Unzucht in Werdorf; Klaglied "Ach Herr Gott groß Not zu dieser Zeit"
Warhafftige / zuvor vn⸗ erhoͤrte / erschroͤckliche / auch trau rige newe zeitung / die sich hat bege⸗ ben vnnd zugetragen / nicht weit von dem Stettlein Freybach / in eim Dorff Verdorffe genannt / mit einer Liechtstuben / wie sie grosse vnzucht vnnd mutwillen / auch huͦrey getriben / vnd der... Show more Warhafftige / zuvor vn⸗ erhoͤrte / erschroͤckliche / auch trau rige newe zeitung / die sich hat bege⸗ ben vnnd zugetragen / nicht weit von dem Stettlein Freybach / in eim Dorff Verdorffe genannt / mit einer Liechtstuben / wie sie grosse vnzucht vnnd mutwillen / auch huͦrey getriben / vnd der Elteren raht vnnd war⸗ nung / auch die Predig alles in wind ge⸗ schlagen / letstlich von Gott gestraafft sind / und der Erdboden sie alle verschluckt / mit grossem geschrey geschehen / den 15. tag Jenners dises 1614. Jars. Jn der weyß / wie man den Grafen von Serin singt. Ein ander Lied. Ach Herr Gott groß noht zu dieser Zeit / rc. Auß dem 90. Psalm ge⸗ nom̄en. Jn seiner Melodey. Getruckt zu Franckfurt am Meyn / im Jar 1614. HOert zu ich wil eüch singen / jhr menschen jung vnd alt / Von erschroͤcklichen dingen / kan ich nit vnderwegen lan / den jamer an⸗ zuzeigen / der sich zutragen hat / in kurtz verruckter tagen / mit jamer vnd weeklagen / niemans erhoͤret hat. Als man zalt sechszehen hundert vierzehen die Jarzal war / den drey⸗ zehenden Jenner voran / an einem donstag znacht / da sind zusamen kommen / vil knaben vnd auch meit lin / mit vngestuͤmem leben / mit schreyen vnd schweeren / vnd ander vnzucht mehr. Vmb vatter vnnd mutter / ga⸗ ben sie gar nicht / sie theten zuver⸗ lachen / wie ich das hab vernon / dar zu die lieben predig / wie leider gaht im schwang / bey der gottlosen ju⸗ gent / sie trachten nach keiner thu⸗ gent / es moͤcht erbarmen Gott. Darauf sind zusamen kommen / in der liechtstubẽ da vil / mit schlem⸗ men vnd mit prassen / vnnd ander vnzucht vil / das doch nit ist zuerzel len / ihr grosse buͤberey / vnd jhr buͤ⸗ risch leben / das sich da hat begeben / biß sie sind gestraaffet all. Das vnzüchtig lebẽ hat gewert / drey gantzer stund / letstlich hands wider geben / wie die leidigen hund / vnnd auch so maͤchtig geschworen / das leyden Christi geschendt / dar⸗ zu sein heilig wundẽ / das thut man leider jetzunder / biß sie verderben all. Darauf sich der erdboden / hat schroͤcklich aufgethan / zwischẽ eylf⸗ fen vnnd zwoͤlffen / die liechtstuben versincken thun / die schür die ist bliben / darinn thet ligen thun / ein. bettelmann mit weyb vnd kinden / die selben sind ligen bliben / biß der hell tag anbrach. Da morgen der tag an brache / hoͤrt man ein groß geschrey / kamen zusammen geloffen / die Elteren alle zugleich / mit schreyen vnnd weekla⸗ gen / vmb kinder knecht vnd maͤgt / daß sie all sind versuncken / vnnd hoͤrt mans schreyen vnd weinen / er⸗ barmen moͤcht es ein stein. Es thete bald erschallen / im gan tzen land herumb / zusammen theten kommen / fürwar ein grosse summ / darauf am him̄el hohe / vil wunder zeichen groß / vil ruͦten vnd blutige schwerter / vnd ein schroͤcklich tod⸗ ten coͤrpel / laß dichs erbarmen o Herre Gott. Die schroͤckliche wunder zeichen / sach man drey gantzer stund / vil theten nider fallen / batẽ Gott auß hertzen grund / das er sie doch nicht woͤll straafen / so bloͤtzlich mit grim̄ / die straafen von jhnen abwenden / vnnd der kleinen kind verschonen / baten den trewen Gott. Die Oberkeit gar from̄e / gaben so jhren bescheid / vnnd darauf ver⸗ manet / vnd boten bey dem Eyd / das zu ewigen zeyten / kein liechtstu ben mehr / im gantzen land wurden gebalten / darauf man mit gewalte / alle hoffart verbot. Jn besonderheit vor abe / die gros⸗ sen kraͤgen mit macht / vnd auch die kettengürtlen / daß sie kein weybs⸗ bild mehr trag / in besonder die schwangeren / vnnd gahn mit eim kind / das selbig wil man nit haben / wie dann ein arme fraw mit kla⸗ gen / gebar ein erschroͤcklich kind. Das kind das sie geboren / das an seinem leyb fürwar / von fleisch an jhm gewachsen / eim ketten gür⸗ tel es gleicht / er schracken die weyber all / daß sie mit mißgeburt vnnd wunder zeichen / daß sie Gott also heimsuchet / daß wir von sünden soͤllen lan. Die wunder zeichen schroͤcklich / die vns sendt der liebe Gott / hoch an deß him̄els throne / treibt man darauß ein spott / sind das nicht er⸗ schroͤckliche straaffen / die vns vor augen stond / bey jungen vnnd bey alten / laß dichs erbarmen Gott. Ach lassen vns Gott bitten / jhr menschen jung vnd alt / daß er vns woͤll bebuͤten / vnd nit straaffen mit gewalt / vnd vnser hertzen regieren / in rechter demuͤtigkeit / vnnd loben. deinen nam̄en / wir Christen alle sa⸗ men / in alle ewigkeit. Jetzunder wil ich beschliessen / die schroͤckliche geschicht / vnnd bitt die lieben Elteren / daß sie woͤllen den bricht / mit jhn heim tragen / daß sie sich bekehren drab die liebe jugent / vnnd lehren rechte thugent / bitten Gott tag und nacht. O Christen mensch faß zu her⸗ tzen / die erschroͤckliche geschicht / von der versuncknen liechtstuben / vnd der erschroͤcklichen mißgeburt / vnd den grossen wunderzeichen / die vns fürstellet Gott / durch Jesum Chri⸗ stum vnseren Herren / daß wir vns drab bekehren / helffe vns der liebe Gott. Das ander Lied. ACH Herr Gott groß noth zu die ser zeit / viel Jammer vnnd Leid / hat vns so gar vmbfangen. Du aber bist all frist / all vnser Zuflucht / wo man dich sucht / mit herrlichem ver⸗ langen / durch wahre Rew / Glaub / Lieb vñ Trew / dir gehorsam thun anhangen. Ehe Himmel vnnd Erd jhren werth / vnd Grund empfieng / bistu vorhin in ewigkeit gewesen / aller Menschen Kind geschwind / wer⸗ den schabab / muͤssen im Grab / lieb⸗ lich darinn verwesen / Nimst die zu dir / vnnd man thut jhr / doch mit der Zeyt vergessen. Wie mit gereüsch / verfleüßt ein Wasserstrom / Ja wie ein Traum behend / sich verleüret wies gruͤne Graß / ohn maß / deß Morgens fruͤ / in voller Bluͤ / gar lieblich ist gezieh ret / vnd doch deß Abends ligt alda / in duͤrres Hew verkehret. Also der Mensch geschwind / von hinnen fehrt / zwey Fuder Erd sein Coͤrper wol bedecket / Arm / oder Reych / gilt gleych / kranck oder ge⸗ sund / deß Todes Stund / die Seel den Leyb abschrecket / biß er vom Tod am Jüngsten tag / wirt wider⸗ umb auferwecket. Die erste Welt viel alte Leüte gab / mußten ins Grab / dahin ge⸗ tragen werd: Jetzund reichet man gar kaum auff achtzig Jar / vnd ist fuͤrwar / viel Jamer / Muͤh vnnd Sorgen / in dem Elend / Ja vnser End / ist vns allen verborgen. Herr Gott dein Grimm / reyßt hin grausam geschwind / auch jun⸗ ge Kinder so wol als die gar alten / denn Adams Fall vns alle verder⸗ bet hat / daß wir dem Tod gehor⸗ sam muͤssen halten / mach vns be⸗ reit / wann kompt die Zeit / auß die⸗ sem leben zuͦwalten. An meinem end bebend die Seele mein / ich dir allein herr Jesu Christ befehle / am juͤngsten tag / one klag / laß widerum̄ zusamẽ kom̄en / mein leib vñ auch mein seele / durch deinẽ todt / vnd fuͤnff Wunden rot / behuͤt vns fuͤr der Hoͤllen. End. Show less

Missgeburt in Naters, 12. Juni 1614
Wahrhaffte vnd zu vor vnerhoͤrte Newe Zeytung. Von einer erschrocklichen Mißgebuhrt / welche sich begeben vnd zu getragen den 12. Brachmon diß 1614. Jahrs / Jm Franckenland in einẽ Staͤttlein Natersperg genannt / wie ein Weib allda ein Kind auff die Welt geboren / welches zwen Koͤpff vnnd... Show more Wahrhaffte vnd zu vor vnerhoͤrte Newe Zeytung. Von einer erschrocklichen Mißgebuhrt / welche sich begeben vnd zu getragen den 12. Brachmon diß 1614. Jahrs / Jm Franckenland in einẽ Staͤttlein Natersperg genannt / wie ein Weib allda ein Kind auff die Welt geboren / welches zwen Koͤpff vnnd drey Fuͤß gehabt / vnnd wie die Haͤupter wunderbarlich geredt / auch waß sich mehr darbey verlauffen hat / wie jhr in disem Gsang vernemmen werden. Jm Thon: Wie die siben Wort. Erstlich getruckt zu Franckfurt Jm Jahr 1614. 1. NVn horchent zu jhr Christenleut / Was gschehẽ ist vor kurtzer Zeit / Als heur in disem Jahre / Von einer schrockenlichen Gschicht / Was ich euch sing ist wahre. 2. Ein Staͤttlein ligt im Franckenlãd / Natersperg ist es genant / Darinn da thete wohnen / Ein Burger Johann Blum genant / Also hab ichs vernommen. 3. Derselbig hat ein schwanger Weib/ Die gebar ein Frucht von jhrem Leib / Jm Brachmon ist es gschehen / Das Kind hat zwen Kopff vñ drey Fuͤß / Deß gleichen ist nie gsehen. 