Unwetter in Erfurt, 1627
Ein Erbaͤrmliche newe Zeitung. Von dem erschrecklichen Wunderwerk / so sich im Thuͤ⸗ ringer Lande / vber der Hoch vnd weitberuͤhmbten Statt Erffurt in Wolcken begeben vnd zugetragen hat. Jm Thon: Es ist gewißlich an der Zeit / rc. MErckt doch O liebe Christenleut / was newlich ist geschehen /... Show more Ein Erbaͤrmliche newe Zeitung. Von dem erschrecklichen Wunderwerk / so sich im Thuͤ⸗ ringer Lande / vber der Hoch vnd weitberuͤhmbten Statt Erffurt in Wolcken begeben vnd zugetragen hat. Jm Thon: Es ist gewißlich an der Zeit / rc. MErckt doch O liebe Christenleut / was newlich ist geschehen / in dieser sehr betruͤbten zeit / vnd thut solches voll verstehen / dann es ist war vnnd kein gedicht / daran ich euch will liegen nicht / vnd kurtzlich thun vermelden. Es seind nunmehr gantz wolbekandt / die grossen Gottes Straffen / die er fast schickt vber alle Land / in diesen letzten Tagen / darumb O Mensch thue Buß bey zeit / dann der Juͤngste Tag ist nit weit / wann Christ der HErr wird kommen. Als man zahlt tausend sechshundert Jahr / sieben vnd zwantzig darneben / hat sich mit schrecklicher gefahr / den fuͤnffzehenden Mertzen eben / zu Erffuhrt in Thuͤringer Landt / welches manchen Menschen wolbekant / diß Wunder groß begeben. Ein grausam Wetter ist kommen baldt / welches schrecklich anzuschawen / mit grossem Hagel mannigfalt / hoͤrt zu jhr Mann vnd Frawen / welches viel Baͤum vnd Haͤuser schnell / darzu das Vieh wol auff dem Feld / so jaͤm̄erlich erschlagen. Als solches geschehen jetzund merck / wie ich euch thue kuͤnden / hat sich ein schrecklich Wunderwerck / am Him̄el lassen finden / nemblich drey Soñen gantz Blutroht / die Leut waren in Angst vnd Noht / schryen nach Gott dem HErrn. [...] schrecklichst Wunderwerck / welches hierbey ist geschehen / ein graw⸗ sam [...] merck / thet auß den Wolcken gehen / gleich einem grossen Doñerschlag / daß man vermeint der Juͤngste Tag / werd allda sein vorhanden. Ein Mann geharnischt thete stehen / wol auff zween halbe Monde / in seiner rechten hand ein Fahn / thet er da zeigen schone / an seiner Seit fuͤrt er ein schwert / darab die Leuth so sehr verfaͤrht / stunden in grossen Noͤthen. Er rieff mit schrecklichem Geschall / wol zu den Menschen eben / ich will euch zeigen gantz zumal was sich bald wird begeben / dann der Tuͤrck wird sich machen auff / mit seinem Volk so grossen hauff / wider die Christen streiten. Wann er dann wuͤtet grewlich sehr / so gar auß frischen Muthe / als dann wird kommen Gott der HErr / rechen der Christen Blute / vnd jhm ein Schrecken ja⸗ gen ein / daß auch die Christen sonder pein / jhn gantz zumal erschlagen. Wann das auch wird geschehen seyn / welchs ich auch jetzund melden / als dann wird wachsen Korn Wein / vberfluͤssig in den Felden / dann wird man keinen Krieg nit mehr / sehen noch spuͤren / nah vnd ferr / gut Fried wird seyn vorhanden. Aber dann wird es sterben sehr / rufft der Mann noch auffs letzte / die Leut wird suchen Gott der HErr / mit der grawsame Peste / darnach als er verschwunden schier / kamen zween Engel daher fuͤr / wol in gruͤnen Gewande. Der eine rieff vber die Erdt / O wehe jhr Menschen Kinden / hat in der Handt ein blutig Schwert / wie ich euch jetzt thue kuͤnden / der ander hat ein blutig Ruht / was solches nin bedeuten thut / stehet bey Gott dem HErrn. Auch darneben sahe man stahn / den Todt mit einem Pfeile / der schuͤß viel Menschen auff dem plan / so gar in kurtzer weile / darvon die Leuth so sehr er⸗ schreckt / ein grawsamb Forcht bey jhnen erweckt / weiter hat man vernommen. Einen Weinberg an deß Himmels Thron / voll schoͤner Trauben eben / wie diese Figur euch zeiget an / auch Weitzen darneben / ein Stimm hernachmals al⸗ so sprach / solches wird kuͤrtzlich folgen nach / im 28. Jahr. Als dann wird ein herliche Zeit / widerumb auff Erden kommen / wie solches die Figur andeut / vnd kuͤrtzlich habt vernommen / darnach wird auch das Endt der Welt / wie vns zuuor ist angemelt / kommen in schneller eyle. Also habt jhr allhie gehoͤrt / diß grewlich Wunder eben / darumb jhr Leut euch bald bekert / thut euch zu Gott begeben / so wird er euch die Seligkeit / dar von vns lang gepropheceyt / nach diesem Leben schencken. Gedruckt zu Franckfurt am Mayn / im Jahr 1627. Show less

Dialog eines Schweitzers mit einem Landsknecht
Newe Zeitung auß dem Marggraffen Land. Von den selbigen Soldaten / die jetz lang da⸗ rinn gelegen / vnd sich noch taͤglich vermehren / da ist ein Ge⸗ spraͤch von einem Schweitzer vnd Landtsknecht gehalten worden / wel⸗ che einander jhre vorhabende anschleg entdeckt / vnd ein jeder sein meinung ... Show more Newe Zeitung auß dem Marggraffen Land. Von den selbigen Soldaten / die jetz lang da⸗ rinn gelegen / vnd sich noch taͤglich vermehren / da ist ein Ge⸗ spraͤch von einem Schweitzer vnd Landtsknecht gehalten worden / wel⸗ che einander jhre vorhabende anschleg entdeckt / vnd ein jeder sein meinung geruͤhmt vnd sonderlich der Landtsknecht / wie sie diß Sommers zeit / das Gelt im Schweitzer Land mit den Huͤten Theilen woͤllen. Welches der Schweitzer widersprochen vnd den Landts⸗ knecht befragt / von der Dienstmagt / die von einem derselben Soldaten vmb jhr Ehr angesprengt ward / hat er jhm gsagt wie sie sich so mannlich ghalten vnd jhr Ehr errettet vnd mit mannheit dem Soldaten sein halß abgschnitten Gestelt durch S. P. V. A. Jn der weiß / wie das Lied von Muntobang. Getruckt auff dem Fundament / mit verwilligung Herr Erhart Digel von Ertzburg / 1617. MErckt ich bringen har / new zeittung fuͤrwahr / auß dem Marggraffen Landt / wie es da zugeht / vnd im Lande steht / dz macht euch diß bekandte. Zwentzig tausent man / find kommen dahar / ins Marggraffen Lande / so gschwind wie der wind / vnd der Bawren Feynd / mit vbermut vnnd gewalte. Roͤttelen namens eyn / die Flaͤcken all gemein / vnd Hochberg die Veste / brach⸗ ten mit sich vil gschuͤtz wer weißt was das nuͤtzt bedentet froͤmbde geste. Darunder waren zwar / die da kamen dar / Reuter vnd Landtsknchten / die ha⸗ ben guten mut / weil Speiß vnd Tranck sehr gut / Gott stande bey dem grechten. Allerley gesind / gwuͤßlich man da findt / wol versucht Soldaten / die warten auff gut gluͤck / oder auff boͤß duͤck m Spieß vnd Hallebarten. Der Schweitzer spricht zum Landtskrecht. Mir Schweitzer gfalt das nicht daß diß Volck so nach ligt an den Schwei⸗ hzer Grentzen / vnd sprach den Landtsknecht an / was sie vor jhnen han: Er sprach du magst wol dencken. Der Landtsknecht sagt zum Schweitzer. Vil Lender sin jetz zumal / durch Krieg verderbet [...]ar hauß nam̄en ein Lande / Helvetia genant / das war dem Schweitzer bekandt / er sprach zu jhmar balde. Schweitzer. So jhr kom̄end har / werden jhr fuͤrwahr frische Schweitzer finden / auch er⸗ fahren gschwind / daß wir nit bald stehend / zu ruck von vnseren Feynden Landtsknecht. Wir Landt knecht haben frey starcke Reuterey / vil grob Gschuͤtz darneben / mit vil wehr vnd gwalt euch anzugreiffen bald / wir kommen nicht vergeben. Schweitzer. Wider ewer trutz / deß gleichen groß gschutz Gott vns wol bewahre / weil wir jm vertrawt / vnd vest auff jhn bawn / laßt vns nichts widerfahren. Landtsknecht. Durch vil volck fuͤrwahr vnd groß Gschuͤtz voran / kan man euch vmbringen / mehr dann an eim ort / sag ich mot eim wort / wirt man vil volck bringen. Schweitzer. Das mag gar wol seyn / jhr kemmen wol hineyn dann das loch ist offen / aber bsich den waͤg / vnn bschaw den schmalen staͤg / auff daß jhrs [...] [...]raͤssen. Lantsknecht. Gend auff ewer platz / vnd deß Keysers Gsatz / thund nit widerstreben / sonst wer en jhr gar bald / durch sein gschütz vns gwalt / Leib vnd Gut auffgeben. Schweitzer. Der Oberkeit feyn / soll man ghorsam seyn / das har Gott gebotten / doch in sol⸗ cher gstalt / daß sein Ehr vnd gwalt / bleibt vnverachtet. Landtsknecht. Keyser vnd Koͤnig grecht / ein zier des Teutschen Gschlechts / sind vordrungen jahren / ewer Voreltern fein / allzeit ghorsam gsein / vnd jm kein dienst nie gsparet. Schweitzer. Das ist gwuͤßlich wahr / wie ichs gelesen han / daß sie vil erlitten / fuͤr jhr Kind vnd Weibe / gewagt jhr eygen Leibe vñ gar mannlich gstritten. Landtsknecht. Es hat sich wol bedoͤrfft / daß sie ein ander gsterckt / vnd gwaltig dran zogen / wo das nit wer gesein / so werend jhr nit frey ist wahr vnd nit erlogen. Schweitzer. Sie merckten das gar seyn / daß es mußt gstritten seyn / dardurch vns anzeiget / wann man zwol vertrawt / vnd auff dmenschen bawt / wir wurden gar Leib eygen. Landtsknecht. Das ist nur ein list / das selb gut euch kein frist / das ist vnser vorhaben / zbrau⸗ chen vnser gwalt / gegen jung vns alt biß daß sie euch auff geben. Schweitzer. Vns ist gleit die Aß / vnnd wuͤssens dester baß / vns darvor zu huͤten / sonst muͤßten wir daran vnd Weib vnd Kind verlahn daß vns das hertz moͤcht blutẽ. Landtsknecht. Der Keyser hat doch sider har vnd noch vn leuth vnd land bezwungen / vnnd die in sein gwalt gebracht in solcher [...] / daß jhm nie Mißlungen. Schweitzer. Wir hand hertz vnd muth vnser Oberken gut jhr Lan zu verwahren / vnnd bschuͤtzen Kind vnd Weib drauff setzen vnser Leib kein tropffen blut nit sparen. Landtsknecht. Heißt das aber sein dem Keyser ghorsam seyn / vnd sein Fuͤrsten zu hand / weil jhr so verhetzt / demselben widersetzt / in ewerem eignen Lande. Schweitzer. Vnser vor Eltern gut / hand mit jhrem blut / vns gesetzet eine / treibt man vns darvon / wendts nie vngrochen lohn / das sprechens groß vnd kleine. Landtsknecht. Das ist nur ein list / das gibt euch kein frist wir hand lang drauff trungen / daß jhr gleich wie wir dem Keyser ghorsam jhr / daran hand wir lang gspunnen. Schweitzer. Wir sind vnbeschwerdt / daß der Keyser werd keinen Krieg anrichten / wañ nit sein gesind / die den Schweitzern seynd / solche Practick flicken. Landtsknecht. Vnser Keyser zwar / liebt die tugendt gar / vnd sein Gsatz darneben / darumb in solcher gstalt besindt euch gar bald / vnd daß jhr euch auffgeben. Schweitzer. Wir wend widerstahn / so man vns greifft an / wie from̄e Eydgnossen / vñ schla hen dapffer drein / da soll kein mangel seyn / das red ich vnerdrossen. Landtsknecht. Dises Som̄ers zeit werden wir mit streit / Schweitzer Land angreiffen / wann jhr nit sorg hand / so falt man euch ins Land / darnach so thund euch richten. Schweitzer. Wir habens wol vermerckt / dardurch das dolck wirdt gsterckt / wie in manchẽ Lande / jhr mit list vnd gwalt / hand geuͤbet bald / groß vbermut vnd schandt. Landtsknecht. Wir Landetsknecht hand groß frewd / wo man baͤut außtheilt da ist gluͤck vnd hetle / vnd hand dessen gut mut / wir woͤllen wie dem hut / das gut Schweitzer gei⸗ theilen. Schweitzer. Ach nur huͤbschlich fahr nimbs nit als so gar / verschon deinẽ gsellen / want