Belagerung von Frankfurt am Main; Lied über den Krieg in Augsburg, Ulm und Nürnberg
Ein Newes Lied / von der Belegerung Der Stat Franck⸗ furt am Mayn. Jm thon / Von der Schlacht vor Pauia. Ein ander news Lied / Wie es jn disem Krieg / zu Augspurg / Vlm / vnd Nuͤrnberg ergangen ist. Jm thon / Wie das Lied von Jngolstat. ACH Gott das ich moͤcht reden frey / Jch sprech dz... Show more Ein Newes Lied / von der Belegerung Der Stat Franck⸗ furt am Mayn. Jm thon / Von der Schlacht vor Pauia. Ein ander news Lied / Wie es jn disem Krieg / zu Augspurg / Vlm / vnd Nuͤrnberg ergangen ist. Jm thon / Wie das Lied von Jngolstat. ACH Gott das ich moͤcht reden frey / Jch sprech dz jetz kein trew mehr sey / So gar in Deutschen Landen / O du gar Edels Deutsches blut / Wo bistu mehr vorhanden. Franckfurt die Hochgelobte stat / Sag mir / wie sies verdienet hat / Vmb Fuͤrsten vnd groß Herren / Sechs Fuͤrsten kamen vff eine zeyt / Die wolten sie vmbkeren. Keyser Carlen hielt die Statt in hut / Versamlet da ein hauffen gut / Von Reuttern vnd Landsknechten / Die waren stets gantz wolgemut / Mit jhn vmbs blut zu fechten. Herr Conradt von Hanstein ein Edeler Heldt / Dem war die Stat da heim gestelt / Zu frommen trewen handen / Der hielt sich wol / drumb wirdt er bilch / Gepreißt jn allen Landen. Die Fuͤrsten schossen tag vnd nacht / Beweißten all jr groͤste macht / Vnd liessen sich nichts dawren / Die Tauben jn jhren heußlin klein / Die musten darumb trawren. Zu Nuͤrnberg in der werden Statt / Ein Ockles man sein wonung hat / Der kan gut pillulen machen / Die hoͤrt man hie stets fruͦ vnd spat / Mit grosser macht her krachen. Der vnfal far jm in die hend / Vnd schlag jm den kopff vmb die wendt Mit seiner grossen Taschen / Jch mein der Marggraff sey ein Man / Der koͤnn jm drin gehn naschen. Aber Margraff wie gefiel es dir / Wil tu nicht kommen wider schier / Den Wein woͤln wir dir schencken / Den Herrn von Meckelburg bring mit dir / So springen wir vber die Bencke. Ein Hon wir dir bereytet han / Ein Rheboch steht auch auff dem plan / Ein Kautz in freyer schantzen / Ein Landsknecht der ist wolgemuth / Der wolt gern mit dir Tantzen. Es ist auch newlich kommen her / Ein Thier das heißt der Leidig Beer / Den fuͤrt Boͤß Elß am stricke / Der Bawer mit seim groben ganck / Die koͤnn dich vmbher zücken. Ein jeglichs hat sich wol bedacht / Ein Sack mit jngber mit sich bracht / Vil Lorbern vnd Muscaten / Wann dir darnach der Bauch thuͤt wehe / Sie koͤnn jhr wol entrathen. Den Hundstal den du hast veracht / Der hat dich in groß schand gebracht / Mit deinem grossen Brallen / Der Ewig Gott hat vns behuͤt / Den preisen wir mit schallen. Jch wolt das nie keim wolergieng / Der vnlust vnd groß krieg anfieng / Zuuerderben Stett vnd Lande / O Gott wer rechent der armen bluth / Das steth inn deinen handen / Man spricht: arm Leuth trit jederman / Das wir dann jetz vor augen han / Kein freünd wil sie nicht retten / Man schickt ehe puluer vñ grob geschuͤtz / Das man sie moͤcht zertretten. Gott aber sicht mit macht darein / Vnd wehrt des Teuffels falschen schein / Mit seinen boͤsen Tuͤcken / Er wirdt on zweyffel den Keyser gut / Nicht lassen vndertruͤcken. Keyser Carle hat sich lengst bedacht / Vnd hats auch freylich wol betracht / Was Bischoff vnd Pielaten / Zum besten Keyserlichen Kron / Nun Lang zeyt han gerathen / Er wirdt sein trewe vnderthan / Beim rechten Gots wort bleiben lahn / Jhr Land jn fried erhalten / So lassen sie bey jhm leib vnd guth / Das woͤll der lieb Gott walten / Nun woͤllen wir kommen zu dem End / Gott alles vbel von vns wend / Leyth vns auff seinen strassen / Wehr vnserer Feind anschlag vnd rath / Die sich keins argen massen. AMEN. Nun volget das an⸗ der Lied / Von dem jetzigen Krieg / Wie es zu Augspurg / Vlm / vnd Nuͤrn berg ergangen ist. Jm thon / Froͤlich so woͤllen wir heben an rc. WAch auff du Edler Keyser gut / Vnd halt dein sach in vester hut / Jetzunder auff diser Erden / Der Marggraff stelt dir nach Ehr vnd gut / Sein beger steet jm nach deinem bludt / Vermeindt er woͤll Keyser werden. Etlich Practick hat er geschwind erdacht / Hat den Frantzhossen jn das Deutsch Land gebracht / Die Leut darmit zu erschrecken / Gott weyßt dem Keyser sein hilff zuthon / Das er jm geb den rechten lohn / Das sy die zeen thun blecken. Hoͤrtzog Moritz den thet er sprechen an / Ob er jm woͤlt ein beystand thon / Zu gut solt es jm kommen / Den Landtgraffen wolt er ledig han / Darzu muͦst auch der Keyser daran / Daruon moͤcht er nit kommen. Darzu er jm fuͤrbilden thet / Wie schon der Keyser gestorben wer / Vileicht wurds wol geratten / Ach Gott er hats nit recht gewist / Wo jn der Keyser jetzt erwischt / Wirdt er jm die Britschen schlagen. Der Landtgraff Wilhelm im Hessen Landt / Zoch zum Marggraffen auch zu handt / Den Keyser zu vertreiben / Het er daheimen seiner gehuͤt / Vnd den Keyser nit jhn die Ristung gefuͤrt / Doͤrfft er ein Landtgraff bleiben. Den zug namen sie auff Augspurg zu Darinnen ist ein arger Bub / Der Herbrodt thut er sich nennen / Die Statt hat er verratten gar / Das red ich jetz gantz offenbar / Darbey thu ich in kennen. Ein Beltzflicker ist er von seinem gschlecht / Der Keyser wirdt jm scheren recht / Die Katzen wirdt er jm Beltzen / Der Osterreicher ist nit wenig jm spiel / Dem ist kein lauren stuͤck zuuil / Dem wirdt er geben die letzen. Die zwen hielten ein gehaimen Rat / Fuͤr vmb ritten sie jn der Statt / Die selbig auch zuuerfieren / Die hielten doch wie erlich leut / Sy weren sich fast vmb jre heut / Wie man auch nach thut spuͤren. Der Marggraff kunt jn nichts gewinnen an / Als bald Hoͤrtzog Moritz zuge daruon / Jn hett der schertz gerawen / Er dacht der Keyser ist ein frummer man / Er wirdt vns greyffen dapffer an / Vff kein Sand thut er nicht bawen. Hoͤrtzog Moritz hat die sach recht bedacht / Hat sich zum Kuͤnig auß Vngern gemacht / Jn versoͤnung sich zu begeben / Er wolt dem Koͤnig zu Dischgon / Sich gegen dem Tuͤrcken brauchen lon / Die weyler hett das leben. Der Marggraff dacht jn seinem siñ / Wie bin ich also worden blindt / Hab mich gar vergessen / Wie soll ich die sachen heben an / Fuͤrwar mir wirdt mein rechter lon / Mir ist vngluͤck zugemessen. Der Marggraff zog für Vlm ab / Dem Deutschen Meyster schenckt er einen trab / Wolt vil gelts von jm haben / Doch felt es jm vmb ein Bauren schuch / Wie ich euch jetzt erzelen thu / Es wirdt jm nicht vertragen. Den nechsten zug er vff Nuͤrnberg zu / Ach Gott was will er allda thun / Er wirdt nit vil erlangen / Sy haben so fest vor jm gebaut / Er wirdts bezallen mit der haut / Gleich vber kurtz oder lange. Jetz muͤssen auch die Bischoff daran / Die haben jm nichts leyd gethon / Auch die Ritterschafft auß Francken / Sein Krieg der ist fuͤrwar nit gut / So hilfft jn nichts sein vbermut / Darzu auch sein gedancken. Nun kompt der Keyser mit Hoͤres krafft / Den Marggraffen zu vertreiben / Sein pracht den er jetzt stets thut haben / Er wirdt jm geben seinen lon / Die karten ist gemischet schon / Er wirdt jn lernen Kriegen. Frantzhoß das Deutschland ist so weyt / Darinnen seindt gar seltzam leut / Lassen sich nit gern vertreiben / Woͤltest du ein Koͤnig in Franckreich sein / Vnd ließ einem jeden auch das sein / Vnd thest jn Franckreich bleiben. Darmit will ich beschliessen thon / Der schertz der will sich machen schon / Der Keyser ist im leben / Fürwar er weyßt die rechten zeyt / Das man sich jn das veldt begeyt / Den danck wirdt er jm geben. Wer vns dises Liedlein sang / Ein gutter gesell ist ers genandt / Beim schertz lest er sich finden / Wirdt sich der handel fahen an / Wirdt kosten so manchen man / Darzu mancher Mutter kinde. Finis. Show less

Konzil von Trient, über "missbräuchlichen Glauben"; 1552
Ein schoͤn Lied vom Concilio / vnnd aller⸗ ley mißbrüchen / ouch warinn die saͤligkeyt stande / mit kundtschafft heili ger gschrifft / (den handtwercks lutten nitt al⸗ lein kurtzwylig sonder ouch nutzlich /) Jn Schillers Thon zesingen. ICh hab gehofft ein lange zyt Waruff / merckt hie jr... Show more Ein schoͤn Lied vom Concilio / vnnd aller⸗ ley mißbrüchen / ouch warinn die saͤligkeyt stande / mit kundtschafft heili ger gschrifft / (den handtwercks lutten nitt al⸗ lein kurtzwylig sonder ouch nutzlich /) Jn Schillers Thon zesingen. ICh hab gehofft ein lange zyt Waruff / merckt hie jr frommen luͤt Was myn anligen seye Vff ein Christlich Concilium Verhoffet alle Fürsten frum̄ Sy wurdends halten freye Jch bin lang gstanden vff dem wohn Vermeynt es solt gerodten So wils der fynd nit gschaͤhen lon Er schmeckt gar wol den brodten Ließ ers zuͦ wurd er vil seelẽ verlieren Darumb mit allen fieren Weert er vnd legt vil strick Richt zuͦ als vngelück. ¶ On argwon solt jr syn allsand Dann niemand ist diß Lied zuͦ schand Gedicht noch gmachet worden Es zeygt allein die mißbrüch an Damit beschwaͤrt sind wyb vnd man Verfuͤrt durch manchen orden Einer leert diß der ander das Die saͤligkeyt zerlangen Ein Orden ist dem andern ghaß Yeder mit sym thuͦt brangẽ (mã setzet Vff die farbẽ / schwartz / grow vnd wyß Die saͤligkeyt verletzet Würdts lyden Christi do Mit disen Secten so. ¶ All Fürsten solten thuͦn darzuͦ Das man zuͦ friden kaͤm vnd ruͦ Wir sind gantz vberladen Jnn vnsern gwüßne gfangen hart Ein yeder synem wohn nach fart Bringt vnsern seelen schaden So es allein den lyb traͤff an Muͤßt mich nit seer betruͤben Den Christen glouben trifft es an Gar wenig Gott recht lieben Der eygen nutz das Concilium wendet Vil Stett vnd Fürsten blaͤndet Die lieb vff Erd ist schmaal Vntrüw herrscht vberaal. ¶ Niemandt schier me recht ghorsam So doch ein yeder from̄er Christ ( ist Bereyt soll syn zuͦ dienen Von lieb / gedult / vnd ghorsamkeyt Ouch demuͦt vil / man singt vnd seyt Man spürt es aber nienen Jnn aller welt / von jung vnd alt Das man darnach thuͤy laͤben Wie vns dann Christus manigfalt Vff Erd hat byspil geben Er ist der waͤg darzuͦ die warheit reine Das laͤben ouch alleine Mildt syn / von mir man leer Ouch demuͦt spricht der Herr. ¶ Es würt zuͦ lassen manches ding Ouch aͤrgernuß gehalten ring Von vilen Fürsten gmeyne Maͤnch Oberkeyt yetz ligt vnd schlofft Groß schand vnd laster sy nit strofft Schafft sy ist selbs nit reyne Zuͦ trincken hat gantz vberhand Genommen vnd das schweeren Eebruch will nit meer syn ein schand Wuͦcher vnd gydt / sich mit meeren Der Bapst den Priestern thuͦt verbietẽ Die Ee / darfuͤr sy muͤten Ein maͤtzen / oder zwo Deß ist der Tüffel fro. ¶ Sin gnad vns Got billich enzücht Sydt man sin wort vernicht vñ schücht Nach dem wir solten laͤben Dz gmeyn volck naͤms Gots wort gern So wils der gydt nit gschaͤhẽ lan (an Thuͦt staͤts darwider straͤben Als ouch ist gsin by Christus zyt Vnsers meysters vnd Herren Der gwalt gab vmb syn predig nit Thet sich darwider sperren Jo an dẽ crütz muͦst er zuͦ letst erhangẽ Also ists ouch ergangen Den jüngern syn merckt das Dwarheyt gebirdt / nyd vnd haß. ¶ Priester vor zyten gwaͤsen sind Eelüt im Testament man findt Jm alten vnd im Nüwen Gott hat die Ee gelassen fry Verbotten alle huͦrery Die gstatts Bapstumb mit trüwen Der Bapst nimpt gelt / vnd dispensiert Gelt bringt all ding zuͦ waͤgen Er hat vns lange zyt verfuͤrt Mit Ablaß brieff vnd saͤgen Dẽ him̄el hand wir