Belagerung von Heidelberg, September 1622; Geistl. Lied: Von der Welt Lauf
Kurtzer jedoch eigentlicher Bericht / Von der Belaͤgerung vnd Einnehmung der Churfuͤrstlichen Pfaltzgraͤfischen Residentz vnd Hauptstatt Hey⸗ delberg / welche geschehen im Monat Sebtembris / deß 1622. Jahrs / Jm Thon: Hilff Gott daß mirs gelinge / rc. Oder / Wie man die Tageweiß singet. ... Show more Kurtzer jedoch eigentlicher Bericht / Von der Belaͤgerung vnd Einnehmung der Churfuͤrstlichen Pfaltzgraͤfischen Residentz vnd Hauptstatt Hey⸗ delberg / welche geschehen im Monat Sebtembris / deß 1622. Jahrs / Jm Thon: Hilff Gott daß mirs gelinge / rc. Oder / Wie man die Tageweiß singet. Sampt einem geistlichen Lied / Von der Welt Lauff / Jm Thon: Warumb betruͤbstu dich mein Hertz / rc. Gedruckt zu Franckfurt am Mayn / bey Johann Hoffmann / Jm Jahr M. DC. XXII. Ach GOtt laß dichs erbarmen / den Jammer vnd die Noht / erhoͤr die Klag der Ar⸗ men / O du huͤlffreicher Gott / wie vbel stets im Teutschen Land / es ist schier alles verderbet / mit Todschlag Mord vnd Brand. Es ist ja vnverborgen / wie der Graf von Mannsfeldt / schon lange zeit mit Sorgen / viel Kriegsvolck vnterhelt / biß er newlich ist zogen ab / von deß Reichs Grund vnd Boden / als ich vernommen hab. Don Cordua hieß mit Namen / ein Obrister voran / der hett ein Heer beysamen / auff zehen tausent Mann / der zoge dem Manßfelder nach / wolt jhm auff den Dienst warten / vnd jhm beweisen Schmach. Als solches thaͤt erfahren / Ertzhertzog Leopoldus / thaͤt er kein Muͤh nicht sparen / er zog zu Roß vnd Fueß / mit seinem gantzen Kriegsheer / fuͤr Hagenaw die Stadte / mit Harnisch vnd mit Wehr. Da er sie eingenommen / vnd wol besetzet haͤt / ist er gar ey⸗ lend kommen / fuͤr die Stadt Speyer versteht / geruͤst mit et⸗ lich tausent Mann / gleich den 9. Augusti / vnd wolt sie greif⸗ fen an. Der Stadt wurd er baldt maͤchtig / vnnd was fuͤr Volck drinn lag / wurd abgeschafft bedaͤchtig / darnach den 11. Tag / Augusti / da hat hart bewegt / Ertzhertzog Leopoldus / den Burgern aufferlegt. Daß sie alsbaldt ohn klagen / jhr Harnisch vnd jhr Wehr / musten auffs Rahthauß tragen / welchs sie bekuͤmmert sehr / darnach hat Jhr Durchleuchtigkeit / den 12. Tag Augusti / Germersheim weit vnd breit / Belaͤgert vnverdrossen / vnd sie nach Krieges Brauch / ge⸗ waltig starck beschossen / daß die Burgerschafft auch / vnd die Besatzung inn der Stadt / nicht mehr kundten erleyden / das Stuͤrmen fruͤ vnd spat. Auß der Stadt sie bald wichen / gar heimlich mit verstand / bald wurd die Stadt erstiegen / vnd mit stuͤrmeter Handt / ge⸗ wunnen mit Angst / Weh vnd Klag / ist im Augstmon gesche⸗ hen / den vierzehenden Tag. Nach deme die Crabaten / hieben darnider schon / Burger vnd auch Soldaten / was sie noch traffen an / weiber vñ auch die kleinen kind / wurden gehawt darnider / erschroͤcklich vnbesint. Als diese That ohn massen Leopoldus vernam / liesse er baldt auffblasen / niemand kein Leydt zuthun / sondern man solt beweisen Gnad / darauff hat sich geendet / diß grewliche Blutbad. Nach diesem hat sich eben / deß Ertzhertzogs Volck zum theil / vber den Rhein begeben / vnd sich in schneller Eyl / zum Baͤyerischen Kriegsvolck gesellt / daruͤber Monsier Tylli / zum Obersten war bestellt. Da das Volck war beysam̄en / zog man mit gantzer macht / Fuͤr Heydelberg mit Namen / ein Schantz wurd da gemacht / drein stellet man viel Geschuͤtz / klein vnd groß / das Baͤyeri⸗ sche Kriegsheer / die Stadt hefftig beschoß. Vom Geißberg thet man schiessen / gewaltig in die Stad / thet manchen hart verdriessen / zu letzt so thaͤt man spat / drey Schuͤß durch die Hauptkirchen schoͤn / doch thaͤten sie ohn Schaden gnaͤdiglich abgehn. Die Burger auß der massen / wehreten sich ritterlich / vber⸗ zogen die Gassen / mit Tuͤchern daß man nicht / solt sehen jhr Fuͤrnehmen drinn / bey Tag vnd auch bey Nachte / was man handelt bey jhn. Der Obrist Monsir Tylli / ein Trom̄eter hin send / ob man die Stad mit willen / wolt geben in die haͤnd / aber spoͤttlich ab⸗ wiß man jn / vnd droet jn zu hencken / wo er kaͤm wider hin. Weil nun mit guten Worten / nichts zu erhalten war / hat man an vielen orten / die Stad gestuͤrmet gar / den 16. Herbst⸗ monat / vmb 11 vhr wurd mit schrecken / angezuͤnd die vorstatt. Die Kaͤyserischen Soldaten / vnnd das Baͤyrische Heer / thaͤten grawsame thaten / vnd stuͤrmeten so sehr / daß die Pfaͤl⸗ tzische Besatzung / jhren Mut liessen sincken / sich foͤrchtet Alt vnd Jung. Doch woltens nit auffgeben / Heydelberg die schoͤne statt / sie wolten Leib vnd Leben / darstrecken fruͤ vnd spat / zu letzt der Obrist Monsir Tyll / vom sturmen nicht wolt lassen / biß ge⸗ wunnen wer das Spiel. Die Faͤhnlein sah man fliegen / erst war der Jammer groß / Heydelberg ward erstiegen / die Besatzung floh ins Schloß / was man fuͤr Soldaten bekam / wurden gehawet nider / das wuͤrgen war grawsam. Der Burger ward verschonet / man gab jn gut Quartier / weil in der Krieg beywohnet / ist wenig blieben jr / aber die halbe Vorstatt weit / wurd in die Asch geleget / so gar in kurtzer zeit. Nach Kriegsgebrauch eben / so wurd die schoͤne Statt / den Soldaten preiß geben / allda gar mancher hat / erobert ein stat⸗ liche Beut / von Barschaft vnd von Gelde / vnd schoͤnem Sil⸗ bergeschmeid. Jn stattlichen Gewandlaͤden / war alle Ding wolfeil / sie heilten jhre Schaͤben / manchem wurde zu theil / zur Kleidung ein sehr schoͤner Zeuch / kein geld dorfft er drumb geben / manch arm Soldat wurd reich. Als nun zu letzt vernahme / der Obriste im Schloß / daß jm kein Huͤlff zuekame / hat er mit Schmertzen groß / das Schloß auch vbergeben bald / weil man jhn ließ ablziehen / gantz sicher der Gestallt. Mit den fliegenden Fahnen / vnd mit der Oberwehr / man begleit sie von dannen / biß nach Franckfurt viel mehr / mit Sack vnd Pack / nach Kriegsgebrauch / was man jhn zu thaͤt sagen / wurd jhn gehalten auch. Nach diesem hat belaͤgert / das Kaͤyserliche Heer / Mann⸗ heim die sich hart wegert / stellt sich ernstlich zur Wehr / ist hart betraͤnget allbereit / was ferner darauff erfolget / das gibt vns noch ferner die Zeit. Ach Gott du trewer Vatter / sieh an die boͤse Zeit / sey deß Teutschen Landes Wolthaͤter / gib Fried vnd Einigkeit / so wollen wir dich jmmerdar / ewig loben vnd preisen / Amen / das werde war. Ein ander schoͤnes Lied. O Frommer Christ hertzlich betracht / wie trawrig ist die finster Nacht / nemblich die letzte Zeit / die wir erlebt haben mit Noht / daß es gleich muß erbarm Gott. Wie Salomon schreibet gemut / vnd Sibilla weissagen thut / kurtz vor der Weltbeschluß / wird grosse Noht vorhan⸗ den seyn / bey allen Menschen in gemein. Man wird vergiessen hin vnd her / deß Menschen Blut mit Ttrawren schwer / wol in der gantzen Welt / wird man sagen von Krieg vnd Streit / mit grosser Forcht vnd Trawrigkeit. Wo jhrer drey beysammen stohn / so werden sie reden dar⸗ von / vnd an dem Himmel hoch / wird man sehen der Wunder viel / klaͤglich vber die Maß vnd Ziel. Der Vatter wird auch seinen Sohn / vertreiben mit groß Spott vnd Hohn / die Mutter in dem Leib / wirdt verfluchen jhr eignes Kind / wie schon der viel geschehen sind. Ein Bruder den andern mit Noht / wird erbaͤrmlich schla⸗ gen todt / deßhalb der guten Freundt / werden sich gar wenig finden lahn / die Freundschafft wird alles vergahn. Die Propheceyung melden thut / daß man wirdt inn der Christen Blut / vmbgehen biß zu dem Knye / es wird heulen vnd weynen recht / vmb die Maͤnner das weiblich Geschlecht. Solches hat schon den Anfang / es ist der Welt so angst vnd bang / daß gleich ein frommer Christ / auch schier nit mehr kan wissen wol / wem er auff Erden vertrawen sol. Es ist leyder worden gemein / nur gute Wort vnd falschen Schein / der Judas Kuß regieret / ach wie kan doch GOtt se⸗ hen zu / der Welt Boßheit vnd groß Vnruh. Ach schaw dich vmb mein lieber Christ / vnd gedenck was geschehen ist / dieses vergangne Jahr / so must du erkennen mit Klag / die letzte Zeit vnd juͤngsten Tag. O frommer Christ schaw mit Verstand / die grosse Noht im Teutschen Landt / wie daß man alle Tag / erwuͤrget also jaͤmmerlich / die Christen wie das liebe Viech. Ja daß kein wunder waͤr gemein / daß es erbarmen thaͤt ein Stein / der jaͤmmerlichen Noht / so vberall vorhanden ist / kom vns zu huͤlff HErr Jesu Christ. Vnd erfrew die Glaubigen dein / ach kom bald lieber HEr⸗ re mein / mit deinem juͤngsten Tag / vnnd mach der boͤsen Welt ein Endt / nimb vns zu dir auß dem Elend. ENDE. Show less

Wunderzeichen am Himmel, Magdeburg; 1622
Zway warhafftige vñ doch erbaͤrmliche newe Zeitung / von der scharffen Ruthen / gleichsamb einem Flamen⸗ ten Schwerdt / so an dem Himmel gestanden / wie sie in der Statt Magdeburg den 17. Julij zu nacht zwischen 9. vnd 10. vhr gesehen worden / Gsangweiß gestelt Jhm Thon. Warumb betruͤbst du... Show more Zway warhafftige vñ doch erbaͤrmliche newe Zeitung / von der scharffen Ruthen / gleichsamb einem Flamen⸗ ten Schwerdt / so an dem Himmel gestanden / wie sie in der Statt Magdeburg den 17. Julij zu nacht zwischen 9. vnd 10. vhr gesehen worden / Gsangweiß gestelt Jhm Thon. Warumb betruͤbst du dich mein Hertz / Gedruckt zu Hall in Saxsen Jm Jahr 1622. MErck fleissig auff mein frommer Christ / was erst newlich geschehen ist / zu Magdeburg in der Stat / sach man am hellen Himmel hoch / ein schroͤcklichs Wunderzeichen doch. 2. Eben als man zelet fuͤrwar / ein Tausent vnd Sechshundert Jar / zwey vnd zweintzig darbey / gleich den sibenzehenden Tag / im Julij wie ich sag. 3. Zu Abend vmb 9. Vhren schon / der Himel thet voll Steren stohn / vberal hell vnd klar / kein gewuͤlck thet verhanden sein / das hat gesehẽ groß vnd klein. 4. Jn dem so sach man schweben her / in den luͤff⸗ ten so vngefaͤhr / gleich ein flambets Schwerdt / Kohlschwartz ist es zu sehen an / das ichs nit genug erzehlen kan. 5. Vornen her weit gebreitet auß / mit grossem schrecken vnd auch grauß / als wie ein rechte Ruͤth gleichsamb sie einen schatten geit / das hertzlich er⸗ schroͤcken die Leit. 6. Vnd schryen hilff vns Jesu Christ / so schroͤck⸗ lich sie gewesen ist / gar nider schweben thuͦt / man auch vermeinet hett Jetzund / das man sie schier er⸗ langen kundt. 7. Auch in der mitt ein Steren klar / der lieblich an zu sehen war / mit einem hellen glantz / Ach ist es nit ein wunder groß / so Gott zeiget der Welt Gottloß. 8. Zu letst ist sie gewesen klein / ein Kreitz thet auch daruͤber sein / Als wie ein rechtes Schwerdt / so man thut brauchen in der schlacht / O Christen Mensch wol betrach. 9. Ein Stund das wunder bliben ist / darnach es wie ein Liecht verlischt / Jederman gieng zu Hauß / mit grossem trauren vnd Hertzleid / was vns hie dise Ruth andeut. 