Kriegsberichterstattung aus Nürnberg, Schlesien, Maastricht, 1632; Zerstörung von Knittlingen durch Ernst Montecuccoli, 1632
Zwey Newe Kriegs Lieder. Das Erste. Vom̄ Zustand mit Nuͤrnberg / Schlesien Mastricht / vnd den Laͤndlischen Bauren ob der Enß. Was sich daselbsten mit scharmuͤtzlen / brennen / rauben vnd einnehmen / kuͤrtzlich vom Monat Augusti her zugetragen / in ein Gesang verfasset. Jm Thon / Es ist... Show more Zwey Newe Kriegs Lieder. Das Erste. Vom̄ Zustand mit Nuͤrnberg / Schlesien Mastricht / vnd den Laͤndlischen Bauren ob der Enß. Was sich daselbsten mit scharmuͤtzlen / brennen / rauben vnd einnehmen / kuͤrtzlich vom Monat Augusti her zugetragen / in ein Gesang verfasset. Jm Thon / Es ist das Heyl vns kommen her. Das Ander / Von Knitlingen im Wuͤr⸗ tenberger⸗Land / wie erbaͤrmlich das Ossaisch Volck solche Statt ein⸗ geaͤschert / vnd das Volck nidergehawen. Jm Thon / Mein junges Leben hat ein End. Gedruckt im Jahr / 1632. MErckt auff jhr lieben Christenleut / wie es an vielen Orten / hergehen thut zu diser Zeit / es ist nun mehr g'mein wor⸗ den / daß eins dem andern nimbt das sein / darumb so muß man schlagen drein: wann man nicht Fried kan haben. 2. Derhalben traͤgt sichs also zu / mit den Laͤndlischen Bauren / weil sie nit kunden ha⸗ ben Ruh / die laͤng auch nit auf dauren / solch vnerschwinglich Aufflag groß / die jhn der Kaͤyser ohne Maß / gebott sie solten geben. 3. All tag einem Soldaten fein / ein pfund Fleisch auch darneben / 2. Maß Bier oder ein Maß Wein / auch eim all Monat geben / 3. Guͤlden ordentlich darbey / eim Reuter / daß er z' friden sey / all Monat auch 9. Guͤlden. 4. Das trieben nun die Pfleger sehr / daß es gereichet wuͤrde / das gaben nun die Bau⸗ ren her / bey solcher schweren Buͤrde / blieb es noch nicht: sondern man nimbt / jhr Prediger g'fangen drob ergrim̄t / die Schaar vñ wolts nicht dulden. 5. Namen das Faustrecht vor die Hand / wie das die Pfaffen sahen / die Pfleger auch im gantzen Land / seynd sie von dañen g'flo⸗ hen / jhr Hauptman Steffan Nimmerfall / auf Saltzburg die Paͤß vberall / hat ein⸗ gnommen vnd bsetzet. 6. Demnach aber das Treffen dort / bey Nuͤrnberg ist vorgangen / auch dem Koͤnig denselben Ort / vnmuͦglich zu erlangen / dañ deß Walsteiners Laͤger gantz / vmbgebẽ war mit einer schantz / im Wald in einẽ Schlosse. 7. Das Altenberg genennet wird / darfuͤr Koͤnig auß Schweden / sein Reuterey vnnd Fußvolck fuͤhrt / gedacht : er wolt sie noͤthten / ins freye Feldt zu fechten frey / mit jhm: ohn Fortheil mancherley / der Feind wolt das nit wagen. 8. Daß er solt kom̄en auß seim Nest / dar⸗ auff der Koͤnig maͤchtig / mit Stuͤcken auff sie schiessen laͤst / Ordnet sein Volck bedaͤch⸗ tig / vnd greifft an allen Orten an / daß blie⸗ ben bey 4000. Mann / beyderseyts in 10. Stunden. 9. Kein Theil dem andern weichen wolt / die Nacht die must sich scheiden / bhielt den Sieg: wie man sagen solt / keiner auff beyden Seyten / vilen der Kopff / die Haͤnd die Fuͤß / weg gschossen wurden mit verdrieß / 5 Graf⸗ fen hart verwundet. 10. Hoͤrt was Wallsteiners Volck hat than / auff dz sie Geld erschoͤpffen / sie fiengẽ mehr als 20. Mann / Burger : vnnd thaͤtens koͤpffen / setzten die Koͤpff in d Stuben nein / darnach habens etlich allein / bey Altorff rum̄ gefangen. 11. Die fuͤhrtens an dasselbig Ort / solten Rantzion geben / wo nicht : so darffs nicht viel der Wort / jhr Kopff muß auch darneben / das war dann schroͤcklich einem sehr / trachtet : wo er kriegt Geld daher / dz er sich kunt befreyen. 12. Weil dann der Wallsteiner jetzundt / von dem Ort nit wolt lassen / vnd der Koͤnig nichts richten kundt / nam er vor seine Stras⸗ sen / zog mit seim Volck auff Kitzing zu / da⸗ mit er seins Feinds warten thu / ob er auff Nuͤrnberg wolle. 13. Aber der Wallsteiner zuhand / schicket acht Regimenter / wider die Bauren hin ins Landt / daß sich der Handel aͤnder / vnd er soll jetzt bey Haßfurt seyn / begehrt ins Francken⸗ land hinein / Weiter thut mich vernehmen. 14. Wie es mit Schlesien geht daher / bey Preßlaw wurd geschlagen / von Chur⸗ Sachsen das kaͤyserisch Heer / dreymaln vnd thaͤtens jagen / biß gen Nambßlaw: ha⸗ bens zertreñt / fiengen 4000. Mann behend / vier Oberste : Auch den Goͤtzen. 15. Statt Glatz hat er genommen ein / man find fast kein Soldaten / in gantz Schle⸗ sien die Keyserisch seyn / es ist jhm wol gera⸗ then / wie auch die Statt Groß Gloggaw ward / eroͤffnet mit einer Petard / thaͤts mit Sturm einbekommen. 16. Deßgleichen hat Mastrich die Statt / Printz Heinrich von Vranien / genommen ein: die b setzet hat / mit Volck: Koͤnig auß Spanien / wurde gesprengt mit Pulver starck gestuͤrmet: weil es wurd so arg / haben sie accordiret. 17. Zuvor der Pappenheimer zwar / ver⸗ suchts vñ thaͤtes wagen / fiel in das Stadisch Laͤger dar / aber er wurd geschlagen / verlohr bey 1500 Mann / viel Oberste vnd viel Ca⸗ pitan / da wurd die Statt kleinmuͤtig. 18. Er hat sie lassen ziehen ab / mit Sack vnd Pack jhr Strassen / nach Braband ich vernommen hab in der Statt hat man glas⸗ sen jhre Religion zwar frey : jedoch 2. Kirchen auch darbey / vorb'halten: die jhm lieben. 19. Diß ist also kurtz der Zustand / gemeld von etlich Orten / wie der Krieg jetzund in Teutschland / bißher gefuͤhret worden / Jch wolt da[...] Fried wer nah vnd ferr / vnd daß der selb im Himmel wer / der den Fried nicht thut lieben. 20. [...]n Wuntsch vnnd mein Beschluß [...]h nachmals fingen / ein Lied bas keinem braͤcht verdruß / es solt mir wol gelingen / Wann man die Trommel vberall / mit Messern nur zerschnitt einmal / darauff sing ich das Amen. Die ander Zeitung. JAmmer / Elend vnd grosse Klag / Jm gantzen Teutschen Land / hoͤrt man je⸗ tzund fast alle Tag / mit Krieg ohne stillstand / darneben mancher from̄er Mann / der nie keim Menschen Leydt gethan / wirdt grausamlich ermord. 2. Diß haben wol erfahren thewer / Jm Wuͤrtemberger Land / zu Knitlingẽ die Bur⸗ ger hewer / den'n haben abgebrañt / jhr Statt: das Volck von Eydenam: vom Ossa vn⸗ vorsehens kam / mit grosser schroͤcklichkeit. 3. Darinnen lag 500. Mann / vom Auß⸗ schuß die sich zwar / anfaͤnglich sehr geweret han / wurd jhn'n doch endlich gar / jhr [...]au⸗ ren bald erstiegeng schwind / da hieben nider Weib vnd Kind / zusam̄t der Burgerschafft. 4. Mit vnmenschlicher Tyranney / es halff kein Bitt noch Geld / so blutgierig die Reuterrey / ward da : Es wird vermeld / daß Weiber haben jhre Man[...] [...]en müssen biß sie alsdann / von jhn [...] todt. 5. Ein Weib im schre[...] Kind / auff den Arm vnd in eyl / wolt fliehen an ein Orth geschwindt / jhr vnvermerckt derweil / hieb einer nach jhr mit eim Streich / traff das Kindt / daß der Kopff zugleich / hinfiel: er⸗ baͤrmlich sehr. 6. Da nun die Mutter sich vermeynt / gantz sicher jetzund seyn / sah sie erst wie jhr Kind erscheint / ohn ein Kopff : weh der Pein / zuletst jhr viel in Kellern sehr / verkrochen sich bald hin vnd her / da ward die Statt anzuͦnd. 7. Ein Mann erett sich wunderlich / der in dem Keller war / mit Wein den er vorsich⸗ tiglich / in ein Gfaͤß ließ alldar / goß damit vmb sich: wehrt dem Fewer / wo es zu jhm wolt vngehewer / endlich er sich vmbgab. 8. Wickelt sich in ein Kuͤhhaut klug / die er ins G'faͤß hinein / zuvor getuncket haͤtt genug / das er voll ließ mit Wein / die Not hat jhn so witzig gmacht / hat also sein Leben dar⸗ von bracht / wie die Brunst haͤtt ein End. 9. Sah man offt ligen Kinder klein / vom Rauch vnd Fewer elend / da ligen bey den El⸗ tern seyn / halb braten vnnd verbraͤñt / daß ei⸗ nem der das sahe an / thaͤten die Haar gen Berge stahn ab diser schrecklichkeit. 10. Wer meynt doch daß es muͤglich wer / daß eines Menschen Hertz / koͤnn seyn so vn⸗ barmhertzig sehr / mit bitterlichem schmertz / haben sie auch ein schwangers Weib auff⸗ gschnitten: vnd das Kind im Leib / auff einen Spieß gesteckt. 11. Damit sie kuͤhlten jhren Muth / als wie tollkuͤne Hund / truncken etlich der Men⸗ schen Blut / auff daß er werden kunt behertz⸗ ter auff die Tuͤranney / die Vnschuldigen mancherley / zu plagen auff das aͤrgst. 12. Wie sie nun hausten dergestalt / mu⸗ sten sie foͤrchten sich / entsatzung moͤchte kom⸗ men bald / habens in eil endlich / sich auffge⸗ macht mit grosser Beuth / vnd liessen da die arme Leut / verschmachten eben gar. Das sind die Fruͤcht die gibt der Krieg / jetzunder in Teutschland / drumb besser ist : ( wie die Schrifft spricht ) fallen ins HER⸗ ren Hand / als in der Feind Haͤnd ohne maß. Diß sollen wir ohn vnterlaß / bitten: vom lieben Gott. 14. Diß Lied den frommen Leuten gut / sing ich gantz wol vermeint / die alt Maͤrty⸗ rer in jhrem Blut / traurig vmbkom̄en seynd / Gott woͤll jhn'n geben ins Himmels Thron / die vnverwelcklich Marter Cron / die ewig Seeligkeit. ENDE. Show less

Auszug des Türkischen Kaisers aus Konstantinopel
Ein new Lied von dem außzug des Tuͤrckischen Keysers von Constantinopel / im zwey vnd dreissig⸗ sten jar geschehen. Jn des Wißpecken thon. Oder / Es geet ein frischer sum̄er. Vernembt jr werden Christen leuͤt / wie sich wol in des meyen zeyt / der Tuͤrck was ruͤsten sere / wol zuͦ... Show more Ein new Lied von dem außzug des Tuͤrckischen Keysers von Constantinopel / im zwey vnd dreissig⸗ sten jar geschehen. Jn des Wißpecken thon. Oder / Es geet ein frischer sum̄er. Vernembt jr werden Christen leuͤt / wie sich wol in des meyen zeyt / der Tuͤrck was ruͤsten sere / wol zuͦ Constantinopel der stat / mit eym gwaltigen here. Zuͦ roß zuͦ fuͦß mit manchem man wolt er die Christen straffen thon / in hoffart ers anfienge / Jn hohem pracht vnd vbermuͦt / Got ließ jm nit gelingen. Der Tuͤrckisch Keyser ließ gar schnell / weyhen zuͦ Constantinopel / des Machometen fanen / Gab jn Morbecho in die handt / dem aller stercksten manne. Der ein Griechischer wascho war er truͦg den Fanen vor der schar / ins Keysers pallasts eeren / vil mancher Wascho folgt jm nach / vnd vil Tuͤr ckischer herren. Der Tuͤrckisch Keyser sich ver⸗ maß / er gieng vñ da seyn muͦter was wolt vrlaub von jr nemen / vnd mit jr reden vor zuͦ letz / ob er nit wider ke me. Er sie vmbfieng wol zuͦ der stund er kuͤst sie freundtlich an den mund / da fieng sie an vnd weynet / sie wert jm gar seer disen zug / mit trewen sie jn meynet. Das er solt lassen dise reyß / Sie sprach ich sag dir was ich weyß / ich hab gelesen dicke / wol bey den teut⸗ schen Christen wirdt / es dir nit wol geluͤcken. Der keyser mit lachendem mund / sein muͦter troͤst vnd gieng zuͦ stund / zuͦ kuͤnigklichen frawen / zuͦ einer mit namen Sponitziel / mit wollust sie zuͦ schawen. Vnd die jm zu Macedonia / gepo ren ist bey welcher er da / die selben nacht thett schlaffen / Keyns vbels war jm nit zu vil / darumb jn Gott was straffen. Da er mit jr seyn lust verbracht / gar schnelligklich er sich auff macht vnd wolt nit lenger beyten / Mit all seym volck schyed er hindan / der teu fel gab jm gleyte. Mer denn tausent gallea schnell / schifften von Constantinopel / Die schiff waren gezieret / mit kreuͤttern gruͤn vnd edlem schmack / in schiffen man quintieret. Mit hohem gsang schifftens hin dan / jr gschuͤtz liessen sie als ab gan / das auff dem meer erhalle / ob him⸗ mel vñ erden brechen wolt / wol von dem grossen knalle. Auff wasser vnd auff lande wist zug der Tuͤrck starck vnd wol geruͤst in manche stat er kame / bis er zu Krie chischen Weyssenburg / daselbst eyn rit mit name. Jm Summer an sant Johannes tag / da man den Tuͤrckischen Ker⸗ ser sach / gar koͤstlichen einreyten / zuͦ Kriechisch Weyssenburg in die stat / mit sein tuͤrckischen leuͤten. Mit koͤstlichem triumph man hat jn empfangen wol in der stadt / gar kuͤnstlich war gemachet / von regen pogen ein hymel spil / des jm der key ser lachet. Da er dardurch auß reyten thett / die burgerschafft in der statt het / ein koͤstlichen hymel wiste / von Silber vnd gold in seyden gestickt / auff den keyser geruͤste. Den man ober dem Keyser truͦg / die hoffart was des keysers fuͦg / das man jm triumphieret / Nach prauch der alten Roͤmer art / man jm herr⸗ lich hoffieret. Nach jm folgeten hundert pfer / darauff des keisers kammerer / sassen gekleydet schone / mit goldt gestickt was jr gewandt / auff sie sach yeder mane. Ein yeder het ein eygen zopff / ge⸗ flochten von har auff dem kopff / vber sein augen hangen / rot huͤt vnd weysse federn drauff / die sich in dem lufft schwangen. Zwoͤlff waren aber vndter jn / die hetten auff koͤstlich helmlin / mit per lein vnd edlem gesteine / das gab ein scheynbarlichen glast / die hoffart was nit kleyne. Der Tuͤrckisch Keyser hett auch ein / der gleychen findt man nyndert keyn / der gleycht eyner Baͤpstlichen krone / Abraym Wascho der jm den / zuͦ eer was schencken thuͦne. Mit solchem pracht kam er be⸗ hend / ins land vnd da teutsch Chri⸗ sten send / er meynt er wolt sie schre⸗ cken / da thet man dem Türckischen keiser vil / seiner tuͤrcken abdecken. Vor Guͤnß vnd auch zum Poten⸗ stein / vnd auch vor Wien der schad was sein / es wolt jm nit geluͤcke / wie jn sein muͦter warnen was / so schluͦg jms Got zuͦ ruͤcke. Gott sey lob eer in ewigkeyt / der sein Christen zuͦ aller zeit / bewart vor dem tyrannen / mit schand vnd spot zum andern mal / ist er zogen von dannen. Der Tuͤrckisch Keyser het nit ge⸗ meynt / das sich die Stett hetten ge⸗ eynt / mit dem Roͤmischen Keyser / es gewan der krieg bey jm ein loch / da mans saget dem reyser. Getruckt zuͦ Nuͤrmberg durch Kuͤnigund Hergotin. Show less

