Klag-Lied zu einem Brand in Augsburg, 3. März 1634; Christliches Klaglied
Ein new Klaglied / Von der erschroͤcklichẽ Brunst deß Metzger Hauß / welche sich bege⸗ ben vnd zugetragen in der Statt Augspurg den 3. Martij / dises 1634. Jars / Jm Thon: Warum betruͤbst du dich mein Hertz / rc. Das ander Lied. Von den jeztigen schweren / vor Augen schwebenden /... Show more Ein new Klaglied / Von der erschroͤcklichẽ Brunst deß Metzger Hauß / welche sich bege⸗ ben vnd zugetragen in der Statt Augspurg den 3. Martij / dises 1634. Jars / Jm Thon: Warum betruͤbst du dich mein Hertz / rc. Das ander Lied. Von den jeztigen schweren / vor Augen schwebenden / gefaͤhrlichen vnd gestrengen Zeiten / Allen frommen Chri⸗ sten zu einer troͤstlichen vnd getrewen Warnung gestellet / Jm Thon / Jch ruff zu dir HErr JEsu Christ / rc. Gedruckt zu Augspurg / bey Johann Gottlieb Morhardt / Anno 1634. Ein klaͤglich Lied. 1. ACh GOtt mir ist betruͤbt mein hertz / Bekuͤm̄ert sich vnd leidet Schmertz / wann ich denck an die Noth / Welche sich zugetragen hat / Zu Augspurg in der werthen Statt. 2. Als man nach Christi Geburt klar / Zehlt ein tausent sechs hundert Jahr / Vier vnd dreyssig darzu / Den dritten Mertzen ich euch sag / Fieng an Jam⸗ mer vnd grosse klag. 3. Morgens fruͤe als der Tag anbrach / Ein schroͤcklich Fewr man brinnen sach / Wol inn dem Metzger Hauß / Das the brinnen so vngeheur / Als ob es war das wilde Fewr. 4. Niemand dasselbig loͤschen kund / Sonder bran ab biß auff den grund / Vnd ein gar grosses Gut / Welches nicht außzusprechen ist / Darinn ver⸗ bran inn kurtzer frist. 5. Darinnen auch ein Junger Gsell / Jn dem Fewr thet verbrinnen schnell / Doch hett es noch kein End / Siben Haͤuser mit grosser Klag / Verbranen fruͤe denselben Tag. 6. Jnn den siben Haͤusern fein / Thet⸗ ten ein vnd dreyssig Gmaͤch sein / Ja gar vil armer Leut / Hat das Fewr gmacht mit grosser Not / Erbarm dich Jhr O treuer GOtt. 7. Wie solches Fewr außkommen ist / Kan niemand wissen zu der frist / Al⸗ lein der liebe GOtt / Hat solliches ver⸗ hengt allein / Sonst hett es nicht koͤn⸗ den gesein 8. Dann ohn sein Willen nichts ge⸗ schicht / Als vns die heilig Schrifft bericht / Es sey gut oder boͤß/ Das thut alles kommen von GOtt / O Mensch bedenck die Wort ohn spott. 9. Bitt GOtt den HErren allezeit / Das Er dich behuͤte vor leid / Ja vor der Hoͤllen glut / Woͤlle vns GOtt behuͤten gar / Amen HErr JEsu mach es wahr. Das ander Lied. 1. WAch auff du werthe Christenheit / Stehe auf von deinem Schlaffe / Betracht die schwere strenge Zeit / die grimmig Got⸗ tes Straffe / So vber vns vorhanden ist / Wie wirs vor Augen sehen / taͤglich wol spehen / Jch foͤrcht in kurtzer frist / Moͤcht vns aͤrger geschehen. 2. O ChristenMensch betracht die Not / Laß dir es gehn zu Hertzen / Wie hefftig mit vns zuͤrnet Gott / Es ist fuͤrwahr kein schertzen / Getrewer Warnung han wir vil / Vermanung straff vnd lehren / Vns zu bekehren / Niemand sich bessern will / Man thut nur aͤrger werden. 3. All Laster nehmen vberhand / Bey Jung / Alt / Reich vnd Armen / Die Welt lebt nur in Sünd vnd schand / Die Lieb kan nicht erwarmen. Sogar ist sie erkaltet nun / Der Glaub ligt ganz darnider / Das spuͤrt ein jeder / Wer jetzunder recht wolt thun / dem wer die Welt zuwider. 4. Es nahet sich zum End der Welt / Der Tag hat sich geneiget / Wie Matthæus vnd Lucas meldt / Auch Christus selbs anzeiget / Wenn kommen wird deß Menschen Sohn / Die Frommen zuentbinden / Ob er werd finden / Ein waren Glauben nu / Bey aller Menschen Kinden. 5. Drumb secht ob nicht vorhanden sey / Der grosse Tag deß HErren / Nach aller Schrifft vnd Prophe⸗ cey / Wie solches thun erklaͤren / Paulus vnd all A⸗ postel werth / An jhren Schrifften klare / Hell offen⸗ bare / Vorlangst haben gelehrt / Vns zur Warnung fuͤrware. 6. Sich thut erheben Krieg vnd Streit / Jetzund in allen Landen / Empoͤrung / Widerwertigkeit / Angst / Not ist jetzt verhanden / Grosse Theurung an Speiß vnd Brotd / Truͤbsal / muͤhseligs Leben / Hat vns vmbgeben / Schroͤcklicher schneller Tod / Wird auch gespuͤrt darneben. 7. Vil verhoͤrter Kranckheit schwer / Sich allent⸗ halb erregen / Vns zur Warnung / Straff vnd Lehr / Von vnser Suͤnden wegen / Damit wir han erzuͤr⸗ net GOtt / durch boßhafftiges Leben / Mit wider⸗ streben / Seinem Wort vnd Gebott / Vndankbar⸗ keit darneben. 8. Groß Vppigkeit vnd Gottslaͤsterung / Schwe⸗ ren / schelten vnd liegen / Jst gar gemein bey Alt vnd Jung / Finantzen vnd betriegen / Hoffart / Wollust vnd vberfluß / Raub / Mordt vnd Tyranneye / Ehe⸗ bruch / Hurereye / Darum̄ Gott straffen muß / Mit Vngluͤck mancherleye. 9. Gottes Wort leucht vns hell vnd klar / Thut vns zur Buß wol ruͤffen / Noch wollen wirs nicht nem⸗ men war / Koͤnnen die Zeit nicht pruͤfen / Darinn vns GOtt hat heim̄ gesucht / Zu seinem Reich gela⸗ den / Auß lauter Gnaden / Wirckt bey vns wenig frucht / Das bringt vns grossen Schaden. 10. Darumb ihr werthen Christen mein / Laßt ab von ewren Suͤnden / Der letste Tag dringt da herein / Wie Christus thut verkuͤnden / Der Feigenbaum schoͤn bluͤhen thut / Mit seinen Wunderzeichen / Gar erschroͤcklichen / Das vnser Hertz vnd Muth / Ja billich solt erweichen. 11. All Creaturen sehnen sich / Nach der Zukunfft deß HErren / Das bezeugen warhafftiglich / Sonn / Mon vnd auch die Sternen / Der Himmel kraͤfft / Daß Firmament / Bewegen sich jetzunder / Durch schroͤcklich Wunder / Gott eylt gewiß zum end / Die Welt zu stuͤrtzen vnter. 12. Die Wasserwogen vnd das Meer / Mit jren Wel⸗ len brausen / Vil Wunderzeichen gehn vorher / Ma⸗ chen den Menschen grausen / Daß vil auß forcht ver⸗ schmachten gar / Die Erd bidmet vnd krachet / Jst gar geschwachet / Jhr Christen nehmet war / Seyt nuͤchtern bett vnd wachet. 13. GOTT laͤßt vns warnen manigfalt / Durch Schrifft vnd Propheceye / Vns zubekehren Jung vnd Alt / Das End ist nah herbeye / Ein jeder taͤg⸗ lich hoͤrt vnd sicht / Wie vil in wenig Jahren / Man hat erfahren / Zeichen / Wundergeschicht / Damit zu offenbaren. 14. Den Außerwoͤhlten Christen from̄ / Sich inn die Zeit zuschicken / Auff daß wenn ihr Erloͤser komm / Sie gar froͤlich auffblicken / Weil jr Erloͤsung nahet sich / Jn Gottes Reich zu leben / Vnd thun auffhe⸗ ben / Jhre Haͤupter froͤlich / Christo den Preyß zu⸗ geben. 15. Aber die gottlosen gemein / Werden in forcht ver⸗ zagen / Vor angst / schroͤcken vnd grosser Pein / Da sie ihr Wurm wird nagen / An Gottes Guͤt verzweif⸗ felt gar / Mit vnereinen Gewissen / Sehr hart gebis⸗ sen / Mit aller Teuffel Schaar / Auß Gottes Reich gerissen. 16. Aber die Außerwoͤhlten Schar / Wer aber⸗ leuchten gantze / Vor Gottes Angsicht hell vnd klar / Recht wie der Sonnen glantze / Die Frewd kein Zung außsprechen kan / kein Hertz moͤchts nie er⸗ dencken / So vns wird schencken / Christus der Gna⸗ denthron / wo wir von jhm nicht wencken. 17. Damit wil ich hie mein Gedicht / Zu Gottes lob beschliessen / Jhr Christen nimbt hierauß bericht / Laßt es euch nicht verdriessen / Thut Buß vnd schickt euch in die Zeit / Das vns fort nicht be⸗ schammen / Die Sünd verdammen / Sondern in Ewigkeit / Durch Christum leben / AMEN. ENDE. Show less

Fünfjährige Schwangerschaft, Newberg, 1636
Ein warhafftiger Bericht / auch grundtliche vnd theils erschroͤckenlicht Propheceyung. Wie zu Newberg vier stundt Von Ambsterdam / ein fromm Bawrsmann ge wesen / dessen Haußfraw 5. gantzer jahr Schwanger gangen / dar ab sich jeder menigklich entsetzt vnd verwundert / ist doch endt⸗ lich deß... Show more Ein warhafftiger Bericht / auch grundtliche vnd theils erschroͤckenlicht Propheceyung. Wie zu Newberg vier stundt Von Ambsterdam / ein fromm Bawrsmann ge wesen / dessen Haußfraw 5. gantzer jahr Schwanger gangen / dar ab sich jeder menigklich entsetzt vnd verwundert / ist doch endt⸗ lich deß Kindts genesen vnd erfrewdt worden: Was sich nun mit dem fehrners zugetragen / ist hierinnen beschriben / vnd menig⸗ klichen zu gutem im Truck verfertiget. Daß ander / Jst ein schoͤnes Traur⸗ oder Klag Lied / vber das be⸗ truͤbte vnd verderbte Vatterlandt gantzer Teutscher Nation / das also durch Hunger / Krieg vnd Pestilentz / souil Tausent Menschen so ellendigklich sterben vnd verderben / dergleichen Ellendt vnd Jammer nicht zubeschreiben: Jm Thon / Wie man den Hans Rheintaler pflegt zu singen rc. Erstlich Getruckt zu Ambsterdam / bey Albrecht Flamm / Anno Christi / 1636. ACh hoͤret doch ihr Christen Leuth / was ich euch news will singen / mit groß Vnmuht vnd traurigkeit huͤlff Gott daß mir gelinge / was aber⸗ mahl geschehen ist / daß batracht wol mein frommer Christ / lasse dirs durch dein Seel dringen. Jn Holand thu mich recht verstahn / vnd thut mir wol drumb trawen / ein Gottsfoͤrchtiger Bawrsmañ / der hat ein junge Frawen / die war schwanger 5 gantzer jahr niemand wuͤßt was sie truͤg fuͤr wahr vil Leuth theten beschawen. Als nun die zeit kam herbey / daß sie solte geberen / so lieff zusammen Mann vñ Weib / im Namen Gotts deß Herren / dise Frucht da zuschawen an / was sie ge⸗ boren auff dise dahn / wie jhr jetzund werdt hoͤren. Vnd da das Kind auff die Welt kam / war ein groß schreyen vnd klagen / je⸗ doch fiengs schnell zureden an / vnd vberlaut thet sagen / erschrecket nicht jhr lie⸗ ben Leuth ich zeyge euch an ein gute zeit / an dem dritten Januarij. Das Kind fuͤhrt in seiner rechten handt ein schoͤner Schwert besonder / den Arm streckt es weyt von dañ den spitz wendt es hinunder / als wann es wolt ein⸗ stecken thun / daß zeygt vns an groß Freud vnd Wohn / mein Christ hoͤre an⸗ das Wunder Das Kind fuͤhrt in der lincken hand / ein Ruͤhtẽ auch deßgleichen mein Christ. stehab von suͤnd vnd schand laß dir dein hertz erweichen sihe an die Ruͤht hebe auff die hand / zu Gott im Him̄el alle stund jhr Arme vnd jhr Reichen. Dañ wirdt vns Gott in kurtzerzeit / den Edlen Friden geben der aller Men⸗ schen hertz erfrewet mein Christ merck auch daͤrneben / was vns Gott noch mehr sehen laßt daß betracht du Wille Gottloß O Mensch besser dein Leben. Das Kind auch an dem Hertzen hat / O Mensch thuͦs recht betrachtẽ / 5. gantz Lateinische Buͤchstaben / vnd thuͦ die nit verachten / was vns Gott auff die Erden sendt / Krieg vnd Thewrung im gantzen Land / seidt mundter Bettet und Wachet. Ein dein B. vnd auch ein L brachts Kind mit jhm auff Erden / ein G. vnd F. darbey the stahn / betracht deß Kindleins hertzen / jederman thuͦ allbereyt / Junckfrawen Kinder / Mann vnd Weib zum wunder vnd zum zeichen. Das S. zeigt an fein offenbahr / von Sücht vnd Kranckheit bitter / die Ruͤht deß gleichen dises Jahr will Gott straffen darmitte noch mehr die Teutsche Na⸗ tion / weil man nit will von Sünd abstahn / vnd alles nur vernichten. Bett Hertzlich O mein from̄er Christ / wie vns das B. thut weysen / zu Gott dem Herren Jesu Christ / daß er vns woͤlle speysen / mit seinem lieben Himmel brodt / in diser grossen Hungers noht / mein Christ thuͦ jhn drumb preysen. Dann wirdt der Krieg vnd Pestilentz / vnd Thewrung zu gegen / im gantze Landt an aller Graͤntz / genaͤdigklich ablegen / der Lieb gedenck Herr Jesu Chri[...] daß du für vns gestorben bist / wie vns das Lid thut schreiben. Das G. vnd F. wie jhr da secht / ein jedes vor sein Augen / was dises vns be deuten moͤcht / allein ein starcken Glauben / an Gott vnd seine Wunder that / er auff End vns sehen laßt / mein Christ thuͦ dich bekehren. Gott wirdt kommen in disem Jahr / dariñ wir jetzund streben / vnd wirdt auf thun die Gnaden thuͤr / den lieben Friden geben / daß wir in Ruh vnd Gluͤgk leben in gantzer Christenheit / vor auß im Teutschen Lande / Ein grosser Sturmwindt mercken mich / schroͤcklich vber die massen / wir gehn auß Himmels Firmament / darauß wirdt sich verlassen / ein grosser Er bidem fuͤr wahr / daß Berg vnd Thal in disem Jahr / der gantz Erdboden wird krachen. Alle Stein / Rizel vnd Felsen groß / vnd alles dar zugegen / die hohe gebe und veste Schloß / wirdt sich alles bewegen / den Erdbod wird sich kehren vm daß Erdtrich so vmb vnd vmb / wirdt sich auffs new erheben. Die Erd wirdt wider geben Frucht / wann man wirdt pffantzen vnd bawen wann mans nur nicht Gottloß verflucht / merck auff ihr Mann vnd Frawe vnd nempt die Zeytung wol in acht / mein frommer Christ diß wol betracht durch Jesum Christum / Amen. Ein schoͤnes Traur⸗ oder Klag Lied. HOert zu jhr Christen Fraw vnd Mann / groß noht thut mich bezwinge daß ichs nicht mehr verschweygen kan / ein schoͤn Klaglied zu singen / [...] jetzt schon lang / geht starck im schwang / groß Jammer in allen Land[...] solch Angst vnd noht vor nie erhoͤrt weil die Wellt ist gestanden. Durch Hunger / Krieg vnd Kranckheit schwer / vil tausent Menschen es gantz jaͤmmerlichen hin vnd her / kommen vmb jhr Leben / jetzund zu der bet ten zeit / weil vberal ist verhanden / nichts dann Truͤbsal vnd Trawrigkeit gantzen Teutschen Landen. Auß der Obern Pfaltz vnd Schwabenlandt / schreibt man mit wahrer [...] men / vil Tausendt Menschen Jnz vnd Alt / durch Fewr vnd Schwert mmen / verderben sterben Hungers noht / dort ligen auff der Erden / verwe⸗ esen wie das wilde Vich / die nicht begraben werden. Die Menschen wie die wilde Thier / mit Kraͤuter sich woͤllen laben / vil ligen orten glaubt jhr mir den Mund voll Graß sie haben / verschmachten drob dleich wie die Schwein / es ist nit auß zusprechen / der jam̄er ist gerissen ein / moͤcht an sein Hertz zerbrechen Es ist jetzt in der Christenheit / nichts dann Jammer vnd Klagen nur Truͤb⸗ sal / Angst vnd Trawrigkeit / mit zittern vnd mit zagen / manch Muͤtter Kindt gar ellendt / sein Leben thut beschliessen / durch Fewr vnd Schwerdt auff di⸗ sr Erd / thun vil jhr Blut vergiessen. Das gantz Teutschland beklagt sich sehr / daß so starck thut regiren / Krieg / Hungers noht vnd Kranckheit schwer / vil Tausendt werden vertriben / in di⸗ sem Jahr sag ich fuͤrwahr / sich trawrigklich begeben / mit Weib vnd Kind / in daß Elendt / ach deß betruͤbten Leben Ach Gott der grossen noht vnd klag / thut mancher Mann offt sprechen / kein Frewd ich mehr zu erleben hab / mein Hertz moͤcht nun zerbrechen / ach daß jetz⸗ und doch kam die stundt / doß ich hie sollt abscheyden von diser Welt / ins Him⸗ mels Sal / zu den ewigen Frewden. Man schreibt das auß dem Schwabenland / vnd Obern Pfaltz weck ziehen / vil hundert Menschen Fraw vnd Mann / den Hunger wollen fliehen / die vor hohen Ehren seind / vil Guͤtter vnd Reichtumb haben / jetzt muͤssen sie ins Elendt hin am Bettelstab vmbtraben. Daß sicht vnd hoͤrt man alle Tag / daß Weynẽ vnd daß Klagen / was Sa⸗ lomon geschriben hat / vnd die Sybilla weissagen / daß ist erfuͤllt / vnd geht im schwang zu dissen betruͤbten Jahren / es ist der Wellt so angst vnd bang / ach [...] Ort thuͦ vns bewahren. Ach Jesu Christ du getrewer GOTT / thuͦ / dich vnser erbarmen / sich du den Jam̄er / Angst vnd Noht / bey Reichen vnd bey Armen / wir bitten dich HERR JESV CHRJST / thuͦ doch vnser verschonẽ / daß wir nach der betruͤbten zeit / bey dir im Himmel wohnen / AMEN. Show less

Über den Zustand des Hl. Römischen Reichs; Hungersnot in der Pfaltz und Elsass; 1637
Warhafftige neue Zeitung / Von dem jetzigen Zustand deß H. Roͤm. Reichs / Teutscher Nation / sampt klaͤrlicher verkuͤndi⸗ gung deß lieben werthen Friedens / welches durch ein Wunder⸗Gesicht in der Obern Pfaltz / zu Vohenstrauß / am Sontag Letare / zum ersten mal / vnd am 26. Augusti zum... Show more Warhafftige neue Zeitung / Von dem jetzigen Zustand deß H. Roͤm. Reichs / Teutscher Nation / sampt klaͤrlicher verkuͤndi⸗ gung deß lieben werthen Friedens / welches durch ein Wunder⸗Gesicht in der Obern Pfaltz / zu Vohenstrauß / am Sontag Letare / zum ersten mal / vnd am 26. Augusti zum andern mal / 1637. dem Schulmeister / als er in die Fruͤ⸗Predig laͤuten wollen / Ernstlich angekuͤn⸗ diget worden. Die ander Zeitung / Von dem uͤberauß grossen hunger vnd Elend / so in dem We⸗ sterreich / Pfaltz / Lothringen / Elsaß / vnd mehr an⸗ dern Orten vorgangen / dergleichen / weil die Welt gestanden / niemals erhoͤrt worden so geschehen im 1637. Jahr. Jm Thon: Wie man den Rheinthaler singt. Erstlich gedruckt zu Franckurt am Mayn / 1637. Das Erste / Jm Thon: Da Jesus an dem Crentze stund. Hoͤrt zu jhr lieben Christenleut / gebt ach tung drauff dann es ist Zeit / von Wun⸗ der wil ich singen / die vns Gott von deß Himmels Thron / hat lassen an Ta⸗ bringen. Doch ehe ich zu dem anfang komm / wil ich er⸗ holen in der Summ / was gestalt der Cometste⸗ ren / vor 18. Jahren geleuchtet hat / vnd was Er thaͤt erklaͤren. dem gantz H. Roͤm. Reich / nemlich wie vns GOtt allzugleich / vmb vnser Suͤnden willen / beymsuchen wolt in vnser Graͤntz / das ließ Gott alls erfuͤllen. Sehet an das Edle Teutsche Land / den Ed⸗ len Rheynstrom wol bekandt / das Elsaß auch deßgleichen / Chur Pfaltz vnnd andere Laͤnder mehr / O Mensch laß dichs erweichen. Den meysten theils der schoͤnsten Staͤtt / sind in den Grund gaͤntzlich verderbt / daß wo vor kur tzen Jahren / 1000. Menschen gewohnet han find nit 100. alldare. All schoͤne Flecken sind verheert / vnd in der Grundt alles zerstoͤrt / kein Menschen thut man finden / auff 10. oder 20. Meyl / das ist straff der Suͤnden. Vor diesem war Teutschland ein Kron / ein Haupt vnd Zierdt Europaͤ schon / nun ist alles vergangen / die schoͤnen Pallaͤst find all zurstoͤrrt wohnen darinn Ottern vnd Schlangen. Auff viel Meilen find men der Zeit / kein Feld gesaͤet nur einer Hand breit / die Weg sind all ver⸗ wacksen / man kennet keine Fußstapffen mehr / auff den schoͤnen Landstraffen. Die Noth mein lieber frommer Christ / zu er⸗ jehlen nit muͤglich ist / so geschehen in Teutschen Landen / man hat solch Jammer nie gehoͤrt / weil die Welt hat gestanden. Weil vns nun der Allmaͤchtig Gott / mit Krieg Pestilentz vnd Hungers Noth / heymbgesucht vñ zuͤchtiget eben / so verheist Er vns widerumb / den Frieden auch darneben. Durch einen Schulmeister gemein / dem groß Bunder erschienen seyn / in der Kirchen ohn schewen / zu Vohenstrauß / ohn allen Granß / deß Er sich thaͤt erfrewen. Dann als Er jetzo ins gemein / das erste Zei⸗ chen wolt laͤuten fein / must durch die Kirchen ge⸗ hen / vnd sah allda drey Engel stehen / erschrack er war darnehen. Doch hoͤrt Er sie schoͤn singei fein / Ehr sey am hoͤchsten Gott allein / vnd Fried auff gantzer Erden / ein Wohlgefallen auch darbey / wendt ab alle Beschwaͤrden. Lieber Schulmeister merck vns schon / Gott hat vns gsandt auß Himmels Thron / du solt al⸗ les anzeygen / der lieben werthen Christenheit solt du diß nit verschweigen. Was wir dir jetzund melden thun / solt du ver⸗ kuͤnden ohn alle Ruh / Gott hats Gebett der Ar⸗ men / durch die Wolcken gehoͤret an / Er will sich ghr erbarmen. Ja die Goͤttliche Mayestat / hat beschlossen in seinem Rath / den Fried wider zu geben / der gan⸗ tzen werthen Christenheit / Fruchtbare Jahr dar⸗ neben. Den Kriegslast will Er wenden ab / von den Unterthanen vorab / auch alle Kriegs beschwaͤr⸗ den / in dem 38. Jahr / wirds wider wohl siehn auff Erden. Vom Reichsboden mercket gewiß / wird das Kriegs Volck ohn Ergerniß / gantz abgefuͤhret werden / wider den Tuͤrcken in Orient / ja biß zun Ende der Erden. Diß laͤst sich jetzt ansehen nun / weil der Tuͤrck ist geruͤstet schon / starck 200000. wider die Chri⸗ stenheit ich meld / zeucht er mit Gwalt heraussen Dardurch wird Gott verhaͤngen nun / das sich Kayser vnd Koͤnig schon / Bruͤderlich werden vergleichen / all Haß vnd Feindschafft legen hin dann Gott wird sie erweichen Der Rheinisch / Schwaͤbisch vnd Fraͤnckisch Krayß / wird durch Gottes befehl vnd gheyß / den Friedt wider erlangen / dardurch die armen / ver⸗ jagten Leuth / groß Frewd werden empfangen. Es wird ein solche gute Zeit / der lieben wer⸗ then Christenheit / auff dißmal wider fahren / gut Friedt / gesundheit / wolfeyle Jahr wird euch zu kommen zware. Der Nothleydende Bawersman / der alls bar muͤssen dahinden lahn / groß Jammer vnd Noth gelitten / ja mit sein lieben Kinderlein / biß in den Todt gestritten. Die werden widerumb erfrewt / Gott wird jhn liebe Obrigkeit / geben ohn all beschwaͤrden / das sie in Fried vnd Einigkeit / wider leben auff Erden. Abr wehe der gottlosen Rott / die darauß trei⸗ ben nur den spott / thun sein Wunder verlachen / dieselben wird Gott suchen heymb / mit gae ploͤtz⸗ lichen Straffen. Darumb jhr lieben Christen fein / weil euch Gott goͤnt sein Gnad allein / vnd wils vns geben zusam̄en / so lobet vnd danckt dem hoͤchsten Gott / durch Jesum Christum / Amen. Das Ander. ACh hoͤret doch jhr Chri⸗ stenleut / was ich euch jetzt will singen / fuͤr⸗ wahr ein grosses Hertzenleydt / will ich an Tag euch bringẽ / so sich kürtzlich / glaub sicherlich / denckwuͤrdig zu getragen / O JEsu Christ ins Him̄els Thron / dir thun wirs jetzund klagen. Erstlich / O weh / ach weh / O weh / jhr allerlieb⸗ sten Hertzen / wann ich dran denck / ich bald ver⸗ geh / vor angst vnd bitterm schmertzen / im Wester⸗ reich / ich melde euch / solch Hungers Noth ist ge⸗ wesen / daß man die faulen toden Roß / auff dem Feldt auffgelesen. Wann schon die Wuͤrm vnd Maden drinn/ thaͤtẽs kein abschew tragen / die Leut lagen drauff wie die Bien / vnd thaͤten daruon nagen / jhr Ba⸗ cken hol / fuͤllten sie voll / wie die wuͤtigen Hunde / Ratten vnd Maͤuß / suchtens in fleiß / vnd as⸗ sens zu der Stunde. Viel 100. Menschen wie ich meld / in grossem Hunger lagen / vom Aaß sie frassen in dem Feld / vnd thaͤten gantz verzagen / Kraͤuter vnd Graß / Wurtzeln fuͤrbaß / die Blaͤtter von den Baͤumen / haben gessen die betruͤbten Leut / mit jhren Kin⸗ dern kleinen. Jn der Pfaltz dort bey Masenheym / ein Fraw hat gewohnet / deren