Eroberungen durch Lazarus von Schwende und den Grafen von Serin, 1566
Ein Schoͤn New Lied / darinn gemeldt wirdt / was diß 1566. Jar ist außgericht worden / Von dem Herrn Lazarus von Schwende / vnd dem Thewren Helden Grafen von Serin / Was fuͤr Stett vnd Schloͤsser sie eingenommen / vnd was fuͤr abbruch sie dem Tuͤrcken gethan haben / Jm Thon wie man singt vom ... Show more Ein Schoͤn New Lied / darinn gemeldt wirdt / was diß 1566. Jar ist außgericht worden / Von dem Herrn Lazarus von Schwende / vnd dem Thewren Helden Grafen von Serin / Was fuͤr Stett vnd Schloͤsser sie eingenommen / vnd was fuͤr abbruch sie dem Tuͤrcken gethan haben / Jm Thon wie man singt vom Kuͤnig Ludwig auß Vngern / rc. 1566. 1. DJE noht thut mich bezwingen / ich kans nit vn⸗ derlan: Ein Liedelein zu singen / Was sich thut vnderstan. Ein jeder jetzt wil wissen / Was man hat außgericht / Das Sechs⸗ vndsechtzigst Jare / Weil da beysamen ware / Ein gewaltig Volck ich euch bericht. 2. Mancher wuͤttet vnnd tobet / vnd schreit gar viel vom Krieg: Vnnd die sach gar nit lobet / Schendet vnd Schmecht damit / Keiserliche Maiestate / Schilt er vnnd auch noch mehr / All Herrn vnd Khrieges Raͤthe / Mancher verachtet hatte / Moͤcht jm hernach werden zu schwehr. 3. Darumb muß ich erzellen / Was man hat außgericht: Als sich theten gesellen / Jch euch hie recht bericht. Des Türckhen drey Obersten / Etlich tausent starckh sie / Dißmal sich ruͤsten theten / Jn auch fuͤrgenomen hetten / Etlich Schloͤsser in berennen. 4. Herr Lazarus von Schwende / der sach guet khundtschafft het: Sich auch ruͤstet behende / Jhnen begegnen thet. Zwey Tausent Teutscher Pferdet / Husseren drey Tausent / Ain tausent Hackhen⸗ schuͤtzen / wolt sich nu lassen trutzen / damit sich zu den Feinden lendt. 5. Tag vnnd nacht dieser Helde / Jhnen fleissig zu eilt: Vberfiel sie im Felde / Schlug sie gar gewaltig zerthailt. Mit Gottes hilff vnd gnade / Erlegt sie all zu mal / Die grausamen Tuͤrcken wilde / Das Veldt er so behielte / Erlangt Reich beut in disem fal. 6. Von Gschuͤtz vnd schonen Rossen / Jn dieser niderlag: Moͤcht sie haben verdrossen / Hoͤrt noch mehr ich euch sag / Dreiundzwain⸗ tzig hundert Türckhen / Auffs best geruͤstet wol / Blieben auff der walstatte / todt man sie funden hatte / Fuͤr dises man Gott loben sol. 7. Von Zallneckh der Oberste / Ward auch gefunden todt: Von Tetschin der andere / Ward gfangen in der noht. Der dritte von Fuͤlnecke / So hart verwundet ward / Herr Lazarus võ Schwende / Vier Tuͤrckisch Schloͤsser behende / Er auch ein nam zu diser fart. 8. Was sich da thet ergeben / Ließ er abziehen frey: Was sich weren wolt eben / Erschlug man merckt dabey / Noch mehr ich euch melde / Die zeit geschehen ist / Herr Keretschin der Helde / Erleget auch im Felde / Drey tausent Tuͤrckhen zu diser frist. 9. Noch mehr ich euch hie melde / Vom Grafen von Serin: Ein streittbarer kuͤner Helde / Gott gab jm sterck vnd sinn / Zu Zigeth hat er erlitten / Zwelff gwaltigr Stuͤrme groß / Er vnnd all sein Kriegßleute / Jn disem Sturm vnd streitte / Werten sich Ritterlich der maß. 10. Daß auff der Tuͤrckhen seitten / Ob zehen tausent blieb: Das man zu diesen zeitten / Tapffer also auffrieb / Der grosse Wasch genandte / Begh auß Nottalia / Jst auch belieben tode / Jn dieser grossen nott / Hoͤrt was sich mehr begab alda. 11. Weil der todten viel wassen / Jn solcher hitze groß / Was ain gestanckh der massen / Der Tuͤrckisch Keyser bloß / Auff vier meil wegs thet weichen / Liß fuͤr Ziget die stundt / Sechtzig tausent Man zware / Den er befahle gare / Solten alles stuͤrmen zu grundt. 12. Der Tuͤrcklsch Kayser sehre / Erzoͤrnet was diß mal: Ob deß verlusts noch mehr / Wegen dieses vnfal / Daß er so hett verloren / Sein besten Waschen gut / Darumb er befehlen gunde / Den Janitschaͤren die stunde / Solten drein setzen leib ehr vnd blut. 13. Darumb Aga jhr Oberster / Die Janischaͤren all: Nam mit jhm und darnach er / Befahl jhn all zumal / Allda nit auff zuhoͤren / Biß sie die Stadt vnd Schloß / Moͤchten erobern gare / Darumb zogen sie dare / Dises außzurichten der maß. 14. Alß sie nun mit gewalte / Ein gantzen tag vnd nacht: Stuͤr⸗ meten der gestalte / Grausam mit grosser macht / Gott der Herr gab die gnade / Dem Thewren Ritter gut / Dem Edlen Grafen küne / Den man nent von Serine / Gluͤck / sterck / vnd ain standthafft⸗ gen mut. 15. Daß er mit seim Volck eben / Dem Feindt thet widerstandt / So verloren jr Leben / Jn disem Sturm zu handt / Sechs hundert Janischaͤren / Als der Graff sach die not / Daß die andern waren schwache / Fiel er hinaus hernache / vnd schlug jr bey tausent zu todt. 16. Der besten Janischaͤren / Bracht auch also daruon: Deß grossen Waschen Blutfanen / Gehn Ziget fuͤhrt er schon / So hat der Edle Grafe / So lang jhn Gott das gluͤck / Verlihen hat vnnd geben / Der wolt auch allzeit eben / von vns wenden deß vnfals tuͤck. 17. Hat Gott nit geben gnade / Wann wir jm trawten sein: Wuͤrd vns behuͤten fuͤr schade / Wann wir nur hie allein / Abliessen von den Suͤnden / Trewlich Rufften zu Gott / Theten Recht wie wir solten / so thet Gott was wir wolten / wuͤrd vns behüten fuͤr aller not. 18. Fuͤr dem Tuͤrckischen Hunde / Wuͤrd er vns behuͤten wol: Aber wir sein die Stunde / Deß prachts vnd hochmuts vol / Gott den Herrn verachten / Als duͤrfften wir sein gar nicht / Mancher helts fuͤr ein spotte Das man ruffet zu Gotte / Dahin ist jetzt die Welt gericht. 19. Ob wir sehen die Stunde / Wie armselig mir seindt: Sein wir jtzundt frich vnnd gesunde / Wie bald ein sawrer windt / Vns nur anblasen thut / So fallen wir dahin / Darumb jhr Christen alle / Zu Gott ruffet mit schalle / Daß er euch geb ein rechten sinn. 20. Daß wir als Christen zware / Moͤgen ja leben recht / GOTT loben jmmerdar / Hie vnnd auch darnach schlecht / Ja in dem Him⸗ melreiche / Deß wir all worten sein / Jn der ewigen frewde / O Herr bhuͤt vns fuͤr layde / Vnd fuͤr der ewigen Hellen pein. AMEN. LAß nur dein klaffen vnd Schwaͤtzen / Vnnd thu hie niemandt verletzen. Hab acht auffs maul es thut dir nott / Bitte vnnd schrey vmb hülff zu Gott. Der Khrieg hat noch nit gar ein loch / Wirstu viel koͤnnen würsts duͤrffen noch. Diß Liedlein ist zu dienst gestelt / Denen die jetzundt in der Welt. Viel wissen zu schreyen vom Khrieg / Wie man hette moͤgen erlangen Sieg. Dahaim hinder dem Ofen beim Wein / Da koͤnnen wir guet Khriegßleut sein. Hab acht der Khrieg ist nit angefangen / Auff ain Jar / sonder wirt weitter glangẽ. 2.3.1.5.4. L.G.H.O.W. Show less

Frau in Mannskleidern in Nerling
