Wunderzeichen in Preußen, Schlesien, Paris, etc,; Wundergeschichte mit einem Geist; 1615
Zwo warhafftige vnd erschroͤckliche Newe Zeitungen Wie die Sonn am Himmel Blutroth gestanden / auch andere vberauß groß Wunderzeichen / wie nemblich in Preusen / Schleisien / Bluͦt vnd Fewerstralen am Himmel seind gesehen worden: Jm Boͤhmerwald hat man zwey gewaltige Kriegsheer / am Himmel drey... Show more Zwo warhafftige vnd erschroͤckliche Newe Zeitungen Wie die Sonn am Himmel Blutroth gestanden / auch andere vberauß groß Wunderzeichen / wie nemblich in Preusen / Schleisien / Bluͦt vnd Fewerstralen am Himmel seind gesehen worden: Jm Boͤhmerwald hat man zwey gewaltige Kriegsheer / am Himmel drey Abend gegen einander sehen streitten. Jn Thüringen Sachsen / vnd Westphalen / seind Creütz vnd Todtenbarn / vnd in Pommern drey Ruthen gesehen worden / auch wie zu Pariß in Franckreich / eine Kutschen mit 4. fewrigen Pferdten vnd zwen Engel welche fewrigen Zepter in der Hand gefuͤhret haben / ach vnd wehe vber die boͤse Welt geschryen / Den 2. 3. vnd 4. Februari / dises 1616. Jars. Die ander Geschicht / welche sich bey der Statt Ausich am Boͤhmerwald gelegen / begeben hat / Wie am Bartholomens Tage / des 1615. Jars / drey Geister einem Manne vnd einer Junckfrawen begegnet sind: Ein Kind im weissen Westerhembde / welches in die Posaune geblasen: Ein Geist als ein Todt: Das dritte wie ein Jesus Kindlein / nacket gesehen worden / welches ein Creutze vnd Krone getragen / fuͤnff blutende Wun⸗ den gezeiget / vnd vom jüngsten Tag etwas vermeldet / darnach zugleich verschwunden / vnd die Junckfraw in drey tagen hernachmals gestorben. Beyde Gesangweiß gestellet / Jm Thon: Da Jesus an dem Creutze stundt / rc. Die ander / Jm Thon: Mein Gott vnd Herr steh du mir bey / rc. O from̄er Christen Mensch schaw an / was allbereit ist auff der bahn / darnon vil wer zu singen / eben darum̄ / in kurtzer sum̄ / hoͤrent von wunder dingen. Als man sechzehen hundert vnd / sechzehen Jar ze⸗ let jetzundt / haben sich zu getragen / die zaichen vil / vber das zil / euch zu singen vnd sagen. Erstlich so hoͤrend allhie an / ein Him̄lisch zeichen auff der ban / in Schlesingen vnnd Preyssen / bluͦtig Fewrstralen jeder⸗ man / thet Gott am Himmel weissen. Welche zogen weit hin vnd her / machten der Menschen Her⸗ tzen schwer / die es theten anschawen / zu Thüringen vnd Sach⸗ sen ferr / sahens vil Mann vnd Frawen. Jm Land zu Boͤhem sach man auch / zwey grosser Heer nach Krieges brauch / zu Abendt an dem Himmel / war grosser streit / mit grausamkeit / erschroͤckliches getümmel. Das war gleich einer grossen Schlacht / mit hawen schies⸗ sen das es kracht / sach man beyde Heer fechten / ein jeder theil / hofft Sig vnd Hail / Gott stund bey dem gerechten. Die Sonn mit jhrem schein so gut / verwandlet sich in ro⸗ tes Bluͦt / mit trawren an dem ende / sechs gantzer stund / samb voll vnmuth / huͦb das Volck auff jhr Haͤnde. Mit wainen vnd so grosser klag / in Meichsen sach man auff ein tag / hoch an deß Himmels zinnen / ein groß weiß Creutz mit warer sag / ist allda schnell erschienen. Dardurch Christus dem Volck noch heut / sein Leyden an dem Creutz andeut / fuͤr alles Volck geschehen / wol denen in der gnaden zeit / die es glaubig ansehen. Nachmittag deß Abendts fürwar / sahe man auch ein Tod⸗ ten bar / damit Gott thut fuͤrgeben / O Mensch behend / be⸗ tracht dein end / richt zu der Buͦß dein Leben. Jn Pommern an deß Himmels thron / sach man drey gros⸗ ser Ruthen stahn / die bedeuten besonder / das Gott sein Ruth / vns staͤrcken thut / fromb zu leben jetzunder. Zu Pariß in der grossen Statt / man fuͤrnemblich gesehen hat / ein gantz Fewrigen Wagen / drey Naͤcht nach einander so spat / mit vil wainen vnd klagen. Der Wag gleich einer Gutschen groß / daruor vier Fewr⸗ flammende Roß / darinn zwen Engel sassen / fuͤhrten fewrige Scepter bloß / fuͦhren durch alle Gassen. Schryen O wehe / O wehe der Welt / kein anders wort ha⸗ bens gemelt / das ist ein klar anzaigen / der vndergang / diser Welt lang / sich zu dem end thut neigen. Die sum̄ der zaichen zu mal / thun kurtzlich vnns bedeuten all / Gottes genad vnd guͤte / durch allerley Noth vnd truͤbsal / zu trost frommen Gemuͤthe. Aber die vnglaubig schar / so die zaichen verwerffen gar / muͤssen sich ewig schemen / Gott dein Gericht / außbleibet nicht hilff vns durch Christum Amen. Volget die ander Zeittung. WAch auff O Mensch vnd wol betracht / laß doch dein Hertz erwaichen / die Goͤttlich warnung nicht ver⸗ acht / durch grosse Wunderzaichen / so er vns fuͤr die Augen stelt / die boͤß Welt ab zu schroͤcken / welche vom Juͤngsten Tag nichts helt / kein Straff will nit erklecken. Ach hoͤr doch an O frommer Christ / newlich hat sich bege⸗ ben / als man zaͤhlet in kurtzer frist / sechzehen hundert eben / der mindern fuͤnffzehen Jar / drey Gaister seind erschinen / eim Mann vnd einer Junckfraw klar / auffgeschriben von jhnen. Zu Ausich an dem Boͤhmerwald / ist das wie volgt gesche⸗ hen / am Tag Bartholomeus / haben die zwey gesehen / deß A⸗ bends spat ein Todten bild / mit eim Bogen vnd Pfeyle / das durch ein Stim̄ erschroͤcklich wild / außruͦffet gar in eyle. Ein Krieg vnd grosse sterbens not / in dem ein Kind dar ka⸗ me / welliches nachfolget dem Todt / das thet blasen einsame / an einer Posaunen gar hell / samb etwas fuͤr zu geben / nach dem kam auch daher so schnell / ein Jesus Knaͤblein eben. Nackendt truͦg auff ein dorne Kron / vnd ein weiß Creutz ge⸗ neiget mit einer Hand auch das Kind fron / fuͤnff bluͦttig Wunden zeyget / an seinem Leyb mit warer sag / auß seinem Mund man hoͤret / bald werd kom̄en der Juͤngste Tag / das man sich bald bekehre. Nach dem geleich alles verschwand / die gemelt Junckfraw zarte / ab der Geschicht allda zu hand / erschroͤcken thet so harte / das die Kranck ward in schneller eyl / wardt mit schwachheit vmbgeben / getroffen durch deß Todtes Pfeyl / endet nach dem jr leben. Am dritten tag Gottseligklich / als man sie thet begraben / ließ allda ein Geist sehen sich / welcher bey jhm thet haben / ein weisses Creutz vnd auch ein Schwerd / welches thuͦt bedeuten / von dem Creutzigiẽ Christum wert / ein groß krigen vñ streiten. All dise Zaichen obgemelt / vns nothwendig fuͤrhalten / die Genad Gottes aller Welt / vber Junge vnd Alten / der Todt zeigt allen Menschen an / Krieges Straff vñ verderben / das der Mensch auff deß Himmels ban / trach nach seligem sterben. Das Kind mit der Posaunen schal / die Prediger bedeuten / so durch jr stim̄ mit lautem hal / die Menschen zur Buͦß layten / das nacket Knaͤblein vns fürhelt / das Kindlein Jesu guͤtig / sein heyligs Leyden ob erzoͤhlt / bringt vns das Heyl sanfftmuͦtig. Wer dem hertzlich gelauben thut / dem kan der Todt nit scha⸗ den / in einem newen leben guͦt / entschlafft in Gottes gnaden / das dem warhafftig also sey / thut der Engel beweren / mit dem Creutz in seiner Haͤnd frey / Geistlicher weiß erkleren. Christus ward gecreutzigt allein / das vnser Creutz vnd Ley⸗ den / vns nit schad in angst not vnd pein / in der gedult beschey⸗ den / ob dardurch litten den Tod / wir in dem Grab nit bleyben / in Christo vns erwecken Gott / das wir selig beleiben / Amen. ¶ Zu Augspurg / bey Jeremias Gath Brieff⸗ maler in Jacober Vorstatt / im Ferbhoff. Show less

Blitzschlag als Strafe Gottes, August 1617; Drei geistliche Lieder "Mein Herz möcht mir verzagen"; "Wo soll ich armer Sünder hin"; "Was wird es doch, des Wunders noch"
Warhafftige newe Zeitung / Welche sich hat zugetragen im Oberland / mit einem jungen Gsellen / im Augstmonat dises 1617. Jahrs. Wie jhr im Gsang hoͤren werden / sampt dreyer Geist lichen Liedern: zuvor im Truck noch nie außgangen. Das erster Mein Hertz moͤcht mir verzagen / rc. Jm Thon:... Show more Warhafftige newe Zeitung / Welche sich hat zugetragen im Oberland / mit einem jungen Gsellen / im Augstmonat dises 1617. Jahrs. Wie jhr im Gsang hoͤren werden / sampt dreyer Geist lichen Liedern: zuvor im Truck noch nie außgangen. Das erster Mein Hertz moͤcht mir verzagen / rc. Jm Thon: wie man den new Wil⸗ helm Thellen singt. Das ander / Wo soll ich armer Suͤnder hin / rc. Jm Thon: Gar lustig ich spatzieren Gieng / rc. Das dritte / Was wirt es doch / deß wunders noch. Das ist: von der Welt lauff / Jm Thon: Mein Gott vnd Herr / stand du mir bey / dieweil ich muß / rc. Getruckt im Jahr / 1617. Das erste. WAch auff / wach auff du menschen kind / vom schlaaff der suͤnd / Gotts zorn der bründt / inn allem land ohn klagen / bey Jungen / alten inn gemein / niemand das wil ein warnung sein / was sich bißhar zutragen. Vor auß vnd ab in disem Jahr / newlich auch an eim gsellen zwar / wol in dem Oberlande / ein stein sich moͤchte bwegen lahn / noch wils vns nit zu hertzen gahn / ist vns ein ewig schande. Als man zalt tausent vnd noch mehr / sechs⸗ hundert sibenzechne hoͤr / im Augstmonat diß Jahre / nach Christi Burt / im Oberland / sich begeben hat ist kein tandt / drey Gsellen jhren wa ren. Die waren alda auff dem veld / ein grausams Waͤtter sie abhelt / von jhrer arbeit zkehren / an scherm sie giengen da deß ends / o weh / o weh di⸗ ses ellends / als da geschach thu hoͤren. Ein Donderklapff der kam so schnell / thet jhnen nüt / der ein Gesell / der sprach auß rau⸗ wem gmuͤhte / schieß Tonder schieß / du hast mein gfaͤlt / inn mitte stuͦnd / der dreyen zelt / ver⸗ achtet Gottes guͤte. Die mach deß Herren an dem end / zwüschen sein zweyen gsellen bhend / durch ein Straal sich thet raͤchen / der nach dem ersten klapff kam gschwind / zerstucken schuß das boͤse kind / den zweyen thet nichts bschehen. O frommer Christ das zhertzen fuͤhr / vnnd laß es sein ein warnig dir / jr eltern