Missionierung in Schweden; Klaglied zur Zerstörung Magdeburgs, 10. Mai 1631
Zwey Schöne Newe Lieder / Das Erste: Darinnen der Verlauff / was Jhr: Koͤnigl: May: in Schweden Ver⸗ richtung biß anhero gewesen / auch daß das reine Evangelium soll mit der Got⸗ tes Huͤlffe fortgepflantzet werden. Das Andere / Jst eine Klag von der Stadt Magdeburg: Dem GOtt welch ein... Show more Zwey Schöne Newe Lieder / Das Erste: Darinnen der Verlauff / was Jhr: Koͤnigl: May: in Schweden Ver⸗ richtung biß anhero gewesen / auch daß das reine Evangelium soll mit der Got⸗ tes Huͤlffe fortgepflantzet werden. Das Andere / Jst eine Klag von der Stadt Magdeburg: Dem GOtt welch ein betruͤbte Zeit / hat deine Kirch auff Er⸗ den / rc. Jm Thon: An Wasserfluͤssen Babylon. Gedruckt im Jahr Christi / M. DC. XXXII. GVstavus bin ich geboren / ein Koͤ⸗ nig der Schwedischen Reiche / Tylli hat mir den Todt geschworen / sein Anhang auch deßgleichen. 2. Tylli mein alter Corporal / wie bistu so vermessen / gedencke dein Gluͤck wend sich einmal / der schmach will ich nicht vergessen. 3. All Fuͤrsten vnd Staͤnde im Roͤmi⸗ schen Reich / hastu recht Cujoniret / all Laͤn⸗ der vnd Staͤdt im Roͤmischen Reich / hastu fast außspoliret. 4. Jch bin der Loͤw von Mitternacht / mit dir will ich frisch fechten / Jch streit durch Gottes Krafft vnd Macht / der helf⸗ fe dem Gerechten. 5. Tylli du alter Pfaffenknecht / du alter Nonnenbruder / Warumb lieff so sehr dein Geschlecht / vor Franckfurt an der Oder. 6. Steh mir bistu ein kuͤhner Held / vnd lern den Schweden kennen / denn ich bin ein Krieges Mann im Feld / nicht wie du zu pluͤndern vnd brennen. 7. Sag? Was bringstu vor Rhum dar⸗ von / daß du Magdeburg gewonnen / Pfui: Ewig ist dirs Spott vnd Hohn / bist mit auß Furcht entrunnen. 8. Tylli du wirst doch ein Hanerey / die Magd ist dir nichts nuͤtze / Jch rath dir dei⸗ nes gleichen frey / ein alte Kloͤster Kuͤtze. 9. Tylli du ligistischer General / Wo sind nun deine Thaten / Viel Schlachten ohn Feind uͤberal / vor Werben ist dirs nicht ge⸗ rathen. 10. Das macht du hast ein Jungfraw ge⸗ schwecht / jhr Bruͤder vnd Schwester er⸗ stochen / jr Staͤdt verbrand drumb gschicht dir recht / Vnschuld muß sein gerochen. 11. Tylli du hast dich hoch vermessen / in Leipzig wollstu sie kleiden / zu Wittenberg halten die Brautmeß / zu Dreßden die Hochzeit Frewden. 12. Das Brautkleid hast zwar außgenõ⸗ men / aber Leipzig wolt nicht lang borgen / wie ist dir das Churf. Confect bekommen / das du assest den andern Morgen. 13. Wittenberg mustu wohl mit frieden lahn / Dreßden wirstu nimmer sehen / wag⸗ stu dein grawen Kopff schon dran / dennoch solls nicht geschehen. 14. Du hast den Leipzigschen Convent verlacht / vnd seine Bundsverwandten / Den Koͤnig Churf vnd Herren verlacht / so wol auch der Staͤdte Gesandten. 15. Du hast alles wollen Papistisch machen / Lutherum reformiren, die Stifft be⸗ setzen mit Moͤnch vnd Pfaffen / nach dem Edict exequiren. 16. Aber GOtt im Himmel lachet dein / seyn Wort muß ewig bleiben / Der wird mit allen Abgoͤttereyen / dich vnd die dei⸗ nen außtreiben. 17. Solchs denn Gott Lob geschehen ist / zu Leipzig auff dem Planne / 36. Stuͤck hastu eingebuͤst / 145. Fahnen. 18. Dein starcke Armada ist erschlagen / dein Obristen sind gefangen / verlohren sind all Pagagi Waͤgn / damit du so konst pran⸗ gen. 19. Drey guter Stoͤß trugstu darvon / dein Volck must ins Graß beissen / das danck der Reformation, die woltestu fuͤhren in Meissen. 20. Werstu in deinem Klosten bliebn / vnd hettest Meß gesungen / so werstu nicht vor Leipzig vertrieben / die Schlacht ist mir gelungen. 21. Hall vnd Halberstadt hastu quittiret, den Thuͤringschen Kreyß hastu verlassen / Erffurdt hat sich mir accommodiret, Nun bin ich in der Pfaffengassen. 22. Der Fraͤnckisch Kreyß ergab sich gern / der Adel Buͤrger vnd Bauren / das Schloß zu Wuͤrtzburg wolt sich wehren / der Lohn ward jhm gar sawr. 23. Jch ließ viel Volcks drauff nieder⸗ hawen / gute Beute thet ich finden / Viel Proviant / Gewehr / Munition, der Schatz lag weit dahinden. 24. Da wurden meine Soldaten froh / sie theilten das Geld mit Huͤten / Holla Tylli was sagstu darzu / mit deinẽ Jesuiten. 25. Nun will ich nach Franckfurt an den Mayn / in der Pfaltz mein Quartier ma⸗ chen Fridericum zu Heydelberg setzen ein / du wirst darzu nicht lachen. 26. Tylli du alter boͤser Feind / koͤmpstu in meine Haͤnde / du must ins Kupffer Berg⸗ werg hinein / in Schweden will ich dich sen⸗ den. Das gebe GOtt / Vnd Gluͤck auff die Reise. Das Ander Lied. MEin GOtt welch ein betruͤbte Zeit / hat deine Kirch auff Erden: Deß Antichristen Dienstbarkeit / wil jhr zu schwere werden. Die Wellen auff dem wilden Meer / sind groß vnd braussen grew⸗ lich sehr / Ach das ich moͤcht der meinen / Raub / Mord / Verfolgung / Plag vnds Schmach / mit meiner Augen Threnen⸗ Bach / bey Tag vnd Nacht beweynen. 2. Ach klage / wer da klagen kan / Ach seufftzet all von Hertzen: Vnd schawt den grossen Jammer an / Noth / Elend / Angst und Schmertzen. So Magdeburg die schoͤ⸗ ne Stadt / nach Gottes Willn betroffen hat / Ach daß ich moͤcht der meinen / Raub / Mord / Verfolgung / Plag vnd Schmach / mit meiner Augen ThraͤnenBach / bey Tag vnd Nacht beweinen. 3. Gar wuͤste die Volckreiche Stadt / muß liegen vnd verlassen: Die Alten gehn nicht mehr zu Rath / kein Kind spielt auff der Gassen. Ach GOTT das Wasser / Schwert vnd Fewr / nahm sie dahin gantz vngehewr / Ach das ich moͤcht der meinen / Raub / Mord / Verfolgung / Plag vnnd Schmach / mit meiner Augen Thraͤnen⸗ Bach / bey Tag vnd Nacht beweinen. 4. Das arme Volck / so in den Streit / noch ist beym Leben blieben: Das hat der Feind mit Graussamkeit / gefangen wegge⸗ trieben. Hohn / Spot vnd Schand geuͤbet ward / an Weibern vnd Jungfrawen zart / Ach daß ich moͤcht der meinen / Raub / Mord / Verfolgung / Plag vnd Schmach / mit meinen Augen Thraͤnnen Bach / bey Tag vnd Nacht beweinen. 5. Ey wie viel kleine Kinder gehn / ruf⸗ fen / weinen vnd klagen / nach jhren Muͤt⸗ tern sich vmbsehn / vnd nach den Vaͤtern fragen. Die laͤngst hat das Blutduͤrstig Schwert / das Fewr vnd die Elbe verheert / Ach das ich moͤcht der meinen / Raub / Mord / Verfolgung / Plag vnd Schmach / mit meiner Augen ThraͤnenBach / bey Tag vnd Nacht beweinen. 6. Brod heischen jetzund jhrer viel / die sonst den andern brachten: Weils jhnen niemand geben will / vor Hunger sie ver⸗ schmachten. Denen so vor in Seidn ge⸗ prangt / wird kaum ein alter Lump ge⸗ langt / Ach das ich moͤcht der meinen / Raub / Mord / Verfolgung / Plag vnd Schmach / mit meiner Augen Thraͤnen⸗ Bach / bey Tag vnd Nacht beweinen. 7. Vnmuͤglich wars dem Feinde fast / viel an dem Ort zuschaffen: Der uͤberhaͤuf⸗ ten Suͤndenlast / ist Vrsach aller Straffen. Vber das Edle Teutsche Land / des HER⸗ REN Zorn ist sehr entbrand / Ach laͤst vns in gemeine / die grossen Suͤnden hundert⸗ fach / mit vnsern Augen ThraͤnenBach / bey Tag vnd Nacht beweinen. 8. Ruh / Frieden vnd gewuͤnschte Zeit / darff vnser keiner hoffen: Die Thor des Hertzens weit und breit / stehn allen La⸗ stern offen. Es geht im schwang groß Hu⸗ rerey / groß Hoffart / Ehebruch / Schwelge⸗ rey / Ach last vns in gemeine / die grossen Suͤnden hundertfach / mit vnsern Augen ThraͤnenBach / bey Tag vnd Nacht be⸗ weinen. 9. Glaͤubts nur / so wir / wie Ninive / mit Ernst von Suͤnd vns kehren: All Kriegs⸗ Noth / all Ach vnd Weh / all Straff vnd Plag auffhoͤrten. Die uͤber vns mit hauf⸗ fen gehn / wenn wir nicht wollen abestehn / Drumb last vns in gemeine / die grossen Laster hundertfach / mit vnsern Au⸗ gen ThraͤnenBach / bey Tag und Nacht bewei⸗ nen. ENDE. 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Klaglied zum Tod von Gustav Adolf, Schlacht zu Lützen in Meissen, 6. November 1632
Ein Christliches Klag⸗Lied / Wegen deß Weiland Durchleuchtigsten / Großmaͤchtigsten Fuͤrsten vnnd Herrens / Herrens Gustavi Adol⸗ phi / der Schweden / Gothen vnd Wen⸗ den Koͤnigs / Groß⸗Fuͤrstens in FinLand / Hertzogens zu Etonien vnnd Carelien / Herrens zu Jngern⸗ Land. Welcher den 6.... Show more Ein Christliches Klag⸗Lied / Wegen deß Weiland Durchleuchtigsten / Großmaͤchtigsten Fuͤrsten vnnd Herrens / Herrens Gustavi Adol⸗ phi / der Schweden / Gothen vnd Wen⸗ den Koͤnigs / Groß⸗Fuͤrstens in FinLand / Hertzogens zu Etonien vnnd Carelien / Herrens zu Jngern⸗ Land. Welcher den 6. Novembris Anno 1632. bey der blutigen Schlacht / vnnd grossen Niderlag der Feinde zu Lutzen in Meissen / vmb der reinen Evangelischen Lehr vnnd der Teutschen Gewissens⸗Freyheit willen / sein theur Koͤ⸗ nigliches Helden⸗Blut Ritterlich vnnd Triumphirend vergos⸗ sen / dieses zeitliche Leben gesegnet / in Christo JEsu seeliglich eingeschlaffen / vnnd wegen solchen allzufruͤh zeitigen Ab⸗ schieds die betrangte Kirchen in hoͤchste Traurig⸗ keit gesetzet. Nach deß 25. Psalmen Davids Medlody D. Lobwassers. Zu dir ich mein Hertz erhebe / rc. Getruckt Jm Jahr 1633. Denen Wol ⸗ Edlen / Gestrengen / Frommen / Ehrnvoͤsten / Hochgelehrten / Fuͤrsichtigen / Hochweisen / vnnd Ehrsamen / rc. Herrn / Burgermeister vnd Raht / einer Loͤbli⸗ chen Weltberuͤhmbten Statt Zuͤrich / in Schweitz / meinen besonders Großguͤnstigen / Hochgeehrten Junckern vnd Herrn zu sondern Ehren vnd Gefallen / Jn aller Vnterthaͤnigkeit Dedicirt Durch J. C. G. B. Jn T. Den 4. lunij, Anno 1633. 1. ACh / die jhr fuͤruͤber gehet / Wendet ew're Augen her! Schaw't / die jhr da seidt / vnd sehet / Ob jrgende in Schmertze waͤr Vnserm grossen Schmertzen gleich / Der vns laider hat beruͤhret / Weil der schoͤnest SCHMUCK im Reich Von vns ist hinweg gefuͤhret! 2. Der Feind hat mit seinen Haͤnden Vnser schoͤn KLEINOD betast! Der HERR hat auff vnser Lenden G'legt ein grossen Jammers⸗Last! Das GOLD ist vertunckelt gar! Es ist der GESALBT deß HERREN / Welcher vnser HOFFNUNG war / Von vns weggewichen ferren! 3. Vnsers Haupts CRON ist gefallen! Es ligt der schoͤn BAUM so wehrt; Der seine Frucht vns gab allen / Abgehawen auff der Erd / Der Liebliche KÜRBIS zart / Der vns / die wir schier gestorben / Fuͤr der Sonnen Hitz bewahrt / Jst verwelcket vnd verdorben! 4. Also thue ich all ansprechen / Die jhr hie zugegen seidt / Ob mir schon moͤcht gantz verlechen Meine Zung fuͤr Trawrigkeit / Eingang auß den Klag⸗Lie⸗ dern Jerem. I. v. 12. v. 6. v. 10. Cap. 4. v. 2. v. 20. Cap. 5. v. 16. Dan. 4. v. 9. Jonas. 4. v. 7. Psal. 22. v. 16. Cap. 1. v. 20. Psal. 77. v. 5. Die Vrsach solcher Traur⸗ Wort ist vn⸗ ser verstorbe⸗ nr Koͤnig. Welcher zwar selig abgescheiden. Vns aber jn hoͤchte Trau⸗ rigkeit gesetzt. Derowegen sollen wir auß GOttes Wort vns Trost schoͤpf⸗ fen. Psal. 60. v. 3. Zerrinnen moͤcht all mein Blut / Fuͤr zagen mein Hertz thut wallen / Daß es mir im Leib weh thut / Vnd die Sprach mir moͤcht entfallen. 5. Dannoch kan ich nicht gar schweigen / Weil hierzu mich treibet an Der Außerwoͤhlte Ruͤstzeuͤge Vnd der Theure GOttes⸗Mann / Herr GVSTAV ADOLPH genandt / Der Schweden / Gothen vnd Wenden Koͤnig / Groß⸗Fuͤrst in Finland / Herr in den Nortischen Enden. 6. Welcher Fromm Hocherleucht Helde Jn der besten Alters⸗Bluͤh / Triumphirend auff dem Felde / Jn deß Fechtens groͤster Muͤh / Vergoß sein Koͤniglich Blut Fuͤr den rechten wahren Glauben / Vnd die Teutsche Freyheit Gut / Die der Feind begehrt zurauben. 7. Hat damit Valet gegeben Dem Zeitlichen in der Welt / Jst jetzt im Ewigen Leben Zu den Heiligen gezehlt ; Jhm ist wol / vns aber weh. Wegen deß verstorbnen Helden Jch in solcher Truͤbnus steh / Daß ich schier kein Wort kan melden! 8. GOtt / der du vns schlaͤg'st darnider / Vnd betruͤb'st zu dieser Frist / Durch dein Wort vns troͤste wider / Zu dem vnser Zuflucht ist: Deines Geistes Krafft ertheil / Daß es zum Ewigen Leben / Vnd vnserm zeitlichen Heil Vberreichen Nutz moͤg geben. 9. Wann wir die Geschicht der Alten / vnd was taͤglich jetzt geschicht / Recht gegen einander halten / Seind sie so gar vngleich nicht: Darumb ist es wolgethan / So wir von dem Wort nicht weichen / Vnd Mosen den Theuren Mann Mit vnser'm Koͤnig vergleichen. 