcken wir Branten ab die Clause auch darneben / die zufur von Prouiant vnd Bier / must sich der Feind er⸗ wegen / ja erwegen. Darnach ein mal es sich hegab / aus der Newestadt man zihen sach / ein Fenlein Latzknecht eben / Hans Guͤlich er stund das selbige zu / hoͤrt was sich hat begeben / ja begeben. Jn die steingrube stund jr sinn / am an dern ort zogen auch darein / vier hundert Schantzen greber / wir Lantzknecht zogen aus der Stadt / hier nach dem selben Leger ja Leger. Jn einer eil Lieffen wir hinnan / dem Feind kost es manchen Man / die Schantz hetten wir gewunnen / das Fenlein das war Roth vnd Gruͤn / in die Stadt ist es kom⸗ men / ja kommen. Die Reuter ranten vmb die Schantz / da erhub sich ein seltzem Tantz / Keiner must dauon komen / hundert vnd dreissig Lantzknecht gut / wurden gefangen geno⸗ men / ja genomen. Am stillen Freitag das geschag / das vnser Knechte Nachmittag / seind aus der Stadt gekomen / die Feinde trieben sie wie⸗ der hinnein / ehr wirs haben vernomen / ja vernomen. Darnach Kuͤrtzlich auch die Stadt / zwey Schiff in eil gemachet hat / die wil ich euch itzt nennen / die wilde Saw vnd Bunte Ku / thut mannicher Lantzknecht kennen / ja kennen. Nicht lange hirnach auff einen Tagk / zu Wasser furen wir hinnab / in ein gross Dorff wir Kamen / da funden wir vom A⸗ del zwen / die wir Gefangen namen / ja namen. Darnach dem Feinde kam die mehr / wie aus der Stadt gefaren wer / zwey schiff weren ankomen / zu Nigrip zwen von Adel gut / wurden Gefangen genommen / Ja nommen. Der Feind het sich Kuͤrtzlich bedacht / ein grosses Schiff aufs Wasser bracht / dar ein so thet er legen / hundert gar wol geruͤs⸗ ter Knecht / domit vns zu begegen Ja be⸗ gegen. Auff einen Dingstag morgen frw / het ten wir wider Rast noch Rhw / nach der Newstadt thaten wir faren / als wir kamen vor die Newstadt / der Feind nam vnser wa re ja ware. Auff vns waren die Feind so jach / ein Lantzknecht zu dem andern sprach / Her Her wir haben gewunnen / die Schiffe sol⸗ len Heut Diesen Tag / gen Magdeburg nicht Komen / ja Komen. Der Feindt truͤcks hefftig auff vns zu / da wart scheldig die Bunte Kw / thet grau sam vmb sich stossen / der Feind kunt sie erle gen nicht / wie hart sie darauff Schossen Ja Schossen. Der Feind abe geschossen hat / Gott gab da er kein schaden that / wir hatten noch alle geladen / do schossen wir mit frew den darein / da thet der Feind vorzagen / ja vorzagen. Wir sprungen zu dem Feind hinein / stachen sie wie die wilden Schwein / keiner dauon mocht komen / etliche sprungen in die Elb / seind nach Hamborch geschwm⸗ men / ja schummen. Gross Wunder thet der Liebe Gott / halff vns dissmal aus grosser noht / auff jhn theten wirs wagen / vnser nicht mehr denn Dreissig Knecht / musten ir Hundert schlagen / ja schlagen. Also kam mancher Man in noth / die Kw sties sie al sampt zu todt / jhr Geschuͤtz wart jhn genomen / die Todten bliben in dem Schiff / sind nach Hamborch geschum men / ja schummen. Kuͤrtzlich der Feind in einer nacht / vor Berga sich in Garten macht / die Beum thet er abhawen / das morgens zogen wir hinaus / vnd theten das beschawen / Ja schawen. Das Holtz furten wir in die Stabt / der Feind das balt vernummen hat / das wir sein theten warten / er Kam zu vns von Bnckaw herauss / wol in den selben garten ja garten. Da sach man manchen Lantzknecht Stoltz / wir Schlugen vns wol vmb das Holtz / vnd vmb die Koͤpffe darneben / es weret nicht gar ein viertel stund / der Feind die flucht must neben / ja geben. Den Reutern war aus der Stat so jach sy Truͤckten Gewaltig hinden nach / den Feind hetten vmbringet / wir brvchten den Holtzhawern den lohn / in thet da Misge⸗ lingen / ja gelingen. Bey hundert Knecht erlegten wir dar Sechs vnd zwentzig vnd das ist war / wur⸗ den gefangen genommen / die alzumal den selben Tag / seind in die Stadt gekomen / ja gekomen. Am dritten des Brachmondes ge⸗ schach / das man die Feinde im felde sach / aus allen Schantzen her komen / sie waren all geruͤst darzu / etlich sie han genomen / ja genomen. Sie seind nicht alle komen daruon / als sie die Kw genommen han / sie musten tewer bezalen / ein gross Herr jhn erschla⸗ gen wart / das thet jhn vbel gefallen / Ja gefallen. Hoͤrt weirer zu in dieser frist / auch ein Scharmuͤtzel gewesen ist / wol in den fris⸗ sen garten / wir waren alle gezogen ab / darnach der Feindt thet warten / Ja war⸗ ten. Die vnsern solches erfaren han / wie bald sie kamen auff den plan / gantz Rit⸗ terlich sie fochten / vnd seind der Feind auff dieses mal / acht vnd zwentzig erstochen / ja erstochen. Auch ein mal ist Gesehen Hernach / am Ersten Hewmond das geschach / der Feind etlich seind Erschlagen / nicht weit von Berge des andern Taͤges / seind von den vnsern begraben / ja begraben. Die Edelleut aus diesem Stifft / han mit Scharmuͤtzel gewunnen