Ausgerissener Ochse eines Metzgers in Prag
Wunderbarliche vnd laͤcherliche Geschicht / Welche sich war⸗ hafftig zu Prag in Boͤhmen zuegetra⸗ gen / was gestaldt sie einem Metzger seinen auß⸗ gerissenen vnd gantz schwartzen Ochsen Ritterlichen er⸗ obert vnnd in Gfaͤngkliche verhafftung genommen / in meinung es were der Graff von... Show more Wunderbarliche vnd laͤcherliche Geschicht / Welche sich war⸗ hafftig zu Prag in Boͤhmen zuegetra⸗ gen / was gestaldt sie einem Metzger seinen auß⸗ gerissenen vnd gantz schwartzen Ochsen Ritterlichen er⸗ obert vnnd in Gfaͤngkliche verhafftung genommen / in meinung es were der Graff von Tampier / mit fernerer erklaͤrung / mit was fuͤr maͤchtigen Geschuͤtz / Graff von Thurn die Statt Budtweiß erstlich angegriffen / Gsangweiß gestelt. Jn deß Stoͤrtzenboͤ⸗ chers Thon. Gedruckt im Jahr 1619. 1. NVn hoͤret zu vnnd schweiget still / vnnd merckt was ich euch singen will / von den Rebelischen Boͤhmen / was sie zu Prag haben gethan / deß sie sich solten schaͤmen. 2. Ein Fleischhacker der het ein Hauß / ein schwartzer Ox der kam jhm auß / thet durch die gassen lauffen / da schrien sie bald / halt auff / halt auff / er ist nit zu verkauffen. 3. Warhafftig ists Graff von Tampier / er het vns gwiß betrogen schier / wañ wir jhn nit hetten gefangen / seyß Gott gedanckt daß wir jhn haben / jetzt koͤnnen wir mit jhm prangen. 4. Nahmen den Oxen vnd fuͤhrten jhn hin / in die Schachteley thetten sie jhn / darin must er blei⸗ ben / etliche Tag vnd etlich Nacht / ehe man jhn herauß thet treiben. 5. Der Metzger kam fuͤr die Schachteley / er sprach last mir mein Oxen frey / der Ox ist mir ge⸗ nommen / sie sprachen es ist Graff von Tampier / der in Boͤhmen ist kommen. 6. Der Fleischacker lang bitten thet / ehe das man jhn den geben thet / sein Oxen abzuschlagen / welches Fleisch man verkauffen thet / in der Statt / vnd heimb tragen. 7. Waß fuͤrcht jhr auch dann also sehr / Graff von Tampier kompt nimmer her / habt jhr jhn doch gefressen / mit haut vnnd haar / biß auff die bein / ey seit jhr so vermessen. 8. Daß jhr ein solchen Rittersman / der nur allzeit ist fornen dran / in den Streitten gewes⸗ sen / ey das euchs halt nun Gott verzeih / das jhr jhn habt gefressen. 9. Jch sag aber auß freyen muth / Graff von Tampier das Edel blut / ist warlich nit gefressen / denn Gestern war er in dem Waldt / auff einem Baum gesessen. 10. Hat nur gesehen zue ewrem Pracht / vnnd was der Graff von Thurn macht / was sein thun ist vnd lassen / vnd wo er ein oder auß will / auff waß fuͤr eine Strassen. 11. Jhr Boͤhmen ich es euch sagen wolt / wie jhr Graff Tampier fangen solt / mit was fuͤr ei⸗ nem Mittel / nembt nur ein Netz / laufft in den Walt / mit Knebelspieß vnd Knuͦtel. 12. Setzt zvor ein Kappen mit Schellen auff / vnnd steckt auch Hannenfedern drauff / thut in dem Wald hrumb springen / so laufft Tampier fluchs auß dem Wald / wann er die schellen hoͤrt klingen. 13. Nembt jhn bald auß dem Netz herauß / vnd spert jhn in ein Vogelhauß / vnnd haltet jhn ge⸗ fangen / vnd tragt jhn in der Statt herumb / thut froͤlich mit jhm prangen. 14. Jch meint jhr Boͤhmen werd gescheyd / so seyt jhr wie die Affenleuth / in allen ewren sachen / waß jhr vnnd Graff von Thurn thut / wer wolt deß nur nicht lachen. 15. Meint jhr Tampier der Rittersman / sich zu ein Oxen machen kan / deß seyd jhr grosse Nar⸗ ren / uͤberal wird man euch lachen auß / woh man es wird erfahren. 16. Wann man in gantzen Koͤnigreich / euch Rebellischen Boͤhmen zgleich / thet einen auß euch schinden / so wer er doch Tampier nit gleich / in Tugendt vnd in Sitten. 17. Vnnd wann Boͤhaimb so lange stehet / biß das die gantze Weldt vergeht / so wird man nie⸗ mals finden / ein solchen Helden alß Tampier der also kriegen wird kinden. 18. Wann er solte Kriegen wie jhr Boͤhmen / wurd er sich ins Hertz hinein schaͤmen / das er mit Huͤltzenen Stucken / ein Statt zwingen vnd ein⸗ nehmen solt / darmit fuͤr dieselb rucken. 19. Also wie Ewr Thurn hat gethan / da er Put⸗ weiß wolt greiffen an / vnd wolt dieselb beschiessẽ / so het er Stuck welliche man / mit schnitzlen kundt nachgiessen / 20. Es ist gwiß ein grewliche schandt / Graff Thurn vnd dem Boͤhmerlandt / zu allen ewigen zeitten / vberall in der gantzen Weldt / bey groß vnd kleinen leuthen. 21. Jch sag euchs Boͤhmen gwiß fuͤrwar / der Ox macht euch noch graw Haar / wann er mit ernst wird kommen / inn Praag woll auff den Platz hinein / mit Pfeiffen vnd mit Trummen. 22. Er ist ein Ox von Edler art / auff den er laufft den stoͤst er hart / mit seinen spitzigen horn / dan in dem Sturm / vnd in den streit / ist er zum stoͤssen gebohren. 23. Laufft nur dieweil auß der Statt weckt / dem Weissen Berg zue wie die Boͤck / thut oben schantzen machen / vnd schiest mit lautter Bratt⸗ wuͤrsten zue / es wird gewaltig krachen. 24. Gewißlich ich treib keinen schertz / nembt jhr euch nur ein frisches Hertz / vnd thut nur dapffer schiessen / wann euch gleich Ewre Stuck zersprin⸗ gen / jhr doͤrfft kein andere giessen. 25. Jhr koͤndt solliche haben bald / es seindt jhr viel im Boͤhmer wald / last euch zweyhundert bringen / vnnd schiest mit Hültznen Sucken zue / es wird gewaltig klingen. 26. Jhr muͤst aber nicht lassen ab / biß daß der schwartz Ox kompt nach Prag / stelt euch mun⸗ ter in den dingen / nembt ewrer schantz gahr eben war / es wird euch sonst mißlingen. 27. Der dises Liedlein hat gemacht / der hat sich maͤchtig sehr zerlacht / verwundert ohne massen / daß die Boͤhmen solche Narren sein / in jhrem thun vnd lassen. ENDE. Show less

Komet C/1618 W1 am Himmel über Deutschland; 1619
Warhaffte Newe Zeittung / von dem newen Cometstern so in dem 1618. Jahr den [...] cemb. erschienen / welcher zu Augspurg vnd in villen Landen ist gesehen worden / Gsangweiß gestellt sampt einem schoͤnen geistlichen Lied / Jn dem Thon: Hilff Gott das mir gelinge / du Edler Schoͤpffer mein. O... Show more Warhaffte Newe Zeittung / von dem newen Cometstern so in dem 1618. Jahr den [...] cemb. erschienen / welcher zu Augspurg vnd in villen Landen ist gesehen worden / Gsangweiß gestellt sampt einem schoͤnen geistlichen Lied / Jn dem Thon: Hilff Gott das mir gelinge / du Edler Schoͤpffer mein. O frommer Christ merck eben / was Christus propheceit / wie Lucas thut fürgeben / das ein vnd zweintzigst heut / was sich werd vor dem Juͤngsten Tag / in diser Welt erhe⸗ ben / ist jetzt gemeine klag. Der new Cometen stern / so jetzt erschinen gwiß / diß Jahrs sich thut erkleren / deß Monats Decem⸗ bris / an dem Himmel mercket hiebey / welcher vns thut bewehren / deß Herren prophecey. Die Glerten vns anzeigen / deß Himmels lauff bericht / es werde sich her neygen / ein erschroͤcklich ge schicht / Krieg vnd Blut vergiessung sehr groß / der welt frewd zu geschweigen / vnd jr wesen Gottloß. O frommer bitt den Herren / vmb ein seligen tod / dann es zeigt an der Steren / Thewrung vnd Hun⸗ gersnoth / die Welt werd sich in kurtzer frist / veraͤn⸗ dren vnd verkehren / wie schon zu sehen ist. Das Jahr ist schon bestellet / grosses vnglück für⸗ war / als nemmlich so man zehlet / Sechzehen hundert Jar / zwey vnnd zweintzig der mindern zahl / ist wol das Jahr erwoͤhlet / vol Jammers vnd Trübsal. So die Welt nicht geht vnder / in disem Jahr ge⸗ melt / so wird doch gschehen groß wunder / entstehn ein newe welt / durch vollstreckung Goͤttlicher straff / darumb Mensch dich ermunder / schaw dein Heyl nicht verschlaff. Solch zerrittung wird werden / als nye geschehen ist / in den Landen auff Erden / zu keiner zeit vnd frist in etlich hundert jaren lang / durch vilerley beschwer⸗ den / wird dem Volck angst vnd bang. Wol durch zeitliches kriegen / vnd auffruhr vber⸗ all / Tyrannisches betriegen / in disem Jammerthal / vndergang hocher Oberkeit / all gmach thut sich her⸗ fuͤgen / verfolgung der Warheit. Rauben / Moͤrden vnnd Brinnen / Sterben vnd Pestilentz / wird gar vil Volcks zertrennen / sonsten in aller grentz / werden vil Kranckheiten entstehn / welche nicht seind zu nennen / so vbel wird es gehn. Die Wasser werden prausen / außlauffen schaden thon / es wird boͤß sein zu haussen / die Frücht auch zu grund gohn / durch boͤse Wetter zu der zeit / wem solt darob nit grausen / jhr frommen Christenleut. Es wer noch vil zu klagen / Gott es zum besten wend / was sich als solt zutragen / hie in disem Elend wer dise zeit wird vberstohn / der wird wissen zu sa⸗ gen / all sein lebtag daruon. Darumb last vns Gott bitten / das er sein guten Geist / vns verleyh vnuermitten / der seine gnad vns leist / das wit vns in die boͤse zeit / schicken nach Gei⸗ stes sitten / als rechte Christenleut. Vnd last vns auch bekehren / mit rechter Rew vnd Buͤß / zu Christo vnsrem Herren / fallen bittlich zu Fuͤß / das er von vns abwend die Straff / vnd vns nit / laß versteren / in Sünd vns nicht weckraff. Dann Gott der Herr ist guͦttig / Barmhertzig vnnd getrew / gedultig vnnd langkmuͤttig Gerecht Warhafft darbey / der nicht begert deß Sünders Todt / sonder das er einmuͤttig / sich bekehre zu Gott. Der woͤll vns allen geben / seinen heyligen Geist / nach seinem Wort zu leben / das sein will werd ge⸗ leist / vnd wir nach disem Jammerthal / in frewden moͤgen schweben / bey Gott in seinem Saal / Amen. Ein schoͤn Geistliches Lied. Im Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn. ACH Herr du allerhoͤchster Gott / sich an die klaͤglich grosse noth / in gantzen Teutschen Lan den / solch rauben / brennen / blut vnd mord / von den Christen vor nye gehoͤrt / seind die welt Jst gestanden. Bey