Königin von Frankreich und der falsche Marschalk
Das lied võ der Künigin von Franckreich / die der falsch Mar⸗ schalck gegen dem kuͤnig vbergab do sy nit wolt seines willen pflegen. Jn des Regen⸗ bogen langen thon. Hie vor ein Kuͤnig zu Franckenreiche / an macht vñ adel groß geachtet weyt vñ preyt / der het ein fraw so schon vnd zart /... Show more Das lied võ der Künigin von Franckreich / die der falsch Mar⸗ schalck gegen dem kuͤnig vbergab do sy nit wolt seines willen pflegen. Jn des Regen⸗ bogen langen thon. Hie vor ein Kuͤnig zu Franckenreiche / an macht vñ adel groß geachtet weyt vñ preyt / der het ein fraw so schon vnd zart / frum̄ tu⸗ genthafft senfftmuͤtig weyß vnd stete. ¶ Der selbig kuͤnig so lobeleiche / het ein Mar schalck der die kuͤnigin vil muͤe an leyt / er lag jr stettigs an so hart / mit manchem suͤssenn wort vnd grosser bette. ¶ Ob sy seines willens hengenn wolt / des jm die Kuͤnigin nym̄er stat wolt geben / sonder wardt jm gentzlich abholt / als er sollichs an jr verstund gar eben / er sich eins falschẽ sins erdacht / da eins der kuͤnig auß Rit / iagen als vormals was sein alter sit / des morgens fruͤe vor tag es was / die kuͤnigin an dẽ beth noch schlaffens pflag / schnel der Marschalck den weg hyn maß / zu einem schlaffendẽ Zwerge da es lag / welchs er so schlaffent mit jm nam Trugs an jr beth das keins erwachet nit / ey⸗ lends er sich zum Kuͤnig macht / sprach eyle mit mir die sach die hat kein bit. Der Kuͤnig der eylet zu jm balde / der Mar⸗ schalck sagt wie er offt vor gemercket het / ein sach die er nit melden wolt / so lang biß er zu warer that wer kum̄en. ¶ Darumb mein herr eylt bald vom walde / es trifft an ewer kuͤnigin die jr halt so stet / solt sy mir werden nymmer holt / bedaucht mich ye es het nit wol gezim̄et. ¶ Euch zu verschweygen die groß schmach / als jr mit ewren augen werdt sehen / Die red dem kuͤnig sein hertz durch brach / das er vor grossem wundern nicht kundt iehen / ich ge⸗ schweyg do jn der Marschalck drot / furt in die kam̄er sein / do er dem Zwerglein vnd der kuͤnigin / gekeret hette mundt gen mundt / da⸗ von der kuͤnig in grossem layd erstuͤmbt / das er ein wort nit redẽ kundt / biß er hitzig in dem zoren ergruͤmbt / vnd schrey o vnverschembte brawt / damit riß er vom beth das zwerglein / schlugs an einer wandt zu todt / dauon ein schreck der Kuͤnigin bildet ein. Auff wuscht sy auß einẽ schweren traume / der jr die nacht vor vñ nach gegangen was / schlug ob dem kopff zu samen jr hendt / sach ernstlich an den kuͤnig hart ergrim̄et. ¶ Darnach der Marschalck der so kaume / ge hart het biß er vol uͤbet seinen haß / der kuͤnig sprach ewig seyst geschendt / du falsches weib die mir alle freuͤd benimmet. ¶ Sterben must du on alle gnad / diß erhoͤrt ein Hertzog hieß Leupolde / der selb den kuͤnig so tewr er badt / wie er in keinen weg das nit thun solde / er sprach herr eret die schwanger⸗ heyt / vnnd die frucht in jrem leyb / das ewer Reich nit gar on erben bleyb / verschickt sy an ein frembde stat / gebt jr ein frum̄en alten die⸗ ner zuͦ / der sy in seiner pflege hat / biß sy euch ein erben geberen thuͦ / der furdter ewer Reich handt hab / warauff darnach ewer meynũg bleyb / findet jr hie zwischen wol bescheydt / ob man sy toͤdt oder ewig vertreyb. Diß redt Herzog Leupoldt darumbe / wañ er die fraw gar frum̄ vnd erber gentzlich het / Ob man der warheyt wurde giewar / durch was vntrew sy kem zu disen noͤtten. ¶ Erweichet wardt der Kuͤnig frum̄e / sein hertz mit iem̄erlichem weynen durchprechen thet / entpfalch es Hertzog Leupolt gar / doch das man sy nach der geburt solt toͤdten. ¶ Fuͤr jn sy auch nicht kum̄en solt / schied da⸗ mit ab in pitterlichem trawren / mit grosser muͤe Hertzog Leupolt / die Kuͤniginn begeret zu beschirmen / begruste ein frum̄en Ritter alt Er solt in trewen sein mit jr / das er gelobt die fraw must weichenn schir / O wer woͤlt sein des sins so hart / der nicht alhie bedecht den grossenn schmertz / das disem reynen weyb so hart / so gar durch drang ir reynes gemuͤt vñ hertz / vnd wen solt es erbarmen nicht / das sy von hab vnd aller jrer zier / ab weichen must durch den gewalt / des Marschalcks dem sy nit erfult sein gier. Der Ritter alt von dannen keret / mit der Kuͤnigin durch ein wald grausam vñ wild / Der Marschalck bald nach eylen thet / wann er besorgt die fraw wurdt jm erzelen. ¶ Wie er jr vnzimlich het begeret / Vnnd das darnach keme an den Kuͤnig mild / das er sich eylends zu jm nehet / schlug auff den Rit⸗ er alt vnd wardt jn fellen. ¶ Do er nun den mordt wolt began / in dem die fraw abwegs sich verschluge / verschloff sich in den wilden than / kam darnach in ein weg vnd der sy truge / zu einem frum̄en koler alt / bey dem kolhauffen sein / sy eylt zu jm vnd sprach O herre mein / ich pit dich lautterlich durch got / vñ durch sein keuͤsche werde mut⸗ ter zart / du woͤllest an sehen mein grosse not / mein vnschuldt vnd schmertzliche hinefart / ich schied nechst ab võ eer vñ gut / in grosses elendt iam̄er angst vnd pein / wann der vber mich het gewalt / der ist durch ein moͤder ge⸗ gangen ein. Und ligt dort ferr in dem wald erschlagen / ich solt zwar auch gelitten han die selbig not / Darumb O herr sich ob du mich / vor dem grausamen moͤrder moͤgest fristen. ¶ Dem Koler gieng seer nohent das klagen / nam sy bald an ee jr die flucht wurde zu spat / troͤst sy mit wortten gar sueßlich / furt sy als bald schnell hyn zu seiner mysten. ¶ Hie sagt vns die histori / das wie sy drey tag vor wer im wald umb gangen / kraut wuͤrtz vñ ander sollichs sy aß / wer gelaubt nit das jr schwer vnd groß verlangen / der schmertz vñ hertzenliche forcht / vnzimliche speyß vnd richt / das klar weyb hab kuͤnnen vertrawren nicht / Jch schweyg in jrem leyb der frucht / damit sy so schwerlich beladen war / das sy ein son gebar mit zucht / nit wunder wer das verschmacht wer gar / dañ das got alle ding vermag / vñ hat die sein alweg in der pflicht / ob die goͤtliche macht das wirckt / das selb mein mundt auch nymmer wider spricht. Dann do der Koler das zart weybe / vnd jr schoͤn adelich geber vnd art vermerckt / jr an⸗ gesicht vnd koͤstlichs klaydt / viel jr zu fuessen vnd sprach genad mir frawe. ¶ Ewer hoch wolgeborner leybe / gibt meinẽ gedancken das sich in mein hertz sterckt / ein sonderlichs verborgens laydt / ewer zukunfft sey mir zu einer trawre. ¶ Mir werdt dañ kuͤrtzlich erzelt / durch was vrsach vnnd wie jr her seyt kum̄en / sunst mir ewer zukunfft missefelt / Die fraw gundt jms Als kuͤrtzlich vber summen / vnnd gert damit demuͤtigklich / zu sein in seiner hut / das was der Koler so willg vnd gut / er sprach o fraw alles das ich hab / sol ewer sein vnd habt da⸗ mit gewalt / Die fraw sich willigklich ergab / Sy sprach mein Koler es hat die gestalt / ich hab bey mir funff gulden rot / die nym mit dir vñ biß nit vngemut / hin gen Paryß nym dir den strich / vnd kuͤmbt dir yemandt der dich fragen thut. So melde in keinen weg mich nichte / kauff mir ein Scher ein fingerhut Nadel vñ Elen / auch Seyden Schwartz Gruͤn Praun Plaß Rot / Gelb Graw vñ Pleich Liecht Tunckel mittelmessig. ¶ Vnd bleyb nit lang das du mit nichte / er⸗ forchet werdest von den dingen zu erzellen / dardurch ich kum̄en moͤcht in not / darumb eyll schier erheym biß nit ablessig. ¶ Der koler volgt jrem geheyß / zoch hin vol⸗ bracht die ding nach jrem willen / Die fraw sich schoͤner arbeyt fleyß / hielt sich damit in aller groͤsten stillen / nert sich vñ jren sun da⸗ mit / den so die zeytte gebar / Nun nemen wir des alten Ritters war / der in dem wald er⸗ moͤrdet lag / Der selbig einen hundt erzogenn het / der zwuͤr dahin lieff alle tag / dem Ritter sein wunden lecken thet / darnach er hyn gen hoffe lieff / vñ wo der Marschalck gieng her vñ dar / ließ er gen jm sein marren nit / gab jm damit ein zwick on alle spar. Dañ yederman den hundt sunst liebet / wañ jn sein herr hinder jm gelassen het / deßhalb er offt gespeyset wardt / vnnd so er ein wenig gekrefftiget ware. ¶ Er sich allweg wider begiebet / zu seinem herren die wunden zu lecken stet / doch ee das er von dem hoffe kart / lieff er allweg vor zu dem Marschalck dare. ¶ Jm hinden zu ein zwick er gab / lieff damit hyn das het Hertzog Leupolt / vermerckt das er nicht wolt lassen ab / reyt dem hundt nach von ferren wann er wolt / der sach ein ware vrsach han / was der hundt meynet damit / also furt jn der hundt in kurtzer bit / da er den alten Ritter fandt / vnnd sach den hundt sein wunden leckenn da / schnell eyllends er sich heymwartz wendt / also fuͤget sich gar kuͤrtz⸗ lich darnach / die tisch bereyttet waren all / auch was der Kuͤnig zu mall gesessen sit / ge⸗ gen jm vber der feyge man / des marschalcks kundt der hundt vergessen nit. Sonder sprang jm da vnter seine augen / riß jm damit ein flarren von seim angesicht / vñ darnach sprang er vber den tisch / dem frum⸗ men Hertzog Leupolt in sein schosse. ¶ Der Marschalck kundt des piß nit langen wuscht von dem tisch vnd meynt des hun⸗ des zu feyren nicht / von dem Hertzogen er in hysch / der sprach den hundt ich dir mit nich⸗ ten lasse. ¶ Stundt auff vñ redt mit lautter stim̄ / gne⸗ diger kuͤnig vermerckt disen hasse / der hundt hat mich erwellet jm / zu eim fursprechen nun hoͤrent mich furbasse / er sagt mir wie er schul⸗ dig sey / an seines herren todt / darzu er mir die stat benennet hat / da er jn sol ermoͤrdet han / wer mit jm woͤl den wil er weysen dar / auff wuschet der Kuͤnig mit yederman / Hertzog Leupoldt nam des hundes war / gab jm ein speyß ließ lauffen jn / hyn gen dem wald eylet er schnell vnnd drot / mit jm manich Hertzog Graff vnd Frey / die vmß den Ritter hetten angst vnd not. Er wardt erstlich mit der processen / geholet auß dem wald vnnd zu der erdt bestat / mit grosser pitterlicher klag / alle menigklich da bey dem opffer waren. ¶ Darnach do wardt auch nit vergessen / der Kuͤnigin vñ jr vnschuldt darumb so hat / der Koͤnig klegeliche frag / vnnd darzu manich iem̄erliches geparen. ¶ Der Marschalck wardt gezogen an / Der sagt eim yeden kampffs darumb begeren / do ließ Hertzog Leupoldt verstan / wie dasselbig auch wer des hundes begeren / bald wardt des kampffs schick gemacht / vnd das vrteyl geen vnd dem Marschalck ein prugel zu ge⸗ zelt / handt voͤllig vnd eins armes lanck / Der hundt sich seiner zeen gebrauchenn solt / Gar schnell wardt vmb sie gemacht ein schranck / Der Hundt vil manchen herten schlag ver⸗ dult / zu letzt er jm die Kell erwuscht / darmit der kuͤnig den kampff abstelt / auff das noch weytter wurde bespracht / der Marschalck ee er mit dem todt wurdt quelt. Von stundan er alle ding veriach / darumb er dañ geschlepftet vñ geredert wardt / doch von der Kuͤnigin nicht west / wie gern er die selb auch ermoͤrdet hette ¶ Do thet dem Kuͤnig so wee die schmache / das er vor grossem weynen vm sein frawen zart / nyndert kundt haben rwe noch rast / zu bringen an wie er den sachen thette. ¶ Er schicket auß in alle landt / wer sie erfuͤr oder zu landt brechte / der solt gereicht werdẽ zu handt / vnd auch erhoͤcht in allem seinem geschlechte / das stund biß in das dritte Jar / das niemandt wardt kundt / biß auff ein zeyt das sy senden begundt / den Koler wider gen Paryß / da zuverkauffen jr koͤstlich gemecht / Der Koler gar mit hohem fleyß / auß legt ein Kremerin zu jm her necht / erkennet als bald der Kuͤnigin werck / schweyg still vnnd eylt hyn fur den Kuͤnig zu stundt / Der Kuͤnig hieß jn fur sich bringen dar / wie fast aber der Koͤler leugnen kundt. Gab doch das werck gezeuͤgnuß genuge / dañ das er fur jr leben badt so innigklich / sagt damit alle geschicht / der Kuͤnig pot auff mit aller seiner machte. ¶ Ritten so lang biß es het fuge / Der Koler sprach Herr last zu jr alleine mich / in dem die frawe das ersicht / schnell eylends sy zu fliehẽ jr gedachte. ¶ Vnnd jr das kindtlein was zu schwer / das mit eim kleinen bogen vnnd eim boltze / vmb gieng die fraw wardt fliehen seer / vnnd ließ das kindtlein hinder jr im holtze / Der Kuͤnig sy ereylen thet / Er sprach O werdes weyb / nit fliecht von mir gesichert ist ewer leyb / loͤst mich von grosser angst vnd not / die ich vmb euch so lang gelitten han / ab viel er von seinem pferdt gar drat / mit armen er sy vmb schliessen began / kuͤst sy vor freuͤden offt vnd dick / sprach O mein aller hoͤchstes layd ver⸗ treyb / mein hertz dich nymmer mer verleuͤst / in deinem gunst ich furbaß ewig bleyb. Den jungen Kuͤnig er auch ereylet / nam jn an sein arm / vñ kuͤst jn manig fart / ein schoͤn⸗ ner wagen bestellet was / darauff man sy mit grossen freuͤden setzet. ¶ Darbey sich der Kuͤnig nit verweylet / son⸗ der sich zu dem wagen stettigs hielte hardt / des Kolers er auch nit vergaß / weyb kindt vnd er wurden jres layds ergetzet. ¶ Furen all froͤlich mit jm heym / Ein newe hochzeyt ließ der Kuͤnig auß schreyen / alles volck erfrewet wardt gemeyn / vnd wurden got gebenedeyen / frewten sich der Kuͤnigin here / die kum̄en was zu landt / besandt wurdẽ die herren alle sandt / erst wardt groß stechen vñ thurnirn / der herlichst hoff der ye gesehẽ was / vnd vber koͤstliches hoffiern / alles das da kam vergebens tranck vñ aß / Vnd weret die hochzeyt viertzehen tag / Darnach was frembt was sittigklich verschwant / do saget menigklich loß vnd ere / dem Kuͤnig vnd der Kuͤnigin hoch genant. Do aber die hoͤchzeyt vergienge / der kuͤnig seinen getrewen Koler fur sich hieß / vnd der sein lieber gefatter was / wañ er das kindt het auß der tauff gehaben. ¶ Mit dem er erst von newen an fienge / alle ding zu hoͤren woͤllen biß auff den beschließ / do wurdt vil mancher zehen naß / vergossen vnd darbey mit klaren buchstaben. ¶ Võ wort zu wort geschriben ein / vñ wardt darmit gemacht der klag ein ende / mit dem auch den gefatter sein / der werde kuͤnig nam bey seiner hende / vñ gab jm ein gantze Graff schafft / mit aller jrer gewer / auch seinem ge⸗ schlecht nachvoltent ym̄er mer / hiemit endet sich diß new gedicht / vnnd ist in einem ge⸗ meynen thon gemacht / doch new nach der hystori nicht / sonder wie vor in spruͤchen ist gedacht / vñ vast in kurtz begriffner art / wañ yederman hat begerdt das ende / Got der al⸗ mechtig durch sein krafft / am letzten vns all zu hymel sende. Amen. ¶ Gedruͤckt zu Nuͤrnberg durch Jobst Gutknecht. Anno. M.CCCCC.XX. Show less

Lied über den Papst und Luther
