Brandkatastrophe in Erlau in Ungarn, 28. April 1610
Ein warhafftige zum theil schroͤckliche Newe Zeitung. Von der vber⸗ auß grossen vnd schroͤcklichen Brunst / nemlich wie die Koͤnigliche Stat Erlaw in Vngern durch ein Fewr vom Himmel gantz abgebrunnen also das kein Mensch mehr da wohnen kan / auch wie zu Hatuan die Thor bey nacht von sich... Show more Ein warhafftige zum theil schroͤckliche Newe Zeitung. Von der vber⸗ auß grossen vnd schroͤcklichen Brunst / nemlich wie die Koͤnigliche Stat Erlaw in Vngern durch ein Fewr vom Himmel gantz abgebrunnen also das kein Mensch mehr da wohnen kan / auch wie zu Hatuan die Thor bey nacht von sich selbst sind auffgangen / deßgleichen bey Caschaw ein Berg versuncken / was sich wun⸗ ders darbey verloffen / alles auß glaubwuͤrdigen Schrifften in ein Lied verfast / geschehen den 28. April / Año 1610. Gedruckt zu Nuͤrnberg / bey Christoff Lochner / 1610. Newe Zeitung. Jm Thon / Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn. 1. HOert zu jhr Christen allgemein / jhr seid jung alt groß oder klein / was ich euch jetzt will singẽ / von der grossen Gottes allmacht / die wir thun sehen tag vnd nacht / vnd lest vns werden innen. 2. Wie er der Christẽheit zu gut / den Tuͤrckẽ hefftig straffen thut / jetzt in dem Vngerlande / mit Erdbidẽ vnd Fewers noth / mit wunderzeichen fruͤe vnd spat / nun mach ich solchs bekante. 3. Jm 1600. vnd zehenden Jar / den 28. Aprils zwar / hat Gott ein straff gesendet / das Erlaw die Vngerisch Haubtstatt / welche der Tuͤrck bewohnet hat / in grund ist abgebrennet. 4. Deñ als es gegen dem Abend kam / vnd schier der tag sein ende nam / hoͤret man groß sausen vnnd prau⸗ sen / Doñern vnd Plitzen hefftig sehr / grosse Sturm⸗ wind ie lenger ie mehr / niemand doͤrfft auß seim Hause. 5. Der Zorn Gottes kam vber sie / er thet sie stuͤrtzẽ. gleichsam wie / auch geschach / den Fuͤnff Hauptstetẽ / Sodom Gommoræ sampt dem Land / also giengs auch Erlaw zu hand / groß jamer vnnd geschrey sie hetten. 6. Vom Himel fiel mit gwalt das fewr / zuͤndt an die Stat gãtz vngeheur / wie ein Stro thets weg brin⸗ nen viel hundert Tuͤrggen kammen vmb / darzu des Vichs ein grosse Sum / niemand konnt da entriñen. 7. Muͤsten im Fewr bleiben all / es brañ hinweg alles zumal / kein Hauß blib allda stehen / kein Mensch auch jetzt mehr wohnen kan / an diesem Ort da der Tyrann / so greulich thet vmbgeben. 8. Mit der gefangnen Christen schaar / haben Gott den Herren verspottet aldar jetzt hat er sehen lassen / sein grosse macht vnd Herligkeit / damit er den Tuͤrg⸗ gen in kurtzer zeit / zu grund / will stuͤrtzen ohn massen. 9. Deßgleichen zu Hatuan bey nacht / die Thor an der Vestung mit macht / von sich selbst sind auffgan⸗ gẽ / drey mal nach einander gar bald / der Bascha ließ wider versperren mit gwalt / groß schrecken thetẽs empfangen. 10. Die wacht er starck bestellen hieß / vnd jederman sich wappen ließ / in dem thet geschwind kom̄en / ein Erdbidem mit grossem grauß / offnet die Thor wider mit Prauß / groß klag hat man vernommen 11. Als sich diß hat verloffen nun / hat man ob der Vestung gar schoͤn / in der lufft hoͤren schreyen / ein schoͤne stim zum drittemal. Jesus / Jesus mit grossẽ schall kein / Tuͤrck thet sich jetzt freyen. 12. Es kam sie ein grosser schrecken an / das Hertz entfiel fast jedermann / ob diser Goͤttlichen Stimme / es wust niemand was er thun soll / sie waren angst vnd zitern vol / Gott wirdt sie weiters finden. 