vns ist Jam̄er vnd grosse noth / sich du darein O trewer Gott / vnser elend laß dich erbarmen / sih du nicht an die grosse Sünd / damit wirs wol haben ver dient / komb du vnd hilff vns armen. Claͤglich so ruͤffen wir dich an / viel grosser Sünd haben wir gethan / gefuͤhrt ein Gottloß leben / dein heiligs Wort so gar veracht / dasselbig nicht ein mal betracht / O Gott wollsts vns vergeben. Die warnung der frommen Diener dein / haben wir nur gehoͤrt allein / kein Buͤß hat man vernom̄en / derwegen alle dise plag / die wir jetzt sehen alle tag / auff einen hauffen kommen Ehrgeitz der ist gesessen ein / ein jeder will der beste sein / kein maß will man nicht halten / dahin ein jeder dicht vnd tracht / O hett ich nur Weltlichen pracht / bey jungen vnd bey alten. Fluchen vnd schweren nimbt vber hand / man ach⸗ tet weder Sünd vnnd Schand / niemandt lest jhm solchs wehren / die vnzucht ist so gar gemein / es wis⸗ sens auch die Kinder klein / die alten thun sies lehren Gut vnnd Gelt liebt alle Welt / nach solchem sie stets tracht vnd stelt / darnach steht jhr verlangen / es O sey mit fug glimpff oder recht / es gilt jhr alles gleich vnd schlecht / damit thun sie fast prangen. Hoffart hat doch nie gut gethan / schaw alle Reich auch Babilon / wo sind sie doch hinkom̄en / also wirds gwiß vnns auch ergan / es will doch niemandt kein Buͤß than / das hab ich wol vernommen. Jch weiß es wol du glaubst es nicht / heiß mich ein Thorn wenns nicht geschicht / allweg hat mans gesehen / wenn man Gottlich warnung veracht / kein Wunderzeichen will nem̄en acht / Pharao ists auch geschehen. Krieg vnd Blut ist vor der Thür / Hunger vnd thewrung ruckt auch dafuͤr / Pestilentz thut her schwe ben / das macht allein die grosse Sünd / damit wirs wol haben verdient / auch vnser Gottloß leben. Last vns bessern ist grosse zeit / die Art schon an dem Baume leit / drey Ruten sind vorhanden / Krieg Pestilentz vnd auch Thewrung / sind das nicht straff vnnd plag genug / in vnsern Teutschen Landen. Man glaubt doch nicht / nur als veracht / die ver⸗ gangen Straff man nicht betracht / ist hin ist schon ver⸗ gessen / O du Gottloses Sodome / es ist dir nicht zu rathen meh / das kan ich wol ermessen. Niniue die grosse Statt / von warnung sich bekeh⸗ ret hat / bessert jhr Gottloß leben / wie lang haben wir nun gehoͤrt / die warnung Gottes heiligs wort / vns zu keiner Buß begeben. O Gott wie sind wir also blind / erbarm dich doch der kleinen Kind / dein Gnad thu vns beweisen / von vnns wend dein gerechten zorn / wir sind sonst gantz vnd gar verlorn / ewig voͤllen wir dich preisen. Gedruckt zu Augspurg / durch Lucas Schulteß / Jm Jahr 1619. Show less

Wunderzeichen am Himmel, Weltz; 1619
Warhafftige / doch erbaͤrmliche Newe Zeittung / Wie sich zu Weltz in der Nacht der Himmel hat auffge⸗ than / grosse Liechte gewesen / auch ein grosses Geschrey gehoͤrt / vnd vil kleine Kinder in Luͤfften gesehen worden / Blut geregnet / vom Crucifix Blut geflossen / die Glocken selbs geluten... Show more Warhafftige / doch erbaͤrmliche Newe Zeittung / Wie sich zu Weltz in der Nacht der Himmel hat auffge⸗ than / grosse Liechte gewesen / auch ein grosses Geschrey gehoͤrt / vnd vil kleine Kinder in Luͤfften gesehen worden / Blut geregnet / vom Crucifix Blut geflossen / die Glocken selbs geluten / vnnd was sich weitters begeben / werdet jhr in disem Gesang vernem̄en. Geschehen den 15. Augusti / dieses 1619. Jahrs / Jm Thon: Warumb betruͤbst du dich mein Hertz. Getruckt zu Lintz / durch Johann Planck. Jm 1619. Jahr. 1. MErck fleissig auff mein from̄er Christ Was erst newlich geschehen ist / Zu Weltz wol in der Statt / Als man zahlt ein tausent fürwar / Sechs hundert vnd neünzehen Jahr. 2. Geleich den fünffzehenden Tag / Deß Augusti mit grosser klag / Zu mitten in der Nacht / Kam augenblick ein Wetter schwer / Mit Donner vnd auch Blitzen sehr. 3. Als wann es wer der jüngste Tag / Ja alles Volck mit grosser klag / Das schreyt hertzlich zu Gott / Ach Herr verschon der kleinen Kind / Sih nicht an vnser schwere Sünd. 4. Jnn dem thet sich der Him̄el auff / Ein liechte kam mit schnellem lauff / Als wers der helle Tag / Ja daß die Leut mit grossem grauß / Giengen traurig auff Gassen nauß. 5. Vnd sahen da den Himmel an / Beedes Junge / Alt / Fraw vnd Mann / Da erhuͦb sich ein Gschrey / Das laut also / wie ich jetzt meld / O weh / O weh der gantzen Welt. 6. Das Gschrey weret ohn vnderlaß / Gantz traurig sie zuhoͤrten baß / Da hoͤrten sie ein Stim̄ / Klaͤglich schreyen die kleine Kind / Jnn den Luͤfften so gar ellend. 7. Niemand kundt jhr Geschrey verstohn / O Mensch laß dirs zu Hertzen gohn / Vnd bekenn deine Sünd / Wie es weitter ergangen ist / Das wirst du hoͤren frommer Christ. 8. Man sah vmbschweben dise Kind / Wol in den Lüfften so elend / Daß die Leuth trauriglich / Braitteten jhre Kleyder auff / Meinten sie werden fallen drauff. 9. Man sah auch vil der kleinen Kind / Die haben weder Fuͤß noch Haͤnd / Dannoch schweben sie vmb. Das Geschrey wehrt ein halbe Stund / Vil Menschen fielen da zu grund. 10. Darnach diß alls verschwunden ist / Die Glehrten haben zu der frist / Solches gesprochen auß. Das Geschrey sey der kleinen Kind / So inn dem Krieg vmbkommen sind. 11. Wie dann das vnschuldige Blut / Vor Gott im Himmel schreyen thut / Wann das vergossen wirdt. Ach wie vil Muterkind zu hand / Seind blieben in dem Boͤhmerland. 12. Noch weitter hoͤr O frommer Christ/ Wie traurig es zugangen ist / Es fieng zu regnen an. Fin viertel stund es weren thut / Vnd regnet nichts dann lautter Blut. 13. Nach dem kam ein Erdbidem groß / Beweget die gantz Statt grundloß / Daß die Leuth anderst nicht Meinten es kaͤm der jüngste Tag / Schryen zu Gott mit grosser klag. 14. Als diser Jammer hett ein end / Kame erst ein grosser Sturm̄wind / Riß etlich Haͤuser vmb. Das Volck schry klaͤglich Jesu Christ / Hülff / hülff die zeit vorhanden ist. 15. Nach dem die Glocken auch zuhand / Fiengen an zu leütten allsand / Der Meßner trauriglich. Sah auch die Kirchen offen stohn / Wußt nicht wer sie hat auffgethon. 16. Deßgleichen auch die Liechter schon / Brinnet sie auff dem Altar stohn / Der Pfarrer schaffen thet / Daß man eylends in Kirchen gieng / Beichtet vnd Sacrament empfieng. 17. Als nun das Volck beysamen war / Die Bildnus Christi auff dem Altar / Fieng auch zu blutten an. Auß der Seitten das rohte Blut / Erbaͤrmblich herauß fliessen thut. 18. Vnd floß ein halbe viertel stund / Der Priester sprach mit Hertz vnd Mund / Kompt her jhr Christenleuth / Secht an das schoͤne rohte Blut / So auß der Bildnus fliessen thut. 19. Das machet alles vnser Sünd / Daß man das heylig Sacrament / So gar wenig betracht. Vnd die Seel aller durstig ist / An dem Leib vnd Blut Jesu Christ. 20. Drumb kommet her jhr Christenleuth / Vnd beichtet ewre Sünd auff heut / Empfacht sein Leib vnd Blut / Jch fuͦhr euch als ein guter Hirt / Damit ewr Seel gespeiset wirdt. 21. Zwoͤlff hundert Menschen disen Tag / Wurden gespeißt ohn alle klag / Vnd bekehret zu Gott. Derhalben O mein frommer Christ / Steh ab von Sünden / vnd dich rüst. 22. Speis vnd trinck auch dein Seel behend / Mit dem heyligen Sacrament / Wann du wilt selig sein. Dann du sihst daß der jüngste Tag / Verhanden ist nach der Schrifft sag. 23. Der Priester schafft daß man es nun / Soll lassen inn den Truck außgohn / Der Welt zu einr warnung / Bald wurd die sachen zubereyt / Mit vergunst einer Oberkeit. 24. Derhalb jhr Frawen vnd auch Mann / Laßt euch dises zu Hertzen gahn / Ach du Herr Jesu Christ / Hülff vns auß der traurigen zeit / Wol in die ewig Seligkeit. AMEN. Show less

Blockade Wiens durch Graf von Thurn, Juni 1619
Newezeytung / Vnnd kurtze er⸗ klaͤrung / auß waß für vr⸗ sachen / vnnd mainung / Graff vonn Thurn / mit seinen bey sich habenden Be⸗ haimbischen vnd Maͤhrischen Volck / waß sich vor Wien in Ostereich begeben vnd nam⸗ hafftiges daruor außgerichtet habe / vnd wie Er wider daruon abgezo⸗ gen... Show more Newezeytung / Vnnd kurtze er⸗ klaͤrung / auß waß für vr⸗ sachen / vnnd mainung / Graff vonn Thurn / mit seinen bey sich habenden Be⸗ haimbischen vnd Maͤhrischen Volck / waß sich vor Wien in Ostereich begeben vnd nam⸗ hafftiges daruor außgerichtet habe / vnd wie Er wider daruon abgezo⸗ gen ist / auffs kürtzest hierinen in gesangweiß verfast. Jm Thon Mein trawren ach Gott / ist ohn ein Endt. Gedruckt / im Jahr. 1619. 1. ALß nach Christi geburt da war / sechzehen hundert achtzehen Jar / wie solches wais mancher Frommer Christ / Auffruͤhr in Boͤhaimb entstan⸗ den ist. 2. Also das sich jhr Mayestat / darüber sehr bekümmert hat / vnd disen Neün⸗ zehenden Jahr ich sag / Jm Martio Morgens vor Mittag. 3. Durch Gottes Gnad vnnd grosse Huld / gantz sanfft bezahlt nattürlich schuldt / vollendet hat sein Lebens zeyt / Gott verleyh jhm die Seligkeit. 4. Auff welchen Todt alßbald vnnd gleich / Mehr hochgelobtes Koͤnigreich / auff Ertzhertzogen Ferdinand / kom̄en vnd gfallen ist zu handt. 5. Mit voͤlligem Regiment vnd gwalt / daselbst zregieren manigfalt / den sie ge⸗ kroͤnt nach altem brauch / Sie im schutz zuerhaltten auch. 6. Auch gab jhm weiter zuuernem̄en / Jhr Mayestat vnnd zuerkennen Jhn anzunem̄en fuͤr jhren Herrn / jhm zhul⸗ den freywillig vnn gern. 7. Solchen jhr Mayestat laydigen fal / den Boͤhaimben wird anzaiget all / mit disem Christlichen andeuten / zur Clag alßbald zubereyten. 8. Auch sein versproͤchẽ noch vernembt / die Freyhaitn jhnen vbersendt / mit diser erklaͤrung vnd wortten fein / Jhr Herr vnd Vatter allzeit zusein. 