Überfall in Ungarn; Mord in Wetterau, 1652
Trawrige vnd erbaͤrmliche Zeitung Auß Vngern / Wie die Tuͤrcken grawsam in Ungerland drey tausent starck einge⸗ fallen / vierzehen Doͤrffer gebluͤndert / endlich in Brandt gestecket / erschrecklich mit Mann / Weib und Kind gehausset / vnd nit dem Raub / Vieh vnd Menschen fort gewolt / wie... Show more Trawrige vnd erbaͤrmliche Zeitung Auß Vngern / Wie die Tuͤrcken grawsam in Ungerland drey tausent starck einge⸗ fallen / vierzehen Doͤrffer gebluͤndert / endlich in Brandt gestecket / erschrecklich mit Mann / Weib und Kind gehausset / vnd nit dem Raub / Vieh vnd Menschen fort gewolt / wie aber Herr Forgatzsch Adam / vnd der Oberste Walther solches erfahren / haben sie einander angetroffen / wie es auff beyden theilen zugegangen / ist besser zu vernehmen. Jm Thon Wie man den Stoͤrtzebecher singet. Die ander. Von einer schrecklichen Mord⸗ that / so geschehen in der Wetterau / nicht weit von Haͤgern / mit einem Dorffschen⸗ cken / in diesem 1652. Jahre / wie er daselbst gewoh⸗ net / sein Name Johannes Hessenfeld / der handelte mit Pferden / hat auff dem Wege alles verspielet / ge⸗ het durch anreitzung des Teuffels zu Hausse / ersticht vnd erschlaͤget alle die Seinigen / wie er nach Vrtheil vnd Recht seinen verdienten Lohn empfangen / ist besser zu vernehmen. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn / rc. Erstlich gedruckt zu Prag / bey Paulus Sassen / Jm Jahr 1652. Die erste Zeitung. Kom her mein Christ thu stille stahn / was ich die jetzt wil melden an / vom Tuͤrcken thut man schreiben / doch ist die Welt so sicher vnd blind / thut daß Gespött / drauß treiben. Mancher darff wol sagen ohne schew / der Tuͤrcke ist vns viel zu weit / hette ich so lange Geld zu zehlen / biß er zu vns wird kommen / rein / wir wollen vns sein woll erwehren. Das thu du nicht mein frommer Christ / der Weg jhm wol nicht zu weit ist / solte Gott vber vns verhaͤngen / O wie geschwind wuͤrde er bey vns seyn / alles verhoͤren vnd vmbringen. Daß haͤtte Pohlen auch nicht gedacht / daß so geschwind der Tartarn macht / vber sie solte kommen / drumb bette fleissig O teutsches Land / den Tuͤrcken hat man auch schon ver⸗ nommen. Wie schreiben kommen auß Maͤhren rein / der Tuͤcke ist in Vngern gefallen ein / bey Ofen thut verstehen / jenseidt der Waage beym Elephant / Erbaͤrmlich thets da zugehen. Jhr war vber drey Tausent man / gar grausam sie gehandelt han / schonten weder Mañ Weib noch Kindern / vber vierzehen vn⸗ vnschuldige Doͤrffer zwar / haben sie außge⸗ pluͤndert. Menschen vnd Vieh gefuͤhret weg / die Doͤrffer alle in Brandt gefleckt / es moͤchte ein Stein erbarmen / wie ruffen da die armen Leut / HErr kom zu hülff vns Armen. Die Kinderlein nahmen sie Elend / schlu⸗ gen sie Erhaͤrmlich wieder die Waͤndt / sie auß den Wiegen gerissen / viel schnitten sie auff gleich wiem Kalb / jhn daß gedaͤrme herauß gerissen. Ein Weib sprach lieben Herren mein / ach schonet doch mein Kindlein klein / neh⸗ met mir darvor daß Leben / daß Kindelein ris⸗ sen sie jhr mitten Entzwey / jhren Geist must sie auffgeben. Solches erfuhr Herr Forgatzsch Adam / mit Tausent man sie traff da an / sich aber zu schwach befunden / der buͤste etlich Officirer ein / drey Graffen auch zur stunden. Vnd wehre also worden geschlan / haͤtts der Oberste Walther gethan / welcher jhm thet Entsetzen / wit zwoͤlff Hundert teutschen Reutern frisch / er thet sich an jhm wohl Er⸗ goͤtzen. Fuͤnff hundert Tuͤrcken darnieder ge⸗ macht / daß geraubte Vieh wieder gebracht / drey Fahnen erobert darneben / viel gefangne / Christen er wieder erloͤst / die theten Gott Ehr und Preiß geben. Wir dancken dir HErr Jesu Christ / weil du vns zu huͤlffe kommen bist / durch diesen Helden eben / der vns errettet auß Feindes Hand / vnd vns geschencket daß Leben. Ferner schreibt der Graff Budiany be⸗ dracht / daß die Tuͤrcken wieder acht vnd Acht⸗ zig Crabaten nieder gemacht / bey Canisa merck mich eben / zwey Priester / zwey Weywoden / sechs Fendriche ein Capithaͤn / die haben gelas⸗ sen jhr leben. Hundert vnd sieben dreissig man / nach Canisa gefaͤnglich gefuͤhret han / lest sich ge⸗ faͤhrlich mit den Tuͤrcken ansehen / meldt ich euch in den Vngerlandt / Gott helffe daß es nicht geschehe. Weil Venedig gaͤntzlich dahin tracht / mit den Tuͤrcken soll werden Friede gemacht / welches auch wol koͤnte geschehen / so koͤnte der Tuͤrcke noch he als jetzt / auffs Teutsche Land loß gehen. Drumb ist es fuͤrwar haht zeit / ach bethe du gantze Christenheit / Gott wolle den An⸗ schlag wehren / so wird vns Gott als seine Kin⸗ der / gnädiglich erhoͤren. So wird auch Jesus vnser Freund / zu schanden auch machen diese Feind / ehe wir vns thun vmbsehen / bethe nur Getrost ruffe Gott an / es wird gewiß geschehen. Amen / Amen daß werde war / auß komm zu huͤlff deiner glaͤubigen Schaar / die loben deinen Namen / schlage du die Tartarn vnd Tuͤrcken schaar / durch JEsum Christum Amen. Die ander Zeitung. HOer zu mein Christ jhr stille stahn / was ich dir jetzt wil zeigen an / es find schreckliche Din⸗ gen in diesem 1652 Jahr den 2. September das ist war / darvon will ich euch singen. Wenn ich ja reche gedencke dran / meine Augen thun mir uͤbergahn / mein Hertz wil mir zerspringen / man erfaͤhret nicht gutes mehr in der Welt / ein Roß⸗ taͤuscher Johannes Hessenfeld / welcher zu Marckte reit vnd gienge. Bey einer Stadt gar wol bekandt / dieselbe wird Haͤgern genandt / in der Wetterau gelegen / in einem Dorff Tilnitz gedenck / daselbst wohnet er in der Schenck / war reich in Guͤtern schone. Er kam von einem Jahrmarckt heim / da gieng er erst zu Tillenberg ein / gute Gesellen / thet er antreffen / sie handelten auch mit Pferden schan / sie fiengen dazu spielen an / heim gehen thaͤten sie vergessen. Sie spielten da den ganzẽ Tag / den andern / inglei⸗ chen auch geschah / biß in die nacht thet es wehren / da verspielt Johannes Hessenfeld / uͤber 50. Thaler ain baarem Geld / da hoͤrt man fluchen vnd schmeren. Der Teuffel hale alle mein Geld / weil es sonsten von mir wegfaͤlle / oder helffe mir jetzt spielen der Wirth hat jhn darumb gestrafft / aber wenig an jhm gehafft / der Teuffel thaͤt jhn regieren. Er solt jhm bringen zu spielen Geld / daß erschro⸗ cken die andern sehr ich meld / drauff thet er im Zorn auffbrechen / in solchem Grimm er da heim kam / sein Tochter jhm dir Thuͤr auffgethan / die thaͤt er bald er stechen. Sprach du Teuffels⸗Kind vnd Huren Sack / war⸗ umb hast du mir nicht auffgemacht / nach den Kam⸗ mer thet er rennen / darinnde lagen zwey Knaͤbelein / die schlieffen sanfft lieblich vnd fein / die thet er auch umbbringen. Jm Grimm sie aus dem Bette nam / mit Fuͤssen schrecklich auff sie sprang / biß sie jhr End genommen / das Weib thet in Schrecken seyn / hat bey sich das kleine Kindelein / er jhr entgegen kommen. Ach Hauswirth lieber Haußwirth mein / wie thut jhr denn so zornig seyn / jhr seyd vor fromm gewesen / ach denckt ans Leiden / JEsu Christ / deßhalben erbar⸗ met euch uͤber mich sechs Stiche er jhr gegeben. Das Weib sprach lieber JEsu mein / ach thu mir doch gnaͤdig seyn / meine Seels nim in deine Haͤnde / Ach lieber Hauswirth vergeb es euch Gott / was be⸗ gehet jhr hie fuͤr eine That / nam ein seliges Ende. Der Teuffel bließ jhm noch weiter ein / verschonen nicht das Kindelein klein / welches lag in der Wie⸗ gen / es lachet jhn an lieblich vnd fein / es krampelt mit den Fuͤsselein / er ließ es auch nicht liegen. Sondern riß es rauß mit seiner Hand / vnbarm⸗ hertzig schlug es wieder die Wand / sein Gehirn da thet kleben / O du teuffelisches Vater⸗Hertz / bedenckest du nicht den grossen Schmerz / bringst Kindelein vmbs Leben. Es thet da kein erbarmen seyn / er lieff zur Magd in die Kammer nein / thet jhr die Kehl abschneiden / weil sie da lag in süssem Schlaff / sie thet da weder Weh noch Ach / O weh dem Herzleide. Er nam das Geld aus dem Kasten raus / vnd hat bald angezuͤndet das Hauß / die Leichen solten ver⸗ brennen / als were Fewer gekommen aus / ja vnverse⸗ hens in diesem Haus / die Nachbarn theten zurennen. Drey rothe Maͤnner word man gewar / die giengen vmb das Fewer dar/ wie boͤse Geister aussahen / da ward gelescht alßbald das Hauß / die Toden Coͤrper trug man heraus / da war groß weinen vnd klagen. Es thet alles so erbaͤrmlich seyn / zuvor das kleine Kindelein / das lag als wenn es schlieffe / die Knaben hatten einander bey der Hand / den Moͤrder schloß man in Ketten vnd Wand / man fertigt abe ein Vr⸗ tels Fragt. Die Herren jhn gefraget han / warumb er alles hat erschlagn / drauff thaͤt er jhm sagen / es kam ein schwarzer Mann zu mir / sprach einen Sack vol Geld den geb ich dir / wenn er wuͤrde alle erschlagen. Da brachte jhm das Vrtheil mit Recht / sechs Zwi⸗ cke man jhm geben moͤcht / jhm beyde Haͤnde abhawen eben / vnd diesem Moͤrder mit dem Rad / wie er solches verdienet hat / wieder bringen vmbs Leben. Drauff stallt man den GerichtsTag an / sechs Zwi⸗ cke sie jhm gegeben han / mit gluͤenden Zangen eben / vnd hieben jhm ab seine Haͤnd / so nam er ein schaͤnd⸗ liches End / vnd seinen Geist auffgeben. Nun schau ein jeder fleissig an / wie es diesen Mörder thaͤt ergahn / betet fleissig in Gottes Namen / so wird er auch zu aller Zeit / behuͤten fuͤr solchem Hertze⸗ leid / durch JEsum Christum A⸗ men. ENDE. Show less