13. Nun muß ich euch auch meldung thun / was sich bey Caschaw verloffen nun / den ersten Meyenstag eben / Es ligt ein Berg gar nach darbey / vngefehr eins Buͤchssenschuß hoch frey / groß wunder hat sich bege⸗ ben 14. Diser Berg ist versuncken bald / in die Erden vnd der gestalt / das nichts an ihm wirdt gesehen / an dessen Statt entsprungen ist / ein Brun mit Blut fliessend zur frist thue ich mit warheit jehen. 15. Deß nachts man dariñ sehen thut / ein weissen Mann besprengt mit Blut / der thut jemerlich schrei⸗ en / O weh / O weh der welt o weh / bey tag sicht man in gar nicht mehr / das treibt er ohn alles scheuen. 16. Zue disem grossem wunder frey / sich kein mensch machen darff herbey / den an den selbigen endẽ / es sich schroͤcklich erzeigen thut. Dieweil mit gwalt / weg fleist das blut / Gott wols zum besten wenden. 17. Also habt jhr gehoͤret all / Erstlich von der Statt Erlaw zu mal / in obern Vngern gelegen / wie die selb abgebrunnen ist / die Tuͤrcken sambt Haab vnd gut zur frist / sind kommen vmb Leib vnd leben. 18. Hernach von der Vestung Hatuan / wie die Thor sind worden auff gethan / durch die Allmacht deß Herren / auch wie sie ghoͤrt han Gottes Stim / in der Lufft dreymal mich vernim / es bracht sie in beschwe⸗ ren. 19. Jhr habt zum dritten vernommen auch / wie bey Caschaw der Berg so rauch / versunckẽ ist in grunde / ein Brunn / mit Blut entsprungen war / darauß ein Mann schreyet alldar / bey Nacht fast alle stunde. 20. Was vns nun GOTT anzeygen will / mit disen grossen Wundern vil / die jetzt Taͤglich geschehen / Jst GOTt dem HERren allein bekandt / Drumb woͤlln wirs setzen in seine Handt / Vnd jhn bitten darneben. 21. Das er deß Tuͤrcken Tyraney / noch weiter woͤlle dempffen frey / zu lob seinem heyligen Namen / Auff das er nit die Christlich schaar / moͤge verfolgen gantz vnd gar / wer das begert sprech Amen. Show less

Ermordung von Heinrich von Navarra, 1610
Newe Zeitung / Von dem Grewlichen Mord an Koͤnig Heinrichen / den IIII. Koͤnig in Franckreich vnd zu Navarra begangen / den 4. tag Mayen Alten vnd 14. Newen Kalenders / im Jar 1610. zu Pariß in Franckreich vollbracht. Jm Thon / Hilff Gott daß mirs gelinge / rc. JHr Christen ohne schertzen /... Show more Newe Zeitung / Von dem Grewlichen Mord an Koͤnig Heinrichen / den IIII. Koͤnig in Franckreich vnd zu Navarra begangen / den 4. tag Mayen Alten vnd 14. Newen Kalenders / im Jar 1610. zu Pariß in Franckreich vollbracht. Jm Thon / Hilff Gott daß mirs gelinge / rc. JHr Christen ohne schertzen / Mercket all auff zugleich: Vnd nemet wol zu hertzen / Wie newlich in Franckreich / An Koͤnig⸗ licher Majestat / Ein Moͤnich hat begangen / Ein Moͤrderische That. Solche That ist geschehen / Als man zaͤhlet das Jar / Sechszehen hundert vnd zehen / Jnn dem Meyen fuͤwar: Nemlich den vierten Tag gewiß / Nach dem Alten Kalender Hatt sich be geben diß. Der Koͤnig außerkohren / Heinricus / wol be kañt / Vom Hauß Bourbon geboren / Vnd der vierdte genannt / Der inn Franckreich nun hat regiert / Viel Jar / in guten Frieden / Ein Held Mannlich geziert Der hett jhm vorgenommen / Wieder di Feinde sein / Mit grosser Macht zu kommen: Dieweil sie inn gemein / Jhm trachteten nach seiner Cron / Vnnd auch nach seinem Leben / Durch List mit Spott vnd Hohn. Darumb ließ Er zugleiche / Sein Gemahl kroͤnen frey: Daß sie im Koͤnigreiche / Eine Re⸗ gentin sey: Auch mit dem Daulphin gleicher⸗ weiß / Jnn des Koͤnigs abwesen / Daß Reich regier mit