ins Land eynzuͤchst / vnd wider darauß fluͤchst / so kanst kein stapffen zellen. Landtsknecht. Gsich wir kam̄en har / vnd zellen stapffen vor bringen vil gschuͤtz vnnd leuthen / vnd mit gantzem heer / euch zei bkriegen schwer / vnd das Land außzbeuten / Schweitzer. Nun vns Gott behuͤt / ewers Keysers gmuͤt / sist nit sein verstand / zbkriegen sei ne Freund / gut nachbawren wir sind / an seinem eignen Landt. Landtsknecht. Jm Marggraffen Land / ist manchem wol bekandt / da hatten wir gut leben / an Brot / Fleisch / vñ gut Wein / da ist gut mangel gsein / mã mußts vns gen vergebẽ. Schweitzer. Diß hat man wol vernahn / wie jhr thun vmbgahn / mit Toͤchtern vnd Jung⸗ frawen / wann sie nit gschwind ewer willen thun / so woͤllen jhrs zerhauwen. Landtsknecht. Das faͤhlet gwuͤß gar nit / das ist der Krieger sitt / vñ dunckt vns gar feine / wañ wir nichts mehr han / so lauffen wir daran / vnd baͤuten Gaͤnß vnd Schweine. Schweitzer. Es ist gewuͤßlich wahr / wie ichs erfahren han / ein Dienstmagt so tratt / als sie gieng zu marckt / ein Soldat sie begaͤrt / zu schwechen vnd andasten. Landtsknecht. Sie war aber gschwind / deßgleichen wol befindt / daß sie sich ergabs vnd jhr Maͤsser nam / ehe er zu jhr kam vnd jhm den Halß abstache. Schweitzer. Geld sie that jhn recht / also ghoͤrt jedem knecht / der die Leut beraubet / vnd die gschenden wil / wie leider danken vil / die halten schlaͤchten glauben. Zum Bschluß. Hier habt jhr den beschluß / ist niemandts zu verdruß / vom Schweitzer vnnd Landesknechten / jhr gspraͤch hat hier ein end / Gott vnser kummer wend / vnd stan⸗ de bey dem grechten. AMEN. Show less

Verelendung von Kriegsflüchtlingen in Braunschweig 1627; Wundergeschichte von einem elfjährigen Knaben, Worms 1627
Zwo warhafftige Zeitungen / Die Erste. Welche sich be⸗ geben mit einẽ Mañ / Jacob Reich genant / so sein Hauß vñ Hoff durch disen vnseligen Krieg verbrunnen / vnd er sampt sein Weib vñ 6 Kindern / von dem Feind ins Elend vertrieben wordẽ / vnd wie diselbe in einem Wald 13 gantzer Tag... Show more Zwo warhafftige Zeitungen / Die Erste. Welche sich be⸗ geben mit einẽ Mañ / Jacob Reich genant / so sein Hauß vñ Hoff durch disen vnseligen Krieg verbrunnen / vnd er sampt sein Weib vñ 6 Kindern / von dem Feind ins Elend vertrieben wordẽ / vnd wie diselbe in einem Wald 13 gantzer Tag ongessen vnd ohngetruncken ge⸗ lebt / endlichen wie Er Rath vnd Huͤlff bey seinem Vetter gesucht / jhne aber sein Vetter wider ohne Huͤlff vnd Trost von sich gelassen vnd wie er dar⸗ uͤber mit Weib vnd Kindt im Ellend gestorben / vnd wie es sich mit dem reichen Vettern hernach begeben vnd zugetragen hat / werdet jhr kuͤrtzlich in disem Gesang berichtet werden / geschehen zu Braunschweig den 20. Jenner / diß 1627 Jahrs. Die Ander Von einem Knaben / seines alters im 11. Jahr von Franckenthal am Rhein / wie er entzuckt gewesen drey Tag vnd Nacht / vnd wie er durch einen Engel in die Statt Wurmbs geschafft worden / was Er dem Volck Prophe⸗ ceyet / wie es in disem 1627 Jahrs ergehen werde in der Christenheit. Getruckt zu Franckfurt am Mayn bey Hanns Hofer / 1627. Die Erste. O Frommer Christ bleib stille stahn / ond thu das Wunder hoͤren an / was sich begeben hat / in diser hochbetruͤbten zeit / mit Jammer vnd mit Hertzenleyd. Es war ein Mann der hat sechs Kindt / Ja⸗ cobus Reich ist er genannt / diser wurd von dem Feind / verfolgt verjagt in das Elend / mit seinem lieben Weib vnd Kind Suͤssenhoffen ist der Fleck genannt / das ward von grund auff gar verbrand / Ach Gott der gros⸗ sen Noth / der fromb Mann sprach ach meine Kind / jetzund wir gar vertrieben sind. Wie wollen wir hie nemmen Brodt / daß wir nicht sterben Hungersnoth / in disem wildẽ wald / dann ich weiß mir zurathen nicht / vor Angst mir bald mein Hertz zerbricht. Die Kinder sprachen all zugleich / ach Vatter du nicht von vns weich / sorg vnd trawr nicht so sehr / wir koͤnnen wol vngessen sein / deßgleichen auch die Mutter mein. Hoͤr auff zu weinen also sehr / dañ es hungert vns nimmermehr / last vns dem lieben Gott / sin⸗ gen ein kleines Lidelein / der wirt vns helffen auß solcher pein. Den Eltern jhr Hertz durchtrang / die Kin⸗ der bald mit hellem klang / fingen an Hertziglich / zusingen ein kleines Liedelein / lobten also den Herren fein. Warumb betruͤbstu dich mein Hertz / bekuͤm⸗ merst dich vnd leydest grossen schmertz / wol vmb das zeitlich Gut / vertraw Du deinem HErren Gott / der alle Ding erschaffen hat. Sangen also diß Liedlein auß / vnnd lebten in dem Walt ohn grauß / Dreyzehen gantzer Tag / haben sie versucht kein Tranck noch Speiß / doch sagten sie Gott Lob und preyß. Sie sahen auch kein Menschẽ nit / einig allein waren sie hie / Der Vatter sprach gar balt / woͤlle wir nicht ein ander Ort / suchen vñ weiter ziehen fort. Dann es hebt sehr an hungern mich / ein rei⸗ chen Vettern den hab ich / zu Braunschweig in der Statt / Denselben will ich ruffen an / villeicht er mir woll helffen kann. Der fromme Mann zog in die Statt / mit sei⸗ nen Kindern suchet Rath / fuͤr seines Vetters Hauß / vnd als er hett geklopffet an / hieß man jhn weitter fuͤrbaß gahn. Der arme Mann sprach ohne grauß / ist dann mein Vetter nicht zu Hauß / lasset mich doch zu jhm / ich will jhm klagen mein Ellend / wie es mir geht mit Weib vnd Kind. Ein antwort schickt man wider ab / Der Herr nichts mit jhm zuschaffen hab / gaben jhm Drey stuͤcklein Brot / er soll jhm lassen helffen Gott / er hab jezt selber nicht vil Brot. Der fromme Mann mit Weib vnd Kind / zog wider fort in das Ellend / mit weinen vñ hertzen⸗ leyd / ein viertel stundt wol von der Statt / er sich nider gesetzet hat. Ein starcker schlaff der kam sie an / daß er sich legte auff die Bahn / zu seinem Weib vnd Kind / vnd schlieffen also Nacht vnd Tag / kein Mensch sie da auffwecken mag. Der Athem gieng jhm auß dem Mundt / viel Volck da kame zu der stund / mit grosser trawri⸗ keit / wußten doch nicht wie es zuging / Der Vat⸗ ter an zu reden fieng Ade / Ade Du schnoͤde Welt / wer sich verlaßt auff gut vnd gelt / Der kan nicht seelig sein / komb vns zu huͤlff HErr JEsu Christ / mit Weib vnd Kind verschieden ist. Man trug die Todten in die Statt / Daruͤber thet man halten Rath / sein Vetter war darbey / Der wolt sich jhr nicht nemmen an / Er sprach ich sie nicht kennen kan Jnn dem als sie sassen zu Tisch / bracht man jhm Brot / Wein / darzu Fisch / Der Wein wan⸗ delt sich in Blut / Das Brot wart zu einem har⸗ ten Stein / Das niemant kunt geniessen sein. Ein grosser schrecken an sie kam / alsbalt fieng diser Gottloß an / verflucht sein Leib vnnd Seel / namb ein Messer mit grosser pein / stach jm selbs ab die Kehle sein Gar schnell man jhn vergraben hat / von we⸗ gen seiner boͤsen That / vnter dem galgen hoch / Dises betracht O Bidermann / nimb dich fleissig der Armen an Nach disem hat man Weib vnnd Kint / Ehr⸗ lich begraben an dem End / als mans zu grabe trug / Da weinet Jung / Alt / Fraw vnd Mañ / nie⸗ mant es gnug außsprechen kann. Ach mein lieber HErr Jesu Christ / Der Du fuͤr vns gestorben bist / hilff vns allen auß Leyd / bescher vns auch ein seeliges End / nimb vnser Seel in deine Haͤnd / Amen. Die ander Zeitung. HOert zu was ich will singen / Du werthe Christenheit / die Noth thut mich zwingen / wol in der leisten zeit / das warhafftig vorhanden ist / der Juͤngst Tag thut herdringen / dises betracht O Christ. 2. Ein Juͤngling ist vorhandẽ / der sagt trawrig darvon / vom Todt sey er erstan⸗ den / wie du wirst hoͤren nun / Franckenthal heißt die Statt / fein am Rhein ich sage / wie du wirst hoͤren fein. 3. Drey gantzer Tag vnd Nachte / ist er worden verzuckt / sein Seel durch Gottes machte / in den Himmel geruckt / Deßglei⸗ chen auch in die Hoͤll / was er da hat gese⸗ ben / dasselb ich dir erzehl. 4. Jn dem Himmel besonder / sah er ein grosse Frewd / aber daß nam jhr wunder / daß so gar wenig Leut darinnen wahren / da fragt er / ein Engel kam gegangen / sagt jhm was die schult wer. 5. Erstlich hat der Geitzteuffel / die Welt genom̄en ein / durch den grossen Geitz mit Zweiffel / fuͤhrt sie in das Reiche sein / wann tausent Seelen fahren auß / der meiste theil mit wunder / kompt in das hoͤllisch Hauß. 6. Nach disem ist auch kom̄en / diser knab in die Hoͤll / allda er hat vernommen / ein sjͤmmerliche Qual / deß Volcks ein grosse meng thet sein / maͤchtig die Teuffel schry⸗ en / die Hoͤll sey jhn zu klein. 7. Weiter so thut er sagen / ein Engel bey jhm wer / noch alle Tag vnnd Nachte / vnd jhn berichtet mehr / wie es auff Erden wirdt zugehn groß jammer vnd auch kla⸗ gen wirdt sich erheben nun. 8. Der Engel thet jhn zwingen / vnd im geschaffet hat / ziehen soll er gehlingen / gen Wormbs in die Statt / allda muß er sein Leben lahn / vnd fleissig da vollbringẽ / was er jhm schaffe nun. 9. Drauff ist er bald gezogẽ / gen Wurm̄s in die Statt / ist war vnnd nit erlogen / alle Tag fruͦ vnd spatt / maͤchtig vil Leut gehn auß und ein / das Wirtshauß wird genen⸗ net / bey der Blummen frey. 10. Offentlich thut er sagen / ein grosser Sturmwind an S. Johannis Tag / wer⸗ de kommen geschwindt / der soll vergifften Jung vnd Alt / dar durch vil tausent Men⸗ schen werden vmbkommen baldt. 11. Der Wein vnnd das Korn auff dem Feld / soll alles herrlich sein / jedoch so thut er melden / der Baur bringets nicht ein / daß Volck er nit bekom̄en kan / dañ vnder tausent Menschen / bleibt nit ein hundert Mann. 12. So wolfeil soll es werden / in de Land vberall / daß man das viertel Korn / nur vmb ein Taler zal / ja was der Mensch nur haben mag / an Fleisch / Schmaltz / vñ auch Liechter wirdt er finden kein klag. 13. Welcher Mensch wirdt leben / biß auff S Michels Tag / der soll die Haͤnd auff⸗ heben / Gott dancken ohne Klag / daß er in hab in diser Noth / gnaͤdiglich erhalten / als ein getrewer Gott. 14. Deß Juͤnglings gestalt vnnd wesen / will ich euch zeigen an / sein Gesicht außer⸗ lesen / gar schwerlich auff der Ban / als wie ein rechter Todtenkopff / sein Mund ganz blaw geferbet / wie einelender Tropff 15. An seiner Hirnschalt ein grosses Loch / wie man den Todt thut mahlen / ist er zu⸗ schen doch / gantz blaus waren die Finger sein / die Arm auch außsehen / als wie die Todtenbein. 16. Gar schlecht mercket darneben / geht diser Knab bekleidt / vnd befleisset sich eben / zu betten allezeit / kein Lachen kompt jm auß seinem Mundt / bey Tag vnnd auch bey Nachte / kan er schlaffen kein Stund. 17. Vil Leuth auch zu jhm kamen / die jhn nur spotten auß / wie ich auch hab vernom⸗ men / allhie in disem Hauß / aber er kehrt sich nicht daran / zu betten thut vermahnẽ / fleissig Fraw vnd Mann. 18. Auch thut er sich sehr schaͤmen / wer zu jhm kommen thut / kein Gelt thut er nicht nemen / sondern leidet Armut / noch biß Ja⸗ cobi ist sein Buß / soll er die Welt vermah⸗ nen / darnach er sterben muß. 19. Es were vil zuschreiben / von diser wunderthat / doch will ichs lassen bleiben / O Mensch folg meinem Rath / greiff zu der Buß / dann es ist zeit / wilt du bey Gott erlangen / die ewige Ste⸗ ligkeit. ENDE. Show less