4 Wie bald das Kind auff Erden kam / Der ein Kopff hub zu reden au / Was kurtzlich ist vergangen / Wie bald derselbig auffgehoͤrt / Hat der ander angfangen. 5. Derselbig thaͤte zeigen an / Wie Gott die Straffen werd lan gan / Wol vber die gantze Welte / Man sey jetz vil hartneckiger / Dann vor der Pestilentze. 5. Wo wir nicht werden Buß thun / Vnd von den grossen Suͤnden stan. So werd vns Gott hart straffen / Mit Pestilentz vnnd Hungers Noth / Vnnd auch mit Krieg vnd Waffen. 7. Weiter thet er auch zeigen an / Wies jetzund in der Welt thut gan / Bey vnsern letsten Zeyten / Mit Hoffart vnd groß Vbermut / Gott werd dLaͤnge nicht beiten / 8. Gott hat vns gschickt die Pestilentz / Darauff thut man kein Penitentz / Die Theure sey verhanden / Die Leuth seyen nie boͤser gsyn / Solang die Welt sey gstanden. 9. Wie bald der ander hat auß gredt / Hat sich der erste wider bewegt / Vnnd fieng laut an zu weinen / Es daur jhn auff der Welt nichts mehr Dann nur die Kindlein kleine / 10. Also hands jhre Red geendt / Vund haben jhre Haͤupter gwendt / Den Geist hand sie auffgeben / Die Leut die darbey gwesen seind / Hand all geweint darneben. 11. Wie bald das Kind gestorben war / Hat mans getragen hin vnd haͤr / Jedermann zu beschawen / Es hat da gweinet Jung vnd Alt / Deßgleichen Mann vnd Frawen / 12. Darumb jhr frommen Christenleuth / Thund Buß / dann es ist grosse Zeyt / Das letst Theil ist vor handen / Vil Wunderzeichen seind schon fuͤr / Jn Deutsch vnnd Welschen Landen / 13. Darbey kanst mercken lieber Christ / Daß die letst Zeyt verhanden ist / Das soͤllen wir wol betrachten / Die Wunder die Gott schicken thut / Soln wir nicht gar verachten. 14. Dann es steht jetzund in der Welt / Das man auff Zeichen nichts mehr helt Gleich wies zSodom ist gangen / Jn Suͤnden fuhren sie stets fort / Biß dStraff einsmals ist kommen / 15. Da wolten sie einsmals zu Gott / Es ward jhn aber vil spoth / Gotts Zorn thet man da spuͤren / Der hat dieselb Statt hingericht / Mit Schweffel / Pech vnd Fewre. 16. Also foͤrcht ich werds vns auch gehn / Wañ wir nit werdn von Suͤndẽ stehn Gott wirt dLenge nicht beiten / Er thut vns warnen alleweil / Gleich wie bey Noes Zeyten. 17. Es ist jetzund an manchem Ort / Daß man muß leyden Hungers Noth / Von wegen deß strengen Winters / Das gschicht von wegen vnsrer Suͤnd / Herr Gott mach du es milter / 18. Ein vñ sechtzig Schnee gefallen sein / Jnn keiner Croneck ich das find / Die seind ein halb Jahr glegen / Darumb darff mancher Bidermann / Sein Kindern nit gnug Brot geben / 19. Deß muß entgelten Reich vnd Arm / Es geht jetzund das Gott erbarm / Doch thut sich keiner bekehren / Daß Gott der Herr sein Segen geb / Daß er vns dFrucht woͤll mehren. 20. Laßt vns Gott bitten all zu gleich / Jhr seyend gleich Arm oder Reich / Daß er vns bhuͤt allsamen / Vor disen Straffen mancherley / Durch Christum JEsum / Amen. ENDE. Show less

Wundergeschichte in Plau, 1614
Eine Warhafftige vnd gantz trawrige newe Zeitung. So sich begeben vnd zugetragen im Boͤhmerland den vier vnd zweintzigisten Junij / dises 1614. Jars in der Statt zur Plau genant da der Edle vnd Wolgeborne Herr / Graff Johann Schlicka Hof haͤlt / wie alda nicht weit vom Schlosse / eine alte... Show more Eine Warhafftige vnd gantz trawrige newe Zeitung. So sich begeben vnd zugetragen im Boͤhmerland den vier vnd zweintzigisten Junij / dises 1614. Jars in der Statt zur Plau genant da der Edle vnd Wolgeborne Herr / Graff Johann Schlicka Hof haͤlt / wie alda nicht weit vom Schlosse / eine alte verwuͤste Kirchen stehet / darinnen drey Nacht nacheinander ist lieblich gesungen / ein heller glantz sampt schroͤcklichen Gesichtern seind gesehen worden / welches mit bewilligung des Herren Grafen ist in Truck verfertiget worden / durch den Heren Heinricum Hempelium Diaconum. im Thon: Huͤlff Gott das mirs gelinge. JHr Menschen wolt euch bekehren / von Suͤnden jung vnd alt / ehe vns der Tag des Herren / so eylends vberfaͤlt. Laßt vns betẽ vnd wachen Tag vnd Nacht / man spaͤrt Gottes Zorn vnn Raach / niemand entflichen mag. Es ist gleich wie Mattheus / am 24. meldt / vnnd der Prophet Danielis / am 19. erzaͤhlt. Die Boßheit hat zugenommen sehr / man tracht jetz zuuerfolgen / die Frommee je lenger je mehr. Jetzt wolt mit fleiß anhoͤren / ein Statt zur Plan alldar / ein Kirch steht da zerstoͤret / auch verwuͤstet / etliche Jar / darinn hat man thun sehen schon / einen hellen Glantz gar schone / vnd gehoͤrt einen lieblichen Thon. Gar nahe bey diser Kirchen / daselbst stehet das Schloß der Graff saß da in forchten / fuͤr disen wun⸗ der groß / stund mit all seinen Raͤhten auff vmb Mit⸗ ternacht vmb Zwoͤlffe / merckten gar fleissig drauff. Drey Nacht wol an einander / hat es gewehret frey / daß man hoͤrt lieblich singen / so schoͤne Melodey / jederman sich verwundert hat / der Thon ist da erschol⸗ len / wol vber die gantze Statt. Der Graff mit seinen Verwandten / rhatschlagten von der Sach / mit sampt den Predicanten / daß die Kirch ward auffgemacht / geöffnet inn der dritten Nacht / das Volck zu allen Thoren / lieffen zu mit allen Macht. Alles Volck war in Forchten trungen zur Kirchen ein / ein jeder der wolt sehen / den hellen lieblichen schein / vñ zu hoͤren dem schoͤnen Gesang / solcher schoͤ⸗ nen Melodey / wie es in der Kirchen erklang. Als sie in die Kirchen kamen / funden sie darinnen stahn / vil Todtencoͤrper zusamen / waren schroͤcklich zusehen an / ln diser forcht vnd grossem grauß / viel Leut sich theten entsetzen / lieffen zur Kirchen hin⸗ auß. Die Pfartherren begundten zuruffen / vnd sprach⸗ en die Todten an / die Graͤber stunden offen / das sah ein jeder Mann. Ach lieber thut vns bescheiden was das bedeuten sol / das jhr singt mit Frewden / als wers ins Himmels Saal. Ein Stimm man ruffen hoͤrte / wol zu der selben Stund / mit gar klaͤglichem Worte / der Tag des Her⸗ ren kompt. Drumb singen jetzt mit frewden / wir Todten allzumal / er waͤrd kommen in kurtzen Zeiten/ der vns erloͤsen soll. Darumb wolt euch bekehren / ruͤffen sie alle zu⸗ gleich / groß Sterben wirdt schicken der Herre / bee⸗ des vber Arm vnd Reich / groß Hungersnoht vnnd Hertzenleyd / wuͤrdt Gott ins Land thun senden / be⸗ kehret euch / jhr habt hohe Zeit. Weitter theten sie sagen / Gott hat sie außgesant es werden kommen viel Seuchen vnd Plagen / wol in das Teutscheland / grosse Herren werden mit Todt abgehen / damit thetens verschwinden / das Volck blieb in Trauren stehn. Darnach sah men fuͤr Augen / vber diser Kirchen betracht / zween grosse Regenbogen / wol durch die gantze Nacht / mit Sternen vberffluͤssig / die man sehr erschroͤcklich sahe / der Mond der schin so blutig / biß an den liechten Tag. Zwey Gesicht liessen sich schawen / sah man mit grosser Forcht gleich wie zwen Engel mit Posaunen / zwischen die Regenbogen durch. Der Himmel gieng von einander / das sahe ein jeder Mann / meinten in disem Wunder / die Welt wuͤrde vntergahn. Als nun der Monden vnter / da war es alles ge⸗ than / der Graff het besonder / dise Geschicht vor stunden an / durch all sein Land geschriben / daß man es soll zeigen an / daß es nicht bleib verschwigen / als Volck eur Buß vermahn. Ein Burger woll anboͤren / der hieß Hanß Leh⸗ man frey / der wolt auch mit hinauß gehen / er ver⸗ lachts / hieß es nur Phantasey / da strafft ihn Gott zur selben stund / das er jn etlichen Stunden / von der Statt nicht geben kundt. Biß das die Predicantẽ / alles Volck in der Statt / auch seine Freunde vnnd Verwandten / den lieben Gott erbat / das er jhm wolt verzeihen thun / alle sei⸗ ne Suͤnde / er hab vnrecht getban. Sie brachten jhn von dannen / mit Ach vnd gros⸗ sem Wehe / die jhm da stieß zuhanden / er kondt weder gehn noch stehen / er lag biß auff den funfften Tag / darnach ist er verschieden / mit Ach vñ grosser Blag. Dise grosse Wundergeschichte / haben die Burger bekannt / jederman thun berichten / in Staͤtt vnd fle⸗ cken gesandt / das wir vns wollen bekehren / von Suͤnden Jung vnd Alt / ehe vns der Tag deß Herren in der Eyl vber faͤlt. Darumb jhr Christenleute / nemmet dise geschicht in acht / vnd nicht Gottes Wunderzeichen / so spoͤtt⸗ lichen veracht / sondern alle sampt bereitet fein / wañ Christus der Herr wuͤrdt kommen / mit den Außer⸗ woͤhlten sein. ENDE. Gedruckt zu Augspurg / bey Georg Kreß Brieffmaler / bey Barfuͤsser Kirchen Hauß vnd Laden. Show less

Wundergeschichte von einem Bäcker und seinem Brot; Letzte Worte eines Verurteilten; Trostlied