jhr Mann vnnd Kindt ge⸗ mein / der Todt auch hat belohnet / durch hungers Qual / nam sie dißmal / die Todten Coͤrper eben / zerhawts vnd kocht dasselb mit fleiß / daß sie dar⸗ von moͤcht leben. Sie aß ihrn Mann biß auff die Bein / jhr Kind desselben gleichen / seufftzet vnd weinet gantz, allein / O Gott vom Himmelreiche / verzeyhe mir / HERR Jesu hier / daß ich mein Mann vnnd Kinde / mein allerliebstes Schaͤtzelein / muß esst mit meinem Gesinde. Zu Altzey haben 3. Schwestern fein / zusam̄en sich verbunden / daß die zwo sollen die dritt ge⸗ mein / vmbbringen zu den Stunden / welchs sie mit Hertzenleyd gethan / habens eingesaltzen dar⸗ neben / das halbe theyl verkaufft darvon / das an⸗ der gessen eben. Zu Zweybruͤcken desselben gleich / ein Frau jhr eygen Kinder / geschlachtet hat in dieser Zeit / sie rufften nichts desto minder / Ach du Hertzliebstes Muͤtterlein / thu doch vnser verschonen / vmb Je⸗ su Christ / bitten wir gemein / Gott wirds euch wol belohnen. Aber da half kein bitten nit / sie musten alle sterben / der bitter Hunger triebs hiemit / kein Ge⸗ nad kuntens erwerben / als mans aber erfuhr her⸗ nach / haͤt man nach Rechtens Sachen / weil sie begangen diese Mordthat / jhr auch den Garauß machen. Zu Wertheim in Francken ebner maß / hat es sich zugetragen / daß die Menschen ohn vnter⸗ laß / einander gfressen ohn zagen / ja also gar / bey Vrfern zwar / ist ein Mordgrub gewesen / drinn man viel Menschenbein fuͤrwar / gfunden so auß⸗ erlesen. Drunter waren stattliche Leut / welchs man an Kleydern thaͤt sehen / die sie haben ermordt die Zeit / vnnd auffgefressen darneben. O Christen Mensch bedenck die Noth / dann weil die Welt standen / man solches nie erhoͤret hat / in vnsern Teutschen Landen. Zu Rufach wurden gegraben auß / die Tod⸗ ten zu Stucken geschnitten / gekocht vnd gebra⸗ ten vorauß / assens mit Lust darmitten / aber her⸗ nach den andern Tag / lagen sie auff den Gassen / bey 10. 20. Menschen dort / gestorben auff den Strassen. Bey Pfaltzburg eine arme Frau / mit 3. Kin⸗ dern thaͤt fliehen / in dicken Wald ohn allen schew meynt wolt dem Vngluͤck entziehen / als der hun⸗ ger / sich mehret mehr / kont sie nit vnterlassen / son⸗ dern schlachtet jhr kleinstes Kind / vnnd weint hertzlich ohn massen. Sie sprach du allerliebstes Hertz / Jesu Christ muß ichs klagen / wiewol ich dich mit grossem schmertz / vnter meim Hertzen getragen / doch must du seyn / die Speyse mein / HERR Gott thu mirs verzeyhen / schnitt hiemit ab sein Haͤlselein / zur⸗ stuͤckt es ohn allen schewen. Jst dann das nit ein grosse Noth / bedencket jhr Menschen eben / es hat gegolten ein pfundt Brodt / 1. Reichsthaler darneben / vnd 1. pfund Schmaltz / wie auch das Saltz / 3. Reichsthaler / ohn schewen / wer ein Mauß vmb 3. Batzen be⸗ kam / den thaͤt es sehr erfrewen. Weil dann jhr lieben Christen das / Elendt da thaͤt graͤssiren / im Westrich / Lottring / Pfaltz / El⸗ saß / man den Hunger thaͤt spuͤren / so last vns schon / fallen fortan / auff vnser Kny zusammen / daß vns Gott behuͤt / vor solcher Noth / durch Jesum Christum / Amen. Show less

Wundergeschichte mit einem Fisch, Stralsund, 1638
Wahre Abcontraffarctur eines Fisches / welcher im Februarij / bey der Statt Stralsundt in Pommern von zwey en Fischern ist gefangen worden / welcher in Abriß auff Franckfurt an der Oder / so wol auch der Koͤniglichen Haupstatt Breßlaw ist zugeschickt worden / was er vor Zeichen an sich gehabet... Show more Wahre Abcontraffarctur eines Fisches / welcher im Februarij / bey der Statt Stralsundt in Pommern von zwey en Fischern ist gefangen worden / welcher in Abriß auff Franckfurt an der Oder / so wol auch der Koͤniglichen Haupstatt Breßlaw ist zugeschickt worden / was er vor Zeichen an sich gehabet wird ein jedweder Augenscheinlich hier inen befinden vnd in Gesang berichtet werden. Jhm Thon: Hilff GOtt das mirs gelinge / rc. Bey neben ein schoͤns Klag Liedt / welchs die armen Leut jetzt Taͤglich singen. ACh Gott was thut mann hoͤren / jetzunder allhie auff Erdt / nur Jamer Angst vnd Beschwerden / Niemand sich doch dran kehert / von Krieg / Auffruhr / Raub Mord vnnd Brande / an vielen Ort vnd Endt / Got solches gnaͤdig abwendt Mein Christ thu du an hoͤren / was ich anzeugen wil / weyl vns lest Gott der Herre / sehen Wunder vnd Zeichen viel / an Soñ Mondt Sternen mit klag an Menschen vnd Vich / au Erden Niemandt nichts darnach fraget. Nun wil ich thun anzeigen / diese Wunder geschicht / vnd kan es nicht verschweigen / vnd euch kurtzlich bericht / weil sich New lich in diesen Jahr groß Wunder hat begeben in Monat Februar Den 27. Tage / zwey Fischer ich euch bericht / auffs wasser thet ten fahren / ist war vñ kein Gedicht / im Pommer land bey einer Stadt / Stralsundt heist sie mitnamen / wie alhierfuͤr Augen steht Zweymal sie thaͤten außwerffen / das Netz ich euch bericht / aber nichts kuntten sie fangen / der eine zum andern spricht / last vns ein wenig weiter fahren / Gott wird vns was bescheren / vnd also zum Drittenmahl. Zum Drittenmal sie eben / jhr Netz auß wurffen frisch gar balt haben sie gefangen ein wunder seltzam Fsch / wie hie abgemallet zu dieser zeit / drumb thut euch doch bekehren / groß straff er noch beteut Die Fischer thetten zusammen Reden / auß gantz Trewrigen mut / wir wollẽ alsbald fahren / wieder auff die Stadt Stralsunt solches anzeigen einem Erbarem Rath / das sie doch wolle an⸗ schauwen / die grosse Wunderthat. Die Herren allesamen / machten sich auff als dan / diß Wun der zubesehen / den Fischern befohlen han / sie solten jhn bringen in die Stadt / welches damals balt geschehen / jeder man jhn gesehen hat Viel Hundert Menschen ich sage / diesen Fisch gesehen han / mit grosser Furcht vnd Klagen Gott theten sie ruffen / an Stra ffen so er dadurch an meldt / seyn Gesicht also Formirt / gleich wie ein Weibs bildt. Eine schupp thet er haben / ander Styren wie ein Pollack / auß seinem Maul thet gehen / ein natuͤrlich Schwert / vndtern Hals auch eines ich bericht / auff seynem Haupt ein Crone / wie Mann vor Augen suͦcht. Fuͤnff Buchstaben thetten stehen / auff dem Haupt in der Cron / drey tuppel Creutz ich sage / welche dir anzeigen thun / groß jammer Truͤbsal vnd Elendt / thue wahre Rew vnd Buße / vmb deine Begangne Suͤndt. Vmb seynen Halß auch eben / ein uͤberschlag welcher ist Vor miret / mit grossen Zancken eben / wie mann vor Augen sicht / welchs dir anzeiget die Hoffart vnd Pracht / O Mensch thu daruon lassen / dasselbige du gar veracht. Oben auff dem Rucken eben ein Stuck also thet stahn / mit Raͤdern also vormirdt / welches vns thut zeigen an Krieg Blut verguͤssen vnd Auffruhr / an seiner Seydt auch eben / ein solch schraͤckliche Figur. Der Todt wie hie zusehen / an diesen Fisch thaͤtt stahn / uͤber seynem Leib thet gehn / zwey Standtarden melt ich euch an / oben an der Spitz ein Fenlein hing / in jeder Fahn drey Buchstaben wie ich mit Warhait sing. Jn der ersten Fahn zusehen / Drey buchstaben voran / ein J. ein N. gar eben ein B. also zusehen / in der ander Fahn wider ich bericht ein A.D. Vnd R. Zusehen / weitter ich auch [...] Noch mehr an jhm zusehen / einne Rutte fewrig zu Handt / hinden also vormiret / wie ein schwert wolbekant / viel Mußquet ten auch an dem Endt / hinden an jhm zusehen / nichts guttes Beteutten wird. Seine laͤnge die ist gewessen / Fuͤnff ellen thu ich euch kundt / leuger er auch nicht gelebet alss einiger Stund / darnach also ge storben ist / Mann hat jhn auff gehaben / zu einer Gedaͤchtnuß. Von diesen Fisch man schreibet / was er Bedautten wirdt / solches bey aber Gott flehet / er kan als wendẽ ab / Krig Pestilentz vñ Fewerß brunst / wie den alhie zusehen / di Ruthe nicht gar vmbsonst Die vns Gott ernstlich zeuget / wo jhr euch nicht Bekehret / wird er noch schicken viel Straffen / die jhr noch nie erhoͤrt / wie den allhie zusehen ist / der Todt viel Tausent Menschen / weckra⸗ ffen zu dieser Frist. Weil er Zwey fahneen fuͤhret / Creutzweyß vber seinen Leib so wird er auch graßsiren / vber Mann Kindt vnd Weib / den Krieg zerstoͤhren in Deutschlandt / GESV sey vns Gnaͤdig / den liben Fried vns wiedr sendt. Der Vberschlag Bedeuttet / die Hoffart in dein Landt / sy jetzt bey viellen Menschen / Nimpt gar sehr vberhandt / O Men sch thu dich bekehren zu GOTT / vnd von Suͤnden ablassen / so huͤlff Er dir auß Noth. Vnd wird dir Entlich geben / nach dieser betruͤbten Zeit / die Frewde deß Ewigen Leben / dar zu helff vns bereit GOtt Vat⸗ ter Sohn H. Geist / wer das begehret sprech AMEN / JEsu dein Huͤlff vns Leyst. Ein schoͤn Geistlich Liedt. ACh fromer GOtt / wie grosse Noth / thut vns an jetzo plagen / wie schweres Joch / druͤcket vns doch / wir moͤchten bald verzagen. Alle Frewd ist hin / All Muth vnd Sinn / sehr weit sich võ vns wenden / betruͤbet wir gehen / gantz trawrig stehn / an allen Orth vnd Enden. Jn vnserm Hauß ist nichts denn Grauß / all Winckel vns schrecken / die Finster Nacht / vns bange macht Furcht pflegt vns auffzuwecken. Das Tage Liecht / erfrawet vns nicht / Erreget grosse Schmertzen / wen Trum̄el gehn / Reutter / sehen / klagen wir sehr von Hertzen. Denn sols nicht sein / ein schwere Pein / wenn man von Hauß muß ziehen / mit Kinderlein / so noch gar kle⸗ in / weg in die Frembde fliehen. Sols auch nicht sein / ein recht Last Stein / wenn vns der Krieg so drenget / in vnserm Hauß / heist gehen rauß / vnd noch wol darzu zwinget. Wie selig war / Loth Jenes mahl / da Sodom solt verbrennen / GOtt Engel sendt / die jhn behend / nach Zoar hiessen rennen. Zu jener Zeit / auch fromme Leut / Gott auß dem E⸗ lend fuͤhret / ein Staͤdlein weist / so Pella heist / da sie schuͤtzt vnd regieret. Ja Wilde Thler / haben Hoͤlen hier / darein sie lau⸗ ffen von stunden / wenn Donner vnd Blitz / wenn bren nend Hitz / sich hat herbey gefunden. Aber wir all / vor Noth / Truͤbsal / wissen nirgend zu bleiben / auch vnser Seel / hat keine Hoͤhl / der Krieg wird vns auffreiben. Darumb zu dir / Christe kommen wir / nim vns in dei ne Hoͤlen / ach rett auß Noth / Behuͤt vor Spott / laß vns doch nicht so quaͤlen. Siehe nicht an / was wir gethan / laß Gnad vor recht gehen / stewre dem Krieg / gib Fried vnnd Gluͤck / schaff ab Seufftzen vnd Flehen. Dafuͤr wollen wir / GOTT dancken dir / zu aller Zeit ohn Ende / beyd fruͤh vnnd spat / zu Mitter⸗ nacht / ach komm vnd hilff behende / Amen. E N D E. ¶ Gedruckt in der Alten Stad Prag / bey Lidmilla Sedlschanskin. 1638. Show less

Erscheinung dreier Männer, Prag 1638; Selbstmord einer Witwe, Feldbach am Rhein; Trostlied