10. Die zeit wirdt es bringen an Tag / darauß man leichtlich schliessen mag / warumb Gott zeigẽ thut / das Schwerdt der gantzen Christenheit / von wegen der vndanckbarkeit. 11. Man Lehr man sing man sag darvon / so wil man nicht von Suͤnden lohn / die Welt lebt Jmmer fort / in allen Suͤndt vnd buͤberey / als wann kein Not verhanden sey. 12. Es ist Jetzund eben zwey Jar / das man sach an dem Himmel klar / ein Komet Steren groß / der zeigt vns an vil angst vnd Not / darauß die Welt nur treibt den spot. 13. Vund wil nit greiffen zu der bueß / darumb vns Gott heimsuchen mueß / alß wie ein Vatter gut / gewarnet seine liebe Kind / weil sie der Straf⸗ fen schuldig sind. 24. Es ist nit lang das Gott ein Ruht / vns an den Himmel stecken thut / alhie in diser Statt / das schlecht die Welt auch in den Wind / vnd lebt dahin verstockt vnd blindt. 15. Das dritte Wunderzeichen schwer / lasset vns sehen Gott der Herr / noch zu dem vberfluß / nemblich das schroͤcklich flam̄et Schwerdt / dar⸗ mit vns Gott heimsuchen werdt. 16. Alhie thust du vor Augen hon / die Ruht⸗ ten vnnd den Steren nun / weil wir den selben schwer / haben verspottet vnnd verlacht / hat Gott ein Schwerdt darauß gemacht. 17. Darmit er wil die gantze Welt / heimsuchen wie oben gemelt / weil sie ab keiner Ruth / erschroͤ⸗ cken vnd kein geniegen hon / Ja von der gringsten sind nit lohn. 18. So will er eylen zum Gericht / Ja wer sie will bekehren nicht / auff disen feldt das Schwerd / die schwere straff vnnd hoͤllisch Pein / da kein trost wirdt zufinden sein. 19. Darumb du werde Christenheit / schaw an das Schwerd mach dich bereit / laß vns mit dem Gebet / Jm darein fallen hertzigklich / weil er vns warnet Vatterlich. 20. Das er behuͤte vnser Grentz / vor Krieg vnd auch vor Bestilentz / vnd vor der hungers Not / wie dann in Saxen schon behend / die Fruͤchten all ver⸗ dorben send. 21. Das klagen wir dem liebe Gott / Ach Herr gib vns das taͤglich Brot / auß deiner milde hand / was du vns gibst das haben wir / darumb mir e⸗ wig dancken dir. 22. Auff das wir bey dir Jesu Christ / dan du der Brun deß lebens bist / nach disem Jammerthal / wohnen in rechtem Paradeiß / da wir haben der Seelen speiß. Die ander Zeitung. Jm Thon / Hilff Gott das mirs gelinge / rc. HOeret in Gottes nahmen was vns hier wird vermelt / Jhr Christenleut beysamen / merck auch du Tolle Welt. Dein vntergang gar na⸗ he ist / dein freuel vnd muthwillen / werd noch ein kurtze frist. Der nechst Comet besonder / zeigt wie diß werẽt Jahr / Werd sein ein Jahr vol wunder / voll Jam⸗ mers / Not vnd Gfahr. Von vil gesichten hoͤrt man schon / nothalb muß ich fuͤrbringen / Gsang⸗ weiß melden daruon. Auß Zuͤrch hat man vernommen / den 4. Mar⸗ tij klar / Jst dise Zeytung kom̄en / die meldt also fuͤr war. Das auff dem Zuͤrchersee schroͤcklich / der Himmel sich sehr weitte / hab auffgethan warlich. Darauß helle Fewrflammen / herab gefallen sein : Bey finsterer Nacht mit nahmen / grausamb⸗ lich ward der Schein. Als fort kam die erschroͤck⸗ lich Nacht / Morgens als die Son zeyget / die stund nemblich die acht. Thet auß der heissen Sonnen / fallen ein helles Fewr: Als das ein end genom̄en / sahe man vnge⸗ hewr. Ein Arm mit einer Hand die thet / auff vns zeigen besonder / alß es Nacht ward versteht. Vnd der Mon auffgieng wider / fiel auß demsel⸗ ben schnel: Ein Fewr auff die Erdt nider / vnd drey Fewrkugeln hell. Stunden da bey dem Mond her⸗ umb / was solches mag bedeuten weist GOtt in kurtzer Summ. Der vierden tag merck eben / in der Nacht vnge⸗ muth: An den Wolcken darneben / sahe man Fewr vnd Blut. An dem fuͤnfften tag hernach / an dem Himmel mit wunder / wol drey Sonnen man sach. Vmb die recht Sonn gieng stete / ein schwartzer Zirckel rund: Welche ein Angesicht hette / wie ein Mensch groß zurstund: Welche gleichsam blutrot ward / mit grossem streit vmbgeben / samb vber⸗ wunden hart. Die Sonnen in der nehen / gegen dem Abendt gar: Nit mehr wurden gesehen / in selber Nacht fuͤr⸗ war. Sahe man grosser Sternen drey / die sich nach Schweitz vmbwendẽ / der mittel Sterne frey. Ein Hellenparten truͤge / deß andern tags sach man: Jn widerunb mit fuge / das bedeutet voran. Wie solches geschehen wird / Jesu dem Morgen⸗ steren / die Rach allein gebuͤrt. Aus Vlm hat man vernommen / den 18. diß Monats Mertzens jhr frommen / Mittags vmb 2. Vhr gewiß / Da waren vmb die Sonnen klar / drey schoͤner Regenbogen / gesehen offenbar. Hernach vnd Abendszeite / vmb sechs vnd siben Vhr: Sach man am Himmel weite / zwen Regen⸗ bogen nur. Der ein frey auff der Kirchen stund / darbey ein Stim̄ man hoͤret / ein Weehgeschrey in dem grundt. Das die Stat Vlm vermeinet / also erschroͤck⸗ enlich / man solliche beweinet / ein Drechßler gieng fuͤr sich. Jm Kierchhoff bey der Huͤtten dort / das geschrey gar laut hoͤret / gieng darnach weiter fort. Afftermontags zu Abend / etlich Fleischhacker gemein: Den Weg geritten haben / nach Michels⸗ burg die sein. Allher geraißt die geben auß / sie ha⸗ ben da gesehen / ein Fewrigs Schwerdt mit grauß. Das sey schnel her gefaren / welchen drey Ster⸗ nen groß: Hefftig zu wider waren / mit schroͤcklichẽ anstoß. Welches Gottes zorn bedeut / sehr schnell auff vns wird kom̄en / stuͤrtzen deß Kriegs Streit. Dan die Zeichen vnd wunder / so jetzund seind er⸗ zehlt. Ermahnen vns jetzunder/ auff den Tag aus⸗ erwoͤhlt. Welchem niemand entrinnen kan / O Mensch die zeit der gnaden / solt du wol legen an. E N D E. Show less

Geschichte über die Brüder Frietze in Paderborn und Ellerstadt, 12. März 1622; Geistl. Lied: Ach Herr du allerhöchster Gott
Warhafftige Geschicht vnd erschreckliche Newe Zeitung / Welche sich begeben im 1622. Jahr den 12. Martij / mit zween leib⸗ lichen Bruͤdern / mit Namen Hans Frietze vnd An⸗ dres Frietze / in der Stadt Paderborn / vnd dem Dorff Ellstatt genannt / wie da der Reiche in der Stadt jetzt in der... Show more Warhafftige Geschicht vnd erschreckliche Newe Zeitung / Welche sich begeben im 1622. Jahr den 12. Martij / mit zween leib⸗ lichen Bruͤdern / mit Namen Hans Frietze vnd An⸗ dres Frietze / in der Stadt Paderborn / vnd dem Dorff Ellstatt genannt / wie da der Reiche in der Stadt jetzt in der Thewrung Huͤlffe versagt / dem armen Mann vnd Weibe nichts zu essen geben / wie es aber mit dem armen vnterwegens ist ergangen vnd vorgelauffen / vnd was dem Reichen ist widerfahren / werdet jhr in diesem Gesang berichtet werden. Einem jeden frommen Christen / zu einer trewher⸗ tzigen Vermahnung in Druck gegeben / durch den Ehrwirdigen und wolgelahrten Herrn M Johan Casparum Dam / Jm Thon: War⸗ umb betruͤbst du dich mein Hertz / rc. Das Ander / ein schoͤn geistlich Lied: Ach HErr du aller hoͤchster Gott / rc. Erstlich gedruckt zu Lemgaw / Jm Jahr 1622. HOert zu jhr lieben Christenleut / was sich newlich inn kurtzer zeit / kuͤrtzlich begeben hat / in West⸗ phalen in einer Stadt / Padelborn sie den Namen hat. Das tausent sechshundert zwey vnd zwantzigste Jahr / den zwoͤlfften Martij das ist war / solches erbarme Gott / den Hun⸗ ger / Elend vnd Thewrung groß / so Deutschland jetzund leiden muß. Weil sonst grosse Thewrung an diesem Ort / als man zu⸗ vor hat nie erhort / die Armen jetzt leiden muͤssen / daß mancher nicht weiß wo auß oder ein / mit seinem Weib vnd Kinderlein. Vmb dreyssig Guͤlden das Korn kam / das beklagt sich ein armer Mann / mit seim Weib vnd acht Kinderlein / die Kinder rieffen Vatter vnd Mutter an / sie wolten Essen von jhnen han. Der Mann zu seinem Weibe sprach / ich kan nicht mehr hoͤ⸗ ren das groß vngemach / heut ist der fuͤnffte Tag / daß wir haben kein Bissen Brod / wir verschmachten bald in Hungersnoht. Das Weib sprach hertzallerliebster Mann / wir wollen zu ewrem Bruder aan / vnnd wollen jhn thun reden an / daß er vns helff auß dieser Noht / mit einem Viertel Korn oder Brod. Der Mann vnd Weib gieng hungrig auß / vnd kamen vor deß reichen Bruders Hauß / grosse Bitt legten sie jhm an / er nam das Brod bald von dem Tisch / vnd thets verstecken baldt vnnd risch. Der arme Mann sein Bruder ansprach / gar hart er jhm sein Hungersnoht klagt / vmb Gottes willen bat er jn / er solt jm helffen mit Geldt / Korn oder Brodt / er muͦste sonst leiden den Todt. Sie theten erzehlen jhre Noht mit klagen / daß sie hetten inn fuͤnff gantzer Tagen / alle gegessen kein Bissen Brod / er solt jhm Bruͤderlich helffen thun / ein Bett wolt er jhm versetzen schon. Denn er hette gessen etliche zeit / mit acht Kindern vnd seim schwangern Weib / Krautstengel ohn Saltz vnnd Brodt / Ach Gott wend ab die schwere Noht / laß dichs erbarmen lieber Gott. Der reiche fuhr den armen Bruder sehr an / mit worten thaͤt er schweren vnd sagn / all Teuffel sollen holen jhn / er hette weder Geld noch Brod / Gott geb du magst leben oder sterben tod. Mann vnd Weib im Hunger wider weggiengen / gar bit⸗ terlich sie zu weinen anfiengen / der Man sprach: Ach das erbar⸗ me Gott / daß vns mein Bruder diesen Tag / kein bissen Brodt gegeben hat. Sie giengen vnd rungen all beyd die Haͤnd / vnd seufftzten gen Himmel in jrem Elend / vnd rufften trawrig zu Gott / HErr Jesu Christ du getrewer Gott / ach hilff vns doch auß Hungers⸗ noht. Jn dem sie beten vnd klagen sehr / vnnd giengen neben eim Berae her / da gab Gott ein Zeichen bald / ein Steinfels da von einander sprang / gar helle wie ein Glockenklang. Der arm Mann vnd Weib erschrackn vnnd wurdn gewar / daß auß dem Berne kam daher / ein alter grawer Mann / glaͤn⸗ tzend in eines Engels gestallt / er schwang sich zu den beyden bald. Und hatte in Armen drey schoͤne Brod / er gabs den armen vnd sprach: Nemet vor gut / Gott hat ewer klagen erhoͤrt / im Ge⸗ bet solt jhr bestendig seyn / da solt jhr speisen ewer Kinderlein. Weil jhr zu Gott thut ruffen laut / vnd ewer hoffnung auff jhn bawt / darumb verzaget nicht / von Gott bin ich gesand daher / darumb erschrecket nicht so sehr. Dein Bruder wird sterben in kurtzer zeit / weil er euch nicht hat geholffen heut / darumb verzaget nicht / jhr solts den Leuten zeigen an / daß sie vom Wucher sollen stahn. Denn es wird kommen ein Pestilentz / in allen Landen vnd Teutscher Grentz / im tausent sechs hundert vnd zwey vnd zwan⸗ tzigsten jahr / ein Seuche wird regieren mit gewalt / die wird weg⸗ nemen Jung vnd Alt. Nun gehet wider nach Ellstatt / Gott wird euch alle machen satt / Getreyde wirdt wachsen genug / das tausent sechshundert zwey vnd zwantzigst Jahr / ein Scheffel vmb drey Guͤlden dar. Die Gerste wirdt man vmb ein Taler kauffen / den Haber ein halben zu hauffen / die Scheunen werden voll seyn / so reich⸗ lich wirdt segnen der liebe GOtt / obs gleich jetzt viel halten vor spott. Die armen Leut giengen geschwinde heim / vnd brachten die Brod jrn acht Kinderlein / frewten sich vnd sprachen: Ach Vat⸗ ter vnd Muͤtterlein / ach wie hungern vnser Baͤuchelein. Ach wie wollen wir loben Gott / weil jhr vns bringt das lie⸗ be Brod / sie beteten alle zugleich / sie schnitten ein Brodt auff an der statt / sie assen vnd wurden satt. Das Geschrey kam bald nein in die Stadt / sein Bruder sol⸗ ches erfahren thet / er aieng vnd wolt nemen Brod / alles was er anruͤhrt mit seiner Hand / auß allen er da Stein befand. Das Brod so er in die Hand nam / das ward zu Steinen sah es an / da ruffet er elendiglich / Ach Bruder was hab ich gethan / ach Jesu nimb mich zu Gnaden an. Ach Bruder ich hab gesuͤndiget heut / wider dich deine Kin⸗ der vnd dein Weib / das Volck lieff in das Hauß / vnd sahen das grosse Wunder an / sie liessens seinem Bruder zeigen schon. Der arme Bruder lieff wider in die Statt / darbey da war ein Erbar Raht / vnnd sahen die Steine an / der reiche Bruder schrie Ach vnd Weh / sprach mein Bruder vergib mir hier. Jn Wollust vnnd aller Vppigkeit / hab ich gelebet allezeit / Wucher getrieben fruͤhe vnnd spat / ach Bruder vnnd ihr lieben Nachbarsleut / ein Exempel nempt an mir allezeit. Ach ich muß nun auß dieser Welt / meim Bruder bescheid ich Gut vnd Geldt / deßgleichen Hauß vnd Hof / das Getreydt alles was drinnen ist / ach vergib mir mein Suͤnd HErr JEsu Christ. Ach wie hab ich gelebt im sauß / mit meinem Weib hielt ich praͤchtig hauß / groß Pancket thet ich halten / die Spielleut mu⸗ sten mir vertreiben die Zeit / ach weh / ach weh vnd jmmer leid. Mit grosser Qual starb der reiche Mann / der arme nam die Guͤter an / er lobt vnd dancket Gott / mit seinem Weib vnd Kin⸗ derlein / vor die Gnad und Gaben Gottes sein. Darumb jhr Freundt vnd Geschwisterlein / thut doch ein⸗ ander behuͤlfflich seyn / jetzt in der schweren Zeit / vnd nehmet ein Beyspiel daran / an diesem reichen Buͤrgersmann. Vnd last vns bitten alle zugleich / daß vns GOtt nehme in sein Reich / wir wollen Gott ruffen an / darzu die heilige Drey⸗ faltigkeit / von nun an biß in Ewigkeit / Amen. Ein schoͤn geistlich Lied. 1. ACh HErr du allerhoͤchster Gott / sih an die klaͤglich grosse Noht / in gantzen Deutschen Landen / solch Brennen / Rau⸗ ben / Blut vnnd Mord / von den Christen vor nie gehort / seynd die Welt hat gestanden. 2. Bey vns ist Jammer vnnd grosse Noht / sih du darein O trewer Gott / vnser Elend laß dich erbarmen / sih nicht an vnser grosse Suͤnd / damit wirs wol haben verdient / kom du vnd hilff vns Armen. 3. Klaͤglich so ruffen wir dich an / viel grosse Suͤnd haben wir gethan / gefuͤhrt ein gottloß Leben / dein heiligs Wort so gar veracht / dasselbe nicht ein mal betracht / Gott woͤllst vns das ver⸗ geben. 4. Die Warnung der frommen Diener dein / haben wir nur gehoͤrt allein / kein Buß hat man vernommen / Derwegen alle diese Plag / die wir jetzt sehen alle Tag / auff einen hauffen kom⸗ men. 5. Ehrgeitz der ist gesessen ein / ein jeder wil der beste seyn / kein Maß wil man nicht halten / darnach ein jeder dicht vnnd tracht / O hett ich nur weltlichen Pracht / bey Jungen vnd bey Alten. 6. Fluchen vnnd schweren nimpt vber hand / man achtet weder Suͤnd noch Schandt / niemand lest jhm solchs wehren / die Vn⸗ zucht ist so gar gemein / es wissens auch die Kinder klein / die Al⸗ ten thun sies lehren. 7. Krieg vnd auch Blut ist vor der Thuͤr / Hunger und The⸗ rung ruckt auch herfuͤr / Pestilentz thut vmbher schleichen / dz ma⸗ chen all vnser groͤsse Suͤnd / damit wirs wol haben verdient / mit vnserm gottlosen Leben. 8. Ach last vns bessern es ist hohe Zeit / die Art schon an dem Baume leit / drey Ruthen sind vorhanden / Krieg / Pestilentz vnd groß Thewrung / sind das nicht Straff vnd Plag gnug / in vn⸗ sern Deutschen Landen. 9. Man glaubt doch nicht / nur alls veracht / die vergangen Straff man nicht betracht / ist hin ist schon vergessen / O du gott⸗ loses Sodome / es ist dir nicht zu rahten mehr / das kan ich wol er⸗ messen. 10. Ninive die grosse Stadt / von Warnung sich bekehret hat / gebessert jhr gottloß Leben / die Welt ist jetzund gar so blind / das macht Geitz / Wucher / vnd grosse Suͤnd / das in der Welt jetzt thut schweben. 11. Ach Gott wie sind wir also blindt / erbarm dich doch der klei⸗ nen Kindt / die Gnad thu vns beweisen / wend von vnns deinen rechten Zorn / sonst sind wir gantz vnd gar verlohrn / ewig wolln wir dich preisen. ENDE. Show less

Geldwucher in Bautzen; Lied über den Wucher, 1622
Ein warhaffti⸗ ge vnd erschroͤckliche newe Zeytung / von einem Geltwucherer / mit namen Christoff Weiß / wie er von Gott bloͤtzlich vnd schroͤcklich ist gestrafft worden / Geschehen zu Bautzen in Sachsen den 21. Augusti / 1622. Jahr. Was sich weitter begeben / werdet jhr inn disem Lied... Show more Ein warhaffti⸗ ge vnd erschroͤckliche newe Zeytung / von einem Geltwucherer / mit namen Christoff Weiß / wie er von Gott bloͤtzlich vnd schroͤcklich ist gestrafft worden / Geschehen zu Bautzen in Sachsen den 21. Augusti / 1622. Jahr. Was sich weitter begeben / werdet jhr inn disem Lied vernemmen. Jm Thon: Ach hoͤchster Gott ins Himels Sahl. Das ander Lied / Jm Thon.: Zwey ding wuͤnsch ich auff Erden / rc. O Jhr Küpperer auff der Bahn / Schawet hie das Exempel an / Wie schroͤcklich Got dẽ wucher straft Vñ was jhr vmb das Gelt hie kaufft / Nemlich dz schroͤcklich Hoͤllisch fewr / Da wirdt das lachen werden thewr / Vñ hilfft dich nit dein Wucher Gelt / Sonder bleibt alles in der Welt. Erstlich Gedruckt zu Goͤrlitz / Nachgetruckt zu Kem̄⸗ pten / durch Christoff Krausen. MErck fleissig auff mein from⸗ mer Christ / was erst newlich geschehen ist / als man zehlet besonder / ein Tausendt vnd Sechs⸗ hundert Jar / vnd zwei vnd zweintzig das ist war / begab sich dises wunder / gantz traurig in dem Saxenlandt / von einem Kipperer eben / Bautzen wirdt dise Statt genandt / wie jhn Gott strafft darneben / dann er mit seinem Wucher Gelt / vil Tausendt Gulden an der zahl / hat vberkom̄en in der Welt. Christoffel Weiß der Nahme sein / gar fleissig er mit der Gemein / ist inn die Kirchen kom̄en / vñ hoͤret wie der Priester gut / die Kipperer verfluchẽ thut / das hat er wol vernom̄en / aber er kert sich nit daran / sein wucher thet er treiben / bey tag vnd tag auff al⸗ ler bahn / kein ruͦh hat er zu bleiben / der Teuffel jhn besessen hat / das Gelt hielt er fuͤr seinen Gott / vnnd volget nicht der Priester rath. Den ein vnd zweintzigsten tag / im Augusti mit warer sag / am Sontag ist gewesen / das Euangeli welches wer / vom Phariseer vnd Zoͤlner / der Priester thet verlesen / vnnd auff das scherpffest leget auß / vom Wucher vnd betriegen / vnd sprach wer ist in Gotteshauß / der woͤll sich zu mir fie⸗ gen / hinlegen all sein Wuchergelt / vnnd trewlich volgen meiner Lehr / weil er noch lebet in der Welt. Ja wer da mit thut sterben ab / das Hoͤllisch Fewr das ist sein Grab / dein Gut wird dich nit helffen / Schwebel vnd Bech so vngehewr / ja wol das al⸗ ler schroͤcklist fewr / der Teuffel dir zu⸗ werffen / vmb dein schandtliches wu⸗ chergelt / so du hast vberkom̄en / mit muͤh vnd arbeit in der Welt / derhal⸗ ben O jhr From̄en / wer hat begangen dise Sünd / der greiff zur Buͤß dann es ist zeit / vñ emfah hie dz Sacramẽt. So wir auff heuten theilen auß / durch den Geist Gottes ohne grauß / kompt her in Jesu namen / all die jhr haben rew vnd leid / recht zu der him̄⸗ lischen Mahlzeit / O jhr Christen bey⸗ samen / mit weinen das Volck hinzu gieng / Christoffel Weiß besonder / gleichsam er an zuweinen fieng / das namb die Leuth sehr wunder / dieweil er sich da stellet ein / vnnd frewten sich seiner Zukunfft / doch war es nur ein falscher schein. Als der Priester das Sacrament / durch Gottes Geist namb in die haͤnd vnd wolt es jm darreichen / gar bald verschloß er seinen Mund / fiel nider zu der erden grund / ein Krot thet her zu schleichen / trug ein Groschen in jh⸗ rem Mund / bald in eim augenblicke / war offen deß Gottlosen schlund / vñ thet jhn schnell verschlickẽ / vnd starb daran mit grossem grauß / dann das wilde Hoͤllische Fewr / schlug jhm zu seinem Mund herauß. Kohlschwartz wurd auch sein gan tzer Leib / das hat gesehen Mañ vnd Weib / mit weinen vnd groß klagen / man trug jhn auß der Kirchen nauß / zu seinem Weib wol inn das Hauß / an dem anderen tage / schroͤcklich vn⸗ der den Galgen hoch / thet man den Leib begrabẽ / O jhr Kipperer scha⸗ wet doch / was jhr zu lohn werdt ha⸗ ben / vmb ewr schandtliches Wucher⸗ gelt / kauffet jhr euch dz Hoͤllisch fewr das ist ewr lohnung in der Welt. Darnach hat ein Ehrsamer Rath fuͤnfftzehen Burger in der Statt / ge⸗ faͤngklich angenom̄ẽ / dieweil sie auch das gute Gelt / verwechsselt haben wie gemeldt / ein grosses gut bekom⸗ men / zu einer Straff der Fuͤrst bereit / ließ ihn das Haupt abschlagen / vnd waren doch sehr reiche Leuth / darzu bey jhren tagen / jhr gelt vnd gut half sie doch nit / eh daß vergieng ein gan⸗ tze stund / wurden sie mit dem schwert Gericht. Darnach der Fuͤrst im gantzen Land / hat außgeruͦffet mit verstand vnd offentlich ließ sagen / wo man hie einen Kipper findt / den soll mann nemmen so geschwind / vnnd jhm das Haupt abschlagẽ / derhalben O mein frommer Christ / gedenck inn deinem Hertzen / woher die Thewrung kom⸗ men ist / so wir mit grossem Schmer⸗ tzen / jetzunder haben auff der Bahn / solliches machen die Geitzhund / auff daß man schier nichts handlen kan. Herr Jesu Christ du trewer Gott / hilff vns in diser grossen Noth / so ist allhie auff Erden / behuͤt vns vor deß Teuffels list / der aller Kiperer Mei⸗ ster ist / dañ es will abend werdẽ / wañ du nit hilffst Herr Jesu Christ / mit vns ist es verlohren / dann du der rechte Helffer bist / laß ab von deinem Zoren / vnd mach der boͤsen Welt ein end / erloͤß vns durch den Juͤngsten⸗ Tag / nim̄ vns zu dir auß dem Ellend. AMEN. Ein schoͤnes Lied MEin Gott laß dichs erbarmẽ / deß Jam̄er vnd die grosse noth / wie leiden sich die Armen / vñ schrey⸗ en zu dir Herr vnd Gott / Thu dich ein⸗ mal erbarmen / vnd hilff vns in diser zeit schwer/ das bitten wir dich lieber Herr. Wie wirdt so auffgerieben / dein arme Christenheit / mit Weib vnnd Kind ver⸗ triben / in diser letzten zeit / was du selbst hast geschriben / dein Worth muß leiden noth vnd zwang / ach HErr bleib du von vns nicht lang. Wann wilt du Herr auffwachen / zu⸗ straffen die Gottlos Welt / die dein wort thun verlachen / verlassen sich auff Gut und Gelt / stetigs dichten vnd trachten / auff Geitz vnd auch auff Wucherey / als wann kein Gott im Himmel sey. Wann Gott die Welt wirdt straffen / einmal mit dem ewigen Tod / keiner wirt jhm entlauffen / du must still halten di⸗ sem Gott / der Reich wirdt auch nicht kauffen / das Himmelreich vmb sein Gut vnd Gelt / sonder bleibt alles in der Welt. O Mensch steh ab von Suͤnden / rew vnd leyd daruͤber trag / wilt du bey Gott Gnad finden / verhanden ist der Juͤngste Tag / schlag solches nit in winde / wilt du nicht leiden noth vnd klag / inn der Hoͤll mit ewiger Plag. Ach laßt vns hertzlich bitten / den tre⸗ wen vnd auch lieben Gott / daß Er auch woͤll behuͤten / sein Kirch vor angst vnd noth / vors Teuffels list vnnd wuͤten / er⸗ halt dein Euangelium / durch JEsum Christum deinen Sohn. Ach Herr bleib noch auff Erden / vn⸗ ser Getrewer lieber Gott / in angst / noth vnd beschwerden/ bewahr vns vor dem ewigen Todt / auff daß wir einmal wer⸗ den / dir angenehm inn Christum Jesum frey / in dem Ewigen Leben new / Amen. Show less