Feuer in Wien; Geistliches Lied, 1627
Ein Warhafftige vnd doch maͤnniglich be⸗ kandte Newe Zeitung / Von der grewlichen vnd erschroͤcklichen Feursnoth so sich in der Keyserlichen Hauptstatt Wien begeben vnnd zuge⸗ tragen / das allda auff die 340. Haͤuser verbrunnen / wie vnd wa solches Feur auffgangen / ist mit fleiß auß einem... Show more Ein Warhafftige vnd doch maͤnniglich be⸗ kandte Newe Zeitung / Von der grewlichen vnd erschroͤcklichen Feursnoth so sich in der Keyserlichen Hauptstatt Wien begeben vnnd zuge⸗ tragen / das allda auff die 340. Haͤuser verbrunnen / wie vnd wa solches Feur auffgangen / ist mit fleiß auß einem Schreiben so von Wien kommen / in ein Lied verfaßt. Jm Thon: Wann mein stuͤndlein verhanden ist / rc. Geschehen den 22. April in disem 1627 Jahr. Darbey auch Ein schoͤn new Geistlich Lied / von der je⸗ tzigen betruͤbten letzten zeit / vnd von dem Juͤng⸗ sten Tag. Jm Thon: Warumb betruͤbst du dich mein Hertz. Getruckt zu Newburg / bey Lorentz Danhauser / Jn disem 1627. Jahr. ACh Gott in deinem hoͤchsten thron / laß dir den Jam̄er kla⸗ gen / durch Jesum Christum deinen Sohn / was sich hat zu getragen / zu Wien wol in der werthen Statt / ein erschroͤck⸗ liche Feursnoth / darvon nit ist zu sagen. Als man zaͤlt 16 hundert Jahr / vnd 27. eben / im dem Aprillen das ist war/ hat sich dises begeben / den zwey vñ zweintzigsten tag / die noch man nit außsprechen mag / O Mensch besser dein Leben. Man schreibt in eines Sailers Hauß / eben zu Mittag zeiten / Jst dises Feur da kommen auß / das Essen wolt bereiten / die Magt das Schmaltz heiß machen thet / das Feur jhr darein gschlagen het / darauß kam groß Arbeite. Das Feur sein weg genom̄en hat / schnell uͤber sich thet kom̄en / vnd zuͤndet an den Kimmichschlot / O Mensch hoͤr in der sum̄en / das Feur schlug allenthalben auß / ein Sturmwind kam auch mit grauß / der hat das Feur genommen. Vnd so gehlingen außgebreit / an vilen ort vnd enden / das maͤnnigklichen zu Gott schreyt / das Feur thet auch anzuͤnden / das Posthauß sampt dem Kellerhof / mit lauter Feur es uͤberlof / vnd thet sich weiter wenden. Der Wind das Feur gefuͤhret hat / so gar biß uͤber Thonaw / vnd zündet schnell an die Vorstatt / es war da gar kein schonen / die Schiff es auch hat angezuͤndt / biß auff daß Wasser vil ver⸗ brendt / kein Mensch darbey kundt wohnen. Das Fenr nam so gar uͤberhand / es halff da kein erretten / man kund jhm thun kein widerstand / die gantz Statt war in noͤthen / dann man nit anderst schetzen kund / es gieng die gantze Statt zu grund / durchs Feur verzehret werden. Kein Zung die noth außsprechen kan / so in der Statt gewesen / es lieff zusamen Fraw vnd Mann / doch kund man nit genesen / die Hitz war so groß in der Statt / das alle Guͤter was man hat / ellend verbrennen muͤssen. Darzu alle vornembste Gbaͤw / dort in der Roͤmerstrassen / das Moͤnnich Kloster verbrunnen sey / im Feur das leben lassen / die Moͤnnich auch verbruñen seind / mit grossem Jam̄er vnd Elend / O Mensch thu die Noth fassen. Das Feur in der Statt hin vnd her / gleich einer Kugel eben / kein Mensch darvor nit sicher wer / thet uͤberall vmbschweben / das auff der Gassen Mann vnd Weib / jhr Kleyder verbran an jhrem Leib / wer retten wolt sein Leben. Der must gar eilend darvon gahn die grosse noth ansehen / sein Haab vnd Gut verbrennen lahn / thu ich mit warheit jehen / weil man es nicht beschreiben kan / was bliben ist auff diser bahn / der schad so da geschehen. Ach Gott der grossen noth vnd klag / dañ dises Feur thet bren⸗ nen warhafftig etlich gantzer tag / da hat man worden jnnen / wie vil Haͤuser verbrunnen sind / 300. an der zahl man find / vnd 40. thu ich singen. Wie vil Menschen verbrunnen sind / kon man nit schrifftlich sagen / weil man noch in der Aschen findt / nur stuckweiß thut her tragekl / von Mann Weib sampt der Kinder klein / findt man gar vil der Todtenbein / die Noth ist zu beklagen. Wer dise Noth beschreiben wolt / es wer gar lang zu singẽ / von allen Gassen wie man solt / ja was es thet verbrennen / vil schoͤne Haͤuser vnd Pallaͤst / gebawt waren auff das best / so das feur thet zertrennen. Vil Hundert Menschen Fraw vnd Mann / auff etlich Meil herkom̄en / den grossen jam̄er schawen an / wie gar in kurtzer sum⸗ men / das Feur verzehret dise Statt / vil Arme Leut gemachet hat / O Mensch thu Buß darumben. Vnnd bedenck wie die gantze Welt / ein mal Gott werd ver⸗ brennen / ja Himmel vnd Erd zusamen felt / das thut die Schrifft bekennen / O from̄er Christ greiff zu der Buß / du sichst je wol das es sein muß / durch JEsum Christum Amen. Ein schön Geistlich Lied. O Frommer Christ hertzlich betracht / wie traurig ist die fin⸗ ster Nacht / nemblich die letzte Zeit / die wir erlebt haben mit Noth / das es gleich moͤcht erbarmen Gott. Wie Salamon schreibet gemuth / vñ Sibilla weissagen thut / kurtz vor der Welt Beschluß / wird grosse Noth vorhanden sein / bey allen Menschen ins gemein. Man wird vergiessen hin vnd her / das Menschen Blut mit Trawren schwer / wol in der gantzen Welt / wird man sagen von Krieg vnd Streit / mit grosser forcht vnd trawrigkeit. Der Vatter wird auch seinen Sohn / vertreibẽ mit groß Spot vnd hohn / die Mutter in dem Leib / wird verfluchen jhr eygens Kind / wie schon der vil geschehen sind. Ein Bruder den andern mit Noth / wird erbaͤrmlich schlagen zu todt / deß halb der guten Freund / werdẽ sich wenig finden lohn / die freundschafft wird alles zergohn. Die Propheceyung melden thut / dz man in der Christen Blut / werd vmbgehn biß zum Knie / es werd weinen vnd heulen recht / vmb die Maͤnner das Weiblich Gschlecht. Solliches hat schon den anfang / es ist der Welt so angst vnd bang / daß gleich ein from̄er Christ / auch nit mehr schier kan wis⸗ sen wol / wem er auff Erd vertrawen soll. Es ist leyder worden gemein / nur gute Wort vnnd falscher schein / der Judas Kuß regiert / ach wie kan doch Gott sehen zu / der Welt Boßheit vnd groß vnruh. Ach sieh dich vmb mein frommer Christ / vnd gedenck was ge⸗ schehen ist / dises vergangne Jahr / so mustu erkennen mit klag / die letzte Zeit vnd Juͤngsten Tag. O from̄er Christ schaw mit verstandt / die grosse noth im gan⸗ tzen Land / wie daß man alle Tag / erwuͤrget also jaͤmmerlich / die Christen wie das liebe Vieh. Ja daß kein Wunder wer gemein / es moͤcht doch erbarmen ein Stein / der jaͤmmerlichen Noth / so vberall vorhanden ist / komm vns zu dilff HERR JEsu Christ. Show less

Unwetter bei Pressburg; Unwetter in Grünenbach; Lied über den Ehestand, 1627
Dreyerley Warhafftige vnd gruͤndtliche newe Zeitung / Die Erste. Von dem grewlichen vnnd erschroͤcklichem Wetter / so am heyligen Pfingst⸗ abendt bey Preßburg in Vngern darnider gangen / das es auff die 900 vnnd 44. Streich in die Thonaw gethon / vnd von gros⸗ ser hitz daß Wasser gesotten /... Show more Dreyerley Warhafftige vnd gruͤndtliche newe Zeitung / Die Erste. Von dem grewlichen vnnd erschroͤcklichem Wetter / so am heyligen Pfingst⸗ abendt bey Preßburg in Vngern darnider gangen / das es auff die 900 vnnd 44. Streich in die Thonaw gethon / vnd von gros⸗ ser hitz daß Wasser gesotten / Also das etliche Zentner Fisch stuckweiß auff dem Wasser geschwummen vnd an das Land geworffen / / wie auch die selbige Nacht ein gantz dorff verbrunnen. Die dritte. Wie auch an dem selben Tag in der Schlessing ein gantze Statt verbrunnen mit namen Gruͤenebach / so das Fewr von Himmel gefallen / das nur die Schuel vnd Kirchen vberbliben / wie es ergan⸗ gen wird ein frommer Trewhertziger Christ besser in disem Gesang vernemmen. Jm Thon: Wann mein stuͤndlein vor handen ist / rc. Daß vierdte. Jst ein Warhafftiges gesang was ein jeder Mensch so sich in H. Ehestand begibt / Vil wunderbarliche Lieder mueß lehrnen vnd singen. Biß er endtlich in die Erden begra⸗ ben wirdt wie folget. Jm Thon: Elias der Pronetisch Mann / rc. Getruckt zu Niernberg / bey Ludwig Lochner. Anno 1627. Dreyerley Warhafftige Newe Zeitung. 1. ACh threwer Gott im hoͤchsten Thron / Laß dir den Jammer klagen / Wie thuts so maͤchtig vbel stahn / Jn disen letsten Tagen: Ach was fuͤr Jammer vnd grosse Noth / Laß dichs erbarmen lieber Gott / Jst vberall verhanden. 2. O frommer Christ hoͤr mit Verstande / Was ich dir jetzt thu sagen. Bey Preßburg in dem Vngerland / Erhub sich grosses kla⸗ gen: Durch ein erschroͤcklichs Werter schwer / Ach biß vns gnaͤ⸗ dig lieber Herr / Laß vns nit gar verzagen. 3. Zu Abends als es sechse schlug / Thet dises Wetter kommen. Gar grosse Blitz vnd Donnerschlaͤg / kammen in einer Summen / neun Hundert vier vnd viertzig mal / Schlug in Thonaw / der few⸗ rig Strall / Trawrig hat mans vernommen. 4. Die Thonaw war von Hitz entzuͤndt / Das Wasser sud inn summen / Vil Fisch hat es erschlagen thon / Die man da hat bekom⸗ men / Welche wogen Zetner schwer / Von achtzig vnnd neuntzig Pfunden noch mehr / O Gott verschon der Frommen. 5. Vier Meil daruon da ligt ein Dorff / Kasthausen heists er ko⸗ ren / Jnn der selben Nacht kam zu jhn / Auch schroͤcklich Gottes Zoren / Ploͤtzlich schlugs in ein Bauren Hauß / Daselben kam kein Mensch herauß / Zwoͤlff Menschen seynd verbrunnen. 6. Das Fewr nam gwaltig vberhandt / Keins kan dem andern helffen / O Gott der jaͤmmerlichen Noth / Da hoͤrt man schreyen vnd gelffen: Dreissig Haͤuser brunnen allzumal So angezuͤndet hat der Strall / 20. Personen seynd verbrunnen. 7. Sambt anderer Hab vnd Guͤter vil / Das alles ist verbrun⸗ nen / Auch von allerley Vieh ohne ziel / Dises ein grosse summen: Das alles im Fewr gebliben ist / Die grosse Noth mein frommer Christ / Solt du in dein Hertz fassen. 8. Wie schroͤcklich Fewrsnoͤthen hats hewr / Jn disem Jar schon geben / Noch ist der Mensch so gar verrucht / Vnd bessert nicht sein Leben: Wie offt felt Fewr vom Him̄el herab / Die Welt hat kein entsetzung drab / Lebt nur vester in Suͤnden. 9. Noch eins muß ich euch melden thun / Ein Statt ehn ich euch nennen / Welche ligt in der Schlesing gut / Man thut sie gar wol kennen: Gruͤnebach wird dieselb genannt / Jst menigklich gar wol bekannt / Vom Fewr wird sie verbrennet. 10. Das Fewer das fiel vom Himmel herab / Thets gantz vnnd gar verzehren / Biß an die Kirchen vnd die Schul / Kein Mensch kund das erwehren / Biß das es alles verbrunnen ist / Komb vns zuhuͤlff Herr Jesu Christ / Gib vns die Sünd zuerkennen. 11. Vil Gut vnd Gelt verbrunnen ist Ohnzehlich vil Personen / Das man nicht eygentlich wissen kan / Man thut jetzund abrau⸗ men: Da findt man noch der Leuth gar vil / Gottloser Mensch merck auff das zill / Gott kan dich auch baldt finden. 