erst muͤssen erkoufẽ Zun heyligen draffter louffen Damitt erzürnet Gott Gethon wider syn gebot. ¶ Man hat vns nun ein lange zyt Geprediget von dem kampff vnd stryt Den himmel zuͦ gewünnen Von wercken guͦt on abelon Kloͤster vnd Clusen buwen schon Vil Münch vnd Nunnen drinnen Gemestet wol / wie eychelsüw Eim armen inn der thüre Erzeyget weder lieb noch trüw Ouch geben nichts zestüre Mit wyb vñ kind laßt man jn hunger Allein den bschornen knaben (habẽ Gibt man dahin on zaal Schiers Erdtrich vberaal. (heyt ¶ Nyd / haß / zorn / hochfart / vnküsch Ouch gyttigkeit hand bsundn bscheydt Byn München / Pfaffen / Nunnen Jr trugery / vnd glyßnery Nit mer hat sollen blyben fry Ligt yetz klar an der Sunnen Wie ghorsam / arm vnd rych sy sind Jst kummen gantz an tage Verderbt ist worden manches kind Sunst sünd ich hie nit sage Drum̄ so volg ein jeder S. Paulus leere An Bapst sich keiner keere Wer nit von Gott hat gnad Traͤt inn Eelichen stadt. ¶ Ja von der zyt der jünger schon Hat es nie also not gethon Die welt zuͦ Reformieren Als yetzund nun zuͦ diser frist Drumb man ladt den wider Christ So gwaltigklich regieren Wider deß Herren bott so klar Jr soͤllt nit gnennet werden Spricht er zuͦ synen jungern zwar Gnaͤdig Fürsten vff erden Vnd eüch sol syn d hoͤchst wie ein knech Da dunckt den Bapst nit rechte (te Er zwingt all Fürsten fron Vnder syn dryfach kron. ¶ Der Bapst die spyß verbieten thuͦt Die Gott vff erd zuͦ nutz vnd guͦt Dem menschen hat geschaffen Er zwingt zuͦ fasten / bycht vnd buͦß Die Sacrament man kouffen muͦß Von synen bschornen pfaffen Man solls vmb sunst von yederman Vmb sunst hands syß empfangen Bruͤderschafft / jarzyt richtens an Allein Presentz zerlangen Mit jrem schwapplẽ / orglẽ / brumlẽ / sin Das Gotts wort sy verringen (gen Hand messen vil erdacht Ein handwerck druß gemacht. ¶ Das Euangeli ist das schwert Damit die priesterschafft vff erd Biß inn den todt soll stryten Toͤuffen vnnd predgen ghoͤrt jr zuͦ Die Bibel laͤsen spadt vnd fruͦ Gott hats nit heissen ryten Die Jünger hat er gsandt inn dwelt Syn Goͤttlichs wort verkünden On stecken / taͤschen / schuͦch vnd gelt Soltend allein den binden Der sich nit vor aͤrgernuß wolte huͤten Jetz land die Bischoff bieten Vmb schuld / jnn bann vnd aach Land schand vnd laster nach. ¶ Die Oberkeyt von Gott gesetzt Jsts weltlich schwert / das selbig letzt Allein die boͤsen knaben Den boͤsen ists / zur straff erdocht Drumb wer darwider sicht vnd bocht Würt Gottes huld nit haben Das hat man offt gesaͤhen wol Gott ladts nit vngerochen Niemandt das schwert selbs nemen sol Er würt sunst mit erstochen Ja keiner moͤchte vor dẽ andern gnesen Jnn synem huß fry wesen Wanns weltlich schwert nit wer Kein straß blib ouch sicher. ¶ Vff Constantzer Concilium Ließ selber Keyser Sigmund frum̄ Ein Reformatione Darinn er abzestellen bgert Gaͤntzlich allmißbrüch vnd beschwerd Da wolt es nit zuͦ lone Der pfaffheit gydt / põp / ehr vñ pracht Thuͦt staͤts darwider straͤben Wãs nach dẽ schyn hüpsch ordnũg ma⸗ Thuͦts doch darnach nit laͤben (cht Hüt stifftẽ ds dz / morn sind sy gãtz dar⸗ Drum̄ sinds deß Endchrist glid (wid Dann was der geyst Gotts thuͦt Blybt ewig vnd ist guͦt. ¶ Jch bit üch Fürsten all durch Got Macht nit vß synem wort ein spott Nempts an vor allen dingen Gott suͦcht vnß heym mit synem wort Das man vil Jar nie hat gehort So klar predigen vnd singen Hierusalem wer nit zerstoͤrt Haͤts Gottes wort angnommen Drumb wer sich noch darwider spert Dem wirt syn straff ouch kommen Ach laßt noch nit den eigẽ nutz vblendẽ Stellt ab an allen enden Darmit die welt ist bschwerdt So würt guͦt frid vff erd. ¶ Ach from̄en Fürsten sumpt üch nit Zuͦ Gott verordnen ernstlich bitt Das er eüch wyßheit sende Sunst werdt jr buwen vff ein sand Was Got nit pflantzt hat kein bestand Betrachtend wol das ende Vnd das Gott geben wurd den lohn Eim yeden nach synr thate Der Herr / vnd knecht würt vor jm ston Am Jüngsten gricht vnd radte Da würt Christus dẽ barmhertzigẽ ge⸗ Zelon das ewig laͤben (bẽ Die vnmilt sind gesyn Senden in ewig pyn. ¶ Darumb jr Fürsten hochgeborn Woͤllt jr entfliehen Gottes zorn Vnd woͤllend saͤlig werden So nempt das Gots wort dapffer an Dardurch regierend wyb vnd man Stellt ab dmißbrüch vff erden Die wider Gottes leer sind gmacht Kein grund hand in der gschriffte Allein von menschen sind erdacht Die schühend alls das giffte Dann Gottes wort würt ewig blyben Wurt ouch zuͦ letst vertryben Ob jr schon gstatten meer Der menschen gbott vnd leer. ¶ Zuͦ halten frid vñ einigkeyt Ouch das man lobt in ghorsamkeyt Leernt Gottes wort so klare Kein besser ordnung würt erdacht Wann die von Gott selbs ist gemacht Das red ich offenbare Allein der mangel ist daran Das maͤnge pfarr versaͤhen Jst mit eim vngeleerten man Das sollt man nit lon gschaͤhen Ein yede gmeynt solt nach eim from̄en Ein gschickten selbs erwoͤllen (stellẽ Der jr ouch wer bekandt Von Gott dem Herren gsandt. ¶ Võ einẽ Pfarherr schrybt gar fyn Sant Paulus zuͦ den Jüngern syn Thimotheon / vnd Titon Ein Bischoff sey eins wybes man Wolgzogne kinder sol er han Sagt ouch von den Leuiten Zum Pfarnhern man ein woͤlen soll Nach dem er wyb vnd kinde Hat gzogen vnd gregkeret wol Mit allem hußgesinde Darnach sol er erst ein gemeynd regierẽ Vnstraͤfflich laͤben fieren Bewysen mit der that Was er geleernet hat. ¶ Wz frucht vom predgen kom̄en sy Wans laͤben nit ist gsin darby Das sol man wol betrachten Man sicht offt gunst vnd schencke an Vnd lycht eim vngeleerter man Thuͦts laͤbens ouch nit achten Von denen die vil pfruͦnden hand Het ich gar vil zesagen Vor Gott sy muͤssend thuͦn ein stand Ouch dieß jn hand vertragen Soͤlche ding / sampt allẽ mißbrüchẽ soͤllẽ Die Fürsten gar abstellen Zum Gotts wort alle zyt Verordnen from̄ gleert lüt. ¶ Vffs wort Gots man sich lassen sol Wann es ist alles trostes vol Durch syn genad vnd guͤte Spricht Christus kom̄end lieben fründ Zuͦ mir beschwaͤrdt vmb eüwer sünd Jch mach eüch leichts gemuͤte Es ist allein den krancken not Ein Artzt: vnd nit den gsunden Durch syn lyden vnd bittern todt Hat er dsünd vberwunden Die welt / dz fleisch / dẽ tüfel vñ die helle Hinglegt als vngefelle Ein Christ das glouben sol So würdt jm werden wol. ¶ Wer nun wil syn ein rechter Christ Der muͦß zum Crütz staͤdt syn gerüst Das jm Gott thuͦt zuͦ senden Durch truͤbsal / angst / kum̄er vnd not Durch lyden vil biß in den tod Durch ruͦm / lob / ehr vnd schenden Den waͤg hat Christus vorbereyt Ein ebenbild vns geben Wer syn Crütz tregt mit dultigkeyt Würt finden doͤrt dz laͤben (bewaͤret Ein warer Christ / würt durch dz crütz Lydt gern: kein raach er bgaͤret Thuͦt guͦts vmb boͤß allzyt Wie vns der Herr gebüt. ¶ Mit Paulo er nicht zwüssen bgert Dann Christum vnsern Herren wert Den krützgotten alleyne Vor yederman er Christum bkent Ob jn schon dwelt vschmacht vñ schend Des achtet er gantz kleine Syn lyb setzt er ouch willig dran Foͤrcht nichts vff diser Erden Die seel jm dwelt nit nemmen kan Allein sol gfoͤrchtet werden Der zuͦ dẽ lib die seel ouch mag vdam̄en / Wer sich würts Herren bscham̄en Wurt ouch am letsten end Von Christo nit bekent. ¶ Gnuͦgsam wyßts Euangelium Matthei inn einer kurtzen sum̄ Jn drün Capitel frye Jm fünfften vnd im sechsten schon Das sibend solt jr ouch verston Was Christlich laͤben sye Der Herr bhuͤt allen menschen glych Die laͤben vff der erden Sy syend edel / arm / old rych Die da wend saͤlig werden Wz jr woͤllẽ dz üch gschaͤch võ dẽ lütten Das thuͦnd zuͦ allen zyten Ouch jnen widerumb Wers thuͦt / der selb ist frum̄. ¶ Die frucht deß boums anzeigẽ thuͦt Ob der boum boͤß sey / oder guͦt Der guͦt boum bringt guͦt fruchte Also ouch wo der recht gloub ist Bricht er heruß zuͦ aller frist Jnn d werck mit aller zuchte Der glaub würt durch die werck bewert Woͤlche zuͦ nutz vnd frummen Den durfftigen vff diser erd Allzyt vß liebe kummen Glych als dz für nit mag on hitze breñẽ So kan man ouch erkennen By disen wercken frey Wa gloub vnd liebe sey. ¶ O Herre Gott begnad vns nun Durch Jesum Christum dynen Sun Send vns den heilgen geiste Der vnser gwüßne troͤst vnd sterck Das sy allein dyn gbott vermerck Durch jn die selben leyste An vns ist nüt dann sünd vnd sünd Muͦß yeder selbs verjaͤhen Kein guͦt gedanck ouch an jm find On dich kein guͦts mag bschaͤhen Christ ist allein vnser gerechtigkeyte Ouch die volkummenheyte Wer die suͦcht anderschwo Der trescht ein laͤres stro. ¶ Nun bitt ich fründtlich yederman Jr woͤlt mir nichts für vbel han Der yfer thuͦt mich zwingen Allein die mißbrüch zstellen ab Vnd das man Gott vor ougen hab Syn willen zeuolbringen Hab ich diß Lied durch jhn gemacht Man soll Gott meer ghorsamen Vff menschen gbott nit haben acht Wo sy nit stimmen zsammen Nach dẽ gheiß deß Herrẽ helffend dẽ ar Die land üch staͤts erbarmen ( men Damit eüch Gott verlych Allen das himmelrych. Amen. ☟ ¶ Sechs gsetz die ersten gend bericht Wie der heißt ders Lied hat gedicht So man den ersten buͦchstab nimpt Von yedem gsetz / vnd zammen stimpt Ouch an den selben sechsen schon Syn zuͦnam̄ bangt / der letst daruon Er hat es Gott zuͦ lob gethon. Getruckt zuͦ Bernn / By Mathia Apiario. Show less

Von der Stadt Magdeburg; Über Martin Luther
Ein newes Lied: von der Stadt Magde⸗ burg / Jm thon / van der Stadt Melan etc. Noch ein ander nye Ledt: van Godtseliger Doctor Martinus Luther / vp de wise / Ydt gheit ein frischer Sommer darher. ACh Meideburgk halt dich veste / du wol erbawtes Hauss / es komen viel frembder geste / die... Show more Ein newes Lied: von der Stadt Magde⸗ burg / Jm thon / van der Stadt Melan etc. Noch ein ander nye Ledt: van Godtseliger Doctor Martinus Luther / vp de wise / Ydt gheit ein frischer Sommer darher. ACh Meideburgk halt dich veste / du wol erbawtes Hauss / es komen viel frembder geste / die wollen dich treiben auss. Die geste die dar komen / die kent man weit vnd breit / sie voruolgen Christ von Himel / ist manchem Christen leid. Sie dienen Muͤnchen vnd Pfaffen / der Babst der ist jr Gott / Gotts wort sie wollen straffen / die Christen bringen inn nott. Sie kriegen wider rechte / die Gott⸗ lose Pfaffen schar / Falsch Christen vnd Muͤnchen knechte / wollen dich vortrei⸗ ben gar. So wil ich nicht verzagen / ich armes Megdelein / vnnd wils dem Christo kla⸗ gen / der sol mein bschuͤtzer sein. Meideburgk bin ich genennet / gantz frey vnd wol bekant / ich traw auff Christ von Himel / Mich beschuͤtz sein gewal⸗ tig hand. Die mittel wil ich brauchen / wie mich mein breutgam lert / vor diesem bschor⸗ nen hauffen / bin ich noch vnuerfert Jn Meideburg der reinen / ist mannige Christen seel / sie rufft zu Gott im Himel / klagt jm jr vngefel. Jn Meidburgk wirt geleret / Gotts wortt rein lauter vnd klar / Gelobt wird Gott der Herre / mit Psalmen jmer dar. Jn Meideburgk der gutten / ist man⸗ ches Junckfrewlein stoltz / bitten fuͤr das vnschuͤldige blutte / Sie seind keim Spa⸗ nier hold. Jn Meideburgk der vesten / ist man⸗ ches Frewlein fein / Sie bitten fuͤr die Chri⸗ sten / den Spaniern sind sie feind. Jn Meideburgk der freien / ist man⸗ ches kindlein zart / Es rufft zu Gott dem Herren / das er die Stad bewart. Jn Meideburgk der werden / da seind der Kriegsleutt viel / zu fuss vnd auch zu Pferde / treiben sie jr Ritterspiel. Jn