vleiß. Als nun der Koͤnig eben / Gen Paris in di⸗ Statt / Damals sich het begeben / Da man be⸗ reittet hatt / Was zu der Koͤnigin Einritt / Er⸗ fordert ward / gantz herrlich / Nach Koͤniglichem Sitt. Der Koͤnig / in vertrawen / Auf einer Kut⸗ schen fuhr / Wol alles vor beschawen / Ohn einigen Auffruhr. Auch der Hertzog von Mon⸗ basson / Jst beim Koͤnig gesessen / Vnd der von Espernon. Jnn Sanct Dionyß Strassen / Nicht weit von Jnnocent / Nahe am End det Gassen / Hat sich funden behend / Ein Menschenmoͤrder fre⸗ ventlich / Den Koͤnig vmbzubringen / Mitt eim Mordlichen Stich. Dem Moͤrder ist gelungen / Da Er sich mit gewalt / Durch das Volck hat getrungen / Vnd gab dem Koͤnig balt / Zwen Mordstich / in die Lincke Brust / Vnder dem fuͤnfften Rippen: Daß Er dran sterben must. Der Stich geriet zum Hertzen / Daß der Koͤ⸗ nig zur stund / Jnn solchen Todes schmertzen / Kein wort mehr reden kund. Darumb hat mat mit jhm zur frist / Dem Schlosse zugeeylet / Da Er verschieden ist. Groß Schrecken uͤber massen / Erhub sich inn der Statt / Vnd auch inn allen Gassen: Ein iedes Mensch da hat / Beweint den From⸗ men Koͤnig gut / Gleich wie ein Kind sein Vat⸗ ter / Hertzlich beklagen thut. Als dieser Mord so schwehre / Kam fuͤr die Koͤnigin / Erschrack sie also sehre / Mit hochbe⸗ truͤbten Sinn / Das sie von einem fenster hoch Sich hinab wolte stuͤrtzen: Die man erhielten doch. Als nun der groͤste Schmertzen / Bey jhr ge⸗ leget sich: Fuͤhrte sie bald zu hertzẽ / Wie sie / vor⸗ sichtiglich / Alle ding mocht anordnen fein / Da⸗ mit das Koͤnigreiche / Recht moͤcht erhaltẽ seyn. Das Parlament zugleiche / Erklaͤrten sie als baldt / Daß sie im Koͤnigreiche / Solt haben den Gewalt / Wie einer Regentin gebuͤhrt: Darinñ sie die Regierung / Jetzt der Cron Franckreich fuͤhrt. Folgendes Tages eben / Ward der Printz Daulphin auch / Vom Parlament darneben Nach Koͤniglichem Brauch / Gesetzt auff Koͤ⸗ niglichen Thron: Alda hat Er empfangen / Des Reichs Scepter vnd Cron. Der Thaͤter / so begangen / Diesen schreck⸗ lichen Mordt / Der ward als bald gefangen / Vnd gleich gefuͤhret fort. Er heist Franciscus Rouillart / Von Angolesme buͤrtig / Ein Bet⸗ tel Muͤnch von art. Bey jhm hat man zu stunden / Viel stuͤck ge⸗ weyhet Brot / Auch viel zettel gefunden / Be⸗ schrieben schwartz vnd rot / Mit Buchstaben vnd sonderm vleiß / Viel Character darneben. Auff Aberglaubisch weiß. Faͤlschlich thut Er vorgeben / Als hab jhn ein Gesicht / Solchs offenbahret eben / Daß Er den Mord verricht. Aber der Teuffel / als Jch mein / Vnd die Geistlosen Moͤrder / Han jhm solchs geben ein. ENDE. Gedruckt im Jahr Christi / als man zahlt 1610. Show less

Haft und Begnadigung eines Gefangenen; Danksagung des Gefangenen
Zwey schoͤne newe trostreiche Lieder: So ein Gefange⸗ ner Lackey / mit Namen Johan⸗ nes Mund / im Gefaͤngknuß gemacht hat / welcher zu Onoltzbach einen Koch entleibt / vnnd druͤber außgerissen / den 7. October aber zu Weickersheim an der Tauber / gefaͤngklich ist eingezogen worden / vnd in... Show more Zwey schoͤne newe trostreiche Lieder: So ein Gefange⸗ ner Lackey / mit Namen Johan⸗ nes Mund / im Gefaͤngknuß gemacht hat / welcher zu Onoltzbach einen Koch entleibt / vnnd druͤber außgerissen / den 7. October aber zu Weickersheim an der Tauber / gefaͤngklich ist eingezogen worden / vnd in die 70. Tag lang gefangen gelegen / Letzlich auß fuͤrbitt fuͤrnemer Personen / den 20. Decembris wider erledigt / vnd jhm das Leben ist