Von "Graf Friedrich der seine Braut holet";
Ein gar schoͤn New Lied / Von Graff Friderichen der sein Braut holet / vnd wie es jm er⸗ gieng ⸗ Gemert vñ gebessert. Jn seinem alten Thon. GRaff Friderich wolt außreiten / mit seinen Edelleuten / wolt holen sein Eheliche braut / die jm zu der ehe ward vertrawt. Als er mit seinem Herren... Show more Ein gar schoͤn New Lied / Von Graff Friderichen der sein Braut holet / vnd wie es jm er⸗ gieng ⸗ Gemert vñ gebessert. Jn seinem alten Thon. GRaff Friderich wolt außreiten / mit seinen Edelleuten / wolt holen sein Eheliche braut / die jm zu der ehe ward vertrawt. Als er mit seinem Herren hauff / Ritt einen hochen bergk hinauff / an einẽ engẽ kleinen weg / kam er auff einen schmalen steg. Jn dem gedreng dem Graffen werd / schoß auß der scheid sein Scharpffes schwert / verwundet im sein liebe Braut mit grossen schmertz seins hertzen traut. Das blut jr auff die erden schoß / das nam sie ein schrecken groß / Graff Fride⸗ rich der war vnmuts vol / sein liebe Braut er troͤstet wol. Auß zog er bald sein hemmet weiß / truckt jrs in die wunden mit fleiß / das hemmet wurd von blut so rot / als ob mans drauß gewaschen hat. Er gab jr sehr freundliche wort / kein man nie groͤssere klag erhort / die von ei⸗ nen mans bilde kam / dan von dem Graf fen Lobesan. Graff Friderich edler Herre / ja bit ich euch so sehre / sprecht jr zu ewrem Hof findt / vnd das sie mehlich reiten thundt. Sprecht jr zu ewren leuten / vnnd das sie gmachsam reitẽ / ich leid groß schmer⸗ tzen vnd groß klag / vnd das ich nimmer Reiten mag. Graff Friderich ruͤfft sein Herren / jr solt nit reiten sehre / mein liebe Braut ist mir verwundt / O Reicher Gott mach mirs gesundt. Graff Friderich zu seim hoff einreit / sein Mutter jm entgegẽ schreit / biß Got will kum̄ du Sone mein / vnd all die mit dir kommen sein. Wie ist dein liebe Braut so bleich / als obs ein kindlein hab bezaicht / wie ist al⸗ so jñigley / als obs eins kindleins schwan ger sey. Ey schweig dus Mutter stille / vñ thus durch meinend wille / sie ist kindshalben nit vngesund / sie ist biß auff den tod ver⸗ wundt. Da es nun ward die rechte zeit / ein koͤstlich wirtschafft war bereit / mit aller sach versehen wol / wie eins Fuͤrsten hoch zeit sein soll. Man setzet die Braut zu tische / man bracht wilpret vnd fische / man schencket ein den besten wein / die Braut die mocht nit froͤlich sein. Sie mocht weder trincken noch essen / jrs vnmuts kundt sie nicht vergessen / sie sprach ich wolt es wer die zeit / das mir das beth schier wurd bereit. Das hoͤret die vbel schwiger / sie redet gar bald hinwider / hab ich mein tag das nie erhoͤrt / das ein Junckfraw zu beth begert. Ey schweig dus mutter stille / hab dar ob kein vnwillẽ / sie red es nit auß falschẽ grund / sie ist todkranck zu diser stund. Mann leuchtet der Braut zu bethe / vor vnmut sie nichts redte / mit brinnenden kertzen vnd facklen gut / sie war traurig vnd vngemut. Mann leuchtet der Greffin schlaffen / mit Rittern vnd mit Graffen / mit Rit⸗ tern vñ mit reutern / mit eittel edelleuten Graff Friderich edler Herre / so bitt ich euch so sehre / jr wolt thun nach dem wil⸗ len mein / last mich die nacht ein junck⸗ fraw sein. Nur dise nacht alleine / die andern fuͤr baß keine / wo mir Gott will das leben gan / bin ich euch fuͤrbaß vnterthan. O Aller liebster gmahel mein / der bitt soltu geweret sein / mein schatz / mein trost / mein schoͤnes lieb / ob deinem schmertz ich mich betruͤb. Du außerwelte kaiserin / nu muß Gott ewig klaget sein / sollstu durch mich ley⸗ den solch pein / des muß ich ewig trost⸗ loß sein. Du hertzen lieb mein hoͤchster hort / ich bitt dich hoͤr mich noch ein wort / hab ich dich toͤdtlich wund erkendt / verzeih mir das vor deinem endt. Ach aller liebster gemahl vnnd Herr / bekuͤm̄ert euch vmb mich nit sehr / es sey euch alles verziehen schon / nichts arges habt jr mir gethan. Sie kert sich gegen der wende / sie nam ein seliges ende / in Gott endt sie jr leben fein / vnd blieb ein junckfraw keusch vnd rein. Zu morgens wolt sie haben / jr vatter reich begaben / da war sie schon verschi⸗ den / in Gottes nam vnd friden. Jr vatter fragt alle vmbstendt / wie sie genommen het jr endt / Graff Friderich sprach ich armer man / bin Gott seis klagt schuldig daran. Der Breut vatter sprach in vnmuth / hastu verrert meins kindes blut / so must du auch darumb auffgeben / durch mei⸗ ne handt dein junges leben. Mit dem wort zog er auß sein schwert / erstach den Edlen Graffen werdt / mit grossem schmertz durch seinen leib / das er todt auff der erden bleib. Man bandt jhn an ein hohes Roß / man schlaifft jn ein das tieffe moß / dar⸗ ein man seinen leib begrub / kuͤrtzlich zu pluͤhen es anhub. Stund an biß auff den dritten tag / es wuchsen drey Lilgen auff seinem grab / darauff da stundt geschriben / er wer bey Gott geblieben. Ein stim̄ vom Himel gieng herab / man solt jn nemen auß dem Grab / der schul⸗ dig wer an seinem tod / muͦst sonst drum̄ leiden ewig not. Man grub jn wider auß dem Moß / man fuͤrt jn auff sein festes Schloß / zu seiner braut man jn begrub / sein lebliche farb sich erhub. Er ward am dritten tag schoͤn todt / noch gluͤet er als ein Rosen rott / vnder seinem angesicht fuͤrwar / sein gantzer leib war weiß vnd klar. Ein groß wunder auch da geschach / das mancher mensch glaubhafftig sach / sein Lieb mit armen er vmbfieng / ein red auß seinem munde gieng. Vnd sprach Gott sey gebenedeyt / der geb vns ein die ewig freudt / seid ich bey meinem gemahel bin / scheidt ich von di⸗ ser welt dahin. Mit leichtem vnd geringen mut / laß hinder mir mein vnschuldig blut / ich far dahin / ich far dahin / auß not ich nun er⸗ loͤset bin. Gedruckt zu Nuͤrnberg / durch Friderich Gutknecht. Show less

Schlacht in Piemont, 1544
❧ Ein hüpsch nüw Lied / vnd warhaffte gschicht / von der Schlacht in Pemont vor Carmiolen. Beschaͤhen vff den Ostermentag 1544. Jm thon deß Lieds von Toll / oder Jennowers. JEtzt heb ich an im nammen / heilger Tryfaltig⸗ keyt / Vatter / Sun / Geist zuͦsam⸗ men / ein Gott in Ewigkeyt /... Show more ❧ Ein hüpsch nüw Lied / vnd warhaffte gschicht / von der Schlacht in Pemont vor Carmiolen. Beschaͤhen vff den Ostermentag 1544. Jm thon deß Lieds von Toll / oder Jennowers. JEtzt heb ich an im nammen / heilger Tryfaltig⸗ keyt / Vatter / Sun / Geist zuͦsam⸗ men / ein Gott in Ewigkeyt / wir thuͦnd dich trüwlich bitten / verlych vns gnad vnd krafft / das wir moͤ⸗ gend behalten / das lob der frommen alten / loͤblicher Eydgnoschafft. Nun merckend vff groß wunder / wie es ergangen ist / das singen wir üch bsunder / vß gnad Herr Jesu Christ / hatt hilff gethan den synen / frommen Eydgnossen guͦt / O Gott in dinem him̄el / das glück ist yetzund sinnbel / halt vns in dyner huͦt. Man zelt Tusent fünff hundert / ouch viervnndviertzig jar / hand die from̄en