Raubmord bei Austerlitz in Mähren; Klaglied eines kranken Gesellen
Ein warhafftige Zeitung Von dreyen Son⸗ dersiechen / Auch einem Weib / welche in Maͤhrn nit weit von Osterlitz / ein Muͤller mit sampt seinem Weib vnd Haußge⸗ sind vmbgebracht / 800. Guͤlden darvon getragen / Auch wie es ist an tag kommen / vnnd offenbahr durch ein Huͤndlein worden ist / vnd... Show more Ein warhafftige Zeitung Von dreyen Son⸗ dersiechen / Auch einem Weib / welche in Maͤhrn nit weit von Osterlitz / ein Muͤller mit sampt seinem Weib vnd Haußge⸗ sind vmbgebracht / 800. Guͤlden darvon getragen / Auch wie es ist an tag kommen / vnnd offenbahr durch ein Huͤndlein worden ist / vnd endlich ist gericht worden. Jm Thon: Wie man den Lindenschmidt / oder Stoͤrtzen⸗ becher singt. Darbey auch ein schoͤnes Klag⸗ lied eines betruͤbten Jungen Gesel⸗ len / welcher zehen Jar kranck gelegen. Jm Thon: O Wie vnmenschliche Trawrig⸗ keit / wie hoͤchster schmertz rc. Gedruckt zu Brin / im Jahr / 1612. HOert zu jr lieben Christenleut / was ich euch wil verkuͤnden heut / ein sach ist gewißlich ware / ein grosser Mord so gschehen ist / in diesem jetzigen Jahre. Je lenger man lebt auff dieser Erd / wird nit bald etwas guts gehoͤrt / nit jedem ist zu trawen / Ob er sich gleich einfeltig stelt / soll man doch auff jhn schawen. Jn Maͤhrn ein reicher Muͤller saß / gar reich an baarem Gelt er was / fuͤhret ein stilles Leben / Er het sein Weib / Ein Knecht vnd Mayd / doch keine Kin⸗ der eben. Ein Edelman war darvon nit weit / der wust deß Muͤllers gelegenheit / sein Reichthumb vnd vermoͤ⸗ gen / dem Edelman am Gelt zerran / thet sich zum Muͤller fuͤgen. Rit hin mit seinem Knecht zuhand / den Muͤller er daheimen fand / er sprach jhn an fuͤrware / daß er jhm solt vorstrecken than / 800. Guͤlden baare. Auff gut Vertrawen vnd Redligkeit wie er vor offt hett thon manch zeit / er wolt jhms bald zustel⸗ len / der Muͤller versprachs jm mit der Hand / heint woͤll er jhms zsammen zehlen. Jn deß kam dar ein Siechenman / den Muͤller vmb ein Gab sprach an / die er jhm geben thett / der Siech hoͤrt all diese Wort / was sie mit einander [...]ten. Der Muͤller das Gelt heint zehlen wolt / welchs der Juncker morgen haben solt / drauff ritt er heim zu Hause / der Siech nam deß wol eben acht / kam heim sagts alln durchause. Drauff machten sie gar bald ein Raht / sie wolten heint in die Nacht gar spat / den Muͤller vnnd sein Gsinde / erwuͤrgen alls / vnd nemen das Gelt / sich daruon machen geschwinde. Als es nun kam wol in die Nacht / der Siech noch mit zweyen sich auffmacht / ein Weib sie auch mit namen / ein Hündlein auch bey jhnen war / bald zu der Muͤlen kamen. Eroͤffnet die Muͤl bald schlecht / erschlugen den Muͤller zuvor den Knecht / so gar erbaͤrmigliche / hernach die Fraw / vnd auch die Mayd / keins kund sich da verkriechen. Da sie nun hetten diß verricht / haben sie gar ge⸗ seyret nicht / in solchem grossem Jammer / suchten das Gelt welchs funden sie / auff der Truhen ins Muͤllers Kammer. Das namen sie ohn allen grauß / machten sich bald zur Muͤhl hinauß / dieselb sie wol beschlossen / Jhr Huͤndlein hettens vergessen darinn / gschach jhn zu keinem Bossen. Als nun die Nacht jhr ende nam / in aller fruͦ der Juncker kam / wolt holen da sein Gelte / die Muͤhl war fleissig zugesperrt / kein Mensch sich reget noch meldet. Der Juncker zum Knecht saget frey / steig ab vnd doch dem Muͤller schrey / wie es doch sey beschaffen / der Knecht klopfft an vnd schrey gar laut / wie hart thut jhr all schlaffen. Kein Mensch wolt antwort geben hier / der Jun cker sprach stoß auß die Thuͤr / lauff in deß Muͤllers Kammer / der Knecht thet diß als er nein kam / da schrey er Mord vnd Jammer. Er stieß ein Laden auff behend / Ach Juncker seh / hie wie Elend / der Muͤller leit erschlagen / sein Weib / darzu sein Knecht vnd Mayd / wie hat sich diß zutragen. Daß sie hie liegen all ermort / kein gelt ist auch an diesem ort / hie ist ein Huͤndlein kleine / der Edelman erschrack darob / vnd sprach zum Knechte seine. Komb rauß / schleuß zu / vnnd nimb mit dir / das Huͤndlein klein / so woͤllen wir / die sachen bald er⸗ gruͤnden / das Huͤndlein liessen sie lauffen vor / sein strassen thet es finden. Lieff eylend auff das Siechenhauß / inn dem saß gleich ein Siech herauß / zu dem das Huͤndlein lief⸗ fe / der Juncker sprach zum Knecht hab acht / ob er dem Huͤndlein rieffe. Das Huͤndlein sprang am Siechen auff / der Edelman sah fleissig drauff / der Siech nambs Huͤndlein mit der Hande / vnd trug es in das Hauß hinein / der Edelman starck randte. Gar bald in die Statt Gruͤnaw hinein / vnd ge⸗ bot gschwind auff der gantzen Gmein / sie solten ohn verlangen / eylen hinauß zum Siechenhauß / vnd sie all nemen gefangen. Da fanden sie drey Siechen darinn / vnd darzu auch ein Weib bey jhn / gar bald nach diesen tagen / hat man sie Peinlichen gefragt / die warheit the⸗ tens sagen. Wie daß der eine Siechenman / all Wort vnnd Red hett hoͤren than / wie der Muͤller solt leyhen / dem Junckern 800. Guͤlden / deß hett er sich thon freyen. Nun auff jhr Bekanntnuß vnnd Vrgicht / die Siechen mit dem Rad man richt / dem Weib in die⸗ sen tagen / weil sie hett geholffen auch darzu / wurd jhr der Kopff abgschlagen. So habt jhr nun den rechten bericht / von dieser warhafften geschicht / so sich hat zugetragen / HErr JEsu Christ behuͤt vnns all / inn diesen letzten ta⸗ gen. Klaglied deß betruͤbten Menschen. Klag deß alten Menschen. O Hoͤchster Gott / wie grosse noth / muß ich hie staͤtigs han / wie grosser schmertz / geht durch mein Hertz / taͤglich ohn abelan / weil du so gar / in Angst vnnd gfahr / staͤtiglich fuͤhrest mich / taͤglich O HErr / werd ich plagt sehr / laß solche erbarmen dich / sich an die Noht / O trewer Gott / darinn jetzt stehe ich. Gedenck doch mein / weil ich bin dein / thu mich nicht gar verlan / laß mich nicht gar in dieser gfahr / zu Grund vnnd Boden gahn / erloͤß mich HErr / vnnd sey nicht ferr / auß lauter guͤtigkeit / es ist kain Tag / da nicht mein plag / zuvor schon ist bereit / ich hab kein lust / wie dir bewust / an meiner lebenszeit. Jammer vnd Noth / ach trewer Gott / hab ich biß inn mein Grab / kein lust noch frewd / inn dieser Zeit / ich zu gewarten hab / ich bin vngsund / zu aller Stund / vnd hab kein froͤlichkeit / O hoͤchster Gott / der grossen Noht / Jammers vnd Hertzenleid / die ich allhie / spat vnd auch fruͤ / in meines Lebens Zeit. Ertragen muß / mit groß verdruß / was ich anfan⸗ gen thu / da hab ich hie / spat vnnd auch fruͤ / weder rast oder ruh / kan nichts hie zwar / fuͤrnemen gar / ich traur ohn vnterlaß / wie groß schwachheit / hab ich allzeit / heimlich Feindschafft vnd Haß / muß ich außstahn / von jugend an / vnzehlich ohne maß. Antwort deß newen Menschen. O Arme Seel / was machst dir quel / vnnd thust dich krencken sehr / hoff du auff Gott / in deiner not / er lest dich nimmermehr / auß aller noth / ja auß dem Todt / wird er erretten dich / drumb sey getrost / du bist erloͤst / durch sein Blat gnaͤdiglich / von qual vnd pein / vnd bist num sein / so du glaubst festiglich. Es muͤssen hie / doch alle die / leben Gottseliglich / Verfolgung han / auch Schmach vnd Hon / auß⸗ stehen stettiglich / doch solches leyd / inn dieser Zeit / welchs ist leicht vnd gering / hat solche krafft / vnnd grosse macht / daß es auch mit sich bring / vnd schaf⸗ fen thu / die ewig ruh / auch Himmelische ding Wir muͤssen fein / vnns nicht allein / ruͤhmen der Herrligkeit / sondern zumal / auch der truͤbsal / weil solche vns bereit / Goͤttliche Huld / darzu gedult / die dann erfahrung bringt / durch wechst die Hoff⸗ nung stets der da alles gelingt / vnd nicht lest wer⸗ den / auff dieser Erden / zuschanden jhre Kind. So dir das Creutz / inn dieser Zeit / sauer vnnd schwer mag seyn / gedenck wie groß / vnd ohne maß / auch ist der Hoͤllen pein / vnd was fuͤr frewd / dir ist bereit / ewig ins Himmels Thron / die kein Mensch gsehen / noch verjehen / oder außsprechen kan / wel⸗ che Gott ball / mit grossem schall / wird offenbaren schon. Werden wir doch / so lang wir noch / in diesem Jammerthal / zu leben han / nicht das außstahn / das Christus fuͤr vns all / hat gethan auß Huld / ohn alle schuld / fuͤr vnser Suͤnd allein / all vnser leyd / in dieser Zeit / das ist noch viel zu klein / daß es so groß / vnd ohne maß / als seines moͤcht geseyn. Was wilt du dann / dich klagen lang / halt still gib dich zu ruh / vnnd mit gedult inn Gottes huld / dich leide jmmerzu / ist doch nicht werth / auff dieser Erd / das leiden dieser Zeit / der grossen Frewd vnd Herrligkeit / die vns schon ist bereit / ehe dann der Welt / grund war gestellt / von Gott in ewigkeit. E N D E. Show less

Prophezeiung für einen Stadtschreiber und seine Familie, 3. August 1612; Geistl. Lied: Mein junges Leben hat ein End