9. Auff dises gnedigste begern / solten sie ainer antwort gewern / Jhr Maye⸗ stat aber sie vnbesuñen / ein fürsetzlichen auffzug haben genommen. 10. Acht Tag vnnd Nacht lang vnuer⸗ drossen / inn deß ein boͤsen Rath sie be⸗ schlossen / jhr Mayestat zu opponiern / von jhme abfallen vnd meydeniern. 11. Denselben für kainen Herrn zuha⸗ ben sonder wo müglich ausm Landt zu⸗ jagen / wie sie dann mit grosser macht vnd schaar / so menigklich ist offenbar. 12. Alßbald ein Grafen wolgemuͦt / der sich Gschlechts võ Thurn nennen thuͤt / den man bißher in Landt vnnd Statt / für ainen Helden gehaltten hat. 13. Abgefertiget mit woͤhr / waffen vnd degen / sich in Osterreich zubegeben / sel⸗ biges mit toben wuͤtten vnd grimmen / vnder seinen vñ jhrer gwalt zubringen. 14. Darauff er dann ganz fürsetzlich / vber die Thonaw vermessenlich / zu Vi⸗ scha vbersetzen thet / mit dem Volck / so er bey sich het. 15. Hernach auff den letzten vmbgang / im Feld vmbziehen thet er lang / mit luft sein Faͤhnl ain Fendrich kuͤn / am wien⸗ ner berg schwang her vnd hin. 16. Weil sie nun also disem Orth / mit gwalt einnammen / dacht ich forth / vil⸗ leicht sie alda jre schaͤntz / wolln machen vnd jhr residentz. 17. Hoͤrt aber was Graff Thurn that / Wien die Koͤnigkliche Hauptstatt / die starcke Vestung vnzwinglich / fort zu⸗ bringen vnder sich. 18. Selbige wider alle billigkait / zu⸗ reissen auß Koͤnigs sicherhait / Jedoch zuuor weiln er vernommen / wie daß Elias sey ankommen. 19. Zu Hernalß war er vol frewden / thet drauff mit grosser Schaar hinreit⸗ ten / demselben sein Suͤnd zuuerwei⸗ sen / ließ sich auch drauff aldort speysen. 20. Mit diser hoffnung gantz staͤt vnd vest / Gott werd jhm Helffen auffs aller best / weil an solchem Heyligen Orth / vil guͤts verrichtet aldort. 21. Auch gleich an derselbigen statt / da ers prophen wort verstanden hat / ver⸗ messenlich im sinn fürgnommen / ohn bluͤtvergiessen in Wien zukommen. 22. Anfangs d Jesuiter zuuertreiben / das sie nit wissn wo sie sollen bleiben / weils mit verstandt vnnd hocher Lehr / seindt alln Secten gar gefehr. 23. Es sey mit predigen / disputiern / muͦß der gegenthail allzeit verliehrn / wolt im auch die Burgerschafft vndterthan machen / dessen die Predicanten thaͤtn lachen. 24. Gedachten auch alßbald zu handt / vil Kirchen / Ornaͤt vnd Meßgewand / wie in Pilsen zuvberkom̄en / das werck drauff ernstlich fürgenommen. 25. Der Graff von Thurn mit gantzem fleiß / gab Befelch gleich wie vor But⸗ weyß / man solt ohn hin vnd wider ru⸗ cken / Fewr gebẽ mit Hültzenen stucken. 26. Dann er vermaint auff vnsern Pa⸗ steyen / nur polnisch Sackpfeiffn zufin⸗ den seyen / biß das er ghoͤrt mit schrocken vnnd grausen / solcher pfeiffen krachen vnnd prausen. 27. Vnnd das sie thuͤn vil pfund schwaͤr schiessen / thets jhn vnd sein gantz Heer verdriessen / schawt an die Burgg vnd hohen katzn / foͤrcht sie moͤcht jhn noch vbel kratzn. 28. Auff welchen ich nebn mein Spieß⸗ gesellen / den Feindt abzutreiben thett maͤñlich stellen / auch auff vnsere Obri⸗ sten zuͦsproͤchen / deß vbels vil am Feind zuroͤchen. 29. Drumb wir vns auch gantz maͤnn⸗ lich gstelt / jhm manch dapfern Helden zboden gfelt / darauff Graf von Thurn sprach zu handt / der Teuffel hat vns gfuͤret in das Landt. 30. Wil mich den weeg wider hinauß reissen / zu Hernalß laß ich mich nim̄er speysen / wil mich machen vom Koͤnig weit / besorg er gwiñ zu letzt den streyt. 31. Im Bratter woltens vberschifften / aber haͤßlich habẽ sie sich vergriffen / der Heyducken puluer koͤndens riechen nit / drumb zohens ab gantz vnuerricht. 32. Weil sie wegen der geschuͤtz prasslen / jhr Leben schir hetten maͤssn dahindten lassen / in massen er Graff dann wie ich Euch sag / Gleich darauff volgenden Mitternacht. 33. Jn eyl von Wien thet hinweck tra⸗ ben / nach brauch vnnd gwonhait der nacht Raben / außgflogen seindts wie dfloͤdermeiß / in der Nacht stil haim⸗ lich vnd leiß. 34. Das kainem Menschen in sinn nit kom̄en / alhie hinder der thuͤr vrlaub ge⸗ nom̄en / vñ nit erwart mit seiner schaar deß fruͤstucks so jhm beraitet war. 35. Von krefftigen knuͤttlein distiliert so frey / mit puluer vnd vil Centner Bley / ist also mit seim Volck wolgerüst / wider vber die Thonaw gewischt. 36. Vnd sorgt er moͤcht mit seinem thur⸗ niern / in der Narrn weiß Prag vnnd Boͤhaimb verliern / moͤchte auch ge⸗ schwind vnd ohngefahr / das auffbracht sprichwort werden wahr. 37. Der Graf von Thurn hoch geborn / zoch für Wien hat Prag verlorn / macht jhme auch ain gedancken zu handen / Graff Boquoij wurdt jhn seltzam em⸗ pfangen. 38. Wie jhm dann geschach eben recht / weil er ist ein so verzagter knecht / hat al⸗ so mit grosser schand vnd massen / auch spott Wien muͤssen meyden vnd lassen. 39. Sorgt auch Graff Hainrich von Tampier / bring jn vmbs Leben Ehr vñ Zier weil er verstanden hin vnd wider / in Oesterreich auch auf vnnd nider. 40. Graff Boquoj vnnd Tampier ohn verzagen / haben dem Manßfeldt vil Volck erschlagen / darzuͦ etlich hundert gefangen / mit dennen sie gar billich prangen. 41. Jn solchen aͤngsten vnd grossen za⸗ gen / ain Has bald thet alle verjagen / den sie haben in die Thonaw gesprengt / bey Entzersdorff habens jhn ertrenckt. 42. Nun wunderts mich ohne massen / wo Graff von Thurn die laythern hat glassen / die sie dem Paurn haben gestol⸗ len / damit sie haben sturmen wollen. 43. Gwiß solchen spott in diser sachen / wird billich jedermann außlachen / wie er dañ mit aigner handt geschriben / alß er sich gantz Osterreich verzihen. 44. Gar vil haben mich hieher betrogen / sonst waͤre ich nit für Wien gezogen / mittler weil muͤssens mein Liedlein sin⸗ gen / das Jhnen sbluͤt vom Kopff soll rinnen. 45. Behuͤtte Gott dich Edles bluͤt Hauß Osterreich / jhr Koͤnigkliche Mayestaͤt zugleich / hieher für Wien kom̄ ich nit mehr / betrogen bin ich worden sehr. 46. Zum zeugnus das Thurn fuͤr Wien ist kommen / groß gschossner kugln hat mit sich genommen / die hoffleimerische Copien sag ich vnuerholen / die Hun⸗ gern werden wider holen. 47. Diß Liedlein sey Graff Thurn er⸗ dacht / ob er wol wenig darzu lacht / so ist es doch ein gmainer wohn / den spott muͤß er zum scha⸗ den han. Show less

Wal im Rhonedelta; Weihachtslied;
Warhafftige newe Zeitung. Ein Erschroͤck⸗ liches Mirackel / vnd wunder werck von einem grewlichẽ Wallfisch / wellicher gefangen inn der gegend / da der Fluß Rhodan in das Meer auß⸗ laufft / wie groß / lang / dick / breit / ge⸗ fangen worden / solliches alles werd Jr in disem gesang... Show more Warhafftige newe Zeitung. Ein Erschroͤck⸗ liches Mirackel / vnd wunder werck von einem grewlichẽ Wallfisch / wellicher gefangen inn der gegend / da der Fluß Rhodan in das Meer auß⸗ laufft / wie groß / lang / dick / breit / ge⸗ fangen worden / solliches alles werd Jr in disem gesang vernem̄en / Jm Thon. Ach hoͤchster Gott ins Himmels Sal. Dises Meerwunder stelt GOTT für / Zu einer warnung mir vnd dir / Diser Wallfisch so groß vnd lang / Bedeutet der Welt vndergang / Wie Salomon saget daruon / Die Zeichen werden vorher gon / Vnd wann wir das sehen vnd hoͤren / So wird der Koͤnig aller ehren / Einziehen vnd die Welt zerstoͤren / Darumb O Mensch thu dich bekoͤren. Das Ander Ein schoͤn newes Weihennacht Lied / Jm Thon. Von der Fortuna / werd ich getriben / rc. Das Erste Lied. MErck auff du werde Christen⸗ heit / inn diser so betriebten zeit / ein Liedlein will ich singen / weil Gott vns so vil wunderthat / Taͤglich laßt sehen frue vñ spat / vnd an den tag thue bringen / ein schroͤckliches Meer⸗ wunder groß / hat man neulich gefun⸗ den / wol in dem tieffe Meere bloß / ge⸗ fangen vnd gebunden / einen Wallfisch so grausamblich / die groͤß vnd laͤng vñ sein gestalt / zu sehen ist er abscheulich. 2. Erstlich so muß ich zeigen an / die staͤrck vnd gwalt deß Fisch fortan / wañ er sie nun thet rieren / so gibt er von sich woͤllen groß / das man sie mit voͤlligem stoß / auff 8. Meil wegs kund spirẽ / das Wasser so er selber trenckt / wann ers von sie laßt schiesse / dardurch ein gantz⸗ es Schiff versinckt / vil Menschen sterbẽ muͤssen / ab seiner gstalt man sehr er⸗ schrickt / wañ er sein Rachẽ sperret auff / zwen Zintner auff ein mal verschlickt. 3. Wie vil schaden hatt er gethon / vnnd ist auch offt kom̄en daruon / man thet hart auff jn schiessen / zu letzt man jn getroffen het / der Schuß jm noch nit schadẽ thet / vil Bluet thet von jm flies⸗ sen / daruon das Wasser wurde rot / mit groß weinen vnnd heulen / setzt er sie an besonders ort / man thet jm hart zu ei⸗ len / mit Schiessen gwaltig auff jn setzt / entlich man jn getroffen hat / vom lebẽ zu dem Todt verletzt. 4. Das er also ist wordẽ schwach / be⸗ gab sie an das Land gemach / vnd thet daß lebẽ endẽ / deß frewet sich die gantze schar / so auß gestanden vil der gfahr / danckten Gott auch behende / darnach man jn abmessen thet / die laͤng von jm genom̄en / hundert vnd 8. groß Werck⸗ schub het / die breite in der sum̄en / zwey vnd zweintzig Schuh an der zal / vnnd siben vnnd zweintzig war die hoͤch / wer hat sollichs gehoͤrt ein mal. 5. Sein Zung drey Zentner wegen thut / dreyssig pfund ein Augapffel gut / die Leber vnd die Ohren / wegen finfft⸗ halbe Zentner wol / wann ich die war⸗ heit sagen soll / in seinem bauch erkorẽ / Finff schoͤner grosser Fisch genandt / die zwen noch bey dem leben / sambt ein Schildtkrote man da fand / dise wigt auch darneben / hundert vñ auch Ach⸗ tzig pfund schwer / dises betracht O fom⸗ mer Christ / Ach ist das nit ein wunder sehr. 6. Das Oel so man geschmeltzt je⸗ tzund / thut wegen Finfftzigtausent pfund / wie ich es hab vernom̄en / wer hat jemal gehoͤret das / sunder der from̄ Prophet Jonas / auß dem Wallfisch thet kom̄en / darinn er lag drey gantzer Tag / Gott erhielt jn beim leben / was diser Fisch bedeiten mag / thut die zeit an tag geben / dann er warhafftigklich bedeit / den Jüngsten tag vnd der Welt end / in disem schwerẽ Krieg vnd streit. 