Eroberung von Herzogenbusch durch Friedrich Heinrich Prinz von Oranien; Brabant, 1629
Ein schoͤn new Lied / Von der Belaͤ⸗ gerung vnd Eroberung der maͤchtigen vnd vber die massen ve⸗ sten Statt Hertzogen Busch / Eine vnder den vier Hauptstaͤtten / gelegen in Brabandt / an ei⸗ nem kleinen Wasserfluß die Diese genannt. Durch den Durchleuchtigen Printzen von Oranien /... Show more Ein schoͤn new Lied / Von der Belaͤ⸗ gerung vnd Eroberung der maͤchtigen vnd vber die massen ve⸗ sten Statt Hertzogen Busch / Eine vnder den vier Hauptstaͤtten / gelegen in Brabandt / an ei⸗ nem kleinen Wasserfluß die Diese genannt. Durch den Durchleuchtigen Printzen von Oranien / Fridrich Heinrichen von Nassaw / dieser zeit der Hochmoͤgen⸗ den Herren Staaden Ge⸗ neral / rc. Jm Thon: Wie man den Graff Niclausen von Serin: oder die Bemunder Schlacht singt. Jm Jahr / M.DC.XXIX 1. EJn Lied so ich gedichtet / zu singen heb ich an / võ einer wundergschichte / die newlich that fuͤrgahn / im Niederlandt gelegen / ein weit beruͤhmte Statt / s Hertzogs der hohe Busche / erlittẽ hat ein dusche / den spott zum scha⸗ den hat. 2. Als man zelt Sechszehn hundert / vnd neun vnnd zwentzig Jahr / anfangs Meyens besonder / darvon ich sing ist wahr / Jhr Durchleucht von Vranien / Printz Heinrich Friderich / sampt noch drey Generalen / fuͤr Hertzogenbusch gefallen / dStatt blaͤgeret hertigklich. 3. Wilhelmus von Nassawe / der ander Ge⸗ neral / Ernst Caßimir getrewe / der dritt Graff an der zahl: wie auch Herr Brederode / der viert Ob⸗ rist Feldherr / mit seim Heer jeder kame / vnd sein Quartir einname / hand sich verschantzet sehr. 4. Das bschach in zehen Tagen / ward das Schantzwerck vollbracht / die Burger gantz ohn zagen / zuhinderen das bedacht / auß der Statt sie gefallen / griffend dSchantzgraͤber an / hand etlich auffgeriben / die Staden sie abtriben / muͤßtends fuͤrfahren lohn. 5. Die ganz Armada zellet / auff sechtzig tau⸗ sendt Mann / der halbe theil erwoͤllet / fuͤhrtend dz Laͤger an / die vbrigen dreissig tausendt / zu Roß vñ auch zu Fuß / sich von dem Laͤger kartend / thaten auff Spanier warten / weiter ich melden muß. 6. Wie die Burger vermessen / getriben võ hoch pracht / auff dWaͤhl sich herfuͤr glassen / die Blaͤ⸗ gerung verlacht / der Staaden Heer zugschro⸗ wen / die Maͤnner Weib vnnd Kind / O jhr barm⸗ hertzigen Goͤsen / jhr werden weidlich loͤsen / nur Schnaͤdergaͤnß jhr sind. 7. So jhr dann aber weiter / euch woͤllen brich⸗ ten lahn: Von diesem Laͤger heiter / ich wahrhafft gib zverstahn. Daß es biß auff sechs stunde / im Circk sich hat erstreckt / jeder Damm sich auff ze⸗ he / sechszehen schuch in dhoͤhe / mit Pfoͤlen als versteckt. 8. Die Mathematick Kunste / sich auch hie thon herfuͤr / war gar kein blawer Dunste / die Schantz vest wie ein Maur / Spannia hierdurch gspehret / der Zugang in die Statt / den Busch gern wolt entschuͤtten / aber dSchantz mach jhn znuͤte wiewol ers nit gmeint hat. 9. Auch werd hie nit vergessen / der Staaden Artoley / wie groß wie vermesse / dieselbig gwesen sey / die grossen Stuck auff Raͤder / zwey hundert an der zahl / vnzahlbar viel der kleinen / die Burger gmacht hat weinen / vil hundert bracht zum fahl. 10. Am fuͤnffzehenden Meyẽ / nam das gschuͤtz sein anfang / das Stattvolck hub an schreyen / ab der Carthaunen klang / Graff Ernst vnnd Graff Wilhelmus / dem Busch den anfang gmacht / hundert schuͤtz auff ein tage / ist wahr wie ich euch sage / der Statt viel schaden bracht. 11. Kuglen vast groß von zehen / auff vier vnnd zwentzig pfund / in Bosch man fliegen sehen / vast ein vnd alle stund. Die Burgerschafft in gleichem mit schiessen geantwort / man hort die Buͤchsen singen / durch Berg vnd Thal erklingen / an nach vnd fehre orth. 12. Auff den ersten Brachmonat in jetzgemel⸗ tem Jahr / vom Gschuͤtz es alls ertonnet / dahinden vnnd darvor / die Burger in dem Busche / hielten ein gschwinden raht / solten wie jhre Alten / an Spannia trewlich halten / außfallen fruͤh vnnd spaht. 13. Deßhalb gleich fruͤh vor tage / zwey hun⸗ dert an der zahl / ist wahr wie ich euch sage / hand gethan ein außfahl / auffs Laͤger der Frantzosen / mannlich gegriffen an / in vier vnnd zwentzig der Staaden / erlegt ohn jhren schaden / doch zletst das Feld verlohn. 14. Die Hollender auch hattẽ / auff die schantz Jsabell / geworffen zwo Granaten / verwuͤrckt groß vngefell. Ein Wachthauß genandt de Gar⸗ de / gesprengt in dLuͤfft hinauff / auß Sant Antho⸗ nis Schantze / gar mancher Baͤchkrantze / den Staaden gsetzt ward auff. 15. Erst jetzund zu Minieren / die Staaden fiengen an / den Busch mehr zu vexieren / gar nuͤt sie vnderlahn / der Minen viel sie gsprenget / hoͤch in die Luͤfft hinauff / der Spannier grossen zahle erlitten den vnfahle / doch gaben sie nichts auff. 16. Wie aber than das beste / die Burger auß der Stan / Herr Graff von Berg nohtveste / sich gar nicht gsaumet hat / gern hett die Statt ent⸗ schuͤttet / versuchts an manchem orth / Herr Bre⸗ derots Quartiere / offt mahls er thut vexieren / mußt doch sich machen forth. 17. Jn allem dem Kriegswesen / Herr Graff Ernst Casimir / den Busch gar nit ließ gnaͤsen / macht der Statt wenig feyr / richt zu dreyen Bat⸗ tereyen / bey der Hintemer Port / das grob gschuͤtz ohn verweilen / starck auff die Statt ließ spilen / darvon groß gschrey man hort. 18. Als die Spannisch Armada / der Staaden ernst recht sach / vnnd der Statt grossen schaden / brachts jhren vngemach / wiewol sie offt abtriben / wolt doch nit lassen ab / die Blaͤgerung zerruͤtten / vnnd dStatt mit gwalt entschuͤtten / dran wagen Gut vnd Hab. 19. Vnnd noch darzu das Leben / obgleich das edel ist / willig in Todt hingeben / seyn sie bereit vnd gruͤst. Durch sLaͤger zkon mit listen / zween Pau⸗ ren hand angstellt / dSoldaten mußtends fuͤhren / doch that man sie bald schnuͤren / der List hat jh⸗ nen gfaͤllt. 20. Ein Hauptman vnverdrossen / war auch ein General / auß der Statt ward erschossen / zu nechst vor einem Wahl. Den sibenden Hoͤwmo⸗ nat / die Burger gfallen auß / auff die Staaden angrissen / die ihnen bald zDantz pfiffen / sie wider glagt zu Hauß. 21. Den zehenden Hoͤwmonat / also vernom̄en ich / sein gantz quartler auffmahnet / Herr Graff Printz Heinerich / ein Bruck vber die Dommel / er schlagen lassen schier / drauff weiter Ordnung geben / wie es jhm gschickt vnnd eben / zu enderen sein quartier. 22. Hie sol nit seyn verblichen / der Engellen⸗ der Lob / der Frantzosen deßgleichen / die than die beste prob / die Schantz gnannt Jsabella / eroberet sie hand / sie thatens dapffer wagen / dreißg Spa⸗ nier erschlagen / zu wasser vnd zu land. 23. Noch laß dich nicht verdriessen / weiter zu hoͤren an / wie ein allgmein abschiessen / der Staa⸗ den Heer ließ gahn / ein Batterey ward gmachet / znechst bey der Buchter Port / drauff gstellt drey halb Cartaunen / dem Busch sies soͤllen raunen / in breden zum Accord. 24. Aber ja wol mit nichten / die Burgerschafft dißmahl / wolt sich dahin lan brichten / war fraͤch wol zmuth noch wol / dem Feynd sich zuerwehren / ein Entschuͤttung verhofft. Darumb sie sein vnd eben / vmb kein schiessen nichts geben / sind gfallen auß gar offt. 25. Vnnd weils an trochnen orthen / jhnen nit glingen mocht vnden bey Johanns Porten / auß⸗ zfallen sie bedacht. Der vrsach sie mit Schluͤtten / kon ins vertrunckne Land / versuchten es in schif⸗ fen / aber die Goͤsen gschliffen / sie bald abtrieben hand. 26. Wie aber mit außfallẽ / die Burger gsucht jhr heyl / also beyn Staaden allen / wol auff dem gegentheil / zu rings mit jhr Schantzen / biß an die Statt sie gruckt / mit Minen vnd Granaten / fast grossen schaden thaten / die Burgerschafft sehr truckt. 27. Bey der Hintemer Porten / Graff Wil⸗ helm von Nassaw / an eim komlichen orte / von Bintzen Rohr vñ Strauw / ein Bruck durch den Stattgraben / ließ machen vnd darzu / den Canal er minieret / stucksweiß in Lufft auffuͤhret / ein Gra nat werffen thu. 28. Wiewol nun sie die Goͤsen / den Busch fast wol erzußt / mit rupfen / faͤtzen / kroͤsen / den Kolben wol erlaußt: Wolt er doch noch nit heben / den Kamben nider lahn / mußten die Herren Staa⸗ den / jhm das Joch baß auffladen / zum zil jhm bes⸗ ser stahn. 29. Drumb weder tag noch nachte / kein Haupt⸗ man hatte ruw / was jeder kont vnnd machte / nit gsaumbt sich das zuthu / Auff den vierten Augu⸗ sti / den ersten Sturm sie than / Notvest der Sta⸗ den Heere / die Stan stalt sich zu wehre / es kost manch redlich Mann. 30. Zum Sturm sie sich zuwagen / mannlich und vnverzagt / noch hand sie sich nit moͤgen / be⸗ mechtigen der Statt. Weil sie mit Thuͤrnen / Mauren / Graͤben vnd Waͤhlen gut / von allen jh⸗ ren Feynden / gat nit zuvberwinden / dem Busch bracht den Hochmut. 31. Obwol der Sturm verlohren / dißmahl vergeben was: Doch dStaaden außerkohren / drumb worden gar nit laß. Weil sie erst recht jhr machte / auff diese Statt verwendt / mit Minen vndergraben / der Statt viel zschaffen gaben / die Statt gar vbel gschendt. 32. Besonder viel Granaten / geworffen in die Statt / die grossen schaden thaͤten / sGschuͤtz auch nit gefeyret hat. Auff allen Battareyen / schoß man ohn abelahn / die Staaden vnverdrossen / ein newen Sturm beschlossen / auffd Statt den lassen gahn. 33. Das stuͤrmen vnd das streiten / ein Summ⸗ mer langer tag / hat gwaͤrt auff beyden seithen / mancher Soldat erlag. Der Spannier in zwey hundert / der Sturm genommen hat / der Staad die Statt wol bsteigen / aber die Spannisch Liga / den Feynd nit glassen eyn. 34. Hiemit so war vergeben / der ander Sturm gethan / hat manchen kost sein Leben / doch wol⸗ tends nit nachlahn / die Staaden dapffer Helden / sich hand gesterckt noch mehr / mit Reiß von Baͤumen haben / außgefuͤllt der Stattgraben / der Busch verstuͤrtzt sich sehr. 35. Das leist vnnd allgmein schiessen / vor der Eroberung / der Stattmacht groß verdriessen / nam hin viel Alt vnd Jung / eins tags von Bat⸗ zereyen / vber drey hundert Schuͤß / auff dStatt giengen mit grausen / man hort die Buͤchsen pfnausen / noch wagt sich nit der strauß. 36. Dann die Burger handveste / auch der Spannisch Zusatz / noch bißhar than das beste / bestanden steiff den Hatz / auffgwagt jhr Leib vnnd Leben / zu aller seith sich gwehrt / mit aussen fallen schiessen / gantz mannlich ohn verdriessen / dem Feind das Spil abglehrt. 37. Wie sich all ding auff Erden / verlauffen zu dem End / also auch solch gefaͤhrden / jhr end genommen hand. Auff den letsten Augstmonat / der Busch sich hat ergehn / doch wolt er sich noch mussen / eh er gelegt den strausse / wie jhr es solt ver⸗ nen. 38. Von Staaden angestecket / ein Min bey Vuchter Port / hat das Bollwerck erwecket / zer⸗ sprengt daß hie vnd dort / hierdurch ein stuck zer⸗ brochen / auch von der Gallerey / darauf dreyhun⸗ dert Staaden / gestiegen sind ohn schaden / dem Busch gfiel nit die Krey. 39. O weh der wilden Goͤsen / hand gschrawen Weib vnnd Kind / sie werden vns zerkroͤsen / deß Tods wir eigen sind: Bald hands erschuͤtt die Gloggen / man hort jhr lauten klang / daß sLeben moͤchten retten / sind sie zum Accord trettẽ / Busch wie gefalt dir das Gsang. 40. Vnd weiter zu eim zeichen / daß sie Fried zuen begehrt / der Busch sich lahn erweichen / dem Demant fuͤr gleich hert / jeder sein Hut auffgste⸗ cket / solt deuten den Fußfahl. Der Demut lassen gniessen / die Staaden glan vom schiessen / Jhr Durchleucht General. 41. Erstlich die gantz Armada / hielt in schlach⸗ ordnung stahn / damit zu keinem schaden es jhnen moͤchte kon / von der Statt außerlesen / bstellt der Personen drey / abgsandt zu Supplicieren / den Frieden zAccordieren / was jhre meinung sey. 42. Deß Feindts einfalt begehren / war still⸗ standt auff vier tag / deß wolt man sie nit gwaͤren / fein rund bschach der abschlag: Sonder die Her⸗ ren Staaden / den vberwundnen Feynd / der gstalt auff gnad auffgnommen / wenn er darvon woͤll kommen / muͤß er auffbinden gschwind. 43. Als fuͤr den ersten tage / bewehrt mit seiner Hab / den andern wie ich sage / mit einem weissen stab / auff gnad vngnad den dritten / die Wahl jhm ward auffthan / der Feynd die erst be⸗ gehret / was seiner bitt gewehret / zog seinen weg darvon. 45. Hiemit so wil ich bschliessen / dise namhaff⸗ te Gschicht / keiner sich laß verdriessen / so jhm nit gnug beschicht / kein zung kan es auß sprechen / alls was hie thu fuͤrgahn. GOtt schuff den Sta⸗ den frommen / sie hand den Busch eingnom⸗ men / Jm sey lob in seim Thron. ENDE. Show less

Missgeburt in Bamberg, 1629