Zwo warhafftige Newe Zeitung / Die erste / So sich begeben vnd zugetragen / zu Prag in der alten Statt / den 3. Januarij Anno 1638. allda drey weisse Maͤnner auff den Kirchhof seynd erschinen / was dieselben ver⸗ kuͤndt vnd angedeutet haben / werdet jhr in disem Gesang klaͤrlich berichtet ... Show more Zwo warhafftige Newe Zeitung / Die erste / So sich begeben vnd zugetragen / zu Prag in der alten Statt / den 3. Januarij Anno 1638. allda drey weisse Maͤnner auff den Kirchhof seynd erschinen / was dieselben ver⸗ kuͤndt vnd angedeutet haben / werdet jhr in disem Gesang klaͤrlich berichtet werden. Die ander / Wie sich zu Feldbach am Rheyn / ein arme Wittfraw / sampt jhren dreyen Kin⸗ erlein / erbaͤrmlichen in Rheyn gestürtzt / so doch das kleinste Kind / auß sonderbarer schickung Gottes / beym Leben ist erhalten worden. Darbey ein schoͤn Geistlich TrostLied / Jn seiner eygnen Melodey. Getruckt zu Prag / bey Joan Scalitzky/ Jm Jahr 1638. Die erste Newe Zeitung / WAcht auff / wacht auff jhr Christenleut / thut Buß / thut Buß macht euch bereit / die letzt Zeit thut her tringen / weil so vil Wunderzeichen groß / geschehen thon ohn underlaß / davon ich jetzt will singen. Dann es newlich geschehen ist / im Boͤhmerlan⸗ de zu der frist / in der alten Statt Prag eben / auff dem Kirchhoff drey gantzer nacht / thet man sehen durch Gottes Macht / drey weisse Maͤnner geben. Wol hewr an den dritten Tag / im Januarij mit Warheit ich sag / hat man sie angesprochen / die Pfarrherren wol zu der frist / ja durch den HErren Jesum Christ / daß sie anzeigen solten. Warumb sie kom̄en auff die Welt / darauff als⸗ bald der erste melt / jr werthen Christenleute / thut Buß / thut Buß / macht euch bereit / GOtt wirdt früwar in kurtzer zeit / wenden ewr leid in frewd. Dann alles Vngluͤck so jhr nun / jetzunder habt außstehen thun / wird nehmen bald ein Ende / in den acht vnd dreyssigsten Jahr / die Menschen ruͤfften offenbar / Jesu dich zu vns wende. Der ander bald auch redẽ thet / ein bloß schwert in den Haͤnden hett / wol in den Boͤhmerlande / ruͦffet dabey Prag wol bekandt / ja auff dem weis⸗ sen Berg genannt / groß Vnfrid ist verhanden. Es werden hewr in disem Jahr / drey hauffen zu sammen ziehen fürwar / vnd sich zum Streit begeben / daselbst vmbkommen werden bald / vil Mutter Kinder jung vnd alt / O Mensch besser dein Leben. Wann das nun wird furuͤber seyn / daß da vmb⸗ kom̄en groß vnd klein / wird drauff erfolgẽ schone / daß Keyser Koͤnig vnd Fürsten zugleich / das gan⸗ tze H. Roͤmisch Reich / zum Friden greiffen thone. Darauff der dritte kam gar bald / sein Angsicht wie der Todt gestalt / in der rechten Hand truge / vil schoͤne Fruͤchten von Waitzen vnd Korn / O GOtt wend ab dein gerechten Zorn / mit Gnad dich zu vns biege. Jn der andern Hand bracht er herfuͤr / vil schoͤ⸗ ne Trauben / oͤpffel vnd Birn / vnd fieng laut an zu schreyen / diß alles wirdt hewr in disem Jahr / vberfluͤssig gerathen fuͤrwar / thut Buß jhr Chri⸗ stenleute. Vil werdens doch erleben nicht / gar bald er zu den Leuten spricht / Pestilentz wirdt regieren / Hauptkranckheit / fieber / heimliche gschwaͤr / rote Ruhr vnd Blutgang noch vilmehr / werden vil tausend jhr Leben verlieren. Darnach schryens all drey zugleich / ach bettet fleissig Armen vnd Reich / es kompt die Zeit der Gnaden / vnd fiengen drauff zu singen an / GOtt sey lob in dem hoͤchsten Thron / alsbald sie drauff verschwanden. Vil hundert Menschen Fraw vnd Mañ / Geist⸗ lich vnd Weltlich waren beysam̄ / fiengen bald an zu weinen / fielen nider auff die Knye vernim̄ / vnd ruͤfften all mit heller stim̄ / Jesu thu vns verzeihẽ. So wollen wir auß Hertzengrund / dich loben thun zu aller stund / Gott dem Vatter deßgleichẽ / auch heiligen Geist den Troͤster werth / vergib vns vnser Suͤnd auff Erd / fuͤhr vns ins Him̄elreiche / Amen. Die ander Newe Zeitung. ACh GOtt in deinem hoͤchsten Thron / durch Jesum Christum deinen Sohn / laß dich die Noth erbarmen / weil in der gantzen Chri⸗ stenheit / nur lauter Truͤbsal vnd Trawrig⸗ keit / komb bald vnd hilff vns Armen. Ein Wittfraw mit drey Kindern klein / die kam gen Feldbach an dem Rheyn / groß hunger hett sie vmbfangen / mit sampt jhren drey Kinderlein / gieng sie auß achtzehen Doͤrffer mit weinen / kein Brot kondt sie bekommen. Sie troͤst jhr Kinderlein so sehr / nach Feldbach stund ail jhr beger / daselbst wolt sie Brot kauffen / ein Batzen hetts in jhrer gewalt / zu Feldbach nur eylff pfenning galt / hoͤrt was sich hat verloffen. Also kam sie in einem stuck / biß gen Feldtbach wol auff die Bruck / hinein wolts man nit lassen / vier pfenning solt sie geben Zoll / darauff die Fraw wurd trawrens voll / bat den Zoͤllner dermassen. Vmb Gottes willen also sehr / vnd sagt jhm all jhr noth daher / wie es jhr wer ergangen / mit wei⸗ nenden Augen fuͤhrt sie jhr klag / wie jhr Kinder⸗ lein siben gantzer Tag / kein Brodt hetten em⸗ pfangen. Jhr bitten ward doch gantz verlohrn / der Zoͤll⸗ ner ward vergrimbt im Zorn / schwur jhr bey Gott dem HErren / sie solte fortgehn ohn verzug / mit ei⸗ nem Stecken er sie schlug / noch weiter thut an⸗ hoͤren. Sie sprach Gott seys im Himmel geklagt / soll ich also werden geplagt / allhie auff diser Erden / daß mich bezwingt die Hungersnoth / vil lieber will ich hie den Todt / mit meinen Kinderlein be⸗ wehren. Sie sprach du Zoͤllner merck mich schon / GOtt der HErr wird dich straffen thon / man wird in kurtzen tagen / von mir vnd auch den Kinderlein mein / GOtt der HErr woll vns gnadig seyn / all⸗ die wissen zu sagen. Jn dem hat sie sich wegk gelend / zwey Knaͤb⸗ lein fuͤhrt sie an der Haͤnd / eins trug sie auff den Armen / dasselb kuͤst sie zum oͤffternmahl / vnd sprach ach Gott in deinem Saal / thu dich vnser er⸗ barmen. Zoͤllner schry sie mit heller Stim̄ / Gott verzeih dir all deine Suͤnd / deßgleichen mir die meine / GOtt gesegne euch lieben Kinderlein mein / all⸗ hie muß vnser Ende seyn / die zwey warff sie in Rheyne. Das dritt hett sie an jhrer Brust / dasselbe sie noch einmal kust / sprang auch in Rheyn mit grawen / der Zoͤllner selbst zu schawen thet / wie es jhnen gienge an der stett / merckt auff jhr Mann vnd Frawen. Als er gieng vor die Bruck hinauß / da thet er sehen mit grossem grauß / an einer Stauden han⸗ gen / das aller kleinste Kindelein / das schry dem Zoͤllner also fein / ach thu dich meiner erbarmen. Diß groß geschrey jhn darzu zwang / wie bald er in das Wasser sprang / vermaint dem Kind zu⸗ helffen / aber er must auch in dem Rheyn / also en⸗ den das Leben sein / mit geschrey vnd grossen gelffen. Nach disem Jammer vnd Elend / bracht man darvon das kleine Kind / das war in seinem Alter / ohngefahr bey sechs Monat alt / also wurde durch Gottes gewalt / dem Kind sein Leben erhalten. Vil hundert Menschen Frawen vnd Mann / schaweten diß grosse Wunder an / fiengen bald an zu weinen / also in disem Jahr geschwind / gar vil Wunder geschehen sind / an vilen orthen gemeine. Ach GOtt komb mit deim Juͤngsten Tag / vnd mach ein End all noth vnd klag / vnd hilff vns al⸗ len samen / nach diser truͤbseligen Zeit / so zu dir Gott in Himmel schreyt / durch Jesum Christum / Amen. Ein schoͤn Geistlich Lied. 1. HErr JEsu Christe Gottes Sohn / du Heyland und Genadenthron / Du weist daß ich voll Suͤnden bin / Du aber mit Gnad wirst helffen mir. 2. Jch ruff dich an liebes JEsulein / erhoͤr mein Gebett vnd sehnliches schreyen / Er⸗ barm dich doch der Klagen mein / Jch hoff du wirst mir barmhertzig seyn. 3. Du bist fuͤr mich ans Creutzes Stamb / geschlachtet / O du GOttes Lamb / wol tausentmahl hast du fuͤr mich / dein Himli⸗ schen Vatter gebetten so hertzlich. 4. Das Blut der heiligen fuͤnff Wunden dein / fuͤr mich auff die Erden geflossen seyn / aber auß lauter Lieb vnd Gunst / erlidst du HErr solche Peyn fuͤr vns. 5. Wann dein bitter Leyden vnd Sterben / HErr vns nicht wer zu Trost geschehen / so weren wir all in Suͤnden verdorben / drumb bist fuͤr vns am Creutz gestorben. 6. Jch als ein suͤndliche Person / ohn Got⸗ tes Gnad nichts vollenden kan / Jch aber mit klagen bitt demuͤtiglich / daß Gott mich woͤll verlassen nicht. 7. O wie gluͤckselig vnd froͤlich bin ich / daß du fuͤr mich HErr Jesu Christ / dein Blut vergossen am Creutzes Stam̄ / so gar ge⸗ dultig / O Gottes Lamb. 8. Drumb will ich mit Gottes hilff kraͤff⸗ tiglich / dem Satan widerstreben trotziglich / weil du mich liebes Jesulein / versoͤhnest bey dem Vatter dein. 9. O Mensch bedenck die grosse Lieb vnd Gnad / die Gott an dich gewendet hat / sonst hettestu muͤssen in Suͤnden vergehen / wañ Christus nicht fuͤr dich gestorben wer. 10. Drumb bitt ich liebes JEsulein / schließ mich in die H. fuͤnff Wunden dein / dein H. Geist auch zu mir send / verlaß mich nicht am letzten End. 11. Ehr sey GOTT Vatter im hoͤchsten Thron / sampt JEsum Christ sein liebsten Sohn / dem heiligen Geist auch gleicher weiß / sey gesagt Lob Ehr vnd Preyß / Amen. ENDE. Show less

Von einem ehrvergessnen Mann; Von den zwölf Stunden
Ein wahrhafftige Newe Zeitung. Von einem Ehr⸗ vergeßnen Mann / der sein Schwanger Weib / durch das leidige Spilen vnnd Vollsauffen / das Kindt in Mutterleib verfluchet hat / vnd was darauß ent⸗ standen ist. Gesangweiß gestellt / Jm Thon: Wie man den Koͤnig Laßla Singt. Ein Anders / Von... Show more Ein wahrhafftige Newe Zeitung. Von einem Ehr⸗ vergeßnen Mann / der sein Schwanger Weib / durch das leidige Spilen vnnd Vollsauffen / das Kindt in Mutterleib verfluchet hat / vnd was darauß ent⸗ standen ist. Gesangweiß gestellt / Jm Thon: Wie man den Koͤnig Laßla Singt. Ein Anders / Von den Zwoͤlff Stunden / rc. Jm Thon: Es ist gewißlich an der Zeit / rc. Erstlich getruckt zu Coͤllen / bey Valentin Meyer / 1638. 1. HOert fleissig zu jhr lieben Christ / Ein seltzam Wunder aschehen ist / So gar in kurtzen Tagen: Zu Bruͤssel bekant / Ligt in Braband / Allda hat sich zutragen. 2. Ein gar seltzam Wunder geschicht / Wie ich mit Wahrheit thu bericht / Es ist fuͤrwar kein schertzen: jhr Leuth gemein / Groß vnd auch klein / Nemens doch recht zu hertzen. 3. Drey Gaͤst sassen in eim Wuͤrthshauß / Die lebten Tag vnd Nacht im sauß / Muth⸗ willig vber die massen / Ja wider Gott / Vnd sein Gebott / Vnd wolten nicht nachlassen. 4. Sie triben am selbigen Ort / gar graͤw⸗ lich vnzuͤchtige Wort / Nach jhrer weiß vnnd arten / Fiengen sie schon / zu Spilen an / Mit Wuͤrffel vnd mit Karten. 5. Sie sassen biß an Dritten Tag / Den graͤwl ich kaum erzehlen mag / Den sie triben mit gferden / Laͤsterten Gott / Mit Hon vnnd Spott / Vnd liessen jhn nichts wehren. 6. Einer hieß Hanß Caleß gemeld / Der verspielt sein Kleider vnd Gelt / Sein Fraw kam bald vnd gschwinde / sprach lieber Mann / Was facht jhr an / Vnd sie gieng groß vom Kinde. 7. Er thaͤts Jaͤmmerlich schlagen nun Die Wuͤrthin sprach du boser Mann / Laß sie doch vngeschlagen / seyt nicht verwehnt / vnd schont deß Kind / Daß sie im Leib thut tragen. 