Warhafftige vnd gruͤndliche Beschreibung / auch Newezeitung / von eines Stattschereibers Fraw welcher geneñt wird Jacob Groß / vnd sein Weib Catharina Goͤllerin / die Tochter Susanna die Magdt Sabina Müllerin / wie sie alle drey mit⸗ einander in jhren Garten giengen / vnd jhnen da⸗ selbsten... Show more Warhafftige vnd gruͤndliche Beschreibung / auch Newezeitung / von eines Stattschereibers Fraw welcher geneñt wird Jacob Groß / vnd sein Weib Catharina Goͤllerin / die Tochter Susanna die Magdt Sabina Müllerin / wie sie alle drey mit⸗ einander in jhren Garten giengen / vnd jhnen da⸗ selbsten ein Mann / so weiß bekleidet gewest / Pro⸗ pheceyung gethon / der gantzen Welt zur Wahr⸗ nung / darnach am dritten tag im Spital / hat ein arme Fraw drey Kinder / seltzamer Gestalt geboren / wie jhr im Gesang hoͤren werdet. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Shon. Solches hat sich verloffen vnd begeben / in der Statt Wildenberg / geschehen den 3. Tag Augstmonat / deß 1612. Zum andern / ein schoͤn Geistlich Lied. Mein junges Leben hat ein End / mein Frewd / rc. Gedruckt zu Darmstatt / bey Balthasar Hoffman / Anno 1613. 1. O Christen Mensch hoͤr an mit fleiß / der Demuͤtigkeit Gottes dich befleiß / vnd hoͤr jetzund die Worte / Die ich jetzunder singen will / Nun hoͤrent zu jhr Menschen still / GOTt laßt mit jhm nicht schertzen. 2. Man singt vnnd predigt alle Tag / Vom straffen vnnd vom Jungsten tag / Darzu von der Welt Ende / das wir kein Wahrnung nemmen an / Ach Gott hilff vns auff die rechte Baan / lege vns an deine Seitten. 3. An die Seitten / an deine Hand / Ach trewer Gott an deinen Arm / woͤllest vns alle legen / Von Neyd vnnd Haß sollen wir lahn / wie jhr dann jetzt werd hoͤren an / vnd bessern vnser Leben. 4. Von eines Stattschreibers Fraw ich sag / Die gieng mit jhrer Tochter / vnd Magdt / Hinauß in jhren Gar⸗ ten / in Gottes Namen alle drey / zu arbeiten vnnd pflantzen frey / warhafftig ins Herren Namen. 5. Da sie waren gar fleissig dran / Erschien jhnen ein Schneweisser Mann / Gar schoͤn war er berleidet / Sie er⸗ schracken ab jhm gar sehr / Er sprach: erschroͤcken nicht ab mir / Jch komm von Gott dem Herren. 6. Zu warnen die gantze Christenheit / Was Jammer vnnd groß Hertzenleyd / Sich diß Jar werde erheben / Von wegen der grossen Suͤnd vnnd Schandt / Die mir jetzund thun alle sampt / Jnsonderheit die jugendt. 7. Sie giengen zu jhm alle drey / Vnnd hoͤrten an sein Prophecey / Derselb sagt jhnen als balde / Von der ver⸗ ruchten jungen Welt / Daß sie sich so halßsterrig stelt / vnnd zu der Buß nicht tretten. 8. Vnnd sehen nicht an die grosse Straff / Die vns fuͤrwar vor vnlangst hat Der liebe Gott thun senden / Fuͤr vnser Au gen vnnd Natur / Doch wir alles verachten nur / Vnnd nach der Hoffart trachten. 9. Kein Predig sie nicht nemmen an / Das Alter sie ver⸗ achten thun / vnnd die betruͤbten Armen / Fluchen vnd schwe⸗ ren daß Gott erbarm / Kein Straff von niemand nemmen an / O wehe deß grossen jammers. 10. Sie alle drey vor Hertzenleyd / Fielen nider auff jhre Knie / Mit weinen vnnd mit schreyen / Er sagt sie sollen nicht also thun / Von weinen vnnd schreyen solten sie lahn / Keinen Armen nicht verachten. 11. Er sagt sie solten mit jhm gahn / Er wolt jhn etwas zeigen an / Sie giengen all drey mit trawren / Er sagt jhn vil von grossenm Leyd / Wie ich jetzunder euch bescheid / Keins wolt mehr froͤlich werden. 12. Die Stattschreiberin als ein fromme Fraw / Da sie heim kam zeigt solches an / Jhr Hertz thet es betrachten / Vnd zeigts an einem weisen Rath / Was sein Fraw / Toch⸗ ter vnnd die Magdt / im Garten gehoͤrt vnnd gesehen. 13. Alßbald ein Ehrsammer Weyser Rath / den gantzen Handel verstanden hat / Gar bald theten sie bieten / der Statt vnnd auch der gantzen Gmein / Der Jugent beyde groß vnd klein / Wie jhr dann jetzt werd hoͤren. 14. Wann ein Kind ist zehen Jahr alt / So soll es thun in der gestalt / Wann es geht fuͤr das Alter / den Hut ab⸗ ziehen vnnd neigen sich / Es sey gleich arm oder Reich / Oder Straff darumb leyden. 15. Darnach gar bald am dritten tag / Ein arme Fraw im Spital pflag / drey Kinderlein gebaͤren / Mit schreyen vnnd mit grosser Gfahr / ein Knaͤblein vund zwey Maͤd⸗ lein war / Wunder seltzam geformieret. 16. Das Knaͤblein das vier Fuͤß / Vnd das ein Maͤd⸗ lein das ist gewiß / zwen Koͤpff beysamen stahne / Das dri⸗ te das sach wie der Todt / O wehe O wehe der grossen noth / GOTt warnet vns mit trewen. 17. Vil Menschen lieffen eylends fohrt / Zusehen diese Mißgeburt / Darab sie auch erschracken / fielen nider auff jhre Knie / Vund baten GOTt das Er woͤlle je / all Wei⸗ der darvor behuͤtten. 18. Ein kurtze Zeit hand sie gelebt / darnach gestorben vnd begraͤbt / vnnd ein Leichpredig ghalten / vil hoͤrten zu mit trawrigkeit / vnnd baten Gott / mit solchem Leyd / Sie nimmermehr zustraffen. 19. Da man sie nun vergraben het / vil Blut von Himmel fallen thaͤt / darzu ein Donderklapffe / darbey soll man er⸗ kennen nun / das wir von Suͤnden sollen lahn / vnnd nicht die Geschicht verachten. 20. Jetzund will ichs beschliessen thun / durch Jesum Christum Gottes Sohn / vnnd fassen es wol zu Hertzen / das wir diß recht wol betrachten thun / vnnd fleissig in die Kirchen gahn / Wer das begert sprech Amen. Das ander Lied. MEin junges Leben hat ein End / mein Frewd vnnd auch mein Leid mein arme Seele so nicht behend / scheiden von meinem Leib / mein leben kan lenger stehn / es ist sehr schwach es muß ver gehn / es faͤhrt dahin mein frewd. Es fehrt dahin ein weiten weeg / mein Seel mit grossem Leyd / mein Leib man trawrig ins Grab ein legt / wie asch⸗ en er zersteubt / als wann er nit gewesen wer / vnnd nimmer⸗ mehr wer kommen her / auß meiner Mutter Leib. Ade / ade / O Welt ade / verlassen muß ich dich / inn dir hab ich kein Frewd nicht mehr / von dir muß scheiden ich inn dir hab ich kein Frewd noch Rhue / man druck mir dann die Augen zu / das ich muß klagen sehr. Jch klag nicht das ich scheiden soll: Von dir du schnoͤde Welt / allein mein Hertz ist trawrens so voll / das mich mein Suͤnd vberfaͤllt / die ich meine tag begangen hab / hilfft mir von meinem leib ab / vnd bringt mein leib ins Grab. O Jesulein du hoͤchster Gott / was hab ich doch ge⸗ than / alle meine Suͤnd vnnd Missethat ⸗ klagen mich heff⸗ tig an / dannoch will ich verzagen nicht / vor deinem Gott⸗ lichen Angesicht / vmb Genad rueff ich dich an Ach Herre Gott / mein Creutz vnnd Noth / ertrag ich mit Gedult / vnnd bitte dich liebsts Jesulein wollst mir verzeihen mein Schuldt / vnnd mich nemmen an / zu Gnaden / gefasten Zorn / setze jmmer hindan / du Edler Ehrenpreiß. Ach sihe doch an / die hoͤchste Flamm / Jesu du Koͤnig milt / welche schloͤgt vber mein Haupt zusamm / vnnd mich verzehren will / mein Hertz gluet wie ein gluͤender Stein / vnd ist bekleidet mit Angst vnd Pein / ach hilff mir einmal darvon Kein Frewd ich in der Welt mehr hab / verlassen will ich sie / auch meine Freund gesegnen nun / es muß gescheiden seyn / darumb will ich jetzund lassen ab / zurichten thun ein trawrigs Grab / darinn mein Leib rhue hab. Gesegne dich Gott / Stern / Sonn vnnd Mon / deßgei⸗ chen Laub vnnd Graß / vnnd alles auff der Erden Grund / vnnd was der Himmel beschloß / ich befehl mich nun dem Schutzherren mein / mit allen lieben Engelein / Ade zu guter Macht. Der diß Liedlein hat erdacht / auß trawrigem Hertzen sein / / der wuͤnscht hiemit vil guter Nacht / seinem Weib vnd Kindlein klein / beflicht sie GOtt / dem Herren allein / der woll hinforth jhr Helffer seyn / vnnd sie beschuͤtzen fein. Show less

Hinrichtung von zwei Eheleuten, 7. September 1613
Ein newes Lied von zweyen Eheleuten / die durch moͤrderische Thaten seind gericht wor⸗ den zu Laingen / an einem Afftermontag / den sibenden Tag Septembris diß 1613. Jars. Jm thon / Danck sag ich Gott zu aller zeit. Getruckt zu Augspurg / bey Christoff Mang. 1613. 1. HOer fleissig zu O... Show more Ein newes Lied von zweyen Eheleuten / die durch moͤrderische Thaten seind gericht wor⸗ den zu Laingen / an einem Afftermontag / den sibenden Tag Septembris diß 1613. Jars. Jm thon / Danck sag ich Gott zu aller zeit. Getruckt zu Augspurg / bey Christoff Mang. 1613. 1. HOer fleissig zu O frommer Christ / wie der boͤß Feind mit argem list / als ein Loͤw thut vmbschleichen / Zu faͤllen die / Menschen allhie / das sie von Gott abwei⸗ chen. 2. Vnd so er frech leut findet gar / die boͤßlich leben offenbar / sich keiner Suͤnd nit schaͤmẽ / Dieselben er / bringt in gefehr / ehe er sein wahr thut nemmen. 3. Daruon hoͤrt ein beyspil vorab / welliches sich wie volgt begab / zu Laugingen besunder / Ein Ehevolck grob / mit boͤsem lob / suͤndigt ist wol ein wunder. 4. Welche in dem Ehelichen stand / sich ste⸗ tigs mit muͤssiger hand / hinbrachten vnd er⸗ noͤhrten / Herbergten leut / zu aller zeit / gestol⸗ lens gut verzoͤhrten. 5. Der Feind thet jhnen schleichen nach / biß er sie bracht in schand vnd schmach / fuͤnff Kinderlein sie hetten / der feind anstifft / das sie mit gifft / zwey Kind vmbbringen thetten. 6. An den dreyen es nit geriet / dann Gott sie wundersam behuͤt / entlich jhr alte Anen / Sie auch gleichsfals / wolten offtmals / mit gifft zum todt verbannen. 7. Haimlichen in essender speiß / das fehlet jhnen rechter weiß / jhrem gut sie nachstell⸗ ten / Diser vrsach / liessens nit nach / ein boͤse that erwoͤhlen. 8. Die Alten sie beid an der stett / heimlich er⸗ steckten an dem beth / mit einem Schlair mit namen / Verwegen ring / also gehling / in der stille beysamen. 9. Sie giengen nach der that daruon / als ob sie recht hetten gethon / mit schlechter rew vnd sorgen / Das Mord mit klag / bracht Gott an tag / der sicht in das verborgen. 10. Als nun das Weib sampt jhrem Mann / vmb die that wurd geklaget an / da sagten sie verwegen / Durch des Feinds raht / an diser that / wer gar nit vil gelegen. 11. Hielten das Mordstuck fuͤr kein Suͤnd / mit schlechter buß verstockt vnd blind / ach be⸗ trachtend jhr frummen / Vnd lieben Freund / wie der boͤß Feind / vil leut verblendt herum⸗ men. 12. O Suͤnder dein heil nit verschlaff / fleuch die Weltliche schand vnd straff / ja vil mehr Gottes zoren / damit dein Seel / ohn allen fehl / nit ewig werd verlohren. 13. Als man sie bracht gefencklich ein / vnnd nach beyder vrgicht mit pein / in das stiblein verpflichtet / Das sie mit plag / vber drey tag / deßhalb wurden gerichtet. 14. Gemeldte drey Kind mercket doch / welche bey leben warend noch / must man zu jhnen fuͤhren / Das sie bey jhn / essen forthin / mit jhn zu Recetieren. 15. Die ob jhn wainten trawrens vol / mag ein jedes erkennen wol / wer kan die noth auß⸗ sprechen / Jr buß vnd rew / ward jhnen new die thet jhr hertz durchbrechen. 16. Als sie nach solchem hertzenleid / darstun⸗ den auff dem Branger beid / sprach der Mann mit weheklagen / gantz trawrigklich / mein diebs Weib mich / hieher bringt muß ich sa⸗ gen. 17. Hernach wurden sie außgefuͤhrt / nach jhrem Vrtheil obberuͤhrt / dem Weib wurd abgeschlagen / das Haupt zuuor / nach bey dẽ thor / wie auch dem Mann mit klagen. 18. Ward hernach auff die Erdt gelegt / jhn Rad zu brechen angestreckt / die alider abe⸗ stossen / Die schmach jhn hoch / weil er lebt noch / sehr schmertzlich hat verdrossen. 19. Das Haubet deß Moͤrders entwicht / ward auff dem Rad empor gericht / das jeder⸗ man moͤg schawen / Den Thaͤter groß / na⸗ ckend und bloß / Jung vnd alt Mann vnnd Frawen. 20. Wenig hoͤrt man zu diser zeit / das zwey Stattmenschen vnd Eheleut / mit also boͤsen thaten / werden gericht / O Mensch thu nicht / deß Feindes trib gestatten. 21. Dises geschach also fuͤrwar / im sechtzehen⸗ hunderten Jar / vnd dreyzehen zusammen / Herr Gott bebuͤt / vns durch dein guͦt / vor allem vbel Amen. Show less