Ein wunderliche Geschicht / so sich zugetragẽ hat / Jnn der Kayserlichen Freien Reichstadt Nerling / vonn einem Weibßbild / die sich für ein Manß perschon außgeben hat / Jst auch in Manßkleidern gangen / mit Jr⸗ em rechten Tauffnamẽ Eva Balbiererin von Glotz / hernach inn Gesang⸗ weiß... Show more Ein wunderliche Geschicht / so sich zugetragẽ hat / Jnn der Kayserlichen Freien Reichstadt Nerling / vonn einem Weibßbild / die sich für ein Manß perschon außgeben hat / Jst auch in Manßkleidern gangen / mit Jr⸗ em rechten Tauffnamẽ Eva Balbiererin von Glotz / hernach inn Gesang⸗ weiß gestelt. ¶ Jm Thon / Von vpigklichen dingen so woͤlln wir heben an. M. D. LXvi. ACH Gott ich thu dir klagen / mein jamer vñ grosse not / die sich da hat zu tragen / zu Nerling in der Stadt / im Fünff vñ sechzigis⸗ ten jar / ist war was ich euch sag / es ist gantz offenbar / was ich sing in ware / es leit klar an dem Tag. 2. ¶ Jch Eua Balwiererine / kam in die werde Stadt / ich thet mich Halt besinnen / ließ nicht von mein⸗ er that / thet etlich Meister an sprech en / wie das ich ein Schneider wer / Etlich theten mit mir zechen / vnd theten zu mir sprechen / von wan⸗ nen kumstu her. 3. ¶ Jch thet jn gar baldt sagen / von Nürnberg kom ich her / wil Euch hiemit auch klagen / mein gro se not vnd gefehr / die ich da hab b⸗ standen / von einem Schneider⸗ knecht / groß not gieng mir zu han⸗ den / dadurch kam ich in banden / das glaub mir gantz recht. 4. ¶ Weiter thet ich anzeigen / wie ich ein Schneider wer / theten mir glaubẽ geben / ich saget newe mehr / wie das ich wer Beraubet / wie ich vor gmeltet hab / dz habens mir balt glaubet / ich het sie all betaubet / guͦ⸗ te wort man mir gab. 5. ¶ Thet mich von Regenspurg nennen / zeigt jn darbey auch an / ob sie nicht thetten keñen / Hans Bort⸗ ner den selben Man / d selbig mein Vatter ist / bitt euch jhr Mayster mein / sendet in kurtzer friste / sprach ich mit klugen liste / ein Botten zu jhm ein. 6. ¶ Sie theten sich balt besinnen / schickten ein Botten auß / ein brieff schicktens von hinnen / in meines Vatern hauß / balt er den brieff hat gsehen / vnd glesen die vberschrifft / het er zum Botten jehen / ich kan da gar wol sehen der brieff mich nit antrifft. 7. ¶ Weil d Bott noch auß ware / hielt man mich leider wol / man wuͦst noch nichts fuͤrware / mein schalckheit gefiel mir wol / man thet mein gar wol warten / vnnd beym Hans Broͤcklein guͦt / khein guͦtheit man nit sparte / der Bott was auff der farte / ich het ein guͦten mut. 8. ¶ Die Mayster wol bedachte / wollten mir helffen lan / ein Artzet man mir brachte / must auch zum Docktor gan / ein trunck thet man mir geben / den setzt ich balt hindã / dacht ich kan wol baß lebẽ / ließ mir ein guͦten Wein geben / das hat mir baß gethan. 9. ¶ Der Artzet wolt mein pfleg⸗ en / thet mir schmirben mein Leib / wuͦst nit wo es mir war gelegen / er mich da gar wol reibt / all mühe die war vergebẽ / keins Artzet doͤrfft ich nit / het noch ein frisches leben / thet nichts vmb Artzney geben / mein Schalckheit wust man nit. 10. ¶ Noch eins thet ich fuͤrnemen / gieng hin wol ins strauß badt / gab mich da auch zu kennen / da macht ich mir mein schadt / Ließ mir klay⸗ der an leihen / vñ wolt darmit dar von / wolt mich Nerling verzeihẽ / thet daruon nicht vil schreien / inn dem begab sich schon. 11. ¶ Das man mir nach thet stel⸗ len / man fieng mich da zu handt / das ich het flihen woͤllen / dz bracht mir grosse schandt / Jch tacht mi⸗ haimelleichen / ich wurt nicht wol bestã / man wirt von mir nit weich en / Jch wil nit thun der gleichen das ich boͤß hab gethan. 12. ¶ Man leget mich gefangen / mich armen Schneider knecht / hoͤrt wie es ist ergangen / ich wolt darzu han recht / thet froͤlich schreien vnd singen / mein trauren dz war klein / ich maint ich wolts nauß bringen / es solt mir nicht mißlingen / in dem kam der Bott fein. 13. ¶ Als der Bott heim da kame / fraget man in behent / wie mein va ter hieß mit name / er saget es Ei⸗ lent / Cristoff Bortner heist ere / ein frmmuer Weyser Mann / ich hab kein Son sprach ere / der ein schnei⸗ derknecht were / ich kan gar wol verstan. 14. ¶ Es wirt sein ein betruge / thu ich Euch warlich kundt / in vnser Stadt vmb zuge / einer an dem mã fund / dz er sich dar thet geben / gab sich so gar guͦt dar / thet auch heir⸗ aten eben / fuͤret ein froͤlich leben / nach dem man jnnen war. 15. ¶ Das sie selb war ein Weybe / vnd die betrogen het / ist nit gerat von leibe / man nam sie an der sted / fuͤrets von Regenspurg dane / man legt jr Weybskleider an / Also ließ man sie gane / darum̄ muͦgt jhr vort ane / bey euch sie sprechen an. 16. ¶ Als der Bott solchs thet sa⸗ gen / ein Rat betacht sich balt / man muß den schneider fragen / wie die sach hab ein gstalt / Jch thets jn gleich veriehen / ist war was ich euch sag / man thet mich auch bese⸗ hen / ich mueß lassen geschehen es kam doch gar an Tag. 17. ¶ Sie theten mich streng fra⸗ gen / ich sagets jn geschwindt / Ach Gott es war vor augen / ich sucht vil Newer fuͤndt / noch war es als vergeben / kein außret halff mich nicht / zeigt jn darbey an ewen / wie ich in meinem leben / mich dahin het gericht. 18. ¶ Sagt jn an vil stuck klare / dz ich gestollen hab / ein Weybßbildt bin ich zware / weitter ich antwort gab / Jch wirt nit lon daruone / jhr lieben Herren mein / mit Rauberey ich schone / auch dahin geben hone / es wirt nit anders sein. 19. ¶ Darumb bit ich von hertzen / ein Weysen trewen Rat / ich thu jetzt nit mer Schertzen / weil mein sach also stadt / woͤllen mich wol be denckẽ / des ich dañ hoffnung han / wollt mich nit lon ertrencken / son⸗ dern das Schwert mir schencken / das mir auch gibt mein lon. 20. ¶ Wil geren bey Euch sterben / ich Eua Balbiererin / so ich solchs kan erberwen / wann mein gmüt stet dahin / das ich in Mans klay⸗ dern / wert gefuͤret auß / so wil ich geren leiden / vnnd von der Weldt scheiden / darob ich hab kein grauß. 21. ¶ Sie theten sich mein erbar⸗ men / vnd gewerden meine bit / des frewet ich mich Arme / das mir wurt theillet mit / Durch fuͤrbit Edler Personen / die da gewessen seint / Gott woͤll jn darfuͤr lonen / dz sie bey Gott auch wonẽ / dz wuͤnsch ich jn am Endt. 22. ¶ Darauff so thu ich Preyssen / zu Nerling ein Weyssen Rat / mit gsang wil Jch beweissen / in mein⸗ er letzten not / das mir arms weib⸗ liches Bylde / vil gnat erzeiget han / gen mir waren sie milde / vnnd all mein gmuͤt erfuͤlte / das lob sie bil⸗ lich han. ¶ Darmit wil ich jetzt Singen / mein Newes Liedt gedicht / wil es froͤlich verbringen / weil mir nit vn recht gschicht / wil mich darbey lon sehen / das ich wil bstentig sein / mit Gott bin ich versehen / die warheit muß man jehen / im Endt des le⸗ bens mein. 24. ¶ Muß ich dann hie nun ster⸗ ben so erbarm sich Gott mein / laß mein seel nit verderben / wol durch den willen dein / bitt euch auch alle sonder last Euch zu hertzen ghan / ob ich schon weltlich schandẽ / muß ent da erstanden / gib ich den wil⸗ len drein. 