Eidgnossen / ein feldschlacht than ist war / wol vff den Ostermen⸗ tag / vff einer wytten heyd / handt sy jhrn vyend gschlagen / die selben Schwytzer knaben / die widerpart tregt leyd. Marckiß der thuͦt vns scheltẽ / ent⸗ büt vns boͤse wort / er woͤll vnns lon engelten / troͤuwt vnns mit hencken mordt / kein Schwytzer lassen blybẽ / todt schlahen mit sim heer / will vns vom Künig trybẽ / das wir daheim beliben / wider jn nit kriegen mer. Er thuͦt vnns Türcken schelten / kaͤtzer vnnd anders mer / das will jm Gott vergelten / vñ sinẽ gantzen heer / das die frommen Eydgnossen / also verachtet sind / früsch vff jr Schwy⸗ tzer knaben / zun vynden woͤll wir traben / vnd schlahen vff die grind. Sy hands an vns erworben / für⸗ war an menchem endt / Mundenwy muͤssends dorben / daran wir dencken wend / wie sie an vns hand ghalten / kriegßrecht ouch frid vñ gleyt / wend trülich vff sie wartẽ / mit spieß vñ hal lenbartẽ / on vortel vff gruͤner heyd. Jr sind im Landt vmbzogen / tri⸗ ben groß vbermuͦt / üch in Garnian gschobe / driñ gmacht Bastien guͦt / daselbst vil muͦtwill triben / hoffart vnd buͤbery / da assend jr guͦt hanen / die braten vnnd Capponen / Roß⸗ fleisch zuͦletst darby. Der Marckiß ruckt von dannen / am heilgen Ostertag / mitt zwentzig tusent mañen / zuͦfuͦß wie ich üch sag / Garnian wolt er spysen / entschütten mit synr macht / d Frantzosen muͦß ich loben / sind jm die Straß fürzogen / ein scharmütz mit jm gmacht. Vff mentag an dem morgen / das laͤger da vff brach / zog an den vynd mit sorgen / von Garmiolen gmach / ein halbe tütsche myle / sach mann die vyend stan / vier huffen gwaltigkli⸗ chen / zuͦ Roß fast süberlichen / inn harnisch angethan. Da fieng man an vßzuckẽ / dz wert drithalbe stund / dz groß gschütz zuͦ⸗ haͤr rucken / ist mengem kriegßman kundt / ßhandtgschütz gieng wie der hagel / das groß darunder lut / für⸗ war ich gsach kein zagen / früsch dran wir woͤllens wagen / schrüwendt die houptlüt guͦt. Da thet man zaͤmmen rucken / vff einer heid wz gruͤn / ich sach sich kei⸗ nen schmucken / die vyendt warend kuͤn / froͤlich mitt vnns zuͦ wagen / schwungen dFennli herfür/ kamend vff vns hertringẽ / vor muͦtwill thet⸗ tends springen / wir machtend jn guͦt gschirr. Die Schwytzer vñ dLãtzknechte / griffen einander an / da gieng es an ein fechten / es kostet mengen mann / die Schwytzer wil ich loben / sy schluͦ⸗ gen dapffer dryn / sy stachẽ dryn mit spiessen / thet die Landtsknecht ver⸗ driessen / keinr wolt der hinderst sin. Ein Schwytzer schrüw / thet düt⸗ ten / haͤllenparten herfür / flux vff die rechtẽ syten / da ward jn lachen thür / vil edler Ritter / Grafen / die wichen nitt ein tritt / wir schluͦgen druff on trurẽ / glych wie die Schwytzer Bu⸗ ren / schontendt deß Adels nit. Hinder sich schluͦg wir zruckẽ / wie seer sy dz verdroß / die vyend thetend rucken / mitt jrer ordnung groß / fien⸗ gend an hefftig strytten / sy warendt wol gerüst / die Schwytzer kontends brechen / mit howen vnd mit stechen / den grind hand wir jn bürst. Die Landtsknecht thatend wy⸗ chen / jr hoffart hat ein end / vnd lies⸗ send dFendli schlychen / die flucht sy gnommen hend / vber ein wyte hey⸗ de / da was ein graben groß / sy staltẽ sich zuͦ weren / die Schwytzer thetens beren / mit jren schwerten bloß. Jr Fendli hand wir gwunnen / es kam nitt eins daruon / mit houwen stechen gnommen / vil mengen Edel mann / ja die wir hand erschlagen / so vil der kriegßlütt guͦt / sy moͤchtind ein erbarmen / die stoltzen man noch warme / die heid was rot von bluͦt. Sy lagen inn der strassen / vnnd stracktind vff jhr hend / bittend üch from̄ Eydgnossen / das jr vns gfan⸗ gen nend / vnnd fristen vnser leben / helffen vß diser not / thuͦnd üwern zorn stillen / durch Jesus Christus willen / der für vns leydt den todt. Jr hand vns troͤwt zůhenckẽ / kei⸗ nen nit lassen gan / dFrantzosen vffs Meer sencken / dz ander als erschlan / yetz wol wir üch intrencken / hoffart vnnd vbermuͦt / wend üch das leben schencken / das jhr daran gedencken / verschmaͤcht kein Schwytzer guͦt. Die Schlacht die nam ein ende / Got seyt wir lob vnd danck / hufften die gfangnen bhende / thettend ein widerschwanck / luͦgend lieben Eyd⸗ gnossen / vber die wyten heid / vns ist keiner entrunnen / ein guͦt lob hand wir gwuñen / ist dẽ Marckissen leyd. d Frantzosen sind gestandenn / by vns zuͦ rechter syt / by den dry tusendt mannen / hand than wie biderblüt / hand Taliener gschlagen / ouch den reysigen huff / die Fendli alle gwun⸗ nen / jr ist nit vil entrunnen / hand sy all griben vff. Wie wyt wir sy handt triben / sag ich üch mit der wyl / da sind sie all be⸗ liben / ein halbe tütsche myl / jr laͤger inn eim flecken / Zyraseli genant / nit wytter sind sie gwichen / wir handt sie all erstrichen / gschlagen mitt vnnser hand. Ein Frantzoß kam her trabẽ / der selb schrüw vberlut / wol vff jr schwy⸗ tzer knabẽ / dort ist ein grosse huͦt / die selben sind nit gschlagen / stand noch vff gruͤner heid / früsch dran wir woͤl⸗ lens braͤchen / mitt houwen vnd mitt stechen / zuͦ strytten was man breyt. Gegen jn thet wir dringen / on al⸗ le ordnung hin / jr gschütz liessens er⸗ klingen / woltendt abziehen fin / wir trungen an den huffen / vnd schluͦgen dapffer drin / mit spieß vnnd hallen⸗ parten / sie wolten vnns nitt warten / keinr wolt der hinderst syn. Man thet sie bald vmbrytten / en⸗ trinnen mochtens nit / sy musten vn⸗ ser beiten / sie waren gfangen lit / die Spanger all erschlagen / keinen nitt lassen gan / wend jn dz mord intren⸗ cken / keim Spanger gar nüt schen⸗ cken / Mundanwy bzalt den lon. dLantzknecht die sich ergaben / die hand wir gfangen gnon / wz d Fran⸗ tzoß mocht habẽ / da ließ er keine gan dLantzknecht theten Got loben / iñ sinem hoͤchstẽ tron / ach from̄ / trüw / lieb Eidgnoßen / nempt vns in üwer schossen / sunst kũpt nit einr daruon. Fürwar wir hand gefangen / wol vff den selben tag / Lantzknecht dry⸗ tusent mannen / loßt wytter was ich sag / wir thetends mit vns fuͤrẽ / gan Carmiol inn dStatt / da was nit vil der gsunden / der merer teil hat wun⸗ den / die man verbunden hat. Wir thettens darnach bleytten / vber den Montanyß / pacientz muͦ⸗ stens lyden / man gab jn kleine spyß / es hattend ouch gefangen / dFrantzo⸗ sen all gemeyn / nünhundert Span⸗ ger mannen / die muͦstẽ wyt hindan⸗ nen / hindersich wider heym. Fürwar es sind erschlagen / ouch an dem selbenn tag / Lantzknecht / Spanger / Jtalier / drytzentusent ist dsag / vnd darzuͦ ouch fünff hundert / die man vergraben hat / vil von Bu⸗ ren erschlagen / groß angst / not muͦß man habẽ / weñ got sin straff gon lat. Verachtlich sy vns seiten / vnd tri⸗ ben schandtlich wort / wir doͤrfften jr nit beyten / vnnd troͤwten vns groß mordt / kein woltens lassen lebẽ / Straf fen mit strang vnd schwert / mit schry en vñ mit blerren / thet sich jr muͦtwil meren / jr anschlag