Wundergeschichte aus Ochsenfurt; Buss-Gesang, 1654
Ein neue Zeitung. So geschehen in Francken / den 14. Martij zwischen 8. vnd 9. Vhr / auff dem Marcktplatz / zu Och⸗ senfurt bey hellem Tag / bekantliche Silber: vnd Reichs Muͤntz von der Lufft gefallen / dem Christlichen Leser in eim Ge⸗ sang waar bericht wird zu erkennen geben. Ein schoͤnes... Show more Ein neue Zeitung. So geschehen in Francken / den 14. Martij zwischen 8. vnd 9. Vhr / auff dem Marcktplatz / zu Och⸗ senfurt bey hellem Tag / bekantliche Silber: vnd Reichs Muͤntz von der Lufft gefallen / dem Christlichen Leser in eim Ge⸗ sang waar bericht wird zu erkennen geben. Ein schoͤnes Buß⸗Gesaͤnglein / Allen Menschen zu einer Auffmunterung / eines guten Wandels vnnd Lebens / mercklich in Truck gebracht / vnd fuͤr Augen gestellt. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn / rc. Erstlich gedruckt zu Franckfort am Mayn 1654. JHr Christen hoͤrt Wunder vnd Geschicht / was man jetzund auß Francken bericht / den 14. Martij offenbar / in Ochsenfurt ist ge⸗ wißlich waar. Am hellen Tag zwischen 8. vnd 9. da vil Leuth auff dem Marckplatz seyn / groß Wunder sah bald Fraw vnd Mann / natuͤrlich Gelt von der Lufft kam. Als wann es fiel von Himmel fein / die Leut davon erschrocken seyn / hoch in der Lufft gab es ein Glantz / auff der Erden fand man Kopffstuͤcker gantz. Darzu auch halbe vnd Reichs Viertel gut / Groschen halbe Batzen man finden thut / Schillinger vnd dreyer auch Pfenning fein / das Wunder beden⸗ cket groß vnd klein. Erwas blaͤulicht auff der Erden lag / gut silberreich das ist die Sag / ein Theil die Menschen das Wunderwerck hoch achten / theils fuͤr ein Ganckelwerck. Vor diesem Wunder da wars hell / hernach betruͤbet sich der Himmel / die Lufft war traurig voll Vnmuth / vnd vber die Welt klagen thut. Etliche Leut barmhertzig eben / mitleidig wolten den Armen geben / das Wun⸗ der⸗Gelt nahmen nicht an / vor Angst die Armen auff der Bahn. Viel vornehmen Leuten zu der Zeit / die Muͤntz schrifftlich wird angezeigt / wie auch mancher Statt dergleich / deßgleichen im Roͤmischen Reich. Das Wunder⸗Gelt bhelt man jetzt auff / weil es ein Zeichen der WeltLauff / darzu ein Warnung auff der Bahn / was es bedeut GOtt wissen kann. Fuͤr mein Person trag ich groß Leyd / es ist der gantzen Christenheit / das gros⸗ se Wunder vorgestellt / zu einer Warnung wie gemelt. Weil man das Gelt sehr lieben thut / dardurch verdirbt Seel / Leib vnd Blut / jedoch alle Welt nur Gelt will han / vnd solt sie mit zu boden gahn. Fast allen Menschen hangt an die Suͤnd / der gemeine tracht nach Gelt ge⸗ schwind / doch suchet er mit Schutz Hilff vnd Rath / auff daß er nit die Vngenad Wol von der Weltlichen Obrigkeit / erlangen moͤcht zu diser Zeit / der Baurs mann bestellt seinen Pflug / nicht Gelt kan er gewinnen genug. Der Handwercksmann schafft fruͤh vnd spat / klagt sehr daß er nicht Gelt genug hat / der Kauff vnd auch der Handelsmann / jagen dem Gelt nach auff der Bahn. Es moͤgen seyn Reich oder Arm / das Gelt mehr lieben / daß GOtt erbarm / dann GOTTEs Wort das hoͤchste Gut / welches der Menschen Frewd vnd Muth. Anzeiget lehret vnd verheist / mit Fried vnd Frewd im heiligen Geist / HErr JEsus Christus waarer Mensch vnd GOTT / komm hilff vns bald auß al⸗ ler Noth. O Welt betracht die Wundermuͤntz / man sorgt fuͤrwar ein Pestilentz / ein Sterben doͤrffte wol reissen ein / weil jetzt so viel der Suͤnden seyn. Mit Geitz vnd Wucher in der Welt / die Menschen lauffen nach dem Gelt / soll es noch einmal grosse Suͤnde seyn / so foͤrcht man nicht die Hellen Peyn. Gottseeligkeit hat wenig Platz / man will jetzt Gelt fuͤr den besten Schatz / ha⸗ ben in dieser Welt gemein / Gelt hilfft doch nicht in Himmel ein. Ach Mensch merck auff gedenck daran / wann dich wird richten GOTtes Sohn / mit Gelt kanst dich nicht lassen auß / wann du must in das hoͤllisch Hauß Darumb laß fahren Gelt vnd Gut / daran so hangt die hoͤllisch Glut / darvor behuͤt vns lieber Herr / durch deinen Todt vnd Leiden schwer. Es war ein frommer Bilgersmann / ein Juͤngling thaͤt ihn reden an / wie er doch kam in diese Statt / darinn man Fried vnd Frewde hat. Der Bilgramb gab ihm die Antwort / daß er fleissig durch Gottes Wort / sich halten soll an JEsum Christ / zum Himmelreich der Wege ist. Auch soll er meyden Gut vnd Gelt / vnd alle Suͤnd in der Welt / wann er woll folgen diesem Rath / dann komm er in die Himmel⸗Statt. HErr GOtt Vatter im Himmels⸗Thron / ich bitt durch JEsum deinen Sohn mach vns an vnser Seelen reich / so haben wir gnug hie vnd ewiglich. Buß⸗Gesaͤnglein. HOert an jhr lieben Christen fein / ich will euch singen groß vnd klein / eine Zehr vnd Warnung von straffen groß vnd Hertzenleyd / wie schon in diser letzten zeit / jetzunder thut herschweben. Wie eifferig die Lehrer vnd Prediger schon / durch Gottes Wort antrei⸗ ben thun / die Christen an allen Enden / daß man erstlich nach Gottes Reich / lauffe vnd trachte Arm vnd Reich / wer nun will seelig werden. Man soll auch lieben die Gerechtigkeit / fein redlich handlen allezeit / daß wird grossen Nutzen bringen / dir lieber Mensch bedenck es fein / daß vbrig wird dir Gott allein / geben vnd lan gelingen. Der Mensch muß sterben er weist nicht wann / erfehrt dahin auff welcher ban / zur Hoͤll oder Himmelreiche / wie der Mensch lebet in seinem thun / so wird jhm werden auch der Lohn / von Gott geben deßgleichen. Ein jeder Christ Mann oder Fraw / die schnoͤde Welt jetzund beschaw / wie ist sie doch verkehrt / die Engel sein betruͤbet sehr / Gott vnd sein Wort die die Goͤttlich Lehr / wird schroͤcklich gevnehret. Daß Fluchen Schwoͤren hat kein endt / ob schon vorhanden / der Welt end / nicht lang mehr wird auß bleiben / daß Gott der Herr wie sag die Schrifft / bald kommen wird mit dem letzten Gericht / was jetz der Mensch thut treiben. Daß muß er alles verrechten thun / vnd wann er auch kan nicht bestohn / wie wirds jhm den ergehen / groß Forcht mit Zittern vnd stumb seyn / auff tausend Wort dem Richter fein / nicht ein Red wird geschehen. Was wird dann endlich folgen drauff / Christenmensch betracht den Kauff / der zukuͤnfftig / wann du must in das hoͤllisch Fewr / das lachen wird da werden thewr / ach thu einmal auffwachen. Versorg dich wie ein Gottes Kind / schlag Gottes Wort nit so in Wind / willt du dort ewig leben / wol bey dem froͤlichen Himmelischen Heer / im hellen Glantz Lob Preiß vnd Ehr / dem Hoͤchsten fein kanst geben. Ach Mensch du schlaffest in Suͤnden Rath / schaw zu bald kan der bitter Todt / dein Leben dir geschwind nemmen / dein Hoffar/ wird nicht lang gut thun / wie Esaias auch sagt darvon / vor GOtt so thut euch schaͤmen. Wer sich am Herren versuͤnden thut / der bindet ihm selber die Ruth / die wird jhn peinlich schmirtzen / wer geitzig ist alhie zu Land / der wird endlich zu Spott vnd Schand / in der Hoͤll so muß er schwitzen. Der Augen vnd Fleisches Lust dabey / darneben auch die Fuͤllerey / vnd das hoffertig Leben / die Suͤnd bringen den ewigen Todt / O weh dem Men⸗ schen den solche Noth / wird ewiglich vmbgeben. Leibes Schmertzen auff dieser Erd / dardurch ein Mensch wird sehr beschwerdt / vergehen in kurtzen Zeiten / aber die Schmertzen in der Qual / ohne Ende die verdampte Waal / muß ewiglichen leiden. O JESV Christe GOttes Lamb / du bist geschlacht am Creutzes Stamm / fuͤr die gantze Welt gestorben / gib vns Genad durch deinen Geist / der vns den Weeg zum Himmel weiß / den du vns hast erworben / Amen. ENDE. Show less

"Abfertigung jener verschreiten Buler Dirnen"; Stockzahn