Kipp- Wipp und Müntzer Lied
Ein newes vnd zuvor nie an Tag gebrachtes Kipp / Wipp vnd Muͤntzer Lied / Sehr lustig vnd lieblich auff Jnstrumenten vnd andern Seytenspielen abzusetzen vnd zu gebrauchen / Jnsonderheit allen Kunstpfeiffern vnd Geygern nuͤtzlich / Auff eine alte Allmanda gerichtet / Jtem / Allen den... Show more Ein newes vnd zuvor nie an Tag gebrachtes Kipp / Wipp vnd Muͤntzer Lied / Sehr lustig vnd lieblich auff Jnstrumenten vnd andern Seytenspielen abzusetzen vnd zu gebrauchen / Jnsonderheit allen Kunstpfeiffern vnd Geygern nuͤtzlich / Auff eine alte Allmanda gerichtet / Jtem / Allen den jenigen so sich mit diesem boͤsen Werck beflecket / zur trewhertzigen Warnung davon abzulassen. Gedruckt im Jahr / 1622. Bassus. DISCANTUS. HOrt zu jtzt wollen wir sin⸗gen ein newes Lie⸗delein Von Kip vñ Wippers gesin⸗de / was das fuͤr vogel seyn / die kip / die wip /ij ij ij sie sind gar hoch ge⸗flogen bald wie geschwinde werdn sie doch wer hoch steigt der fellet hoch / run⸗ter wider fal⸗len. 2. Wolt jhr abr wissn wer sie seynd / Fuͤrwar kein frembde Leut / Jn Staͤdten vnd Doͤrffern man sie find All in der Christenheit / Die Kip / die Wip / die Kip die Wip. Aber jhrn Glaubn verlaͤugnen sie / Denn der Kip vnd Wipper Ordn Sind nur Juden vnd Zoͤlner wordn / Da ist kein Christlich Lieb. 3. Was sollen das fuͤr Christen seyn / die solchen Schaden thun / Mit jetzign Muͤntzern in gemein / Die auch helffen darzu. Die Kip die Wip / Die Kip die Wip / Was machen sie fuͤr grosse Noth / Mit der grossen Wipperey Vnd der losen Betriegerey / Sie bringn die Armen vmbs Brod. 4. Sie Mauscheln ja vnd Wechseln ein / Nichts darff sich blecken lan / Es moͤgen Groschn odr Thaler seyn / Keins fuͤr jhn bleiben kan. Die Kip die Wip / die Kip die Wip / Sie lieferns in die Muͤntz geschwind / Kippens nach der Marck dahin Vnd nehmen zehenfachn Gewin / Mit dem losn Muͤntzers Gsind. 5. Daher werdn sie so gschwinde reich Das sie gar sehr pravirn, Jhn kan sich niemand halten gleich / Jn Pracht vnd pancketirn. Die Kip die Wip / die Kip die Wip / Nichts ist zu thewr sie kleiden sich / All in einer Lieberey Bey jhrer grossen Dieberey Abr nach jhrn Stande nicht. 6. Zu thewer ist kein Reinscher Wein / Auch Polsche Ochsen nicht / Sie kaͤuffen Kaͤlber vnd auch Schwein / Was jhn koͤmpt ins Gesicht. Die Kip die Wip / die Kip die Wip / Sie geben dafuͤr doppelt Geld / Aber doch nur Kuͤpperling Welche nicht wie Meckerling / Vnd betriegen die Welt. 7. Welcher sonst auff dem Scheml gesessn / Der muß ein Roß jetzt han / Thut seines Handwercks gar vergessn / Die Gassen reit er ran. Die Klip die Klip / Die Kip die Wip / Die Leut ans Fenster lauffen thun / Jederman es wunder nimbt Was doch fuͤr ein Reuter koͤmpt / So ists ein Kippers Man. 8. Ein Kipperhut er offen hat / Darzu ein Wipper Schnur / Ein breiten Rand / sicht niemand an / Guckt nur mitr Nasn herfuͤr. Die Kip die Wip / die Kip die Wip / Er tregt auch an ein breites Schwerd / Wenn das Gwissen were gut / Truͤg er nicht ein breiten Hut / Vnd schluͤg die Augn zur Erd. 9. Es soll ein ehrlich Nahrung seyn / Die nicht verboten wer / Jn Gottes Wort noch Policey / Die lose Kipperey. Die Kip die Wip / die Kip die Wip / Vnd beschoͤhnen sie gar sehr / Wolthun stehe jeden frey / Handel vnd Wandel muͤsse seyn / Vnd was sie sagen mehr. 10. So schweben sie nun oben her Weit vber Glerte Leut / Koͤnnen darob Gloriren sehr / Weil sie nun habn die Beut. Die Kip die Wip / Die Kip die Wip. Die Glerten muͤssen / ruͤhmn sie sich Jetzt fuͤr jhren Tische stehn / Jhnen weichen vnd nach sehn / Ja / wirds auch haltn den stich. 11. In fine wird sichs weisen aus / Cujus Toni es seyn / Wenn man von jhn wird fordern rauß / Was sie gewippet ein. Die Kip die Wip / Die Kip die Wip / Es koͤmpt wol nicht auffn dritten Erbn / Vnrecht Gut das wudelt nicht / Besser wenig mit gutn Recht / Die Kipper muͤssen verderbn. 12. Ade jhr Mauschel Bruͤder all / Jhr rechte Zoͤlners Art / Halt mir fuͤr uͤbl nichts vberall / Jch hab gesungn die Wahrt / Die Kip die Wip / Die Kip die Wip / Thut Buß jhr habet hohe zeit / Werd jhr in ewrn Beruff bliebn / Muͤst jhr jetzt nicht hoͤrn von Diebn / Euch ist die Straff nicht weit. 13. Zum Beschluß wil ich gewarnet han / Es sey Fraw oder Man / Das sies auff Erden machen thun / Das sie vor Gott bestahn. Die Kip die Wip / die Kip die Wip. Jst jedermans Geschrey / Fuͤrwar ein grosser Spott Die Armen seufftzen zu Gott / der helffe vns aus aller Noth / E N D E. Show less

Beschreibung eines Propheten in Danzig, 1622; Verschwörung von Knechten und Mägden, 1622
Gruͤndliche vnd warhafftige beschreibung. Von einem newen Propheten/ welcher ist zu Dantzig in Preussen ankommen den 3. December / welcher schreckliche Dinge anzeiget / wie es in die⸗ sem jetzigen Jahr biß auff das 24. ergehen werde / Beneben auch von dem grimmigen Zorn Gottes / welcher sich... Show more Gruͤndliche vnd warhafftige beschreibung. Von einem newen Propheten/ welcher ist zu Dantzig in Preussen ankommen den 3. December / welcher schreckliche Dinge anzeiget / wie es in die⸗ sem jetzigen Jahr biß auff das 24. ergehen werde / Beneben auch von dem grimmigen Zorn Gottes / welcher sich begeben den 6. December / in die⸗ sem 1622. zu Dantzig in Preussen / von einem Erdbeben / Don⸗ nerwetter / Blutregen vnd Wunderzeichen. Jm Thon: Gott hat das Evangelium / etc. Die Ander Zeitung. Welche sich warhafftig begeben vnd zugetragen hat in diesem 1622. Jahr / den 1. December in Schlaͤsien / in einer Stadt / zum Gauber genandt / wie allda 21. Knechte vnd Maͤgde sich zusam⸗ men verschworen / sie wolten auff den Abend in der Spinstuben zusammen kommen vnd gute kurtzweil treiben / wie sie auch zusammen kommen sind / vnd was vor Jammer darauß entstanden / werdet jhr in diesem Gesange kuͤrtzlich vernehmen / im Thon / es ist gewißlich an der Zeit. Erstlich Gedruckt zu Preßlaw bey Georg Bawr / 1622. O Christen Mensch ich bitt steh still / merck was ich dir singen wil / von einer wunderlichen Geschicht / der Spoͤtter sols verlachen nicht / das ist ein Zeichen vorm Juͤngsten Tag. Zu Dantzig in Preussen thut mich verstahn / ein newer Prophet ist kem⸗ men an / schreckliche Ding thut zeigen an / wies heut in diesem Jahr wir er⸗ gahn / in vielen Land nah vnd weit. Gleich wie ein Muͤnch herummer geht / die Nacht er auff den Beinhaͤu⸗ sern liegt / auch gar nicht wider trinck noch isset / Bedenck es doch mein from mer Christ / was Gott darmit anzeigen thut. Ein Stund des Tages ich bericht / legt er sich auff sein Angesicht / sein Geist jhm entzuͤcket wird / Daß man kein Leben an jhm spuͤrt / wenn er wider auffstehen thut. Da fengt er bald zu reden an / wies noch in dieser Welt wird er gahn / wenn kommen wird die Fruͤhlings Zeit / ein groß Auffruhr in der gantzen Welt weit vnd breit / groß verenderung wieder wertigkeit. Verwuͤst wird werden viel Land vnnd Leut / so gar geschwind in kurtzer Zeit / durch Krieg vnd Blutvergiessen zwar / Manchen werden gen Berge stehn die Haar / Es ist ein Zeichen vorm Juͤngsten Tag. Es wird geschehn in aller Welt / ein Blutbad vmb das leidige Gelt / wenn man schreibt Drey vnd Zwantzig Jahr / groß Mord viel Jammer vnd Gefahr viel Truͤbsal / Angst vnd grosse Qual. Viel Mißwachs vnd Fewers gefahr / wird kommen im Drey vnnd Zwantzigsten Jahr / grosse Erdbeben werden auch erstahn / die werden gros⸗ sen schaden thun / weil doch kein Mensch wil Busse thun. Wenn man wird zehlen 1600. Jahr / vnd 24. die Jahrzahl war / so werden die Menschen hin falln geschwind / gleich wie die Fliegen von der Wand / O Mensch bedenck dein Suͤnde groß. Die Gelehrten disputiren drinn / daß sie moͤchten erfahrn von jhm / Ob er wer vom hoͤchsten Gott gesendt / sie theten jhn auch fragen geschwind / da fieng er an zu reden bald. Aussm schlaff hat mich erweckt mein Gott / vnd in die Welt gesendet hat / daß ich solches muß zeigen an / den Menschen daß sie Busse thun / eh kommen wird der Juͤngste Tag. Bitterlich er anzu weinen hub / seine Haͤndt er zusammen schlug / O du Gottloß Sodome / Es ist dir nicht zu rathen mehr / O weh / O weh / O Menschen Kind. Wie es nu kam zur Mitternacht / ein Wind hub sich daß alles kracht / schrecklich Krachen ha[...] in Wolcken gehoͤrt / Als wenn es grosse Stuͤcke wern / darauff gar bald erfolget. Ein schrecklich Erdbeben groß / darvon viel Felsen worden loß / starcke Thuͤrm eingefallen sind / das hat erfahrn manch Mutterkind / auff etliche Meilwegs weit vnd breit. Alle ding warn da zu sehen an / als wolt Himmel vnd Erden vergan / kein Hauß wolt beym andern stahn / es wolt alles zu druͤmmern gahn / Noch weiter wil ich zeigen an. Wie es kam gegen dem Morgen schon / da fieng es Blut zu regen an / der Himmel sich gantz weit auffthet / Schweffel vnd Fewr fiel auff die Erd / gros⸗ se Schlossen es mit geworffen hat. Die Schlossen habn auch grossen Schaden gethan / sie haben erschlagen Frawn vnd Mann / dazu auch alles was getroffen hat / Etliche warn wie blawen Kragen gestalt / Rotes Blut man daraus fliessen sah. Ein Stimme hat man hoͤren thun / thut Buß jhr Fraw vnnd auch Mann / Gott wird die Welt bald straffen sehr / mit mancher Plage hin vnd her / ehe kommen wir der Juͤngste Tag. Wir sind aber so gar verblend / wenn wir es nicht vor Augen sehn / so so darff manch Gottloses Hertz / daraus mir treiben einen Schertz / thut Buß jhr Menschen Jung vnd Alt. Bit doch denn allerhoͤchsten Gott / daß er vns behuͤtet in aller Noht / daß er vns wolt gnaͤdig seyn / behuͤten vor der Hellenpein / Daß wir mit Frew⸗ den sehen den lieben Juͤngsten Tag. Die Ander Zeituug. JHr lieben Eltern alle zu gleich / ich bitt nembt doch zu Her⸗ tzen / Jhr seid jung alt Arm oder Reich den grossen Jam⸗ mer vnd Schmertzen / so sich newlich begeben hat / O weh o weh der grossen Noth / vnd halt es vor kein schertzen. Als man zalt 1600 Jahr vnd 22 eben / den 1. Decemb. Da hat / thun begeben / gar eine erschrecklich that / in der Schlesien in einer Stadt / zum Gauber thut mich vernehmen. Ein vnd zwantzig Knecht vnd Maͤgde schon / mit schmertzen ich hab vernommen / haben sich zu sammen verschweren thun / die wolten zusammen kommen auff