ward vmbkert. Da hand wir vff sy gstossen / on vortheyl vff der heyd / vierthalb tu⸗ sent Eydgnossen / der Frantzosenn wirt gseyt / drytusent ettlich reysig / die hand ouch ßbest gethan / Talie⸗ ner lon ich blyben / Lucas thuͦt nitt vil schryben / von jrem gryffen an. Wytter hand wir jn gnommen / vff den selbigẽ tag / viertzig Fendlin vberkommen / vnd sibne ist jhr klag / darzuͦ zwey reysig Paner / inn der Frantzosen gwalt / groß guͦt ist da ge⸗ wunnen / es ist nitt als zuͦ summen / Gott geb wo mans hin bhalt. Darzuͦ das mich verwundert / vil waͤgen wie ich zell / ob tusendt vnnd fünff hundert / gladen mitt wyssem maͤl / ein grosse Sum̄ der karren / mit guͦtem gsaltzen fleisch / vil Esel wol geladen / als vil sy mochten tragen / kaͤß / oͤl vnd ander spyß. Viertzehen stuck von Büchßen / sunst vil Monition / Seyl / leyttern / houwen / schuflen / wolt er mitt vber kon / Garnian wolt er spysen / dariñ mann hunger hat / sy muͤssen gar vil fasten / essen roßfleisch vnd katzen / jhr hertz in truren stadt. Die Houptlüt muͦß ich loben / sy hand sich ghaltẽ wol / das sag ich vn⸗ verzogen / zRitter man sy schlan sol / ouch ander from̄ Eydgnossen / da vor mit jhnen dran / sy hand sich ehr⸗ lich ghalten / die jungen vnnd die al⸗ ten / keinen ich schelten kann. Warlich so sind vmb kommen / vff der Eydgnossen sytt / vff disen tag der from̄en / wol an dem selben stryt / inn summa viertzig Schwytzer / die mann vergraben hatt / inn der kilch zCarmiolen / Gott hab jr Seel befol⸗ hen / man hat sy ehrlich bstatt. Der Künig vnuerdrossen / redt dz by sinen Kron / lobt die frommen Eydgnossen / das sy thuͦnd by jm ston / dz sy ouch helffen bhaltẽ / Stett Schloß vnd wytte land / wo sy nit by jm bliben / man gloubt er wurd ver⸗ triben / vß Franckrych wol erkant. Zuͦ jungen vnd zuͦ alten / spricht er woͤls gniessen lan / vnd woͤll vns ehr⸗ lich halten / dwyl er moͤg ßleben han / lieb vnd leyd mit vns lyden / vns ge⸗ ben rychen sold / land üch von mir nit tryben / thuͦnd staͤt by mir belyben / der vyend ist üch nit hold. Darumb so will ichs enden / dises gedicht furwar / ich hoff Gott werd vns senden / vil glück vnd guͦtter jar / das wir frommen Eydgnossen / inn frid vnnd einigkeyt / vnser alt lob er⸗ nüwen / das bit ich Got mit trüwen / er hab vns nüt verseyt. Der vnns diß Lied hatt gsungen / von nüwen hatt gemacht / vor froͤu⸗ den hatt er gsprungen / bald er kam ab der schlacht / er ist wytt vmbgezo⸗ gen / inn Tütsch vñ Welschem landt / kein trüw kan er nit finden / die welt ist voller sünden / ist Caspar Suter gnant. End. Getruckt zuͦ Bernn. by Samuel Apiario. 1556. Show less

Schlacht vor Granssen gegen Herzog Carle von Burgund; Schlacht von Granssen
Ein hüpsch lied vonn dem stryt geschaͤhen vor Granssen / wider Hertzog Car le von Burgund. Jnn der wyß / wie das lied von Pauy. Ein ander lied vonn dem stryt vor Granssen / Jn der wyß / Wiewol ich bin ein alter Gryß. in die gruͤne ouwe / da griffend sy die fy end an / von Eydgnossen was... Show more Ein hüpsch lied vonn dem stryt geschaͤhen vor Granssen / wider Hertzog Car le von Burgund. Jnn der wyß / wie das lied von Pauy. Ein ander lied vonn dem stryt vor Granssen / Jn der wyß / Wiewol ich bin ein alter Gryß. in die gruͤne ouwe / da griffend sy die fy end an / von Eydgnossen was menger frischer mann / mitt stechen vnnd mitt houwen. Die Walchẽ machtend ein wild ge⸗ schrey / jr vffsatz was groß mengerley / es mocht sy klein verfahen / sy traffend mit jnn durch den berg / darunder huͦb sich erst der gewerb / da sy den rechten huffen ersahend. Burgund hat ein luͦder geleit / der Baͤr greiff sy an gar vnuerseit / vnnd zart sy danider harte / Schwytz hüw vnd stach wol als ein kern / kein dop⸗ pel sach ich nie als gern / ruch hielt mans Burgund in barte. Der zuͦlouff von d Eydgnoschafft / macht mengẽ man gar grosse krafft / Zürich Lutzern hat sich nit verborgẽ / man bkannt die Ritter zuͦr ersten ruͦr / da menger Pickart nam die schnuͦr / groß mannheit hand sy erworben. Nun sag mir yederman wz er woͤll / es was ein mercklich glück vnnd groß gefell / deß sag danck Gott dem Her⸗ ren / die fynd rucktend ye mer vñ mer / biß sy kamend zuͦ jrem heer / do begun⸗ dend sy sich gar mannlich weren. Da thet der Baͤr sin klauwen stre⸗ cken / Fryburg Soloturn Biel thet⸗ tend als die recken / Schwytz stach vor dryn als die kecken / nun merckẽd mich mit vnderscheidt / inn die raͤben hatt er jnen dfallen geleit / sy fluhend bald zuͦn hürsten. Vff das hat er sin anschlag than / den Baͤren inn raͤben zuͦ vmbfan / da⸗ ruff ein rott bescheiden / die schetzt man vff sechs tusendt pferdt / soltend durch brechen über zwerch / das kam Bur⸗ gund zuͦ leide. Der spiegel aller Eydgnoschafft / siben Ort merck wie Burgund sprach / do er den Stier hort bruͤlen heryn zie⸗ en / Woluff es kumpt als Tüfels ge⸗ schlecht / da fiengend an sin Ritter vnnd knecht / gar schandtlichen zuͦ flie⸗ hen. Darumb sing ich so gar nach zucht / sy brachtend die fynd gar bald zuͦr flucht / da sy als mannlich trungend / ach künsche muͦter reine meit / du fuͦr⸗ tist sy in dinem geleit / jr hertzen begun tend jnen zuͦ neigen. Von schandtlicher flucht ward nie geseit / deß froͤuwe dich all Christen⸗ heit / es wer dir hart ergangen / hett Burgund gewunnen einen rung / als Roͤmisch Rych het gnom̄en ein sprũg / es ward darumb angfangen. Darumb thaͤt billich das Roͤmisch Rych / ein mercklichen bystand deß gelych / mag mengklich brieffen vnnd mercken / ich koufft nitt fründtschafft vmb ein brot / die mich verliessend inn der not / vnd mich erst woltẽd strecken. Deßhalb setz ich min gedicht / wil fürbaß singen vonn der geschicht / ach Gott laß mir die warheit rysen / ee sant Fridlin kam mit wyssz vnd blauw / ich hat kein haar es ward mir grauw / den nocht muͦß ich sy prysen. Sant Fridlin bot sin stirnen dar / der bracht die ruchen mit jm har / die beguntend troͤstlich schrantzẽ / der edel hochgelobte stern / der nie erlasch Zü⸗ rich vnnd Lutzern / die sach man gar fast glantzen. Vnderwalden Zug vnnd Vry / die heißt man wol die suren / sy stachend daryn on alles verzagen / do sach man Diespach vnd ouch Halwyl / die syend gar mannlich jagen. Baßler Rüter die schluͦgend dran / vnnd andere die ich nitt kennen kan / sy hand groß eer erworben / der Baͤr hielt jnn den ruggen gantz / dem setz ich vf den rosenkrantz / menger ist von jm gestorben. Gar menger hat ein dant gemacht / wenn er die sach nun recht betracht / was heil ist vferstanden / das sich der Baͤr so mannlich weert / hett er als ruch nit vmb sich zeert / stuͤnd schwach in allen landen. Deß han ich jm das kraͤntzlin vff⸗ geleit / on mittel vnnd on vnderscheid / mag ers mitt eeren tragen / vor Für⸗ sten Herren Ritter vnnd Knecht / ee sich Burgund mee an jn flecht / er muͤßt vor radt drumb haben. Was meynst du thüre Eydgno⸗ schafft / yetz vmb die kroͤnte