Ain neü Mayster lied / von dem bapst gegẽ dem hoch gelerten Doctor Martin Luter / gedicht durch Doctorẽ Sew kopff. Jst in des Schillers thon. IR hern hoͤrt ain new gedicht was yetz der Bapst hat zuͦge⸗ richt / beim Kayser vñ den Fürsten / von ainem frum̄ man wol bekant / in Welschem vnd... Show more Ain neü Mayster lied / von dem bapst gegẽ dem hoch gelerten Doctor Martin Luter / gedicht durch Doctorẽ Sew kopff. Jst in des Schillers thon. IR hern hoͤrt ain new gedicht was yetz der Bapst hat zuͦge⸗ richt / beim Kayser vñ den Fürsten / von ainem frum̄ man wol bekant / in Welschem vnd in Teütschẽ land in seltzam lassen bürstñ Martinus Luther hochgelert / haist er mit sey⸗ nem namẽ / durch den der vnglaub wirt zerstoͤrt / geziert der Cristñ stam me / so er thuͤt on scheühen die war⸗ hait sagen / so wil der Bapst in pla⸗ gen mit feür vnd ander not / das nit verdienet hat. ¶O mensch du kanst gedenckẽ wol so sein sel vnd sein leib für vol / will für eüch Christẽ setzẽ / vm̄ kain ruͦm gelt on all zuͦsag / das gots wort brin gen hie an tag / das niemands will verletzen / vnd das durch jn der hay⸗ lig gaist / will wunderzaichen pfle⸗ gen / darumb die notturfft gantz er⸗ haischt / dz thuͦst sein schrift erwegñ jn verdampt sein lere haissest werñ sein antwurt thuͦ vor hoͤrñ / dañ auf des richters hayl / verhoͤr staͤts bayde tail. ¶ Nu hat d baͤpstlich bot behend zuͦ Loͤuen Coͤlñ andern end / sein buͤ cher lassen brennẽ / darzuͦ mit seynẽ gschwindẽ list / vil offñ predig zuͦge rist / ain ketzer oflich nennẽ / vñ auß seim buͤch bloß meldñ lon / wz er sol hon geschriben / als ob das niendert moͤcht beston das recht rad doch nit triben / wie dz gemaint vñ sunst des als vergessen / darab der Bapst ent⸗ sessen / vñ als sein regiment darinn Got vnd sich geschendt. ¶ Dañ was võ jn geschribñ hat dz ist der warhait offenpfat / sonst lies an tage kom̄en / fuͦr alle lerer in der welt / mit soͤlichem gewalt gar nit nachstelt / nit macht zuͦ ainẽ stumẽ als er sich oft erbotẽ zwar mit glait on fel fuͦss haltẽ / Cõcilien schuͤlñ of fenbar / darüber lassen waltñ vñ so geyrt sich guͤtlich lassen weysen / dz mänglich doch muͦß preisen noch wil ain vrtail stets / der Bapst nun thuͤn das letzt. ¶ O Kayser alle oberkait der sachẽ nemeñ guͦt beschait / den bapst eüch nit last blenden die weils der selen hayl an gat / zuͦuor darüber suͦchen rat / so werts sein gschrifft nit schen den / Dañ ob schon etwas darinn stuͦndt / das irrung moͤcht geberen / dennocht sol niemant sein so blint das uͤbrig darũb zwerñ / daz goͤtlich ist vñ als ich glaub nit habe geschri ben ain buͦchstabe / der nit gerecht im grund: wañ im der leer vergund ¶ Weñ ers anslegt so ligts am tag das man der pfaffen dunckel klag / nit würd zuͦ hertzen nemen darũb ir Cardinel herauß ins land zuͦschickẽ habt kain grauß die sich kains boͤ⸗ sen schemẽ vñ hon zuͦweg bracht di sen fund / beym kayser Fürsten herrñ als ob man gar nichts handlen kü ndt / wañ disse leuͤt nit weren / da⸗ mit im rat mag niendert nichts be schehen das sy nit guͦt veriehen / daz doch mit nicht solt sein bringt ma nichem schwere pein. ¶ Ach Got was get vns dz not an beim Bapst Exempel solten han / der sein rat nit besetzet / mit ainich layen Fürsten nit / das solt man ha ben auch in syt / so wurd niemand geletzet. Dañ was im rat beschlossñ wirt / haimlich dem bapst tüns wis sen. So trachtet bald der Roͤmer kurt das werdent frey beschissen / So dz nit wer so moͤcht Hut Luther bleyb en daruͤb bit die vortreybñ / zuͦ kirchñ haissen gon regiert selbs ewerkron. ¶ Sy wissen wol das jn nit bürth dartzuͦ ain pfaffen gar nit zyert / der weltlich Eer thuͦt suͦchen / vñ sachñ hilfft verhandlñ auch / die peinlich bringen feür vnd rauch / wie das in gaystlich buͤcher / ain yeder weyser le sen mag noch woͤllens stets sich mi sten in layisch hendel nacht vñ tag zuͦ allen Spilenn ruͤsten / das doch verdreüst all Fürsten Adels gnossen das wandelt dise strassen / der Kay⸗ ser Karl frum / sein stend spar vm mendumb ¶ Als hat gethon Maximiliã / ain Kayser etwañ lobesan / den got wel ewig troͤsten / daran fürwar gewon nen hat / das jm der Türck Haid fruͤ vnd spat / sein leüt thet braten roͤst en / deñ so man streyten fechten solt kain pfaffen thet man sehen / kain Fürst mit hülf herzuͦher wolt gantz billich thet er jehen / die jm geraten solten helffen streyten selbs aygens leibs mit reyten / das mag der Kay ser wol / fuͤrkomen als thuͦn soll. Show less

Vertreibung der Juden von Rotenburg
Ein hübsch lied von der vertreybung der Juden zuͦ Roten⸗ burg an der Thawber / vnnd von irer Synagog. Jn Hertzog Ernsts Melodey. ¶ O gott heiliger geist aib kunst Das ich vß ynhitziger brunst Müg hie mein dicht volbringen Dem volck verkünden neüwe mer Zuͦ lob der reinen maget her Gantz... Show more Ein hübsch lied von der vertreybung der Juden zuͦ Roten⸗ burg an der Thawber / vnnd von irer Synagog. Jn Hertzog Ernsts Melodey. ¶ O gott heiliger geist aib kunst Das ich vß ynhitziger brunst Müg hie mein dicht volbringen Dem volck verkünden neüwe mer Zuͦ lob der reinen maget her Gantz wunderliche dinge Hoͤrt als man zalt nach d gburt Christ. Tausent fünffhundert jare Vnd zweintzig das geschehen ist Zuͦ Rotenburg fürware Genennet vff der Tawber zwar Dariñ manch Jud gewonet hat Lang zeyt mit grosser ruͦw fürwar. ¶ Do alle sach ergangen was Bewert gnuͦgsam der Juden hass Den sie taͤglichen uͤben An dem heiligen Sacrament Auch wie Maria würt geschent Manch Christen mensch betruͤben Mit mancher that geschehen ist Das thet einer beweren Vff offner kantzel hoͤr du Christ Dem creützigten zuͦ eren Doctor Deüschle ist er genant Jn der pfarr ist er prediger Von menigklichen wol bekant ¶ Sein leyb get gar wenig ruͦ So lang biß das ers bracht dartzuͦ Ja das den Juden allen Von einem Rat ward gsetzt ein zeyt Wiewol es einem bracht groß neyt. Wil ich yetz lassen fallen Villeycht es in gerauwen hat Dunckt mich in meinen sinnen Der das volbracht in seinem stat Er sey es worden innen Was er danckung empfunden ab Kein red hinfüro daruon thuͦn Von solchem allen lassen ab. Ob sich der neyder vergessen hat Gegen der gmeyn in diser that Wil ich gott lassen walte Vnd Maria die reinen meyd Wie wol der Jud het darab freüd Vernempt mich jung vnd alte Vermeynten all ir sach wurd schlecht Jn ruͤw lenger besitzen Den wuͤcher nemen wider recht Doch wurd der Jud bald schwitzen Wie wol er in kein badstub kam Sein freüd het warlich bald ein end Die im von disem oben zam ¶ Das selb geschach am achten tag Der beschneydung Jesu ich sag Nach mittemtag fürware Dunckt mich ein wunderlich geschicht Die zal mas ich begreyffen nicht Der selben grossen schare Kam für der Juden Synagog Von reych vnd armer kinde Deßhalb sich maͤcher bluͤthund schmog Kein Jud ließ sich nit finde Gar bald zerstoͤrt man da ir nest Dariñ sie vns verfluͤchet handt An disem ort was es das lest. ¶ Kein Jud hinfüro kam darein Das was in nit ein cleine pein Jch thuͦ eüch gründtlich sagen Ein Rhat beschloß die selben thür Wie wol manch Jud offt kam darfür Mit heülen vnd mit clagen Das wert biß das sich endt ir zeyt Die in ward zuͦgegeben Am tag der reinen keüschen meyt Zuͦ Liechtmeß merckent eben Kein Jud ward mer gesehen do Des freüwen sie yetz weyb vnd mañ Gott woͤll das es beleyb also. ¶ Es ward ein schweygen