Meideburgk auff dem hause / da sitzen drey Junckfrewlein / sie winden alle morgen / von Palmen drej krentzelein. Das eine Gott dem Vatter / das ander Gott dem Son / das dritt dem Heiligen Geiste / Gott wol jn beystand thun. Zu Meideburg auff der Mawren / dar ligen der buͤchsen viel / sie klagen alle mor⸗ gen / vber der falschen Christen spiel. Zu Meideburgk auff der bruͤgken / dar ligen zwey Huͤndlein klein / die bellen alle morgen / vnd lassen kein Spanier ein. Zu Meideburgk auff dem Marckte / dar ligen zwey fass mit Wein / vnnd wer daruon sol trincken / der muss ein Deud⸗ scher sein. zu Maideburgk auff dem Marckte / da steht ein eisner man / wolln jn die Pfaf⸗ fen haben / manch Spanier mus daran. zu Meideburgk auff dem Rathauss / da leit ein guͦlden schwert / Hertzog Mo⸗ ritz sols selber holen / ist er eins Churfuͤr⸗ sten werd. Der vns diess Heuwe liedlein sang / der singt vns noch wol mehr / Gott behoͤd allen frommen Christen / leib gut vnd auch jr ehr. Es ist so wol gesungen / mit frisschem freiem mud / durch drey so Edele Fuͤrsten / Gott halt sie in seiner hut. Van Doctor Martinus Lutter / Ein nye ledt vp de wise / Ydt gheit ein frischer Sommer darher. DO men schreff dusent viffhundert jar / soͤuent ein dat ys war / do hefft ydt sick angefangen / dat so lange vorborgen was / ys an den dach gekomen. Godt sach de armen Christen an / he erweckte einen gelerden man / de vns de warheit dede leren / des woͤrden em Moͤn cke vnd Papen gram / se koͤndens eme nicht weren. Godt gaff em synen hilligen Geist / dat he latiñ vorduͤdschen ded / jn duͤdsch⸗ lant ys gekomen / dat mannich Christen gelesen hat / de Gades wort hefft angeno⸗ men. Godt hefft de sake also geschickt / vns ys geoͤpent de hillige schrifft / Darinne fint man geschreuen / wol geloͤfft an Godt vnd wert gedofft / de hefft dat ewige leeuent. De Papen haddens nicht wol bedacht / de warheit hadden se nicht geacht / vnd woldens gar vordempen / so fellen Pawest vnd Keiser an / veel guͤlden deden se dar⸗ um schencken. De Pawest nam de guͤlden an / vnde dede Martinus yn den bann / vnd wolde en gar vordoͤmen / dar fragde Mar⸗ tinus nicht vel na / dat hefft man wol vornamen. Dar weren dre Foͤrsten yn Sassen landt / ere namen de sint wol bekandt / mit Eren doth man se nennen / se hel⸗ den so hart oͤuer Gades wort / vnd de⸗ dent ock bekennen. Hertoch Frederich Choͤrfoͤrst was de erst genant / hefft wol Regert yn synem landt / de warheit angenomen / Godt was by em mit syner gnad / de warth em nicht genomen. Hertzog Hans Choͤrfoͤrst de ander ge⸗ nant / de warheit hefft he ock bekant / vnd dede daroͤuer halten / Godt was by em mit syner gnad / dardoͤrch wart he erhal⸗ ten. Hans Frederich Choͤrfoͤrst was de drit genant / de hefft dar Euangelion bekant / Landt vnnd luͤde daran gesettet / Wes em daruͤmm wedderuaren ys / dat wende em Godt thom besten. He wart gefangen yn dem Veldt / vnd heldt sick alss ein Christen heldt / he leth den Heren walten / de sy by em mit syner gnad / so wert he wol erhalten. De vns dat Ledt thom ersten sanck / de Papen wetens em kleinen danck / He hefftes wol gesungen / So man de war⸗ heit reden wil / he ys eins Bwren Soͤne. He singt vns dith vnd der wol mehr / vnd ys nicht gudt der falschen leer / Ga⸗ des wort deit em geuallen / des help vns Godt yn ewicheit / vnd synen Christen allen. ¶ So grote gewalt vp erden nuͤ quam / De nicht yn korter tidt ein ende nam. Vnd moste ynt leste liggen lam / Wenn dat luͤckerad rundt vmme quam. Show less

Belagerung von Frankfurt, 1552
Zwey newe Lie⸗ der / Das Erst / Von der Be legerung der Statt Franckfurt. Das ander von der Belegerung Sax⸗ enhausen des sewstals / Allebyde im thon von der Schlacht vor Pauia / Jch hab offt hoͤren sagen / verachtung thut kein gut / Das thut der Fran tzoß klagen. rc. FRoͤlich so woͤlln... Show more Zwey newe Lie⸗ der / Das Erst / Von der Be legerung der Statt Franckfurt. Das ander von der Belegerung Sax⸗ enhausen des sewstals / Allebyde im thon von der Schlacht vor Pauia / Jch hab offt hoͤren sagen / verachtung thut kein gut / Das thut der Fran tzoß klagen. rc. FRoͤlich so woͤlln wir singen / Zu Ehren dem Adler gut / Franckfurt das wolt man zwin⸗ Auß lauther vbermuͤth / (gen Sie ward wol vberzogen / Vnd het kein schuld daran / Belegert an zweyen orthen / Sie gewunnen nit viel dran. An einem Sontag frone / Wol vmb die vesper zeit / Jm̄ Zwey vnd fuͤnfftzigsten Jare / Sahe man viel frembder Leuth / Zu Roß vnd auch zu Fuͤssen / Zu scharmuͦtzeln fiengen sie an / Das ward zu beyden seytten / Verloren etliche man. Das Laͤger theten sie schlagen / Wol in das weite Feldt / Das thut mancher armer man klagen / Vff schlugen sie jhre Zelt / Hin vnd wider an manchem orth / Zu schiessen fiengen sie an / Wol an die Bockenheymer pfort / Liessen sie jhr Geschuͤtz ab gahn: Eiñ Obersten wil ich euch nennen / Er ist von Edlem stam̄ / Den thet der Keyser senden / Herr Cunrad ist sein Nam̄ / Von Hanstein thut er sich schriben / Der hats gantz wol bedacht / Todt vnd lebendig zu bleiben / Bei tag vnd auch bei nacht / Hatt er sich verschreiben / Sampt einem Ehrsamen Rath / Mit Reuttern vnd mit knechten Darzu die Burgerschafft / Ritterlich zu fechten / Zu Ehren dem Keyser from / Die Stat jhm zu bewaren / Biß das er selber kom / Die Ritmeister wil ich euch nennen / Darzu die Hauptleut all / Jhr moͤcht sie darfuͤr erkennen / Als Kriegsleuth in diesem fall / Derhalben wil ichs anheben / Vnd sing ohn allen wahn / Albrecht von Rosenberg zu loben / Der ist ein Reutters man / Graff Ernst võ Solms ist auch im spil / Mit seinen Reuttern gut / Philips von Kronberg ich euch nennen Der ist gantz wolgemuth / (will Darneben Johan von Bicke / Das sind die Rittmeyster allein / Gott geb jhn allzeit gluͤcke / Die in Franckfurt gelegen sein. Nun mercket auff mit namen / Wie die Hauptleut geheissen han / Ja welche allesamen / Jn Franckfurt gehauset han / Cuntz von Wormbs / Hieronimus von Creutznach Die fand ich in der Statt / Die zwei Fenlin wie ich sah / Besoldet ein Ehrsamer Rath. Wolff Roth hatt inn den Juden wall / Sag ich euch fuͤrwar / Daniel Wormbser verwaret vberall / Stets das Bockenheymer Thor / Darnach den wall vnd Fridberger thor / Ditrich von Buͤdingen gburt dz ort / Hans Sebalt von Siglingen fuͤrwar / Verwacht aller Heiligen pfort. Weitter last euch sagen Die ander Hauptleut wolgethan / Martin von Hanstein verwart den wol graben / Jacob Boͤcklin find man stahn / Vor Sanct Kattharinen thor / Nachmals die Bornheymer pfort / Friderich Betstel der wacht daruor / Jacob võ Oschpach hat auch sein ort Darbei so laß ichs bleiben / Es wird sonst viel zu lang / Ein jeden zu beschreiben / Verdienten all lob vnd danck / Dann die Hauptleut wie ich meyn / Hatt ein jeder sein Quartir / So in Franckfurt gelegen sein / Eilff Fenlin in aller refir. Nun mercket auff mit gutem vleiß / Der hohen aͤmpter nam / Erstlichen vnser Schultheiß / From Wendel der alte man / Nachmals der Profoß ist / Hans Walther versteht mich recht / Zu dem das er ein Profoß ist / Hat er ein Fenlin Lantzknecht. Den Wachtmeyster thut jhr kennen / Dann er ist ein Kriegsman / Bastle von Speir thut man jn nennen / Weitters so zeig ich an / Daniel von Riedt thun ich sagen / Der vns Quartieret hat / Erstlich als mir zu feld lagen / Nachmals wol in der Stat. Hans Brendel ich muß dich loben / Du bist der aller best / Von der Prouiandt zu haben / Geschlempt die gute gest / Wiewol die Feind nahme / Dir etliche rostig Schaff / Jst jhnen nit wol bekommen / Welches ich gentzlich verhoff / Vnserm Obersten thet bottschafft kom Das ist vns allen nutz / (men / Dann er hat wol vernommen / Von einem grossen Gschütz / Ein außfall thet er ordinieren / Zu Roß vnd auch zu Fuͤß / Das Geschuͤtz in Franckfurt zu fuͤren / Der Feind zu sehen müst. Dann er hatt verordinieret / Zu Saxenhausen vor der Statt / Landawer die Schuͤtzen fuͤret / Mit jhnen gscharmuͤtzlet hat / Das hat den Feind verdrossen / Sie gewunnen nicht viel daran / Dem Feind ward abgeschossen / Mancher ehrlicher Kriegsman. Nun will ich euch nennen / Die Buͤchsen so jtzund stahn / Jhr werd sie eins theils wol kennen / Zu Franckfurt wol vff dem plan / Siht mann den Beren liegen in / Mit gantzer vngedult / Der Bawer vnd die Bewrin / Klagen beyd jr vnschuldt. Gott wilkom Jungfraw Sybilla / Was sucht jhr in vnserem Landt? Sprach schnell die boͤse Elsa / Die schlang hat vns her gesant / Mit vns gebracht viel Kraut vñ Loth / Bringt manchem ein grosse schew / Das ist vnserm Feind ein spott / Vund noch ein Carthaunen heyst die Trew Noch sind der Carthaunen mehr / Mir aber vnbekandt / Grausam groß vnd hefftig schwer / Wie sie all werden genant / Wer sie will beschawen starck / Zu Franckfurt auff dem plan / Der gehe anff den Roßmarck / Da findt er die Buͤren stahn. Am siebentzehenden tag Julij / Belegerten sie die Statt / Am Neundten tag Augusti / Zogen sie widerumb ab / Sie gedrauten nichts zu gewinnen / Zu Franckfurt an der Statt / Vor Saxenhausen theten sie rennen / Da kamen sie recht ins badt. Also habt jhr vernommen / Wie es Franckfurt ergangen hat / Sie zogen ab wie die stummen / Jst jhnen ein grosser spott / Dann sie haben geschossen schier / Vom Han wol einen fuß / Dasselbig glaub sicher mir / Das er noch hincken muß. Hiermit will ich beschliessen / Also das Liedlin mein / Thuts schon dẽ Margraffen verdrissen / Das acht ich warlich klein / Kuͤrtzlich wil ich mich bedencken / Jn trewen ichs gemeyn / Mein Liedlein thu ich schencken / Herr Conrath von Hanstein. Das ander Liedt inn vori⸗ ger Melodei. WEitters so last euch sagen / Saxenhausen ward berant / Wol an einem dienstage / Das frewr vns allesampt / Begunden hefftig zuschiessen auch / Zuschantzen fiengen sie ahn / Scharmuͦtzleten nach Landsknechts ge Verloren manchen Mann. (brauch / Es ward jm abgeschossen / Võ Meckelburg d Hertzog wolgetan / Das hat den Marggraffen verdrossen / Verhieß sich vor jederman / Saxenhausen zu schleiffen gar / Kein stein auffm andern zu lahn / Vnd stahn in grosser leibs gefahr / Beyd weib vnd auch die Mann. Darumb Saxenhausen halt dich feste / Du wolgebawtes hauß / Der Marggraff bringt viel gesteste / Die Widhoͤpff heben auß / Thut euch zusamen gsellen / Daran ich kein zweiffel han / Manlich solt jhr euch stellen / Sprach der Oberst zu jdermann. Martin von Hanstein des gleichen / Der des Obersten Leutenampt ist / Jnn Saxenhausen gewesen / Beneben Asmussen wie jhr wist / Die Lantzknecht theten sie gruͤssen / Bei tag vnd auch bei nacht / Darmit niemand solt verdriessen / Vnd der Wall wurd gemacht. Die Fenlin alle samen / Die in Saxenhausen gelegen sindt / Der waren sechs mit namen / Darunder manch wildes kindt / Vnd ein geschwader Reutter gut / Hans Waller jr Rittmeister ist / Drumb schaw ein jder wie mañ jm thut / Zu bawen von noͤten ist. Der Marggraff mitt seinem gesinde / Schilt Saxenhausen ein Sewstal / Sprach wie bald vnd geschwinde / Thu ich einen anfall / Jch darff sie nit beschiessen / Es siehet Nuͤrnberg gantz vngleich / Jch gewinß mit langen spiessen / Mach jnen die nasen bleich. Da giengen die Hauptleut zusamen / Gantz schnell in einen Rath / Welche ich euch mit namen / Ansage was ein jeder thaͤt / Dann sie theten spilen mit / Gantz bald