Von einer erschreck⸗ lichen Mißgeburt eines Kindes / so da ist geboͤren worden in diesem 1629. Jahr / den 20. Junij im Stifft Bamberg / in einem Staͤdtlein Staffelstein / bey dem Closter Bantzen gelegen / von einem Beckers Weibe / mit Namen Maria Kreudlein / vnd jhr Mañ Johann Bockberger /... Show more Von einer erschreck⸗ lichen Mißgeburt eines Kindes / so da ist geboͤren worden in diesem 1629. Jahr / den 20. Junij im Stifft Bamberg / in einem Staͤdtlein Staffelstein / bey dem Closter Bantzen gelegen / von einem Beckers Weibe / mit Namen Maria Kreudlein / vnd jhr Mañ Johann Bockberger / wie das Kind gestalt gewesen / vnd was es geredet / ehe es von die⸗ ser Welt geschieden / werden fromme Chri⸗ sten in diesem Gesang berichtet werden: Dieses ist von dem gantzen Ministerio in offenen Druck zu bringen / vergoͤnnet vnd zugelassen worden / Durch den Ehrwuͤrdigen Herrn M. Paul Langen Predigern daselbst. Jm Thon: Gott hat das Evangelium. Gedruckt zum Hoff / bey Matthias Pfeilschmidt / Jm Jahr 1629. HOret zu jhr lieben Christenleut / was ist geschehen in kurtzer zeit / was sich zu Staffelstein begeben hat / gar eine schreckliche Mißgeburt / deßgleichen niemals gesehen ward. Den 20. Junij thu ich sagen / das Kind ge⸗ boren ist mit klagen / so schrecklich war das Kind gestalt / wie jhr eigentlich sehet abgemalt viel Menschen sahens Jung vnd Alt. Zween Koͤpff thet das Kindlein han / gar ernstlich sahen sie einander an / der eine Kopf sahe gar schrecklich aus / wie ein Wolffeskopff mit grossem grauß / gar weit streck es die Zung heraus. Sie sahe aus gleich wie rotes Blut / wie man allhie anschawen thut / zur lincken Hand der Kopff war gestalt / wie ein Todtenkopff sahen Jung vnd Alt / O Mensch steht ab von Suͤnden bald. Auff seinem Haupte wars gewachsen rund / von Fleisch gar hoch erhaben stund / mit mancherley farben durchzogen / wie mans ge⸗ sehen vngelogen / mit grossem schrecken jam⸗ mer vnd klagen. Wie man nun solch Gewaͤchse sein / thet auff heben ober der stirn klein / darunter wars gewachsen rein / wie lauter Perlen vnd Edel⸗ vein / darunter vier kleine Creutzelein. Von Fleisch thet es an Haͤnden han / 6. Finger wie jhr thut schawen an / auffm Leibe von Fleisch ein blutig Schwerd / drey Creutze von geronnen Blut an der stett / so schrecklich war das Kind formirt. Gar schrecklich es anzusehn war / seine Au⸗ gen stunden ihm beyde dar / eines guten Dau⸗ men breit mit grauß / abschewlich fuͤr dem Kopffe heraus / wie rotes Blut sie sahen aus. Vnten wo sein Kniescheiben solten stahn / da thets zween Todtenkoͤpffe han / daruͤber zwey rote Creutzelein / deßgleichen auch wie Todtenbein / so waren gestalt die fuͤsse sein. Wie nun ein Erbar Hochweiser Rath / das Kind allda besichtigt hat / da rieff es bald mit lauter Stimm / O Weh euch Menschen Kind / beweinet ewre grosse Suͤnd. GOtt schickt mich vmbsonst nicht auff die Welt / ein jedern zum Exempel fuͤrgestelt / durch mich werdet jhr gewarnet schon / man sol von Fluchen vnd schweren ablahn / von Geitz / Pracht / Hoffart auch voran. Weil jederman lebt wie es jhm gefelt / thut GOtt drumb straffen die boͤse Welt / weil man die Armen lest leiden noth / vnd nimpt jhn aus dem Munde das Brodt / daß wird straffen der gerechte GOtt. Drum thut GOtt schicken viel Krieg vnd Streit / groß Jammer in allen Landen weit / grosse Feldtschlachten werden diß Jahr ge⸗ schehn / im Blut wird man vber die Knoͤchel gehn / viel Plagen wird man noch außstehn. Verwuͤstet ist worden viel Land vnd Leut / so gar geschwind in kurtzer zeit / durch Krieg vnd Blutvergiessen zwar / das manchem zu Berge stehn die Haar / das ist ein Zeichen fuͤr dem Juͤngsten Tag Es wird noch geschehn in aller Welt / ein Blutbad vmb Gottes Wort ich meld / wenn man wird schreiben 30. Jahr / groß Mordt / viel Jamer vnd Gefahr / viel Truͤbsal / Angst vnd grosse Qual. Jm zukuͤnfftigen Dreissigsten Jahr / das sage ich euch frey offenbar / die Menschen werden hinfallen geschwind / gleich wie Flie⸗ gen von der Wandt / boͤse Seuchen wird GOtt schicken ins Land. Kaltwehe / Hauptkranckheiten werden kommen geschwind / dieweil die Menschen so Gottloß sind / viel Todtencoͤrper auff dieser Erden / die nicht alle koͤnnen begraben wer⸗ den / das sie die Hunde fressen werden. Der Mond wird scheinen wie lauter Blut das Erdreich wird brennen wie Fewersglut / starcke Donnerschlaͤge nit Wetter groß / werden kommen Erdbidem ohn vnterlaß / gar schhrecklich vber alle maß. Ein spitziges Schwerd mein Hertz durch⸗ schneid / O Wehe / O Wehe in dieser zeit / O Wehe / O Wehe / hilff mir ach GOtt/ das ich mag erleiden den Tod / darumb O Welt gesegne dich Gott. Wie es nu diese Wort angemelt / darnach scheidete es von dieser Welt / es kamen da etli⸗ che Hundert Man / die Mißgeburt zu schaw⸗ en an / ein jederman thet darauff sehn. Drumb last vns beten / den es ist hohe zeit / der Juͤngste Tag ist nu nicht weit / ein groß Blutbad wird noch kommen heran / das wer⸗ det jhr mit augen sehen an / viel tausen Leich wird man hintragn. Die Gelerten zeigen es eigentlich an / den Wolffskopff den das Kindlein thet han / der Geitz die Menschen eingenommen hat / wie ein Wolff der nicht kan werden satt / der Teuffel jhrer viel besessen hat. Der Todtenkopff vnd auch Bein / so schreck⸗ liche Zeichen am Leibe sein / vns warlich nicht viel guts vermelt / wegen der grossen Suͤnde der Welt / drumb stehet ab von Suͤnden bald. Eh es an gnaden mangeln soll / muͤssen vns trewlich warnen wol / Himmel vnd Erden / Sonn vnd Mond / Fewr / Sternen vnd auch Zeichen schon / viel Mißgeburten auch voran. Weil man solche Zeichen alle beracht / vnd treibt so grossen Hoffart vnd Pracht / mit Perlen / Goltschnuͤren sich bewinden / wun⸗ derbarlich sie die Zoͤpfe auff binden / auff viel Manier sie sich bald finden. Vnd gehen praͤchtig vberaus / ist offtmals wol kein Brod im Hauß / wie denn die Wei⸗ besbilder schon / ob sie gleich kein Hempt am Leibe han / dennoch sie praͤchtig einher gahn. Vnd weil die Menschen sind so vermessen / vnd den grossen Hoffart nicht vergessen / fuͤr furcht werden zittern groß vnd klein / Blut werden schwitzen die harten stein / Ach vnd Weh werden die Menschen schreyn. O Fleisch du schendlicher Madensack / O Wurm / O Wurm voller Suͤnden arg / be⸗ denck die arme Seele dein / wo sie wird letzlich faren hin / wen der Todt endet das leben dein. Die Welt thut sich zum ende neigen / die Zeichen vns dasselbe thun anzeigen / weil je⸗ derman lebt gleich wie er wil / er fraget nach Gottes Wort nicht viel / ein jeder schreyet hett ich nur Geldes viel. Weil nichts denn Fluchen koͤnnen die Leut / in dieser letzten betruͤbten zeit / ja Gottes wort vnd Sacrament / wird sehr gelaͤstert vnd ge⸗ schendt / die Lieb vnd Trew ist vbers Wasser gesendt. Der Arme wird gracht / viel erger deñ ein Hundt / sein Brodt nimpt man jhm aus dem Mundt / in Gerecht Sachen hilfft man jhne nicht ford / das wird straffen der Gerechte GOtt / wo sie sich nicht bekehren sag ich ohn spott. Drumb Menschenkind / biß nicht so blind / thue Busse / Bete / stehe ab von Suͤnd / bekere dich denn es ist hohe Zeit / habe vber dei⸗ ne Suͤnde Rew vnd Leyd / das du magst schawen die Selig⸗ keit / Amen. Show less

Wunderzeichen über Flensburg, 1630
Eine erbaͤrmliche Zeitung Von dem grossen Wunderzeichen / Welches sich hat sehen vnd hoͤrn lassen / Jn diesem 1630. Jahr / in der Mariæ Empfengniß Nacht / vber der Stad Flenßburg an der Daͤnischen Grentze gelegen / Wie sich allda ein grosser starcker Wind erhoben / viel schaden gethan / wie man... Show more Eine erbaͤrmliche Zeitung Von dem grossen Wunderzeichen / Welches sich hat sehen vnd hoͤrn lassen / Jn diesem 1630. Jahr / in der Mariæ Empfengniß Nacht / vber der Stad Flenßburg an der Daͤnischen Grentze gelegen / Wie sich allda ein grosser starcker Wind erhoben / viel schaden gethan / wie man nach denselbigen zwey grosse Kriegsheer / als Tuͤrcken vnd Christen miteinander streiten sehen / in der mit⸗ ten einen Todtenkopff auff einem schwartzen Creutze / auß welchem ein Dampff vnd Rauch auß den Augen gegangen / hernach hat man 3 Donnerschlaͤge gehoͤret / als wañ man große Carthaunen abgehen lesset / und nach demselben / an einer hellen Wolcken / einen Engel fliegen sehen / Welcher zur Busse vermahnet / vnd ein grünen Zweig in seiner Handt habendt / Stud also die Zeichen miteinander / welches 4 Stunde / [...]eet / nach gerade verschwunden / Hernach sind in derselben Stadt 3 erschreckliche Kinder von einer Schusters Frawen / in zwo Stunden zur Welt gebohren / haben alle drey die Christliche Tauffe empfan⸗ gen / Was ein jedes fuͤr Zeichen mit sich auff die Welt gebracht / kan ein jeder frommer Christ in dieser Figur zusehen bekommen / Die Mutter ist geftorben / wie man sie aber zu Grabe tragen wollen / sie wider erwacht / viel wunderliche Dinge angezeigt / wie ein jeder in diesem Gesang wird berichtet werden / ist also mit der hohen Obrigkeit desselbigen Orths / in Druck zu bringen verguͤnnet worden / Durch Michaelem Pulchrium, Jm Thon: Da Jesus an dem Creutze stundt. WAcht auf jr Christen jung vnd alt / es wird die zeit herkom men bald / das Himmel vnd die Erden / zerbrechen werden vnd gehn zu grund / das sagt Christus mit seinem Mund / viel Zeichen werden geschehen. Wol an des Himmels Firmament / an Sonnen Mond vnd Sternen behend / gibt vns Gott Zeichen vnd Wunder / vber vnser Hertz erkaltet ist / welches vns bezeuget die heilige Schrifft / bey Ar⸗ men vnd Reichen jtzunder. Wie denn diß Jahr auch wider ist ein zeichen gar erschrecklich / am Himmel hoch gestanden / wol vber der Stadt Flenßburg ge⸗ nandt / welche ligt am Daͤnischenland / da sach man grosse Wunder. Jn der Mariæ empfengnis Nacht es geschach / da ward gese⸗ hen mit grosser klag / am Himmel vmbher ziehen / fewrige Stangen gleich wie Spieß / geharnischte Leute gantz vnverdrieß / viel Wa⸗ gen theten gehen. Die Wolcken waren voller Fewer / wie Blut so roth gantz vn⸗ gehewr / theilten sich in 3 hauffen / das erste gantz von niedergang / das ander von Mittag vnnd Sonnen Auffgang / keins kundt dem andern weichen. Es erzeigt sich ein starcker Windt / am Himmel gleich als ob zween Feind / mit einander theten streiten / hernach hoͤret man drey Donnerschlag / die Wolcken waren wie Bludt fuͤrwar / hernach auff der rechten Seiten. Erhub sich noch ein grosser Streit / als Tuͤrcken vnd Christen / vngehewr / schlugen sich starck zusammen / hernach sach man ein Todenkopff / außm Mund vnd Augen gieng Fewer vnnd Rauch / ein schwartz Creutze darunter. Hernach sach man ein Engel schon / allda vnter des Himmels thron / in einer lichten Wolcken schweben / in einer Hand ein grünen Zweig / thut Buß sprach er jhr Christenleut / wolt jhr anders Selig werden. Wie die Zeichen verschwunden waren / ein fromme Fraw in derselben Stadt / 3 Kinderlein geboren / zwey Maͤgdlein vnd ein Knebelein / ein jedes bracht ein Zeichen fein / an seinem Leid be⸗ sonder. Mit sich auff die Welt auß Mutter Leib / das erste ein Megdlein wie ich schreib / thet auff sein Haͤupte haben / von Fleisch gewachsen einen Ring / als wie ein grosser Cornet rund / thet vmb den kopff heruͦmb gehen. Das ander auch ein Megdlein war / hat vmb sein Leib ein Dicken Wulst an / also vom fleisch gewachsen / die war wie rechtes Blut ich sag / das dritte Kind ein Kneblein war / brachte mit sich gleicher massen. Ein grossen Kragen wie jhr seht / wie es hier abgemalet steht / mit grossen Handtklappen ich sage / deßgleichen Tripschuch vnd Rosen darauff / krauß Haar auff seinem Haͤupte auch / man trug sie alle zur Tauffe. Empfingen auch das Sacrament / es ward ein grosses Parlament / jeder⸗ man wolt es sehen / man trug sie bald wieder zu Hauß / die Mutter lag in glei⸗ cher mas / als wolt sie jhren Geist auff geben. Dieses kam fuͤr einen weisen Rath / auch die vonembsten in dieser Stadt / die Kinder zu besehen / sie solten judiciren thun / was dieses wird bedeuten nun / bey vns Menschen auff Erden. Es kund niemand außsprechen thun / die erschreckliche zeichen nun / die Mutter wolt man begraben / man vermeint sie wer ein Leicht schon / so bald man sie legt auff die Bahr / fieng sie wieder an zu reden. Sie sprach jhr Christen Jung vnd Alt / last ab von ewren Suͤnden bald / denn Gottes grosser Zoren / der ist so harte fuͤr der Thuͤr / ein jeder Christ der se⸗ he sich fuͤr / der Straffen zu entlauffen. Mir ist befohlen durch ein Stim / das ich euch sol verkuͤndigen / warumb sie sind geboren / von mir diese 3. Kinderlein / auß Gottes schickung mancherley / zur Straff der Welt erkoren. Das erste so jhr Maria heist / vnnd vmb seinen Haͤupt hat einen Reiff / dar thut der Welt anmelden / insonderheit der Jugend schon / daß sie sich schrecklich kleiden thun / mit Golt vnd Siber Borten. Aus Hoffart groß vnd vbermuh / welchs ist die gröste Smach vnnd Spot / welches Gott thut verdriessen darumb solt jhr die Hoffart lahn / wolt jhr anders bey Gott bestahn / auch Ewig selig werden. Die grosse Wulst ich zeige an / welchs diß an der Kind thet han / Anna heist sie mit Namen / die bewachsen war in Blut so roth das manche jhr eigen Fleisch vnd Blut / hinrichten thut beim Tantze. Gott wird sie vngestrafft nicht lahn / schaw an alle Reich auch Babilon / wo sind sie doch hinkommen / deß gleichen auch Jerusalem / Sodom Gom̄orra mich vernim / alle in Fewer verbrunnen. Das dritte so jr Jacobus heist / merckt darauff mit allem fleiß / tregt einen grossen Kragen / Tripschuch auch Rosen wunderlich / Handklappen krauß Haar vber sich bedeutet diejenige Menschen. Was gebuͤrt zu tragen den Edelman / das wolten jetzt die Bauren han / so wol gemeine Leute / thut Buß jhr lieben ChristenLeut / die weil noch ist die Gnadenzeit / vnd der Tag heist noch heute. Es wird kommen ein Fewer vnd Rauch / Tuͤrcken vnnd Tartern sich ruͤ⸗ sten auch / wo jhr nicht werdet beten / die Fraw im HErrn JEsu Christ / gar sanfft ein geschlaffen ist / jhr End also beschlossen. Darumb jhr lieben ChristenLeut / bekehret euch denn es ist hohe Zeit / thut Buß vnd werdet fromme / das wir bestehen wenn Christ der Herr / mit allen Heiligen wird kommen. Das wir nicht abgeweiset mit Spott / wie dem Teuffel vnd seiner Rott Sondern in GOttes Nahmen / kommen zu gleich all in dein Reich / durch JEsum Christum / AMEN Gedruckt zu Hamburg bey Johan Mosen / Jm Jahr / 1630. Show less