Ritter⸗ schafft / die du hast eerlich erworben / gemein durch alle dise welt / hast jhn geschlagen vß dem veld / das meng Fürstenthuͦm̄ ist verdorben. Kein gwalt vff erden nie ward er⸗ kant / der jm doͤrfft thuͦn ein widstand / dem hast du sin eer abgeschnitten / vnd hast jm all sin wapen erblendt / loͤuwen gilgen gantz durchschendt / er wolt es wer vermitten. Er schreib sich Herr Welscher vnd Tütscher zungen / ich meyner syg deß Entchrists jungen / mit sinen vnchrist⸗ lichen sachen / vonn dem die Prophecy seit / Er wirt verkeeren die Christen⸗ heit / deß moͤcht man nit gelachen. Er meint er wer gar wol behuͦt / er hat verloren sin oberst guͦt / Houptba⸗ ner büchsen sigel guldi zeichen / O gy⸗ tigkeit du schnoͤde wurtz / ich missz dich lang ich missz dich kurtz / so mag dich niemant erweichen. Das Gott erbarm durch all sin guͤt / das man Straßburg zum hinderst be⸗ schied / das sy dordnung muͦßtend hal⸗ ten / werend sy zum erstẽ in bruch kom⸗ men / als ich jhr waͤsen han vernom̄en / da wer noch menger helm zerspalten. Das hat gethon die Gottes hand / das an dem Baͤren nitt erwandt / er thet gar froͤlich springen / mit andren sinen Eydgnossen guͦt / die hand alle ein fryen muͦt / thuͦt einer von Lutzern singen. Ein ander Lied. JM welschẽ lande hebt sich ein struß / da mag wol werden etwas vß / die klauwen wend wir wetzẽ / der Gyr dreit grossen übermuͦt / der Baͤr vnnd Stier gar wol behuͦt / wend mannlich mit jm kretzen. Zuͦ Granssen ers betrogen hat / vnd sichert sie mit falschem rhat / das ward an jn gebrochen / die frommen leüt hat er erhenckt / für war es ist jhm nitt ge⸗ schenckt / man hats an jm gerochen. Dry Küng hat er gehan im feld / vñ siben Fürsten die ich meld / den bundt wolt er gewinnen / Sin herren er bega⸗ ben wolt / jetlicher ein theil besitzen solt / das muͦst man werden innen. Dz nam der Baͤr gar schnelle war / vnd zoch mit seinen Eydgnossen dar / vnd thetten jm zuͦschryben / wolt er syn ein biderman / so solt ers Ritterlichen bstan / vnnd ouch im feld belyben. Es gschach an einem Sontag fruͦ / da zoch mann gegen Femargu zuͦ / sie woltens mit jm wagen / vnd wußtend dennocht wenig das / das jn der Her⸗ tzog als nach was / vnnd gehn jn thett gahen. Da warend berg vnd tieffe tal / der weg was ruch vnd darzuͦ schmal / dar⸗ durch sie muͦsten kommen / Baͤrn vnd Schwytz die huͦbend sich vff / vnnd zu⸗ gend dar mitt jhrem huff / der Hertzog hats vernommen. Der Hertzog wolt syn nit embern / die Baͤrnner wolt er sehen gern / er meynt sie weren alleine / er hatt wol ze⸗ hen an einen man / deß achten sie dan⸗ nocht kleine. Zürich schluͦg mit froͤuden dran / mit mengem vßerwoͤlten man / vnnd Lu⸗ tzern deß gelychen / Vnderwalden Zug vnd Glaris guͦt / die schluͦgend dar mit freyem muͦt / die walhen beguntend wychen. Der Stier vonn Vri luͤyen ward / darab erschrack der Walch so hart / die froͤud was jhm zerrunnen / ein Küng von Napels was bey jm do / den treyb man von der wagenburg so / die war jm abgewunnen. Basel das kam auch zum spil / das kundt wol schiessen zuͦ dem zil / der schimpff der wolt sich machen / sein wa⸗ genburg die was nitt gar gantz / sie sprangend froͤlich an den tantz / man hort die küriß krachen. Soloturn was auch an dem hatz / der Baͤr der thet ein harten kratz / vnd Fryburg in uͤchtlande / darwider auch gestossen hatt / Straßburg kam auch ein teyl zespat / das thet jn selber ande. Der schimpff der wert ein lange wyl / man jagt sie anderthalbe myl / sie flohen mit gewalte / er rant gen Orben inn die statt / die thor hieß er beschlies⸗ sen hart / sein hertz bgunt jm erkalten. Die Teütsche ruͦte die thet jm wee / man jagt jr vil in einen see / die schwim men wolten leren / vil mencher Walch darinn ertranck / ein grosses schiff zuͦ boden sanck / darin vil welscher Herrẽ. Vil silber gschirr vnnd rotes gold / ward den Eydgnossen da zuͦ sold / dar zuͦ ein guldin sessel / vierhundert vnnd zwentzig büchsen guͦt / die machtend jnen hohen muͦt / der hat er auch ver⸗ gessen. Sein sigel er auch verloren hat / vil baͤrlin guldi sydin wat / kron edelstein so glantze / guldi buͤcher kelch meßge⸗ wand / ein Bischoff huͦt man auch da fand / darzuͦ guldin monstrantzen. Sein taͤgen rych vonn gold so rein / der ist ersetzt mit edlem gstein / den hat er auch verloren / groͤssers spott jm nie mehr bschach / wo man d Burgunner kriegen sach / dz thuͦt dem wuͤtrich zorẽ. Der von Burgund der freidig man / der hat sein sachen nit recht gethan / er hats nit wol besunnen / der schoͤnen bü⸗ rin hat er vil / man kam jm zwüschen kugel vnd zil / daruon ist er entrunnen. Hertzog Karle hoͤrstu das / vnd das du treist gegen Eydgnossen haß / das soltu nit geniessen / kein Herr an jn nie nüt gewan / wilt du von deinem krieg nit lan / es wirt dich bald verdriessen. Dein guͦt ist yetzund worden feyl / in d Eydgnoschafft kommen ein michel⸗ teyl / deß magstu dich wol schaͤmẽ / thuͦt dir der spott nit also wee / so kum̄ haͤr⸗ wider vnnd bring noch mee / man sols bald von dir naͤmen. Jch Eydgnoschafft nacht vnd tag / in keynen noͤten nie verlag / deß thuͦt sie sich bewysen / mit jrer tapffer mannli⸗ chen hand / deß schwebt jr lob durch al⸗ le land / hoͤrt man sie ehrlich prysen. Der vns das liedlin nüws gesang / der thuͦt so menchen jrre gang / guͦt le⸗ ben ist im thüre / inn siner taͤschen ist er schwach / er klaget seer syn vngemach / das jr jm kommet zuͦ stüre. End. Show less

Austreibung eines Geistes aus einer Jungfrau in Joachimsthal
Eine Wunder⸗ bare vnd Erschreckliche Ge⸗ schicht / geschehen zwo meyl wegs vom Joachimsthal / von einer Junckfra⸗ wen / die der boͤß Geist besessen het / wie er durch der frummen Leut Gebet außge⸗ triben ist worden / Allen Christen zur warnung / Jnn gesangs weis gestellet / Jm thon: O ... Show more Eine Wunder⸗ bare vnd Erschreckliche Ge⸗ schicht / geschehen zwo meyl wegs vom Joachimsthal / von einer Junckfra⸗ wen / die der boͤß Geist besessen het / wie er durch der frummen Leut Gebet außge⸗ triben ist worden / Allen Christen zur warnung / Jnn gesangs weis gestellet / Jm thon: O Reicher Gott im Throne etc. I. MErckt auff jhr Christen alle / hoͤret zu in kurtzer frist / Ein Erschroͤckenlich Geschichte / zur Platten geschehen ist / Zwo meyl vom Joachimsthale / vernembt groß wunderwerck / last euch das gehn zu hertzen / Gott thut nicht mit vns schertzen / fuͤrwar es ist jm ernst. II. Jetzund zu der Faßnachte / des Neun vnnd fuͤnfftzigsten jars / Ein Junckfraw besessen iste / vom Teu⸗ fel also hart / der hat auß jr geredet / mit Menschlicher stim̄ / Gewaltig er wuͤtten thete / wenn man den Namen Christus betet / sag ich euch zu dieser frist. III. Die Junckfraw die hieß Anna / Ein Gotfoͤrchtiges Kind / Jr Va⸗ ter Hans mit namen / am selben ort ein Schmidt / Vier wochen ist sie kranck gelegen / biß zu der Osterrn zeit / Darnach der Feindt thet re⸗ den / hat sich im hauß lassen sehen / in gestalt eines Guckau. IIII. Die Junckfraw ye zu weylen / ein stund hat rhu gehabt / Hat fein vernuͤnfftig geredet / zu Gott gebe⸗ tet hat / Als bald sie Christus nen⸗ net / der Feind wuͤtten begund / Der Junckfrawen die Augen rauß dren get / den Kopff auff die achsel wen⸗ det / Die Zung gleich wie ein gfloch⸗ ten Wied. V. Wann sie der Feind hat verlas⸗ sen / Da hat man sie gefragt / wie sie sich doch gehabe / wie jhr sach mit jr stat / Die Junckfraw hat ge⸗ redet / wie sie doch gedeucht / auff einem Wasser sie lege / vnd grosser engsten pfleget / Die frummen leut helffen jr allwegen auß. VI. Die Priester seind darkommen / auß frembden Pfarrhen daher / den Feind auß jr zutreyben / Das sie erloͤset werd / Der boͤß Feindt hat gesaget / Er sich nit außtrey⸗ ben laß / er hab die rechte troffen / sie hab jn eingesoffen / in einẽ trunck zu der Faßnacht. VII. Es ist auch zur Platten gewe⸗ sen / Ein frommer alter Mann / ge⸗ nandt Elias mit Namen / Dersel⸗ big zur Junckfraw kam / Der boͤß Feind zu jhm saget / Elias wilt tan⸗ tzen mit mir / Zu jhm thet sagen Elias / Tantz in die ewig verdam⸗ nuͤß / darein du verstossen bist. VIII. Der Feind hub an zu pfeyffen / vnd machet einen Tantz / So bald ein schwartze Katze / vnd ein hund zur Stuben ein sprang / Die the⸗ ten mit einander / ein langen Reien fuͤrwar / darnach wider verschwun den / die Priester sich vnterwun⸗ den / Den Feind zutreyben auß. IX. Der Pfarrherr von Schlacken⸗ walde / ließ ein gemeines Gbet / wol fuͤr die Junckfraw sprechen / das sie erloͤset werd / Da hub sich ein groß saussen / wol vor der Kir⸗ chen Thor / die Hecklein wurff es zu hauffen / die Leut theten hinauß lauffen / aber sie sahen niemandts daruor. X. Die Junckfraw thet man tra⸗ gen / wol ein die Kirchen hin / das Volck das thet schreyen / zu Gott mit gemeiner stim̄ / Der boͤß Feind der thet sagen / Pfaff was gibst von der Junckfrawen mir / Ein glid / ein har / ein nagel / sonst wil ich nicht außfahren / das solst du glau⸗ ben mir. XI. Der Pfarrherr der thet spre⸗ chen / du boͤser Geyst fahr auß / Am Menschen solst nichts haben / der doch in Christo glaubt / Der Feind der thet außfaren / mit grosser vn⸗ gestuͤmmigkeit / thet er sich offenba⸗ ren / gleich wie die Fliegen scharen / fuhr er zum Fenster auß. XII. Da der Feind war außgefaren / Man trug die Junckfraw heym / da thut sie ymmer bitten / zu Gott dem Herren allein / Das er sie fort an behuͤte / vor diesem grausamen Feind / O Mensch thu dich beke⸗ ren / von Fressen / Sauffen vnnd Schweren / Gott wird dich sonst straffen hart. AMEN. Gedruckt zu Bresslaw / bey Cri⸗ spino Scharffenberg. Show less

Seegefecht bei Kopenhagen, 1560
Ein New Lied von dem Koͤ⸗ nig auß Denmarck. Jn dem thon von der stat Tham̄ zu singen. ¶ Ein ander Lied / Jch armes brüder⸗ lein / wie sitz ich hie beim wein. WEr da stuͤrmen vnd streyt⸗ ten wil / der ziech dem Koͤ⸗ nig auß Dennmarck zu / er streyt nach grossen ehren / Er hat ge⸗ zwungen... Show more Ein New Lied von dem Koͤ⸗ nig auß Denmarck. Jn dem thon von der stat Tham̄ zu singen. ¶ Ein ander Lied / Jch armes brüder⸗ lein / wie sitz ich hie beim wein. WEr da stuͤrmen vnd streyt⸗ ten wil / der ziech dem Koͤ⸗ nig auß Dennmarck zu / er streyt nach grossen ehren / Er hat ge⸗ zwungen Stet Land vnd Leuth dartzu die schwebischen Herren ja Herren. ¶ Es wonndt ein Edelman im Francken land / der nam ein hauf fen lantzknecht an / so ferr in dem Oberlande / Er fuͤrets dem Koͤ⸗ nig auß Denmarck zu / auff was⸗ ser vnd zu lande / ja lande. ¶ Er fuͤrets wol auff die hohen See / der Reyff der Schnee der thet jn wee / dartzu der biter hun ger/ ein lantzknecht zu dẽ andern sprach / hilff Gott wern wir zu lande / ja lande. ¶ Sie kamen gen Kopenhagen an das land / war manchem lantz knecht wol bekandt / sie wurden gar schon empfangen / mit Falck⸗ ennetlein vnnd Hackengeschuͤtz / mit Karthaunen vnd mit schlan gen / ja schlangen. ¶ Die Stat stund etlich schuͤtzen preyß / sie schussen drein mit gan⸗ tzem fleyß / sie schussen all geleiche / Wol vnnter die Schwedischen Reitterlein gut / von stund an mu sten sie weichen / ja weichen. ¶ Jst es nicht ein grosse schande / der Koͤnig aus Dennmarck leyt vns im land / er will vns all ver⸗ derben / sprach ein alter Schwe⸗ discher paur / es ist seins Vaters erbe / ja erbe. ¶ Sie zugen auff ein hohen Berg sie machten ein ordnung die was schlecht / mit jren hopffen stangẽ / Ein Lantzknecht zu dem andern sprach / wie hat es dir ergangen / ergangen. ¶ Sie zugen vber ein weittes feld / sie steckten die spieß wol inn die erd / sie fielen auff jr knie ni⸗ der / hat yrgents ein Lantzknecht ein suͤnd gethan/ gegen Gott sol er sie buͤssen. ¶ Wer ist der vnns das Liedlein sang / ein freyer Lantzknecht ist er genant / er hats so wol gesungen / Er ist drey mal in Denmarck ge⸗ wesen / vnd ist allweg wider kom men / ja kommen. ¶ Er singt vns das vnd noch vil mer / Gott troͤst all frum̄ Lantz⸗ knechten jr seel / die vor Kopen⸗ hagen vmb sind kummen / ist yr⸗ gẽt ein frommer Lantzknecht hie / thu mir ein freundlichs bringen / ja bringen. Ein ander Lied. JCh armes bruͤderlein / wie sitz ich hie beim wein / verzer also das mein / gast hin gast her / wie kan ich froͤlich sein / So mich der wein / stets bringt gantz vmb das mein / Nu hol vns wein / halt lahe lahe hali nu hol vns wein. ¶ Vnd ist im nu also / wer ich ein grosser thor / wenn ich ein Kuͤnig wer / ließ mirs nit tragen her / wer weiß wer es bezalt / vnd ob schon der wirdt / gar hoͤchlich darumb schmalt / Nun hol vns wein / hali lahe lahe hali nun hol vns wein. ¶ Wie ich im aber thu / so hab ich doch kein rhu / kein tochter / noch kein sun / gantz eygen ich bin da⸗ rumb sitz ich alhie / vnnd leb im sauß / im wein das mein verpauß / Nun hol vns wein / hali lahi rc. ¶ Wiewol ich offt bedenck / das sich so mancher henckt / sein leib vnd seel verkrencks / als heut vnd morn / blaß auff ins jaͤgers horn / als offt als dick / als vngluͤck fert zuruͤck / Nun hol vns wein / hali lahe lahe hali nu hol vns wein. ¶ Darumb leb ich im sauß / vnnd heyß der Hanns vom Bauß / im wein das mein vertauß / mir liebt der wirt / mich gantz vnd gar nit irrt / hab ich kein geldt / gut gesel⸗ schafft mir gefelt / Nun hol vnns wein / hali lahe lahe hali nun hol vns wein. Gedruckt zu Nuͤrmberg durch Valentin Neuber. Show less

Streit zwischen Schwestern