wol vmb die Quartir / Gebuͤret eim Hauptmann dreihundert Da wust ein jeder sein Refir. / (schrit / Wolher jhr lieben Lantzknecht gut / Wann es ist an der zeit / Hefftig zu bawen auß freiem mut / Es kost woll vnsern leib / Da sahe mann hefftig schaffen / Bei tag vnd auch bei nacht / Mit ersten an dem Affen / Das thor war zu gemacht. Joachim Landawer dem gebuͤret / Der Affen vnd auch der Schwan / Darhinder ward auffgefuͤret / Von Manchem ehrlichen Man / Ein Bollwerck groß von Erden / Vnd gerings rumb eynen Wall / Das alle so es sehen werden / Loben mit reichem schall. Oßwalt Lenhart sprach behende / Zu seinen Lantzknechten all / Nun spare keiner seine hende / Zu bawen einen wall / Vnd alles was von noͤten ist / Jhr lieben Lantzknecht werdt / Wir haben ein Bolwerck wie jhr wuͤsst / Mit namen heist es zum Schwert. Da sah mann grosse arbeit / Gerings rumb in der Statt / Ludwig von Dalburg herumer reyt / Die Landtsknecht er fleissig bath / Das sie wolten bawen / Das wer sein trewer rath / Ein Bollwergk heyst zum Beren / Das vnden am wasser stath. Nun folget der vierd Hauptman / Weirach von Lindaw den ich meyn / Der hebet vnden am Mayn an / Ein pfort heyst der Vlrichstein / Das muß er verbawen / Biß an die Oppenheymer pfort / Vnd ein Bollwerg ist fuͤr trawren / Ligt draussen am selbigen ort. Hans Beck dem gebuͤret / Zu bawen einen wall / Der ward woll auffgefuͤret / Jn seim Quartir vberall. Ein Thurn der heyst zur Deschen / Darbei ein Erdloch vest / Den Feind alda zu dreschen / Vns wehren auffs aller best. Nun kompt Hauptmann Moritz / Der hat das sechste Quartir / Vnd ligt dort fornen an der spitz / Am Affen neben mir / Er thet mit krefften bawen dauß / Allezeit ohn vnderlaß / Vor einẽ thurn der heyst zum Strauß / Hat er ein Bollwerck das ist groß. Also haben wir erbawet / Saxenhausen den Sewstall / Da jn der Marggraff schawet / Er hatt sein kein gfall / Begund gantz hefftig zu schiessen / Zu tag vnd auch zu nacht / Das thet vns nit verdriessen / Ein Krantz der ward gemacht / Von Reben laub merckt mich eben / Der ward jm außgesteckt / Guten wein zu geben / Marggraff ob er dir schmeckt / Der Wirt so jhn schenckt auß / Oswalt Lenhart ist sein nam / Jn einem sehr alten Hauß / Der Marggraff was jm gram. Dann er hat daran verschossen / Mehr dann eins Graffen gut / Vnd hat sein nit genossen / Die schalckheit mir wolthut / Dann sie haben nicht anders gewust / Es sei vnsere beste wehr / Jst das nit ein freier lust / Ein alt Hauß das stund lehr. Darnach wardt er ergrimmet hart / Wol vber den Affen gut / Geschoß in sehr zu der fart / Noch gab der Aff kein blut / O Marggraff standt ab von deim siñ / Vnd nim also fuͤr gut / An Saxenhaußen hastu kein gewiñ / Der Aff dein spotten thut / Den Neuntzehenden tag Julij / Belegerten sie die Statt / Vnd am Sechtzehenden Augusti / Zogen sie wider ab / Der schimpff hat sie gerawet sehr / Sie hatten keinen gewin / Vor Saxẽhaußen kom ich nim̄er mehr / Ade ich fahr dahin. Darmit wil ich beschliessen / Also das Liedlin mein / Marggraff laß dichs nit verdriessen / Zieh du widerumb heym / Vnd klag es deiner Mutter / Wies dir ergangen hat / Auch deiner lieben Schwester / Zu Saxenhaußen vor der Statt. Der Marggraff sprach / Jch gewinn dich / Landawer sprach / So wett ich. Show less

Schlacht zwischen Herzog Moritz von Sachsen und Graf Albrecht von Brandenburg, 1553
Ein new Lied von der schlacht so zwischen Hertzog Moritzen von Sachsen dem Churfuͤrsten / vnd Mar⸗ graff Albrechtẽ von Bran denburg Anno 1553. gehaltẽ wordẽ. Jm Thon / Wacht auff jr Teut⸗ schen alle. ACh Gott wem sol ichs klagen / die not vñ groß gefar / die sich hat zuͦ getrage / im... Show more Ein new Lied von der schlacht so zwischen Hertzog Moritzen von Sachsen dem Churfuͤrsten / vnd Mar⸗ graff Albrechtẽ von Bran denburg Anno 1553. gehaltẽ wordẽ. Jm Thon / Wacht auff jr Teut⸗ schen alle. ACh Gott wem sol ichs klagen / die not vñ groß gefar / die sich hat zuͦ getrage / im drey vñ funfftzigsten Jar / von Reutern vnd Landsknech⸗ ten / im Lünenburger Landt / da sah man ritterlich fechten / vffm Beyner Bruͦch genandt. Margraff Albrecht der Jünger / ein Braͤdeburgscher Her / der het wol vber komen / von Reutern vnd Knecht ein groß Heer / Bamberg thet er einnemẽ / in einer kurtzẽ frist / Schweinfurt thet er berennen / nahms ein mit hinderlist. Darbey ließ ers nicht bleiben / wie manchem ist wol bekant / viel hochmut thet er treiben / wol inn dem Francken landt / Nürnberg thet er verletzẽ / nam ein jr gantzes land / mit raub vñ brand schaͤtzen / verderbt das Wuͤrtzberger land. Die Bischoff wolt er veriagẽ / wider billichkeit vñ recht / des theten sie sich be klagen / bewarben auch reutter vnnd knecht / huͤlff auch sie begerten / von den Sachsischen Hern / die Fuͤrstẽ sie solchs gewerthen / versamletẽ ein grosses her. Hertzog Moritz mit namẽ / ein Chur furst in dẽ reich / vil kriegsuolck bracht er zusamen / mit Hertzog Philips von Braunschweig / nach Schweinfurt thet man ziehen / Hertzog Philips jhr Oeberster war / der Marggraff thet baldt fliehen / ließ sein land in grosser gefahr. Nach dem Hartz thet er sich keeren / zog nach dem Sachsner land / vil Doͤrf fer thet er verheeren / mit raub vñ auch mit brandt / nach dem Stifft Minden stund sein sinne / Pettershagen er da be gert / das Schloß wolt er gewiñen / das ward er nicht gewaͤrth. Die zeittung thet er bekommen / wie Hertzog Moritz vorhanden wer / mit Hertzog Philips dem Jüngernn / die hetten ein grosses heer / als baldt er das thet mercken / von Petershagẽ er flog / sein hauffen thet er stercken / vff Han⸗ nouer er zuͦ zoch. Den Sonntag nach Kiliani / ein Vher nach mittag / da sah man fliegen die fanen / bey Scharnißhausen das gschach / die Buͤchsen hort man kra⸗ chen / das feldt war baldt bestellt / die Schlachtordnung thet man machen / da sah man manchen kuͤnen heldt. Sie thetten viel schreyen vnd sagen / wir weren jhn viel zuͦ schlecht / sie woͤl⸗ ten vns bald veriagen / vnd hiessen vns Pfaffen knecht / die Vesper wir jhnen leutten / mit schissen vnd schlaͤgen gut / wir lasen jhn die gezeyten / das man⸗ chem entfiel der muth. Sie hatten inngenommen / den vor⸗ theil aller gar / sie hatten wind vñ Son ne / es halff sie weng verwar / mit jn the⸗ ten wir treffen / wir griffen sie tapffer an / jr ordnung thete wir bald brechen / Der Churfurst war fornen dran. Viel bluts wardt da vergossen / wol zu der selbigẽ stund / viel warden da ge⸗ schossen / der Marggraff der wardt wund / die flucht die thet er nemen / da bleib manch stoltzer heldt / fliehen thet er sich nit schemen / Der Churfurst be⸗ hielt das feldt. Der Marggraff wardt verdriben / gut zeit bey Sonnen schein / vier tau⸗ sent sein tod blieben / drithalbhundert võ Adel auch fünfftzig zwey faͤnlein / wir jn namẽ das sag ich euch fürwar / darzu sechzehen Reutter fanen / die alle des Marggraffen warn. Allda wurden geschossen / zwen Für⸗ sten von Braunschweigk / das leben sie da bschlossen / wol auff der walstatt zu gleich / noch eren detten sie streben / Der Churfuͤrst der leidet pein / am dritten tag gab er auff sein leben / dem Gott woͤl genedig sein. Der vns das Lied hat gesungẽ / von Newem hat gemacht / der ist herwider kom̄en / wol von der selbigen schlacht / die Buͤchsen sach er blitzen / er war mit in dem streit / er reith damit vnder den schuͤtzen / wol auff die selbige zeit. ANno 1553. den 9. tag Julij ist die schlacht mitt Hertzog Moritzen Churfuͤrsten vnd dem Margraff Albrechten bey einem Dorff im Land Luͤneburgk heist Seyberßhausen / vñ das feldt das Beiner Bruch / da die schlacht geschehẽ ist / ligt zwischen Hil deßheim vñ Burgdorff / drey meil von Hildesheim. Der Churfurst hat das feldt behalten / aber doch mit grossem schaden. Es sind Hertzog Heinrichs von Braunschwig beide Soͤne vff der walstatt blieben / Hertzog Philips vñ Hertzog Carle. Der Churfurst ist auch geschossen / vñ auff den dritten tag den vi. Julij zwischen acht vnd neun vhrn gestorben. Vnd den viij. tag Julij des Churfursten volck / reuter vnd knecht von Hertzog Heinrichs von Braun⸗ schweig hauffen abgezogẽ / haben jren Herren gebalsamiret inn sein land ge⸗ furt. Es ist der Hertzog von Luͤnen ⸗ burg auch geschossen / ligt noch in Got tes gewalt / weiß niemant ob er wid vff kompt / dz steht zu Gott. Vff des Mar graffen seitẽ ist der Margraff wol dar uon kom̄en / ist aber hefftig geschossen vnnd verwundt / auch auff das vierdte pferdt kom̄en / sein hauff gantz vñ gar gefangen / geschlagen vnd zerstrawet / die besten von Rittmeystern vmbko⸗ men / viel feiner Helden. Braun Vogt ist doth. Jost Hack / Hausser / Schottenleben / Johañ Fal⸗ ckenberg / Hans võ Stockhausen / Mo ritz Schlegel / Lefin von Heydelburg / sein alle todt. Bertold von Mandelß⸗ heim ist griffen. Geiß vonn Mandelß⸗ heim / Lipps Oheyde / Ernst võ Man delßheim / Ernst von altẽ / sein alle grif fen. Ernst Weigerman weiß nit ob er griffen sey. Caspar Dargelo ist daruõ. Bey drithalbhundert vom Adel vff beiden seiten blieben. Viertausent vnd 38. seind begraben / sonder die gewundt sein vnd sterben. Vj. M. von Lands⸗ knechten gefangen. Lij. landsknecht⸗ faͤnlin bekomen / vnd vvj. reuter fan. Show less

Moralgeschichte: Von zwei Schwestern
Eine Wunder⸗ barliche vnnd klegliche Ge⸗ schicht / geschehen in Holland / in einer Stadt Leya genant / von zweyen Schwestern / die eine war Reich / vnd die ander war Arm. ¶ Jn des Bentzenawers thon. I. Ach wer wil hoͤren singen / Ein wunderlich newes Lied Von wunderlichen dingen / Die... Show more Eine Wunder⸗ barliche vnnd klegliche Ge⸗ schicht / geschehen in Holland / in einer Stadt Leya genant / von zweyen Schwestern / die eine war Reich / vnd die ander war Arm. ¶ Jn des Bentzenawers thon. I. Ach wer wil hoͤren singen / Ein wunderlich newes Lied Von wunderlichen dingen / Die in Hollandt geschehen sind. Von zweyen leiblichen schwestern. Wol von d reichen / wilt das verstã Die Arme thet sie bitten / Aber sie hat es nicht gethan. II. Die Arme het sechs Kinder / Die erlitten hungers not / Sie hat jr mehr noch minder / Jr frommer Mann war todt. Die Kinder weinten seere / Die Mutter was mit leyd vmbfan Sie ruͤfft zu Gott dem Herren / Das er jr wolt beystan. III. Die Nachbaurn alle geleiche / Sagten jr mit gutem bescheyd / Ewr Schwester ist gar reiche / Geht hin klagt jr ewr leyd. Ewr not die thut jr klagen / Vnd sagt jr ewrn gebrech / Ach nein so thet sie sagen / Mein Schwester ist vil zu frech. IIII. Dennoch thet sie hingehen / zu jrer Schwester in die Stadt / Ob sie jr ein Brot wolt leyhen / Vmb Gottes willen sie bat. Ach woͤlst mir kummen zu stewre / Liebe Schwester in meiner not / Jch hab sechs Kinder beym fewre / Sie versuchten in drey tagen kein V. (brot. Als die reich schwester das hoͤrte / Sie richt sie dapffer auß / Sie sprach mit frechen worten / Jch hab kein Brot im hauß. Bin ich schon geheissen die Reiche / Wie man mich darfuͤr helt / (che / Jch schwer bey Gott von himelrei⸗ Das ich keins hab in meiner gwalt. VI. Hab ich Brot groß oder kleine / Bey dem Herren das ich schwer / Gott geb das es werd zu steyne / Das ich hab in meim Tressor. Die Arme weinet seere / Vnd gieng zu jren Kindern heym / Was thet aber Gott der Herre / Das Brot war verwandelt in stein VII. Als aber die Reich erfure / Das war verwaͤdelt in stein jr brot Sie was in grossen gefahren / Sie volgt jrer Schwester mit not. Ach wolst mir das vergeben / Liebe Schwester das bit ich dich / Jch wil dir Gelts gnug geben / Das du kauffen magst fuͤr dich. VIII. Drey Kinder sol ich euch halten / Liebe Schwester nur froͤlich seyt / Bit Gott fuͤr mich manigfalte / Das er mirs vergeb zu dieser zeit. Wolt diß Exempel annemen / Die haben das grosse gut / Das jr Brot nit werd zu steinen / Ders seim Nechsten nicht mitthey⸗ len thut. Deuter. xvj. Prouer. xxviij. Thobie iiij. vnd xij. ¶ Das Gebet mit Fasten vnnd Almosen geben / ist besser denn Goltschetz zusammen legen. Denn Almosen loͤst von dem Todt / Reiniget die Suͤnde / vnnd macht das E⸗ wig leben finden. Die aber suͤndigen / die sind feindt jrer Seelen. Ecclesi. iiij. vij. xxix. ¶ Vmb des Gebots willen thu dem Ar⸗ men guts / Vnnd vmb des mangels willen laß jn nicht lehr gehen. Verleur dein Gelt vmb deines Bruders vnnd Nechsten wil⸗ len / vnd vergrab es nicht vnter ein Stein / das es verroste vnd verfaule. Lege deinen Schatz nach dem Gebot des Allerhoͤch⸗ sten / so wird er dir mehr nutz bringen dann Golt. Behalt das Almosen in die handt des Schaffners / der wird dich vor allem vbel behuͤten. Matth. vj. xxx. Mar. x. Luce xj. ¶ Fuͤrcht dich nicht du kleine Herd / dann es ist ewers Vatters wolgefallen / euch das Reich zugeben / Verkauffet was jr habt / vnd gebt Almosen. Show less