Erdbebenserie in Bielefeld, Lemgo und Herford, 30. Oktober - 25. November 1612
Klaͤgliche vnd Wahrhafftige newe Zeitung. De Horribili terræ motu. Von dem Grausa⸗ men vnd fast vnerhoͤrten schreckli⸗ chen Erdbidem welchs in diesem 1612. Jahr / den 30. Octobris alten Calenders / Nachmittags zu 2 Vhren / Jn der Stadt Bilefeldt erstlich angefangen / vnd fol⸗ gents zu Lemgo... Show more Klaͤgliche vnd Wahrhafftige newe Zeitung. De Horribili terræ motu. Von dem Grausa⸗ men vnd fast vnerhoͤrten schreckli⸗ chen Erdbidem welchs in diesem 1612. Jahr / den 30. Octobris alten Calenders / Nachmittags zu 2 Vhren / Jn der Stadt Bilefeldt erstlich angefangen / vnd fol⸗ gents zu Lemgo / Hervorde vnnd andern vmbliegenden Ortern mehr / jetzt drey gantzer Wochen sich begeben vnnd zu getragen / Auch biß auff heutigen Tag den 25. Norembris leyder noch nicht auffgehoͤret hat / allen Christen Menschen zur Er⸗ mahnung / zur Buß vnd Besserung des Lebens Gesangsweise vorgestellet vnnd erst in Druck gegeben. Durch Rudolphum Bellinckhusium Osnaburgensem. Matthæi 24. Cap. Christus der HErre selber spricht / Von grossen Zeichen fuͤr seinm Gricht. Krieg / Pest / thewer zeit / Erdbeben / Da wird sich erst die Noth anheben. ☞ JUDICIUM. NB. Gedruckt im Jahr / 1613. MJt trawren muß ich singen / merckts wol zu dieser stundt / von wunderlichen dingen / betrachts von Hertzen grund / was sich hat zugetragen / ich mus es zeigen an / wehrt noch von tag zu tagen / hoͤrt zu ein jederman. 2. Jm sechshundersten Jahre vnd zwoͤlff darzu ich sag / im Mond Octobris fuͤrwahre / eben den dreissigsten Tag / hat ein Erdbidem angefangen / zu Bilefeldt vnd Hervordt / vnd noch weiter gangen / wie man glaublich hoͤrt. 3. Mit sausen vnnd auch brausen / auffs hoͤchsten Gotts befehl / kompt der Erdbidem grausen / als Gottes Wunder schnel / fuͤnff mal in einer stunde / mit schuͤttern ohne Zall / als wolten gehn zu grunde / die Haͤuser vnnd auch all. 4. Die Haͤuser vnnd Fundamente / Kir⸗ chen vnnd Mauren all / han sich an allen En⸗ den / geschuͤttert gleich zum Fall / die Berge / Thal vnd Erden / han sich gereget bald / was wil daraus noch werden / jhr Menschen jung vnd Alt. 5. Am Morgen vmb fuͤnff Schlegen / wie man es observirt / thets sich gar offt bewegen / sehr starck wie man probirt / daß die Stein mit grossen Schallen / durch die Erdbidem geschwindt / von vielen Haͤusern gefallen / wie man glaabwirdig findt. 6. Doch thuts nicht lange wehren / es eylet immer fort / es kompt von Gott dem HErren / vnd thut nach sei⸗ nem Wort / denn Gott viel Wunder schaffet / hie bey den Menschen Kindt / Darmit die Welt Er straffet / dieweil sie Suͤnder sindt. 7. Auffm Sparnberg die Soldaten / so da gehalden Wacht / vermeiden die Wunderthaten / daß sich durch Gottes Macht / das gantze Schloß bewogen / als wolt es gehn zu grundt / es ist vns schon vor Augen / Gotts straff zu dieser stundt. 8. Man thuts auch darfuͤr halten / wie etlich Leut vermelt / daß die Erd auch zerspalten / in Haͤusern wie im Feldt / durch des Erdbidems ankommen / schrecklich zusa⸗ gen ist / Gotts Wunder wir vernommen / betracht ein frommer Christ. 9. Die Menschen an den Enden / gar betruͤbet sind / weil es sich nicht thut wenden / vnd noch taͤglich befind / bey Tag noch mehr bey Nachten / ist diß nicht Wunder gross / last vns es wol betrachtẽ / stehn ab von Suͤndẽ boͤß. 10. Wir han fuͤr wenig Jahren / zu Wien in Oester⸗ reich / auch ein Erdbidem erfahren / aber dieser nit gleich / sie wehret viel zu lange / wie oben wird gedacht / den Men⸗ schen ist weh vnd bange / das nem ein Christ in acht. 11. Was Gott darmit thut meinen / ist vns noch nit bekant / wir muͤssen all beweinen / vnse Suͤnd / Laster vnd Schand / gros Vngluͤck ist verhanden: Gott drawet vns hefftig sehr / Das macht in allen Landen / erzoͤhrnt man Gott gar schwer. 12. Wohin man sich thut kehren / durchaus in aller Welt / erzoͤrnt man Gott den HErren / als die zeit jetzt vermelt / fluchen / lestern vnd schenden / Mordt / Haß / Vnzucht vnnd Pracht / hoͤrt man an allen Enden / bey Tag vnd auch bey Nacht. 13. Gar viel sauffen vnd fressen / hoͤrt man zu dieser frist / man hat Gott gar vergessen / auffs hoͤchst gekom⸗ men ist / man kan nicht all beschreiben / die Laster vnnd Boͤßheit / die jetzt die Welt thut treiben / in dieser letzten zeit. 14. Wer mag doch all bedencken / die Boßheit vber⸗ all / GOtt wirds vns nicht frey schencken / Es neigt sich alls zum fall / die Suͤnde thut sich mehren / Krieg / Brand Hunger vnd Pest / werden vns hoch beschweren / dann wir thun nicht das best. 15. Christus hat angezeiget / das fuͤrm letzten Ge⸗ richt / als sich nun zu vns neiget / gar viel Wunderge⸗ schicht / wird man alsdeñ erleben / Pest / Hunger / Krieg / Kriegsgschrey / hin vnd wieder Erdbeben / vnd Wunder mancherley. 16. Das solchs gnug klar am Tage / hoͤr wir mit grosser Schmertz / mit seufftzen noth vnd klage / Engstet sich mannigs Hertz / darmit ein Christ Mitleiden / von Hertzen haben muß / Solch Wunder Gotts / verbeyden mit Rew vnd rechter Buß. 17. Last vns zu Gott bekehren / mit der Stadt Ni⸗ niue / vnnd seinen Nahmen ehren / die Suͤnd mit Angst vnd Weh / beweinen vnnd beklagen / ernstlich an allem Ort / thun was sein Diener sagen / vnnd folgen seinem Wort. 18. Wenn wir abstehn von Suͤnden / wil Gott vns straffen nicht / thut Buß zu allen stunden / gedencke an Gotts Gericht / der HErr wird balde kommen / in seiner Herrligkeit / zu richten Boͤß vnd Frommen / es ist fast an der zeit. 19. Die Menschen in den Stedten / han Bett Tag angestelt / vnd thun gar fleissig betẽ / wie auch gleich auff dem Feldt / daß sich Gott wolt erbarmen: Seiner Kin⸗ der ins Gemein / Hoͤren jhr Klag vnd Karmen / vnd jhn genedig sein. 20. Last vns mit jhn Gott bitten / vmb Beystandt vnd Genad / denn wir sein auch da mitten / was Gott be⸗ schlossen hat / das ist vns gar verborgen: Was vnsern Nachbarn geschicht / kan vns wiederfahren morgen / wie man gemeinlich spricht. 21. Solt es doch nicht erbarmen / einem gar harten Stein / das seufftzen vnd das karmen / daselbst der gantzn Gemein / sie sein in Angst vnnd Sorgen / in Schmertz vnd grosser Noth / ja muͤssen heut vnd morgen / befuͤrch⸗ ten sich den Todt. 22. Man thut mit Warheit sagen / als das Wunder kam an / es hab sich zu getragen / der Himmel sey auffge⸗ than / Fewer hat man auch gesehen: in der Lufft bey der Nacht / wohin es doch wil gehẽ / ein jeder Christ betracht. 23. Solt nicht ein Christ erschrecken / vber diß wun⸗ derwerck / sein Hertz vnd Gemuͤth auffdecken / daß GOtt durch seine Sterck / viel Wunder offenbahret: wie man hoͤrt heut zu Tag / die zeit es gnug erklaͤret / mit angst vnd grosser Klag. 24. Die diß Wunder verachten / vnd lassen gehn im Windt / vnd nicht hertzlich betrachten / wie man leider viel findt / die wird der HErr sehr straffen: vmb solcher Suͤnden groß / die gar in Suͤnden schlaffen / vnd sein so sehr Gottloß. 25. Last vns doch recht bedencken / die grossen Wun⸗ derthat / vnd tieff ins Hertze sencken / was Gott verrichtet hat / er thut vns all zusamen: reitzen zu wahrer Buß / auff daß wir seinen Namen / vallen solten zu Fuß. 26. Man hoͤrt viel Wunders sagen / vnd fast in al⸗ lem Land / vnnd wolt man weiter fragen / es ist nicht all bekand / ach Gott thu vns geleiden / durch deine Guͤtig⸗ keit / vnd nimmer von vns scheiden / heut ist die letzte zeit. 27. Ach Gott im Himmels Throne / durch Chri⸗ stum deinen Sohn / vnser aller verschone / straff nicht nach vnserm Thun / wolst ja nicht von vns weichen: mit deinem heilgen Geist / bekehr vns durch dein Zeichen / dein Nahm sey ewig gepreist / Amen. 2. Reg. 22. Cap. Die Erd hat sich beweget sehr / Denn es ist erzoͤrnet der HErr. NB. Kein Erdbidem ohn Bedeutnuß geschicht / Mein Christ betrachts / vergiß es nicht. Anno Christi 33. GRos Erdbidem hat Gott gesand Zu Bithinia / ins gantze Land. Welch auch viel Gebew verdorben / Viel Leut erschlagn / daß sie gestorben. Jn Asia drey grosse Stedt / Ein Erdbidem vertilget het. Jn der Jnsel Zippern mit gewalt. Drey Stedt nieder gerissen bald. Jn Gallana nach den allen / Drey grosse Stedt sein vmbgefallen. Antiochia / die mechtig Stadt / Verderbet vnd eingerissen hat. Vmbgeworffen die Stadt Nicea / Wie auch gleich Nicomedia. Cæsarea vnd Nicopolis / Gantz zerfallen / das ist gewiß. Zu Schmirna auch in diesem Jahr / Ein gar grewlich Erdbeben war. Zu Tyro vnd Sidon man list / Ein gros Erdbidem gewesn ist. 33. 66. 78. 112. 116. 123. 131. 182. 306. Jn Orient viel Stedt geschwindt / Durch Erdbidem verdorben sindt. Jn Jtalia Erdbidem groß / Bey finster Nacht / thet schweren stoß. Groß Erdweben vnd Wasserfluth / Erlebet haben Boͤß vnd Gut. Jn Asia Erdbebn angfangen / Dardurch 12 Stedt sein vntergangen. Erdbidem zu Constantinopel / Viel Haͤuser vmbgeworffen schnel. Dardurch viel Leut getoͤdtet gar / Zu Schgarbaria offenbahr. Sechtzehen welsch Meil von Florentz / Herumb im Landt vnd an der Grentz. Erdbidem grossen Schaden gethan / Jn diesem Jahr man zeiget an. Zu Altenburg / in Meissen Landt / Zu Constantinopel bekandt. Wie auch da gleich im Joachims Thael / Gros Erdbidem gewest ohn zall. Auff diß vnd noch vnzehlich mehr / Die sich begeben hin vnd her. Gar grosse Straffe gefolgt sindt / Wie man klaͤrlich beschrieben findt. Ein jeder Mensch thu wahre Buß / Vnd fall dem hoͤchsten Gott zu Fuß. Bett von Hertzen an allen Enden / Daß er das Vngluͤck wolt wenden. So vns darmit werd angedeut / Wol dem der das betrachtet heut. Der wird erlangn nach dieser zeit / Durch Christi Gnad die Seligkeit. 344. 810. 1092. 1490. 1509. 1542. 1552. ANNO. O lieber Mensch sich dir wol fuͤr / Der Tag Des GrICht Ist Vor Der thVr. ENDE. Show less