den Abend in der Spinnstuben fein / da wolten sie gar lustig sein / mit Tantzen vnd auch springn. Mit singn vnd spielen mancherley / red ich ohn allen zweiffel / wolten sie die zeit vertreiben thun / vnd wen Gleich koͤm der Teuf⸗ fel / solt er jhn diß nich weren thun / O Jesu Christi Gottes Sohn thu von vns nicht abweichen. Als nu der Abend kam her bey / ein jeder sich verfuͤget in die Spinstuben mercket frey / biß die Zahl war begnuͤget / grosse Vn⸗ zucht sie da fiengen an solches ich nit gnug beschreiben kan / mein Hertz nicht vormoͤget. Wuͤnderlich sie es fingen an / vnd trieben seltzame schwencke / mit Hurerey vnd vnzucht / viel vber Tisch und vber Bencke / des HERRen Christi Leiden schwer / von jhnen wuͤrd gelestert sehr / nicht erger man es koͤnte erdencken. Die liecht sie auß geleschet han / mit werffen vnd auch schlagen die rocken sie einander gezuͤndet an / da war ein grosses jagen / viel lester Wort alda hoͤ⸗ ret / Ja was der Pfarherr in der Kirchen lehrt / da must alles sein erlogen. Solches weret biß in die mitternacht / es het Gott moͤge erbarmen / solch Gottloß Leben sie haben vorbracht / einer hieß mit Namen Hans Karben / der sprach ach lieber Bruder mein / stelt doch ein mahl diß wesen ein / vnnd gar Gottlosen lermen. Wann vnser Pfarherr diß erfuͤr / auff der Cantzel must man es hoͤren / vnd solches auch kemm von der wer / solch Leben fluchen vnd schweren / GOtt nicht koͤnt vngestraffet lahn / darauff so fing Matz Rose an / welcher Teuffel thut sich gremen. Vmb vnsern Pfaffen vnd Gottes straff / thn dich von vns weg machen / o⸗ der schlagn dich zum Hause nauß / vnd dir vertreiben das lachen / wir wollen jtzt erst fangen an / aber Gott koͤnd diß nit lenger sehn / must es zum ende machẽ. Zwischen Zwoͤlffen vnd einen ich sag / ein grosser rauch auff gienge / als wañ da wer groß Fewres plag / die Erde von einander sprange / daß Hauß sanck ein biß an daß Tach / mit grossen Jammer weh vnd auch / die warheit ich thu sagen. Jm Hauß hub sich ein groß geschrey / vnd jemmerlich wehlagen / dz Volck lieff auß allen gassen herbey / theten Hacken vnd Schauffel Dragen / Breter vnd Letern auch voraus / vnd wolten zu huͤlffe kom̄en dem Hauß / da war groß weinen vnd zagen. Je mehr man hicken vnd graben thet / im tiffer daß Hauß thet sincken / etliche im Hause an der Stedt / mit den Henden rauß thaten wincken / schrien vmb huͤlff ohn vnterlaß /die Eltern musten sehen daß / das jhre Kinder im Rauche er sticken. Etliche zum Tachfenster nauß / die Beine reckten eben / meinten sie wolten kommen rauß / vnd retten da jhr Leben / schrien / O weh vnser Armen Seel / O weh / O weh der grossen Qual / die wir jetzunder leiden. Last sich diß ein Exempel sein / schrien sie zum Fenster rausse / die Eltern stun⸗ den in grosser pein / jhre Haar sich raufften ausse / ade zu Tausent guter Nacht der Engel wõlles euch bewacht / als den versanckt das Hauß Auff den 2 Tag in der 9 Stundt in die Erde gantz vnd gar / daß Volck er⸗ schrack aus Hertzen grund / ein Brunen vor dem Hause war / auß den lieff Blut drey gantzer Tag ist daß nicht jammer vnd grosse klag / Wer darvon hat bekommen. Es waren gleich Menschen oder Viehe / der ist als bald gestorben / 12. Perso⸗ nen / vnd ein vnd Dreysig stuͤck Dieh / von dem Blute sind verdorben / der Mond gantz trawrig geschienen hat / mit ein Blutigen Ringe wol / vber der Stadt / noch mehr hat man vernommen. Ein Fewrig Schwerd am Himmel klar / die Obrigkeit gar baldt / eine Bet⸗ stundt angestellet war / die spinstuben manichfalde / in gantzem Land verboten sind / das mercket wol jhr lieben Kind / last euch zur Busse bringen. E N D E. Show less

Wundergeschichte aus Winterthur, 1623
Ein warhafftige vnd doch gantz traw⸗ rige newe Zeitung. Von einer grew lichen Wunderthat / wie dz im Schweitzerland / nicht weit von Win⸗ terthur / wie allda ein Bach sich inn Blut verwandlet hat / vnnd noch heutigs Tags von vil hundert Menschen kan gesehen werden / was solches bedeutet /... Show more Ein warhafftige vnd doch gantz traw⸗ rige newe Zeitung. Von einer grew lichen Wunderthat / wie dz im Schweitzerland / nicht weit von Win⸗ terthur / wie allda ein Bach sich inn Blut verwandlet hat / vnnd noch heutigs Tags von vil hundert Menschen kan gesehen werden / was solches bedeutet / wer⸗ det jhr in disem Lied ver⸗ nemmen. Jm Thon: Hilff Gott daß mir gelinge / rc. Gedruckt im Jar / 1623. Eine gar trawrige Zeitung. 1. Hoͤr Wunder vber Wunder / du werthe Du werthe Christenheit / Die Welt wirdt bald gehn vnder / Darumb mach dich bereit / Gott kan nit laͤnger sehen zu / Der Welt Boßheit jet under / Jhr Leben vnd Vnruh. 2. Kein Mensch will sich bekehren / Man sag man sing daruon / Der frommen Priester Lehren / Will man auch nit verstohn / Kein Trew noch Glaub ist in der Welt / Sein Leib vnd Seel thut hencken / Der Mensch nur an das Gelt. 3. Ach wie vil Wunderzeichen / Gschehn vbr dises Jahr / Kein Mensch will es erweichen / Wie kund vnd offenbar / Dann was vns Gott thut schicken fein / Das thut die Welt verlachen / Vnd muß verlogen sein. 4. O Mensch nimb es zu Hertzen / Die jaͤmmerliche That / So sich mit grossem schmertzen / Newlich begeben hat / Gar trawrig in dem Schweitzerland / Nicht weit von Winterthure / Wie meniglich bekandt. 5. Ein Bach thur sich verkehren / Zu einem rechten Blut / Wie du jetzund wirst hoͤreu Mit trawren vnd Vnmut / Vil tausend Menschen jung vnd alt / Gar weit zu dem Bach ziehen / Vnd das beschawen bald. 6. Fleissig da alle Morgen / Ein Mann gantz weiß bekleidt / Mit trawren vnd auch sorgen / Zum betten sich bereit. Vnd schlug zusamen seine Haͤnd / Als bald die Son thut scheinen / Er widerumb verschwindt. 7. Trawrig ist er zufehen / Wann die Sonn scheinen thut / Thu ich mit warheit jehen / Da ist er lauter Blut / Alsbald sie wider vnder geht / So thut er sich verwandlen / Zu einem stock besteht. 8. Sehr vbel thut er stincken / Wer daran schmecken thut / Der meint er muͤß versincken / Als wie ein Menschen Blut / Oder als wie ein offnes Grab / Gleich einem Todten Knaben / Wie ich gesehen hab. 9. Mit jammer vnd auch klagen / Vil tausend Menschen gut / Jn Glaͤsern es weck tragen / Das warhafftige Blut / Dieweil so vil Volcks kombt hinein / So thut man dar zu bawen / Ein schoͤnes Kappellein. 10. Das Capellein wird genennet / Bey Christi Leib vnd Blut / Wer sich darzu bekennet / Sein Gebett hertzlich thut / Vnd empfehet das Sacrament / Diser kan ledig werden / Seiner begangnen Suͤnd. 11. Die Gelehrten außsprechen / Was das bedeuten thut / Der Welt Suͤnd wird Gott rechen / Mit Jammer vnd Vnmuth. Warhafftig der Welt Vndergang / Gar ploͤtzlich werde kommen / Vnd nicht außbleiben lang. 12. Darumb jhr lieben Christen / Macht euch zur Buß bereit / Wolt jhr ewr Leben fristen / Jn der betruͤbten Zeit / Vnd schlagt zusamen ewre Haͤnd / Betracht das Wunderzaichen / Mit weinen vnd elend. 13. O Herr Jesus erkoren / Vergib vns vnser schuld / Laß vns nicht sein verlohren / Gib vns dein Gnad vnd Huld / Nach diser truͤbseligen Zeit / Daß wir moͤgen erlangen / Die ewig Seligkiit. A M E N. Show less

Armut und Ausbeutung durch Ernst Graff zu Mansfeld in Ostfriesland; Wundergeschichte; Christliche Ermahnung
Zwo warhafftigen newe Zeitungen: Die Erste / Was sich jetzo newlich in Ost Frießland mit Ernst Graff zu Mans⸗ feld begeben vnd zugetragen / was jhme fuͤr Volck Gelt / vnd Munition von den Staden / wie auch Koͤnig in Franckreich zukommet / vnd wie es leyder im gantzen Nider Saͤchsischen kreiß ... Show more Zwo warhafftigen newe Zeitungen: Die Erste / Was sich jetzo newlich in Ost Frießland mit Ernst Graff zu Mans⸗ feld begeben vnd zugetragen / was jhme fuͤr Volck Gelt / vnd Munition von den Staden / wie auch Koͤnig in Franckreich zukommet / vnd wie es leyder im gantzen Nider Saͤchsischen kreiß grosse noth / jam̄er vnd truͤbsal bey den armen Leuthen thut geben / daruͤber ein steinen Hertz moͤchte trawren / rc. Die andere / Was sich newlich gar nahe bey einem Mo⸗ nat / fuͤr Wunder vnd Zeichen hin vnnd wider begeben vnd zugetragen haben / welche vns von Gott dem HErren zur Buͦß werden fuͤr die Augen gestellt / vnd auß wahren Schrifften vnd Berichten in den Truck verfertiget / rc. Sampt Einer Christlichen / hochnothwendigen er⸗ innerung an alle Christenmenschen / zu diesen letsten betruͤbten zeiten / darmit wir betrachten die truͤbselige zeit / vnd grossen jam̄er / so jetzund vber⸗ all vorhanden. Gedruckt zu Rotenburg an der Tauber / bey Hieronymo Koͤrnlein. 1623. Die erste Zeitung. GRoß Jam̄er / Noth vnd Hertzenleyd / thut man erfahren zu diser zeit / so vberall vorhanden / mehrt sich auch noch von tag zu tag / groß hunger vnd kum̄er mit grosser klag / in vnserm Teutschen Lande. Geitz / Wucher ist jetzt gar gemein / wird frey getrieben von groß vnd klein / o wee der grossen schande / das vnder vns dem Christenblut / ein solcher Jam̄er vorgehen thut / durchs gantze Teutsche Lande. Der getrewe Gott laßt sehen frey / Korn / Wein / ja Fruͤchte allerley / was der Mensch soll geniessen / der Mensch ist aber so gantz verrucht / goͤnnet seinẽ Naͤch⸗ sten nicht von der Frucht / das er den Hunger moͤcht buͤssen. Der Reiche gantz mit verstocktem sinn / helt alle Gottes gaabe auff gewien / ja was Gott thut beschehren / darmit treiben sie finantz vnd tuͤck / drumb sendet vns Gott auch groß vngluͤck / wie jhr werdet ferner thun hoͤren. Das Vnfried wird gehoͤrt fuͤrwar / in allem Land jetzt dieses Jahr / durch die gantze Christenheite / hoͤret man von Krieg vnd Kriegsgeschrey / ja Hunger vnd Thewrung ist auch darbey / betrifft sehr viel Christenleuthe. Der Tuͤrck bricht auch mit gwalt hereyn / fuͤhrt gefangen hinweg beydes groß vnd klein / last sich mit gwalt jetzt sehen / nicht weit von Wien wol an der Grentz / ist truͤbsal / noth vnd viel Elends / thut vber die Christen ergehen. Jn Ober Vngarn also frey / hebt wider an grosse Rebellerey / 15000. Tartarn wird vernom̄en / welche zu Canischa / Erla vnd Graan / sampt Tuͤrcken so sie bey jhnen han / mit gewalt da sind ankommen. Betlehem Gabor mit grosser macht / eynbrechen thut bey tag vnd nacht / an den Wallachischen Grenzen / hat bey jhm 80000. Mann / Tuͤrcken vnd Tar⸗ tarn beydessam / vnd thun sich wol verschantzen. Deßwegen das Keyserisch Volck zur stett / an die Maͤhrische Grentzen wird gelegt / weil man sich thut befahren / eins newen Kriegs vnd grosser Auffrhur / die gwiß gar nah ist fuͤr der Thuͤr / mit noth vnd grosser gefahre. Chur Sachsen hat auch manchen Mann / in seinem Land jetzund beysam̄ / die Trum̄el thut man ruͤhren / er wirbt noch Volck mit grosser macht / ruͤstet sich zum anzug tag vnd nacht / man thut auch ferner hoͤren. Jn Schlesien hat man Mann vor Mann / auffgebotten vnd ist jetzt beysam̄ / auch hat man