Lied über die Seeräuber Störtebeker und Gödeke Michels;
Ein schoͤn Lied / Von der grossen Rauberey / des Stoͤrtzebechers / vnnd Goͤdiche Michaels / rc. Wie sie so schend⸗ lich auff dem Wasser ge⸗ raubt haben. SToͤrtzebecher vnnd Goͤdiche Mi⸗ chael / die raubten beyde zu glei⸗ chen theyl / zu Wasser vnd nicht zu Lande / biß das es GOTT von... Show more Ein schoͤn Lied / Von der grossen Rauberey / des Stoͤrtzebechers / vnnd Goͤdiche Michaels / rc. Wie sie so schend⸗ lich auff dem Wasser ge⸗ raubt haben. SToͤrtzebecher vnnd Goͤdiche Mi⸗ chael / die raubten beyde zu glei⸗ chen theyl / zu Wasser vnd nicht zu Lande / biß das es GOTT von Himmel verdroß / Deß musten sie leyden grosse schande. Sie zogen vor den Heydnischen Sol⸗ dan / Die Heyden wolten ein Wirtschafft han / Seine Tochter wolt er berahten / Sie rissen / sie splissen gleich wie zween wilde Giren / Hamborger Bier das trun⸗ cken sie gerne. Stoͤrtzebecher der sprach all zu hand / Die Wester See ist mir wol bekannt / das wil ich vns wol holen / Die reichen Kauff leute von Hamborg / Sollen vnns das Geloch wol bezahlen. Sie lieffen Ostwertz bey langest das Leych / Hamborg / Hamborg thu nur dei⸗ nen fleyß / An vns kanstu nichts gewin⸗ nen / Was wir auch woͤllen bey dir thun / Das woͤllen wir balde beginnen. Das hoͤret sich ein schneller Bott / der war von einem klugen Baht / Er kam zu Hamborg eyngeloffen / Er fragte nach deß eltesten Burgermeysters Hauß / Er fandt den Raht zu hauffe. Mein lieben Herren alle durch Gott / nemet diese Rede nicht auff fuͤr spott / die ich euch jetzt wil sagen / die Feinde ligen euch harte darbey / Sie ligen an wilder Awe. Die Feinde ligen euch fuͤr der Thuͤr / das habt jhr Edelen Herren zweyer kuͤr / sie ligen dar an dem Sande / lasset jhr sie wider von hinnen ziehen / das habet jhr Hamborger grosse schande. Der eltest Burgermeyster sprach all⸗ zu hand / guter Gesell du bist hier vnbe⸗ kannt / worbey sollen wir dir glauben / Das sollet jr Edlen Herren thun / bey mei⸗ nem trewen Erde. Jr sollet mich setzen auff das Vorka⸗ stell / so lang daß jhr ewer Feinde sehet / all zu denselben stunden / spuͤret jr ein ei⸗ nigen wanckel an mir / so sencket mich gar zu grunde. Die Herren von Hamborg die zogen auß / Sie giengen zu Siegel all mit der Flut / all nach dem newen Wercke / fuͤr Nebel kondten sie nichts sehen / so finster waren die Schwercke. Die Schwercke brachen auf / die Wol⸗ cken wurden klar / die Herren von Ham⸗ borg giengen zu Siegel allda / grossen preyß wolten sie erwerben / Stoͤrtzebecher vnd Goͤdiche Michael / die musten dar⸗ umb sterben. Sie hatten einen Holch mit Wein ge⸗ nommen / darmit waren sie auff die We⸗ ser gekom̄en / dem Kauffmann dar zuley⸗ de / Sie wolten auch damit in Flandern sein / sie musten noch darvon scheyden. Hoͤrt auff jr Gesellen vnd trincket nun nicht mehr / Dort lauffen drey Schiff inn jenner See / vnns grawet vor den Ham⸗ borger Knechten / kommen vnns die von Hamborg an die Port / mit jhnen muͦssen wir fechten. Sie brachten die Buͤchsen an die Port / zu allen schuͤssen giengen sie loß / da hoͤrt man die Buͤchsen klingen / Da sah man so manchen feinen Held / sein Leben zum ende bringen. Sie schlugen sich drey tage vnd auch drey nacht / Hamborg dir war ein boͤses bedacht / all zu denselbigen stunden / was vnns zuvor lang ist gesaget / das haben wir jetzund befunden. Die bundte Kuh auß Flandern kam / Wie balde sie das Geruͤchte vernam / mit jhren starcken Hoͤrnern / Sie gieng brau⸗ sen all durch die wilde Seel / den Hollich wolte sie verstoͤren. Der Schiffer wol zu dem Stewr⸗ mann sprach / treyb auff das Ruder zur Stewrbort an / so bleybet der Hollich bey dem Winde / Wir woͤllen jm lauffen sein Vorkastell entzwey / das soll er wol be⸗ finden. Sie lieffen jm sein Vorkastell entzwey Trawen / sprach sich Goͤdiche Michael / die zeyt ist nun gekommen / daß wir muͦs⸗ sen fechten vmb vnser beyder Leib / es mag vns schaden oder frommen. Stoͤrtzebecher der sprach sich all zu⸗ hand / Jr Herren von Hamborg thut vns keinen gewalt / Wir woͤllen euch das gut auffgeben / wolt jr vns stehen fuͤr vnsere Leibe / vnd fristen vnser junges Leben. Ja trawen sprach sich Simon von Vtrecht / Gebt euch gefangen all auff ein Recht / vnd lasset euch das nicht verdries⸗ sen / habt jr dem Kauffmann kein leyd ge⸗ than / das moͤgt jr wol geniessen. Da sie auff die Elbe kamen / nicht viel Gutes sie da vernamen / Sie sahen die Koͤpffe stecken / Jr Herren das seind vn⸗ ser Mitgesellen / So sprach sich Stoͤrtze⸗ becher. Sie wurden zu Hamborg in die Hech⸗ te gebracht / Sie sassen nicht lenger denn eine Nacht / all zu denselbigen stunden / Jhr Todt ward also sehr geklagt / Von Frawen vnd Jungfrawen. Jr Herren von Hamborg wir bitten / vmb eine kleine Bitte / Die kan euch nicht groß schadẽ. Daß wir den Trawrenberg auffgehen / Jn vnserm besten Gewande. Die Herren von Hamborg theten jnen die Ehre / Sie liessen jhn Pfeyssen vnnd Trummen vorgehen / Sie hetten das lie⸗ ber entporen / Weren sie wider in de Hey⸗ denschafft gewest / Sie hetten das wol gekoren. Der Hencker der hieß sich Rosenfeld / Er hieb so manchen stoltzen Held / mit gar so frischem mute. Er stund in seinen geschnuͤrten Schuhen / biß zu den En⸗ ckeln in dem Blute. Hamborg / Hamborg / das geb ich dir preyß / Die See Rauber worden auch nun so weyß / Vmb deinent willen musten sie sterben / Das magst du von Golde ein Krone tragen / Den Preyß hastu erwor⸗ ben. Gedruckt zu Nuͤrnberg / durch Valentin Newber / Wohn⸗ hafftig im obern Wehr. Show less

Zwangsbekehrung einer jüdischen Mutter
Ein huͤbsches Lied / wie zu Plonig ein Christen eynes Juden Tochter schwanger macht / vñ sie vermeynt / sie het den Messias empfangen von einem Engel. Jn des Spaͤten thon. JN der geschrifft fand ich ein list / in einem buch in kurtzer frist / vñ was zu Plonig geschehen ist / vñ das wil ich... Show more Ein huͤbsches Lied / wie zu Plonig ein Christen eynes Juden Tochter schwanger macht / vñ sie vermeynt / sie het den Messias empfangen von einem Engel. Jn des Spaͤten thon. JN der geschrifft fand ich ein list / in einem buch in kurtzer frist / vñ was zu Plonig geschehen ist / vñ das wil ich euch machen offenbare. Von einem Juden also drat / der saß zu Plonig in der Stat / derselb ein schoͤne tochter hat / vmb sie do warb ein Burger das ist ware. Er gienge jr nach mit gar klugen sitten / wol auff ein zeyt thet er sie freuntlich bitten / das sie sich tauffen ließ in Christi namen / sie antwort jm mit worten schier / schweig du der red das rath ich dir / vnd solt mein vater solchs an mir / erleben / des muͦst er sich immer schamen. 2. ¶ Der burger der was also zart / zum Juden er sich gesellen wardt / darzu zwang jn die liebe hart / die er zu sei⸗ ner Tochter het alleine. Do hub er mit dem Juden an / ich trawe dir fuͤr yedermann / Jch muß weyt inn die welt hindan / behalt dir mir da meinen schatz so reyne. Ein kasten schick ich dir on als ver driessen / darein do wil ich all meyn barschafft bschliessen / bhalt du mir jn das er versorget seye / Er antwort jm mit worten lind / ich wil jn setzen zu meim kind / in jr Schlaffkammer so geschwind / der Burger bsan jhm da ein list so freye. 3. ¶ Dahin gieng er gar schnelligklich / zu seynem gesellen merckendt mich / er sprach ich thu hie bitten dich / das du mir darinn behuͤlfflich woͤllest seyne. Der Jud der wil mir do zu handt / mein kasten bhalten in sein bandt / er meint ich woͤll ferr / in die land / so hab ich mir erdacht ein list so feyne. Er gieng vnd ließ ein kasten wol versachen / ein Schloß ließ er innen vnd aussen machen / darein legt er sich selb ohn alle klage / er nam acht tag speiß zu jm nein / darnach schlug er den kasten ein / Er sprach zu dem gesellen sein / bitt ein zu dir der mich zum Juden trage. 4. ¶ Sein gsell war willig vnnd darzu schlecht / vor jm trat her ein schlechter knecht / er sprach du kom̄st mir eben recht / hilff mir den kasten tragen an ein ende. Sie trugen jn hin on allen strauß / gar bald hin in des Juden hauß / der Burger schwig gleich wie ein mauß / im kasten dorfft er sich nicht vmbe⸗ wenden. Wie offt er ward gestossen hin vñ here / wol in dem kasten lag er vber⸗ zwere / der Jud griff vnnd halff den zweyen abe / er thet ein red on alle ge⸗ fer / vnd wie ist diser kast so schwer / vnd helfft mir jn heben biß daher / in meiner Tochter kammer wil ich jhn haben. 5. ¶ Der kast ward vberworffen auch / vber ein schwell vnd die was hoch / dem burger thet so wee die schmoch / im Kasten seyn / dannocht dorfft er nichts jehen. Da wurden sie auffrichten schon / den edlen kasten wolgethan / inn ey⸗ nem eck da must er stan / nit ferr vom bet / das sie jn an mocht sehen. Da giengen sie auß der kammer all dreye / der Jud vnd auch die zwen ge sellen freye / damit wolt sich der tag zu gnaden gone / do es was nu vmb schlaffes zeyt / die Tochter sprach ich nicht mer beyt / mit guter nacht ohn sondern neyd / neygt sich do jrem va⸗ ter wolgethone. 6. ¶ Da schlich sie in jr kamer drat / da sie jr eynigs wesen hat / Sie legt sich an jr bethe stat / vnd sach den kasten an ins Burgers namen. Daran lag sie mit sinnen tieff / manch abenthe wr jr da zu lieff / dar⸗ inn sie auch gar bald entschlieff / da hub sie an vnd kallet in dem traw⸗ me. Als bald der edel Burger das er⸗ horte / er strafft sich selbs schwig still sprach nit ein worte / er oͤffnet seynen Kasten gar heimlichen / vnnd kroch auff allen vieren drauß / er dacht solt man mich inn dem hauß / ergreyffen da der schimpff wer auß / am ersten rewet mich die minnigkliche. 