Niederlage in der Ostsee; Klagelied
Warhafftige / jedoch gantz trawrige New Zeitung / Von der Blutigen Eroberung vnd Einnehmung / der Weitberuͤmbten Stadt Magdeburgk an der Elbe gelegen / Welche den 10. Tag Maij des Morgens zwischen 8. vnd 9. Vhren ist mit List eingenom⸗ men worden vom Generall Tilly / auch was vor ein... Show more Warhafftige / jedoch gantz trawrige New Zeitung / Von der Blutigen Eroberung vnd Einnehmung / der Weitberuͤmbten Stadt Magdeburgk an der Elbe gelegen / Welche den 10. Tag Maij des Morgens zwischen 8. vnd 9. Vhren ist mit List eingenom⸗ men worden vom Generall Tilly / auch was vor ein maͤchtig Blutbadt darin⸗ nen gehalten / vnd wie viel Menschen sind jaͤmmerlicher Weiß vmbkom⸗ men / vnd wie diese wolerbawte Stadt jaͤmmerlich verbrandt vnd zerstoͤret worden. Vnd was weitters bey solcher Einehmung geschehen / werden fromme Christen in diesem Gesang vmbstaͤndig be⸗ richtet werden: vnd kan gesungen werden in Niclaus von Serings Thon. Beneben einem kurtzen Bericht von der Stadt Magde⸗ burgk: Von wem dieselbige erbawet / vnd wie sie jhren Nahmen bekommen / Auch wie sie zu dieser Zeit gelegen / vnd was vor schoͤne Kirchen / Gebaͤwte : Maͤrckte vnd Blaͤtz sampt andern Zirath darinnen gewesen / auffs kurtzte verfasset / wird der guͤnstige Leser berichtet werden. Gedruckt zu Goßlar / bey Johann Dunckern. Jm Jahr 1631. O Reicher GOTT im Throne / verley mir deine Gnadt / durch Christum deinen Sohne / daß ich nun singen mag / von einer gantz thrawrigen Geschicht / die sich vor wenig Tagen / elendlich hat zugetragen / die Warheit ich bericht. Wie Maͤnniglich wol bekandte / Magdeburg die weitberuͤmbte Stadt / gelegen an dem Elben Strandte / dieselbe vor kurtz blockiret ward / von Generall Tilly eben / darauff auch also balt / mit grosser Macht darneben / gantz schleunig hat vmbgeben / sie einzu⸗ nehmen mit Gewalt. Hierauff die von Magdeburg zur Stunde / sich haben gestelt zur Gegenwehr / von Anfang biß zum Ende / sich nie entsetzet also sehr / auch jhm endlich Huͤlff zukommen / vom Koͤnig in Schwedten / vnd auch der Sadt Braunschweig / dann in der Stadt zu frommen wie Maͤnniglich vernommen / nun hoͤret weiter bescheidt. Auch zu vnterschiedlichen mahlen / miteinander scharmuͤzirt / viel Volck jetz auch gefallen / wol an der selben Staͤtt / von Kayserischen vnd auch Magdeburgern / jedoch die Stadt alzeit behalten den Blatz / biß endlich vor wenig Tagen / O GOtt wir thun dirs klagen / sie ploͤtzlich eingenommen ward. Vom Herrn General Tilly / dem 10. May den Morgen fruͤ welchen von etlichen Burgern selbsten / Raht ward gegeben darzu / wie er es solt angreiffen / darmit er die Stadt bekomm / wie dann auch kuͤrtz⸗ lich geschehen / vñ nicht lang anthet stehen / gar schroͤcklig thets ergehen. Zum Sturmb theten sie bald lauffen / mit etlich thausent Mann / mit grossen Stuͤcken auch hinein thetten schiessen / darzu vil Fewer⸗ Kugeln schon / hat man in der Lufft sehen flihen / nach jtzt bemelter Stadt / wolt GOtt jhr solt es liegen / vnd niemand damit betrigen / das wer mein Will vnd Raht. Die von Magdeburg solchs nit achten / vnd gaben wenig drauff / mit grosen Stuͦcken rauß krachten / nach jhrem taͤglichen Brauch / a⸗ ber nicht theten wissen / was jhnen zugerichtet ward / den Feynd thets sehr verdriesen / solchs Kracken vnd auch Schiessen / von jetzgemelter Stadt. Vom Morgen thet es weren biß in die neundte Stundt / da hub sich Jammer vnd Klagen / O hoͤre du Mensch jetzund / im Brand da wars geschossen / an vieren orten fuͤrwar / auch sag ich vnverdrossen / das Suten Burger Thor ward offen / O wehe der grosser Gefahr. Da thet der Feynd nein dringen mit grosser Gewalt vnd Macht / als die jhn der Stadt solchs waren innen / haben sie sich nicht lang be⸗ dacht / den Feindt wider zuruck geschlagen / vnd wider gejagt hindan / a⸗ ber es ward alles verlohren / das Cracauer Thor beforn / ward auch schon auff gethan. Jndem sie hinden vnd fornen / von Feinden warn vmbringt / wel⸗ che im Grim vnd Zorn / wuͤtteten wie die Teuffel geschwint / mit ha⸗ wen / schiessen vnd stechen / auff alle Menschen zu handt / vnmuͦglich ists außzusprechen / auch alles auß zurechnen / solch Jammer vnd Elend. Verschonet ward keins Menschen / es war gleich jung oder alt / da hort man schreien vnd weinen / in dieser Stund gar bald / von Kin⸗ dern vnd Eltern zusammen / in dieser grossen Noht / ein stein haͤts moͤ⸗ gen erbarmen / das grosse klagen vnd karmen / sihe drein O trewer Gott. Kein Ort war meher zu finden in dieser gantzen Stadt / weder fornen noch hinden / da jemand sicher ward / das Fewer auch vber⸗ hand thet nehmen / an allen Orten vnd End / biß es endlich auch thet kommen / mit grossen Schatten ohn Frommen / ins Ruͦsthauß zur sel⸗ ben Stund. Erst hub sich Jammer vnd Klagen / als vor nie ward gehoͤrt / das Pulver in die hoͤhe thet schlagen / die Johannes Kirch an diesem Ort / darein sich salvirt hatten / viel hundert Weiber zum selben mahl / mit jh⸗ ren Kindern drate / zu endflihen solcher Noht / die meisten blieben al⸗ zumal. Bey solchem thets nicht bleiben / O hoͤr mein frommer Christ / noch mehr wil ich anzeigen / was weitter geschehen ist / der breide Weg zur Stunde / fing auch bald zu brennen an / die Kattarinen Kirch beson⸗ der / muͦst auch damals herunder / in der manch Mensch sein Leben muͤst lahn. Rahthauß vnd alls dergleichen / ist auch mit worden verbrant / das Blut in der Stadt thet fliesen / biß vber die Schuhe Solen zu⸗ hand / die Toden auch thetten ligen / in Gassen vnd vberall / daß man hat kaum koͤnnen gehen / vnd nirgent wol bestehen / von Mann / Weib vnd Kind in diesem Fall. Sieben thausend der Schwedischen Soldaten / auch mit vmb⸗ kommen sind / funffzehen hundern auch darneben / Braunscheigerische Reuter geschwind / sambt vielen Burgern vnd handwercks Gesellen gut / haben da gelasen jhr Leben / vnd jhren Geist auffgeben / bezalt mit jhrem eigen Blut. O Jammer vber Jammer / was ich noch melten muß / sechs hun⸗ dert Weiber zur Stunde / haben auch jhr Leben bloß / im Wasser muͤ⸗ sen auffgeben / sambt vielen Kindern klein / drey hundert Sechswoͤch⸗ nerin darneben / in solcher Noht gar eben / auch mit vmbkommen seyn. Kein Barmbhertzigkeit thet schweben / alda an diesem End / auch keinem geschenckt das Leben / es war gleich Mann / Fraw oder Kind / im gleichen Herr oder Knechte / sie muͦsten alle zusammen / in jhrem Blud da schwimmen / O GOtt dir seys geklagt. Kein Predicant dergleichen / damals auch ward verschont / die Rahts Personen auff beiten Seyten / man jemmerlich hat Mattzschen thun / den elsten Burgermeister also fromb / auff dem Rahthauß ge⸗ fangen / nach jhm stund deß Feinds verlangen / alß dañ bald widerumb. Den Muͤller Vogt darneben / wol in dem Bischofflichen Hoff / elendlich gebragt vmbs Leben / darzu den Bischoff auch selbst mit Ge⸗ fangen genommen an / elendlich da tractiret / mit sich hinweg gefuͤret / dem Kayser zu liffern thun. Was sol ich weiter sagen / von solchen Jammer vnd Elend / mein Hertz moͤcht mir bald verzagen / wann ich daran gedenck / an dieser viel tausent Christen Blut / so vnschuͤltig da vergossen / welchs wie Wasser hat geflossen / wil geschweigen der schoͤnen Stadt. Die selbe ist verbrant biß auff hundert Heuser klein / sambt al⸗ len Vorrhat in der Summen / auch allen Kauffmans Schatz gar rein / daß nicht davon geblieben / weder klein vnd groß / ist alles auffgerieben / im Fewer da verstoben / O Schad vber Schaden groß. Viertzig thausent vnd noch druͤber / die schon gerechnet sind / ohne was sonst hin vnd wider / darzu die vngebornen Kind / so alle jaͤmmerlich vmbkommen vorwar / in dieser Stadt zur Stunde / so gar im grossem Elende / jetzund in diesem Jahr. Jch muß nun auffhoͤren zu schreiben / von diesem Elend groß / meine augen koͤnnen nimer beyden / zuweinen ohn vnterlaß / vmb meine so gar gute Freund / die mir sind mitgeblieben / gantz jaͤmmerlich auff⸗ gerieben / GOtt wol jhn genedig seyn. Kuͤrtzlich habt jhr vernommen / jhr lieben Christen Leut / alles wol in der Summen / was sich begeben mit Leyd / zu Magdeburg in der wolerkanden Stadt / welch nun ligt in der Aschen / Christliche Lieb ist verloschen / wie man erfahren hat. GOtt wol jhn allen geben / so da vmbkommen sind / die Frewd vnd auch das Ewige Leben / es sey gleich Mann / Fraw oder Kind / Ritter / Herr oder Knecht / so woͤll jhn bescheren / die ewige Frewd geweren / sprecht mit mir amen zur Stund : Amen amen. Kurtze Erzoͤhlung von der Stadt Magdeburg : GVnstiger Christ / Freund vnd Leser mild / Vernimb was ich dir allhie hab vorgebildt / Nemblich Magdeburg die weit beruͤmbte Stadt / An der Elb gelegen jhren Nahmen hat / Diese schoͤne Jungfraw mit jhrem Krantz. Hat gar manchem versaget einen Dantz / Zur hoch Bedruͤbten Witwen sie nun worden ist / Das Sag ich dir zu dieser frist. Gantz Elend vnd auch Arm / Eim Stein in der Erd / moͤchte es Erbarmen / Welcher hat bevor gesehen diese schoͤne Magd. O Gott vom Himmel dir seys Geklagt / Vnnd sicht sie nun zu dieser Stund / Der muß Weinen von seines Hertzen Grund / Darumb ich dir in der kuͤrtz wil erzehlen bald / Wie dieselbe ward gestalt. Auch von wem sie jhren Nahmen bekommen / Vnd diesen schoͤnen Krantz zu genommen / Vor etliche hundert Jahren zu der frist / Diese Stadt nur ein Hoff gewesen ist. Hernach von dreyen Jungfrawen fein / Erbawet diese Stadt allein / Die eine mit Nahmen Maria schon / Die andere Elisabeth wol gethan / Die dritte auch mit gantzem fleiß / Brigitta mit jhrem Nahmen geheissen / Alle drey von Koͤniglichen Stamb / Gebohren doch gar Wundersamb / Von solchem die Stadt Magdeburg jhren Nahmen bekam. Darauff kuͤrtzlich wil beschreiben / Jhre Gestalt / vnd soll nicht aussen bleiben Die Vestung an jhr selbst war wol gethan Ein hoher Wall thet vmb sie gahn. Sambt einem Wassergraben Breit / Als ich nie gesehen in kuͤrtzer Zeit / Der gleichen vmb eine Stadt. Hernach weiter sie auch hat / Grosse vnd Feste Ruͤntel / Zwey Wind Muͤhlen auff dem Wal ist war was ich erzehl / Vier starcke Thor gantz wol verwahrt / An welchem auch kein fleiß gespart / Ein schoͤner hoher vnd wol erbauwter Lutherischer Thumb / Welcher in gantz Germania hat den