thund auch lehren / die Jugent zhalten in der forcht / daß sie dem willen Gottes ghorcht / vnd jhren schoͤpf⸗ fer ehren. Ziend sie auff in der forcht vnnd zucht / inn dschul damits nit werdind verruͤcht / bey dem man sitz man lehret / lehrt man Gotts willen in seim wort / so fahrt man in dem guten fohrt / vnd wirt das boͤß zerstoͤret. Gott mit jm lasset schertzen nicht / lug fuͤr sich der jm widerspricht / was ist der mensch auff er⸗ den / wie staub vnd flaub vß aͤsch vnnd kaat / ge⸗ schaffen / demnach widerstaht / dem der jhn hat lahn werden. Sein heiligen willen lehrt vns Gott / in sei⸗ nem wort vns gnug sein sott / dem suͤnden wust zu wehren : schickt vber das der straaffen vil / da⸗ mit er vns bewegen wil / von hertzen zu jm zkeh⸗ ren. All Creaturn vnd Element / braucht wider vns zu disem end / das thut man wenig achten / schießt mit dem Donder zu vns har / wie mans erfahren disers Jahr / wer ist ders woͤll betrach⸗ ten. Ein zeichen ist das gwüß fuͤrwar / seins grim⸗ men zorns / daß er bald gar / mit vns dahin woͤll fahren / ins ewig hoͤllisch grim̄e fewr / zum zei⸗ chen sind die brunsten heur / so wir dbuß lenger sparen. Kein mensch sich deß bedencken kan / findts auch in keiner gschrifft nit stahn / daß innerthalb vier wuchen / auff sechs meyl wegs bey dreyßig fewr / Gott gschickt durch Donder vngeheur / der suͤnde buß zu suchen. sErdtrich erbidmet auch vom Last / wie mans die Jahr errfahren vast / bey nach im gantzen Lande / das Firmament das trauret drab / deß tags vnd nachts schein wendt sich ab / zschauwẽ der suͤnden schande. Es werden darvon auch vergifft / von sol⸗ chem gstanck der suͤnden dlüfft / daß dPestilentz thut ruͤren / gantz grausam werdend vnnd vn⸗ gstüm / doch vmb der suͤnd deß Herren grim / Er alles thut regieren. Damit ich bald ein ende mach / so sag mir doch ob nit bey nach / all laster so gmein worden / da man vor zeiten nit wußt von / das jetz ist jung vnd alten than / wil als zur hoͤllen porten. Bey jungen alten muß das sein / daß sie sich fuͤllen wie die schwein / biß sie gantz rassend wer⸗ den / solt solche gstalt auff erden kon / ein soͤlche gburt / man floch darvon / meinte man kaͤm inn gferden. Drum̄ Christus warlich recht geseyt / da er sprach zu der letsten zeit / werdẽ sein wenig from⸗ men / vnd wo die zeit nit wurd verkürtzt / die auß⸗ erwoͤlten auch verstürtzt / vnd in die gfahr auch kommen. Drum̄ lond vns allen das dienen heim̄ / vnnd wo dbuͦß noch anglegen eim / der thu von suͤnd auffwachen / dieweil das end nach vor der thür / dann es nit fehr das glaub du mir / drum̄ thu zu deinen sachen. Gotts wort das hat vns trogen nie / was er geredt hat je vnd je / ist als erfuͤllet worden / drum̄ ist dzeit hie vnnd nun erfuͤlt / Als was er gredt / wenns dir nit gilt / ist dir kein hilff zuordnen. Dieweils nun als erfuͤllet wol / was vor dem end geschehen soll / vnd thaͤtests wol probieren / an vns die mittel vnsers heyls / Befilch ich dirs o Gott meins theils / gib gnad vnd send herfuͤh re / Amen. Das ander. MEin Hertz moͤcht mir verzagen / wañ ich gedẽck der gfahr / wie wir durch Adams blagen / verkaufft der suͤnd so gar / in vn⸗ srem fleisch thut wohnen / nüt guts gantz vberal / der seelen wils nit schonen / das kompt von A⸗ dams fahl. Wie dSchlangen thet liebkosen / der Eva vil verhieß / biß daß sie jr thet loßen / vnd jr das gfal len ließ / also nimpt vns noch gfangen / die suͤnd durchs teuffels list / in gstalt der alten Schlan⸗ gen / an dücken jr nichts brist. All suͤnden wils beschoͤnen / so schwaͤr joch kei ne ist / Die sie nit kan bekroͤnen / mit jhrer duͤck vñ list / die Heilgen sind auch gfallen / sprichts Da⸗ vid / vnd andere mehr / im Ehebruch mord do⸗ zmahlen / noch liebet jn der Herr. Wann man sich stelt zur wehre / vnnd jr den streich außschlad / vnd spricht wie jn so sehre / der Herre drum̄ zuͤchtet hat / auch wie er dbuß mit traͤnen / gesucht an seinem bett / so thut sie sich außthaͤnen / ein anders bringt zur stet. Der Loth der sey auch gfallen / in Truncken⸗ heit / Blutschand / vnder den Heiligen allen / gantz rein man keinen fand / vnd man sich wil er⸗ wehren / anzeigen mitler zeit / es Gott thet wider kehren / nachglassen gentzlich nit. So bringt sie fuͤr die welte / die sey so lang ge⸗ sein / wer doch jrs widergelte / dz gut ald boͤß nit sein / Sid daß sie sey gestanden / sey es nie anders gsein / man glaͤbt in allen schanden / in mittel durch den wein. Es sey doch anerboren / dem fleische vnd na⸗ tur / hiemit das wil erworen / daß kein mensch sein kan pur / das sind die Duͤck deß Tracken / der hoͤlschen alten Schlang / hiemit thut sicher machen / die welt in jrem gang. O mensch thu es betrachten / vnd nit stets los se jhr / thut durch verbunst verachten / das heyl vnd wolstand dir / weil sie deß nit mag gniessen / braucht sie ein solche kunst / wo es jr mag erschies sen / ist das jr hoͤchster wunsch. Damit sie nit muß sitzen / in hoͤllscher angst vnd pein / alleinig / da selb schwitzen / fuͤhrt sie ein solches eyn / o mensch betracht gar eben / dein ei⸗ gen heyl / wolstand / warumb Christus sich ge⸗ ben / ans Creutz in solche schand. Dein suͤnd jn thet ermuͤrden / dasselb bezahlen mußt / was man dir hiesch zur uͤrten / Drum̄ thu von hertzen buß / Gott laßt mit jm nit schertzen / das sag ich dir fuͤrwar / loͤß auf dein eigẽ schmer tzen / rett dich vor hoͤllscher gfahr. Betracht die erste welte / biß nit sicher in suͤnd daß dirs nit widergelte / der Herr ob deinẽ grind / wies Sodem auch ergangen / ein beyspil hand fuͤrwar / so bald die suͤnd empfangen / Ers auß⸗ gereutet gar. Drumb laß dich vnderrichten / die beyspil inn gemein / vnd thu es nit vernichten / Gotts wort hast lauter rein / Seim will dich thu ergeben / daß dirs nit widerfahr / durch ein ruͦchtloses le⸗ ben / wie jenen gschach fuͤrwar. Jn Jsrael sich funden / gerad auff einen tag / vmbkon in wenig stunden / vil tausendt ich dir sag / die theten widerstreben / dem Moysen / Aa⸗ ron / kamen bald vmb jr leben / sErdtrich sich bald auffthan. Greuwlich da thet verschlucken / Core vnnd Abiram / mit sampt Datte hinzucken / grausam zur Hoͤll hinnam / mit Leib vñ Seel gantz grim⸗ me / die raach deß Herren bhend / ein beyspil hie⸗ bey nimme / zur buß weil gnad er sendt. Dann wenn da wirt verschlossen / die port der den thuͤr / vnd einmahl hast genossen / empfun⸗ den dkrafft bey dir / durch Gottes Geist dir gebẽ / so sag ich dirs fuͤrwar / von disem frewden leben / abkehrst ist mißlich gar. Verzweifflung ist dann nahe / Wie es Judas erfuͦhr / da er zu leisten sahe / daß er das spil ver⸗ lur / All warnig vbersehen / kein anders hoffen moͤcht / denn daß vmb jhn beschehẽ / weil er Chri stum duraͤcht. Also mit gleichen sorten / bezalt ward Julian der Christi theilhafft wordẽ / zu letst jn fuͤget an / nam bluͦt auß seiner wunden / als er bestritten ward / gen himmel warffs von stunden / sprach hast mich bsiget hart. Du Jesu Nacerener / hiemit verzweifflet er / als ein grausamer Hoͤner / gantz wilder laͤuw vnd baͤr / also die raach deß Herren / zletst komet vber die / von suͤnden sich nit kehrẽ / drum̄ mensch die suͤnde flieh. Vnd thu mit jhr nit schertzen / obs schon lieb⸗ koset dir / dann zleist gebirt sie schmertzen / ob dus schon nit darfuͤr / wirst du einmahl jr schwanger / so findst du das bey jhr / daß sie dir beeret jamer / kein ruͦw laßt fuͤr vnd fuͤr. All anloß drum̄ vermeiden / wilt vor jr sicher sein / dann was muß mancher leiden / wenns bey jm gschlichen eyn / von Guͦt / ehr / Statt vñ Lan de / vertriben wirt / noch mehr / offt bracht in dee⸗ wig schande / wo jhn nit gnadt der Herr. Dann du must antwort geben / o mensch am letsten tag / bscheid vmb dein gantzes leben / ja vn⸗ nütz wort dirs sag / sehr scharpff sind seine augẽ / deß Herren Gotts fuͤrwahr / wirst jm nit koͤnnen laugnen / ist jhm als offenbar. Der wein bringt vil vrsachen / deß hat man zeugnuß vil / wie manchen grossen Hachen / ge⸗ macht zum Kinderspil / zum Gauchen vnd zum Narren / daß noch das minste wer / thet Leib vnd Seel nit fahren / offt in die hoͤll daher. Drum̄ trinck in rechter massen / schon deinen biß vor gfahr / den vberfluß solt lassen / dem Al⸗ ter auch vorspar / dein Leib vnd Seel betrachte / vor Armut solt dir sein / die warnung nit verach te / bedenck die ewig pein. Darvor vns Herr bewahre / o Gott auff di⸗ ser erd / daß dsünd vns nit verfahre / dein Nam̄ geheilget werd / von vns durch dbuͦß verjagen / den Teuffel vnd die suͤnd / vns sie nit ewig bla⸗ gen / dein guͤte vns Herr findt. Das dritte. WO soll ich armer suͤnder hin / in meinem ellend groß / erzuͤrnt hab ich den Herren mein / vilfalt ohn vnderlaß / daß ich nit zellen kan / von meiner jugent an / mit worten / mit wercken / gedancken auch darmit. Daß mir ein grausen bringt / dahaͤr daß ichs erdauret nit. Was Gottes Gricht thut vff jm tragen / daß jetz empfind bey mir. Es macht mich schier vor leid verzagẽ / mein Gott ich klag es dir / daß ichs betrachtet nit / es mir jetz sehr anlit / das fleische / die welte / der teuffel feyret nit. Was guts an⸗ richtst bey mir o Herr / da kempfftens staͤtig mit. Die natur dem zuwider war / was mir dein wort zeigt an. Das hertz zum guten ward sehr laß / hab sboͤß nur gfangen an / moͤcht jm nicht zwider sein / das bringt mir jetzund pein / den an⸗ fang / den außgang / hastu in deiner hand. Komb mir zuhilff / o du mein Gott / daß ich zu letst be⸗ stand. Wann mich angreifft der bitter tod / ver⸗ treibet alle frewd. Vñ bringet weh ach angst vñ noht / das dunckel grab mir traͤuwt / daß ich ge⸗ troͤst mag sein / den willen auch / darein thut ge⸗ ben / ins leben / so er auch tagen thut. Der seelen mein fuͤr Gottes gricht / ich bey dir find