Ein warhafftige newe Zeittung Von einem Becken / welche sich zuge⸗ tragen im Wallisserland / Neuen Sorg ge⸗ nandt / allen Christen troͤstlich / vnnd zuverhof⸗ fen eines guten fruchtbarn Jahrs vnd wol⸗ failer zeit / so sich dises 1615. Jars ver⸗ lauffen wirdt. Jm Thon: Kompt her zu mir... Show more Ein warhafftige newe Zeittung Von einem Becken / welche sich zuge⸗ tragen im Wallisserland / Neuen Sorg ge⸗ nandt / allen Christen troͤstlich / vnnd zuverhof⸗ fen eines guten fruchtbarn Jahrs vnd wol⸗ failer zeit / so sich dises 1615. Jars ver⸗ lauffen wirdt. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes rc. Das Ander Ein schoͤn newes Lied / so ein Gfang⸗ ner gemacht / kurtz zuvor ehe er ist vom Le⸗ ben zum Todt gericht worden / in seiner eygnen Melodey. Das Dritt Ach wo soll ich mich wenden hin / daß ich getrost moͤcht werden. Jm Thon: Ach wo soll ich mich wenden rc. Getruckt zum Hoff im Voitland / durch Johann Pfeilschmid / 1615. ACH GOtt in deinem hoͤchsten Thron / ich bitt durch Christum deinen Sohn / ver⸗ leyh mir dein genade / daß ich moͤg melden zu diser frist / was gar newlich geschehen ist / von deinen Wunderthaten. Wie sich dann zugetragen hat / im Wallischer Land in einer Statt / Newen Sorg thut man sie nennen / was sich da hat begeben zwar / jetzund newlich in disem Jahr / nun merckt anfang vnnd ende. Als man zehlt Sechzehenhundert Jahr / 14. darzu die Jahrzahl war / den 20. December ich sage / hat sich der Jammer vnd grosse Noth / laß dichs erbarmen O HErre GOtt / mit schmertzen zugetragen. Ein Flecken grossen Muͤllbach genandt / ist manchem Mann gar wol bekandt / darinnen ein Beck thet wohnen / Lorentz Frewdenberger sein Name war / auff den Marckt thet er fahren dar / mit einem Karrn voll Brodte. Wie er auff den Marck kom̄en thet / die Herrn kamen an der stett / das Brodt wol zu besehen / ein Laib sie namen an dem end / schnitten jhn auch auff gar geschwind / hoͤrt was da thet geschehen. Da fiel herauß das Korren schon / das ha⸗ ben die Leuth gesehen nun / seind auch erschrocken sehre / ob diser grossen Wundergschicht / nun solt jr hoͤren den Bericht / wie es weitter thet ergehen. Sie namen den andern Leib auch schon / hat⸗ ten jhn auch auffschneiden thon / hoͤrt wie es da ergienge / so gar erschrocklichs Wunder groß / sah man auch da ohn alle maß / das Blut herauß thet springen. Sie griffen zu vnders in Karren nein / vnnd namen noch ein Lab Brodt fein / thetten jn auch auffschneiden / das thet auch gar ein grossen knall / daß man es hoͤret vberall / auff dem Marckt allent⸗ halben. Darnach namen sie das Brodt behend / lief⸗ sens auffs Rahthaus tragen gschwind / vnd the⸗ tens alles besehen / das war alles so huͤbsch vnnd fein / als kein Brodt auff dem Marckt mag sein / nun hoͤret wie es da ergienge. Man nam den Becken mit gewalt / vnd fuͤhrt jhn für die Herren bald / da woͤlt man jhn befra⸗ gen / er thet erschrecken allso schr / daß er fiel in ein Onmacht schwer / lag biß an andern Tage. Den andern Tag wolt man jhn begraben fein / vnnd legt jhn da inn Sarg hinein / da thet er sich auffrichten / vnd sprach halt stil jr Christenleut / was ich euch muß anzeygen heut / auch kuͤrtzlich thun berichten. Da hat er den Leuthen gezeyget an / der erst Laib soll bedeutten thon / das Jahr soll wol gerah⸗ ten / ein Scheffel Koren mercket fein / das soll man wider kauffen ein / vmb ein Regal fürware. Nun hat der ander die Bedeuttung zwar / daß sich inn dem 16. Jahr / grosse Krieg werden erheben / gegen Nidergang der Sonnen dar / wirdt sich erregen groß Kriegsgefahr / vmb vn⸗ ser gottloß leben. Zu letst saget er auch darvon / was der dritt Laib fuͤr ein Bedeutung solt hon / das solt jr auch bald hoͤren / der Rauch der thut vns zeygen an / wo sich die Leuth nicht bekehren thun / werden sie jeh⸗ ling sterben. Der Knall thut vns auch zeygen an / von grof⸗ sen Suͤnden abzulahn / von fluchen / schwoͤren vñ prachte / von Vnzucht / Geitz vnnd Wucherey / Neyd / liegen / triegen / Schinderey / Gott wirdt sonst straffen mit Machte. Wie er nun alles vollendet hat / zwen Engel kamen an der stat / theten jhn bald hinfuͤhren / von dieser argen boͤsen Welt / da hat man noch eine Stim̄ achoͤrt / thut euch doch einmal bekehren. GOtt warnet vnns so Vaͤtterlich / mit viel Wunderzeichen vnnd Geschicht / all Augenblick und Stund / mit Pestilentz vnd jehen rodt / mit Krieg / Auffruhr vnd Hungensnot / biß die Welt geht zu grunde. Darumb jhr frommen Christenleuth / ich bitt euch fleissig zu diser zeit / thut die Wunder betrach⸗ ten / die vns Gott taͤglich fuͤr Augen stellt / in di⸗ ser hochbetruͤbten Welt / noch thut sich niemand dran kehren. Das Ander Lied. Ein junges leben hat ein end / mein Frewd vnd auch mein Leyd / mein arme Seele soll behend / scheyden von meinem Leib. Mein leben kan nicht lenger bestehen / es ist sehr schwach / es muß vergehen / es fehret dahin mein Frewd. Es fehrt dahin ein weitten weg / mein Seel mit grossem Leyd / mein Leib man traurig inns Grab einlegt / wie Aschen er zerstaͤupt / als wann er nie geboren wer / vnd nimmermehr wer kom̄en her / auß meiner Mutter Leib. Ade / Ade / O Welt Ade / verlassen muß ich dich / inn dir hab ich kein Frewde mehr / von dir muß scheyden ich. Jnn dir hab ich kein Frewd noch Ruh / mann druck mir dann die Augen zu / das muß ich klagen sehr. Jch klag nicht daß ich scheyden muß / von dir du schoͤne Welt / allein mein Hertz ist trawrens voll / weil mich mein Suͤnd vberfellt / die ich mein Tag begangen hab / die hilfft mir von meim leben ab / vnd bringt mein Leib ins Grab. O Jesulein du hoͤchster GOtt / was hab ich dir gethan / all meine Suͤnd vnd Missethat / kla⸗ gen mich hefftig an / dannoch will ich verzagen nicht / vor deim Goͤttlichen Angesicht / vmb gnad ruff ich dich an. Ach Herre Gott mein Creutz vnd Noth / er⸗ trag ich mit gedult / ich bitt dich liebes Jesulein / woͤllst mir verzeihen mein schuld / vnd mich nem⸗ men zu gnaden an / den gefasten Zorn setz jmmer hindan / du edler Ehrenpreis. Ach sih doch an die hoͤchste Flam̄ / JEsus du Koͤnig mild / welche schlaͤgt vber mein Haupt zu⸗ sam̄, vnnd mich verzehren will / mein Hertz ist wie ein gluͤender Stein / vnnd ist bekleydt mit Angst vnd Pein / ach hilff mir ein mal darvon. Kein Frewd ich in der Welt mehr hab / ver⸗ lassen muß ich sie / all meine Freund gesegne ich nun / weils muß geschiden sein / darumb will ich jetzt lassen ab / zurichten thun ein trawrigs Grab / darinn mein Leib ruh hab. Gesegne dich Gott Stern / Sonn vnd Mon / deßgleichen Laub vnd Gras / vnnd alles was auff Erden grunt / vnnd was der Himel beschlos / be⸗ filh mich hiemit der Schutzherrn mein / sampt einen lieben Engelein / Ade zu guter Nacht. Der dises Liedlein hat erdacht / auß trauri⸗ gem Hertzen sein / der wuͤnscht hiemit viel guter Nacht / sein Weib vnnd Kindern klein / befilchts sie GOtt dem Herrn allein / der woͤll hin fort jhr Helffer sein / vnd sie beschutzen fein. Das dritte Lied. ACH wo soll ich mich wenden hin / daß ich getrost moͤcht werden: mir ist betruͤbt hertz Muth vnd Sinn / mich traͤncken vil Be⸗ schwerden. O GOtt mein Herr / O GOtt mein HErr / wie hart hat mich getroffen / groß Kuͤm⸗ mernuß vnnd Truͤbsal schwer / auff dich will ich stets hoffen. Jesus das wahre Gottes Lamb / kan mir mein Schmertzen stillen: das mir zu trost von Himmel kam / vmb meiner Suͤnden willen. Mein Hertz hat sich zu dir geselt / Christum mein GOtt vnnd HErren / hab ich zum Helffer außerwaͤhlt / keins andern thu ich begeren. Schoͤn / reich / fromb / aller Gnaden voll / bistu mein Gott vnd Herre du wirst mich auch / das waiß ich wol / verlassen nimmer mehre. All frewd vnnd Kurtzweil dieser Welt / hab ich von mir ge⸗ sendet / zu meinem Gott / wie obgemeldet / hat sich mein Hertz gewendet. Ach trewer GOtt ich bitte dich / dein heyligen Geist mir sende: der mich erhalt bestaͤndigklich / biß an mein letstes Ende. Daß ich moͤge zu aller zeit / in lieb vnd leyd der massen / gedultig sein in sonderheit / allein auff dich verlassen. Dann ich auch das vertrawen hab / zu dir mein GOtt vnd HErre / du werdest meine Suͤnd vorab / gedencken nimmermehre: darumb ich auch das Liedlein sing / dir HErre GOtt zu Ehren / frisch auff mein Seel vor freu⸗ den spring / vnd lob Gott dei⸗ nen HErren. ENDE. Show less

Belagerung von Braunschweig durch Hzg Friedrich Ulrich; 1615