Von der elenden niedersächsischen Magd
Ein schön Lied Von der Elenden Betruͤbten vnd Bedreng⸗ ten Niedersaͤchsischen Magd oder Jungfrawen / Von derselben Burgk / Glauben vnnd Vertrawen / Gesangesweise gestellet / Jm Thon / Der festen Burgk. Gedruckt Jm Jahr 1630. 1. EJn feste Schutzburg ist mein Gott Ein gute Wehr vnd... Show more Ein schön Lied Von der Elenden Betruͤbten vnd Bedreng⸗ ten Niedersaͤchsischen Magd oder Jungfrawen / Von derselben Burgk / Glauben vnnd Vertrawen / Gesangesweise gestellet / Jm Thon / Der festen Burgk. Gedruckt Jm Jahr 1630. 1. EJn feste Schutzburg ist mein Gott Ein gute Wehr vnd Waffen / Er hilfft vns frey auß aller Noth / Die mich jetzt hat betroffen / Der alte boͤse Feind / Mit ernst ers jetzt meint / Groß Macht vnd viel List. Sein grausam ruͤstung ist / Auff Erdẽ ist nicht seins gleichẽ. 2. Er hat vielfeltig nachgestelt / Meim Leben gut vnd Ehre / Er spart kein kosten / muͤh vnd Gelt / Zu fellen meine Lehre / Denn sie ein Stachel ist Seinem Antichrist / Dem Roͤmischen Bluthund / Der mit seinm Hellischẽ Schlunt / Sie vñ mich gern verschluͤnge. 3. Er hat ein bludigen Krieges tantz / Meintwegen angefangen / Hoch jhm gelegn an meiner Schantz / Das er sie moͤcht erlangen / Aber noch vielmehr / An Goͤttlicher Lehr / Die vberall schalt / Vnd in dem Ertzstifft walt / Daruͤber moͤcht er bersten / 4. Das Primat in Germanien, Hat er gern in sein Klawen / Er koͤnt dadurch Saxonien, All seiner Stiffter rauben / Dahin all seyn Rath / Bißher gezielet hat / Geht starck noch darauff / Daß er vns sampt zu hauff / An Gut / Land / Lehr außrotte. 5. Sein Macht sehr hoch gewachsen ist / Mit der er nicht wil dempffen / Er braucht dabey viel arger List / Daß er nicht doͤrfft viel kempffẽs / Er find vntrewe Leut. Die gar geringe Beut / Annehmen gar schon / Vmb vngerechten Lohn / (then. Jhrẽ Glauben vñ Land verra⸗ 6. Er samlet seine Paͤbstische Rott / Vnd fuͤhret sie zuhauffen / Dadurch er mich in dieser Noth / Den vortheil will ablauffen / Der Geistlose Stand Tregt herzu all Pfand / Gut / Kleinodt vnd Gelt / Daß er behalt das Feld / Wie soll ich jhm entrinnen? 7. Mit meiner macht ist nichts gethan / Jch bin gar bald verlohren. Streit du fuͤr mich du rechter Mañ / Von Gott dazu erkohren / Jch weiß wer du bist / Du heist Jesus Christ / Der HErr Zebaoth / Vnd ist kein ander GOtt / Das Feld mustu behalten. 8. Jch bin verlassen vberall / Weiß keinen Trost auff Erden / Es find sich auch der Freund abfall / Das mir kein Huͤlff kan werden / Ein jeder sich bewuͤrbt / Daß er nicht verdirbt / Schewt Creutz / Vngemach / Entschlegt sich meiner Sach / Das er in Ruh koͤnn bleiben. 9. Solch Heuchlen ich gewohnet nie / Frey offentlich bekenne / Christum ich fuͤr den Mensch hie / Mein HErrn freudig nenne / Denn er wird eins mich / Auch fuͤr sein Gericht Bekennen mit Ehr / Nach dieser meiner Lehr / Alls mildiglich belohnen. 10. Vnd ob ich gleich muß leyden viel / Vom Antichristischen Hauffen / So weich ich doch nicht von dem Ziel / Meines Christlichen lauffes Sondern halte fest / Was ich fuͤr das best / Mir je hab erwehlt / Gotts Wort mir gewiß nicht fehlt / Das wil ich jhm vertrawen. 11. Vnd weñ die Welt voll Teuffel wer / Vnd wolt mich gar verschlingen / So fuͤrcht ich mich doch nicht so sehr / Es sol mir doch gelingen / Der Fuͤrst dieser Welt / Wie sauwr er sich stelt / Thut er mir doch nicht / Das macht er ist gericht / Ein Woͤrtlein kan jhn fellen. 12. Das Wort jhn schon gefellet hat / Auß Gottes Mund gegangen / Den Gott beschlossn in seinm Rath : Vom Pabst wer boͤses empfangẽ / Der soll zu dieser Zeit / Jhm anthun Herzleid / Mit doppelten Lohn / Jhm sein vergeltung thun / Das wird gewiß nicht fehlen. 13. Das Wort sie sollen lassen stahn / Vnd kein danck dazu haben / Er ist bey mir wohl auff dem Plan / Mit seinem Geist vnd Gaben / Nemen si mir den Leib / Gut / Ehr / Kind vnd Weib / Laß fahren dahin / Sie habens klein Gewin / (ben. Daß Reich muß mir doch blei⸗ 14. Vnd weil ich das behalte gantz / Kan mich kein macht nicht schreckẽ Gott ist vñ bleibt in meiner Schantz / Vnd wird mich wol bedecken. Darumb nur frisch dran / Tret her auff den Plan / Vnser Schutz vnd Hort. Gott Sieget vnd sein Wort / Der Feind muß fuͤr vns fallen. 25. Sterck du HErr Christe vnser Arm / vnd lehr sie tapffer streiten: Jn Gnaden vnser dich erbarm / Vnd steh auff vnser Seiten / Daß wir fuͤr dein Wort / Jtzt vnd fort vnd fort Mit Christlichem Muth / Zuvergiessn vnser Blut / Bereit sein vnd nicht wancken. 16. Erweck die Nachbar glaubig schar / Daß sie mit gleichen Hertzen / Dein Wort bekennen frey offenbar Verthetg es auch ohn schertzen Erhalt sie vnd vns / Erzeig vns dein Gunst / Brich Trotz / Macht vnd Tuͤck / Laß Segen / Sieg vnd Gluͤck Von oben auff vns Regnen. 17. Ehr sey dem Vater vnd dem Sohn / Vnd Gott dem heiligen Geiste / Als es im Anfang war vnd nun / Der vns sein Gnade leiste. Das wir streiten wol / Hier im Jammerthal / Die Kron vns bereit / Dort der Gerechtigkeit / Empfahen muͤgen Amen. ENDE . Show less

Von einem jungen Bauern, Rothenburg; Geistliches Lied; Lied "wider die Hoffart"
Warhafftige Newe Zeitung / Was sich mit einem Bau⸗ renknecht / in dem Weyler Metzholtz / ein Meil von Rotenburg an der Tauber sich begeben / seines Alters im 23. Jahr / wie nemblich derselbe durch sonder⸗ bahre schickung Gottes schroͤckliche sachen propheceyt / Geschehen den 30. 31. Augusti /... Show more Warhafftige Newe Zeitung / Was sich mit einem Bau⸗ renknecht / in dem Weyler Metzholtz / ein Meil von Rotenburg an der Tauber sich begeben / seines Alters im 23. Jahr / wie nemblich derselbe durch sonder⸗ bahre schickung Gottes schroͤckliche sachen propheceyt / Geschehen den 30. 31. Augusti / vnd den 1. September dises 1630. Jahrs. Jm Thon: Wann mein stuͤndlein verhanden ist / rc. Sampt einem schoͤnen Geistlichen Lied / Jm Thon: Von grundt deß Hertzen mein / hab ich mir / rc. Darneben auch ein Lied wider die Hof⸗ fart vnd Allomodischen Pracht. Jm Thon: Woher kompt mir doch dise Zeit / rc. Getruckt zu Rotenburg auff der Tauber / bey Hiero⸗ nymo Koͤrnlein. Jm Jahr Anno 1630. ACh hoͤret doch jhr Christenleut / was sich hat zu getragen / ein Wunder groß das ist nicht weit / darvon ich euch will sagen / ein Meil von Rotenburg der Statt / hat sich begeben die Gschicht vnd That / vnd ist wol zu beklagen. Wie nemlich da ein Bawrenknecht / Hans Walter thut man jhn nennen / von Wisenbach versteht mich recht / ich thu jhn selbst wol kennen / der dient in dem Weiler Metzholtz / ob er schon nicht praͤchtig oder stoltz / noch thut sich Gott seiner nicht schaͤmen. Sonder macht selbst wonung bey jhm / dieweil er jhn thut lie⸗ ben / vnd allzeit gehorchet seiner stim̄ / wiewol er jhn thet probie⸗ ren / den dreyssigsten Augusti fuͤrwahr / eben in dem dreyssigsten Jahr / thet der Heylig Geist frewdig bey jhm einziehen. Nun muß ich aber zeigen an / was sich mit jhm begeben / ehe er dann fieng zu reden an / mußt er sich zu Beth legen / da stieß es so schroͤcklich in seim Leib / daß man meint es waͤr ein Kranckheit / der gantze Leib thet sich bewegen. Wann das stossen lang wehrt im Leib / thet das reden lang wehren / da lieff zusammen Mann vnd Weib / daß sie jhn theten hoͤren / da redt er gantz von Hertzen grund / niemand das weinen lassen kundt / drey Tag vnd Nacht thet es wehren. Vnd redt so kraͤfftig auß seinem Mund / vnd thet die Laster straffen / daß mans nicht halb beschreiben kundt / insonderheit die Hoffart / die machet er so schroͤcklich auß / daß jedermann ankam ein grauß / biß in die Hoͤll thet er sie verstossen. Darnach strafft er so maͤchtig sehr / das fluchen vnd das schweren / Hurerey Ehbruch noch vil mehr / sagt wo jhr euch nicht werd bekehren / so muͤßt jhr in die Hoͤll hinein / vnd leyden ewig Schmach vnd Peyn / die nimmermehr wird auffhoͤren. Jhr Zauberer nun sehet euch fuͤr / jr Veraͤchter vñ jr Spoͤtter / die Straff ist warlich vor der Thuͤr / merckt auff jhr Gassentret⸗ ter / die jhr zu Nachts herumber stuͤrt / biß euch der Teuffel gar verfuͤhrt / die Buß ist euch wol von noͤthen. Nun hoͤret setzt die Straff auch an / die vns Gott thut bereit⸗ ten / wie diser Juͤngling zeiget an / GOtt kan nicht laͤnger beyten / weil niemandt will kein Busse thun / so ist GOtt mit der Straff schon auff der bahn / vnd will vns gar außreuten. Vnd vns schicken allerley Plag / daran sollen wir gedencken / wie dort zu Moses Zeiten geschah / auch die Brunnen versencken / vnd vns schicken zu gleicher weiß / fewrige Schlangen / Ratten vnd Maͤuß / vnd die Pestilentz an den Halß haͤncken. Darnach sollen fallen Kiselstein / die schwer bey zweyer pfun⸗ den / die werden verderben Korn vnd Wein / Menschen vnd Vih schlagen zu grunde / darnach soll ein Erdbeben sein / daß zittern werden Felß vnd Stein / dardurch gehn Staͤtt vnd Doͤrffer zu grunde. Ferner zeigt diser Juͤngling an / wie GOtt schon hab beladen / fuͤnff fewrige Pferdt ins Himmels Thron / wo wir nicht in Zeit der Gnaden / werden von Suͤnden abelahn / so wirdt Gott die Welt auff der ban / mit lauter Fewr vnd Schwefel baden. Darnach beweißt er hin vnd her / gar maͤchtig vil Exempel / die vns geschriben sein zur Lehr / im Alten vnd Newen Testamen⸗ te / vnd waren lauter Wort deß Heyligen Geists / darzu war es alles Reimenweiß / wer wolt dann anders dencken. Sagt auch wie Gott ins Schweitzerland / mit Jammer vnd mit Grausen / hab den Engel Faroiß gesandt / der drinnen rumb thet rausen / mit der erschroͤcklichen Seuch der Pestilentz / bey jhn fast in aller Grentz / insonderheit zu Basel vnd Schaffhausen. Darnach sagt er gantz offenbahr / wann wir in der Buß the⸗ ten leben / so hat vns GOtt noch fast zwey hundert Jahr / raumb zum Juͤngsten Tag geben / aber fuͤrwahr es nicht geschicht / so wirdt Gott eylen zum Gericht / vnd der Welt jhren Lohn geben. Drumb wer nicht will ins Hoͤllisch Hauß / der laß das staͤrcken vnterwegen / vnd zieh sein zerschnitne Kleider auß / legt hin ewer grosse Kraͤgen / vnd folgt nicht nach der thollen Welt / ich meine er haͤtts wol zehenmal gemeldt / drumb muß GOtt vil dran sein gelegen. Dann was hilfft euch die Hoffart vnd Pracht / darinnen jhr thuͤt leben / GOtt vnd sein Heyligs Wort veracht / der euch Leib vnd Seel hat geben / koͤndt jhr doch nicht kleiden ein Bluͤmbelein / denn was jhr habt ist alles sein / was wolt jhr euch so hoch erheben. Er sagt es krachen auch alle Element / Berg vnd Thal thun sich bewegen / vnd zitter das gantze Firmament / vnd alles was zu gegen / vnd neig sich das gantze Him̄lisch Heer / die Teuffel in der Hoͤll erschroͤcken sehr / wann sich die Heylig Dreyfaltigkeit nur thut regen. Darumb O Mensch gantz wol betracht / das einig Goͤttlich wesen / bey leib dasselbig nicht veracht / wilt du dort ewig gnesen / wie diser Juͤngling zeiget an / ein einig Gott vnd drey Persohn / kan doch weder schreiben noch lesen. Weil GOtt die Zeichen schicken thut / darvon der Juͤngling thut sagen / zwo Staͤrck seind schon worden zu Blut / zu Hengst⸗ feld vnd zu Amptmannshagen / noch will schier niemandt bessern sich / drumb ist es auch kein Wunder nicht / wann Gott schon mit der Straff thut drein schlagen. Darumb O Mensch schlag nicht in Wind / das grosse Wun⸗ derzeichen / GOtt hat den Juͤngling nicht vergebens gsaͤndt / laß dir dein Hertz erweichen / vnd steh von deinen Suͤnden ab / die Buß nicht spar biß in das Grab / merckts wol jhr Armen vnd Reichen. Seins Alters ist er drey vnd zweintzig Jahr / hat in seim gan⸗ tzen Leben / Gottsfoͤrchtig fromb er allzeit war / keim Kind kein boͤß Wort geben / gehorsamb war er alle Stundt / kein Fluch hoͤrt man auß seinem Mund / vnd thut allzeit noch Tugendt streben. Nun habt jhr lieben Christenleut / von dem Juͤngling in sum⸗ men / was Gott durch jn hat propheceyt / was gschehen vnd wurd kom̄en / drumb wachet vnd seyt stets bereit / wolt jhr erlangen die Seeligkeit / durch JEsum Christum Amen. Das erste Lied. VOn grund deß Hertzen mein / will ich ein Lied⸗ lein singen / dem lieben Jesulein / weil er auff heut / in diser Zeit / schickt Wunderzeichen vil / am Himmel verhiell / a⸗ ber die Welt voll Suͤnden / sich nicht bekehren will. Ach schaw wie vns Gott thut / am hohen Himmel stehet / sein