überal Gantz in der statt zuͦm selben mal Nyemant thet solches anden Wie vor gemelt in meim gedicht Fürt solt ir nemen baß bericht Wie lang es ist gestanden Der Juden schuͤl verschlossen was Biß vff den Donerstage Nach Jnuocauit merck fürbaß Ward Maria getrage Heimlichen in die Synagog Mit irem lieben sun Jesu Darab glaub ich sich mancher schmog. ¶ Das menigklich guͤt wissen hat Ein gantze gmeyn ein weyser rhat Was ich eüch wil veriehen Es huͤb sich an am selben tag Erzeygt sich mancher ich eüch sag Das vor nye was beschehen Mit seinem dienst der arbeit groß Wie man sie mag benennen Der schweiß in ab dem leybe floß Kein muͤß thet sie abtrennen Ein yeder da das best wolt thuͦn Zuͦ lob vnd eer der reinen meid Vnd Jesu irem lieben suͤn ¶ Gar vil treüwlich gearbeit hon Maria rein geb in den lon An irem letsten ende So sie scheiden vß diser zeyt So kom̄ junckfraw mit deim geleyt Thuͦ dich nit von vns wende Seyd du so gnedig bey vns bist Hilff manchem ab groß schwere Das in im lang behaget ist Des ab du lob vnd ere Du hochwirdige Keiserin Gewaltig aller hymel thron Erhoͤcht über all Seraphin Show less

Ein Lied von vier Orten der Eidgnossenschaft
Ein Lied gemacht von vier ort der eidgenosschaft Sol ich aber heben an / vnd singen ein liedlin ob ich kan / vnd wie ich han vernumen / wie etliche ort der eidgnosschaft / gon basel her sind kummen. ¶ Min heren hãd die Eidgnossen gladen / ich hoff es bring in kleinen schaden / den jungen vñ... Show more Ein Lied gemacht von vier ort der eidgenosschaft Sol ich aber heben an / vnd singen ein liedlin ob ich kan / vnd wie ich han vernumen / wie etliche ort der eidgnosschaft / gon basel her sind kummen. ¶ Min heren hãd die Eidgnossen gladen / ich hoff es bring in kleinen schaden / den jungen vñ den alten / darum sind ir got wilkumen / man will vch erlich halten. ¶ Man hat min heren des glichen geton / do sy in das oberland sind kon / vñ jn die lender zogen / Enbot mã in groß zucht vnd er / ist wor vnd nit erlogen. ¶ Darvmb so megt ir hoͤren gern / jch lob ein stat die heist Lutzern das sy nit vß ist blibẽ / jn früutschafft sind sy kumẽ her / wend kurtzwil mit vns tribẽ. ¶ Noch han ich mich eins guͦtẽ vermessen / der Vrner kan ich nit vergessen / Sy siud ouch zuͦ vns kumẽ / sy hãd sich gerist mit gãtzem fliß / also hã ich ver numen. ¶ Min hern võ schwitz sind ouch bestelt / zuͦ semlicher geschelschafft vßerwelt / in freiden mit vnß zuͦ lebẽ / darũ so sind ir kumẽ her / got wel ir witer pflegẽ. ¶ Darvmb die sach die dunckt mich guͦt / mach einer dem andren ein guͦtẽ muͦt / vñ hand ein froͤlich lebẽ / ein glückhafftig iar her in / got wels vnß wider geben. ¶ Darvmb so dunckt es mich dz best / ir halten vch zuͦ samẽ vest / wie ouch hand thon die alten / von in hand wir gros lob vnd er / wir wends noch lenger behalten. ¶ Jch bit dich heilige dry faltikeit / dar zuͦ maria die reinimeid / du welist vns wißheit geben / dz wir biß an den Jungsten tag / jn guͦtem friden leben. ¶ So bit ich got das es werd war / das wir von yetz dan vber ein iar / ein an der wider finden / mit gesundem lib vnd frischem muͦt / mit mer freiden vnd minder sinden. ¶ Der dis liedlin hat gemacht / er hats vß schlechtem sin erdacht / er kan nit sunders dichten / got behiet ein gemeine eidgnosschafft / vnd haltz jn siner pflichten. Show less

Eroberung von Brandenstein
Ayn newes lied vom Brandenstayn Vnd Zeytloß / wie die newlich eingenommen vnd erobert worden seind. Tenor. Jch sing euch hie on als gefer / was yetz sein die reutets meer / gegen disem freyen may en Werthem vñ Wirtzburg seind gezogen auß / gar fur ain festes hawß / jr feynd zu be schawen. ¶... Show more Ayn newes lied vom Brandenstayn Vnd Zeytloß / wie die newlich eingenommen vnd erobert worden seind. Tenor. Jch sing euch hie on als gefer / was yetz sein die reutets meer / gegen disem freyen may en Werthem vñ Wirtzburg seind gezogen auß / gar fur ain festes hawß / jr feynd zu be schawen. ¶ Plaw enten waren auß geflogen / all ir syñ hatt sy betrogen / zu suchen jrn lieben herrẽ / Graff Joͤrg võ Wer⸗ them auch mit jm der Bundt / die warent nit ser ferre / ja ferre. ¶ Auff den Karfreytag es geschach / daß man Werthem ziehen sach / fur Zeytloß das werlich Schlosse / der Brandenstayn was auch nit weyt dar võ / das armbrost hett gelassen / die pfeyl verschossen. ¶ Die von Fuld thettent auch das best / tribent d voͤgel auß dem nest / der maysenschlag was gerichtet / so baldt das geschütz von Würtzburg hyn kam / warent die voͤgel entwüste / ja entwüste. ¶ Marsilius fandt vnd aulnbach / jr seyt der sach vil zu schwach / woͤlt jr den Grafen vertreyben / er hatt groß hilff auch vil vester Schloß / dar auff mag er bleyben / ja bleyben. ¶ Jr heckenreütter thundt gemach / schist die fiderling nit zu hoch / in dem gruͤnen finstern halte / erschnappet euch Graff Joͤrg mit seiner hilff / den lieben gott lest ers walten / ja walten. ¶ Graff Joͤrg der ist ain küner man / seine feyndt greyfft er dapffer an / mit aygener person vnnd hande / thuͦt dem Roͤmischen Reych all zeyt beystan / der Bundt ist jm bekante / ja bekante. ¶O gott in deiner Maiestat / wie vngleychs in der welt gat / dein arme schefflein thuͦ wayden / der arm man muß leyden mer dan zu vil / der spott kumpt jm zum schaden / ja zum schaden. ¶ Der Turckisch Kayser kumpt auch daran / er ist noch ain junger man / sein Bogen hatt er gespannen / zu schies sen uͤber das gantz Roͤmisch Reych / mit gots hilff woͤll wir jn treyben von dannen. ¶ Kayser Karle du edles pluͦt / Gott erleucht dein helden muͦt / dein schwert das soll scharff thun schneyden / dar durch der Christenglaub gemeret werd / vor dem tyrannischen hundt zu pleyben. ¶ Jch habs gesunnen on allen halfz / niemandts soll verdriessen das / gerechtickait solt furgang haben / so plyb wir vorm Thürcken vnd Schnappern wol / auch waͤr die Christenhait edler rosen voll. Show less

Lied über die Schlacht von Pavia, 1525
Ein schoͤnes lied von der schlacht vor Pauia geschehẽ / Ge dicht vñ erstlich gesungen (durch Hansen võ Wuͤrtzburg ) in einem newen thonn. Was woͤll wir aber heben ann / ein Newes lied zuͦ singẽ / Woll võ dem Koͤnig auß franck⸗ enreych / Maylandt das wolt er zwingen / Dz gschach da man zelt... Show more Ein schoͤnes lied von der schlacht vor Pauia geschehẽ / Ge dicht vñ erstlich gesungen (durch Hansen võ Wuͤrtzburg ) in einem newen thonn. Was woͤll wir aber heben ann / ein Newes lied zuͦ singẽ / Woll võ dem Koͤnig auß franck⸗ enreych / Maylandt das wolt er zwingen / Dz gschach da man zelt Tausennt funff hundertt jar / im funff vnnd zwaingsten ists geschehen / er zoch da her mitt heres krafftt/ hat mancher Lantzknecht gesehen. Er zug fur ain Statt die hayst Maylandt / die selbig thet er zwingẽ / Darnach fuͤr ein stat die hayst Pauia / er maynt er wolts gewinnen / Darin lag mancher Lantzknecht frisch / Das het d'Koͤnig verschworẽ / Er sprach sie soltẽ die stat auff geben / sy waͤre sunst schon verloren. Wir hetten kürtzlich einen rhat / ainer fragt den anderen / Nuͦn zuͤcht der Koͤnig nymer ab / dar nach stett sein verlangen / Nent sich ayner mit namenn Graff eytelfritz / Die Statt woͤll wir nicht auff gebẽ / wir pawen zway polwerck die sein fest / es kost recht leyb vnd leben. Sy sein mit mancher hand gemacht / zwai Polwerck woll erpawen / wir ligen die wintter lange nacht / zuͤ Pauia auff der maurẽ da woͤl len wir warten des kuͦlen weyn / thuͤt der Koͤnig die maure zerprechenn / es kumbt ein Fuͤrst auß Osterreych / den schaden wurdt er rechen. Wir lagen die wintter lange nacht / vor kelt kundt wir nicht pleyben / wir kunden nit er war ten des kuͤlen weyn / gar eylendt thet wir schrey ben / Vnd schribẽ dem Fürsten auß Osterreich er sol nicht auß beleybẽ / Soll pringen manchẽ lantsknecht frisch / den Koͤnig zuͦ vertreyben. Der Fuͤrst het kurtzlich einen Radt / mit sei⸗ nen Fuͤrsten vnnd Herren / Wie paldt er nach herr Joͤgen schreyb / ehr war jhm nicht zuͦ ferre Marx Sitig von Emß des selben geleych / er ruͤfft sy an in trewẽ / sy sollen jhm trewlich pey⸗ stan / den Koͤnig zuͦ vertreyben. Sy wurdenn kuͤrtzlich vnderricht / zu Jnß⸗ pruckh auff dem tage / Wuͤrdt manigs Fenlin auf gericht / im Teuͤtsch land hort mans sagẽ / Darunder zug mancher Lantzknecht frisch / thet in seynem harnasch herklingẽ / wir zuͤgen all gen Maylandt hin ein / Got woͤll das vns gelinge. Als paldt der Koͤnig das vernam / thet sich nit lange besinnẽ / Wie paldt er die Satt zuͦm Sturm beschoß / er maint er wolts gewinnen / daruor verlor er vill manchen man / das thett dem Koͤnig zoren / er sprach sy sollen die Stat auff geben / sie waͤr doch sunst verloren. Der sturm hat er fuͤnff gethon / vnnd hat sy all verlorenn / Da zug her Jorg Marx Sitig von Emß daher / die zwen herren auß erkoren / legtenn sich fuͤr Pauia in das feld / pauia thett sich des freyen / der König lag mit hoͤres krafft dauor / man kert sich nit an sein trewen. Die Lantzknecht machten jhr ornung fest / ein Rhatt der wurdt beschlossen / eyn verlornẽ hauffenn man machenn soll / ein Hawptman auß geschossen / hawptman Edel ist er genant / man ruͤfft jn an mit trewen / nym den verlornẽ hauffen zuͦ handt / laß dich dein leben nit rewen An sant Matheys tag da der tag herbrach / da fieng wir an zuͦ ziehen / Jch waiß wie den Schweytzern die sach geftell / sy begunthẽ gar pald fliehen / da zugen wir in Tyrgarten hin⸗ ein / darnach stuͦndt vnser verlangen / Sy hies⸗ sen vnnß all got willig kum̄en sein / Auß Kar⸗ thawnen vnd mit Schlangen. Valtein kop war auch darpey / mit manch enn guͦtten Schuͤtzen / Dar zuͦ mancher frum⸗ mer Lantzknecht / nach ehren thet ers nutzenn / das handgschuͤtz het er gar bey jm / mit sampt zwayen knechtẽ / Schiest drein schiest drein jhr frum̄e lantzknecht / gar ritterlich woͤl wir fechtẽ Herr Joͤrg schrey valtein koppen an / sol jm das gschuͤtz her pringen / Velta Kop thett wie ein Erlich man / vnd sich nit lang besynnen / er füertz daher mit gantzer macht / gantz woll thet er sich ruͤsten / wir schussen all zuͦ halben man / wardt den Frantzosen verdriessen. Herr Joͤrg ein Edler Ritter Fest / stuͦnd da mit seyner Helleparten / Er sprach es kummen vns fremde gest / der selben woͤll wir wartenn / gegen jm zoch der Langenmantel da her / Her Joͤrg versich dich ebenn / du muͦst hie meyn ge⸗ fangner sein / ob du wilt fristen deyn leben. Herr Joͤrg sprach muͦß jch dein gefangner sein / oder kost es mich mein lebenn / So hab jch getruncken des kuͤlenn wein / mein leyb will jch dir nicht auf geben / jch hab so manichen lantz⸗ knecht frisch / sten da jn jren halben hosen / stecht drein stecht drein jr frumẽ lantzknecht das sein die rechten Frantzosen Marx Sitig von Emß gryffs zuͦm ersten an / mit sein frumẽ lantzknechten / wan er stuͦnd selber fornen dran / gar ritterlich thet er fechten / die schlacht die werdt ein kleine weyl / da wardt sie schan verloren / wurdt manch Frantzoß zuͦ todt geschlagen / manch kuͤresser ausserkoren. Ein graff genandt auß Teutschem landt / mit namẽ der võ Salmen / er gryff dẽ koͤnig sel ber an / die lantzknechte waren zerspalten / der Vicerege des selben gleych / manch sper wurd in der mit zerspalten / da stach wir all mit frey⸗ den drein / der lieb Gott sol sein walten. Die schlacht werdt anderhalbe stundt / da war sie schan vergangenn / wurdt mancher Schweitzer zuͦ todt geschlagen / maniger wurt gefangen / die lantzknecht blibẽ da hinden stan / alß vill wil mich beduncken / die sum̄ man nit erzelen kan / die im wasser sein ertruncken. Schweytzer du scheyst mir ein dreck aufft naß / vnd fuͤnfftzehen in knebelparte / jch mayn wir haben dich bar bezalt / zuͦ Paui im tiergar⸗ ten / du sprichst jch beruͤm mich eygner schandt / das ist warlich erlogen / du hast dem Frantzoß verloren landt vnd leut / pist schendlich von jm gflochen. Du hast geschriben in Teutschelandt / wie du die schlacht habest gewunen / du habest vns von vnseren geschuͤtz geiagt / weren schendlich daruon entrunen / das woͤll Gott heut noch ny⸗ mer/ kein lantzknecht ist geflohen / das dein hast du dahinden glan / da wir zuͦsamen zogen. Also habt jr vernumenn woll / wie es denn Schweytzern ist ergangen / sie hetten geschwo ren einen ayd / sie naͤmen vnser kein gefangen / sie rufften Maria Gots muͦtter an / das wir jr theten warten / jch mayn wir haben sie bar be⸗ zalt / zuͦ Pauia im tiergarten. Der vns das liedlein newes sang / von new⸗ em hat gesungẽ / das hat gethan ein lantzkuecht guͦt / den reyen hat er gesprungẽ / wan er ist auff der kirchwey gewest / der pfeffer wardt versal⸗ tzen / man richt jn mit langen spiessenn an / mit heleparten gschmaltzen. Allein Got die Eer. Show less

Deutscher Bauernkrieg
Der Baurenn krieg. Ein schones lyd / wie es inn allem Teutschen landt mit den Bauren erganngen ist wo jre leger gewest vnd wie sy geschlagen vnnd zetren net seind. Jm thon. Es geet ein frischer som̄er daher da wert jr hoͤren newe mer. 1.5.25. Jr herren woͤlt jr schweyen still / vnd... Show more Der Baurenn krieg. Ein schones lyd / wie es inn allem Teutschen landt mit den Bauren erganngen ist wo jre leger gewest vnd wie sy geschlagen vnnd zetren net seind. Jm thon. Es geet ein frischer som̄er daher da wert jr hoͤren newe mer. 1.5.25. Jr herren woͤlt jr schweyen still / vnd hoͤrenn waß jch singen will / ob yemant thet belangen / wie es in gantzem Theutschenn lannd / mitt Bauren ist ergangen ergangen. Am newen iarßtag als man zeltt / woll funf vnnd zweyntzig jar gar baldt / bey Kemptenn hond Bauren / das new jar auch gefangenn an / ist in nit woll außgagen außgangen. Jns Algew kamẽ auch die meer / gar bald sy namen jr gewerr / guͦnten zuͦ feld außzichen versprachen all einander da / keyner solt nitt von jhn fliehen ja fliehen. Vier tausent Bauren nit lang darnach / zwo meyll von Vlm den war auch gach / zuͦsa men theten schweren / der Bundt wie bald er das erfuͤrr / wolt sy dar von abkern abkern. Am funften tag nuͦn merckt mich rechtt / des mertzen hondt sich vill errecht / am waltsee woll acht hauffen / gar bey jn dreyer wochenn frist / sind auch zuͦsamen gelauffen gelauffenn Der Bundt als er die sach bedachtt / auß⸗ zoch gar baldt mit starcker machtt / auff leyp⸗ heym an der Thonau / acht tausentt Bauren lagen da / ist jn nit woll bekommen bekommen. Drey tausent als jch byn bericht / sind da err schlagen auch man spricht / acht hundert sind ersoffen / der kopff auch manchem geschlagen ab / vill sind daruon entloffeu