12. Kein Trew noch Glaub ist in der Welt / Man kan sich nicht mehr nehren / Der Mensch der ist so gar verrucht / Mit Fluchen vnnd mit Schwoͤren / Der Geitzhaltz der ist gar nicht faul / Stilt dem Kind das Brot auß dem Maul / Thut jm nit Sünden foͤrchtẽ. 13. Bruͤderliche Lieb hat kein Fuß mehr / Das thut man taͤglich spühren: Komb vns zu huͤlff HErr Jesu Christ / Vnnd thu vns wegfuͤhren: Nemblich wol in dein Frewden Saal / Hinweg von disem Jammerhal / Wer das begert sprech Amen. Ein Warhafftiges Lied. ERstlich wann nun ein Juͤngling stoltz / gleich wie ein Hirschlein in dem Holtz / ist aufgewachsen bald denckt er / wie jhm auch nicht zuwider wer. Wenn er solt haben Adams Rieb / derhalben wirfft derselb sein Lieb / auff ein Jungfraw die felt jhm ein / meynt weñ sie nur sein schatz solt sein. So wer jhm schon die gantze Welt / fuͤr eygen worden zugestellt / vor⸗ hin aber nach der Anzahl / beschawet er viel ist in der Wahl. Bey welcher er zugreiffen soll / daß jhm der Ehestand gerath wol / gantz lieblich die Vapores steigen / da haͤngt der Himmel voller Geigen. Venus vergifft sein Hertz in eyl / dann Cupido scheust mit seim Pfeyl / da ist kein Frid mehr Tag vnd Nacht / darumb er hefftig darnach tracht. Daß er bald komb auß solcher Noth / Erbarm dich mein O Herre Gott / singt er inn solcher Liebes pein / Es woͤll vns Gott genaͤdig seyn. Vnd mir seinen Segen geben / wann dann sein Bitt erhoͤret eben / daß man die Jungfraw jhm sagt zu / da vergist er aller vnruh. Vor Frewden klopfft des Hertz voran / als schlug man mit eim Schlaͤgel drã / der schwaͤher gibt die Tochter dar / machts Heyrath gut auch offenbar. Den Leykauff macht der Handschlag Wein / dann thut sein Hertz recht froͤlich seyn / vnd singt in Dulci Jubilo / wird also der Zusagung fro. Nun dunckt er sich jetzt uͤber reich / der Tag der ist so Frewdenreich / singt er wann ist der Hochzeit Tag / sein Frewd man nicht außsprechen mag. Er singet davon nah vnd fern / froͤlich nun lob mein Seel den HErrn / der mir bescheret ein junges Weib / wañ nun schir schwanger wirdt jr leib Da hebt sich an die recht vnruh / hilff Gott wie geht es jm̄dr zu / singt er / tracht nach dem Kindbethzeug / ein Kindelein so loͤbelich. Singt er wenn der Gevatter ist gebetten worden zu der frist / Ey Jo⸗ seph lieber Joseph mein / singt er wenn weynt das Kindelein. Vnd wann kein Brodt im Hauß da ist / Jch ruff zu dir HErr JEsu Christ / singt er: Ach Weib was essen wir / auß tieffer Noth schrey ich zu dir. HErr wie lang wilt vergessen mein / singt er wann nichts hilfft in der Peyn / wann dañ das ander Jahr fengt an An Wasser flüssen Babilon. Singt er dann wird die Hoffnung klein / Ach Gott vom Him̄el sich dar ein singt er wenn komyt das drite Jar / vnd wann nichts will helffen gar. Singt er in solchem grossen Schmertz: Warumb betruͤebst du dich mein Hertz / im vierdten Jahr zur Gedult schreyt / Was mein Gott will das gescheh allzeit Mag ich Vngluͤck nicht widerstahn / weil ers nicht anders machen kan / so singet er mit Weib vnd Kind: Mitten wir im Leben sind. Weitter singt er gar aͤngstiglich / O Herre Gott begnade mich / dann kombt das liebe Alter herbey / da moͤcht er singen vielerley. Sonderlich so schickt es sich / Verleyh vns Friden gnaͤdiglich / singt auch zu dem sein Hoffnung ist: Allein zu dir HErr JEsu Christ. Jn dich hab ich gehoffet Herr / hilff das ich nicht zuschanden wer / dar⸗ nach wann kombt die letste Frist: Wann mein stuͦndlein vorhanden ist. Singt / er hebt auff sein Hertz vnd Haͤnd / Herr Gott mein Jammer hat ein end / meins Vngluͤcks ich erloͤset bin / Mit Frid vnd Freud ich fahr dahin. Letzlich singen die kleinen Knaben / Nun lasse vns den Leib begraben / der Ehestand ist ohn Truͤbsal nicht / diß aber ist nicht worden gedicht. Daß man denselben weiden soll / sondern das vor ein jeder wol / fleis⸗ sig darumb anruffen Gott / vnd guten Rath / halt nicht fuͤr ein spott. Auch sich selber seh fleissig fuͤr / daß er jhn ansehe mit Gebuͤr / so wirdt er haben gluͤck dauon / das raͤth der Koͤnig Salomvn. ENDE. Show less

Hunger in Deutschland, 1628
Ein Glaubwuͤrdige vnd bekandtliche Newe Zeitung / Vonn der grossen Vnbarm⸗ hertzigkeit / So im Dorgeher Gebuͤt entstanden / Das also vil Leut auff dem Feld verderben muͤssen: Vnd wie ein Kohlbaur zu Dam ein stund von Bischoffszell / mit siben Kindern hat muͤssen Hunger sterben / Vund darnach... Show more Ein Glaubwuͤrdige vnd bekandtliche Newe Zeitung / Vonn der grossen Vnbarm⸗ hertzigkeit / So im Dorgeher Gebuͤt entstanden / Das also vil Leut auff dem Feld verderben muͤssen: Vnd wie ein Kohlbaur zu Dam ein stund von Bischoffszell / mit siben Kindern hat muͤssen Hunger sterben / Vund darnach erst in seinem Hauß ist verbrand worden / Wie es zugegangen / wirdt der Leser in disem Lied hierinnen vernem̄en. Jm Thon: Es ist gewißlich an der Zeit / rc. Das ander / Ein schoͤns Klaglied uͤber die Haupt⸗ Laster / so inn Teutscher Nation im schwang gehen. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht GOt⸗ tes Sohn / rc. Ach GOtt der hoch betruͤbten Zeit / So wir erlebt mit Traurigkeit / Jnn dem wie man zehlt zweintzig Jar / Der maiste theil der Welt blind war / Wer inn dem Ersten nicht hat vil Gelt / Vnd inn dem Andern wie gemelt / Jm dritten nicht ist worden betrogn / Jm Vierdten von den Guͤter zogn / Vnd im fuͤnfften nicht hunger gstorben. Auch inn dem sechsten nicht verdorben / Dem inn dem sibenden nicht waͤr bang / Durch Krieg erlitten grosse zwang / Jm achten Jahr durch Pestilentz / Jst uͤberbliben inn der Grentz / Vñ der im neundten nit wirt erschlagen Der Mensch kan wol vonn gue Gluͤck sagen / So baldt man dreyssig zehlen thut / Da wirdt es alles werden gut / O Gott halt vns inn deiner Hut / Amen. Gedruckt im Jahr CHristi / 1628. Newe Zeitung. ACh GOtt inn deinen hoͤchsten Thron / Laß dir den Jammer klagen / Durch Jesum Christum deinen Sohn / was sie hat zugetragen / das mercket wol jr Christen Leut / Ein Wunder groß das ist nit weit / davon ich euch will sagen. 2. Es ist am Tag vnd wol bekandt / das laider hart thut schweben / Die Pestilentz inn dem Teutschlandt / Vil Menschen kost das Leben / darzu die Vnbarmhertzig⸗ keit / hat uͤberhand genommen heüt / Groß Forcht thut sie erheben. 3. Weil alle Staͤtt vnd Doͤrffer fein / Bey hoher Straff verbuͤten / Kein fremb⸗ den Menschen lassen ein / Den Todt woͤll man verhuͤten / Deßzleichen gar die ar⸗ men Leut / laßt man durch Vnbarmhertzigkeit / Auff weitem Feld verderben. 4. Der Mensch ist worden so ohn werth / von jederman verlassen / dann kein er⸗ barmung ist auff Erd / die Freundt einander hassen / Deßgleichn der Vatter seinen Sohn / die Kinder jhre Eltern lohn / sicht man inn alle Gassen. 5. Ach frommer Christ hoͤr mit verstand / Ein Kohler wirdt genennet / der woh⸗ net im Dorgeherland / Wie die Zeitung bekennet / dann diser siben Kinder hett / inn dem jhm sein Weib sterben thet / durch schnellen todt gehlingen. 6. So baldt das Gschrey thet kommen auß / Der Schultes so gehlingen / Ver⸗ sperren ließ deß Kohlers Hauß / Verbot auch aller dingen / woferr das ein Mensch zu jhm gath / den laß er henckn ohn all Gnad / Ja wer jhm was woll bringen. 7. Ja hoͤret doch die grosse Klag / Der Kohler mit den Kinden / wie er thut schrey⸗ en Nacht vnd Tag / kein Gnad kondt er doch finden / Es war vermacht so wol das Hauß / Das sie nicht kondten brechen auß / An keinem Ort noch Ende. 8. Vil tausent mal bitt er durch GOtt / schlaͤgt seine Haͤnd zusam̄en / man solt jm geben nur ein Laib Brot / Jnn JEsu Christi Namen / Das er der Kinder hunger still / Mit Gelt er das bezahlen woͤll / darnach so woll er sterben. 9. Die Leut so giengen hin vnd her / hetten ein groß erbarmen / Ja keiner doch so keckh nicht wer / der etwas geb den Armen / Der Schultes auch verschworen hett / Wann einer fuͤr sie bitten thet / Am Galgen muͤß er hangen. 10. Also der Kohler mit Ellend / Neun gantzer Tag thet leben / inn Hungersnoth mit seinen Kind / Ein ander zu Essen geben / Die Schuh vnd Kleider inn der Not / verzehrten sie fuͤr das lieb Brot / noch mehr thet sich erheben. 11. Vnd als sie sterben wolten baldt / so schreyen sie andaͤchtig / Wehe jm̄er wehe durch Gottes Gwalt / O frommer GOtt Allmaͤchtig / huͤlff vns inn diser grossen Noth / vor Hunger leyden wir den Todt / Straff den Tyrannen praͤchtig. 12. Vil Menschen stuenden vor dem Hauß / Die hoͤrten inn der Sum̄en / wie sie ein ander schon durchauß / mit Trost zu huͤlff sein kummen / Vnd inn dem Namen JEsu fein / Einhellig sie verschieden sein / Also jr End genommen. 13. Ein Loch brach oben inn das Hauß / Ein Engel sah man schweben / der fuhr mit dessen Seelen auß / Dort inn das ewig Leben / Dem Schultes wurd das offen⸗ bar / wie das Hauß außgestorben war / Was man soll handlen eben. 14. Der Schultes schaffet vnd gebot / man soll das Hauß anzuͤnden / Es sey vil besser inn der Noth / Der Kohler mit den Kinden / Also inn disem Fewr verderb / Ehe das der gantze Fleckh außsterb / Kein rach kuͤnd man sonst finden. 15. Das Hauß man baldt verbrennen thut / Mit sampt den todten Leiber / darbey war forcht vnd groß vnmuth / Es wainet Mann und Weiber / Als dises nun ver⸗ brunnen ist / Merck fleissig auff mein lieber Christ / Wie es hernach ergangen. 16. Zu Nacht mit grosser forcht vnd grauß / Seyn die neun Seelen komen / mit groß Gschrey fuͤrs Schultes Hauß / die Wort hat man vernommen / Rach uͤber Rach / Rach jmmer Rach / Der Schultes bald inn seim Gemach / verzweyfflet inn der Summen. 17. Vnd fuhr mit Leib vnd Seel darvon / ganz fewrig mercket eben / Sicht man jhn an dem Fenster stohn / Auch inn den Lüfften schweben / Sein Weib vnd Kind dieselbig Nacht / Gestorben seyn durch Gottes Macht / Also geendt das Leben. 18. Kein Mensch das Hauß bewohnen kan / Groß Vnrhue war darinnen / Also straff GOtt den reichen Mann / Den Kohler hoͤrt man singen / Mit seinen Kinder alle Nacht / gantz lieblich durch die GOttes Macht / hoͤrt was sie da verbringen. 19. Zum Ersten Lobten sie bereit / GOtt inn dem hoͤchsten Throne / Von nun an biß inn Ewigkeit / Ach was fuͤr Frewd vnd Wonne / Wir haben inn deß Himmels⸗ Sal / Ein End hat vnser Jammerthal / Der Jungste Tag wird kommen. 20. Ach glaubtens doch die arme Leut / So sein auff gantzer Erden / Das sie nach der betruͤbten Zeit / mit vns auch selig werden / Wie gern litten sie den Todt / durch Hunger sturben inn der Noth / gantz willig darvon scheiden. 21. O GOtt wie wirdt es dienen gohn / So inn der Welt die Armen / Vmbtrei⸗ ben mit groß spott vnd hohn / so haben kein verbarmen / Die werden hoͤren daß das Gericht / Weicht hin vor meinem Angesicht / Jnn das ewig Verderben. 