Tödlicher Ehestreit; Mehrfacher Kindsmord; Einzug des Türk. Kaisers in Konstantinopel; Bischof von Bamberg in Rom
Newe Zeituͤng Welcher gestalt zu Prage ein Mann vnd Weib vber Essen vneins wor⸗ den / sich geschlagen / vnnd das Weib ein Brodtmesser erwischet / dem Mann so viel gereichet / das er zu boden gefal⸗ len vnd stracks todt geblieben / vnd was man mit der Moͤr⸗ derin weiter vorgenommen. Jtem wie... Show more Newe Zeituͤng Welcher gestalt zu Prage ein Mann vnd Weib vber Essen vneins wor⸗ den / sich geschlagen / vnnd das Weib ein Brodtmesser erwischet / dem Mann so viel gereichet / das er zu boden gefal⸗ len vnd stracks todt geblieben / vnd was man mit der Moͤr⸗ derin weiter vorgenommen. Jtem wie eine Dienstmagd allda jhr eigen Kind viertheilet / in wil⸗ len solches zubegraben / do auß sonderlicher schickung Gottes / ohn alles gefehr ein Schwein herzu gelauffen koͤmpt vnnd ein stuͤck von dem Kindt erwischet / solches auff zufressen / welchen die Magd aber nachgejagt / das es entlichen ist offenbahr worden / vnd was die vor einen Lohn empfangen. Hierbey auch eine kurtze beschreibung des Tuͤrckischen Keysers ein⸗ zug zu Constantinopel / vnd was sich dabey zugetragen. Deßgleichen wie der Bischoff von Bamberg zu Rom ankommen vnd also stadtlich empfangen worden. Gedruckt im Jahr 1613. Ein Weib entleibet jhren eigenen Mann vber den Essen. DEn andern Christfeyertag hat sich zu Prag ein sel⸗ tzamer Casus zugetragen / das ein Weib mit jhren leiblichen Ehemann welche gar wol habende Leu⸗ te vnd auff etliche 1000. fl. vermuͤgen / Wegen eines stuͤcke Fleisches vber Essen zu vnfrieden worden / also das sie ein⸗ ander geschlagen / in dem erwischt das Weib ein Brotmes⸗ ser / vnnd ersticht den Mann freventlicher weise vber den Tisch / das er alsbald zu boden gefallen vnd gestorben / ist alsbald wegen solcher Morthat von der kleinen Seiten ge⸗ fenglich eingezogen / in die Schachteley gefuͤhret wor / den / vnd als man Freytags vmb 12. Vhr Nachmittag den Entleibten begraben / hat sich ein solcher erschrecklicher Sturmwind erhoben / so etliche Stunden gewehret / Also das man nicht anders vermeinet / es wuͤrde gantz Prag vber ein hauffen geworffen werden / Wie es dann mit einwerf⸗ fung etlicher Heuser vnnd andere Gebaͤwde auff etliche tau⸗ sent fl. schaden gethan / vnd weil man dieses fuͤr keinen na⸗ tuͤrlichen sondern fuͤr einen gezauberten Wind gehalten / vnd man auff der Thaͤterin Mutter wegen etlicher außge⸗ sprengten Reden / die sie gethan vnnd gesagt hat / sie wolte jhre Tochter bald wider auß der Gefengnis bringen / wenn sie dieselbe nur anruͤhren moͤchte / einen argwon geschoͤpffet / das sie eine Zauberin sein muͤste / Derowegen man sie auch alsbald gefenglich eingezogen / Was man nun mit jhnen weiter fuͤrnehmen wird / ist noch vnbewust / es wird aber folgen. Von einer Magd welche eines Kin⸗ des genesen vnd dasselbe in vier stuͤck zerhawen. DJeser Tagen hat man eine zuͤchtige Jungfraw eine Dienstmagd / welche ein Jungfraw Kindel getragen vnd geboren / sie aber das Kind alsbald / damit sie jhrer eusserlichen Jungfrawschafft nicht beraubet werden moͤchte / getoͤdtet / in vier stuͤcken zerhawen / vnd heimlich in ein verborgen Loch scharren wollen / in dem sie aber mit die⸗ sen Werck vmbgehet / koͤmpt ohngefehr / vielleicht auß schi⸗ ckung Gottes ein Schwein / deren eben domals an selbigen ort etliche gewesen / vnd jre Narung gesucht / herzu ergreifft das eine stuͤck von dem Kind mit dem Kopff vnd wil es fres⸗ sen / als aber die Magd jhr solches wider abjagen wollen / leufft das Schwein darvon / vnnd werden es etliche Leute jnnen / das sie vber dieser erschrecklichen Morthat ergriffen wird vnd gefenglich eingezogen / die soll nach den Feyertagen Lebendig begraben werden. Des Tuͤrckischen Keysers Einzug zu Constantinopel. VOr 14. Tagen hat der Tuͤrckische Keyser mit all sei⸗ nen anwesenden Kriegsvolck ein ansehenlichen vnnd statlichen Einzug gehalten / ist aber vnmuͤglich sol⸗ chen namhafftig zu machen / dann kein Mensch der solches hoͤret / es glauben wuͤrde / ist auch vnmuͤglich dz in Deutsch⸗ land von Roß vnd Edelgesteinen / ein solcher Pracht kan gesehen werden / Wie dann auch der Tuͤrckische Keyser inn seinen Einzug an den kleinen Finger einen Ring mit einen Carfunckel versetzt gehabt / der vber ein Koͤnigreich geschetzt wordẽ / die Decken so dem Roß hinden vber den ruͤcken gan⸗ gen / ist von lauter Perlen so groß als Bohnen / so wol mit vberaus koͤstlichen Edelgesteinen versetzet gewesen / Der⸗ gleichen drey Heupt⸗Roß sind jhme auch fuͤrgefuͤhret wor⸗ den / die Roß zeuge mit lauter klaren Golde / mit Rubin Tuͤrckischen vnd Diamanten / so groß als eine Welsche Nuß / so wol die Steigereiffe von Golde vnd mit Edelge⸗ steinen versetzet gewesen / Jn gleichen die Huffeisen / von lauter klaren Arabischen Gold / so auff 20. M. fl. werth geschetzet worden. Bald nach dem Einzuge ist des Tuͤrckischen Keysers Tochter so 13. Jahr alt / dem Vetier Bassa verheyrath wor⸗ den / vnd seind solche Sachen allda zu sehen gewesen / so nit zubeschreiben / ist auch fast vnglaublich / Jn sonderheit ist eine Kuttschen allda gewesen / so auff 200. M. fl. geschetzet worden / Welche allein von klarem Goͤlde gemacht / vnd mit Edelgesteinen versetzet gewesen ohne gefehr 2. Klafftern hoch vnd vierecket gemacht / in vmbfang hat sie 4. Ellen ge⸗ habt / die selbe ist der Braut vorgetragen worden / sampt einer Kron von Perlen darauff gestickt / Ferner ist jhm ein Himmel vorgetragen worden / von roth vnd weisen Adlaß / nach diesen ist ein ander Himmel gefolget / von lauter schoͤ⸗ nen Goldstuͤcken vnnd mit Perlen gestickt / darunter die Braut geritten / aber gantz verdeckt / das man sie nicht hat sehen koͤnnen / Nach jr ist das Frawenzimmer geritten eine nach der andern / vnd auff jeder Seiten ein verschnitener Mohr / welche sie verhuͤt / nach jnen sein 309. Maulesel alle mit Gelt vnnd Kleidern wol beladen / Nach jhnen 15. Ka⸗ mehl mit lauter Bethgewandt gefolget / so alles gar lustig zusehen gewest. Der Bischoff von Bamberg helt zu Rom seinen einzug. SOntag Abens als den 5. Januarij hat der Bischoff von Bamberg zu Rom seinen Einzug sampt 500. Pferden mit grosser verwunderung des Volcks stat⸗ lich gehalten / Erstlich seind 36. seiner Gutschen vorange⸗ fahren / darauff des Papst leichte Pferde / alsdann des Bischoffs Lackeyen / Trabanten vnd von 150. Roͤmischer wie auch fast so viel Welscher vnd drauff in 50. Deutschen Adells Personen / vnd etliche Feyherrn jeder zwischen zwey Roͤmischen Reutern / vnd dann der Bischoff von Bamberg zwischen den Ertzbischoff Piondo Jrland / vnnd Sig⸗ nor Francesco Borchese geritten / deme 36. Cardinaͤll vnd andere Prelaten auff seine Leibgutschen gefolget / her⸗ nacher aber als er in die Stadt kommen / Jst er von des Papst Schweitzerischen Guarde angenommen / vnd beim Castel S. Angelo mit loßbrennung des groben Geschuͤtzes empfangen worden. Entnemung etlicher Kauffmans wahr. VErgangene Wochen seind in Bergischen Land von 10. vermummeten Reutern / viel Kaͤrn mit Kauff mans Wahren / so nacher Leiptzig fahren wollen / auffgehawen / viel der besten Guter auff 4. Pferd geladen vnnd davon gefuͤhret worden / derogen etliche Kauffleut hinaus geritten die vbrigen Guͤter wider zu recht zu brin⸗ gen. Verweisung eines vornemen Buͤr⸗ gers zu Praag. AVff den 12. dieses hat man Hans Lewen einen Evan⸗ gelischen alten Buͤrger von 60. Jahren allhier zu Praag / welcher solle gesagt haben / das alle die Jeni⸗ gen so gleubten das in der Ostien der ware Leib Christ were / nicht redlich weren sie mit Ruthen außstreichen sollẽ / wie nun der Nachrichter jhn hierzu außgezogen / koͤmpt bottschafft von Key. May. das er solle begnadet / vnd auff alle Paͤtze gefuͤhret werden / darauff oͤffentlich zu schrey⸗ en / das er vnrecht gethan habe / Jnmassen denn beschehen / darauff er des Landes verwiesen. Show less

Wundergeschichte, Wegwitz bei Merseburg, 29. Juni 1614; Zwei geistliche Lieder: "Wie schön leuchtet der Morgenstern"; "Herr Jesu Christ mein Trost"