geschenckt worden. Gedruckt zu Nuͤrnberg / durch Johann Lantzenberger / 1610. Beyde im Thon: Wie das Lied vom Vngerland. MEin GOtt vnd HErr steh du mir bey / weil ich nun muß von hinnen / dein huͤlff vnd trost du mir verleyh / sterck mir mein muth vnd sinne / ich bitte dich auß Hertzen grund / nimb mich ins Himmels Throne / daß ich / wie ich hoff / alle stund / dort ewig bey dir wohne. Wer ist doch staͤrcker deñ du bist / du kanst mich gar wol troͤsten / zu dir allein mein zuflucht ist / du bist mein Burg vnd Veste / hab ich schon schwere Suͤnd gethan / seynds mir doch leyd von Hertzen / drumb bitt ich dich durch deinen Son / vnd seinen Todt vnd schmertzen. Sey doch gnedig / Herr mir verzeih / mein suͤnd die ich begangen / dein Wort allein mein Troste sey / zu dem ich hab verlangen / das hast den Suͤn⸗ dern zugesagt / zu troͤsten jr gewissen / wenn sie das⸗ selbig nagt vnnd plagt / daß sie sich quelen muͤssen. Wann du mich lest / so sich ich bloß / bin gantz vnnd gar verlassen / drumb woͤllest mir dein guͤte groß / HErr widerfaren lassen / daß ich nach dem zeitlichen todt / bey dir mag ewig bleiben / vnnd prey⸗ sen dich mein HErr vnnd Gott / HErr thu mich nit abtreiben. Mein Heiland ist dein lieber Son / mein huͤlff mein Heil mein Leben / mein hoͤchster Mitler vnd Patron / der sich inn Todt hat geben / auff daß er moͤg die Suͤnder arm / von Hoͤllen angst erloͤsen / drumb meiner dich O HErr erbarm / rett mich von allen boͤsen. Er spricht selber kompt her zu mir / all die jr seyt beladen / ich wil euch troͤsten fuͤr vnd fuͤr / mit mei⸗ nes Geistes gnaden / wer beystand wil ich allzeit seyn / im Todt vnd auch im Leben / so offt jhr mich anruͤffet fein / vnd thut euch mir ergeben. Diß glaub ich nun auß hertzen grund / wil auch allzeit drauff hoffen / ob mich schon das Vngluͤck jetzund / durchs Teuffels list hat troffen / so wil ich doch verzagen nicht / an deiner huͤlff vnd gnaden / zu dir hab ich mein zuffucht gericht / meins Creutzs mich HErr entlade. Bescher mir auch ein seligs end / behuͤt mich fuͤr ewiger quale / nimb meine Seel inn deine Haͤnd / mein schuld fuͤr mich bezale / dein lieber Son Herr Jesu Christ / der fuͤr mich ist gestorben / vnnd mein Erloͤser worden ist / das ewig mir erworben. Mein liebe Eltern HErr mir bewahr / vnnd all Christen deßgleichen / vor Suͤnd vnd schand / vor not vnd gfahr / von jnen thu nit weichen / erhalt sie bey der reinen Lehr / deinẽ Geist jn verleibe / damit sie dich je lenger vnd mehr / erkeñen fest in trewen. Auff auff jr Christen allesambt / wacht auff von eurem schlaffe / gedenckt an Gott / ehrt seinẽ Nam / Seht was jr habt zuschaffen / der Teuffel schleicht vmb euch herumb / ewer Seelen zuverwirren / er trachtet wie er euch beykom̄ / euch alle zuverfuͤhren. Ruͤfft Gott den HErren allzeit an / daß jhr nit werd zuschandẽ / Gott wil nichts vngerochen lan / die straff ist bald vorhandẽ / so bald die suͤnde ist ge⸗ than / wacht auff das boͤß gewissen / der Vbelthaͤ⸗ ter spot vnd hohn / zeitlich wird außstehn muͤssen. Jetzund ich lig in truͤbsal schwer / in banden hart gefangen / dieweil ich hab gesuͤndigt sehr groß V⸗ belthat begangen / das quelet mich vnd macht mir bang / thut mirs Leben versauren / daß mir die zeit hie wird so lang / mein Jugend thut mich dawren. Von meinen Eltern bin ich weye / vnd werd inn frembden Landen / mit grossem schweren Hertzen⸗ leid / jetzt oͤffentlich zuschanden / darzu hat mich der Sathan bracht / vnnd