22. Die Wort sie redten Tag vnd Nacht / Ach from̄er Christ mit Namen / nimb dise Zeitung wol inn acht / Schlag deine Haͤnd zusammen / Thue Buß dann es ist grosse zeit / So gibt dir GOtt die Seligkeit / Wer das begert sprech Amen. Ein schoͤn Geistlich Lied. ACh HErr du allerhoͤchster GOtt / schaw an die klaͤglich grosse Noth / im gantzen Teutschen Lande / das Rauben / Brennen / Blut vnd Mord / so von den Christen nie gehort / seyt die Welt ist gestanden. 2. Dann die drey Ruthen haben wir / die Pestilentz ist vor der Thuͤr / gros⸗ se Thewrung darneben / das machet alles vnser Suͤnd / weil Gott thut straffen Weib vnd Kind / sampt vnser Gottloß leben. 3. Der Geitz hat gar genommen ein / ein jeder will der beste sein / wer nun was kan bekommen / es sey gleich mit recht oder fug / durch Wucher vil zusammen trug / acht nicht wem ers genommen. 4. O GOtt wie wird das Sacrament / so hart in den Teutschland geschendt / kein Mensch laßt jhm das wehren / so bald auffgeht der Lestermund / vil tausent⸗ mal inn einer Stund / gantz vnerschrocken schwoͤren. 5. Wie kan die Erden geben Frucht / dieweil der Mensch sein GOtt verflucht / der inn die Erdt soll Chummen / durch Donner / Blitz vnd Hatzel fein / ein jeder will deß Teuffels sein / hoͤrt man bey Alt vnd Jungen. 4. Der Tuͤrck lebt so Tuͤrañisch nicht / als wie man von den Teutschen sicht / vnd sich gut Christen nennen / sibenmal der Tuͤrck all tag sein Gbet / verricht zu Gott dem Machomet / deß sollen wir vns schaͤmen. 7. Ja manches inn die Kirchen geht / gleich wie ein Maur / es sitzt vnd steht / vnd wann man sie solt fragen / was sie dar Priester hat gelehrt / so ist als hett mans nit gehoͤrt / kein Wort sie kunden sagen. 8. Die Menschen seyn so gar verrucht / wie wird getrieben die Vnzucht / bey Jungen vnd bey Alten / der Ehebruch ist so gar gemein / bey Mann vnd Frawen se vnrein / vnd des fuͤr kein Suͤnd halten. 9. Wie wirdt getriben die Hoffart / inn dem Teutschland nach aller art / bey keiner Tracht nicht bleiken / kein frembde Person kennen kan / wer Burger oder Edelmann / dar von ist nicht zuschreiben. 10. Die Kleyder sein so gar gemein / der Bauch muß an dem Rucken sein / vnd hinden gantz zerspalten / die Hosen muͤssen sein bereit / wie man die rechte Narren⸗ kleydt / vnd das noch fuͤr schoͤn halten. 11. Die Weibs Personen auch deßgleich / vnd wann sie schon nicht sein gar Reich / inn aller Hoffart prangen / gleich wie die Pfawen gehn daher / als wann das gantze Land jhr wer / voll Schand vnd Laster hangen. 12. Hoffart hat nie kein gut gethon / schaw alle Reich auch Babilon / wo sind se doch hin kommen / O liebes Teutschland mich vernimb / es geht dir wie Jerusa⸗ lem / wann du nicht kerest vmbe. 13. Jch weiß es wol du glaubst es nicht / heiß mich ein Dorn wanns nicht ge⸗ schicht / allwegen hat mans gesehen / wann man Goͤttlich Warnung veracht / kein Wunderzeichen nicht betracht / Pharao ists auch geschehen. 14. Jnn vnser Statt / Land oder Grentz / ließ Gott regieren Pestilentz / der Mensch hats schon vergessen / O du Gottlose Sodome / dann dir ist nicht zurathen mehr / die Sünd hat dich besessen. 15. Schaw Ninive die grosse Statt / von warnung sich bekehret hat / bessert jhr Gottloß Leben / Ach wie lang haben wir gehoͤrt / die Warnung GOTtes hie auff Erd / zur Buß wir vns nicht geben. 16. O GOtt wie sein wir also blind / Erbarme dich der kleinen Kind / hilff dei⸗ nem Volck zusammen / auß disem schweren Jammerthal / zu dir inn deinen Frew⸗ densaal / wer das begert sprech AMEN. Show less

Wunderzeichen in Krelewitz, 23. August 1628; Trostgesang
Gewisse vnd warhafftige newe Zeittung. Welche sich begeben den 23. Augusti in diesem 1628. Jahr / in einer Stadt Krelewitz an der Boͤhmischen Graͤntz / Wie sich erstlich zwey Kriegesheer haben sehen lassen / an des Himmels Firmament / mit grossen Wunderzeichen. Zum Andern ist die Sonn gantz... Show more Gewisse vnd warhafftige newe Zeittung. Welche sich begeben den 23. Augusti in diesem 1628. Jahr / in einer Stadt Krelewitz an der Boͤhmischen Graͤntz / Wie sich erstlich zwey Kriegesheer haben sehen lassen / an des Himmels Firmament / mit grossen Wunderzeichen. Zum Andern ist die Sonn gantz bleich vnnd inn Blut ver⸗ wandelt worden / Auch hat sich erzeigt ein starker Wind / wie auch drey Don⸗ nerschlaͤge gethan / daß die Leute vermeinen [...] der Tag des HErren wuͤrde kommen vnd erscheinen / hernach auch ein Weib in Kindesnoͤthen hat gelegen / vnd jhr Gott der Allmaͤchtige in zwey Stunden drey Kinder bescheret / vnd was ein jedes mit sich auff die Welt gebracht / ist hie kuͤrzlich begriffen. Allen frommen Christen zu Trewhertziger Warnung in Druck ge⸗ geben / vns gesangsweiß gestellet. Jm Thon: Kompt her zu mit spricht Gottes Sohn. Beneben einem schoͤnen Trostgesange / Jm Thon: Viel Trawren in meinem Hertzen. rc. Gedruckt zu Freyberg / Bey George Hoff⸗ mann. Jm Jahr / 1628. 1. HÖret zu ihr Christen Jung vnd Alt / Es wird die Zeit her⸗ kommen bald / das Himmel vnd die Erden / zerbrechen wer⸗ den vnd gehn zu grund / das sagt Christus mit seinem Mund / viel Zeichen werden geschehen. 2. Wol an des Himmels Firmament / an Sonn / Mond vnd Sternen behend / gibt vns Gott Zeichen vnd Wunder: Aber vnser Hertz erkaltet ist / welches vns bezeuget die H. Schrifft / bey armen vnd reichen jetzunder. 3. Wie denn auch diß Jahr wider ist / ein Zeichen gar er⸗ schrecklich / am Himmel hoch gestanden: Wol vber der Stadt Krelewitz genandt / dieselbige liegt im Boͤhmerlandt / viel wun⸗ der auch zu handen. 4. Den 23. Augusti es geschach / dz man sich in derselbigen Nacht / am Himmel vmbher ziehen: Fewrige Stangen gleich wie Spieß / geharnschte Leute gantz vnderdrieß / viel Wagen theten gehen. 5. Die Wolcken waren voller Fewer / wie Blut so roth gantz vngehewer / theilten sich in 4. hauffen: Das erste gantz vom Nidergang / von Mittag vnnd Sonnen Auffgang / nie⸗ mand kundt jhn entlauffen / 6. Es erzeigt sich ein starcker Wind / am Himmel gleich alß ob zwey Feind / mit einander theten streitten: Darnach hoͤrt man drey Donnerschlaͤg / die Wolcken worden wieder recht / darnach auff einer Seiten. 7. Es erhub sich wider ein grosser Streit / am Himmel alß werens Kriegesleut / thu ich mit Warheit sagen: Das hat ge⸗ wehrt 9. gantzer Stund / eh man den Himmel sehen kundt / viel Leut theten verzagen. 8. Ein fromme Fraw in dieser Stadt / auffn Tag also ge⸗ bohren hat / 3. Kinder in zwo Stunden: Ein Sohn vnnd auch zwey Toͤchterlein / Ein jedes bracht ein Zeichen sein / an seinem Leib besonder. 9. Mit sich auff die Welt / auß Mutterleib / das Erste ein Maͤgdlein wie ich schreib / thet auff seim Haupte haben: Von Fleische gewachsen einen Ring / gleich wie ein breiter Borten rund / thet jhm im Kopff eingehen. 10. Das ander auch ein Maͤgdlein war / het vmb sein Leib ein dicke Wolst an / Also von Fleische gewachsen: Die wahr besprengt mit Blut ich sag / Das dritt in seinen Haͤnden hat / ein Ruht zu gleicher massen. 11. Welches auch ein Knaͤblein war / hat am Leib weder Haut noch haar / gantz tunckel waren seine Augen: Die Menschen erschracken grausam hart / ob diesen Kindlein zu der fahrt / man trug sie alle zur Tauffe. 12. Empfingen auch das Heilige Pfandt / es war ein grausam Parla⸗ mant / Jederman wolt es sehen: Darnach trug man sie wieder zu hauß / die Mutter lag in gleicher maß / alß wolt sie jhren Geist auffgeben. 13. Dieses kam fuͤr ein weisen Rath / auch die vornembsten in dieser stadt / solten da judiciren / Was doch die schreckliche Geschicht / die jederman sah ey⸗ gentlich / an jhm selbst moͤcht einfuͤhren. 14. Niemandt kund es außsprechen thun / die groß schreckliche Zeichen nun / Die Mutter wolt man begraben: Man vermeint sie wer ein Leich schon / so baldt man sie legt auff ein Baahr / fieng sie an wieder zu reden. 15. Sie sprach: Jhr Christen Jung vnd alt / Last ab von Suͤnden mannigfalt / denn Gottes grosser Zorren: Jst jetzund so nah fuͤr der Thuͤr / daß Er nicht mehr wird gehen herfuͤr / mir ist befohlen worden. 16. Jn meinem Schlaff / durch eine Stimb / daß ich euch sol verkuͤndigen / warumb sie seyn gebohren: Von mir diese drey Kinderlein / Auß Gottes schickung mancherley / zur Straff der Welt erkohren. 17. Das Erste so Marina heist / vnd vmb sein Haupt hat einen Reiff / das sol der welt anmelden: Jnnsonderheit der Jugendt schon / daß sie Gott all Tag auffruͤcken thun / sein Marter / Leiben vnd Wunden. 18. Das ander Kind / wie ich bericht / so vom fleisch gewachsen eygendtlich / eine Rutt in haͤnden traͤgt: Sol euch zu eim Exempel seyn / das Gott wil straffen Groß vnd Klein / mit viel vnd mancherley Plage. 19. Mit Kranckheit groß ohn alle maß / mit Krieg / mit Blutvergiessen groß / das dritte Kind thet haben: An seinem Haupt weder Haut noch Haar / gleich einem Todt formiret war / Gott wird vns straffen darneben. 20. Nemblich daß diß nachfolgende Jahr / mit Pestilentz vnnd Kriegsgefahr / mit gar grausamen Seuchen: Manch Land an manchem Orth vnd endt / vnnd oben rund an etlicher Graͤntz / woll gewaltiglich zuͤchtigen. 21. Auch sollten jhr viel in solchem Landt / nicht lebendig bleiben zu hand / wegn grosse Suͤnd so die Menschen treiben: Das zeigt vns Gott mit wunder fein / an new gebohrn Kindlein klein / es wil nicht besser werden. 22. O lieber Gott in deinem Thron / hilff vnns durch Christum deinen Sohn / das wollest du vns geben: Behuͤt vns hie vnd dort vor Leydt / hilff vns allsam̄en inn d'Ewige Frewdt / das helff vns JEsus / Amen. Ein Geistlich Liedt. MJt Kummer bin ich vmbfangen / O du getrewer Gott / nach dir steht mein verlangen / hilff mir auß aller noht: Hilff mir auß dem E⸗ lende / thu mir dein Engel senden / der wolle mein Beystandt seyn. Elendt hat mich besessen / jetzund in dieser Zeit: Herr thu meinr nicht vergessen mit deiner huͤlff sey nicht weit: Bitt laß mich nit verderben / wen nicht so muß ich sterben / weñ du nicht huͤlffest mir. Du hast ja keinen thun hassen / der auff dich har gebawt: Du wirst auch mich nicht lassen / [...]ew [...] ich dir vertraw: Viel Menschen thun mich neiden / noch will ichs gerne leiden / Du wist mein Beystand seyn. Viel mehr hett ich verdienet / mit meinen Suͤnden groß: Die ich habe getrieben / in meiner Jugendt ruchloß: Doch bitt ich vmb Genade / wollst nicht lassn schaden / mein Suͤnde ist mir leid. Du hast deinen Sohn gegeben / vor der gantzen Welt Suͤnd: Das alles fleisch sol leben / wer an dich glaͤuben koͤndt / [...] ich mein Hertz nicht trawen / mehre mir mei⸗ nen Glauben / dein Hulffe die ist die best. Ach GOtt in deinem Throne / stehe mir in noͤthen bey: Durch Christum deinen Sohne / ich jetzund zu dir schrey: Hilff mir auß meinen Schmertzen / so ich trage inn meinem Hertzen / du weist wol was ich mein. Doch wil ich dir nicht schreiben / kein Stunde maß noch ziel: Sondern allein fest glauben / wie du es machen wilt / du Fuͤrst des Ewigen Lebens / wenn du nit hilffst / so ist vergebens / die Schrifft solches zeiget an, Du hast mirs zugesaget / in deinem Goͤttlichen Wort: Wenn ich dir mein Noth klage / du wilt helffen fort: Jch schreye zu dir sehre / nimb weg die Buͤrd so schwere / Leib vnd Seele mach mir gesundt. Wiltu mich laͤnger haben / in dieser boͤsen Welt: Wie gedult thu mich begaben / sonst machs wie dirs gefaͤllt. Dir thu ich mich ergeben / im Todt vnd auch im Leben / mir dei⸗ ne Huͤlffe send. Sol ich aber abscheiden / von diesem Jammerthal: So nihm auß diesem Leiden / mein Seel in des Himmels Saal: Daß wir dich alle loben / im Himmel hoch dort oben. Amen / das werde war [...]. E N D E. Show less