angenommen / 8000. Mann zu Rossz vnd Fuß / welche alle in kuͤrtze vnd ohne verdruß / muͤssen zusammen kommen. Was solche Kriegsbereitschafft zwar / noch guts wird geben in disem Jahr / moͤchte man mit Jam̄er empfinden / drumb Christenmensch nimb dirs zu mut / fallt Gott dem Herren wol in die Ruht / steht ab von ewern Suͤnden. Auch hoͤret man noch zu der frist / in Nider Sachsen solch elend ist / groß mut⸗ will thut man treiben / vnd wird nichts verschonet ja Weib vnd Mann / darzu der Feldfruͤcht auch voran / ferner thut man auch schreiben. Das Franckreich etlich tausend Mann / Graff Ernst von Mansfeld schicket voran / sechs Thonnen Gold auch in summen / welchs alles ankommen wie ich meldt / Munition / Geschuͤtz vnd Geldt / wird ferner auch vernommen. Auß Holland sind jhm kommen an / etliche hundert Waͤgen schon / sampt vil hundert Booßgesellen / zu welchem end ist vnbewußt / wird jetzt zum Feldzug gantz zugeruͤst / auch hat er lassen bestellen. Viel Schouppen / Schauflen / auch Bickeln gemein / zu Groͤningen viel Kaͤsten gemachet seyn / Geschuͤtz darinnen zu fuͤhren / vnd ist die Bereitschafft also groß / wo es hin wird gelten wird man ohn maß / in kurtzem vernemmen vnd hoͤren. Vnnd hat Mansfeld auch Halberstadt / den gantzen Paß jetzt fort gerad / in Nider Sachsen freye / wo solche grosse Macht hin will / weiß niemand nicht weil in der still / mehr Herren jhn stehen beye. Darumb o Christlichs Hertz nimb wahr / in diesem Jahr die grosse gefahr / baͤttet zu Gott allsammen / steht ab von ewerer Suͤnd bey zeit / vnd trachtet nach der Seligkeit / in Jesu Christi Nam̄en. Die andere Zeitung. MErcket auff was ich thu singen / jhr werden Christen all / von Zeichen vnd Wunder dingen / die jetzt geschehen zumal / an vilen Orten vnd enden / in wehrter Christenheit / Gott woͤlle sein gnad vns senden / alles vbel von vns wenden / welches vns wird angedeut. Jn diesem Jahre besonder / hoͤret man jetzt zu der frist / gar vil Zei⸗ chen vnd Wunder / betracht das wol mein Christ / vnd thue es nicht verachten / auch schlag es nit so in wind / weil Gott zu tag vnd nach⸗ te / erzeiget sein allmachte / von wegen vnser grossen suͤnd. Viel Wunder wird jetzt gesehen / am Himmel / vnd in der Lufft in feren / vnd in der nehen / Gott vns zur buͦsse beruͦfft / auff der Erde in Daͤhlen auch Wassern / sicht man der Zeichen vil / von suͤnden sol⸗ ten wir lassen / vnd es zu hertzen fassen / nun mercket in der still. Von Eger wird her geschrieben / das man da in der Lufft / viel Kraͤyhen hat streiten gesehen / welche mit grossem dufft / verduncklet / den hellen tage / als es wahr vmb Mittag / von grosser menge ich sa⸗ ge / die Leute fuͤhrten groß klage / was solches bedeuten mag. Als der streit nam ein ende / von diser Voͤgelschar / von einander theten sie sich wenden / ein hauffen der zog fuͤrwahr / in die Pfaltz ge⸗ gen Wald Sachsen / der andere hauff gemein / sich gewendet auff Elenbogen / ist wahr vnd nicht erlogen / auch ein theils gefallen seyn. Vor muͤhdigkeit auff die Erden / vnd was sie in dem Than / gruͦ⸗ nes haben gefunden / verzehret hierauff sie allesam / todt blieben in schneller eyl / merck wol mein frommer Christ / das solches zu dieser weil / mag gereichen zu vnheyl / weil die zeit jetz gefahrlich ist. Was solches grosse Wunder / anzeiget jetz zu der frist / wird sich er⸗ zeigen besonder / was der Voͤgel anzeigung ist / Gott helffe das nicht weheklagen / hierauff erfolge zu hauß / groß jam̄er noht vnd klagen / in kurtzer zeit vnd tagen / in vnserem Vatterland. Bey Anspach ich auch sage / ein Adler starck vnd groß / ist auch vor wenig tagen / ankommen ohne maß / den Mann zu todt geschos⸗ sen / vnd auch geschlagen hat / gantz schnel vnd vnverdrossen / ist in kuͤrtze der dritt ohn massen / wol auff der selbigen stett. Zu Prag sind helle flammen / vnd streimen Fewrig zumahl / auß dem Kirchthurn auffgangen / solches ward gesehen offtmahl / ver⸗ wundert gar sehr die Leute / allda zu diser frist / was solches wunder bedeute / weil es in kurtzer zeite / auff einander geschehen ist. Bey Wien auff dem Lande / ein Kind gebohren ward / welches Fruͤcht in der einen Hande / mit brachte da zu der fahrt / in der andern hand thu ich jaͤhen / da trug es rotes Blut / ist wahrhafftig geschehen / vil Menschen habens gesehen / Gott weiß was es bedeuten thut. Jm Zuͤricher gebiet zuhande / bey Andelfingen genant / ist ein See der Harsee genandte / ist meniglichen bekandt / welcher sich offt thut wandlen / in kuͤrtze in rohtes Blut / merckt auff jhr Christenleute / es wird auch etwas bedeuten / die anzeigung die ist nit gut. Wiewol auch werden gefunden / vil spoͤtter da gemein / welche zu diser stunde / so gar naßwitzig seyn / dises wunder jetz verachten / vnd leicht schlagen in wind / nennens einen rohten faden / welcher vmb den See thut waden / andre sagen geschwind. Es seye vor mehr geschehen / gar lang vor alter zeit / sey es auch wor⸗ den gesehen / aber vil Christenleut / die solches thun bedencken / jetzund zu diser frist / thun sich von suͤnden lencken / fuͤr ein wunderzeichen ge⸗ dencken / weil sichs offte verferbet ohn list. Zu Preßburg jhr werden Christen / groß wunder sag ich die zeit / drey Tag Nacht es gewesen iste / da dann die guten Leut / schryen all wegen jhrer suͤnde / zu Gott mit hertz vnd mund / meinten ohne trug vnd liste / der Juͤngste tag zur friste / wurde kommen zur stund. Sie warten mit verlangẽ / biß auff den dritten tag / der Tag kam hergegangen / grosse frewde wahr ich euch sag / jhr Gebett hat Gott erhoͤret / das Volck zur Kirchen eylt / vnd preiseten Gott den Herrẽ / der jhr bitt hat gewehret / sein gnade jn mitgetheilt. Diese Wunder vnd Zeichen alle / sind geschehen seyt dem Aprill / in diesem Jahr mit schalle / es geschehe deß Herren will / ihr Christen thut betrachten / die gefahr vnnd letzte zeit / thut solches nit verachten / Bettet zu tag vnd nachte / der Juͤngste tag ist nit weith. Darmit wir froͤlich erscheynen / vor Gottes angesicht / vnd beydes groß vnd kleine / zu schanden werden nit / vom Schlaff vnser suͤnde / lasset vns abstehn beyzeit / darmit wir arme Kinde / das ewige heil empfinden / die ewige Seeligkeit / Amen. Ein Christliche Ermahnung. DJeweil wir liebe Christen bißher in das dritte Jahr / so wol auch noch auff den heutigen Tag / von anderst nichts als von grossem / vnauffhoͤrlichem Krieg / Thewrung / Hunger vnd allerhand Vngluͤck hoͤren / hetten wir die zeit hero viel tausend vrsachen gehabt / zu baͤtten / zu weynen / zu trawren / vnd zu fasten / es gehet vns aber eben wie der Prophet Esajas am 22. Capitel klagt / Aber sihe / Hie ist eytel frewde / vnd stehet vmb vns nicht anderst / als vmb die Menschen / welche der Schlag will ruͤhren / die werden ge⸗ meiniglich traͤg / schlaͤfferig vnd vergessen: Also sind wir die Jahr hero auch zum guten traͤg vnd schlaͤfferig worden / darumb vns die Straffe vnd Hand Gottes / auch wol ploͤtzlich treffen mag / vnd weil viel boͤser Menschen so gar geitzig sind gewesen / daß sie vmb deß schnoͤden Geldts willen / aller auffrichtigkeit vnnd Trew vergessen haben / wird man jhr Silber vnd Gold hinweg fuͤhren / jhr grosses zusammen gesamlets Gut wird sie nicht erretten / jhr Geldt wird sie nicht helffen / bey jhrer pluͤnderung wird man sehen / wie sie dem ge⸗ meinen Nutz sind schaͤdlich gewesen / jhr grosser Reichthum̄ den man bey jhnen wird finden / wird ein Zeugnuß seyn jhrer boßheit / als wel⸗ che mehr nach Gold vnd Geldt / als nach Gott / Ehr vnd Tugend getrachtet haben / vnd welche in der Welt gewesen wie die hochflie⸗ genden / weitsehenden Adler / wie die fraͤssigen Geyren / wie die vner⸗ saͤttigen Raben / die niemand in jhren hohen Haͤusern vnd Pallaͤ⸗ sten dorffte angreiffen / die werden dann jetzo zittern vnd zagen / wie die erschrockene vnd verschaͤuchte Tauben / die da nicht wissen wer⸗ den wohin sie sich sollen verbergen / vnd wird jhnen ergehen wie der Prophet Esajas saget: Was ist dann euch / das jhr alle also auff die Taͤcher lauffet. Die vor nicht gewußt wie sie sich in koͤstliche Lein⸗ wadt / Seyden / Silber vnd Gold außlaͤndischer gattung kleiden solten / werden jetzund muͤssen Saͤck antragen / welche zuvor jhren ge⸗ trewen Lehrern wolten das Maul zubinden / die sie vmb jhrer misse⸗ that willen strafften / die werden sich jetzo von den Blutdursten Ty⸗ rannen muͤssen binden vnd martern lassen / die vorhin nicht wolten seufftzen vber die grewel so im schwang giengen / die werden jetzo heulen vnd schreyen / wegen deß vndergangs jhres Vatterlands / Wir haben auß sicherheit nicht vermeint / das der Krieg zu vns wur⸗ de nahen / vnd vns betreffen / aber wir sehen daß er die hohen Schnee⸗ berg leyder vberstiegen / vnd den weg durch die engen Paͤß vnd Clau⸗ sen gefunden / Krieg vnd Kriegsgeschrey hat jetzund die gantze Welt gar nahe erfuͤllet / sonderlichen die Christenheit / als man nie erlebt / noch erfahren / dann ein besonderer Krieg in Boͤhmen / ein besonde⸗ rer Krieg in Vngarn / ein besonderer Krig in Polen / ein besonderer Krieg in Schweden vnnd Dennemarck / ein besonderer Krieg in Teutschland / Franckreich vnd Niderland / ein besonderer Krieg in Hoch Rhetien vnd Graw Puͤndten / neben der grossen Kriegsver⸗ fassung iñ vnserem Vatterland / wie wir dann taͤglich sehen / hoͤren / vnd erfahren / wie wenig aber sind deren / die solchen Jam̄er behertzi⸗ gen / vnd betrachten / ach wie bey den wenigsten erfolget Buͤß vnd Besserung / von rew vnd leyd will fast niemand wissen. Jst auch etwa eine Suͤnde so wir nicht begangen haben. Vnsere Hoffart vnd Pracht ist mit den aller stoltzesten Nationen in die wette geloffen. Wir haben die allergroͤsten Weinschlaͤuch hin vnd vnder die Banck gesoffen. Wir haben mit Wuͦcher / Betrug / Finantz vnd Geldt⸗ wechsel / auch vieler Muͤntzkraͤmerey auch die gewissen vnd losiste Juden vbertroffen. Wir sind mit List vnd Practicken / den aller arg⸗ listigsten vnd durch verschlagenen obgelegẽ. Wir haben mit Gleiß⸗ nerey vnd Scheinheiligkeit Gott vnd Menschen woͤllen verblenden / auß Gottes heiligem Wort haben wir fatzwerck gemacht / vnd den allergroͤsten Spoͤttern obgesieget / es hat vast ein jedes auff seinen eygenen verfluchten Nutz gesehen / vnd hat vast jederman / Liebe / Trew vnd Wolmeinung außgezogen gegen seinem Naͤchsten / vnd von sich geworffen : also das diese Jahr her / hieruͤber der Himmel / Sonn / Mon vnd Erden getrawret / vñd gleichsam vberdruͤssig wor⸗ den vnserm verderbten wesen laͤnger zuzusehen. Hat sich nicht vber alles vermeinen schroͤcklicher Krieg / vnd dieses an allen enden erha⸗ ben / auch sich noch taͤglich mehr erzeiget. Hat vns nicht gar ploͤtzli⸗ cher Hunger vnd Thewre vberfallen / ohn das wir noch taͤglich von grossem Jam̄er in der Welt hoͤren / das dann darumb baͤttens gar hoch von noͤthen / deßwegen was Christen seyn / sich wohl auffzu⸗ muntern haben / vnnd zur wahren Buͦß tretten / von dem leydigen verfluchten Geitz vnd Wucher ablassen / vnd also einmuͤtig Gott anruͤffen vnd bitten / daß er das vorstehende Vbel ge⸗ naͤdig von vns abwenden woͤlle / Amen. ENDE. Show less