8. Der Boͤßwicht antwortet gar schnell / Jhr seyt der Teuffel auß der Hoͤll / Attern vnnd Schlangen zusammen / Mit trotzigen Wort / Das jeder hort / sein Schwanger Fraw sprach Amen. 9. Das gebe Gott im Himmel klar / das deine Wort auch werden war / Darmit ist sie heimgangen / Es waͤret nicht lang / jhr ward gar bang / Mit grossem Weh vmbfangen. 10. Die Weiber kamen wie sich gebuͤrt / Vnnd da sie nun erloͤset wirdt / Habens daß Kind vmbfangen / War oben fein / Wie ein Mensch soll sein / Vnnd vnden wie ein Schlangen. 11. Die Weiber all erschracken sehr / dem Vatter brachtens newe Mehr / Das Kind wolt er beschawen / Hoͤrt Wundersach / Wie es geschach / Der schimpff thaͤt jhn gerawen. 12. So bald das Kind den Vatter sach / Den Schlangenschwantz mit vngemach / Hats jhm vmb den Halß gschlagen / Graͤw⸗ lich sich stalt / Erwuͤrgt jhn baldt / Fuͤr aller Mensch en Augen. 13. Vnd sturb gantz schroͤcklich vberauß / Die Leuth auch all mit grossem grauß / Thaͤ⸗ ten gar sehr erschraͤcken / Man hat das Kind / So gar geschwind / Zwischen Beth thun erstecken. 14. Die Mutter durch schraͤcken diß mal / Jst gestorben in dem Vnfahl / So seind drey gleich vmbkommen / Durch Vbermuth / Das thut kein gut / Hat man allzeit vernommen. 15. Diesen grossen Jammer vnnd Leidt / Kompt von Spielen vnnd Trunckenheit / Graͤwlich Laster vnnd Fluchen / Ein jeder⸗ man / Gedenck daran / Man soll Gott nicht versuchen. 16. Nembt doch Exempel jhr Frawen schon / Fuͤrauß die welche Schwanger gohn / Bittet Gott vmb sein gnaden / Traget gedult Warten Gotts Huld kein Fluch wirdt euch nicht schaden. 17. Jhr Maͤnner huͤt euch vor dem Spiel / Es bringt manchen vmb Leib vnnd Seel / Vmb Ehr Gut vnd auch Leben: Weib Kind mit Noth / Hand offt kein Brot / Muͤssen im Ellendt leben. Das soll betrachten ein jeder Christ / Vnd huͤt euch vor deß Teuffels list / Gott wirdt sein Segen geben: Das jhr euch naͤhrt / Auff diser Erdt / Hernach das Ewig Leben / Amen. Ein anders Lied. O Mensch mit fleiß bedenck all Stund / Darinnen du thust leben: Weil du noch selbst bist frisch vnd gsund / Thu Gott nicht widerstreben. Darumb so solle je⸗ derman / Kein Stund lassen fuͤruͤber gan / Er soll Gotts gnad bedencken. 1. Wenns Eins schlecht so gedenck daran / Wie du einmal muͤst sterbẽ: Ein einiger Gott inn Drey Person / Den soll man lieben vnd ehren. Deß frew sich nun ein jeder sehr / Das er zu Gottes lob vnd ehr / Ein vernuͤnfftig Mensch ist geboren. 2. Wenns zwey schlecht so bedenck mit fleiß / Wie Gott Vatter hat gschaffen: Zwey Menschenbildt im Paradeiß / Einander nicht zverlassen / Hat dißmal den Ehestand auff⸗ gricht / Einander zuverlassen nicht / Sonst wills Gott traͤwlich straffen. 3. Wenns drey schlecht gedenck auch an Gott / Vatter / Sohn / Heilgen Geiste: Wie sie zugleich inns Himmels Thron / Regieren allermeiste. Die Betten wir als Einen an / wie Abraham auch hat gethan / Als klaͤhrlich steht geschriben. 4. Wenns Viere schlecht denck ann die Schriffte / welch vns haben thun schreiben Vier Evangelisten in der Geschicht / Vns Christen darbey zu bleiben. Deß HErren Zukunfft in der Welt / Sein Wort vñ Werck klaͤhrlich erzehlt / Gotts Geist hats jhn ein⸗ geben. 5. Wenns Fuͤnffe schlecht gedenck auch dran / Wie Christus hat thun leiden: Fuͤnff Wunden Rot ans Creutzes Stamm / War gstochen in sein Seiten. Durch welches wir sind worden heil / Dardurch erlanget Ewigs Erbtheil / Darfuͤr sollen wir Gott dancken. 6. Wenns Sechse schlecht sey du bereit / Jm Glauben vnd Lieb zubleiben: Denck der Sechs Werck der Barmhertzigkeit / Laß dich darvon nicht treiben. Deins Glaubens Lieb zu zeigen an / Der wird am Juͤngstentag wol bstahn / Vnd mit Gott Ewig Leben. 7. Wenns Sibne schlecht vergiß auch nit / Thus Vatter vnser ehren: Darinnen so sind Siben Bitt / Christus hats vns thun leh⸗ ten. Jn welchen wir von Gott dem HErrn / Der Seelen vnd Leibs Heil begern / HErr lehr vns recht bedencken. 8. Wenns Achte schlecht gedenck an Tag / Nach der Geburt deß Herren: Am Ach⸗ ten Tag beschnitten ward / JEsus das Kindt der Ehren. An welchs statt vns ist gericht auff / Das Bundtzeichen der heilgen Tauff / Vor aller Sünd gewaschen. 9. Wenns Neune schlecht du nicht ver⸗ giß / Wie Christus ist verschiden: Zur Neund⸗ ten Stund das ist gewiß / Den Todt fuͤr vns gelitten. Wirdt vns auch solch sein Leib vnd Blut / Jm Abendmahl gereicht zu gut / Dar⸗ durch wir selig werden. 10. Wenns Zehne schlecht gedenck an GOtt / Wie du solt richten dein Leben: Nach den heilgen Zehen Gebott / Die vns GOtt hat gegeben. Wie wir darinnen sollen wand⸗ len / Allzeit mit vnsern Naͤchsten handlen / Nicht nach deß Fleisches willen. 11. Wenns Eilffe schlecht gedenck an die / Eilff fromme Juͤnger Christi: Den sich Gott offenbahren thaͤt / gab jhn gewalt der Schluͤs⸗ sel. Erstreckt sich auff all Diener Trew / HErr GOtt du vnser Suͤnd verzeih / Vnd laß vns mit dir leben. 12. Wenns Zwoͤlffe schlecht denck du auch hin / An den Christlichen Glauben: Darin⸗ nen zwoͤlff Artickel stehn / den soll man gaͤntz⸗ lich trawen. Zu GOtt der woͤll vns allen ge⸗ ben / Durch JEsum Christ das Ewig Leben / Drauff sing ich froͤlich / Amen. ENDE. Show less

Missgeburt in Paris, 1638
Newe Zeitung von einem Frantzosen / Wunderbarliche Mißgeburt / so sich begeben vnd zugetragen hat / in der Stadt Paris in Franckreich / eben da der grosse Comet ist zusehen gewest den 2. November / Anno 1618. da ist dieser Knab ge⸗ boren worden / vnd heist derselb mit Namen Lazarus Kalett / vnd... Show more Newe Zeitung von einem Frantzosen / Wunderbarliche Mißgeburt / so sich begeben vnd zugetragen hat / in der Stadt Paris in Franckreich / eben da der grosse Comet ist zusehen gewest den 2. November / Anno 1618. da ist dieser Knab ge⸗ boren worden / vnd heist derselb mit Namen Lazarus Kalett / vnd sein Bruder Johan Batiste Kalett / Auß seinem Bruͤderlichen Leib gewachsen / mit einem lahmen Arm vnd lincken Fuß / wie allhie augenscheinlich zusehen / vnd in Figur gemahlet ist / sein Vatter Lorentz Kalett / vnd sein Mutter Susanna / welche nur drey Jahr nach seiner Geburt gelebt / welche Mißgeburt an vielen Orten zusehen gewest / als in Spanien / Engeland / Holand / Dennemarck / Holstein / Hamburg / Luͤbeck / Stettin / in Pommern / Dantzig / in Preussen / Koͤnigsperg / vnd gantz Preussenland / Also hab ich nicht vnterlassen koͤnnen / solches widerumb in Truck zugeben / vnd wird gesungen / im Thon wie man den Grafen von Serin singt / Jetzt im Jahr 1638. 1. MErckt auff jhr Christen alle / habt acht auff diese Zeit / in diesem Jam⸗ merthale / Gottes Straff die ist nicht weit / wir habens wol verdienet / mit Suͤnden mannigfalt / groß Zeichen haben wir gesehen / mit wunderlicher Gestalt 2. Schroͤckliche Mißgeburt an Kindern / welchs zu erbarmen ist / vnd thut sie noch nicht lindern / viel wundern zu der frist / ein jeder woll es betrachten / das schroͤcklich Mirackel allein / vnd dasselb nicht verlachen / sondern drumb traurig seyn. 3. Mich duͤncket es ist vorhanden / daß Gott wird halten Gericht / Zeichen geschehen in al⸗ len Landen / niemand thuts bedencken nicht / darumb thut vns vermahnen / die gantze heili⸗ ge Schrifft / ein jeden allesamen / thut Buß mit gantzer Pflicht 4. Mehr soll ich euch anzeigen / mein fromme Christen all / vnd thu fuͤrwar nicht liegen / habt acht drauff allzumal / was hat sich zugetragen / das mag nicht schweigen sein / vnd ist warlich nicht erlogen / nembt es zu Hertzen fein. 5. Wol in Franckreichen Landen / in einer Stadt so fein / Pariß ist wol bekandte / vorne⸗ mer Leut groß vnd klein / wie sie allda gelegen / an wol bequemen Ort / da hat sich thun bege⸗ ben / die erschroͤckliche Mißgeburt. 6. Da ist dieser Knab geboren / von vorne⸗ men Eltern sein / von Gott also erkoren / wir sollen wol betruͤbt seyn / wann wir die Mißge⸗ burt anschauen / allhier zu dieser frist / so mag vns zwar wol grauen / merck auff mein from⸗ mer Christ. 7. Sein Leib ist schoͤn formieret / wie er zu der Welt kam / von Gott also gezieret / wie hie vor Augen thut stahn / wol an der lincken Seiten / thut er noch ein Mensch seyn / wie jhr allhie thut sehen / ein Knaͤbelein so klein. 8. Es bleibt darbey nicht bewendet / es war an seim Leib so schoͤn / gewachsen ein lahmer Ar⸗ me / ein lincker Fuß daran / der Leib thu gleichwol leben / mit einem Hertzen fein / Au⸗ gen vnd Mund kan es regen / an seinem Koͤpf⸗ felein. 9. Noch mehr muß ich anzeigen / von diesen Kindelein / vnd thu es auch nicht liegen / von seinem Leben klein / was sein Bruder thut es⸗ sen vnd trincken / davon sich erhalten thun / daß es sich auch ersettiget / ist zu erbarmen nun. 10. Wann es ist Zeit zu essen / so gibt es keinen Fried / gantz schroͤcklich thut es greinen / vnd murrt gleich wie ein Vieh / so muß sein Bruder essen / ob ers gleich nicht thut gern / Rauchta⸗ back darff er nicht brauchen / denselben muß er entbern. 11. Drey Menschen thu ich sagen / essen nicht so viel als er / groß Schuͤssel voll muß man auff⸗ tragen / er macht es alles leer / die Speiß wann ers thut essen / so kumpts ins Brudern Leib / nicht lang kan er drauff fasten / muß essen ir kurtzer Zeit. 12. Weil die Welt ist gestanden / ist gewest kein solche Geburt / das in soviel Staͤtt vnd Lan⸗ den / herumber wandern thut / viel Volck solchs zu eim Spiegel / solches gesehen han / Es ist fuͤrwar kein Luͤgen / das gedenck Frauen vnd Mann. 13. Also habt jhr vernommen / von dieser Miß⸗ geburt allein / viel hundert habens gesehen / in mancher Stadt groß vnd klein / darumb jhr lieben Christen / betracht das Wunderwerck / seydt fromb ohn arge Listen / daß euch Gott hi⸗ rinn staͤrck. 14. Laßt vns thun Buß bey zeiten / gedenck an Juͤngsten Tag / er wird bald herein brechen / darumb betet vnd wacht / der HERR der wird bald kommen / der Tag wil Abend han / wir ha⸗ bens wol vernommen / bessert euch nur allsam / Amen. Erstlich gedruckt zu Ambsterdam in Holland / bey Johann Fante / hernach zur Empten / wider zu Hamburg auff Hochteutsch bey Johannes Rebelin / vnd Heinrich Wer⸗ ner / zu Luͤbeck bey Valentin Schmalhertz / zu Rostock bey Johannes Reisner / zu Stettin in Pommern / bey David Rehten / zu Dantzig bey Georg Rehten / zu Elbing bey Wendel Bobenhausen / zu Koͤnigsberg in Preusen bey Lorentz Segenbatten / zu Dorn bey Frantz Schnellboltz / Polnisch vnd Teutsch / zu Gerlitz bey Niclauß Zipsern / Jetzt im Jahr 1638. LAZARVS. .IOHANES BATISTA. Show less

Bericht über Belagerung und Einnahme von Breisach durch Hz. Bernhard von Sachsen-Weimar; 1638