Fünflingsgeburt zu Lumnitz bei Prag, 1. Mai 1628; Hexenverbrennung in Bamberg 1628; Geistliches Lied
Gruͤndliche vnd War⸗ hafftige Beschreibung von ei⸗ ner Frawen / welche zu Lumnitz in Boͤh⸗ men / zwey Meilweges von Prag / fuͤnff Kinder in zweien Stunden geborn / was ein jedes mit sich auff die Welt gebracht / ist hierinnen kuͤrtzlich begrieffen. Geschehen den 1. Maij des 1628. Jahrs. Jm... Show more Gruͤndliche vnd War⸗ hafftige Beschreibung von ei⸗ ner Frawen / welche zu Lumnitz in Boͤh⸗ men / zwey Meilweges von Prag / fuͤnff Kinder in zweien Stunden geborn / was ein jedes mit sich auff die Welt gebracht / ist hierinnen kuͤrtzlich begrieffen. Geschehen den 1. Maij des 1628. Jahrs. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn. Gewisser Bericht des Truten vnd Hexenbrennens Bamber⸗ gischen Gebiets / wie lang es gewehrt / Was fuͤr v⸗ bels / jhrer Außsag nach / sie viel Jahr hero an Menschen / Vi⸗ he / Fruͤchten vnd andern veruͤbet / was allbereit verbrennet / vnd vermoͤg heiliger Goͤttlicher Schrifft (kein Zauberer man leben lassen) hingerichtet / Vnd in summa / wie sie von Teuffel betrogen vnd hinter das Liecht gefuͤhret worden. Allen frommen Christen zur sonderlichen trewher⸗ tzigen Warnung in ein Lied gebracht / Jm Thon : Es ist gewißlich an der zeit. Beneben einem schoͤnen geistlichen Liede. Erstlich gedruckt zu Schmalkalden / bey Bartholomeo Rennern / Jm 1628. Jahr. HOrt zu jhr Christen Jung vnd alt / Es wird die zeit her⸗ kommen bald / daß Him̄el vñ Erden / zerbrechen werden vnd gehen zu grundt / das sagt Christus mit seinim Mund / viel Zeichen werden geschehen. Wol an des Himmels Firmament / an Sonne / Mond vnd Sternen behend / Gibt vns Gott Zeichen vnd Wunder / aber vnser Hertz erkaltet ist / welchs vns bezeuget die heilige Schrifft / bey Reichen vnd Armen jetzunder. Wie deñ auch das Jahr wieder ist / ein Zeichen gar sehr schrecklich / am Himmel hoch gestanden / wol vber der Stadt Lumnitz genant / dieselbige liegt im Boͤhmerlandt / viel wun⸗ der auch zuhanden. Den 1. Maij es geschach / daß man sah in derselbigen Nacht / am Himmel vmbher ziehen / fewrige Stangen gleich wie Spieß / geharnischte Leute gantz vnverdriß / viel Wagen theten gehen. Die Wolcken waren voller Fewer / wie Blut so roth gantz vngehewer / theilten sich in vier hauffen / das erste gantz von Niedergang / von Mittag vnd der Sonnen Auffgang / niemand kundt jhn entlauffen. Es erzeigt sich ein starcker Wind / am Him̄el gleich alß ob zwey Feind / mit einader theten streiten / darnach hoͤrt man drey Donnerschleg / die Wolcken wurden wieder recht / dar⸗ nach auff einer Seiten. Es erhub sich wieder ein streit / am Himmel alß werens Kriegsleut / thu ich mit warheit sagin / das hat gewehrt neun gantzer Stund / ehe man den Simmel sehen kunt / viel Leut theten verzagen. Ein fromme Fraw in dieser Stadt / am Tag darnach ge⸗ boren hat / fuͤnff Kinder in zwo Stunden / 3. Knaͤblein vnd 2. Toͤchterlein / ein jedes bracht ein Zeichen frey / an seinem Leib besonder. Mit sich auff die Welt auß Mutterleib / das erste ein Maͤgd⸗ lein wie ich schreib / thet auff sein Haupte haben / von Fleische gewachsen ein Ring / gleich wie ein breiter Borten rund / thet jhm im Kopff eingehen. Das ander auch ein Megdlein war / hat vmb sein Leib ein dicke Wolst an / also von Fleisch gewachsen / die war besprengt mit Blut ich sag / Das 3. in seinen Haͤnden hat / ein Ruth zu⸗ gleicher massen. Welches auch ein Knaͤblein war / hatte an Leib weder Haut noch Haar / Das 4. in der Summa / gar ein schrecklich Zeichen gewiß / alß ein Krebs vnd Todt formiret ist / der Leib zu dieser Stunden. Das 5. und letzte kam auff die Welt / hat kein Mund wie ich euch meld / gantz dunckel seine augen / die Menschen erschra cken grausam hart / ob diesen Kindern zu der fahrt / man trug sie alle zur Tauffe. Empfingen auch das Sacrament / es ward ein grausam Parlament / jederman wolt es sehen / darnach trug mans wie⸗ der zu Hauß / Die Mutter lag in gleicher maß / Alß wolt sie jhren Geist auffgeben. Dieses kam fuͤr ein Weisen Rath / auch die vornemsten in der Stadt / solten da judiciren / was doch die schreckliche geschicht / die jederman sah gar eigentlich / an jm selbst moͤcht einfuͤhren. Niemand kunt es außsprechen thun / die grosse schreck⸗ liche Zeichen nun / die Mutter wolt man begraben / man ver⸗ meint sie were ein Leiche schon / so bald man sie legt auff ein Pahr / fieng sie an wieder zu reden. Sie sprach jhr Christen Jung vnd Alt / last ab von Suͤn⸗ den mannigfalt / deñ Gottes grosser zorn ist jetzund so nah fuͤr der Thuͤr / daß er nicht mehr wird gehen herfuͤr / mir ist befoh⸗ len wurden. Jn meinem Schlaff / durch eine Stim̄ / daß ich euch sol verkuͤndigen / warumb sie seind geboren / von mir die 5. Kin⸗ derlein / auß schickung mancherley / zur Straff der Welt er⸗ kohren. Das erste so jhr Maria heist / vnd vmb sein Haupt hat einen Reiff / das soll der Welt anmelden / insonderheit der Ju⸗ gend schon / daß sie alle tage tragen thun / von Seiden / Gold vnd Silber. Auß Hoffart groß vnd Vbermuth / welchs ist die groͤste Schmach vnd Spott / auff dem viel der Kraͤntze / zu Vppig⸗ keit jhr Fleisch vnd Blut / auch jhre Ehr vnd grosses Gut / ver⸗ schweren bey dem Tantze. Das ander die bedeutung hat / weil es an seinem Leibe tregt / von Fleisch ein Wulst vnd Ketten / daß nemblich viel der Toͤchter jung / in allen Landen vmb vnd vmb / Kinder im Leibe ersticken. Vnd offt jhr eigen Fleisch vnd Blut / gar jemmerlich er⸗ morden thut / weil es sich thut begeben / daß offt vnschuldiges Fleisch vnd Blut / jemmerlichen verderben thut / Gott wird straffen darneben. Das dritte Kind wie ich bericht / so von Fleisch gewach⸗ sen eigentlich / ein Ruth in haͤnden tregt / sol euch ein Exempel sein / daß Gott wil straffen groß vnd klein / mit viel vnd man⸗ cherley Plage. Mit Kranheit groß ohn alle maß / mit Krieg vnd Blut⸗ vergiessen groß / das 4. Kindlein thet haben / an seinem Leib weder Haut noch Haar / gleich ein Krebs vnd Todt formiret war / ein Kroͤte auch dach darneben. Nemlich daß hewer der hoͤchste Gott / mit Pestilentz vnd geschwinden todt / mit gar grausamen Seuchen / das Land an allen orten vnd end / vnd oben ruͤmb an aller Grentz / woll gewaltiglich zuͤchten. Daß der halbe Theil im gantzen Land / nicht lebendig soll bleiben zuhand / grosse suͤnde die Menschen treiben / der Krebs und Kroͤt bedeuten ohn end / daß die Menschen werder sterben geschwind / keiner wird beym andern bleiben. Das fuͤnffte Kind / so gar stock blind / an seinem Mund man gar kein zeichen find / bedeut die jenigen Menschen / so jhr Gesicht nur in den schein / gegen Gott richten vnd doch seind / verstockt in jhren Suͤnden. Die wollen gleichsam zwingen thun / den lieben getrew⸗ en GOTT dazu / daß er jhnen auß jhren noͤthen helffe wuͤn⸗ derlich / darzu vns Gott helff gnediglich / wer das begehrt sprech Amen. Folget der Bericht. WAnn man ansicht jetzt vnser zeit / in welche wir sind kommen / Findet man nichts denn Hertzenleid / welch vberhand genommen / So gar daß wol nicht erger sein / kan auff Erden in aller gemein / steht es vbler alß vbel. Wie wolt es auch nicht vbel stehen / weil nicht nur suͤnd vnd schande / vberall heuffig im schwang gehn / daß fast in al⸗ len Landen / Krieg / Blut vergiessen / mord vnd brand / vberall auch die Oberhand bekommen / Gott seys geklaget. Sondern welchs zu erbarmen ist / wie auch schrecklich zu hoͤren / daß der so sein wil ein guter Christ / sich lest so gar be⸗ thoͤren / Daß er sich dem Teuffel ergibt / mit Leib vnd Seel durch ein geluͤbd / absaget seiner Tauffe. Die heilige Dreyfaltigkeit / verleugnet auch dem Teuffel / sich mit Leib vnd Seel gantz ergert / stuͦrtzt sich ohn allen zwei⸗ fel / nur schendlichen wollusts wegen / so sie mit dem Teuffel pflegen / der sie doch nur betrieget. Ein Tausentkuͤnstler allezeit / der Teuffel ist gewesen / welcher auch in der Christenheit / gestifftet groß vnwesen / mit Hexerey vnd Zauberey / vnd durch die Vnholden mancherley zu seim Werckzeug gebrauchet. Wie dañ mehr alß denn wolbekant / im Bambergischen Lande / durch vnterschiedliche Trutenbrant / solch Hexerey vñ schande. Jetzund vermoͤg heiliger Schrifft / außgerottet wird welche spricht: Kein Zauberer solt lassen leben. Weil sie bekennen so viel Mord / vnd vnseglichen Scha⸗ den / gestifftet han an manchen ort / daß keine Frucht gerhaten. So viel Jahr her vnd ob sie wol / gerhaten sind auch etlich⸗ mal / haben sie alls verzaubert. Daß Vieh vnd Menschen sind zu grund / gangen durch jhr beschweren / vnd bezaubert zu aller stund / des Teuffels sies thun lehren. Verspricht jhnen darbey guͤldne Berg / geht doch endlich alls vberzwerg / mitbetrug sie bezahlet. Zu Zeil sind vnterschiedlich Brandt / jetzt in eim halben Jahre / gesechehen / vnd nimmet vberhand / je mehr man breñt fuͤrware. Je mehr der Hexen finden sich / welchs erschrecklich vnd erbermlich / von Christen ist zu hoͤren. Die Großkoͤpffiñ vnd Cantzlerin / sampt dero beyde Toͤchter / der Großkopff selbst ist auch schon hin / zum brennen sie all dochten / wegen jhrer Zauberey vnd Hexerey / so sie ge⸗ trieben haben haben. Die dicke Kandelgiesserin / hat auch herhalten muͤssen / welche lange zeit ein Truͤtnerin / vnd Zauberwerck bewiesen. Da sie sebsten bekennet hat / sie sey froh / daß man an diese stat zum verbrennen sey kommen. Sie sey vom Teuffel jmmer zu / gewesen hart geplaget / hab jhr gelassen kein rast noch ruh / jhr gewissen genaget. Daß sie nach all dem willen sein / außstehen muͤssen Marter vnnd Pein / die gantze zeit jhres Lebens. Reiche Kramer ohn vnterscheid / wie auch fuͤrnehme Herren / sampt dero Weibern sind bereit / verbrennt worden vnd werden. Teglich mehr eingefangen viel / kein ansehen der Person gilt / Reich / Arm / Schoͤn / Herr vnd Frawen. Ein grosses Hauß mit viel gemach / ist allbreit erbawet / darein man teglich einfacht / vielen noch dafuͤr grawet. Doch geschicht keinem kein vnrecht / denn solchem zaubrischen Ge⸗ schlecht / gehoͤrt mit ins Fewer. Ein grosser Ofen ist erbawt / zu Zeil da man ein hauffen einwerffen kan / man hoͤrt vnd schawt / keine kan da entlauffen Der Teuffel