zuflucht Daß ich mich deinen troͤsten mag / anfechtũg vberwind / auff deren fuͤrtrag vnd anklag / mich zuerretten bald besinnt / behaupten moͤg mein sach / daß mirs nit bring vngmach / erhalte gar balde / den sig mit deiner hilff / dein troͤst ich mich in noht mein Gott / Herr Christe deiner hilff. Den Teuffel vberwunden hast / den todt die hoͤll jr gwalt. Zerstoͤrt / auffgladen solchen last / damit wir ruwen bald / vnd zu dir gang ind eyn / in die behausung dein / mit frewden / wie dbschei den / vns Herr durch deinen todt / durch dein ver⸗ gossen thewres blut / halffst vns vß suͤnden not. Lob / dãck sey dir in ewigkeit / du Christe Got tes Sohn / hilff vns zu wahrer danckbarkeit / dbuß an dhand znemmen nun / daß wir es moͤ⸗ gind sein / theilhafft sverdienste dein / du Laͤm⸗ lein / du soͤmlein / erwecke bald in mir. Froͤlichen Geist / zum lobe meist / daß ich stets dancke dir. Wo ist das Rosengaͤrtelein / da ich der bluͤm⸗ lein fund / daß ich zu lob vnd dancke sein / ein gruch bewegen kundt / fuͤr solche dise that / so er vns than auß gnad / jm zeehren / dem Herren / in Gottes wort ichs find. Dahin mit weil / ich wil in eyl / daß ich sein krafft empfind / Amen. Spruch. Deß Dichters Nam̄ vnd zunam̄. Hie ist ein steter kampff in zeit / Jn diser welt der fromb im streit. Laßt sich nit schrecken ab kurtzumb / Acht alles gring / vnd liecht doch drumb. Ruͤst sich in gfahr vnd noht zu Gott / Jhm ist hie alles nur wie kaat. Vß liebe so er treit zum Herrn / Sucht er nit vil zeitlicher ehrn. Drumb ist sein hoͤchster lust vnd frewd / Jnn him̄lischer ergetzlichkeit. Ruͤst sich dahin all stund vnd tag / Richt sich nit nach der welte sag. Das vierdte. WAs wirt es doch deß wunders noch So gar ein wunder seltzams wesen Als jetzund ist / all welt voll list Mit vntrew vbergeben Gute wort / arg tück / vil gruͤtz / boͤß blick Jst jetzund gmein auff erden / Es gundt keiner mehr / dem andern ehr / Was wil doch daraus werden. 2. Wil glück zu eim / so gundt mans keim Man stelt jhm ein fuͤr dlucken Der richt jhn vß / wol nach der buß Tedt jhm nichts guts inn rugken Verlaufft jm die weg / all stig vnd steg Jst jetz der brauch auff erden Jetzund nit mehr / dann nun ja Herr Was wil doch darauß werden? 3. Doch werdend die / zun zeiten je Von vntrew selb geschlagen / Wer nit ansicht / was jm gebricht Vnd wil von andern sagen Von jem vnd dem / weißt nit von wem Jst jetzund gemein auff erden Ein solchen lauff / nun schauw man auff Was wil noch darauß werden ? 4. Wer jetz hat gelt / in diser welt / Den stelt mañ vorn an spitzen / Tracht nit darbey / wie from̄ er sey Haͤrfuͤrhaͤr muß er sitzen Gwalt gunst vnd gelt / den bracht behelt Jetzund auff diser erden Ohn gut vil ehr / gilt nimmer mehr Was wil es doch noch werden ? 5. So muß der schlecht / ja from̄ vnd grecht / Allzeit dahinden bleiben Wer nit hat hab / ist jetz schabab Bey mañ vnd auch bey weiben Vernunfft / kunst / witz / gilt ohn gut nichts Jetzund auff diser erden Wer hat guts vil / thut was er wil Was wil es doch noch werden ? 6. Wie wol die zeit / nit vssen bleibt Welch alle ding verkehret. Denckt niemand an / nun frisch daran Ein jeder sein sinn mehret Biß das jms sglückt / als wirt verzückt All hie auff diser erden Dann muß man scham / zum schaden han Bsich / was daraus moͤg werden. ENDE. Show less

Krankheit eines siebenjährigen Mädchens, Nürnberg 1617; Gebet an seine Eltern
Warhafftige Newe Zeittung von einem Toͤchterlein / so siben Jahr alt gewesen / zu Nuͤrm⸗ berg ist verzuckt worden / neben einem schoͤnen Gebet vnd vermahnung / so es an seine Eltern gethan / vnd was sich mehr mit demselben wei⸗ ters hat zugetragen / werdet jhr neben disem Gesang vernemmen.... Show more Warhafftige Newe Zeittung von einem Toͤchterlein / so siben Jahr alt gewesen / zu Nuͤrm⸗ berg ist verzuckt worden / neben einem schoͤnen Gebet vnd vermahnung / so es an seine Eltern gethan / vnd was sich mehr mit demselben wei⸗ ters hat zugetragen / werdet jhr neben disem Gesang vernemmen. Jm Thon: Der grim⸗ mig Todt mit seinem Pfeil / thut / rc. Getruckt zu Angspurg / bey Eneas Schul⸗ tes / im Jahr 1617. JNsonderheit hertzlich betracht / O mein Christ außerloͤsen: Bewein deine Suͤnd Tag vnd Nacht / in all dem thun vnnd wesen. Mach dich bereit / in diser zeit / der juͤngst Tag thut her tringen / merck du hiefort / auff meine Wort / mit Warheit thu ich singen. Zu Nuͤrnberg in der werthen Statt / groß wunder ist geschehen: Als man sechtzehen hunder zehlet hat / vnnd sibenzehen thu ich je⸗ hen. Den zwoͤlfften tag / mit grosser klag / in dem Brachmonat eben / gib ich bericht / von diser Gschicht / da hat es sich begeben. Ein Mann mit Namen Christoff Spet / dem thet Gott offenbaren: Derselb ein junge Tochter het / war erst alt siben Jahre. Durch Gott allein thet sie kranck sein / das thet den Vatter trucken / mit grosser klag / auff einẽ tag / da thet sie Gott verzucken. Mit grossem schroͤcken vnnd auch klag / ja viel Volcks da thet wainen: Das Kind lag da drey gantzer Tag / nun mercket in gemeine. Jr Geist wider kam / wie ich vernam / thet sich groß Frewd erheben / das Kind hub an zu reden auch gar erbaͤrmlich darneben. Vnd schrey / O Weh / O Weh dir Welt / wie magstu froͤlich lachẽ: Ach warumb trachtẽ nach Gut vnd Gelt / Gott wird der Welt ein End machen. O Menschenkind / steh ab von Suͤnd / dann wenig seynd der frommen / die him⸗ lisch Freud / ist zu bereit / niemand will darein kommen. Ach wie trawret die Engelschar / vber der Welt auff Erden: Dann sie ist verderbt gantz vnd gar / in allerley beschwerden. Finantz / Be⸗ trug / mit falschem kalten / ein jeder sicht nur auff das sein / bey jun⸗ gen vnd bey alten. O Weh / O Weh / gottloser Rott / wit hart wirds dich gerewen: Jn der Hoͤll vnd ewigem todt / ab dem du thust nicht scheuhen. Der hoͤl⸗ len schmach / lauffst du schnell nach / als wans dir woͤll entrinnen / da doch dein Seel / mit gros ser Qual / ewig / ewig muß brinnen. O Weh wie hab gesehen ich / in der hoͤllischẽ Flammen: Ein Mann der schry so erbaͤrmlich / vnd thet sich selbs verdammen. Vnnd schry / schroͤcklich / verflucht bin ich / Ach wer ich nie geboren / verflucht allein / die Eltern sein / auff mir schwebt Gottes Zorn. Darnach hett ich ein groß Geschrey / von eim Juͤngling vernommen: Der schry wie er durch Bulerey / vmb das Leben sey kommen. Vnd schry gemeldt / wer dient der Welt / der Welt / der kan nicht selig werden / die Welt verblind / lebt in all Suͤnd / in Angst / noth vnnd beschwerden. Nach disẽ Leyd ich wider kam / in ein herrli⸗ ches wesen: Darinn ich grosse Frewd vernam / bey GOtt so außerloͤsen. Ein solche Friwd / ohn alles leid / die kein Mensch hat gesehen / außsprechen kan / die Frewd kein Mañ / thu ich mit warheit jehen. Ach frommer Christ mach dich bereit / laß dich kein muͤh verdrissen: Offen steht vnns die Seligkeit / der Juͤngst tag thut herfliessen. Sey nit so blind / sieh ab von Suͤnd / wilt du dort e⸗ wie leben / veracht gar nicht / hie mein bericht / Gottes Zoten thut schweben. Nach dem sie solches thete kund / da hub sie an zu wainen: Vnd wainet vier vnd zweintzig Stund / vber die Welt gemeine. Ja so klaͤglich / viel Menschen sich / darob zur Buß bekehrten / ja in der Stadt / da trawret hat / welche dz wun⸗ der hoͤrten. Darnach hub es zu betten an / so gar mit grossen frewden: Das hat gehoͤret Fraw vnnd Mann / vnd thet darnach abscheiden. Segnet fürbaß / Laub vnd auch Graß / wie jhr im Bet werd hoͤren / derhalb mein Christ mach dich ge⸗ ruͤst / ihn dich zu Gott bekehren. Darumb O du glaubiger Hauff / thu die ge⸗ schicht nit verachten: Heb zu Gott deine Au⸗ gen auff / das solt du wol betrachten. O Men⸗ schenkind / hebauff die Haͤnd / vnd betten all zu⸗ samen / zu vnserm GOtt / dann es thut noth / durch Jesum Christum Amen. Das Gebet / welches das Kind gebettet hat. O du mein barmhertziger Gott / Der du allein vns hilffst auß noht Mit sampt dem Vatter vund dem Sohn / Vnd mit dem H. Geist fron / Die H. Dreyfaltigkeit / Sey Lob / Ehr vnd Preiß allzeit. Gelobet sey aller Engel schar / Darzu ich heut den tag aufffahr. Herr Jesu Christ ich dancke dir / Vnd daß du bist so gnedig mir / Vñ machst mir dein frewd offẽbar / Deß danck ich dir stets jmmerdar / Ach wie frewt sich die Seele mein / Daß ich entriñ der Hoͤllen Pein / Ach wie steht mir der Him̄el offen / Wann nur die Stund wer außge⸗ loffen / Vnd der todt kaͤm mit seinẽ Pfell / Nach jm ist mir gar lang die weil. Ach Vatter / vnd ach Mutter mein Ab mir doͤrfft jhr nit trawrig sein / Daß ich so bald von euch abscheid / Ach was ist auf Erden fuͤr Frewd / Wie hart naͤhrt sich den Handt⸗ wercks man / Dem Hunger er kaum wehrẽ kan. Der Reich ist so hart vnd so streng Gegen dem Armen so gehling / Aber solches Gott selber klagt / Wird jm die ewig Frewd versagt. Dann wer dem Armen dient auf Erden / Jm Him̄el solls belohnet werden. O Mensch was hilfft dich Gelt vñ Gut / Wann dein Seel mit bringst in vnmuth. Gott warn die Welt gleich wie er woͤll / So laufft sie nur doch zu der Hoͤll / Vnd lebet in all Buͤberey / Als wann kein Gott im him̄el sey. Gesegne dich Gott du boͤse Welt / Jetzt fahr ich in ein him̄lisch Zelt / O grimmiger Todt biß mir will⸗ kommen / Du hast mir all mein leyd genom⸗ men / Gott gesegne dich Vatter vnd Mut ter mein / Jetzt thut das end verhanden sein. Ade / Ade komm Jesu Christ / Dann du fuͤr mich gestorben bist / Jetzt an mein End dein Engel send Daß er mich fuͤhr / O Gott zu dir / Jch sih bereit / die ewig Freud / Vnd fahr dahin / mit Geistes sinn / Zu meinem Gott auß aller noth / Jn Jesu Namen / sprecht mit mir Amen. ENDE Show less

Wundergeschichte: Bergrettung eines Erfrierenden, 1617