10. Gleich wie Moses ward besonder Seinem GOtt ein lieber Mann / Durch welchen Er hat viel Wunder Vnd grosse Thaten gethan: Also ward auch vnser Held Von seinem GOTT hochgeliebet / Vnd vor andern außerwoͤhlt / Daß Er durch Jhn sein Werck uͤebet. 11. Wie vnter der Kinder Hauffen Mosen GOTT erhalten hat / Die so klein muͤßten ersauffen Auff deß Pharao Mandat: So hat Ers auch gut gemeint Mit dem Koͤnig / jhn errettet / Daß er offt vnter dem Feind Jn Gefahr nicht ward getoͤdtet. 12. Wie vnter sechs hundert tausend Moses war allein der Mann / Der sein Volck durch das Meer brausend Fuͤhren solt in Chanaan: Also ward der Koͤnig Hoch Gewuͤrdig't von GOTT alleine / Der von deß Anti⸗Christ's Joch Erloͤß sein betrangte G' meine. Vergleichung des Manns GOttes Mo⸗ ßis mit vnserm Koͤnig. 1. Moses vnnd vnser Koͤnig waren GOttes Lieb vnnd Wehrt. 2. Sie beede seind von GOtt viel⸗ mahlen auß grossen Ge⸗ fahren errettet worden. 3. Vnnd zu Re⸗ genten vnnd Erloͤsern sei⸗ nes Volcks erwoͤhlet. 4. Moses vnd vnser Koͤnig haben viel⸗ faͤltig mit GOtt geredt. 5. Vnnd von Jhme Gnad vnnd Verge⸗ bung jhrer Suͤnd erlan⸗ get. 13. Vnd daß er sie durch die Wuͤste Der Verfolgung vnd Truͤbsal / Deren sie viel leiden muͤßte / Fuͤhren moͤg endtlich einmal: Ob er zwar das grosse Werck Nicht moͤgen gaͤntzlich vollenden / Hat er's doch durch GOttes Staͤrck Weit gebracht an vielen Enden. 14. Wann wir nur zusamen halten / Vnd vns die Vneinigkeit Nicht wuͤrdt von einander spalten ; Sonder wir all seind bereit Eifrig das zutreiben fort / Was bereit wol angefangen / Laßt es GOtt / nach seinem Wort / Zum erwuͤnschten End gelangen. 15. Moses hat auch nicht erlebet / Daß sein Volck kam inn's Rhue⸗Ort / Doch hat GOtt nicht auffgehebet Der Verheissung Theure Wort: Also zweiffeln wir auch nicht / Wann wir nur innbruͤnstig bleiben / Daß Er werd / nach seim Bericht / Die Sach herrlich hinauß treiben. 16. Wie Moses mit GOtt dem HEr⸗ Selbsten geredt vnd gespracht: (ren Also thaͤt sich nicht beschwaͤren Vnser Koͤnig Hochgedacht / Zufallen auff seine Knuͤh / Vnd die Haͤnd zusamen falten / Zu Tag / Abend / Nacht vnd Fruͤh / Vnd manch Red mit GOtt zuhalten. 17. Wie an Mosen auch die Masen Vnd Flecken der Suͤnd gehangt / Gleichwol ward er nicht verstossen; Sondern hat Ablas erlangt: Also hat auch GOtt sein Gnad Vnserm Koͤnig hochgezieret Geben / weil er bekannt hat / Daß er auß Schwachheit geirret. 18. Wie Moses mit seinem Stecken / Auff seines GOttes Geheiß / Vertrieben die Froͤsch / Hewschrecken / Rauppen / Finsternus vnd Laͤuß; Die Stroͤm / so in Blut verkehrt / Blatern vnd die Pest vernichtet / Dem Hagel / Wuͤrger gewoͤhrt / Von sonst mehr Wunder verrichtet : 19. Also hat Jhr Majestaͤte Durch GOttes Huͤlffreiche Hand / Auch vollbracht manch Wunderthate / Ausser ⸗vnd in Jhrem Land: Die Jesuitische Froͤsch Vertrieb sie / vnd andre Ketzer / Die mit vnnuͤtzem Gewaͤsch Viel quackten / als lose Schwaͤtzer. 20. Die mit Blutdurstigen Raͤhten Vnd grewlicher Finsternus / Manchem schoͤnen Land vnd Staͤtten Haben gemacht den Garauß / Der Seel mit Mord nicht verschont / Sonder gar zur Hoͤll gestossen: Daß manch Volck jetzt sicher wohnt / Wie Jsrael im Land Goßen. 21. Bleiben koͤndt nicht eingezogen Jhr Tugend in jhrem Land ; Sondern ist weit vßgeflogen / Daß sie maͤnniglich bekandt: 6. Grosse vnd Goͤttliche Wunder seind durch sie geschehen. Vnsers Koͤ⸗ nigs Tugent haͤt auch bey den Aufstaͤn⸗ dischen ge⸗ scheinet. 7. Vnser Koͤ⸗ nig hat nach dem Exempel Mosis alle seine Sachen mit dem Ge⸗ bet angefan⸗ gen. Jedem Regi⸗ ment Feld⸗ Prediger verordnet. Dann als das Gottseelig Herz Gesehen mit groß Mitleiden / Wie viel Vngemach vnd Schmertz Seine Glaubens⸗G'nossen leiden: 22. Hat es willig wollen wagen Land vnd Leut / Leib / Gut vnd Blut / Vnnd sich in das Mittel schlagen / Zog darauff mit Helden⸗Muht / Als ein frewdig kuͤner Loͤw / Mit sehr wenig Streitbar'n Helden Des Feind's schroͤcklichen Armee Vnter Augen auff dem Felde. 23. Mit welchem er hat gekaͤmpffet / Ritterlich durch GOttes Hand / Sein Stoltz vnd Hochmuht gedämpffet Jhn verjagt auß manchem Land: Hat also gefuͤhret auß / Die mit Trangsal hart beschwaͤret Deß Gewissens / im Dienst⸗Hauß / Dabey man GOtts Huͤlff erfaͤhret. 24. Wie Moses mit dem Gebette Allzeit gemacht den Anfang / Wann er etwas zuthun haͤtte / Als jhm bey dem Meer ward bang ; Da er angriff Ameleck. Wann Jsrael Suͤnd begangen ; Damit kundt er treiben weg Die Straff / vnd den Sieg erlangen. 25. Also hat auch vnser Helde Allzeit sein Gebet verricht / Zu Hauß / zu Wasser vnd Felde / Hat auch die Ordnung gericht / Daß bey jedem Regiment Ein Prediger deß Worts seye / Der mit dem Volck ruff ohn End Zu GOtt / daß Er Sieg verleihe. 26. Darumb hat Jhm GOtt gegeben / Was sein Hertz von Jhm begehrt / Vnd in seinem gantzen Leben Viel herrliche Sieg beschert: Als Sechzehenhundert Jahr Vnd Eylffe wurden gezehlet / Ward er in der grossen G'fahr Seines Koͤnigreichs erwoͤhlet. 27. Welches war mit Krieg erfuͤllet Vom Koͤnig in Denne⸗Marck / Biß die Vnruh ward gestillet / Muß er fechten immer starck: Hernach mußt er manche Schlacht Halten mit den Moscowiten Biß er mit GOtt zuweg bracht Ein Ewigen nutzbarn Frieden. 28. Liff⸗Land muͤßt auch wol erfahren Sein von GOtt verliehen Gluͤck / Die Cron Polen mit gefahren Wurd es jnnen offt vnd dick ; Zum Sechs⸗Jaͤhrigen Anstand Hat er seinen Feind geweiset / Daß jederman sein Verstand / Helden⸗Muht vnd Eyfer preiset ; 29. Vnd weil er nichts kundt außrich⸗ Mit den Fridens⸗Mitteln schon ; (ten Sondern sie wurden zunichten Jn der Teutschen Nation ; Vnd man streng fortfahren thaͤt Mit Verfolgung zubeschwaͤren Die Gewissens⸗Libertaͤt / Wolt er diesem Jamer woͤhren. Dannenberg Er herzliche Sieg erhal⸗ ken. 1. In Schweden Anno 1612. vnd 13. 2. Jn Moscaw von dannen an bis auff das 1619. Jahr. 3. In Liff⸗Land / Anno 1621. 4. Jn Preussen / Anno 1626. 5. F[...]sch⸗ land. 8 Ja Er ist auch wie Mo⸗ ses ein Fuͤr⸗ trefflicher Hochbegabter Held gewe⸗ sen. 1. An dem Leib. 2. An dem Ge⸗ muͤht. 3. An der See⸗ len. 9. Hochloͤblich [...]er Regie⸗ rung 30. Hat darauff durch GOttes Handt Mit geringer Krieges⸗Macht / Vast / das gantze Teutsche Lande / Wider hoffen / an sich bracht: Welche Werck gewiß von GOTT / Vnd nicht von Menschen her fliessen; Wie vnter der Feinden Rott Selbsten viel bekennen muͤssen. 31. Vnd wie Moses ist gewesen Ein Mann von GOTT Hochbegabt: Also der Held außerlesen Hat trefflich Gaaben gehabt / So man sein Reputirlich Vnd doch Holdselig Gestalte Ansach / hat sie maͤnniglich Zur Reverentz angehalten. 32. Bey Jhm war Verstand in Sachen / Beredsam⸗ vnd Freundtligkeit / Wissenschafft der Künst vnd Sprachen / Kriegs⸗Kunst / Demuht / Guͤtigkeit ; Er ward Freüdig wie ein Loͤw All sein Sachen zuverrichten / Ob es schon mit Müh gescheh / Wie seine Thaten berichten. 33. Er war nicht nur mit dem Munde Gottsfoͤrchtig / Eyf'rig vnd Fromm ; Sonder hat von Hertzen Grunde Fuͤr das Evangelium Kaͤmpffet / vnd mit seinem Blut Bezeugt / daß er hat vergossen / Wie man soll mit Helden⸗Muht Fechten fuͤr die Glaubens⸗G'nossen. 34. Gleich wie Moses wol verstanden Der Regierung Wissenschafft; Vbte G'rechtigkeit; all Schanden Hat Er haͤrtiglich gestrafft: Gleich ward vnser Held begabt / Als deß Landes rechter Vatter / Der die Frommen lieb gehabt / Vnd gestrafft die Vbertretter. 35. Ach / was trawren vnd wehklagen / Ach / wie viel Seuffzen zugleich Werden jetzt gehoͤrt all Tage Jnn seim Land vnd Koͤnigreich / Nach Jhrem Regenten⸗Baum / Der Jhnen gab Schutz deß Lebens / Huͤll vnd Fuͤll / zu wohnen Raum! Aber / ach / ach / gantz vergebens! 36. Wie Er nuhn daheim regiret Mit Recht vnd Gerechtigkeit: Also hat Er publiciret Schoͤne Kriegs⸗Ordnung allzeit: Wer darwider hat gethon / Hat Er ernstlich lassen straffen / Ohn Ansehung der Person / Daß das Boͤß werd abgeschaffen. 37. Wie Moses inn allen Wercken GOttes Huͤlff verspuͤhret hat: Also hat man koͤnnen mercken Bey dem Koͤnig GOttes Gnad / Die Er vber Jhn goß auß / Gleich als einen fruchtbar'n Regen: Dann Er zu Feld vnd zu Hauß / Ward geschmuckt mit vielem Segen. 38. Obwol Moses ist gewesen Ein Regent vnd Obrister: Dannoch wuͤrdt von Jhm gelesen / Daß er ward geplaget sehr / 10. Gluͤckselig zum Haͤndeln. 11. Auch dem Creutz vnter⸗ worffen / wie Moses. 12. Vund zu letzt dem zeit⸗ lichen Todt : dann sie beede seynd gestor⸗ ben. Von der Geburt biß in Tod: Dann / nach dem Sprich⸗Wort / die Wuͤrde Bringt viel Sorgen / Angst vnd Noht / Vnd vast vnertraͤglich Buͤrde: 39. Also hat auch vnser Koͤnig Gehabt inn seim Lebens⸗Lauff / Der ruͤhigen Tag gar wenig ; Sonder Sorg vnd Muͤh vollauff ; Dann so man mit kleiner Macht Mit eim starcken Feind muß streitten / Hat man freilich Tag vnd Nacht Nicht viel froͤlich Stund vnd Zeitten. 40. Der weißt wol darvon zusagen / Wer bey'm Krieg herkommen ist / Was man fuͤr Vnruh vnd Plagen Leiden muß zu jeder Frist: Jst also kein Paradeyß / Wie gemeine Leut vorgeben ; Sonder gar ein haͤrbe Speiß Vmb das recht Soldaten Leben. 41. Endtlich / ob gleich hat geliebet Sein Knecht Mosen GOTT der HErr Jedoch / weil er auch geuͤbet / Als ein Mensch / viel Suͤnden schwer / Vnd nunmehr mit Jsrael An die Graͤntzen Chanaan kommen / Hat GOTT endtlich seine Seel Durch den Todt von Jhm genommen: 42. Also / nach dem GOtt verrichtet Durch den Koͤnig Außerwoͤhlt Sein Werck / vnd die Sach geschlichtet / Daß dem Feind sein Anschlag faͤhlt / Hat Er den Leib abgematt Durch viel Muͤh lassen gelangen Zu sein'r seeligen Ruh⸗Statt / Vnd die Seel gar schoͤn empfangen. 43. Wie Moses nicht ohn das wissen Vnd GOttes Allweisen Raht / Von dem Todt ist hingerissen: Also haͤtt nicht vnser GOTT / Wann Er solches nicht gewoͤlt / Sterben lahn den Helden Wehrte: Weil so theur kein Sperling faͤlt Ohn sein Willen auff die Erde. 44. Wie Moses eben gestorben Zu der gefaͤhrlichsten Zeit / Da Chanaan noch nicht erworben; Sonder ward erst mit viel Streit / Durch den Helden Josuam Eingenommen mit Beschwerden / Vnd mußt hernach jedem Stamm Sein Loß zugetheilet werden: 45. Also sein Koͤniglich Blute Der Zeit vnser Held vergoß / Da Er schon von deß Feinds Mute Vnser viel gemachet loß / Vnd biß an die Graͤntz gefuͤhrt / Da kost es noch gar viel Schnaufen / Biß der Friede wuͤrdt gespuͤrt / Vnd gedaͤmpfft der Feinde Hauffen. 46. Wie Moses starb auff der Hoͤhen Deß Gebuͤrgs Pißga genandt / Welchen das gantz Volck gesehen / Jn der Moabiter Land: Also ist auch Todts verblicht Vnser Koͤnigliche Helde / Vor seines Heers Angesicht / Offentlich im freyen Felde. 1. Nicht vnge⸗ faͤhr: sonder nach dem Wil len GOttes. 2. Eben zu der Zeit / da noch die staͤrckeste Feind zu be⸗ streitten wa⸗ ren. 3. Jn einem freyen vnd of⸗ fentlichen Ort. 4. Nicht mit ge⸗ zwungenem / sondern gantz willigem Geist. 5. Endtlich / nicht inn⸗ sondern ausser der Be⸗ hausung vnnd Wohnung. 47. Hat also wollen beweisen Mit seinem Exempel gut / Wie man sich solle befleissen / Mit Hertzhafftem Helden⸗Muht Zu streitten fuͤr GOttes Wort / Vnd fuͤr die Glaubens⸗Genossen / Daß man auch kein Zeit noch Ort Sich davon soll schrecken lassen. 48. O Du Edels Trewes Hertze! Du Redlich's Gott'sfoͤrchtig's Hertz! Wie sollen wir deinen Schmertzen Dir vergelten anderwerts! Du Christlicher Maͤrtyrer! Wie gar findt man nicht dein's gleichen! Ach dein Todt vns schmuͤrtzet sehr ! GOtt erbarm's im Himmelreiche ! 49. Wie Moses willig beschlossen Sein Leben vff GOtt's Befehl: Also ward auch vnverdrossen Vnser Koͤnig / seine Seel Heimzugeben seinem GOTT: Waͤr sein Hertz geweßt verzaget / Oder haͤtt gefoͤrcht den Todt / Haͤtt Er sich nicht so gewaget. 50. Moses in seinem Gezelte Starb nicht bey dem Volck daheim ; Sondern droben auff dem Felde Deß Gebuͤrges Abarim: Also hat es sich geschickt / Daß auch haussen in der Frembde Vnser Held ward hingeruckt / Vnd nicht in seim Land daheimbde. 51. Nicht in sein'r Gemahlin Schoße / Die jetzt hoch bekuͤmmert sich ; (Jn dem Hertzen⸗Laid so große GOTT sie troͤste kraͤfftiglich!) Nicht in den Armen der Herd ; Geht also / daß alle Leute Sterben / wie das Sprich⸗Wort lehrt / Wissen doch nicht Ort vnd Zeite. 52. Moͤcht jetzt vielleicht jemand fragen / Warumb die zween Helden GOTT Weggerafft hab in den Tagen / Da man Jhr am maͤhsten Noht? Erstlich ob sie gleichwol GOTT Lieb waren / nichts desto minder Mußten sie auch beed den Todt Leiden / wie all Adams⸗Kinder. 53. Darnach / weil sie sich beflissen Der wahren Gottseligkeit / Vnd mit grosser Muͤh erwiesen / Daß sie gestreb't alle Zeit Nach dem Gut im Himmel hoch ; Drumb wolt Er mit Jhn' von dannen Eylen / vnd sie von dem Joch Jhrer harten Muͤh vßspannen. 54. Drittens / daß GOtt grosse Straffen Vnd Veraͤnderung vorhab / Weil wir stehts mehr Vbel schaffen / Kan man leichtleich nemmen ab: Dann / so Er die arge Welt Wegen jhrer Boßheit straffet / Wuͤrdt zuvor / der Jhm gefaͤlt / Vor dem Vngluͤck weggeraffet. 55. Vierdtens; So lehr't vns auch richtig Der Hochbetraurliche Fall: Wie so gar nichtig vnd fluͤchtig Vnser Leben ist zumal ; Warumb for⸗ dert aber GOtt solche dapffere Hel⸗ den so ge⸗ schwind auß diesem Leben ab? 1. Weil sie ge⸗ brechliche Menschen gewesen. 