Vaͤtterliche Ruth / wie man sie hat / in mancher Statt / gesehen trawriglich / O Mensch laß warnen dich / schlag deine Haͤnd zusa⸗ men / bitt dein Vatter hertzlich. Daß er vns Kinderlein / nicht straff nach seinem Zorn / sonst wir verlohren sein / wann du verpflicht / gehst ins Gericht / O Gott mit deinem Knecht / niemand ist gerecht / dann wir seind ar⸗ me Suͤnder / von Adam her verschmaͤcht. So wollen wir zu gleich / den lieben Gott anbeten / ja das gantz Roͤmisch Reich / mach dich bereit / dann es ist zeit / vnd klopff bey dem Kind an / sonst niemand helffen kan / mit Mund vnd auch von Hertzen / zu jhm bet jedermann. Ach du Heyland JEsu / erhoͤr doch vnser klagen / vnd schaffe Frid darzu / die Christenheit / sehr nach dir schreyt / allhie in dem Teutschland / vmb dein thewren Beystandt / daß wir nicht gar verzagen / biet vns dein rechte Hand. Ach du Emmanuel / hilff vns wie hast geholffen / den Kindern Jsrael / deßgleichen frey / den Maͤnnern drey / auß dem Fewrofen roth / halffest du lieber Gott / auch Daniel in der Gruben / errettest von dem Todt. Schleuß auff das Hertze dein / laß Heyl vom Him̄el kommen / du liebes JEsulein / schenck vns fuͤrwahr / zum Newen Jahr / den edlen Friden werth / allhie auff diser Erd / laß widerumb ein ste⸗ cken / das außgezogene Schwerdt. Sonst kein Trost wissen wir / in gantzer Welt zu finden / dann Jesulein bey dir / der Krieg mit zwang / macht vns so bang / in gantzer Welt durchauß / ja keiner weißt wo nauß / vil tausendt seind vertriben / von jhrem Hof vnd Hauß. Darumb du Fridenfuͤrst / ach Koͤnig aller Koͤnig / nach dir vns maͤchtig duͤrst / den guldenen Frid / theil vns doch mit / so woͤllen wir bereit / dich preysen allzeit / als ein Koͤnig der Ehren / hie vnd in Ewigkeit. Das ander Lied von Alo⸗Modo. WOlt jhr hoͤren ein new Gedicht / wie ich euch jetzunder bericht / vons Allo Modo Vbermuth / die er in Teutschland treiben thut. 2. Dann er verstelt all sein Geberd / daß auch kein Mensch auff diser Erd / hat nie solches Wunderspil erdacht / als wie deß Allo⸗ Modos Pracht. 3. Dann er so Teufflisch sicht auß / daß einem moͤcht angehn ein Grauß / wann ein ehrlicher alter Mann / dise Narren thut schawen an. 4. Dann der laͤppichte breite Hut / ist fuͤr Sonn vnd Regen gut / darunter steckt der Strudelkopff / mit seinem langen schwar⸗ tzen Zopff. 5. Daß den Menschen grewlich verschaͤndt / vnd jhn das Haar die Augen blendt / daß er dardurch nicht sehen kan / noch eins das steht jhm besser an. 6. Sein Baͤrtlein ist jhm außgestreckt / als wanns jhm haͤtt der Haaß geleckt / gleich wie ein Endtenschwaͤntzelein / vmb das Maul wie Saͤwbuͤrstelein. 7. Dann er ein langen Kragen hat / so groß vnd weit als ein Pflugsrad / der ist gut vnd haͤlt das Wammes auff / daß jhm der Gayffer nicht faͤlt darauff. 8. Das Wammes ist zerhackt durchauß / neun Katzen fiengen darin kein Mauß / die grossen Lappen haͤncken daran / damit pra⸗ piert der Nestelmann. 9. Die Hosen die seind lang vnd strack / gleich als ein nasser Ba⸗ dersack / daran der Nestel haͤncken vil / das schickt sich recht zu di⸗ sem Spil. 10. Der Degen haͤnckt jhm auff dem Miltz / ist gut wann jhm auffsteht der Ruͤltz / darmit kan er die Gassen fegen / Allo⸗Modo du praver Degen. 11. Darmit tretten sie auch daher / als wann Kuͤhdreck jhr Vetter waͤr / mit weiten Stifeln Sporen dran / wie ein Feder⸗ fuͤssiger Han. 12. Nun seht jhr lieben Teutschen all / wie euch diser Monsier gefall / er hat veracht seins Vatters Tracht / darumb er billich wird verlacht. 13. Wo bleibt die Teutsche Erbarkeit / Zucht / Tugendt / Scham vnd Maͤssigkeit / sie ist verkehrt in Suͤnd vnd Schandt / allhie im gantzen Teutschen Land. 14. Mancher ist acht Tag aussen gewesen / der hat ein new Tracht auffgelesen / vnd will doch gut Frantzoͤsisch sein / ist doch sein Tag nicht kommen drein. 15. Wann man jhn solt Frantzoͤsisch fragen / so wird mancher kein Wort koͤnnen sagen / das Teutsche muß das beste thun / sonst bestuͤnd er mit Spott vnd Hohn. 16. Manchem Vatter gefaͤlt das wol / wann sein Sohn sich haͤlt fein tholl / aber sie muͤssen alle zwen / zum Allo Modo in die Hoͤlle gehn. 17. Der wirdt sie auff ein neue Art / empfangen in der Hoͤllen fahrt / da Monsiur Allomodo sitzt / in der Hoͤllen brat vnd schwitzt 18. Darumb wem noch zu rathen waͤr / der kehr bald vmb folg meiner Lehr / vnd halt sich nach der Erbarkeit / so kriegt er Lob vnd Ehr allzeit. 19. Hiermit sey dises Lied erdacht / all ehrlich Cavallier vnver⸗ acht / ein jeder kleid sich nach seim Standt / so kompt er durch Welsch⸗ vnd Teutschland. ENDE. Show less

Eroberung von Mantua, 1630
Waarhafftige Zeittung / Wegen Eroberung Mantua / Welche Stadt biß ins dritt Jar belaͤgert / geschehen den 10 Julij Anno 1630. durch deß Roͤm: Kays Maystat / Herrn Obristen Wachmeisters Johann Altringers KriegsHeer / vnd was sich darbey zugetragen. Jm Thon: Graf Niclas von Serin / rc. ... Show more Waarhafftige Zeittung / Wegen Eroberung Mantua / Welche Stadt biß ins dritt Jar belaͤgert / geschehen den 10 Julij Anno 1630. durch deß Roͤm: Kays Maystat / Herrn Obristen Wachmeisters Johann Altringers KriegsHeer / vnd was sich darbey zugetragen. Jm Thon: Graf Niclas von Serin / rc. Erstlich gedruckt zu Augspurg. Jm Jahr 1630. VON Mantua zusingen / kan ich nicht vnter⸗ lan / weil vnns die zeitung bringen / das ghabt hab kein bestandt / Keyserlich Majestatte / hat fug vnd recht darzu / darumb durch Gottes⸗Gnade / vnd Ritterlicher thate / bracht ers wider herzu. Herr Obrist von Altringe / ließ sich verdriessen nicht / sein Ernst in diesen dingen / er auffs hertzthafft verricht / ließ stuͤrmen eine Nachte / fuͤnffmal die gros⸗ se Stadt / legt an sein grosse machte / O Menschen⸗ Christ betrachte / was sich begeben hat. Als aber tag ist worden / hat er noch selben Tag / an der Stadt Thuͤr vnnd Pforte / die Warheit sing vnd sag / ein Pedart angeschraubet / da durch must ge⸗ ben auff / die Stadt konnt nimmer Glauben / noch versprochen Vertrauen / mehr nicht halten hier auff. Die Pedart bald zersprenget / die Thore fest vnnd starck / der Hauff sich hinein trenget / da wurd der Handel arg / der Venediger Wachten / wurden nider⸗ gehaut / keim nichts besonders machten / auch kein Person sie achten / auff niemand ward geschaut. Die Stadt war auß gepluͤndert / Christen vnd Juden gleich / Gieng als fort vngehindert / es war Arm oder Reich / was jeder konnt bekommen / weil alles worden Preiß / jederman hat genommen was er hat koͤnn bekommen / ohn vermahnn vnd geheiß. Viel tausend an der Peste / in vieren Monatsfrist / Starb hin der uͤbrig Reste / bald halb verschmachtet ist / Jammer / Angst / Noth vnnd Grause / uͤbrfiel die grosse Stadt / Es war kein einig Hause welches nicht gepluͤndert ausse / erfuhren grossen schad. Bey funffzehen hundert Juden sowol Jung auch Alt / ein Schweres auff sich luden / vnnd solchs folgent gestallt / sie meynten sich zu retten / zuͤnden jhr Gassen an / aber das Teutschvolck thete / das best mit jhrem retten / groͤsserm Schaden vorkam. Sie loͤschten das groß Feuer / mit Ernst vnd aller Macht / Die Juden vngeheuer / man bey stroff zsam⸗ men bracht / wegen jhrer Vntreue / wurdens all nider ghaut / weiln Practick mancherley / von jhnn war im geschreye / das sie ein boͤses Kraut. Fuͤrst von Nivers Stadthalter / hat sich darvon gemacht / Als der Stadt ein Verwalter / vnnd mit sich weg gebracht / Ettlich Tonnen Schatz werthe / aber die Stadt vnd Schloß / kam in alles gefahrte / Die Teutschen als außleherten / theten alln uͤber⸗ druß. Die Blaͤgerung ins dritt Jahre / hat gewehrt mit grossem Schad / manch Hertzleyd vnnd Gefahre / das Land erfahren hat / an der Pest sindt gestorben / Siebentzig tausent Mann / ohn waß sonst ist verdor⸗ ben / oder kein Gnad erworben / Jhr Leben gelassen hat. Weil Blaͤgrung gewehret / hats kost wie wir bericht / gewiß haben anhoͤret / vñ zwar ein schlechtes nicht / uͤbr hundert tausent eben / haben dazugesetzt / jhr bestes Leib vnnd Leben / niemand kans dann was ben / ohn was worden verletzt. GOtt steh vns bey in Gnaden / Laß vns erleben nicht / Dergleichen Leyd vnd Schaden / sein Heyligs Angesicht / woll er zu vns all wenden / vnnd vns ver⸗ lassen nicht / sein Huͤlff vnnd Gnade senden / vnd vns helffen vollenden / diß Welt arg vnd entwicht. Show less

Klag-Lied zum Pasewalker Blutbad, 7. September 1630
Ein Trawriges Klag⸗Liedt. Von der Erbaͤrmlichen Einaͤscherung / vnd endlichen verwuͤstung der beruͤmpten Stadt Pasewalck in Pommern / geschehen den 7. Septemb. Anno 1630. Gestellet durch Einen hochbetruͤbten Mann / welcher es mit seinen Augen schmertzlich angesehen / und selbst viel... Show more Ein Trawriges Klag⸗Liedt. Von der Erbaͤrmlichen Einaͤscherung / vnd endlichen verwuͤstung der beruͤmpten Stadt Pasewalck in Pommern / geschehen den 7. Septemb. Anno 1630. Gestellet durch Einen hochbetruͤbten Mann / welcher es mit seinen Augen schmertzlich angesehen / und selbst viel erlitten hat. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn / etc. Gedruckt Jm Jahr 1630. 1. ACh HErr / du aller hoͤchster Gott / Der du regierest mit weisem Rath / Alles was ist auff Erden / Du weist auch alles was geschicht / Jn dieser Welt in dein Gericht / Und was daraus wird werden. 2. Erkenn doch HErr die grosse Pressur / Darinne beyde Buͤrgr vnd Bawr / Noch heut zu Tag thun schweben / Ein grimmig Volck von boͤsen thatn / Darunter wir leyder / sein gerahn / Thut vbel mit vns leben. 3. Ach HErr sich an die grosse Noth / Die vns leyder getroffen hat / Jm gantzen Teutschen Lande / Deß Bapstes Macht hat vberhand / Wuͤtet vnd tobt mit Fewr vnd Brand / Auch hie im Pommerlande. 4. Jnsonderheit in einer Stadt / Die Pasewalck den Nahmen hat / Mit Thraͤnen wolt ichs klagen / Was fuͤr ein vnmenschliche That / Daselbst sich zu begeben hat / Wann ich es nur duͤrfft wagen. 5. Jch wage es / vnd acht es nicht / Wenn mich der Feind schon sawr ansicht / Die Warheit mus man sagen / Da es der siebend Septembris war / hoͤrt zu / hoͤrt zu denn es ist wahr / Was sich hat zugetragen. 6. Der Obriste Goͤtze ein Merckener / Der kam mit grossem Grim̄ daher / Der Teuffel thaͤt jhn fuͤhren / Da war kein schonen in der Stadt / Das Fewr alles verzehren that / Vnd war kein Gnad zu spuͤren. 7. Man sahe nicht an die Clerisey / So man sonsten verschonet frey / Weder Tempel noch Altare / Man raubte auch weg den Kirchenzier / Den holten sie mit hauffen herfuͤr / Das sag ich euch fuͤrware. 8. Man schonte weder Jung noch Alt / Die Lieb deß Nechsten war sehr kalt / Auch nicht der kleinen Kinder / Ach GOtt wie manches Jungfraͤwlein / Verlohr allda jhr Kraͤntzelein / GOtt straff die gastrigen Rinder. 9. Kein Phalaris, kein Decius, Kein Tuͤrck vnd kein Antiochus, Koͤnten es groͤber machen / Als dieser Goͤtz mit seinem Schwarm / Ach das es GOtt im Himml erbarm / Gar tewr war da das Lachen. 10. O hoͤchster GOtt von Himmelreich / Dir ist ja nichts vnmuͤglich / Straff du die boͤsen Leute / Sich an die klaͤgliche grosse Noth / Die vns leyder getroffen hat / Vnd trifft vns auch noch heute. 11. Denn jtzt noch mus manch frommer Mann / Die Stadt von aussen sehen an / So gaͤntzlich ruiniret. Die noch vbergeblieben sindt / Mit jhren armen Weib vnd Kind / Werden sehr persequiret. 12. Wie seufftzen vnd wie weinen sie / Der einer dort der ander hie / Sehr groß ist das Wehklagen / Wie ruffen vnd wie schreyen sie / Vnd fallen nieder auff die Knie / Laß sie doch Huͤlff erjagen. 13. Jn deinen Haͤnden du es hast / Nim doch von vns die schwere Last / Die vns so tribuliret, Bekehr die zu bekehren sind / Der Goͤtz ist wol deß Teuffels Kind / Wo er sich nicht bekehret. 14. Ja straff O HErre / so viel mehr / Weil es antrifft dein Ehr vnd Lehr / Wie es die Sach ausweiset / Sie meinen die Religion, Mit jhrer Reformation, Das Werck die Buben preyset. 15. Hoͤrt mehr / was sol ich zeigen an / Jch armer hochbetruͤbter Mann / Mit seufftzen thu ichs klagen / Wie man mit Spiessen / Pruͤgel vnd Schwert / Gantz vngehewr vnd vnversehrt / Mich armen Man thet plagen. 16. Jch sprach: Schonet doch O liebe Herrn / Jch wil euch gebn nach ewrem begehrn / Was ich im Beutel habe / Vnd was ich sonstn in der Welt / Vermag an Silber / Gold / oder Gelt / Vnd sonst eine gute Gabe. 17. Wo in euch eine Ader ist / Die Christo zugewogen ist / Bitt ich vmb seinent willen / Schont doch die alten grawen Haar / Was ich euch lob / sol werden wahr / Vnd thut mich nicht mehr knuͤllen. 18. Zeig mir / du Schelm all deinen Prast / Den du heimlich vergraben hast / Oder du must itzt sterben / Jch bin der Teuffel vnd kein Soldat / Zeig mir den Schatz / das ist mein Rath / Wo du nicht wilt verderben. 19. Vnd schlug mich auff die Bregepfan / Das mir daß Blut vom Haͤupte ran / Vnd ruckte die Pistole / Die setzte er mir auff meine Brust / Zu kuͤhlen seine Muth vnd Lust / Fort / fort / das ich es hole. 20. Sie drawten Jederman den Todt / Da war Jammer vnd grosse Noth / Sie rissen alles nider / Zerbrochen alles was da war / Verbrandtens endlich gantz vnd gar / Wenn wirds gebawet wider. 