Ein Warhafftige Zeitung / Auch Gruͤndliche beschrei⸗ bung / welches sich begeben hat im Land zu Meissen / in einem Dorff Wegwitz genand ein Meil von Merseburg gelegen / wie der Juncker daselbst ist zur Kirchen geritten / vnd was sich mit jhm begeben vnd zugetragen hat mit einem kleinen Kinde... Show more Ein Warhafftige Zeitung / Auch Gruͤndliche beschrei⸗ bung / welches sich begeben hat im Land zu Meissen / in einem Dorff Wegwitz genand ein Meil von Merseburg gelegen / wie der Juncker daselbst ist zur Kirchen geritten / vnd was sich mit jhm begeben vnd zugetragen hat mit einem kleinen Kinde / rc. geschehen am Tag Petri vnd Pauli die⸗ ses 1614. Jars. Jm Thon / Hilff Gott daß mirs gelinge / rc. Sampt Zwey Schoͤnen Geistlichen Liedern / Das erste / Wie schoͤn leuͤchtet der Morgen stern / rc. Des Ander. Herr Jesu Christ mein Trost / thu mich doch / rc. Erstlich Getruck zu Leiptzig / bey Vincentz Strach / WAcht auff jhr frommen Chri⸗ sten / lasts euch zu Hertzen gahn / diese erschroͤckliche Geschichte / die ich wil zeigen an / was sich kuͤrtzlich zugetragen hat / im Land zu Meissen ich sage / nicht weit von Mer⸗ seburg der Stadt Ein Dorff dabey gelegen / Wegwitz wird es genandt / darinn da ist geseßen / ein Juncker wolbekandt / Heinrich Stortz ist sein Nam / zur Kirchen thet er reitten / Gottes wort zu hoͤ⸗ ren an. Wie er in die Kirch ist kommen / hoͤret alle⸗ sampt / Gottes wort hett er vernomen / darnach er wider zu handt / auß der Kirchen ist geritten heim / hoͤrt zu ihr Christen fromme / was sich zugetragen fein. Ein kleines Kindlein eben / im Wege einge⸗ wickelt lag / der Juncker thets bald ersehen / von Herßen sehr erschrack / vnd sprach balde zu sei⸗ nem Knecht / ghe thu mir das Kindlein bringen laß michs beschawen recht. Der Knecht der thet bald laͤuffen / vnnd hub es auff behendt dem Juncker thet ers bringen / vnd gabs jm in die Haͤnd / er thet es da recht se⸗ hen an / zu Hauß leiß ers jhm tragen / seiner fra⸗ wen zu zeigen an. Wie er nun heim thet kommen / vnd in die Stuben trat / das Kindlein er genommen / vnd zum Ofen geleget hat / ließ er jhm holen ein Becher mit Wein / wie jn die Magd thet brin⸗ gen / da war verwandelt der Wein. Wie lauter Blut er da sahe / das erschrack der Juncker sehr / vnnd zu der magd da sprach / geh bald hin ohn beschwer / vnnd hole mir ein Becher vol auß dem andern Faß / als sie nun den thet bringen / in Korner verwandelt waß. Der Juncker selber thet lauffen / vnnd ließ den Becher voll ein / vnd gieng damit gar balde da sein Frawe thet sein / vnd thet jhr reichen den Becher fein / da war kein Wein darinne / son⸗ dern thet voler Kroͤten sein. Die Fraw erschrack gar sehre / vnnd zu dem Junckern sprach / wie wollen wirs dann mach das wir erfharen die Sach / wir muͤssen schicken in die Statt / zum Obersten Pfarherr ich sage / daß er vns das Kindlein tauff. Gar eylend vnd geschwinde / schickte sie zum Pfarharr fein / der Pfarherr gar behende / mit dem Knecht thet auff sein / vnd kam zum Jun⸗ cker gar geschwindt / das Kindlein wolt er tauf⸗ fen bald es zu reden anfing. Vnd thet alda anzeigẽ / was vor ein bedeu⸗ tung hett / das sich der Wein verwandelt / vnnd worden wie Blut so roth / ein solch Auffruhr / Mord / Krieg vnd Brandt / das in diesen Ja⸗ ren nicht ist erhoͤrt / ein solch schroͤcklich Mord vnd Schand. Noch weiter thet es melden / von dem and'n Becher Wein / welcher sich hat verwandelt / vnd wie laut er Korn thet sein / dasselbig thut bedeuten zwar / das zimlich werd gerathen / diß 1614. Jahr. Hernach thets weiter sagen / was ir gesehen habt / im dritten Becher mit klage / welcher vol⸗ ler Kroͤten was / dasselbige hat die Bedeuttung zwar / das dises Jahr sol geschehen / ein erschro⸗ cklich sterben fuͤrwar. Das Kindlein ist bald verschwunden / alda vor jederman / der Pfarherr vnd Juncker dabey stunden vnd liessens zu hertzen gohn / vnd fielen nider auff ihre Knie / vnd theten Gott anruffen das er jhnen wolt gnedig sein. Last vns das nicht verachten noch schlagen in den wind / sondern hertzlich betrachten / steht ab von ewer Suͤnd bit Gott das er vns gebe / Fried vnd Einigkeit / durch Christum vnsern Herren / hernach die Ewige Seligkeit. Das erste Liede WJe schoͤn leuchtet der Morgenstern / vol Gnad vnnd Warheit von dem Herrn / die suͤsse Wurtzel Jesse / Du Sohn Dauid auß Jacobs Stamm / Mein Koͤnig vnnd mein Brauͤtigam / hast mir mein Hertz besessen. Lieblich / freundlich / groß vnnd ehrlich / reich von Gaben / hoch vnd sehr praͤch⸗ tig erhaben. Ey mein Perle du werthe Kron / waar Got tes vnd Marien Sohn / ein hochgeborner Koͤ⸗ nig / Mein Hertz heist dich ein Lilium / dein suͤs⸗ ses Euangelium / ist lauter Milch vnd Hoͤnig. Ey mein / Bluͤmlein / Hosianna Himmlisch Manna das wir essen / deiner kan ich nit ver⸗ gessen. Geuß sehr tieff in mein Hertz hinein / du hel⸗ ler Jaspis vnd Rubin / die flammen deiner Lie⸗ be. Vnd erfrew mich das ich doch bleib / an dei⸗ nem außerwehlten Leib / ein lebendige Rippe. Nach dir / ist mir / Gratiosa Coclirosa / kranck vnd gluͤmmet / mein Hertz durch Liebe verwun⸗ det. Von Gott kompt mir ein Frewdenschein / wenn du mit deinen Eugelein / mich freundlich thust anblicken. O Herr Jesu mein trawes Gut / dein Wort dein Geist dein Leib vñ Blut mich jnnerlich thut erquicken. Nimb mich / freundlich / in dein Arme / daß ich warme / werd von Gnadẽ / auff dein Wort komb ich geladen. Herr Gott Vatter mein starcker Held / Du hast mich ewig von der Welt in deinem Shon geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst ver⸗ traut / er ist mein Schatz ich bin sein Braut / sehr hoch in ihm erfrewete Eya / Eya / Himm⸗ lich Leben / wird er geben / mir dort oben / ewig sol mein Hertz ihn loben. Zwingt die Seyten in Cythara / vnd last die suͤsse Musica gantz freudenreich erschallen / dz ich moͤge mit Jesulein / dem wunderschoͤnen Braͤutigam mein / in stetter Liebe wallen. Sin⸗ get / springet / jubilieret / triumphiret / danckt dem Herren / groß ist der Koͤnig der Ehren. Wie bin ich doch so hertzlich fro / daß mein Schatz ist das A vnd O der Anfang vnd das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preiß / auffnemmen in das Paradeiß / deß frew ich mich an das Ende. Amen / Amen / kom du schoͤne Ftrewdenkrone / bleib nicht lange / deiner ward ich mit verlangen. Das ander Lied. HERR Jesu Christ mein Trost / thu mich doch zu dir nemen / auß dieser argẽ Welt / du hast mich ja erlost / mit deinem thewren Blut / vnd nicht mit Silber vnd Gold ich hoffe mit begier / du bald helffen mir / heim⸗ lich in der stille / wuͤnsch ich offt selbst bey mir / auch mein aller schoͤnste Gestalt / wenn es sichs nun schicken wolt / das ich mit deinem Willen / dein Antlitz schawen solt. Nimbt dir ein muth / sprichst du Herr Chri⸗ ste selber auß deinem Goͤttlichen Mund / fuͤr⸗ war deß Suͤnders Todt / ich gar nicht thu be⸗ geren / zu welcher Stund / er sich bekehren thut / vñ rufft in seiner Noht / zu meinem lieben Vat ter / all sein Vertrawen hat / Du bist aller Tu⸗ gentreich / mach mich deinen Engelein gleich / das ich dich mach loben / immer vnd ewiglich. Auff diesẽ Trost / wil ich gar sanfft einschla fen / vnd keinen zweiffel tragen / Suͤnd / Teuffel Hoͤll vnd Todt / sollen nichts an mir schaffen / sondern abelan / weil du Herr Jesu Christ / mein Huͤlff vnd Beystandt bist / mit deinem Goͤttli⸗ chen Worte / so gar freundlichen Trost / Ach hertzliebes Jesulein / staͤrck mir meinen Glau⸗ ben klein / das ich dir moͤge dancken / fuͤr die gros⸗ se Guͤte dein. Amen / Lob / Ehr vnd Preiß / sag ich dir jetzt von Hertzen / du wahrer Gottes Son / verleyh mir deinen Geist / daß ich mit allen Kraͤfften / moͤge Busse thun / O mein Lebens Kron / nim mich mit Frewd vnd Won / als einem armen Suͤnder / zu Gnaden auff vnd an / Herr Jesu Christ wenn dirs gefaͤlt / zu dir in dein Him⸗ lisch Gezest / thu du mich Herr bald erloͤsen / auß dieser argen Welt / Amen. Show less

Unwetter und Erdbeben in Döbritz; Lied: Weil uns Herr Christ heimsuchen tut
Ein warhafftige Ne⸗ we Zeitung / Von dem Ge⸗ waltigen Donner / blitzen vnd Erdbeben / so sich begeben vnnd zugetragen hat in der Stadt Doͤbritz / vnnd was daraus fuͤr grosser schaden entstanden / an Menschen / Vieh vnd andern Gebaͤw / vnd was sich auch sonsten mehr dabey zugetragen hat /... Show more Ein warhafftige Ne⸗ we Zeitung / Von dem Ge⸗ waltigen Donner / blitzen vnd Erdbeben / so sich begeben vnnd zugetragen hat in der Stadt Doͤbritz / vnnd was daraus fuͤr grosser schaden entstanden / an Menschen / Vieh vnd andern Gebaͤw / vnd was sich auch sonsten mehr dabey zugetragen hat / davon wird der guͤnstige Leser im Gesange berichtet werden. Das Ander Liedt / Weil vns HErr Christ heim⸗ suchen thut / Dein Zorn durch Pestilen⸗ tze / etc. Gedruckt zu Wien / im Jahr 1614. ACH GOtt in deinem hoͤchsten Thron / Jch bitt durch Chri⸗ stum deinen Sohn / verleyh mir deine Gnade / daß ich moͤg kuͤrtz⸗ lich heben an / von deinen Wun⸗ derthaten schon / was sich hat zugetragen. Wie dann newlich geschehen ist / in Un⸗ gerland hoͤr mein frommer Christ / am heili⸗ gen Newen Jahrs Tage / in diesem 1614. Jahr / zu Doͤbritz in der Stadt alldar / erhub sich Jammer vnd Klage. Es donnert vnd blitzet mit gantzer macht/ es schlug drey schlaͤge daß alles kracht / Kirch⸗ thuͤrme thet es niderwerffen / Haͤuser vnd Ge⸗ baͤwde wol an dem end / 20. gezehlet sein / die hats gar eingeworffen. Zweyhundert sechs vnd dreissig Menschen groß vnd klein / in diesem Gebaͤw vmbkom̄en sein / musten jhr Leben auffgeben / Ein jeder Christ bedencke zwar / wie Gott der HERR thet straffen dar / mit seiner Sturmglock thet leuten. Die Menschen theten klaͤglich schreyen thun / Hilff vns HErr Christe Gottes Sohn / erbarme dich vnser auff Erden / Errette uns doch aus dieser Noth / O du barmhertziger ge⸗ trewer Gott / man fuͤrchtet sich des Tages des HErren. Hoͤrt was weiter vor Jammer da ge⸗ schach / Ein Kloster lag wol fuͤr der Stadt / das Erdreich thet grundloß werden / das Klo⸗ ster gar versuncken ist / die Kirchspitz noch zu sehen ist / zwey Ellen hoch vber der Erden. Die Menschen hat man hoͤren schreyen / man kondt sie aber nicht her ausser kriegen / Ach helfft jhr Christen alle / man bracht da Hacken vnd Seile gut / manchem Menschen entfiel der Muth / zu Gott rieffen sie alle. Die Predicanten in der Stadt / darzu ein Erbar wolweiser Rath / theten hinaussen ge⸗ hen / dieses Wunder zu sehen an / da lieff mit Alt / Jung / Fraw vnd Mann / jeder thet betruͤ⸗ bet stehen. Die Predicanten theten da fragn / aus der Erden thets antworten vnd sagn / so gar mit sanffter Stimme / daß in diesem jetzt lauf⸗ fenden Jahr / werde sein ein groß Kriegsge⸗ fahr / an allen Orthen vnd Enden. Groß Blutvergiessn durch frembde hand / solte erregen in alle Land / den Menschen wird bange werden / manchem wird sein Hertz in sei⸗ nem