Ruhm. Jn welchem ein Orgel bevorab / Als ich noch nie von keiner gehoͤret hab / Noch ein schoͤne Kirch gegen vber stund / Zu Sanct Nicolaus ward sie genent. Ein schoͤn hohes vnd Bischschoffliches Hauß / Mit schoͤnen Gemachen vberauß / Deß Dechands Hoff auch darbey / Sambt zwen vnd dreissig Tumb Hoͤffen frey / Vmb Sanct Mauritius Pflatz herumb. Darnach der breite Weg in der sumb / Die heylige Geist Kirch auch darbey / Ein grosser vnnd Reicher Hospital frey. Hernach die Glocken giessers Gaß / Nicht weit hiervon die Johannes Kirchen was / Welche mit roten Kupffer gedeckt. Ein guͤlden Kron vmb den Thurne schwebt / Ein schoͤnes Rahthauß groß vnd lang / Welches an dem gantzen Marckt herrabe gang. Hinder demselben das Ruͤsthauß Groß vnd Weit / Welches auch ward gantz wol Bereit / Ein schoͤner vnd grosser Marcktpflatz / Auff welchen gar schoͤn ward gesatzt / Ein sehr grosser vnd hoher Roland. Heruͤber auch zur rechten Hand / Die schoͤne Seul darauff die Jungfraw stund Welche den Krantz fuͤhret in der Hand / Hernach auff einem sehr schoͤnen Stein / Reiht Keyser Otto auff einem weisen Pferd / sambt seinen zweyen Ge⸗ mahlen fein. Hernach die Catharinnen Kirch am breitten weg / Bey welcher auch manch schoͤnes Hauß da steht. Mit zweyen hohen Thuͤrnen lang / Als den wieder herumb gang / Nach vnser lieben Frawen Kirch / Etlich schoͤne Gassen auch in der zweck / Herrnach die Nicolaus Strassen also schon / Jn welcher ein grosse Roßmuͤhlen thet stohn / Derselben wahren Vier in der Stadt / Daran nun viel Gewendet ward / Als dann die Moritzgassen lang / Jn welcher die hohe Schulen stund / Als dan die Marien strassen auch darbey. Zwo schoͤne Druckereyen in derselben sein / Die Johannes Gaß ich zeyge an / Jn welcher die Kunst Brieffmahlerey thut stahn / Auff der heyligen Geistes Strassen. Thet auch ein schoͤne Malerey Raͤsten / Am breitten Weg bevorauß / Ein schoͤner Buchlaten vber die maß / Viel schoͤner Kauffmansladen mit Sammit vnd Seitten / Sint alle zu diesem mahl gangen zu Scheitten / Viel hundert Tonnen Baumoͤl auch ander Kauffmans war Jst alles Verbrennen gantz vnnd gahr / Das schoͤne Kauffhauß mit seinem habit / Welches von Alten vor hundert Jahren Gestifft. Sambt allen Zunffthaͤusern vnd guͤlten schon / Haben alle zu Grund gehen thun. Die gantze New Stadt mit jhrer schoͤnen Kirchen / Rahthauß Pfarr vnd Schul der gleichen / Liegen alle in der Aschen / Auch kan ich nicht vnderlassen / Die Sutinburg vnnd Michel / Sint zu scheittern gangen vberal. Das nichts varvon geblieben / Also hat Jhr kuͤrtzlich hoͤren erzehlen / Die vornembsten Ort vnd End. Der dreyer Staͤtt Magdeburg behend / Auch jhren Vrsprung vnd nun jhr Ende. Gott wolle alles Boͤse zum Guten wenden / Amen daß es geschehe vnd werde war / Noch jtzund in diesem Jahr Der Dichter wuͤnscht auch allen hiermit zu gleich / Die ewige Frewd vnd das Himmelreich / Amen. E N D E. Show less

Eroberung der kurfürstlichen Mark Brandenburg; Verwüstung von Magdeburg, 20. Mai 1631
Zwey gewisse vnd gruͤndliche Beschreibungen. Die erste: Von der glücklichen Eroͤbe⸗ rung der gantzen Churfuͤrstl. Marck Brandenburgk / was alldar zwischen dem Koͤnige in Schweden / vnd der Tillischen Armada vor starcke Scharmuͤtzel beyder⸗ seits vorgangen: Auch wie der Koͤnig den Paß... Show more Zwey gewisse vnd gruͤndliche Beschreibungen. Die erste: Von der glücklichen Eroͤbe⸗ rung der gantzen Churfuͤrstl. Marck Brandenburgk / was alldar zwischen dem Koͤnige in Schweden / vnd der Tillischen Armada vor starcke Scharmuͤtzel beyder⸗ seits vorgangen: Auch wie der Koͤnig den Paß Haarnbergk / Franckfurt an der Oder / Landsbergk vnd Havelbergk eingenom̄en / wieviel er Fahnen vnd Stuͤcke bekommen / vnd einen Schatz von neun mal hundert tausent Reichsthaler / vnd viel andere Beu⸗ ten eroͤbert habe / auch wie viel tausent daruͤ⸗ ber sind todt blieben / wird in diesem Gesange vermeldet. Die ander: Wie der Kaͤys. Oberste Herr von Pappenheim vor der wolbefe⸗ stigten Stadt Magdeburg die Zollschantze sechs Tage nach einander gestuͤrmet habe / was dabey vor Scharmuͤtzel geschehen / wird in diesem Gesange gruͤnd⸗ lich berichtet. Erstlich aus den Ordinar Avisen ge⸗ druckt zu Zerbst / Jm Jahr 1631. Newe Zeitung aus der Marck Brandenburgk. MErcket auff was ich wil singen / jhr Christen jung vnd alt / von Wun⸗ derlichen dingen / solt ihr hoͤren alsbald / so sich hat zugetragen / in der Marck Brande⸗ burg / die ist gantz eingenommen / der Koͤnig hat den Sieg gewonnen / den Tilli er raus geschlagen hat. Jm Monat Aprilis gar eben / in diesem 1631. Jahr / Blutvergiessen thet sich anhe⸗ ben / als vor nie gewesen war / der Schwede thet gewinnen / Alt vnd New Brandeburg / mit seinen Laplendern vnd Fuͤnnen / Havel⸗ berg hat er auch innen / so wol auch die Ha⸗ renburg. Der Koͤnig ließ sehr stuͤrmen / die Haupt Schantze vor der Stadt / sie schossen von allen Tuͤrmen / vnd Mawren aus der stadt / manch tapffer Held muste fallen / vnd ster⸗ ben in seinem Blut / Jch kan euch nicht ge⸗ nug sagen / von dem hawen / schiessen vnd schlagen / die Erde sich davon erschutt. Graff Tilli thet hertzhafft sprechen / zu seinen Obersten in der Stadt / wir muͤssen heut ritterlich fechten / wollen wir haben des Kaͤysers Gnad / drumb thut eine Schlacht⸗ ordnung machen / vnd zieht hinaus in das Feld / es wird vns Huͤlffe kommen / das hab ich gewiß vernommen / zwantzig tausendt Mann sind bestellt. Da sie der Koͤnig sahe kommen / nahm er seine Schantz in acht / die Geschuͤtz fien⸗ gen an zu brummen / darauff gienge an die Schlacht / der Succurs kam auch gezogen / neun starcke Regiment / der Tilli hats wol besonnen / er meynt er hette gewonnen / es war doch weit gefehlt. Gott gab dem Koͤnig Gnade / daß er die Schlacht gewann / die Kaͤyserischn wurden geschlagen / vor der Schantz auff dem plan / sechs tausent sind todt blieben / lagen auff der Walstadt / der Tilli ist entloffen / seiner Reuter sind viel ersoffen / in der Oder bey Franckfurt. Noch mehr denn viertzig Fahnen / der Koͤnig erobert hat / sechs Obriste gefangen / Tieffenbach vnd Goͤtze sind todt / dreyhun⸗ dert Paggagiwagen / mit aller Munition / 30. Stuͤck / Gold vnd Silbergeschirre / das macht den Tilli gar irre / daß er die schlacht verloren hat. Viel Beute ließ der Koͤnig außtheilen / vnter sein Kriegsvolck schon / vnd thet nach Lands⸗ berg eilen / ein Sturm lieff er an / die Besa⸗ tzung war erschrocken / woltn sich doch nicht ergeben / der Koͤnig ließ jhnen sagen / durch einen Trum̄elschlager / sie sollen die Stadt auffgeben. Der Stadthalter sprach mit nichten / wir haben geschworn ein Eidt / zusammen wol⸗ len wu fechten / vnd gab schlechten bescheid. Da ließ der Koͤnig schantzen / er fuͤhrte das Volck selbst an / die Stuͤcken thet er pflan⸗ tzen / Karthaunen halb vnd gantze / noch ein Sturm fieng er an. Der Koͤnig muste weichen / zum andern mal geschwind / seiner Kriegsleut arm vnd reiche / zwoͤlff hundert verlohren sind / das thet den Koͤnig schmertzen / das Volck rewt jhn so sehr / zu Gott rieff er von Hertzen / es war bey jhm kein schertzen / HERR JESU Christ hilff mir. Eine Presse ließ er schiessen / ein gros stuͤ⸗ cke Mawer fiel ein / die Schweden lieffen ohn verdriessen / gantz vnverzagt hinein / ob schon viel musten fallen / ehe sie kamn in die Stadt / liessen sich doch nicht abtreiben / den Wall theten sie ersteigen / da ward ein gros Blutbad. Der Koͤnig hieß niderhawen / alles was Leben hat / die Kaͤyserischn schrien mit gra⸗ wen / ach / ach / Quartir vnd Gnad / die Fin⸗ nen theten sprechen / denckt an New Bran⸗ denburgk / wie jhr vns dort habt gemessen / das wollen wir nicht vergessen / vnd euch hie wider bezahln. Den Obersten nahmen sie gefangen / vnd noch zwoͤlff Officirer / die baten mit verlangen / wolten sich rantzionirn / zwey tausendt sind erschlagen / zu Landsbergk in der Stadt / viel reiche Beute ohne zahlen / neun mal hundert tausent Thaler / der Koͤ⸗ nig gefunden hat. Vnd alsbald com̄andiret / achtzehen Re⸗ giment auff Schlesien zu / die sind schon im marschiren / bey grossen Glogaw nu / mit dem andern Volck wil er ruͤcken / nach der Dessawischen Schantz / Er hoffet GOTT werde es schicken / daß jhm alles muͤsse gluͤ⸗ cken / zum Frieden des Deutzschlands. Auch dreissig tausendt Staden / jetzt in dem Anzuge seyn / die wolln jhr Laͤger auff⸗ schlagen / vor Wolffenbuͤttel fein / die stadt Goßlar bezwingen / die Hartzpaͤsse nehmen ein / darnach das Eißfeld schaͤtzen / vnd die Magdeburgk entsetzen / vnd verfolgen jh⸗ ren Feind. Viertzig tausent Frantzosen vnd Schot⸗ ten / ziehen in die Pfaltz hinein / sie wolln die Jesuwider außrotten / Fridericum setzen ein / Jhn zum Koͤnig wider machen / in Boͤ⸗ heimb mit Gewalt / die Vnterthanen la⸗ chen / was koͤmpt aus diesen Sachen / wird man erfahren bald. Die Trummel wird geruͤhret / jetzund in allen Laͤndern / viel Volck wird zugefuͤhret / den Lutherischen Fuͤrsten vnd Staͤnden / die wollen defendiren / das heilige GOTTes Wort / vnd sich nicht lassen verkehren / zu der Muͤnch vnd Pfaffen Lehre / den Sieg hoffen sie von GOTT. Daß sie nun eintraͤchtig bleiben / darzu gebe GOTT seine Gnad / der wird vns alle erfrewen / mit Friede nach seinem Rath / Er lasse vns noch sehen / vnser Feinde Vnter⸗ gang / wils Gott so wirds geschehen / ehe ein Jahr wird vergehen / Amen das werde bald wahr. Bericht von Magdeburg. Hoͤrt zu jhr Christen alle mit fleiß / Jch vil jetzt singen etwas news / was sich hat zugetragen / vor Magdeburg der besten Stadt / neulich vor wenig tagen. Die Magdeburger stellten eine Jung⸗ fraw raus / von Stro gar fein gebutzet aus / ein grossen Korb darneben / die Kaͤyserischn soltn sie holen heim / ehe jhr verschmachte das Leben. Den von Pappenheim verdroß der spot / er schwur bey Marien vnd bey Gott / vnd sprach in seinem Sinne / wenns gleich solte kosten meinen Kopff / die Stadt wil ich ge⸗ winnen. Er stuͤrmete vier Tage nach einander / sein Kriegsvolck must zuruͤcke wandern / viel tausent blieben da sitzen / dennoch wolte er die Zollschantze habn / die war den Magde⸗ burgern nuͤtze. Am fuͤnfften Tage fruͤhe lieff er wieder an / die Magdeburger stunden Mann vor Mann / Reuter vnd Fußvolck ohn zagen / Pappenheim kam an die Elbbruͤcke hinan / das Kraͤntzlein wolt er haben. Er trieb sein Volck zum Sturm mit ge⸗ walt / zwoͤlff Stuͤck fuͤhrt er auff die Bruͤcke bald / darnach die in der Stat schossen / von den Pasteyen ohn auffhoͤrn / biß die Bruͤcke vnd die Stuͤcke hinflossen. Die Stuͤck vnd viel Volck gieng in den grund / da fiel er an die Zollschantz zur stund mit starckem schiessen vnd schreyen / die Magdeburger nahmen den Vortel in acht / vnd theten hindersich weichen. Als das geschehn da ward es Nacht / die Kaͤyserischen jubilirten mit Macht / rufften Magdeburg ist gewonnen / aber sie empfin⸗ gen einen Brandtewein / als fruͤh auffging die Sonne. Dreissig Stuͤck warn in die Schantz ge⸗ richt / von dem Stadt Wall wie ich bericht / mit Hagel / Kugeln vnd Ketten / vnd theten einen starcken Außfall / vnd brachten jhr viel zu Bette. Sie schossen vnd stachen alles nider / die Zollschantz eroberten sie wider / ohn verlust mit grossen Frewden / uͤber 3000. todt blie⸗ ben sind / damals auffs Kaͤysers seiten. Hilff deinem Volck HErr Jesu Christ / weil du der rechte Kriegsman bist / daß wir dich allezusamen / moͤgen preisen hie vnd dort ewiglich / froͤlich in deinem Namen. ENDE. Show less