Gruͤndlicher Bericht / vnd Zeitung / Wie es mit jhr Fuͤrstl. Gnaden Hertzog Friederich Vlrich von Braunschweig / rc. Vnd dann der Stadt Braun⸗ schweig in der Belaͤgerung auff beeden seiten ergangen / auch entlichen zum ende gelauffen ist / Jn welchem die vornembsten Stuͤrm vnnd Scharmuͤtzel... Show more Gruͤndlicher Bericht / vnd Zeitung / Wie es mit jhr Fuͤrstl. Gnaden Hertzog Friederich Vlrich von Braunschweig / rc. Vnd dann der Stadt Braun⸗ schweig in der Belaͤgerung auff beeden seiten ergangen / auch entlichen zum ende gelauffen ist / Jn welchem die vornembsten Stuͤrm vnnd Scharmuͤtzel begriffen seind. Jn ein Gesang verfast / wie man Graf Niclas von Serin singt. Gedruͦckt zu Magdeburg / durch Johann Franck / Jm 1615. Jar. 1. MAn fragt in diesen tagen / nur von den Zei⸗ tungen Neu / den Leuten fuͤr zutragen / wie es ergangen sey / Mit Braunschweig der schoͤn Stadte / vnd dem Hertzogen gleich / was sich begeben hatte / bey Tag vnd Nacht so spate / ob auch fried sey im Reich. 2. Darauff bin ich beflissen / solches zu zeigen an / zum theil werd jhr wol wissen / warumb es thet zu gahn / daß der Hertzog die Pforten / wolt vnge⸗ sperret han / das wolt die Stadt mit worten / nich eingehen an den orten / so fieng der Krieg sich an. 3. Der Fuͤrst mit Heereskraffte / zog fuͤr Braun⸗ schweig die Stadt / sein Laͤger wol anschaffte / mit wolbedachtem rath / die Staͤttischen behende / ein außfahl theten bald / wol in der Nacht am ende / erschlugen mit jhren haͤnden / sechs vnd dreissig Mann mit gwalt. 4. Darauff Jhr Fuͤrstlich Gnade / viel Schuͤß in dStadt ließ gan / hergegen auch die Stadte / naußschoß / vnd wagtens dran / vnd vmb Mitta⸗ ges zeiten / wider naußfielen sie / mit 800. bereite / daß also vff beyden seiten 36. todt blieben hie. 5. Vier Adelich Personen / in deß Hertzogen hauff / musten jr Leben lane / ein Fendrich gab auch auff / sein Geist / vnd endet sein Leben / hernach jhr Fuͤrstl: Gnad / viel Feuerkugeln eben / mit schiessen hinein thet geben / war den Braunschweigern schad. 6. Doch einen List erdachten / die Braunschwei⸗ gischen gut / ein grosses Fewer machten / als ob in einem Glut / die gantz Stadt stuͤnd mit trauren / vnd wer gezuͤndet an / der Hertzog ohne schauren / ruckt nah zu der Stadtmauren / wolt Sturm lauf⸗ fen an. 7. Doch wurder abgetrieben / die Stadt wehrt wacker sich / vil seynd jm todt geblieben / auch weiter hoͤret mich. Das Pflaster in allen Gassen / das wurd gehoben auff / wo der Feind kaͤm dermassen / wolten sie nicht ablassen / mit Stainen werffen drauff. 8. Nach allen diesen sachen / jhr Fuͤrstlich Gnad dißmal / drey hoͤher schantz ließ machen / gar hoch / geleich dem Wahl. Darauff er fuͤhren liesse / 32. grosse Gschuͤtz / all Mitternacht so gwisse / er sie ließ hinein schiessen / deß war die Stadt verdruͤß. 9. Doch warens vnverdrossen / stelten sich auch zur wehr / mit Fewer sie auch nauß schossen / bsche⸗ digten sFuͤrsten Heer. Deß Hertzogen verwun⸗ den / fuͤhrt man in Spital hin / gen Wolffenbuͤttel zur stunden / damit sie wuͤrden gebunden / groß klag ist vnter jn. 10. Hertzog Friderich hochgeboren / ein Kriegs⸗ mann zu dieser Zeit / hat bey jhm außerkoren / wol⸗ versuchte Kriegßleut. Von vielen Nationen / auf manchem Land dergleich / Spanisch vnd Welsch Personen / Niderlaͤnder vnd Wallonen / vnd Ober⸗ sten auß Franckreich. 11. Noch weiter muß ich sagen / im September dem Herbstmon / den fuͤnff vnd zweintzigsten tage / fieng wider zu stuͤrmen an. Der Hertzog mit gan⸗ tzer machte / der Stadt hart setzet zu / 3. Tag vnd auch 2. Nachte / es moͤcht wol mancher verschmach⸗ ten / sie hetten wenig ruh. 12. Die Stadt stundt wolin trauren / zu dem setzi⸗ gen mal / sie musten all auff dMauren / die Bur⸗ gerschafft ohn zahl. Was alt war 18. Jare / der wurd geschonet nit / der Handwercks grosse schare / thet man in kein weg sparen / Weiber musten auch mit. 13. Mitwochen nach Mittage / sich dieser sturm endt / es ist wol zubeklagen / wie viel jhr seynd be⸗ hendt / in solchem sturm geblieben. Der Mann ein grosser hauff / 8000. find ich geschrieben / auffs Hertzogen seiten seine lieben / Hauptleut / die gien⸗ gen drauff. 14. Die Zahl hat nit gefelet / wie ich vernom⸗ men han / 1500. wurden gezelet / von Mann vnd Weibsperson. Die Braunschweiger verloren / in solchem sturm zwar / zween Burgermeister erko⸗ ren / 30. Fuͤrnemmer geboren / man drunter funden war. 15. Die Stadt sich mit gewalte / dem Fuͤrsten wi⸗ dersetzt / fast taͤglich hinauß fallen / gar beissig vnd verhetzt. Wie sie denn allbereite / Schantz einge⸗ nommen haben / darinn viel Silberschmeide / 6. grosse stuͤck zum streiten / theten sich mit begaben. 16. Gustrow wurd auch gefangen / in solchem Tu⸗ mnlt bloß / Nach jhm die Stadt verlanget / in dem getreng so groß. Must er enden sein Leben / die Wei⸗ ber in der Stadt / lauffen auff dMauren eben. zum streiten sich ergeben / sey gleich fruͤ oder spat. 17. Das Wasser thetens stemen / die Hertzogischẽ drat / meynten sie wolten demen / die Buͤrgerschafft der Stadt. Die theten hinauß fallen / den Tham zerrissen gar / zerhauten diesen alle / des Fuͤrsten Volck mit schalle / nam dieses Tumults gwar. 18. Der Trotto kam gerennet / mit etlich Reutern gut / die Staͤttische zertrennet / vnd mit behertztem Mut. Biß an das Thor zumale / vnd trieb sie wi⸗ der hinein / bald einer auff dem Wahle / schoß auff Trotto dißmale / end er das Leben sein. 19. Auff beeden seiten eben / viel Volcks geblieben ist / hat kost manch schoͤnes Leben / auch ist mir wol bewist / daß der Fuͤrst hat zerschossen. Den An⸗ dreas Thurn hoch / hat wol die Stadt verdrossen / deß Kriegs hat niemand gnossen / Gott helff vns allen noch. 20. Zum end so ist gekommen / der Krieg das wal⸗ tẽ GOtt / den Tag hab ich vernommen / daß jhr Fuͤrstliche Gnad. Von der Stadt Braunschweig sich wendet / im November eilfften Tag / hat also sich geendet / Gott seine Gnad hersende / daß auß bleib alle Plag. 21. Ein Fried soll werden troffen / auff beyden sei⸗ ten drat / deß guten woͤllen wir hoffen / GOtt geb darzu sein Gnad. Daß Frid vnd einigkeite / moͤg kommen auff die Bahn / jetzt vnd zu allen Zeiten / daß ein End nem der streite / das wuͤnsch ich jeder⸗ man. Ein schoͤn new Geistlich Lied. MEin GOtt vnd HErre / mein Glauben mehre / durch dein rein vnd gute Lehr / wenn ich muß scheiden / wol⸗ lest mein Leyden / Abkuͤrtzen schone / in deinem Thro⸗ ne / durch deinen allerliebsten Sohn. Wann ich nur habe / dein Wort vorabe / gibts meim her⸗ tzen Trost vnd Krafft / Was will ich mehre / mein GOtt mein HErre / wann du bist mein / vnd ich bin dein / wie kan vnd mag mir besser seyn. Gut vnd auch Geldte / den stich nicht helte / sondern bleibt alles in der Welt / Aber dein Worte / bleibt hie vnd dorte / inn ewigkeit / ist es ein leidt / allen die es verhassen auß neidt. Teuffel vnd Todte / werden zu spote / bey meim lieben ge⸗ trewen GOtt / Wenn ich gleich stuͤrbe / ich nicht verduͤrbe / das ewig Leben / wirstu mir geben / sing ich dir allzeit lob Ehr vnd preiß. Last vns loben vnnd preisen / vnd danck beweisen / vnsern lieben getrewen GOTT / vnnd dem heiligen Geiste / der vns auch leiste / vnd vns regiere / vnd auch heimfuͤhre / in das ewige Himmelreich. ENDE. Show less

Gegenlied; Gegenlied, von den zehn Geboten