7. ¶ Als bald er fuͤr das betlein kam / do weckt er sie auß jrem traum / gib ant⸗ wort mir du dich nit saum / ich kom̄ von Gott vnd wil zu dir da here. Jch bin ein Engel also feyn / du solt mir vndterthenig seyn / das ge⸗ beut dir Got der Schoͤpffer dein / ja thust du das so kommest du auß schwere. Der ware Got der thut mich zu dir schicken / der jrdisch glaube sol sich durch dich blicken / du wirst von mir empfahen also schone / den waren Messias also zart / darauf jr so lang habt gewart / Daran sie sich do auch nit spart / sie griff nach disem Engel wolgethone. 8. ¶ Er schwang sich zu jr in das beth / geistliche wort er mit jr redt / das het sie jhm als fuͤr kein gspoͤtt / do ward sich brust vnd brust zusamen nahen. Der Engel der redt noch vil mee / vil wunder auß der alten Ehe / Sie sprach vergangen ist mein wehe / da ward sie jn geistlichen vmbefahen. Sie redt mit jm nach seines gey⸗ stes arte / volend an mir was dir Got gbotten hate / Des frewet sich der Engel als er solte wollust nach seynem leyb / der Juͤdin macht er ein weyb / er sprach zu jr ich nicht mehr bleyb / ich hab volbracht was mir Gott hat gebotten. 9. ¶ Do nam er vrlaub so geschwindt / doch in dem schimpff het er ein kind empfolhen jr als ich es find / in der ge schrifft / das lesen vns die weysen. Sie meynt der Engel wer ver⸗ schwundt / da loset er wol auff eyn stundt / biß sie entschlieff sagt euch mein mund / da kroch er wider in ka⸗ sten zu seinr speyse. Des morgens do der tag was her⸗ gone / die Braut war schnell vñ thet gar fruͦ auffstone / Sie kam zu jhrem vatter dar gegangen / frewt euch jhr Jnden alle sandt / der war Messias ist im landt / ich trag jhn vnter meym gewand / von eynem Engel hab ich jn empfangen. 10. ¶ Jhrs Vatters freud die was nicht klein / er gbot den Juden all gemein / schnell vñ bald in die Schul hinein / kleynn vnd auch groß das keyner sol außbleyben. Da kamen sie alsamẽ dar / der Jud der sprach nu nemet war/ den waren Messias also klar / den tregt meyn Tochter warlich in dem leybe. Das sag ich euch so gar on allen zwange / heint in der nacht hat sie jn schon empfangen / von einem Engel ward er jr eingossen / die Juden spra⸗ chen ist es war / so muͤssen die Chri⸗ sten alle gar / abtrieben werden son⸗ der zwar / dann vnser glaub hat sie allzeyt verdrossen. 11. ¶ Jnn rates weyß waren sie all / wol in der Schul mit reychem schall / der Burger hort da jhren hall / er dacht ich solt mich auß dem kasten schwin gen. Dieweil sie bey einander send / der burger gab darzu bald end / auß Ju⸗ den hauß macht er sich bhend / Er schlich daruon vnd thet vor freuden springen. Da rieten sie all groß vnnd darzu kleine / am letzten wurden sie da vber eyne / sie wolten schreyben auß in alle Lande / den andern Juden zu eym won / vnd wie es jhn thet wol ergon / jr Got het sich herab gelon / des frew ten sich die Juden alle sande. 12. ¶ Noch mer gib ich euch vnterscheid des juden tochter daucht sich gmeit / Darumb das sie truͤg die weyßheyt / sie meynt sie wer als geistlich in dem leben. Die Juden all mit gutem fug wur⸗ den sie heyligen all genug / als in der ehr den sie da trug / Jr glaub wardt sich in frewden aufferheben. Damit kam sich der zeyt vnd auch der tage / das sie geberen solt den sie was tragen / des frewt sie sich war⸗ lich in jhrem hertzen / die zeyt was hie als ich es spuͤrt / die bringung darbey jr geburt / sie gehub sich vbel bey dem gurt / wañ sie gebar ein kind mit gros sem schmertzen. 13. ¶ Es was ein meydleyn wunnesam / zwen finger het es in der scham / da⸗ bey sol man mercken mit nam / vnnd das jhr keyne nicht mag Junckfraw seyne. Das macht das sie nit glaubẽ das Maria ye ein Junckfraw was / vnd jmmer ist on sonder haß / des muͤssen sie do leyden grosse peyne. Die Juden wurdẽ all seer vngestuͤ me / jhres Gottes dorfften sie sich nit ruͤme / noch wolten sie das kindleyn aufferziehen / Do es nu kam wol viñ das jar / der Burger der kam heym⸗ lich dar / sein blut vnnd fleysch stal er fuͤrwar / er taufft es baldt darumb dorfft er nicht fliehen. 14. ¶ Darnach nam er sein kindlein her / er sagt der mutter dise maͤr / das er der Engel gwesen wer / das kind thet da mit seyner mutter schertzen. Da spuͤrt man muͤtterliche trew / sie sprach zum Burger gfall ich euch / so nemet mich ich hab groß rew / den vnglauben treib ich auß meinem her tzen. Der Burger der nam sie zu einem Weybe / sie sprach man sol mich zu eim Christen schreyben / ich bger in⸗ nigklich des heilgen tauffes / Sie ließ sich tauffen also gar / sie vñ jr liebes kind so klar / des namen do die Judẽ war / schnell vnd auch bald thetten sie zu jr lauffen. 15. ¶ Sie woltens abgetrieben hon / zu angesicht wuchs also schon / auff jh⸗ rem haupt ein edle kron / das sahen do die Juden mit gesichten. Sie schrien all auß hertzen grund / nun bgeren wir auch zu der stund / den heylgen Tauff macht vnns ge⸗ sund / von vnserm glauben woͤllen wir vns richten. Das jre gesatz theten sie zerstoͤren / der Christen Glaub ward sich auch durch sie meren / das sey gelobt drey namen vnnd ein Gotte / den Juden theylt er mit genad / damit das Lied ein ende hat / es werd gesungen fruͤ vnd spat / in disem thon den Juden zu eim spote. ¶ Gedruckt zu Nuͤrnberg / durch Valentin Neuber. Show less

Geschichte der Christenverfolgung durch Römische Kaiser nach Eusebius; Vom Reich des Antichrists; "Ein Gsang zum Herzen Christus"
Ein New Lied Auß der Histori Eusebij. Von den zehen verfol⸗ gungen/ Vnd zerstoͤrung des Christenthumbs. Mehr Ein Lied vom Reich des Antichrists / Vnd von plagen vber die argen welt. Jm thon. Wie man Keyser Friderich / Oder den Ritter auß Steier⸗ marck singt. A. R. Matth. 24. Sie... Show more Ein New Lied Auß der Histori Eusebij. Von den zehen verfol⸗ gungen/ Vnd zerstoͤrung des Christenthumbs. Mehr Ein Lied vom Reich des Antichrists / Vnd von plagen vber die argen welt. Jm thon. Wie man Keyser Friderich / Oder den Ritter auß Steier⸗ marck singt. A. R. Matth. 24. Sie werden euch vbergeben in truͤbsal / vnd euch toͤdten / vnnd jhr werden verhasset von allen Heyden meines nam⸗ mens halben. 1. JN alten gschichten gschriben staht Wie man die Christen gmartert hat / erwuͤrget vnnd verjaget / Das Reich der welt ist so verhetzt Das man es fuͤr ein gotsdienst schetzt so man die Christen plaget / Man raubet jnen guͦt vnd leib mit Tiranney vnd gwalte / Man schonet weder mann noch weib / Jungkfrawen jung noch alte / Man kan es gnuͦg erzoͤlen nicht / wie grausam marter plag vnd mordt / die arg welt vber sie erdicht. 2. Vor zeiten jeder Gotts prophet Verfolgt / verjagt ward / vnd getoͤdt / von Gottes warheit wegen / Der from̄ prophet Esaias zerteilet ward vom koͤnig Manase mit einer huͤltzin segen / Versteinigt ward Jheremias dem Ezechiel sein hieren / Am felßen gschleifft zerschlagen was / Daniel muͤße fuͤr die thiere / Joa[...] [...] Hist. Ec⸗ clesi. lib. 2. Capi. 7. Matt. 14. Amos mit kolben gschlagen ztod / Micheas vbern felßen gstuͤrtzt / Zachar Jha lid im tempel noth. 3. Der weinberg ist verwuͤst / verderbt / von Cain hats die welt ererbt das sie kein Christen duldet / Die Juden auch den Herren Christ / haben verklagt auß neid vnd list fuͤr ein auffruͤrer beschuldet / Der nicht hielt jr Religion / drumb muͤst von jhnen sterben Verurteilet ward Gottes Son / da muͦßt das volck verderben / Es kam jn wenig vngemach Pilatus nach groß angst vnd noth mit seiner hand sich selbs erstach. 4. Herodes als er des geleich war Koͤnig obers Juͤdisch reich / vnder des Keysers nammen. Johann den Teuffer toͤdten ließ die buͤcher er verbrennen hieß den Jacob auch verdammen / Das Gott gerochen hat zuͦ letst Herodes muͤßt verderben / Vertriben vnd seins Reichs entsetzt / mit seim weib hungers sterben / Dann Abels bluͦt schreit auff zuͦ Gott / wer Christlichs bluͦt auff erd vergeußt / muͤß werden hie vnd dort zuͦ spott. 5. Als nun die weltlich Maiestat Christum Gotts Son getoͤdtet hat wie vor all sein Propheten / Hats auch nach seiner Himmelfart kein bluͦtuergiessen nie gespart / die Christen lassen toͤdten / Das fiengen die gschrifftglerten an / die Oberkeit bethoͤrten / Das sie ein jeden Christen mann verfolgten vnd ermoͤrdten / Sie vber schrien Gottes knecht das mans verurtheilt hat zuͦm tod / Falsch leerer bhielten platz vñ recht. 6. Sant Stephan war der erste mann / All Juͤnger Christi muͦsten dran / die welt kein frommen leidet. Wer nit Abgoͤtterey anbett / Von weltfuͤrsten ward er getoͤdt Satan die warheit neidet / Ecclesi. hist. lib. 1. Capit. [...] Gene. 4. Act. 6.7. Certullia Die Er⸗ ste verfol⸗ gung. Die An⸗ der verfol⸗ gung. Sie gaben alles vnglücks dschuldt der newen lehr vnd predig / Meinten / friedlich jhr Reich sein solt / wann man der leuth wuͦrd ledig / Also ist menschlich sinn verkert darauff Gott die welt stets hat gstrafft / als offt sie Christen hat ermoͤrdt. 7. Der Römisch keyser Nero gnant / ein leben fuͤrt vol suͤnd vnd schand / der ließ vil heiliger leuthe / Die Christen glauben gnommen an / vnd hielten jn fuͤr Gottes Son im gantzen land außreuten / Es hat das Apostolisch heer durch leiden vberwunden / Enthaubt / verbrent / ertrenckt im moͤr gecreutzigt vnd geschunden / Gott sollichs auch am Keiser rach / als er seiner boßheit halb / zuͦm todt verurtheilt ward / sich selbs erstach. 8. Nachmals keiser Domitian Der sich als Gott ließ betten an / thet allenthalb erlauben / Das man ein jeden Christen solt / Der Christum Gott bekennen wolt / Sein leib vnd guͤter rauben / Da het kein platz ein rechter Christ / die boͤß welt jn außhetzet / Johannes der Euangelist / ward in heiß oͤl gesetzet / Darnach ins ellend pathmos kam / Der Keyser hie vnd dort ward gstrafft / durchs schwert ein schroͤcklichs end er nam 9. Die dritt verfolgung gieng auch an vnder dem keyser Troian / der ließ kein Christen bleiben / Die sich gedultig drein geschickt das jeder Richter drab erschrickt / vnd Plinius thet schreiben / Dem Keyser er solt hoͤren auff die frommen leuth nit toͤdten / Es wer ein vnschuldiger hauff die gar kein boßheit theten / Dann das sie ruͦfften Christum an / Der Keyser ward von jhm bewegt / die Christen muͤs man lassen gahn. 10. Jgnatius der heilig Bischoff damit er kaͤm an Christi hoff Hist. Ec⸗ clesi. lib. 3. Cap. 17. Die drit Verfol⸗ gung. Hist. Ec⸗ clesi. lib. 3. Cap. 32. 33. Jgnatins Episco[...] Der Anti⸗ [...]hic. Ecclesi. hist. lib. 4. Cap. 36. Die viert verfol⸗ gung. Ecclesi. hist. lib. 5. Capit. 1. v. 3. frewt er sich zu den thieren / Denen er ward geworffen fuͦr / sprach / fewr / creutz / schwert vnd wilde thier mich recht zu Christo fuͤren / Jch bin ein koͤrnle meinem Gott die thier mich malen / knetten / Das ich moͤg werden reines brot wollens nit zuͦ mir tretten / So will ichs reitzen / vnd mein leib / in jhren rachen geben dar / Das ich bey meinen Christo bleib. Frumentum ego sum Dei, Bestiarum dentibus malor ut panis mundus efficiar Christo. 3. Der keyser Marcus Antonin / ließ richten auch die Christen hin / vnschuldigs bluͦt vergiessen / Da kam ein grausam Pestilentz verderbt das Reich vnd alle grentz / die welt muͦß schwerlich buͤssen / Das Reich durch manche plag verdarb / der tod die leuth hat gfressen / Der Keyser auch der kranckheit starb / der Christen ward vergessen / Die man gantz grausam hat ertoͤdt / man ließ sie vnbegraben ston / zuͦ letst verbrent mit grossem gspoͤt. 12. Der neuntzig jaͤrig Policarp / im sewr vmb Christi willen starb / Wolt sich von jm nit keren / Der keyserlich statthalter wolt jhn ledig lassen / das er solt des Keysers Abgott ehren / Der alte sprach / machs wie du wilt. Christum will ich bekennen / Das zeitlich fewr ist bald gestilt / das dort wirt ewig brennen / Den kelch des Herren willig tranck / vnd opffert sich auff wie en lamb / im fewr sagt er Gott lob vnd danck. 