Leib / schuͤttern vnd schawren fuͤr grossem Leid / man hoͤrt nichts guts auff Erden. Gar bald sahe man am Firmament / zwo schwartze Wolcken an dem End / gar schreck⸗ lichen her schweben / Darinne thet es brawsen thun / als wann viel hundert tausent Mann / muͤsten auffgeben jhr Leben. Aus der einen schwartzen Wolcken zuhand / Welche stund gegen dem Morgenland / Sah man mechtig her streiten / ein Kriegesheer mit fliegender Fahn / auff Tuͤrckisch Manier ich zeige an / mit Spiessen vnd Helleparten. Aus der andern schwartzen Wolcken wie vor gemelt / welche gegen dem Abend stunde / sah man auch mechtig kommen / viel Krieges⸗ leut ohn vnderlaß / gar starck zu Roß vnd auch zu Fuß / mit auffgerichter Fahnen. Die zwey starcken Kriegesheer / theten zusa⸗ men streiten sehr / auch thu ich mit Warheit singen / die Kugeln in den Luͤfften groß / darzu die Buͤchsen ohn vnterlaß / hoͤrt man in Wol⸗ cken klingen. Sie stritten da mit gantzer macht / biß vmb 12. Vhr auff die Mitternacht / schrecklich wars anzusehen / Die so kamen vom Abend her / the⸗ ten die andern schlagen sehr / Ritterlich die schlacht gewonnen. Da sie nu stritten gewaltig sehr / ein weisser Engel thet zwischen sie gehn / mit einem fewri⸗ gen Schwerte / Creutzweiß thet er zwischen sie schlagen / vnd fieng gar bald zu reden an / Frie⸗ de auff beiden seiten. Darumb jhr Christen seyd nicht so blind / schlaget Wunder vnnd Zeichen nicht gar inn Wind / rufft GOTT an alle zusammen / daß er vns helffe aus allem Leid / gebe vns die ewige Seligkeit / durch JEsum CHristum / AMEN. Das Ander Lied. Weil vns HERR CHrist heimsuchen thut / Dein Zon durch Pestilentze / Schrecken / Fieber vnnd boͤse Lufft / schickstu an vnser Grentze / Thewrung / Auff⸗ ruhr ist fuͤr der thuͤr / vnser Leiber verschmach⸗ ten schier / wo du HErr das nicht wendest. So kommen wir HErr JEsu CHrist / Zu dir fuͤr deinem Throne / Ruffen dich an mit Niniue / Ach HErr vnser verschone / Verzeih vns vnser Missethat / wie vns dein Wort ver⸗ sprochen hat / wir wollen Busse thun. Gedenck HErr Christ den thewren Eid / den du selbst hast geschworen / so wahr du bist von Ewigkeit / wir solln nicht sein verlohren / Zu ehren wirst vns bringen fein / daß wir dir dancken in gemein / Dein Heil wirstu vns zei⸗ gen. Darauff trawn wir O starcker GOtt / Du wirst die fewrig Schlange / Die gifftig / Pestilentzisch Noth / welche vns macht sehr bange / Vns heil machen durch deinen Sohn / welcher fuͤr vns hat gnug gethan / ans heilgen Creutzes stamme. Wend ab HErr Christ die schwere Plag / Wie du damals hast gethan / Den frommen Koͤnig Hißkia in seiner grossen klage / Jm Je⸗ saia lesen wir / da er betet vnd weinet sehr / ward er erhoͤret balde. Mit David wollen bawen wir / HErr ein schoͤnen Altare / Danckopffer dar zu bringen dir / HErr Christ nim eben wahre / die schwere straff so wir verdient / Dein grechter Zorn auch werd gestillt so jetz under tragen wir. Das wirstu thun HErr JEsu CHrist / wol durch dein Creutz vnd Todte / dein blutger Schweiß vnd Thraͤnen heiß / helffen vns Herr aus Nothe / Dein Marter groß auch schwere Pein / fuͤhren vns mit den Engelein / ins ewig Paradeise. Darauff sprecht Amen all zugleich / Jhr Christen in gemeine / Christus der HErr ver⸗ sprochen hat / Was jhr werd bitten feine / im Nahmen mein aus Hertzengrund / Seyd jhr gewehrt zu aller stund / von Gott dem Vater meine. Diß Liedlein hat trawrig gemacht / in der Betruͤbniß seine eine Person so Christelich / verschieden ist alleine / sein Leib ruht hier zu dieser frist / die Seel im HErren Christ / der ist der schutzherr deine / Amen. ENDE. Show less

Unwetter in Bregenz, 1614
Newe Zeitung. Oder Beschreibung eines er⸗ schroͤcklichen vngestuͤmen Wetters / so den 26. tag deß Monats Julij / in disem 1614. Jahr / zu Pregentz am Boden See / vnnd auff zwo Meilwegs vmb die Statt / mit grosser forcht vnd erzitterung deß Volcks darnider gangen / mit kurtzer andeutung /... Show more Newe Zeitung. Oder Beschreibung eines er⸗ schroͤcklichen vngestuͤmen Wetters / so den 26. tag deß Monats Julij / in disem 1614. Jahr / zu Pregentz am Boden See / vnnd auff zwo Meilwegs vmb die Statt / mit grosser forcht vnd erzitterung deß Volcks darnider gangen / mit kurtzer andeutung / erlicher ande⸗ rer gleichsfals vngehewren Wetter / so erst newlich gewesen. Darbey ein newes Lied / von der jetzigẽ Theu⸗ rung / warumb Gott solche verhenget. Jm Thon: Von der Fortuna. Gedruckt zu Augspurg / bey Christoff Mang auff vnser Frawen Thor. 1614. Newe Zeitung. Oder Beschreibung eines er⸗ schroͤcklichen vngestuͤmen Wetters / so den 26. tag deß Monats Julij / in disem 1614. Jahr / zu Pregentz am Boden See / vnnd auff zwo Meilwegs vmb die Statt / mit grosser forcht vnd erzitterung deß Volcks darnider gangen / mit kurtzer andeutung / etlicher ande⸗ rer gleichsfals vngehewren Wetter / so erst newlich gewesen. Es haben etliche Astrologi in jhrer Practica vnnd Calender / auff diß 1614. Jahr / von vilen hefftigen / erschroͤcklichen ond vngehewren Wettern / auß influentz vnd Constellationen der Planeten vnnd deß Gestirns prognosticiert / vnd andeutung gethan / Jn wellichem stuck sie dann fuͤr dises Jahrwenig gefehlet / vnd ziemb⸗ lich zugetroffen / Wie dann dergleichen vil grosse wetter an vnderschiedlichen Orten / in disem Jahr hero gehoͤrt worden. Deren eins in Holland / anch in angedeutem Monat Julio / so abschewlich vnd erschroͤcklich gewe⸗ sen / daß es sich ansehen lassen / vnd menigklich vermeint gehabt / die Welt gar zu grund gehen werde. Ebner massen ist den 28. tag Junij verschienen / zu Wien in Oesterreich / anch ein so gewaltiges grausames wetter entstanden / darbey auch ein wolckenbruch ni⸗ dergangen / daruon das wasser also angelauffen / daß es etliche Haͤuser hinweg gefuͤhrt / vnd vil Personen er⸗ traͤnckt. Jn den Weingaͤrten vnd an dem Getreyd / wie auch an anderen sachen / grossen schaden gethan. Jnsonderheit aber wird von einem so erbaͤrmlichen wetter / auß der Statt Pregentz / am Bodensee (welli⸗ ches woll zu behertzigen) geschrieben / Daß nemblich den 26. tag deß Monats Julij / dises Jahrs / als an S. An⸗ na tag / abends / zu drey vhrn / es in der Statt / vnd auff zwo Meil darumb / ein so erschroͤcklichs wetter / von ha⸗ gel / plitz / vnd donner gehabt / Das es theils Stein wie die Hennen eyer / den mehrerntheil aber / wie die Baum⸗ nuß geworffen / welches sehr grossen schaden verursacht / Dann es das Getrayd dermassen in grund geschlagen / daß weder Korn / noch Stro / oder auch Halm mehr zu⸗ verhoffen / welches erbaͤrmlich anzusehen. Ebenmaͤssig hat es alles Obs von den Baͤumen ge⸗ worffen / vñ in gruud hingericht / Ja theils grosse baͤum gar von grund auß dem Erdtrich gerissen / auch den jungen Baͤumlein grossen schaden zugefuͤgt. Dergleichen hat es in den Weingaͤrten die Reben der gestallt so vbel zugericht / vnd die Trauben hinweg genommen / also / wo man sonst in derselben Refier / et⸗ lich hundert Fuder weins dises Jahr eingethan hette / man nunmehr keines zugewarten habe. Es ist auch nit allein Wein vnd Korn hinwegk / son⸗ dern es hat auch den Flachs / Hanff / Bonen / Erbis / und dergleichen fruͤcht / alles zu nichten gemacht / vnn in grund geschlagen Jtem / an der Kirchen / am Rahthauß / wie auch an den anderen fuͤrnembsten Haͤusern / vnnd sonst gemei⸗ nen Burger Fenstern / die es eingeschlagen / so ein merck⸗ lichen schaden gethan / das mans mit tausent Gulden nicht mehr wird glasen vnd zurichten koͤnden. So hat auch der Wasserguͤß sehr vil Viech / als Rin⸗ der / Schaff / Schwein / vnd anders hinweg geschwem⸗ met / vnd ertraͤnckt / Wie es dann einem einigen Bau⸗ ren 8. stuck Viechs hinwegk geschlagen / vnnd in grund verderbt. Wegen deß grossen Gewaͤssers / so in die kel⸗ ler vnd Haͤuser eingelauffen / seynd die Weinfesser in den Kellern / die Tisch / Stuͤl / Schuͤssel vnnd Teller in den Stuͤben vnd anderen Zim̄ern herumb geschwnm⸗ men / da es dann auch mercklichen grossen schaden ge⸗ than. Neben solchem grossem donnern / plitzen vnd regen / hat sich auch ein solcher starcker wind erhebt / daß es ein fuͤrnemme Weibßperson / so sampt jhrem Knecht vnnd dreyen Rossen / vber die Bregentzer Bruggen gefah⸗ ren / sampt Roß vnd Wagen empor gehebt / vnd in das wasser gestuͤrtzt / welche also hinschwimmend / gleich als auff dem Land / gefahren / Jst jhnen doch nichts am le⸗ ben geschehen / sondern daruon kommen / vnnd saluiert worden. Gleicher massen seynd die Schiffleut auff dem Bo⸗ densee / in so grosser gefahr leibs vnd lebens gestanden / das jhrer vil sich selbs zu erretten / vnd daruon zu kom⸗ men / theils Getraid auß den Schiffen in das wasser werffen muͤssen. Jn summa / es ist nicht genugsamb daruon zu schrei⸗ ben / was es aller Orten fuͤr schaden gethan / vnnd wie vbel es gehauset / also daß das Lachen wol zuverbeissen / vnd Gott vmb mildterung zu bitten vnnd anzuruffen gewesen / Dann wir also vmb alles Erdgewaͤchß / als Getreyd / Wein / Obs / vnd alles Zugemuͤß / vnd was der Mensch geniessen kan / kommen. Der allmaͤchtige ewige Gott / woͤlle vns vor der⸗ gleichen gefaͤhrlichen wettern ferrner gnaͤdiglich behuͤ⸗ ten / Amen. Volget ein newes Lied / von der jetzigen Theu⸗ rung / warumb Gott solche verhenget. Jm Thon: Von der Fortuna. 