Zwey newe Gegenlieder / Das Erste / Wider das Famoß Lied / so faͤlschlich vnder dem Namen der Stadt Basel / wider den Catholischen Pfaltz⸗ graffen von Newburg / rc. durch offent⸗ lichen Truck spargiert worden. Jm Thon / Der Galgen ist dein rechter Lohn. Das Ander / Von den Zehen Gebotten... Show more Zwey newe Gegenlieder / Das Erste / Wider das Famoß Lied / so faͤlschlich vnder dem Namen der Stadt Basel / wider den Catholischen Pfaltz⸗ graffen von Newburg / rc. durch offent⸗ lichen Truck spargiert worden. Jm Thon / Der Galgen ist dein rechter Lohn. Das Ander / Von den Zehen Gebotten / so wider den Pabst vnd Spino⸗ lam außgesprengt. Getruckt im Jar Christi 1615. Gegenlied / Wider das Famoß Lied / so faͤlschlich vnder dem Namen der Stadt Basel / wider den Catholischen Pfaltzgraffen von New⸗ burg / rc. durch offentlichen Truck spargiert worden. I. EJn vnbenanter Predicant / Hat all sein Heyligkeit dran gspant / Damit man seh / ja greiff darbey / Daß er gut Euangelisch sey. II. Nent sich ein Guͤlcher Vnderthan / Vnd greifft sein eigne Fuͤrsten an / Pabst / Kayser / werden von jhm gschendt / Vnd als was sich Catholisch nent. III. Das heist die Obrigkeit geehrt / Wie Christus / Petrus / Paulus lehrt / Soll dises Euangelisch seyn / So schlag der wilde Siechtag drein. IV. Heist diß gehalten fein vnd schon / Den Friden der Religion / Jsts doch eim Bawren Knecht erlaubt / Was er vermoͤg diß Fridens glaubt. V. Ja gar die Caluinisterey / Jst niembts als jedermenig frey / Die doch im Friden nit begriffn / Wer ist / der da darwider piffn: VI. So doch das Lutherthumb mit macht / Zu jhnen faͤlt / wer ist ders acht: Vil Luthrisch Lehrer / den man traut / Sindt selbst Caluinisch in der Haut. VII. Als wie Goͤrg Bayer / wie bewist / Erst jetzo kombt an Tag sein List / Man frag zNewburg die Kirchen Raͤth / Was Duͤsseldorff sie brichten thaͤt. VIII. Weit aͤrger ist der Predicant / Der seinen Fuͤrsten so anzant / Rebellisch macht den Vnderthon / Der Galgen waͤr sein rechter Lohn. IX. Noch darff man solches Bubenstuckh / Befuͤrderen durch offnen Truckh / Allda auch wider Gott vnd Recht / DStadt Basel schaͤndtlich wirdt ge⸗ schmaͤcht. X. Die truckt man drauff : sie weiß nichts drumb / O schoͤnes Euangelium / Erst newlich jhr auch also gschach / Jhr Trucker selber andt die Schmach. XI. Mit Bellarmin dem Cardinal / Den sie außbreiten vberall / Was Dantzig Lauin haben truckt / Wirdt der Stadt Basel auffgeruckt. XII. Die Obrigkeit durch d Finger sicht / Fragt nit darnach wem vnrecht gschicht / Ob schon die Sachen so gar bschabn / Daß niemandt will den Namen habn. XIII. Wer ist der d Prebicanten straff Was sie thun / zeihen sie die Schaff / Jhren eignen Herren nit verschon / Verhetzen jhre Vnderthon. XIV. Auff solch gut Predicantisch wesn / Gehoͤrt deß Meister Hansen Besn / Vnd gschicht den Lutherischen Recht / Das sie da selber werden gschmaͤcht. XV. Dann wie der Hirt so seind die Schaff / Verdienen beyde gleiche Straff / Da sicht man wie sie gar verblendt / Vnd jhre eigne Haͤndt verbrendt. XVI. Da sicht man ewren schoͤnen Geist / Das Gleissen schlagt jhr vbern Leist / Je mehr der Pfaltzgraff dises merckt / Je mehr wirdt er im Glauben gsterckt. XVII. Er sicht daß ewer Sach suspeckt / Was hindern Predicanten steckt. Wie diser Laruirt ⸗ Vnderthon / Sein Fuͤrsten ehrt mit Spott vnd Hon. XVIII. Ein schlimmer loser Predicant / Ja jeder pfifiger Bachant / Darff schaͤnden / liegen / wie er will / Darzu man jhm hilfft in der still. XIX. Drumb wagen sieß so duͤrr hinein / Wer kan dann da mehr sicher sein / Die hoͤchsten Haͤupter / Gsatz / Ge⸗ bott / Wirdt jetzundt als zu lauter Spott. XX. Will man ein weisen zur gebuͤr / So sagt er flux / Jch protestier / Vnd das doch gar ist auß der weiß / Woͤllen sie dessen haben preyß. XXI. Wen sie am Seil lang fuͤhren vmb / Der soll jhn erst noch dancken drumb / Vnd jhn erzeigen grosse Ehr / Den sie betrogen mit jhr Lehr. XXII. Diß sey genun O Vnderthon / Mich dunckt man soll es wol verstohn / Je mehr jhr ewren Herren schendt / Je baß er ewren Glauben kendt. Das ander Gegenlied / Von den Zehen Gebotten / so wi⸗ der den Pabst vnnd Spinolam außgesprengt. Prefation. WJltu zum Lebn eingehn / sagt Gott / So schaw vnd halt die zehn Gebott. Der Luther sagt das Widerspil / Mosen an Galgen hencken will. O schoͤne Vnion. I. Du solt glauben an einen Gott. Vil Secten Luther hat geborn / Dern jede sein will außerkorn / Als glaubten sie an einen Gott / So doch ein Rott der andern spott. O schoͤne Vnion. II. Den Namen Gottes nit eytel nenn / rc. Dein Nam / O Gott / wirdt hoch geschent / Beym hundert Tonnen Schlapperment / Mann leß die Zeitung von Berlin / Getruckt im Jar das jetzt verschin. O schoͤne Vnion. III. Du solt den Feyertag hei⸗ ligen. Da ist der Gottes Dienst vnd Ampt / Als abgethon / vernicht / verdampt / Ein falsche Predig thuet das best / Das Arm Volck wirdt mit Lugen gmest. O schoͤne Vnion. IV. Vatter vnnd Mutter inn Eh⸗ ren haben. Kein Mensch / kein Standt / kein Wuͤrd auff Erdt / Ja nichts im Himmel ist so werdt / Das Luther der Gottlos Phantast / Nicht hab entehrt vnd angetast. O schoͤne Vnion. V. Du solt nit toͤdten. Weit vberhundert tausent Baurn / Hat Luther gmetzget ohne Taurn / Vnd sie gebracht vmb Leib vnd Seel / Dann das (sagt er) war mein Beuehl. O schoͤne Vnion. VI. Du solt nicht Vnkeuschheit treiben. Was Luther für ein keuscher Han / Das Zeugen seine Schrifften an / Wie kans da an der Keuschheit fehln / Da Moͤnch vnd Nonnen sich vermehln O schoͤne Vnion. VII. Du solt nicht stelen. Stifft / Kirchenguͤter / Cloͤster / Claußn / Rath du wie vil : Das heist recht maußn / Jm Sackh man euch die Haͤndt ertapt / Gebt vns was jhr gestolen habt. O schoͤne Vnion. VIII. Du solt kein falsche Zeugnuß geben. Alls Lietzen ist ein lauter Tunst / Gegen deß Luthers Lugen Kunst / Sein Pursch die hats von jhm gesogn / Jhr Lufft im Hals der ist erlogn / O schoͤne Vnion. IX. Deins Nechsten Gemahels nit begern. Der Luther kan den Text gloßiern / Wann d Fraw nit will / so kumm die Dirn / Nichts liebers ist auff diser Erdn / Als Weiber Liebe / wems kan werdn. O schoͤne Vnion. X. Deines Nechsten Gut / Ochs / oder Esel / rc. Alls was die Predicanten habn / Sich / jhre Weiber / Kinder labn / Jst lauter vns abgestoln Guet / Schwindhin / Jn dleng nit weren thut. O schoͤne Vnion. Post Fation. Jch Luther sag es rund vnd keckh / Man thu die Zehn Gebott hinweckh / So hoͤren auff all Ketzerey / Da werden wir dann Vogel frey. O schoͤne Vnion. Erinnerung. Wider den Pabst vnd Spinolam / Hat man Bachantisch ohne Scham / Reimweiß außgsprengt die Zehn Ge⸗ bott / Vnd schicht zu jhrem einen Spott. Kyrie eleyson. ENDE. Show less

Familienmord, Bentaroda; 1616
Wahre Abcontrafactur vnd eygentliche Abbildung: Der gantz trawrigen vnd erbaͤrmlichen Mordthat / welche sich begeben vnd zugetragen hat in disem 1616. Jahr / den 13. Januari / deß Abends vmb 11. Vhr / Jn einem Dorff Bentaroda genant / im Oberge⸗ richt Muͤnden / ein meil wegs von Cassel: Wie... Show more Wahre Abcontrafactur vnd eygentliche Abbildung: Der gantz trawrigen vnd erbaͤrmlichen Mordthat / welche sich begeben vnd zugetragen hat in disem 1616. Jahr / den 13. Januari / deß Abends vmb 11. Vhr / Jn einem Dorff Bentaroda genant / im Oberge⸗ richt Muͤnden / ein meil wegs von Cassel: Wie allda ein Mann mit Namen Michel Mosenheuer / seines Handwercks ein Schmid sein Weib vnd Schwigermutter / sampt 5. Kinder Jaͤmmerlicher weise vmbs Leben gebracht / Auch sich selbst letzlichen erschossen. Zur war⸗ nung einem jeden from̄en Christen in Truck verfertigt / vnd in disen Gesang gebracht: Jm Thon / Es ist gewißlich an der Zeit / rc. ACh Gott in deinem hoͤchsten Thron / du wollest mir Gnad verleihen / Jch bitt durch Christum deinem Sohn / thu mir meine Suͤnde verzeyhen / Auff das ich jetzt mag hebẽ an / solch Wunder auß zu breytẽ schon / welchs newlich ist geschehen. Als man zelt tausent sechshundert Jar auch 16 darneben / im Monat Januari für war/ hat sich schroͤcklich begeben / ein gantz grewliche that / so man vor nie gehoͤret hat / bey mans gedencken eben. Ein Dorff das ist vns wolbekand / im O⸗ bergericht Maͤnden eben / Bentaroda ist es genant / ein meil von Cassel gelegen / darinen ein reicher Schmidt fürwar / gewohnet hat nun etliche Jar / hoͤrt was ich thu erklaͤren. Michel Mosenheuer sein Name ward / nit mehr jung von Jaren / welcher mit sei⸗ nẽ Weibe zwar / im Ehestand ward gewe⸗ sen / etliche Jar wie ich euch meld / dem Got beschert auff dise Welt / 5. Kinderlein beym Leben. Drey Knaben vnd zwey maͤgdlein recht / O Christ thus wol betrachten / vnd merck du gantz Menschlich geschlecht / Gott solst du nicht verachten / sondern jhn taͤglich ruͦffen an / auch nit thun wie diser hat ge⸗ than / dem Vngluͤck thut stets wachen. Jetzt kom̄ ich nun zum Anefang / mein Hertz moͤcht mir zuspringen / mein gemuͤht ist schwer / mein Hertz ist kranck / mein augẽ die thun riñen / von wegen der schroͤcklichẽ That / so diser jetzt begangen hat / mit sei nem Weib vnd Kindern. Den 13. Tag Janu. fuͤrwar / auff dem Abend thu ich sagen / der Teuffel jhn beses⸗ sen gar / er fieng schwer an zu klagẽ / O weh O weh vber weh / mein gantze Nahrung mir zergeht / nicht genugsam kan ich sagen. Wie nun die Mitternacht kam herbey / thet er sich auffmachen / zu seinem Bett das sag ich frey / in welchẽ sein Weib thaͤt schlaf⸗ fen / ein Sebel krum̄ hat er in der hand / damit er sein Weibe kranck / den Kopff elendig ab⸗ gehawen. O Christẽmensch ich weiter bitt / thu dise figur anschawẽ / vñ sihe wie dise boͤßwicht gehaust mit seiner Frawen / darbey ers noch nit bleiben ließ / als bald er zu der