Ein huͤpsch new Lied / Von der Belaͤge- rung vnnd Eroberung der Statt Breysach / im Elsaß gelegen: Durch Jhr Fuͤrstliche Durchleucht Hertzog Bernharden von Sachsen Wein⸗ mar / deß Evangelischen Bunds Generalissimum. Geschehen den 8. Tag Decembris deß 1638. Jahrs. Jm Thon: Wie man den... Show more Ein huͤpsch new Lied / Von der Belaͤge- rung vnnd Eroberung der Statt Breysach / im Elsaß gelegen: Durch Jhr Fuͤrstliche Durchleucht Hertzog Bernharden von Sachsen Wein⸗ mar / deß Evangelischen Bunds Generalissimum. Geschehen den 8. Tag Decembris deß 1638. Jahrs. Jm Thon: Wie man den Graff Niclausen von Serin singet. gedruckt im Jahr Christ / 1639. 1. MJch gelust einmahl zu singen ein Lied⸗ lin kurtz vnd gut: Hilff Gott daß mirs gelinge / wie ich es hab im mut: Von jhr Durchleucht dem Helden Bernharden von Weinmar / wie er Breysach bezwungen / dem Keyser abgedrungen / erlangt groß Ehr dahar. 2 Breysach mit Mauen / Graͤben Bewahrt auffs aller best: Jn dhoͤhe auch erhaben / von natur eben vest mit Gschuͤtz von groben Stu⸗ cken / sampt der Munition / in allweg so verse⸗ hen / daß wer dieselben gsehen / erstaunen muß darvon. 3 Wie viel an Breysach glegen / Oesterreich wol vermerckt: Die Statt von dessentwegen vor langem wol versterckt. So hat auff dieser Geygen d'Cron Franckreich auch gespielt: Jhr Durchleucht Hoch gebohren / von Sach⸗ sen außerkohren / fleissig dahin gezielt. 4 Wie er moͤcht maͤchtig werden Der Statt / sie nemmen eyn / vngeacht aller bschwerden / all sein Sinn g'richt dahin. Wie jhm nun hie gelungẽ / solch groß Werck hab verricht: Was alles er erlitten / biß er den Feind bestritten / soll euch hie gschehen bricht. 5 Damit ich allgemache / fein b'scheidenlich mit maß / schreyte zu der Hauptsache: s'ander alls fahren laß. Gleich nach dem harten Tref⸗ fen bey Wittnweyer verricht / Weinmar den Goͤtzen g'schlagen / hats weiter woͤllen wagen / sein Aug auff Breysach gericht. 6 Man zehlt tausent sechs hundert vnd acht vnnd dreyssig Jahr / im Julio besonder / der dreyssigst tag es wahr. Weinmar Breysach plocquieret mit etlich tausent Mann: Hebt an sich zu verschantzen / will Breysach lehren tan⸗ tzen / anderst im Reyen gahn. 7 Nicht nur Breysach beleget / beyderseits haͤrtiglicht: sonder der Fuͤrst beheget den Rhein auch meisterlich: z'naͤchst oberhalb der Statte laßt schlagen ein Schiffbruck / druͤber er kont marschieren / vber Rhein d'Armee fuͤhren / auch kehren wider z'ruck. 8 Deß schantzens bald wahr g'nommen Zeug⸗ meister von Rheinach / b'sorgt daß d'Statt moͤchte kommen daher in vngemach: Weil sie nicht war versehen gnugsam mit Proviant: That er wider verhoffen / alls froͤmbd Volck hinauß schaffen / Personen aller hand. 9 Mit schantzen starck fort g'fahren Jhr Durchleucht tag vnd nacht / thaͤt gar kein Ar⸗ beit spahren / biß er d'Schantz außgemacht. Auff drey stund in die runde / erstreckt sich also lang / mit tieffen Wassergraͤben der meiste theil vmbgaͤben / der Statt macht angst vnd bang. 10 So war auch vber Rheine / den zwoͤlfften September / die Schantz außg`macht gar fei⸗ ne / starck gnug zur gegenwehr / Breysach hie⸗ mit vmbfangẽ z'rings vmb mit einer Schantz: Graff Goͤtz fuͤrbaß nicht hatte gen Breysach in die Statte kein zugang gar vnd gantz. 11 Viertzig der groben Stucken / wurden in d Schantz gebracht / damit b'legt alle Lucken / dem Feind zu eim andacht. Zu Roß vnd Fuß vier tausent jhr Durchleucht auch bestellt / muß⸗ ten die Schantz bewahren / Staͤths auff den Feinde harren draussen in freyem Feldt. 12 Als jetzt die Schantz vollendet / auffs best war zugericht / jhr Durchleucht auch der enden viel Haͤuser auffgericht: Ein Magazin beson⸗ der dreyn g'sam̄let Proviant: damit d'Armee moͤcht haben Brots gnug sich zu erlaben / auch Nahrung aller hand. 13. Wie aber hie besonder Weinmar alls wol verricht: Also vnd gar nicht minder der Feind geschlaffen nicht: Der Hertzog auß Lothrin⸗ gen / mit einer grossen Macht / wol g'butzt bey Thann ankommen: Vom Goͤtzen ich ver⸗ nommen / wie er nach Breysach tracht. 14. Lombay auch deßgleichen / ein Keyßrischer Major / auff Breysach zugestrichen: hat jhm stracks g'nommen vor / Fruͤcht in Breysach zu bringen: zog dran mit vollem lauff / drey Ar⸗ mee gleich zu mahlen / solten die Statt anfallen den Fuͤrsten reiben auff. 15. Acht Regiment Lothringen zu Pferd geruͤ⸗ stet auß: that fuͤnff Stuck auch mit bringen / zwey tausent Mann zu Fuß / achtzig Waͤgen mit Fruͤchten: Weinmar deß g'nomn in acht / bey Thann in d'flucht jhn g'schlagen / thaͤt jhn von allem jagen / hat gute Beuthen g'macht. 16 Weinmar kaum eyn hat gestecket / g'nom⸗ men ein wenig rast: Graff Goͤtz in wider we⸗ cket / ein vnverhoffter Gast: kam mit vier tau⸗ sent Pferdten / fuͤhrt z'fuß acht tausent Mann / tausent Proviant⸗waͤgen / zwoͤlff grobe Stuck beschlagen / bey Freyburg kommen an. 17 Graff Goͤtzen bey gesprungen Herr Obri⸗ ster Lombay / sie beyd auff d'Schantz zu trun⸗ gen / jhr bests gethan darbey. Schnell mit drey Canon schuͤssen Breysach die Losung than: die Statt drauff antwort geben / Weinmar anz'greiffen eben auch doͤrffen vnderstahn. 18 Es war der zwoͤlffe Weinmonat / Graff Goͤtz den Sturm hebt an / vom Gschuͤtz es alls erthonet / hat kost manch redlich Mann. Auff Hertzog Bernhardts Laͤger Breysach mit Stucken g'spielt: Dem Fuͤrsten g'macht boͤß bossen / jedoch nur vier erschossen. Weil Gott jhr schirm vnd schilt. 19. Breysach nicht nur mit schiessen / den Tag zubracht diß mahl: sonder es hant thun muͤs⸗ send Soldaten ein Außfahl. Jhr anzahl auff vierhundert sich ins Feldlaͤger g'lon: Wein⸗ mar sie so empfangen / daß wenig sind entgan⸗ gen / die nit vmb s'leben kon. 20. Graff Goͤtz deß Kriegs erfahren / auch Lombay gleicher g'stalt / thaten kein fleiß nicht spahren / sorg trugen / wie mit g'walt sie moͤch⸗ ten maͤchtig werdẽ der Schantz / sie nem̄en eyn: Hatten ein list erfunden / der doch alßbald ver⸗ schwunden / vmbsonst vergebens g'seyn. 21 Was war nur dieser Liste / was hat er fuͤr ein weiß? Jeder Soldat zur friste / von Holtz ein burde Reiß mußt nem̄en / solche tragen fuͤr d'Schantz ohn allẽ grauß / solten die g'schwind vnd eben / werffen in die Schantz-graͤben / die⸗ selben fuͤllen auß. 22. Solchem bald statt war g'schehen / alßbald nach mitternacht d'Schantz waͤchter das er⸗ sehen / auff den Feind geben acht / jhn an⸗ g'spruͤtzt mit Kartoschen / dermassen zugericht: daß do es worden tage / s'Feld voller Todten lage / jhr Anschlag worden z'nicht. 23. Graff Goͤtz dem hie mißlungen / deß scha⸗ dens wenig acht / ist mit seim Volck zutrungẽ / hat in die Schantz gebracht zu Pferdt sechze⸗ henhundert / zwen Burger auß Breysach den Feind g'fuͤhrt zu der Brucken / druͤber er koͤn⸗ nen trucken: bracht Weinmar vngemach. 24 Erst jetzt recht ernst es goltẽ / weil der Feind in der Schantz hart auff Weinmar gescholtẽ / jhn b'rufft zum Abendtantz / Ein sehr blutiges Treffen / die sechzehn hundert Mann s'Wein⸗ marisch Volck ohn zagen / ertrenckt vnd z'tod geschlagen / gar keiner nicht entran. 25 Die Goͤtzisch Jnfantari hie auch jhr bests gethan / Bey diesem schimpf auch wahre / Zwo Schantzen hat eyng'non: auß denselben mit schiessen dem Fuͤrsten viel erlegt / jhm than nit g'ringen schaden: hiemit jhr Fuͤrstlich Gnaden hoͤchlich zur rach bewegt. 26 Jn Person ohn verzogen / mit etlich tau⸗ sent Mann / auff s'new es woͤllen wogen / auff den Feindt griffen an: denselben abgetribẽ / jhn auß den Schantzen g'jagt / vast wol / ohne lieb⸗ kosen / sich g'halten die Frantzosen / stritten frisch vnverzagt. 27 Den ernst weil Goͤtz gesehen / auch Lombay g'leicher g'stalt / daß alls nur laͤtz woͤl gehen / jhr Volck kein stand mehr halt: hant sie all jhre sachen Eynpackt / auff Freyburg zu stracks jh⸗ ren marsch genommen / was sie da g'schafft fuͤr frommen / ich nicht viel hoͤren thu. 28 Viel Volck dem Goͤtzen bliben / auch Of⸗ ficirer viel / nit kan ich sie all b'schreiben: doch zwen ich nennen will. Leutenant Gehling ei⸗ ner / Nuͤneck der ander ist. Dreyssig sich g'fan⸗ gen geben / fuͤnffhundert noch darnebẽ / Quar⸗ tier jhr leben g'frist. 29 Auff Weinmarischer seiten wie viel vmb s'Leben kon / die fuͤr Gotts Ehr gestritten / weil ich nicht b'richt darvon / kan ich jhr zahl nicht b'schreiben / bitt Gott vor auß vnnd ab / daß er doben beysamen / der thewren Helden Nammen gschriben im Himmel hab. 30 Noch eins ich nicht verschweige / billich soll thun bericht / wie nach erlangtem Sige dancksagung sey verricht. der Fuͤrst d'Armee versamlet / predigen lassen hat: jeder mußt knuͤwen / baͤtten / demuͤtig fuͤr Gott traͤtten / dancken vmb die wolthat. 31 Weil Goͤtz mit dem Faͤldlaͤger haͤfftig im handel g'seyn / hat jenseit Rheins Schmidt⸗ berger zwo Schantzen g'nommen eyn: mit Kuchen vnd Bechkraͤntzen auff dem Rhein zu⸗ gelendt: so nah zur Statt dorfft rucken / daß er von der Rheinbrucken Drey Joch hinweg ge⸗ brent. 32 Vnlang nach diesen dingen / s'Reinachers halben Mon / dem Schmidtberger gelungen denselben auch eyng'non. die Statt mit grobẽ Stucken jhm hefftig zugesetzt jhm g'macht vil grober possen: jedoch kein Mann erschossen / auch keinen nit verletzt. 33. Duc Karle auß Lothringen / kurtzlich in d' flucht gesagt / hofft erst jetz werd jhm glingen / ist dran frisch vnverzagt: kam mit fuͤnffhun⸗ dert Pferdten / fuͤhrt zfuß ein gleiche zahl / Mer⸗ ci listig verschwigen hat Ensißheimb bestigen / mit gschwindem vberfahl. 34. Deß eynfahls worden jnnen jhr Durch⸗ leicht nit vnb'hend / ohne weiters besinnen / ruͤst auß fuͤnff Regiment. Gab s'commando dem Rosa auff Ensißheim jhn schickt / die Statt er solt bloquieren / Merci drin arrestieren / sein sach sich weidlich gluͤckt. 35 Dann stracks wider verhoffen / Obrister Rosa bald d'Lothringer angetroffen bey dem Wittlitzer wald / die g'seyn im fort marschierẽ / Ensißheimb han verlan: wolten auff Than zuweichen / Rosa sie da erstrichen / jhnen den weg vorkon. 36 Rosa stracks ohnverzogen den Merci an⸗ gesprengt / hats doͤrffen mit jhm wogen / hat jhn so hart getraͤngt: daß er sein Volck verlassen / allein mit dreissig Mann Gen Than wie ich vernommen / mit noth kaum darvon kommen / hats alls im stich gelahn. 37 Der Fuͤrst nit nur von aussen / auff den feind geben acht: sonder gantz ohn verdrossen / hat er nach Breysach tracht. Auff den ersten November / der Statt zu eim nachtheil / den Niessenberg eyng'nommen / fuͤnff Stuͤck dar⸗ auff bekommen / wider versucht sein heil. 38 Dieweil vmb kein zusprechen / Breysach nichts geben wolt / d'noth jhr hertz nit kont bre⸗ chen / daß sie auffgeben folt. Jhr Durchleucht sie zu stuͤrmen / in allweg war bedacht: sturm⸗ leiteren ließ machen / darzu viel ander sachen / gar manchen rathschlag macht. 39. Weil es aber geschinen Ein fach gar nicht gering / Breysach mit stuͤrmen g'winnen / sey ein vnmuͤglich ding: hat jhr Fuͤrstlich genaden allein dahin getracht / kein proviant von fruͤch⸗ ten / kein Speiß kein Wein mit nichten / wurde in Breysach bracht. 40 Hiemit von tag zu tage die hungers noth / zug'non / eytel wahr die zusage / wie werd ent⸗ schuͤttung kon. Vber fuͤnff zehẽ hundert / drun⸗ der viel kleine Kind / ja auch gar viel Solda⸗ ten / weil sie d'nahrung nicht hatten / hungers gestorben sind. 41 Laͤhr wahrend alle Kuchen / groß wahr die hungers-noth / niemand auff etlich wuchen hat einen bitzen brot: vmb s'Gelt war keins z'be⸗ kommen / ein sehr klaͤgliche weiß: Roßfleisch das vngesaltzen kocht ruͤben vngeschmaltzen war der Soldaten Speiß. 