7. Ja diser Krieg noch vnzertrent / mag wol ein Wallfisch werden gnent / wie vil thet er verschlingen / manniches stoltzes Christẽblut / sein lebẽ da beschlies sen thut / mein hertz moͤcht mir durch tringen / wie mañichen Mañ mit Weib vnd Kind / wirt da von hauß getriben / vervolgt verjagt inn das Ellend / Jaͤ⸗ merlich auff geriben / vnd wann ich selb gedenck daran / wie vbel es thut stohn auff Erd / vor weinen ich nit singẽ kan. 8. Man lehr man sag man sing dar⸗ von / so will man nicht von finden lohn / vnnd kein hilff bey Gott suchen / wann man soll beten hertzigklich / so thut die Welt vmbkoͤren sich / vnd Gott im him⸗ mel fluchen / ja offt vil Tausent Sacra⸗ ment / bey speyß vnd tranck sie schwerẽ / eh das man Gott im himmel neñt / mit vndanck es verzehren / wañ der Mensch einig vnd allein / etwas gar hoch beten⸗ ren will / so muß der Teüffel darbey sein 9. Das treiben auch die kleine Kind / so vnder siben jaren sind / eh das sie lehr⸗ nen beten / so schweren sie bey seinem blut / wissen doch nit wo es ist gut / vnd Gott mit fiessen treten / das es erbar⸗ men moͤcht ein stein / der Welt Gottlo⸗ ses leben / vnnd ist vast vberall gemein / mutwillig sie ergeben / schencken dem Teüffel Leib vnd Seel / vnd achten nit der grosse not / so wird gefunden in der Hoͤll. 10. Derhalb Gott nit lang mehr zu⸗ sicht / eilen wirdt er zu dem gericht / wie die schrifft thut bekennen / Finfftausent Jar verloffen find / so heb zu Gott auff deine haͤnd / wilt dem Wallfisch entren⸗ nen / vor dem Hoͤllischen Rachen guet / der dich bald kan verschlingen / vñ vns gar hart nachsetzen thut / laßt vns nach Christo tringen / das wir nach der be⸗ triebten zeit / mit grosser frewd er erbẽ thon / die ohn entliche seligkeit. Das Ander Lied. ACh laßt vns mit verlangen / Jesus das Kindlein new / gar hertzigklich em⸗ pfangen / als ein Kindlein getrey / vn⸗ ser gemuͤt auffschwingen / vnd ein lobliedlein singen / mit hertz vnnd mund / zu aller stund / preisen das Kind jetzund. 2. Ach biß mir Gott will kommen / du wol schmeckente Blum / dein krafft hab ich ver⸗ nommen / du bist mein frewd vnd rohm / all stund vnnd angenblicke / thust mir mein hertz erquicke / dein siesser nam / Jesus lobsam / der ist mein Braͤutigam. 3. Ach was kund hie auff Erden / vnns Menschen ingemein / herlichers geben wer⸗ den / dann das lieb Jesulein / Ja wer Jesum thut nennen / muß mit warheit bekennen / durch die Seel trengt / Maria singt / mein Gaist in mir auffspringt. 4. Wie schoͤn vnd herlich singen / die liebe Engel frohn / vom Himel herab tringen / mit grosser frewd vnd wohn / heint heinten ist dar⸗ neben / der frid auff Erden geben / vnd wolge⸗ fall / dem Menschen all / singen mit reichem schall. 5. Solliche stim̄ erhoͤren / die armen Hir⸗ ten guet / als bald sie sich vmb koͤren / vnd ver⸗ lassen jr huet / dem Kindelein nach tringen / vnd jhm ein Liedlein singen / vnd loben fein / das Jesulein / das thut jr schatzung sein. 6. Doch thet sie nit verschmehen / Jesus das newe Kind / thut sie gnaͤdig ansehen / die Hirten auch behend / grosse krafft da em⸗ pfangen / vnnd seind auch wider gangen / zu jrer huet / froͤlich gemuet / preisen den heyland guet. 7. Derhalben O jr armen / macht euch zur bueß bereit / das Kind thut sich erbarmen / der Juͤngstag ist nit weit / darauff wir lang thon hoffen / vns stet der Him̄el offen / O du Kindlein / liebs Jesulein / vnd hilff vns bald darein. 8. Dañ es ist hie auff Erden / nichts dann vneinigkeit / nit allerley beschwerden / groß auffruhr Krieg vnd streit / ist vberal entstan⸗ den / inn Teutsch vnd Welsche Landen / hilff vns daruon / du gnaden thron / o Kindlein Gottes Son. 9. Das wir dich moͤgen preisen / ewigklich inn deim Sal / dir grosse ehr beweisen / mit der Pusaunen schall / vnnd auch die harpffen klingen / vnd Dauid lieblich singen / ach Je⸗ sulein / du helffer mein / bey dir woͤllen wir sein. E N D E. D. T. K. Show less

Brandkatastrophe in Augsburg; Trostlied; 1620
Warhaffte trawrige zeitung / Wie in Augspurg der lobli⸗ chen Reichßstatt / den 21. tag Jen⸗ ners dises 1620. Jars / zu mitternacht ein schnelle fewrsbrunst außkommen / darinnen ein Mann sampt fuͤnff Kindern / der Hellerin / vnd einem Dienstmaͤgdlein ellendiglich ver⸗ brunnen / sampt all seim... Show more Warhaffte trawrige zeitung / Wie in Augspurg der lobli⸗ chen Reichßstatt / den 21. tag Jen⸗ ners dises 1620. Jars / zu mitternacht ein schnelle fewrsbrunst außkommen / darinnen ein Mann sampt fuͤnff Kindern / der Hellerin / vnd einem Dienstmaͤgdlein ellendiglich ver⸗ brunnen / sampt all seim Hab vnnd Gut / Wie solches inn disem Lied weitlaͤuffiger be⸗ griffen / vnd vermeldet wird. Jm Thon / Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn / rc. Sampt einem schoͤnen Trostlied / von dem gedultigen Job / Jm Thon: Elias der Prophetisch Mann / rc. Augspurg / Bey David Francken. Warhaffte trawrige Zeitung. KOmpt her jhr Christen / hoͤrt mir zu / Vnnd mercket was ich singen thu / Ein Zeitung trawrig sehre / So sich newlich zutragen hat / Zu Augspurg in der werthen Statt / Ein jedes merck auff mire. Als man war zaͤlen tausent Jar / Sechs hundert vnd zwaintzig fuͤrwar / Den ein vñ zwainzigst tage / Jm monat Jenner es ge⸗ schach / Was sich begebn mit weeh vnd ach / So hoͤrt nnn an die klage. Nach aylffen vhr vmb mitternacht / Ein groß geschrey ward da gemacht / Fewr sey O weh der note / Jhr vil die saumbten sich nicht lang / Den Leuten ward sehr angst vnd bang / Der Him̄l vom fewr war rott. Das Volck erschracke maͤchtig sehr / Ein jedes sprach ach Gott O Herr / Wo thut es doch so brinnen? Zur antwort man bald geben thet / Wo anzutreffen die fewr⸗ staͤtt / Wol an der Maͤwr dahinnen. Die Sturmglock man bald schlagen thet / Da lieff vil Volcks zu der Brandstet / Dem Fewer doch zuwoͤhten / Ein Hauß verbran biß auff den grund / Ehe dann ver⸗ gangen warn zwu Stund / Nun thut mich weiter hoͤren. Bey einem Weber in der Statt / So Felix Schley den Namen hat / Das Fewer war außkommen / Welches so schnell vnnd bald geschach / Das mans am hohen Him⸗ mel sach / Ehe mans recht hat vernom⸗ men. Vnd weil es war in Mitternacht / Daß man nit leicht vom Schlaf erwacht / St. grosse not geschahe / Das Hauß bran al⸗ lenthalben gar / Eh sie es drinnen worden gwahr / O weh der grossen klage. Dem Hauß kondt man nit helffen mehr / Auch den so drinn vil weniger / Die Noth war also grosse / Die Fraw ein Magd vnd Knappe zwar / Seynd kommen auß deß Fewrs gefahr / Verletzt nackt vnnd auch blosse. Sehr grosser fleiß ward angewandt / Das nicht der Zwinger auch anbrandt / Vnd andre Haͤuser neben / Darzu au Gott sein Segen gab / Daß sich das fewr leget vorab / Doch hett sich schon begeben. Daß acht personen in dem Hauß / Ver⸗ brunnen seynd mit grossem grauß / So inn dem Schlaff gelegen / Der Vatter mit fuͤnff Kindren sein / Die Kellrin vnnd ein Dienstmaͤgdlein / Jm fewr den Geist hand auffgeben. Das Weib welchs ein Kindbettrin war / So nackt vnd bloß kam auß der gfahr / O du mein Gott vnd Herre. Garbald sie nach dem Kindlin griff / So in der Feischen lag vnd schlieff / Die ward verbrennet sehre. Doch kundt sies Kind erwischen nicht / Vor angst mein Hertz schier gar zerbricht / Wann ich gedenck daranne / Das Kindlein war drey wochen alt / Da es auch mußte gleicher gstalt / Jm fewr sein Seel auffgebn vorane. Vnd weil man nicht recht wissen kundt / Was in der noth gangen zu grund / Thet man raumen gar baldte / Da fande dran mit grossem grauß / Acht todter Coͤrper v⸗ berauß / Abschewlicher gestalte. Das Kind so in der Feischen lag / Fand men zum letzten wie ich sag / Das Hertz elm zerbrechen / Stuckweiß die Coͤrper man da fand / Die worden auffgehebt allsand / Auch thu ich weiter sprechen. Am andern tag nach solcher not / Das Volck sich da versamlen that / Die Coͤrper zu begraben / Mann thet sie in zwo Tru⸗ hen ein / Deß Morgens zwischen acht vnd neun / Zu Grab man sie thet tragen. Ach denckt doch ein frommes Hertz / Was die Mutter fuͤr grossen schmertz / Muß jetzt außstehen eben / Nicht allein daß sie hart verbrennt / Sondern wann sie denckt ans Ellendt / weil sie verlohren am Leben. Jhrn lieben Mann vnd auch fuͤnff kind / Sampt dem anderen Haußgesind / Kan jeder leicht erachten / Jch gschweig deß an⸗ dern alles mehr / Was jhr hat geben Gott der Herr / Kan sie jetzt nicht betrachten. Dann sie nur schreyt nach jhrem Mañ / Vnd auch dem kleinstẽ Kind vor an / sampt dem anderen vieren / Dieweil jhr keins ver⸗ bliben ist / So nicht vmbkommn zu diser frist / Daß nicht bald gschehen allhieren. Darumb jhr Christen Fraw vnd Mañ / Thut diß Exempel schawen an / Vnd laßs euch gehn zu Hertzen / Vnd bittet Gott vmb seine Gnad / Daß er euch bhuͤte fruͤh vnnd spat / Vor solch dergleichen schmertzen. Dann wo nicht Gott die Statt behuͤt / Ein jedes Hauß durch seine Guͤt / So ist es bald geschehen / Darumb befehlt jhm allezeit / Jn seinen Schutz was er euch geit / Vnd huͤtet euch darneben. Daß ewer Hertz nicht werd beschwert / Mit tieffem Schlaf der Suͤnden hart / Vnd andern Lastren mehre / Bewahrt das Fewr vñ auch das Liecht / Darmit niemand kein schad geschicht / So wirdt dann Gott der Herre Behuͤten eine gantze