Ein Nüwes Lied von Nicolaus Om̄⸗ lin võ Stantz vß Vnderwal⸗ den / wie derselbig vom fuͤnfften Tag Wintermonat / biß vff den dritten Tag Christmonat / naͤmblich: Jn 28. Tagen / gar kalter zyt / vff einem Berg / in der Landtschafft Obersiben⸗ thal / Berner Gepiets gelaͤgen / vngeaͤssen / vnnd... Show more Ein Nüwes Lied von Nicolaus Om̄⸗ lin võ Stantz vß Vnderwal⸗ den / wie derselbig vom fuͤnfften Tag Wintermonat / biß vff den dritten Tag Christmonat / naͤmblich: Jn 28. Tagen / gar kalter zyt / vff einem Berg / in der Landtschafft Obersiben⸗ thal / Berner Gepiets gelaͤgen / vngeaͤssen / vnnd ohne alle Lybliche Spyß by Leben gsyn vnnd blyben. Da letstlich wunderbarlich funden / vom Berg gefuͤhrt / vnnd nach dem er vernuͤnfftig vnd Christenlich vi⸗ lerley geredt / den sechsten tag letst gemelts Monats / als Anno 1617. seliglich im Herrn entschlaf⸗ fen / vnd ehrlich begraben wor⸗ den ist. Jn der Melody: Wilhelm bin ich der Telle / von Heldes Muͤth / rc. Getruckt zu Bern / Bey Abraham Weerlj / Anno 1618. 1. NJclaus bin ich der Om̄lj / Von Stantz ein Bidermann / Es duͦcht mir noth vnnd kom⸗lich / Jch soͤlt ein Reiß bestan / Zum Genffer See an Ryffe / Jns Bern Gebiet nach Wyn / Darzuͦ ruͤst ich mich styffe / Mit Roß vnd Gsellen myn. 2. Wie wir von Vnderwalden / Deß gwohnet manche Jahr / Also bracht ich vff balde / Fuͤr mit den Gsellen dar. Wir thaten Wyn ynkouffen / Vnd karten wider heim / Was sich da solt verlouffen / Das kam in Sinn vns keim. 3. Den fünfften Wintermonat / Do wir zu Sanen warn / Sagt ich zu mynen Gspanen / Jch well vor dannen fahrn / Sy soͤlten kon so bhende / Als jhnen muͤglich das / Jch aber thaͤt mich wenden / Ab von der Soͤummer Straß. 4. Druff gsachens mich nit wider / Jch gieng in Rychenstein / Vnd dannen stracks da nider / Biß inn ein Flecken klein. An die Garstatt geheissen / Jm Obersibenthal / Fuͤrbas that ich nit reisen / Wandt mich da abermal. 5. Vnd hie muͦß ich anduͤten / Daß ich vorgenampter Mann / Jn mynem Houpt zun zythen Han einen Zufall ghan. That drumb den Waͤg nit wüssen / Vnd wa ich gieng herumb / Doch kams von Gott ist gwuͤsse / Derselb wust wol warumb. 6. Von Garstatt that ich kehren / Wol vff die rechte handt / Jch ließ mich nicht beschweren / sLandtwasser Simen genandt. Daruͤber ich mich richtet / Bin vff den Seeberg kon / Was da gschehen syn für Gschichte / Weiß ich gantz wol darvon. 7. Da bin ich gsyn vnd glegen Jn einer Fluͦ saͤchs Tag / Ohn Gottes Hülff vnd Saͤgen / Kein Mensch soͤlch ding vermag. Daselbst ist mich ankone / Ein Durst groß vber dmaaß / Daß ichs nun moͤcht vßstohne / Do fuͤgte GOtt baldt das. 8. Jch ab der Fluͦ gesechen / Ein See da nider ja / Vff dem Berg an der naͤchen / Do bgaͤrt ich / waͤr ich da. Als ich nun dar bin krochen / Das Wasser gfroren was / Han mit dem Messer gestochen / Jnns Yß / baldt fandt ich naß. 9. Da han ich daruß truncken / Daruͤber was mir bang / Kein Wasser that mich duncken / So guͦt myn Laͤbenlang. So wol staͤrckts mich / vnd brachte Mir ein Ergetzligkeit / Da marckt ich vnd bedachte / GOtts Gegenwertigkeit. 10. Ein Staffel nach darbye / Hat Anderes Truthardt Darnaͤben ein Schwynstygen / Zu denen ich mich kart. Kam dar vnd bin da blyben / Hat mich in dStygen than / Da etlich Tag vertrieben / Noch wyter solt verstahn. 11. Das ich allwegen gangen / Vß solcher Herbrig frisch / Vnd ztrincken han empfangen / Vom Bruͤmlein das da ist. Biß das so lang gewaͤhret / Die kalte Zyt im Schnee / Myn Schwachheit sich gemehret / Daß ichs mocht nimmen mee. 12. Must da noch würß erfrieren / Vnd vor dem Staffel syn / Zoch mit einer Schygen mire / Schnee zu vnd laͤcket jhn. Den Durst damit zustillen / Was mir ein guͦtes Tranck / Vß Gotts Rathschlag vnd Willen / Was es mir wol zum danck. 13. Jch aß kein Lybliche Spyse / Vier Wochen lang / vernimm / Wyt vber Menschlich wyse / Jnn kalter Zyt so grim̄. Vom Wintermonats Tage / Dem Fünfften obgedacht / Biß an dritten ich sage / Christmonats das betracht. 14. Dann hiervß findt sich eben / Wie klar geschriben staht Daß ja der Mensch syn Laͤben / Allein vom Brot nicht hat. Sonder vom Wort deß Herren / Das gaht vß synem Mundt Das staͤrckt vnd thut ernehren / Vns Lyb vnd Seel all stundt. 15. Also ist diß geschaͤhen / Jm Jahr der mindern Zahl / zahlt naͤmblich sibenzaͤchen / Jm Obersibenthal. Ein gwaltige Statt Bern / Die von vil Jahren har / Luͤcht wie der Morgenstern / Setzt einen Castlandar. 16. Da es sich nun verzogen / Biß vff den andern Tag Christmonats / vnbetrogen / Do fuͤgt GOtt durch syn Gnad. Als vber den Berg gwoͤllen / Der kuͤrtze nach / ein Mann / Daß er dem Waͤg thaͤt faͤhlen / Vnd er zu mir ist kon. 17. Derselb mich vffnaͤn thete / Vnd hat mich wider gleit / An myn vorige staͤtte / Vnnd Herbrig obgeseyt. Dackt vnd thaͤt mich ynmachen / Jn dLischen die da lag / Vnd nach soͤmlichen sachen / Noch an denselben Tag. 18. Gieng er in aller bhende Still stundt er nie kein mal / Vnd kam hinab in dSchwende / Jns Nidersibenthal. Da that ers baldt verkünden / Daselbsten jederman / Guten Nachburn vnd Fruͤnden / Waͤn er moͤcht treffen an. 19. Herr Seckelmeister Mani / Ein fyn alt Ehren Mann / Hat da das syn gethane / So baldt ers mocht verstan. Vnd Morndest früyer stunde / Geschickt hinauff zween Mann / Gan saͤchen / ob mans funde / Wie Jaͤner zeigt hat an. 20. Als nun dieselben kamen / Zu mir auff den Seeberg har / Da gsachens vnd vernammen / Daß es ein Warheit war. Darvff den Waͤg sie naͤmmen / Sy schaͤtzten es nit ring / Giengend hin gan Zweysinnen / Vnd sagten dise ding. 21. Da was Mattheus Knubel / Ein dapffer Landtman guͦt / Acht nit nacht Kelt vnd Hubel / Was manchen jrren thut. Nam fünff syner Nachburen Die zugen mit jhm dran / Jhr keinem war es suwre / Sy warend Bidermann. 22. Sy namend Roß vnd Schlitten / Vnd warend baldt by mir / Verbruchten vil der Tritten / Nachts vff dem Seeberg hier. Da habens mich antroffen / Am vorgemelten Orth / Myn Reed zverstahn verhoffen. Jch moͤcht kein duͤtlich Wort. 23. Biß sie mir ztrincken gaben / Vß einer Flaͤschen Wyn / Die sie mitgnommen haben / Das bracht mich wider fyn. Zur Reed vnd zur Vernunffte / Daß mich verstunden klar / Da froͤuwt mich jhr zukunffte / Die Gottes Ordnung war. 24. Baldt hend sie mich vffgnommen Von der Schwynstygen vß / Mich hinfuͤhrt wie die Frommen / Jns gemelten Knubels Huß. Ein Gmach mir yngegaͤben / Mit Fall vnd Rath versehen / Vnd myn geflaͤgt darneben / Was darzuͦ ghoͤrt mir gaͤn. 25. Mocht doch nit laͤnger harren / Dann drey Tag mee vor Gfrust / Myn Fuͤß schwartz mir da waren / Die Haͤndt geschwollen fast. So war mir yngefallen / Der gantze Lyb vnd Buch / Ouch was do vnder allen / Myn letste Stundt jetzt vß. 26. Die Gott mir gsetzt vnd zellet / Ehe dann die Welt ist gmacht / Daß ein Minut nit faͤhlet / Also am Sambstag zNacht. Wol vff Sant Niclaus Tage / Zog ich den Athem tieff / Deßhalb ich duͤtlich sage / Jm Herren ich entschlieff. 27. Bgaͤrt keinem Pfaffen zbychten / Kein vsser Sacrament / Myn Sünd damit zu schlichten / Bat GOtt biß vff myn Endt / Zvergaͤn durch Christi Bluͦte / Daß einzyg saͤlig wacht / Erloͤscht der Hellen Gluͦte / Keins Faͤgfüwrs ich meer acht. 28. Also that es GOtt schicken / Das ich vff diser fahrt / Mir z'ewigem Heil vnd Gluͤcke / Zu Christo bkehret ward. Zum rechten Friden Fürsten / Der dSuͤnd allein bezalt / Mich wirdt jetzt nimmen duͤrsten / Myn Froͤudt ist thusent falt. 20. Als nun der Mynen niemmen / Kein nachfrag vff mich hat / Hat man mich zu Zweysimmen / Ehrlich zur Erden bstatt. Fyn Christenlich verrichtet / Vnd beschlossen alle sach / Wie es zum bricht gedichtet / Von Spietz Hans Wagispach. ENDE. Show less

Blutbad in Österreich; "Ich will nicht mehr nach Savoyen"; Wunderzeichen in Graz, Steiermark, 9. August 1618
Drey Erschreckliche newe Zeitung Von dem erschre⸗ lichen Blutbad auß Oester⸗ reich / die andere Zeitung auß Boͤhem wie sie sich dapffer zur gegenwehr thun stel⸗ len / vnnd dann der Boͤmsche Loͤw hat seine Klawen schon gespitzt / der thut auffs Wild⸗ brett gar listig lauren / die Trommelen... Show more Drey Erschreckliche newe Zeitung Von dem erschre⸗ lichen Blutbad auß Oester⸗ reich / die andere Zeitung auß Boͤhem wie sie sich dapffer zur gegenwehr thun stel⸗ len / vnnd dann der Boͤmsche Loͤw hat seine Klawen schon gespitzt / der thut auffs Wild⸗ brett gar listig lauren / die Trommelen vnnd Trom⸗ meten seind schon ins Feld / der Braͤutigam vnnd die Braut werden als bald anfangen zu Tantzen / die drit⸗ te Zeitung von dem erschrecklichen Wunderzeichen welch sich zu Graͤtz in der Steymarck / den 9. Augusti / dises 1618. von 9 vhr an biß vmb ein vhr in der nacht ist gesehen worden. Jm Thon / da Jesus an dem Creutze stund. Getruckt zu Prag in der alt Statt bey Samuel von Weleslawin. 