2. Weil jhre Seele GOtt gefallen. 3. Weil der Gottseligen Tod gemeing⸗ lich grosse Veraͤndet⸗ rungen an⸗ kuͤndet. Wuͤrdt vns dardurch die Fluͤchtigkeit deß Mensch⸗ lichen Lebens angedeutet. 5. Darnach die Eytelkeit Menschlicher Kraͤfften. 6. Deßgleichen den Last vnse⸗ rer schwaͤren Suͤnden. Hat der Todt gelegt sein Hand An deß Theuren Helden Crone / Der so viel Feind vberwandt / O / solt er dann vnser schonen! 56. Darumb thu Buß / ach thu Bus⸗ Ach thu Buß du liebes Hertz! (se! Weil du noch hast Zeit vnd Musse / Jrr dich nicht / GOTT treibt kein Schertz : Gedenck / wann das gruͤn Holtz brinnt / Daß es bald auß mit dem duͤrren ; Laß das boßhafftig Gesind Dir deine Sinn nicht verwirren. 57. Dieser Fall soll vns auch lehren / Daß wir gar kein Augenblick Vnser Hertz von GOTT abkehren Zu der Menschen Krafft vnd Gluͤck / Welches alles nicht daurhafft / Vnd kan in eim huy vergehen: GOTT allein all Huͤlff verschafft / So auff Erd pflegt zu geschehen. 58. Wir sollen auch wol bedencken Vnsern schweren Suͤnden⸗Last / Welche GOtt vns nicht wuͤrdt schencken / Dann seyn Eyfer brennet vast. Was fuͤr Jammer vnd Trangsal Die wahre Kirch außgestanden / Bey den Teutschen vberal / Jst bekandt inn allen Landen. 59. Darvon wolt GOtt vns erloͤsen / Wie Er in Egypten: Land / Da die Noht am groͤsten g'wesen / Mosen seinen Knecht gesandt: Also da der Jammer schwaͤr Auch gar auff das höchst gestiegen / Bracht GOTT diesen Helden her Begabt mit herrlichen Siegen. / 60. Welcher mit GOTT so viel Thaten Jnn gar kurtzer Zeit verricht / Daß man von eim Potentaten Dergleichen wuͤrdt lesen nicht: Solch's haͤtt Er getrieben fort / Wa wir nicht mit vnsern Suͤnden Vnd dem Vndanck vnerhoͤrt Jhm gleichsamb die Hand gebunden. 61. Ein jeder inn sich selbst gehe / Wer ist dardurch worden Fromm? Wa ist / der da woͤll abstehen Von Suͤnden / vnd kehren vmb? Ach Teutsch⸗Land / was zeichst du dich! Ach / wie reiff bist du zur Raache! Deine Verstockung / (sorg ich ) Sey diß Falls einig Vrsache. 62. An wie vielen hats gefehlet / Welche haben danckbarlich Gegen GOTT sich eingestellet / Der allein halff wunderlich: Das Werck ward auß Vnverstand Nur dem Koͤnig zugeschrieben / So Er selbsten hat geandt Mit Verdruß / eh Er geblieben. 63. Wie viel waren auch zufinden / Die fuͤr die groß Sorg vnd Muͤh / So der Koͤnig thaͤt anwenden / Einmal Danck gegeben nieh: Jhm ward schlechter Vorschub thon; Da man mit dem Feind solt streitten / Wolten viel noch vngern d'ran / Hinck'ten lieber auff beed Seiten. Der mehrer Theil in Vn⸗ bußfertigkeit verharret. Viel haben dem Koͤnig wider seinen Willen alles zugeschrieben. Wenig ha⸗ ben sich dank⸗ barlich einge⸗ stellet. Th[...]s haben mehr jhren Privat⸗Nu⸗ tzen dann das gemein We⸗ sen befuͤrdert. Ja auch wi⸗ der den From⸗ men Koͤnig gemurret. Aber was die Welt dem Koͤnig nicht vergilt wirdt von GOtt [...]lich im Himmel er⸗ stattet. Er ist nicht ge⸗ storben als ein Tyrann. Nicht als ein Geitz⸗Hals. 64. Viel / die solten helffen schutzen Die Gewissens⸗Libertaͤt / Suchten nur jhr'n eig'nen Nutzen / Vnd legten sich fruͤh vnd spaͤht Auff Raub / Nahmb vnd Pluͤnderung / Auch bey den Glaubens⸗Genossen / Welch vnbillich Beschwaͤrung Offt den Koͤnig hart verdrossen. 65. Wie viel haben lassen hoͤren Jhr murren mit Jsrael / Vnd sich gar hart thun beschwaͤren / Zu Schutz jhres Leibs vnd Seel Nur ein schlecht's zugeben her / Oder etwas außzustehen ; Wuͤndschten / daß das Teutsch⸗Land waͤr Vom Schweden niemahls gesehen. 66. Vnser Trost ist / was die Welte Allhier auß Vndanck nicht thut / Daß doch Jhm der HERR vergelte Mit vnverwelcklichem Gut / Jn der Lebendigen Land / Darein Er jetzt ist gefuͤhret ; Sein Seel ist inn GOttes Hand / Da sie keine Qual anruͤhret ; 67. Vnd wer wolt setzen ein Zweifel Jn deß Koͤnigs Seeligkeit / Der kein Tyrannischer Teuffel G'wesen voll Blutdurstigkeit ; Sondern der wie David war Gleich eim Engel GOttes eben / Der Lust vnd Frewd jmmerdar Jedermaͤnniglich gegeben. 68. Vnser Held ist nicht gestorben Als ein Geitz⸗Hals Bodenloß / Daß durch Jhn waͤren verdorben Die Leut von Pressuren groß ; Sondern der vielmehr gewagt Nicht nur Land / Leut / Gelt vnd Gute ; Sondern auch gantz vnverzagt Fuͤr die Reine Lehr sein Blute. 69. Zu dem ist Er nicht gescheiden Als ein Ehr⸗Geitziger Mann: Von seim Hertzen / Mund vnd Kleidern Keinen Stoltz man sagen kan ; Hoͤrte Reich vnd Arm gemein ; GOTT fuͤr die Sieg Er gepreiset: Daß Er wol ein Spiegel rein Der Demuht wuͤrdt fuͤrgeweiset. 70. Er ist auch nicht hingetretten Als ein Mann voll Suͤnd vnd Schand: Dann sein Eyfer in dem betten Vnd GOttes⸗Forcht ist bekandt: Er starb nicht gleich wie ein Tor ; Weil Jhn GOtt mit Weißheit schmuͤckte ; Alles / was Er Jhm nam vor / Durch GOttes Gedeyen gluͤckte. 71. Er ist im Streit nicht gefallen / Gleich wie ein verzagter Tropff ; Sondern der dem Feind vor allen Gebotten allzeit den Kopff ; Vnd wie ein Frewdiger Loͤw / Gemacht durch sein Scharmuͤtziren Sehr behertzt die gantz Armee / Wie seine Thaten probiren. 72. Endtlich hat Er nicht auffgeben Seinen Geist / als Vngluͤckhafft: Dann Er war im gantzen Leben Jnn⸗ vnd nach dem Todt Sieghafft ; Nicht als ein Ehr⸗Geitzi⸗ ger. Nicht als ein Gottloser. Nicht wie ein Vnverstaͤndi⸗ ger. Nicht als ein Verzagter. Noch als ein Vngluͤckhaff⸗ ter sondern Siegreicher vor⸗ in⸗ vnd nach seinem Todt. Vnnd in sei⸗ nem Beruff als ein Theu⸗ rer Maͤrtyrer Ehrbar / vmb Gottes Wort vnnd Volck willen. Ach jhr Teut⸗ schen / was habt jhr ver⸗ lohren; Weinet vber ewer Vn⸗ gluͤck. Strebet nach deß Koͤnigs Tugenden. Er wuͤrdt auch in Ewigkelt Bey Christo seyn vnd verbleiben Sieghafft / in deß Himmels Frewd / Darauß Jhn kein Feind wuͤrdt treiben. 73. Geendet hat Er das Leben Jn seinem Ampt vnd Beruff: Dann fuͤr das Goͤttlich Wort eben Hat Er den Geist geben auff. Eh die Schlacht angangen ist / Wolt Er sich mit Leib vnd Seele Seinem Heyland JEsu Christ Zuvor eiferig befehlen. 74. Darauff Er mit Frewd vnd Muhte Seinen Feind gegriffen an / Vnd vergoß sein Helden⸗Blute / Nach dem Willen GOttes schon. Ach es hat der grimmig Todt Vnsern Schatz vnd Schutz genommen; Ach ein solch Edel Kleinod! Vnser Vatter ist vmbkommen! 75. Ach es hat der grimmig Tode Vnser Obristes Kriegs⸗Haubt / Vnsern hoͤchsten Trost naͤchst GOtte / Vnsern Liebhaber geraubt / O Jhr Lieben Teutschen all Thut mit weinen die Lufft fuͤllen ! Es geschah der traurig Fall Vmb Ewer Leib vnd Seel willen. 76. Jhr koͤndt zwar nicht mehr außgraben Vnser'n Koͤnig auß der Erd: Doch solt jhr die schoͤne Gaben Außgraben deß Helden Wehrt / Vnd pflantz't sein Gottseligkeit ; Gegen GOttes Wort seyn Liebe ; Sein Tugent vnd Dapfferkeit Ein jeder auch also uͤbe. 77. Mit Danckbarkeit doch bedencket Seine Liebe vnd Gutthat / Die Er euch willig geschencket / Ach lieb't Jhn auch in dem Todt! Bedenck't sein Koͤniglich Blut ; Mit Eyfer zusamen setzet ; Jhr wiß't des Feind's Grimm vnd Wut / Damit er euch gern verletzet. 78. Kein Ehrgeitz / kein eigen Nutzen / Kein Muͤh laßt euch hindern nicht Ewer Vatter⸗Land zuschutzen ; Foͤrchtet GOTT / der alles sicht ; Rufft Jhn an zu eim Beystand / Der wuͤrdt einest an die Sachen / So Er fuͤhrt mit eig'ner Hand / Ein erwuͤnschtes Ende machen. 79. Wie redlich / Jhr Edlen Schweden / Hab't Jhr euch bißher erzeigt / Euch darff ich nicht viel anreden ; Dann jhr selbsten seidt geneigt Daß wol angefangen Werck Gantz frewdig hinauß zu fuͤhren: GOTT woͤll euch mit Krafft vnd Staͤrck Von oben herab regieren. 80. Jhr Feind doͤrfft euch gantz nicht frewen Vber vnser's Koͤnig's Todt: Es wuͤrdt euch noch offt gerewen / Dann es leb't noch vnser GOTT / Dessen Hand noch nicht verkuͤrtzt / Daß sie vns nicht koͤndt erretten ; Wir wissen / daß jhr gestuͤrtzt / Vnd wie Koht noch werd't zutretten. Dancket Jh⸗ me fuͤr solchs erzeiget Trew. Vnnd laßt nicht ab fuͤr ewer Vatter⸗ Land zu fech⸗ ten. Jhr Schwe⸗ den seyndt selbsten dahin geneigt. Darzu GOtt Gluͤck verlei⸗ he. Vnd jhr Fein de frewet euch nicht daruͤber / dann GOtt lebet noch. Aber Du Christlicher Helde rhue in GOTT. Du hast er⸗ langt. 1. Ruh im Grab 2. Frewd im Himmel. 3. Ehre in der Welt. 81. Aber Du Christlicher Helde Rhu in deim HErr'n JEsu Christ / Dem Du getrew in der Welte Biß inn Todt verblieben bist: Dein Leib in seim Rhu⸗Betthlein Biß an Juͤngsten⸗Tag soll schlaffen / Da Jhn ruͤhren wuͤrdt kein Pein / Kein Sorg / Muͤh / Angst / Woͤhr vnd Waf⸗ 82. Jn der Lebendigen Lande (fen. Dein Seel lebe ruͤhiglich / Jn deß Allmaͤchtigen Hande / Die dich gefuͤhret wunderlich ; Dein Kampff ist vollendet nun ; Fuͤr die Schwedisch hat gegeben Christus dir der Ehren Cron / Fuͤr das zeitlich Ewig's Leben. 83. Wie froͤlich hast Du die Feinde Angesehen hie auff Erd: Wie lieblich blick'st an die Freunde Jn dem Himmel lieb vnd wehrt / Die Heilig Dreyfaͤltigkeit / Vnd der lieben Engel Scharen / Die Dich hie in dieser Zeit Beschuͤtzt haben fuͤr Gefahren. 84. Dir / als einem Theüren Helden / Was Du an vns hast gethon / Thut der HERR dir wol vergelten Mit vnverwelcklicher Cron: Du empfindest Frewd / die nieh Menschliche Sinn hat beruͤhret / Die keins Menschen Hertz auch hie Empfunden oder gespuͤhret. 85. Ob wir schon / O Theurer Helde Dich nicht mehr mit Augen seh'n: So wuͤrdt doch erst mit der Welte Dein Gedächtnus vntergehn: Dein Heroisch Dapfferkeit ; Dein Eyfer zu'r Reinen Lehre / So bekandt seynd weit vnd breit / Vergessen wir nimmermehre. 86. Das Lob deiner Tudendt wehrte / Deiner Thaten Rhum vnd Zierd Mit der Feder der Gelehrten Sollen werden venerirt ; Biß wir einmal alle dort Jm Himmel einander finden / Wuͤrdt dein Gutthat jmmer fort Gepriesen von Kindes⸗Kinden. 87. GOTT inn Gnaden woll behuͤten Daß Glaubige Haͤufflein seyn Fuͤr der Feinde Grimm vnd wuͤten / Daß sie sehen inn's gemein: Daß Er vns huͤlfft gnaͤdiglich / Vnd wir seyn Heiligen Namen Hie vnd dorten Ewiglich Lob / Ehr vnd Danck sagen / Amen. Jn der Melody Psalm. 38. Zur Zucht / HErr / in deinem Grimme / rc. 1. ACh Himmel fuͤr dein blaw Kleidt Jn dem Leide Einen schwartzen Sack antrag! Ach jhr Stern' solt dunckel scheinen Mit vns weinen Mit gar erbaͤrmblicher Klag! 2. Weil der schoͤne MITNACHT-STERNE Von vns ferrne Gewichen vnd hingescheid't / Der so hell in vnser'n Graͤntzen Thaͤte glaͤntzen / Bring't vns in groß Hertze⸗Leid ! 3. Doch verguͤnn't vns wider Freüde / Nach dem Leide / Ein GESTIRN schoͤn hell leuchtend / Welches ist der starcke STIERE, Eine Ziere An dem gantzen Firmament. 4. Darinn der hell OCHSEN⸗STERNE Streckt gar ferrne Sein' Glantz der FÜRSICHTIGKEIT: Bey dem an der Stiern davornen Das Recht HORNE Jst mit seiner STäRCK bereit / 5. Die Blutgierigen [...]en / Vnverdrossen / Daß sie zu Grund muͤssen gahn / Damit auff deß GESTIRN´S Rucken Die schoͤn GLUCKEN Mit den KÜCHLIN bleibe stahn. 6. Wuͤndschet all / daß dieser STIERE Culminire Stehts in vnserm Horizont, Vnd ertheil sein Influen[...] Vns'rer Graͤntze / Daß man darinn sicher wohnt. ANNO DarInnen Der Nort⸗Sterne aVß Vnseren AVgen ist entzVCket VVorDen. ENDE. Show less

Feuer in Luzern; Unwetter in Wien; Wundergeschichte aus Polen, 1633