Schwiger muter lieff / mit gar schroͤcklichem grausen. Den Kopff hieb er jhr bald entzwey / mit gar elendem klagen / sampt 14. wunden auch darbey / nit alles kan ich sagen / wie er mit jhr vmbgangen ist / so als geschah jhn kurtzer frist / mein hertz moͤcht mir verzagẽ. Noch weiter hat er keine ruh / der Teuffel hat jn besessen / er lieff dem kleinste kinde zu / deß Vatter Hertz hat er vergessen / welches in der Wiegen lag vnd schlieff / mit dem Se⸗ bel ers entzwey hieb / so gantz vnvergessen. Kein Barmhertzigkeit bey jhm man spürt / er hat kein ruh noch raste / der Teuf⸗ fel jhn so gantz verfuͤhrt / wol in der selben Nachte / das er zum vierdten wie du hie sihest / sein liebsten Sohn hat hingericht / O Mensch nimbs wol in achte. Den rechten Arm vom leibe sein / elendig thaͤt abhawẽ / deß gleichen auch in Kopffe nein / 3 wunden gantz mit grawẽ / das einem sein Hertz zerspringen moͤg / ob diser schroͤck⸗ lichen Geschicht / wie du hie thust schawen. O Christlichs Hertz schaw weitter an den gar schroͤcklichẽ Jam̄er / wie drey kinder im Bette nun / schlieffen so gar ohn kum̄er dem lieff der Moͤrder eylends zu / der teuffel ließ im gar kein ruh / er hat in gantz besessen. Die thoͤt er all mit seiner hand / wie du hie sichst vor augen / das Blut wol in der Stu⸗ ben stund / es moͤcht wol einẽ grawẽ / der nun dise Figur ansicht / O Christlichs Hertz ver⸗ acht es nit / halt Gott nur stets vor Augen. Der Teuffel hat noch kein ruh / ach Gott in disem Hause / seinem fewer schuͤret er jm̄er zu / so gar mit grossẽ grause / das diser Moͤr⸗ der wie vorgemelt / mit Namẽ Michel Mo⸗ senheuer bald / ankam ein grosser grause. O Christenmensch schaw an mit not / al⸗ hie in deinem leben / was hier abgemahlet steht / vor disem Tische ebẽ / wie er sich selbst erschossen hat / Ach Gott der grossen vbel that / so sich da hat begeben. Das Rohr setzt er bald vor sein hertz / ach Gott dem grossen Jam̄er / ein Faden sag ich ohn schertz / hat er wol zu der stunde / gebun⸗ den wol an deß rohres druck / damit er sol⸗ ches abezog / vñ sich durchschoß geschwinde. Den 14. Tag Januari fuͤrwar / ist man es jnnen worden / O Gott dem jam̄er der da war / wol an demselben orte / ein stein hat es erbarmen moͤgen / kein Mund kundt da fuͤr weinẽ schweigen / groß klagẽ man da hoͤret. Weiter muß ich zeygen an / mit gar be⸗ truͤbten Hertzen / wie man den 16. Januari schon / die Leichen in die erd thet setzen / auch sie zu jrem Ruͦhbettlein fein / gar sanfft ge⸗ tragen dahin / schaw dise Figur zur letzte. Auff den Abend vmb 4. vhr / thu ich mit warheit sagẽ / den Moͤrder warff der schin⸗ der fuͤr die Thür / erst hub sich jam̄er vñ kla⸗ gen / schleifft jn nach Muͤnden vnders Ge⸗ richt / allda er begrabẽ ist / biß an den 3. tage. Hernach man jn rauß langẽ thet / zu Pul⸗ fer man jn brante / auff das wol zu derselbẽ zeit / ein jeder solchs wol zur stunde / zu Her⸗ tzen vñ Gemuͤht solches faß / O Christen⸗ Mensch bedencke das / bitt Gott fuͤr sein. Sünde / Amen. ¶ Getruckt zu Augspurg / durch Lucas Schultes / hinder der newen Metzig. Show less

Flut in Hamburg und Holstein, 1616
Newe / doch Laidige Zeittung. Was massen die springflota / in dem 1616. jar gleich in der wochẽ nach dem Newen jar / sich so hefftig ergossen / das die / vmb Hamburg / vnd in dem Land Hollstain / vil Tausent stuck Vichs / vnd Menschen erseifft / auch etliche Doͤrffer / sambt den Kirchen / vnd... Show more Newe / doch Laidige Zeittung. Was massen die springflota / in dem 1616. jar gleich in der wochẽ nach dem Newen jar / sich so hefftig ergossen / das die / vmb Hamburg / vnd in dem Land Hollstain / vil Tausent stuck Vichs / vnd Menschen erseifft / auch etliche Doͤrffer / sambt den Kirchen / vnd sonst maͤrcklichen Schaden gethon hat. (Gsangweiß gestelt / Jm thon Jch Armes Maͤgdlen klag mich sehr.) HOLLSTEIN HAMBVRG VÆ HOMINIBVS Wee den Menschen DEmnach sich zu Anfang dises 1616. Newen Jars / hat sich zu vnd bey Hamburg / wei auch im Landt Hollstain / das Wasser die spring Flotta / dermassen ergossen / das es an mehr ordten / vil Schiff son⸗ derlich aber dise so von Hamburg nach Schweeden abgelauffen verderbt / vnd in grundt versenckht / solliches vnnattirlich gewesser vnd in Hollstein / bey 48. Doͤrffer / sambt etlichen Kirchen hingerissen / vnd verschwembt / auch in. 8000 Morgenland verderbt. Nach dem sich das vngehewre Wasser gesetzt / hat man in. 8000. Menschen. 500. Pferdt / vnd sonst vil. 100. stuckh Visch in dem Wasser ersaifft gefunden. Neben anderem ist auch ein Grausames abscheiliches Monstrumb / oder Meer⸗ wunder / so das Wasser außgeworffen gefunden worden / welliches an dem Kopff. 2. hoͤrner / vber dem Leib ein Schwerdt / vnd sonst an dem Coͤrper / dise Lateinische wort gehabt: Vae Hominibus, das ist We den Menschen. 1. Wann sich erheben grosse Wind / So thut offtmal geschehen / Das man bey manchen ordten gschwindt / Groß vngestuͤm thut sehen / Wie dann gleich anfangs in dem Jar / Sehr grosse Windt entstunden / Da dann das Wasser vnd das Meer / Er⸗ hueben sich vnd dopten sehr / Da sich vil Jammers fande. 2. Wie dann die Windt so vngestümb / Ob Wasser sich erzaigten / Zu schiffen das gantz vnbequemb / Die Segel sich fast neigten / Dahero vil Schiff wurden hart / Ge⸗ quellet vmb getriben / Das auff der See vnd Meeres grundt / So nun auff sperten jhren schlund / Vil Schiff seind vnder triben. 3. Wie das Haubt Schiff von Lisabon / Auß Jndia so lieffe / Ergreiffen die windt haben thon / Vnnd versenckht in die tieffe / Deß gleichen vil Schiff auff der See / Von Hamburg so ab giengen / Von wegen vngestiemigkeit / So auff dem Wasser zu der zeit / Jr verderben empfinde. 4. Bey dem es blibe nit allein / Das Wasser ans Land flose / Bey Hamburg vnd jhm Landt Hollstain / Dermassen sich ergose / Das es verderbet Vich vnnd Leuth / Die Velder auch gemaine / Verwuestet da war grosse nott / Vnnd nicht zu sehen als der Todt / Der schaden war nit kleine. 5. Viertzig acht Doͤrffer in Hollstain / Hinrisse mit gewalte / Sechtzehen Kirchẽ / maͤrckt nit klein / Es schwemet weckh gar balde / Auch in Achtausent Morgenland Jemerlich es verschwemmet / Mercklicher schaden da geschach / Vil guets verderbet man ansach / Das Wasser niemandt deme. 6. Als das abscheilich Wasser groß / So kommen war mit hauffen / An sein ordt / widerumben floß / Vnnd gaͤntzlich thet ablauffen / Hat man der Menschen hin vnd her / Achtausent erseufft funden / Vnnd was noch Taͤglich moͤchte me / Gefunden werden an der See / Jn kurtz vnd wenig stundten. 7. Fuͤnff hundert Roß in einer sumb / Hat man derselben ordten / Vom Wasser so seind kommen vmb / Gefunden aller sorthen / Da mancher Reitter hat sein Pferd / So er im ausser koren / Vnd in der grossen Wassers nott / Hin nemen thet der grim⸗ mig Todt / Das Pferdt den Mann / verlohren. 8. Vnnd sonst vil groß vnd kleines Vich / Vil / vnd nit wenig hundert / Da malen bliben in dem stich / Drab maͤnigklich sich wundert / Dann man hat funden allerley / Jm Wasser so verreckhet / Schaff / Gaißen / Kaͤlber / Küe / vnd Schwein / Vnd was der gleichen mehr moͤcht sein / Welchs dann vil leuth erschroͤckhet. 9. Vil hundert Tausent gulden werth / Thet man den schaden achten / Welchs die leith dann gar hoch beschwerdt / So jetzt Arm jhn bedrachten / Auch hat man nach der Wassergüß / Zu den selbigen stunden / Ein abscheulich erschroͤcklich Bild / Ein Monstrumb vnd Meerwunder wild / Mit schroͤckhen groß gefunden. 10. Zwey scharpffe hoͤrner sollichs hett / So schroͤcklich an zu schawen / Vber den leib man finden thet / Ein Schwerdt nit ohne grawen / Am leib man sonst auch finden thet / Lateinische Buͦchstaben / So auff Teutsch haben den verstandt / O We der Menschen in dem Land / Bedeutung groß die haben. 11. Dann weil die Menschen so Gottloß / Verruchter weiß thon leben / So schickhet vns Gott straffen groß / Vil Plagen auch darneben / Mit denen er zu buͦß vns wil / Anraitzen vnd bekehren / Wie dann auß diser Wassergüß / Wir dises lernen sollen gwiß / Das es ein Straff vom herren. 12. So dann die straffen helffen nit / So gibt Gott wunderzaichen / Ob er die harten hertzen mit / Moͤcht rhieren vnd erwaichen / So diß erschiessen auch nit thut So pflegt er drein zu schlagen / Mit Wasser Pestilentz / vnd brandt / Mit Kriegen / vnd sonst aller handt / Der scheuchen vil vnd blagen. 13. Nun thut vns Gott jetz stellen für / Zwey schroͤckliche Meerwunder / Vor eim vermeldet haben mir / Vnd in dem Visch besonder / So gfangen im Nouember dort / So klaͤglich / We / We / schreyen / Darbey dann abzunemmen ist / weils gfun⸗ den in eins Monats frist / Sy boͤß verbotten seyen. 14. Drumb thuͦt auff wachen von dem schlaff / Noch in der gnaden zeite / Da vber vns nit komb die Straff / So dise wunder deuthen / Dann Gott der herr lanck⸗ muetig ist / Er last sich noch erwaichen / Fahr nur starckh fort in rechter buͤß / Das vbel von vns weichen muͤß / So auff vns solte raichen. Getruckt zu Augspurg / bey Georg Kreß Brieffmaler / bey Barfuͤsser Kirchen Show less