Ein schoͤn New Lied / Von zweyen Schwestern / einer Reichen vnd ar⸗ men / Wie die Reiche der Armen in jrer groͤ⸗ sten not / auch das Brod versaget / Vnd jhr keins leyhen wil. Auch wie der Reichen hernach solch jr Brot / zu stein wird. Menigklich zu einem Exem⸗ pel / sehr nuͤtzlich zu ... Show more Ein schoͤn New Lied / Von zweyen Schwestern / einer Reichen vnd ar⸗ men / Wie die Reiche der Armen in jrer groͤ⸗ sten not / auch das Brod versaget / Vnd jhr keins leyhen wil. Auch wie der Reichen hernach solch jr Brot / zu stein wird. Menigklich zu einem Exem⸗ pel / sehr nuͤtzlich zu Singen. ¶ Jm Thon / Wie der Bentzenawer. ACh wer wil hoͤren singen Ein wunder newes Lied Von wunderlichen dingen Jn Holand geschehen sindt Wol von zwey leiblichen schwesterrn / Wol von der Reichen Welt Die arme die thet sie bitten Aber sie hat nicht gewoͤlt. Die arme hett sechs Kinder Die litten hungers not Sie hatt jr mehr noch minder Jr frommer Mann war todt Die Kinder weinten sehre Die Mutter was mit leyd vmbfang / Sie ruͦfft zu Gott dem HErre Das er jr wolt beystan. Die Nachbar all geleyche Sagten jr mit gutem bescheyt Ewr schwester die ist gar Reiche Geht hin vnd klagt jr ewr leyd Ewr not die thut jr klagen Vnd sagt jr ewern geprech Ach nein so thet sie sagen Mein schwester ist vil zu frech. Noch thet sie bald hin gehen zu jr Schwester in die Stat Ob sie jr ein Brod woͤlt leyhen Vmb GOTtes willen sie bath Ach woͤlst mir kummen zu stewer O liebe schwester in meiner not Jch hab sechs Kinder beim fewer Die versuchtẽ in drey tagen kein brot. Do das die Reiche hoͤret Sie richtet sie dapffer auß Sie sprach mit frechen worten Jch hab kein Brod in meim hauß Bin ich schon geheissen die Reiche Vnd helt man mich auch darfuͤr Ich schwer bey Gott im Himelreiche Das ich keins hab in meiner thuͤr. Hab ich Brod groß oder kleine Bey dem Herrn das sey geschworn Gott geb das es wert zu eim steine Das ich habe in meiner Drasur Die arme weynet seere Vnd gieng zu jren Kindern heim Was thett aber Gott der HErre Das brod ward verwandelt in stein. Vnd da das die Reich erfure Das wart verwandelt in stein jr brod Sie ward in grosser gefare Sie folgt jr schwester mit not Ach woͤlst mir das vergeben Liebe schwetzer das bitt ich dich Jch wil dir Gelts gnug geben Das du magst kauffen fuͤr dich. Drey Kinder wil ich dir halten O liebe schwester nur froͤlich sey Bitt Gott fuͤr mich manigfalte Das er mirs vergeb zu diser zeit. Wolt dieses Exempel annemen Die haben das grosse Gut Das ewr Brod nit werd zu steine Der seim nechsten nit mittheilen thut Gedruckt zu Nuͤrmberg / durch Valentin Newber. Show less

Lied über das Wort Gottes in Olmütz
Ein Schoͤn new Lied / so sich zugetragen / von des Worts Gottes we⸗ gen / zu Olmitz an S. Paulus Beke⸗ rung. Jm Thon / O Reicher Gott im Throne etc. O Gott ich thue dirs klagen / mein jamer vnd grosse noth / die sich hat zugetragen / zu Olmitz in dieser Stadt / wol an S. Paulus Bekerung... Show more Ein Schoͤn new Lied / so sich zugetragen / von des Worts Gottes we⸗ gen / zu Olmitz an S. Paulus Beke⸗ rung. Jm Thon / O Reicher Gott im Throne etc. O Gott ich thue dirs klagen / mein jamer vnd grosse noth / die sich hat zugetragen / zu Olmitz in dieser Stadt / wol an S. Paulus Bekerung / warhaff⸗ tig geschehen ist / erhub sich ein gros⸗ ses schlagen / ach Gott ich thu dirs klagen / las dichs erbarmen thun. Ein verwilligung war gesche⸗ hen / von einer gantzen Gemein / die Predicanten zu erhalten / bey Gottes Wort so rein / die Predicanten nicht zu lassen / sie woltẽ auch setzen dran / nicht allein den Hals / sondern leib ehr gut vnd alls / das sing ich euch furwar. Das Volck das thet sich fugen nach jhrem geschworen Eid / mit Drumlen vñ mit Pfeiffen / wie mans gesehen hat / das wolt man aber nicht leiden / das wolt die Gemein nicht thun / man gab jn bald ein be⸗ scheide / es wuͤrde jn werde leide / sie liessen schlagen vmb. Da sie kamen auff den Platze / al⸗ da blieben sie stan / man thet sie nicht lang fragẽ / was sie da wolten thun / thet sie zu Boden schlagen / etliche wurden verwundt / wol zu derselbi⸗ gen stunde / red ich mit meinem mun⸗ de / wie man es jtzt noch list. Man thet gefenglich einfuͤren / bey 58. Person / man wolt sie nicht loss lassen / sie solten zeigen an / warumb sie mit wehrhafftigen Henden / sind kommen auff den Plan / wers mit jn hett geschaffen / weren Muͤnchen oder Pfaffen / sie solten es zeigen an. Gar bald zu derselbigen stunde / nam man zween junger Man / den Seiler thet man fuͤren / den Schloͤs⸗ ser must man tragn / der Schranck war schon gemachet / mit Spiessen vnd Hellebarth / die zween jren Geist auffgaben / GOtt verleih vns sein Gnade / darzu sein Goͤttlichs Reich. Wann lies sie auch da liggen / zu schanden vnd zu spot / nicht anders denn wie die Hunde / das moͤcht er⸗ barmen Gott / jr Blut aus jnen ver⸗ gossen / sie freweten sich daran / Gott wirds die leng nicht leiden / jren hoh⸗ mut vertreiben / sein Wort mus auff den Plan. An dem andern morgen / den andern Schloͤsser man nam / da man jn thet ansfuͤren / da gesegnet er Fraw vnd Man / dergleichen alle stunde / bat er allzeit durch Gott / das man jm wolt vergeben / durch Gott ins ewig leben / darnach starb er wil⸗ liglich. Da er kam in die Schrancke / sein Lehrmeister sahe er stan / Gott gese⸗ gen euch Meister Hans / hab ich wider euch gethan / jr wollet mirs verzeihen / das bit ich euch hertzlich / wenn euch mein Vater wirt schrei⸗ ben / jr wolts jn nicht verschweigen / sondern jm kundschafft thun. Zum Richter thet er sprechen / hoͤrt Jurg ich bit euch schon / das jr mir wollet sagen / warumb ich sol sterben thun / hab ich doch nicht ge⸗ mordet gestolen des gleichen nicht / vmb Gottes wort wil ich gern ster⸗ ben / das reich der Himel ererben / ja als ein fromer Christ. Jn seinen niederknien befahl er Gott sein Geist / HErr Gott himli⸗ scher Vater verleih mir die Gnade weis / an meinem letzten ende das bitt ich hertziglich / nim mein Seel in deine Hende / troͤst mich an mei⸗ nem ende / darauff sterbe ich willig⸗ lich. Ollmuͤtzer thut euch bedencken / nicht recht hat jr gethan / Gott wirts euch auch nicht schenckẽ / last euchs zu Hertzen ghan / jr habt vnrecht gestritten / vmb sein Goͤttliches wort / Gott wirts die lenge nicht leiden / ewren hohmut vertreiben / sein Wort mus auff den Plan. Obrigkeit thue dich bedencken / richt nicht also geschwind / du hast in deinem Hause / gar viel der kleinen kind / du thust in frembde Land auch schicken / sie lernen der weisheit viel / das jn nicht also ergehe vnd jn also geschehe / wie du diesen hast gethan. Das Lied zu guter nachte / schenck ich Saxen so frey / darumb auff Gott geachtet / der jungen Gesellen drey / sind vmb Gottes willen gestorben / vnd vmb sein Goͤttlichs wort / ich hoff sie werdens erwerben / das Hi⸗ melreich ererben / das geb vns Gott allen gleich. F I N I S. Show less

Lied über eine arme und reiche Schwester