Drey Warhafftige vnd grundliche Zeitung. Die Erste. Auß der Statt Luzerna im Schweitzerland / wie allda am Hailigen Ostertag Fewr vom Himmel gefallen / vnd das Muͤnster gantz verbrant / deßgleichen 3. Sonnen / ein schwartz Creutz sampt einer fewrigen Kugel am Him⸗ mel gesehen worden. Die... Show more Drey Warhafftige vnd grundliche Zeitung. Die Erste. Auß der Statt Luzerna im Schweitzerland / wie allda am Hailigen Ostertag Fewr vom Himmel gefallen / vnd das Muͤnster gantz verbrant / deßgleichen 3. Sonnen / ein schwartz Creutz sampt einer fewrigen Kugel am Him⸗ mel gesehen worden. Die Ander. Was der grosse Wind auff dem Meer / deßglei⸗ chen vnderhalb Wien / fuͤr grossen Schaden gethan hat / daß Staͤtt vnd Doͤrffer ver⸗ suncken. Die Dritte. Auß Polen in dem Ampt Soldaw / wie ein Edelmann sich selber verflucht / daß er zu einem schwartzen Englischen Hund worden / ist vnd muß ein Hund seyn vnd bleiben / biß an Juͤngsten Tag / diß alles ist in das Gesang versetzt / wie volgt. Getruckt zu Franckfurt / bey Johan Friderich Weissen / Jm Jahr / 1633. Die Erste. ACh Gott was muß man hoͤren / in diser letsten zeit / der Jamer thut sich mehren in der gantzen Welt soweit / Ein Wunder vber das ander geschicht / O Mensch thu dich bekehren / vnd merck auff meine bericht. 2. Wol in dem Schweitzerlande / heur an dem Ostertag / war grosse Noth vor⸗ handen / zu Luzerne ich sag / das wilde Fewr vom Himmel ful / vnd das Minster ver⸗ brennet / stanck wie der Hoͤllisch Pful. 3. Mit Schwebel vnd Bech vermischet / bran das Fewer so schroͤcklich / schnell hin vnd wider wischet / kein Mensch das leschen kont / 3. Sonnen kan man am Him⸗ mel sehen / darnach das Fewr verlischet / ein Creutz thet darbey stahn. 4. Deßgleichen auch darneben / ein fewrige Kugel rund / was Gott an Tag thut geben / den Glehrten manchen kundt / groß Not wird seyn im Schweitzerland / das Jahr gewiß erheben / mit vilerley Zustand. Die Ander. NOch weiter thut man schreiben / als gieng der grosse Wind / thet er das Meer starck treiben / daß vndergangen sind / vil schoͤne Galleen mit Vnmuth / dort bey einander bleiben / Mann Weib vnd Kind vnd das Gut. 5. Der Schaden mit verlangen / ein gantzes Koͤnigreich / schetzt man sey vnder⸗ gangen / deßhalben schreibt man gleich / bey Breßburg auch versuncken sind / Acht Flecken vnd vier Staͤtten / trawrig mit Weib vnd Kind. Die Dritte. DAs seind die rechte Zaichen / wol vor dem Juͤngsten Tag / O Mensch laß dich er⸗ waichen / merck weitter was ich sag / in Polen ein Wunder gschehen ist / dort in dem Koͤnigreiche / wie maͤniglich bewist. 8. Jm Ampt Soldaw merckt eben / der Fleck Beinen genant / hat sich die gschicht begeben / ein Edelmann bekant / Albrecht Berkonski der Name seyn / fuͤhrt ein Gott⸗ loses Leben / wie jhr werdt hoͤren fein. 9. An dem weissen Sonntage / der Edelmann bereit / gar grimmig ließ ansagen / wol in dem Lande weit / ein grosse Contribution / die man nicht kont ertragen / wie jhr werdt hoͤren nun. 10. Der Gulden solt jhm eben / zahlen fuͤnff batzen werth / vnd wer das nicht kont geben / dem nam er Kuͤh vnd Pferdt / ja alles gevoͤgel darzu / die Schwein / was einer hat zu leben / das thet er ziehen ein. 11. Vnd hat also bekommen / auff die acht tauset stuck / so er der Gmaln genom⸗ men / vermeint es wer sein gluͤck / dem Koͤnig thet ers zeigen an / wie er ein grosse sum⸗ men / deß Vichs hat auff der Bahn. Deßhalb der Koͤnig braͤchtig / lobt jhn in sonderheit / der Edelmann hochdraͤch⸗ tig / mit stoltzem Muth hinreit / vnd als er kam zu seim Hauß / sein Fraw durch Gott Allmaͤchtig / gieng jhm entgegen rauß. 13. Ach Herr last euch doch klagen / das Vih der armen Rott / ist alles in zwey Tagen / gestorben durch schnellem Tod / sampt vnser Vih ist alles hin / da hub er an zu sagen / mit gantz verfluchtem Sinn. 14. Hat dann Gott so vermessen / mein Vih genommen weg / so muß ers selbs auff essen / dann ich bin wol so keck / oder will werden selbs ein Hund / vnd das Fleisch dort auffessen / sagt sein Gottloser Mund. 15. Vnd ließ sich nicht verdriessen / zog sein Bistohl herfuͤr / thet jhn gen Him⸗ mel schiessen / vnd sprach komm rab zu mir / ich vnd der Teuffel wollen heut / den Zorn an dir biessen / er gantz verzweiflet schreit. 16. Die Gottes Rach Allmaͤchtig kam zu derselben stund / der Edelmann hoch⸗ braͤchtig / wurdt schnell zu einem Hund / kolschwarz vnd zottent sah er auß / erstlich laufft er bedaͤchtig / in seiner Frawen Hauß. 17. Vnd sprach Fraw hochgeboren / schaw an die Straff jetzund / ob mir schwebt Gottes Zorn / daß ich muß seyn ein Hund / warhafftig biß an Juͤngsten Tag / Jch hab mich selb verschworen / O weh der grossen Klag. 18. Wie ein Hund gantz vermessen / laufft er zum todten Vih / vnd hub da an zu fressen / schreit Ach vnd Weh schroͤcklich / drey Tag hat er noch sein Verstand / dar⸗ nach die Witz vergessen / vnd bleibet ein Hund im Land. 19. Jedermann zum Abschewen / da laufft er ein vnd auß / sein Fraw kont nicht gedeyen / die starb vor Layd im Hauß / Ach frommer Christ thu das verstohn / wilt dem Gesang nicht glauben / liß die Relazion. 20. Darinn so wirstu finden / wie diser Edelmann / an Gott sich thet versuͤnden / kein Mensch jhm helffen kan / deßhalb mach dich zur Buß berait / wiltu bey Gott er⸗ langen die Ewig Seeligkeit / Amen. Das Vierdte / ist ein schoͤn Gaist⸗ lich Lied. HJlff mir O Gott zu diser Stund / ein kleines Liedelein / will ich singen mit Hertz vnd Mund / zu Lob dem Namen dein / von wegen vnser Suͤnden groß / vnd daß wir leben so Gottloß / wider dich O Gott mein. 2. Niemand will mehr vertrawen Gott / das spiret man noch heut / wann sie ge⸗ duncken last ein Noth / ob es noch fehlet weit / so thut die Welt stehts murren sehr / als wann kein Gott im Himmel wer / der alles benedeit. 3. Ach seidt doch nicht so suͤndig Leut / denckt an den Braͤutigam / zu Cana auff der Hochzeit / da Jesus zu jhn kam / kein Wein thet mehr vorhanden seyn / da macht er auß Wasser Wein / diser Gott lebt noch heut. 4. Wann gleich die Fruͤchten auff dem Feld / verderben in der Noth / solten wir Menschen in der Welt / nicht murren wider Gott / dann es ist alles eygen sein / kein Kernlin ist ewig dein / hast von dir selbst kein Brot. 5. Wann dich nicht speiset Gottes Hand / Es muͤst alles Warlich hunger ster⸗ ben ein gantzes Land / O Mensch laß warnen dich / leb mit in Friden manigfalt / mit dem Gebett bey Gott anhalt / daß er woll speisen dich. 6. Hie auff Erden in Hungersnoth / daß wir moͤgen allzeit / von Gott haben das taͤglich Brot / hernach die Ewig Frewd / so wirdt vns GOtt durch sein Sohn / auffsetzen die recht Himmlisch Kron / die so er vns hat berait / Amen. ENDE. Show less

Eroberung von Augsburg durch Gustav Adolf, 1632; Loblied auf die Missionierung und Gustav Adolf
Zwey New Schwädische Lieder/ Von deß Koͤnigs Einzug / wie Er fuͤr die Statt / Augspurg ist kom̄en / vñ hat sie durch Gottes Beystandt einbekommen. Das Erste / GOtt der im Him̄el ewiglich regiert / rc. Jm Thon: Ach GOtt wie schoͤn / wie adelich. Das Ander / Dein Zukunfft Christe thut die... Show more Zwey New Schwädische Lieder/ Von deß Koͤnigs Einzug / wie Er fuͤr die Statt / Augspurg ist kom̄en / vñ hat sie durch Gottes Beystandt einbekommen. Das Erste / GOtt der im Him̄el ewiglich regiert / rc. Jm Thon: Ach GOtt wie schoͤn / wie adelich. Das Ander / Dein Zukunfft Christe thut die Feindt rc. Jm Thon: Wie man das Geistlich Amor singt / rc. Jm Jahr CHristi 1633. Das erste Lied. 1. GOtt der im Himmel ewigklich regiert / Hat den Koͤnig gantz wol gefuͤhrt / Zu Trost den Armen Leuthen / Von der betrangten Christenheit / Inn dise schwere Zeiten. 2. ¶ Wies zu Augspurg ergangen ist / Das ist Jederman gar wol bewist / Wie man die Prædicanten / Jnn diser Staͤtt geurlaubt hat / Mit sambt jhren Leitsverwandten. 3. ¶ Da war groß Jammer inn der gantzen Statt / Singen vnd Beten man abgschafft hat / Jnn den Haͤusern Psalmen vnd Lieder / Dasselbig man scharpff verbotten that / Betrachts mein Christ / es waißts ein jeder. 4. ¶ Beym selben es noch kein end nicht hat / Sondern vilfaltig anschlagen that / Grosse Mandat vnd Rechte / Den Burgern verbot man inn der Statt / Ernstlich allen Persohnen / daß sie der Papisti⸗ schen Lehr beywohnen. 5. ¶ Darnach so gieng es an das Waisen⸗ Hauß / Dem Vatter wurd gebotten auß / Zwue Kirchen thet man abbrechen / Den Amptspersohnen man vrlaub gab / Der Koͤnig thet alles rächen. 6. ¶ Als die Palmwochen herkam / Den Burger man jhre Woͤhren nam / Da war das lachn sehr theur deyn Armen / Jnn vnser allergrösten Noth / Thet sich GOtt vnser erbarmen. 7. ¶ Mit seiner Huͤlff bleibt er nit von vns / Gar bald thet er vns senden. Den gtrewen Helden von Mitternacht / Der thut sich zu vns wenden / Derselbig kam mit Heeres Macht / Mit vil tausendt in Sommen / Zu Roß vnd Fuß viertzig tausendt starck / Jst er fuͤr die Statt kommen. 8. ¶ Vnd ob man starck thet schiessen nauß / Hat doch der Koͤnig darab kein grauß / Zu Oberhausen sam̄let sich sein Schar / Zu Lechhausen das Leger war / Daß thet den Feindt verdruͤssen / Daß er hat solches sehen muͤssen. 9. ¶ Der Koͤnig thet senden herein / Ein Trometer der thet anzeigen fein / Was deß Koͤnigs will vnd begern wer / Der Graf von Durlach wurd erwehlt / Derseib den gantzen Landel erzehlt. 10. Die Burger inn der Statt fordern thet / Von beyden Stuben ein Außschuß hett / Fuͤhrts inn das Feiblaͤger wolgeziert / Wurden inn den Gutschen nauß gefuͤhrt / Da wurd dem Koͤnig die Statt vbergeben / Da thet sich gar grosse Frewd erheben. 11. ¶ Als der Koͤnig die Antwort hat / Bey Jacober Thorer eimeitten thet / Gar zierlich vnd Mannhafft in Summen / Daß wer deß Koͤnigs erst begern / Daß er bey Sant Anna wolt ein Predig hoͤrn. 12. ¶ Auff dem Weinmarckt inns Fuggers⸗ Hauß / Wurd zu dem Finster gelesen rauß / Der gantzen Burgerschafft inn der Statt / Darnach man auch geschworen hat / Vnserm gnaͤdigisten Koͤnig / Jnn allen Stucken jhm sein vnderthaͤnig. 13. ¶ Ach trewer GOtt wir alle bitten dich / Du woltst vns erhoͤren gaͤdigklich / Gib der Arme den heiligen Geist / Daß sie Recht wollen regieren / Daß sie das Koͤnigthumb nicht mehr verlieren. Das ander Lied. 1. Ein Zukunfft Christe thut die Feindt verdruͤssen / Koͤnig Weil GOtt sein Macht / so sterck noch laßt erspriessen / Dein Arme Christenheit / hat dich erweckt zum Streit / Zu der Fortpflantzung seiner Lehr / Vnd zu errettung seines Namens Ehr / Koͤnig der Schwed. 2. Zu helffen den Christen thut dich duͤrsten / Koͤnig / GOtt steh jhm bey wie Josua dem Fuͤrsten / Sein Lob ward außgebreit / Jnn alle Landen weit / Also macht dich GOtt auch gerist / Sein Lob nicht außzusprechen ist / Koͤnig der Schwed. 3. Die Feindt vmgaben sich haͤuffig wie Bienen / Koͤnig / Ohnzal wie sich Koͤnig David thut nennen / Aber du wirst sie gar zerhawen thun fuͤrwahr / Jnn dem Namen deß HErren frey / Auff das man seh wer der recht GOtt sey / Mit dir / mit dir. 4. Offt bist du auch wie wir von Paulo lesen Koͤnig / Zu Wasser vnd Landt inn grosser Gfahr ge⸗ wesen / Die falsche schr Bruͤder Schar / Wolten dich bringen in Gefahr / Bist du von jhnen noch nicht frey / Dach hab kein grausen GOtt steh vns bey / Allzeit / allzeit. 5. Sein huͤlff hat er wie vormals noch ver⸗ sprochen / Koͤnig / Thue auff Gottes Beystandt trutzen vnd bo⸗ chen / Was er zusagt das helt / Auch gewiß wie David meldt / Dann er liebt die Gerechtigkeit / Vnd pflantzt durch dich auch die Warheit / Mit Lob / mit Lob. 6. Ach Gott sih an wie die Feind so vermessen / Fälschlich / Vns verluͤgen wir haben GOtt vergessen / Es spricht die Gottloß Rott / Der Schwed sey vnser GOtt / Jst doch ein Mensch zu der frischt / Dieweil er doch selbs sterblichst ist / Koͤnig der Schwed. 7. Jst doch bey jhm kein ewigs Heyl zu finden / Koͤnig. Er ist ein Mensch wie ich / gleich voller Suͤn⸗ den / Warumb wolt auch dann ich / hoffen allein auff dich / Der huͤlff bey einem Menschen sucht / Der wirdt von GOtt werden verflucht / Ewig / ewig. 8. Die Christen sehen jetzt die Recht deß Herrn / Mit Macht / Ohn zahl wie sich Koͤnig David thut lehrnen / GOtt der ist vnser Schutz / drumb fuͤrcht nicht der Feind trutz / Wann dich gleich Welt vnd Teuffel haßt / Vertraw du GOtt der vns nicht laßt / Ewig / ewig. 9. Huͤlff den Christen die Verfolgung leiden / Ach GOtt / Pflantz du die Confession mit Freiden / Den AntiChrist verstoͤr / sein macht vnd gwalt auffhoͤr / Das Schifflein Christe Gottes Sohn / Wirst du nicht lassen vntergohn / Hilf vns / hilf vns. 10. Ach GOtt gib denen Feinden zuerkennen / Auff daß Sie dich fuͤr einen rechten Herrn nennen / Vnd hilff jhn allzumal / Auß disem Jammerthal / Zu dir inn das Himmelreich / Mit allen lieben Engeln zgleich / Amen / Amen. ENDE. Show less

Klag-Lied zum Tod von Gustav II. Adolph in der Schlacht bei Lützen, 16. November 1632; Von der Betrachtung des Todes