Gegenhallendes Antwort-Lied. oder Abfertigung Jener verschreiten Buler- Dirnen. Jn jhrer angestim̄ten weis / mit beygefuͤgtem Baß nachzusingen. Jm Jahr / Da redlicher Eydgnossen wunsch vnd wort ist: GereChter FrlD, oDer Dapfer BLVt. CANTUS. Du Lugenmaul / wie singst so faul / Auß... Show more Gegenhallendes Antwort-Lied. oder Abfertigung Jener verschreiten Buler- Dirnen. Jn jhrer angestim̄ten weis / mit beygefuͤgtem Baß nachzusingen. Jm Jahr / Da redlicher Eydgnossen wunsch vnd wort ist: GereChter FrlD, oDer Dapfer BLVt. CANTUS. Du Lugenmaul / wie singst so faul / Auß haß-vergalltem schlucke: Waͤhrt ist dein gsang / daß es hinlang / Wo was außgeht im trucke. BASIS. Du Lugenmaul / wie singst so faul / Auß haß-vergalltem schlucke: Waͤhrt ist dein gsang / daß es hinlang / Wo was außgeht im trucke. 1. DU Lugenmaul / wie singst so faul / auß haß-vergalltem schlucke: Waͤhrt ist dein gsang / daß es hinlang / wo was außgeht im trucke. 2. Der Dirnen Krantz ist nicht so gantz / wie du darvon geschwezet. Vor langer frist er mehrmal ist zerrissen vnd zerfezet. 3. Der Grafenstam̄ vnd Jungfer Nam̄ ist jhren laͤngst geschaͤndet / Da sich diß Weib mit feilem leib zum gmeinen Stand gewaͤndet. 4. Jn die Chronick thuͦ einen blick / darinnen wirstu finden / Daß Rapperschweil zu zwejter weil sich lassen überwinden. 5. Mit übermuͦht erhebst jhr guͦt: wie darfst mit Reichthum̄ pochen? Jhr Heürahtgaab kom̄t nur (mit lob) vom Saͤuzoll am Mittwochen. 6. Der dapfer Held / zu See vnd Feld / verruͤhmt in fehren Landen / mit einem Heer / vnd Schutzgewehr ist jüngst für Sie gestanden. 7. Sein anschlag war dich vor gefahr / ach Arme! zu beschützen: Du warst betaubt / hasts nit geglaubt muͦst vnderm joch erst schwitzen. 8. Hast was Freyheit / sie wer ohn streit dir nicht allein gebliben: Es weren mehr zu nutz vnd ehr dir worden eingeschriben. 9. Der Markt dir wer nach deim begehr mit willen wider worden. Erbottner gunst war nur vmbsonst: jetz staͤckst im Baͤttel-orden. 10. Kein raht traff zuͤ / biß daß die Kuͦh darnieder stieß den Kübel / Verfellte Maͤtz: die Schweitzer laͤtz seind schuld an deinem übel. 11. Hettst gern ergaͤntzt / was dir ge⸗ schraͤntzt? suͦch deine schoͤne schirmer: Seind sie nicht gnug / so hast auch fuͦg nach Kostans / deinem Firmer. 12. Jnzwüschen deß du nicht vergeß gewohnten stoltz zu meiden. Was nur gestillt / ist nicht verspilt / vnd steht noch auff der Kreiden. 13. Das blinde glück macht blinde tück: jetz steigts / dann sinckts zur erden. Drum̅ prang nicht groß / du arme Los: Es koͤñt bald anderst werden. 14. Du mehrst die zal / so todesfal / auf vnser seit bestrichen: Sechsmal so viel in disem spiel seind Eüer seits verblichen. 15. Der Dannenast zu straf vnd last dir leichtlicht moͤcht anfwachsen. Daß für das Præ kriegst ach vnd weh! Wie jene Statt in Sachsen. Ein gutes Gsang von wort vnd klang ist waͤhrt zu repetieren / CANTUS. Kein Raht traff zuͦ / biß daß die Kuͦh / darnider stieß den Kübel. Verfellte Maͤtz: die Schweitzer Laͤtz seind schuld an deinem übel. TENOR. Kein Raht traff zuͦ / biß daß die Kuͦh / darnider stieß den Kübel. Verfellte Maͤtz: die Schweitzer Laͤtz seind schuld an deinem übel. Diß lautet wol / drumb man es sol zum lust vierstimmig zieren. ALTUS. Kein Raht traff zuͦ / biß daß die Kuͦh / darnider stieß den Kübel. Verfaͤllte Maͤtz: die Schweitzer Laͤtz seind schuld an deinem übel. BASIS. Kein Raht traff zuͦ / biß daß die Kuͦh / darnider stieß den Kübel. Verfellte Maͤtz: die Schweitzer Laͤtz seind schuld an deinem übel. Ernst-schertz / über die figur im Tittulblat: An einen Boͤswilligen vnd Bißgaͤlligen STOKZAN. Stokzan; deine Neider-biß liessen sich empfindlich mercken / so mit Worten als mit Wercken; im getrungnen Fridens-riß: Zeugnuß ewig darvon stifften / dein im Truck vergifte Schriften. Stokzan wilst ohn Stoͤsse seyn laß vns bleiben; hoͤr auf ritzen / sitze still / weil du kanst sitzen; Gibts hier Streit; maͤng dich nicht eyn: Moͤchtest dich sonst selbs verletzen / vnd in froͤmbdes Maul versetzen. Show less

Buhlschaft um Rapperswil, Januar/Februar 1676
Ein schoͤn newes Lied / Von der blutdurstigen Buhlschafft deß Werdmuͤllers von Zuͤrich / vmb die Edle Graͤfin (das ist) die Belaͤgerung Der Graffschafft Rapperschwil / Geschehen im Jahr 1676. im Jen⸗ ner vnd Hornung (das ist) wie sie unsern wah⸗ ren allein seeligmachenden Catholischen... Show more Ein schoͤn newes Lied / Von der blutdurstigen Buhlschafft deß Werdmuͤllers von Zuͤrich / vmb die Edle Graͤfin (das ist) die Belaͤgerung Der Graffschafft Rapperschwil / Geschehen im Jahr 1676. im Jen⸗ ner vnd Hornung (das ist) wie sie unsern wah⸗ ren allein seeligmachenden Catholischen Glau⸗ ben tractiert haben / wird alles in di⸗ sem Lied außfuͤhrlich verstan⸗ den werden. Jm Thon: Wol dem Menschen der sein Seel / ohne fehl / rc. Oder: Ach wol dem der seine Tag / ohne Klag / rc. Geschehen in obgemeltem Jahr 1676. 1. FRisch vnd froͤlich in dem Feld / vns gefelt / Jn der strengen Winters kaͤlt / Krieg zufuͤhren / GOtt zu Ehren / Maria rein / der Mutter sein / Jhres Lob zu mehren. 2. Weil wir sind Catholisch gut / in dem Muth / Wend wir wagen Leib vnd Blut / Wie die Alten / Gott lohn walten / Jhres Lob / ligt vns ob / frisch vnd froͤlich zahlten. 3. Die heilig Kirch mit Dapfferkeit / allbereit / Wind wir beschuͤtzen allezeit. Ritterlichen / vnd keinem weychen / Vnser Feind / sind von Zuͤrich vß geschlichẽ. 4. Rapperschweill angerendt / auff ein End / Von Werdmuͤller wol erkendt. Der mit pochen / hat zerbrochen / Bund vnd Eyd / der Freyheit. 5. Mit grosser Macht zog er dahar / sagt fuͤrwar / Wolt also zum Newen Jahr / Seinen Herren / thuen verehren / Dise Statt / reine Magd / Rappenschweil mit Ehren. 6. Dreymal er sie fordern ließ / ist gewiß / Mit Schmeichelwort jhr vil verhieß / Wann Sy sich jhm wolten engeben / Wolt er jhr / Nachbuͤrlich / fristen thun jhr Leben. 7. Die schoͤne Dam sagt vnverzagt. Jch hab vil Herren die es wagt / Die mich Ehren / defendiren in jhrem Schirm / Jch mich ergib / die thun mich nit verfuͤhren. 8. Ob du schon mein Nachbur bist / als mit list / Betrug vnd Schalckheit in dir ist: Stehlen vnd Rauben / newen Glauben / Dem du hast / ein boͤser Gast / bist vor meinen Augen. 9. Dise Red jhn sehr verdroß / gab das Loß / Alsbald er mit Stucken schoß / Grausamlichen / nit dergleichen / Jn dem Land / wurd erkandt / doch wolt kei⸗ ner weychen. 10. Von Vry waren hundert Mañ / erstlich dran / Thaͤten bey der Damen stahn / Ritterlichen / Nachbarlichen / Auß der Marck / wehrt sich starck / Bey der Dam deßgleichen. 11. Biß jhnen kompt zu hilffe bald / gleicher gstalt / Vry / Schweitz / vnd Vnderwald / Zu bewahren / in den Gfahren / Dise Dam / von hohem Stam̄ / ein Graͤfin. Wolgebohren. 12. Der Werdmuͤller auß der Schantz / vmb jhren Krantz / Spilt so manchen hohen Dantz / Mit Carthaunen / grossem brummen / Durch den Gwalt / wolt er bald / Die Magd thun bekommen. 13. Ehr vergessener Sie angriff / Buben gleich / Die Edle Jungfraw Tugendreich / Stein ab Gassen / thaͤt er fassen / Jn Moͤrsel groß / grausam schoß / Auff jhr Haupt dermassen. 14. Groß Tyrann er da trieb / verschonet nie / Keinem Kind in Mutterleib. Nam zuhand / Mord vnd Brandt / Was er kondt alles in grund / Richten thuen zu schaden. 15. Die Graͤfin also hochgebohren / sprach in Zorn. Schon ich hab mein Laͤnd verlohren / Bey meinem Herrn will mich wehren / Weil es gath / fruͤh vnd spat / also vmb mein. Ehren. 16. Mit grossen Stucken sie flangirt / scharmutzirt Bey jhr Soldaten probiert / Die mit Frewden / sich zum streiten / Fleissig nach / Tag vnd Nacht / den Feind ins Blut zu legen. 17. Da Werdmuͤller sah das Spill / daß nit will / Jhm gerathen in der eyl / thaͤt erlauben / Stehlen vnd Rauben / im Holtz vnd Feld / Gantze Waͤld / laßt er niderhawen. 18. Fruchtbar Baͤum ein grosse zahl / als zumahl / Mit genommen uͤberal. Mist vnd Strewe / Stroh vnd Hewe / Was er fand / auff dem Land / fuͤhrt er mit jhm heime. 19. Jm Roͤmischen Reich war nie erhoͤrt / so zer⸗ stoͤhrt / Alls zerrissen / vnd verzehrt / Schmidt vnd Muͤhln / Haͤuser / Schuͤtten / Der Tuͤrcken Knecht / ohne Recht / hauset vngehewre. 20. Kirchen vnd Kloͤster im Land durchauß / ist ein grauß / Gemacht zu Staͤllen vnd Sprachhauß / Vnerhoͤrlich / gantz empoͤrlich / gehauset hast / Solcher Gast / bist du mir von Zuͤrich. 21. Alles hast du mir verwendt / uͤbel gschaͤndt / Am Heyligthumb vnd Sacrament / Bilder brochen / ins Fewr geworffen / Maria Bild / dein Prob erfuͤllt / Jhr die Augen außgestochen. 22. Meinst daß nit zu seiner Zeit / dich noch greut / Kayser / Koͤnig das vernimbt / Dein groß Pochen / noch werd gerochen / GOtt auch strafft / vmb die Sach / vmb dein boͤse Thaten. 23. Welche du gebraucht an mir / sag ich dir / Genommen alle Kirchenzier / Gloggen gestohlen / Fenster alle / Gen Zuͤrich gfuͤhrt / Triumphirt / Jst dein Lob zumahlen. 24. Wo man sich hat deiner gewehrt / hast nie be⸗ gehrt / Alsobald den Rugen kehrt / Rauben vnd Beuͤthen / Klosterleuͤthen / Jst dein prob / hoͤchstes Lob / dein Gebruch vnd Sitten. 25. Kein Manns hertz nit in dir ist / wo du nit bist / Vergraben wie ein Saw im Mist / Jn Haͤrde vnnd schantzen / thust du dantzen / Jn dem Feld / bist kein Held / Mit dein Schwerdt vnd Lantzen. 62. Wo ist dein Gwalt vnd grosser Pracht / Venedisch Macht / Der dich ruͤhmest Tag vnd Nacht / Jst verschwunden / jetzt da vnden / Mehr als ob / ist dein Lob / also bey dir ge⸗ funden. 27. Du bruͤllender vnd grosser Loͤw / ziech jetzt her / Du muest nit fressen die Weyd allein / Der Stier von Vry hat ohn truren / Dir geben ein Stich / denck an mich / Bleib jetzt in deinen Mauren. 28. Laß auch Schwitz in Schweitz noch seyn / Laͤndlein klein / groß ist der Namen seyn / Bey den Rechten / thuen sie fechten / Solche Leuͤth achten neud / deß thraͤuens also frecht. 29. Vnderwaͤlden lobt man sehr / zugen her / Foͤrchten weder Loͤwen noch Baͤr / Die Laͤnder gute / mit Heldenmuthe / Zogen sind / fuͤr den Feind / Gott haͤlts in seiner Hute. 30. Maria Mutter GOttes rein / wir in gemein / Ruͤffen Sie an groß von klein / Der Rosenkrantze / war vnser Schantze / Jhr Fuͤrbitt / verlaß vns nit. Behalt den Glauben gantze. 31. Hiemit ich diß Lied beschließ / betracht mit fleiß / Wer zu letst den Friden gnießt / Jn der Eschen / noch nit erloͤchsen / Der alte Brand / in Statt vnd Land / Reuͤcht nach dem sie stechen. ENDE. Show less