Klag-Lied zur Belagerung von Magdeburg, 1631
Ein Klaglied / Vber den leidigẽ zustand der Statt Magden burg / wie sie von dem Keyscherischen Kriegsvolck in deisem 1631. Jahr Belaͤge⸗ ret / was sich beyderseits zugetragen / deß gleich wie sie endtlich vbergeweltiget / eingenommen / vnd mei⸗ stentheils inn die aͤschen gelegt: Mit... Show more Ein Klaglied / Vber den leidigẽ zustand der Statt Magden burg / wie sie von dem Keyscherischen Kriegsvolck in deisem 1631. Jahr Belaͤge⸗ ret / was sich beyderseits zugetragen / deß gleich wie sie endtlich vbergeweltiget / eingenommen / vnd mei⸗ stentheils inn die aͤschen gelegt: Mit vermelden / wie vil personen darinnen verbronnen / inn das wasser gesprungen / vñ vom Feind nidergehauwen wor⸗ den / rc. Gar erbaͤrmbklich zu lesen vnnd zu singen. Jn der Melodey / Hilff Gott daß mir gelinge / du edler Schoͤpffer mein / rc. Getruckt zu Franckfort am Mayn / M. DCXXXI. HOert zu jhr lieben Christen / was ich euch singen wil / dañ da ist gar kein fri⸗ stẽ / schickend euch zu dem zil / Der tag des Hereen ist nicht weit / wie vns auch thut verkuͤnden / die truͤbselige zeit. Mich ficht jetzt an zu singen / wiewol ich trawren soͤt / Gott helff daß mir gelinge / dann ich treib kein gespoͤtt / ich klagen auß grundlichem schall / wie es zu diser zeite / zu⸗ gehet vberal. Man ist mit suͤnd vmbfangen / die Laster sind gemein / bey Weib vnd auch bey Man⸗ nen / auch bey den kindern klein die Welt hat sich so gar vergstalt / bey jungen vnd bey al⸗ ten / ist d'liebe gar erkalt. Gottes Wort wird verachtet / ist gar in kleinem Werth / gwonlich man es verlachet / in aller weiß vnd berdt / als wann es nur ein fabel wer / was man darauß thut lehren / das halt man fuͤr ein maͤr. Niemandt wil sich bekehren / vnd von suͤn den ablahn / vil Leut nur erger werden / kein mensch wil rewen han / darumb so schickt vns Gott der Herr / schroͤckliche wunderzeichen / auff Erden nach vnd fehr. Cometsternen vnnd Ruͤten / auch andre Zeich vil / eim moͤchte das Hertz bluͤten / nie mandts betrachten wil / dergleichen Blurs im Buͤrdtner Landt / ist durch ein Berg ver fallen / zu grund gangen als sampt. Jm Pommerland fuͤrwahre / ist mancher Brunnen gut / vnd auch ein Bach so klare / geflossen roht wie blut / Kriegsheer am tag vnd nacht / hat man gesehen streiten / in den luͤfften mit macht. Jn dem dreißigsten jahre / hat Gott auch warnen labn / d'Statt Magdenburg fuͤr⸗ wahre / von suͤnden abzustahn / mit reinem hertzen zu jhm kohn / jhn vmb verzeichung bit ten / jetzt mercket alle nun. Was sich allda begeben / in vorgemeldter Statt in dem Hoͤwmonat eben / auff eim Kirchhoff man hat / gehoͤrt ein schoͤne Me⸗ lodey / welche so lieblich gewesen / als obs ein Engel sey / Dann solches ist gesechen / drey Naͤcht ein ander nach / doch thet man niemand se⸗ hen / jederman drab erschrack / man koͤndt nit wissen was es war / auch was es wurd be⸗ deuten / sag ich euch offenbar. Ein stim̄ hoͤrt man erschallen / die sprach gelobt sey Gott / der vns erloͤßt hat alle auß diser grossen noth / wie leider kompt zu diser frist / O mensch thu dich bekehren / das endt nit weit mehr ist. Der grechte Gott wird kommen / mit sei⸗ ner Ritterschafft zu richten boͤß vnnd from̄⸗ men / sein wort wirt haben krafft vnnd wer dasselb verachten thut / den wil er ewig stuͤr⸗ tzen / wol in der hoͤllen gluͤt. Noch mehr hat sich begeben / in vorge⸗ meldtem jahr / im Wintermonat eben / was ich anzeig ist wahr / ein sturmwind gar schro⸗ ckenlich / thet da d' Haͤuser einreissen z Mag⸗ denburg merckend mich. Der Wind thet grossen schaden / in vor⸗ gemeldter Statt / ein mensch moͤcht schier zerzagen / dañ man vermeinet hat / der juͤng⸗ ste tag vorhanden sey / sechs Kirchthuͤrn es abgeworffen / man hoͤrt ein groß geschrey. Sie schreyten all zusamen / vnd ruͤfften da zu Gott / in Jesu Christi nam̄en / hilff vns auß diser noht fuͤnff Windmuͤllen zerrrissen hat / wie auch 6. Wassermuͤllen welche ghoͤr ten zur Statt. 30. Menschen bracht vmbs Leben. die da vmbkom̄en sind / in disem wind merck eben / von alten vnd auch kind / gar vil wur⸗ den beschedigt sehr / võ dem einfahl der thuͤr nen / schlugen eyn die Haͤuser. Der drey vnd zwaͤntzigst tage / im Win⸗ termonat war / gschach diß mit grosser klage / Der grechte Gott wird kommen / mit sei⸗ ner Ritterschafft zu richten boͤß vnnd from̄⸗ men / sein wort wirt haben krafft vnnd wer dasselb verachten thut / den wil er ewig stuͤr⸗ tzen / wol in der hoͤllen gluͤt. Noch mehr hat sich begeben / in vorge⸗ meldtem jahr / im Wintermonat eben / was ich anzeig ist wahr / ein sturmwind gar schro⸗ ckenlich / thet da d' Haͤuser einreissen z Mag⸗ denburg merckend mich. Der Wind thet grossen schaden / in vor⸗ gemeldter Statt / ein mensch moͤcht schier zerzagen / dañ man vermeinet hat / der juͤng⸗ ste tag vorhanden sey / sechs Kirchthuͤrn es abgeworffen / man hoͤrt ein groß geschrey. Sie schreyten all zusamen / vnd ruͤfften da zu Gott / in Jesu Christi nam̄en / hilff vns auß diser noht fuͤnff Windmuͤllen zerrrissen hat / wie auch 6. Wassermuͤllen welche ghoͤr ten zur Statt. 30. Menschen bracht vmbs Leben. die da vmbkom̄en sind / in disem wind merck eben / von alten vnd auch kind / gar vil wur⸗ den beschedigt sehr / võ dem einfahl der thuͤr nen / schlugen eyn die Haͤuser. Der drey vnd zwaͤntzigst tage / im Win⸗ termonat war / gschach diß mit grosser klage / Wie sie sich wolten halten / obs d'Satt wend geben auff / es sprachen jung vnd alten / sie wolten bhareen drauff / dañ wir sind noch versehen wol / sie theten auch nit meinen / daß es also gehn sol. Die Burger zsamen setzen / jhr Leben / Leib vnd Guͤt / mit Weib vnd Kind sich letz⸗ ten / machten jhn selb ein muͤth / sprachen es muß gestorben seyn / Ritterlich wend wirs wagen / vnd dapffer schlagen drein. Also sind sie gezogen / nochmahlen an den streit da kamen her geflogen / vil kuglen von der weidt / als werendt fewrig Trackẽ zwar / dessen war kein nachlassen fieng als an bruͤn nen gar. Vber die dreißig tausend / menschen ver⸗ brunnen sind / eim Christen darab grauset / von Mannen Weib vnd Kind vil sprangen ins wasser hinein / auß forcht daß man jhn traͤuwet kein gnad da solte seyn. Wie sie hernach erfahren / was da noch lebend blieb / daß man auch etlich scharen / all da von dannen treib / gleich wie das vnver⸗ nuͤnfftig vech / theten sies auch verkauffen / zu Thalern oder meh. Von Weibern vnd Jungfrawen / was da nit huͤbsch thet sein / die thetens nider hau⸗ wen / wurffendts ins wasser ein / was schoͤn hand sie an Ehrẽ geschendt / auch etlich thun verkauffen / ist das nit ein ellend. Jungfrawen bey vier hundert / in ein hauß gflohen sind / der Feind thet bulffer drunder / hats in die luͤfft gesprengt / ja nie⸗ mandts es außsprechẽ kan den jamer der da thete in diser Statt fuͤrgahn. Menschen verbrunnen drinnen / der zahl man gwiß weißt nicht von Mannen / Weib vnd Kinden / jhr Seel zu Gott gericht / der selb sie auch empfangẽ hat / er wird jhn thun eingeben / wol ein vestere Statt. Darinn sie moͤgen gnaͤsen / sie niemandt stuͤrmen kan / dann dise ist gewesen / ein jrr⸗ disch werck voran / was jrrdisch ist / muß als zergahn / wie wir Exempel haben in gschrif⸗ ten vmb vnd an. Jn heilger Gschrifft man findet / wann sich entzweyt ein Reich / dasselbig wirt ge⸗ schendet / nun merckend all zu gleich / Also es gienge in der Statt / darinen es fuͤrwahre / falsche Verraͤhter hat. Dann es wurd offenbare / jhr grosse mis⸗ sethat gfangen hat man fuͤrwahre / jhren zween auß dem Raht / das Raͤcht ließ man vber sie gahn / am Rahthauß auff der gas⸗ sen hat mañs auffhencken than Jch kan es nicht verschweigen / gar ein schroͤckliche that / die muß ich auch anzeigen / nach einnemmung der Statt / d Soldaten man vergraben lahn / aber die Todten Bur⸗ ger / ins wasser werffen lahn. Also habt jhr vernommen / die trawrige geschicht sol nit werden gesungen / daß man hab frewd daran / sonder Klagsweiß geben an tag / dann Gott der ist gerechte / der alle ding vermag. O Gott thu vns nit straffen / nach vn⸗ sern suͤnden groß / ob wir schõ hand verschlaf fen dein Gebott ohn vnderlaß / Herr Gott du woͤlst vns nit verlahn / thu vns gnedig an hoͤren / nimb vns zu gnaden an. Vmb Jesu Christi willen / bitten wer her⸗ tzigklich thu deinen zoren stillen / fuͤhr vns ins Him̄elreich zu aller außerwehlten schar / wer das begehrt sprech Amen / das ist es wer de wahr. ENDE. Show less

Zerstörung von Magdeburg, 10. Mai 1631; Klaglied auf die Toten von Magdeburg