1. HOerend zu jhr Christen / Ein wenig in der still / Woͤllt jhr ewr Leben fristen / Wie es Gott haben will / So schickend euch auff Erden / in die zeit voll beschwerden / Dann sie ist boͤß :/: Das vns geneß / Herr vns darauß erloͤß. 2. Wer von allem wolt singen / Wie es auff Erden zugaht / Er kuͤndt es nit vollbringen / Dann alles vbel staht / Der meist Hauff stellt sich eben / als solt er ewig leben / Das spuͤret man :/: Auff aller bahn / Niemand das laugnen kan. 3. Dem Gott etwas bescheret / Jst auß der massen groß / Weil er sich wol ernehret / Sitzt Gott in der Schoß / Thut jhm selb das zumessen / Gottes vergessen / Wie dann gemuth : / : der gei⸗ tzig thut / Verlaßt das ewige Gut. 4. Was soll der Fromm anheben / Er sey arm oder Reich / Jn dem betruͤbten Leben / Soll jhm nit gelten gleich / Er soll sich zu Gott neigen / sich jhm schencken für eigen / das jhm leist : / : auch allermeist / sein heilgn guten Geist 5. Sonderlich in den Tagen / Genennt die letste zeit / Gott durch Joel thut sagen / Jch will insonderheit / von meinem Geist anßgiessen / auff alles Fleisch zu buͤssen / das es fromb werd :/: weiß vnd gelehrt / Gottesglaubig auff Erd. 6. Ich will auch lassen sehen / Wunder vnd Zeichen vil / welche sollen geschehen / an dem Himmel ohn Zil / Deßgeleichen auff Erden / Secht ob es nicht thuͤt werden / Man hoͤrt vnnd sicht / wie obbericht / taͤglich newe Geschicht. 7. Durch vil der Zeichen / will vns Gott wecken auff / Vnser Hertzen erweichen / Zufliehen der Welt lauff / Freundlich im Geist zu leben / nach dem Exempel eben / Der Juͤnger seyn: /: Da jhn Gott fein / Send den guten Geist rein. 8. Der Prophet thut auch lehren / kurtz vor der Welt beschluß Werd sich die Sonn verkehren / in grosse Finsternuß / Der Mon in Bluͦt besünder / sich verwandlen mit wunder / Alßdann werd klar: /: Christus fürwar / halten sein Gericht gar. 9. Es solle sich begeben / in gemeldter zeit / Wer anruffet gar eben / Glaubig insonderheit / Gottes Namen auff Erden / Di⸗ ser soll seligwerden / O mensch taͤglich : /: fuͤrschawe dich / Ruͤf⸗ fe Gott an hertziglich. 10. Jetzt ist die zeit der Gnaden / ob es schon vbel gaht / So soll es dir nit schaden / Folg fein deß Hoͤchsten Rath / Halte dich wol bescheiden / Thu alles willig leiden / Dein Leben wol / der Trübsal voll / Dich ewig frewen soll. ENDE. Show less

Saufgelage in Eibenschitz; Geistl. Lied; 1614
Warhafftige Newe zeytunng Welche sich begeben vnd zugetragen hat / mit zweyen Vollsauffern / Hans Lorentz / vnnd Matthes Winckler / in einer Stadt Ey⸗ benschitz genant in Maͤren gelegen / Wie sie zu einem Wirht hinein gegangen sein / an Jacobus tag / diß 1614. Jahr vñ haben Wein vnd karten begert... Show more Warhafftige Newe zeytunng Welche sich begeben vnd zugetragen hat / mit zweyen Vollsauffern / Hans Lorentz / vnnd Matthes Winckler / in einer Stadt Ey⸗ benschitz genant in Maͤren gelegen / Wie sie zu einem Wirht hinein gegangen sein / an Jacobus tag / diß 1614. Jahr vñ haben Wein vnd karten begert / damit sie spilen koͤnden / vnd was sich weitter trawrigs begeben hat / werdet jhr in dem Gesang vernemmen. Jm thon: warumb betruͤbst du dich mein Hertz. Sambt einem schoͤnen Geistliche lied/ auß Heyliger Schrifft / Jm thon: Wie schoͤn leucht vns der Morgenstern. HOrt zu jhr Christen vnd seit still / vnd hoͤrt was ich euch singen will / von gar schroͤcklichen dingen / was inn Moͤhrland geschehen ist / darvon wil ich euch singen. 2. Es ist geschehen in einer Stadt / Eybenschitz sie den namen hat / hoͤrt was sich hat zutragen / von zwey Vollsauffern jhr hoͤren werd / ist war wie ich euch sage. 3. Sie kamen gegangen wie ich sag / am heyligen Jacobus Tag / am Mittag vngefehrlich / zu einem Wirth sie gangen sein / das war jhnen gar schaͤdlich. 4. Sie sprachen zu dem Wirthe fein / bringt vnns her ein kanne mit Wein / vnnd ein Karten in eyle / wir wollen vmb Wein spilen thon / wol fuͤr die lange weile. 5. Der Witht darauff antwortet daß / sprach Knecht bring mir ein saubers Glaß / den Wein woͤllen wir drein schencken / keins spilen solt jhr euch vnt⸗ stahn wolt lieber mit euch trincken. 6. Hans Lorentz fieng an zu fluchen vnnd schelten das muß noch wol der Teufel walten / wann ich heut nicht solt spilen / wann ich koͤndt die gantze Stadt ge⸗ winnen / ich wolt sie mit dir theylen. 7. Bald fiengen sie zu spielẽ an / Matthias Winck⸗ ler das Gelt alles gewã / Hans Lorentz fieng an zu schel⸗ ten / der erst Kauffman der mir bekompt / der muß es wol entgelten. 8. Jn dem sein Fraw gegangen kam / sie sprach zu jhm mein lieber man / thu dich meiner Erbarmen / ich hab weder Geld noch brodt im Hauß / die Kinder schreyen vnd klagen. 9. Er nam sein Fraw wol bey dem Haar / vñ warff sie zu der Erden dar / thet sie gar uͤbel schlagẽ / die Fraw gieng eines Kindes schwer / sie wust weter Stundt noch tage. 10. Jn dem die Wirhtin gegangen kam / sie sprach schem dich du loser Man / wilt du dein Weib vmbrin⸗ gen / er sprach fuͤr dich der Teuffel hin / vnd hub bald an zu singen. 11. Die Wirhtin sprach mit zornigen muth / O du vnverstendiges Blut / das du solches magst sagen / sihe doch an jhren grossẽ Leib / was sie zur Welt thut tragẽ. 12. Da sprach der trunckne Gottloß schnell / sie tregt den Teuffel mit der Hoͤll / den wird sie auch em⸗ pfangen / alles was sie zur Welt bringen wirt / seind lauter Otern vnd Schlangen. 13. Sein Fraw sprach auß betruͤbtem Muth / daß woll doch vnser Herre Gott / was dein Mund jetzt thut rechen / da zog er sein Rappler herauß / vnd wolt sein Weib erstechen. 14. Sein Fraw betruͤbt zu Hauß thet gahn / die ar⸗ die arbeit kam sie sauer an / mit zittern vñ mit zagen / es seint vil Welber bey jhr gewesen / vber acht gantze tage 15. Jn solcher Angst ein Kind gebart / von wunder⸗ licher gestalt vnd art / dem Volck war sehr bange / vorn wars gestalt gleich wie ein Kind / vnnd hinden wie ein Schlange. 16. Das Volck erschrack jhn war sehr bang / das Kind het ein schwantz sehr lang / hat jhn zusam̄ geschla⸗ gen / die Weiber erschracken hefftig sehr / mit grossem zittern vnd zagen. 17. Jn solchem grossen wilden strauß / der trunckne bolz kam heim zu Hauß / mit fluchen vnd mit schelten / das Kind schoß jhm nach seinem Leib / er must es wol entgelten. 18. Die Mutter sehr erschrocken dort / das sie koͤndt reden nicht ein wort / sondern ist stracks gestorben / nach dem jammer vnd grosse Pein / hat sie jhren Geist auffgeben. 18. Darnach das Kind sehr vngestalt / sahe man verschieden also bald / in einem Bette vor zorẽ / dariñ ists vmb sein Lebẽ gebracht / wie jhr jetzt habt gehoͤret. 20. Jhr Maͤnner schawet an dises Kind / was voll sauffen sey fuͤr ein Suͤnd / GOtt laͤsts nicht vngestraf fet / sein Reich er auch nicht Erben wird / das hat er hie verschlaffen. 21. Jhr Schwangern Weiber denckt auch daran / ob jhr gleich habt ein boͤsen Mann / thut euch nicht sebst Verfluchen / solt GOttes Wort vor Augen han / solt lesen in guten Buͤchern. 22. Als der einige Gottes Sohn / der die seine er halten thut / der helff vns alle sammen / vnd mach vns lich fahr von hin Erben in seim Reich / durch JEsum Christum Amen. D. Philippi Nicolai Symbolum. JEsus mein Helffer vnd mein Gott / der mir bey steht in aller noth / im Todt vnd auch im Leben / der mich erschaffen vnd ernehrt / vnnd alles auch darzu be⸗ schwert / was mir mag nuͤtzlich wesen / Freundlich / Gnaͤdig / Mild vnd Ehrlich / Schoͤn vñ Reichlich / doch auß Gnaden / kroͤnt er mich mit seinen Gaben. S. Augustini Symbolum. O JEsu mein Helffer vnd HErr / du hast mit deinem Leyden schwer / vnd auch mit deinem Blut / mich auch erloͤst von aller Macht / der Suͤnden vnnd deß Teufels krafft / vnd von dem ewigen Todte / Maͤchtig / Krefftig / vñ sitzt in Got⸗ tes Thron / zu der rechten / da du mich auch thust verfechten. S. Ambrosij Symbolum. HErr JEsu mein Hellfer vnnd Preiß / du schenckst mir auch den H. Geist / das der micht leyt vñ fuͤhre / zu deiner Kirch vnd Himmelreich / auff das ich auch mit dir zugleich / dort E⸗ wig Seelig werdt / Troͤst mich / Gnaͤdig / an allem Orth/ durch dein wort vñ Sacrament / biß an mein seeliges Endt. S. Gregorij Symbolum. Ach Jesu mein helffer vnd Schutz / du gibst auch noch was mir ist nutz / in allen meinen tagen / vnnd wonst mir bey mit Huͤlff vñ Trost / wann mir die angst aus Hertze stost / vnd lest mich nicht verzagen / gibst mir auch hier / mein Nahrung vñ bewahrung in dem Leben / durch deinen Goͤttlichen Segẽ. S. Hieronymi Symbolum. Nun Jesu mein helffer vnd Freund / drumb lob ich dich auß hertzẽ grund / fuͤr solche deine Gabe / vñ ob ich schon nicht wuͤrdig bin / das fuͤr dich schalle meine Stim / doch soll mein Seel dich lobẽ / Froͤlich / Ruͤhmlich / in der Gemein / da fein rei ne / dein Wort wird klingen / da will ich dir froͤlich singen. Hymnus D. Philippi Nicolai. Mein Jesu helffer vnd mein Heldt / mein Bruder vnd Jmanuel / Guͤrt dein Schwerd an die Seyten / Erret dein Kirche deine Braut / mit der du dich in Gnad vertraws vnd thu fuͤr sie jetzt strietten / Ach Gott schaw doch / wie vn⸗ sinnig / die Welt grimmig jetzt thut wuͤten / auch dein Kirch wolst du behuͤten. Hymnus S. Augustuni. Ey Jesu mein Helffer vnnd Kron / war Gottes vnnd Marine Sohn / thu mich freundlich anblicken / vergib mir all mein Missethat / damit ich dich erzuͤrnet hab / vnd thu mein Suͤnd bedencken / Gnaͤdig / Troͤstlich / dicht erbarme / mich er⸗ warme / vnd erquicke / der Seelen Angst mich nicht ersticke. Hymnus S. Ambrosij. Jesus mein Helffer vnnd Heyland/ hilff mir mit deiner starcken Handd /vnnd thu in mir vermehren / den Glauben / Lieb / Hoffnung / Gedult / daß ich dir stets mag bleyben holdt / durch deinen Geist mich fuͤhre / das ich trewlich / nach deim rechte / wie Trew Knechte / dir mag dienen / biß in Fried ich fahr von binnen. Hymnus S. Gregorij. Ey Jesu mein Helffer vnd Heyl / mein Leib vnd Seel ich dir befehl / wann ich von binnen soll scheyden / nimb du sie auff in deine Haͤnd / vff deine Engel zu mit send / das sie mich ja be⸗ leyten/ von hier / in dir / das ich Ewig / mit dir Seelig / da mag leben / dem Leib ruh / im Grab wolstu geben. Hymnus Hyeronymi. Rechte Jesus mein helffer du bist / der Suͤnd vergibt / vñ hilfst gewiß / vnd stehst zu meiner Seytten / ob solches schon verlacht die Welt / die mir nach Ehr / Leib vnd Seel stellt / so werd ich doch wol bleiben / Leb ich / Stirb ich / du wirst geben / Himmlisch leben / in deinem Nahmen / O Jesu mein Helffer Amen. Gedruckt zu Vlmitz / bey Wolffgang Hoffman / 1614. Show less