Zwey schoͤne newe Lieder: Das erst / Ein Klag⸗ vnd Trawrlied: Vber dem toͤdtlichen ab⸗ gang des Lob⸗Denckwuͤrdigen vñ Groß⸗ maͤchtigsten Helden / Gustavi Adolphi / wey⸗ land der Schweden / Gothen vnd Wen⸗ den / rc. Koͤnig. Welcher bey Luͤtzen den sechsten tag Wintermonats 1632. in einem... Show more Zwey schoͤne newe Lieder: Das erst / Ein Klag⸗ vnd Trawrlied: Vber dem toͤdtlichen ab⸗ gang des Lob⸗Denckwuͤrdigen vñ Groß⸗ maͤchtigsten Helden / Gustavi Adolphi / wey⸗ land der Schweden / Gothen vnd Wen⸗ den / rc. Koͤnig. Welcher bey Luͤtzen den sechsten tag Wintermonats 1632. in einem starcken Treffen / durch drey empfangene schüß sein Leben seliglichen geendet hat. Mit 4. Stim̄en gantz new componiert. Das ander / Von der betrachtung des Tods vnd der Eytelkeit diser Welt / rc. Getruckt im Jahr Christi 1633. Disc. ACh Gott wie ist mein Hertz Ach was fuͤr leid vnd klag Betruͤbt vnd voller schmertz :/: Beruͤhrt mich heut zu tag? Dieweil ich hab vernommen / Daß in dem streit vmbkommen / Ten. ACh Gott wie ist mein Hertz Ach was fuͤr leid vnd klag Betruͤbt vnd voller schmertz :/: Beruͤhrt mich heut zu tag? Dieweil ich hab vernommen / Daß in dem streit vmbkommen / Alt. ACh Gott wie ist mein Hertz Ach was fuͤr leid vnd klag Betruͤbt vnd voller schmertz :/: Beruͤhrt mich heut zu tag? Dieweil ich hab vernommen / Daß in dem streit vmbkommen / Bass. ACh Gott wie ist mein Hertz Ach was fuͤr leid vnd klag Betruͤbt vnd voller schmertz :/: Beruͤhrt mich heut zu tag ? Dieweil ich hab vernommen / Daß in dem streit vmbkommen / Daß in dem streit vmbkommen / Der Koͤnigliche Held Auß Schweden ich vermeld / Den gfoͤrcht die gantze Welt. Daß in dem streit vmbkommen Der Koͤnigliche Held Auß Schweden ich vermeld / Den gfoͤrcht die gantze Welt. Daß in dem streit vmbkommen Der Koͤnigliche Held Auß Schweden ich vermeld / Den gfoͤrcht die gantze Welt. Daß in dem streit vmbkommen Der Koͤnigliche Held. Auß Schweden ich vermeld / Den gfoͤrcht die gantze Welt. 1. ACh Gott wie ist mein Hertz Betruͤbt vnd voller schmertz :/: Ach was fuͤr leid vnd klag Beruͤhrt mich heut zu tag? Dieweil ich hab vernommen / Daß in dem streit vmbkommen Der Koͤnigliche Held Auß Schweden / ich vermeld / Den gfoͤrcht die gantze Welt. 2. O Koͤnigliches Bluͤt / O bhertzter Heldenmuͤt :/: O Fuͤrst all Tugend voll / Den man stets preysen soll. Es kraͤnckt mich im Hertzen / Vnd bringt mir grossen schmertzen / Daß jhr / o Edler Herr / Seydt lebend nimmermehr: All frewd weicht von mir ferr. 3. Ach was fuͤr angst vnd gfahr / Hats Teutschland ghabt vil Jahr :/: Ach was fuͤr Zwang vnd Drang / Die Christlich Kyrch leyd lang? Es ist ist nicht alls zu schreiben / Mir wurd vil vberbleiben / Wann ich in disem fahl Der Kyrchen not / ohn zahl Wolt bschreiben allzumal. 4. Das Boͤhmisch Reych vnd Land / War in des Keysers hand :/: Jm Teutschland niemand mehr Sich stellen doͤrfft zur wehr: Dem Keyser thet gelingen / Drumb hofft er alls zu bringen / Mit list vnd heucheley / Mit Gwalt vnd Tyraney / Alls zur Abgoͤtterey. 5. Der Koͤnig kam gar feer Her / vber swilde Meer :/: Gott hat jhn gmacht sighafft / Sterckt jhn mit seiner krafft / Daß er die Feind geschmissen / Auß jhrem Gwalt gerissen Viel Staͤtt vnd Fuͤrstenthumb / Das Antechristenthumb Gestürtzt hat widerumb. 6. Nicht außzusprechen ist / Was er in kurtzer frist :/: Fuͤr thaaten hat verbracht / Geschwaͤcht des Papsthumbs Macht: Kein Gwissen wolt er letzen / Jn freyen stand thet setzen Die Christlich Religon: Groß lob hat er darvon / Der Feind vil spott vnd hon. 7. Mit from̄keit war er ziert / Drumb jhm groß lob gebuͤrt :/: Sein hoffnung stund allein Auff den Erloͤser sein / Auff Christum er vertrawet / Sein heyl gantz auff jhn bawet / Dient jhm zu aller zeit: Foͤrcht weder Krieg noch Streit / Er war nah oder weit. 8. Sein Weißheit / Staͤrck vnd Macht / Hat er fuͤr nichts geacht :/: Sein Hochheit / Stand vnd Ehr / Die achtet er nicht sehr. Schribs alls zu Gott dem HErren / Der jhm alls thet beschehren / Gab Gott allein die Ehr / Warff dHoffart von jhm ferr / Versenckt sie gantz ins Meer. 9. O Teutschland nim̄s in acht / Wein / klag / trawr / tag vnd nacht :/: O Schweden merck die ding / Vnd acht es nicht gering: Mit bitt zu Gott dich wende / Diß Koͤnigs Tod vnd Ende Dir moͤcht gar schaͤdlich seyn: Der Feind wuͤhlt wie ein Schwein / Vnd will gantz Meister seyn. 10. Gott sey alls heimgestelt / Dem Koͤnig aller Welt :/: Er ist der staͤrckste Herr / Zu Land vnd auff dem Meer: Er kan alls vngluͤck wenden / Steht alls in seinen haͤnden. Dem soll man halten still / Sein vaͤtterlicher Will Der setzt dem Tod das zil. 11. Ob schon der Koͤnig werth / Gelegt wird in die Erd :/: Gantz loß von angst vnd not / Jst doch die Seel nicht todt / Mit Gott thut ewig leben / Jn hoͤchsten freuden schweben / Der Leib am juͤngsten Tag / Wie Gottes Wort vermag / Ersteht ohn alle klag. 12. Die frewd gunn ich jhm wol / Kein Christ z'vil trawren soll :/: Mein hoffnung steht zu Gott / Er wird vns nicht in not Ohn huͤlff vnd trost lan stecken / Vnd vns widrumb erwecken Vil frommer Helden guͦt / Die froͤlich wolgemuͦt / Auch wagen Guͦt vnd Bluͦt. 13. Ach Gott / du hoͤchster Herr / Beschirm dein Ehr vnd Lehr :/: Beut vns dein starcke hand / Bschirm vnser Leuth vnd Land: Thu / Herr / an vns gedencken / Den edlen Friden schencken Daß wir dein Lob allzeit Außbreitend weit vnd breit / Ja biß in Ewigkeit. Ende des ersten Lieds. Das ander Lied. Disc. O Mensch betracht dein letstes End / Dein seel muß doch gar schnell vnd bhend. Vnd allzeit wachtbar bleib :/: Scheiden von deinem Leib: Dein Leben kan nicht lang bestehn / Ten. O Mensch betracht dein letstes End / Dein seel muß doch gar schnell vñ bhend Vnd allzeit wachtbar bleib :/: Scheiden von deinem Leib: Dein Leben kan nicht lang bestehn / Es ist gar schwach / es muß zergehn. Wie graß auff gruͤner Heyd / Wie graß auff gruͤner Heyd. Es ist gar schwach / es muß zergehn Wie graß auff gruͤner Heyd / Wie graß auff gruͤner Heyd. Alt. O Mensch betracht dein letstes End / Dein seel muß doch gar schnell vnd bhend Vnd allzeit wachtbar bleib :/: Scheiden von deinem Leib: Dein Leben kan nicht lang bestehn / Bass. O Mensch betracht dein letstes End / Dein seel muß doch gar schnell vñ bhend Vnd allzeit wachtbar bleib :/: Scheiden von deinem Leib: Dein Leben kan nicht lang bestehn / Es ist gar schwach / es muß zergehn Wie graß auff gruͤner Heyd / Wie graß auff gruͤner Heyd. Es ist gar schwach / es muß zergehn Wie graß auff gruͤner Heyd / Wie graß auff gruͤner Heyd. 1. O Mensch betracht dein letstes End / Vnd allzeit wachtbar bleib :/: Dein Seel muß doch gar schnell vnd bhend Scheiden von deinem Leib: Dein Leben kan nicht lang bestehn / Es ist gar schwach / es muß zergehn Wie graß auff gruͤner Heyd. 2. Kein tag / kein stund / kein augenblick Du kanst gesichert seyn :/: Der Todt dir legt vil Garn vnd Strick / Biß er dich bringt dareyn: Dir ist gesetzt dein stund vnd zil / Wanns Gott gfallt / vnd ers haben wil / Nim̄t dich der Todt dahin. 3. Dein Weib vnd Kind / Freund / Gut vnd Ehr Du must verlassen dann :/: Dein stoltzer Leib / vnd was d noch mehr Fuͤr frewd vnd lust magst han: Dich hilfft kein Kunst / kein Gold noch Gelt / Kein gwalt / staͤrck / schoͤn / kein pracht der Welt: Gantz nichts: du must darvon. 4. Wem du warst lieb / bringst leyd vnd klag / Dem Feind bringst du ein frewd :/: Dein Leib verweßt von tag zu tag / Wie aͤschen wird zerstrewt: Alß wann er nie gewesen wer / Vnd nimmermehr wer kommen her Auß deiner Müter Leib. 5. Dein Seel wird von dem Leib getrennt / Doch gantz vnsterblich ist :/: Wol dir / hast du Gott recht erkennt / Dich ghalten wie ein Christ / So wird dein Leib am juͤngsten tag Widrumb erstehn zur frewd / ohn klag Lebn mit der Seel ohn end. 6. Dagegen wee vnd aber wee Dem / der in suͤnden stirbt :/: Er kompt zu gnaden nimmermeh / Vnd ewiglich verdirbt: Sein suͤnd vnd vnglaub dann zumal Gantz schroͤcklich / mit vil pein vnd qual Jhm wol belohnet wirdt. 7. Hilff / Herr Gott hilff / du starcker Held: Wir seind gar schwach vnd bloͤd :/: Reiß vns hin auß dem schlam̄ der Welt / Die suͤnd in vns stets toͤd: Erweck in vns war Glaub vnd Lieb / Vnd laß vns fahren hin im frid / Durch Christi Bluͤt vnd Todt. ENDE. Show less

Gabriel Bethlen und die Schlacht von Böhmen, 1620; Geistl. Lied: Mein Gott mir ist Angst und Bang
Gruͤndliche RELATION, Vnd erschroͤckliche Zeitung / Was sich neulich mit deß Bethlehems Ga⸗ bors Bruder dem Ragotzgi / vnd dem Jungen Fuͤrsten auß Siebenbuͤrgen / Jhrer Kaͤyserl. Majestaͤt / in sein Erbeygen Land einge⸗ fallen; sonderlich zu Groͤtz / wie alle Muͤnch vnd Pfaffen auß... Show more Gruͤndliche RELATION, Vnd erschroͤckliche Zeitung / Was sich neulich mit deß Bethlehems Ga⸗ bors Bruder dem Ragotzgi / vnd dem Jungen Fuͤrsten auß Siebenbuͤrgen / Jhrer Kaͤyserl. Majestaͤt / in sein Erbeygen Land einge⸗ fallen; sonderlich zu Groͤtz / wie alle Muͤnch vnd Pfaffen auß Oesterreich / Maͤhren vnd Boͤhmen / andere Laͤnder mehr entloffen / wi sich fuͤr ein schroͤcklich Blutvergies⸗ sen / mit sengen vnd brennen zugetragen / werden fromme Christen hierinn ver⸗ nehmen. Erstlich: Mein GOtt mir ist gar Angst vnd Bang / rc. Welche zu vor niemahl beysammen in Druck außgangen. Erstlich gedruckt zu Leiptzig / bey Georg Ritschen / Jm Jahr 1633. Die Erste neue Zeitung. GErn wolt ich singen von guter Zeit / so hoͤrt man nur von Krieg vnd Streit / jetzund in allen Landen / der juͤngste Tag ist gewiß nicht weit / viel Vorbit⸗ ten seind vorhanden. Das macht allein die grosse Suͤnd / damit wirs wol haben verdient / in allen vnsern Ta⸗ gen / dann solches bekennen muß jederman / vnd in der Warheit sagen. Hierauff will ich mit Warheit zeigen an / nun hoͤret zu jhr Frau vnd Mann / was sich in der Steurmarck zugetragen / mit dem jungen Fuͤrsten auß Siebenbuͤrgen gut / vnd mit Beth⸗ lehem Gabors Bruder darneben. Mit 27000. Mann / haben die beeden Hel⸗ den zusammen fallen thun / dem Kaͤyser in sein Erbeygen Lande / zu rechnen da den Hohn vnd Spott / darzu die grosse Schande. So hat Jhr Kaͤyserliche Majestaͤt zu hand / mit langen Krieg an die Teutschen gewand / O Gott wir thun dirs klagen / hilff du O Herr den Christen dein / daß sie doch nicht verzagen. Hierauff seind sie mit frischem Muth / auch mit all jhren Volck sehr gut / wol vor die Statt Greitz kommen / darinnen seind gewesen fuͤr⸗ war / 2000. Jesuiter / Moͤnchen / Pfaffen vnd Nonnen. Zu stuͤrmen hat man gefangen an / nun hoͤ⸗ ret zu jhr Frauen vnd Mann / da hoͤrt man Buͤchsen klingen / auch must mancher schoͤner Held / sampt den Moͤnchen vnd Pfaffen / sein Leben zum Ende bringen. Auff den ersten Sturm der Ragotzi verloh⸗ ren hat / 3000. vor jetzt bemeldter Stadt / dar⸗ auff der Junge Siebenbuͤrgen zu Huͤlff jhm kommen / vnd mit Ernst gesetzet an / als die in der Stadt solches vernommen. Haben sie sich gestellt zur Gegenwehr / auch die Jesuiter / Moͤnch vnd Pfaffen sehr / haben maͤchtig helffen hauen / stechen vnd schiessen / a⸗ ber die Siebenbuͤrgischen gut / liessen sich sol⸗ ches nicht verdriessen. Nahmen die Stadt ein mit stuͤrmmender Hand / die Jesuiter Moͤnchen vnd Pfaffen all⸗ sampt / hat man zum theil gefangen genom̄en / die Buͤrger alle nidergehauen bald / gar wenig seind entrunnen. Den andern Tag hernach ich sag / ein hoch Theatrum auffgebauet ward / alle Jesuiter zu mahlen wurden hinauff gebracht / auch viel Moͤnche vnd Pfaffen an der Zahl. Lebendig hat man sie schinden thun / auch etlichen außgeschnitten schon / vnd sie zu rech⸗ ten Moͤnchen thun machen / jhre viele wurden auch auffgehenckt / hoͤrt weiter zu den Sachen. Den vornembsten Jesuiter aber all zu mahl / hat man durch jhre Zungen gestochen all / vnd jhnn Strick dardurch gezogen / damit lebendig auffgehenckt / ist war vnd nit erlogen. An jhren Zungen haben sie muͤssen buͤssen / die falsche Reden so sie han lassen fliessen / wider Lutheraner auch alle andere Herrn vnd Fuͤr⸗ sten / O HErr du bist ein gerechter GOtt / ver⸗ laß nicht dein Erbtheil die Christen. Also strafft Gott in diesem Jahr / die auff⸗ gedembte falsche Wahr / die vns wolten ver⸗ schlingen / sie haben getraut dem lieben Vatter⸗ land / mit sengen vnd mit brennen. Solches wird gar bald kund gethan / Gu⸗ stavus Horn dem kuͤhnen Rittersmann / der vmbs Wort Gottes gerechte Otto Ludwig Rheingraf genannt / thut darfuͤr Mannlich fechten. Ach hett hertzlich ein jeder Christ / welcher gut Evangelisch ist / fuͤr alle kuͤhne Helden / die vmbs Wort Gottes diese Sommerszeit / wer⸗ den streiten im Felde. Wie schon der junge Fuͤrst genandt / auß Siebenbuͤrgen wol bekandt / in das Tyrol thut ziehen / der Feind will jhm nicht halt mehr / von jhm als weg thut fliehen. Versengen vnd brennen auch uͤberall / ließ er thun in gleichem fall / alle Doͤrffer vnd Fle⸗ cken / Gott woͤll jhm geben Gluͤck vnd Heyl / sei⸗ nem feind damit zu schrecken. Sie habens vns viel aͤrger gemacht / in Sachsen diß ein Christ betracht / an Magden⸗ burg deßgleichen / drumb thut jetzt GOtt mit seiner Macht / auff jhrem Haupt herstreichen. Drumb laßt vns bitten noch viel mehr / daß GOtt behuͤt das Schwedisch Heer / daß wir durch seinen Namen / bekommen wider Fried vnd Ruh / durch Jesum Christum / Amen. Ein schoͤn Geistlich Lied. MEin GOtt mir ist Angst vnd bang / vnd gehet mir elend / Vngluͤck hat nun geweret lang / vnd hat noch nicht kein End. Wann ich bedenck mein grosses Leyd / thut mir mein Hertze schauren / es sehnt sich nach der ewigen Freud / da ein End nimmt mein tauren. Drumb bitt ich dich HErr JEsu Christ / wolst mir mein Suͤnd verzeihen / wend ab von mir deß Teuffels List / vnd thu mich wider er⸗ freuen. Du sprichst auß deim Goͤttlichen Mund / wann euch euer Suͤnde kraͤncken / hab Reu vnd Leyd auß Hertzengrund / will ich jhr nit mehr gedencken. Jch als ein Kind komme zu dir / in meiner Noth geschritten / vnd thu dich mit gebogenem Knie / von gantzem hertzen bitten. Herr GOtt mein Suͤnd vergib mir doch / vmb deines Namens willen / vnd thu in mir das schwere Joch / die grosse Kranckheit stillen. Staͤrck mich mit deinem freuden Geist / heyl mich mit deinen Wunden / wasch mich mit dei⸗ nem Todtes⸗Schweiß / in meiner letzten Stunden. Jn meiner letzten Todtes Noth / wann ich nichts mehr kan sprechen / wann mir all meine Krafft vergath / vnd meine Augen brechen. So steh mir bey Herr Jesu Christ / vmb dei⸗ nes Namens willen / dann sonst niemand zu dieser friest / kan mir mein Hertzleyd stillen. Nun will ich beschliessen das Liedelein / zu Gottes Lob vnd Ehren / Amen hertzliebes Je sulein / wolst