Von der Stifmutter, die nur Rüben füttert
Ein Warhafftige Newe / Zeitung Von einer Stief⸗ mutter vnd jhrem Stiefkindt / wie sie demselbigen Kind ein gantz Jahr nichts anders als Ruͤbstucken vnnd Ruͤbschnitz fuͤrgeworffen zu essen / Auch wie es von GOtt erhalten vnd ernehret worden / vnd die Mutter darumb jhren verdienten Lohn... Show more Ein Warhafftige Newe / Zeitung Von einer Stief⸗ mutter vnd jhrem Stiefkindt / wie sie demselbigen Kind ein gantz Jahr nichts anders als Ruͤbstucken vnnd Ruͤbschnitz fuͤrgeworffen zu essen / Auch wie es von GOtt erhalten vnd ernehret worden / vnd die Mutter darumb jhren verdienten Lohn empfangen / geschehen zu Blawen / in diesem 1616. Jahr. Darbey eine Dancksagung oder Gebet des Entledigten Kindes / daß es Gott so wun⸗ derbarlich erhalten vnd erneh⸗ ret hat. Jm thon: Da Jesus an dem Creutze stund. GOtt in deinem hoͤchsten Thron / was wunder aber thut fuͤrgahn / in diser Welt auff Erden / kein Mensch ist worden nit so alt / der solches hat erlebet. Jetzt solt jr kuͤrtzlich hoͤren an / hoͤrt fleis⸗ sig auff jr Frawen vnd Mann / was sich vor wenig tagen / zu Blaun genañt / gar wol bekannt / schroͤcklich hat zu getragen. Ein reicher burger gesessen ist / zu Bla⸗ wen wie gemeltet ist / Jacobus Ruff mit Namen / sein frommes Weib gestorben ist / ein Juͤngling hinder jhr gelahne. Da man zehlt sechzehen hundert Jar / auch sechzehen darzu die Jahrzahl war / ben 1. Aprill merckt eben / der Burger nam das ander Weib / zu Jahr sie zwer / Kinder gebahre. Ein Kauffman der Burger war zuͦ⸗ hand / darumb er reist in frembde Land / auff Maͤrckt vnd auch auff Messen / dar⸗ in er nit thet nemen war / was man dem Kind gab zu essen. Das Stieffkind von dem andern Weib / empfing so vil der streich allzeit / thet die Augen von jhm abwenden / das Kinde fiel nider auff sein Knye / hat die Mutter gar elende. Die solt jhm geben ein bissen Brodt / fuͤr d Thuͤr fies allzeit gstossen hat / Ruͤb⸗ schaln vnd Kraut gabs jm zuessen / gleich wie eim Hund / zu aller stund / vnd in den Stal gesessen. Das kleine Kind 5. Jahr alt war / die Stieffmutter hats verstossen gar / in ein Stall hat sies gebunden / Ruͤbschalen vnd Kraut warffs jm dar / sein eigen Kot / musts essen zur stunde. Jhr Weib vnd Mann wie jr hie thut. stahn / wie kans Vatter vnd Mutter eim Kind nur than / menschlich Speiß so gar entziehen: Ein gantzes Jar ist gewißlich war/ kein trunck Wasser nicht thet sehen. Das kleine Kind fiel nider auff lein Knye / rufft der Stieffmutter lie erhoͤret nie / es bat sie vmb ein trunck Wassers / ein bissen Brodt inn seiner Noth / durch Engel wardt jhm solchs gereichet. Ein halbes Jar von GOtt gesand / der Engel dem Kind bracht Speiß vnd Tranck / die Stieff⸗ mutter thets verdriessen / daß Kind im gstanck nit wuͤrde Kranck / von Hunger sterben vnnd buͤs⸗ sen. Das Kind war außgedort im Stall / kein Todt ward nie gsehen zumal / der jhm hett so gleichet / Der Engel dem Kind ein Gebet fuͤr sprach / wie Christus hett gelitten. Das Kind vom Engel hette gelehrt / ein Ge⸗ bet / wie jr dann hoͤren werd / merckt auff jr Men⸗ schen Kinder: O JEsu Christ dein Wort ist ge⸗ wiß / kein Mensch solls lan dahinden. Jhr Christen thut mich recht verstahn / wie Gott kein uͤbel vngerochen thut lan / kein gutthat vnbelohnet / kein Fad so klein gespunnen wird / er kompt zu letzt an dSonnen. Das Kind ist kommen auß dem Stall / die Nachbarn geschwind sahens all / theten das Kind anschawen / Die Stieffmutter kam auch darzu / O Gott wie fings Kind an zulauffen. Die Stieffmutter namb das Kind beim Haar / im Stall mit der Ruth gestrichen war / die Nachbaurn kamen zu hauffen / die Oberkeit nam solches war / ließ fangen die Mutter ohn graussen. Die Leut die namen solches war / wies Kind fuͤr die Oberkeit gefuͤhret dar / eim Todt thet das Kind gleichen / die Herren sassen in dem Rath / jhr Hertz thets jhn erweichen. Die Herrn das Kind gefraget han / wie Vat⸗ der vnd Mutter mit jhn vmbgahn: Das Kind fieng an zu reden: Ein gantzes Jahr ich in dem Stall / Ruͦbschaln vnd Kraut hab verzehret. Ein weiß Kind bey mir gewesen ist / es betet mit mir jeder frist / damit hat es mich gespeisset / kein bissen Brodt ich gesehen han / kein tropffen Wasser nie geweiset. Die Obrigkeit hat also bald / die Stieffmutter gfragt mit gewalt / der Vatter darbey thet sehen / die Thraͤnen fielen ihm auff die Erd / eß Kinds Gebet ward erhoͤret. Die Stiefmutter thet man legen ein / Ruͤb⸗ schaln vnd Schnitz legt man jhr auch hinein / das war zu gleicher massen / wie sie dem Kind gemes⸗ sen hat / so hat man jr auch gmessen. Die Stiefmutter 6. Wochen im Thurn da lag / Ruͤbschaln vnd Kraut man jr auch nur gab / vnd thet jhr nichts bessers geben / die Stiefmutter fuͤhrt ein grosse Klag / thet nur vmb ein Trunck Wassers bitten eben. Der Trunck jhr nicht gereichet ward / diesel⸗ big Nacht sie den Geist auffgab / das Kind ließ sie beruffen eben / vnd es gleich vmb verzeihung bat / hat bald drauff jhrn Geist auffgeben. Darumb jhr Christen allzugleich / jhr seydt gleich jung Alt Arm oder Reich / thut solchs von Hertzen betrachten / haltet Vaͤtter vnd Muͤtter⸗ lich trew / vnd thut ewrer Kinder achten. Folget das Gebetlein deß Kindes. HErr Gott Himlischer Vatter / ich lobe vnd preise dich / durch JEsum Christum deinen lieben Son / Daß du mich biß auff diese gegenwertige Stund inn meiner Truͤbselig⸗ keit / vnd harten Zwengnuß durch deinen lieben Engel dich meiner in Gnaden erbarmel / vnd er⸗ nehret hast. So dancke ich dir jetzund du All⸗ maͤchtiger Gott / vnd treuer Heyland / auß grund meines Hertzen / daß du mich durch deinen lieben Engel Gespeiset vnd Getraͤncket hast. Vnd bitte dich hinfort / O lieber Vatter / thu mich noch wei⸗ ter ernehren / vnd erhalten / darfuͤr will ich dich lo⸗ ben vnd preisen / hie zeitlich vnd dort ewig⸗ lich / durch JEsum CHRJstum, vnsern HERRN / Amen. Gedruckt zu Magdeburg / durch Wilhelm Roß. Show less

Entführung der Kaufmannstochter Ursula Reiman in Schaffstedt, Meissen; zwei Loblieder: "Schwing dich auf mein trauriges Gemüte"; "Freu Dich sehr oh meine Seele"
Eine warhaffti⸗ ge Newe Zeitung / welche sich begeben vnnd zugetragen hat im Land zu Meissen / in einer Stadt Schaffstet genant / mit eines Buͤrgers Tochter / mit nahmen Vr⸗ sula / vnd jhr Vater Georgius Reiman / vnnd die Mutter Katharina genandt / wie sie die Tochter mit Krafftmehl nach... Show more Eine warhaffti⸗ ge Newe Zeitung / welche sich begeben vnnd zugetragen hat im Land zu Meissen / in einer Stadt Schaffstet genant / mit eines Buͤrgers Tochter / mit nahmen Vr⸗ sula / vnd jhr Vater Georgius Reiman / vnnd die Mutter Katharina genandt / wie sie die Tochter mit Krafftmehl nach Leipzig auff den Jarmarckt geschickt haben / vnd wie sie auff dem wege wil heim gehen / So kompt ein langer schwartzer Mann zu jhr / zwischen Greffendorff vnd Schaffstedt / vnd fuͤhret sie in der Lufft dar⸗ von / daß sie gantzer vier tage aussen gewesen ist / vnd den zwoͤlfften Januarij wider zu hause kom⸗ men / vnd schreckliche dinge angezeigt / was sie gesehen vnd gehoͤret hat / in beysein deß Herren Simon Ecken / vnd Jacob Horn / vnd Ma⸗ gister Peter / vber welcher dieses alles vnd gesanges weise gestellet / im Thon: Hilff Gott daß mirs ge⸗ linge. Gedruckt zu Leipzig / bey Abraham Lamprecht. Jm Jahr / 1616. VOn wunderlichen dingen / wil ich jetzund heben an / vnd euch die Warheit singen / was sich hat zu getran / in Meissen gar wolbekant / eine Stadt darinn gelegen / Schaff⸗ stedt wird sie genandt. Dariñe ist gesessen / ein Buͤrger wolbekandt / Georg Reiman mit namẽ / also ward er genant / sein Weib Catharina schon / welche hatten ge⸗ zeuget / ein Tochter lobesan. Vrsula mit jrem namen / also war sie genant / was sich mit jr hat zugetragen / mercket auff alle sampt / in diesem jetzt lauffenden Jar / den zwoͤlff⸗ ten Januarij / das ist gewißlich war. Jhr