13. Zuͦ Lyon auch ein grosse schar der frommen heiligen Christen war die man grausamlich plaget / Man ließ jn weder theil noch gmein / ewig muͦstens gefangen sein / mit luͤgen mans verklaget / Der Satan gifft vnd neid außgoß / der wetlich gwalt der wuͤtet / Policar⸗ pus Epi⸗ scopus Smyrne Ecclesi histo. lib. 4. Cap. [...] Ecclesi. hist. lib. [...]. Cap. 22. Der Christen eyfer war auch groß / Christus der Herr sie bhuͤtet / Jn gfengknus vnd in aller noch habens kein pein noch marter gscheucht Vnd bstendig bliben biß in todt. 14. Da war einer der Sanctus hieß Den man erbaͤrmbklich martern ließ Ob er boͤß stuck bekante / Er sprach / ich bin ein Christ / sonst nichts Jm fewr man eißne tret zuͤricht / Jhn mit inwendig brante / Das sein leib allenthalb verdarb / doch frisch vnd starck im hertzen Beym Herren Christo gnad erwarb Der heilet jm den schmertzen / Maturus auch solch marter lidt / Das fewr sie nit verbrennen mocht zuͦ letst man jhnen dkoͤpff abschnidt. 15. Da Attalus der Christlich held ward wilden thieren fuͤrgestelt jhn solten sie zerzerren / Hat jn kein grimmig thier verletzt / Jn eißnin sessel ward er gesetzt mit gluͦt sein fleisch zuͦ doͤrren / Der gschmack dem volck fuͤr dnasen roch / er sprach / jhr menschen fresser / Man schaw jtzt wer die menschen koch wie jhr vns falsch zuͦmessen / Essen wir doch von fleisch kein speiß / Wir Christen thuͦn kein boͤse that / Nu Christo geben wir den preiß. 16. Blandina hieß ein Christlich weib Creutz weiß ward außgespant jr leib die thier soltens zerreissen / Bestendig vnd vnerschrocken was das sich verwundert alle schar kein thier wolt sie nie beissen / Fuͤnfftzehen jaͤrig war jr Sohn / im leiden sie jn troͤstet / Lang zeit muͦßt sie in marter ston / sie ward im fewr geroͤstet / Wann sie den namen Jesu nant So gwann sie him̄lisch sterck vnd krafft dardurch sie froͤlich vberwand. 17. Seuerus als er Keyser was / truͦg er zun Christen grossen hass vnd hat sie vndertretten / Sein namen mit vergebens truͤg / Sihe den heißt men⸗ schen essen dz jr thuͦt / was wolt jhr sollch laster heim lich auß vns noͤten das jhr of⸗ fentlich verbring gen. Die 5. verfol⸗ gung Felicitas. Ecclesi. Hist. lib. [...]. Capt. 31. Promp⸗ rior ad mortẽ fe⸗ mina quam persecu⸗ tor ad pe nam denn er war streng vnd grausam gnuͦg sie jaͤmerlich ließ toͤdten / Geworffen ward manch Christlich weib / fuͤr grimmig wilde thiere / Sie opfferten auff jhre leib / liessen sich nicht abfuͤren / Von Christo / vnd der warheit sein / habens mit jhrem bluͦt bezeugt / Gescheucht kein marter und kein pein. 18. Man hat zuͦ Alexandria die Christen plagt wie anderswa / leib hab vnd guͦt gebluͤndert / Appollona die heilig Junckfraw als sie das anzuͤndt fewr sach da sprang selb drein vnuerhindert / Simphoria die sprach zuͦm Son mit freud leg hin das leben / Christus der herrscht im Himmels thron / wirt dir das ewig geben / Sant Agath sprach der todt mich freudt / das korn vom stro muͦß troschen sein die seel vom leib in himmel scheidt. Fili mi, memento eternæ vitæ Regnantem in melo intuere, Tibi vita non tollitur, fed in melius commutatur, Ego his penis delector, Non enim potest triticũ in horreum poni, nisi prius theca eius for⸗ titer fuerit conculcata. 19. Der Römisch Keyser Maximin / der grausam was von leib vnd sinn die sechst verfolgung ruͦret / Jn Teutschland vnd an manchem ort hat er gestifft krieg / brand / vnd mordt / Drey jar lang er regieret / Da endet sich sein Tyranney ward von seim volck erschlagen / Als er durch mercklich wuͤterey ließ martern / toͤdten / plagen / Die lehrer in dem Christenthumb Ach Gott wie ist die welt so blind Das sie durch aͤcht die Christen from̄. 20. Auch Decius der groß Tyran Fieng merckliche versolgung an / vil Cristlichs bluͦt vergossen / Damit vil volcks geschroͤcket ab Das mancher Christum vbergab Er hats doch wenig gnossen / Er wuͤtet nit vil uͤbers jar fluͤchtig starb in einer pfuͤtzen Die 6. verfolgũg. Ecclesi. histo lib. 6. Cap. 2[...] Die si⸗ bend ver⸗ folgung Ecelesi. hist. lib. 6. Cap. 29. Tales epu las sem⸗ per opta⸗ ui. Carbo⸗ nes tui mihi refri gerium, tibi aũt eternum suppliciũ præstant. Sein Son kam vmb in diser gfar / Christus sein feind kan schmuͤtzen / Wann er die ruͦt hie außgenuͤtzt So wuͤrfft ers in das ewig fewr sein reich er ewigklich besitzt. 21. Als sanct Laurentz sach gluͦt vnd rost / Sprach er / solch speiß vnd kost im hertzen mich erquicken / Mir macht erkuͤlung dises fewr / So dich O keyser vngehewr das ewig fewr wirt schlickhen / Christus der ist mein kuͤng vnd Gott den will ich frey bekennen / Jch sag jm danck fuͤr disen tod / von jm mag mich nichts trennen / O mensch laß dirs zuͦ hertzen gon Wiltu mit Christo haben freud / im creutz muͤßt auch bey jm beston. 22. Sant Agnes alt dreitzehen jar Zuͦ Rhom ein schoͤn jungkfrewle war durch sterben fand das leben / Zuͦm wuͤtrich sprach die edel magt Bey Christo bleib ich vnuerzagt dem hab ich mich ergeben / Dein goͤtter seind nur Element die man im fewr muͦß machen / Denn ders fuͤr seinen Gott erkent das ewig fewr wirt bachen / Mein Gott wont nit in holtz vnd stein Auch nit in eusserlicher gstalt Den Himmel hat er gnommen ein. Sicut Dij tui igne conflati sunt, sic colentes cos perpetuo incendio conflabunt. 23. Cecilia die sprach gar fein / wann dises leben wer allein wer wurd es gern lassen? Weil aber dort ein ewigs ist / wie vns eroͤffnet Jesus Christ so woͤlln vir dises hassen / Romanus sprach / bin ich beraubt aller ding hie auff erden / So laß mir doch in den ich glaub Christus nicht gnommen werden / Dorothea war auch bereit zuͦ sterben lieber denn das sie wolt / folgen des Tirannen bscheidt. 24. Valerian vund Galien / das Keyserthumb regierten zwen / Ecclesi. histo. lib. 8. Die acht Verfol⸗ gung. Eccle. Histo. Sopor kuͦnig in Persia hat 16000. Christen getoͤdt. Simon Bischoff Zuͦ Seleu⸗ cia liessen die Christen toͤdten / Die nicht wolten jhrs glaubens sein / Abgoͤtterey mit jnen gemein vereeren vnd anbetten / (lauffe Darauff teutschs volck in Welschlandt das Roͤmisch Reich hat geendet / Vnschuldigs bluͦt bleibt nit vngestrafft Valerian geblendet. Eins Kuͦngs fuͦßschemel muͦßt er sein / ein armer gfangner biß in todt / Gott straffet hie vnd dort mit pein. 25. Sapor der Persich kuͤng man schreibt der hab der Christen leuth entleibt vil tausent mann vnd weibe / Als Simon hundert metzgen sach gar troͤstlich allen er zuͦsprach ein jeder bstendig bleibe / Jr gottes kinder ausserwoͤlt kein edler ding auff erden / Dann also sterben ab der welt Christo gleichfoͤrmig werden / Sein schwester seget man eintzwey Satan in seinen glidern wuͤt die Christen plagt er mancherley. 26. Aurelius der Roͤmisch fuͤrst / den hat nach grossem gwalt geduͤrst hat sich in gold geschmuͤcket / Die neundt verfolgung fieng er an / vnd war ein sehr Abgoͤttisch man die Christen vndertrucket / Befelch schickt er in alle land / die Christen solten sterben / Die sich als bald gerüͤstet hand den Himmel zu erwerben / Vnd sich geopffert jhrem Gott / Jr haupt vnd hertz gehebt empor / zum leben trungen durch den todt. 27. Der keyser Diocletian vnd mitregent Maximian die Christen haben zerstoͤret / Wol zehen jar in aller welt gantz grausamlich in tod gefelt / vil Staͤtt vnd land außgleret / Zuͦ Augspurg Afra ward verbrent / vnd vil in Teutschen landen / Die Christen jhren Gott erkent auffgloͤßt von todes banden / Der Keyser sein fuͤß kuͤssen hieß / Die Not vnd verfol gung Matt. 24. Die Ze⸗ hend ver⸗ folgung. Ecclesi. hist. lib. 8. [...]spoc. 13. [...]ictor [...]artir de [...]r secu⸗ nevan [...]ica. die er mit gold vnd gsteinen gschmuckt vnd sich als Gott anbetten ließ. 28. Weil nu der Roͤmisch keyser wolt das man jhn als Gott ehren solt vnd Christi nit gedencken / Hat Diocletian sich gstuͤrtzt / mit gifft sein leben jhm verkuͤrtzt Maximian sich hencket / Weil nu das Roͤmisch Reich der zeit so wild vnd grimmig hauset / Genommen hin der Christenleuth so vil mal hundert tausent / So muͦßt das Reich auch vndergan / Es fiel dahin war toͤdlich wundt sein bild doch wider kam auff ban. 29. Der Vandler kuͤnig Gantzereich / Jn Africa plagt jaͤmerlich die Christum Gott bekanten / Wie auch der Arrianisch pracht Den Son gotts Christum hat veracht ein Creatur jhn nanten / Das Christenthumb gantz vndertrib / darnach sich zuͦgetragen / Das Antichrist regierer blib / kein frommer ließ auffragen / Dann wer die rechte warheit lehre den kan die welt erdulden nit dann jhre glerten seind verkert. 30. Christus sich wider jtzt erzeigt / Zur letsten zeit sich zu vns neigt / vnd falsche lehr wil dempffen / Mit wort vnd geist auß seinem mund von jrrthumb macht vil menschen gsund die fuͤr die warheit kempffen / So zeigt der Sathan auch sein macht richt an vil bluͦt vergiessen / O mensch allein zuͦ Christo tracht wiltu seins reichs geniessen / Es frew sich jetzt ein rechter Christ Vmb Christi willen leid er angst sein lohn dort groß im him̄el ist. 31. Wer Christum fuͤr sein Gott erkent Vnd sich von diser welt abtrent der hat nit platz auff erden / Todtschleger / reuber / sauffer / dieb / Die groͤsten schaͤlck die welt hat lieb / ein Christ verfolgt muͦß werden / Der frew sich dann als Gottes kind / Matth. 5. Apoc. 7. 22. Apoc. 20. Sein herren Christum preiset / Der jn ledigt von Satans gsind durch todt zum leben weiset / Drumb seind die Christen bilger gnent Jr todt wert hie ein augenblick Jr ewigs leben hat kein endt. 32. Die heilig kirch die von himmel steigt / Sich gegen jhrem gspons erzeigt geladen in sein kam̄er / Zum hochzeitlichen Abentmal / Des lambs Braut eilet vberall durch todes angst vnd jamer Wer vberwind wirt bsitzen freud Gott wirt jhr zaͤher wenden / Dort wirt nit weiter tod noch leid Gottes klarheit wirts vollenden / Dargegen bleibt der gottloß hauff Jm See von schwebel fewr vnd bech der ander todt hoͤrt nimmer auff. 33. Derhalben jeder Christ hab acht Seins Herren leiden stets betracht vnd aller seiner glider / Du mußt auch vnders creutze stan Dein alter mensch muͦß vndergahn wiltu erstehen wider / Ob vns die welt kan dulden nicht bedenck warumb wir leiden / Vmb Christi willen sollichs bschicht die welt muͦßt dwarheit meiden / Von anfang seind die Heiligen all Vmb Christi willen gstorben hie / vns soll erinnern gleicher fal. 34. Es sey die hoͤchste freud geacht Wann einen Christus maͤndig macht von seines nammens wegen / Verfolgt zuͦ werden vnd getoͤdt / Das er die warheit hie bestedt erlang sein Reich vnd segen / Jst doch sunst nichts dann duͤrfftigkeit allhie in disem leben / Vil truͤbsal / ellend / angst / vnd leid / nach Christo soln wir streben / Mit jhm zuͦsterben allermeist Vnd sagen drauff / in deine hend Beflich ich dir / Herr / meinẽ geist / Amen. Das ander Lied / vom Reich des Antichrists / vnnd von plagen vber die arge welt. Joan. j. Joan 5. Rom. j. NV hoͤrt mir zuͦ in meim gedicht / Was ich mit warheit euch bericht es ist ein grosses klagen / Das jtzt in diser letsten zeit Verderben so vil land vnd leuth durch Goͤttlich straff vnd plagen Die gantz welt kennet Christum nicht sie stecket im vnglauben / Der arg mensch auff das jrdisch sicht / mit wuͦchern / möͤrden / rauben / Drumb wirt Gotts zoren offenbar / Vber die boͤse arge welt / die wuͤrffe Gott hie vnd dort in gfahr. 