Statt / Vor Fewer vnd all andrer not / Das bitten wir allsam⸗ men / Gott woͤll vns auch zu seiner zeit / ge⸗ len die ewig Seligkeit / Durch Jesum Chri stum Amen. Ein geistlichs Trostlied / von dem gedultigen Job / Jm Thon Elias der Prophetisch Mann. ALs Job der fromm Gottsfoͤrchtig Mañ / Vmba ll sein Gut vnd Kinder kam / Vnd an seim Leib ward hat geplagt / Lidt ers gedultigklich vnd sagt. Weil vns der Herr so vil Wolthat / Vnd alles guts erzeiget hat / Warumb woltn wir mit sei⸗ ner Ruth / Vnnd straff nicht nemmen auch fuͤr gut. Er gibt vnd nimbt wies jhm gefellt / Seim Willn hab ich alls heimgestellt / Sein Nam der sey gebenedeyt / Er machs nach seim gefalln allzeit. Wir seynd doch all nacket vnd bloß / Kom̄en von vnser Mutter Schoß / Nacket vnnd bloß muͤssn wir darnon / Von all vnsr Haab ist diß der Lohn. Wann wir nur habn ein Vberthon / So muͤssn wir vns genuͤgen lon / Nicht mehr man vns alßdann guts thut / Von aller vnser Haab und Gut. Vatter / Mutter / Mann / Weib vnd Kind / Alls was wir habn / Gotts Gaben sind / Weil er vns dann diß hat gegebn / Nimbt ers wider wenns jhm ist ebn. Drumb laßt vns sein Straff mit gedult / T[...]gen die wirs wol hond verschuldt / GOtt meints doch mit vns Vaͤtterlich / Wann er sich [...]ch stellt zornigklich. Hilff Herr daß wir seind drauff geflissn / Daß wir staͤts habn ein guts Gewissn / Das ist bes⸗ ser dann Gut vnd Gelt / Wann wir solln schei⸗ den von diser Welt. Ach Herr Jesu am letsten end / Nimb meine Seel in deine Hend / Jch bring sonst nichts von diser Welt / Kom Jesu kom wann dirs ge⸗ fellt. ENDE. Show less

Lob-Lied zur Wahl Kurfürst Friedrichs V. von der Pfalz, Prag 1619; Kriegsberichte aus Österreich und Mähren
Ein schoͤner Lob vnnd Ehren Gesang. Der lang gewuͤnschter vnd frewdenreich⸗ er Kroͤnung / vor das Koͤnigreich Boͤhmen / mit den Incorporirten Laͤndern / alß Marggraffthumb Maͤhren / Ober vnd Nieder Hertzogthumb Schlesien / auch Ober vnd Nieder⸗ Marggraffthumb Laußnitz / Jhrer Koͤniglichen... Show more Ein schoͤner Lob vnnd Ehren Gesang. Der lang gewuͤnschter vnd frewdenreich⸗ er Kroͤnung / vor das Koͤnigreich Boͤhmen / mit den Incorporirten Laͤndern / alß Marggraffthumb Maͤhren / Ober vnd Nieder Hertzogthumb Schlesien / auch Ober vnd Nieder⸗ Marggraffthumb Laußnitz / Jhrer Koͤniglichen Mayestat / vnd Churfuͤrstlichen Gnaden / des Durchleuchtigisten / großmaͤchti⸗ gisten HErren / HErren FRIEDRICHEN, Pfaltzgraffen bey Rhein / rc. Welche Kroͤnung ist geschehen auff dem Pra⸗ ger Schloß / in der Haupt Kirchen bey S. Viti, den Montag nach aller Heyligen: Gestelt durch Thomanum Hoffmann, Anno 1620. Beneben der Trawrigen Zeitung auß Ertzhertzog⸗ thumb / Oesterreich vnnd Marggraffthumb Maͤhren / von Rauben / Brennen / Morden / der Polacken / Vnnd wie sie geschlagen / auch bericht von 4. Feldschlachten / in dem der feind 3. mahl gewichen. Zum 4. der Graff von Fels / Oberster Marschalck / mit vielen andern Herrn vnd Rittersleut geblieben / wie den weitleuffttiger gesangsweis zuvornehmen. Gedruckt zu Bruͤn / bey Christoph Haugenhoffer. FRolockt vnd Jubiliret / jhr Christen in gemein / lobt GOtt wie sichs gebuͤret / so viel als ewer sein / in Boͤh⸗ men dem Koͤnigreiche / Hohe vñ Niederstand / in Maͤ⸗ ren Schlesien gleiche / beide Laußnitz auch zu handt. Jhr seydt sehr hart betruͤbet / durch des grausam Feindes list / der sich sehr hoch geuͤbet / wie er ewer Land verwist / mit Rauben / Morden vnd Breñen / mit vnchristlicher that / wie es den viel bekennen / dens hart betroffen hat. Man thut im sprichwort sagen: Nach Regen koͤmpt son⸗ nenschein / darumb solt jhr nicht verzagen / vnser Creutz Nott vnd Pein / wird bald verkehret werden / in voller Frewd vnd wohn / allhier Zeitlich auff Erden / nachmals ins Himmels Thron. Last vns ohn all beschwaͤren / loben den trewen GOtt / er hat vns thun verehren / in vnser grossen noth / ein Koͤnig vnd maͤchtigen Herren / vnter des schirm vnd schutz / geruhig leben werden / wie der aller Feinde Trotz. Lieblich ist auffgegangen / ein Stern hell vñ klar / Nach dem wir groß verlangen / getragen immerdar / die Morgen⸗ roͤth so reine / bricht an leicht mit gewalt / herrlich der sonnen⸗ schein / reicht vber Jung vnd Alt. O Jhr Vnirten Landen / seydt froͤlich groß vnd klein / ew⸗ er Feind mit Spot vnd schandẽ / muß nun verstossen sein / das hat gethan der HErre / welcher lebt von Ewigkeit / dem sey Lob / Preyß vnd Ehre / immer vnd allezeit. An Saul stadt ist ankommen / David der kuͤhne Heldt / allen zu nutz vnd fromen / von Gott vns vorgestelt / der vnnd kan recht wol schuͤtzen / durch sein huͤlff vnd macht / wieder der Feinde trotzen / den er jhr gar nicht acht. Ob gleich durch Teuffels wercke / die Feind waß richten an / so sind vier Loͤwen starcke / die vns trewlich beystan / das Englisch koͤnigreiche / ja Pfaltz vnd Niederland / jtzt Boͤmer⸗ land deßgleiche / thun jhnen groß wiederstandt. Nun muß ich auch mit frewden / die Kroͤnung zeugen an / nu hoͤret mit bescheiden / wie sichs hat zugetran / erstlich vor allen dingen / auff dem Schloß zu S. Veit / in die Haupt⸗ Kirchen giengen / mit grosser Herrligkeit. Eh sies anfangen theten / fielen die Priester all / auff die Knye mit seufftzen vnd betten / zu GOtt ins Himmels saal / huben auch an zu Singen / kom̄ Heiliger geist Herre Gott / hilff vnser werck verbringen / du weists wir sind es noth. Gib Gluͤck vnd reichen Segen / vnserem Koͤnig allezeit / thu jhn mit Gnaden pflegen / mit Salomons Weißheit / mit Gesundheit langes Leben / zu Regieren sein Gemein / das du im hast gegeben / zu schuͤtzen groß vnd klein. Bald thet man jhm anlegen / das Koͤnigliche Kleid / wuͤn⸗ schten jhm Gluͤck vnd Segen / nach dem wurden bereit / gro⸗ se vornehme Herrn / giengen dem Koͤnig vor / theten jhn hoͤff⸗ lich ehren / alls Volck war hertzlich froh. Der Koͤnig in seim Kleide / demuͤtiglich nachtrat / Neben jhm auff beyden seyten / auch zwene Priester hat / der Ober⸗ ste Truckseß statlich / mit Hoͤfflichen geberden schon / erzeigt sich lustig vnd froͤlich trug zwey Brodt gieng voran. Das eine war vergoltet / das ander versilbert wol / welchs den gewiß Vorbildet / das vns nicht mangeln soll / vnter jhm friedlich zu leben / auch das taͤgliche Brodt / wird vnns von Gott gegeben in alle aller vnser noth. Des Koͤniges Mundschencke / trug zwey Faͤßlein mit Wein / bedeut das man gedencke / das Gott wird segnen feyn / Korn / Wein / vnd alle fruͤchten / das wir stets Nahrung han wen wir jhn kindlich fuͤrchten / vnd hertzlich ruffen an. Der Oberste Landschreiber / trug vor den Scepter vnnd / der OberLands Richter / den gulden Apffel rund / es ist nicht außzusagen / wie sich frewt jedermann / alß sie die Kron sahen tragen / den Obersten Burggraff schon. Die Rotte Hauben darneben / trug der Oberste Kam̄e⸗ rer / der Oberste Marschalck eben / gieng beym Koͤnig am nechsten her / trug das Schwert offenbahre / theten langwei⸗ lig gehen / den Proceß gantz vnd gare / kund jederman sehen. Knyend sie theten beten / der Koͤnig selbst alda / mit singen vnd Trom̄eten / ein schoͤne Musica / von Seitenspiel darne⸗ ben / ein liebliches Gethoͤn / ward da gehalten eben / nach the⸗ ten sie auffstehen. Bald brachten alle Herren / die Kleinoter als viel jhr war mit Reverentz vnd Ehren / legtens auff den Alter / der Koͤnig satzt sich alleine / in seine Mayestat / die Predig klar vnd rei⸗ ne / mit fleis gehoͤret hat. Drauff wider Gott den HErren / alle gebeten han / dem Koͤnig das Schwert der Ehren / ward jhm geguͤrtet an / ein schoͤnen Ring allsande / steckten sie an Finger sein / Scepter vnd Apffel zu hande / jhm bald vbergeben seyn. Darnach ist er mit Oelung gesalbet worden auch / vnnd bald hernach die Kroͤnung / statlich gefolget drauff / zween Geistlich vñ 2. Weltlich / jhren Ehren vnverletzt / haben die Kron schoͤn herlich / dem Koͤnig auffgesetzt. Nach dem hat alß geklungen / Heerbaucken / Trom̄eten⸗ schal / Te Deum laudamus gesungen / in Kirchen allzumal / geleutet mit allen Glocken / dreymal geschossen loß / auß mus⸗ queten vnd grossen Stuͤcken / ein mechtig schissen gros. Letaney thet man lingen / drauff folgten schoͤn Gebet / mit dem Koͤnig zum Altar gingen / den Eyd verrichten thet / Er wil bey reiner Lehre / vnd Evangelio / sie allzeit schuͤtzen ger⸗ ne / auch Privilegia. Bald sie jhn wiederum̄en / in sein Sitz gefieret han / Alle drey Staͤnd in summa / mit incorporirten Laͤndern schon / thetn jhm balt schweren / vnd ruͤrten an die Kron / vor jhren Koͤnig vnd Herren / froͤlich genommen an. Nach dem sie jhn gefuͤhret / hoͤfflich zu dem Pancket / inn seiner Kron gezieret / gar nichts manglen thet / am Tranck vnd andern Speyse / war uͤberfluͤssig da / nach aller Notth vnd weyse / war es verrichtet so. Viel Gelt ward auch gestrewet / welches war von Silber vnd gold / daß Poͤfel Volck sich frewet / jeder zukommen wolt ja es hat auch geflossen / aus zwo Roͤhren guter Wein / jeder hat wol genossen / die dazu kommen seyn. Dem Koͤnig seyn Gemahle / Kroͤnten sie auch hernach / Elisabeth ir Nahme / es auch gleich so geschah / wie jhr gehoͤrt jetzunder / hat man auch jhr gethan / kein Mensch diß grosse Wunder / nicht genung außsprechen kan. Koͤnig Friedrich ist ankommen / in vnser Landt herein / alß man hatt lang vernommen / von Sybilla Weissagung seyn / der soll viel guts anstif⸗ ten / die Feindt erlegen all hilffts jhm HErr Gott außrichten / daß es ge⸗ scheh einmall. Last vns loben vnnd preysen / mit frewdenreichen schall / Gott vnd Jhm Ehr beweisen / vor grosse wolthat all / daß er vns hat gegebn / als wir