Eltern theten sie schicken / wol noch Leip⸗ tzig der Stadt / daß sie Marckt solte halten / wie ich vernom̄en hab / vnd Krafftmehl da verkauf⸗ fen thun / was sich mit jhr hat begeben / nu hoͤret weiter zu. Wie sie hat wollen gehen / wiederumb heim zu hauß / wenn ich daran gedencke / kompt mich bald an ein Grauß / ein langer Man geschwind zu jhr kam / thet sie gar balde fuͤhren / schrecklich mit jhm darvon. Als sie mit einander giengen / vber manchen hohen Berg / sahe sie schreckliche dinge / vnd gros⸗ se Wunderwerck / erstlichen zu der rechten hand / allda hat sie gesehen / groß Blutvergiessen zu hand. Zur lincken hand hat sie gesehen / gar viel der todten Bahr / vnd gar viel Leichen liegen / das ist gewißlichẽ war / weiter sie auch gesehen hat / gar viel Wein vnd Koren / stehen im Felde drat. Darauff thet zu jhr sagen / der grosse lange Man / was du jetzt hast gesehen / das wil ich dir zeigen an / erstlich hast gesehen du / zwey grosse Krieges Heere / welche bedeuten thun / Solch gros blutvergiessen / im gantzen Deut⸗ schen Land / man es nicht hat erfaren / in hundert jaren zuhand / ein solches rauben vnde mord / weil die welt hat gestanden / vor nie ist worden erhort. Noch mehr hastu gesehen / gar viel der Leiche stehen / das alles sol geschehen / vñ dieses Jar er⸗ gehen / eine solche Landsterben seyn / auch wird al⸗ les wol geraten / was auff der erden wechset fein. Aber wenig werdens erleben / vnd es geniessen thun / darnach thet er sie fuͤren / wol vor der Hel⸗ lenpfort / dariñ hat sie gesehen fein / viel vnd gar schrecklich dinge / hoͤret lieben Christen mein. Von erst thet sie drinnen sehen / viel verguͤlte Kraͤntzelein / vñ gar viel blawe Koller / vnd Kra⸗ gen in gemein / auch sahe sie viel der Jungfraw⸗ en schon / welche im Fewer theten brinnen / vnd seyden Senckel in Zoͤppen han. Mehr hat sie auch thun sehen / jhr gar ein grosse schar / der grossen Wuchrer stehen / welche da allzumal / mit zweyerley maß messen thun / jr viel theten auch sitzẽ / auff grossen weinfassen schõ. Vnd theten daraus zoͤppen / wol zweyerley Wein / darnach thet sie auch sehen / inn einem Thurme fein / jr gar viel sauffen Brandtewein / daß er jhnn thet briñen / wol aue den haͤlsen fein. Gar bald thet gegen jhr gehen / ein schoͤner Juͤngling allein / vnnd thet zu jhr bald sprechen / nun hoͤre mich gar fein / was du hast gesehen an diesem ort / dasselbe thu anzeigen / alles von wort zu wort. Auch thu darneben anzeigen / daß sie sollen Busse thun / vnd von Pracht vnd Hoffart lassen / sonst wird GOtt straffen thun / mit Krieg / Pe⸗ stilentz vnd thewrer zeit / auch wird noch mehr er⸗ folgen / gar manches Hertzeleid. Gar bald thet sie wider nehmen / der gar alte Man / vnnd fuͤhret sie von dannen / wieder vor Schaffstet schon / vñ satzt sie da auff einen Berg zuhand / darnach thet sie wider gehen / inn die Stadt wolbekandt. Wie sie war aussen gewesen / biß an den vier⸗ den Tag / vnd sie wider heim kame / gar bald sie alles sagt / was jhr war befohlen schon / vnd was sie hat gesehen / wil ich euch zeigen an. Etlich habens verlachet / vnnd sie verspottet zwar / sie gantz vnd gar verachtet / die GOtt der HErr auch dar / schrecklichen gestraffet hat / daß sie goͤhling gestorben / ploͤtzlichen an der stat. Darumb jhr lieben Christen / lasts euch zu hertzen gahn / diese Wundergeschichte / jhr Fra⸗ wen vnd jr Mañ / vernicht die grosse Hoffart ge⸗ schwind / sonst wird Gottes straff ergehen / vber Mann / Weib vnd Kind. Wie zu Nohe zeiten geschahe / zu Sodoma vnd Gomorrha / deßgleichen zu Jerusalem ich sa⸗ ge / die Gott der HErr allda / durch Wasser vnd Fewer vertilget / von wegen jr grossen Suͤnden / wie klar geschrieben steht. Darvor woll vns bewahren / der lieb HERR Jhesus Christ / der vor vns arme Suͤnder / am Creutz gestorbẽ ist / der woll vns fuͤren aus allem Leyd / nach dem betruͤbten Le⸗ ben / in die ewige Selig⸗ keit / Amen. Das Erste Lied. SCHwing dich auff mein trawriges Gemuͤtte :/: Lobe Gott den Schoͤpffer aller Guͤte der dir Leib vnd Seele hat geachen / beschert die auch du Duͤrff⸗ tigkeit darueben. Denn du bist von der Erden herkommen :/: Zu der Erden wirstu werden genommen / O Mensch diß bey zur gar wol bedencke / dein hertz nicht an das zeitliche hencke. Sondern auff das Ewige hab achte :/: Gottes wort zu keiner zeit verachte / So wird dir denn Gott in deinem Leben / Heyl / Gluͤck vnd seinen Segen geben. Huͤtte dich vor wissentlichen Suͤnden /: Gott wird dich zu seiner zeit wol finden / O Mensch dieses ja gar wol bedencke / dem hertz an das zeitliche nicht hencke. Denn du hast die inn der Tauffe geben :/: Daß du wollst nich Gottes willn recht leben / O Mensch bedencke diesen Bunde / den du mit GOTT gemacht zur selben Stunde. Darnach so bedencke auch dein Ende :/: Traw auff die heiligen Sacramente / bedencke nicht Jesu Christ Ley⸗ den / so wirstu selig von hinnen scheiden. Gottes Sohn ist vom Himmel herkommen :/: Vns allen zu Troste vnd Fromen / O Mensch ehre diesen wer⸗ then Gaste / daß er bey dir thu allzeit das beste. GOttes Sohn ist warer Mensch gebohren :/: Kein Suͤnder soll nicht werden verlohren / Gottes Sohn ist von Suͤnden außgeschlossen / Er hat sein Blut vor vnser Suͤnd vergossen. Was hette vns Gott bessers koͤnnen schicken :/: Dar⸗ durch wir Leib vnnd Seele erquicken / Denn sein lieben Sohn der Genaden / der kan heilen vnser Seelen schaden. O Christe thu dich nicht von mir wenden :/: Sich mir bey inn meinem letzten Ende / Hilff du mir hie ritter lich ringen / durch den Tod vnd Leben zu dir dringen O du heilige Dreyfaltigkeite :/ Gott Vater / Sohn Helliger Geiste / Kom̄ mir zu Huͤlff an meinem letzten En⸗ de / nim meine Seel in deine Haͤnde. Das Ander Liedt FRew dich sehr O meine Seele / vnd vergiß all noth vnd Qual :/: weil dich nu Christus dein HErre / rufft aus diesem Jammerthal / aus Truͤbsall vnd grossem Leyd / soltu fahren in die Frewd / die kein Ohr hat gehoͤret / vnd in Ewigkeit auch wehret. Tag vnd Nacht hab ich geruffen / zu dem HErren meinem Gott :/: weil mich stets viel Creutz betroffen / daß Er mir huͤlff aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wanderß⸗ man / daß sein Weg moͤg ein Ende han / So hab ich ge⸗ wuntschet eben / daß sich enden moͤg mein Leben. Denn gleich wie die Rosen stehen / vnter Dornenspi⸗ tzen gar :/: Also auch die Christen gehen / in lauter angst vnd Gefahr. Wie die Meerswellen sind / vnnd der vnge⸗ stuͤmme Wind / also ist allhie auff Erden / vnser Lauff voller Beschwerden. Die Welt / Teufel / Suͤnd vnd Hoͤlle / vnser eygen fleisch vnd Blut :/: Plagen stets hie vnser Seele / lassen vns bey keinem Muth. Wir sind voller Angst vnd Plag / lauter Creutz sind vnser Tag / Wenn wir nur gebohren werden / Jammer gnug find sich auff Erden. Wenn die Morgenroͤth her leuchtet / vnd der Schlaff von vns sich wend :/: Sorg vnnd Kum̄er daher streichet / muͤh find sich an allem End. Vnser Threnen sind das brod / so wir essen fruͤ vnd spot / wenn die Sonne nicht mehr thut scheinen / ist nichts denn Klagen vnd Weinen. Drumb HErr Christ du Morgensterne / Der du ewig⸗ lich auffgehst :/: Sey von mir jetzund nicht ferne / weil mich dein Blut hat erloͤst. Hilff daß ich mit Fried vnnd Frewd / moͤg von hinnen fahren heut / ach sey du mein Liecht vnd Straffe / mich mit Beystand nicht verlasse. Jn deine Seite wil ich fliehen / an meinem bittern To⸗ desgang :/: Durch deine Wunden will ich ziehen / ins Him⸗ lische Vaterland. Jn das schoͤne Paradeiß / drein dir Sche⸗ cher thet sein reitz / wirstu mich HErr Christ einfuͤhren / mit Ewiger Klarheit zieren. Ob mir schon die Augen brechen / das Gehoͤre gar verschwind :/: Vnnd mein Zung nicht mehr kan sprechen / mein Verstand sich nichts versinnt / bistu doch mein Liecht / mein Wort / das Leben / der Weg / die Pfort / Du wirst mich selig regieren / die recht Bahn zum Himmel fuͤhren. Laß dein Engel mit mit fahren / auff Elias Wagen roth :/: Vnd mein Seel gar wol bewaren / wie Lazaro nach seinem Todt / laß sie ruhn inn deiner Schoß / erfuͤll sie mit Frewd vnd Trost / biß der Leib koͤmpt aus der Erden / mit Ehr wird vereiniget werden. Frew dich sehr O meine Seele / vnd vergieß all Noth vnnd Qual :/: Weil dich nun CHRJSTVS dein HERRE / rufft aus diesem Jammerthal / Sei⸗ ne Frewd vnd Herrligkeit / solst du sehen / inn E⸗ wigkeit / mit den Engelein jubilieren / in Ewigkeit triumphi⸗ ren. Show less

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