Abfertigung der Buhler-Dirnen
Gegenhallendes Antwort-Lied. oder Abfertigung Jener verschreiten Buler⸗ Dirnen. Jn ihrer angestim̄ten weis / mit beygefuͤgtem Baß nachgesungen. Jm Jahr / Da redlicher Eydgnossen wunsch vnd wort ist: GereChter FrID; oDer Dapfer BLVt! CANTUS. Du Lugenmaul: wie singst so faul / auß... Show more Gegenhallendes Antwort-Lied. oder Abfertigung Jener verschreiten Buler⸗ Dirnen. Jn ihrer angestim̄ten weis / mit beygefuͤgtem Baß nachgesungen. Jm Jahr / Da redlicher Eydgnossen wunsch vnd wort ist: GereChter FrID; oDer Dapfer BLVt! CANTUS. Du Lugenmaul: wie singst so faul / auß Haß-ver⸗ galltem schlucke: Waͤhrt ist dein gsang / daß es hin⸗ lang wo was außgeht im trucke. BASIS. Du Lugenmaul: Wie singst so faul / auß Haß-ver⸗ galltem schlucke : Waͤhrt ist dein gsang / daß es hin⸗ lang wo was außgeht im trucke. 2. Der Dirnen Krantz ist nicht so gantz / Wie du darvon geschwezet. Vor langer frist er mehrmal ist zerrissen vnd zerfezet. 3. Der Graffenstam̄ vnd Jungfer Nam̄ ist jhren laͤngst geschaͤndet / Do sich diß Weib mit feilem leib zum gmeinen Stand gewaͤndet. 4. Jn die Chronick tuͦh einen blick / Darinnen wirstu finden / Daß Rapperschweil zu zwejter weil sich lassen überwinden. 5. Mit übermuͦht erhebst jhr gut: wie darfst mit Reichtum̄ pochen? Jhr Heüraht gab kom̄t nur (mit lob) Vom Saͤuzoll am Mittwochen. 6. Der dapfer Held zu See vnd Feld / verruͤhmt in fehren Landen / mit einem Heer vnd Schutzgewehr ist jüngst für Sie gestanden. 7. Sein anschlag war dich vor gefahr / ach Arme ! zu beschützen: Du warst betaubt / hasts nicht geglaubt muͦst vnterm joch erst schwitzen. 8. Hast was Freyheit / sie wer ohn streit dir nicht allein gebliben: Es weren mehr zu nutz vnd ehr dir worden eingeschriben. 9. Der Markt dir wer nach deim begehr mit willen wider worden. Erbottner gunst war nur vmb sonst: jetz staͤckst im Baͤttelorden. 10. Kein raht traff zu / bis daß die Kuh darnider stieß den kübel. Verfellte Maͤtz: Die Schweitzer laͤtz seind schuld an deinem übel. 11. Hetst gern ergaͤntzt / was dir ge⸗ such deine schoͤne schirmer: (schraͤntzt? Seind sie nicht gnug / so hast auch fuͦg nach Kostantz / deinem Firmer. 12. Jnzwüschen deß du nicht vergeß gewohnten stoltz zumeiden. Was nur gestillt / ist nicht verspilt / Vnd steht nach auf der Kreiden. 13. Das blinde glück macht blinde tück: jetz steigts / dañ sinckts zur erden. Drum prang nicht gros / du arme Los: Es koͤnt bald anderst werden. 14. Du mehrst die zal / so Todesfal. auf vnser seit bestrichen. Sechsmal so viel in disem spiel seind Eüer seits verblichen. 15. Der Dannenast zu straff vnd last CANTUS. Kein Raht traff zu / bis das die Kuh / darnider stieß den Kübel. Verfellte Maͤtz: Die Schweitzer laͤtz Seind schuld an deinem übel. TENOR. Kein Raht traff zu / bis das die Kuh / darnider stieß den Kübel. Verfellte Maͤtz. Die Schweitzer laͤtz Seind schuld an deinem uͤbel. Zugabe wieder die Laͤster-zungen. HArzu / haͤrzuͦ Du Laͤsterkuͦ / Jch kan die Zaͤn außreissen / dir leichtlich moͤcht aufwachsen. Daß für das Præ kriegst ach vnd weh! Wie jene Statt in Sachsen. ALTUS. Kein Raht traff zu / bis das die Kuh / darnider stieß den Kübel. Verfellte Maͤtz: Die Schweitzer laͤtz Seind schuld an deinem uͤbel. BASIS. Kein Raht traff zu / bis das die Kuh / darnider stieß den Kübel. Verfellte Maͤtz : Die Schweitzer laͤtz Seind schuld an deinem uͤbel. Die zung muß mit Jn einem schnidt Ich pflaͤge mich zu fleissen. Auffs allerbest Das Raben-nest Hast du herauß gestrichen / Schreib du darfuͤr An jhre thür / Mir Huͦren ist gewichen Der kuͤn Soldat Der zeugnuß hat Auf Teütsch- vnd Weltscher erden / Mich arge Maͤtz Verachtet staͤts / Vnd wolt mein Mann nicht werden. Du Lügen-maul Du hast nicht faul Jn deinen hals gelogen / Ein ander mal Sprich lal lal lal / Kom̄ nicht so auffgezogen. Du Laͤster-maul / Du Luͤgen-gaul Glaub nur ich werd außbrechen / Dein Laͤster-zan / Weil ich mich kan So trefflich an dir rechen. Show less

Klaglied zum Tod von Kaiser Ferdinand III.
Klag⸗lied. Vber den vnverhofften Todt FERDINANDI deß Dritten / Erwoͤhlten Roͤmischen Kay⸗ sers / auch zu Hungarn vnd Boͤheimb Koͤnig / rc. Jm Thon: Wie man die Kayserin singet. Gedruckt zu Augspurg / bey Johann Schultes 1657. Dem Durchleuchtigsten / Großmaͤchtigsten Leopoldo Ignatio ... Show more Klag⸗lied. Vber den vnverhofften Todt FERDINANDI deß Dritten / Erwoͤhlten Roͤmischen Kay⸗ sers / auch zu Hungarn vnd Boͤheimb Koͤnig / rc. Jm Thon: Wie man die Kayserin singet. Gedruckt zu Augspurg / bey Johann Schultes 1657. Dem Durchleuchtigsten / Großmaͤchtigsten Leopoldo Ignatio Von Gotttes Gnaden zu Vngarn vnd Boͤheimb Koͤnig / Ertz⸗ hertzogen zu Oesterreich / Steyer Kaͤrndten / Crain / Burgundt / rc. Grafen zu Tyrol / vnnd Habspurg / Erb⸗Herren der Koͤnigreich / Spanien / Sicilien / Dalmatien / Croatien / rc. Meinem aller gnaͤdigsten Koͤnig / Lands⸗ Fuͤrsten vnd Herrn / Herrn. Jhr Koͤnigl: Mayest. observantissimus Cliens Erhardus Kirchpuecher / I. V. Stud. offert. TeMpore pas ChaLI noster FernanDVs obIbar. 1. HEbt an mit mir zu trawren / Alle Thal / vnd hohe Berg / Darvon die staͤrckesten Mauren / Darzu die Thurnen schwer / Jn Wienn sehr hoch erbawet / Vnd wol befestigt seyn / Der Todt sie nicht anschawet / Jst druͤber gestigen hinein. 2. Wienn nicht allein thut klagen / Sambt dem gantzen Oesterreich / Dann auch Steyrmarck wird fragen / Wo jhr Herr Vatter sey / Darzu wird sich alteriren, Sehr hoch gantz Croatien, Dieweilen thut melancholiren, Ob diesem fall Dalmatien. 3. So muß darob erschroͤcken / Alles was im Leben sey / Dann daruͤber thut erzittern / Das heilig Roͤmisch Reich / Daß nemblich hat verlohren / Das Haupt der Christenheit / Ferdinandum den Dritten außerkohrn / Regierenden Kayser dieser Zeit. 4. Der Schuͤtz der war im Zeichen / Gar hart er geschossen hat / Ferdinandi Blut must weichen / Das Hertz er getroffen hat / Der Todt der thaͤt jhn hassen / Vnd setzet jhm stettigs nach / Scepter vnd d' Cron must er lassen / Præpariert wurd jhm das Grab. 5. O April wo hastu hin gedacht / Mit deiner falschen Duͤcke / Daß du vns ins Elend gebracht / Vnd haltest noch fest dein Picke / Jn dem alles im Wuͤten stehet / Hast vns hinweg genommen / Den der vns am besten anstehet / Vnd im Streitt ist vorgangen. 6. Was hilfft Vngarn vnd Boͤhmer Lande / Vnd das Hertzogthumb Oesterreiche / Darzu auch alle Erblaͤnder / Neben dem gantz Roͤmischen Reiche / Alle Artzney vnd Medicin, Sie ist vmbsonst vergeben / Keins einigen Huͤlff die war dahin / Die den Paß kundt verlegen. 7. O Sors wie hastn dich gewendt / So gar in kurtzer Zeite / Jn dem wir haben vermeint / Der Todt sey von vns weite: So ist er hinder vns gestanden / Hat vnser Haupt getuncket / Niemand ware da verhanden / Der jhm sein Schuß verzucket. 8. Was sagts darzu jhr Cavalier, Darzu jhr prav Soldaten; War vnder euch kein einiger hier; Der den Todt weg haͤtt geschlagen / Es war wol da Munition, Darzu Stuck / Kugel ingleichen / Aber das halff nichts es must davon / Ferdinandi Seel vom Leib weichen. 9. Nun gedencke Mensch zu dieser frist / Vnd betracht die Frewd der Erden / Kein einiger gefunden worden ist / Der dem Todt nicht zu theil waͤr worden / Was halff dem Koͤnig Salomon / Der alle Weißheit gehabt mit hauffen / Kein Kraͤutl noch Wurtzl halff jhm davon / Dem Todt kund er nicht entlauffen. 10. Was halff dem schoͤnen Absolon / So der schoͤnste war auff Erden / Der Todt schawt sein Schoͤnheit nicht an / Am Baum hangend must er verderben / Jngleichen Samson der starcke Held / So viel mit seiner Staͤrcke thaͤt gewinnen / Schlug auff einmal dreyhundert zu Feld / Dem Todt kundt er dannoch nit entrinnen. 11. Wann vns dann allen der Todt gewiß / So thut euch dar zu bereitten / Dann er kombt wie ein Finsternuß / Die Seel vom Leib thut er scheiden / Er wart nicht biß du ein Testament / Oder sonst Richtigkeit gepflogen / Er sagt es ist schon dein letztes End / Vnd spannt gar geschwind sein Bogen. 12. Darumb Mensch schaw auff vnd lerne fein / Von der Christen Haupt Ferdinand dem Dritten / Zusterben / drucks fest in dein Hertz hinein / So darffst nit fuͤrchten des Todts Wuͤten / Dann er hat alles schoͤn disponiert, Vor seinem letzten Ende / Damit nach seiner wuͤrd wol regiert / kein Strittigkeit sich finde. 13. Also ist vom Liebe gescheyden davon / Ferdinandi Seel deß Dritten / Nach empfangener Communion, Vnd geschehener aller Pflichten / O Mensch siehe von dein Suͤnden ab / Und folg deß Roͤmischen Kaysers Lehre / Dann sihe er ist jetzund schabab / Als wann er nie gewesen waͤre. ENDE. Show less