vor wa⸗ ren Todt / jetzund ein froͤlichs leben / Amen hilff HErre GOtt. HOert zu jhr Christen Arm vnd Reich / was sich in Maͤ⸗ ren vnnd Oesterreich / kuͤrtzlich hat zugetragen / woll mit dem Feindt vnd vnseren Volck / daß wil ich euch hie sagen. Erstlich so wil ich heben an / der Polacken bey 8000. Mann / ins Maͤhrlandt rein seyn kommen / viel Schloͤsser / Doͤrffer / gepluͤndert aus / jedoch mit schlechtem frommen. Jhr viel im stich geblieben sein / vmb Leibnick / Weißkirch vnd Titschein / Bey Sckalitz / Straschnitz der massen / den jhr bey 800. hundert vnd mehr / jhr Leben mu⸗ sten lassen. Viel Bawren auch theles Buͤrgersleut / bekamen viel statliche beuth / von Golt Silber vnnd Rossen / die Maͤhrischen Soldaten haben auch / der Beuth gar wohl genossen. Den da die Polacken mit gantzer schar / auff Aschpern waren kam̄en dar / Losir⸗ ten sie ein mit gewalte / balt es den Maͤhrischen verkundtschafft war / machtten sie sich auff gar balde. Mit 13. Compagnyen Reuttern gut / vnd zwey Faͤhn⸗ lein Fußvolck frisch wollgemut / die Mußqueten liessen sie schallen / deß wahren die Polacken wenig froh / es wolt jhn nicht gefallen. Sie haten sich zur Flucht gewendt / aber der Paß war jhn verrent / vnser Volck fast an mit grimmen / triebens ein Theyl ins Wasser nein / sie musten lehren Schwimmen. Jhr blieben 12 hundert ohngefehr / wenn vnsers Volck noch 2. Faͤhnlein gewesen wer / hetten sie sie leicht kund zwingen / daß sie woll hetten alle gar / in die Dohnaw muͤssen springen. Den 3. Mertzen zur Langenloys / ward geschlagen vnversehner weis / vom Poqueischen gesinde / der Manßfelder vnd verlohr / 600. Mann geschwinde. Drey Leutenant / vier Faͤhnrich gut / sind jhm auch dißmal blieben Todt / Neun Faͤhnlein der Feind genommen / darfuͤr der Boquoy vom Ferdinand, ein Reichß⸗ geschenck bekommen. Der Graff von Holach den schimpff vernahm / mit seinem Volck zu huͤlffe kahm / aber etwas zu spatte / jedoch gleichwohl 400 Mann / dem Feind abschlagen thatte. Darunter ein Welscher Graff allda / mit nahmen Aldobrandino ist Todt blieben dermassen / doch musten die Boͤhmen wie⸗ der jhren willn / jhr Quartir den Feinden lassen. Nun hoͤret weiter was ich euch sag / bey Ebenburg der Tampir lag / der tapffer Kriegeshoͤlde / allzeit er sich in Staudtn auffhelt / kein Schlacht helt er zu Felde. Gar offt Er sich er⸗ zeyget hat / so lang biß er naus locken thet / der vnsern Kriegesleutthe / auch offt wol Larmen lassen schlan / biß er sie naus geheyte. Wie sich offtmal zutruͤge dan / der Feind den naus gezogen kam / gar heimlich offt geschlichen / wen vnser Volck setzt an jhn starck / so thet er sich verkrichen. Wohl wieder in die stauden nein / inn Dornhoͤcken vnd Felssen nein / keinmal nicht recht gestanden / nun kahm er den ach⸗ ten Maͤrtzn tag / vnserm Volck aber zu handen. Ruͤstet sich nach seinem fug vnd meynt er wer gar starck genung / es wolt jhm nicht gelingen / das in sechs tagen sein Kriegesherr / das Laͤger nicht kuntden finden. Er hat gar balt ein Larmen gemacht / die vnsern setzten an mit Macht / anff jhn tapffer geschossen / mit grossen Stuͤcken das faussen thet / es hat jhn sehr verdrossen. Da haben sie die schlacht gefangen an / bey einem Waldt ich zeige an / wolt sich nicht recht begeben / aus diesem Waldt der Feindt nicht wolt im Hoͤcken blieb er kleben. Der Kott vnd Kaͤl⸗ ten dieselbe Nacht / hat sie auffhaltung gemacht / das sie musten auffhoͤren zu schissen / vnd bey den Todten dieselbe Nacht / auch haben liegen muͤssen. So baldt nur kaum der Tag anbrach / groß Schissen zu beyder seyt geschach / biß zu der andern Nachte / deßgleichen auch den 3. Tag / gingen die Stuͤck das krachte / Zween Tage lang nach mehr ich sag / furt hin biß auff den 5. Tag / war sehr Hawen vnnd Schissen / daß der Feindt must diese fuͤnff tag / 1500. Mann einbuͤssen. Denn 6. Tag sag ich fuͤrwar / deß Nachts der Feindt gewichen war / heimlich aus dem Walde / der Fuͤrst von Anhalt eylet jhm nach / mit tausent Pferden balde. Zimlich biß zu Langeloys hinan / schlug jhm ab 500. Man / hettens die Boͤhmen recht bewegen / so hetten sie den Feinde dißmal / gar biß auffs haupt leicht koͤnnen erlegen. Des Boquoy general Leutenant / auch ein vngerischer Oberster Humani ge⸗ nant / hat man zur selben stunden viel andere Reuter vnd Edelleut / auffs Feinds⸗ seyt Todt gefunden. Zum 4. an dem Palmen tag / der Feind aber im Walde lag / thet sich wieder starck schicken / die vnsern naus gelocket hat / gar wol thets jhm gelicken. Der Feindt mit hauffen hat sich geruͤst / darvon die vnsern nichts haben gewuͤst / sein Volck hielt er verborgen / sich mit eim wenig erzeiget hat / die vn⸗ sern ohne sorgen. Eins theils sich haben balt auffgemacht / das meiste von der Ritterschafft vermeinten jhn zu zwingen / die Boͤhmischen Obersten selbst auch / die theten jhm nachdringen. Aber der Feindt der hat gethan / wie er sich fuͤrcht vor jhnen schon / biß er sein Zeit thet sehen / da lies er von 6. Ortten her / mit 2000. Kuͤhrißreuttern vmbzichen. Wie sie den Feindt sahen mit hauff / da gieng in bald der grausen auff / daß er sie thet vmringen / zu beyder seyt groß schissen war / die Kugeln hoͤrt man singen. Graff von Felß der Obriste Marschalck / vber alles Kriegeßvolck hat gewalt / sein Volck troͤst er dermassen / das sie alle willig war / ne⸗ ben jhm jhr Leben zu lassen. Der Feind der bot jhm an Quartir / wo er sich wolt ergeben hir / solt er gnad erlangen / ja auch vom Keyser Ferdinand wird er viel guts empfangen. Der Graff von Felß vns nicht wolt than / ob er gleich war ein alter Mann / wolt lieber ehrlich sterben / den bey der Spanischen servitut, erst solt Gnad erwerben. Drauff drang der Feindt mit macht hinan / der Graff thet jhm bestahn / mit Riterlichem mutthe / biß er mit andern Ritters leuth / auch selbst vergaß sein Blut. Der Feindt gegen jhn wie ein Tuͤrck / er wird sie woll haben all erwuͤgt / wenn nicht zu huͤlff weren kommen / die Maͤrschen Mußquetirer balt die Mußqueten liessen sie brummen. Sie liessen die Kuͤgelein pfeiffen / das der Feindt hinweg must weichen / das thet jhn hart verdrissen / daß diese Peiffer kommen seyn / mit krachen vnde schissen. Der Oberste von Felß erschossen wart / mit acht Kugeln zur selben fart / er must sein Geist auffgeben / die Kleyder zo⸗ gen sie jhm vom Leib / Todt nacket lassen liegen. Die guͤlden vnnd silbern Rin⸗ gelein / schnitten sie jhm vom Finger seyn / seins Alters nichts verschonen / vnnd die andern all gebeitet aus / die Todt waren auff dem Plane. 5. hundert Boͤh⸗ men in diesem streyt / 200. blieben auffs Feindes seyt / die Coͤrper auff der strassen / bloß an der sunnen gelegen sein / darvon die Vogel frassen. Nun hoͤret weiter vnd mercket frey / was fuͤr grawsam Tyranney / die Polacken vorgenommen / ahn Lutherischen orthen in Oesterreich / wo sie nur hin sein kommen. Haben sie geraubt / gemordt / gebrent / viel Weibesvolck zu Todt geschent / kleine Kinder an die Wend geschlagen / auch Haͤnd vnd Fuͤssel abgehawen / vnd in Huͤtten getragen. Zu Hollebrun vnd Stuckeraw / 400 Menschen ohn alle graw / zu Stranßdorff / Weißkirch vnd Schoͤngraben / auch uͤber 600. Jung vnd Alt / niedergehawen ha⸗ ben. Ach GOtt solch Vnmenschliche that / noch nie kein Tuͤrck vnd Tatter hat an Christen jemals thun uͤben / so die Polacken manches Mutterhertz / taͤglich han thun betrieben. Vnser Volck mit grosser nott / schlugen der Polacken 1000. todt / vnd 20. auch gefangen / die wurden Graff Thurn zugeschickt / er ließ sie alßbalt auffhangen. Den 8. Augusti ich euch sag / da fieng sich an gros nott vnd klag zum Dirrenholtz in Maͤhren / 3000. Polacken hinkommen / jhr kundtes sich nicht erwehren. Hautten viel Volck nieder zu hand / steckten das Staͤdtlein auch in brant / Wastnitz / Bohorlutz / deßgleichen / alß weggebrand vnd niedergehawen / was jn nicht kundt entweichen. Die Vngern sie balt treffen an / vnd der Polacken erschlagen han / wie man gewiß thut sagen / nicht 400. darvon kommen seyn / die nit wurden erschlagen. Taͤglich aus Laab der Feindt vmbher / geraubt / gebrendt / gepluͤndert sehr / viel Vieh hinweg getrieben / in etlichen streiffen sind jhr auch / bey 700. blieben. Bey Moreck den zehenden Mayn / die Polacken auch geschla⸗ gen seyn / 400. jhr Todt blieben / von Vngern vnd wurden auch / von dann abgetrie⸗ ben. Denselben Tag auch gleicher farth / deß Tampiers volck geschlagen ward von Oesterreichischen Herren / jhr blieben da 300. vnd mehr / musten sich auch wei⸗ ter kehren. Ach du lieber HErr JEsu CHrist / wend es ab zu die⸗ ser frist / schaff wider Ruh auff Erden / vnd gib vns fried vnd eynigkeit / das wir deine Kinder werden / AMEN. Show less

Kriegsberichterstattung aus dem Hlg. Römischen Reich Dt. Nation, 1620; Lied: O Ihr arme Böhaimb"