entloffen. Bey walting lag auch manicher man / der Bundt zuͦ jn auch zoch hynan / die Paurenn wolt er straffen / den braten sy errochen bald / begonten seer zuͦlauffen zuͦlauffen. Bey wuͤrtzgach wardẽ sy ereylt / da huͤb sich auch ein newer streyt / vill Paurenn wardenn erstochen / den anderen gnad vñ vngnad bald ward durch den bund versprochen versprochẽ. Bey weyngarten merckent eben auff / riiij tausent lag ein hauf / den wolt der Bund auch schlagenn / Graf haug vonn montfort thet jm recht / durch jn ward es vertragen vertragen. Zuͦ winßburg geschach ein grewlich thodt / Graff Ludwig ward geben in thodt / mit rriij edlen / woltt gott es werr geschehen nicht / hett mancher noch sein leben ja leben. Funf tausent Pauren hondt sich gesamlett bey oͤberen messig zuͦsamen kamẽt / vñ greding eingenommen / vill ander flecken auch darbey / hont sy darzuͦ gewunnen gewunnen. Fridrich Pfaltzgraff wolbekanntt / funff hundert pferd het mich verstant / vnnd hertzog Wilhelm auß Beyren / zuͦ roß vnd fuoß auch woll geruͤst / hond paurẽ gefurt an reyen ja rey Oeting im rieß ward gnommen ein / die Cloͤ⸗ ster auch geplundert darbey / rj tausent waren der Bauren / die Caßmirus der Fromme fuͤrst zertrennet des sy trauren ja trauren. Elwangen die Bauren namen ein / wol an dem zehenden tag des meyen / d' sind võ jungẽ Pfaltzgrauen mer / dan iiij hundert erschlagen auch gefangen vill entlauffen eutlauffen. Am xij tag des monats auch / xiiij tausentt Pauren darnach / gar wolgerust versamlett / sind in dem wirteuberger landt / die all zuͦsamẽ kament ja kament. Den hauffen hat der edel Bund / geschlagẽ auch zuͦr selben stund sechs tausent vnnd vier hundert / sind auff der walstat bliben todt / vill seind jhr hart verwundet verwundet. Auf winßburg ist der Bundt hernach / ge⸗ zogen auf die pauren doch / sind die den grauen toͤdten / auf wirtzburg all geflohen zuͦ / sy stuͦnd inn grossen noͤten ja noͤten. Winßpurg das ward verbrennet gar / vnd alles das darinnenn war / mitt sampt funff doͤrffer vmbher / vierhundert auch erschlagen hondt / da war ein grosser jamer ja jamer. Pfaltzgraf am Reyn jch meldenn thuͦ Bi⸗ schof vonn Trier gehoͤrtt darzuͦ / vonn Wirtz burg auch der herre hertzog Otheinrich auch darbey / die fuͤrsten all mit eeren ja eeren. Von heidelberg sind gezogen auß wol von dem wolgepawten hauß / sein landt wider ein⸗ genommen / vill hatt der fuͤrst gestraffett auch vill zuͦ gnaden genomen genomen. Auch Bruͤssel zuͦ der selben frist / vom fuͤrstẽ ein genomen ist / hat viertzig man gefangenn / dauonn sind nuͤn enthauptet auch / die anderẽ ledig außgangen außgangen. Auf Neckers vlm der fuͤrst hernach / zog da er thet dergleychen auch die mauren vñ thuren zuͦreyssenn / die boͤsenn auch gestraffet haͤtt / es moͤcht sy woll verdriessen verdriessen. Jm Elsas war vill grosser not / von pauren auch an manchem orth / mit reyssen vnd mitt tobenn / das wertt jn hertzog auß Lotering / ist war vnd nitt erlogen erlogen. Zuͦ Lupsteyn baldt ein schlachtt geschach / zuͦ Zabern auch vill mancher man / sein leben hat gelassen / bey schletstat er des gleychen thett / vill thon jn darumb hassen ja hassen. Jnn Sum̄a sagt man in gemein / von jm erschlagen sind alleyn / woll dreyssig tausentt Pauren / des mancher noch auf disen tag tregt schmertzen vnd groß trauren ja trauren. Tuͤringen muͦß jch meldenn jetzt / da Tho⸗ mas muͤutzer wardt gespißtt / der thett die pau⸗ ren lerenn / die fuͤrsten waren nit vnbebennd / begunden jn zuͦ weren / zuͦ weren. Landgraf auß hessen kam gen voll / da wa⸗ ren vill pauren grob vnd doll / hettenn die statt eingenomen / der fuͤrst jm sturm woll tausennt toͤdt / die stat hat er wider gewonnen gewoñnẽ Die fürsten darnach al gemein / vor franck enhausenn ist nit nayn / die paurenn hondt ge⸗ schlagen / vj tausentt sind todt blibenn da / das hort man manchen clagen jo clagen. Milhausen an dreyen orten hart / võ fürstẽ auch belegeret ward / zuͦm sturm auch woll be⸗ schossenn / der pauren hauff sich weren woltt / er hat sein nit genossen genossen. Jn Francken ist der hauff nit kleyn / gewe⸗ senn sind jhr als jch meyn / woll rrvj tausennt bey sechtzig schloͤsser hondt zerstoͤrtt / dem Adel vnd vill clausen ja clausen. Zuͦ Neckers vlm zuͦsamen kam der Bund / vnnd pfaltzgraf lobesam auf wirtzburg sind / ge zogen vnnd fuͤrtter vber thauber gerucktt / das thuͦt man weytter sagen ja sagen. Acht tausent otenwelder hondt / sich auf ein berg gelegt zuͦhand / nitt weyt vonn kuͤnigßho⸗ fen / des Bunds sy noch nith warten warenn / sy weren geren geloffen geloffen. Doch Goͤtz von berlingen genant jr haupt⸗ man war verschwundenn baldt / man thett die pauren angreyffen / sy flohen in den nechstenn wald / vill mochten nit entweychen entweichen Jn dem acht tausentt paurenn auch / vonn Wirtzburg kamen den wasgach / den otenwe der zuͦ helffen / der Bund hieß sie woll wilkumẽ sein / man hort sy schreyen vñ gelffen ja gelffen Von jn kamennt des abents noch / iij. hun⸗ dert in ein schloͤßlin hoch / zerrissen vnnd zerstoͤ⸗ ret / hye ligt der Bundt ein wenig noth / sy habẽ sich geweret gewerett. Ain gefanngner zeyget an gar baldt / wie sich die anderenn in dem waldt / auch hettenn woll verborenn da schluͦg man sie schier alle todt / sy waren in grossen sorgen ja sorgenn. Zuͦ handt der Bundt auf Wirtzburg zoch / das geschuͤtz gieng auß dem schlosse hoch / so greuͤlich das vill pauren / sich machten auß der stat zuͦ hant / sy vielen vber die mauren ja mau⸗ Darnach die Statt sich auch ergab / die pauren wurden gsondert ab / so des marckgra⸗ uen waren / garr mancher da enthauptett ist / sy hond nit woll gefaren gefaren. Zuͦ Bamberg seindt rrj. enthauptt / darzuͦ ettlich burger solchs mir glaubt / seind auch da selbs entrunnen / der bischoff ist gesetzt ein / vnd halstat seer verbrunnen verbrunnen. Margraf Casmirus auch zog auß / machẽ pauren er vrrbrant sein hauß vill hat er vnder wegen / erstochen vnd gstraffet vill / sy seind gar vndergelegen gelegen. Ehe der Pfaltzaraf wider heyme kam hette seyn pauren gefangen ann zuͦ wuͤtten vnnd zuͦ toben / gar bald der fuͤrst gen Openheym kam er ist allzeytt zuͦ loben zuͦ loben. Pfedrrßheym was der pauren hof / sy main ten hie werr noch keyn straff / sy zochẽ den reuͤ⸗ ter entgegen / sy wuͤrgten woll vj hundertt da / der kuͤtzel gondt sich legen ja legen. Auff sant johanns tag es geschach / so man chenn steyn mitt vnngemach / thett man denn pauren schickenn / die Statt gar bald ergeben ward / es thet jn nit woll gluͤcken ja gluͤcken. Bey kempten tausent pauren seind / gele⸗ gen waren des Bundes veynd / die hat er auch gedemmett / von jn lytt er die groͤste noth / doch seind sy auch zertrennet zertrennett. Hye bleyb es wol zuͦ diser frist / wie wol noch vill vorhanden ist / es moͤcht jmant verdriessen der villeycht vermeynt in seinem syn / er moͤcht sein nit geniessen geniessen. Das soll alleyn seyn yedem kundtt / das er betracht diße zeytt vnd stund / denck das vnnß got thuͤt straffen / die mir sein wortt verachtenn gar / wir werden nit entlauffen entlauffen. was du thuͤst / so bedẽck das end. Show less

Lied vom Ehestand