1618. WJe Reych vnd Maͤchtig die Boͤhmi⸗ schen Staͤndt an Land vnd Leut sind / zum ersten haben die Boͤhmen in jh⸗ rem Koͤnigreich 41. Koͤnigliche staͤtt / jede zu zwentzig Mann / thut zweytausend vnd zwen⸗ tzig Mann. Einsechtzig Herrenstaͤtt / jede zu dreysig Mann / thut achzehenhundert dreysig. Dreyhundert vnnd acht Staͤttlein vnnd Maͤrck / jede zu zwoͤlff Mann / thut dreytau⸗ fend zweyhundert vierzwentzig. Zweyhundert achtfuͤffzig Hauptschloͤsser. Zweytausend dreydreysig Pfahrkirchen. Achtzehen Koͤnigliche Schloͤsser. Dreyfausend dreyhundert sechsvndreysig Doͤrffer jedes zu 4. Mann / macht hundertau⸗ send vnd vierdreysigtausend vnnd zweyfuͤnff⸗ tzig Mann. Summa jhn allẽ hundertausend vnd fuͤff⸗ zigtausend vnd zweyhundert / Nun wollen die Schlesinger Staͤnd vnd Landherren auch jhn zeit der noht noch zwoͤlfftausend schicken / vnd der Churfuͤrst von Sachsen wil den Boͤhmen anch jhn zeit mit ein grosse anzahl Geldt vnd Volck zu hilff kommen vnd alle Evangelische Chur: vnd Fuͤrstẽ beneben die gewaltige Hen⸗ sestaͤtt vnd alle Evangelische Reichsstaͤtt vnd noch der Christliebender vnnd Allermaͤchtig⸗ ster Fuͤrst vnd Herr Printz Mauritz von Nas⸗ sauw vnnd die Vnierten Generalen Herren Staden von Holland mit fuͤnfftzigtausend Mann / in zeit der noht den Boͤhmen als bald zu hilff kommen / Gott wol diß grosse Blut⸗ bad zum besten wenden / dann wann sie alle ge⸗ waltigsten seyn / so kan sie der HErr in einem augenblick allzumal schlagen / vnnd verdilgen gar / darumb lobend GOTT / vnnd bittet den HERREN / daß er vns wil genedig seyn / vnd wil vns zur Gnaden annemmen. Die andere Zeitung. JCh wil nicht mehr nach Savoyen zu Reuten / gegen dem Spanier / nit mehr Kriegen / vns die Savoysche Bawren bekommen / sie theten vns auch probieren. Vnsere Pferd haben wir gelassen dar / vnd auch vnsere schoͤne Pistolẽ / ich wil nicht mehr nach Savoyen Reiten / ich wil sie nicht wider holen. Die Churpfaltz ist so schoͤn / dar ließ man vns passieren / da wir in Savoyen kamen / da thet man vns cassieren. Der Graff von Mannsfeld ist er genand der vns darein thet fuͤhrẽ / der Graff von Sols war vns gar wolbekandt / mit Reuter vnd mit Knechten. Der Koͤnig jhn Spanien mit guten muht / er tregt ein Guldene Krone / er hat ein Toch⸗ ter auß Oesterreich gehabt / ein Koͤnigin also schoͤne. Das Savoyerland ist schoͤn vnnd groß / es hat so genge strassen / darauß muͤsten wir zu Fusse gahn / vnsere Pferd muͦsten wir verlas⸗ sen. Spanien ist ein Gottsfoͤrchtiges Land / sie dienen Gott dem Herren / daß hat der Hertzog jhn Savoyen bedacht / er thet sich dapffer wehren. Groß hunger hatten wir gelitten / da wir nichts hatten zuverzehrẽ / als wir fuͤr den feind kamen / da konten wir vns nicht wehren. Das Parlament vnnd Excellent / darvon wil ich euch singen / wie daß die Bawren in kurtzer zeit / auß Savoyẽ noch muͤssen springẽ. Wir waren gezogen in Savoyen / wol vmb die sprach zu lehren / daß wurden die Spanier gewahr / sie theten vns cassieren. Jn Savoyen hat es ein grossen Wald / da wurden viel gefangen / hett vns die Rotrur auß Spanien bekommen / sie hetten vns all thun hangen. Jch bin drey mahl in Vngarn gewesen / darin zog ich auff die breitte strassen / da pflegt ich wol ein beut zu holen / nun hab ich mein Pferd verlassen. Jch bitt den Allmaͤchtigen GOTT / Herr Christe aller Frommen / fuͤr alle die Soldaten so noch in Savoyen sind / daß sie moͤgen wider kommen. Da wir zogẽ durch deß Pfaltzgraffen Land / da waren wir gemut im Hertzen / da wir oben in Savoyen kamen / da litten wir grossen schmertzen. Das ich so Kahl auß Savoyen kom / deß muß sich Gott erbarmẽ / hett ich meines Vat⸗ ters raht gethan / ich schlaff in meiner Frawen armen. Der vns das new Lied erstmal sang / er hats gar wol gesungen / er ist zu Pferd in Savoyen geritten / zu Fuß ist er wider kommen. Die dritte Zeitung. JHr Frommen Christen all in gemein / weß stands vnnd wuͤrden jhr thut seyn / merckt auff was ich wil singen / zuvor Herr Christ woͤlst mir beystehn / daß ich es moͤg voll⸗ bringen. Jn der Steyermarck Graͤtz ich sag / den neunzehenden Augusti tag / zu abends vmb 9. geschehen / hat man ein schrecklich wunder⸗ werck / am Himmel hell thun sehen. Erstlich kam auß den Wolcken herfuͤr / ein grosser Adler / glaubet mir / mit zwen koͤpffen schone / in der mitten trug er ein rotes Hertz / sampt einer Guldnen Krone. Darob verwundert man sich so sehr / wo solches hin zu deuten wer / diß Himmels wun⸗ derzeichen / in deß thet diser Adler gut / vnder die wolcken schleichen. Nach solchem kamen fuͤnff Kron her / hilff Gott / hilff Gott / rufft das Volck sehr / was thustu hier mit meinen / weil sie so sehr gespitzet sind / vnd auch so hell thun scheinen. Auß der fuͤnff Kronen spitzen zwar / floß das rott Blut so rein vnnd klar / sehr grausam anzusehen / solchs wehret fast ein gantze stund / hoͤret was weiters geschehen. Auß disen fuͤnff Kronen hat sich / verwan⸗ delt ein Loͤw so grimmiglich / der trug ein Key⸗ serlich Krone auff seinem Haupt / sing ich fuͤr⸗ war / mit Edelgestein schoͤne. Hoͤrt weiters was sich mehr begab / er neiget sich zur Erden rab / vnd stellt sich also freye mit einer klaven festiglich / auff die vornembst Pa⸗ steye. Mit der andern klawen begriff er zwar / das Koͤniglich Schloß gantz vnnd gar / jederman es thet sehen / aber da war kein Mensche nicht / der solches konnt verstehen. Dieser Loͤw bruͤllte grimmiglich / daß die gantz Statt erregte sich / wie auch alle Pasteyẽ / Herr Jesu Christ / rufft alles Volck / thu vns genad verleihen. Straff vns nit wegen vnsrer Suͤnd / ver⸗ schon vnser / armen Adams Kind / vnd gib vns gnad vnd Segen / daß wir dich hier vnnd dort zugleich / moͤgen preysen allwegen. Als nun diß Volck gebettet hett / ein Wolck die kam gleich zu der stett / nam den Loͤwen von dannen / der zu seher waren viel / bey etlich tau⸗ send Mannen. Hernacher seind die Sternẽ klar / sehr heuff lich erschienen gar / daß man kein Wolck gese⸗ hen / solchs melden all Avisen gut / daß solchs warhafft geschehen. Wie nun diß zeichen vorvber war / sah man das Blut so rein vnnd klar / in der Statt her⸗ vmb fliessen / was nun solchs als bedeutẽ werd / kan man noch nicht von wissen. HERR Jesu Christ wahr Gottes Sohn / wolst solchs zum besten wenden thun / vnd vns vor Krieg behuͤten / auch vor eim boͤsen gechen Tod / darumb wir dich sehr thun bitten. AMEN. Show less

Eroberung von Pilsen; Klaglied, 1618
Warhafft Neue Zeitung / Was sich neulich zwischen Kais. Majst. vnd den Boͤhmischen Landstaͤnden / als sie vor Bilsem gelegen sind / jetzt aber eingenommen worden / den 12. Novembr. denckwuͤrdiges verloffen vnd zugetragen hat / auffs kuͤrtzte zusammen getragen / vnd in Gesang ver⸗ fasset. ... Show more Warhafft Neue Zeitung / Was sich neulich zwischen Kais. Majst. vnd den Boͤhmischen Landstaͤnden / als sie vor Bilsem gelegen sind / jetzt aber eingenommen worden / den 12. Novembr. denckwuͤrdiges verloffen vnd zugetragen hat / auffs kuͤrtzte zusammen getragen / vnd in Gesang ver⸗ fasset. Jm Thon: Ach Gott in deinem hoͤchsten Saal. Beneben ein traurigs Klag⸗ Lied / welches der Cardinal Cloͤssel in seiner Gefaͤngknuß uͤber sich selber gedichtet hat. Jm Thon. Hilff Gott das mirs gelinge / rc. Gedruckt zu Tauber in Boͤhm / bey Niclas Krafft / 1618. ACh GOtt in deinem hoͤchsten Thron / durch Jesum Christum deinen Son / laß dir den Jammer klagen / wol in der gantz⸗ en Christenheit / thut sich erheben grosser Streit / darvon nicht ist zusagen / sonderlich in dem Boͤ⸗ merland / laß dichs O Gott erbarmen / Thu der Gerechtigkeit ein beystand / vnd kom̄ zu huͤlff den Armen / darzu der Kirch so hart betrangt / welche gewaltig wird vnterdruckt / O Gott thu jhr star⸗ cken Beystand. Durch vntrew vnd durch falsche List / wirdts verrahten zu jeder frist / wie taͤglich ist vor augen / daß da mercken die kleine Kind / die vnter sieben Jahren sind / doͤrffen nicht weiter fragen / sonder koͤndens gar wol verstohn / der Jesuiter dichten / wie sie bey manchem Herren thon / Jammer vnd Noht anrichten / wehr vnnd steur solchem lieber Gott / laß jhre Anschlaͤg gehn zuruͤck / vnd mach ihre Tuͤck gar zu spott. Woher kompt dieser Krieg zuhand / durch luͤgen vnd durch falsche dant / daß sie also verhe⸗ tzen / Jhr Kais. Ma: darzu auch seinem weysen Raht / in Spott vnd Schanden setzen / Nemlich der Jesuiten Scharr / theten viel Leut bethoͤren / vnd schwetzen sich gar gewaltig bey Fuͤrsten vnd bey Herrn / vnd ziehen dann so grosses gut / Herr Gott bekehr dem Volck jhr Hertz / vnd halt dein Christenheit in hut. Der Oberste Graf von Dambir / der thut sich gar gewaltig herfuͤr / mit brennen vnd mit raubẽ / vnd so gewaltig Tyranisirt / vnd gar ein strenges leben fuͤhret / wider den rechten Glauben / dann er vil Doͤrffer hat verbrennt / vnd so gewaltig ver⸗ derbet / viel Jungfrawen sind worden geschaͤndt / daß sie hon mussen sterben / Jsts nit ein Jammer du threwer Gott / gib daß es Frid moͤcht werden / vnd steh vns bey in dieser Noht. Auß einem Dorff ist wol bekandt / dasselbig Wilnitz ist genannt / da haben sie genommen / ein Prædicanten auß seim Hauß / vnnd fuͤhren jhn mit grossem strauß / inn jhr Laͤger der sum⸗ men / da haben sie jhn angeschmidt / in Ketten vnd inn Banden / vnd haben jhn in Gefaͤngnus gsteckt / biß daß man in zuhanden / zu dem Todt hat verdammet gar / das hat er gelitten williglich / wie dann solches ist offenbar. Als er drey Tag inn gelegen ist / da kam das⸗ Vrtel zu der frist / das man ohn alles schroͤcken / ohn erbarmung vnd hindernuß / seins Glaubens gnossen zu verdruß / an einen Spieß soll stecken / darnach sol man jn braten tun / wie ein Schwein thu ich sagen / Als die seinen solches hoͤren thun / Fuͤhrten sie grosse klagen / jedoch er alles willig lidt / in solcher grosser Marter sein / biß daß er von der welt abschid. Graf von Mansfeld der werthe Held / ist zum Obristen außerwoͤhlt / zu huͤlff denen Land⸗ staͤnden / der hat Pilsem so hart belegt / darzu ein grossem Eyffer traͤgt / daß er sie woll gewinnen. Dann er weiß schon allen bescheyd / wies da⸗ rinn ist beschaffen / dann sie hon ein bekommen thon / der hat sie thon vergaffen / als nemlich der Stattschreiber gut / der wolt sogar fuͤrwitzig sein / dem Gluͤck er zu viel trawen thut. Er verkleidet sich wie ein Baur / aber es ist jhm worden saur / dann man hat jhn gefangen / da must ersagen zu der frist / wies inn der Statt beschaffen ist / da sagt er mit verlangen: das man die beste Guͤter gar / alles hab vntergraben. Die Kriegsknecht sprachen zu der stund / da woͤlln wir vns erlaben / dann er must sagen zu der frist / vnd bekennen den rechten grund / wo alle ding zu finden ist. Auch bekennet er auß vngemach / an der Maur habens Graͤben gemacht / vnnd mit Brucken beschlagen / vnnd verbotten bey Eydes pflicht / daß der soll werden hingericht / der davon thu was sagen. Damit verhoffen sie gar schon / dem Feind ein abbruch zgwinnen / doch ist es Gott al⸗ les bekandt / der thut alles erkennen / macht jhre Anschlaͤg offenbar / vnnd beschuͤtzet sein treues Volck / daß sie nicht kommen in Gefahr. Man hat die Statt beschossen schon / an der Maur grossen schaden thon / noch woͤlln sie nicht erkennen / vnd verschonen nicht jhrer Kind / die noch nicht gar bey Jahren sind / Muͤssens auch werden innen / weil sie nicht darvon ab wolln lohn / durch solchen jhren Willn / vund woͤlln die Statt nicht geben auff / so thet der Graf erfuͤllen / sein gefasten Zorn wider sich wenn sie es nicht wolln geben auff / wils ver⸗ schleiffen jaͤmmerlich. Die antwort thet jhn kommen schon / man solt in Gnad beweisen than / sie woͤllen sich ergeben / wo man anders will friedlich sein / will man sie gehren lassen ein / mercket weiter darneben / Graf von Manßfelt zog in die Statt mit auff gerich⸗ tem Fannen / Sechzehen tausent Mann da hat / in der Statt bracht zusammen / den Boͤhmischen schwuren sie ein Ayd / gantz friedelich sie han in in der Stadt / ja keinem Menschen thu kein leyd. Wir bitten dich Herr Jesu Christ / weil so groß Noht vorhanden ist / Auff Erd in allen Landen. behuͤt dein arme Christenheit / Leg nider allen Krieg vnd Streit / reiß vns auß Teuffels banden / damit wir als die Kinder dein / zu dir einhellig schreyen / ach Gott thu vns barmhertzig sein thu vns die Suͤnd verzeyhen / daß wir zugleich nach disem Leyd / von dir moͤgen empfangen thon / die ewig Freud vnd Seligkeit / Amen. Das ander Lied. Jm Thon: Hiff Gott daß mirs Gelinge. JCh Claͤssel thu hie klagen / mein Jam̄er vnd mein noht / daß ich bin in den Tagẽ / betruͤbt biß inn den Todt / ein Cardinal bin gewest ich / war in grossem ansehen / jederman liebet mich. Wie lang thet ich bethoͤren / den Kayser vnd sein Gmal / sie hielten mich in Ehren / das Fraw⸗ enzimmer all / dann ich trieb viel der schmeichel⸗ wort / biß ich den Kayser setzet / in grosse schmach vnd Spot. Tag vnd Nacht thet ich dichten / wie ich im Boͤhmerland / ein Vnfried thet anrichten / das bladt sich bald vmbwand / ein Grueb thet ich jhn graben fein / da ich sie wolt nein werffen / so fiel ich selber drein. Jch meint ich wolt Bapst weren / mich setzen auff den Stul / dann ich viel groͤsser Herrn vm̄ jhre Weiber Buel / jetz aber ist es als vmbsunst / von der Bulschafft verdrungen / vergebens ist mein Kunst. Ein Schatz thet ich einraumen / bey 20. Ton⸗ nen Gold / hab ich dem Keyser genommen / ver⸗ meint mit diesem Sold / mich geschwind mach⸗ en auß dem Land / aber man thet es mercken / man nam mich zu der Hand. Jetzund lig ich gefangen / ich als der Ermste Mann / wo muß ich Gnad erlangen / wenn soll ich ruffen an. Wann ich schrey dem Michael / so will er mich nicht hoͤren / zuvor war er mein Gesell. Zuvor thet ich selbs weisen / die Leut rumb in der Welt / solten zur Wahlfart reysen / den Hey⸗ ligen bringen Gelt / dem Benna hab ich viel guts thon / jetz will er mich nicht hoͤren / last mich in Schanden stohn. Es thet mich auch verlassen / der Jesuiten schaar / zuvor sie bey mir sassen / jeder mein Die⸗ ner war / jetz sind sie Herr vnd ich bin Knecht / ich muß gleich meiner lachen / es geschicht mir eben recht. Was will ich nun mehr klagen / was will ich trawren lang / ja niemand thut leyd tragen / was ich hie nun anfang / jederman sagt es geschicht jhm recht / wer er darfuͤr gelieben / daheim ein Zecken Knecht. Jch Claͤssel bin der Arme / muß ewig gefan⸗ gen sein / Keyser thu dich erbarmen / laß dir ein Warnung sein / trau keinem Cardinal nicht mehr / auch deinen Jesuiten / nicht an jhr schwetzen kehr. Show less

Schlacht von Lumnitz; Kaiserliche Verluste bei Neuhofen; Erstürmung von Pilsen durch Graf Mansfeld; Komet über Wien, 1618
Warhafftige Zeitung aus Wien. Ferner Zeitung aus Boͤhem / Von der grossen Schlacht vnd Scharmuͤtzel des Keyserlichen vnd Boͤhemischen Volcks / gehalten zwischen Wessely vnd Lumnitz. Item: Wie dem Keyserlichen Volck bey Newhofen 800. Mann abgeschlagen / vnd 38. Waͤgen mit Proviand / vnd... Show more Warhafftige Zeitung aus Wien. Ferner Zeitung aus Boͤhem / Von der grossen Schlacht vnd Scharmuͤtzel des Keyserlichen vnd Boͤhemischen Volcks / gehalten zwischen Wessely vnd Lumnitz. Item: Wie dem Keyserlichen Volck bey Newhofen 800. Mann abgeschlagen / vnd 38. Waͤgen mit Proviand / vnd 18000. Thaler ist genommen worden. Deßgleichen warhafftiger Bericht / wie der Graff von Mansfeld die Stadt Pilsen mit stuͤrmender Hand eingenommen vnd eroͤbert hat. Jtem / Newe Zeitung aus Wien / Von dem grossen newen Stern / so noch am Himmel stehet / rc. Erstlich gedruckt zu Prag / im 1618. Jahre. Aus Wien den andern November. DEr fromme Ertzhertzog Maxi⸗ milianus ist todes verbliechen / dem Gott gnade. Es ist auch der Keyserin Stieffbruder / der Marggraff in Bur⸗ gundien / mit tode abgangen. So sagt man auch zu Prage / die Keyserin sey gewiß todt. Den 10. November koͤmpt heute warhafftige Zeitung an / daß das Boͤhemische Kriegsvolck mit dem Keyserlichen ein grosses vnd ernstliches treffen gethan / zwischen der Stadt Wessely / vnd dem Staͤd⸗ lein Lumnitz / allda die Boͤhemischen Staͤnde jhre Feinde angegriffen / vnd maͤnnlich in die gefetzet / also daß die Keyserlichen die Flucht nemen muͤssen / jhre Ge⸗ schuͤtz vnd Schantzen verlassen / etliche in den Wald geflohen / welche von den Bawren noch taͤglich er⸗ schlagen werden. Der Graff von Tampier / vnd der von Altheim haben sich mit dem vbrigen Volcke in der Flucht nach Budeweiß begeben / welchen die Boͤhemischen Staͤn⸗ de nachgeeilet / vnd Budeweiß nunmehr belagert / daß der nichts zukommen kan. Jn dieser Schlacht oder Scharmuͤtzel sind auff des Keysers Seiten todt blieben / Hauptmann Krie⸗ chinger / Hauptmann Colado ist durch den Kopff ge⸗ schossen worden / Hauptmann Staudner ist mit fuͤnff Kugeln getroffen / vnd todt auff der Wahlstat blieben. So ist Con de Bucquoy in die Hand sehr verwun⸗ det / welcher sich zu Rodolphstadt hat verbinden las⸗ sen / vnd sind viel fuͤrnehme tapffere Capitaͤine / Fend⸗ riche vnd Befehlichshaber / beneben vierhundert Sol⸗ daten / vff der Wahlstat blieben. Jn der Keyserlichen Schantzen hat man vber hundert krancker Knechte gefunden / welche sind auff die Doͤrffer gefuͤhret wor⸗ den / jhre Kranckheit außzuwarten. Der Leutenampt Don de fons vber zweyhun⸗ dert Reuter aus Lothringen / ist mit zwaͤntzig Perso⸗ nen gefangen worden / vnd haben also durch Gottes Huͤlffe die Boͤhemen eine herrliche Victoria erhalten. Es sind aber auff der Boͤhemischen seiten auch etliche fuͤrnehme Befelichshaber / vnd in die hundert Sol⸗ daten vnd Bawern todt blieben / auch vber dreyssig hart verwundet. Den 13. November hat der Graff von Fuͤrsten⸗ berg acht vnd dreyssig Waͤgen mit allerley Munition vnd Proviand / beneben achthundert Mann zu Fuß / dem Keyserlichen Volck aus Wien zugefuͤhret / vnd achtzehen tausend Thaler an Gelde / welches den Boͤ⸗ hemischen Staͤnden verkund schaffet worden / die ha⸗ ben alsbald den Obersten Leutenampt Schlieben mit drey Faͤhnlein Fußvolck vnd zwey Cornet Reu⸗ tern abgefertiget / welche dem Keyserlichen Volck auff den Dienst gewartet / die bey Newhofen angetroffen / also bald in sie gesatzt / der Knechte bey dreyhundert erleget / die andern in die Flucht geschlagen / vnd alle acht vnd dreyssig Waͤgen mit Munition / Proviand vnd Geld eroͤbert / vnd den Herren Boͤhemischen⸗ Staͤnden vberantwortet. Den 14. November ist der Graff von Dona auff der Post allhier zu Prag angelanget / welcher die er⸗ gangene Schlacht vnd erhaltene Victoria bestetiget / von Prag auffs newe vber dreyhundert Soldaten nach Boͤhmisch Budeweiß gefuͤhret. Den 18. November hat der Graff von Mans⸗ feld die Stadt Pilsen noch einmal auffgefordert / vnd jhnen leidliche Mittel fuͤrgeschlagen / als aber keine guͤttliche Warnung vnd Vermahnung bey jhnen kei⸗ ne stat finden wollen / hat wolgedachter Herr Graff die Stadt mit ernst beschiessen lassen / vnd hernach das Kriegsvolck zu stuͤrmen angetrieben / mit befeh⸗ lich / daß die Soldaten alles was sich zur Wehr setzet / alsbald niederschiessen vnd hawen solten / die Kinder vnd Weibspersonen aber solte man beym Leben lassen. Da aber die Stadt mit stürmender Hand den 22. No⸗ vember ist eingenommen worden / vnd das Volck gese⸗ hen / daß keine huͤlffe noch rettung mehr verhanden / haben sie vmb Gnade vnd fristung jhres Lebens ge⸗ beten / als hat der Edle Graff von Mansfeld auch Barmhertzigkeit an jhnen erwiesen. Jn dieser Stadt ist ein maͤchtiger Schatz gefunden worden / welcher in verwahrung genommen ist. Was in dem Sturm vnd wehrender Belaͤgerung / in vnd vor der Stadt fuͤr Volck geblieben / wird man in kuͤrtzen erfahren. Das Boͤhemische Landvolck wird allmehlich abgedancket vnd anheim geschickt / Das geworbene Kriegsvolck zu Roß vnd zu Fuß / welches sich vber zwantzig tausend Mann befindet / wird vber Winter gehalten / vnd sol das Winterlager zu Bude⸗ weiß / Tzaschlaw / Newhauß / Wesse⸗ ly vnd Pilsen geschlagen. werden. Warhafftige Newe Zeltung vnd Wundergeschicht / Welche sich begeben und zuge⸗ tragen zu Wien in der Steffans Kirchen / den 4. No⸗ vembris / wie man eine stimme gehoͤret hat / welche ein Engel ist gewesen / welcher dreymal Weh / Weh / Weh geschrien / vnd geruffen man soll Busse thun / oder Gott wird schrecklich straffen / wie jhr in die⸗ sem Gesange ferner werdet berichtet werden / Ge⸗ schehen in diesem 1618. Jahr. Allen frommen Christen zu liebe / vnd den Gottlosen zur besserung / mit bewilligung der Obrigkeit