Zwey außbindige / schoͤne / newe Boͤhmer Lieder. Das erste. Voñ den jetzũd schwebenden Kriegslaͤuffẽ / so im gantzen Roͤmischen Reich vber⸗ handt genommen: Vnd kan in Graff Niclauß von Serin Melodey ge⸗ sungen werden. Das ander. O Jhr arme Boͤhaimb / was habt jhr gethon rc. Jm Thon wie... Show more Zwey außbindige / schoͤne / newe Boͤhmer Lieder. Das erste. Voñ den jetzũd schwebenden Kriegslaͤuffẽ / so im gantzen Roͤmischen Reich vber⸗ handt genommen: Vnd kan in Graff Niclauß von Serin Melodey ge⸗ sungen werden. Das ander. O Jhr arme Boͤhaimb / was habt jhr gethon rc. Jm Thon wie man den armen Judas singt. Getruckt im Jahr / 1620. Das erste. Je gern so wolt ich singen / so sicht mich trauren an / ach Gott thu es gelingen / bekant ist jedermann / was sich auff weitem Felde offt zugetragen hat / mit Ertzhertzog Leopolden / vnd seinen star⸗ cken Helden / manch Ritterliche that. Ein Tausent 600. 18. Jahr / ein gros⸗ ses Fewr auffgieng / das bringt ein grosse Gefahre / schier gantz Teutschlandt durch⸗ tringt / auß Boͤheimb ist entsprungen / der Jammer vnd grosse noht: Darnach es hat gerungen / das hat jhm nit gelungen / weil es ist wider Gott. Es hat nie gut gethanne / einiche Rebel⸗ lion / so baldt die Vnderthonen / das Haupt triben auß Possession / diß zeigt vns an die Schriffte / dergleichen grosse Nott / darzu vil Newer Gschichten / vnnd mancher guter Berichte / laß dirs nit sein ein spott. Das Hauß von Oesterreiche / Hochloͤb⸗ lich von Wolgeboren / hat Gott vil tugent⸗ reiche / vnnd grossen Siegen beschoren / hat diß im Werck erfahren / wolt Gott es het ein End / muß leyden vil grosse Gefahren / in di⸗ sen betruͤbten Jahren / O Gott dein Gnad her send. Daher so war getrungen / Oesterreich zu hand / was jhm ist abgesprungen / zubringen in rechten standt / darauff so ließ man wer⸗ ben / vil Ritterliche Knecht / fuͤr Gerechtig⸗ keit ehe zusterben / vnd solt das Landt verder⸗ ben / darzu man hette recht. Ferdinandt der Kayser fromme / kriegt vn den in Oesterreich / Ertzhertzog Leopolde / streit oben in dem Reich / frisch auff wir woͤl⸗ lens wagen / vnd buffen dapffer drein / Jch hoͤr die Trummen schlagen / bom / bidi bom ja schlagen / es muß doch einmahl sein. Wer ist daran jetz schuldig / an souil Chri⸗ sten Blut / Gott weißt wol wer nit huldigt / dem kompt es nicht zu gut / er wirdt das vbel rechen / allhie in diser Welt / vnd solt der bo⸗ den brechen / wirdt er sein Wort nit schwaͤ⸗ ehen / das ist der Sold vnd Gelt. Der Feindt ist auff gar starcke / mit Krie⸗ ges Machte groß / an mancherley Landt⸗ marckte / mit Wehr vnnd grossem Gschoß / wolt Gott ihm wurd nit glingen / er hat doch gar nit recht / die Ohren werden jhm singen / wan er die Wehren hoͤrt klingen / GOTT kan her schicken vil Knecht. Leopold der Fuͤrst gar thewre / darzu auch Bayern gut / werden nicht woͤllen feyren / gebunden ist schon die Ruht / Gott woͤll jhm Hayl beweisen / zu Wasser vnnd zu Landt / auff das wir Christum preysen / der Leib vnd Seel thut speysen / reitzt vns auß Feindes handt. Darumb ihr alte Christen / betracht den Handel wol / wir seyn gar gern Papisten / der Feind deß Zorns ist voll / Vom Glauben und Oberkeite / lassen vns weichen nit / Ma⸗ ria woͤll vns beleyten / darzu vns geben das Glayte / der Glaub weicht vmb kein Tritt. Was Alt vnnd voller Jahren / das hat man lieb vnd werth / eß ist der Glaub fuͤrwa⸗ re / ob schon alhie das Schwert / Blutzeuͤ⸗ gen woͤllen wir werden / mit Gottes Gna⸗ den schon / alhie auff diser Erden / der Him⸗ mel kan vns werden / empfahen ein grossen Lohn. Wir muͤssen nit vergessen / vnnd stets ge⸗ dencken dran / mit Suͤnden nichts mit mes⸗ sen / daruon gar baldt abstahn / darzu vil bit⸗ ten und betten / das dienet maͤchtig wol / das Vnkraut kan man außjetten / darzu die hilff thut tretten / zusammen man heben soll. Jetzt will ich nun beschliessen / diß traw⸗ rig Liedlin klein / kein rechten thuts verdriel⸗ sen / dann ichs Guthertzig mein / merckt auff auffrichtiges Hertze / O du Teuͤtsches Ge⸗ bluͦt / Gott woͤlle dir wenden schmertzen / laß dirs nit sein ein schertze / darumb biß wolge⸗ muͤht. Das ander. O Jhr arme Boͤheim / was habt jhr ge⸗ thon / das jhr ewern frommen Koͤnig nit handt regiern lohn / darumb muͦs⸗ sent jhr euch leyden / im gantzen Teutsche Landt / deß Kaysers gungst vermeiden / ist es nit ein schandt Kyrie / thuͤns nimmer mehr. Bey der Croͤnung handt jhr geschwo⸗ ren / einen falschen Aydt / sehent das jhr nit werden verlohren / darzu in ewigkeit / wel⸗ ches ist geschehen in manchem schoͤnẽ Land / darff ich sicher jehen / ist es nit ein schandt. Kyrie / thuͤns nimmer mehr. Er hat euch woͤllen begnaden / das jhr doch nit werth / wans jhr Trewlosen Boͤh⸗ mer / hetten nur begert / jetz ist allenthalben / vnruh in dem Landt / vmb ewers Maynaids wegen / ist es nit ein schandt. Krie / thuͤns nimmer mehr. Mein Gnaͤdiger Herr der Kayser hat jhm garrecht gethan / das er sich in andere Landtschafft / hat fuͤhren lohn / da ist er euch gesessen mit Kraut vnd Loth / vnd wird ewer nit vergessen / vnnd solt es sein ewer Todt. Krie / thuͤns nimmer mehr. Er thet vermeinen derselbig Trewloß Mann / diser fromme Koͤnig werd mit jhm schertzen lahn / wie Koͤnig Laßla den jhr hand versteckt / auff der harten Erden / mit seinem eygnen Boͤtth / Krie thuns nimmer mehr. Redlich thet ers meinen diser fromme Fuͤrst / welchen nach der Gerechtigkeit all⸗ zeit hat geduͤrst / jhr wolten jhm geben zu⸗ trincken vntrew vnd Gifft / der Teuͤffel thet euch wincken / jhr habt vil Vngluͤck gestifft / Krie thuns nimm̄er mehr. Raͤht theten jhr stuͤrtzen / wol zu dem Fenster nauß / in Graben wie die Hirtzen / ist es nit ein grauß / jhr gut habt jhr genom⸗ men / alles mit gewalt / kein mensch kan euch drumb loben / es sey jung oder Alt / Kyrie / rc. Last euch nit verdriessen / dises Liedlin schlecht / man solt euch tretten mit fuͤssen / so geschech euch eben recht / die es handt ange⸗ fangen dises arme Spil / am Galaen solten sie hangen / wer jhnen nit zuvil / Krie / rc. Allen frommen Kaysern habt jhr Vn⸗ ehr gethan / ettlich ertoͤdten woͤllen / wanns euch Gott zu het gelahn / aber sie seindt en⸗ trunnen / ewer Tyrannischen hand / verhof⸗ fentlich sein sie kommen / ins ewig Vatter⸗ landt / Krie / rc. Nach disem Leben ihr arme Boͤhmer⸗ leuͤth / Vngarer vnnd Mehrer / vnnd alles Dorngesteyd / was in den Hecken gewach⸗ sen ist im Landt / stellt man zu den Boͤcken / am Juͤngsten tag zur schandt / Krie / rc. Der diß Liedlein hat gemacht in der betruͤbten Zeit / sagt die Boͤhmer vnnd Vn⸗ ger seyen verruchte Leuͤt / das sie jhrẽ rechten Herren / nit halten lieb vnd werbi / man solt sie nimmer lassen gehn alhie auff diser Erd / Krie thuns nimmer mehr. Zur Schandt vnd Spot / allem disem Gesindt / die wider den Roͤmischen Kayser / also vruͤwig seindt / denen wirdts ergohn / wie dem Absolon / am Baum ist er bliben hangen / mit Spiessen durchstechen lohn. Kyrie thuns nimmer⸗ mehr. Getruckt zu Coͤll / es verdrieß wen es woͤll. Show less

Von einer Juppen
Newe Zeitung / Von einer Jup⸗ pen / welche jm ein Berck / Bawr in dem Catellerland new⸗ lich hat machen lassen / Daran 12. Tau⸗ sent Schneider 6. gantzer Jahr gearbeit / biß sie vollendt ist worden. Gantz lustig vnd Kurtzweilig zu singen. Jm Thon / Jch lag in einer Nacht vnd schlieff /... Show more Newe Zeitung / Von einer Jup⸗ pen / welche jm ein Berck / Bawr in dem Catellerland new⸗ lich hat machen lassen / Daran 12. Tau⸗ sent Schneider 6. gantzer Jahr gearbeit / biß sie vollendt ist worden. Gantz lustig vnd Kurtzweilig zu singen. Jm Thon / Jch lag in einer Nacht vnd schlieff / rc. EIN Berck Bawr thet einen / Schneider fragen / wie vier muͤß ich Elen Thuͤch zu einer Jubpen haben / zu der Jubpen / von der Jubpen / zu der Jubpen / muͦst du haben. Du muͦst zwoͤlff Tausend Elen Thuͦch haben / wilt anderst ein wol gemachte Jubpen von mir haben / zu der Jubpen / von der Jubpen / zuͦ der Jubpen must du haben. Der Bergbaur thet den Schnei⸗ der fragen / wie vil muͦß ich Faden zu meiner Jubpẽ haben / zu der jub⸗ pen / von der Jubpen / zu der jubpen / muͦst du haben. Du muͦst 24. Tausendt Zent[...] / habẽ / wilt anderst ein wolgema[...] te / gfadete Jubpen von mir habe zu der Jubpen / von der jubpen / zu der Jubpen muͦst du haben. Der Berckbawr thet dẽ Schnei⸗ der fragen / wie vil muß ich wachs zu meiner Jubpen habẽ / zu der jub⸗ pen / von der jubpen / zu der jubpen / must du haben. Du must 48. Tausendt Zentner habẽ / wilt anderst ein wolgemach⸗ te gefadete / gewaͤchste / Jubpen von mir haben / zu der Jubpen / von der jubpẽ / zu der jubpẽ / must du haben. Der Berckbawr thet dẽ Schnei⸗ der fragen / wie vil muß ich Nadlen zu meiner Jubpen habẽ / zu der jub⸗ pen / von der jubpen / zu der jubpen / must du haben. Was fuͤnfftzig Tausend Esel von Franckfurt moͤgen tragen / wilt an⸗ derst ein wolgemachte / gefadete / gewaͤchste / genadlete Jubpen von mir haben / zu der Jubpen / von der jubpẽ / zu der jubpẽ / must du haben. Der Bergbaur thet den Schnei⸗ der fragen / wie vil muͦß ich Hafften zu meiner Jubpẽ haben / zu der jub⸗ pen / von der jubpen / zu der jubpen / must du haben. Du muͦst 60. Tausend Fuͦder ha⸗ ben / wilt anderst ein wolgemachte / gefadete / gewaͤchste / genadlete / ge⸗ hafftete Juppen von mir haben / zu der Jubpen / von der jubpen / zu der jubpen muͦst du haben. Der Berckbaur thet dẽ Schnei⸗ der fragen / wie vil muͦß ich Knoͤpf⸗ flein zu meiner Jubpen haben / zu der Jubpen / von der jubpen / zu der Jubpen / muͦst du haben. Du muͦst sibentzig tausend dutzet Knoͤpff habẽ / wilt anderst ein wol⸗ gemachte / gefadete / gewaͤchste / ge⸗ nadlete / gehafftete / knoͤpfflete / jub⸗ pen von mir haben / zu der Jubpen / von der jubpen / zu der jubpen / muͤst du haben. Der Berckbawr thet dẽ Schnei⸗ der fragẽ / wie vil muͦß ich Schnuͤr zu meiner jubpen haben / zu der jub⸗ ben / von der jubpen / zuͦ der jubpen / muͦst du haben. Du muͦst achtzig Tausendt Loth Schnuͤr habẽ / wilt anderst ein wol gemachte / gefadete gewaͤchste / ge⸗ nadlete / gehafftete / geschnuͤrte Jub⸗ pen von mir haben / zu der Jubpen / von der jubpen / zu der jubpen / muͦst du haben. Der Berckbawr thet dẽ Schnei⸗ der fragen / wie vil muͦß ich Nestel zu meiner jubpen haben / zu der jub⸗ pen / von der jubpen / zu der jubpen / muͦst du haben. Du muͦst neuntzig tausend