nicht / solchs han sie wol vernommen / darumb die Fren kischen Reuter gut / seind jn zu huͤlffe ko⸗ men / ja komen. Derhalben sich erhaben hat / ein gros Scharmuͤtzel vor der Stadt / an einen Don derstag morgen / die Francken kamen her gerandt / vns alle zu Erwuͤrgen / Ja Er⸗ wuͤrgen. Der Engel Gottes stund vns bey / jrer wir theten warten frey / zwey vorteil wir vorliessen / im dritten begriffen wir den standt / fingen an die Feind zu schissen / ja schissen. Die Francken auch nichts gewunnen han / den sie viel Pferdt verloren han / der Reuter wil ich schweigen / so jhn dissmal vertorben seind / der Tantz hat sie gerewen / Ja gerewen. Am dreizehendt des Augstmondes dar nach / ein trefflich gross Scharmuͤtzel ge⸗ schach / vor Magdeburgk in dem felde / die Feinde kamen her gerant / nit grimmiger macht gar schnelle / ja schnelle. Die Reuter han das best gethan / fuͤnff mal zum Feinde gesetzet an / die schuͤtzen auch darneben / den Reutern bey gestanden seind / der Feind die flucht must geben / Ja geben. Grossen schaden der Feind entfangen hat / auch dissmal vor der Jungfraw stade ein Herren mit Guͤlden sporen / auff diss⸗ mal Erschossen ist / viel Pferdt han sie ver⸗ loren / ja verloren. Darbey gedenckt ir Christen Leut / wie Gott der Herr zu aller zeit / die seinen thut erhalten / der hat vns huͤlff vnd beistand gethan / durch wunder mannigfalte / Ja falte. Herr Gott dn wollst vns nicht verlan / wie du bissher noch hast gethan / Erhalt vns durch dein namen / Herr bey deinem Goͤtlichen wort / wer das begert sprech A⸗ men. Darumb bitten wir dich lieber Herr / wolst vns hinfort beschuͤtzen mehr / durch dein gros guͤte vnd trewe / darauff wir vns verlassen thun / das wirt vns nicht gerewen / Ja gerewen. Show less

Lied über drei schwarze Hennen; Zucht, Ehr und Lob
Ein schoͤn newes Lied / von dreyen schwatzenden Hannen / lernt wie die warheyt allzeyt verhast / vnnd offtmals mit dem todt gestrafft wirt / Jm Speten thon rc. Zucht ehr vnd lob / Christlich verendert durch C. S. A. Darinn vmb drey Hauptstuͤck zur seligkeyt gebeten / vnd menschlich... Show more Ein schoͤn newes Lied / von dreyen schwatzenden Hannen / lernt wie die warheyt allzeyt verhast / vnnd offtmals mit dem todt gestrafft wirt / Jm Speten thon rc. Zucht ehr vnd lob / Christlich verendert durch C. S. A. Darinn vmb drey Hauptstuͤck zur seligkeyt gebeten / vnd menschlich verdienst ver⸗ worffen wirt. 1. EJn buch ist Schimpff vnd Ernst ge⸗ nandt / dariñen ich geschriben fandt / wie das ein Herr in frembde Landt / offt reytten must / der het ein schoͤne frawen. Die selb war nicht von guter art / weñ jr mañ außgeritten wardt / so schickt sie auß baldt an der fart / nach eynem der sie freundtlich thet anschauen. Der selbig Herr der het in seynem haust / drey wol geputzter Hannen vberause / Darzu het er ein Koͤchin weyß vnd kluge / Sie dacht ach wee das ist nicht recht / das schir all nacht ein frembder Knecht / meim edlen Herrn sein frawe schmecht / Herr Got moͤcht ich / solchs wenden mit gefuge. 2. Es fuͤgt sich kurtz an eynen tag / das jr fraw boͤser hendel pflag / on scheu bey jhrem bulen lag / Die Koͤchin lieff / zur kammern ganz mit grimme. Ja sie erdacht ein gschwinden list / sprach zu der frawen an der frist / hoͤrt wunder was ge⸗ schehen ist / der schoͤnste Han / redet mensch⸗ liche stimme. Er spricht ich kan mir gar nichts guts drauß lesen / Das vnser Fraw fuͤrt so ein schendtlich wesen / Zwar kompt der Herr ich wils jhm nicht verschweygen / Die fraw jhr Koͤchin gar bald hieß / den Han bald stecken an ein spieß / das er fort hin sein schwatzen ließ / die magdt must tantzen nach der frawen geygen. 3. Es stundt nicht lang nach diser zeyt / der Herr war außgeritten weyt / do wolt die fraw nicht lener beyd / schickt aber hin / nach jrem liebsten buͦlen. Der kam gantz eylendt dar gerendt / als bald jhn nun die Koͤchin kent / da lieff sie widrum̄ hin behendt vnd schrie ach fraw / mein hertz will mir erkuͤlen. Der ander Han redt auch gleych wie der nechtig / spricht noch darzu frey offendtlich vnd prechtig / Mordt vber mordt ach weh der grossen schande / Wie kompt mein gsell inn soͤlche not / ich will das klagn dem lieben Got er hat druͤmb leyden muͦst den tod / das er die waͤrheyt sagt in disem lande 4. Die Fraw sprach baldt mit grimmen zorn / der Han hat auch sein leyb verlorn / ja wenn er het ein guͤldes horn / soͤll er forthin / nicht vil mer von mir schwaͤtzen. Bick mir bald ein den argen Han / vñ mach ein gute bruͤ daran / ich will jhn essen mit eim man / der mir gefelt / ein schatz ob allẽ schetzen. Vom dritten Han sagt fort die magt deß⸗ gleychen / vermeynt jr Fraw mitlisten zu er⸗ schleychen / Er spricht sagt sie ich weyß ein reym̄en eben / deß ich mich halten will allzeyt / so krieg ich weder haß noch neydt / der heysset hoͤr / sihe / schweyg / vnd leyd / wiltu auff erden lang in friden leben. 