Magdeburgisch Klag⸗ lied / Von der elenden Zustoͤrung / so den 10. Maij deß 1631. Jahrs mit jhr ist fuͤrgangen. Vns zur Warnung nach Anleitung der Klaglieder Jeremiæ / ob wir sie koͤndten troͤsten. G. R. B. Ieremiæ 6. vers. 8. Bessere dich Jerusalem / ehe sich mein Hertz von dir wendet /... Show more Magdeburgisch Klag⸗ lied / Von der elenden Zustoͤrung / so den 10. Maij deß 1631. Jahrs mit jhr ist fuͤrgangen. Vns zur Warnung nach Anleitung der Klaglieder Jeremiæ / ob wir sie koͤndten troͤsten. G. R. B. Ieremiæ 6. vers. 8. Bessere dich Jerusalem / ehe sich mein Hertz von dir wendet / vnd ich dich zum wuͤsten Land mache / darinnen niemand wohne. Marci I. V. 15. ThVt BVsse VnD gLeVbet ans EVangeLIVM. Klaglied Jeremiæ I. WJe liegt die Statt so wuͤst / wie seyn verstoͤrt die Armen / Ach moͤcht es doch die Stein / die Felsen hart erbarmen / Die Statt die so voll Volcks / vnd eine Fuͤrstin war / Muß dienen wie ein Magd / vnd ist verderbet gar. Jm Fewr ist jhre Schoͤn zu nicht vnd Asche worden / Mit Jammer muß man sehn / daß jetzt durch jhre Pforten Der Feind zeuht auß vnd ein / vbt grosse Tyranney / Du arms Jerusalem / vns eine Witzung sey / Sie weint die arme Magd / sie weint daß jhr mit hauffen Die Thraͤnen mildiglich vbr jhre Backen lauffen / So ist auch niemand nicht / vntr jhren Freunden dar / Der jhr sprech troͤstlich zu / sie ist verlassen gar. Du armes Magdeburg / dein Vestung ist zerstoͤret / All deine Haͤuser schoͤn / zu grunde seyn verheret / Jm Fewr ist all dein Schmuck erbaͤrmlich gangen auff / Die meng der Helden dein / erleget sind zu hauff / Die sich so ritterlich biß in den Todt gehalten / Fuͤr dich sie eh zweymal / jhr Leben lassen wolten / Eh der Papisterey / sich geben vnderthan / Daß druͤber auch die Feind sich sehr entsetzet han. Auch die Weibsbilder dein / so gute Christen wahren / Erlegten viel der Feind dies haben wol erfahren Was Magdeburg vermocht / viel hundert fielen hin Eh sies bekamen ein: Wird halt ich der Gewinn Auch auff der Feinde Seit so hoch sich nicht betragen / Sie moͤgen den Verlust der Hur zu Rom nu klagen / Die lang geduͤrstet hat / nach dieser Christen Blut / Sie hats gesoffen nu / sie sey nu wolgemut / Es ist ein kleines noch so wird solch Blut Gott rechen / An denen gleich so wol die jhr die Stifft zusprechen / Das arme Magdeburg wie liegt es nun so wuͤst / Der wahre Gottesdienst auch da gefallen ist / Viel Christen seyn erwuͤrgt / theils helt man hart gefangen / Wie wird mit jhnen da so vbel vmbgegangen / Auch zu Jerusalem hats alte Babylon Nicht so tyrannisirt wie jetzt diejenign thun / So Christen wollen seyn / sie lassen sich zwar nennen Catholisch / wuͤrgen doch die Christum rein bekennen / Sie schweben jetzt empor: Nu jhnen geht es wol / Jedoch die kluge Welt darumb nicht schliessen sol / Als wolte Gott sein Kirch die sie nur Luthrisch heisen / Verstossen gantz vnd gar / das lest sich nicht beweisen / An der Gottlosen Gluͤck sich ergert die Vernunfft / Drumb treten jhr jetz viel in der Papisten Zunfft. Du wolgebawte Statt im Elend wir dich schawen / Wo sind die Juͤngling dein zusampte den Jungfrawen / Jhr Schmuck ist aller hin vom Fewer vnd dem Schwert Jst wie Jerusalem dein Volck alls auffgezehrt / Die so vom Schwert vnd Fewr noch vber sind geblieben / Die hat der Feind wies Vieh naus ins Gefaͤngnis trieben / Die Jungfrawn all geschwecht zu Leibeigen verkaufft / Manch klein vnschuldig Kind noch in der Jrre laufft / Sucht seine Eltern / weint / wo wils dieselben finden / Sie seyn dahin / nichts hilfft jhr klagen vnd hendwinden / Ach schaw jhr Elend an du Waisen Vaͤtterlein / Laß dir zu Hertzen gehn derselben Seufftzerlein. Die Feinde prangen sehr / wie thun sie sich jetzt regen / An all jhr Kleynod schoͤn sie jhre Haͤnde legen / Ach sih vnd schawe doch du frommer trewer Gott / Diß grosse Elend an rechn diesen Hohn vnd Spott. Jch muß mein schwere Suͤnd / spricht Magdeburg / drauß mercken / Daß du ertoͤdtet hast all meine trewe Starcken / Die junge Mannschafft mein ist all vnd gar dahin / Wie ein geschende Magd ich vor dir worden bin. Drumb weine ich so sehr vnd meine Augen fliessen Mit Wasser wie ein Meer / ich werde meinen Fuͤssen Zu viel vnkraͤfftig seyn / daß ich ereylen solt Den / der die Seele mein zuvor erquicken wolt. Die liebste Kinder mein sind nu dahin genommen / Der Feind hat vberhand erkrieget vnd bekommen / Ach HErr sih doch wie bang ist mir im Leib davon / Mein Hertz ist hoͤchst betruͤbt: so laß doch kommen nun / Den lang gewuͤntschten Tag daß jhnen soll ergehen / Wie mir vnd aͤrger noch / wird man mit Augen sehen / HErr meine Seufftzer hoͤr / im Staube ich nun buͤß / Gedencke widerumb an Schemel deiner Fuͤß / Ach solte mein Hertz nicht fuͤr grossem Jammer weinen / Wann ich verschmachten seh die Vnmuͤndigen kleinen / Die eins theils warn halb tod vnd quelten sich im Blut / Die andern so noch frisch der Hunger aͤngsten thut. Vnbarmhertzig die Feind jhr viel erwuͤrget haben / Jn jhrer Mutter Arm eins theils den Geist auffgaben / Die werden droben schon fuͤr Gottes Thron gesehn / Jhr liebsten Maͤrtyrlein wiewol ist euch geschehn. Jsts nicht ein Jammer groß / es ist nicht zu beschreiben / Wies mit dem Weibes Volck die schaͤndlichn Feinde treiben / Auch an der heilign Staͤtt? Gott rechne solche Suͤnd / Du Richter aller Welt sey jhnen nicht gelind / Die noch zu solcher Schmach der deinen hoͤnisch lachen / Jst das die schoͤne Magd / wir wolln sie heßlich machen / Heh / heh sie ist geschwaͤcht / wir habn jhr Burg erstign / Jhr Krantz vnd all jhr Ehr im Koth soll bleiben liegn. Wir haben sie vertilgt / der Tag ist vns erschienen / Deß wir so lang begehrt daß vns die Magd muß dienen / Jn deß die arme Magd beklagt jhr Jungfrawschafft / Die Juͤngling jhrer Ehr hats Fewr theils hingerafft / Theils durch die Schaͤrff deß Schwerts zu Boden sind gesuncken: Nu was dißfals geschehn / hat nicht so nach geduncken / Vmb dieser Feinde willn / Gott vber sie verhenckt / O du elende Magd / sondern dich hat getrenckt Mit Wermuth Gottes Hand / all sein Gericht sind rechte / Steck deinen Mund in Staub / vergieß deiner Geschlechte / Erwart der Hoffnung / die dich troͤsten wird von Gott / Der wider wenden kan deiner Gefaͤngnis Noth. Du Maur der schoͤnen Statt laß deine Augen fliessen / Laß den Augapffel dein sich wie ein Bach ergiessen: Ob Gott dein Elend noch in Gnaden an wolt sehn / Dir geben widerumb noch einen Helden schoͤn / Der deine Jungfrawschafft zu rechen sich auffmache / Gott / der Gerechte HErr / fuͤhr selber auß dein Sache / Er wende deine Noth / auch das Gefaͤngnis schwer / Seiner bedrengten Kirch / zu seines Namens Ehr. Der HErr hat seinen Zorn im Grimme außgelassen / Ein Fewr schnell angesteckt / daß es durch alle Gassen Zugleich brand lichter Loh: Es hettens nicht gedacht Die Leute in der Welt / die Suͤnde hats gemacht / Daß zu dein Thoren ein die Feinde sind gezogen / Du liebes Magdeburg bist nu in Staub gebogen / Gleich wie Jerusalem / du Geistliches Zion / Vns jammert hertzlich sehr / daß deiner Freyheit Kron / Die Kron deines Haupts ist bloͤtzlich abgefallen: O Magd wo bleib dein Krantz / du wirst beklagt von allen / Die Zion guͤnstig seyn / daß deine Ehr ist hin / Doch die verstorbnen dein deß haben groß Gewin / Sie habens besser dann die so noch seyn am Leben / Die vmbs Worts Gottes willn mustn jhren Geist auffgeben / Nu dere Seelen seyn vnter den Chor Altar / Verwahrt fuͤr Gottes Thron / die ruffen jmmerdar / HErr du heiliger Gott / warhafftig laß erscheinen Den Tag deines Gerichts / vnd rech das Blut der deinen / Welchs duß der Erden schreyt in Himmel nauff zu dir / An den Tyrannen HErr / dein Blutvrtheil vollfuͤhr. Nu einer jeden Seel wird ein weis Kleyd gegeben / Der Himlischen Klarheit / in Hoffnung zu geleben / Sie soltn eine kleine Zeit sich halten da in Ruh Biß ihre Bruͤder auch wuͤrdn so gebracht darzu / Die gleicher massen auch ertoͤdtet solten werden Vmb deß Worts Gotts willn: So ruff nu auß der Erden All das Gerechte Blut von Abel an bißher / Daß es der Cainskirch werd ewiglich zu schwer. Klag vnd Trost Lied / Vber den erbaͤrmlichen Todsfall der viel tausend Christen in Magdeburg: Jm Thon / Auff meinen lieben GOtt / rc. 1. WJe selge Maͤrther seyn All die geschlaffen eyn / O Magdeburg die deinen Viel Hertzen from beweinen / Die biß in Todt gestritten / Vmb Gottes Wort gelitten. 2. Wahrer Religion Rechtglaͤubig zugethan All deine Buͤrger waren / O Statt von langen Jahren / Dein Kauffmanschafft fern ginge Warst nicht ein Magd geringe. 3. Sondern ein Dirne fein Vnter den Schwestern dein / Ein Fuͤrstin wol zu nennen / Jetzt wil dich niemand kennen / So bistu zugerichtet All dein Schmuck ist vernichtet. 4. Der Feind hat alls verhert / An deine Kleinod werth / Auch seine Haͤnd geleget / Dein Schaͤtz allweg er treget / Auch fengt er an zu quelen Die Schaͤtze deiner Seelen. 5. Drumb habens alle die So noch am Leben hie / Nicht so gut als die storben / Der Seel nach vnverdorben / Auff Christum sind verschieden / Die ruhen sanfft mit Frieden. 6. Ob sie der Feind gleich hat Auß grosser Vbelthat Jns Wasser lassen werffen / Sie doch nicht sorgen doͤrffen Fuͤr jhre Leib / der Erden Solln sie zu theil doch werden. 7. GOtt bewart jhr Gebein / Die lieben Heilgen seyn Sind nu bey jhm in Gnaden / Kein Feind kan jhnen schaden / Sie haben vberwunden / Durchs Lambs Blut Gott gefunden. 8. Die Zeugen Christi seyn Selig geschlaffen ein / Sie haben recht gekempffet / Nu jhre Feind gedempffet / Die Lebens Cron empfangen / Fuͤr Gott sie drinnen prangen. 9. Sie sind Jungfrawen schoͤn Dem Lamb sie nach thun gehn Sie giengen hin durch Leiden / Eh sie geschmuͤckt mit Seiden: Die schoͤne Magd am Reyhen / Wird sich dort ewig frewen. 10. Gott lasse vngetroͤst / Die jhr / jhr Scham entbloͤst / Sie außgezogen haben / Thu sie mit Schmach begaben / Die dein Volck HErr verheren / Biß daß sie sich bekehren. 11. Gieb auch den Christen dein / So viel noch vbrig seyn / Daß ein Beyspiel sie nehmen / Sich jhrer Suͤnden schemen / Ein bußfertiges Leben Zum Brandopffer Gott geben. 12. HErr stewr dem Antichrist / Der deine Kirch verwuͤst / Du wollst die Bluthur schelten / Jhr siebenfalt vergelten / Wie sie gethan dein Zeugen / Derr Blut wird nu nicht schweigen. lohan. 16. V. 2. 3. Sie werden euch in den Band thun / Es koͤmpt aber [...] Zeit / daß wer euch toͤdtet / wird meinen / er thue Go[...] einen Dienst dran. Vnd solches werden sie euch d[...] rumb thun / daß sie weder meinen Vatter noch mi[...] erkennen. ENDE. Show less

Prophet bei Linz, 28. August 1631; Klaglied der evangelischen Bürgerschaft in Augsburg, 1631