2. Nit lang nach der Apostel zeit Die Christlich Kirch ward außgereut durch Roͤmische Tyrannen / Darauff nach der Apostel wort / Der Antichrist an allem ort sein netz hat außgespannen / Vnd drein gejagt dz menschlich gschlecht das es in jrrthumb wandelt / Man meint es sey alls guͦt vnd recht was jeder thuͦt vnd handelt / Man fragt nicht nach der seelen heil Die welt hat Christum stets veracht drumb wirt die hell jhr end vnd theil. 3. Giganten seind auff diser erd / Geacht sein woͤllen hoch vnd werdt vnd halten sich fuͤr fromme / Der lehrer auff jhr seiten ist / Also spuͤrt man den Antichrist das er in dwelt ist kommen / All jrrdisch schäͤtz hat in seiner hand sein dienern thuͦt ers geben / Der arme Christ leid noth vnd schand vnd muͦß in hunger leben / Verfolgt / verworffen / vnd verbant / Es wirt der baum mit seiner frucht am Juͤngsten tag erst recht erkant. 4. Der reich Michas sitzt sanfft vnd wol Sein keller vnd sein kuch ist vol / weil er die hand thuͦt fuͤllen / Sein priester den er hat bestelt Der predigt was seim herren gfelt dann gehts nach ihrem willen / Der lehrer hat sein speiß vnd kleid sein tempel ist gebauwet / So folgt der reich seiner lehr vnd bscheid Auff seine Goͤtzen trauwet / Gene. 6. Judi. 17. Apoc. 19. 1. Reg. 12. Reg. 18. Das treibens lang vnd vngehewr Biß das die welt vnd jhr Prophet wirt gworffen in das ewig fewr. 5. Des Antichrists Propheten all Die essen vom tisch Jesabell man muͦß sie reichlich speisen / Drumb lehren sie mit gwalt vnd trutz die jhnen halten schirm vnd schutz sie bald fuͤr Christen preisen / Wer dann nicht ehrt jhr gmaltes bild der hat jhr huld verloren / Da werdens vngestim̄ vnd wild verfolgen bald mit zoren / Die zaubrer mit dem kuͤng Pharon / Treiben durchs Meer die kinder gotts vnd sie muͤssen drinn vndergon. 6. Wann Christus seine botten sandt So brachtens frucht in manchem land das dleuth die welt verliessen / Christum die warheit namen an / Theten von allem argen stan / mit besserung vnd mit buͤssen / Kompt jtzt ein warer Gottes knecht / fuͤrt Christlich lehr vnd leben / Vnd lehrt von Christo wol vnd recht man thut jhm widerstreben / Es hasset jhn der glerten schar Nennt jhn zerstoͤrer Jsraels / da folgt dañ Gottes straff vnd gfar. 7. Die heilig gschrifft hat vor gedeut / Das arg werd sein die letste zeit kein glaub noch lieb werd gfunden / Falsch lehrer seind an allem ort / Vnd sagen / Christ / ist da vnd dort / jhr leeren hat kein grundt / Drumb ist das Him̄lisch brot so thewr die seelen hungers sterben / Der Sathan herschet vngehewr / alles fleisch muͦß verderben / Jn Gottes zoren vnd Gericht da kan nur helffen Jesus Christ wer sich zuͦ jhm in Himmel richt. 8. Die welt ist voll Abgoͤtterey / Es wirt niemandt von suͤnden frey bey jhrem absoluieren / Sie sagen wol von gnad vnd friedt Jr wort will doch geschehen nit das volck also verfuͤren / Jeremi.1. Man ist doch aller boßheit vol kein Gottsforcht ist vor augen / Des Herrn posaun erklinget wol / er schickt auß seine plagen / Die arg welt solchs noch nicht erkennt drumb folgen wirt sein streng gericht mit teutschem land auch machen endt. 9. All prediger vnd hohen gwalt Ermahn ich hie in solcher gstalt / das sie sich wol umbsehen / Vnd tretten auff ein andre ban Vnd nemen ein Exempel dran / wie andern laͤndern bschehen / Wann sie in boßheit seind verhart Gotts maͤnner hand verlachet / So hatt sie Gott gestraffet hart mit jhnen end gemachet / Wer dzeit der gnaden nit erkent Vnd bleibt beim jrrsal diser welt der wirt am Juͤngsten tag geschendt. 10. Hiemit will ich erinnert han / Das jeder woͤll zu Christo gahn vnd sich zuͦ jhm bekeren / Der vns jtzt offt gewarnet hat / Mit sterben / krieg / vnd hungers noth zuͦr besserung trib er gern / Wol jr von suͤnden nit abston / vnd Christum recht erkennen / So werd jr im Meer vndergon / die jr euch Christen nennen / Ein jeder von seiner boßheit wend Nem̄ vff das Creutz / volg Christo nach darbey verharr biß in sein endt. Amen. Es gesche. Ein Gsang in anfechtũg / zum Herren Christo. Jm thon / Christ ist erstanden von dem tod. Oder Es fuͦr ein meidlin vbern See. 1. HErr Jhesu Christe starcker Gott / nu hilff vns jtzt auß diser noth / die letst stund ist vorhanden / Satan mit sei⸗ nen banden / suͦcht vns in allen landen. 2. Dein kleines heufflein wird geplagt / ver⸗ truckt / verfolget / vnd verjagt / kein platz ist mehr auff erden / dein volck wil man er⸗ moͤrden / nur du magst helffer werden. 3. O him̄el kuͤnig Jesu Christ / dein lehr vns suͤß vn heilsam ist / wer dein warheit groß achtet / wer deinem Reich nach trachtet / wird von der welt verachtet. 4. So muͦß es je gelitten sein / wer dir nach folgt inn creutzes pein / der wirdt der hell entrinnen / dein Him̄elreich gewinnen / vnd ewig bleiben drinnen. 5. Es muͦß ein kampff voranhin gohn / der mensch muͦß in der prob beston / der geist den sig erhalten / die lieb muͤß nit erkal⸗ den / von Gott sich nit abspalten. 6. Jr kinder Gotts fecht eben drauff / das euch nicht hinder an dem lauff / der men⸗ schen lehr auff erdẽ / Jr kunst / pracht / weiß vnnd berde / zuͦ schanden muͦß alls werden 7. Denck wie vnser Herr Jesus Christ / fuͦr vns so willig gstorben ist / dem woͤllen wir nachschlagen / sein fuͤßstapffen nachjagen / vnd vnser creutz nachtragen. 8. Christus der macht vns new vnd rein / Ge biert auß seinem fleisch vnd bein / sein bluͦt hats heil erworben / das ehr fuͤr vns ist gstorben / sonst seind wir all verdorben. 9. Glaub fest in jhn vnd denck daran / was vns der Herr hat guͦts gethan / volg wie er dir thuͦt sagen / Halt seine wort vor au⸗ gen / Jhn soltu nit verlaugnen. 10. Es mag kein mensch bestan vor Gott / der hie in truͤbsal angst vnd noth / die warheit will verlassen / die lugin wider fassen / der Herr wirt jhn auch hassen. 11. O reicher kuͤnig in himmels thron / erhalt dein arme underthan / die dir von hertzen trawen / im glauben dich anschawen / vnd sich gantz auff dich bawen. 12. Die welt die lacht vnd spottet dein / wer dir volgt muͦß verdammet sein / man vn⸗ dertruckt vns armen / laß dichs O herr er⸗ barmen / vmbfach vns mit dein armen. 13. Das fleisch ist schwach vnnd voller duͦck / O herr dein heiligen Geist vns schickt / der vns beystand in noͤten / das arg auß vns zuͦjetten / den alten Adam ztoͤdten. 14. Das fleisch ist widerspenstig noch / Es tregt nicht geren creutzes joch / die moͤr⸗ hund vns anpuͦllen / das wetter woͤllest stil len / zum ghorsam deinem willen. 15. O herr dich vber vns erbarm / vnnd fuͤhr vns auß mit starckẽ arm / vom abgoͤttische wesen / vom Pharo woͤlst erlosen / das mir durch dich genesen. 16. Barmhertzig dich erzeig vnd mildt / fuͤhr vns durchs Meer vnd wuͤstnus wildt / das wir nit drin verderben / vnd deinen geist erwerben / das him̄lisch Reich ererben. 17. O vatter in deim him̄els thron / Mach herrlich vns durch deinen Sohn / Dein Reich laß zuͦ vns kommen / das er hat ein⸗ genommen / vnd teilets auß den from̄en. 18. Dein will soll gschehen spat und fruͤ / wie im Himmel auff erden hie / Dein brot woͤl lest vns geben / zuͤr speiß ins ewig leben / die suͤnd vns gantz vergeben. 19. Jn anfechtũg verlaß vns nit / vom argen ledig mach vñ quit / Dein ists Reich / krafft vnd nammen / Deins Suͦns wir vns nit schamen / vnd sprechen froͤlich Amen. Bedencks mit fleiß / Gib Gott den preiß. Getruckt zuͦ Strasburg bey Thiebolt Berger. Show less

Enthaltung und Widerkunft von Johann Fridenreich
Ein schoͤn New Lied / von der wunderbaren enthaltung vnnd widerkunfft des Christentlich vnd Durchleüchtigsten Für⸗ sten / H. Johañ Fridenreichs des Eltern Hertzog zu Sachsen vnd gebornen Churfuͤrsten / auff seiner Ch. G. hochloͤblichen na⸗ men gestelt. Jm thon / Entlaubet ist der walde. ... Show more Ein schoͤn New Lied / von der wunderbaren enthaltung vnnd widerkunfft des Christentlich vnd Durchleüchtigsten Für⸗ sten / H. Johañ Fridenreichs des Eltern Hertzog zu Sachsen vnd gebornen Churfuͤrsten / auff seiner Ch. G. hochloͤblichen na⸗ men gestelt. Jm thon / Entlaubet ist der walde. JCh danck dir lieber Herre / Das du mich hast bewart / Jnn diser grossen gfare / Darinn ich lag so hart / Mit feinden war ich vmbgeben / So gar an allem ort Noch erhielstu mir das leben / Vnd bleib fest bey deim Wort. ¶ O Herr ich hab gesehen / Dein gnad vnd grosse guͤt / Was an mir ist jetzt geschehehen / Wie du wol kanst behuͤt / All die auff dich vest bawen / Laßt du in keiner not / Zu dir steht all mein trawen / Hilff mir fort Herr ewiger Gott. ¶ Hañ nicht mein feind getrachtet / Wie sie vmbbrechten mich / Darzu dein Wort verachtet / Jr thun war gantz gericht / Gottes Wort wolten sie dempffen / Vnder einem falschen schein / Darob hub sich ein kempffen / Das Jntrim brachten sie mit ein. ¶ Neßht Gott bin ich erhalten / Durch dein Goͤttliche gnad / Viel liessen sich abspalten / Das bracht Deuͤtschland groß schad Noch hastus Herr gewendet / Wunderlich seind dein werck Es hat sich doch geendet / Geschicht alles durch dein sterck. ¶ Friden will ich fort lieben / Zum krieg nicht trachten mehr Halten wie Dauid geschriben. Allem dir geben die ehr / Du kanst mich wol ergetzen / Es steht alles in deiner Hand / Jn vorig ehr mich setzen / Mir wider geben leut vnd land. ¶ Richt nicht Herr mein verschulden / Laß mich ye fallen nicht / Hilff das ichs moͤg erdulden / Was man wider mich erdicht / Du hast lob zubereitet / Gewend des Keysers Hertz / Jch will fortan auch beiten / Dir trawen on allen schertz. ¶ Hertzog hast mich lan bleiben / Wider all meiner Feinde danck / Die mich meynten zuuertreiben / Vnd wurden doch drob kranck / Jr fall zum theil geschehen / Des ich jn doch nicht gan / Welchs ich also gesehen / Herr dein zorn woͤlst abelahn. ¶ Zu dir mich gantz wende / Mit gedancken Hertz vnd mut / Dein gnad vns allen zusende / So wir diß auff erden guͦt / Du hast vns lassen kommen / Dein vaͤtterlichen zorn / Darumb hinweg genommen / Luthern / den hastu außerkorn. ¶ Sachsen thet er bekeren / Der edel thewre Held / Durch deine krafft vnd leeren / Zuthun was dir gefelt / Das wolt vns fast verdriessen / Des Worts wurden wir sat / Will vns nicht wol erschiessen / Bring Leb vnd Seelen schad. ¶ Geborner mensch auff erden / Hastu dich nicht beschwert / Für vns ein fluch zu werden / Die menscheyt hast gehoͤrt / Mit deim sterben das leben / Den fall er wider bracht / Darumb dir lob zu geben / Allzeit bey tag vnd nacht. ¶ Churfuͤrst bin ich genennet / Vnbillich des entsarzt / Der Keyser mich nun kennet Der mir entgegen geharzt / Er hat es min empfunden / Wie ich es habe gemeynt / Vnd ist es kommen in kunde / Derhalb mit mir vereynt. ¶ Mit warheit kan ich sagen / Die schrifft thut liegen nicht / Wer nur gedult kan tragen / Gott kan es doch wol richt / Der Psalmist thut vns schreiben / Erben sollen wir das land / Der Gottloß soll nichr bleiben / Das werd wir sehen all zu hand. Show less

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