5. Die Fraw wardt fro vnnd lacht deß baldt / sprach libe magt hats die gestalt / so muß er bey mir werden alt / ich will jhn neren weyl er hat das leben. Laß jhn spaciren in das graß / mit den huͤnern vil mer vnnd baß / fruͤ vnd spet one vnterlaß / mein huld die soll ob jm allzeit fort schweben. Forthin gedenck auch hoͤr vnd merck mich eben / dem Hannen soltu lauter weytzen ge⸗ ben / druͤmb das er fort hoͤr sehe vnd nicht ge / schwetzig seye / Wer diser welt wol dienen will / der sag der warheyt nicht zu vil / er verleust sonst sein gwunnens spil / Spricht Ciriax Schnauß der Apotecker freye. Audi / uide / tace / Si uis uiuere in pace. Ein schoͤn Geystlich gesang / Hoffnung glaub lieb muß wonen bey rc. HOFNVNG glaub lieb muß wonen bey / gantz frey on alle reu / dem der be⸗ gert Herr Got zu dir: Daruͦmb mein hertz nicht mer begerdt / auff erdt dann das sich mert / soͤlchs alles durch dein gnad inn mir. Das ich fest traw / auff dein wort baw / hoff schaw in dein barmhertzigkeyt / vnd lieb allzeyt / on widerstreyt / des teuffels neyd / mein nechsten arm reych nahe vnd weyt. LJNDERT / das oͤl ein schwere wund / im grundt zu aller stundt / vil mer dein gnad ein wundes hertz: Welchs hart mit suͤndt be⸗ schweret ist / all frist durchs teuffels list / darmit er Adam bracht in schmertz. Dardurch wir sind / verlorne kindt / noch findt wir eins das vns erhelt / nicht gut noch geldt / sampt aller welt / nuͤr hoch gemelt / Gots Lemblein der gecreutzigt Heldt. SCHMERTZEN / vnnd pein ist schon bereyth / mit leyd inn ewigkeyt / dem der sich menschen fuͤndt vertrawt: Vnd achtet mer sein eygen that / vnflat dann Gottes gnad / wehe / wehe dem der auff sich selbst bawi. Got du hast mir / sampt allen hir / mit bgir geholffẽ durch dein wort / deß lebens pfort / vnd gnaden hort / auch hilffst noch fort / dem leyb hie vnd der Seelen dort. Spes lenit curas. Jn der Fuͤrstlichen Stadt Coburgk / truͤckts Ciriacus Schnauß Apotecker. Show less

Klaglied von Magdeburg
Klaglied: Deren von Magdebuͦrgk / zu Gott vnd allen frommen Christen. Jm thon des Zwelfften Psalms: Ach Gott vom Hymel sihe darein / Vnd las dich das erbarmen. Man thut boͤß Lieder tichten / Als hetten wirs gethan. Got weyß wirs nit anrichten / Doch meynt es jederman. Ey Got las dichs... Show more Klaglied: Deren von Magdebuͦrgk / zu Gott vnd allen frommen Christen. Jm thon des Zwelfften Psalms: Ach Gott vom Hymel sihe darein / Vnd las dich das erbarmen. Man thut boͤß Lieder tichten / Als hetten wirs gethan. Got weyß wirs nit anrichten / Doch meynt es jederman. Ey Got las dichs erbarmen / Bedenck das Elendt groß. Vnd schuͤtzs O Herr vns armen / Richt vns nicht also bloß. Got las dein Lieb erwarmen / Kom baldt vnd mach vns lob. Gantz elendt schreien Herr zu dir / Viel hochbetruͤbter hertzen. Du dich keyn Hoffnung haben wer / Jnn dieser noth vnd schmertzen. Wir sindt belegert Jar vnnd tag / Das ist ach Got ein schwere klag. Creutzweiß sindt wir vmbgeben. O Herr Got wir bekennen dir / Auß gantzem Hertzen grunde. Schwerlich gesuͤndigt haben wir / Das rewet vnns all Stuͤnde. Herr Got wir biten vmb genad / Vergib vnns alle Missethat. Jn glossem leyd wir schweben. Teglich wird Got lob alle zeit / Vns durch dein Goͤtlich gnaden. Dein Wort geleret sonder neith / On jedermannes schaden. Dardurch erkennen wir die Schuͦldt / Vnnd biten hab mit vns geduldt. Raff vns nicht weg im zoren. Treulich von Hertzen schreien wir / Nechst Got zu frommen Christen / Ein jeder woͤll bedenncken schier / Das er vnns auch helff fristen. Mit grosser bit alleyn vor Got / Das er vns helff auß die ser noth. Jedoch geschehe sein wille. Es weyß Got lob jetzt jederman / Das wir an dieser Welte / Vns gar mit nichts vergrieffen han. Wedder mit Gut noch Geldte. Sonder wir geben hertzigklich / Ehr vnnd Tribut gantz willigklich. All dens von recht gebuͤret. So wir dañ nyemant leyd gethan / Was thut man vns bekrigen. Ein jeder sehe das Schreiben an / Zum Drietten mal on ligen. Das wir von Magdebuͦrgk on neith / Vor vnd in der engstlichen zeit. Clerlich frey Außgeschrieben. Wer sich darinnen wol ergruͤndt / Dem wird fuͤrwar sein Hertze. Gegen vns alln mit Lieb entzuͤndt / Das gleuben wir on schertze. Drumb biten wir in Demut gleich / Auß Hertzen gruͤndt beyd Arm vñ reich. Vnnd sonderlich gross Herren. O lieben Christen alle sampt / Bedennckt in Hohen stenden. Ewer von Got befolhen Ampt / Thut euch zuͦr Warheyt wenden. Bedencket vnser schreiben wol / Dañ es ist aller Demut vol. So wird euch Got erleuchten. Richtt nit so streng nach dem jhr hoͤrt / Wie vns boͤß leut verkleynen. Ein Richter wird offt sehr bethoͤrt / Das muß der Arm beweynen. Einns Mannes Wort / ein halbe Red / Man soll die theyl verhoͤren beyd. So kan mans Recht wol treffen Trachtt