Eine gewisse vnd warhafftige newe Zeitung. Welche sich begeben vnd zugetragen jhn diesen 1631. Jahr / den 28. Augusti / in der Haͤuptstatt Lintz / im Laͤndlein ob der Enß mit einem newen Propheten / welcher da erstanden ist / vnd viel Ding gepropheceyet vnd gesagt hat / wie jhr in diesem... Show more Eine gewisse vnd warhafftige newe Zeitung. Welche sich begeben vnd zugetragen jhn diesen 1631. Jahr / den 28. Augusti / in der Haͤuptstatt Lintz / im Laͤndlein ob der Enß mit einem newen Propheten / welcher da erstanden ist / vnd viel Ding gepropheceyet vnd gesagt hat / wie jhr in diesem kurtzen Gesange berichtet werdet. Jm Thon / Woher kompt nun diese Zeit. Darneben Ach⸗ vnd Klag Lied oder Aug⸗ spurger Seufftzer der bedrangten Evangeli⸗ schen Buͤrgerschafft da⸗ selbst. Erstlich gedruckt zu Regenspurg im Jahr 1631. HOeret zu jhr lieben Christen Leut / was sich jetzt newlich in kurtzer Zeit / vor schreckliche Wunderthat / so sich newlich begeben hat nun mercker auch alle zu hand / jhr seyd gleich jung oder alt. Als man schreibet tausend sechs hundert Jahr / ein vnd dreissig die Jahrzahl war / hat sich begeben ein Wunderthat / den 28. Augusti ich euch sag / in einer Stadt gantz wol bekand / Lintz wird dieselbe genandt. Da hat sich begeben ein Wunderthat / mit einem Propheten ich euch sag / derselb zeigt vnd weissagt zwar / wie es doch sol in diesen Jahren / ergeh⸗ en / so im gantzen Land / darzu im 31. Jahr zu hand. Nun solt jhr weiter hoͤren an / wie er den Bapst hat thun weissagen / es werden drey Heer erstehn zwar / die werden jhn auß dem Lande jagn / jhn vnd auch die seinigen zwar / weil er Gottes Wort woll außrotten gar. Sie werden ihn verfolgen gantz vnd gar / wo sie nur hoͤren uͤberall / wo er nur moͤcht kommen dar / von einem Ort zum andern zwar / biß sie ihn bekommen mit gewalt / werden sie jhn außrotten bald. Die drey Heer werden erstahn / einer gegen Morgen wird her gahn / der ander gegen Mitternacht / werden geschehen grosse Schlacht / der dritte gegen Abend zwar / biß sie all vertriebne haben eingesetzt dar. Er thut auch weiter zeigen an / es werden viel tausend Predigampten schon / die in Boͤhmen / Schlesien / Mehren zwar / in Oesterreich / Land ob der Enß dar / darzu im Roͤmischen Reich zu gleich / die da vertrieben find worden so rein. Es werden ja wol zehen mahl mehr / Evangelische Predigcanten eingesetzt sehr / denn Gottes Wort wird lauter vnd klar / an allen Orten ge⸗ predigt werden dar / vnd wird so nicht gepredigt worden seyn / als in diesem 32. Jahr wird kommen allein. Ob man jhn gleich peinigt gar sehr / deßgleichen martert noch viel⸗ mehr / fragt er auch gantz nichts darnach / sondern bleibt je auff seiner Rede bestendig dar / er thut auch kein Streich noch Wunder gar / sie moͤgens gleich mit ihm machen immerdar. Weñ man jhn doch fragen thut / ob es bald regen wird in der Stadt / vernimpt er jhm ein gewisse Zeit / vnd sagt diesen Tag allein / sol es ein gros⸗ sen Regen thun zwar / ja gerad in diese Stunde dar. Man mag jhn fragen warumb man wil / schreibt er Antwort wol in der still / vnd schreyet Weh / Weh mit gewalt / uͤber das Bapsthumb der ge⸗ stalt / daß sie verfolgt das reine Gottes Wort / an allen Enden hie vnd dort. Er hat auch Wunder geziget an / jetzund wol in zehen Tagen / wird zu Muͤnchen im Beeren Land / gesehen werden ein Wunder zu hand / ei⸗ ne dreyfechtige Krone zwar / mit kleinen Sternen außgefuͤllet dar. Vnter der Kron ich euch bericht / ein Cometstern zu der Frist / wel⸗ cher ein langen Schwantz wird han / darneben auff der Kron dar / ein Schwerd vnd ein Scepter geschwind / dz bedenckt wol jhr Menschen Kind. Da man alsbald hingeschicket hat / haben sich besunden an der statt / die sehr grosse Wunderthat / so dieser Prophet hat gezeiget an / gerad in dersel⸗ ben Stund / da er gesagt hat besonder. Man hat jhn geworffen in Wasserthurm nein / darinn sitzt er gefan⸗ gen allein / er propheceyet auch mit gewalt / deßgleichen auch in der gestalt / thut auch grosse Wunderthat / wie mans an vielen Orten gesehen hat. Er ißt vnd trinckt keine Speise nicht / kein Brod kein Semmel wie ich bericht / sondern ernehrt jhn Gott gar bald / mit Gottes Wort in der ge⸗ stalt / sondern er vermahn jung vnd alt / daß sie von Gottes Wort nicht fal⸗ len bald. Er felt taͤglich auff seine Knie / vnd thut den lieben GOtt bitten je / daß er jhn wolle gnedig seyn / vnd helffen auß den Noͤthen vnd Pein / Er ver⸗ mahnet auch Jung vnd Alt / daß sie von den Hoffart solln stehn bald. Darumb jhr lieben Christen Leut / betet denn es ist hohe Zeit / der Tag deß HERen wird kommen herbey / Christus der HERr mit seim Feldge⸗ schrey / er wird auch richten Jung vnd Alt / eim jedern seinen Lohn geben bald. Ob wir denn muͤssen allzumahl / fuͤr Gottes Gericht alle bergahn / vnd muͤssen Rechenschafft geben bald / wie wir gelebt habn Jung vnd Alt / da wird empfangen ein jeder sein Lohn / die Boͤsen vnd auch die From̄en schon. Amen / Amen HErr Jesu Christ / der du fuͤr vns gestorben bist vnd haft getragen das Creutz allein / fuͤr die gantze Welt gemein / fuͤhr vns auß die⸗ sem Jammerthal / Amen / sprechen wir allzumahl. Ein Anders. WAch auff mein Seel vnd ruff zu Gott dem HErren / Ach GOtt / der kan vnd wil vns vnser bist gewehren / Jn der betruͤbten Zeit / Ach was fuͤr Hertzenleyd / ertragen wir O HErre Gott / Hilff vns auß dieser grossen Noth / Ach Gott / Ach Gott. Wir klagen dir mit Weib vnd Kind deßgleichen / Ach Gott / du wollest doch von vns nicht gar abweichen / Schaw an Augspurg die Statt / wie dañ man darinnen hat / den lieben Weinberg so vernicht / den du selber hast zugericht / Ach Gott / Ach Gott. Dein Hauß und Tempel / haben sie verschlossen / Ach Gott / Ja vnser Hirten gantz vnd gar verstossen / viel tausend Schaͤflein from / Jn der ir lauffen vmb / vnnd finden weder Huͤlff noch Rath / voll Jammers ist die gantze Statt / Ach Gott Ach Gott. Die Teutschen Schulen haben sie genommen / Ach Gott / kein Kind mehr zu dem andern kan kommen / der Jammer der Verpflichten / ist auß zu⸗ sprechen nicht / daß so viel tausend Kinder klein / ohn Schul vnd Lehrmei⸗ ster muͤssen seyn / Ach Gott / ach Gott. Mein Hertz moͤcht mir vor leyd zerspringen / Ach Gott / die schoͤnen Psalmen die man zu vor thet singen / sind auch verbotten gar / schon bey eim gantzen Jahr / deßgleichen die schoͤn Musickunst / ist auch verbotten / vnd vmbsonst / ach Gott / ach Gott. Die Heilig Schrifft so sie zuvor Psalmirten / Ach Gott / mit singen auch die gantz Statt schoͤn zierten / mit jhrer Canterey / welcher sie wohnen bey / Ja alle Sonn vnd Feyertag schon / die muͤssen sie jetzt vnterlohn / Ach Gott / ach Gott. Das Almosen bleibt auch aussen den Armen / ach Gott / den Tuͤrcken solt auch diese Noth erbarmen / der fromme Handwercks mann / sich nicht mehr ehren kan / dann alle Handlung vnd Gewerb / ligen vnd sind auch worden herb / Ach Gott / ach Gott. Ach wo thut doch die Confession bleiben / Ach Gott / da man zuvor so viel darvon thet schreiben / die haben verruckt / durch boͤse Leut verzuckt / dar⸗ umb jetzt weder Fraw noch Mañ / wie es gebuͤrt recht beten kan / Ach Gott / ach Gott. Damit der Jammer sampt grossen beschwerden / Ach Gott / ein End bekomen vnd mag kriedlich werden / Schaff die Hirten werth / wider zu jhrer Herd / weil so viel hunder Seelen schon / Hunget vnnd Durst nach dem Wort han / Ach Gott / ach Gott. Laß vns dasselbig noch ein mahl erwerben / Ach Gott / darnach wolln wir auch gern sterben / ach HERR ist es dein will / vnser Gebet erfuͤll mit Weib vnd Kind so wollen wir / von Hertzen jmmer dancken dir / Ach Gott / ach Gott. Thu doch dein Hertz von vns nicht gar abwenden / Ach Gott / von wegen so viel tausend kleiner Kinder / die auff den Namen dein / Christen getauffet sein / speiß sie mit deinem Leib vnd Blut / vnd theil jhn mit das Ewig Gut / Ach Gott / ach Gott. Vnd laß dem Bruͤnlein voller Gnaden fliessen / Ach Gott / daß jenes theil auff Erden sagen muͤssen / dieses hat Gott gethan so wollen wir zu Lohn / dich Loben vnd Preisen allezeit / von nun an biß in Ewigken / Amen. ENDE. Show less

Graf Tylli und die päbstische Armee
Der Paͤbstischen Armee vnter des alten Corporals. General⸗Graffn von Tylli Commando Zugk vnd Flugk. Jm Thon: Zeug Fahle Zeug. rc. SIc Deus extremo sua servat tempore membra, Hostis pessundans funditus arma mali. Sveci & Ensigeri dum milite Tillica castra Evertit, steinit, dissipat atque... Show more Der Paͤbstischen Armee vnter des alten Corporals. General⸗Graffn von Tylli Commando Zugk vnd Flugk. Jm Thon: Zeug Fahle Zeug. rc. SIc Deus extremo sua servat tempore membra, Hostis pessundans funditus arma mali. Sveci & Ensigeri dum milite Tillica castra Evertit, steinit, dissipat atque necat. LaVs IgItVr soLI Iovæ, qVI DaMna fVrentIs Scit hostis proprium vertere in interitum, Septima id est factum Septembris luce, celebrent Semper Christi colum hanc annua vota pie, Jm Jahr vnd Tag TILLIsChe Crafft / der Tag RegIn / Von SCVVeDn aVCh SaChsn / brIngt In RVln. 1. ZEug Fahler zeug / baldt wolln wirn Tylli treschen / Wolln sie gebn in Kraut zu fressen / Zeug Fahler zeug. 2. Zeug Tylli zeug von Magdeburg ins Hessenland / Da speist der Landgraff stoͤß zur hand / Zeug Tylli zeug. 3. Zeug alter zeug / aus Hessen an die Elbe wieder Schwing dich weg mit deim Gefiedr / Zeug alter zeug. 4. Zeug Corporal zeug / nach Werben zur Koͤniglichn Armee / Vnd hol die Puͤff mehrmahl als zwee / Zeug Corporal zeug. 5. Fleug Tylli fleug / aus Vnter⸗Sachsen nach Halle zu Zum newen Krieg kauff newe Schu / Fleug Tylli fleug. 6. Zeug Tylli zeug / aus Hall vnd nims Stifft Mersburg ein / Du solst Chur Sachsen willkommen seyn / Zeug Tilli zeug. 7. Zeug Tylli zeug / schleichend mach dich an Leipzig nan / Thu dran wetzen dein alten zahn / Zeug Tylli zeug. 8. Zeug Alter zeug gen Leipzig in die bundes Stadt / Hol da fuͤr dich das letzte Badt / Zeug alter zeug. 9. Zeug Altter zeug mit sechs vnd dreissig tausendt Mann / Thu Schwedn vnd Sachsen entgegen gan / zeug alter zeug. 10. Fleug Tilli fleug / der Confect ist vergifftet worden / Du bist nun in der Hasen Ordn / Fleug Tylli fleug. 