42 Vom hunger vnermessen getrengt die ar⸗ men Leut / hand Hund vnd Katzen gessen / al⸗ lerley Thieren heut: so hat man g'sehen geben siben gut gulden bar / vmb einen halben hunde / außsprechen kans kein munde / wie groß der Hunger war. 43 Darbey ist zuvermercken / weil sie die tod⸗ ten gnon / jhr leben zuverstercken / gekocht sich g'speißt darvon / viel Kinder ab der gassen / man auch verlohren hat: vermutlich man er⸗ achtet / zur speiß man sie geschlachtet: O der grausamen that. 44 So hat auffs Keysers seiten Die Armee vmb vnd an / Groß hungers-noth erlitten / hat verzehrt Roß vnd Mann. Die vom hunger verschmachtet / viel hundert hat man zehlt / wel⸗ che man hoͤren klagen / wie sie in vielen tagen g'habt weder Brot noch Geldt. 45. Weil nun Breysach verlassen / gar kein entschüttung g'han / der hunger vber d'massen / drinnen hat zugenon. Der Com̄endant Rhei⸗ nacher / auß Hungers-noth bewegt / vng'noͤt vnd vngebaͤtten / ist selbst zum Accord tretten / hat d'Waffen abgelegt. 49 Die Accords-puncten gestellet / jeder mit seim innhalt / von jeder Part erwellet ang'non folgender g'stalt / erstlich soll Feldzeugmeister der Freyherr von Rheinach / Escher vnd Wietz deßgleichen / mit Sack vnd Pack abziechen / jeder mit seiner Sach. 47. Jhnen soll folgen b'hende jhr gantze Guar⸗ nison / zu Schiff / oder zu Lande / frey soll es je⸗ dem stahn. Hiemit auß Breysach zogen ge⸗ zehlt fuͤnff hundert Mann / vnder neunzehen Fahnen: sibentzig Pferdt vorahnen sechs Gut⸗ schen g'spannen an. 48 Zwey grobe Stuck die g'schossen schwehr Kuglen auff acht pfund / Bulver darzu im⸗ massen / Jhr Durchleucht auch vergundt: der Soldatesca g'schencket z'letzt zwey tausendt Brot: Auß gnaden jhnen geben / damit sie haͤt zu leben / nicht stuͤrb vor Hungers-noth. 49 Wie Breysach vberlassen / Jhr Gnaden g'raumet eyn: Mit Lands-Cron gleicher mas⸗ sen / soll es beschaffen seyn. Auch solle man die G'fangne zu beyder seits durch auß / ohn eini⸗ ges abzellen / ledig lahn vnd sie stellen / wider auff freyen fuß. 50. Die Cammer-Raͤth vnd Schreiber / so be⸗ dient die Cantzley / biß auff zwen Monat uͤber sollen verbleibẽ frey: Vnd in der zeit ihr Gna⸗ den fleissiglich stellen zu / allerley Cammer⸗sa⸗ chen / Jhme eynhaͤndig machen / mit trewen solches thu. 51 Die Stuck vnd die Granaten / auch Am⸗ munition / die Waffen die sie hatten / keins vberal außgnon: Jn Breysach sollen bleiben / maͤniglich so verschafft / daß keins werde ver⸗ schlagen / keiner keins soll versagen / bey Leibs vnd Lebens straff. 52 D'Freyheit harbracht von Alten / jhr hab die Burgerschafft / auch d'Religion soll b'hal⸗ ten die gantze Priesterschafft. Die eyngefloͤch⸗ te Guͤter / keiner soll sprechen an / solche nicht han fuͤr eigen / sonder mit fleiß vor zeigen Jhr Durchleucht wol gethan. 53 Letstlich mußt man fuͤr d'Minnen / wann vielleicht etlich g'macht / auch Geissel lahn da⸗ rinnen / der Fuͤrst auch vorbetracht. Die Puncten vnderschrieben Weinmar mit eigner Hand: Rheinacher deßgeleichen / hand sich der g'stalt verglichen / beyd Parten wol bekandt. 54. Nach dem der Accord b'schlossen den neun⸗ ten December / Jhr Fuͤrstlich Gnad immassen sieghafft mit Lob vnd Ehr / zu Breysach eyn⸗ gezogẽ mit starcker Guarnison: Erstlich b'legt der Statt Porten / drauff d'Statt an allen or⸗ ten / mit Wachten ich verstahn. 15. Jedem Rittmeister geben fuͤnfftzig Pistolen Gold / Jhr Durchleucht fein vnd eben / den z'Pferdt drey Monat-Sold / den z'Fuß Sold auff zwen Monat bezahlt / ohn allen schertz / vber die massen kraͤfftig / Silber vnnd Gold wahrhafftig macht ein Soldaten hertz. 56 Der Gnad Gotts vnermessen / jhr Durch⸗ leucht auß andacht / nachmalen nicht verges⸗ sen / der ihn hat sieghafft g'macht. Ein Pre⸗ dig lassen halten / d'Armee gantz demuͤtig Gott in dem Him̄el droben / mußt preisen vnd hoch loben / vmb den erlangten Sieg. 57 Hiemit hand jhr den bscheide / wie Breysach sey eyngnon: Niemand ich z'lieb noch z'leide / Diß Lied gedicht darvon: Thut euch fuͤr d'au⸗ gen stellen Gottes Werck vnd Gericht / schein⸗ bar man drinn kan spuͤhren: Drumb jeder z'Gmuͤth soll fuͤhren die gantz namhaffte G schicht. E N D E. Show less

Ein neuer Prophet, April 1640; Bericht von Wundergeburten; Gesang von einem Werber um eine Dame
RELATIO Oder Wahrhafftige Beschrei⸗ bung von einem newen vnnd vnerhoͤrten Propheten / welcher sich in Holstein / Polen / Siben⸗ buͤrgen / Vngarn / Boͤhmen / Schlesing / Mehren vnd sonder⸗ lich in Magdenburg / in Gestalt eines alten eißgrawen Manns sehen vnd hoͤren laßt / vnnd was fuͤr... Show more RELATIO Oder Wahrhafftige Beschrei⸗ bung von einem newen vnnd vnerhoͤrten Propheten / welcher sich in Holstein / Polen / Siben⸗ buͤrgen / Vngarn / Boͤhmen / Schlesing / Mehren vnd sonder⸗ lich in Magdenburg / in Gestalt eines alten eißgrawen Manns sehen vnd hoͤren laßt / vnnd was fuͤr Wunderzaichen an dem Mond geschehen seynd / vnd gesehen werden / auch ihre Bedeu⸗ tung vnd Wirckungen gar klaͤrlich anzeigen thut / solches alles ist frommen Christen zu sonderm Trost in Truck gegeben worden. Die Ander Eine grundtliche Beschreibung / wie Gott der Allmaͤchtige an vnterschiedlichen Orthen das Weibs Volck mit gluͤcklichen vnd fruchtbaren Geburthen ge⸗ segnet / daß etwa ein Weibsbild drey oder vier Knaben auff einmal an die Welt geboren / deren Namen / wie auch das Ort wa es geschehen / werdet jhr hierinn vernemmen. Darbey auch ein lustiges Gesang von einem Werber vmb ein Dame. Jhr beyder Nahm ist vngenandt / Sein presentiern macht jhn bekandt / Diß schoͤne Lied auch lieblich Gsang / Auff Saitenspiel gibts schoͤnen Klang / Daß wers hoͤrt wird froͤlich zu hand. Erstlich getruckt zu Braunschweig / Jm Jahr 1640. Das Erste. HOer O mein Christ besonder / was sich in diesem Jahre / als man zehlet ein tausendt / wie auch sechshundert dar / vnd viertzig dieses Monats frist / im Aprillen solches geschehen ist. GOTT laßt vns wider sehen / der Wunderzeichen viel / am Him⸗ mel vnd auff Erden / hoͤrt zu durch Gottes Will / ein Prophet wird vom Himmel gesandt / hoͤrt was er thut anzeigen / dem gantzen Hoch⸗ Teutschlandt. Auß Magdenburg besonder / schreibt man fuͤr offenbar / auß gantz Polen mit Wunder / auß Vngarn auch fuͤrwar / auß Sieben⸗ buͤrgen offentlich / thut man gar klaͤrlich schreiben / von dieser Wun⸗ dergeschicht. Jn Hollsteinischen Graͤntzen / war erstlich kommen an / zu Prab⸗ stein vnd New Muͤnster / dieser Prophetisch Mann / in seiner Gestalt gantz wundersam / seyd die Welt ist gestanden / seins gleichen niemand vernam. Erstlich so war er geformiert / wie ein vhralter Mann / gantz Eißgraw von Haar geziert / lieblich zu sehen an / langbardig / ein klar Angesicht / mit schoͤnen hellen Augen / gar lieblich vmb sich blickt. Allerley lieblich Sprachen / redt der Prophetisch Mann / von viel Himmlischen Sachen / thut er auch zeigen an / dem Geistlich vnd Weltlichen Stand / wie es noch werd zu gahn / im gantzen Hoch⸗ Teutschlandt. Ein Scepter thet er tragen / in seiner Rechten Hand / bald er auff die Erd thut schlagen / muß maͤnniglich bestahn / so bald er ge⸗ gen Himmel schreyt / gleich sich darauff erzeigen / die Wunder so bereit. Den 11. dieses Monats / als der Mond ward vmbs New / als er schry gegen Himmel / erzeigt sich mancherley / drey schoͤn Gesichter beym Newen Mon / ein Geschrey mit heller Stimme / welchs man klaͤrlich vernam. Zu Prabstein erstlich kame / der Mann zu Abendszeit / eilend thut er begehren / zu jhm Schrifftglehrte Leuth / alsbald er gegen Him⸗ mel deut / gleich darauff ein newer Stern / beym Newmond sich erzeigt. Der Stern also war formiert / sehr groß vnd brandt wie ein Few⸗ re / mit Flammen schoͤn gezieret / ein Gesicht sah man darbey / schoͤn hell vnd klar / glaͤntzt wie die Sonn / ein Schwerdt hatt es in Haͤnden / zur Rechten Seiten stahn. Ein sehr laut Geschrey wurd gehoͤrt / am Himmel von dem Ge⸗ sicht / was solches thut außweisen / gibt der Prophet bericht / ein groß Blutbad in kurtzer Zeit / als vorhin nicht geschehen / darnach es wi⸗ der zeigt. Das Gsicht thet von sich werffen / das Schwerd auß seiner Hand / von dem Stern thete fallen / ein groß fewrige Flamm / der Flamm das Schwerdt gar bald verzehrt / Blut / Fewr vnd Todtenbeine / fielen da auff die Erd. Darauff das erst Gesichte / gar bald verschwinden thut / das an⸗ der thu ich berichten / hat in der Handt ein Ruth / zuͤnds von dem Stern fewrig an / thut die Ruth gantz verbrennen / gleich wie das Schwerdt voran. O Christ thus nicht verneinen / das ist der ware Bericht / drauff schry mit heller Stimme / das andere Gesicht / das Vngluͤck hab GOtt sehr gerewt / Teutschlandt nicht mehr zu straffen / sondern geben gute Zeit. Das ander Gesicht vergienge / das dritt macht sich herbey / drauff der Prophet anfienge / ein so lieblichs Geschrey / Frewet euch / frewet euch jhr arme Rott / die boͤß Zeit ist vergangen / hin ist die grosse Noth. Der Prophet nah vnd ferne / so man jetzt sehen thut / er sagt nun sey verzehret / das Schwerdt wie auch die Ruth / ist gwißlich ein Merck⸗ zeichen recht / weiters thut er anzeigen / dem gantz Menschlichen Geschlecht. Zu eim gwissen Bundzeichen / solt jhr fuͤr Augen han / so jhr euch laßt erweichen / vnd thut von Suͤnden stahn / so offt der Mond vmb New diß Jahr / neun rechte Wunderzeichen / werd jhr haben fuͤrwar. Das erste Wunder soll geschehen / das solt jhr mercken fein / das Vnchristen begehren / zu der Christlichen Gemein / wird Teutschlandt bringen grosses Gluͤck / das ander Wunder eben / welches GOtt weiter schickt. Es wird vom hohen Stammen / gebohren werden ein Kindt / durch Gottes Huͤlff vnnd Segen / gar gluͤcklich vnd behend / diß Namens dißmal vngenandt / durch sein Tauff wird herfliessen / der Fried in gantz Teutschlandt. Das Dritt vnd Vierdte Wunder / mein Christ auff dieses merck / Es wird werden erfunden / ein so reichlichs Bergwerck / so Silberreich tieff in dem Grund / es wird Teutschlandt wol frommen / Reich / Arm / Alt vnd auch Jung. Zum Fuͤnfften vnd zum Sechsten / zur Zeit deß Newen Mons / das Schwerdt wird noch aufffressen / wann herbey kompt die Stund / zwey Blutgierige Haͤupter groß / wer Vnfried thut nachjagen / kriegt dieses Jahr den Stoß. Das Siebend Wunderzeichen / hoͤr zu was es bedeut / es wer⸗ den sich erwegen / zween Helden von dem Streitt / die vor lang Feind gewesen find / durch GOtt jhr einiges Leben / Teutschlandt den Frie⸗ den bringt. Das Achte Wunder besonder / schreib auff nimbs wol in acht / es wird sich hin vnd wider / erzeigen thun mit Macht / nemblich ein Newe Nation / dem Evangelio zu wider / doch wirds nicht lang be⸗ stahn. Das Neund vnd letzte Zeichen / diß obgemeldte Jahr / O Christ laß dich erweichen / dardurch