Lob-Lied zur Kaiserwahl Leopolds I., Frankfurt 18. Juli 1658; Loblied auf den Kaiser
Zwey schoͤne neue Lieder / Von der Gluͤcklichen Wahl deß Newen Vnuͤberwindlichsten Kaysers Leopoldens deß I. Dises Namens / Welche geschehen den 8. 18. Julij / im Thum: Jngleichem auch von der praͤchtigen Croͤnung Jhrer Roͤm. Kayserl. Majestaͤt / welche darauff wol vnd froͤlich / Von denen... Show more Zwey schoͤne neue Lieder / Von der Gluͤcklichen Wahl deß Newen Vnuͤberwindlichsten Kaysers Leopoldens deß I. Dises Namens / Welche geschehen den 8. 18. Julij / im Thum: Jngleichem auch von der praͤchtigen Croͤnung Jhrer Roͤm. Kayserl. Majestaͤt / welche darauff wol vnd froͤlich / Von denen Chur⸗Fuͤrsten deß / H. Reichs zur Frewde der gantzen Christenheit in Franckfurt / den 2. 22. Julij / im Jahr Christi 1658. abgangen vnd vollendet worden. Zu Augspurg / bey Marx Antoni Hannas. Das Erste: Jm Thon / Daphnis gieng vor wenig Tagen / rc. 1. BEsser ist doch nichts zufinden / auff der Erden weit vnd breit: Schoͤner kan man nichts ergruͤndẽ / als deß Teutsch⸗ landes Einigkeit. Jetzt zu Franckfurt ist zuse⸗ hen / die Churfuͤrsten freundlich geben / Leopol⸗ den / Stim̄ vnd Wahl / dessen freut sich Berg und Thal. 2. Vnser Mayn⸗Strom sagts dem Rhein / vnd der Rhein dem Holland an: Donaw / Moldaw / Elb vnd Sprewe / Oder / Sale / Pleisse kan. Solches nicht mit still verrau⸗ schen / alles thut vor freuden braussen / weil nun Leopold gewehlt / vnd ein Kayser wird gezehlt. 3. Nun jhr Haͤrten Blumen bringen / daß man solche streuen kan: Jn das Franckfurt / welches singet / einen newen Kayser an. E⸗ phewe⸗Blaͤtter / Rosen / Nelcken / werden nim⸗ mermehr verwelcken / so lang diser Kayser lebt / alles waͤchßt / sich regt vnd webt. 4. O ihr wolgestim̄ten Kehlen / der Fraw Ler⸗ chen Nachtigall: Traget dises Kayser Weh⸗ len / durch die Lufft mit grossem schall. Sin⸗ get / schlaget / tiriliret / durch die Kluͤfft vnd Waͤlder fuͤhret / daß deß Ferdinandens Son / Teutschlandt setzet auff die Cron. 5. Heut der Himmel dises schreibet / an den hohen Ceder⸗Stam̄: Heute Leopold bekley⸗ det / dessen Cronen / dessen Nam. Sihet man am Gestirne schweben / vnser Kayser wolle leben / zu der Teutschen Freud vnd Nutz / vnd dir Tuͤrck zum Schad vnd Trutz. 6. Alle Feinde werden legen / ab den Muͦth vnd allen Sinn: Weil sich Leopold wird re⸗ gen / wie ein Held mit Frewden hin. Wo sich nur ein Feind laͤßt mercken / wird sich vnser Kayser stercken / vnd sich ruͤsten also zu / daß das Reich hab Fried vnd Ruh. 7. Vnserm Leopolden werden / acht Chur⸗ Fuͤrsten springen bey: Auff der runden Kugel Erden / wird der liebe Friede seyn. Nun man froͤlich Vivat singet / Teutschlandt sehr vor frewden springet / Vivat Ferdinandus Son / der da traͤgt deß Reiches Cron. 8. Dreymal loͤßt die grossen Stuͤcke / Franck⸗ furt / vnd die Burger sind: Frewden voll / sie wuͤnschen Gluͤcke / die Mußqueten sie ge⸗ schwind. Nahmen vnd die Fahnen schwun⸗ gen / vor den Braunfelß sie sich trungen / biß der Acht Chur⸗Fuͤrsten Schar / bracht vom Thumb den Kayser dar. 9. Jeder Chur⸗Fuͤrst ließ erschallen / die Trompeten / Kessel Schlag: Alles thaͤt in Franckfurt wallen / Frewde war an diesem Tag. Ja der Himmel selbst bewachte / die ge⸗ rade Zahl der Achte / Phoͤbus gabe Sonnen schein / wurff den Glantz zum Braunfelß ein. 10. Nun du Teutschlandt dich erfrewe / vnd mit Beten ruͦff zu GOtt: GOtt den Kayser benedeye / mache alle Feind zu Spott. Welche sich darwider legen / vnd doch gar nicht dürf⸗ fen regen / Leopold der Erste leb / vnd biß an die Sternen schweb. 11. Dann so wirdt das Teutschland wachsen / Bayrn / Coͤllen / Mayntz vnd Trier: Bran⸗ denburg / das Land der Sachsen / Prage auch der Boͤhmen Zier. Heydelberg die werden bluͤhen / vnd in gutem Flore gruͤnen / vnd was kompt zum Roͤmischen Reich / lebet Fried⸗ vnd Frewdenreich. 12. Dafuͤr wir nun GOtt zudancken / weil es so gekom̄en ist: Liebes Teutschland wolst nicht wancken / bleib bestaͤndig jeder frist. Deinen Adler wolstu lieben / Leopolden nicht betruͤben / kuͤsse deinen Leopold / Jhm sind GOtt vnd Menschen hold. 13. Er wirdt dich nun widerumb schutzen / Tuͤrck vnd Mahomet Er jagt: Deine Feinde wird Er putzen / Er sein eusserstes daran wagt. Diser Leopold der Grosse / der jetzt bluͤhet wie eine Rose / wird dir staͤts behuͤlfflich seyn / mit dir gehen auß vnd ein. 14. Wie der David groß von Hertzen / Jung / von Jahren namb den Raub: Von den Baͤ⸗ ren / schluͤg mit Schmertzen / ab vom Leib das schwere Haupt. Goliath dem grossen Risen / solts den Teuffel selbst verdriessen / so wird Leopold / ein Held / Tuͤrck dich jagen auß dem Feld. 15. Darzu gebe GOtt die Staͤrcke / seine Huͤlff vnd seine Gnad: GOtt verleyh zu allem Wercke / seinen Geist vnd fuͤhr die That. Vnsern Kayser woll Er segnen / seine Guͤte wolle regnen / von dem Himmel Got⸗ tes Sohn / bring vns Frewd / Lust / Fried vnd Wohn. 16. Nach den grossen Krieges⸗Plagen / gebe GOtt nun Frid vnd Ruh: Seine Guͤte kan wegk jagen / was vns quaͤlt in einem Huy. GOtt in disen Zeit vnd Stunden / heylen kan die Krieges⸗Wunden / jetzo weil man Vivat singt / Teutschlandt hoch vor Frew⸗ den springt. Das ander: Jm Thon / Tausendt mal lieblicher froͤlicher Stunden / rc. 1. TAusend mal froͤliche / liebliche Zeiten / Leopold wird nun fuͤr das Vatterland streiten: Die Boͤhmen vnd Vngarn / die Teutschen Er liebt / hingegen die Feinde Er jagt vnd betruͤbt. 2. Leopold traͤget die Roͤmische Crone / solches dem Teutschland bringt Fride vnd Wone: Leopold füret das Scepter der Welt / Leopold Kayser vnd Sieger im Feldt. 3. Himmel⸗ anpfluget der Adler / Er sperret / weit von einander die Flügel Er zerret: Alles was feind ist / mit den Klawen entzwey / Leo⸗ pold Schuͤtzer der Christenheit frey. 4. Leopold Osterreichs Frewd vnd Sonne / Lebet nun froͤlich / bekroͤnt mit drey Cronen: Jst ein Vermehrer deß Reichs / ein Heldt / Kayser vnd Koͤnig Regierer der Welt. 5. Franckfurt vnd Teutschland nun schwingt die Fahne / Leopold machet zum Frieden die Bahne: Teutschland erhebe die Stimme vnd sing / Gluͤcke der Himmel dem Leopold bring. 6. Prage vnd Boͤhmen die Stuͤcke nun pflan⸗ tze / geb Salve auß halben Carthaunen vnd gantzen: Pilsen vnd alle die Orter seynd froh / weil nun jhr Koͤnig ist Kayser darzu. 7. Vngarn inn Frewden nun froͤlich sich schwingt / Tuͤrcken vnd alle die Feinde ver⸗ dringt: Kuͤsse den Koͤnig der Kayser nun ist / liebe vnd ehre Jhn / Vngar ein Christ. 8. Leopold Vivat in Frewden nun singet / Teutschen / Boͤhm / Vngarn nun gluͤcklich gelinget: Weil nun der Leopold Teutschland regiert / Boͤhmen vnd Vngarn zum Siege anfuͤhrt. 9. Tuͤrcke dich mache wegfertig zum lauffen / Vngarn vnd Boͤhmen / die Teutschen mit Hauffen: Dich nun verfolgen / der Kayser regiert / vnser Volck solches zum Siegen hinfuͤhrt. 10. Kaysers Macht schrecket vnd decket die Erden / lauffet jhr Feinde / jhr werdet baldt werden: Schanden voll / gehet vnd machet euch fort / schawet in Eyle nach ewrem Port. 11. Leopold Kayser von Hoͤchsten erwehlet / Leopold vnter die Helden gezehlet. Fuͤhret die Kriege deß Hoͤchsten / Er siegt / Gottes Hand Leopold fuͤhrt vnd begnuͦgt. ENDE. Show less

Hinrichtung in Peggstall, Österreich, 1657; Klaglied: Ach Gott wie manches Herzenleid