auch vorhin nach rechtem gruͦndt / Erfahret euch der Mehere. Bedenckt darbey auch alle Stuͦndt / Von Hertzen vnser gfehre. Haben wir jemant leyd gethan / So woͤllen wir zu Recht druͦmb stan. Christlich woͤllt solchs bedencken. Bedenckts jhr lieben Herren wol / Habt acht auff ewre Seelen. Ein jeder Antwort geben sol / er vnns jetzuͦnt hiͤlfft qucelen. Dann wir befelhens Got alleyn / Der hilfft der Christenheyt gemeyn. Heut vnd zu allen zeitten Lasst euch erbarmen Juͦngk vnd Alt / Jm̄ Elendt hie versperret Vnnd rufft zu Got in der gestaldt / Das nur bleib vnuerwerret: Sein Heiligs wort mit Menschen thandt / Er woͤll verhuͤten Suͤndt vnd Schandt. Nicht mehr thun wir begeren. Er wird euch sampt vns alle zeit / Gantz gnedigklich erhoͤren. Vnd wol des argen Teuffles neith / Durch seinen Rath zerstoͤren. Wir habens jhm gantz heym gestellt / Seind wir zum Leiden außerwelt. Ach wer woͤlt doch hie trawren. Jnn dieser allerhoͤchsten noth / Von Hertzen gruͤndt wir Lachen. Das wir nit leiden Angst vnd Tod / Von wegen boͤser Sachen. Wiewol wir haben Suͤndt gethan / Das geht die Welt mitnichten an. Vnd hat nichts dran zustraffen. Bey Got die Sach nuͦr steht alleyn / Dem klagen wir von Hertzen. Das viel auß Christlicher Gemeyn / Vns fuͤgen solche Schmertzen. Vnd woͤlln doch Euangelisch sein / Herr Got sihe du mit gnaden drein. Schaff das sie sich erkennen. Troͤst vns Herr Got mit deinem Wortt / Vnnd spriech zuͦr schnoͤden Weldte. An allen enden hie vnd dortt / Wie fuͤrchstu Gut vnd Geldte. Du bist selb Zehent worden Reyn / Vnd Danckt der Frembdling nuͤr alleyn. Ach wo bleiben die Neune. Ehr preiß vnd danck O Herre Got / Sey dir gesagt alleyne Das du vns noch in solcher noth / Dein Wort erhelttest reyne. Wir biten dich auß Hertzen gruͤndt / Du woͤllest forth zu aller Stundt. Preiß durch dein Wort erhaltten. Wiewol vns ist von Hertzen leyd / Der Elenden verderben. Die Hie vnd Draussen sonder freud / Thyrannisch muͤssen sterben. Die sonst on zweiffel noch viel tag / Gelebt hetten on alle klag O Gott laß dichs erbarmen Jn Jar vnd Tag man sprechen kan / Mit gantz betruͤbtem muͦte / Das mehr dañ Zweyntzigk tausent Man / Vergossen han jhr Bludte. Woͤltt Gott jhr weren nicht so viel / Es ist doch leyder vbers Ziel. Troͤst Got jhr arme Seelen. Gleubs wer da wil / es fehlet nicht / Dis vnter so viel Tausent / Ein jeder hat die es ansicht / Den auch das Hertz drob grauset : Auffs wenigst mehr dañ Vier Person / Als Witwen Weysen Dochter Son. Eiñ Vatter oder Mutter. Lasts Rechen wer do rechnen wil / So wirdt man leyder finden. Betruͤbter Hertzen also viel / Bey Elthern Weib vnd Kinden Viel mehr dañ Achtzigk tausent Seel / Die leiden Hertzlich angst vnd queel. Christus der woͤll sie troͤsien. Ja wer vns nuͦhn wol gleuben wil / Dem sagen wirs mit schmertzen. Das vns soͤlches betruͤbet viel / Ja krenckt vns Leib vnnd Hertzen. Gott weyß wir han keyn schuͦldt daran / Ein Nothweer haben wir gethan. Keyn Freud wir daran haben: Christus der Anfangk vnd das Endt / Der woͤll vns stehn zuͤr Seitten. Dem stellen wirs in seine Hendt / Jetzt vnnd zu allenn zeitten Dem HERREN setzen wir keyn Zyl / Er weyß wol weñ er helffen wil:. Er kan die Zeit fein treffen. Hertzlich mit threnen biten wir / All Christen groß vnd kleyne. Bitt GOT / das er vns baldt vnd schier / Erloͤsen woͤll alleyne. Dann Er alleyn ist vnser Trost / Den Schatz friesst vns keyn Matt noch rost. Reyn bleibt er Ewig / Amen. (Christus spricht) Will jemant recht mein Juͤnger sein / Mich soll er fuͤrchten vnnd keyn pein / Gott heys ich vnnd will sehen drein. Ernehren kan ich durch mein Gnad / So ich verzeihe die Missethat / Kan ich baldt schaffen Hilff vnd rath. Jm jammerthal auff ganntzer Erdt / Nymãt mag zuͤckẽ spis noch schwerd / Wehren kan ich so mans begerdt. Am 8 Augusti / Anno 1551 rc. Show less

Religionsstreit in Augsburg; 1551
Ain New Lied / Wie die Predigcanten der Stat Augspurg geurlaubt vnd ab⸗ geschafft seind / Den 26. Augusti / Anno Domini / 1551. geschehen. Jm thon / ich seng von hertzen gern/ Wann ich vor trawren moͤcht / Oder wie der Churfuͤrst ist gefan⸗ gen worden. Oder ich stuͦnd an einem morgen / ... Show more Ain New Lied / Wie die Predigcanten der Stat Augspurg geurlaubt vnd ab⸗ geschafft seind / Den 26. Augusti / Anno Domini / 1551. geschehen. Jm thon / ich seng von hertzen gern/ Wann ich vor trawren moͤcht / Oder wie der Churfuͤrst ist gefan⸗ gen worden. Oder ich stuͦnd an einem morgen / haimlichen an einem orth. Von Ulrich Holzman I. VON Hertzen thuͦ ich klagen / merck auff du frum̄er Christ / wie es in disen Tagen / zuͦ Augspurg ergangen ist / den Predicanten alle sandt / die vns im wolt des Herren / trewlich gelernet hond. II. LJessend sich nit abwenden / wie hart man jn zuͦsetzt / darum̄ man sy behendẽ / ward fordern all zuͦletzt / wol in des