betreugt sie sehr / alß ob es Phantasey wer / mit den Truten verbrennen. Vberredet die albern Leut / Er laß keinen verbrennen / Er errette sie zu rechter zeit / wie sies hernach bekennen. Gibt jhnen ein die grosse Frewd / sey hinderstellig gar kein Leid / laß er den seinen wiederfahren. Solch vnd dergleichen Vbelthat / sind abgeschaffet worden / mit dem Schwerdt / darnach man sie hat / geworffen an den orten. Jns Fewer sie verbrant zu staub / etlichen wird auch abgehawt / die Haͤnd / werden gezwicket. Mit gluͤend Zangen / welche viel / vnd groß vbel veruͤbet wie denn der noch sehr viel im Spiel / welche manch Mensch betruͤbet. Erkrummet / erlamt / erschreckt / getoͤdt / daß der es alles erzehlen thet / muͤst ein gantzen Tag haben. Ach Gott erhoͤr vns deine Kind / behuͤt vns fuͤrs Teuffels listen / vnd vor dem zauberischen Gesind / dein recht gleubige Christen. Gib O heilig Dreyfaltigkeit / dir zu dinen je vnd allezeit / wer das wil thun / sprech Amen. Ein Geistlich Lied. CHristliches Hertz zu dieser frist / wie heist denn nun HErr Jesu Christ / Christus die Warheit selber ist / mit Namen heist HErr Jesu Christ. Wir sind auch seine Kinderlein klein / von Leibe wir gesprungen sein / Er ist fuͤrwar ein reicher Gott Je mehr er giebt / je mehr er hat. Wir sind auch seine Kinderlein klein / von Leibe wir gesprungen sein / Er ist ein Koͤnig vnd ein HErr Er ist der Keyser der gantzen Welt / wie ers macht also jhms gefellt. Erhalt vns bey reiner Lehr / in TeutzschenLand jetzt noch vielmehr / Erhalt vns HErr bey deinem Wort / O Jesu Christ an allen Orth. Gieb Fried vnnd Einigkeit in Teutzschland / O Jesu Christ zu allen Standt / Bewahr vns HErr vor thewer zeit / HErr Jesu Christe weit vnd breit. Show less

Von Hexen und Hexenverbrennungen in Braunschweig, Franken, Neuhausen, Hannover
Gruͤndliche vnerhoͤrte Zeitung / Von den Teuffels⸗Zaube⸗ rern / vnd boͤsen Leuten im Braunschweigen Lande / deßglei⸗ chen im Franckenlande / wie jhrer bey dem Staͤdtlein New⸗ hausen / deßgleichen im Ampt Marienburg / auch bey der Stadt Hannover verbrandt / was sie bekandt / vnd fuͤr ... Show more Gruͤndliche vnerhoͤrte Zeitung / Von den Teuffels⸗Zaube⸗ rern / vnd boͤsen Leuten im Braunschweigen Lande / deßglei⸗ chen im Franckenlande / wie jhrer bey dem Staͤdtlein New⸗ hausen / deßgleichen im Ampt Marienburg / auch bey der Stadt Hannover verbrandt / was sie bekandt / vnd fuͤr schreckliche Thaten an Menschen vnd Viehe begangen / vnd durch jhrer erschrecklichen Teuffelskunst Meuse zugerichtet / die den Leuten die noch etwas geseet / jhre Korn im freyen Felde verheret vnd verzehret / viele Leute verlahmt vnd ver⸗ krumt / vnd also ein jeder sein Lohn empfangen / Als wird der guͤnstige Leser in diesem Exemplar berichtet werden / vnd also nach dem Befehl der heiligen goͤttlichen Schrifft / wie dieselbe solches bezeuget / keinen Zaͤuberer leben zu lassen / allen frommen Christen zum Exempel in offenen Druck verfertigt / durch den Herrn Amptschreiber auffm Hause Marienburg / Jm Jahr 1628. Gedruckt zu Hildesheim / bey Jochim Goͤssel. WAnn man ansicht letzt vnser Zeit / in welche wir sind kommen / findet man nichts denn Hertzenleid / welche vber handt genommen / so muß es doch nicht arg seyn / kan auff Erden in aller gemein / stehet es vbeler als vbel. Wie wolt es wol nicht vbel stahn / weil nur Suͤnd vnd Schande / vberall heuffig im schwange gahn / das fast in allen Landen / Krieg Blutvergiessen / Mordt vnd Brandt / vberall auch die Oberhand bekommet / GOtt sey es gekla⸗ get. Welches auch zuerbarmen ist / vnd auch schrecklich zu hoͤren / daß der wil seyn ein guter Christ / vnd sich so lest be⸗ thoͤren / daß er sich dem Teuffel ergibt / mit Leib vnd Seel durch ein Geluͤbd / absagt seiner Tauffe. Wie dann mehr als zu wollbekandt / im Braunschwei⸗ gischen Lande / durch vnterschiedliche truten brand / solche Hexerey vnd Schande / vermoͤg nach der heiligen Schrifft außgerottet werden / welche spricht / kein Zauberer lassen leben. Weil sie bekennen so viel Mord / vnd vnsaͤglichen scha⸗ den / gestifftet han an vielen Ort / daß keine Frucht gerah⸗ ten / so viel Jahr her / vnd ob sie wol gerahten sind / auch et⸗ liche mahl / haben sies alle verzaubert. Das Menschen vnd Viehe sind zu grund gangen / durch jhre beschweren vnd bezaubern zu aller stund / der Teuffel sie es thut lehren / verspricht jhn dabey guͤlden Berg / geht doch endlich alles vber zwerg / mit betrug er sie bezahlet. Zu Zeil sind vnterschiedlich brandt / jetzt in eim halben Jahre / geschehn vnd nimbt sehr vberhand / je mehr man brendt fuͤrware / je mehr der Hexen finden sich / welchs auch sehr erschrecklich / von Christen ist zu hoͤren. Die Großkoͤpffin vnd Cantzlerin / sampt jhre beyde Toͤchter / der Wirth zum Großkopff ist auch hin / zum bren⸗ nen sie alle dochten / wegen jhrer zauber / Hexerey / so sie ge⸗ trieben mancherley / viel Mordt darbey begangen. Die dicke Kandelgiesserin / hat auch herhalten muͤssen / welche lange zeit / eine Trutnerin / vnd Zauberwerck bewie⸗ sen / da sie selbst bekennet hat / sie sey fro / das an diese Stadt / zum brennen sie sey kommen. Reiche Leut ohn vnterschied / wie auch fuͤrnehme Her⸗ ren / sampt dero Weiber sind bereit / verbrennet worden vnd werden / die haben viel tausendt Meuse gemacht / welche der Armuth jhre Korn im Feld beraubt / vnd alles verzeh⸗ ret. Ein Wirth mit seinem Weib vnd Kind / viel Katzen ge⸗ macht ich sage / so die Leute bey der Nacht / erschrecket mit grosser Klage / gelauffen in Kaͤllern vnd Haͤusern herumb / jhre Bier vnd Korn beraubt in summ / auch Geldt was sie bekommen. Ein grosser Offen ist erbawt / zu Zeil da man ein hauffen einwerffen kan / man hoͤrt vnd schawt / keine kan dar entlauffen / der Teuffel betreugt sie so sehr / als wann es nur pfantasey wer / mit den Hexen verbrennen. Solch vnd dergleichen Vbelthat / sind abgestraffet worden / mit dem Schwerdt / darnach man sie hat geworf⸗ fen / an den Orten ins Fewer / verbrandt alle zu Staub / et⸗ liche werden auch abgehawt / die Haͤnde werden gezwicket. Mit gluͤenden Zangen welche viel vnd groß vbel veruͤ⸗ bet / wie der noch sehr viel sind im Spiel / welche manchen Menschen betruͤbt / erkrumt / erlambt / schrecklich getoͤdt / daß der es alles erzehlen thet / must ein gantzen Tag haben. Ach GOtt erhoͤr vns deine Kinder / behuͤt fuͤrs Teuf⸗ fels Listen / vnd fuͤr dem zauberischen Gesind / deine recht⸗ glaͤubige Christen / gib O heilige Dreyfaltigkeit / dir zu dienen allezeit / durch JEsum Christum / AMEN. Show less

Eroberung von Wesel; Belagerung von Herzogenbusch in Brabant, 1629
Eygentlicher Bericht / Von der vnversehenen er⸗ oberung der Statt Wesel / so geschehen ist den [...] Augusti durch den Herrn von Dieden / Gubernier zu Emmerich / vnd Capitaͤn Wolff / Gesangweiß gestelt / Jm Thon der Tageweiß des Koͤnigs Tochter. Beyneben auch Von dem Eygentlichen Bericht /... Show more Eygentlicher Bericht / Von der vnversehenen er⸗ oberung der Statt Wesel / so geschehen ist den [...] Augusti durch den Herrn von Dieden / Gubernier zu Emmerich / vnd Capitaͤn Wolff / Gesangweiß gestelt / Jm Thon der Tageweiß des Koͤnigs Tochter. Beyneben auch Von dem Eygentlichen Bericht / der weit⸗ [...]ruͤmbten Statt Hertzogebusch in Brabant / wie dieselbi⸗ [...] belaͤgert / vnd von Jhr Excell Heinrichen Friderichen Printzen von Vranien den 8. vnd 18. Sept. zur Auffgebung bezwungen / vnd wie beyderseits den Accord getroffen / daß wird hierinn mit fleiß vermeldt. Erstlich gedruckt zu Amsterdam / Jm Jahr 1629. 1. MErckt auff was ich wil singen / hoͤrt zu beyd Reich vnd Arm / von so geschwinden Dingẽ / so jtzt geschehen warn / Wesel die Statt erobert war / wie Jhr hernach werd hoͤren / ist jetzt schon hell vnd klar. 2. Herr von Dieden mit Namen / mit jhm der Capitan / haben gesetzt zusammen / vnd frisch drauff griffen an / weil sie den Stadten dien⸗ ten zwar / hat mit jhn fest gehalten / Printz von Vranien gar. 3. Zusammen thun sie bringen / tausend vnd hundert Rohr / die Weßler sie ansingen / acht hundert Reuter bevor. Auch mit halb Lantzen also gut / viel Springstoͤcken darneben / Jhr Gluͤck vnd Hayl versucht. 4. Auß Wesel sein außzogen / ein grosse Confoy rein / zum Graf Heltrich sie flohen so gar in grossem gheimb. so sich auffhalt damals ge⸗ ruͤck / hinder Velaw mit Namen / daß war der Staadten Gluͤck. 5. Dardurch seynd sie schwach worden / die Weßler in der Statt / die Staadten an den Orthen / gut Kundtschafft da gehabt / haben sich et⸗ lich drein gewagt / durch ein verfallen Orten / wol in die Statt gedapt. 6. Die Spanier zumalen / wolten sich wehren rundt / gegen die seynd eingfallen / jhr Muth gieng bald zu grundt / die Staadten wehrten sich mit gwalt / vnd wir den jhre Meister / in disem Einfall bald. 7. Die Spanier thetten schreyen / wol auff die Burgerschafft / es thet jhn nicht gedeyen / weil sie ehe sein wehrhafft. Sprachen wir Bur⸗ ger in der Statt / koͤnnen euch zwar nit helffen / vnd doͤrfft nit vnser Gnad. 8. Viel Spanier theten fliehen / wol in die Schantz hin ein / vmb sonst war da jhr kriegen / wol mit den Staadten fein. Sie wurden drauß getriben schnell / die Staadten da obsiegen / brechen die Brucken schnel. 9. Die Schiff abwerts sie schicken / vnter dem aber deß / der Em⸗ merich erquicken / Schenckenschantz vnd Reeß. Die frische Beuth auß⸗ theilen bald / wie jhr hernach werd hoͤren / jetzund gleicher gestalt. 10. Jn Gschuͤtz haben sie bekommen / zway hundert vnd zwain⸗ tzig Stuͤck / von Mettal vnd Eysern Formen / daß war ein grosses Gluͤck / zwey tausend Faͤßl mit Pulvergut / tausend Malter mit Koren / tausend Thonn Meel zu Muß. 11. Viel Kriegs waffen ein Anzahl / vil Kaͤrren vnd Waͤgen mit Gelt wurden bekommen das mal / weiter wurden gezelt. Acht vnd viertzig Faͤßl zugleich / mit Phillips Thaler eben / von zwey tausend so reich. 12. Acht Faͤßlein mit Pistoletten / Spanischen Cronnen gut / sie dabekommen thetten / daß macht jhn frischen Muth. Die Trymphie⸗ renten Helten gut / haben gut Ordnung bestellet / vnd halten gute hut. 13. Die Statt Thor bschlossen bhalten / zwen gantze Tag sorein / das merckt jhr Jung vnd Alten / wie jr versamblet sein. Jhr Excel. Printz Heinrich wol / als er das hat erfahren / wust gschwind was er thun soll. 14. Der Graf von Styrum eben / schickt 4000. zu Fueß / vnnd tausend Pferd darneben / diß ich auch melden muß. Auß Schenckenschantz gezogen sein / zu Fueß acht Copagnien / zu Pferd drey kommen sein. 15. Die Cantzley bekommen / mit grosser Frewd vnd Wohn / wie man den hat vernommen / drinn soviel Schatz so schon. Gefunden war frewet sich diß / der Emmerich besonder / darneben die von Reeß. 16. Jn diser Statt befundet / Vorrath verhanden war / vil Men⸗ schen namb es wunder / den der Koͤnig fuͤrwar. Hat drin sein Schatzkam⸗ mer so fein / wie auch sein Zeughauß eben / sambt dem Korn Boden rein. 17. Den Bricht habt jhr nun eigen / von Wesel gleicher weiß / da rin wird sich erzeigen / mein muͤglich Muͤh vnd fleiß. Wie ich den Bericht zusammen bracht / daß kan man wol betrachten / daß es vil Muͤhe macht. 