GOtt offenbar / das wird vns bringen Fried vnd Frewd / fruchtbars vnd gsundes Leben / der gantzen Chri⸗ stenheit. Die Zeitung weiter berichtet / auß der Tuͤrckey man schreibt / von vielen armen Christen / die vorhin lange Zeit / gefangen waren mit grosser Qual / hoͤrt was sich hat begeben / ins Tuͤrckischen Key⸗ sers Saal. Ein Kranckheit jhn anstiesse / als ein Haupt Bloͤdigkeit / vnd sich also anliesse / als wann er vnbescheid / am hellen Tag mit wahrem Be⸗ richt / sey jhm warhafft erschienen / dieses verbirgt man nicht. Wie daß jhm sey fuͤrkommen / in eins Christen Gestalt / ein Gsicht glaͤntzt wie die Sonne / hab ein Buch in der Handt / list wie Je⸗ sus Maria Sohn / regier Sonn / Mond vnd Stern / vnd was auff Er⸗ den wohnt. Sein Scepter jhm auch nemme / sein Schwerdt wie auch sein Bund / zu draͤwen jhm anfienge / wol zu derselben Stund / so er den Na⸗ men Jesus veracht / sein Reich werd bald vergehen / zerstoͤrt werd bald sein Macht. Es wer noch viel zu schreiben / von diesem Wunder groß / er thut nicht mehr auffreiben / sondern thut lassen loß / all Christen was gefangen war / Jung Alt viel langer Jahr / nemblich ein grosse Schar. Der Paß steht jhnen offen zu Wasser vnd zu Land / sie aus vnd ein zu lassen / ja beydes Fraw vnnd Mann / was darauß zuvernem⸗ men ist / wir geben zu erkennen / der lieb Herr JEsus Christ. GOtt wird diß Jahr vollenden / wie vns ist Propheceyt / all Straff Ruthen verbrennen / der Christlichen Obrigkeit / den Vn⸗ terthanen durch GOtt bereitt / Fried Ruh vnd langes Leben / her⸗ nach die Seeligkeit. Die Andere. Auß Magdenburg. Den 11. Mertzen diß Jahr / gebar eines Zimmer⸗ manns Fraw drey schoͤner Knaben. Eines Mezgers Weib gebar drey Knaben vnnd ein Tochter. Eines Maurers Weib gebar zween Knaben vnd ein Tochter. Drey ledige Toͤchtern gebaren acht Knaben. Sechs Weibspersonen gebaren sechtzehen Kna⸗ ben vnd zwo Toͤchtern. Auß Leipsig. Am Ostermontag gebar eines Sattlers Fraw drey Knaben vnd ein Tochter. Eines Kramers Haußfraw gebar zween Knaben ein Tochter / aber das Toͤchterlein todt. Eines Bierschencken Fraw gebar zween Knaben. Fuͤnff ledige Menschẽ gebaren dreyzehen Knaben. Acht Weibsbilder gebaren Zwaintzig Knaben. Auß Brach. Acht ledige Menschen gebaren zwey vnd Zwain⸗ tzig Knaben. Auß Daußheim in Boͤhmen. Dren Weiber gebaren Acht knaben. Vierledige Menschen gebaren zehen knaben. Auß Eger. Von Elff Weiber seyndt geboren worden Drey⸗ sig knaben. Drey ledige Menschen gebaren auff einmal Si⸗ ben knaben. Auß Angermind. Von Acht Weibern seyndt geboren worden zwey und Viertzig knaben. Fuͤnff ledige Menschen gebaren miteinander Zwoͤlff knaben. Auß Naumburg. Neun Weibsbilder gebaren Zwoͤlff knaben. Vier ledige Menschen gebaren Siben knaben. Von siben vnd Viertzig Weibern seyndt gebohren worden Hundert vnd siben Knaben darzu Vier Toͤchtern. Ein vnd Dreysig ledige Personen gebaren neun vnd Sibentzig knaben. Summa / von acht vnnd Sibentzig Persohnen seyndt gebohren worden Hundert vnd sechs vnd Achtzig knaben vnd vier Toͤchter. Das Dritte. EJnsmals als ich Lust bekam / anzusprechen eine Dam / vnd sie freundtlich fraget / ob ich jhr auch wol gefiel / warlich nicht besonders viel / sie gar spoͤttlich lachet. Jch sagt warumb bin ich nicht / ein gut Gesell gebt Bericht / darauff fragt ich sie wider / was ein gut Gesell wer / ich sprach setzt euch vnbeschwer / etwas bey mir nider. Dann ich will nach ewrem Sinn / was fuͤr ein gut Gesell ich bin / euch die Warheit sagen / villeicht wann jhrs nemmet ein / wirds euch nicht zuwider seyn / sondern wol behagen. Fuͤr das erste bin ich recht / vnnd von einem guten Geschlecht / hab an allen Orthen / mich geuͤbet von Jugendt auff / nach der Welt gebrauch vnd lauff / daß ich groß bin worden. Jch hab auch nicht vil studiert / bin nicht schoͤn von Leib geziert / auch nicht Reich von Gelte / jedoch bin ich auch nicht Dumm / Lam / Blind / Sprachloß oder Krumb / sondern frisch zu Felde. Jch hab auch kein stoltzen Muth / mein Hertz ist auffrichtig vnd gut / ich mag auch nicht liegen / viel Wort ich nicht machen kan / ein Wort ein Wort / ein Mann ein Mann / pfleget nicht zu triegen. Zu der Kauffmanschafft wie auch / zu dem Handwerck ich nicht taug / weil ich mich ernehre / mit dem Degen vnnd Pistol / vnnd ich vor meinem Feinde hol / was ich steths verzehre. Jch lige auch nicht gern still / wo der Krieg sonft taugen will / Ehre zu erwerben / vnd was mir sonst noͤthig thut / wag ich dran mein Leib und Blut / mag nicht gern verderben. Jch hoͤr auch gern der Armen bitt / hab ich was so theil ichs mit vnd spendier die Heller / auff ein gut Pferd vnd Gwehr / beschert mir Gott dann etwas mehr / das schick ich nach dem Keller. Jch eß gern was gutes auch / immer hab ich den Gebrauch / ein gut Kleyd zu tragen / ich bin fromb so lang ich kan / wills dann nicht so pfleg ich dann / mich frisch herumb zu schlagen. Jch hoͤr auch gern der Music klang / mich erfrewt ein gut Ge⸗ sang / ich lieb gute Gesellen / ich thue verderben kein Gelach / bey den Gesellen mich lustig mach / pflege mich frisch zu stellen. Jch laß eim jeden seine Ehr / ich liebe wacker Maͤgdlein sehr / darauff ich mich befleisse / weil ich nicht bin reich noch fein / daß ich moͤge freundlich seyn / jhr mein Dienst zu beweisen. Jch bewerb mich vmb jhr Guns / seys dann daß es ist vmbsonst / ich darumb nicht zuͤrne / ist die Jungfraw stoltz von Sinn / verlaß ich sie vnd geh dahin / zu einer Bawren Duͤrne. Gar viel ich auch darvon halt / nicht zu jung vnd nicht zu alt / darnach ich mich vmbschawe / daß ich lenger allein nicht schlaff / son⸗ dern mir hernach verschaff / ein schoͤne junge Frawe. So ein gut Kerl bin ich nun / ich bitt wolt mir zu wissen thun / wie ich euch gefalle / jhr moͤget das versichert seyn / daß ich euch liebe al⸗ lein / fuͤr die andern alle. Wollt jhr nun so ist es klar / daß wir werden bald ein par / dar⸗ auff sprach ich gar sachte / jhr moͤget wol wie es im Schein / wol ein gu⸗ ter Geselle seyn / darauff sie freundlich lachte. Alsbaldt die Antwort ich bekam / freundtlich sie in mein Arm nam / kuͤsset sie vnd fraget / wie der Abschied endtlich wer / kompt doch Morgen wider her / freundtlich zu mir sagte. So ein gut Gesell bin ich nun / bitt jhr woͤllets nemmen an / meine beyde Haͤnde / von mir ein gut Geselle ich / will allezeit bestaͤndiglich / lie⸗ ben biß ans Ende. ENDE. Show less

Klaglied über Not und Elend
Ein schoͤn newes Lied / von dem jetzigẽ schroͤck⸗ lichen Zustand / Jammer vnd Elend Noch vnd betruͤb⸗ ten Zeit der Welt. Jm Thon: Warumb betruͤbst du dich mein Hertz. Gedruckt zu Augspurg / bey Ja⸗ cobina Stoͤrnin Witwen. 1. MEin Mund fangt jetzund an vnd singt / vor trawren schier mein... Show more Ein schoͤn newes Lied / von dem jetzigẽ schroͤck⸗ lichen Zustand / Jammer vnd Elend Noch vnd betruͤb⸗ ten Zeit der Welt. Jm Thon: Warumb betruͤbst du dich mein Hertz. Gedruckt zu Augspurg / bey Ja⸗ cobina Stoͤrnin Witwen. 1. MEin Mund fangt jetzund an vnd singt / vor trawren schier mein Hertz zerspringt / wegen der grossen Noth / Angst Ellend vnd betruͤbten Zeit / Jammer vnd grossen Hertzenleid. 2. So wir jetzund vor Augen hand / durchauß in gantzem Teutschen Land / seyd anbegin der Welt / ist dergleichenn em hls erhort / solch Rauben Brennen Blut vnd Mord. 3. Das macht allein die grosse Suͤnd / die straff wir leider han verdient / durch vn⸗ ser Missethat / vnd wird noch aͤrger alle Tag / sich mehr nur Jam̄er Noth vñ Klag. 4. Die gegenwertig boͤse Zeit / ist vns vor langst Geprophezeit / die Welt solches nicht acht / biß die straff auff vns kom̄en ist / das merck jetz wol ein jeder Christ. 5. Ob nit Thewrung Krieg Pestilentz / hab durch wandert all vnser Grentz / vnd nimbt von Tag zu Tag / je laͤnger je mehr oberhand / durchauß in gantzem Teutschen Land. 6. Es ist das Land ss gar verhoͤrt / ver⸗ derbt verwuͤster vnd zerstoͤrt / an vilen End vnd Orth / dazu vor zehen gwohnet han / man jetz kaum einen finden kann. 7. Mann Weib Jung Alt auch kleine Kind / erschroͤcklich hingerichtet sind / ge⸗ henckt ertraͤnckt ermordt / wer solches be⸗ denckt / vnd nimbts zu muth / sein Hertz im Leib vor trawren Blut. 8. Jst das auch nicht ein grosse Noth / das vrploͤtzlich der gehe Todt / so vil Men⸗ schen nimbt hin / auch vil tausend gestorben seyn / vor Hunger Kum̄er Qual vnd Pein. 9. Kein Freund kan zu dem andern mehr / man kan nicht wandren hin vnd her / zu Wasser vnd zu Land / seynd alle Baͤß verleget gar / ist nichts dann Jammer Noth vnd Gfahr. 10. Kein Mensch die Noth außsprechen kan / die wir jetzund erlebet han / vnd so grew⸗ liche Zeit / findt man in keiner Cronick nicht Historien vnd alten Gschicht. 11. Ach was ist aber die vrsach / es ist al⸗ lein die Goͤttlich Rach / die wir verschuldet han / mit vnsern Suͤnden manigfalt / beede Reich Arm Jung vnd Alt. 12. Gott hat vns jetzund ser vil Jahr / erschroͤcklich Zeichen wunderbahr / am Himmel sehen lahn / am Firmament an Sonn vnd Monn / gar manigfalt ans Him⸗ mels Thron. 13. Auff Erden auch deß selben gleich / die Wasserbronnen vnd die Teich / hond sich in Blut verkehrt / durch Erdboͤben verfallen seyn / vil Staͤtt vnd Flecken groz vnd klein. 14. Die Berg vom Fewr sich hand ent⸗ zuͤnd / mit Krachen vnd Knallen zertrennt / brennet Schwefelbech groß / han vil Staͤtt vnd Doͤrffer verzehrt / sampt Menschen Vieh verderbt verhoͤrt. 15. Auch hat vns Gott vil Engelein in gestalt junger Knaͤblein klein / auff Erden rab gesand / durch sie groß Wunderzeichen thon / vnd vns gar trewlich warnen lahn. 16. Etlich Menschen auch sind verzuckt / in jhrem Geist worden verruckt / groß Wun⸗ der han verkuͤndt / vñ vns durch sie gewarnet hat / vor seiner straff vnd groß Vngnad. 17. Manch wunder so Gott hat gesand / jetzt lang her gantzem Teutschen Land / seind zuerzehlen nicht / noch will kein Mensch sich kehren dran / buß thon vnd ab von Suͤnden stahn. 18. Sonder all Boßheit Suͤnd vnd Schand / nimbt nur immermehr vberhand / der Geitz vnd Wucher groß / Ehbruch vnd auch die Hurerey / Hoffart vnd alle Buͤ⸗ berey. 19. Fluchen schweren wurd so gar ge⸗ mein / das solchs treiben die Kinder klein / sein thewres weders Blut / Tauff Creutz Leiden und Sacrament / wurd gelaͤstert vnd grewchli geschent. 20. Man fuͤhrt jetz so ein grossen Pracht / mit der New Allomodischen tracht / gar Frech vnd vnverschambt / die Weiber wie die Maͤñer gahn / es fehlt nur noch die Hosen dran. 21. Ein so grosse Vntrew man sicht / die vormahls ist erhoͤret nicht / die Leut vor hun⸗ ger groß / in Staͤtt vnd Flecken fallen hin / sterben vnd niemand hilffet jhn. 22. Ach Gott was hilfft aber mein klag / Herr komb mit deinem juͤngsten Tag / vnd mach der Noth ein End / daß wir bey dir in deinem Reich / erfrewet werden Ewigklich Amen. ENDE. Show less

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