Bischoff von Arres hauß / gehorsam sy erschinen / on allẽ forcht vnnd grauß. III. RJtterlich was jr gmiette / spra⸗ chen einander an / des war man jn verbietẽ / hies von einander ston / jr waren zehen an der zal / sy hartten mit gedulde / wol vor des Bischoffs Sal. IIII. JNn dem wurden sy hoͤren / groß gspoͤt vom Hoffgesindt / liessen sich des nicht thoͤren / als man doch manchen findt / als nun der Bischoff vorgemelt / kam in den Saal gegan⸗ gen / vnd mit jm Doctor Seld. V. CHAmen auch vil der Raͤthe / vnnd andern Herren mer / wie man den sachen thete / zuͦ stuͤr⸗ tzen dise Ler / die Predigcantẽ warẽ all / ye ainer nach dem andren / ge⸗ fordert in den Saal. VI. HOert was man sy ward fragẽ / yeden inn sonderhait / Erstlich solten sy sagen / vnnd geben kurtz be⸗ scheyd / vom Sacrament des altars frey / was er daruon gelaube / vnnd lerne auch darbey. VII. ABer auch glaub vnd halte / wie ander Chrsten guͤt / das vnther ainer gstalte / sey Christi Leib vnnd Bluͦt / so wol als vnder beyden fand / darauff ainhelligklichen / sy all ge⸗ antwort hond. VIII. LAst vns Christum ansehen / er brauchet baide gstalt / die war⸗ hayt wir verjehen / so es jm hatt ge⸗ falt / vnnd das eine genuͦg solt sein / Christus hets vns gewisen / vnd al⸗ so gsetzet ein. IX. CZVm andern ward mans fra gen / wie vil sy Sacrament / hielten bey jrem glauben / darauf ha⸗ bens bekennt / die Tauff vnnd das Nachtmal so frey / vñ das in Heyli⸗ liger gschrifte / nit mer gegrindet sey. X. MJt disem allem samen / erlangz⸗ ten sy kain gunst / Herr Doctor Geld mit Namen / der sprach auß Zorns prunst / habens yetz offentlich bekennt / das sy abtrinnig Ketzer / vnd Lutherisch Buͦben seind. XI. AVffs drit fragt man warum⸗ men / sy nit das Jnterim / het⸗ ten für dhend genom̄en / vnnd glert wie sich gezimpt / habens sy doch be⸗ willigt gleich / mitt einem Rath zuͦ Augspurg / vñ mit dẽ gantzen Reich. XII. NAin dz ist nit geschehen / sprach der Eltest auß jn / wir hond nit drein verjehen / vnnd woͤllens noch fuͤrthin / an nemẽ nit zuͦ kainer frist / deweyl es wider Gotts wolt / vnd hailige gschrifft ist. XIII. Soher ich wol sprach deutzlich / d Bischof võ arres drat / jr haltẽs nit sein nutzlich / das Kayserlich Mayestat / guͦt mittel vnd Artickel mach / inn den Gaistlichen dingen / wie inn Weltlicher sach. XIIII. ANtwurt der Pedigcante / er laß in seinem werd / beleyben al⸗ les fande / dz Buͤch von dem gehoͤrt / hab er noch keinr der Bruͤder sein / bewilligt noch angnom̄en / bewil⸗ ligen noch nit drein. XV. NEmlich werd darinn funden / stracks wider Gotes wort / der Bischoff zuͦ der stunden / ergrimmet an dem orth / wietent vnd tobent / er da sprach / heb dich hinauß du Pestia das auch gar bald geschach. XVI. BEleicher weyß sy alle / ainr nach dem andern zwar / ver⸗ hert seind in dem Salle / vnd abge⸗ wisen dar / durch ein Trawanten mit gspoͤt vnd hon / yeden gestelt be⸗ sonder / kain zuͦ dem andern lon. XVII. DArnach seind etlich Herren / des inneren Raths bejandt / on zweyffel sollicher meren / bewissent vñ erkant / darnach die Predigcantẽ all / seind wider ein gefordert / vnnd kummen in den Sal. XVIII. JNen ward auf erlegte / nachfol⸗ gendẽ Ayd zuͦ thuͦn / mit fingern auffgehebte / vor disen Raths Per⸗ son / muͦsten sy schwerẽ gelerten Ayd / wie jhn war fürgehalten / Erstlich diser beschayd. XIX. Solten in dreyen tagen / bey son⸗ nen schein auß der Stat / ziehen on wider sagẽ / zum andern mercket drat / das kainer im gantzen Reich gering / noch ins Kaysers gebuͤte / kain Predig mer verpring. XX. Ast vns das deitt vernemmen / es solt jr kainer gan / ainigẽ freünd zuͦ gsengen / auch niemand zeigẽ an / warumb sy muͤsten auß der Stat / das vierte vnnd das letzte / ain groß auff merckung hat. XXI. JR kainer solt auch senden / brief noch Gschrifft inn die Stat / zuͦ troͤsten die ellenden / noch anzeigung der that / jhres Abschids das ist die Sum̄ / darumb sy muͦsten Schwe⸗ ren / die Zehen Menner frum̄. XXII. YSist also geschehen / so zugen auß der Stat / hat man laider gesehẽ / da man gezelet hat / der min⸗ dern zal ains vnd fünfftzig Jar / am acht vnd zwaintzigisten / im Augu⸗ sti fürwar. XXIII. DArumb woͤll wir Gott loben / dz sy bestanden seind / wider d welte dobẽ / der woͤll sy bis ans end / sampt vns erhaltẽ bey seinem wort / so mag vns nit mißelingen / Ewig⸗ klich hie vnd dort / AMEN. Der dises Lied erstlich sang / Vindestu nach der gesatzen anfang. An grossen buͦchstaben da besich / Got sey lob Eer vñ preyß ewigklich. AMEN. Show less

Religionsstreit in Augsburg, 1551