25. ¶ Jch bit euch Arm vnd reiche / all die mich sehen nun / Groß vnde klein der gleichen / durch Christum seinẽ Son / welt mir alle verzeihen / wider wenn ich hab gethon / zu Got so thu ich schreien / d woͤll mir gnad verleihẽ / des ich kein zweiffel han. 26. ¶ Noch eins so will ich bitten / ein Ersamen Rat alhie / wann ich nun hab erliden / dz meinem vatter sie / woͤllent solches Schreiben / die meine missethat / wie ich hab missen bleiben / khin kein schalckhait mehr treiben / kein fuͤrgang sie mer hat. 27. ¶ Bit euch weitter am ende / Er same Herrn mein / hab ich schon hie behende / trogen die Schneider g⸗ mein / woͤlt mir verzeihen thone / wenn ich glaub gentzlich je / hab ich mich gleichhie schone / fuͤr ein Man sehen lone / doͤrfft darnmb nit ster⸗ ben hie. 28. ¶ Weil ich in Todt sol gane / vñ sterben muß am Endt / vnd solchs verschuldet hane / auff Erdt in dem ellendt / rewt mich nit mein junges leben / sondern rewt mich allein / dz ich gar nichts hab geben / vmb va⸗ ter vnd muͦtter eben / solt mir billich layt sein. 29. ¶ Nun wil ich Gott beuelhen / mein liebe seel allein / vñ mein hoff⸗ nung da stellen / das ich wol bey jm sein / in dem Ewigen leben / das ich on zweyffel bin / das mir Got dort wirt geben / nach seiner zusag ewẽ / mir Eua Balbirerin. 30. ¶ Damit wil ich es endẽ / meins bleiben ist nit mehr / ich muß mich dahin wenden / mein Mayster ich bit dich ser / seit ich jetzunt muß ster⸗ ben / so machs mit mir geschwint / wann ich heut wirt erwerben / das Himmelreich ererwen / recht wie ein Gottes kindt. 31. ¶ Mein endt hab ich genom̄en / zu Nerling in der Stadt / wer ich dahin nie kommen / so wust man nit mein that / darumb hat man mir ge den / Alda mein rechten lon / das schwerdt thet man mir geben / nam mir damit mein leben / mein haupt must ich in lon. 32. ¶ Darbey laß ich es bleiben / jetz unt von der geschicht / es wer noch vil zu schreiben / solt man die ganz vrgicht / erzoͤllen alle samen / die sie veriehen hat / des gstolen hat mit namen / den blinden vñ den lamen / das im Lied nit als stadt. 33. ¶ Solt manß von wort zu wor ten / bringen in das gesang / wo sie an allen orden / ist gwest es wurt zu lang / wer da bey ist gewessen / hat kinden wol verstan / wie manß hat verlesen / das sie in jrem wessen / nie nichts guͦts hat gethon. Endt. Show less

Belagerung Gotta, 1567
Ein new Lied / was sich mit den Echte⸗ ren / so sich in Gotta vnd Grim menstain gehalten / newli⸗ cher zeyt zugetra⸗ gen hat. Jm Thon: Jch stundt an einem morgen / heimlich an einem ort / rc. 1567. Ein new Lied / was sich mit den Echtern / so sich in Gotta vnd Grimmenstain gehalten / ... Show more Ein new Lied / was sich mit den Echte⸗ ren / so sich in Gotta vnd Grim menstain gehalten / newli⸗ cher zeyt zugetra⸗ gen hat. Jm Thon: Jch stundt an einem morgen / heimlich an einem ort / rc. 1567. Ein new Lied / was sich mit den Echtern / so sich in Gotta vnd Grimmenstain gehalten / newlicher zeit zugetra⸗ gen hat. Jm Thon: ¶ Jch stundt an einem morgen / heimlich an einem ort / rc. I. WAs woͤll wir a⸗ ber singen / jetz⸗ undt zu dieser frist: Von new geschehen din⸗ gen / wie es ergangen ist. New⸗ licher zeyt im Duͤringer Landt / was sich hat zugetragen / in der Statt Gotta gnant. 2. Jn welcher sich han ghalten / dem Reich schedliche Leut: Son derlich Grumbach der alte / schad wers lebt er noch heut. Sampt anderm Wurmfressi⸗ gem gsindt / was args sie habn begangen / weiß manches Mut⸗ terkindt. 3. Dasselb als zu erzelen / inn dem Lied wer zu lang: Will es nur darauff stellen / wie es gwan ein außgang. Nach dem es nun ein zeyt vnd frist / vom Chur⸗ fuͤrsten zu Sachssen / vnd dem Reich belegert ist. 4. Nach dem sich Schloß vnd Statte / willigklich gaben auff : Auff das sie erlangten gnade / ehe es als gieng zuhauff. Wel⸗ ches ist geschehen fuͤrwar / am dreyzehenden Aprillis / diß siben vnd sechtzigst Jar. 5. Darnach am fuͤnffzehen⸗ den / fuͤhrt man nach Dresden gut: Hertzog Hans Friderich behende / mich tawert das Fuͤrst lich Blut. Das er solch grosse vngenad / wol vmb der Echter willen / auff sich geladen hat. 6. Darnach am achtzehenden / Aprillis ich euch sag: Vngfer⸗ lich an dem ende / vmb acht vhr vor mittag. Wardt Wilhelm von Grumbach der alt / auff eim Sessel getragen / vom Sch⸗ loß auff den Marckt baldt. 7. Allda war auffgemachte / ein gebretterte Bün: Als er ward dar gebrachte / das man jn richtet hin. Wardt jhm fuͤr glesen an dem end / sein Vrgicht von eim Schreiber / welchs er wahr sein bekendt. 8. Zuhandt thet jhn verma⸗ nen / trewlich der Priester hauff: Darauff ruͤfft er Gott ane / bat auch als baldt darauff. Ein Priester das er an demort / alda von seinendt wegen / zum Volck wolt thun das Wort. 9. Als solches war geschehen / legt man jhn an den Ruͤck: Die Hencker in der nehen / schnitten auß jm vier stuͤck. Namen sein vntrew hertz zustund / vnd schlu⸗ gens jhm zweymale / so frisch vmb seinen mund. 10. Nach solch geschehnen din⸗ gen / ritt man zum Rhathaus hin: Doctor Pruͤck auch zu⸗ bringen / als er kham auff die Puͤn. Wardt er mit gleicher Muͤntz bezalt / zum tod auch hingerichtet / gleich wie Grum⸗ bach der alt. 11. Zum dritten thet man ho⸗ len / mit namen Wilhelm vom Stein: Als er Gott hett befol⸗ hen / trewlich die die Seele sein. Ward er knyend zum Schwert gericht / darnach inn vier stuͤck Zertheylet / wie jhr vor seydt be⸗ richt. 12 Noch ein thu ich euch nen⸗ nen / ward auch zur Richtstatt gfuͤrt: Werd jhn villeicht auch kennen / Dauid Baumgart⸗ ner genennt wirdt. Jst mit dem Schwerdt worden gericht / wil⸗ liglich thet er sterben / Got ver⸗ laß die Seele nicht. 13. Eins hett ich schier verges⸗ sen / mit namen Hans Bayr er hieß: Jsts Fuͤrsten Secretarj gwesen / den man auch bringen ließ. Auff eim Sessel kundt ge⸗ hen nicht / dann er hette das Po dagra/ wurdt mit dem Strang gericht. 14. Ettlich sitzen noch innen / eins theils sind auß dem staub: Haben sich gmacht von hiñen / wern sie noch da ich glaub. Sie muͤßten auch an disen Tantz / dann wie ich hab vernommen / ist der rayen noch nit gantz. 15. Darbey so laß ichs bleiben / jetzundt zu diser frist: Weitter daruon zuschreiben / jetzt nicht glegenheyt ist. Es ist warlich gewesen zeyt / das man dises vn⸗ zifer / ein mal hat außgereut. 16. Der das Lied hat gesungen / hat auch zugsehen dem schertz: Darzu hat jn bezwungen / sein fridliebendes Hertz. Der edlen Ghrechtigkeyt ist er holdt / er wuͤnscht allen Schnaphanen / das jhn so ergehen solt. Ende. Show less

Belagerung von Weißbrunn und Tata, Türkenkriege; 1567