11. Fleug Tylli fleug / du hast dein Crabaten verlorn / Den Schelmen ist recht der Bart geschorn / Fleug Tylli fleug: 12. Fleug Tylli fleug / all dein Stuͤck seyn dir abgenommen / Das Confect ist dir vbel bekommen / Fleug Tylli fleug. 13. Fleug Tylli fleug / las dich zu Hall vnd Aßscherschleben / An dreyen Schuͤssn verbinden eben / Fleug Tylli fleug. 14. Fleug Tylli fleug / Erfft vnd Schoͤnberg / erschlagen seynd / Holsteinr vnd viel Blutduͤrstiger Feind / Fleug Tylli fleug. 15. Fleug Tylli fleug / der Pappenheim hat auch sein theil / Bis er sein Wunden wieder heil / Fleug Tylli fleug. 16. Fleug Tylli fleug / hundert vnd fuͤnff vnd virtzig Fendl / Hastu verfressen in den Quendel / Fleug Tylli fleug. 17. Fleug Tylli fleug / Altringer erreicht nicht Langen Saltz / Er bkompt da weder Brodt noch Schmaltz / Fleug Tylli fleug. 18. Fleug Tylli fleug / in fuͤnff tausendt Pagagi Wagn / Habn wir gemacht in vnsern Magen / Fleug Tylli fleug. 19. Fleug Tylli fleug / las nun Chur Sachsen vnangetast / Kein Stifft er mehr dir nehmen lest / Fleug Tilli fleug. 20. Fleug Tylli fleug / der Leibzisch Bund ist Confirmirt. Defension wol obletuirt : Fleug Tylli fleug. 21. Fleug Tylli fleug / du hast Chur Sachsn thewer geschorn / Aber nun ist dein Credit verlorn / Fleug Tylli fleug. 22. Fleug Tylli fleug / mit deinen Jesuiterschwarm / Jn Welschland nein / dich da erwarm / Fleug Tylli fleug / 23. Fleug Tylli fleug / die Fuͤrstle mit jhrm Taͤgle nun / Ein sawers Gsicht dir weisen thun / Fleug Tylli fleug / 24. Fleug / fleug bey zeit / sonst wird billig dein Moͤrdrisch Hertz / Dir außgerissen mit ewign Schmertz / Fleug / fleug bey zeit. D N D E. Show less

Brandstiftung in Deutschland; Geistliches Lied, 1631
Erschroͤckliche Zeitung / Von Drey hundert Mord⸗ brennern / welchen ein Wascha zu Offen / vor seinem todt / etlich tausent Ducaten verschafft in Teutschland / als Schlesien / Maͤhrn / Oesterreich / sonderlich ins Reich außgeland / alles in brant zustecken / nach außsag Sechsen / welche in... Show more Erschroͤckliche Zeitung / Von Drey hundert Mord⸗ brennern / welchen ein Wascha zu Offen / vor seinem todt / etlich tausent Ducaten verschafft in Teutschland / als Schlesien / Maͤhrn / Oesterreich / sonderlich ins Reich außgeland / alles in brant zustecken / nach außsag Sechsen / welche in Nider Vngarn / in den Koͤniglichen Freymarck den 29. May 1631. Bessing an vier Orten angesteckt / wie sie erwischt worden / was jhre Außsagen / vnd wie sie hin gerichtet worden. Darbey ein schön Geistlich Lied. Beyde im thon: Auff meinen lieben Gott. Gedruckt Erstlich zu Preßburg im jetzt lauffenden Jahr. ACh was fuͤr boͤse zeit / Erleben wir an heut / ach was fuͤr grosser Jammer / was Elend Noth vnd Kummer / Erfaͤhrt manch Christen Hertze / mit grosser forcht vnd schmertze. Hier ist Krieg / kriegsgeschrey / dort Vngluͤck mancherley / da ist einer gerahten / inn Wassersnoth vnnd schaden / der ist außpluͤndert worden / gfahr ist an allen Orten. Vnd welchs zurbarmen ist / merck auff mein lieber Christ / was sich neulich begeben / vor zwey Monaten eben / mit eim Wascha zu Ofen / wider all Menschen verhoffen. Auß Grimm vnd grossen Haß / sein Hertz verbittert was / gegen vns Christen alle / ruht nicht inn diesem falle / dann als er solte ster⸗ ben / den Hinmel zuerwerben. Macht er ein Testament / eynig nur zu dem End / verschafft viel tausent Ducaten / das man mit grossem Schaden / nach seim todt solt bestellen / verwegen Leut vnd Gsellen. Die solt man schicken auß / mich kompt gleich an ein Grauß / wann ich daran gedencke / ach HErr jhr Hertzen lencke / oder machs offenbare / Eh dann hingeht diß Jahre. Ja man solls schicken auß / ins Roͤmisch Reich vorauß / Jnn Schlesien Mehrn Oesterreiche / vnnd andre Ort dergleichen / da soltens sengen vnd brennen / wies selbsten thun bekennen. Falsch Brieff vnd groß Patent / Ertheilt man jhn behend / als werns gfangen gwesen / vnd muͤsten vnter dessen / auff jhr mitgfang⸗ ne Christen / Geld sammlen doch mit Listen. Legen sie Feuer ein / wie dann sechs kom̄en ein / zu Bessing merck es eben / inn Nidr Vnger sich begeben / stecktens an an vier Orten / Mordbrenner sind sie worden. Es brantn in kurtzer zeit / ab viel Haͤuser vnnd Leut / sie sind bald erwischt worden / zu Beßing an dem Orten / weil sie niemand ge⸗ schonet / hat man sie bald belohnet. Der fuͤrnembst vnter jhn / wurde gefuͤhret hin / mit gluͤent Zang gerissen / er hat gar lange fristen / vor jedem Hauß so gbrennet / die er selbsten bekenennet. Wurd jhm abzwickt ein Glied / man gaß jhm noch kein Fried / Riemen thet man auß jhm schneyden / auch thet man jhm bereiten / ein sitz vnfern vom Feure / vnd briet jhn vngeheure. Den andern bande man / Haͤnde vnd Fuͤß zusamm / als mans vor wol gestraffet / mit zwicken wurd verschaffet / lebendig zuver⸗ brennen / hoͤrt was sie mehr bekennet. Dreyhundert starck jhr Rott / sey welche Brand vnd Mord / in der Christenheit eben / solten begehn vnnd uͤben / Hettn Geld darauff genommen / vnd wo sie jetzt hinkommen. Bettelns von Hauß zu Hauß / fuͤr Gfangne gebn sich auß / jhr Mitbruͤder zu loͤsen / von dem Tuͤrcken sehr boͤse / vnter deß nemens ware / wie sie mit grosser gfahre. An heimlich End vnd Ort / Feur einlegen mit Mord / jhr Pul⸗ ver sie bereiten / das angeht wans schon weite / vom Dorff / Flecken vnd Stadte / welches erfahren hatte. Bessing in Vngarn gmeldt / deß schnoͤtn Gold vnd Gelt / Jch kans auch nicht verschweygen / euch hierbey anzuzeigen / man solch Leut kan kennen /die außgschickt sein zum brennen. Lang ja gar lange Haar / tragens ist gewiß war / am rechten Er⸗ mel eben / habens ein zeichn darneben / daß sie einander kennen / doch keinr den andern kan nennen. Ein Pulver nemens ein / wie auch sechs Pfenning klein / auff die Hand dann jhr achte / jhr tichten vnd jhr trachten / steht zum morden vnd brennen / wie sie selbsten bekennen. Jnn Schlesi ist gangen auff / Großglock im Feur Rauch / ohn⸗ zweiffel durch bestellen / dieser losen Gesellen / Was hat man doch schon heuer / gehoͤrt von Brunst vnd Feuer. O HERR Gott vnser Gott / bhuͤt vns fuͤr Feuers Noth / O HERR mach offenbare / die lose Rott vnnd Schaare / das wir vor jhnen bleiben / thus auß dem Land selbst treiben. So wollen wir HERR dich / hier zeitlich dort Ewig / Loben Ehren vnnd preisen / thu vns dein Huͤlff beweisen / so wollen wir all⸗ sammen / dir dancken Amen / Amen. Ein schön geistlich Lied. Jm vorigen Thon. DEin Christlich Kirch O Gott / leyd jetzund grosse Not / vnd nur von denen Leuten / die sich zu allen zeiten / der alten Kir⸗ chen ruͤhmen / mit deim Wort uͤbel stimmen. Dein Wort die Waarheit ist / zeuge dein Sohn Jesus Christ / noch thun sie es vernichten / vnnd falsche Lehr erdichten / treiben Ab⸗ goͤttereye / wider dein Wortohn scheue. Vnd wollen dannoch schlecht / in allem haben recht / dein Wort muß jhnen liegen / welchs doch nicht kan betriegen / drumb ist dein Kirch in Noͤthen / hilff lieber Gott / thu retten. Wach auff HERR Jesu Christ / in Gfahr dein Schifflein ist / die grossen Wasserwellen / dasselb versencken woͤllen / still wider allen Lermen / HERR hilff vns wir verderben. Leib / Seel / Weib / Kind / Gut / Ehr / steht alles in gefaͤhr / der Feind grossen Muthwillen / Trotzt vnnd Hochmut thut stillen / hoͤr der betrangten klagen / Laß sie ja nicht verzagen. Rett deines Namens Ehr / dein Kirch dein Wort vnd Lehr / vnd vns darbey erhalte / wider vnordlichen Gwalde / gib wider Fried in Landen / mach deine Feind zuschanden. O HERR vergib die Suͤnd / darmit wirs habn verdient / daß du dein Wort hingnommen / vnnd Woͤlff hast lassen kommen / die so viel Land bewohnen / deiner Herd nicht verschonen. Schuͤtz vnd Gnaͤdig erhalt / wider allen Gewald / all Christlich Potentaten / thu jhnen gluͤcklich rathen / Heyl Gluͤck vnnd Sieg bescheren / die dein Wort liebn vnd Ehren. Sich drein O lieber Gott / du Helffer inn der Noth / so vieler tausent klagen / weynen seufftzen vnd zagen / wolst gnaͤdiglich erhoͤ⸗ ren / wider getrost laß lehren. Auff daß man sagen kan / der HERR hab solchs gethan / lebst noch vnd helffst dein Leuten / wie du gethan vor zeiten / du wirst noch huͤlff beweisen / das wir dich Ewig preysen. Show less

Zerstörung von Magdeburg, 1631
Ein Liedlein Von elender vnd er⸗ baͤrmlicher Einaͤscherung der Christ⸗ lichen vnd hochruͤhmlichen Stadt Magdeburg. Jm Thon: Es wohnet Lieb bey Leid / etc. Gedruckt im Jahr / 1631. 1. LUcretia hoͤchgepreiset / in aller Welt wardt / Als sie standhafft beweiset / mit jhrem Todt so hart / ... Show more Ein Liedlein Von elender vnd er⸗ baͤrmlicher Einaͤscherung der Christ⸗ lichen vnd hochruͤhmlichen Stadt Magdeburg. Jm Thon: Es wohnet Lieb bey Leid / etc. Gedruckt im Jahr / 1631. 1. LUcretia hoͤchgepreiset / in aller Welt wardt / Als sie standhafft beweiset / mit jhrem Todt so hart / Jhr Vnschuldt daß jhr Zucht vnd Ehr / So gewaltsam ward geschendet / Da wolt sie nicht lieben mehr. 2. Magdeburg du keusche Dirne / du maͤnlich tapffer Magt / Dein Zucht beruͤhmt ist ferne / sehr tapffer hast gewagt / Lucretia dir ein Beyspiel ist / Jhr Zucht mit deinem Todte Weit vberwunden hast. 3. Lucretia ward geschendet / doch nur an jhrem Leib / Mit Leib vnd Stel verblendet / dich wolt haben zum Weib / Per Forza der Catholisch Gott / Sein werben war vergebens / Es war dir nur ein Spott. 4. Gewaltsam dich zuseyet / Gewalt anleget viel / Er auff dich thet verhetzen / viel grausam Feind ohn zahl / Jhr schendlich anmuthen doch / Ritterlich hast abgekehret / Solchs empfand er hoch. 5. Gewalt zur Hand er nahme / darzu Vorrath ohn end / Dein Kraͤntzlein zu bekommen / er alles daran wend / Von Christ dem einigen Ehr wird dein / Mit gewalt dein Hertz wolt wenden / Verbinden an das sein. 6. Dein Trew hastu gehalten / dein Ehren Kraͤntzlein mildt / Erschollen vor gewalte / deß Tyrannen so wilt / Denn ehe du es gabest in seine Handt Viel ehe verteurst dein Leben / Elend im Fewr verbrand. 