Ain New Lied / Wie die Predigcanten der Stat Augspurg geurlaubt vnd ab⸗ geschafft seind / Den 26. Augusti / Anno Domini / 1551. geschehen. Jm thon / ich seng von hertzen gern / wann ich vor trawren moͤcht / Oder wie der Churfuͤrst ist gefan⸗ gen worden. Oder ich stund an einem morgen / ... Show more Ain New Lied / Wie die Predigcanten der Stat Augspurg geurlaubt vnd ab⸗ geschafft seind / Den 26. Augusti / Anno Domini / 1551. geschehen. Jm thon / ich seng von hertzen gern / wann ich vor trawren moͤcht / Oder wie der Churfuͤrst ist gefan⸗ gen worden. Oder ich stund an einem morgen / haimlichen an einem ort. 1. VOn hertzen thu ich klagen / merck auff du frommer Christ / wie es in disen Ta⸗ gen / zu Augspurg ergangen ist / den Pre digcanten alle sandt / die vns im wort des Herren / trewlich gelernet hond. 2. Liessend sich nit abwenden / wie hart man jn zusetzt / darumb man sie behenden / ward fordern all zuletzt / wol in des Bischoff von Arres hauß / gehorsam sie erschinen / on allen forcht vnd grauß. 3. Ritterlich was jr gemuͦte / sprachen einan⸗ der an / des war man jn verbieten / hieß von einander ston / jr waren zehen an der zal / sie har ten mit gedulde / wol vor des Bischoffs Saal. 4. Jn dem wurden sie hoͤren / groß gspoͤt vom Hoffgesindt / liessen sich des nicht thoͤren / als man doch manchen findt / als nun der Bi⸗ schoff vorgemelt / kam in den Saal gegangen / vnd mit jm Doctor Seld. 5. CHamen auch vil der Raͤthe / vnd andere Herren mer / wie man den sachen thete / zu stuͤrtzen dise lehr / die Predigcanten waren all / ye ainer nach dem andern / gefordert inn den Saal. 6. Hoͤrt was man sie ward fragen / yeden in sonderhayt / Erstlich solten sie sagen / vnd ge⸗ ben kurtz beschayd / vom Sacrament des Al⸗ tars frey / was er darnon gelaube / vnd lerne auch darbey. 7. Ob er auch glaub vnd halte / wie ander Christen gut / das vnter ainer gstalte / sey Chri⸗ sti Leib vnd Blut / so wol als vnder beyden sand / darauff einhelligklichen / sie all geant⸗ wort hand. 8. Last vns Christum ansehen / er brauchet baide gstalt / die warheit wir verjehen / so es jm hat gefalt / vnd das eine genug solt sein / Chri⸗ stus hets vns gewisen / vnd also gsetzet ein. 9. Czum andern ward mans fragen / wie vil sie Sacrament / hielten bey jrem glauben / da⸗ rauff habens bekennt / die Tauff vnnd das Nachtmal so frey / vnd das in heyliger gschriff te / nit mer gegrindet sey. 10. Mit disem allem samen / erlangten sie kein gunst / Herr Doctor Seld mit Namen / der sprach auß zorns brunst / habens yetz offent⸗ lich bekennt / das sie abtrinnig Ketzer / vnd Lutherisch buben seind. 11. Auffs dritt fragt man warummen / sie nit das Jnterim / hetten fuͤr dhend genom̄en / vnd glert wie sich gezimpt / habens sie doch bewil⸗ ligt gleich / mit einem Rath zu Augspurg / vnd mit dem gantzen Reich. 12. Nein das ist nit geschehen / sprach der El⸗ test auß jn / wir hond nit drein verjehen / vnnd woͤllens noch fuͤrthin / annemen nit zu kainer frist / dieweyl es wider Gottes wort / vnd hei⸗ lige gschrifft ist. 13. So her ich wol sprach drutzlich / der Bi⸗ schoff von Arres drat / jr haltens nit sein nuͤtz⸗ lich / das Kayserlich Mayestat / gut mittel vnd Artickel mach / in den geistlichen dingen / wie in weltlicher sach. 14. Autwort der Predigcante / er laß in seinem werd / beleiben alles sande / das buch von dem gehoͤrt / hab er noch keinr der bruͤder sein / bewil ligt noch angnom̄en / bewilligẽ noch nit drein. 15. Nemlich werd darinn funden / stracks wi⸗ der Gottes wort / der Bischoff zu der stunden / ergrimmet an dem ort / wuͤtendt vnd tobendt er da sprach / heb dich hinauß du Pestia / das auch gar bald geschach. 16. Geleicher weiß sie alle / ainr nach dem an⸗ dern zwar / verhoͤrt seind in dem Salle / vnd abgewisen dar / durch ein Trawanten mit ge⸗ spoͤt vnnd hon / yeden bestelt besonder / kain zu dem andern lon. 17. Darnach seind etlich Herren / des innern Raths besandt / on zweyffel solcher meren / be⸗ wissent vnd erkant / darnach die Predigcan⸗ ten all / seind wider ein gefordert / vnd kummen in den Sal. 18. Jnen ward aufferlegte / nachfolgenden eid zu thun / mit fingern auffgehebte / vor disen Raths person / musten sie schweren gelertẽ aid / wie jn war fürgehalten / erstlich diser beschaid. 19. Solten inn dreyen tagen / bey Sonnen schein auß der Statt / ziehen on wider sagen / zum andern mercket drat / das kainer im gan⸗ tzen Reich gering / noch ins Kaysers gebiete / kain Predig mer verbring. 20. Last vns das dritt vernemen / es solt jhr kainer gan / ainigen freund zu gsengen / auch niemand zeigen an / warumb sie muͦsten auß der Stat / das vierdte vnd das letzte / ein groß auffmerckung hat. 21. Jr keiner solt auch senden / brieff noch ge⸗ schrifft in die Statt / zu troͤsten die ellenden / nach anzeygung der that / jhres abschids das ist die Sum̄ / darumb sie musten schweren / die zehen menner frum. 22. Es ist also geschehen / sie zugen auß der Statt / hat man laider gesehen / da man geze⸗ let hat / der mindern zal eins vnd fuͤnfftzig Jar / am acht vnd zwaintzigisten / im Augusti fuͤrwar. 23. Darumb woͤll wir Gott loben / das sie be⸗ standen seind / wider der welte toben / der woͤll sie biß ans end / sampt vns erhalten bey sei⸗ nem wort / so mag vns nit mißelingen / Ewig⸗ klich hie vnd dort / Amen. Der dises Lied erstlich sang / Findest du nach der gesatzen anfang. Am grossen buchstaben da besich / Gott sey lob ehr vnd preiß ewigklich. AMEN. Show less