Ein Schoͤn new Lied von dem Zug in Vn⸗ gerland wider den Türcken / auch von belegerung beider vestungen / Weißbruñ vnd Totis. Jm Thon / Ach Gott wem sol ichs kla⸗ gen / die not vnd groß gefar. M. D. LXVII. NVn woͤllen wir aber heben inn Gottes namẽ an / vom Roͤmisch⸗ en Keyser zuͦ singen... Show more Ein Schoͤn new Lied von dem Zug in Vn⸗ gerland wider den Türcken / auch von belegerung beider vestungen / Weißbruñ vnd Totis. Jm Thon / Ach Gott wem sol ichs kla⸗ gen / die not vnd groß gefar. M. D. LXVII. NVn woͤllen wir aber heben inn Gottes namẽ an / vom Roͤmisch⸗ en Keyser zuͦ singen / mit namen Maximilian / vnnd wie es ist ergan⸗ gen / gar ferr im Vngerlandt / hand da ran kein verlangẽ / es ist dem Türcken ein schand. Als man zalt tusent fünff hundert / im sechs vnd sechtzigstẽ jar / ein hauffen thet man annemen / im Deutschen⸗ land ist war / vnder Passaw hat man gemustert / vns thet verlangen seer / am erbfeind vns zuͦ rechen / das wer vns Christen ein ehr. Auff das so will ich singen / zuͦ lob Herr Jesu Christ / von new geschehen dingen / wie es ergangẽ ist / deim goͤttli⸗ chen name zuͦ ehren / vñ hertzlich ruͤffen an / der woͤll vns nit verlassen / vnd all⸗ weg beystand thuͦn. Claus von Hattstat mit namen / ein Oberster wol bekandt / Graff Joͤrg von Helffensteine / also wirt er genant / mit zweien Regimenten / nach Wien stuͦnd jr beger / der Keyser war jr war⸗ ten / zuͦ verkünden newe mehr. Gar bald hat er beschlossen / dz man solt ziehen auff / das hatt vns nit ver⸗ drossen / den gantzen hellen hauff / vber die Vngerische Heyde / nach Raab stuͦnd vnser begir / das ward den Tür⸗ cken leide / ettlich tag lag man darbey. Alda so seind wir kum̄en / zuͦ dem võ Helffenstein / den Reyssigen zeüg ver⸗ nommen / der hauffen war nit klein / bald thet man vns Post senden / wir solten kum̄en her / der Türck het sich ge⸗ wendet / mit einem starcken heer. Für ein Schloß dz ist feste / drey meil von einer Statt / ist der Türckischen ge ste / Stuͦlweissenburg den namen hat / das Schloß het er beschossen / die Mau ren in den grund / hat sie nicht sehr ver⸗ drossen / gegen dem Türckischen hund. Das Schloß wil ich euch neñen / der Palatt ist es genañt / der Graff ist wol zuͦrkennen / er ist gar wol erkannt / den Türcken ist er feinde / vnnd hold dem Christen bluͦt / sein lob sol man verkün⸗ den / Gott bhalt jn in huͦt. Wie fast ers hat beschossen / gabens nit vil darumb / hat die Türcken ver⸗ drossen / gar baldt in einer stund / hat er das innen worden / jhm kemen frem̄⸗ de gest / das jn nit wurd geschoren / daucht sie das aller best. Mit eyl theten wir ziehen / durch ei⸗ nen finstern Waldt / vom Schloß der Türck thet fliehen / sein hertz das was jhm kalt / so bald inn schneller eyle / weich er gar bald daruon / nam jm nit lange weile / etlich geschütz ließ er stan. Als mirs haben entsetzet / bleib man nit lang darbey / ein Vestung vnuer⸗ letzet / ist daruon vff zwo meil / Weiß⸗ brunn ist sie genennet / vergoß vil Chri⸗ sten bluͦt / sie habens selbs bekennet / es kam jn nicht zuͦ guͦt. An einem sambstag eben / kam man fürs veste haus / da huͦb sich an zuͦ kla⸗ gen / jhren ettlich waren hnauß / nach jr wuͤtereye / geritten auff ein peut / die dinnen waren nit freie / bezaltens mit der heüt. Jn jrem grim̄ vnd toben / huͦb sich ein schiessen an / das wert den gantzen oben / kein ruͦw wolt man nit lan / zuͦ jn da thet man schiessen / wol in dz veste haus / es thet sie ser verdriessen / sie werẽ gern gsein hinaus. Das schloß thet man bereñen / gleich als man kam darfür / sie hiessen vns gohn dennen / mit schiessen vngeheür / Claus von Hatstat thuͦt man preisen / er lieff mit freudẽ an / dz war der feind baldt wissen / es kost vns manchẽ man. Die nacht thet vns vertreiben / wir seind gezogẽ fast / also liessen wirs blei⸗ ben / biß an des morgens rast / wol vmb die siben vhren / rüst man sich zuͦ dem streit / dz war der feind bald trauren / toͤdten wend wir den Wurm. Die Schlang von Babilone / ver⸗ derbt vil Christen bluͦt / wir wend jhr nit verschone / es wirt vns kummen zuͦ guͦt / nun her frisch her mit freuden / da⸗ mit so lieff man an / das war den Tür⸗ cken leide / Claus von Hattstatt was vornen dran. Ein Christen hertz moͤche weinen / sie warffen gar vil feür / darzuͦ der rau⸗ hen steinen / mit schiessen vngehewer / der sturm der hat geweret / biß inn die sechste stund / ward mancher leib ver⸗ zeret / vnd mancher hart verwundt. Es mocht sie nit gehelffen / mir fie⸗ len in das Schloß / jhr schreien vnd jr gelffen / vns in kein weg verdroß / man hat sie nider geschlagen / in ihrer gros⸗ sen schand / darnach zuͦsammen getra⸗ gen / mit einem feür verbrandt. Weißbrunn hat man besetzet / mit manchem teütschen man / das sie nit werd verletzet / darnach zog man dar⸗ non / für Rab theten wir ligen / ettlich tag in dem veld / es blib nit lang ver⸗ schwigen / ein jeder schrey nach gelt. Zuͦ vns ist kom̄en rechte / der herr võ Walther thun / mit zehen fenlin knech⸗ ten / auch reuttern ein grosse sum̄ / bald thet man vns verkünden / das es vns nicht verdroß / die Türcken wurd man finden / in einem starcken Schloß. Dotis du werde veste / du thuͦst vns vbertrang / mit deinen frembden ge⸗ stẽ / es wert dich nit fast lang / wir woͤl⸗ len dir einschencken / man fuͦrt das ge⸗ schütz darfuͤr / daran wirt man dir den cken / das beschlossen hast die thür. Am freitag vor mittage / fordert mã auff dz Schloß / es war ein grosse kla⸗ ge / wie hart es sie verdroß / ein loch das thet man schiessen / gegen dem wasser hinein / es thet sie sehr verdriessen / war jhn ein grosse pein. Den sontag fruͤ am morgẽ / rüst man sich auff die fart / etlich Turcken lagen in sorgen / es verdroß sie gar hart / vß dem schloß seind sie entloffen / dẽ wald geeylet zuͦ / hat vns nit sehr verdrossen / jhr seindt noch drinn genuͦg. Bald man das hat vermercket / das sie woͤllen dauon / hat man die wacht gestercket / den sturm geloffen an / wie fast sie sich hand gewehret / es halff sie nit ein haar / jr wehr die ward verzer⸗ ret / man erschluͦg sie alle gar. An dem sturm ist vmbkommen / ein Hauptman wol bekant / ein Fendrich auch vernom̄en / es war jhn gar kein schand / gar ritterlich gestritten / zuͦ me ren Christen bluͦt / den todt ehrlich ge⸗ litten / Gott habs in seiner huͦt. Jm Schloß hat man gelassen / ein Fenlin Landsknecht guͦt / wir zogen vnser strassen / hinauff Kamorren zuͦ / alda seind wir gelegen / bey siben woch⸗ en lang / Gott woͤll jr seelen pflegen / die da hand gelitten zwang. Von den Türckhen erschlagen / dar⸗ zuͦ gefangen seind / Gott sollen wir es klagen / dann wir seind all sein kind / er woͤll vns helffen streitten / mit vaͤt⸗ terlicher hand / das wir zuͦ disen zeiten / nit kommen ins Türcken schand. O Herr in deinem reiche / man soll dir sagen danck / sterck vns alsampt ge⸗ leiche / der Christen glaub ist kranck / durch Christum deinen Sone / ruͤffen wir trewlich an / woͤll vnser sünd ver⸗ schonen / vnd alweg beistand thuͦn. Alexander Mussel thuͦt es singẽ / er hat diß lied gedicht / jm thuͦt gar offt mißlingen / dannocht acht er sein nicht / wie hart er war geschossen / so halff jm Gott dauon / zuͦ Todtis in dem schlos⸗ se / ward jhm ein solchs gethon. Getruckt zuͦ Basel / bey Samuel Apiario. Show less

Chronik der Grumbachschen Händel, Thüringen, 1567