18. Hirmit hab ich beschlossen / den Bricht gantz eigendlich / kein Muͤh hat mich verdrossen / daß bedenckt sicherlich. GOtt helffe vns zum Friden Jahr / durch JEsum vnserm HErren / Amen das werde wahr. Der ander Bericht / von Hertzogenbusch. NAch dem Jhr Excell. Heinrich Friderich Printz don Vranien / beneben Graf Ernst Casimir / Guberner in Frießlandt / vnd Graf Wilhelm Guberner zu Hosten / alle Grafen zu Nassaw / rc. mit Graf Johann Albrechten von Solms / dem Baron von Predenroth / vnd Nons. Piensen / die Statt vnd Vestung Hertzogenbusch in Brabant / den [...] May N. Cal dises lauffenden Jahrs / mit 40000. Mann zu Roß vnd Fuß / mit Ernst zu belaͤgern angefangen / ein Laͤger in die drey Meil Wegs der Refier geformiert / mit Haupt⸗ vnd andern Schantzen / Redutten vnd Transcheen / dermassen sich begraben / vnd verschantzt / auch das Laͤger durch stopffung der 3. Wasser / so durch die Statt geflossen / die Duist / Dommel / vnd die Aah / rings vmb ins Wasser gesetzt / daß dergleichen in vielen Jahren nicht gesehen worden / nach vollbrachter Defension des Laͤ⸗ gers / hat man von Tag zu Tag / der Statt sich genahet / vnd sonderlich die Haupt⸗ oder Fuͤchter Schantz / genannt Ysabella / vnd die kleine S. An⸗ thoni Schantz darbey mit Gewalt vnd sturmender Hand erobert / inglei⸗ chem die Hornwerck vnd halbe Mond / vor der Fuͤchter vnnd Hentemer Pforten / sich auch bemaͤchtiget / vnnd sonderlich mit Jnstrumenten vnd Wassermuͤhlen / das Wasser auß den Stadtgraͤben gemahlen / die Graͤ⸗ ben mit Reyß / Sandt vnd anderer Materien außgefuͤllt / dardurch der Stattmawer vnd Wahl gar nahe kommen / vnd obwol die Spanischen vnterm Commando Grafe Heinrichs von dem Berg / durch ein starcke Armada, die Statt zuentsetzen / vnd das Stadische Laͤger auffzuschlagen versucht / auch die Belaͤgerten mit Außfaͤllen / Mannhafftigen fechten vnd schiessen / die hoͤchste vnd eusserste Gegenwehr gebraucht / so ist doch das Gluͤck vnd die Victoria, wiewol mit zimlichen Verlust / beyderseits vieles Volcks / allezeit auff der Stadtischen seiten außgeschlagen / vnd sie mit den Abbrochen durch den Morast / darzu jhnen das trockene Sommerwetter / grosse Befoͤrderung gethan / zu jhrem gewuͤnschten Jntent gelangt / Als sie nun alle Aussenwerck vor der Statt innen hatten / vnd den Belaͤgerten der Außfall gaͤntzlich abgeschnitten / auch durch gewisse Kundschafft / vnd auff⸗ gefangene Schreiben der Printz von Vranien genugsamb verstaͤndigt / wie es in der Statt / vnd mit den Belaͤgerten beschaffen / vnnd das an Pulver / Saltz / Munition vnnd Medicamenten grosser Mangel / auch die rothe Ruhr vnd andere Schwachheiten sehr grassierten / nicht weniger die Buͤr⸗ ger / weil sie kein entsatzung zuhoffen / mit den Guberner vnnd Geistlichen nicht allerdings einig / sondern sehr zum Accord geneigt / Als hat man zu gewinnung der Zeit / allen Ernst vorzunehmen / sich resolviert / vnnd zum stuͤrmen / die aͤusserste Mittel an die Hand genommen / die gantze vnd halbe Carthaunen / auff die gemachte Batterien vor der Statt gefuͤhret / mit vnauffhoͤrlichem schiessen vnd Granaten werffen / continuè in die Statt Fewer gegeben / daruͤber grosser Jammer vnd Weheklagen die Belaͤgerten von sich hoͤren lassen. Jn mittelst hat der Printz von Vranien vnterschied⸗ liche Gallarien mit grossem Vnkosten durch kuͤnstliche Werckmeister ver⸗ fertigen lassen / welche man den 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. vnd 10. tag dises Mo⸗ nats Septemb. stylo novo / durch sonderbare Mannhafftigkeit / der Eng⸗ lischen vnd Frantzosen in des Printzen Quartier an der Fuͤchter Pfort / vnd in Graf Ernsten Quartier an der Hentemer Pfort / durch die Teutschen vnd Wallonen / in Graf Wilhelmen Quartier an der Orthener Pfort nit mit wenig Verlust des Volcks vbergeworffen / vnd in Effect gebracht / dar⸗ auff zu Miniren angefangen / vnd die Hauptminen den 10. hujus an der Hentemer Pfort / wie auch die neben kleine Minen fertig worden / gedach⸗ ten 10. dito / ist zwischen den Stadtischen vnd den Belaͤgerten den gantzen Tag vor der Fuͤchter Pfort scharmitziert worden / doch endlichen die Belaͤ⸗ gerten in die Statt hinein getriben / vnd die Stadten die Pforten zu jhrem Vortheil behalten / darauff man den 11. Morgens zwischen 2. vnd 3. vhr die Hauptminen an der Hentemer Pforten auch springen lassen / welche zwar langsamb angangen / aber doch ein solche operation gethan / daß nit allein die Pforten in stucken zersprengt / sondern an dem Wahl auch solche Oeffnung machete / daß man mit Waͤgen hinein fahren koͤndte / auch viel Volcks von Soldaten vnd Buͤrger mit in die Lufft geflogen vnd beschaͤdi⸗ get worden / auff welches der Printz das Volck commendirte / vnd ein Ge⸗ neralsturm thun liesse / daß in eyl etlich 1000. Mann der Stadischen auff dem Wahl vnd in der Pforten sich befunden / Als nun die Belaͤgerten den grossen Gewalt vnd Extremitet gesehen / vnd das kein Hoffnung des Ent⸗ satzes mehr vorhanden / haben sie / warzu sonderlich die Buͤrger mit Weib vnd Kind / wegen grossen Flehens vnd Weheklagens nit wenig Vrsach ge⸗ geben / bey Excell. dem Printzen von Vranien vnd den Herrn Stadten zu parlamentiren bittlich gesucht / vnd durch jhre Com̄endirte den Herrn Bi⸗ schoff / dem jungen Herrn von Graͤventunck des Herrn Guberners Sohn / dem Herrn Abt von S. Berent / dem Herrn Burgermeister von der Statt 4. tag / Bedenckzeit begehret / hierzwischen der Sereniss. Infantin von Bruͤssel / Consens zuerholen / welches jhnen aber der Printz rund abgeschla⸗ gen / mit der Resolution / wo sie sich noch disen Tag ergeben wuͤrden / solten sie einen guten vnd leydenlichen Accord erhalten / im widrigen sey er ent⸗ schlossen den Sturm fortzusetzen / die Statt zupluͤndern / vnd die Soldaten mit weissen staͤben außziehen zu lassen / vber welches man den 12. beyderseits Geissel gewechselt / vnd die Tractation an die Hand genommen / vnd seynd die Herrn Committierte auß der Statt bey dem Printzen zu Gast gewe⸗ sen / vnd nach der Mahlzeit von den Articuln tractiert / welche der Printz gegen Abend auff seiner Leibgutschen / wider hinein in die Statt fuͤhren las⸗ fen / vnd ist man den 13. in des Herrn Guberners Behausung wider bey⸗ sam̄en gewesen / die Articul in bester Form zu Papier gebracht / vnd Abends vmb 7. Vhr von beyderseits Committierten vnterschrieben vnnd bekraͤffti⸗ get worden / in massen auß beygesetztem Accord zu ersehen. Es haben sich zwar die Geistlichen sehr gesperrt / vnd jhr Exercitium sambt etlichen Kir⸗ chen zu behalten / bey jhr Excell. embsiglich gesucht / so jnen aber / weil mans zu Breda / auch nicht anders gemacht rundt abgeschlagen / vnd nach Jhr Excell. willen Accordiren muͤssen. Nun folget der Accord / getroffen / Donnerstag den 3. vnd 13. Sep. Anno 1629. Abends vmb 7. vhr / zwischen den hochmoͤgenden Herrn Ge⸗ neral Staden / von Holland / jhr Excell. Printz Heinrich Friderichen von Vranien / eines : vnd dem Herrn Bischoff / vnd dem Herrn Abbt / den zu⸗ geordneten Kriegs⸗Raͤthen / sambt der Zuͤnfften in der Statt andern theils: Vnd soll die Statt in der Herrn Stadten / vnnd Jhr Excell. Handen ge⸗ lieffert / vnd folgendts also gehalten werden. 1. Sollen die Geistl: von Manns Orden / auß der Statt ziehen / jhnen aber in Neutralstaͤtten sich zuverhalten / zugelassen seyn / doch nur ad dies vitæ darneben abet mit nothwendiger Vnterhalt versehen werden. 2. Die Geistl. Frawen Ordenspersonen / sollen in der Statt ver⸗ bleiben / mit nothwendiger Vnterhaltung auch ad dies vitæ versehen doch auß den Kloͤstern nach der Herrn Stadten Discretion in andere Haͤuser vertheylt werden. 3. Sollen alle Geistl. Guͤter / zu der Herrn Staden Disposition vnd verordnung gestelt seyn. 4. Soll der Magistrat vnd alle Aempter der Statt durch die Her⸗ den Staden angeordnet / doch die Jngeborne Buͤrger vñ ingesessne / zuvor⸗ derst in acht genommen / vnd denn auch andere qualificierte frembde vnnd Neutralisten / darzu gezogen / vnd folgends der Statt Privllegia observirt vnd niemand daruͤber molestirt werden. 5. Sol ein Gubernator / entweder auß dem Hauß Nassaw / oder einem in dem Land gebornen Herrn oder sonsten einer qualificierten Adels⸗ Person / durch die Herrn Staden / verordnet vnd gesetzt werden. 6. Sollen die Außziehende / denen 800. Waͤgen zum Außzug ver⸗ guͤnstiget / mit gnugsamber Convoy versehen / vnd an begerende Orth be⸗ gleit werden. 7. Sol der Herr Guberner / mit der Guarnison vnnd Soldaten mit fliegenden Fahnen / brenenden Londen / 4. Stuͤck Geschuͤtz / vnd zwey Moͤrsel seinen Außzug haben. 8. Solle den Burgern erlaubt seyn / 3. Jahr in der Statt zuver⸗ bleiben / hie zwischen jhre Guͤter verkauffen / vnd anderst wohin zubegeben / wolten sie aber bleiben / solten sich nach der Herrn Staden vnd des Lands Gesetzen vnd Placaten verhalten / auch ohne Beschwerung jhres Gewiß sens gelassen werden. Jn dem vberigen soll es gleicher massen / als wie die Spanische inn Breda vor diesem auch Accordiert / zwischen der Burgerschafft / vnnd den Stadischen verbleiben / vnd kein ander Exercitium, als die reformierte Re⸗ sigion / offentlich gestattet werden. Hierauff vnd nach vollstreckung dises Accords / ist der Herr Gubernator / mit der Guarnison vngefehr 900. Mann auff obgemelte weiß den 7. vnd 17. diß Morgens vnd 9. vhr außgezogen / die Geistliche aber / jhre Sachen desto besser zu⸗ sammen zurichten / noch etliche Tag dilation erlangt / vnd haben die Belaͤgerten auß Mangel Volcks / Pulver / Munition / auch wegen vieler Krancken vnd Ver⸗ wundten / vnd des grossen Ernsts / vnd scharpffen Belaͤgerung / so Jhr Excell. der Printz von Vranien gegen sie gebraucht / Nach dem sie 4. Monat vnd 14. Tag / die Belaͤgerung außgestanden / dise veste Statt vbergeben muͤssen / vnnd also auß des Koͤnigs auß Hispanien in der Herrn General Staden Gewalt kommen / an jetzs wird die Statt wider reparirt / mit starcker Guarnison besetzt / das Volck so in dem Laͤger biß dahero gebraucht worden / in andere Guarnison gelegt / hergegen das frische Volck herauß genommen / vnd noch vor dem Winter etwas weiters zu tentiren / vnd haben durch dise Eroberung die Herrn Staden sich nicht allein etliche Tonnen Golds Jaͤhrlichen Contribution befreyet / sondern dargegen die Provintz Brabant / in jhre Schatzung gebracht / auch Jaͤhrlichs in 6000. Mann weiter zu Feld zu bringen / vnd andere Guarnisonen dardurch zu sparen / Vortheil erglangt. Actum im Laͤger vor Hertzogenbusch / den 8. vnd 15. Septemb. Anno 1629. Show less

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