7. Tarquinius sich mag ruͤhmen / daß er doch sein Jntem / Erlanget vnd sein beginnen / dennoch gebracht zum end / Diesr aber sich nicht beruͤhmen kan / Daß er deiner genossen / Auff einen Kuß moͤcht han. 8. Das da er dich wolt haschen / am zarten Leibe dein / Sein schendlich Wollust buͤssen / du sprachst ja oder nein / Vergebens war all Arbeit sein / Da ergriff er nur die Aschen / Verbrand die Finger dran. 9. Dein adlich Blut muß gruͤnen / Magdeburg in aller Welt / Dein Aschen tragen Blumen / das Gott vnd Menschen gefelt / Dein Tapfferkeit / dein Zucht vnd Ehr / Dein Bestendigkeit gepreiset / Wehret immer fuͤr vnd für. 10. So weit die liebe Sonne / am hellen Himmel leucht / Vnd zu aller Welt Wonne mit jhren Stralen reicht / So weit wird man auch sagen von dir / Dein Ruhm so weit außbreiten / Das glaub du gewißlich mir. 11. Dann ward Hippo gepreiset / im gantzen Griechenland / Da sie den Gott erkieset / ehe sie wolt leiden Schand / Weit mehr wird man auch preisen zu hand / Dein vnerhoͤrte Trewe Du Kron von Teutschen Land. 12. Auff Erd man dich wird loben / im Himmel eben gleich / Die du wieders Feindes thoben / erhalten hast den Sieg / Dein Gemuth nicht vberwunden ist / Ob gleich von jhm verbronnen / Seiner Hand entronnen bist. 13. Mich deucht ich hoͤr den schallen / von Jubiliren groß / Der heilgen Marter allen / da du dort zu jhn stost / Gefuͤhret so grosse Thuͤre fein / Mit Marterblut gezeichnet / Du hochruͤhmliches Maͤgdelein. 14. Ach GOtt laß stets klingen / in vnser Ohren hewr / Wie dir fuͤr allen dingen / das Marterblut so thewr / Das du hie gelitten / vmb dich / Vnd dein Wort / wilt erfrewen / Den Himmel ewiglich. 15. Eins aber ich noch bitte / zu dieses Liedes End / Wie auff Lucretiæ Todte / das Spiel sich hie so wend / Das Tyranney der boͤsen Rott / Vber sehr hat zugenommen / Erbarm dichs lieber Gott. 16. Jhr die ihr Evangelisch mit ewren Mund euch nent / Sehet doch wie gar Tyrannisch / ewer Mitglieder man schend / Betruͤbet euch nicht / was hie geschicht / Seit ihr an Christi Leibe / Recht seine Glieder nicht. 17. Drumb hohe Hauß vnd Staͤmme / fast Haͤnd vnd Hertz zusam / Allein in Christi Nahmen / greifft zur Defension / Ewr vnd das Evangeli thewr / Sonst werdet jhr gewiß verbrennen / Hernach im ewigen Fewr. ENDE. Show less

Ankunft Kurfürst Friedrich V. in Böhmen 1632;
Eigentlicher Bericht vnd Zeitung / Das Jhre Koͤnigl. May. gewiß in Boͤhmen ankommen sey / den 30. Junij im 1632. Jahre. Zum 2. Wie der Junge Printz in Dennemarck den Obersten Goͤtzen in Schlesien geschlogen. Zum 3. Was sich vor Eger begeben / vnd wie es da abgelauffen / werdet jhr berichtet... Show more Eigentlicher Bericht vnd Zeitung / Das Jhre Koͤnigl. May. gewiß in Boͤhmen ankommen sey / den 30. Junij im 1632. Jahre. Zum 2. Wie der Junge Printz in Dennemarck den Obersten Goͤtzen in Schlesien geschlogen. Zum 3. Was sich vor Eger begeben / vnd wie es da abgelauffen / werdet jhr berichtet werden. Zum 4. Was sich mit dem Pappenheimer ver⸗ lauffen / wie er geschlagen vnd zuruͤcke getrieben worden. Beneben einem schoͤnen Liede / Jch habe den Schweden mit Augen gesehen / etc. Gedruckt zu Erffurt / bey Tobias Fritzschen / Jm 1632. Jahr. ABermal wil ich thun Bericht / was sich hat zugetragen / es fuͤhrt Jhre Koͤnigliche Majestaͤt / viel Volck in Boͤh⸗ men nach Praga. Der Wallsteiner liegt mit 70. Companien / vor der Stadt Budeweiß vnd drinne / der Pfaltzgraff Friedericus an dem End / hat Bilsen wider jnne. Es seind Jhre Koͤnigliche Majestaͤt / wie jhr da habt ver⸗ nommen / mit etlich funfftzig tausend Mann / in Boͤhmen schon ankommen. Der junge Printz aus Dennemarck / ist nein in Schlesien ich sage / den Obersten Goͤtzen bey groß Gloga / acht hundert Mann abgeschlagen. Der Churfuͤrst fuͤhrt sein Volck zusammen / in Boͤhmen wie ich sage / der Schwede koͤmpt in eigner Person / wils mit den Wallsteiner wagen. Sie wolten zusammen ziehen ins Feld / vnd wie ich euch thu singen / zu Praga auff den weissen Berge / da sollen die Stuͤ⸗ cke klingen. Oberster Kratz vnd der Holcke / theten die Stadt Eger be⸗ rennen / Etliche Doͤrffer vmb die Stadt / gepluͤndert vnd weg gebrennet. Sie accordirten also bald / vnd liessen sie abziehen / weil sie wern arme Vnterthan / gezwungen vnd musten dienen. Pfaltzgraff Augustus der thet sein Volck / alßbald in Boͤh⸗ men schicken / Furt mit sich ein schoͤne Artolerey / Carthaunen / Feldschlangen vnd Stuͤcken. Man wird nun bald in kurtzer zeit / was newes thun erfah⸗ ren / Wie denn Jhre Koͤnigliche Majestaͤt / den Wallensteiner ließ sagen. Vor seinen Auffruhr vnd grossen Armee / wolt er gar nicht erschrecken / ich wil vor trawen meinen lieben Gott / der lest mich in keiner Noth stecken. Jch habe bestritten manchen Feind / mit Gott den Sieg erhalten / dein Wort zu schuͤtzen die reine Lehr / vnd lasse es den lieben Gott walten. Chur Sachsen den werthen trewen Freund / den wil ich helffen schuͤtzen / Ach hilff HErr Jesu Christ GOttes Sohn / vnd thu den Feind doch stuͤrtzen. Der Pappenheimer kam auch an / thet rauben / morden vnd brennen / Hielt auff den Eißfeldt vbel Hauß / thet etliche Doͤrffer anzuͤnden. Bey Cassel ward seine Armada zertrent / vnd in die Flucht geschlagen / Wol in die sechtzehen hundert Mann / alßbald dar⸗ nieder lagen. Nun ist er ins Stifft Fulda nein / kan nirgend nicht hin⸗ weichen / der Hertzog von Weymar mit seinem Volck / der thet auff jhn loß streichen. Bet fleissig jhr lieben Christenleut / thut Gott von Her⸗ tzen bitten / vor den Koͤnig in Schweden den Christlichen Held / weil er mit Gott das Land thut schuͤtzen. Ein schoͤn Lied / von Koͤn. Maj. in Schwedtn. JCh hab den Schweden mit Augen gesehn / er thut mir wolgefallen / er geliebt mir in dem Hertzen mein / fuͤr an⸗ dern Koͤnigen allen. Er hat der schoͤnen Reuter so viel / lest sich nicht lange vexigen / er hat der schoͤnen Stuͤck so viel / etlich tausend Muß⸗ quetirer. Das Franckenland ist ein schoͤnes Land / es hat viel schoͤ⸗ ner Strassen / es hat so mancher praver Soldat / sein junges Le⸗ ben gelassen. Das Sachsenland ist ein einiges Land / es dienet GOtt dem HErrn / vnd wenn wir kommen ins Baͤyerland / frey tapf⸗ fer wolln wir vns wehren. Der Oberste Baudiß beym Schweden thut seyn / vnd thut sich tapffer halten / ist vnverzagt mit dem Pappenheim / ein Schlacht zwey drey zu halten. Die Officirer die vnter dem Schweden seyn / die thun sich stattlich exertiren / Von den Monsier vnd Pappenheim / lassen sich nicht tribuliren. Mit jhrn Carthaunen vnd Stuͤcken groß / sie tapfer thun vnter sie krachen / Gebn jhren Feinde manchen stoß / daß sie wol nicht viel lachen. Ob schon der Koͤnig in Dennemarck / manche Schlacht hat versehen / Jst doch Gustav Adolphus ein praver Held / wird seinen Feinden wol widerstehen. Der Tylli hat ein Garn gesponnen / es wird jhn bald zer⸗ reissen / Vnd wenn wir seine Soldaten bekommen / kein tapffer wolln wir sie zuschmeissen. Da Tylli ins Land zu Meissen zog / frewt er sich sehr von Hertzen / Vnd wie er wider weichen must / thet er sich sehr ent⸗ setzen. Nun weil ich noch ein Cavallir / der wird genant der Hol⸗ cke / von dem Spanischen Wein vnd Malvasier / da thet er krie⸗ gen die Golcke. Das Confect ist vergifftet worden / thu ich mit Warheit sagen / Da hat der Schwed dem Tyll den Bart geschoren / vnd aus dem Lande thun jagen. Wie lieffen die Crabaten davon / darzu die Welschen Bruͤder / Ade Leipzig behalt deine Malzeit / zu dir kom ich nicht wider. Also hat dieses Lied ein End / das sey zu Ehren gesungen / Dem Koͤnig in Schweden gar behend / den Tylli iß mißlun⸗ gen. ENDE. Show less

Eroberung von Augsburg durch Gustav Adolph, 05.-06. April 1632; "Allgemeine Danksagung"; Geistliches Gebet "für alle vertriebenen und verfolgten Christen"
Augspurgischer Triumph / Das ist / Ein newes Lied / darinnen der Tichter auss getrewem Hertzen / der weit beruͤhm⸗ ten / deß H. Roͤmischen Reichs Statt Aug⸗ spurg / und allen denen / so in beweldter Statt eins theils / wegen Gottes Worts / von den Feinden der Kirchen Christi hart betraͤnget... Show more Augspurgischer Triumph / Das ist / Ein newes Lied / darinnen der Tichter auss getrewem Hertzen / der weit beruͤhm⸗ ten / deß H. Roͤmischen Reichs Statt Aug⸗ spurg / und allen denen / so in beweldter Statt eins theils / wegen Gottes Worts / von den Feinden der Kirchen Christi hart betraͤnget / eins theils gantz vnd gar ins Elend vertriben worden / Gluͤck vnd Segen wuͤnschet / ja Gott Lob vnd Danck sagt / daß er jhre Noth vnd Jam̄er angesehen / sie durch Koͤ⸗ nigliche Mayestaͤt in Schweden darauß erloͤset / vnd sein H. reines Wort jhnen wider gege⸗ ben hat. Geschehen den 5. 6. Aprill in⸗ stehenden 1632. Jahrs. Psalm 64. V. 10. Das hat GOTT gethan / vnd das ist sein Werck. C. F. S. Exul. Erstlich gedruckt zu Nuͤrnberg / Nachmals / zu Augspurg / Bey Johann⸗Vlrich Schoͤnigk. Esaiæ 54. V.7. Jch habe dich einen kleinen Augen⸗ blick verlassen / aber mit grosser Barmhertzigkeit will ich dich wi⸗ der sam̄len. Jm Thon: Wie schoͤn leucht vns der Morgenstern / rc. ACh guͤtiger vbrmildter GOTT / ein star⸗ cker Helffer in der Not / ein Vatter al⸗ ler Frommen: Wie groß ist deine Guͤtigkeit / dein Gnad erzeigst in Ewigkeit / denen so zu dir kommen: Jn Leyd / Tranrigkeit / Angst vnd Schmertzn / betruͤbten Hertzn / thust du helf⸗ fen / wann sie nur zu dir thun gelffen. Uns hast du zwar billich vñ recht / als deinen gantz vnnuͤtzẽ Knechtn / grosse Angst thun aufflegen: Wegen vnsers Vndancks vnnd Sünd / damit wir mehrers hettn verdient / mit vnsern boͤsen Wegen Ach HErr / schon vnser / vnd sih nicht an / was wir gethan / in vnserm Leben / O HERR thu es vns vergeben. Groß war das Leyd / als muͤstẽ wir / verlassen was wir HErr von dir / auß deiner Hand emfangen: Vatter / Mutter / Geschwistr vnd Freund / dies allzeit gut mit vns gemeint / vns nachsahen mit verlangen: Hauß / Hof / alles droff / wir musten / Herr mit verluste / alls verlas sen / vnd gehen die Elendsstrassen. Sehr groß war nun diser Verlust / dran doch die Welt jr hoͤchste Lust / nur hat auff diser Erden. Aber HErr dein heiliges Wort / daß wir nit fleissig han gehoͤrt / drinn wir solln selig wer⸗ den. Jst mehr / groͤsser / diß hoͤchste Guͤt / macht rechten Mut / dem wir nicht g' glaubet / deß wurden wir gar beraubet. PReiß / Lob aber in Ewigkeit / sey dir heilig Dreyfaltigkeit / daß d vns nit gar verlassen: Sondern recht mitten in der Not / als ein ge⸗ treu warhafftigr Gott / hast gnaͤdig helffen