21. Sie pluͤnderten ein jedes Hauß / Vnd zogen vns die Kleider aus / Viel hieben sie zur Erden / Viel wurffen sie ins Fewr hinein / Ach / Ach / wie manches Kindelein / Must in dem Fewr verderben. 22. Jch schrye vnd sprach HErr JEsu Christ / Der du mein Trost vnd Helffer bist / Jm Tod vnd auch im Leben / Jn deine Haͤnde ich befehl / Mich gantz vnd gar mit Leib vnd Seel / Dir thu ich mich ergeben. 23. Jch troͤste mich deins Leidens groß / Dadurch ich werd der Suͤnden loß / Die wirstu nicht zurechnen / Allen Menschen vnd Jedermann / Welcher in wahren Glauben kan / Das Amen dazu sprechen. 24. O Pasewalck du werthe Stadt / Welchs nu das Fewr verzehret hat / Du kanst mir Zeugnis gebn / Das ich betet: HErr JEsu Christ / Der du vor mich gestorben bist / Kuͤrtze mir doch das Leben. 25. Ja GOtt im Himmel dem alles ist / Zu dieser vnd zu aller frist / Wissend vnd nicht verborgen / Der weiß es / vnd wird zeugen auch / Das ich gewesen bin im Rauch / Vnd Fewr / mit grossen Sorgen. 26. Gleicher gestalt der fromme Loth / Zu Sodom aus des Fewers Noth / Eylet nach Gottes willen / Also must Jch / erbarm es GOtt / Eylen wol aus dem Fewre roth / Das niemand konnte stillen. 27. Als Sodoma vnd Troja zwar / Vorzeiten anzusehen war / Biß auff den Grund verheret / Also liegt nun das Pasewalck / Da ist fast mehr kein Stell noch Balck / Das Fewr hat es verzehret. 28. Sie worffen auch mit vngehewr / Die todten Coͤrper in das Fewr / War das nicht zuerbarmen / Ach GOtt von Himmel sehe darein / Schrye manches frommes Hertz mit Pein / Verlassen sind wir Armen. 29. Das war dem Feinde nur ein Spott / Das wir anrieffen vnsern GOtt / Das er vns wolt erhoͤren / Sprachen: Wo ist nu ewer GOtt / Ohn allen zweiffel ist er todt / Odr kan vielleicht nicht hoͤren. 30. Jch kan davon nicht schreiben mehr / Zu singen wird mir auch zu schwer / So sehr bin ich betruͤbet / Die Feder nicht mehr schreiben wil / Die Stim̄ ist heisch mus halten still / Kein Sensus sich mehr vbet. 31. Ein armer Exul ich nun bin / Jch komme wo ich komme hin / Geduldig wil ichs tragen / Muste sich doch auch der HErr Christ / Der vnser aller Heyland ist / Jns Elend lassen jagen. 32. Du frommer Exul, JEsu Christ / Du weist wie dem zu muthe ist / Der so mus Exuliren, Erbarm dich mein du Gottes Lam / Der alle Suͤnde von mir nam / Jch mus sonst desperiren. 33. Laß dir doch mein Exilium, Exilium, Exidium, Sein allezeit befohlen / So ich hinfort gefalle dir / Vnd du denn auch lust hast zu mir / Kanstu mich widerholen. 34. Du kanst auch wiedergeben mir / Vnd allen die vertrawen dir / Viel mehr als ist verlohren. Wann das HErr JEsu lieber HErr / Mein allerhoͤchster Trost nicht wer / Wer besser nie geboren. 35. Du hoͤchster Richter JEsu Christ / Der du der Fuͤrst Michael bist / Lagre mit deinem Heere / Vmb deine werthe Christenheit / Das man spreche in Ewigkeit / Dir sey Lob / Preis vnd Ehre. DEO SOLI GLORIA. Show less

Seeschlacht auf dem Slaak, 1631
Seelender Schlacht. Beschehen auff dẽ 3. tag Septembris disz 1631. Jahrs. Was massen die maͤchtige Spannische Schiffarmada von den Hollenderen bestritten / vnnd groß Guͦt eroberet wor⸗ den. Jm Thon / Wihelmus von Nassawe / bin ich von / rc. Getruckt im Jahr / 1631. MJt lust so will ich... Show more Seelender Schlacht. Beschehen auff dẽ 3. tag Septembris disz 1631. Jahrs. Was massen die maͤchtige Spannische Schiffarmada von den Hollenderen bestritten / vnnd groß Guͦt eroberet wor⸗ den. Jm Thon / Wihelmus von Nassawe / bin ich von / rc. Getruckt im Jahr / 1631. MJt lust so will ich singen / ein Liedli kurtz vnnd guͦt / hilff Gott daß mir gelinge / wie ich es hab im Muͤth: vom Krieg in Ni⸗ der⸗Landen / das Staadisch Heer Siegreich / die Spannisch Macht bestanden / bestritten ritterlich. Ein Dopplete Armada / der maͤchtige Monarch / die zfuͤhren wider dStaaden / außgrüst nach fortel starck / der Koͤnig in Hispanien / dran gwendt viel Gelt vnd Goldt / den Printzen von Vranien / hie⸗ mit bekriegen wolt. Marquis von Sancta Croce / den halben theil der Macht / zu Land mit stoltz vnnd trutze / zufuͤhren sich bedacht / jhr anzahl Viertzig tausent / zu Fuͦß vñ auch zu Roß / wer ist dem nicht solt grausen / ab diser Macht sehr groß. Als starck aber zu Lande / sich die Armada halt / so starck wahr grüst der enden / die zWasser gleicher gstalt / in rüstung deren gflissen / sie die Ertzhertzo⸗ gin / drey gantzer Jahr verschlissen / eh sie vollendt mocht seyn. Außgrüst die Schiff⸗Armadẽ / auffs aller best bestellt / solt seglen wider dStaaden / hat jhro auß⸗ gezehlt / wol erfahrne Soldaten / acht Tausent an der zahl jhr Ordinantz sie hatten / auch vier Haupt General. Graff Johann von Nassawe / war der erst General / Printz Barbansson der Rawe / der an⸗ der an der zahl / der drit Freyherr võ Leyde / der viert war Herr Ruͦpert / mehr Herren gantz gescheide / hand all jhr Künst bewert. Achthundert Pootsgesellen / auff die Armee bestellt / die Schiff fort leiten soͤllen / warend recht abgezehlt / mit Gschuͤtz die Schiff armieret / auff hundert an der zahl / mit Breitschafft außgstaffie⸗ ret / zugricht auff jeden fahl. Auff den ersten September / zu Antorff in der Statt / diese Armada scheimber / den Auffbruch gnommen hat / allda sach zu die alte Künigin in Frãckreich / jhr Hochheit ebner gstaltte / Ertzherzo⸗ gin zugleich. Der Armee im abfahren / der Baͤpstische Legat / der hie zu gegen ware / sBapsts segen geben hatt / Gehr hin jhr Benedeyten / andaͤchtig sie ansprach / schlagt die Vermaledeyten / das Widerspil ge⸗ schach. Hiemit das Spannisch Heere / geruckt von sei⸗ ner statt / die Scheelde hinab fuͦhre / vast guͦten nach wind hat / passiert für dJnsel Tolen / durch das Safftinger Loch / wie Graaff Johann befohlen / seim Schiff zu folgen noch. Das orth dahin sie bscheiden / traff an deß Prin tzen Land / von Bergẽ ab zu schneiden / jhm zreissen auß der hand / den anschlag bald erfahren / Printz Heinrich Friderich / kein fleiß wolt er nit spahren / mannlich zwehr stellen sich. Der Spañier vorhaben / war gricht auff Wil⸗ helms Statt / dahin sich auch begeben / zu Land gleich woͤllen hat / Marquis von Sancta Croce / mit seiner grossen macht / die Statt schnell in eim trutze / einzuemmen war bedacht. Wie dann vmb die Rivieren / nach Brecht vnd Rosenthal / man gsehen fort marschieren / die selb Armee zu mahl. Weil aber diser enden / sgantz Land ins Wasser gsetzt / mußt Marquis zruck sich wenden / hiemit sein sach verschetzt. Es hat vor dem angriffe / Printz Heinrich braucht den List / viel Zihl so zeigt die thieffe / ver⸗ rucken ließ zur frist / hiemit die Pootsgesellen / sSchiffwegs verfehlet hand / den Lauff nit kontend stellen / auff gfahren sind auffs Sand. Die Staaden ohn verzogen / den Auff Lauff gnon in acht / hand erst sich woͤllen wogen / als bald den Angriff gmacht / auff jhre Schiff⸗Armaden / gricht auff ein halben Mon / die Spannier zgast gladen / fruͤndtlich sie thu empfohn. Den andern vmb acht Vhren / gleich zu angen⸗ der Nacht / Printz Heinrich ohn bedauhren / Graaff Hannsen Lehrmen macht / so hart auff jhn getrungen / bschossen so grimmiglich / daß viel ins Wasser gsprungen / ertruncken jaͤmerlich. Ob gleich die Nacht eingfallen / wolts doch nicht werden still / das Gschrey that laut erschallen / man hort der schüssen viel / es wolt kein Parth inhalten / der Mon gab seinen schein / jebe Parth sGlück ließ walten / biß daß der Tag brach ein. So bald es anfieng tagen / hat sich recht mercken lohn / Spannien sich wolt wogen / zum Zihl recht gschaffen stohn: Aber Gott der gerechte / wider vn⸗ grechten Gwalt / gar eyferig thut fechten / hats hie erscheint vielfahlt. Dann als anbrach der Tage / in fruͤher morgen stund / ein Nebel (laß dir sagen) fiel ein macht jrr im grund / die Spannisch Schiff⸗Armadẽ / wußt nicht wo auß wo an / deßhalb dArmee der Staadẽ / sie bald zertrennt hat ghan. Es hat aber besonder / drey gantzer stundẽ lang / (halt es für ein groß wunder) der Staadẽ Gschütz sein gang / der Feinden vber Tausent / mit dem Gschütz hand erlegt / ein Wind von Nordt har brauset / jhr Schiff⸗Armee fein bwegt. Fürbaß der Staaden schiessen / beharrt auff et⸗ lich stund / so lang biß thu abfliessen / das Meer in sein Abgrund / die Spannisch Flotta bstanden / hiemit im nassen Sand / konnt weichen nit der endẽ / fiel in der Staaden hand. Erst jetz recht ernst es gulten / die Staaden zor⸗ niglich / auff dSpannier geschulten / getrungen tapferlich / mit schiessen / schlagen / schlingen / haͤßlich im Kath vnd Sand / das Miserere singen / dSpa⸗ nier glehret hand. Der mehrst theil dFlucht hat gnommen / naher New⸗Foosse Meer / doch mochtens nicht fort kom⸗ men / sMorast sie ghindert sehr / fiehlend auff jhre Knüen / hoch stracktend auff jhr hend / den Staadẽ lauth zu gschrawen / zu gnaden vns auffnempt. Ob man gleich diser orthen / Quartier nicht zgeben pflegt / Jedoch jhr Gschrey erhorte / der Printz zur bermbd bewegt / Quartier zu gen ver⸗ sprochen / jhnen ihr Leben gfrist / die Vmbill nicht gerochen / wie zimpt eim jeden Christ. Hiemit gabend sich gfangen / Viertausent an der zahl / die all drauff werend gangen / vmbs Leben kon diß mahl / viel hohes Standts Personen / für ihre Rantzion / zahlen muͤßt viel Duplonen / soll man sie ledig lohn. Die ersten so dflucht geben / war Johann von Nassaw / Printz Barbanson darneben / der Herrẽ mehr beschaw / Nachts in eim kleinen Nahwen / mit sampt dem Admiral / woltend dem Feind nit trawen / sich kaum salviert diß mahl. So sind auff diser Flotten / zwen Capuciner schlecht / in dhend der Staaden grahten / ein Jesuit wohl recht / leidlich die drey Seelhirten / jhr wol ver⸗ rawte Herd / verwehnt in solch Spil fuͤhrtend / sich selb in gleiche bschwerd. Nicht kan ich vberhupfen / den jamer / noth vnnd gschrey / das heülen / haar außrupfen / der Frawen mancherley / in nach vnnd fehren Landẽ / auch z An⸗ torff in der Statt / als sie solch Leid verstanden / ihr freüd verkehrt sich hat. Was jetz die Herren Staaden / fuͤr mercklich Guͦt vnnd Hab / mit sampt der Schiff Armaden Spañien gwunnen ab? Vngleüblich ist die Sum⸗ men / vber groß ist der Schatz / von Spannischen be⸗ kommen / Holland in disem hatz. Einliff Faͤsslein gezellet / von Gelt vnnd rohtem Gold / der Kriegsmann außerwoͤllet / ist jhm von hertzen hold / deren drüden Soldaten / Graaff Jo⸗ hann geben preyß / als jhm sein Kunst nicht grahtẽ / muͦßt dFlucht nen leider weiß. Mit Gelt blest die Soldaten / in tieffer Wassers Fluͦth / als sie durch woͤllen watten / verwürckt jhr liebstes Guͦth / dann viel darob ertruncken / leidlich vmbkom̄en sind / als sie zu boden gsuncken / sschnoͤd Gelt sie gmachet blind. Hundert siben vnd zwenzig / grosse Stuck von Metall / darzu der Moͤrslen achtzig / fuͤhrt dFlotten vberal / Bulffer viel hundert Thonen / viel Kuglẽ groß vnnd klein / ein gringe zahl Patronen / viel Scherpen in gemein. Vier hundert groß Granaten / zugricht kunstli⸗ cher weiß / die Feind im anschlag hattend / zschiessen mit bestem fleiß / auff dschiff der from̄en Staaden / die zstecken an in brand / doch hands gethan kein schaden / sind in der Staaden hand. Ein Pleiten mit stoß kären / eine mit Kißling stein / vier mit Bier bladen waren / mit schaͤfften auch die ein / mit schufflen / bicklen / laden / auch zwo mit bulffer schwer / mit breitschafft noch vil gladen / den Staadem komblich sehr. Ein anzahl schoͤner waaffen / zrüsten zwey tau⸗ sent Mann / die Staaden auch antroffen / zu jhren handen gnon / vil kostliche kleinoten / Ring bsetzt mit Edelgstein / die Herren bey sich hatten / zierend die Staaden fein. Proviandt bester massen / auff einen Monat halt /dSoldatẽ hand zverprassen / kohn in der Staa den gwalt / die Pagagi geschetzet / fünff tausendt Thaler waͤrt /d Spannier hand vernetzet / ein schiff voll schoͤne pferdt. So fand man auff der Flotten / Mordmesser / band vnd strick / darbey leicht zu errahten / der Span nier arge thilck / wann sie Holland bestritten / jhm moͤchtend gsigen an / theil Staaden vnvermitten / woltend erhencket han. Aber Gott sey geprisen / jhm sey gsagt Ewigs lob / der sein gnad hie bewisen / die Feind gmacht zschanden drob / ein gruͦben sie vns graben / zu stos⸗ sen vns hinein / aber Gott vns erhaben / die Feind gestürtzet drein. Den selben wir all woͤllen / fuͤrbaß mehr walten lahn / vnser sach jhm heim̄ stellen / das steiff ver⸗ trawen han / weil er sein hilff versprochen / sein Kirch erhalten werd / so er jhr vnschuld grochen / dFeind dilget von der Erd. E N D E. Show less

Zerstörung von Magdeburg, 1631