dutzet haben / wilt anderst ein wolgemach⸗ te / gefadete / gewaͤchste / genadlete / gehafftete / knoͤpfflete / geschnuͤrte / genestlete jubpen von mir habẽ / zu der Jubpen / von der Jubpẽ / zu der Jubpen muͦft du haben. Der Berckbawr thet dẽ Schnei⸗ der fragen / wie vil muß ich Fuͦtter⸗ thuch zu meiner Jubpen haben / zu der jubpẽ / von der jubẽ / zu der jubẽ / must du haben. Du must hundert tausend Elen Futerthuch haben / wilt anderst ein wolgemachte / gefadete / gewaͤchste / genadlete / gehafftete / knoͤpfflete / gschnuͤrte / genestlete / gefuͤterte jub. von mir haben / zu der Jubpen / von der jub. zu der jub. must du haben Der Bergbawr thet dẽ Schnei⸗ der fragen / wie vil muß ich Kinruͦß zu meiner jub. habẽ / zu der jub. von der jub. zu der jub. must du haben. Du must zwoͤlff tausendt pfund Kinruͦß haben / wilt anderst ein wolgemachte / gefadete / gewaͤchste / gnadlete / gehafftete / knoͤpfflete / ge⸗ schnuͤrte / genestlete / gefuͤterte / ge⸗ schmuͤtzte jubpen von mir haben / zu der Juben / von der Jubpẽ / zu der Jubpen / must du haben. Der Berckbaur thet dẽ Schnei⸗ der fragẽ / wie vil muß ich Macher⸗ lohn zu meiner jubpẽ haben / zu der jubpen / von der jubpen / zu der jub⸗ pen must du haben. Du must sechs tausend Gulden habẽ / wilt anderst ein wol gemach⸗ te / gefadete / gewaͤchste / genadlete / gehafftete / knoͤpfflete / geschmuͤrte / genestlete / gefuͤterte / geschmuͤtzte / Jubpen von mir haben / zu der jub. von der Jub. zu der Jub. must du haben. Der Berckbaur thet dẽ Schnei⸗ der fragẽ / wie vil muß ich Drinck⸗ gelt zu meiner jubpen haben / zu der Jub. von der Jub. zu der Jub. must du haben. Du must drey tausend Gulden haben / wilt du anderst ein wolge⸗ machte / gefadete / gewaͤchste / gena⸗ dlete / gehafftete / knoͤpfflete / ge⸗ schnuͤrte / genestlete / gefuͤterte / ge⸗ schmuͤtzte / außgemachte Jub. von mir haben / zu der Jub. von der jub. zu der Jub. muͦst du haben. O Schneider hettest mir das vor gesagt / ich wolt nit ein solchen Ko⸗ sten an meine jubpẽ haben gewagt / ich wolt ehe die Jubpen / die Jub. die Jub. vnder we⸗ gen haben ge⸗ lohn. ENDE. Show less

Wundergeschichte aus Eger
Ein warhaffti⸗ ge Newe vnd doch erbaͤrmli⸗ liche Zeittung / wie allda zu Eger inn dem Boͤhmerlandt / den zweintzigsten Tag Junij inn der Nacht / ein Liecht auff dem Rathauß inn der Stuben erschinen / vnd drey Geister darbey gesehen worden. Als: 1. Der Neid. 2. Der Todt. 3. Der Segen... Show more Ein warhaffti⸗ ge Newe vnd doch erbaͤrmli⸗ liche Zeittung / wie allda zu Eger inn dem Boͤhmerlandt / den zweintzigsten Tag Junij inn der Nacht / ein Liecht auff dem Rathauß inn der Stuben erschinen / vnd drey Geister darbey gesehen worden. Als: 1. Der Neid. 2. Der Todt. 3. Der Segen Gottes. Was sie da angezeigt / werdet jhr in disem Lied vernemmen. Jm Thon: Kompt her zu mir / spricht Gottes Sohn / rc. Das Ander Lied. Wie alle Kipperer vnnd Wuͤpperer das H. Vatter Vnser so schandtlich Betten vnd vnehren. MErck auff du werthe Christenheit / was was sich erst hat in kurtzer zeit / zutragen vnd begeben / ein erschroͤckliches wunder groß / dises betracht O Welt Gottloß / vnd bessere du dein Leben. Ein Staͤttlin ligt im Buͤhmerlandt / Eger wirdt dasselbig genandt / den zweintzigisten Tage / wol inn dem Junius vorauß / ein Wunder groß auff dem Rathauß geschah mit grosser klage. Eben zu mitten inn der Nacht thet man se⸗ hen durch Gottes macht / in der Rahtstuben brin⸗ nen / ein schoͤnes Liecht so vngefehr / Niemandt kundt wissen was es wer / dann kein Mensch war darinnen. Der Waͤchter voller Hertzenleid / zeiget das an der Obrigkeit / das Hauß thet man auffmachẽ / doch keiner wolt so keck nit sein / dere sie ließ in das Hauß nein / da vergienge das lachen. Jn dem so kam ein armer Mann / der sprach ich will mich wagen dran / wo man mir wirdt ver⸗ heissen / wann ich nicht wider komb herauß / das meine Kinder in eim hauß / die Herrn wollẽ speisn. Das man jhm baldt versprochen hat / im Namen Gottes er hin gaht / vnnd thet die Thuͤr auffschliessen / da er sah in die Stubẽ nein / so sicht er sitzen wol vnd fein / drey Maͤnner mit verdriessẽ. Der erste Mann wol zu ihm spricht / ab vns darfst du erschrecken nicht / kein leid soll dir gesche⸗ hen kom̄ du ohn alle forcht vnd grauß / vnd schau mir zu dem Finster hinnauß / sag mir was du thust sehen. Gar baldt sprach er mit grossem grauß / Ach wie ein jamer Volck ist drauß / mit Spiessen vnd mit Stangen / wie erwuͤrgen einander sich / da sprach der Geist jetzund hoͤr mich / den Preiß will ich erlangen. Vnd zucket auß ein fewrigs Schwerdt / Jch bin der Neid auff diser Erd / vil Blut will ich ver⸗ giessen / vnd also straffen der Welt suͤnd / verschon auch nicht der kleinen Kind / mein Lust an jhn will biessen. Der ander Geist auch zu jhm spricht / komb her vnd thu dir foͤrchten nicht / thu bey mir hinauß schauen / was du thust sehen sag du mir / so will ich antwort geben dir / das soltu mir vertrawen. Der Arm sprach mit traurigkeit / ach mein Gott wie vil Todter Leuth / sich ich bey samen li⸗ gen / da sprach der Geist ich bin der Todt / inn die Welt her gesendt von Gott / mit Euch so will ich kriegen. Mein Pfeil ist lauter Pestilentz / den wen ich triff in diser Grentz / diser muͤß ploͤtzlich Sterben / vil Tausent Menschen Jung vnd Alt / die muͤssen durch meinen Gewalt / gar jaͤmerlich verderben. Der Arme Mann vol Trauren schwer / gieng in der Stuben hin vnd her / fieng hertzlich an zu⸗ betten / der dritte Geist der sprach zu jhm / Ach lie⸗ ber Mann folg meiner Stim̄ / vnd kom̄ zu mir ge⸗ tretten. Vnd schau mir zu dem Fenster hinnauß / so wirst dus wunder sehen drauß / thu mir dasselbig sagen / der Arme sprach ach trewer Gott / wie sich ich einen hauffen Treyd / zu fuͤhren vnd auch tragẽ. Da sprach der Geist hoͤr mein Verstandt / der Segen Gottes bin ich gnandt / Gott Vatter thut mich schicken / das ich den Armen in der noth / soll wider bringen das lieb Brot / das er sie moͤg erquicken. So wolfeil soll es werden mir / daß man den Schaͤffel Koren dir / mueß vmb drey Gulden ge⸗ ben / ja wer erlebet den Christtag / da wirt auffhoͤ⸗ ren noth vnd klag / mit frewd der Mensch wirdt Leben. Darumb du lieber Biderman / der Obrig⸗ keit zeig du es an / das man ablaß von Suͤnden / so wirdt es alles werden gut / inn dem das Liecht verloͤschen thut / vnd sie theten verschwenden. Der arme Mann vol forcht vnd grauß / kam wunderlich auß dem Rathauß / vnd thet die sach anzeigen / alles was er gesehen hat / die jaͤmerliche Wunderthat / thet er gar nit verschweigen. Darauff die liebe Obrigkeit / suchet Raht vnd gelegenheit / daß mans in Truck soll bringen / welliches auch geschehen ist / dises betracht O frommer Christ / laß dirs zu Hertzen tringen. Vnd heb zu Gott auff deine haͤnd / bitt vmb verzeihung deiner Suͤnd / in Jesu Christi Namen wann wir dasselbig werden thon / so wirdt vns Je⸗ sus Gottes Sohn / helffen in Himmel Amen. Das ander Lied. O Du Gottloser Hauff / thu deine Augen auff / jhr Kipper vnd auch Wipper / her doch vñ zu mir lauff / Jch will dir sagen spat vnd fruͤ / wie so gar schandtlich bettest du / das Vatter vnser lind / machestu voller Suͤnd. Wie kanstu falscher Christ / mit so gar argem list / betten Ach Vatter vnser / der du im Himmel bist / vnd hast demselben nit vertrawt / sonder auff dein Gelt vnd Gut bawt / dann all dein Thun vnd Siñ / steht nur nach groß Gewin. Wie kanst du sagen dann / Geheiligt werd dein Nahm / dieweil du so gar schroͤcklich / aͤrgernuß fangest an / mit dei⸗ nem losen Wuchergelt / schendest GOtt vnd die gantze Welt / dein betten vnnd auch Kunst / ist alles gar vmbsunst. Wie kanstu bitten gleich / zukom̄e vns dein Reich / darmit so thustu bitten / auff daß es von dir weich / Gottes Gnad vnd Barmhertzigkeit / bistu zuwider allezeit / wilt du daß sein Reich kumm / so mustu werden frumb. Warumb bettestn fein / der will gesche he dein / im Himmel wie auff Erden / vnd thust darwider sein / dann was du kanst dem lieben Gott / zuwider thon mit Hon vnd Spott / dein eigen Fleisch vnd Blut / deß Teuffels willen thut. Warumb bittestu Gott / vmb das taͤg⸗ liche Brot / last dich doch nicht genuͤgen / was du hast in der Noth / sonder machest dich auff die bahn / nimmest das Brot der Armen an / wol durch dein Kippers fund / reist dus jhm auß dem Mund. Wie kanstu betten mehr / Vergib vns lieber Herr / all vnser schuld vnd lasse / wie wir dem schuldiger / meinst daß die zehen Tausendt Pfundt / dir Gott wer schenckẽ dise stund / so du mit grosser pein / dem Naͤchsten nimbst das sein. Wie laut die sechste Bitt / Ach HErr fuͤhre vns nit / inn kein boͤse versuchnng / daß kanstu halten nit / du verfuͤhrest dein Leib und Seel / muthwillig hinab in die Hoͤll / dann auß dem lieben Gott / treibest du nur den Spott. Warumb bettestu mehr / Erloͤß vns lieber Herr / von allem vbel Amen / das ist dir gantz zu schwer / da doch die grosse Thewrung du / im gantzen Lande richtest zu / wz dein Gsellschafft voran / nun args erdencken kan. Darumb du loser Tropff / das Blut sey auff deim Kopff / so lang dir noch thut sitzen / der Teuffel in dem Schopff / die⸗ weil kein warnen hilfft an dir / vñ bleibst ein Kipperer fuͤr vnnd fuͤr / schwerlich wirstu bestahn / wiltu nit abelahn. Darumb ist grosse zeit / jhr werthen Christenleuth / daß wir das Vatter vn⸗ ser / moͤgen recht betten heut / so wirdt vns Gott auß aller Noth / helffen vnnd endtlich nach dem Todt / durch Jesum seinen Sohn / schencken die Himmlisch Cron. ENDE. Show less

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