Zwey Schoͤne Newe Geistliche Lieder. Das Erste. Ein schoͤne Bekandtnuß / oder Klaglied / Welches ein Malefix Person / Namens Simon De⸗ thel selbsten auffgesetzt / wie in jedem Gesetz der erste Buch⸗ staben andeutet / auff seinen Namen gemacht worden. Jst hingerichtet worden durch das... Show more Zwey Schoͤne Newe Geistliche Lieder. Das Erste. Ein schoͤne Bekandtnuß / oder Klaglied / Welches ein Malefix Person / Namens Simon De⸗ thel selbsten auffgesetzt / wie in jedem Gesetz der erste Buch⸗ staben andeutet / auff seinen Namen gemacht worden. Jst hingerichtet worden durch das Schwerd / zu Pegg⸗ stall in vnter Oesterreich / Anno 1657. Jm Thon: Wie man das Prager Lied singt. Das ander. Ach GOtt wie manches Hertzenleyd / be⸗ gegnet mir zu diser Zeit / rc. Augspurg / bey Maxx Anthoni Hannas. Das Erste Lied. 1. SO ich nun sterben muß / wegen meines Verbrechen / hab ich doch kein Verdruß / weil ich es also hab verschuld / so bitt ich GOtt vmb die Gedult / hoff Er wird mich erhoͤren. 2. ICh bin wol auch jetzund / mit Eisen fest ver⸗ schlossen / vnd wart auff alle Stund / biß man mich zum Gericht hinfuͤhrt / vnd der Stab als dann brochen wird / uͦber mein jung⸗ ges Blut. 3. MEine Witz hab ich nicht braucht / vnd mich lassen verfuͤhren / zu den Teuffli⸗ schen Lauff / daß ich auch neben andern vil / den Leuthen genommen in der Still / was vns be⸗ kommen ist. 4. O Grosses Wehe Klag / so ich in mein Ge⸗ wissen tragen thu / wie ich gelebet hab / mein Mutter vnd Befreundten all / hab nicht verschont in disem Fall / vnd gesetzt in grossen Spott. 5. NJchts hab ich von der Suͤnd / die ich nun hab begangen / merckts auff jhr Men⸗ schen Kind / als zu erwarten die Hoͤllisch Pein / wann GOtt nicht wird genaͤdig seyn / vnd mir verzeihen thut. 6. DAß ich verlaß alsdann / vnd suche meinen JEsum / den schoͤnen Braͤutigam / Jhm gibe ich mein Seel vnd Leib / damit ich jmmer bey jhm bleib / vnd ewig dienen kann. 7. EY was hab ich gethan / vnd vor nicht hab betrachtet / die Himmelische Kron / welch den Frommen ist bereit / daß sie in alle Ewig⸗ keit / GOtt jmmer loben thun. 8. CLaͤglichen mich es kraͤnckt / daß ich jetzt thu verlassen / was mir von GOtt ist gschenckt / vnd daß ich muß verachtet seyn / sam̄t meinen lieben Soͤhnlein klein / welches mich schmertzt gar sehr. 9. HEtt ich nun das bedacht / daß GOtt ein⸗ mal wird kommen / mit seiner grossen Macht / vnd wird da wegen nach dem Gwicht / das Gut vnd Boͤß / so gethan hab ich / ach wie wirds mir ergehen. 10. EVch gib ich tausent Danck / daß jhr O Richter allzumal / wegen meiner offt man⸗ chen Gang / gethan vnd die Justitia gefuͤhrt / darfuͤr jhnen Gott geben wird / die Seeligkeit zu Lohn. 11. LEtzlich ich Vrlaub nimb / weil kein Bitt wil helffen mehr / so fahr mein Leben da⸗ hin / wann nur mein Seel gemacht wird rein / bey meinem JEsu Christ allein / das ist mein Zihl vnd Sinn. Das ander Lied. 1. ACh GOtt wie manches Hertzenleid / be⸗ gegnet mir zu diser Zeit / der schmale Weg ist Truͤbsal voll / den ich zum Him⸗ mel wandlen soll. 2. Wie schwerlich last sich Fleisch vnd Blut / zwingen zu dem ewigen Gut / wo soll ich mich dann wenden hin / zu dir HErr JEsu steht mein Sinn. 3. Du bist der grosse Wunderman / das zeigt dein Ampt vnd Person an / groß Wunderding hat man erfahren / daß du mein GOtt bist Mensch geboren. 4. Vnd fuͤhrest vns durch deinen Todt / ganz wunderlich auß aller Noth / JEsu mein Gott vnd HERR allein / wie suͤß ist mir der Name dein. 5. Es kan kein Trawren seyn so schwer / dein suͤsser Nam erfrewt vil mehr / kein Elend mag so bitter seyn / dein suͤsser Trost erlinderts fein. 6. Ob mir gleich Leib vnd Seel verschmacht / der waist du HErr daß ichs nit acht / wann ich Dich hab / so hab ich wol / was mich ewig er⸗ frewen soll. 7. Dann ich bin dein mit Leib vnd Seel / was kan mir thun Suͤnd / Todt vnd Hoͤll / kein bes⸗ ser Trew auff Erden ist / dann nur bey dir / HErr JEsu Christ. 8. Jch weiß daß du mich nicht verlaͤst / dein Wahrheit bleibt mir ewig fest / du bist mein rech⸗ er trewer Hirt / der mich ewig behuͤten wird. 9. JEsu mein Frewd / mein Ehr vnd Ruhm / meins Hertzens Schatz vnd mein Reichtumb / ich kans doch ja nit zeigen an / wie hoch dein Nam erfrewen kan. 10. Wer Glaub vnd Lieb im Hertzen hat / der wirds erfahren mit der That / darumb hab ichs offt vnd vil geredt / wann ich an dir kein Freud mehr hett. 11. Ehe wolt ich den Todt wuͤnschen her / ja daß ich nicht geborn wer / dann wer dich nicht im Hertzen hat / der ist gewiß lebendig todt. 12. JESV du edler Braͤutigam werth / mein hoͤchste Zier auff diser Erd / an Dir allein ich mich ergetz / weit uͤber alle guldine Schaͤtz. 13. So offt ich nur gedenck an Dich / all mein Gemuͤth erfrewet sich / wann ich mein Hoff⸗ nung setz zu dir / so find ich frid vnd ruh in mir. 14. Wann ich in Noͤthen zu dir sing / so wird mein Hertz recht guter ding / dein Geist bezeugt das alles frey / das ewige Leben geschencket sey. 15. Drumb wil ich / weil ich lebe noch / das Creutz dir froͤlich tragen nach / mein GOtt mach mich darzu bereit / es dient zum besten allezeit. 16. Hilff mir mein Sach recht greiffen an / daß ich mein Lauff vollenden kan / hilff mir auch zwingen Fleisch vnd Blut / fuͤr Suͤnd vnd Schanden mich behuͤt. 17. Erhalt mein Hertz im Glauben rein / so leb vnd stirb ich dir allein / HErr JEsu erhoͤr mein Bitt allhier / ach mein Heyland nimb mich zu dir / Amen. ENDE. Show less

Türkeneinfälle in Siebenbürgen, 1661; Kriegsgräuel in Siebenbürgen
Sibenbuͤrgische vnd Tuͤrckische Newe Zeitung oder glaubhafftige RELATION, Was sich biß anhero zwischen der Roͤ⸗ mischen Keyserlichen vnd Tuͤrckischen Armee bege⸗ ben vnd zugetragen. Darinn vermeldet wird / wie jaͤm̄er⸗ lich der Tuͤrck vil tausent Christen weck gefuͤhrt / vnd wie die... Show more Sibenbuͤrgische vnd Tuͤrckische Newe Zeitung oder glaubhafftige RELATION, Was sich biß anhero zwischen der Roͤ⸗ mischen Keyserlichen vnd Tuͤrckischen Armee bege⸗ ben vnd zugetragen. Darinn vermeldet wird / wie jaͤm̄er⸗ lich der Tuͤrck vil tausent Christen weck gefuͤhrt / vnd wie die Christen hinwider einen stattlichen Sieg wider die Tuͤrcken erhalten. Jn deß Graf Niclas von Serin Melodey zu singen. Die ander Zeitung. Wie die Tyrañische Tuͤrcken in Siben⸗ buͤrgen mit den Christen hausen / mit Alt vnd Juñ⸗ gen Leuten / welche sie auffhencken vnd darnach schiessen / Junckfrawen schaͤnden / die Bruͤst auß schneiden / kleine Kinder an die Waͤnd schmitzen / vnd also jaͤm⸗ merlich vmb jhr Leben bringen. Jm Thon: Warumb betruͤbtst du dich mein Hertz / rc. Augspurg / bey Marx Antoni Hannas. Die erste Newe Zeitung. 1. Als man zehlt Sechzehenhundert / vnd ein vnd sechtzig Jahr / hat sich der Tuͤrck vnder wun⸗ den / mit einer grossen Schaar / vns Christen zu bekriegen / mit Rauben / Mord vnd Brandt / wolt GOtt ich solt es liegen / wurd mir leichter verziehen / wolt leyden dise Schand. 2. Wie der Tuͤrck sich entschlossen / gantz Sibenbür⸗ ger Land / zwo Graffschafften dermassen / Zatmar / Bihor zuhand :/: Unter sein Joch zubringen / was wider den Friden war / das solt jhm nit gelingen / wehren muß man den dingen / solt nit alls haben gar. 3. Ein Bottschafft kam vom Tuͤrcken / die Otto⸗ mannisch Pfort / erkenne in Sibenbuͤrgen / den Ke⸗ mini Janus dort / nicht fuͤr ein Fuͤrsten gute / es sey dann daß er vor / zahl dreyjaͤhrigen Tribute / vnd sein Sohn das jung Blute / schick zum Unterpfand dar. 4. Man thet sich resoluieren / es sey denn daß das Land / die Tuͤrcken gar quitieren / seyen in vorigen Stand :/: Widrigen falls zu schuͤtzen / ist man ge⸗ meint fuͤr Gewalt / koͤnn man im Fried nicht sitzen kein Privilegia nuͤtzen / muͤß man sich wehren halt. 5. Der Tuͤrk thet sich bedencken / vnd begab sich zu Feld / ließ ein Roßhaut außhencken / zum Zornzeichen gemeld / wolts dem Janus⸗Fuͤrst machen / wie Ragotzi gethan / aber zu solchen sachen / thet Kemini Janus wachen / nam kein Accord nicht an. 6. Huͤlff-Voͤlcker thet er kriegen / zu seinem Bey⸗ stand wol / daß er nit vnterlige / Er thet was er thun [...]ll. Zu Munkatsch in dem Mayen / nimbt die Ra⸗ kotzin an / wird Catholisch von Newen / Sie Fraw Wittib all zweye / zusampt mit jhrem Sohn. 7. Ein newgebaute Voͤstung / deß Grafen von Se⸗ rin / nechst Gott ist sein Vertroͤstung / zwischen zwey Wassern drinn: Canischa / Ruhr mit Namen / den Wald vmbhacket fein / acht tausent Tuͤrcken kamen / in Canischa zusamen / diß solt die Bsatzung seyn. 8. Jn seiner Grafschafft eben / der Tuͤrck gab vrsach jhm / brennt ab zwey Doͤrffer darneben / der Graff in seinem Grim̄ / hat siben Doͤrffer dargegen / abbrennt in seinem Land / bracht hundert Stuck Vich zu we⸗ gen / wo Tuͤrcken sind gelegen / dieselben uͤberwand. 9. Die straiffende Partheyen / wol von deß Tuͤrcken Rott / thet er vilmals zerstrewen / bracht sie in solche Noth / daß er ein gantzen Wagen / voll Türckenkoͤpff bracht mit / ließ deren einen schlagen / auff seine Voͤ⸗ stung tragen / auff ein Stang angeschmidt. 10. Canisch hat der Tuͤrck jnnen / ligt nun zwo Meil darvon doch die New Voͤstung zu gwinnen / kostet vil tausent Mann / Es koͤndt der Türck nichts richten / mit aller seiner Macht / doch thut man Frieden schlichten / vilmehr mit Gelt weckrichten / so darffs keiner Feldschlacht. 11. Zuvor die Türcken vnd Tartern / kamen gezogen her / in Sibenbuͤrgen martern / die junge Mañschafft sehr / fuͤhrten siben tausent Christen / gefangen mit sich weck / theten sich ferner rüsten / erstigen so mit Listen / ein klein Staͤttlein so keck. 12. Pistol wird es genennet / kamen die Bauren ge⸗ schwind / von sechs Doͤrffern gerennet / fluͤchtig mit Weib vnd Kind / zwey tausent Christen waren / nider gesaiblet drinn / gesengt / gebrennt / fortgfahren / mit gantzen Kriegesschaaren / biß auff Samos dahin. 13. Der Fuͤrst in Sibenbuͤrgen / Kemini Janus heist / schickt dreyssig gefange Tuͤrcken / wie Monte⸗ cuculi raißt / thaͤts jhme praͤsentiren / zum willkom̄ / aber bald / ließ er sie niderbusiren / thet sein Volck wei⸗ ter fuͤhren / ins Tuͤrckenland der gestalt. 