Ein Klag und TraurLied / Vber die Verbrannte vnd Verheerte Stadt Magdeburg / rc. Jm Thon: An Wasserfluͤssen Babylon. Darbey zwey Trostreiche Geistliche Lieder zufinden. Gedruckt im Jahr / MDCXXXI. 1. O Magdeburg du schoͤne Stadt / Verbrunnen vnd zerstoͤret / Weil dich die Suͤnd geritten... Show more Ein Klag und TraurLied / Vber die Verbrannte vnd Verheerte Stadt Magdeburg / rc. Jm Thon: An Wasserfluͤssen Babylon. Darbey zwey Trostreiche Geistliche Lieder zufinden. Gedruckt im Jahr / MDCXXXI. 1. O Magdeburg du schoͤne Stadt / Verbrunnen vnd zerstoͤret / Weil dich die Suͤnd geritten hat / Hat dich Gott nun vmbkehret. Und außgerott die Burger dein / Die vns ein Spiegel worden seyn / Daß wir zur Busse greiffen: Weh vns / weh vns / so wir nicht vmb⸗ Kehren / vnd werden alle fromb/ Dann sonst moͤcht Gott vns schleiffen. 2. O Magdeburg du werthe Stadt / Da Gott sein Herd vnd Feure / Mit dir man starck gebranget hat / Warst gut vors vngeheure / Jetzund schreyt man Rach uͤber dich / Weil du gestrafft so jaͤmmerlich / Jm Rauch bist auffgeflogen / Weh vns / weh vns / so wir nicht vmb⸗ Kehren / vnd werden alle fromb / Auß dem Vnheyl gezogen. 3. O Magdeburg du grosse Stadt / Wo ist dein Schmuck vnd Ehre / Die gangen ist biß an den Phrat / Und biß ans grosse Meere; All Schmuck vnd Zier ist nun dahin / Groß ist dein schad / Klein ist dein gwin / Deiner wird nun vergessen. Weh vns / weh vns / so wir nicht vmb⸗ Kehren / vnd werden alle frumb / Meyden das Sauffn vnd Fressen. 4. Magdeburg du schoͤne Stadt / Von viel Glaͤhrten erhoben / Das facit dir gemachet hat / Den du haͤttst sollen loben: Vo seynd nun deine Schulen viel? Dein Prediger vnd Seytenspiel / Sie thun jetzt alle schweigen: Weh vns / weh vns / so wir nicht vmb⸗ Kehren vnd werden alle fromb / Laster vnd Suͤnden meyden. 5. O Magdeburg du starcke Stadt / Wo seynd nun deine Mauren / Welche dein Feind gestuͤrmet hat / Nicht ohn beweglichs trauren / Dein Cron ist hin / nichts ist dein Haab Gott hat dir gschenckt ein harten Trab / Daran thu gedencken / Weh vns / weh vns / so wir nicht vmb⸗ Kehren alle / vnd werden fromb / Auch dir Brandopffer schencken. AMEN. Ein ander schoͤn Geistlich TrostLied. Jm Thon: Auß tieffer Noth / rc. BLeich wie ein Schwanger Muͤtterlein / fuͤhlet viel Angst vnnd Schmertzen :/: Weil bey jhr ist deß Todtes Pein / vnd greiffet nach dem Hertzen / da weiß sie weder auß noch an / weil jhr niemand huͤlff leisten kan / dañ du HErr GOtt alleine. Wie sehnlich thut sie blicken an / den vmb⸗ stand aller Seyten :/: Sie denckt: Jst nirgend da kein Mann / der mir Huͤlff thut bereiten / daß Kind ist kom̄en zur Geburt / O daß es gschwind geboren wurd / Gott schickt ein selig Stunde. Jesu / dei armes Kiechelein / Jst schwach bey diesen Zeiten :/: Gleich wie ein armes [...] lein thut sie ritterlich streitten. Hilffst du jhr nit / O treuer GOtt / so bleibt sie in der Angst vnnd Noth / den Geist muß sie auffgeben. Wie aber sich ein Schwanger Weib / erfreut / wo ist verhanden :/: Die liebe Frucht vnnd jetzt der Leib / geoͤffnet hat die Banden. Denckt sie nit an die Schmertzen mehr / sondern haͤlts fuͤr die groͤste Ehr / daß sie das Kind geboren. Also laß deine Christen Gmein / baldt wider⸗ umb froͤlich werden :/: Vnnd fuͤhr sie auß der Noth vnd Pein / wie auch auß allen Gfaͤhrten. Auff / auff / O lieber Helffers Mann / nimb du dich deiner Kirchen an / dein Heyl thu jhr baldt zeigen. Vnd ob es waͤrt biß in die Nacht / vnnd wider an den Morgen :/: Laß doch deiner Kindes An⸗ dacht / abnemen nicht vor sorgen. Steh jhnen bey biß in den Todt / vnd errett sie auß aller noth / dein Gnad laß jhnen Leuchten. Amen / Daß ist / es werde waar / sing ich von Hertzen Grunder :/: Mit aller Ausserwehlten Schaar / vnd mit froͤlichem Munde. Kom bald / kom bald / HErr JEsu Christ / mein einig Trost vnd zuversicht / drauff sprech ich nochmal / Amen. Das dritte Lied. Jm Thon: Es ist gewißlich an der Zeit / rc. Es ist gewißlich an der Zeit / daß der Juͤngste Tag wird kommen :/: Drumb steht bald auff jhr Christenleut / vnd freuet Euch jhr frommen. Dann euer Erloͤsung nahet sich / Jhr habt gestritten Ritterlich / vnd das Fel⸗ de behalten. All Creaturen sehnen sich / vor grosser Angst vnd Noͤthen :/: Jn diesen Zeiten jnniglich / weil man dein Voͤlcklein thut toͤdten. O treuer Hey⸗ land Jesu Christ / dein Widerkunfft mein Lab⸗ sal ist / Komb vnd erschein mit Freuden. Das gantze Himmels Firmament / besteht in grossen trauren :/: Es sehnt sich alles nach dem End / vnfried ist in den Mauren. Ein Volck wider das ander sicht / vnnd fragt wenig nach Gottes Gricht / dasselb thut er außlachen. Die Gottlosen der Creatur / schaͤndlich thun jetzt mißbrauchen :/: Die Grechtigkeit faͤllt vor der Thuͤr / die Suͤnd thut trefflich rauchen. Der Sohn veracht den Vatter alt / die Schnur die Schwiger manigfalt / ein Freundt verraͤth den andern. Die Erd vngeschlacht vnd stachlicht ist / we⸗ nig Frucht thut sie hergeben :/: Das macht als endert sich zur frist / vnnd begehrt nicht zu Leben. So komm dann mein HERR Jesu Christ / vnd segne was dein Erbtheil ist / thu vns ewig erfreuen. Die Todten sich schon kehren vmb / in jhrem Grab mit hauffen :/: Sie wollen gern inn der Summ / auß jhrem Grab entlauffen / vnd gehen ein ins Himmels Landt / da sie gesichert seyn vor Schand / Komm Jesu / komm behende. ENDE. Show less

Dialog zwischen Irländer und Lappländer; Dreierlei sächsisch Konfekt; Zwei Berichte über Graf Tylli; Zwei Berichte aus Magdeburg
Sechßerley gantz newe ankom̄ene AVISO, I. Seltzames Gespraͤch / zwey frembder Na⸗ tionen / eines Lap⸗ vnd Jrrlaͤnders / so im Schwedi⸗ schen Feldlager einander vnversehens angetroffen / vnd sol⸗ ches vom Zustand jetzigen Kriegswesens gehalten. II. Dreyfach beschriebenes Confect / von Koͤn:... Show more Sechßerley gantz newe ankom̄ene AVISO, I. Seltzames Gespraͤch / zwey frembder Na⸗ tionen / eines Lap⸗ vnd Jrrlaͤnders / so im Schwedi⸗ schen Feldlager einander vnversehens angetroffen / vnd sol⸗ ches vom Zustand jetzigen Kriegswesens gehalten. II. Dreyfach beschriebenes Confect / von Koͤn: Maj. in Schweden vnd ChurSachsen dem General Tylli vnd seinen Naͤschern bey Leipzig auff einer Breiten Taffel vor⸗ gesetzet vnd gesegnet. III. TYLLIUS POENITENS, Tyllische Judas Buß / vnd da⸗ rauff erfolgete Absolution nach allen dreyen Paͤpstischen stuͤcken / als Rewe / Beicht vnd Gnugthuung / gethan vnd empfangen nach erlittener Leipziger Niederlage. IV. Schwedischer Postbott den verlornen Tylli zusuchen. V. Der Magdeburgischen Dame klaͤgliches Beylager. VI. Magdeburgica puella dormiens, das ist / Nicht todes sondern schlaffendes Magdeburgisches Maͤgdelein. Alles mit Teutschen Reymen zierlich beschrieben / vnd aus vnterschiedenen particularien, so alle lustig vnd kurtzweilig zu lesen / de novo zusammen getragen vnd Gedruckt im Jahr / 1631. DJe Jrrlaͤnder seynd starcke Tawerhaffte Leute / behelffen sich mit geringer Speise / haben sie nicht Brodt / so koͤnnen sie 3. oder 4. Tage gar wol Hunger leiden / essen darvor Wasserkresse / Wurtzeln vnd Graß / wanns auch die noth erfodert / koͤnnen sie des Tages vber die 20. Meilen lauffen / haben neben den Mußqueten / jhre Bogen vnnd lange Messer dabey. Fragt sich ob nit die bunten Fliegen / welche so haͤuffig in Teutzsch⸗ land vor etlichen Jahren geflogen kommen / wie auch die fremb⸗ den Vogel so niemand kennen / vnd vorhin gesehen haben wollen / diese frembde Voͤlcker bedeutet haben? Die Laplaͤnder seyn von Person fast kur⸗ tze niederstendige Menschen / vber 4. oder 5. Schuch nicht lang / tragen lange Haar so in einen Zopff geflochten auff den Ruͤcken⸗ hienunter hangen / haben breite flache Angesichter / schwartzfar⸗ big / ein grossen Kopff / kleine Augen / kurtze Schenckel / die gar krum sind / dann jhre Knie nicht wie vnsere fornen / sondern auß⸗ wartz stehen / vnd sind schnell mit lauffen / vnd springen dermassen / daß jhnen nicht leichtlich nachzufolgen / jhre Kleyder sind von Gaͤmsen oder Reinthieren Haͤuten / vnd das rauche im Win⸗ ter nein / vnd im Sommer rausser kehren. I. Laplaͤnder. DAs dich botz Tausent vnd botz Hundert / Hab ich mich doch bald kranck gewundert / Jch moͤcht mich in die Helle fluchen / Was haben wir doch hier zu suchen / Hier in dem weiten frembden Land / Jst das nicht spott / ist das nicht schand / Daß wir nicht koͤnnen mit Ruh sitzen Daheim / vnd muͤssen haussen schwitzen. Wer Teufel hat den Krieg angefangen / Jch wolt er were schon gehangen / So doͤrfft ich nicht viel hundert Meilen / Hieher zu diesem Lande eilen. Jch seß daheim im Gehoͤltze / From̄ vnd still mit meinem Peltze / Mich daͤucht / es muͤssen feine Leute Hier seyn / daß sie in solchem Streite Leben / vnd jhr eigenes Reich / Verwuͤsten fast der Erden gleich. Ach sieh was seh ich ohn gefehr / Fuͤr einen kommn gewandert her / Gluͤck zu mein Freund / jhr kompt mir fuͤr / Als wert jhr nicht zu Hause hier / Weil jhr so seltzam wunderlich / Auch auffziehet fast wie ich. Jrrlaͤnder. Es mag seyn / jhr habt nicht gelogen / Jch bin fast eben so weit gezogen / Gleich wie jhr / was doch fuͤr Gestirn / Regiert hier daß wir armen Jrrn / So gar weit vber Wasser vnd Land Biß hieher werden abgesand / Hab ich doch nie von diesem Ort / Jemals ein einigs Wort gehort / Jhr der jhr hier fast laͤnger seyd / Erzehlt mir doch die Gelegenheit. Laplaͤnder. Jch weiß zum Hencker selber nicht Wer doch das Spiel hat angericht / Es ist ein Kerl sol Tylli heissen / Den solln wir helffen abeschmeissen. Ein theil heissen auch Jesuiter / Daß sind die rechten ehrlichn Bluͤter / Ein theil heist man die Ligisten / Vnd in Summa die Papisten / Diese Kerl / wie ich hoͤre Wolln alle Gewalt vnd Ehre Jedes Land vnd alles Geld Allein haben in der Welt. Ja sie wollen seyn wie Fuͤrsten : Strotzen wie die Kratzbuͤrsten / Hoͤher wollen solche Limmel. Seyn / als ist der liebe Himmel. Den wil jetzt nun vnser Koͤnig. Geben weder Heller noch Pfennig / Sondern wil sie schmeissen vnd schelten. Daß GOtt vnd sein Wort mehr sol gelten / Darumb vnd auff diese massen / Hat er vns hieher holen lassen / Daß wir diesen stoltzen Kerl / Mit vnsern Laplaͤndischen Querl / Wol vnd offt solln Balsamiren Vnd mit Knittelsalbe schmieren / Sollen sie so lange Treffen / Biß sie wieder zu Sanct Steffen Hier aus diesem Lande lauffen Vnd die Suͤnde dort verkauffen. Jrrlaͤnder. Sihe / Sihe / ist daß die Sach / Je bin ich nicht ein alber Hach / Jch hab von jhren lahmen Fratzen / Lange bey vns hoͤren schwatzen. Aber daß ist gar der Henger Daß dieselben Grillenfenger Vnd die Ehr⸗ vnd Frawenschaͤnder Jetzt verderben so viel Laͤnder. Laplaͤnder. Das ist war vnd zu betrawern / Ach wir armen Lappischen Bawern / Ob vns gleich die weite Welt Fuͤr frech vnd kuͤhne Leute helt Dennoch sind wir noch sanfft vnd milde / Bey weiten nicht so frech vnd wilde Daß vnser eigen Vaterland / Wir also machtn zu spot vnd schand / Vnd vnsers Reichs eigne Glieder Nachbarn / freund vnd vnser Bruͤder Also vmb das jhre brechten / Vnd die Kinder machten zu Knechten. Jch weiß gewiß daß jhr in gleichen Das nicht thut in ewren Reichen Ja in der Wuͤsten Tartary/ Hab ich auch das gesehen nie. Jrrlaͤnder. Botz Kraut vnd Loth / botz Pulver / Bley / So schlage Gott vom Him̄el drein Gehets hier zu so jaͤmmerlich / So sag ich frey / es rewet mich / Daß ich bin in das Land herkommen / Jch hab sonst ein anders vernom̄en / Als wenn es hier in Roͤmischn Reich Zugienge recht vnd schnure gleich / Hier wohnet die Gerechtigkeit Macht vnd Gewalt ohn Krieg vnd Streit / So hoͤr vnd seh ich / daß regiert / Was sich sonst bey vns nit gebuͤhrt / Daß dieses Reich an Tyranney Dem Tuͤrcken vberlegen sey. Ach Hohn vnd Spott / ach grosse Schand / Ach Jammer / Noth / O weh dem Land / Daß sich von vns muß lassen lehrn Wie es sich selbsten kan vermehrn / Jch daͤcht es solte besser seyn / Wenn die hier zu vns kaͤhmen nein / Vnd vns der albern Nation So geben eine Correction. Laplaͤnder. Ja wol geredt / mein lieber Jrre / Ein fettes Pferd das ist nicht duͤrre / Die Leute die allhier thun wohnen / Kan ich mit schelten wol verschonen / Denn jhre Trew vnd Teutzscher Muth Hat sie bracht vmb jhr Hab vnd Gut. Die klugen Spanier vnd die Welschen Wolten mit jhren Gifft verfaͤlschen Diß Land / darzu wolten sie Hier stifften eine Monarchi / Vnd das wil noch zur Zeit nicht seyn / Drumb es sie alle in gemein So hefftig sehre thut verdriessen / Daß sie wollen Leute erschiessen / Ehe die Buͤchse ist geladen Vnd auff trucknen Lande baden. Jch weiß zwar mehr ich wils nicht sagen Es hat sich vielmehr zugetragen. Jhr Bossen sind so grob gestaͤrckt / Daß es ein toͤlpischer Lappe merckt / Zwey Woͤrtlein haben zu letzt ein O Die kuͤtzeln die Jesuiter so. Jrrlaͤnder. Ey nun so las sie jmmer hin Nachleben jhrem Muth vnd Sinn. Wir wollen vnsere Degen vnd Messer / Auch ein wenig wetzen besser / Auff den Tylli vnd die Liege / Auff den Spanier mit der Ziege / Wenn gleich wir als grobe Hachen Mit Cavallieren Freundschafft machen. Laplaͤnder. Da recht mein lieber Jrreman / Wir wollen sehn / wers beste kan / Es ist wol moͤglich daß ein Lappe Ein Welschẽ schmeist auff seine Kappe. Amen. Dreyerley Saͤchsisch Confect. I. ES war ein starcker Tisch in einem Breiten⸗felde Vnd stunden hart darbey zwey fromme Tapffre Helde / Confect war drauff gesetzt so Edel zugericht / Daß man fast weit vnd breit dergleichen findet nicht. Nemlich Religio vnd Regio darneben / Freyheit vnd Dignitet, Gut / Blut / ja Leib vnd Leben / Da kam ein frecher Mann / vnd wolte diß Confect Aus lauter Geitz vnd Haß vom Tische nehmen weg. Die Helden schaweten / wie mit raubrischen Haͤnden Er in geschwinder eyl zugrieff an allen Enden / Darumb der eine kam sehr eyffrig vnd geschwind / Nahm eine Schal vnd schlug dem Raͤuber auff den Der ander sahe / daß er billich war geschmissen / ( Grind. Vnd schlug ingleichen zu frewdig mit gutn Gewissen / Biß daß der Raͤuber ward erschrocken vnd verzagt / Vnd endlich Ritterlich ins freye Feld verjagt. Nu hoͤre liebe Welt / kom her von allen Enden Vnd las dein' Augen sich hieher zur Taffel wenden / Sieh! Was doch Gottes Rath vnd vnbefleckter Muth / Sieh! was Gerechtigkeit vnd gute Sache thut Sieh! die Confect begehrn / die wurden zu Confecten Den wilden Thieren selbst / jhr Blut die Hunde leckten / Den Vogeln haben sie sich zum Confect gemest / Die tragens zum Confect den jungen in jhr Nest. Jhr hoher General der Mann von grossen Thaten / Die Welschen Cavalirs / Signori, vnd Crabaten / Viel grosse Teutsche Herrn Hochgraͤflich vom Pappier / Theils lieffen gar davon / theils liegen Todt allhier. Mich daͤucht ich koͤnte wol jetzt Sprichworts weise sagen: Es kan sich beym Confect zu letzte viel zu tragen / Vnd: es bekoͤmmet dir daß oder jenes ding Wie es mit seim Confect vor Leipzig Tyllen gieng. Jch glaub' es hat dem Herrn gefaͤhlet an Vorschneiden / Die Finnen sind darzu zu grob vnd vnbescheiden / Sie schnitten zwar genug / sie schnitten gar zu viel / Bald arm / bald Koͤpffe weg / vnd endlich strumpff vnd stiel. Jhr weret lieber dort zu Magdeburg gesessen / Vnd hettet vors Confect Kaͤß' vnd Brodt moͤgen essen. Als daß jhr kommen seyd zu kosten Marcepan / Davon jhr seyd verjagt vnd meistentheils erschlahn. Es wundert mich nichts mehr / als von den alten Narren / Daß er so naͤschig ist / vnd wil darnach nicht harren / Wenn er nun essen sol / den sonsten pflegt ein Kind Zu naschen / vnd was nur die jungen Leute sind. Von alten Weibern ists gesaget / daß sie lecken Wie Ziegen gerne Saltz / vnd nicht von alten Boͤcken / Den Naͤschern gehets so / ach Reputation Jst auff einmal vernascht sampt der Munition O Gott / der du nu hast jhnn diß Confect vergifftet / Vnd dir ein ewig Lob in aller Welt gestifftet / Dir sey die Ehr vnd Preiß / dir sey der Ruhm vnd Danck Von Morgen biß hienein zur Sonnen Vntergang. Ach fahre ferner fort so vnsern Feind zu straffen / Regiere jmmer zu so deiner Diener Waffen / Auff daß wir gantz vnd gar erloͤst aus vnser Noth / Hier vnd dort ewiglich dich preisen vnsern Gott / Amen. 2. Tyllisches Confect / so von Koͤnig in Schweden vnd Chur Sachsen den 7. Sept. gesegnet worden. NAch dem schein der klare Sonnen / Pflegt gmeiniglich Regn zu kommen / Ein Sprichwort bey den Teutschen ist / Hats auch erfahren jetzt zur frist / Der edle Held Graff Tylli alt Mit seinn Soldaten mannigfalt / Dann er gehabt recht Sonnenschein Bißher / in dem er gnommen ein Ohn Wiederstand / manch schoͤnes Land Darinnen die Tyrannisch Hand / Seiner Soldatn vbel hausirt Mit Rauben alles ruinirt. Fressen / sauffen / Sodomiterey / Wahre daselbst jederman frey / Wie solches Sachsenland wol weist / Welchs jhn vor allen andern preist / Dann Sachsen jhm so wol gefalln / Daß er vor andern Orten alln Jhme daselbs außlesen wolt Eine Braut / die jhn waͤrmen solt / Jn seinm Alter / sein Lebenlang Aber der Braut war maͤchtig bang / Jhr war bewust sein Blutvergiessn / Drumb wolt sie jhm nicht lassn geniessn / Jhrer Liebe / wehret sich lang Biß er sie endlich mit Fewr zwang / Vnd außzog gantz nackend vnd bloß / Da sasse sie zwar in seim Schoß / Doch nichts als Vnwilln war bey jhr Weil sie verlohren all jhre Zier. Drauff Tylli sie fein troͤsten kund / Mit seinem List vergifften Mund. Wir wollen vns wol wieder schmuckn Mit vnserm Heer in Meissen ruckn Vmb Leipzig wolln wir vns kleiden / Vnd versehn mit vielen Geschmeiden Auch Confect zu vnser Hochzeit / Daselbs spendiren solln die Leut Zu Dreßden alles vnser Leid Verkehrt sol werdn in grosse Frewd: Diß alles aber jhm fehl schlug / Bey jhm ware nichts als Betrug / Drumb jhm die Dam nicht wolt trawen / Sie wolt zuvor das End anschawen. Er kahme zwar mit seiner Armee Jn Meissen gar geschwind vnd geh / Durch blindern bekam er viel geschmeid. Dem guten Meissen war sehr leid / Dann er kurtzumb wolt Confect han: Merßburg must geben Marzepan / Weissenfels Zucker / Feigen Schkeiditz. Das Macht jhm Tylli wol zu nuͤtz / Thut Leipzig mit Gwalt anrennen / Daß sie sol ohn all besinnen / Das ander Confect bringen ein. Leipzig must auch gehorsam seyn Diesem Zwang / sahe an die Noth / Schafft / Pfefferkuchen / Johannsbrod / Datteln / Zimmet / Anis / Candirtz / Zuckerbrod / vnd mehr præparirts / Nuͤß klein vnd groß / auch Mandelkern Diß alles gabe Leipzig gern Thaͤt zum Vberfluß spendiren Weil Tylli Waͤlsch Volck thut fuͤhren Oliven / Capern / vnd Baumoͤl gut / Das macht Tylli ein frischen Muth: Lud zur Hochzeit den Pappenheim Vnd andere Obersten seyn / Der Altringer auch bschrieben war Das der Hauff ja solte seyn gar / Vnd sie in rechtem Jubiliren. Konten jhre Braut heimfuͤhren. Aber weil auffm Weg / ein Regen kam / Diese Frewd geschwind ein Ende nahm. Dem Edlen Rauten Krantz verdroß / Daß er nicht auch der Frewd genoß. Dahin er vielleicht wer kommen / Wenns Tylli recht hett fuͤrgenommen. Dann eben da die Raut gepflantzt / Dacht Tylli solt angehn der Tantz. Derwegen dacht das Kraͤntzelein / Ehe du wilt gar verdorben seyn / Wilt du dich wenden zu dem von Mitternacht Auch hoͤren was dein Nachtbawr sagt. Ob jhnen dein Verderb auch gfall? O nein / sprachen sie vberall. Wir wollens auffm Weg verstoͤren Dem Tylli all seyn Volck verheern / Das Confect jhnen wol gesegnen / Mit Stoͤssen wacker auff sie regnen: Dann bey den Deutschen nicht die Sitt / Daß man in der frembd Gaͤste bitt Wenn man dem Wirt nicht gesprochen an / Daß er sein Hauß woll leyhen dran. Zu dem thut vns gar sehr verdriessn / Daß sies Confect / wolln vnzalt gniessn. Dieser Vnbilligkeit last vns wehrn / Vnd ohn Verzug das Glack verstoͤrn. Weil wirs beysammen treffen an So last vns wacker darauff schlan. Dem Edlen Rauten Kraͤntzelein / Gluͤckt / Gott sey Lob / der Anschlag seyn: Da sie in vollen Luͤsten sassen Kam es mit sein Gferdten prassen. Tylli erschrack / Pappenheim entlieff / Fuͤrstenberg lag in aͤngsten tieff / Wusten weder aus noch ein Pappenheim rieff: bitter die Mandel seyn Fuͤrstenberg / mir die Datteln nicht bekommen Tyll / sie haben Gifft vnters Baumoͤll genommen. Als nun diß Glack verstoͤret war / Die zwungne Braut sich frewet gar / Dacht ich wil mich ergetzen gantz / Riechn an den edlen Rauten Krantz Vnter sein Schatten mich begeben : Er wird mir wiedr bringen das Lebn / Mir vnd allen gedraͤngtn in Sion / Gott gebe jhm dafuͤr sein Lohn. Gott gebe dem von Mitternacht Sieg / Des Rauten Krantzes O Gott pfleg / Sein Nachbawer nim in Schutz dein Davor wollen wir danckbar seyn. 3. Newgedeckte Confect Taffel / so von Koͤn: Maj. in Schweden vnd Chur Sachsen / General Tylli vnd seinen Con⸗ fect Naͤschern vor Leipzig angerichtet. WJe / wie / jhr Bruͤder wie? begehrt jr keine Gaͤste? Ein jeder reist fuͤr sich / vnd legt jhm vor das beste. Je haltet / haltet doch / jhr kriegt noch alle satt / Seyd jhr doch bey der Stadt / da man voll auff gnug hat. Warumb jhr euch so draͤngt? Je kaͤwet doch die Bissen / Ehe jhr daran erworgt / ich moͤchte gerne wissen Wie lang jhr nicht gespeist? Daß / weils euch wird so gut Jhr so verhungerlich / so arg nach suͤssen thut / Daß jhr vor lengst gehoͤrt / nicht aber so begehret / Leert jmmer weidlich aus / jhr solt wol seyn gewehret / Vnd wer es zwoͤlffmal mehr / leert nur die Schalen aus / Hier ist Confect gnung / hier haltet guten Schmaus. Jch bitt euch noch einmal / jhr wolt doch nicht so eylen Dringt doch nicht / reist nicht so / jhr schlagt einander Beulen / Legt nun die Teller hin. Jetzt geht der Bettel an / Da sieht man / was der Geitz vnd grimme Hunger kan / Sie fallen selbst in sich / der reist sich durch den Hauffen / Vermeint er wil voraus die volle Schal erlauffen / Koͤmpt doch vmb halben Kopff. Ein ander engstet sich / Schlegt vmb sich hin vnd her / vnd lest die Hand im stich / Hier sitzen jhrer viel / vnd klagen vbern Ruͤcken. Dort wandern etliche mit vnterstuͤtzten Kruͤcken / Ein jeder zeigt sein Leid / das jhm zu viel geschen / Vnd wuͤnscht / er hette nie das Breitenfeldt gesehn / Wo hastu guter Freund / dein halbes Bein verlohren? Vnd du / was suchestu so sehnlich hindern Ohren? Jch halte / das Pistol / das dich hat auffgeloͤst / Vnd aus Barmhertzigkeit so weidlich abgestoͤst / Jhr doͤrfft sagen nicht / daß jhr nicht gnung empfangen Jst einem jeden doch man selbst entgegen gangen Vnd hat jhm auffgedient. Da koͤnnen wir nicht fuͤr / Das mancher viel von sich / vnd wol selbst lest hier / Das seyd jhr selbsten schuld / Die dreissig Fuder Weine Gehn / seh ich / wol von euch jhr schweisset wie die Schweine Die Schincken / Heringe / Lax / Kese / Fische / Speck / Habt jhr zusehr versucht / vnd gebt sie roh hinweg. An Zucker / Voͤgelein / Muscaten Bluͤt vnd Nussen Hat auch bey dieser Lust kein mangel vorgehn muͤssen / Wie man zu Felde pflegt. Vnd wie der Schwede thut / Den Freunden / wie jhr seyd / das Mahl lest wuͤrtzen gut. Jhr habt viel hundert Pfund von besten Coriander. Mit frischen Kraut / vnd Loth / erhoben vnternander. Das wertste Zuckerbrot / den staͤrckesten Aniß Der manchen Geitzigen kaum Zeit zu sterben ließ / Habt jhr wol außgemacht. Die Mandeln in den Schalen So viel auch in dem drang vmbs Leben musten zahlen / Bekamen auch so wol / das auch schon in der Flucht Sie mancher hin vnd her ohne auffstehn gesucht. Die Pflaumen / trucken gnug / die woͤrgenden Oliven / Habt jhr / wie starck sie seyn / an euch wol koͤnnen pruͤfen / Voraus verfungt jhr euch an vnsern Marcipan / Ob er verderbete so manchen frischen Zahn / Ja manchen frischen Bauch. Man hat euch zugemessen / Was jhr in ewer Schrifft vnd Zettel doch vergessen / Ob gerne / weiß ich nicht / das Baumoͤl / welches euch Aus Kopff vnd Leib erpresst so mancher derber streich. Nun laufft jhr Bruͤder / heim / vnd nehmet so verwillen: Habt jhr noch andre mehr / so jhren Hunger stillen Auch wollen hier / wie jhr / hier ist Confect / Doch saget jhnen auch / wie gut es euch geschmeckt. Kuͤchen⸗ vnd Tafelzettel / so General Tylli Abends vor der Schlacht von Leipzig begehret. 30. Fuder Wein. 80. Truckene Schincken. 24. Tonnen gute Butter. 80. Seiten Speck. 60. Maß Weinessig. 12. Tonnen Lampreten. 12. Tonnen frische Heringe. 600. pf frische Fische auff morgẽ 100. Hollaͤndische Kaͤß. 24. Faͤßlein Neunaugen. 24. Faͤßlein Sarteln. 60. pfund Zucker. 24. pfundt Negelin. 15. pfund Zimmet. 40. pfund Bluͤt. 20. pfund Muscatennuͤß. 12. pfund Saffran. Confect. 80. pf. vberzogen Anieß. 80. pf. vberzogen Coriander. 80. pf. vberzog Mandeln. 80. pf. vberzog Zimmet. 80. pf. vberzog. Negelin. 80. pf. Bisem Zuckerbrodt. 80. pf. Candirt Confect. 80. pf. Datteln. 80. pf. Zwiwetnuͤssel. 200. pf. Ambrosin Mandeln. 200. pf. Grosse Rosinen. 60. pf. Mandeln in Schalen. 70. pf. Eingemacht Lugnaten. 80. pf. Brunellen. 80. pf. Grosse Marcipan. 200. pf. Capern. 200. pf. Oliven. 24. pf. truckne Pflaumen. 