Ein schoͤn New Liedt / Von zweyen Schwestern / Einer Reichen vnnd Armen / Wie die Reiche der Armen / in jhrer groͤsten not / auch das Brot versagt / vnd jr keins leyhen wil / Auch wie hernach der rey⸗ chen / solch jr Brot zu steyn wirt. Me⸗ nigklich zu einem Exempel / sehr nuͤtzlich zu... Show more Ein schoͤn New Liedt / Von zweyen Schwestern / Einer Reichen vnnd Armen / Wie die Reiche der Armen / in jhrer groͤsten not / auch das Brot versagt / vnd jr keins leyhen wil / Auch wie hernach der rey⸗ chen / solch jr Brot zu steyn wirt. Me⸗ nigklich zu einem Exempel / sehr nuͤtzlich zu singen. Jm Thon / Wie der Bentzenawer. ACh wer wil hoͤren singen Ein wunder newes Liedt / Von wunderlichen dingen Jn Holand geschehen sind / Wol von zwey leyblichen schwestern Wol von der reychen Wellt Die arme die thet sie bitten Aber sie hat nicht gewoͤlt. Die Arme hett sechs Kinder Die litten hungers noth / Sie hatt jr mehr noch minder Jr frommer Mann war todt / Die Kinder weynten sehre Die Mutter was mit leyd vmbfang / Sie ruͤfft zu Gott dem HERRE Das er jr wolt beyston. Die Nachbarn all geleyche Sagten jr mit gutem bescheyd / Ewr Schwester die ist gar Reyche Geht hin vnd klagt jr ewr leyd Ewr noht die thut jr klagen Vnd sagt jhr ewrn gebrech / Ach nein / so thet sie sagen Mein schwester ist vil zu frech. Noch thet sie bald hin gehen Zu jr Schwester inn die Stat Ob sie jr ein Brod wolt leyhen Vmb GOTtes willen sie bath / Ach woͤlst mir kommen zu stewer O liebe schwester in meiner not Jch hab sechs Kinder beim Fewer Versuchten in drey tagen kein brodt. Do das die Reyche hoͤrte Sie richtet sie dapffer auß / Sie sprach mit frechen worten Jch hab kein Brod inn meim hauß / Bin ich schon geheyssen die Reyche Vnd helt man mich auch dafuͤr / Jch schwer bey Gott im Himelreiche Das ich keins hab inn meiner Thuͤr. Hab ich Brod grob oder kleine Bey dem HErrn das sey geschworn / Gott geb das es werd zu eim steyne Das ich hab in meiner Drasur / Die Arme weynet sehre Vnd gieng zu jren Kindern heym Was thet aber Gott der HERRE / Das brod ward verwandelt in stein. Vnd da das die Reich erfure Das wart verwandelt in stein jr brot Sie ward in grosser gefare Sie volgt jr Schwester mit not / Ach woͤllst mir das vergeben Liebe Schwester das bit ich dich / Jch wil dir gelts gnug geben Das du magst kauffen fuͤr dich. Drew Kinder wilich dir halten O liebe Schwester nur froͤlich sey / Bitt Gott fuͤr mich manigfalte Das er mirs vergeb zu dieser zeit. Woͤlt dises Exempel an nemen Die haben das grosse gut / Das ewr Brod nit werd zu steyne Der seim nechsten nit mit theilen thut Gedruckt zu Nuͤrnberg / durch Valentin Newber. Show less

Gattenmord
Ein schoͤn Liedt / Von eyner Kuͤnigin ausz Lamparden / Wie grewlich sie jren Ehe⸗ gemahel vmb das leben hat bracht. Jn des Speten Thon. 1. WArhafftig wil ich singen schon / hoͤrt zu jr frawen vnd jr man / Hie bey solt jr ein Beyspil han / da⸗ mit ewr Trew vnnd Ehr nit werd verloren. Jnn... Show more Ein schoͤn Liedt / Von eyner Kuͤnigin ausz Lamparden / Wie grewlich sie jren Ehe⸗ gemahel vmb das leben hat bracht. Jn des Speten Thon. 1. WArhafftig wil ich singen schon / hoͤrt zu jr frawen vnd jr man / Hie bey solt jr ein Beyspil han / da⸗ mit ewr Trew vnnd Ehr nit werd verloren. Jnn Lamparden ein Koͤnig saß / der Alkinus genennet was / der fuͤrt ein Krieg inn neyd vnd haß / wider den welschen Koͤnig hochgeboren. Darauß kam jammer vnd groß hertzenleyde / sie zogen beyd zusamẽ in den streyte / Alkinus do mit seines volckes schare. Den Weschen Koͤ⸗ nig toͤdet ball / vnd ließ sein tode hi⸗ ren schall / Lieblich machen zu eym Pocal / zu eim gedechtnuß langer zeit vnd Jare. 2. ¶ Darnach er jm zum weybe nam / die schoͤn Junckfraw Rosimundam Des Koͤnges tochter wundersam / den er erschlagen het vnd vberwun den. Eins mals Alkinus in dem Sal / zu Dietrich Peron aß das mal / vnd schencket in die hyrenschal / begab es sich gleich in der selben stunden. Als jn die trunckẽheit het vberfal⸗ len / nam er zuhand die toden hyren schallen / Vnd in gespoͤtt zu seyner frawen sprache: Sehin do nim̄ võ mir den wein / trinck auß dem lieben Vater dein / Die fraw verstund der wort gar kein / erfuhr die schmach erst vber etlich tage. 3. ¶ Ward deñ dem Koͤnig toͤdtlich haß / eins tags er auß geritten was / Ein Ritter sie on vnterlaß / seer lie⸗ bet mit dem thet sie es anlegen. Sprach heynd vber acht nacht wil ich / die Kammer oͤffnen heyme⸗ lich / sein weer alle mercke mich / will ich verbinden dz ers nit kan regen. Da wirstu jn finden on alle we⸗ re / sprach sich die trewloß Fraw on alle ehre / Du solt dich nit endtsetzen ob den dingen. Als denn schlag jhn behend zu Todt / laß mich sorgen es hat kein not / wie es fort hin sein we⸗ sen hat / Den Ritter thet der frawẽ lieb hart dringen. 4. ¶ Doch forcht er sich so seer der ding / vñwist nit wie er diß anfieng / Er sprach ich foͤrcht mir misselinng / Wie bald die Kuͤngin zu jm sprach behende. So du den Koͤnig nit wilt toͤdn / so muß sein schwert sich in dir roͤdn / Der Ritter stund in grossen noͤdtn / Er wist sich weder hin noch her zu wende. yedoch thet jn der fra [...] bezwingẽ / die thet sich auch [...] sten zu den dingen / sie dacht [...] jre grosse schande. Der Ritter auff bestimpte nacht / kahm eben als der Koͤnig wacht / vnd einen grossen ja⸗ mer macht / Ein plosses Schwerdt trug er in seiner hande. 5. ¶ Als jn der Koͤnig sehen thet / do fuhr er nacket auß dem peth / Sein Fraw jhm do verknuͤpffet het / seyn weer dz er nimant damit kund letzẽ. Wie baldt er sein fuß Schamel fund / vnd wehrt sich mit so starck er kund / yedoch wart er gar grausam wund / vom Ritter der jm hefftig zu thet setzen. Ward doch zu letzt vom Ritter tod erstochen / Die Fraw aber ließ sich nicht vngerochen / das sie Guts [...] uõ ein grossen theyle. Het [...] rordnet gute Pferd / darauff [...]n gutes word / von silberkley not on geferdt / Vnd ritten auß dem Land in grosser eyle. 6. ¶ Gen Raueña kamen sie dar / dar nach sie hetten hochzeyt zwar / vnd lebten mit ein ander gar / in grossen frewden manchen lieben Tage. Do etlich jar theten vergahn / er⸗ sach die fraw ein Edelman / schoͤn Jung den sie auch lieb gewan / Mit demselben jr Eh von newẽ brache. Ward denn dem Ritter wider feind von hertzen / Tag vnde nacht dicht sie mit grossem schmertzẽ / wie sie jn koͤnd mit fug von dannen brin gen. Das sie von jhm moͤcht loß ge⸗ sein / endlich vergifft sie jm den wein vnd jm darnach thet schencken ein / Er tranck das Gifft jm grauset ob den dingen. 7. ¶ Er sprach du lose hur merck ebn Du hast mir in dem wein vergebn / trinck auch oder es kost dein Lebn / Die Fraw erschrack vol roͤtten wz jr munde. Mit plossem Schwerdte er sie zwangk / das sie den Giffting Wein auß tranck / Zuhandt der Ritter ni⸗ der sanck / zugleich das Weyb vnnd starben beyd die stunde. Hiebey so merckt jr man vñ auch jr frawen / thut diß Exempel eigent lich anschawen / das jr erhalt Trew Ehre vnde Glauben. Das ist eym Weyb die groͤste Ehr / wo sie folgt mannes weyß vnd lehr / vnd ist von boͤsen weybern ferr / Die Fraw lob ich fuͤr eine braune Schauben. Gedruckt zu Nuͤrnberg durch Valentin Neuber. Show less

Weihnachtsgeschichte