Ein lied vom Ehestand / Jn dem thon wer ein redlicher Kryegßman wil sein rc. ¶ Es ist vor zeiten syt gewesen / als wir in alten gschichten lesen / dz man braut lied hat gsungen / Also hab ich eyns mit Gotes hilff / zuͦ singen vnder wunden ¶ Man sagt vñ singt vom ehstand vil / sein lob ich... Show more Ein lied vom Ehestand / Jn dem thon wer ein redlicher Kryegßman wil sein rc. ¶ Es ist vor zeiten syt gewesen / als wir in alten gschichten lesen / dz man braut lied hat gsungen / Also hab ich eyns mit Gotes hilff / zuͦ singen vnder wunden ¶ Man sagt vñ singt vom ehstand vil / sein lob ich allzeit merẽ will / weil mich got lebẽ lasset / allain war ich elende kranck / elend ließ mich nit schlaffen ¶ Nur hoͤret zuͦ ir alt vñ iung / auß wz vrsach der eestand kompt / die schrift thuͦt vns beweisen / im ersten buch haist Genesis / als Moses vns thuͦt schreyben ¶ Da got den ersten menschen macht / gar bald sein Goͤtlich weißheit sprach / es ist nit guͦt dẽ menschen / das er allain sey / sagt bald darnach / ich wil im ein hylffen machen ¶ Der Ehestand ist ein goͤtlich orden / got hat in darum̄ außerkorn / der halben sol man preysen / die huͦrerey vnd ander sünd / kan man darin vermeyden. ¶ Zuͦ meyden die verfluͦchten huͦrey / ain yeder hab sein aygen weib / als vns sant Paulus leret / solche rainen goͤtliche ler / die mag man yetzund nit hoͤren ¶ Darumb sinnd souil huͦrer worden / auch im falschen geistlichen orden / huͦrer künden sy nit leyden / wirt aber einer ein ehelich man / dẽ thond sy bald vertreiben ¶ Drey huͦren werden eim zuͦ gelan / er muͦß aber kain Eheweib han / O wee dem hailigẽ orden / mit irer gferbten hailigkait / seindt sy zuͦ schanden worden ¶ Ehestand du wirst so gar veracht / das kumpt allain auß der vrsach / nyem⸗ andt wil kummer leyden / die falschen keüshheit wirt hoch erhoͤpt / bayden in maͤ vnd weiben. ¶ Recht keüsch hait ist ein seltzamer vogel / hat vil der minich vñ pfaffen betrog en / des gleychen vil der Nunnen / das sye wider Gotes wordt keüsch leben vnd⸗ er wunden. ¶ Wer sich der keüschheit vnder windet / vñ gotes gab nit bey im find der wirts nit halten künden / ob er gleich nit treibt huͦrerey / thuͦt er doch stum̄en sünden. ¶ Christus dasselb vermeldet hat / wie mathei geschribẽ stat / am neüntzehendẽ Capitel / wers fassen mag der faß es fpricht er / dz ist der keüscheit mitel. ¶ Zuͦ letst volg man eym trewen rath / so yemandt heimlich leyden hat / der laß sich nit verbinden / thret frisch in den Ehelichen stand / da wirt er aͤrtzney fynden ¶ Ob gleich dar inn sind boͤsse tag / so sey maͦ darumb vnuerzagt / Gots wordts nym̄er mer vergessen / in dem schwaiß deins angesichts / solt du dein brot ia essen. ¶ Besser ist boͤß tag on sünd han / denn in den güten in sünden stann / das creütz wil sein getragẽ / die zeyt ist kurtz / die frewd wirdt lang / die Christus vns zuͦ saget ¶ Ein Thurner auff seinner wach / hat vns das hochzeyt lied gemacht / froͤlich seinet braut gesungen / von Wolgast auß dem Pummer lannd / ist er mit gots hylff kummen. Show less

Deutscher Bauernkrieg
EIn new Lied/ wie es in dem Fraͤnckischen Pawren krieg ergangen ist. Jn dem thon / Sie sind geschickt zum sturm zum streyt. Ach Got in deinem hoͤchsten thron / du woͤllst vns nicht entgelten lon / das wir so boͤßlich leben / in Welschem vnd in Tent⸗ schem landt / keiner helt sich nach... Show more EIn new Lied/ wie es in dem Fraͤnckischen Pawren krieg ergangen ist. Jn dem thon / Sie sind geschickt zum sturm zum streyt. Ach Got in deinem hoͤchsten thron / du woͤllst vns nicht entgelten lon / das wir so boͤßlich leben / in Welschem vnd in Tent⸗ schem landt / keiner helt sich nach seinem standt / sie thuͦn all weyter streben. O Gott von hymel vnser Herr / deyn Goͤtlich gnad nicht von vns ker / in disen jamer zeyten / vnd nicht nach vnser misse⸗ that / allein nach deiner barmhertzigkeyt / thuͦ vns Herr alle richten. Eyn spil hat sich gefangen an / kost manchen frum̄en bidermann / wol in dem Francken lande / Der yetzunder sterben muͤß / ist seiner sunden nur ein buͤß / vnd stirbt on alle schande. zuͦ Rotenburg hat es sich angespunnẽ / ist mancher Pawr zuͦsamen kumen / mit jren kluͦgen sinnen / sam werens Euange / lisch knaben / was sie daran gewunnen haben / sein sie wol worden innen. Darnach seynd sie gezogen auß / bey Morgeta fuͤr das newe hauß / das theten sie auß leren / jr syn stuͤnd jn gen Francken eyn / kein Pfaff Muͤnich solt darinn seyn / die Schloͤsser all zerstoͤren. zuͦ Lauda haben sie gefangen an / der Reigelsperg muͦst auch darañ / Neuburg thetten sie auch finden / vñ Stolberg leyt auff einem reyn / nit weyt daruon der za⸗ belstein / den thetens auch verbrennen. Bey disen wil ichs bleyben lan / Es wurd vil muͦe vnd dichtens han / solt ich sie alle nennẽ / es war gar manches vestes hauß / noch thet man sich nit weren drauß sie thetens all verbrennen. Vnser Frawen berg vor Würtzpurg schon / den woltens auch zerstoͤret hon / darfuͤr theten sie schantzen / vnd schussen all mit freuden dreyn / jr vil daruor er⸗ schossen seyn / Got troͤst jr aller seelen. Goͤtz von Perling vnd auch sein heer / lag in der stat als ich verstee / waren eytel Pawrs knaben / Florian Geyr zuͦ Heydeß⸗ feld lag / vber achtzehen tauseut Haubt⸗ man was / waren eytel Frenckisch knaben. Graff Joͤrg von Wertheim war auch darbey / er muͦst jn leyhen puluer vñ bley / darzuͦ hetten sie jn zwungen / Auch zwo buͤchsen die waren groß / sie triben steyn ein grossen kloß / sein alle beid zersprungẽ An einem Montag do es geschach / den Pawren war nach stuͤrmen gach / in jren vollen sinnen / sie solten abents wachen gan / do fiengen sie ein lerman an / das Schloß wolten sie gewinnen. Sie schryen all her her her her / das schloß zuͤstuͤrmen was jr beger / im schloß wurd man es innen / man schoß zuͦ allen fenstern auß / vnd speyen tapffer feür auß / sam wer der teuffel drinnen. Das wert biß in die dritten stundt / gar mancher Pawr wardt verwundt / von buͤchsen vbel geschossen / sie muͦsten wider ziehen ab / sie hetten keinen gewinn darab / hat sie gar hart verdrossen. Ein potten theten sie ruͤsten bald / gen Rotenburg in solcher gstalt / dem Rath theten sie schreyben / vnd das er bald her⸗ wider kem / zwo scharpffer schlangẽ mit jm nem / ein Rat muͦst jns leyhen. Der pot der ruͤstet sich die weil / gen Ro tenburg in schneller eyl / zwo buͤchsen thet man jm leihen / das waren die aller schoͤn sten rhor / sam ich sie nie gesehen han / der hauff thet sich jr frewen. Man thet sie richten in der schantz / erst wolt sich hebẽ der rechte tantz / ins schloß gund man zuͦ schiessen / ein stuͤck fiel von der mauren ein / all die dariñ geleten sein ward es gar seer verdriessen. Jn dem̄ kamen die newen maͤr / ja wie der Bundt vorhanden wer / gen Wuͤrtz⸗ purg woͤlt er ziehen / wolt retten vnser Frawen berg / die Pawren wolt er trey⸗ ben weg / sie wolten ye nit fliehen. An einem Freytag in der nacht / hat sich Goͤtz von Berling auff gemacht / seyn hauff mit jm genum̄en / vnd sechs vnd viertzig buͤchsen stuͤck / schlangen falcke⸗ net vnd feld geschuͤtz / dem Bund wolt er bekumen. Vnd zoch wol in das Taubertall / zu Kuͤngßhofen sein geleger war / der feindt thet er da warten / Sein buͤchsen richt er in das feld / sein ordnung die war wol be⸗ stelt / von spieß vnd Helleparten. Am