30. Wispel Haber. III. TYLLIUS POENITENS Tyllische Judas Buß / vnd darauff erfolgete Absolu⸗ tion / nach allen dreyen Paͤpstischen Stuͤcken / als die Rew / Beicht / vnd Gnugthuung / gethan vnd empfangen / nach erlittener Leipziger Niederlage. WEr seiner staͤrcke trawt / prangt mit viel steten sie⸗ Wil sich nit fuͤr der macht deß grossen Gottes biegen / ( gen / Vnd fast bey guter Zeit jhm gar zu hohen Wahn / Der komm vnd sehe mich / Ach mich ! jhr Menschen an. Das Gluͤck hat nie so wol gegeben zuverstehen / Wie schnell vnd vnverhofft die Stoltzen vntergehen / Als ich jetzt zeugen muß. Denn ich mit frevler That Veracht / schawt nun mein End. Worzu geholffen hat Mein frecher Vbermuth / daß ich mich auch verwegen / Jch konte Koͤnige zu meinen Fuͤssen legen. Doch bracht ichs ziemlich weit / daß meiner Thaten Zahl Jn weiser Leuten Schrifft geruͤhmt wird vberall. Den stoltzen Friederich hab ich gar bald gedämpffet / Als ich ein grimme Schlacht jhm sieghafft abgekaͤmpffet / Die Muldaw schwelt sich auff / flos schneller nach der That Weil sie des Menschen Bluts zu viel getruncken hat. Der Prager Weissenberg siht man noch hoͤher stehen / Vnd groͤsser als zuvor sich selbsten vbergehen / Von todter Leute meng. Vnd also lehrt ich fein Wie schlechten frommen's brecht dem Keyser trewlos seyn. Das Land dann bliebe mir: Jch lies mich nicht begnuͤgen / Zog hin nach Heidelberg daß sich noch keines Kriegen Noch Streits versehen hat / vnd bote deme Trutz Der meinen Keyser trutzt / der Vortheil vnd der Nutz / Den jch hierob bekam / war / daß ich fort kont gehen / Jm gantzen Teutschen Land mich besser vmbzusehen / Ob moͤcht zu finden seyn der meine Tugend wetzt Jn meinem Helden Blut sein blancken Degen netzt / Den ich doch nirgends fand: Fuͤr meinen kuͤhnen Waffen Kont kein Held / wer er auch / was fruchtbarliches schaffen. Der alte Durelach / der junge Christian / Was brachten sie darvon / als Stoͤsse / von dem Plan? Daß wirstu schoͤner Mayn / du Necker Zeugnis geben / Du Haͤckeltragend Land weist auch wol vmb mein Leben / Als dein sonst feuchte Erd / dein Wasserreiche Hut Noch viel mehr feuchter ward von meiner Feinde Blut. Diß staͤrcket mir den Muth / daß ich mich dorffte wagen / Vnd mein feindselig Schwerd auch Dennemarck an tragen. Ein oͤffentlich Gewalt war da mein recht / darumb Trieb ich vier gantzer Jahr jhn in dem Feld herumb. Biß er fuͤr meiner Macht aus Teutschland muste fliehen / Hin nach der wilden See. Jch kont jhm doch nachziehen / Vnd zwang jhn mit Gewalt zum Frieden wie ich wolt / Daß er das Teutsche Land nicht mehr betruͤben solt. Hierdurch that Fama nun mein Lob sehr hoch verehren / Vnd wolt der Sternen Zahl nun auch mit mir vermehren / Daß mir doch wird verwehrt / weil mein verhengnis koͤmpt / Das neben Gluͤck vnd Sieg auch allen Ruhm wegnimpt. Hier ist das Ziel gesteckt. Was Jcarus vermessen / Vorlengst begegnet ist / das hab ich bald vergessen / Darumb ich gleiche Straff jetzt mit jhm leiden muß. Dann als ich nun erlangt ein Vogelfreyen Fuß / Wolt ich mein durstig Schwerd an Schweden besser scherffen / Vnd gleich wie andere zu meinen Fuͤssen werffen / Daß mir doch nicht bekam. Durch freye Sicherheit Der Meinigen / gewan daß Gegentheil die Zeit Vnd auch den Sieg darzu. Den ich mit stoltzer Nasen Verspottet offt zuvor als ein gehelmten Hasen / Der lehrte mich erst recht / was sey vnd heisse Krieg: Ein Feind den man verlacht / der hat schon halb den Sieg. Doch wolt ich alter Fuchs jhm noch ein Tuͤck beweisen / Vnd Magdeburg die Braut aus seinen Haͤnden reissen / Welchs ich auch gluͤcklich end / vnd meinen krancken Muth Der fast erlegen war / frischt in der Ketzer Blut. Biß mein Vermessenheit sich wolte weiter schwingen Dort nach der Meißner Land / dem Sachsen Grablied singen. Ein vngezaͤhmte Lust trug mich nach Leipzig hin Da wolt ich meine Hand / vnd halberquickten Sinn Vollkoͤmlich stercken noch: Hier wolt ich lesen koͤnnen Das suͤsse Lab Confect / vnd stercken meine Sinnen: Hier solt mein trewes Volck die wunder suͤsse Speiß Des Saͤchsischen Confects einst kosten nach der Reiß / Worauff es lang gewart. Ach aber was geschiehet / Daß / was ich gesucht / darumb ich war bemuͤhet / Kam mich gar sawer an. Das liebliche Confect Jn Salsen ward verkehrt die viel zu bitter schmeckt. Der Schwedisch Wasserhund / hat schon den Sachsen Jaͤger Die Krieges Kunst gelehrt / der alte Hasenhaͤger Griff mich bey Leipzig an / vnd bracht mir einen Tantz Worzu der Schwed jhm halff / vnd ich verlohr die Schantz. Mein schoͤnes Kriegsvolck ward bey nahe gantz erschlagen / Daß ich selbst schwer entkam auff einem Bawerwagen / Mein hocherarntes Lob das weit vnd breit bekant / Vnd ewig solte seyn / liegt nun im Koth vnd Sand. Des Gluͤckes Wanckel Muth / dem Gott verbeut zu trawen / Die hab ich lengst zuvor von fernen koͤnnen schawen / Jch hab es frey gesagt / vnd schon vor diesem weit Auch noch zu Regenspurg gar recht gepropheceyt. Der abgefuͤhrte Schwed vnd Schwedens sein Geselln Der Sachsen Oberhaupt / hat mich nicht von der stelln Jn solches Leid gebracht; Das Vngluͤck koͤmpt von mir / Jch hab es selbst gemacht / die Vrsach die ist hier. Jch bring mich in die Noth / weil ich ohn Recht vnd Sitten O nicht mehr Magdeburg dich hab durchs Schwerd bestritten Vnd auff dich selbst gefellt / weches (Ach Jammer / Noth Vnd schwere Hertzens Angst) mich jetzund quelt zu todt. Jch sehe noch vor mir die Zierde des Gemaͤwers / Wie alles war vmbringt von der Gewalt des Fewers / Wie Keyser Ottens Hauß raucht von der Flam̄en brandt / Noch schreckte dieses nicht mein Blut getrenckte Hand Die dieses alles Stifft. Die Stadt ward gantz gepluͤndert Jn dem der dicke Rauch das Liecht des Himmels hindert / Die Gassen waren gantz mit Leichen vollgefuͤllt / Durch beyden alters Volck: manch junges Weibesbild Vnd mancher Juͤngling auch ist durch das Schwerd zerhawen. Doch war ich nicht bestuͤrtzt. Jtzund thut mir erst grawen Fuͤr der betruͤbten Stadt / die ich durch Fewers Macht Vnd grosse Wuͤterey ins finster Grab gebracht. Das bricht mir Hertz vnd Muth / bringt mir viel newe Plagen Das vnverschuldte Blut macht mein Gewissen zagen / Vnd lest mich mein nicht seyn. Ja mache was du wilt / So wird doch jmmerzu das schrecklich Ebenbild Vor meinen Augen stehn. So das ich auff der Erden / Kein einig Mittel weiß des Schreckens loß zu werden / Es sey denn daß ich folg dem Sprichwort welches sagt: Wenn eine Klosterkapp Verzweifflung nicht verjagt / So sey der beste Trost sich nur bald selber hencken. Nun lest die grosse Angst mich nur nicht recht bedencken / Welchs besser sey zu thun. Der Priester mahlt mir fuͤr Ein feine Klosterart / vnd mein Gewissen / hier / Spricht / hastu diesen Strang / der vielen ist gewesen Ein Stuͤck / dadurch sie von Verzweiffelung genesen. Jch dencke hin vnd her. Bald mir der Strang gefellt / Bald hab ich meinen Trost auffs Kloster nur gestellt. Doch hab ich endlich noch den Schluß bey mir genommen / Jch wolt durch diesen Weg dem Teuffel noch entkommen / Vnd in der Klosterklauß abhelffen meinem Leid / Gefellt es mir denn nicht / bin ich zum Strang bereit. IV. Schwedischer Postbot den verlornen Tylli zu suchen. I. JCh bin ein Postboth außgesand / Vom Koͤnig in Schweden in alle Land / Dem Monsieur Tylli nachzufragn Der sich aus Meissn hat lassen jagn Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 2. Jhr kuͤhn Soldaten Knecht vnd Herr / Auch Marck Brandburg Meissen vnd Die jhr / da man Allarm hat geblasen (mehr Geflohen seyd als wie die Hasen Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 3. Du arme Buͤrgerschafft zu Hall Sag mir das ich wissen mag bald / Ob man vnter deim Putzel Gsind / Den armen Tylli auch nicht find / Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 4. Sagt mir armen Bawers Leut / Die jhr von Hauß vertrieben seyd / Vnd jetzt in Berg vnd Waͤld muͤst lebn Hat er sich vnter euch begebn Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 5. Altringr vnd Goͤtz / sein Freund gar gut Die gwiß sein Vngluͤck schmiertzen thut Die jhr gwest seyd sein Trost allein Sagt wo mag er hingflogen seyn Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 6. Jhr Moͤnche vnd Jesuiten Sagt wo er ist hingeritten Jst er nicht kommen euch zu klagn / Wie er so elend sey geschlagn Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 7. Du Tylli als der Papistn Gott So jhm gerathen zu diesem spott Vnd gmeint dein Brudr Altringr sol Dir helffn Land vnd Leut bestreitn wol Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 8. Jhr Kauffleut so in Spanien ziecht Verlangt den gescheiden Tylli nicht / Zu sehn den arm verlornen Sohn Der in Meissn ist gloffn darvon Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 9. Jhr Botn so stets geht vberland / Jst euch nicht auff der Straß bekant Ein alter Gsell in gstuͤtzten Bart Der also gieng jetzt vbel hart / Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 10. Jhr Nonnen in Klostern mich bericht Habt jhr jhn arrestiret nicht / Dieweil er euch ist schuldig viel Vnd hat zum zahlen keinen Will / Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 11. Secht wol jhr Jacobs Bruͤder frumb So im Land hin vnd her zieht vmb / Ob nicht in ewren Bilgram Gwand / Ein Graff Tylli steck vnbekand Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 12. O Camerat / O Pappenheim Weil Tylli Confect gnommen ein Vnd jetzt vielleicht bey nah vmbhinckt / So schreyt einmal: Der Tylli trinckt / Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 13. Jhr Herren vbern armn Spital / Vnd Todengraͤber allzumahl Jst bey euch nicht ein armer Tropff Dem sehr zerschlagen ist der Kopff / Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 14. Jch moͤchte gleichwol gerne wissn / Wo er sich eylends hat hin verschlissn Das man doch nicht erfragen kan Jch weiß er koͤmpt noch auff die Ban Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch 15. Jch bin schier muͤd mag nicht mehr fragn Auff jhn wil ich ein trinckgeld schlagn Wer mir zeigt den verlornen Mann Mit dem theil ich das Botenlohn Ey lieber sagt wo find ich doch Den verlornen Graff Tylli noch? 7. Klaͤgliches Beylager der Magdeburgischẽ Dame / so sie den 10. Maij 1631. mit jhren Blutduͤrstigen Gemahl den Tylli gehalten. ACh Gott! ach hoͤchster Gott / jetzt ist der Tag auffgangen / Da sich das Hochzeitmal hat klaͤglich angefangen / Jetzt tregt man sawer auff / an statt der Suͤssigkeit / Jetzt gehet Klagen an vnd grosses Hertzeleid / Der newe Braͤutigam̄ hat viel darzu geladen / Obs gleich der Jungfraw Braut gereicht zu grossen Schaden / Die Hochzeit speisen sind das rothe Menschẽ Blut Vnd jhr verstorben Fleisch; Wer kan seyn wolgemuth. Wie kan ich dich denn nu von gantzen Hertzen lieben / Weil du zur Vngebuͤhr mich thust so sehr betruͤben? Jch mag noch sol fuͤrwar dein liebster Schatz nicht seyn / Jn dem du mit Gewalt mir nimpst mein Kraͤntzelein. Nimb hin den Leibes Krantz / den du hast offt begehret / Nim hin mein Jungfraw Kleidt / so dir jetzt ist bescheret / Wer weiß ob dieser Krantz nicht ist dein Vntergang / Wer weiß ob dich das Kleid nicht macht schwach vnd kranck / Du hast dem Leibe nach / mich zwar gemacht zu Schanden / Doch ist die Jungfrawschafft der Seelen noch verhanden / Der kanstu mich (nechst Gott) berauben nimmermehr Wenn du gleich fuͤr vnd fuͤr auch wuͤtest noch so sehr. Ein ander liebet mich / eim andern wil ich geben Den gruͤnen Seelen Krantz' / der wird in jenem Leben Mein liebster Braͤutigam seyn / vnd ich die liebste Braut / Weil ich durch Gottes Wort jhm gaͤntzlich bin vertrawt. VI. Magedeburgica PUELLA DORMIENS. Nicht todes / sondern schlaffendes Magdeburgisch Maͤgdlein. Unus corruptio est. alterius generatio Eines Dinges Vntergang ist Des andern Anfang. OB gleich der freche Papst sich nunmehr lest be⸗ duͤncken / Das Elben Maͤgdelein soll vnd mus gar versincken / Jns Elend vnd Gefahr / in angst vnd grosse Noth / Jn stete Dienstbarkeit / ja biß in letzten Todt. Wie dann schon allbereit der anfang ist gemachet So grawsam / das darob der Teuffel selbest lachet / Hingegen ist betruͤbt die Goͤttin Tyranney / Daß sie in Grawsamkeit selbst vberwunden sey / Denn sind die Wolcken nicht von dieser Glut erhitzet / Hat nicht die Erd' allda fuͤr Hitz' vnd angst geschwitzet? Von klagen vnd geschrey war dort die Lufft erstart / Ja von der Coͤrper Last die Elbe muͤde ward. Was sag ich aber viel / was wil ich davon klagen / Welchs die vierfache Welt wol besser weiß zusagen / Wie das nu Magdeburg ein Ruhm vñ Zierde sey Ein Jnhalt vnd Begriff der groͤsten Tyrannen / Nu sey jhm wie es wil / es mag gleich also gehen / Wil ich mich gleichwol das zu sagen vnterstehen: Das Maͤgdlein ist nit todt / es schlaͤfft / vñ wird gar Auffwachẽ / deñ es ist noch gaͤntzlich nit erkalt. (bald Jetzt wird es angeweht von einem sanfften Winde Ob gleich aus Mitternacht / doch lieblich vnd gelinde / Wer weiß ob nicht zugleich noch Einer ohn gefehr Mit webet / koͤmpt er gleich nit dort võ Bamberg her. Mich deucht / ich seh sie schon / sie faͤngt sich an zu regẽ: Sie wird sich wiederumb zur Rechten Seiten legen / Wie ists? Hab ich jetzund gleich nit gar recht gesehn Es wird durch GOttes Huͤlff auffs ehste doch ge⸗ Deñ der gerechte Gott kan jhr nit so vergessen / (schehn Ober gleich jetzund hat mit straffen still gesessen / Er wird mit schwerer Rach ja seine Lindigkeit Verbittern / wann es jhm gefellt / zu rechter Zeit. Kein vngluͤck vnd gefahr hat noch niemals die from̄en Bedraͤnget / daraus nicht was gutes were kommen / Es ist noch vngewiß / wem diese zarte Braut / Jn aller Froͤligkeit sol werden anvertraut Der Krantz ist zwar dahin / der sie von aussen zieret / Jedoch ist sie jetzt noch an Keuschheit vnberuͤhret / Die Jungfraw macht den Krantz / ein Krantz die Jungfraw nicht / Durch einẽ blossen Krantz wird wenig außgericht. Sie hat allein den Krantz / so war gemacht von haͤndẽ / Dem Feinde dargereicht / vnd sich nicht lassen schaͤndẽ / Hierdurch bewiesen wird; Sie sey auch hinfort nu Ein keusches Jungfraͤwlein / vnd bleibets jmmer zu. So wird auch dieser Krantz nicht gar zerrissen bleiben / Jch seh ein Bawm davon auffs newe wol bekleiben / Gewiß derselbe Bawm viel scharffe Fruͤchte traͤgt / Weil seine Wurtzel ist mit Waffen angelegt / Geschichts nicht allezeit? Wenn was ist vntergangen. Das sich pflegt wiederumb ein anders anzufangen / Es ist Natuͤrlich sonst das eines Vntergang Ein anders Vrsach giebt / zum Wesen vnd anfang Nun trage lieber Bawm so viel vnd scharffe Waffen / Das man den / der dich hat gepflantzet / moͤge straffen / Es ist gar nit vnrecht / das man die fruͤchte schenckt / Dem Gaͤrtner / der dem Bawm allhier hat einge⸗ senckt. ENDE. Show less

This site is currently password protected.