Kometenstern über Konstantinopel, 1623
Wahre vnd eygentliche Newezeittung / Welcher gestalt den 10. Augusti dieses instehen⸗ den 1623. Jahrs vber des Tuͤrckischen Kaysers Residentz vnd Hauptstatt Constantinopel ein Cometstern / mit erschreck⸗ lichen vnd grausamen Fewerigen Stralen / neben dreyen Christlichen Kriegspersonen am... Show more Wahre vnd eygentliche Newezeittung / Welcher gestalt den 10. Augusti dieses instehen⸗ den 1623. Jahrs vber des Tuͤrckischen Kaysers Residentz vnd Hauptstatt Constantinopel ein Cometstern / mit erschreck⸗ lichen vnd grausamen Fewerigen Stralen / neben dreyen Christlichen Kriegspersonen am Firmament deß Himmels ereygnet vnd sich sehen lassen / auch wie die bedeutung von etlichen Astronomis vnd Naturkuͤndigern außgelegt worden. HOert zu jr lieben Christen leut / Ein froͤlich newe wunder zeit / Will ich euch jetzundt singen / was man in Türckischer hauptstatt Constantinopel gesehen hat / Hilff Gott das mirs ge⸗ linge. Jn dem drey vnd zwantzigsten Jahr / Den zehenden August das ist war / Zu Nachts vmb die neund vhre: Ein Cometstern gantz erschroͤcklich / Der fewrig stra⸗ len gab von sich / Am Himmel gesehen wurde. Auff zwoͤlff vhr stund er obder Stat / darnach wurd er gehling blutrot / verblieb ein halbe stunde : Hernach kuͤrtzlichen jn der fahrt / Gantz kohlschwars er gesehen ward / Jst bald darnach verschwunden. Gleich darnach an derselben statt / Drey Christlich kriegs Person man hat / vom Niedergang sehen kom⸗ men: Erstlichem schwarzen Reutter wert / der fuͤhrt ein Tuͤrckenkopff am schwert / weiter hob ich vernommen. Zum andern sah man ziehen her / einen vngerischen Hussarn / der an seiner Copy fuͤhret: Ein Türckenkopf gantz sichtbarlich / Der dritte war ein Fenderich / Jnn Teutscher Tracht gezieret. Der het sein Faͤndlein auffgeschwungen / Als hetten sie ein Syg gewunnen / Das thet den Tuͤrcken plagen Der Tuͤrckisch Kaͤyser vnd sein Gefind / Berufften jhre Doctor geschwind / Den ersten thet man fragen. Derselb war ein Türckischer Hund / Saget tun Kaͤyser zu der stund / Sol ich die warheit sagen: Die Christenheit wirt vns diß Jar / Bringen in grosse not vnd gefahr / Vnd vnser krießfvolck schlagen. Vnd wann der Fried nicht brochen wer / von vns so rieth ichs doch nicht mehr / Jetzt habt jhr mich vernom⸗ men: Diessr wurd abgeschaffet fein / Ein andern ruffet man hienein / Der sagt in gleicher stimmen. Er koͤndt auch anders nicht erkennen / Allein es wird vns vberrennen / Diß Jahr die Christenheite: Zum dritten fordert man hienein / Ein teutschen Astronomy fein / Den fragt man was bedeute. Der Keyser fragt jhn zu der frist / Sag mir auch an dieweil du bist / Her auß der Christen lande: Was in ewerm Land ist geschehen / Wann man solch Zeichen hat gesehen / Darauff sprach er zu hande. Was solches bey vns hat bedeut / Vnd an andern orten ferr vnd weit / Jch jetzt erzehlen wille: Man find es in der Schriffte stahn / Als ich offtmals gelesen han / Von wunderzeichen viele. Erstlichẽ alß Jerusalem / durch Vespasian zarund solt gehn / Sahe man zuuor zeichen: Am Himmel ste⸗ hen ob der statt / welchs sie zur Buß vermahnet hat / weiter sah man dergleichen. Zurzeit Keyser Alberti da / Jn Oesterreich sah man auch ja / Jn den Ertzherzogthumben: Am Himmel stehn einen Comet / Drauff littens not / vom Macho⸗ met / weiter hab ich vernommen. Jm sieben vnd siebentigsten Jar / Sah man zeichen am Himmel klar / Jn Teutsch vnd welschen Landen: Darauff folget schwerlich behend / Hitz Hunger Krieg vnd Pestilentz / Noch mehr hab ich verstanden. Kamen auch vmb in kurtzer zeit / Viel Herren vnnd fuͤrnehmer Leut / Matthias Koͤnig in Vngern werth: Edvardus Koͤnig in Engelland schon / Vnd deß Pol⸗ nischen Koͤnigs Sohn / schieden von dieser Erden. Jm neun vnd zwentzigsten Jar ich sag / Sah ma im Himmel auch mit klag / Ein grossen Cometsterren Groß Erdbidem in Hispanien / Der Tuͤrck dißmalm be⸗ laͤgert Wien / Bekriegt waren die Hungern. Als Octauius Augustus werth / Sold abscheiden von dieser Erd / sein Keyserlich Leben enden: Am Him⸗ mel sah man ein Comet / der seinen todt anzeigen thet Gieng vbel vielen Staͤnden. Nacher auch bald in kurtzer zeit / Toͤdtlich von dieser welt abscheid vnd must von dieser Erden: Der Christ⸗ lich Keyser Maximilian / Philip Koͤnig in Hispanien / weiter solt jhr auch hoͤren. Ein Koͤnig in Schweden starb gleich / Ludwig Koͤ⸗ nig in Franckreich / Musten mit todt abscheiden: Vnd ander Potentaten mehr / Die ich nicht all kan nennen her / Theten groß Truͤbsal leiden. Als Rodis vnd Stueweissenburg fein / Solt krieg vnd genommen werden ein / Wol durch deß Feindes handen: sah man ein kleine zeit voran / ein Cometstern am Himmel stahn / Jn denselbigen Landen. Der Cometstern welcher zur stund / Vor fünff jah⸗ ren am Himmel stund / Der thet zu vnsern zeiten / Jn dem gantzen Roͤmischen Reich / Jn Boͤhmen vnnd Teutschland deßgleich / Groß verenderung bedeuten. Keyser Matthias lobesan / Auch Ertzhertzog Maxi⸗ milian / Die Keyserin auch thet sterben / Jn Boͤhmen grosses Blutbad war / Die Pfaltz der Chur entsetzet gar / Das Land thaͤt man verderben. Am Rheinstrom / Wuͤrtenberg vnd Schweitz / hoͤrt man jetzunder allerseits / Wie das an manchem Ende / Sehr vnterschiedlich schwitzen thut / Das Holtz vnnd die stein lauter blut Thuͤr Zeun wie auch die waͤnde. Darzu hat es bald hier / bald dort / Blut geregnet an manchem Ort / wer wolt nicht ohn gefehre / sprechen vnd bekennen ohn schew / Daß diese zeit jetzunder frey / Ein recht wunder Jahr were. Dann so offt man wunder hat gesehen / Jst allzeit ein vngluͤck drauff geschehn / welchs kein mal leer auß⸗ gangen: Was in der Christenheit bedeut / das habt jhr jetzund gruͤndlich bescheid / von mir kuͤrslich empfangẽ Jch sorge auch zu dieser fahrt / Ein Vngluͤck werd vns treffen hart / Auff diese wunderzeichen: Das wir in vnferm streit vnd krieg / wer den erlangen wenig Sieg / Mit vnserm volck dergleichen. Auff diese wort schnell vnd bebend / Der Tuͤrckisch Keyser herauß send / Thaͤt wider fried begehren: vnser Keyserlich Mayestaͤt / Jhm diß kuͤrtzlich abgschlagen hat / Ein antwort ihm thaͤt werden. Den Fried ich nicht gebrochen han / wie ewer Key⸗ ser hat gethan / wil jhm auch nichts zusagen: Sondern wil ewer vnd aller Feind so wider Gott vnnd Christen seynd / Erwarten ohne zagen. Jch bitte alle Menschen fein / Die anderst Christen woͤllen seyn / Jr Seelen Heyl betrachten: Woͤlle Gott vnd vnser Oberkeit / Die vns beschuͤtzen alle zeit / Nicht so faͤlschlich verachten. Zum beschluß ich Gott vom Himmel bit / Daß Er theil vnserm Keyser mit / Auch seinem Kriegßvolck e⸗ ben: Wider den Feind Triumph vnd Sieg / Auff das wir dort allsampt ewig / Jn won vnd Frewden Leben Amen. Show less

Himmelszeichen über Wien, 1632; Unwetter in Ulmitz, Mähren, 4. März 1632; Verleihung der Kurwürde an Hrz Maximilian I., 25. Feb 1632
Drey vnderschiedliche warhafftige Newe Zeitungen. Die Erste / Von dem grossen Wun⸗ derzeichẽ / so sich in Oesterreich vber der Key⸗ serlichen Hauptstatt Wien / an deß Himmels Firma⸗ ment hat sehen lassen / wie der Mond sich in Todtenkopffs gestalt verwaldelt / Auch wie man ein fewriges Bild... Show more Drey vnderschiedliche warhafftige Newe Zeitungen. Die Erste / Von dem grossen Wun⸗ derzeichẽ / so sich in Oesterreich vber der Key⸗ serlichen Hauptstatt Wien / an deß Himmels Firma⸗ ment hat sehen lassen / wie der Mond sich in Todtenkopffs gestalt verwaldelt / Auch wie man ein fewriges Bild / sampt einem fewrigen Drachen am Him̄el gesehen. Allen from̄en Christen zur warnung in Truck verfertiget. Geschehen am tag Matthiæ den 24 Hornung / in diesem 1623. Jahr. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn / rc. Die Ander Zeitung. Wie sich zu Vlmitz in Mehren / erstlich ein groß Donner vnd Plitzen erhebt / darnach drey Toden sich auß den Graͤbern sehen lassen / Auch was dieselben geredet vnd gepropheceyet / Wie solches die Herren Burgermeister vnd Rath / an die vmbligende Staͤtt Schrifftlich gelangen / vnd offentlich in Truck bringen lassen So geschehen den 4 Martij dieses jetzigen Jahrs. Die Dritte auß Regenspurg / Was gestalt der Hertzog in Bayern zu der Churfuͤrstlichen Dignitet vnd Hochheit gelanget / Sambstag den 15. 25 Februarij / Vnd was sich / weiters dabey verloffen vnd zu gettagen hat. Erstlich getruckt zu Regenspurg bey Matthias Muͤller / Mit bewilligung eines Ehrsamen Raths im Jahr 1623. Die erste Zeitung. HOert zu jhr lieben Christenleut / was sich newlich in kurtzer zeit / trau⸗ rig hat zugetragen / deß Nachts am hellen Him̄el klar / darauß stund groß noht vnd gefahr / in Staͤtt vnd Flecken zu mahle. Als man zaͤhlt sechtzehenhundert Jahr / drey vnd zwantzig die Jahr zahl war / zu Wien da thu ich sagen / wol in derselben werthen Statt / der Himmel sich entferbet hat / mit Jam̄er vnd grossem klagen. Bey Nacht vmb zehen vhr ich sag / an S. Matthias Apostels Tag / hat sich der Mon verkehret / in eines Todtenkopffs gestalt / sampt einem bla⸗ wen ring so bald / ein Hand mit einem Tuͤrckischen Sebel fuͤrware. Zum dritten drauff erschienen ward / ein Tuͤrckischer Kopff vnd kne⸗ belbart / sampt einem Tuͤrckischen hunde / so gewehrt hat drey gantzer stunde / man meint es werd gar nider fallen zu grund / die Leut wolten vor Forcht verzagen. Zum vierden sah man ein Loͤwenkopff / mit langen haren mit krausem schopff / mit langen hangenden Ohren / als wie ein Hund zu aller stund / wie man dann mercklich sehen kund / O Christen Mensch thus doch bedencken. Darauff verwandelt sichs gar bald / wider in Todtenkopffs gestallt / wurd bald wider liecht vnd helle / mit einẽ rohten Krebs bedeckt gar schnelle / ein schwarzer Wolck der kam herfuͤr gar hell / darinn sah man viel Kriegs⸗ ruͤstung fuͤrwahre. Es wurd auch in zweyer Fisch gestallt / wie mans in den Calendern mahlt / in offener Figur / gesehen an dem Himmel empur / ein fewrig bildt sah man auch kommen herfuͤr / welches Fewrflammen von sich thet blasen. Letztlich noch ein schwartze Wolcken kam / der man sonst gar nichts war da namb / in gestalt eines schroͤcklichen Trachen / welcher gegen dem Monde schoß / als wolt er jhn verschlingen bloß / vnd thaͤten maͤchtig zusa⸗ men streitten. Mit auffgesperrtem Rachen gar / dariñ acht Zaͤhn erscheinten zwar / schroͤcklich war es zusehen / den Mond hat es gar bedeckt / mit einem doppel⸗ ten schwantz hinden außgestreckt / ein gantze Stund hielt er den Mond ver⸗ borgen. Darauff der