Wundergeschichte im Kanton Bern, 1614; "Der grimmig Tod mit seinem Pfeil"
Eine warhafftige vnd erschreck⸗ liche Newe zeitung / Welche sich begeben vnd zu⸗ getragen hat in dem Schweitzerland zwo meyle von Bernen / in eine Stadt Dor⸗ naw genant / Wie allda ein Baur seinen dienst Buben auß geschicket hat / in das Feldt Dornen außzuhacken / Wie allda ein Engel zu jhm... Show more Eine warhafftige vnd erschreck⸗ liche Newe zeitung / Welche sich begeben vnd zu⸗ getragen hat in dem Schweitzerland zwo meyle von Bernen / in eine Stadt Dor⸗ naw genant / Wie allda ein Baur seinen dienst Buben auß geschicket hat / in das Feldt Dornen außzuhacken / Wie allda ein Engel zu jhm ge⸗ kommen ist / vnd jhn bey der handt genommen / jhn mit sich hinweg gefuͤhret / vnd jhm alle sach erzehlet hat / wie es in diesem 1614. Jahr ergehen soll / wie jhr in diesem Ge⸗ sange hoͤren werdet. Das Ander. Der grimmig Todt mit seinem Pfeyl / thut nach dem Leben zielen / etc. Erstlich gedruckt zu Muͤnchen im Beyer⸗ landt / bey Orban Hessen am Fuͤrsten Hofe. GRoß wunder wil ick singen / merckt auff jhr Christen Leut / von gar schreck lichen dingen / so newlichen geschehen sein / eine solche grawsam geschicht / seydt die Welt hat gestanden / ist vor erhoͤret nicht. Als man zelt tausent sechß hundert vier⸗ zehen in diesem Jahr / den sechsten Augusti besunder / das ist gewißlich war / eine Stadt liegt in dem Schweitzer Landt / zwo meyl von Beren gelegen / Dornaw ist sie genandt. Da hat sich zugetragen die schreckliche ge⸗ schicht / am obgemelten tage ein Baur da be⸗ richt / schickt seinen dienst Baben auß zu der frist / Dornen solt er auß hawen / groß wunder jhm wieder fahren ist. Die Dornen thut er außhawen / in dem ein Engel kam / dem Buben thet er zu schau⸗ wen / vnd jhm bey der Handt nam / er sprach / ich bin Engel von Gott gesandt / sollest dich fuͤr mich nicht fuͤrchten / O Menschen treibt / darauß kein spott. Sondern soll dir anzeigen / was in kurtz geschehen soll / du solllt auch nicht verschwei⸗ gen / den Leuten zeigen an / Der Eingt sein rechtern Arm auffhub / hiß den Buben dar vnter sehen / welchs alßbald thet der Bube. Da sahe er bald hinnunter / vnd sah ein grosses Felot / das nam den Buben wunder / er sah viel Korn vnd Wein ich meldt / so voll das sich gebogen hat / darauff der Engel dem Buben / die bedeutung hat gesagt. Gleichfals der Engel behende / den lin⸗ ckern Arm auffhub / sihe doruch bald erkende / als bald thet der Bub / laß er viel Doth zum grabe dragen / auch wie der Teuffel einen / wegfuͤrde mit langen Kragen. Da fragte der Engel wider / den Buben also schon / was er hette gesehen / der sit der / solt er jhm antwort thun / da hat der Bub als bald gesagt / wie er da hab gesehen / einen hauffen Thoten dragen. Auch hab er mehr gesehen / den Teuffel also boͤß / da fuhrt er weg geschwinde / einen mit einem langen gekroͤß / nam jhn mit sich auß seinem Sarch / fuͤhrt jhn hoch in der Leufften die boͤsse Teuffel all. Da hat der Engel dem Buben die sache alle erzelt / wie Gott ist hart erzuͤrnet / wol vber die boͤse Welt / das erste das er hat gesehen / bedeuth es Gottes volcke / ein frewden reiches Jahr wirdt geben. Welches kaum wird geniessen ja schier / der dritte Man / derhalben sollen wir sein ge⸗ fliessen / vnd solten Busse thun / das ander das er hat gesehen / daß grosse Krankheit vnd sterben gar bald wirdt gescheen. Das dritte das bedeutet / der vom Teu⸗ fel gerissen hin / von Hoffart vnd Pracht der Leute / das vil der boͤsen Kinder / welche er wirdt lohnen mit dem hellischen Fewr / vnd wirdt sie zu sich reissen / den wirdt das lachen thewer. Von solcher Hoffart vnd Pracht / ist Gott erzuͤrnet sehr / das wir jn so gar vorach⸗ ten / vnd nicht zu jhm bekehren / von solcher hoffart vnd vbermuth / wirdt vns Gott grew⸗ lich straffen / das wir thun so gar kein gut. So wir vns aber bekehren / vnd fallen Gott zu fuß / vnd bitten Gott den HErren / vmb ein genedige Buß / so moͤchte Gott sein zorn schwer / gentzlich lassen fallen / vnser suͤn⸗ den nicht gedencken mehr. Letzlich hat jhn der Engel / wol mit sich nehmen wollen / das sich der Bub gefuͤrchtet hat hat jhm wollen zeigen die Hell / das sich ber Bube gewehret hat wollen / hat sorge er moͤcht zu lange / sein Herr maͤg jhn schelden thun. Doch auff des Engels anhalten / ist er gangen mit jhm / hat er gar viel gesehen / mit grossen Buchsen mit recht vernimt vnd auch mit breyten Hufften fuͤr wahr / darnach mit langen Kroͤssen / eine grosse schar. Hat jhm der Engel verbotten / als er wie⸗ derkehret vmb / er soll dar von nicht sagen / biß drey Tag kommen vmb / vnd wann die zeit verflossen wehr / soll er alles offenbaren / was er da hat gesehen. Alt er kam wieder zu Hause / sein Herr jhn gescholdden hat / wo bist du gewesen so lan⸗ ge du losser vnflath / der Bub alles offenbaret hat / darauff ist er geraten / in grosse kranck⸗ heit fuͤrwar. Durch Gottes genedige huͤlffe / ist er wie⸗ der worden gesundt / das jhn der Fuͤrst zu Beren / ließ holen zu der stundt / er alle sache erfahren hat / der Bube ist noch bey jhne / biß auff den heutigen tag. Last vns gar wol betrachten / das hellig Goͤttliche wort / dasselbige nicht vorachten / dir vnd an allen orth / lernen vnd hoͤren mit grosser frewd von Suͤnden vns abkehren / in dieser letzten zeit. Die boͤßbeit last vns fliehen / vnd meiden Suͤnden viel / den was ist geschehen / das dient vns zum Beyspiel / Gott wol vns vetterlich beystahn / sich vber vns erbarmen / durch Jesum Christum seinen Son. Das Ander. DEr grimmig Todt mit seinem Pfeyl / thnt nach dem Leben zielen / sein bogen / scheust er ab in eyl / vnd lest mit jhm nit spielen: Das leben schwind / wie Rauch / im Wind / kein Fleisch mag jhn entrinnen kein Gut noch Schatz / find bey jhm platz / du must mit jhn von hinnen. Wann dir das letzste stuͦndtlein kompt / so heist es vrlaub genommen: All Freund verlassen dich zur stundt / niemandt wil mit dir kommen. du must allein / dich geben drein / zu reisen fremb de Strassen / Hast viel guts thon / so trags dar von / sonst wird man dir nichts lassen. Dein Angesicht wird fallen ein / die Augen werden brechen / Das Hertz in schweren aͤngstẽ sein / der Mund kein wort mehr sprechen / dein schoͤne gestalt / wird werden alt / die Pluß wird nimmer lauffen / deß Todes schweiß / macht dir gar heiß / da kompt die Noth mit hauffen. Denn du zuuor warst lieb vnd werdt / dem bringestn jetzt ein grausen: Der vor bey dir all tag einkehrt / der bleybt jetzundt wol draussen. Schleicht heimlich fuͤr / bey deiner Thuͤr / kein Gesell wil dich mehr kennen / du ligst im Beth / seufftzest steth / das gewissen thut dich brennen. Das Fleisch wird stincken wie ein Aaß / kein Mensch mag bey dir bleyben: Man wirdt ver⸗ stopffen Mund vnd Naß / dich auß der gemeind vertreibẽ / Nur flugs hinauß / mit dir zum hauß die Leut ab dir erschrecken / Man deckt dich zu / da schlaff mit rhu / niemand wirt dich vff wecken Bald nach dem Tod mit deinem Leib / Wird man dem Grab zueylen: Der letzste Trost von Kindt vnd Weib / ist weinen vnd groß heulen / ein halben tag / werd dan jhr klag / biß morgen werdens lachen. Man wirfft dich nein / es muß nur sein / man thuts kein anders machen. Jm Grab verborgen warten dein / viel Kroͤten vnd viel Schlangen / Die werden da dein Haußgesind sein / dich gruͤssen mit verlan⸗ gen / Jr Gasterey / wird da sein frey / keins darff die Zech bezahlen / Sie schluͤffen ein / biß auff die Bein machens noch jhrem gefallen. Sein Freundtschafft wirdt ein kleine zeit / vmb deinen Todt sich klagen / Ein Mantel vnd ein schwartzes Kleidt / ein halbes Jaͤhrlein tra⸗ den / dann spricht die Rott / genad jhm Gott / dei⸗ ner hat sich schier vergessen / Theilen dein Haab so du im Graab / von Wuͤrmen wirst gefressen. Wann dan verlauffen ist ein Jahr / so bistu schon verwesen / Werdich sucht / find kein Haut noch Haar / fragt wer du seyst gewesen / Dein Hirenschal / ist worden kael / dein Euglein seind gefressen / man find allein / die Todtenbein / die Welt hat dein vergessen. Kein Mensch auff Erden vns sagen kan / wann wir von binnen muͤssen / wann der Todt kompt vnd klopffet an / so muß man jhn auff⸗ schliessen / Er nimpt mit gewalt / hin Jung vnd Alt / thut sich vor niemandt schewen / Deß Koͤ⸗ nigs Stab / bricht er bald ab / vnd fuͤhrt jhn an den Reyhen. Ein engen Sarch wird en dann hohn / fuͤr eines Koͤnigs Saale / Das Dach wird auff den Nasen stohn / merckt auff jhr Christen alle / Jhr Majestaͤt / wirdt da sein werth / beym Bettler muͤssens wohnen / in weinig Jahr / haben sie gar / die Welt pflegt also zu lohnen. Wem bleybt als dann dein Land vnd Leut / dein grosse Renth und Lehen / einem anderen ist dein Sitz bereydt / kein Haan wird nach dir kre⸗ hen / dein Pallast / vnd Mauren fest / wirdt man dar nieder reissen / Du ligst im Grab / vnd bist schabab / must jetzt die Wuͤrme speysen. Darumb mein Seel biß stets bereydt / thu allzeit manlich wachen / Wann der Todt kompt zu jederzeit / wil dir den garauß machen / So kanst du dich frey ritterlich / mit jhm im kampff begeben / Ein grosse Kron / traͤgst du dauon / wann er dir nimpt das Leben. All Creatur laß fahren hin / den Schoͤpffer solt du lieben / was du hie verleust in dorten ge⸗ win / kein schaden last dich betruͤben / mein Seel vnd Leib / dich jhm verschreib / als dann so laß jhn walten / So wird er dich (glaubs sicherlich) in seinem Schutz erhalten. Der dieses Liedlein hat gemacht / von ne⸗ wen hat gesungen / Der hat gar offt den Todt betracht / Und letzlich mit jhm gerungen / Ligt jetzt im hool / es thuts jhm wol / Tieff in der Erd verborgen / Sich auff die sach / du must hernach / es sey Heut oder Morgen / Amen. Show less

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