Türkenkriege, Belagerung von Lippa
Ein schoͤn New Liedt / von zug auß Si⸗ benbuͤrgen / wie yetzt im Sturm vor Lippa ergangen ist. Jm thon / was woͤll wir aber heben an. 1. WAs woͤllen wir aber heben an / das best das wir gelernet han / ein newes Liedt zu singen / wol von dem zug ins Vngerlandt / Gott woͤll das vns... Show more Ein schoͤn New Liedt / von zug auß Si⸗ benbuͤrgen / wie yetzt im Sturm vor Lippa ergangen ist. Jm thon / was woͤll wir aber heben an. 1. WAs woͤllen wir aber heben an / das best das wir gelernet han / ein newes Liedt zu singen / wol von dem zug ins Vngerlandt / Gott woͤll das vns gelinge. 2. ¶ Der Roͤmisch Koͤnig so hoch geborn / Hat vnns ein Obristen außerkorn / Herr Andre von Brandis mit namen / Er ist vom Adel so wol geborn / so gar von gut tem stammen. 3. ¶ Herr Andrea das Edel blut / nam an die frommen Lantzknecht gut / so ferr im Oberlande / er fuͤrts in Sibenbuͤrgen hynein / so tieff ins Vngerlande. 4. ¶ Wir zogen durch das Vngerlandt / da sties vns laydt vnnd kummer zu handt / groß hunger musten wir tragen / Ein Lantzknecht zu dem anderen sprach / Gott von Hymel woͤll wirs klagen. 5. An einem Erchtag das geschach / das man die Lantzknecht ziehẽ sach / fuͤr Lip pa dort einher kum̄en / dariñ der Tuͤrck so gewaltig lag / hets newlich eingenu⸗ men 6. ¶ Wir kamen gen Lippa fuͤr die Stadt / vnser Obrister war gar baldt zu rath / das Leger thetten wir schlagen / wir schantzten den tag vnd auch die nacht / die warheyt muß ich sagen. 7. ¶ Zu Morgens da der tag herbrach / das man die Puͤchsen richten sach / gen Lip⸗ pa an die Mauren / Wir schussen hinein mit grossem gewaldt / das bracht dem Türcken groß trawren. 8. ¶ Das Schiessen wert biß an den dritten tag / das man den Lerman schlagen sach / die Spanier vber dẽ berg her sprin⸗ gen / die luffen den sturm zum ersten an / nit viel theten sie gewinnen. 9. ¶ Herr Andreas von Prandis fuͤret die Teutschen auch daran / Es kostet man⸗ chen stoltzen Man / die vor Lippa seind vmbkommen / Gott woͤll jn all genedig sein / vnd vns Genad verguͤnnen. 10. ¶ Die Tuͤrcken mit jhren flitzen Pfeyl / sie schussen herauß mit schneller eyll / als ob es mit pfeylen her schniebe / die hack⸗ en schuͤtzẽ schussen wider hinein / nichts vnuergolten blibe. 11. ¶ Ein schuß gieng vmb den andern schon / vnser Obrister war zu Foͤderst dran / Er wolt sich doch nie ergeben / Er schrey her her jr lieben Lantzknecht nach Ehren woͤll wir streben. 12. ¶ Den Hackenschuͤtzen sagt man den Preyß / sie schussen hynein mit gantzem fleyß / wol zu d selben stunde / hoͤrt man ein heulen vnnd groß geschrey / wol von den Tuͤrckischen Hunden. 13. ¶ Der Sturm werdt biß inn die vierdte stundt / wardt mancher Tuͤrck gar seer verwunt / manichen gar zu Todt erschos sen / das macht das sie nicht kunden be⸗ stan / das hat sie seer verdrossen. 14. ¶ Wir triben die feind wol von der weer / wir fielen hinein mit gantzem Herr / das bracht dem Tuͤrcken groß trawren / das er die Teutschen Fenlein fliegen sach / zu Lippa auff der mauren. 15. ¶ Man sach die Fenlein auff der Maurn wir gewunnen den Sturm / ohn alles traur / die Feyndt die thetten wir zwin⸗ gen / keyn Tuͤrck der mocht nit kommen daruon / Er thet dann inn das Schloß entrinnen. 16. Vnd da [...] Sturm schier gewunnen war / da kamen bald die Vngern dar / sie wolten erst dapffer streytten / sie hackten die Truhen vnd Keller auff vnd theten gar dapffer beuten. 17. ¶ Darnach gar baldt am anderen tag / musten die deudtschen auß der Stat / ist war vnd nit erlogen / am Pfingstag sein wir kummen hynnein / am Freytag wi⸗ der darauß gezogen. 18. ¶ Die Vngern vnd Spanier hielten die thor in hut / da musten die from̄en Lantz knecht gut / liegen auff preyter Heyden / hunger vnd kelten erlitten wir viel / wir waren fast vbel bekleydet. 19. ¶ Wir Teudtschen musten stuͤrmen vnd streiten / die Vngern vnd Spanier thetẽ pluͤndern vñ peudten / groß Kauffman⸗ schafft sie anfiengen / mit saltz vñ wein / vñ anderm gut / nun hoͤrt wie es weyter ergienge. .02 ¶ Zu Lippa stet ein festes Hauß / da san⸗ gen die Kugel ein vnnd auß / das werdt drey gantze wochen / der Tuͤrck war gar vbel zu muth / het weder zu schissen noch zu Kochen. 21. ¶ Vñ da der Muͤnch vernam jr not / er schickt ins Schloß fleisch wein vñ brod / ließ sie darbey auch fragen / ob sie das Schloß wolten geben auff / vnd wolten ziehen abe. 22. ¶ Der Tuͤrck vns baldt zu Andtwordt gab / im Schloß da muͦste sein jhr grab / ee sie das wolten auff geben / vnd woltẽ verlieren jhr hab vñ gut / ehe muͦst es ko sten jr leben. 