Freytag vor Pfingsten es geschach / do man den Bund her ziehen sach / mit einem grossen here / die Pawrn zugen den berg hinan / jren vorteyl wolten sie inne han / vnd sich der feindt da weren. Dem reysigen zeug dem was so gach / der verlorn hauff eylt jn hinden nach / in die Pawrn thetens brechen / jr keiner wolt jn nit beston / ein yeder meint wer ich dar⸗ von / vnd huͤben an zuͦ streychen. Sie wichen bald vnd lieffen seer / wol nach dem wald stuͤnd jr beter / jr keiner dorfft sich weren / da bliben bey sechs tau⸗ sent man / die jr leben da verloren han / Got troͤst jr aller seelen. Zuͦ Würtzpurg ruͤst man sich mit gan⸗ tzer macht / am Pfingstag abent vmb mit⸗ tenacht / wolten zuͦ hilffe kumen / jren bruͤ⸗ dern die da lagẽ dauß / sie sind zuͦ lang ge⸗ wesen auß / vñ waren seer all vmbkumen. Sie zugen schnell vnd eylten seer / gen Kuͤngßhofen stuͤnd jr beger / der Bundt zon jn entgegen / sie zogen widerumb zuͦ rugk / vnd schlussen da jr wagenburgk / sam wolten sie sich weren. Der reysig zeug eylt auff sie dar / die Pawrn wurden jr bald gewar / vnd huͤ⸗ ben bald an zuͦ weichen / da bleyben jr bey drey tausent todt / Got woͤl jr aller seel ge⸗ nad / in seinem hymelreiche. Der reysig zeug reyt auff sie an / alda kam jr nicht vil daruon / etlich hetten sich verkrochen / ein Schloͤßlin das leyt nahet darbey / jr vil waren gewichen dreyn / da fieng man an zuͦ puchen. Es puchtẽ an in schnellem trutz / schlan gen falckenet vnd groß geschuͤtz / hefftig chet es anpuchen / sie scheltẽ die maur wol halbweg ein / Karthaunen giengen gar hefftig drein / die peurin thet grob kochen. Man het nit lang geschlossen daran / die knecht lieffen mit stuͤrmen an / ehrlich thetten sie sich weren / man muͤst wider abelan / das geschuͤtz ließ man wider gan / jr vngluͤck wurd sich meren. Erst huͤb man an mit gantzem gwalt / alda muͦst sterben jung vnd alt / Gott woͤl jn allen gnaden / das vngluͤck hat sie heuͤr getroffen / wer weiß wen es biß jar wirdt aͤffen / an wen es wirdt geraten. Am Donnerstag do es geschach / do man den Bischoff kummen sach / zuͦ Würtz⸗ purg einhin reyten / Hertzog Otheinrich war auch darbey / Hertzog Ludwig Pfaltzgraff bey dem Rein / der Bischoff von Trier freye. Es geschach wol an dem selben tag / zwen vnd sechtzig man die koͤpff schluͦg ab / kein gelt mocht sie nicht helffen / man fieng auch seer den gantzen Rat / wieß jn hernach ergangen hat / darbey wil jchs lassen bleyben. Nun woͤll wir bitten den waren Got / er woͤl vns helffen auß aller not / vnd all die da vmbkumen / Gott geb jren seelen rhuͦ vñ freud / vnd vns hernach die selig⸗ keyt / wer das begert sprech Amen. ¶ Gedruckt zuͦ Nuͤrnberg durch Kunegund Hergotin. Show less

Lied über den Hausrat in der Armut
¶ Ain lied von dem haußrat guͦt / der gehoͤrt zuͦ der armuͦt. ¶ Die welt thuͦt an mich bringen / mit hüpschen wort en kluͦg / das ich muͦß aber singen / vnd ist nit wol mein fuͦg. Ach got was sol ich singe heür / seytmal es ist wor⸗ den so teür/ es kam mir auch nit wol zuͦsteür/ das es so ... Show more ¶ Ain lied von dem haußrat guͦt / der gehoͤrt zuͦ der armuͦt. ¶ Die welt thuͦt an mich bringen / mit hüpschen wort en kluͦg / das ich muͦß aber singen / vnd ist nit wol mein fuͦg. Ach got was sol ich singe heür / seytmal es ist wor⸗ den so teür/ es kam mir auch nit wol zuͦsteür/ das es so vast auf schluͦg. ¶ Jch het mir für genomen / das ich in disem jar / groß guͦt woͤlt überkomẽ / nun gschicht es nit für war / mein gwin gand über milch vnnd brot / in meinem hauß ist angst vnd not / ich kauff das schmaltz ein bey dem lot / es wirt mir schier zuͦ schwar. ¶ Jch kauff vast auß der hucke / dariñ gibt man mir theür / zum ofen ich mich schmucke / da brint ain klaines fewr / mein holtz das kauff ich nach der pauß / ich lauff in aines wagners hauß / vnd trag vmb ainen pfenning rauß / also ner ich mich heür. ¶ Mein hauß ist oben lere / vnd vnden nit vil driñ / das seind nit guͦtte mere / vñ ich mich offe besiñ / wie ich kaͤm hinder guͦt vnd eer / das glück fleücht von mir also ferr / das heürig jar ist gantz mein herr / das ich nit vil driñ gwiñ. ¶ Jch hab nit schoͤne bette / vnd lig fast auff dem stro / ich auch nit vil verzette / das selb bin ich nit fro / wer nach mir gat der findt nit vil / ich hab ain pfannen hat kain stil / ich lig da haimen in der hil / vnd sauge offt die klo. ¶ Es ist fast sauber in meim hauß der brotkorb stat offt ler / die meüß die fliehen von mir auß den hunger klagen sy seer / mein brot das schimmelt mir nit fast / die schuͦhe bind ich offt mit bast / mein gwandtruch vnd der kuchenkast / stond zuͦ aller zeyt ler. ¶ Das bachschmaltz tuͦt mir vil zuͦlieb / das schepff ich auß dem lech / es machet mir nit faißt mein rieb / dennocht ichs nit verschmech / in meinem gelt wird ich nit irr / mein guldin mach⸗ en mir kain gwirr / mein allerbestes silbergschir / das ist verrent mit bech. ¶ Jch hausen also stoltze / hab weder tisch noch stiel / dartzuͦ kain pfannenholtze / wañ ich dañ abe spiel / der schisseln seind nit meer dañ zwuͦ / ain alts teller kert auch dartzuͦ / in meinẽ stall kelbert kain kuͦ / wañ es meinr frauwen gfiel. ¶ Jch kan nit wol verderben / ich bin vorhin nit reych / leit es mir denn offt herbe / das ist der armuͦt gleich / die weil ich leb so stirb ich nit / han ich nit vil das walt der rit / Jch welt wer ge ren armuͦt lit / das er mir wurd geleich. ¶ Mein fraw die hat guͦt leben / sy darfft nit fruͦ auf ston / den kuͤen zessen geben / sy lats wol vmbhin gon / die flech die seind ir bestes vich / den wartet sy gar aigenlich / sy gend ir mengen herten stich / wend sy nit schlaffen lon. ¶ Nichts wirß verdreüßt mich in der welt / das merckent aigenleych / wañ das die armen hond kain gelt / vnd seind auch selten reych / kain armer stifft kain gotshauß nit / er sitzt wol selbs darfür vnd bit / wer im durch gotes willen git / dem danckt er fleyssigkleych. ¶ Jch wolt man nem den glerten / jr rent vñ gilt ain tail / die sy hie hond auff erden / biß das es wurd wolfail / vñ tailt es vnder die armuͦt / die selben hond kain stifftes guͦt / was sols das man nun denen thuͦt / die vor seind vol vnd gail. ¶ Jch hab ain hertern orden / wann alle karteüser / ich bin fast gaistlich worden / darbey wechßt mir kain schmer / die mett sing ich zuͦ rechter zeyt / ee das man in den kloͤstern leyt / mein kind mir zuͦ den oren schreyt / der orden ist mir schwer. ¶ Noch woͤlt ichs als nit klagen / wer es nun nit als teür / vnnd thet wider abschlagen / das kem mir wol zuͦ steür / das alle ding nit gult als vil / vnd blib auch bey dem rechtñ zil / so woͤlt ich qwinnen was ich wil / der pfenning als der spreür. ¶ Jch wolt das ain pfund schmaltze / gult ainen guldin zwar / das wer auch hoch gesaltze / vnd werte zehen jar / ain schaff koren gult zwaintzig pfund / vñ werte sechtzigtausent stund / welcher verstuͤnd den rechten grund / es schied nit vmb ain har. ¶ Nach regen scheint die sunne / das sag ich eüch fürwar / es ist noch nie zerrunne / das wis⸗ sent alle zwar / nach vnglick kommet geren glick / das selb ist vor geschehen dick / darumb ich noch nit gar erschrick / ich waiß vil guͦter jar. Show less

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