Ein new Lied / was sich mit den Echte⸗ ren / so sich in Gotta vnd Grim menstain gehalten / newli⸗ cher zeyt zugetra⸗ gen hat. Jm Thon: ¶ Jch stundt an einem morgen / heimlich an einem orrt / rc. 1567. Ein new Lied / was sich mit den Echtern / so sich in Gotta vnd Grimmenstain gehalten... Show more Ein new Lied / was sich mit den Echte⸗ ren / so sich in Gotta vnd Grim menstain gehalten / newli⸗ cher zeyt zugetra⸗ gen hat. Jm Thon: ¶ Jch stundt an einem morgen / heimlich an einem orrt / rc. 1567. Ein new Lied / was sich mit den Echtern / so sich in Gotta vnd Grimmenstain gehalten / newlicher zeit zugetra⸗ gen hat. Jm Thon: ¶ Jch stund an einem morgen / heimlich an einem ort / rc. 1. WAs woͤll wir a⸗ ber singen / jetz⸗ undt zu dieser frist: Von new geschehen din⸗ gen / wie es ergangen ist. New⸗ licher zeyt im Duͤringer Landt / was sich hat zugetragen / in der Statt Gotta gnant. 2. Jn welcher sich han ghalten / dem Reich schedliche Leut: Son derlich Grumbach der alte / schad wers lebt er noch heut. Sampt anderm Wurmfressi⸗ gem gsindt / was args sie habn begangen / weiß manches Mut⸗ terkindt. 3. Dasselb als zu erzelen / inn dem Lied wer zu lang: Will es nur darauff stellen / wie es gwan ein außgang. Nach dem es nun ein zeyt vnd frißt / vom Chur⸗ fuͤrsten zu Sachssen / vnd dem Reich belegert ist. 4. Nach dem sich Schloß vnd Statte / willigklich gaben auff: Auff das sie erlangten gnade / ehe es als gieng zuhauff. Wel⸗ ches ist geschehen fuͤrwar / am dreyzehenden Aprillis / diß siben vnd sechtzigst Jar. 5. Darnach am fuͤnffzehen⸗ den / fuͤhrt man nach Dresden gut: Hertzog Hans Friderich behende / mich tawert das Fuͤrst lich Blut. Das er solch grosse vngenad / wol vmb der Echter willen / auff sich geladen hat. 6. Darnach am achtzehenden / Aprillis ich euch sag: Vngfer⸗ lich an dem ende / vmb acht vhr vor mittag. Wardt Wilhelm von Grumbach der alt / auff eim Sessel getragen / vom Sch⸗ loß auff den Marckt baldt. 7. Allda war auffgemachte / ein gebretterte Bün: Als er ward dar gebrachte / das man jn richtet hin. Wardt jhm fuͤr glesen an dem end / sein Vrgicht von eim Schreiber / welchs er wahr sein bekendt. 8. Zuhandt thet jhn verma⸗ nen / trewlich der Priester hauff: Darauff ruͦfft er Gott ane / bat auch als baldt darauff. Ein Priester das er an dem ort / alda von seinendt wegen / zum Volck wolt thun das Wort. 9. Als solches war geschehen / legt man jhn an den Ruͤck: Die Hencker in der nehen / schnitten auß jm vier stuͦck. Namen sein vntrew hertz zustund / vnd schlu⸗ gens jhm zweymale / so frisch vmb seinen mund. 10. Nach solch geschehnen din⸗ gen / ritt man zum Rhathaus hin: Doctor Pruͤck auch zu⸗ bringen / als er kham auff die Puͤn. Wardt er mit gleicher Muͤntz bezalt / zum tod auch hingerichtet / gleich wie Grnm⸗ bach der alt. 11. Zum dritten thet man ho⸗ len / mit namen Wilhelm vom Stein: Als er Gott hett befol⸗ hen / trewlich die die Seele sein. Ward er knyend zum Schwert gericht / darnach inn vier stuͤck zertheylet / wie jhr vor seydt be⸗ richt. 12. Noch ein thu ich euch nen⸗ nen / ward auch zur Richtstatt gfuͤrt: Werd ihn villeicht auch kennen / Dauid Baumgart⸗ ner genennt wirdt. Jst mit dem Schwerdt worden gericht / wil⸗ liglich thet er sterben / Got ver⸗ laß die Seele nicht. 13. Eins hett ich schier verges⸗ sen / mit namen Haus Bayr er hieß: Jsts Fuͤrsten Secretarj gwesen / den man auch bringen ließ. Auff eim Sessel kundt ge⸗ hen nicht / dann er hette das Po dagra / wurdt mit dem Strang gericht. 14. Ettlich sitzen noch jnnen / eins theils sind auß dem staub: Haben sich gmacht von hiñen / wern sie noch da ich glaub. Sie muͤßten auch an disen Tantz / dann wie ich hab vernomen / ist der rayen noch nit gantz. 15. Darbey so laß ichs bleiben / jetzundt zu diser frist: Weitter daruon zuschreiben / jetzt nicht glegenheyt ist. Es ist warlich gewesen zeyt / das man dises vn⸗ zifer / ein mal hat außgereut. 16. Der das Lied hat gesungen / hat auch zugsehen dem schertz: Darzu hat jn bezwungen / sein fridliebendes Hertz. Der edlen Ghrechtigkeyt ist er holdt / er wuͤnscht allen Schnaphanen / das jhn so ergehen solt. Ende. Vor Gotta vnd vor Grimmenstein / Vnser gar vil gelegen sein. Sie botten thewr vmb leib vñ leben / Vnd haben dannoch wolfeyl geben. Show less

Prinz von Condé und die Hugenottenkriege, 1567
Newe Zeitung Gesangsweise / Geschehen in Franckreich / Der Printz von Konde mit dem Koͤnig von Auerne / gegen den Koͤ⸗ nig von Franckreich vnd die Papisten / dar sehr viel Volcks ge⸗ blieben ist etc. LAsse vns sinnen alle gleich / All von dem Koͤnig aus Franck⸗ reich / Das soll ich vns... Show more Newe Zeitung Gesangsweise / Geschehen in Franckreich / Der Printz von Konde mit dem Koͤnig von Auerne / gegen den Koͤ⸗ nig von Franckreich vnd die Papisten / dar sehr viel Volcks ge⸗ blieben ist etc. LAsse vns sinnen alle gleich / All von dem Koͤnig aus Franck⸗ reich / Das soll ich vns schon schreiben / Er ist gekommen mit practick / Vmb das Euangelium zu vertreiben. Er ist gekom̄en all in das Felt / Mit so manchem Manne vngetzelt / Mit Schlangen vnd Karthaunen / Das hat gekostet so manchen Helt / Aber jhn hats wol gerawen. Der Printz von Konde dis vernam / Er nam tapffer Reuter vñ Knechte an / Die Christen wolt er verteidigen / Der liebe Gott der stund jhm bey / Die vberhand hat er gekregen. Ausser Paris all in das Feldt / Dar haben sie jre Geschuͤtz gestelt / Hinter die Berge mit grossen hauffen / Da kam so mannich guter Heldt / Welche sie mit jrem blut musten er⸗ kauffen. Der Koͤnig hat die Flucht ge⸗ nommen / Nicht viel Papisten sindt daruon ent⸗ kommen / Sie sind jhm nicht entgangen / Wol zehen tausent sind dar gebliebẽ tod / Darzu noch viel gefangen. Jhr Geschuͤtz musten sie dar lassen stahn / Mit aller Kriegsruͤstung hoͤrt jeder⸗ man / Nach vnserm Blut thet jhn verlangen / Selber waren sie in grosser noth / Sie sind jhm nicht entgangen. Der Printz von Vranien hat das ver⸗ nommen / Er wolte dem von Konde zu huͤlffe kommen / Aber die Brieff hat er gekregen / Das die Schlacht war gewonnen / Die Pfaffen weren verlegen. Ach edel Koͤnig aus Franckreich / Beker dich doch mit gantzem vleis / Jmmer nach Gottes wort zu leben / Er gelouet dem Bapst zu jenerzeit / Er sucht das Euangelium zu vertreiben. Nu bitt ich all Christliche Nation / Die Gotts wort lieb haben mit hertzen from / sie Gott bitten vmb gnad / Das er vns bewar fuͤr dem Babst zu Rom / Der vns sucht zu toͤdten vnd zu schaden. Gleich man hat gesehen in Nieder⸗ landt / Da ist so manch Christen vermord vnd verbrandt / Von den Tyrannen / die darinn sind ge⸗ legen / Lasst vns Gott bitten vmb beystand / Das sie werden gekregen. Show less

Schlacht zwischen Evangelischen und Paptisten in den Niederlanden