in Druck gegeben. JJr Christen allzugleiche / merckt auf Frawen vnnd Mann / Jung / Alt Arm oder Reiche / was ich wil zeigen an: Ein seltzam wunderlich Geschicht / welchs sich new⸗ lich begeben ist war vnd nicht erdicht. Eine Stadt thut man kennen / liegt in Oesterreich / Wien thut man sie nennen / ist manchen wol bekandt : Ein Kirchner daselbst wohnet zwar / Johannes Muth genennet / hat da gedie⸗ net viel Jahr. Den 4. Tag Novembris / ich euch mit warheit sag / diß 1618. Jahr der Kirchner fruͤh thet auffstahn : Sein Ampt recht zu verbringen da / recht nach Christlicher weise / wie er vor auch gethan. Zum Thurn gieng behende / vnd thet den den Glocken⸗ klang nach alten brauch vollenden / damit des Tages anfang: Den Einwohnern zu zeigen an / wie er solches verrichtet / wolt er zu Hause gahn. Als er vom Thurn war kommen / die Kirchthuͤr auch ein⸗ schloß / hoͤrt was er hat vernommen / ein Wunder vber groß : Ein Engel schoͤn in hellem Glantz / thet baldt da vor jhm stehen / er war erschrocken gantz. Der Engel an dem Orte / den Kirchner dergestalt / mit gar freundlichen worten / troͤstlich anredet bald / Fuͤrcht dich gar nicht du lieber Mann / ich bin zu dir gesendet / ein Bott vons Himmels Thron. Was ich dir hier anzeige / vnd auch fuͤr augen stell / soltu niemandt verschweigen / sondern ohn allen fehl: Alßbaldt den Leuten zeigen an / denn was du hier wirst sehen wird gewißlich auch ergahn. Baldt der Kirchner thet sehen / an des Himmels Firma⸗ ment / einen grossen Newen Stern / mit einer langen Ruth / Drey Regenbogen vber einander stehn / Zwo Sonnen darneben stahn / daß sahen viel Frawen vnd Mann. Was der New Stern bedeutet / wil jch dir zeigen an / sprach der Engel da zugleiche / zum Kirchner also schon: Kein Mensch acht Gottes Wunder nicht / helts nur fuͤr ein Fabelwercke / vnd eitel Pfaffengedicht. Die Wunderzeichen werden / alle in den Wind geschlan / keine Gottes furcht gedachte / bey Man vnd Weibesperson: Nur fluchen / schweren vnd lestern groß / geht jetzt leider im schwange / auch hoffart vber die maß. Hurerey / Todtschlag deßgleichen / auch boßheit ist gemein gilt jetzt bey arm vnd reichen / es treibt es groß vnd klein: Nur lach mich an / vnd gieb hin / gute wort aus falschen Hertzen / ist jetzt der Welt jhr Sinn. Groß Krieg wird sich erheben / der Engel zum Kirchner sprach / Auffruhr viel Zanckes darneben / in der werthen Chri⸗ stenheit: Viel Bluts wird man vergiessen zwar / daß manchen moͤcht zerspringen / sein Hertz vor schmertzen gar. Grawsam die Pest regieren / Kalt weht / Hauptkranckheit diß Jahr / in Staͤdten vnd Doͤrffern spuͤren / Krieg folgen et⸗ liche Jahr / den Menschen wird angst vnd bange seyn / viel wer⸗ den sich todt graͤmen / nicht wissen wo auß noch ein. Solchs soltu alls anzeigen / sprach der Engel zu den Kirch⸗ ner / bey Leib ja nichts verschweigen / sondern ein jederman / ver⸗ kuͤndigen vnd machen kund / was dir ist offenbaret / von mir in dieser Stund. Der Engel auff das verschwande / der Kirchner gieng bald zu Hauß / legt sich zu Bett zu hande / mit zittern vnd grossem grauß: Berieff den Pfarrer bald zu sich / deßgleichen viel andere Leute / bericht als eigentlich. Was jhm begegnet wer / vnd was er gsehen schon / gab dem Volck gute Lehre / sie solten Busse thun: Gesegnet sie Christ⸗ licher weiß / befahl sich in Gottes Haͤnde / vnd gab auff seinen Geist. Alß man die Christliche Leiche / hinauß wolt tragen nu / sah man ein grosses Zeichen / wol in den Wolcken stahn: Zwey Todten Baren die waren groß / welches schrecklich war zusehen / nu merck du frommer Christ. Ein groß new Stern thun stehen / ans Himmels Firma⸗ ment / was das werd bedeuten / daß ist vns angezeigt / Darumb jhr lieben Christenleut / fallt Gott dem HErrn in die Ruthe / Jhr habet hohe zeit. Darumb jhr Christen gleiche / betracht diß Wunder groß / jhr seyd arm oder reiche / thut ware ernste Buß: Der Juͤngste Tag ist fuͤrwar nicht weit / hilff vns HErr Jesu Christe / daß wir all seyn bereit. Wenn vnser Leib vnd Seele / einmal sich scheiden muß / so laß ohn allen fehle / in dein getrewen Schoß: HErr vnser armes Seelelein / tragen zur ewigen Frewden / durch dein lieb Engelein / Amen / ENDE. Show less

Über die zwölf Monate, 1618
Ein schoͤn newes vnnd kurtzweyliges Lied / zu vor nie in Truck außgangen / auff die zwoͤlff Monat ge⸗ richt. ¶ Froͤlich ist man im Fruͤling im / rc. Jn seiner eignen Melodey zusingen. ¶ Gedruckt zu Augspurg / durch Jo⸗ hann Vlrich Schoͤnig. 1618. Ein schoͤn Lied auf die zwoͤlf / Monat... Show more Ein schoͤn newes vnnd kurtzweyliges Lied / zu vor nie in Truck außgangen / auff die zwoͤlff Monat ge⸗ richt. ¶ Froͤlich ist man im Fruͤling im / rc. Jn seiner eignen Melodey zusingen. ¶ Gedruckt zu Augspurg / durch Jo⸗ hann Vlrich Schoͤnig. 1618. Ein schoͤn Lied auf die zwoͤlf / Monat gericht. ¶ Fruͤling. FRoͤlich ist man im Fruͤling im Gar⸗ ten / Der Rosen vnd Bluͤmblein zuerwar⸗ ten / Das alles in Frewden mag gerathen / Jn dem Fruͤling da Voͤgelein singen / Ja liebliche Stimmen erklingen / All Hertzen vor frewden auffspringen. ¶ Mertz. Dann der Mertzen dem Erdtrich das le⸗ ben / Wirdt safft vnd krafft wider geben / Thuͦt vns nach Fruchtbarkeit streben / Die Gaͤrten werden schoͤn zugerichtet / Die der traurig Wintter vernichtet / Vnd der Pfluͦg zum Acker gerichtet. ¶ Aprill. Jm Aprill sich eroͤffnet die Erden / Die Daͤmpff darauß gelassen werden / Die Kaͤlden bringts nimmer inns Gefroͤrte / Die Raͤben vnd Baͤum werden gestutzet / Die Velder gar schoͤn gebutzet / Das es dem Menschen sehr nutzet. ¶ May. Jn dem Mayen gar gesund ist das baden / Wol leben die Gelehrten vnd Raͤthen / Seine Gesellen solt einer auch laden / Ertzeney / Purgieren / Aderlassen / All langkweil vnd traurigkeit hassen / Vnd fein lustig sein aller massen. ¶ Sommer. Froͤlich ist man im Sommer im Felde / Wann sich erhebt Krieg in der Welte / Regieret mancher dapfferer Helde / Jm Sommer all Fruͤcht der Erden / Auff Acker / Wysen vnd Gaͤrten / Abgesamblet vnd eingebracht werden. ¶ Junij. Der Junij laßt sich vernemmen / Wirdt Hew vnd Korn schneyden bald lemen / Darauff richt man die Poͤden vnd Thennen / Die Hewwaͤgen werden herfür gesetzt / Die Sichel zum Schnitt gewetzt / Die Baurn zu der Arbeyt angehetzt. ¶ Julij. Jn dem Julij mit Rechen vnd Gabeln / Legt man das Hew auff den wagen / Das sie Hitz vnd durst nit solt plagen / Darumben sie sich auff den Morgen / Mit Pittrich vol Wasser versorgen / Man saufft das kein Wuͤrth mehr will bor⸗ gen. ¶ Augusti. Jm Augusto wann geschnitten ist das Korn / Vnd all Wysen beschorn / So sicht man kein Arbeyt verlorn / Die Baͤum voll Fruͤcht werden gefunden / Die Faͤsser zum Wein gebunden / Das soll vns erfrewen all stunden. ¶ Herbst. Froͤlich ist man im Herbst bey dem Reben / Die Wein vnd Tranck von sich geben / Zu erquickung das Menschlich leben / Jn dem Wald sich die Hoͤrnlein erhoͤllen / Wann der Jaͤger sampt seinen Gesellen / Thuͦt ein lustigs feins Jagen anstellen. ¶ September. Jm September das Obst wird abbrocket / Krammatvoͤgel vnd Loͤrchen gelocket / Vil ander Voͤgel werden geropffet / Man thuͦt schon ablesen die Roͤben / Die den lieblichen Most von sich geben / Der mit lust wirdt getruncken darneben. ¶ October. Der October gibt Wein vber die massen / Darumb pflegt man zu zechen vnd vrassen / Jn Würtshaͤussern auff gassen vnd strassen / Die Waͤrme vnd Summer will weichen / Die Kaͤlten wirdt hereiner streichen / Darumb thuͦt euch mit holtz wolbereichen. ¶ Nouember. Jm Nouember der Baurn Kirchtag ver⸗ schwinden / Vnd lassen sich dGaͤnß noch finden / Das wir noch ein frewdt haben koͤnden / Die Kaͤltin thuͦt zimblich herstreichen / Vnd kommen die kalten Reiffen / Der Winter wirdt vns angreiffen. Winter. Wann der Winter hereiner thuͦt dringen / Vngewitter vnd Schnee thut bringen / Traurig ist man in allen dingen / Die Baͤume am Walde sich entferben / Die Bletter daran thun verderben / Alle Bluͤmlein im Garten damit sterben. ¶ December. Im December der trawrig Wintter / Der wirdt vns demnach desto ringer / Wann wir schlagen faist Schwein vnd Rinder / Mit Brotwürst vnd Schweine Braten / Da erfuͤllen wir vnsere Zaͤhrgaden / Die Keller mit Wein wol beladen. ¶ Jenner. Jm Jenner man kein Holtz soll sparen / Die Stuben vor Kaͤlten bewaren / Jst auch lustig im Schlitten vmbfahren / Ein warme Stuben thuͦt weyt das beste / Darinn helt man vil Malzeyt vnd Feste / Sein fein lustig vnd froͤlich die Gaͤste. Show less

Eroberung von Bülsen, 3. Oktober 1618