14. Viel Schloͤsser vnderwegen / was jhm kam vnter die Hand / die sie setzten zugegen / mit Fewerwerck uͤberwand / von Thuͤrnen Tuͤrcken⸗Weiber / sich ha⸗ ben runder gstuͤrtzt / fuͤnffhundert Tuͤrcken⸗Leiber / melden die Zeitungschreiber / nidergehaut zu letzt. 15. Neunhundert Janitzscharen / gefangen weckge⸗ fuͤhrt / die besten Kriegsleut waren / deß Tuͤrcken wol probiert. Forgatsch nimbt auch den Tuͤrcken / Wisel⸗ ried die Statt ein / thut sich mit Prouiant staͤrcken / zuͤndt die Statt an / zumercken / wo Kriegsleut ge⸗ wesen seyn. 16. Es wer Teutschland alleine / geschweigen andre Land / Franckreich / Welschland gemeine / genug zum Widerstand / gantz Tuͤrckey einzunemmen / mit neun⸗ tzig tausent Mann / wann man sich wil bequemen / darff man sich der nit schaͤmen / GOTT ist mit auff der Bahn. Die ander Newe Zeitung. 1. MErck auff du werthe Christenheit / was man zu der betruͤbten Zeit / jetzun⸗ der hoͤren thut / wie GOTT so scharpf⸗ fe Ruthen bind / damit zu straffen vn⸗ sere Suͤnd. 2. Weil kein Buß schier mehr ist auff Erd / vnd alle Tag nur aͤrger werd / die Suͤnd nimbt uͤberhand / bey Jungen / Alten / Fraw vnd Mann / nichts guts man mehr erfahren kan. 3. Kein Warnung wil nicht helffen mehr / was vns thut schicken GOTT der HERR / am Himmel vnd auf Erd / es muß alles verachtet seyn / bey Reich vnd Armen Groß vnd Klein. 4. Darumb GOTT sehr erzuͤrnet ist / betracht es wol mein frommer Christ / man hört zu diser Zeit / Krieg / Pestilentz vnd Hungersnoth / wie man schon vil Exempel hat. 5. Die Propheceyhung wird angohn / wie Sybilla weissagt darvon / der Tuͤrck werd sich mit gewalt / auffmachen zu diser letzten Zeit / wider die liebe Chri⸗ stenheit. 6. Ach GOTT es geht in vollem schwang / der Tuͤrck macht vns sehr angst vnd bang / dann er zu diser Zeit / mit etlich hundert tausent Mann / die Chri⸗ stenheit zu greiffen an. 7. Jn Sibenbuͤrgen mit groß Unmuth / der Tuͤrck gar uͤbel hausen thut / nimbt Staͤtt vnd Schloͤsser ein / weil der Ragotzi blieben todt / haust er daß moͤcht erbarmen GOtt. 8. Wer jhm nicht wil geborsam seyn / es sey reich / arm / groß oder klein / deßgleichen Fraw vnd Mann / dem Tuͤrcken nicht wil ergeben sich / die laͤst er schlachten wie das Vieh. 9. Die alte Maͤnner bey achtzig Jahr / die grawe Baͤrt vnd weisse Haar / kuplen sie wie die Hund / an Strick und Banden ins gemein / fuͤhrens in die Tuͤrckey hinein. 10. Wo sie Christen thun treffen an / es seyn gleich Frawen oder Mann / was sich salvieren wolt / schnei⸗ den jhnen Fußsolen auff / schlagen jhnen eysne Naͤ⸗ gel drauff. 11. Darnach nemmen sie Fraw vnd Mann / mit Stricken sie anbinden thun / an Saͤulen oder Baͤum / vnd sie daran erschiessen than / wie gesche⸗ hen S. Sebastian. 12. Vil schlagen sie auch an die Waͤnd / eyßne Naͤ⸗ gel durch jhr Fuͤß vnd Hand / gar erbaͤrmlicher weiß / stechens mit Messern vnd Stillet / biß den Menschen die Seel außgeht. 13. Auch legens die Christen auff die Erd / schlagen durch sie vil starcke Pfaͤl / binden die Haͤnd vnd Fuͤß / schinden die Leut mit Aach vnd Weh / lebendig wie S. Bartholomæ. 14. Die Weiber vnd Junckfrawen gemein / was schoͤn vns ansehnlich thut seyn / fuͤhrens erbaͤrmlich mit / an Stricken gantz erbaͤrmlich blaß / damit trei⸗ ben sie Unzucht groß. 15. Vnd wann sies gnueg geplaget nun / die Bruͤst vom Leib sie schneiden thun / leyden schmertzlich den Todt / doch wird nach jhrem letzten End / jhr Jam̄er zu eim seligen End. 16. Jn der Wiegen die kleine Kind / die an der Straff vnschuldig sind / muͤssen leyden den Todt / ins Fewer geworffen vnd verbrennt / auch gebraten wie S. Lorentz. 17. Jn Sibenbuͤrgen zu diser Zeit / ligen herumb die todte Leut / in Waͤldern vnd auff dem Feld / in Staͤtt vnd Doͤrffen ins gemein / O Christ laß dies ein Warnung seyn. 18. Gedenck der Propheceyhung nach / was Sybilla geschriben hat / wann das geschehen soll / daß dort bey Coͤllen an dem Rheyn / deß Tuͤrcken Undergang soll seyn. 19. Darumb bette mein lieber Christ / so lieb dir Leib vnd Leben ist / daß GOtt vns gnaͤdig sey / vnd geb vns nach der schweren Zeit / die ewige Frewd und Seeligkeit / Amen. ENDE. Show less

Einäscherung der Stadt Passau, 1662
RELATION Oder Gruͤndlicher Bericht / Der Juͤngsthin in Paßau hochschaͤdlichen und Erbaͤrmlichen Feuersbrunst / wodurch fast die gantze Stadt mit grossem Jammer in die Asche geleget worden. So entstanden den 17. Alt 27. Neu Aprilis ANNO 1662. Welchem beygefuͤgt urspruͤngliche Beschreibung... Show more RELATION Oder Gruͤndlicher Bericht / Der Juͤngsthin in Paßau hochschaͤdlichen und Erbaͤrmlichen Feuersbrunst / wodurch fast die gantze Stadt mit grossem Jammer in die Asche geleget worden. So entstanden den 17. Alt 27. Neu Aprilis ANNO 1662. Welchem beygefuͤgt urspruͤngliche Beschreibung ermelter Stadt Paßau / was sich denckwuͤrdiges daselbst begeben und zu⸗ getragen. Mit beygesetztem klaͤglichen Trauer⸗Lied. Jm Thon: O Todt mit deinem Bogen / rc. Gedruckt im Jahr 1662. Trauer⸗Lied. Jm Thon: O Todt mit deinem Bogen / rc. 1. JEsu! thu dich erbarmen / der grossen Angst und Noth / Ach Gott! ach Gott! der Armen / die unverhofft den Tod / ganz schmaͤhlich musten leiden / mit grossem Ach / und Weh / Jn Feuer⸗Flammen streiten / Ach JEsu! ich vergeh! 2. Was Jammer ist geschehen? Jn wenig kurtzer Zeit / Jn vollem Brand thaͤt stehen / Stadt Paßau voller Leid! Jch kan nicht selbst außsprechen / den Jammer Angst und Noth! Wer will sich selbsten raͤchen / An Gott dem grossen Gott. 3. Dasselbst ist bald entstanden / ein Feuer unverhofft! Jhr Christen vnd Verwandten / betrachtet dieses offt / Wie Gott vns kan bald straffen / auf viel und manche Art / in einem Run wegraffen / viel Bluͤmlein huͤbsch und zart. 4. O Suͤnder thu bereuen / dein uͤberhaͤuffte Suͤnd / zu JEsu thu stets schreyen / hilff daß ich Gnade find / womit wir han verschuldet / solch Leiden / Angst und Noch / wie mancher da erduldet / Brand / Feuers⸗angst und Tod. 5. Jst es nicht zu vernehmen / du sassest in dem Thron? vnd must dich kurtz bequemen / geschwind auf und davon. das Zeitlich must man lassen / durch Wind und vollem Brand last uns das Boͤse hassen / zu meiden Suͤnd vnd Schand. 6. Viel Tonnen Schatz verlohren / in kurtz⸗gefaßter Zeit / Ach! daß ich doch gebohren / sprichst du in deinem Leid. Nein / Nein du must gedencken / an JEsu GOttes Sohn / dein Hertze zu jhm lencken / zum hohen Himmels Thron. 7. O Paßau außerkohren / vor andern Staͤdten viel / hast du dann nun verlohren / hoͤr / hoͤr doch in der Still / wie dorten Job ergangen / der hart gequaͤlet war / Mit grosser Angst vmbfangen / gab sich gedultig dar! 8. Also last uns beschliessen / mit diesem LeidGedicht / HErr durch dein Blutvergiessen / verleih uns Glaubens⸗Fruͤchte / daß wir zu Hertzen nehmen / die uͤbergrosse Noth / und ferner uns bequemen / zu einem seeligen Tod. Extract⸗Schreiben aus Passau de dato 1. N. May / 21. Alt. Aprilis. Ehrnvester / Vorachtbarer / Jnsonders großguͤn⸗ stig vnd Hochgeehrter Herr N. N. Salut. AN Demselben / zwar aus wehmuͦti⸗ gem Hertzen nit bergen / welcher gestalt den ver⸗ wichenen Donnerstag als den Aprilis nach Mittag umb 2. Uhr edurch Gottes Verhaͤng⸗ nis / muthmaßlich in dem Burger⸗Spital / oder re wollen / in dem daran stossenden Armen⸗Bruͤder is ein Feuer ausgestossen / so von der dacht / auf der Ve⸗ stung oder Oberhaus genannt / uͤber dem Berg der Thonau ge⸗ gen der Statt ligend / ersehen worden. Welche alsbalden mit Loßbrennung eines grossen Stuckes zum zweytenmahl / sol⸗ ches wissend gemacht / darauf dann alsobalden im Hohen⸗ Thum⸗Stifft angeschlagen / die Burgerschafft eifferigst zur Rett und leschung zugelauffen / der Breu⸗verwalter gedachten 2. Spitals / sonst in der Messergassen wohnhafft / hat sich bald zur Stelle gefunden / alle Gemaͤcher eroffnet / als aber solche Ret⸗ tung kaum angefangen / ist das Feuer durch einen starcken Westwind / so auf der Thonau herab kommen / durch die Statt gestrichen / dermassen / daß es zuweiln 1. 