mich meiner Bitt gewehren. Ein kurtzweiliges SoldatenLied. KEin Soldat soll nit trauren / noch wei nen vberal / hat er doch gute Bauren in seines Feindes Saal / Blancker Crabat / im lumpichten Ornat / schlag drauff Soldat / Gott helff dir fruͤh vnd spat. Die Bawren haben gebraten / Gaͤntz / Huͤner / feiste Schwein / ob schon der Wein nicht wol ge⸗ rahten / laßt vns nur lustig seyn / Blancker Crabat / im lumpichten Ornat / schlag drauff Soldat / Gott huͤlfft dir fruͤh vnd spat. Halt euch als prave Helden / habt ein Curai⸗ schen Muth / jhr Soldaten in dem Felde / es gilt der Pfaffen Gut / Blancker Crabat / im lumvich⸗ ten Ornat / schlag drauff Soldat / Gott huͤlfft vns fruͤh vnd spat. Laßt vns streitten als die Ritter / dem Feinde thun bescheid / es geht vber die Jesuiter / die haben vns lang geneid / Blancker Crabat / im lumpich⸗ ten Ornat / schlag drauff Soldat / Gott huͤlfft dir fruͤh vnd spat. Sie haben sich lang erhaben / mit jhrer schwar⸗ tzen Rott / nun moͤgens jetzund haben / zum Scha⸗ den auch den Spott / Blancker Crabat im lum⸗ pichten Ornat / schlag drauff Soldat / Gott huͤlfft dir fruͤh vnd spat. Laßt vns nur dapffer wehren / es gilt der Muͤn⸗ chen Habit / die Pfaffengaß thut man kehren / daß kein Soldat hart tritt / Blancker Crabat / im lum⸗ pichten Ornat / schlag drauff Soldat / Gott huͤlfft dir fruͤh vnd spat. Frisch auff jhr Moresgesellen / jhr Cavalliere wehrt so Beute haben woͤllen / nembt in die Hand das Schwerdt / Blancker Crabat / jm lumbichten Ornat / schlag drauff Soldat / Gott huͤlfft die fruͤh vnd spat. Setzt ewere Hauben feste eweren Allomodo Hut / wehrt euch auffs allerbeste / jetzt gilt es Men⸗ schen Blut / Blancker Crabat / im lumpichten Or⸗ nat / schlag drauff Soldat / Gott huͤlfft dir fruͤh vnd spat. Gustavus thut vns bringen / was Glut vnnd Kugel speyt / darvon die Tuͤrne springen / Berg vnd Thal O weh schreit / Blancker Crabat / im lumpichten Ornat / schlag drauff Soldat / GOtt huͤlfft dir fruͤh vnd spat. Frisch auff einmal gesoffen / in Schweden Of⸗ ficir Gesundheit / wir haben noch Beut zühoffen / ehe kompt die Winterszeit / Blancker Crabat / im lumpichten Ornat / schlag drauff Soldat / GOtt huͤlfft dir fruͤh vnd spat. Hiermit will ich beschliessen / diß Liedlein kurtz vnd klein / es moͤcht sonst etlich verdriessen / die nicht gut Schwedisch seyn / Blancker Crabat / im lumpichten Ornat / schlag drauff Soldat / Gott huͤlfft dir fruͤh vnd spat. ENDE. Show less

Klag-Lied zum Tod von Gustav Adolph in der Schlacht bei Lützen, 16. November 1632; Loblied: Billig ists, dass wir uns freuen
Koͤnigisches Klaglied / Oder Auffgerichtete Ehrenport / Vber den vns gar fruͤhzeitigen / jedoch seligen Abschied Des Durchlaͤuchtigsten / Großmaͤchtigsten Fuͤrsten vnd Herrn / Herrn Gustavi Adolphi, der Schweden / Gothen vnd Wenden Koͤnigs / Großfuͤrstens in Finn⸗ land / Hertzogens zu... Show more Koͤnigisches Klaglied / Oder Auffgerichtete Ehrenport / Vber den vns gar fruͤhzeitigen / jedoch seligen Abschied Des Durchlaͤuchtigsten / Großmaͤchtigsten Fuͤrsten vnd Herrn / Herrn Gustavi Adolphi, der Schweden / Gothen vnd Wenden Koͤnigs / Großfuͤrstens in Finn⸗ land / Hertzogens zu Ehesten vnd Carelen / Herrns zu Jngermanland / rc. Vnd wie Jhre Koͤnigliche Majestaͤt durch Jhr ritterliches vnd siegreiches Fechten / in dem harten Treffen bey Luͤtzen / zwey Meil weges von Leipzig / vmb des Worts GOttes willen / Jhr Koͤnigliches Blut ver⸗ gossen / vnd Jhren Geist in GOttes heilige Haͤnde auffgegeben haben / den 6. Novemb. 1632. Jhres Alters 37. Jahr / 11. Monden vnd 3. Tage. Leipzig / Gedruckt bey Gregorio Ritzschen / Jm Jahr 1633. Jm Buch der Richter Cap. 16. V. 30. Dein Sieg / O Koͤnig / war in deinem Sterben groͤsser Als in deim Leben je; Du hast gesie⸗ get besser Denn Simson / der ein Held war zu der Richter Zeit / Dein vnsterbliches Lob erstrecket sich Weltweit. 1. WJe schoͤn leuchtet in jener Welt Aus Norden der erweckte Held / Dem Himmelsglantz er gleichet :/: Denn er hat / O HERR JEsu mein / Gestritten fuͤr die Kirche dein / Mit seinem Blut bezeuget Daß er Dein Ehr Hab gemeynet / jetzo scheinet Wie die Sonne Seine Seel ins Himmelsthrone. 2. O Gustave, wo nehm ich Wort / Daß ich dein Lob vnd Ehrenport / Geschrieben moͤg auffrichten :/: Oder formier in reines Bley / Mit einer newen Druckerey / Loͤblich deine Geschichten / Weltweit Außbreit / Deine Thaͤten / wolgerathen / Grosser Koͤnig / Schreiben bin ich viel zu wenig. 3. Nach dem dich deine Tapfferkeit Vnd Natur / in Gottseligkeit / Hertzhafftig angetrieben :/: Daniel 12. Apocal. 5. Joh. 19. V. 23/24. Heb. v. 25/26. Erwehlet viel lieber mit dem Volck GOttes Vngemach zu leiden / denn die zeitliche Erge⸗ tzung der Suͤn⸗ den zu haben. Vnd achtet die Schmach Chri⸗ sti fuͤr groͤsser Reichthumb / denn die Schaͤtze Egypti / denn er sahe an die Be⸗ lohnung. Apocal. 13. Cantic 1. v. 12. Da der Koͤnig sich herwandt / gab meine Narde seinen Ruch. Psalm. 18. Mit dir kan ich Kriegsvolck zu⸗ schmeissen. Du gibst mir alle meine Feinde in die Flucht. Dem Feind wahrer Religion Zu widerstehn / O Schweden⸗Kron / So ist schon auffgeschrieben Zum theil / welch Heyl Durch dein Kriegen / Christlich Siegen GOtt vns geben / Dein Ehrnlob ist hoch zu heben. 4. Preussen / Pohlen / vnd andre mehr / Viel grosser Koͤnigreich vmbher Sind weidlich angelauffen : / : Als / O Koͤnig / sie dir mit Macht Sich widersetzten / fiel jhr Pracht / Musten zuruͤcke zauffen / Auch hier / als dir Kam zu wissen / daß wir muͤsten Vnten liegen / Thets dein Koͤnig Hertz bewegen. 5. Aus Christlicher affection Zu der Hochteutschen Nation / Dein blinckend Schwerdt sich schwange : / : Sahst so vnser Bedraͤngnis an / Mit GOtt / sprachstu / man kriegen kan / Dafuͤr ward manchem bange / Bißher / noch mehr Es vernommen / daß du kommen / Die Geistlosen / Welche GOttes Wort wegstossen. 6. Vnd du Koͤnig hast so dein End Vorher gewust / in GOttes Hend Dein liebe Seel befohlen :/: Dich vor Leipzig noch einst gewagt / Mit Thraͤnen dich manch Hertz beklagt / Kan sich kaum Trosts erholen / Zumal / Jhr Gmahl Voller Schmertzen / ist von Hertzen Hoch betruͤbet / GOtt ein herben Trunck jhr giebet. 7. Grosser Koͤnig / dein Heldenmuth Hat widerstanden biß auffs Blut / Vnd ritterlich gekaͤmpffet :/: Auch in deiner letzten Feldschlacht Hastu den Sieg davon gebracht / Die starcken Feind gedampffet: Wie sehr / dein Ehr Sie selbst priesen / vnd verliessen Das Feld fluͤchtig / Diß ist vns gewesen sichtlich. Esai. 54. Wie ein verlas⸗ sen vnd von Her⸗ tzen betruͤbt Weib. Psalm. 60. Hebr. 12. v. 4. Psalm. 21. HErr / der Koͤ⸗ nig frewet sich in deiner Krafft. Er hat grosse Ehre an deiner Huͤlffe. Du lege Lob vnd schmuck auff jhn. Psalm. 48. Psalm. 13. Psalm. 20. Der HErr hat jhn gewaͤret aller seiner Bitte. Actor 7. v. 59. HErr JEsu / nimb meinen Geist auff. Apocal. 12. Er hat sie vber⸗ wunden durch des Lambs Blut: Vnd hat sein Le⸗ ben nicht gelie⸗ bet biß an den Todt. 8. O wie stundestu in der Schlacht / Die Feinde hats bestuͤrtzt gemacht / Furcht ist sie da ankommen : / : Manch alter Soldat musts gestehn / Vnd sagt / er hett es nie gesehn. Viel hetts Wunder genommen / Zu hend / dem End Hett gesieget / wol gekrieget Dieser Koͤnig / Sein Todt hilfft die Feinde wenig. 9. Als nun vnser Koͤnig zog an Mit fruͤhem Tag auff diesem Plan / Thet er zu GOtt laut schreyen : / : JEsu / JEsu / JEsu hilff mir Heut streiten / zu deins Namens Ehr / Dein Volck HERR zu befreyen / Gib Gnad / Huͤlff / Rath Thu mich lenden / deinen Haͤnden Meine Seele Dir ich trewer GOtt befehle. 10. Als er nun kam ans Feindes Heer / Hieb an / traff jhn nicht vngefehrt Ein Schoß in seinen Ruͤcken : / : Massen denn auch sein Arm vnd Haͤupt Getroffen: Ward also entleibt / Auff sein voriges schicken / Zum Tod / hat GOtt Vnverweilig / hiemit heilig Auffgenommen Seine Seele zu den Frommen. 11. O Kron Schweden / nun ist es Zeit / Daß / dir ein schwartzes Trawerkleid Das Firmament anziehe :/: Nord vnd Ost Jhn beweynen sehr / Auch Sud vnd West: Das weite Meer Erschrocken zuruͤck fliehe: Die Erd / vnwerth Seines Blutes Heldenmuthes Roth vergossen Sich erkennet / so beschlossen. 12. Wie sol jhm denn zufoͤrderst thun Die werthe teutsche Nation, Daß dieser Held verschieden :/: Der sich vmb Jhr Freyheit vnd Ehr Gewaget / vnd gestritten sehr / Sein Leben war hie nieden. Voll Muͤh / O wie Psalm 9. V. 12. Er hat der Ba⸗ bylonischen Hu⸗ ren siebenfelti⸗ ges vergolten / fuͤr die schmach / damit sie vns ge⸗ schmaͤhet hat. Psalm. 114. V. 3. Psalm 112. Des Gerechten wird nimmer⸗ mehr vergessen. Hebr. 11. v. 38. Deß die Welt nicht werth war. Esai. 1. Psalm. 60. v. 5. Wird gepriesen / auch nach diesem Sein Lob werden Nicht vergessen auff der Erden. 13. Wenn ich dran denck / wie weh wird mir / Wir klagens GOtt von Hertzen dir / Vnd muͤssens all bekennen : / : Daß wir dieses Helden nicht werth / Weil wir nicht ernstlich vns bekehrt / Zwar Suͤnder wir vns nennen. Aber / wo / wer / Thut sein Leben / GOtt ergeben / Vnd wird froͤmmer? Wer befleist sich / vnd thuts nimmer? 14. GOtt hat vns ein sehr harts erzeigt / Den Taumel⸗Becher zugeneigt / Daß wir vns kaum besinnen : / : O Land / O Stadt / Churfuͤrstenthumb / Chur⸗Sachsens gruͤne Rauten⸗Blum / Dein trawriges Beginnen Jst recht / gar schlecht / Last vns gehen / Prachts abstehen / Jhn betawren / Den die Bluͤmlein auch betrawren. 15. Jm Wald ist wol kein Baͤumelein / Auch nah vnd fern kein Straͤuchelein / Welchs dieses Heldes Scheiden : / : Den aus Nordost GOtt vns gesandt Zu einem leiblichen Heyland / Nicht haben solt Mitleiden / Kein Krantz / noch Tantz Euch Jungfrawen zuzuschawen Wil gebuͤren / Auch kein Seytenspiel zu hoͤren. 16. Biß die Bluͤmlein zum andern mal Jhr Trawerkleid hinlegen all: Zum andern mal die Sonne : / : Steigen wieder wird in die Hoͤh / Biß zweymal die Herbstsaat auffgeh / Noch laͤnger Frewd vnd Wonne Jnn halt / O fallt GOtt zun Fuͤssen / thut recht buͤssen / Vnd mit weynen Am Bußtag fuͤr jhm erscheinen. 17. Sprecht zu GOtt : HERR / die Sach ist dein / Barmhertzig wollstu vns doch seyn / Dich deiner Kirch annehmen : / : Jerem. 9. Psalm 43. Gott / fuͤhre mei⸗ ne Sache wider das vnheilige Volck. Psalm. 76. Jerem. 17. Psalm. 74. Psalm. 8. Psalm. 13. Deinem Volck / HERR / wenns zeucht zu Feld / Erwecke einen andern Held / Daß vnsre Feind sich schemen / Die Flucht / gepucht Ferner eben / daß sie beben / Vnd vergehen / Für deim Schelten nicht bestehen. 18. Deines Volcks / O HERR / dich erbarm / Daß wir nicht auff menschlichen Arm Vns wider dich verlassen: Sondern dir vns vertrawen gar / Nimb deiner Turteltauben wahr / Daß nicht des Thieres Grassen Sie wuͤrg / verbuͤrg Jhre Jungen / welcher Zungen Dir bereitest / Die rachgiergen Feind bestreitest. 19. So lassen wir den Koͤnig nu Jn seiner gar seligen Ruh / Der nicht im Todt entschlaffen / Noch den Feinden zu jhrem Ruhm Darnieder liegt / O Koͤnigsblum / Welche GOtt thet verschaffen / Daß wir / an Jhr Hetten Wonne / eine Krone / So moͤcht bluͤhen / Für welcher die Feinde fliehen. 20. Sie ist vns nun gefallen ab / Daß gsuͤndiget ein jeder hab / Thut hieraus gnug erscheinen: Jhr Koͤniglicher Majestaͤt Trawrig Gemahl in Kummer steht / Ja Tag vnd Nacht sie weinen / Daß Jhr / Frewd hier Kürbs vnd Schatten / den sie hatten / Jst gewichen / Wie ein schoͤne Ros verblichen. 21. Die Koͤniglich Armee zuhand Auch trawrig / wird nun mit bestand Jhrs Koͤnigs Blut wol rechen / An dem Thier vnd seinem Geschmeiß / Jhre Frevel Jhnen verweiß / Thun sampt jhrn Hochmuth rechen. Nu / nu / ruh / ruh / Grosser Koͤnig / viel zu wenig Jst mein Tichten / Daß es preis deine Geschichten. Psalm. 132. v. 18. Thren. 5. v.16. Jos. 4. v. 6. 7. 8. Psalm. 103. Apocal. 18. Psalm. 45. V. 4. 5. Matth. 28. v.20. GOtt hat durch Jhn geschlagen Der Feinde Vbermuth / Chur Sachsen lehr beklagen Sein trewes Hertze thut. Koͤnglich Majestaͤt zu Schweden ist verschieden / GOtt lest vns einen Held an Christo stets darnieden; Guͤrt an dein Schwerd / O Himmels Held / Zeuch fuͤr vns aus / erhalt das Feld / Daß dein gerades Scepter / HERR / Die Feinde wacker mores lehr. Gregorius Ritzsch. BJllich ists / dasz wir vns frewen / Vnd mit lautem jauchtzen / schreyen: Lob sey GOTT vnd seiner Macht / Der die stoltzen Feinde beuget / Vnd mit seiner Allmacht zeuget / Daß er vns noch nimmt in acht. Zweymal kamen sie gezogen / Zweymal sind sie auch geflogen / Nicht ohn maͤchtigen Verlust. Schreyt jhr Jungen / rufft jhr Alten / Zweymal hat das Feld erhalten GOTT vnd vnser Held August. Held August du kuͤhner Krieger / Du Geluͤckes voller Sieger / Vor / vnd in / vnd nach dem Fall / Auf was Arten / auff was Weisen Sol man deine Thaten preisen Hier / vnd dort / vnd vberall. Held / du kamest her von weiten / Daß du fuͤr vns moͤchtest streiten / Held / du kamest / Held / du strittst / Held / Du siegtest auch im Sterben. Held / wie koͤnnen wir verderben / Weil du jetzt noch fuͤr vns trittst. Deine Raͤthe / deine Wercke / Deine Ritterliche Staͤrcke / Rufft aus / was nur ruffen kan / Die bezwungnen Stroͤme brausen / Die verbundnen Luͤffte sausen / Was du / Helffer / hast gethan. Elbe / Fuͤrstinn vnsrer Fluͤsse / Mach dich auff die feuchten Fuͤsse / Eile / lauffe Nacht vnd Tag / Meld es mit beredten Wellen / Daß die Vfer wiederschaͤllen / Wie der Feind vor dir erschrack. Die erblasseten Jllyrer Wichen mit sampt jhrem Fuͤhrer Hinter sich / vnd fielen hin / Wie fuͤr Jovis Donnerkeilen. Wie fuͤr Herculs heilgen Seulen / Die man nicht sol vberziehn. Schoͤne Stadt / der fromme Himmel Der verschuff ein solch Getuͤmmel / Ein solch Schrecken in dem Feind / Daß der schaͤndlich muste fliehen / Der dich grimmig außzuziehen Vnd zu pluͤndern war gemeynt. Seyd nun froh / jhr frommen Buͤrger / Er ist todt / der wilde Wuͤrger / Er ist todt / vnd jhr seyd frey. Jhr vnd wir / vnd alle sagen / Daß sich GOTT fuͤr vns geschlagen / Daß die Ehre seine sey. Jst schon vnser Heiland blieben / GOtt hat einen schon verschrieben / Der Jhn rechen kan vnd sol / Jhn vnd vns / vnd alle Frommen. Koͤmpt Er? Ja / er ist schon kommen. Luthrische / gehabt Euch wol. P. Flemming ENDE. Show less