Newe Zeittung / Von einer vber alle die mas Wunderlichen / vnd zuuor nie erhorten Geburt / Welche gescheen den 25. Decembris / in der heyligen Christnacht / Vor M. D. LXIIII. Jharen. Von Hierusalem geschrieben jnn Deutsch Landt / rc. Ein jeder jtzt geflissen ist / Nur das er etwas newes... Show more Newe Zeittung / Von einer vber alle die mas Wunderlichen / vnd zuuor nie erhorten Geburt / Welche gescheen den 25. Decembris / in der heyligen Christnacht / Vor M. D. LXIIII. Jharen. Von Hierusalem geschrieben jnn Deutsch Landt / rc. Ein jeder jtzt geflissen ist / Nur das er etwas newes wiss / Keuff du derhalben diesen Brieff So wirstu dich verwundern tieff. WOlan jr Christen all zugleich / Jr seit jung / alt / arm oder reich / Jtzt seit geneiget vnd gefliessen / Diese Newe Zeitung zuwissen: Welche von niem̄and ist erticht / Sondern warhafftig ein geschicht / Wie Sanct Mattheus vnd Lucas Einmuͤtiglich bezeugen das / Vnd solchs geschrieben in DeutschLand / An frome Christen allesand. VOr Funfftzhen hundert / nehmet war / Vnd auch vor Viervndsechtzig Jarn / Zu Betlehem im Juͤdischen Landt Ein Mensch geboren ist zuhandt / Von einer Junckfrawn auszerkorn / Vor vns / die solten sein verlorn / Sein Name der heist Jhesus Christ / War Gottes Sohn zugleich auch ist / Nu sage an / der du solchs list / Ob groͤsser Wunder geschehen ist? DEr Ewig vnd Almechtig Gott / Der alle ding erschaffen hat / Welcher auch durch sein krefftig Wort / Dis sein Geschoͤpff erhelt vnd nehrt: Der ist geborn ein kleines Kind / Wie man noch viel dergleichen find / Ein Creatur selbst worden ist / Die man tragen vnd nehren must. Wer hat dergleichen je gehort Gescheen sein an einem ort? WEitter so merck du fromer Christ / Ob drey Personen ein Gott ist / Zusam̄ vereinigt also gar / Das da kein trennung werden thar: Denn wie der Vater Ewig ist / Also der Sohn vnd heylig Geist: Doch ist allein die mittl Person / Nemlich der einig Gottes Sohn / Geborn ein kleines Kindelein / Aus Maria der Jungkfraw fein: Denn nicht der Vater / nicht der Geist Geborn / sondern nur Jhesu Christ. Wer kan begreiffen diese ding? Ach mein verstand ist viel zu gring. NV hoͤr vnd lern auch eben das / Der Ewig vnd vnendlich was / Der wirdt gemessen durch die zeit Weil er in seiner Menscheit / Anfecht zuleben in der Welt Als do die Jarzal ward gezelth / Drey Tausent vnd Neun hundert Jar / Sechtzig darzu: denn solang war / Gstanden die Welt von anfang her. Ach hoͤr was sich begeben mehr: DEin Himel / Erde viel zuklein / Den fast ein enges Krippelein: Der alle ding erhelt vnd speist / Jtzt selber speis vom Menschen heischt: Der alles tregt in der hand sein / Des wart vnd pflegt ein Jungkfrewlein / Vnd tregt auff jren armen fein / Das hertze liebe Jhesulein: Der aller Welt Guͤtter besasz / Der leit jtzund auff duͤrrem gras: Vnd ob er wol von suͤnden rein / Doch duld er armut / leidet pein / Vnd lebt in grosser angst vnd not / Welcher doch ist der ware Gott: Denn auch die Engel dienen jhm / Vnd einer sagt mit heller stim / Des nachts zun Hirten auff dem feldt / Do leucht vnd schimmert jhr gezelt: Seit one furcht / erschrecket nicht / Das ploͤtzlich wird vmb euch so liecht / Sihe / ich verkuͤnd euch grosse freud / Die allem Volck begegnet heut. Euch ist geborn Christus der HERR / Ewer Heyland vnd Erloͤser / Zu Betlehem in Dauids Stadt / Ein Jungkfraw jhn geboren hat: Das habt zum Zeichen / bhaldets wol / Jr find das Kindlein in dem stall / Gewickelt in grob windelein / Vnd liegend in eim Krippelein / Sihe / also bald ein grosse schar Heiliger Engel gesehen ward / Vnd das gantz Himelische Heer Lobt Gott den Herrn / vnd freud sich sehr / Sungend im Himel solch gesang / Das auff dem weitten Felt erklang. Dis Englische Gesang / mag man singen im thon / Christum wir sol⸗ len loben schon / rc. 1. EHr sey dem aller hoͤchsten Gott / Der euch erloͤst von suͤnd vnd todt / Vnd fried auff Erden vberall / Den Menschen auch ein wolgefall. 2. Wer ist der vorhin hat gehort Gescheen sein ein solch Geburt? Ach wem solt nicht springen vor freud Sein hertz zuloben Christum heut? 3. Der Sohn Gottes wirdt Mensch geborn / Vnd treget vor vns Gottes zorn: Zu vns gselt sich das Himlisch Heer / Vnd giebet Gott drumb lob vnd ehr. 4. Das er vns nu im Himelreich / Wil jhn / den Engeln machen gleich: O Mensch vorgiss der welthat nicht / Hab stets vor augen dis geschicht. CHriste ach liebster Herre mein / Jch bit wolst mir gnaden verleyn / Das dein Person beschreibe ich / Welche zumal ist wunderlich: Denn du bist ein Person alzeit / War Gott vnd Mensch in Ewigkeit: War Gott vor aller zeit von Gott: War Mensch von Junckfrawlichem Blut: Vnd bist doch nur ein einig Christ / Gleich wie ein Mensch nur ein ding ist / Zusam gesetzt aus leib vnd seel: Also bistu doch one feel / War Gott vnd Mensch nur ein Person / Die nimermehr sich spaldet nun: Gleich wie der Vater / Sohn vnd Geist Ein Gott / vnd nicht drey Goͤtter heist: Also auch Gott vnd Mensch ein Christ / Vnd gar nicht zwo personen ist / Denn zwo Naturn nur ein person / Wer ist der solches kan verstehn? DRumb Mensch gleub du einfeldiglich / Dis gros vnd warhafftig geschicht / Vnd lern was nutzen hast daruon / Das Christus warer Gottes Sohn / Auch warer Mensch geboren sey / Von einem zarten Jungkfrawlein: Denn dis erquicket leib vnd seel / Fuͤrt in den Himel aus der Hell. Wie Pellican ein Vogel gut / Die Jungen nehrt mit seinem Blut: Also Christus war Mensch vnd Gott / Vns mit seim Blut erloͤset hat: Denn wie er ist ein Mensch geborn / Also bistu von Gottes zorn / Auch von der suͤnd vnd hellen pein / Durch sein Geburt erloͤset fein / Solst nu leben im Himelreich / Mit Jhm in freuͤden Ewigleich: Des danck du auch mit hertz vnd mund / Diesem Kindlein zu aller stund / Vnd sing jhm mit des Himels Heer / Ein froͤlichs Lied zu lob vnd ehr: Dis mag man singen im Thon / Gelobet seistu Jesu Christ / rc. 1. DAnck sey dir mein Herr Jhesu Christ / Das d Mensch vor vns geboren bist. Vnd hast vns suͤnder nicht verschmeht / Sondern durch dein Geburt erret / Kyrioleis. 2. Vons teuffels gwalt / suͤnden vnd todt / Des sey dir danck mein Herr vnd Gott / Mit dem Vater vnd heilgem Geist / Gelobt seistu in Ewigkeit / Kyrioleis. Ein ander Lobgesang vor die Kinder / auch im nechsten thon. CHriste du kleines Kindelein: Vns Kindern klein wollst gnedig sein / Vnd weil du vns bist worden gleich. Nach vns Erben im Himelreich / Kyrioleis Wir seind geborn in suͤnden all / Durch vnser ersten Eltern fall: Aber von dieser suͤndig art / Hast vns erloͤst durch dein Geburt / Kyrio. Ob vns der todt auch frisset hin / Doch ist dasselb vnser gewin: Denn wir zu dir in Himels Saal / Komen aus diesem jammerthal / Kyrioleis. Drumb singen wir mit grosser freud / Vnd dancken dir Herr Jhesu heut / Das du vor vns ein Mensch geborn / Hast abgewendet Gottes zorn / Kyrioleis. Finis. C.F. Show less

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