Ein Newes Lied / von der Schlacht / Geschehen im Niederland / zwi⸗ schen den Euangelischen vnd Papisten / Jm Thon / Ach Gott thu dich erbar⸗ men etc. WOlt jhr nu hoͤren singen / Mein Liedlein recht verstehn / Von also frembden dingen / Was kuͤrtzlich ist geschehn / Von Papisten hoͤrt... Show more Ein Newes Lied / von der Schlacht / Geschehen im Niederland / zwi⸗ schen den Euangelischen vnd Papisten / Jm Thon / Ach Gott thu dich erbar⸗ men etc. WOlt jhr nu hoͤren singen / Mein Liedlein recht verstehn / Von also frembden dingen / Was kuͤrtzlich ist geschehn / Von Papisten hoͤrt dis Gedicht / Gotts Wort verfolgens als man sicht / Mit jren falschen tuͤcken / Woͤlln sie vns vnterdruͤcken. Sie sind zu feld gekommen / Mit also manchem Man / Fuͤnff Fenlein mit genommen / Daselbs kam auff den plan / Der Graff von Arnberg ein Tyran / Thet bey den Spaniern feste stahn / Must da sein leben lassen / Ward sonst viel bluts vergossen. Die Christen han vernommen / Das der Feind war im feld / Han sich zu jrem frommen / Jn ein Schlachtordnung gestelt / Man sach so manchen feinen Man / Der eine sprach den andern an / Bey Gotts Wort woͤlln wir bleiben / Trotz der vns solt vertreiben. Graff Nassaw sprach mit sinnen / Jhr lieben Kriegsleut hie / Ewer keiner weich von hinnen / Vnd fallt auff ewre Knie / Rufft an den Allmechtigen Gott / Das er vns helff aus aller noth / Von seines Sones wegen / Das wir den Feind erlegen. Die Feind sich sehen liessen / Mit einem boͤsen muth / Jr Geschuͤtz sie bald abschiessen / Das doch kein schaden thut / Darumb der Printze wolgemeldt / Sprach an die Kriegsleut wie ein Helt / Mit Gott woͤlln wirs beginnen / Vnd hoff wir werden gewinnen. Han auch bald abgeschossen / Traff wol zum selben mal / Das hat die Feind verdrossen / Der kamen viel zufall / Sie lieffen in der Feinde blut / Wie Hund man sie erstechen thut / Jr Geschuͤtz ward jn genommen / Die Knecht gut Beut bekommen. Tausent Mann vngefehrde / Sind da geblieben todt / Zu Fuss vnd auch zu Pferde / Sie warn in grosser noth / Jr Tyranney ist jhn bezalt / Die sie gebraucht so manigfalt / Mit Frawen Bruͤst abschneiden / Als werens Türcken vnd Heiden. Solt keiner lebend bleiben / Hett Duc de Alba geseit / Er wolt vns all entleiben / Die Strick warn schon bereit / Zwo Thonnen hatten sie gefuͤlt / Vns auffzuhencken ohne schuldt / Gott wolts nicht lassen geschehen / Wie wir fuͤr augen sehen. Jhr Christen all geleiche / Lasst vns nu dancken Gott / Dort in dem Himmelreiche / Der vns errettet hat / All von der Roͤmischẽ schlangẽ gschlecht / Der bschirm fortan vns seine Knecht / Woͤll fromm Regenten bescheren / Die nichts denn fried begeren. Gott woͤll vns weiter stercken / Mit seinem heiligen Geist / Das jeder mit den wercken / Seins Glaubens frucht beweist / Jn seiner Warheit er vns fuͤhr / Vnd stuͤrtze das gekroͤnte Thier / Nimbt es vns schon dis leben / Wird Gott das ewig geben / Amen. Show less

Hinrichtung des Grafen von Egmund und von Horn, 1569
Ein schoͤn new Lied / darinn angezeigt vnd gemeldt wirdt von den wolgebor⸗ nen Graffen vnnd Herren / als nemlich Graff von Egmund vnd Graff võ Horn welche durch den Duca de Alba vnschuͤl⸗ diglich von wegen Christlicher be⸗ kandtnuß gericht seind worden. Jm Thon / Ach Herr du aller höch⸗ ... Show more Ein schoͤn new Lied / darinn angezeigt vnd gemeldt wirdt von den wolgebor⸗ nen Graffen vnnd Herren / als nemlich Graff von Egmund vnd Graff võ Horn welche durch den Duca de Alba vnschuͤl⸗ diglich von wegen Christlicher be⸗ kandtnuß gericht seind worden. Jm Thon / Ach Herr du aller höch⸗ ster Gott. C. M. M. D. LXIX. Klaͤglich so wil ie heben an / zu nutz der Teutschen Nation / ein newes Lied zu singẽ / O reicher Gott in deinem thron / ich bitt du woͤllest mir bey⸗ stahn / daß ichs moͤg hie vollbringen. Da noch tausent fuͤnff hundert war / das sechtzigst vnd das achte Jar / im Ju nio ist geschehẽ / gehoͤret ist ein grosse klag / o Gott wie schwer war es der tag / solche bitt ich woͤllet hoͤren. Ein jaͤmerlich vnd trawrig geschicht / daruon ich euch wil geben bericht / wie es da ist ergangen / von Gendt gen Bruͤs⸗ sel fuͤrt man ein / jween Herren so gefan⸗ gen sein / dieweil war jnen lange. Je einer von den andern vor / gefuͤret weit / Der ander nach / gefangen thet man sie legen / ein jeden an ein bsonder ort / das keiner nicht den andern hort / kein Beth ward jn nicht geben. Der von Egmund geleitet ward / am marck im hauß verrigelt hart / groß kum⸗ mer stieß jhn zu handen / Den Graff von Horn hat man gefuͤrt / bescheiden an ein besonder ort / sie lagen in schweren bandẽ. Des von Egmundten trew Gemahl / den Due von Alba thet ein Fußfall / mit jren kindern kleinen / O Herr wolt einge⸗ dechtig sein / meins Herren vnd der Kin⸗ der sein / jr Mund begundt zu weinen. Erlaubet mir zu reden an / den Her⸗ ren mein / so ich jhm kan / seine speiß vnnd tranck zubringen / Der Duc sie nicht er= hoͤret hat / heist sie baldt ziehen auß der Stadt / thet jr das nicht verguͤnnen. Sie nam jr kleine kinderlein / mit trau⸗ ren weichen thet allein / jr hertz war jr gar schwere / die augen theten jr vbergan / die Kindlein kundtens nit verstahn / sie ließ gar manchen zehern. Znacht da es vmb die zehene war / dir vrtheil wurd geendet dar / vnd wurd jhm thon zuwissen / das leben wurd jm abge⸗ seit / morgen solten sie sein bereit / jr Blut wol zu vergiessen. Der Graff von Egmundt dancket Gott / daß er solt leiden solchen tod / thet sich willig drein gegeben / seer tawret jhn der Herr von Horn / ein Held von ehren wolgeborn / daß er kam vmb sein leben. Auch macht jhm solchs ein scharpffe pein / daß seine Kinder solten sein / beraubt jres Vatters gute / war nit bekuͤm̄ert vmb sein leib / es tauret jn sein ehrlichs weib / das war gar vngemute. Da nun kommen war die zeit / waren sie willig vnnd bereit / gar dultiglich zu⸗ sterben / in Gott verhofften ein seligs end in jrem betruͤbten ellend / das Him̄elreich zu erben. Man fuͤhrt sie zu der Richtstatt dar / mit schwartzen Sammat bedecket war / Graff Egmundt war der erste / der stei⸗ get auff wol in den thron / vnnd thet ein solch Oration / ich bitt jr woͤllet hoͤren. Sol diß mein lohn O Herrẽ sein / fuͤr⸗ alle treuwe dienste mein / der mir jetzundt wurd gebẽ / die ich euch allen hab gethan / dem Vatterlandt vnnd auch der Kron / hoͤret vnd mercket eben. Der puncten hab ich kein gethon / dar⸗ umb ich bin geklaget an / Gott weiß das zuerkennen / doch weil es ist der will von Gott / nimb ich geduͤltig auff den Todt / mein leben zu vollenden. Vil Fenlin waren rings vnbher / ver⸗ samlet von Hispanier / das leid gieng jn zu hertzen / deßgleichen auch ein grosse ge⸗ mein / von Volck kommen war hinein / zu sehen diesen schmertzen. Nicht weinet vber vnser pein / der Eg⸗ mundt sprach O Buͤrger mein / vnser le⸗ ben ist schon gebrochen / weint vber euch vnd ewre Kind / all ding sicht Gott vnd ist nicht blind / der lests nicht vngerochen. Er sitzt wol in dem hoͤchsten Thron / wann er die noth wirdt sehen an / die vns jetzt wirdt zugemessen / wann er wirdt re⸗ chen vnser blut / wirdt euch solchs kom̄en nit zu gut / er wirds euch nit vergessen. Geendet solch Oration / hat er die Klei⸗ der von sich gethon / gen Him̄el thet er se⸗ hen / Gott Vatter trewlich ruffet an / den heiligen Geist vnnd auch den Son / sein end das thet sich nehen. Nach dem sein leib gebloͤset war / zum Volck sich neiget kniet dar / also begundt zu sprechen / O Herr in dein Goͤttliche hend / befilh ich meine seel an meinem end / mein