Klag-Lied zum Tod von Gustav Adolph in der Schlacht bei Lützen, 16. November 1632; Von einem gottlosen Edelmann in Polen
Seufftzende Klag vnd Thre⸗ nen Gesang / Ein schoͤn traw⸗ rig Klaglied / uͤber Jhre Koͤ⸗ nigliche Majest. zu Schewden hoch⸗ lobseligster vnd glorwuͤrdigster Gedaͤchtnuß / Welcher sein Leben Ritter⸗ vnd Mannlich gewagt / und (wie leider wol bewust) in der blutigen Schlacht vor Luͤtzen... Show more Seufftzende Klag vnd Thre⸗ nen Gesang / Ein schoͤn traw⸗ rig Klaglied / uͤber Jhre Koͤ⸗ nigliche Majest. zu Schewden hoch⸗ lobseligster vnd glorwuͤrdigster Gedaͤchtnuß / Welcher sein Leben Ritter⸗ vnd Mannlich gewagt / und (wie leider wol bewust) in der blutigen Schlacht vor Luͤtzen sieghafft gelassen hat / Jhr K. M. seinem liebsten Gemahl zu Ehren gemacht / vnd in offenen Druck ge⸗ bracht / durch einen Liebhaber der Augspurgi⸗ schen Confession. Zu singen im Thon: Wie nach einer Wasserquelle / ein Hirsch rc. Darbey auch Ein erschroͤckliche doch warhafftige Newe Zeitung / von einem gottlosen Edel⸗ mann in Polen / wie er zu einem Hund worden / vnd was sich sonst mehr darbey zugetragen / wird hierinn außfuͤhrlich zu lesen gefunden. Erstlich gedruckt zu Franckfurt an der Oder / bey Mich. Fischer / 1633. 1. ACh / meins innerlichen Schmertzen / Ach / der schweren Trawrigkeit / so ich fuͤhl in meinem Hertzen / ach deß groͤsten Hertzen⸗ leyd / daß mein liebster Herr vnd Gmahl / nun auß diesem Jammerthal / mir vnd meinen ist entwichen / viel zu fruͤh deß Todts verblichen. 2. Ach / soll ich dich nicht anklagen / O vn⸗ barmhertziger Todt Ach / soll ich nicht zu dir sagen / du seyn vrsach aller Noth / weil du trewe Lieb vnnd Pfandt / vnd so festes Ehlich Band / eh der from⸗ men / als der boͤsen / thust zerreissen vnd auffloͤsen. 3. Ach / warumb thust du nicht trennen / die nit gern bey einander seyn? ob sie sich schon Eheleut nennen / stimmen doch nicht vberein / wuͤndschen dich einander steht / wann es jhnen vbel geht: Bey denen keine Lieb vnnd Trewe / sondern Widerwill vnd Rewe. 4. Aber mich vnd meinen Herren / (die wir le⸗ ben eyniglich / vnd einander theten ehren / hertzlich / lieblich / jnniglich) thust du jetzt mit deinem Pfeil / vnverhofft in schneller eyl / von einander grimmig scheiden / ach / wie schmertzt mich solchs zu leyden. 5. O Du herber bittrer Tode / weil so grausamb stellest dich / warumb hast in solcher Nothe / nicht zu gleich auch troffen mich? daß / wie wir im Leben fein / theten eines Sinnes seyn / solten auch mit Seel vnd Leiben / biß ins Grab beysammen bleiben. 6. Ach Gott / soll ich dann meins Herren / wie ein Turtul⸗Taͤubelein / forthin gantz vnnd gar ent⸗ bahren? trawrig fuͤhrn das Leben mein / das sey dir / O GOtt / geklagt: Ach mein Hertz schier gar verzagt: Ach / mein Sinne seyn verstoͤret / mein Klag nimmermehr auffhoͤret. 7. Ach / wem soll ichs billich klagen klag ich dirs / O lieber Gott / so wuͤrd mir dein Worte sa⸗ gen / daß beydes / Leben vnd Tod / Frewd und Layd / eins jedes Standt / steh in deiner Gerechten Hand / vnd du mit den Menschen allen / machsts nach dei⸗ nem wolgefallen. 8. Ach soll ich dann mich beklagen / daß die hei⸗ ligen Engelein / meinen Schatz darvon getragen / vnd mich gelassen so allein? werdens sprechen mit Bericht / daß sie Gotts Befelch verricht / vnnd ins Abrahambs Schoß gsetzet / mein Herrn / da jhn nichts verletzet. 9. Ach soll ich zum Menschen gelffen / werden sie sagen zu mir / ach wir koͤnnen dir nicht helffen / wir seind all zu schwach allhier / Niemand in der ganzen Welt / sich dem Todt zu wider stellt / weil die Menschen all auff Erden / durch den Todt hingraf⸗ fet werden. 10. Ach soll ichs den Feinden sagen / werden sis mirs goͤnnen wol / soll ichs aber Freunden klagen / seyn sie selber trawrens voll / klag ichs meinen Kin⸗ dern sehr / mach ich jhr Creutz noch so schwer / daß wir sammen seufftzen / schreyen / vnnd die Klag taͤg⸗ lich ernewen. 11. Ach / klag ichs den Vnterthannen / oder tre⸗ wen Dienern mein / vnd denen die vmb mich woh⸗ nen / Schneidt sie selbst ins Hertz hinein / daß sie jh⸗ res frommen Herrn / muͤssen beraubt seyn vnd ent⸗ baͤhrn / der sie weißlich hat regieret / vnd getrewlich defendieret. 12. Ach / werd ich wollen vnd sollen / bey den Kirchendienern mein / mich getrewen Raths erho⸗ len / solchen mir zu sprechen ein / werdens zwar auß heiliger Schrifft / mein Betruͤbnuß / so mich wisse / gern mit Trofte wollen mindern / koͤnnen doch mein Leyd nicht hindern. 13. Auch das gantze Vatterlande / Edle / vund sonst menniglich / frembd / bekandt / vnd vnbekande / trawren auch mitleydenlich / daß ein solcher dapf⸗ ferer Held / allzufruͤh darnider fellt / der doch gmei⸗ nem Vatterlande / rathen koͤnnen mit verstande. 14. Ach mein herzbrechendes schweuffzen / drin⸗ get mir durch Marck vnd Bein / ach mein tieff ge⸗ holte Seufftzen / samblen sich im Haupte mein / wie ein Wasserquell vnd Brunn / fliessen sie herausser nun / Distilieren / wie herbe Laugen / hefftig auß mein nassen Augen. 15. Ach mein Schatz / mein Herr / mein Gmah⸗ le / war jemahl ein boͤse zeit / hie in diesem Jammer⸗ thale / so ist es gewißlich heut / da wir allesampt zu⸗ gleich / laͤnger haben solten Euch / als ein Vatter aller sammen / vnd Beschuͤtzer vnsers Stammen. 16. Ach vnd ach meines schweren Hertzen / mei⸗ nes Kummers vnd Zustand / ach wie viel betruͤbter Hertzen / seind im gantzen Vatterlandt / welche je⸗ tzund in gemein / wie ein Turteltaͤubelein / sitzt auff einen duͤrren Zweige / vñ gantz trawrig sich erzeiget. 17. Ach was soll ich dann anfangen / wie soll ich mich schicken drein? daß mein sehnen vnd verlan⸗ gen muß alles vergebens seyn / Komm zu huͤlff O trewer Gott / troͤst mich du in solcher noch / daß nicht mein bloͤde gedancken / jirrig hin vñ wider wancken. 2. Ach HErr JEsu / Trost der Waysen / aller Witwen Schirm vnd Schutz / thu mir Huͤlff vnd Gnade leysten / daß / was meiner Seelen Nutz / ich in dieser Angst betracht / wehr deß Satans List vnd Macht / daß er mein betruͤbte Seele / nicht zu viel versuch vnd quele. 19. Ach Gott heiliger Geist / O HErre / laß mich nicht gehn gar zu Grund / meinen Glauben staͤrck vnd mehre / troͤste mich in dieser Stund / daß ich biß groß Hertzenleyd / nit auffnehm / als wie ein Heyd / sondern mich moͤg regulieren / nach deim Wort wies thut gebuͤhren. 20. Ach du mein betruͤbte Seele / gib dich doch nunmehr zu ruh / nicht so gar zu viel dich quele / noch so sehr abmatten thu / weil du ja kanst wenden nicht / was durch Gotts Verhengnuß gschicht / drumb das Creutz trag mit Gedulte / daß du bleibst in Gottes Hulde. 22. GOtt weiß / warumb das thut geschehen / al⸗ les ist jhm wol bekandt / was er laͤngst hat vor gese⸗ ben / welchs nicht weißt Menschlich Verstand / wer wil jhm vorschreibẽ was? wer wil wissen diß vñ das? wohin vnd zu welchem Ende / er als dirigier vnnd wende. 22. Ach Jesu gib zuerkennen / die regieren mit Verstand / mich beschuͤtzen vnd beschirmen / ja das ganze Vatterland / als mein vor getrewer Held / der jetzund auß dieser Welt / auß dem Jammerthal / zur frewden / ist versetzet vnd gescheiden. Folget Ein erschroͤckliche Geschicht von ei⸗ nem ruchlosen Edelmann / geschrieben auß Stettin den 1. Septemb. NEwes dem Herrn zu avisirn ist nichts sonder⸗ lichs / doch muß ich jhm eine wuͤnderliche Histo⸗ riam / so an der Masurischen Grentz 10. Meil vom Ampt Soldaw geschehen / erzehlen / dann daselbst si⸗ get ein Dorff / Beinen genandt / darinnen wohnet ein Edelman / mit Nam̄en Albrecht Pereckonsky / welcher deß Landes Schosse Einnehmer / vnd dabey ein vngerechter lasterhafftiger Mensch gewesen: dann wann die Leute nicht hatten Schoß geben koͤn⸗ nen / er jhnen jhr Vieh zum Pfand lassen weg neh⸗ men / vnd mit solcher Vngerechtigkeit viel Viehs an sich gebracht. Wie er nun jrgends nach Fastnacht seines Ampts Geschaͤffte zu verrichten verreiset ge⸗ wesen / stirbt jhm vnter dessen durch GOttes Ver⸗ hengnuß sein vngerecht an sich gezogene Vieh hin⸗ weg / also / daß nicht ein Stuͤck davon im Leben ge⸗ blieben / wie er nun wieder heim gezogen / kompt jhm ohngefehr sein Knecht auff dem Wege entgegen / den fraget er / wie es daheim stehe? Nie dobritz / gibt jhm der Knecht zur Antwort / sintemal das Vieh / welches er der Armuth genommen / alle gestorben / vnd daß Gott jhre Zehren angesehen / vnd jhr We⸗ heklagen erhoͤret / darauff er geantwortet / laß es zum Teuffel fahren / vnd ferner nach seinem Hoff gerit⸗ ten. Jn dem er nun eingeritten / ist jhm seine Fraw begegnet / sagend / daß sie Gott so sehr gestrafft / vnd alles Vieh / welches er genommen / vnd deßgleichen auch was sie ohne das gehabt / hinfallen vnd sterben lassen: Darauff er angefangen mit grewlichen Laͤ⸗ sterworten / wider Gott zu fluchen / sagend / fresse ers auch nun selber auff / sich daruͤber ergrimmet / weiter zu laͤstern vnd zu fluchen angefangen / sein Pistol ge⸗ laden / in die Lufft geschossen / vnd gesagt: Ey du solt vnd must das Vieh fressen / oder ich wils fressen / wir wollen sehen / wer sich einander veriren soll / vñ was der laͤsterhafftigen Wort mehr gewesen / die er wider den HErren gethan. Wie nun solches geschehen / ist er innerhalb fuͤnff Stunden zum Hunde wordẽ / in der ersten Stunde ist er bald vnsinnig worden / in der andern hat sich sein menschlich Gestalt in eine Sawe veraͤndert / in der dritten hat sich die Ver⸗ wandlung in die kruͤmb gegeben / in der vierdten Stunde hat sich die Gestaͤlt schon erzeiget wie ein Hund / vnd in der fuͤnfften Stund ist er wie ein gros⸗ ser schwarzer Englischer Hund ins Feld gelauffen / vnd angefangen von dem todten Vieh zu fressen / vnd hat allein davon gefressen den ganzen Fruͤling durch / vnd ob ers nun auff mag haben / kan ich nicht wissen / dann mein Stubengesell zu der Zeit eben da gewesen / denselben Hund gesehen / vnd auch reden gehoͤrt / welcher mir dieses erzehlet / deßgleichen ist es auch von dem Hauptmann von Soldaw / welcher drey geschworen Maͤnner dahin gesandt solches zu erkundigen / die auch den Hund gesehen / warhafftig allhie bey vnserm Cantzler erzehlt worden. Dann er ist allezeit bey dem todten Vieh gewesen / vnd hat da⸗ bey gelegen / wann schon andere Hunde sind kom̄en zu fressen / hat er doch keinen darzu gelassen / sondern allzeit allein darvon gefressen / drey Tage lang hat er in solcher Hundes Gestalt mit seiner Frawen gere⸗ det: dann er ist allzeit / wann er satt gewesen / zu hau⸗ se kommen / da jhn sein Fraw gefragt / ob sie jhm ein Beth machen solte? Nein hat er gesagen / sondern sie solt jhm betthen wie einem Hunde gebuͤhret / vnd hat jhm vnter der Stiegen Erbsenstroh muͤssen legen / darauff er sich geleget / vnd soll auch noch alle Nacht drauff ligen / seine Fraw hat jhn weiter gefraget / was er dann hernacher essen wolte / wann das todte Vieh auff were / worauff er gesaget: sie solte jhm ge⸗ ben was einem Hunde gebuͤhret / sintemal er nichts anders werth / dann er hette sich hoͤchlich an GOtt versuͤndiget. Nach diesen dreyen Tagen hat er nichts mehr geredet / vnd soll noch taͤglich wie ein Hund auff seinen Guͤttern erhalten werden. Wie lang er nun die Straffe von dem lieben GOtt tra⸗ gen wird / kan man nicht wissen / vnd ob er ein Hund biß an den Juͤngsten Tag verbleiben wird / das weiß GOtt: Aber durch grosse Bekum̄ernuß vñ Schre⸗ cken dieses Exempels ist seine Fraw gestorben / vnd er wird also / wie vor gedacht / in solcher Hundes Ge⸗ stalt auff seinen Guͤttern erhalten / aber kei⸗ nem Menschen thut er nichts. Gott allein die Ehr. Show less

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