23. ¶ Wolt man sie aber lassen ziehen ab / mit jrer Wehr vnd aller hab / so wolten sies willig auffgeben / vnd wolten ziehẽ heim zu landt / vnd fristen jhr Leyb vnd Leben. 24. ¶ Das wolten die Teudtschen vnnd Welschen nit thon / sie wolten Kriegen der Koͤnigklichen Kron / mit nutz vnnd auch mit Ehren / vnnd da der Muͤnich das innen ward / von stundt an thet ers begeren 25. ¶ Woldt wir sie nit lassen ziehen ab / mit jrer wehr vñ aller hab / so wolt er nit len ger beitten / sein Volck wolt er schicken daruon / selbs wolt er auch heim reitten. 26. ¶ Da kundten die Teudtschen wol ver⸗ ston / das der Verretther keyn gut wolt thon / als ich offt hab hoͤren sagen / Er hab verrathen vil Christen Blut / da ließ man sie ziehen abe. 27. ¶ An einem Sambstag dz geschach / d⸗ man die Tuͤrcken ziehen sach / bey zwoͤlf hundert auß dem Schlosse / dieweil mu sten wir in der Schlacht ordnung stan gar hart es vns verdrosse. 28. ¶ Das ist ymmer vnd ewig ein schandt / wo man das sagt im Teutschen Landt / das wir haben ein Schloß zerschossen / vnd die Feyndt lassen ziehen daruon / zu fuß vnnd auch zu Rossen. 29. ¶ So wiß es Gott im hoͤchsten Thron / vnser Oberster hat keyn schuldt daran / mit sampt den frommen Hauptlewten / sie hetten gern das best gethan / instuͤrm men vnnd in streytten. 30. ¶ Der Teudtsche hauffen was zu kleyn / drumb ließ man die Tuͤrcken ziehen heim / dem Muͤnich was nit zutrawen / Der krummen Seybel het er gar viel darauff thet er fast bawen. 31. ¶ Vnd do der Tuͤrck war zogen daruon der Muͤnch sich auch nit laͤg besan / sein volck schickt er heim zu lande / vns Teut schen wolt er ein Winter leger geben / der Teuffel sol jms dancken. 32. ¶ Der Verrether het jm fuͤrgenommen / keyn Lantzknecht solt ins Teudtschlandt kommen / dem Tuͤrcken thet er schreiben Er soldt sich ruͤsten wol vnnd starck / nit lang soll er außbleyben. 33. ¶ Vnser Oberster ließ vns schlagen vm̄ / wolauff jhr lieben Lantzknecht fromb / von der Lippa woͤll wir vns schayden / wir zugen durch den tieffen schnee / woll vber die prayte Hayden. 34. ¶ Wir zugen vber das weyte feldt / wir hetten schier weder kleyder noch geldt / biß wir gehn Wintza kamen / gehn Win tza wol fuͤr das feste Hauß / newe zeyt⸗ tung wir vernamen. 35. ¶ Man fuͤret vns all inn einen ring / des Obersten Leudtenampt hielt auff eim Roß darinn / new zeyttung thet er vnns verkuͤnden / wol von dem verretherischẽ Muͤnich / vnd von seinem Hoffgesinde. 36. ¶ Er sprach nu merckt was ich euch sag / der Muͤnch ist heint auff diesen tag / hie zu Wintza im Schloß erstochen / wol von dem Signorfortze gut / ist macher Lantzknecht gerochen. 37. ¶ Der Muͤnig hett sich eins vermessen / er wolt zu weissenburg dz morgenmal essen / der loͤffel ist jm entfallen / das wa ren die frommen Lantzknecht fro / vnd lobten Gott mit schallen. 38. ¶ Das thet seinem Hoffgesind fast zorn / das sie hetten jhrn schatzmeister verlorn / den theten sie fast klagen / wo ein Vn⸗ ger bey dem andern stunt / vom Muͤnch thetten sie sagen. 39. ¶ So lob ich Gott im hoͤchsten Thron / Er hat die seinen nie verlon / die jhn mit bit auffwecken / den will er hilff vnd bey standt thon / dem Schalck sein schandt auff decken. 40. ¶ Also geschach dem Treulosen Man / er hat doch nie kein gut gethon / der Teuf fel thet jhn plenden / das er kein gut nie nicht thet / von jugent biß auff sein ende. 41. ¶ Nun mercket das ich doch nit leug / da mit ich die warheit bezeug / Er bracht vil Teudtschen vmb das leben / daran wold er kein genuͦgen nit han / Sibenbuͤrgen wolt er auch vbergeben. 42. ¶ Jn Sibenbuͤrgen ist mir ein Statt be⸗ kandt / die Hoͤrmanstadt ist sie genandt / die solt der Tuͤrck auch kriegen / darinn ligt macher frommer Lantzknecht / daran thu ich nit liegen. 43. ¶ Der Muͤnich nam jhm fuͤr fürwar / da man zalt Tausent Fuͤnff hundert Jar / Jm ein vñ fuͤnfftzigsten merck eben / am Heyligen tag zu Weinachten / wolt er sie dem Tuͤrcken vbergeben. 44. ¶ Der Muͤnich hat sich vermessen / wañ der Priester die Meß wirdt lesen / so wolt er jhm das thor auff brechen / so solt der Tuͤrck fallen hynein / sol sie inn der Kir⸗ chen erstechen. 45. Vñ wann das gschech so merck mich recht / das er die Stat zuhanden brecht / Sibenbuͤrgen wolt er jm schencken / zu ei nem guten newẽ Jar / Jmmer woldt er es gedencken. 46. ¶ Das dancket Gott on vnterlaß / sein barmhertzikeyt die ist groß / viel groͤsser deñ Mon vnd Sonne / Er hat vñ behuͤt vor dem Tuͤrckischen Hundt vnnd vor den falschen zungen. 47. ¶ Der vns das liedlein new sang / Paul Speltacher von Hall ist er genandt / so frey hat ers gesungen / zu Bierthalm in Sibenbuͤrgen Landt / hat es von erst er⸗ klungen. Gedruckt zu Nuͤrnberg durch Valentin Neuber. Show less

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