2. oder Haͤuser uͤberlauffen nachmalln widerumb augezuͤndet / und so fort durch die gantze Statt gleichsam geflogen / der Wind so alsobald wider aus Osten oder von Oesterreich geblasen / trie⸗ be die Flamme widerum hinauf / und was vorhero hin und wi⸗ der verschonet / ward zugleich auch in Brandt gesetzet / nicht an⸗ derhalb viertel Stund lang / stunde die gantze Statt voͤllig in Brand / auch ausser bey obgedachtem Burger⸗spital hinaus / der Neue Marck genant / so noch in 50. oder aufs hoͤchste in 60. Haͤusern bestehet / wurde durch starcke Rettung salviret und erhalten / den Jammer zu beschreiben ist dißmahl unmoͤglich / welches auch einen Stein zum Mitleyden bewegen solte: De⸗ ren Buͤrgern so am Ort genennet / wohnhafft / (welches das End der Statt bey der Thonau vnd Jnn gelegen) als sie zum Spittal hinaus geloffen in Meinung zu retten / derer Haͤuser und Guͤtter / sind / ehe sie wider anheim kommen in der Aschen gelegen. Die schoͤne Pfarrkirchen zu S. Paul / wie auch die daran stossende Thumherrn⸗Haͤuser / auf so genantem Pfaf⸗ fen⸗Hoff / nebenst der vortrefflichen Thum⸗Kirchen / so da war mit 4. Orgeln / und vielen kostbaren Altaͤren geziert / ist alles durchgebrannt und zerschmoltzen / es moͤchte die Helffte der Pohr⸗Kirchen / von gedachtem Thum noch elendiglich hin und her stehen; der mittlere Altar ausserhalb des Chors / stehet mit Verwunderung gantz unversehret / massen auch die Helffte der Cantzel noch uͤbrig geblieben. Das Gewoͤlb oder Portal ste⸗ het zwar noch / die Leut so dahin kommen solches zu besehen / lauffen geschwind hindurch / fuͤrchtend / daß es alle Augen⸗ blick einfallen doͤrffte. Die Hochfuͤrstl. Residentz ist durchaus verbrandt und uͤber einen Hauffen ligend / so daß darzwischen und dem Thum / wegen der grossen angeschütten Steinhauf⸗ fen niemand kommen kan / zu sehen. Die Kraͤm⸗Laͤden umb den Thum / Marckt und grossen Platz herum / wie auch der grosse Kasten⸗ und genandte Eißgruben / alles durch gebrandt / und eingefallen. Das grosse Alumnat⸗Haus / das grosse schoͤn gebaute Post⸗Haus / das alte herrlich wohlerbaute Rath⸗Haus / sampt dem grossen Thurn am Fischmarckt / die HochFuͤrstl. Maut / und die Fleischergassen / alles eingeaͤschert / die schoͤne Lange Gassen zu den Hn. Jesuitern / derselben statt⸗ lich erbautes Collegium alle herum stehenden Saltzstaͤdel / das ruhmwuͤrdige Nonne⸗Kloster Nidernburg / samt jhrer Kirchen (auser des Mirackulischen Marien⸗Bildes / so in der Kir⸗ chen oder gleichsam Capellen mit denen geopferten Wachs⸗ Kertzen und Bildern noch unverletzt stehet) sonst alles uͤber hauffen gebrennet. Bey diesem ist es noch nicht verblieben / sondern Abends sind die Flammen durch starcken Wind uͤber den grossen Jn⸗Fluß gleichsam geflogen / die Jnnstadt eben⸗ maͤssig in aller Orten angezuͤndet / biß an die Gerbergassen am Fluß aufwerts / wie auch das grosse Wirthshaus zum Beern halbes theils durch grosse Rettung erhalten / das uͤbri⸗ ge alles durch und durch ausgebrandt. Dieses unersaͤttliche Feuer hatte noch nicht genug / sondern lieff in der Nacht die Stiegen hinauf / so uͤber 250 Staffeln hoch / an den Heil. Berg zu St. Maria Huͤlff genannt / verzehrete das Cappucciner⸗ Closter / nach etlicher Leuth Außsag / soll das Feuer drey mahl umb die Kirch und beede Thuͤrne geprauset seyn / die zwey Gloͤcklein daselbst sollen von sich selbsten geleutet haben / wor⸗ auf sich alles angezündet / das Wunder⸗Bild unserer Lieben Frauen / wie auch das meiste am Schatz durch die Herren Capuciner erhoben und beyseit gebracht worden / das andere alles / ausser der Sacristey / durchsichtig außgebrannt / unter wehrendem Jammer / als beden Staͤdt in hoher Loh gebronnen / sind viel Leut uͤber die Jnnbruck in grosser aͤngsten hin und her geloffen / das Feuer aber die gegeneinander stehende Thor / ingleichen die Bruͤcke an zweyen Orthen angefallen / also daß die Leut auff er⸗ melter Brucken in keine Stadt mehr kommen koͤnnen / haben so lang ein groß Jammergeschrey gefuͤhret / biß sie wegen grosser Hitz und Einfallung der Bruͤcken erbaͤrmlich ersauffen muͤssen / gleichesfalls an der Thonau / da zwey Schiff gestanden / sind die Leut so vor Hitz nicht gewust wohin / da hinein ge⸗ tretten / solche aber zu hart beschwert und sambt denselben erbaͤrmlich versun⸗ cken. Was fuͤr Menschen in waͤhrendem Brandt umbkommen und verloh⸗ ren / ist noch nicht wissend / in Gewoͤlben und Kellern / findet man zu 3. 6. biß in 10. Personen / die verfallen / erstickt / verbrandt zum theil als gebraten jaͤm merlich gefund zu werden / daß sich in Anschauung derselben niemand des wey⸗ nens enthalten kan. Wie dann zu 10. Personen in ein Grab geleget worden / ja wie viel 1000. Malter Kron / Wein / an Schatz / Kleydern / Gold und Geld / auch andere Geheimnissen / verfallen / verbrandt / ist unaussprechlich / sind verwichenen Sontag war der 30. N. 20. Alt April 44. Personen begra⸗ ben worden / und werden noch taͤglich hin und wieder todte Coͤrper gefunden / darunder viel unschuldige kleine Kinder begriffen. Jn Summa das Elend und der uͤbergrosse Jammer ist nicht zu beschreiben / Es soll auch seiner Fuͤrstl. Gnaden Herr von Herberstein juͤngst erwehlter Bischoff von Regenspurg (welchen der Allmaͤchtige GOtt ferner in Gnaden erhalten wolle) wie auch andere Thumbherren in die naͤchste Doͤrffer gefaͤhrlich entwichen seyn. An dere 3. Geistliche als Capuc. Jesuiter rc. wie auch 24. Geistl. Ordens⸗Jung⸗ frauen haben sich an andere Oerter salviret. Die Jenigen so noch der Zeit enander begeynen / fallen mit weynen einander umb den Hals / bejam⸗ mern und beseufftzen die unaussprechliche Angst und Noth / neben jhrem grossen Verlust / doch noch GOtt danckend daß sie das Leben erhalten. Diß sey also in Eil meinem geehrten Herren zur Nachricht entdecket / ins kuͤnfftige geliebte GOtt / werde ich hiervon ausfuͤhrlicher Meldung thun / die Thraͤnen / lassen nicht zu ein mehrers zu schreiben. Gott wolle die gantze Christenheit / mit dergleichen Zorn⸗Ruthen in Gnaden verschonen / und unser aller Beschü⸗ tzer / Naͤhrer und Erhalter verbleiben Amen. Folget hierbey / Kurtz⸗verfasste Beschreibung gedachter Stadt Passau. ES ist solche eine alte und wohlbekandte Bischoffliche Stadt im Beyern an der Thonau / worinn daselbst noch zwey Wasser / der Jnn und die Jltz oder Jls genand / fallen / nach dem sie die dreyfache Stadt / als / Passau / Jnn⸗ und Jltz⸗Stadt beloffen haben. Jnn⸗Stadt Passau gegen uͤber in dem Norieo, und wird von jhr durch den Jnn⸗Fluß / uͤber welchem Fluß mit jedermanns Verwunderung das Fewer aus Passau in die Jnn⸗Stadt gelauf⸗ fen unterschieden / und wird vor alter / als Passau ist / gehalten. Gedachter Fluß Jnn faͤlt unterhalb der Stadt mit solcher Schnell⸗ und Ungestuͤmmigkeit in die Thonau / daß er noch weit hinein seinen Lauff behaͤlt / massen eine klare Anzeigung dessen / die Farbe beeder Wasser an Tag giebt. Das dritte Wasser die Jltz so die Jltz Stadt macht / soll Perlein mit sich fuͤhren. Die so genandte Stadt Passau belangend / liegt selbige wegen der Berge gantz nach der Laͤnge / von Abend gegen Morgen auf / in die 1100. Schritt / und ist mit Fluͤssen / Bergen und Waͤldern / als einer Mauer allenthalben nmbschossen: Auch jhrem Herrn Bischoff mit aller Obrigkeit ohnmittelbar unterworffen. Unter denen manigfaltigen Kirchen und Kloͤstern ist insonderheit die Bischofflche Hauptkirch oder der Thumb zu S. Ste⸗ phan / wegen der schonen Marmolsteinern Werck und Grabschrifften / wie auch des Thurns wohl zu besehen: Es ligt darinn der heilige Bischoff Valentinus / welcher vor Zeiten allhie wieder die Arianer / so jhn auch verdrungen / gelehret hat / begraben. Die Jesuiter haben auch ein Collegium in der Stadt Passau / und aus⸗ ser der Stadt gegen Abend ligt ein Kloster zu S. Niclas / worinnen Chorherren und S. Augustini Ordens / und gegen Mittag in der Jnn⸗Stadt S. Gertrauds Kirchen. Auf S. Georgen Berg ist ein festes Schloß / das Oberhauß genannt / und darunter obgedachte Jltz⸗Stadt / so auch beyde des Bischoffs seyn. Es hat zu Passau / wie wohl mit Unterschied / eine Niderlag / da alle Oesterreicher Weine / so zu verkauffen seyn / etliche Tag offentlich feil gebotten / und nicht eher / biß sie der Ni⸗ der Niderlag ein Genuͤgen gethan / fuͤrter aufwerts haben doͤrffen verfuͤhret wer⸗ den. Jm 477. Jahr nach Christi Geburt / ist Passau von der Schwaben⸗Koͤnig in Boͤhmen Haimond erobert / was sich zur Wehr gestellt / erwuͤrgt / die Stadt ge⸗ pluͤndert / zerrissen und ausgebrand / auch das Volck so nicht umbkommen / gefangẽ und hin weg gefuͤhret worden. Anno 1266. ward Passau von Hertzog Heinri⸗ chen in Bayren bey der Nacht durch die Verraͤtherey erobert / der groͤste Theil der⸗ selbigen in Brand gesteckt / und das uͤbrige von denen Soldaten ausgepluͤndert Anno 1517. seynd allhie 300. Haͤuser und fast der gantze Neumarckt mit vie⸗ len Leuthen und Viehe verbrunnen. Anno 1552. ist in dieser Stadt der Reli⸗ gions⸗Friede zwischen Kayser Carl dem Fuͤnfften / und Chur⸗Fuͤrst Moritzen in Sachsen / durch Unterhandlung Koͤnig Ferdinands aufgerichtet worden / der da⸗ her der Passauische Vertrag genannt wird. Das Bistumb allhie von Ens einer Stadt in Ober⸗Oesterreich / welche damahlen Lorch geheissen / wegen der Unglaubigen Ungarn offtern Einfall daher nach Passau verlegt worden: Graͤntzet mit Bayern / dem Ertzstifft Saltzburg / Ober⸗Oesterreich und Boͤhmen / hat in Osterreich und Bayern viel Guͤter / dass sich desselben jaͤrlichs einkomen auf die 80000. Cronen ertragen solle. Und wird jetzo von Jhrer Hochfuͤrstlichen Durchl. Herren Ertzhertzogen Leopold Wilhelmen zu Oesterreich verwaltet. Show less

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