suͤnd woͤll du nicht rechen. Von Ypperen ein Bischoff sprach / Herr eilet nit in euwer sach / mein bericht solt jhr vor hoͤren / jhr habt noch viel der vbrig zeit / sehr mich bekuͤmmert euwer leid / ich sol euch weisen vnd lehren. Der Graff wolt sein kein gnad nicht hon / er hatt sich Gott ergeben schon / der hatt sein Beicht erhoͤret / Gott Vatter / Son vnd heilig Geist / derselbig jhn recht lehrt vnd weist / den sollen wir loben vnd ehren. Der Graff dem Richter ruͤffen thut / bereit zu vergiessen war sein Blut / gar hoch begund es zuspringen / selber bedeckt sein Angesicht / ward durch das scharpffe Schwerdt gericht / den andern thet man bringen. Als der von Egmundt war hindan / der Herr von Horn thet tretten an / nach jm gar baldt thut fragen / den Graff von Egmundt meinet er / den er allzeit gelie⸗ bet sehr / sein hertz wolt jm verzagen. Da er nun kompt hoch auff das ort / ein klaͤglich stim̄ die wurd gehoͤrt / gar trauwriglich thet sehen / O Egmund lie⸗ ber Bruder mein / die tropffen von dem blute dein / hab ich hie schon gesehen. Dir zu folgen nach ist mein begir / das solt du gewiß vertrauwen mir / mein end thu ich beschliessen / mit auß gestreckten armen bloß / O Herr durch dein Goͤttli⸗ che schoß / thu ich mein blut vergiessen. Die Graffen warden gerichtet schon / zwo brinnendt Kertzen auff den Plan / zu ehr thet man sie brennen / den todten Coͤr⸗ pern da zugleich / der seel leuchten ins Himmelreich / O Gott thus zu dir nem⸗ men. Also wurden die Heupter beid / an zwo lang stangẽ angesteckt / in dlufft thet mãs auffrichten / die wurden gesehen von je⸗ dermann / die Spanier sie beweinet hund / etlich theten vernichten. Da stundens biß in die sechsie stundt / biß mans herab zunemmen begundt / zu Grab thet man sie tragen / etlich die het⸗ ten freud darab / zum theil fuͤhrten ein grosse klag / O Gott dir thu ichs klagen. Ein jeder Burger im hause sein / wei⸗ net vber solche noth vnnd pein / das ganz Firmament thet trawren / betruͤbet war die gantze Stadt / heimlich seufftzet der Ersam Rath / der jamer thet sie tauren. Auch fraget manches Kindelein / den Vatter vnd die Mutter sein / auß gar be⸗ truͤbtem munde / was haben dise Herren gethon / daß man sie also richt hindan / kein vrsach ward erfunden. Deß von Egmundten schon Gemahl von threnen netzet jhren Saal / mit klag das leid thet enden / auch hoͤret auff die Nachtigal / zu singen in dem gruͤnen thal / der Mon die Sonn thet blenden. Jch bitt last euch zu hertzen gan / je⸗ tzund wil ichs beschliessen than / die klaͤg⸗ lich Geschicht vollenden / O Gott in dein nem hoͤchsten thron / ich bitt durch Chri⸗ stum deinen Son / dein gnad die thu vns senden. senden. senden. AMEN. Show less

Konfessionsstreit in den Niederlanden
Ein Newes Lied / von der Tyranney so die Pfaffenknecht im Niederland geuͤbet / Auch wie sie in Friesland geschlagen wor⸗ den. Jm Thon / Es ta⸗ get in den Osten. HOr zu du Christlich schare / Mein Lied vnd new gedicht / Dasselb ich euch verklare / Was da noch teglich geschicht. Gros... Show more Ein Newes Lied / von der Tyranney so die Pfaffenknecht im Niederland geuͤbet / Auch wie sie in Friesland geschlagen wor⸗ den. Jm Thon / Es ta⸗ get in den Osten. HOr zu du Christlich schare / Mein Lied vnd new gedicht / Dasselb ich euch verklare / Was da noch teglich geschicht. Gros Tyranney betreiben / Die Pfaffenknecht gemein / Gar manchen sie entleiben / Vmb Gottes Wort so rein. Bey Tausent sie veriagen / Dort in dem Niederland / Ermorden vnd erschlagen / Jst Gott im Himmel bekandt. Vier Grafen sie entleiben / Zu Bruͤssel in Braband / Das sie bey Gotts Wort bleiben / Dem Bapst thun widerstandt. Gott haben sie gepresen / Als man sie hat ermordt / Noch sind mehr ausserlesen / Die streitn fuͤr Gottes Wort. Es ligt im Niederlande / Der von Vranien from / Die Pfaffen macht zu schande / Verdreust den Bapst zu Rom. Der Graff von Arnberg eben / Sampt manchem Pfaffenknecht / Musten jhr Seel auffgeben / Den Spaniern gschach da recht. Auch blieb der Graff von Megen / Den man erschossen hat / Es war auch schier erlegen / Der Hertzog Erich drat. Das Gluͤck war vns bescheret / Von Gott im Niederlandt / Der Feind ward wol erbehret / Der HERr thet vns beystand. Ach Duc de Alba bkehre Dich / von der Tyranney / Streitst wider Gott vnd Ehre / Dem Antichrist stehest bey. Wol zwentzig Herrn vnd Grafen / Zusammen geschworen han / Zu streiten wider die Pfaffen / Vmbs Euangelium. Nu bittet all vmb gnade / Den Allmechtigen Gott / Bhuͤt vns fortan fuͤr schade / Vnd mach den Feind zu spott. Gott woͤll vns auch bewaren / Fuͤrm Bapst vnd seiner Rott / Das wir vns nichts zu bfahren / Das thu der liebe Gott / A M E N. Show less

Liebesdrama von Johannes Bock
Ein schoͤn News Lied / võ einem Edlen Juͤng⸗ ling auß Armenia / vnnd einer Ed⸗ len Jungkfrawẽ / in Sicilia / welche beide von liebe wegen nahet waren vmbracht / Vnd doch letztlich vnnd wunderbarlich wi⸗ derumb loß seind worden / rc. Vnd ist inn Frawen Ehren thon zu singen. ¶ Getruckt zuͦ... Show more Ein schoͤn News Lied / võ einem Edlen Juͤng⸗ ling auß Armenia / vnnd einer Ed⸗ len Jungkfrawẽ / in Sicilia / welche beide von liebe wegen nahet waren vmbracht / Vnd doch letztlich vnnd wunderbarlich wi⸗ derumb loß seind worden / rc. Vnd ist inn Frawen Ehren thon zu singen. ¶ Getruckt zuͦ Augspurg / durch Mat⸗ theus Francken Erben. 1. JOHannes Bocatius hat / ein Histori beschriben / wie in Sy⸗ cilia der Statt / Trusamia mit na⸗ mẽ / gesessen sey ein Mañ von Ed⸗ lem stam̄: Miser Amerigo er hieß / dem ge⸗ rechtigkeit thet lieben / kein laster er vngestraffet ließ / der het von Edlẽ stam̄en / ein Tochter die war züch⸗ tig lobesam̄ / Violanda was die Jungkfraw genandte / vñ war die aller schoͤnest in dem Landte / Auff ein zeyt man auß Armenia hette / gebracht vol kinder ein raubschiff / die man fieng auff dem Meere tieff / Knaben vnnd Meydlen die man verkauffen thete. 2. ¶ Amerigo kaufft auch zuͦ handt / ein Knaben schoͤn vnd züchtig / der Theodorus wz genandt / vernünff⸗ tig / kluͦg vnnd weise / der mit des Edelmans Kinder vmbloff: Vnnd lehrnet bald die frembde sprach / darum̄ schetzt er jn tüchtig / ließ jhn anders tauffen darnach / neñt jhn Peter mit fleisse / vnnd er wuͦͤchß fast vnnd hielt sich wol am Hof. Weil er sich hielt redlich wie yetzt gemeldet / ward er zuͦ einem schaff⸗ ner außerwoͤlet / das er am Hof fast vil het zuͤuerwalten / das er alles trewlich versach / vnd hielt sich das man war ohn klag / darumb er auch fast ehrlich wurd gehalten. 3. ¶ Violanda die Jungkfraw zart / hett jhn gantz hertzlich holde / für scham sie jms nicht offenbart / doch sie jhr hertz erquicket / wann sie den Jüngling ersehen was: Der Jüngling widerum̄ gehn jr / sein lieb nicht melden wolte / dacht sie hat gar kein lieb zuͦ mir / doch wo er sie erblicket / so erfrewt er sein hertz auch gleicher maß. Eins tags begab es sich das mit der zarten / jr Muͦtter hinauß gieng in einen Garten / vnd giengen auch sonst mit ander Jungkfrawen / da gieng der Jüngling auch mit jn / vñ sie spatzierten her vnd hin / mit ein⸗ ander des Meyen bluͤt zu schawen. 