rechte Monatschein / wider bekam den glantze sein / an dem hellen Himmel klare / viel Leuht habens genommen war / O Gott der Angst vnd grossen gefahr / so jetzund ist vorhanden. Darumb ein jeder frommer Christ / ob er schon nicht weiß was es ist / so kan man doch darbey erkennen / die grosse Straff so vns ist vor der Thuͤr / so nicht in die Ruthen dem Herren fallen wir / vnd Gott fleißig vmb Gnade bitten. Der Tuͤrckisch Kopff bedeut groß Blutvergiessen vnd streit / im Vatterland wie man spuͤret heut / wie sichs an vielen orten thut erheben / in Teuschem Land an manchem ort / wie man taͤglich hoͤret fort / vnd wird nit lang außbleiben. Der Mon bedeut weil er fuͤrwahr / sein natuͤrlich Schein verlohren zwar / in Todtenkopffs Gestalt verwandelt / viel Kranckheit wird regieren thun / wie es dann allbereit anfanget schon / in hoch vnd nider Landen. Viel Fieber vnd Hauptwehe mancherhand / werden regieren in allem Land / bey allen Menschen Kindern / viel Rotheruhr vnd schmertzen groß / zeigt an der rothe Krebs so bloß / so man am Himmel thet finden. Der Drach vnd daß fewrige Bild / welches am Himmel hat zusa⸗ men zihlt / bedeut groß enderung zu handen / von wegen deß Wort Gottes klar / wird man außstehen groß gefahr / in Teutsch vnd Welschen Landen. Daß Fewr thet vom Him̄el fallen / gar schrecklich vberauß / daß auff die Erden thet knallen / allda mit grauß / zu Newstatt acht meil von Wien der Statt / darvon die Statt ward entzuͤndet / vnnd verbrand mit allem Vorraht. Die Flammen theten sich von einander theilen / auff den Taͤchern hin vnd her / da kund niemand dem Fewr wehren / in dieser grossen Gefahr / es verbrand mit allem Vorraht. Wie nun die Wunder vergangen warn / so hoͤrt man zu Wien mit grossen Gfahrn / ein Stimm auß den Wolcken thet schreyen / thut buß thut buß jhr Christen Leut / dann es ist nun mehr als zeit / bessert ewer Leben freye. Werden wir aber nicht Buß thun / die Wunderzeichen erkennen schon / so viel Leut haben gesehen / so wird Gott mit seim Zorn gar bald / vns daheim suchen manigfalt / wie zu Jerusalem geschehen. Darumb du fromb Christliches Hertz / treibe darauß doch keinen schertz / vnd thu es doch selbst erkennen / die straffen so seind vor der Thuͤr / wie ein Flamm deß Fewr herfuͤr / endlich auch dich moͤcht brennen. Die ander Zeitung. Jm Thon: Ewiger Vatter im Himmelreich. WAch auff O werthe Christenheit / in dieser hochbetruͤbten zeit / steh auff vom Schlaff der Suͤnden / sey nicht so Gottloß vnd verrucht / denck daß dich Gott taͤglich heimsucht / vnd laßt dir siehts verkuͤn⸗ den / seine Gnad auß Barmhertzigkeit / du wilt aber nicht erkennen / solche grosse Guͤtigkeit / thust in Suͤnden fort rennen / du wirst aber erfahren fein / wie es dir endlich wird gehen / in der Hoͤllischen Pein. Der Gottlosen Menschen man viel find / die alle Wunder schlagen in Wind / vnd thun sie gar vernichten / meinen nit daß Gott sey der Mann / der Wunder vnd zeichen wuͤrcken kan : Solche Leut wird Gott richten aber die Frommen werden diß / warlich zu Gemuͤht fuͤhren / was jetzt newlich ge⸗ schehen ist / in Maͤhren thu ich spuͤren / jhr lieben Christen hoͤrt mit Fleiß / was ich euch will anzeigen mit gruͤndlichem beweiß. Es ligt in Maͤhren mercket mich / ein schoͤne Statt sage ich / Olmitz wird sie genennet / allda geschah mit grosser Klag / wol an dem vierdten Mer⸗ tzens Tag / ein groß Wunder man nennet / dann ein solch schroͤcklich Brau⸗ sen kam / es thet blitzen vnd donnern / so graͤußlich daß zuvor kein Mann / solches gehoͤrt besonder / die Bawren in den Doͤrffern zwar / lieffen alle zu⸗ sammen / meinten die Statt steht in Fewrs Gefahr. Dann von aussen sah man das Firmament / das man meint an dem End / die Stat brenn an vier Orten / ist also geloffen jung vnd alt / auß den Doͤrffern vnd Meyerhoͤffen bald / als sie solchs innen worden / zu der Statt mit hauffen fuͤrwahr / in Meinung jhnen zu helffen / weil sie auch von dem Volck alldar / hoͤrten ein groß Schreyen vnd Gelffen. Als sie ab hinein kommen zur frist / haben sie da befunden / daß gar kein Fewr außkommen ist. Nach diesem hoͤrt man ein geschrey / das auch die Leuht hauffen weiß frey / demselben theten nachlauffen / wann sie nun kamen an daß Ort / bald man das Geschrey weiter hort / also lieffens mit hauffen / von einem Ort zum an⸗ dern dar / kundten doch nicht verstehen / wo doch das Geschrey kommet her / endtlich theten sie sehen / als sie giengen in Kirchhoff nein / groß Wunder sie veramen / wie jhr jetzund werd hoͤren fein. Drey Graͤber waren offen hier / darauß giengen drey Todten herfuͤr / abschewlich anzusehen / der erste war weiß sauber vnd klar / schlug seine haͤnd zusam̄en zwar / thet sein Mund auff zu reden / vnnd sprach / Benedeyet sey / Gott in dem hoͤchsten Throne / das vnsere Erloͤsung ist so nahe / nach der vns verlanget schone / vnd darauff wir gewartet han / so manch hundert Jahre / Gelobt sey Jesu Gottes Sohn. Menniglich fiel auff seine Knie / mit grosser Forcht auch zittern hie / vnd bußfertigem Hertzen / rufften vnd fleheten zu Gott / mit weinenden Au⸗ gen ohne spot / sprachen nicht ohne schmertzen / O du Barmhertziger Gott laß vns doch nit verderben / sey vns gnaͤdig / gnaͤdig O Herr / sonst muͤssen wir alle sterben / durch Jesum Christum deinen Sohn / thu vnser Gebett er⸗ hoͤren / Vatter im hoͤchsten Thron. Bald hernach sah man widerumb / daß ein anderer Todte nun / sich sehen ließ behende / die Leut sich drob entsetzten sehr / weil er war viel abschew⸗ licher / weder der Erst ohn ende / dieweil sein Coͤrper da jetzund / also war an⸗ zusehen / als ob er in dem Fewr stund / vnnd brennete darneben / seine Haͤnd wand er hin vnd her / mit greußlichen Geberden / schrye er mit worten sehr. O suͤndige Menschen allgmein / bessert jhr doch ewer Leben fein / vnd thut euch doch bekehren / deß Herren Zorn ist sehr entbrand / er hat die Ruht schon in der Hand / damit will er euch lehren / die Suͤnden kom̄en jhm taͤg⸗ lich fuͤr / welche die Menschen treiben / den vbermaͤßigen Pracht hinfuͤr / den kan er nit mehr leiden / Neyd / Haß vnd Vngerechtigkeit / Vnzucht / Ehe⸗ bruch deßgleichen / wird Gott straffen in kurtzer zeit. Mit Pestilentz / gehlingem Tod / Mit Krieg / Kranckheiten vnnd schnellem Tod / vnnd anderen Straffen deßgleichen / wird euch der Ewige Gott vnd Herr / heimsuchen mit den Plagen schwer / die Armen als die Rei⸗ chen / dermassen daß sie keine zeit / noch weil haben werden / der Namen Got⸗ tes allbereit / auzuruffen auff erden / sie werden auch vor jhrem End / nimmer koͤnnen erlangen / Buß vnd wahre Poͤnitentz. Der dritte Tod kam auch herfuͤr / biß auff die Zaͤhn vnnd knirrschet sehr / schlug in einander die Haͤnde / mit einer so grewlichen Stim̄ / das auch das Erdtreich bebt fuͤr jhm / vnd ruffet so elende. Weh / weh / weh / vnd aber weh / weh vber die Gottlosen / diß ist die zeit mich wol versteh / davon man lang thet kosen / vnnd auch so lang gepredigt hat / noch hat mans alle verach⸗ tet / nun ist es schon zu spat. Drumb jhr Menschen Kinder all / seht zu daß euch nicht vberfall / der Tag deß Herren geschwinde / dann er fuͤrwahr viel naͤher ist / weder jhr vermeinet zur frist / darumb steht ab von Suͤnden / vnd laßt euch diß gesaget sein / thuts andern auch anzeigen / da sie die Wort außgeredt fein / verschwun⸗ dens wider bereite / die Graͤber haben sich zugethan / die Lufft ward wider kla⸗ re / die Menschen theten in Forchte stahn. Doch erholten sie sich widerumb / kamen zusamen in der Summ / lobten Gott / vnd theten jhm dancken / daß er sie nit im Augenblick / also ge⸗ strafft vnd hingericht / sondern ohn alles wancken / so vaͤtterlich ermahnet het / vnd sie hat warnen lassen / ward also alsbald an der stett / angestellet ohn massen / ein gemeiner Bettag zumal / den sie allda vollbrachten / mit andacht vberal. Darumb O werthe Christenheit / thu Buß / thu Buß es ist hohe zeit / vnd thu dich doch bekehren / vnd nim zu Hertzen die Geschicht / verachte doch die Warnung nicht / vnd den Zorn deines Herren / laßt vns wachen vnnd fleißig sein / mit den klugen Jungfrawen / vnsere Lampen fuͤllen ein / noch noͤ⸗ tigem oͤhl auch schawen / daß wann der Braͤutigam kompt bey zeit / wir mit jhm moͤchten eingehen / in die ewige Frewd vnd Seeligkeit. Die dritte Zeitung. SAmbstags ist die Jnstallierung Jhrer Durchl: Hertzog Maximi⸗ lian in Bayern zur Churfuͤrftlichen Dignitet vollzogen worden: Dann als Jhre Kay: May: vom Rahthauß / vnnd mit dero die Chur vnd Fuͤrsten in Kayserl: Losament gefahren / vnd Jhre May: in der Ritterstuben erschienen / auch dero Kron / Apffel / Scepter vnd Schwerd vorgetragen / vnd sich auff der darzu auffgerichten Buͤhnen / vnder das ge⸗ machte Theatrum gesetzt / hat Herr Reichs Vice Cantzler von Ulm ein Ora⸗ tion bey einer stund lang (da vnder deß Jhre Durchleucht: in Bayern auff einem Kuͤssen vor Jhrer Kay: May: sich kniend erzeigt) gethan / vnd nach lenge deß Pfaltzgraven Verbrechen / vnd Verlustigung der Chur / hergegen die getrewen Dienste / so Jhre Durchleucht: Jhrer May: vnd dem Heyli⸗ gen Reich geleystet / außgefuͤhret / darnach das Chur Huͤtlein Jhrer Durchl: auffgesetzt / vnd andere gewoͤhnliche Ceremonien mit dem Eyd vnd anderm verbracht worden. Der Hertzog von Newburg hat starck darwider prote⸗ stirt / derselbe / wie auch die Spanische / Chur Saͤchsische vnd Branden⸗ burgische Gesandten seind nicht darbey gewesen: Darauff taͤglich von Jh⸗ rer Kay: May: vnd dem newen Churfuͤrsten stattliche Panqueten gehal⸗ ten worden. Hertzog Allbrecht in Bayern befind sich noch allhier / deme die Regierung in Bayern (weil der Churfuͤrst sein Residentz in der Pfaltz haben soll) vbergeben worden: Als auch Sambstags Jhre Durchleucht: in Bayern mit der Chur installiert worden / ist vor Mittags zwischen 8. vnnd 9 vhrn / ein Meil wegs von hier / in der Jungen Pfaltz ein Adler geschossen / vnd herein gebracht worden / welchen Jhre Kays: May: selbst besichtiget / daruͤber man sich sehr verwundert. Die Chur: Fuͤrsten vnnd Abgesandten / ruͤsten sich nun zum Auff⸗ bruch / wie dann heut die Kayserliche Leib⸗Pferd nach Prag fortgeschickt worden / so seind Sontags die Polnische Gesandten / wie auch der Bischoff von Aychstaͤtt allhero kommen. Gestern sollen Schreiben an Jhre Kay: May: allhero kommen sein / das der Graff von Manßfeld mit seiner Armada in 30000. starck vber die Weser kommen / vnnd nach Schlesien marschiren solle / derowegen alles Kayserlich Kriegsvolck zusammen gefuͤhrt wird / die auch nach Schle⸗ sien ziehen sollen / demselben vorzuwarten / Sonsten solle die Liga ein vberauß grosse Summa Volck werben lassen / gestalt dann Jhre Churf: Durchleucht: in Bayern mit grosser Werbung starck fortfahren. ENDE. Show less

This site is currently password protected.