Warhafftige / Erbaͤrmliche New Zeitung. Von der Schoͤ⸗ nen Statt Bülsen / wie die selbige von den Boͤhmen ist eingenommen worden / vnd wie sie auch ein Schlacht mit dem Keyser gethan / vnnd jme viertausent Mañ erschlagen / vnd in die Flucht getriben / die Keyserische aber drey Predicanten... Show more Warhafftige / Erbaͤrmliche New Zeitung. Von der Schoͤ⸗ nen Statt Bülsen / wie die selbige von den Boͤhmen ist eingenommen worden / vnd wie sie auch ein Schlacht mit dem Keyser gethan / vnnd jme viertausent Mañ erschlagen / vnd in die Flucht getriben / die Keyserische aber drey Predicanten mit jhnen hin weg gefuͤhrt / vñ erbaͤrmlich mit jnen vmbgangen sind. Sol⸗ ches alles werdet jhr in disem Gsang auß⸗ fuͤhrlich vernemmen / geschehen den 3. Octobris / dises 1618. Jahrs. Jm Thon Hilff Gott das mir gelinge / rc. Getruckt zu Nuͤrnberg / bey Ludwig Lochner / Anno 1618. HOer O mein Christ jetzun⸗ der / den Jammer vnd die Not: so sich mit grossem wun der / newlich begebẽ hat / erbaͤrm⸗ lich in dem Bemerland / zwischen jhn vnnd dem Keyser / wie es ist wol bekandt. Ein Krieg theten sie fuͤhren / schon etlich monat lang / dariñ vil volcks verblibẽ / also mit grossem zwang / der Keyser hat gar offt die schlacht / mit manichem Mañ verlohren / dises er wol betracht. Die Bemer lagen eben vor Bül⸗ sen diser Statt / die wolt sich nicht begeben / wie man vernom̄en hat / den Bemern nit verbunden sein / biß daß sie kost das Leben / wie jhr werdt hoͤren fein. Deß Keysers Volck thett fal⸗ len / ins Leger bey der Nacht / mit schrecken vnnd mit Pruͤlen / man⸗ chen Mann vmbbracht / die selbig schlacht wehrt neun stund / als der Tag thet anbrechen / lagẽ vil hun⸗ dert zu grund. Dañ hatten sie bekom̄en / drey Predicanten gut / mit jhnen in die Flucht genom̄en / wol in das Le⸗ ger gut / dañ sie hatten kein bleiben mehr / ja wenn sie lenger warten / alles erschlagen wer. Darnach sie erst rhatschlugen / vber die Predicanten gut / da the⸗ ten sie bald sagen / was Marter man jhn thut / den ersten legt man hin auf die Erd / thet man jhm die Fuͤß abhawen / mit einem scharpf fen Schwert. Den andern mit schmertzẽ / steckt man an einen Spieß / O Christ faß das zu Hertzen / vñ dem drit⸗ ten gewiß schrecklich abziehen die haut sein / erhaut jn zu vier stuckẽ / O Christ die that bewein. Also theten sie scheiden / durch den schmelichen Todt / von diser Welt mit frewden / ja gewiß⸗ lich hat jhn GOtt / geringert jhre Schmertzen num / daß sie so willig sterben / leyden groß spot vñ hon. Wie Gott thet proueceyẽ / spricht in der letzten zeit / werden sie auch casteyen / ja wer sein Wort auß⸗ breit / diser muͤß leyden spot vnd hon / sie werdẽ sich hoch ruͤhmen / haben Gott ein dienst gethan. Wie man sie aber nennet / hie nit beschriben ist / Gott aber sie wol kennet / merck fleissig auff mein Christ / was sich weiter begeben hat / die Bemen voller Zoren / kom men für Bülsen die Statt. Vnd Liessen fragen eben / man jhnen sagen solt / wann man jhn doch darneben / die Statt auffge⸗ ben wolt / wolten sie mit gewalt fallen ein / es solt auch nicht bleiben ob dem andern kein Stein. Die antwort thet jhn kommen / sie sollten noch ein Tag / warten / als die frommen / ohn alle forcht ohn klag / wo man anderst wil fridlich seyn / Morgen bald es ta⸗ get / wil man sie lassen ein. Hoͤrt was sie da erdencken / man ließ sie fridlich ein / vil List vnd falsche künste / als sie kom̄en hinein vil hundert Stuck auf sie gericht / zu den Haͤusern rauß schiessen / die Bemer anders nicht. Mit Steinen thet man sie wer⸗ fen / manichen Mann zu Todt / die Bemer hilff bedoͤrfften / darumb schreyen sie zu Gott / der woͤl fort⸗ hin jhr beystand seyn / daß sie nicht alle litten schroͤckliche todtes pein. Der Hauptmañ thet bald spre⸗ chen / Kriegsleut kert an den fleiß / thut einer den andern rechen / den euch ist alles preiß / was jr bekom̄t mit ewer Hand / jhr toͤrffen gar nit schonen das Kind in Mutter Lieb. Das Volck thet gar bald lauffen in die Haͤuser mit grauß / man wurff die leut mit hauffen / schroͤck lich zuͦ Venster nauß / etlich sprin⸗ gen selbs zu Todt / O Christ faß es zu Hertzen / die jammer vnnd grosse noht. Vil Kinder liessens leben / der Hauptmann schaffte Frid / ob sie sich wolten geben / sie schreyen alle hiemit / jhr Bemen geben gnad vñ gunst / Laßt ab von ewerm Zoren / wir muͤssen sterben sonst. Bald haben sie geschworen / den Bemern einen Eyd / vnd auch die Statt verlohren / mit grossem Hertzenleid / ach Gott wie vil Christen Blut / ist da worden ver⸗ gossen / man bald abzehlen thut Wie vil da sind vmbkommen / 6000. an der zal / zu beyden seiten an der Sum̄ / ach Gott erhoͤr ein⸗ mal / mach frid in deiner Christen⸗ heit / daß sie einmal ablassen / von disem grossen Streit. Vnd sich einmal bekehren / zu Christo deinem Sohn / dem Her⸗ ren aller Herren / zum heyligen E⸗ vangelio / auff daß sie auch nach diser zeit / mit allen from̄en Chri⸗ sten / erben die Seligkeit. ENDE. Show less

Krönung Friedrich I. und Elisabeth Stuart in Prag, 4. und 7. November 1619
CURRIER Mit guter vnd troͤstlicher newen Zeitung vor das betruͤbte Koͤnigreich Boͤhmen / Marggrafthumb Maͤhren / Ober Fuͤr⸗ stenthumb Schlesien / vnd Marggrafthumb Laußnitz / wegen gluͤckseliger vnd gewuͤnschter ankunfft naher Prag / Jhrer Koͤn. May. vnd Churf : Gn: deß Durchleuchtigsten /... Show more CURRIER Mit guter vnd troͤstlicher newen Zeitung vor das betruͤbte Koͤnigreich Boͤhmen / Marggrafthumb Maͤhren / Ober Fuͤr⸗ stenthumb Schlesien / vnd Marggrafthumb Laußnitz / wegen gluͤckseliger vnd gewuͤnschter ankunfft naher Prag / Jhrer Koͤn. May. vnd Churf : Gn: deß Durchleuchtigsten / Großmaͤchtigsten Fuͤrsten vnd Herrn / Herrn FRJDERJCHEN Pfaltzgrafen bey Rhein / Jhres erwehlten Koͤnigs von Gott selbsten jhnen gewiesen vnd beschert / so den 4. Novembr. newen Calenders zu Prag gluͤcklich gekroͤnet / wie auch dero Mayest. Koͤnigli⸗ che Gemahlin den 7. Nov. Anno. 1619 Jm Thon deß 36. Psalms. Oder / Kompt her zu mir rc. MErckt auff jhr Christen in gemein / So viel ewr in Boͤhmen sein / Jn Maͤhren auch darneben: Merckt auff mit fleisse vnd seyt still / Freundlich ich euch zusprechen will / Ein feinen trost euch geben. 2. Jhr seyt zwar angefochten schwer / Gepluͤndert durch der Feinden Heer / Ewr Guͤter euch genommen: Solches aber nicht vngefehr / Vom HErren alles kommet her / Zu ewrem nutz vnd frommen. 3. Dann so auch vnser Haar gezehlt / Daß solcher keines jrgend fellt Ohn Gottes will auf Erden. Wie solt jhr durch der Feinden rott / Ohn Gottes wissen / biß zum todt Verfolget koͤnnen werden. 4. Deßwegen jhr nicht zagen solt / Als ob Gott drumb außbleiben wolt / Weiln euch das Creutz thut uͤben. Ewer Vorfahrn wol zwantzig Jahr Gekrieget haben immerdar : Last euch zwey Jahr nicht trüben. 5. Ob jhr gleich werd getrucket fast Vnd auff euch ligt ein schwere Last / Dennoch wird euch nicht schaden : Ewr Guͦter werden widerumb Sich mehren zwifalt vmb vnd vmb / Wie Job denn auch geschahe. 6. Bedencket aber auch dabey / Da solches eine straffe sey Von GOtt euch zugesendet Vbr ewre Suͤnden ohne maß / Damit jhr jhn ohn vnterlaß Erzoͤrnet vnd geschendet / 7. Dennoch weiln vns dieselben Leut / Wir auch hinfuͤhro sind bereyt Zu bessern vnser Leben: Ey so ist seiner Guͤte viel / Der vns dieselbe schencken wil / Vnd vns den frieden geben. 8. Wolauff vnd last vns froͤlich seyn / Die Morgenroͤht bricht starck herein / Die Sonn lest sich auch sehen: Sein Antlitz klar Gott zu vns kehrt / Mit einem Koͤnig vns verehrt / Fuͤr dem die Feind nicht stehen. 9. Billich fuͤr seine Guͤtigkeit Den HErren wir in ewigkeit Erheben vnd hoch loben : Er ist der starcke grosse Gott / Ein huͤlff vnd beystandt in der noht / Jn aller Welt erhoben 10. Wer aber ist der Koͤnig gut Den vns der HErr verehren thut / Oder wie heist sein Name? Sein Nam ist Pfaltzgraf Friderich / Deß Reichs Ertztrucksäß maͤchtiglich / Vnd Churfuͤrst Lobesame 11. Diesen hat jhm GOtt selbst erwoͤhlt / Vnd seiner Kirchen vorgestellt / Daß er sie schutz vnd bawe : Den Feind vertreib den Frieden gut Anrichte mit gehertztem muht Wem wolte nunmehr grawen. 12. Sibilla solchs zuvor gesagt / Capistran es bekrefftigt hat / Welchs nun erfuͤllet worden: Friedrich der solte Koͤnig seyn / Jn Boͤhmen uͤber groß vnd klein Vnd andern mehren Orten 13. Viel gutes vns der HErr beschert Durch diesen vnsern Koͤnig werth / Den wir billich hoch ehren. Er ist ja alles ruͤhmens werth / Mit schoͤnen Liedern vnbeschwert Last vns sein Lob vermehren 14. Johan Hussen mit seiner Lehr / Dazu Lutherum liebt er sehr / Calvinum auch darneben : Sie alle schutzet / vnd auffs best Befriedet vnd vereinigt veft Christo sein Ehr zu geben. 15. Wikleff auß Engelland war her / Von solchem Huß nam seine Lehr Dem Bapst zu widerstreben : Auß Engelland vns abermal Der Herr zusend mit hellem schall Die Koͤnigen darneben. 16 Jacobus Jhr Herr Vatter schon / Vnser Großmechtigster Patron Vnd huͤlff / durch sie ist worden : Der vns den nicht wird stecken lahn So vns moͤcht grosse noht angohn An hier vnd mehren orten. 17. Jhr Frawen vnd Jungfraͤwelein / Mit Psalmen sie empfanget fein / Am Reyen sie hoch lobet : Jhr Herren Staͤdt / vnd Ritter all Mit Harpffen vnd Trometen schall Den Koͤnige erhebet. 18. Hupff auff vnd jubilir zu hand Du liebes werthes Vatterland / Vnd dancke Gott von Hertzen : An Sauls statt David dir von Gott Gesendet kompt der dich auß noht Errett vnd allen schmertzen. 19. Frew dich du werthes Vatterland / Durch Jhn dir worden sind bekandt Viel Fuͤrsten / Staͤdt vnd Herren : So dir all wol gewogen seyn Den Fried widrumb zu fuͤhren ein Nach gantz deinem begeren. 20. Vier Loͤwen fuͤrnemlich durch Gott Vereinbart Er in dieser noht Zu gutem dir vniret Pfaltz Engelland vnd Niderland Mit Boͤhmen Er befreund zu hand / Vnd friedlich copuliret. 21. Zißka der dapffer Gottes Mann Ließ jhm hoch sein gelegen an / Christum vnd seine Ehre. Georg der Koͤnig Lobesam Hat auch Boͤhmen viel guts gethan / Sie gschutzt bey reiner Lehre 22. Das Reich empfieng er allenthalb Verirrt / verwirrt vnd nah dem fall / Dennoch Ers sein befriedet: Die Feinde trieb er hinder sich / Das Land regiert vorsichtiglich / Drumb man jhn noch hoch liebet. 23. Auffm Thein der Kelch jhn lobet noch Das Schwerd dabey jhn preiset hoch Vnd ruͤhmbt sein trew Gemuͤhte: Ein solchen Koͤnig widerumb Der Herr vns gibt zu seinem ruhm Daß Er vns fein behuͤte. 24. Frew dich du werthes Vatterland / Frew dich du gantzes Boͤhmerland Er wird dich fein beschutzen: Bey gsunder Lehr erhalten rein / Den Feinden mags zu wider seyn / Wer fragt nach jhrem trutzen? Psalm 72. Du wolst deine Gericht HErr geben Dem Koͤnig fromb vnd trew / Deine Gerechtigkeit darneben Deß Koͤnigs Sohn verleyh / Daß er deins volcks Reich moͤg verwalten Nach der Gerechtigkeit / Recht vnd gericht den armen halten/ Nach aller billichkeit. J. D. Show less

This site is currently password protected.