4. ¶ Darnach satzten sie sich zusam̄ / zuͦ einem Bruͤñlein kalte / in dem ein grosses wetter kam / das trib sie auß dem Garten / vnnd eylten heim / die jungen zwey vor an: Von Himmel blitzt das rodte fewr / vnnd regnet mit gewalte / da stundt am weg ein alte schewr / da⸗ rein giengen die zarten / vnd die an⸗ dern waren noch weyt daruon. Allein der jüngling für der jungk⸗ fraw stuͦnde / vnnd war jhr bayder hertz inn lieb verwunde / der Jüng⸗ ling sprach weñ ich da stehn belibe / wie yetzund so wolt wünschen ich / das es solt regnen ewigklich / die Jungkfraw sprach / das wer mir hertzlich liebe. 5. ¶ Die lieb sein hertz so gar ent⸗ zündt / das er sie thet vmbfangen / vnd sie jhr Lieb jm wider gündt / da pflagen sie in frewdẽ / der suͤssen lieb nach jhres hertzen lust: Darnach giengens herauß zuͦ handt / da kamen auch gegangen / jre geferden alle sandt / die giengen mit jhn bayden / zuͦ hauß / aber vmb die sach nyemandt wust. Da nun etlich tag vnnd Monat vergienge / klagt die Jungkfraw jr noth dem Jüngelinge / weinet vnd sprach wie das sie schwanger were / kündt es nit mehr verbergen schier / der jüngling dacht O wee nun mir / yetzt ist fürwar meins bleybens hie nit mehre. 6. ¶ Heimlich wolt er geben die flucht / das thet er jhr anzeygen / da sprach zuͦ jm die edel frucht / gelaub ohn allen schertzen / zeüchst du von mir so will ich toͤdten mich: Jch wil bekennen nicht von dir / darumb darffst du nicht weichen / will ehe sterben das glaub du mir / das gieng jm durch sein hertze / das er bey jhr beharret willigklich. Eins mals die Jungkfraw fieng klaͤglich an zuͦ weine / vnnd gieng zu jrer Muͦtter gar alleine / thet jr ver⸗ borgen jren jammer klagen / die er⸗ schrack des vnmenschlich sehr / vnd wolt je wissen wer er wer / da ward sie jr von einem andern sagen. 7. Da thet jr Muͤtter sie hinauß / doch heimlich vnd verschwigen / im Wald in eines Bawren hauß / das Kindelbeth zuͦ halten / vnnd dorfft doch nymand sagen wo sie wer: Da num die zeit kam vñ die stund / des Kindes zuͦ geligen / ließ sie ein schrey auß jrem mund / da ritt gleich auß dem walde / von dem gejaid jhr Vatter eben her. Der hoͤret sie vnd kennet bald jhr stimme / styg von seim Pferdt vnnd lieff bald in dem grimme / zuͤ jr hin⸗ ein vnnd fand auff einem bette / sein Tochter ligen / vñ darnach ein klei⸗ nes Kind das bey jr lag / das sie mit schmertzen erst geboren h[...] 8. ¶ Vnd zucket bald sein schwerdt außwertz / vnnd sprang hin zuͦ dem bette / setzt es d tochter an jhr hertz / zwang sie dz sie jm saget / von wem sie het die schmach / dz sie bald thet. Vnnd brach an jhm versprochen trew / da ers vernom̄en hette / randt er bald in die Statt ohn schew / vñ den Jüngling verklaget / welcher jm sein Tochter geschendet het. Als einen ehren dieb / vnd haben wolt / dz man den Jüngling eylend henckẽ solt / wie bald man nach dem Jüngling schicken thete / vñ bracht jn für dz Regiment / der jn bald alle sach bekendt / das jn die lieb jr hertz verfuͤret hette. 9. ¶ Da sprach der Richter das zuͦ recht / das man jhn solt auß hawen / darnach henckẽ an Galgẽ schlecht / dieweil der Alt bestellet / ein knecht / vnd gab jm zornig in sein haͤndt: Ein tranck von gifft / ein schwerd darzuͦ / schicket es der Jungkfrawẽ / sprach baydes jr fürlegen thuͦ / vnd welches sie erwoͤhlet / so mach dar⸗ nach jres lebens ein endt. Darnach nimb auch jhr kleines kindt zu handt / vnd schlag es grim⸗ migklich wider ein wandt / dieweyl fuͤrt man den jüngling zuͦ seim ster⸗ ben / da lag auch gleich die botschaft da / des Koͤnigs auß Armenia / ein Türckenzug an Bapst dazuͦ erwer⸗ ben. 10. ¶ Fürs selbig hauß der Jüngling muͦst / gleich fürgehawet werden / nun aber het er auff der Brust / ein Muͦter mal gestalte / wie ein Rosen als man jn fuͤrt daher: War die Bottschafft vndten im hauß / die jn zuͦ sehen gerten / vnnd giengen bald zuͦ jm herauß / geboten still zuͦ halten / das geschach jn zuͦ ei⸗ ner grossen ehr. Der Eltest Herr fragt jhn von wann er were / der Jüngling ant⸗ wort vñ erseüfftzet sehre / sprach ich hin auß Armenia verlorẽ / die Rau⸗ ber mich verkaufften da / mein Vat⸗ ter hieß Fineo / ist ein Reicher E⸗ delman hochgeboren. 11. ¶ Do ward gewar des Muͤtter mals / der alte Herr / vnd balde / fiel er dem Jüngling vmb sein hals / vñ neñet jn mit nam̄en / vnd sprach du bist Theodorus mein Son: Vnd deckt jn zuͦ mit seiner wath / der fromme Vatter alte / vnnd hin für einen gantzen Rath / er mit dem Jüngling kame / vnd fragt warum̄ es endtlich wer zuͦ thon. Von dem Senat wardt er gar bald verrichte / er sprach mein Son soll sterben nichte / wir woͤllen sie Ehelich zu samen geben / er ist jhr gleich von Edlem stamm / da Ame⸗ rigo dz vernam / sprach er / ach Got wenn sie noch wer bey leben. 12. ¶ Vnnd bey eim Trabanten hin send / sein eigene handtschriffte / wo man die Fraw beim leben fend / das man sie aller dinge nicht toͤdte / son⸗ dern lebendig lassen solt: Der Trabant eylend zuͦ jhr kam / vnd fand das schwerdt vnd giffte / der Frawen fürgelegt beydsam / vñ sie der knecht thet zwingen / zusagen an welchem sie sterben wolt. Der Trabant den Knecht grew⸗ lich von jr stiesse / vnd jn jrs Vaters handtschrifft sehen liesse / wie die Fraw loß wer auß toͤdlicher peine / sagt jhr auch alle ding darbey / wie Peter auch errettet sey / vom Todt durch den leiblichen Vatter seine. 13. ¶ Des frewr sie die Fraw gley⸗ cher weyß / gleich wie sie wer ver⸗ zucket / auß der Hell inn das Para⸗ deyß / aber der Trabant lieffe / zuͤ seinem Herren vnd zeygt jm an: Vnd sprach als ich hin zuͦ jr kam / fand ich noch vuerröcket / das schwerdt vñ gifft / dz ich bald nam / vnd zeygt jhm den Brieffe / vnd sie lebt noch des frewt sich yederman. Also die alten sie zusamen gaben / vnnd theten nach der Kindelbeth hochzeyt haben / nach der hochzeyt Fineo vrlaub name / mit seinem son vnnd mit seiner schnuͤr / kürtzlich in Armenia fuͤhr / vnnd mit jhn ein die Statt Jayatza kame. 14. ¶ Jnn der lebten sie lange zeyt / mit einander in frewden / in züchten frid vnd einigkeit / darauß man ler⸗ cher weyß / gleich wie sie wer ver⸗ zucket / auß der Hell inn das Para⸗ deyß / aber der Trabant lieffe / zuͤ seinem Herren vnd zeygt jm an: Vnd sprach als ich hin zuͦ jr kam / fand ich noch vuerröcket / das schwerdt vñ gifft / dz ich bald nam / vnd zeygt jhm den Brieffe / vnd sie lebt noch des frewt sich yederman. Also die alten sie zusamen gaben / vnnd theten nach der Kindelbeth hochzeyt haben / nach der hochzeyt Fineo vrlaub name / mit seinem son vnnd mit seiner schnuͤr / kürtzlich in Armenia fuͤhr / vnnd mit jhn ein die Statt Jayatza kame. 14. ¶ Jnn der lebten sie lange zeyt / mit einander in frewden / in züchten frid vnd einigkeit / darauß man ler⸗ Show less

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