las⸗ sen. Durch den / Thewren / Heldẽ frum̄ / Gust⸗ Adolphum / Koͤnig in Schweden / vns auß den grossen Noͤthen. VoR Menschen Augen wars zusehn / als wann nun alls zu grund solt gehn / Leib und Seel mit einander: Vnsre Feind ju⸗ bilirten schon / sam̄t der Huͤren von Babylon / vnd schryen gegn einander. Da da / ja ja / das wolten wir / gantz mit begier / also solls gehen / vnser Bapstthumb soll bestehen. Gar recht aber der Prophet sagt / deß Men⸗ schen Hertz ein Rath anschlaͤgt / der HErr abr gibt gedeyen: Daß er fortgeh vnnd thu bestahn / aber seh jetzt nur jederman / wer Rath hat thun verleihen? Der Rott / zur V⸗ belthat / den Jebusitern / Seelenmoͤrdern / der Teuffel eben / hat jhn boͤses eingegeben. LOB nun Augspurg den lieben Gott / daß er dich in so grosser Not / nicht gar hat lassen stecken: Sondern hat dir zu Huͤlff gesandt / Gustavum Adolphum genandt / von Mitternacht den Loͤwẽ. Der hat / in der That / Land vnd Leütt / biß auff ein Zeit / thun verlas⸗ sen / kommen in die Pfassen Gassen. VND ist in vnser Land ankommn / der Kir⸗ chen Gotts sich angenom̄n / vnd thut sie troͤst⸗ lich retten: Wider die Huͤr von Babylon / die JEsum Christ von seinem Thron / will stossn vnd vndertretten / Aber / nun mehr / hats nicht not / der from̄e Gott / Jhn selbst thut stercken / in all seinem Thuͤn vnd Wercken. Frisch halt dich nur an Gottes Wort / wel⸗ ches du zuvor hast gehort / rein vnd lauter gar eben: Brauch auch die heilign Sacrament / gantz wie sie Christus vor seim End / eingesetzt vñ gegeben / Vnd halt / beede gstalt / hab wol in acht / fleissig betracht / deines HErrn Befehle / zu Trost deiner armen Seele. Und geh deß Herren Weg einher / nach der Richtschnur der reinen Lehr / (Syr:4) / Jnn Gottes Forcht gelinde: Zeuch deine Kinder auch drinn auff / daß sie nicht gehen der Welt Lauff / darzu dein Haußgesinde. Fuͤhre / Ziere / mit Gottes Wort / an allen Ort / auff allen Zeiten / zu der ewigen Frewden. Richt dein Gebett allein zu GOtt / in Leibes vnd der Seelen Not / vnd nicht zun frembden Goͤtzen: Welchs thut die Babylonisch Zucht / die Gott dem HErren gantz verrucht / sie an die Seit thut setzen: Kurtzum / Christum / nicht wil haben / mit sein Gaben / zum Vorsprecher / deß wird er seyn ein Recher. CHristus das hoͤchst ewige Gut / erleucht dein Hertz / dein Sinn vnd Mut / beweiß dir Lieb vnd Gnade: Der gruͤne Pusch / den Mo⸗ ses sah / voll Flam̄en / den doch nichts geschah / derselbe dich beschatte. Daß du / jetzt nu / Ruh moͤchst haben / dich erlaben / an deim Herren / jhn Loben / Preisen vnd Ehren. Treu vnnd Lieb auch gar wol betracht / die grosse Muͤh / die Tag vnd Nacht / gefuͤhrt der Ritters Helde: Gustav⸗Adolphus dir zu gut / dran gewaget sein Leib vñ Blut / zu Hauß vnd auch zu Felde. Daß er / nur Ehr / dich er⸗ rette / vnd vertrette / vor falscher Lehre / daß sie dein Hertz nicht verkehre. O bett trewlich fuͤr jhn zu Gott / daß er jhn ja in keiner Not / gantz vnd gar nicht verlasse: Mit Krafft vnnd Muth von oben hrab / sein Mayestaͤt gnaͤdig begab / Jhn vnd sein Volck einfasse. Jhn schuͤtz / daß Trutz / er kan bieten / vnvermieden / sein Feindn allen / jhr Muth jh⸗ nen muß entfallen. Trew vnd Glauben thu halten jhm / deine Zusag wol in acht nim̄ / vnd laß dich nicht ab⸗ schreckeen: Gedenck daß solches straffen wird / an dir mit groͤssrer schweeer Büͤrd / Gott vnd wuͤrde ablencken. Sein Gnad / Wolthat / allen Segen / von deint wegen / Thun vnd Leben / zur Hoͤllen dich würd hingeben. Trewlich diß Lied gesungen hat / Augspurg zu Ehrn der werthen Statt / einer der auch thut hoffen: Auff die Erloͤsung Jsrael / iñs achte Jahr in grosser Quaͤl / die in der Zeit hat trof fen. Sein Leib / sein Weib / sein sechs Kinder / groß vnd minder / denen woͤll Gott geben / hie Fried / dort ewiges Leben. Ein schoͤn Newes Lied / Jst eine allgemeine Danck⸗ sagung / daß Gott seiner Kirchen zum Schutz / den thewren Helden Koͤnigl: Mayet: in Schweden erwecket / mit angehengter bit⸗ te / daß Gott Jhr Koͤnigl: Maystaͤt ferner seg⸗ nen / bey langwehrender Gesundheit erhalten / vnd Jhrer Koͤnigl: Mayt: vnd deroselben gan⸗ tzen ansenlichem Heer / Sieg wider die Feinde verleihen woͤlle. Auff Jhrer Koͤnigl: Mayt: Lobwuͤr⸗ digsten Namen gerichtet. Psal. 68. vers. 20.21. Gelobet sey der HERR taͤglich: Der HERR legt vns eine Last auff / aber Er hilfft vns auch. Wir haben ei⸗ nen GoTT / der da hilfft / vnnd den HERRR Herrn / der vom Todte er= rettet. Jm̄ Thon: Erhalt vns HErr bey deinem Wort. GNaͤdig vnd Barmhertziger Gott / Wir arme Leut in diser Not / Vmbgeben mit grosser Gefahr / Drinn vns der Feind quaͤlt jmmerdar. sehen was du HERR hast gethan / Vnser Elend geblicket an / Trew / Lieb vnd Gnad an vns beweißt / Vnd grosse Huͤlffe vns geleißt. Auff daß wir nicht alle verdurbn / Noch durch deß Feindes Schwerte sturbn / Verlieren nicht dein liebes Wort / Als geschehen an manchem Ort. Vnd die heiligen Sacrament / Behielten gantz biß an das End. So hast du HErr den thewren Heldt / Deßgleichen nicht ist auff der Welt. ADOLPHVM wie er wirdt genandt / (Nun Gott Lob in Teutschland bekandt) Koͤnnen von Mitternacht erweckn / Vnd jhm vnsere Noth entdeckn. Ohn allen Schadn jhn zu vns bracht / Daß er durch dein Beystandt vnd Macht Nun Ritterlich ist durchgedrungn / Manch Land / Voͤstung vnd Statt gewonn. In vnser Land auch angelangt / Ach Gott dir seys ewig gedanckt. Gantz jnniglich / wir bitten HERR / Erhalt jhn nur bey reiner Lehr / IN guter Gesundheit darnebn / Begnad jhn auch mit langem Lebn. Schlag ein Wagenburg vmb jhn her / Vnd vmb sein gantz ansehlichs Heer. Christe durch deine Engelein / Die laß stets bey vnd vmb jhn seyn. Halte zu ruck / vnd wehr den alln / Die sein Vorhaben hindern woͤlln. Weißheit / Helden⸗Muth vnd Verstand / Gib jhm / auff daß er vnser Land. Erhalt bey deinem Wort vnd Fried / So woͤllen wir mit vnserm Lied. Dich preisen HERR ohn vnderlaß / Von dir bitten wir auch noch das / Erhalt vor Meuchelmoͤrdern jhn / Die Tag vnd Nacht trachten dahin. Nach Leib vnd Leben jhm zu stahn / Das woͤllsst du ja HERR nicht zulahn. Verlaß jhn nicht / o trewer Gott / Schuͤtz jhn in aller Gfahr vnd Not. Nicht vnbelohnt laß seine Treu / Muͤh vnd Arbeit / sondern verleyh / Sieg wider dein vnd vnser Feind / Der gar vil vnd vnzaͤhlich seind. Endtlich gib jhm den reichen Lohn / Hie zeitlich / dort ewige Cron. Ruͤhmen woͤllen wir dich O Gott / Daß du vns hast in diser Not / Auß deiner Allmaͤchtigen Hand / Nicht lassen reissen Menschen Tand / Laß vns leuchten deins Wortes Liecht / Daß wir iñ Finstern dappen nicht. Laß es kommen auff Kindes Kind / Daß es auch Lehr vnd Trost drinn find. Erhalte auch HERR vnsern Leib / Hunger vnd Thewrung von vns treib. Reinig das Land von Gifft vnd Krieg / Wider Welt / vnd Sathan gib Sieg / GNEDIG vnser Land benedey / Daß kein abgang an etwas sey. Sondern gib eim jeden sein Theil / Jn seinem Stand / Ampt / Gluͤck vñ Heyl / Trew vnd Liebe laß kussen sich / Bey denen die da lieben dich. ERhalt der Christenheit drey Staͤnd / Alles uͤbel von jhnen wend / HERR das thue auß lauter Gnad / Die vns solches versprochen hat. Vnd laß vns leben in deim Schutz / Alßdann sey Welt vnd Teuffel trutz / Daß sie vns kruͤmmen nur ein Haar / Dieweil wir dein sind gantz vnd gar. Ach HERR vnser Gebett erhoͤr / Vnd vns vnserer Bitt gewehr / Durch JESVm Christum deinen Sohn / Gepreiset hoch im̄ hoͤchsten Thron. AMEN. Ein schoͤn Geistliches Gebettlein / vor alle arme vertriebne vnd ver⸗ folgte Christen. GOTT Vatter / Sohn / Heiliger Geist / Sey du gelobet vnd gepreist / O heilige Dreyfaltigkeit / Wir dancken dir in Ewigkeit. Daß Du vns würdig hast gemacht / Daß vns die boͤse Welt veracht / Vnd wir auch leyden Noth vnd Schmach / Vmb deinet willen alle Tag. Wir bitten dich von Hertzen grund / Woͤllst vns auch oͤffnen vnsern Mund / Dich zubekennen ohne Schew / Jm Glauben zubeharren frey. Auch dancken wir der Guͤte dein / Daß du vns alle / Groß vnd Klein / So wunderlich erhalten hast / Vnd vns vnsers Ellendes Last / So getrewlich hast helffen tragn / Daß wir mit Warheit muͤssen sagn: Es ist ja HERR die Guͤte dein / Daß wir nicht gantz vnd gar auß seyn. Wir seynd auch alle zu gering / Vnd gantz vnwerth der grossen Ding / Die du an vns erzeigst allzeit / Lob sey deiner Barmhertzigkeit / Daß du vns zwar mit Thraͤnen Brot / Offtmals gespeißt in vnser Not. Hast du gleichwol das Becherlein / Der Vnendlichen Gnaden dein / Voll Trost vnd Huͤlff vns eingeschenckt / Dein frisches Bruͤnnlein auch gelenckt / Zu vns inn dein heiligem Wort / Dir sey Lob / Preiß / Ehr / hie vnd dort. Ach HERR von Hertzn auch dancken dir / Daß du vns vor der Reichen Thür / Durch Huͤlff vnd Beystand frommer Leüt / Erzeigt hast dein Barmhertzigkeit / Mit deinem Segen sie erquick / Gib jhnen darfuͤr Tausene Stuͤck / Die vns auffnemen in jhr Hauß / Jhr Brot vnder vns theilen auß / Die nim Herr Christ wider zu Dir / Vnd sie zu deinem Vatter fuͤhr. Solch deine reiche mildte Hand / Sey nimmer von vns abgewandt. Vnser kleines Olkruͤgelein / Laß nicht gantz vnd gar truͤcknen ein / Daß auch vnser Haͤndlein voll Mehl / Noch laͤnger waͤhr / nach deim Befehl / Jst nichts mehr da / Faß wider ein / Daß wir vnd vnser Kinderlein / Allzeit sehen auff deine Hand / Vnd vns huͤten vor Suͤnd vnd Schand / Gib auch der lieben Obrigkeit / Die vns schutzt vnder jhrem Gleit / Gluͤck / Heyl / gesund vnd langes Lebn / Was jhr zu Leib und Seel ist ebn. Endtlich / woͤllst auch nach deinem Willn / Vnsere Not vnd Ellend stilln / Vnd vns wider setzen zu Ruh / Dein heiligs Wort gib auch darzu / Daß wir dein liebe Kinderlein / Jñ deinem Hauß vns sam̄len fein. Vnd da mit lust zu disen Zeitn / Deins Namens Lob vnd Ehr außbreitn. O HERR fuͤhr vns auß Babylon / Ruff wider heim dein lieben Sohn / Solls hie nicht seyn / So gib gedult / Daß wir erwarten deiner Huld / Biß du vns letztlich allesandt / Bringst in das rechte Vatterlandt / Da wir dich Ewig in gemein / Woͤlln loben / vnd dir Danckbar seyn. Amen / Amen / Herr JESV Christ / Der du ein Exul gwesen bist / Sprich Amen auch / dann es ist Zeit / Der du herrschest in Ewigkeit. AMEN. Show less

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