mein boͤse Vntugend / das ich was recht ist / nit betracht / in meiner bluͤhenden Jugendt. Nembt an mir ein Exempel fein / jr lieben jungen Gesellen / geht fleissig inn die Kirchen nein / thut Huren nit nachstellen / huͤtt euch vor jhn / wie vor der Schlang / vor schnellem Zorn deßgleichen / sonst kompt jhr auch in solchen zwang / Vngluͤck wird euch erschleichen. Diß sag ich euch zu guter Nacht / huͤtet euch all vor Suͤnden / Gottes Wort vnd seine Gebot be⸗ tracht / auff daß jr gnad moͤcht finden / damit euer Seel vnd junger Leib / nit gerath zeitlich in schan⸗ den / vnnd ewer Gewissen euch nicht treib / in ewig Todtes handen. Weil ich nun muß von hinnen schier / Vnd soll mein Leben enden / so will ich Gott befehlen hier / mein Seel in deine Haͤnde / dein bin ich vnnd wil bleiben dein / ich hoff bey dir zu leben / in Christo wil ich schlaffen ein / dem ich mein Seel ergeben. Dancksagung des Gefangenen. LOb sey Gott in dem hoͤchsten thron / durch sein Son Jesu Chute / mein hoͤchster Mit⸗ ler vnd Patron / aller bloͤden Troͤster biste / denn du in solcher grossen not / mein Beystand bist gewesen / mich abgerissen von dem Todt / von spot vnd schand thust loͤsen. Nun sag ich dir mein HErr vnd Gott / allezeit danck von hertzen / daß du in solcher schweren not / gestillt hast meinen schmertzen / vnd mein beystand gewest allein / in meinen grossen noͤten / gnedig er⸗ loͤst auß gefahr vnd pein / vaͤtterlich thun erretten. Mein Zung vnd mund mit freuden schall / preist dein heiligen Namen / mein Hertz vnd sinn / mein kraͤfften all / feewen sich allesamen / ob deiner gros⸗ sen guͤtigkeit / woͤllst mich hinfort behuͤten / vor zwytracht / zanck vnnd allen streyt / vnnd vor des Teuffels wuͤten. Gott Vater der Barmhertzigkeit / Schoͤpffer Himmels vnd Erden / bewar mich doch fuͤr allem Leyd / daß ich moͤg wider werden / fromb vnd ehr⸗ lich allzeit vor dir / wandeln auff deiner Strassen / vnd mich hinfort halt fuͤr vnd fuͤr / inn zucht vnnd rechter massen. Zu dienen dir mach mich bereit / inn eyfferiger gfaite / daß ich vonn Hertzen allezeit / dein Wort und Gebot halte / gib mir gedult in der truͤbsal / in allem Creutz vnd Leyden / allhie auff diesem Jam⸗ merthal / woͤllst von mir nit abscheiden. Dein heiligen Geist zum trost mir saͤnd / daß ich auff deinẽ Pfade / allzeit wandel biß an mein end / gib mir dein Goͤttlich Gnade / behuͤt mich fuͤr der Hurerey / vnnd allen boͤsen Leuten / der Sathan / von mir ferren sey / daß ich jhn moͤg bestreitten. Bewar mich fuͤr vnfried vnd streitt / durch deine grosse guͤte / mein Gott vnd HErr vor allem leyd / vorm Teuffel mich behuͤte / daß er mich nit betruͤ⸗ be mehr / vnd thu mich weiter quelen / bekuͤmmerte Hertzen meynet er / zu fuͤhren in die Hoͤllen. Darumb jhr lieben Christen all / wenn jhr auch seyt in noͤten / vnd kompt in truͤbsal angst vnd ge⸗ fahr / ewer Seel zu erretten / solt jhr an Gott euch halten fest / vnd hertzlich auff jn bawen / denn er die Suͤnder nit verlest / die jhm gaͤntzlich vertrawen. Jn banden ich gefangen lag / den Todt hett ich verschuldet / mein Suͤnd mich quelten Nacht vnd Tag / wo ich nicht gern hett duldet / vnnd Gottes Woͤrt mich nit hett troͤst / daß er fuͤr mich gestor⸗ ben / vnnd durch sein thewres Blut erloͤst / wer ich ewig verdorben. Gantz vnnd gar ich verloren war / vonn wegen meiner Suͤnden / kein Trost vnd keine Hoffnung mehr / kondt ich im Hertzen finden / So hat doch Gott durch seine macht / mir Gnad vnd huͤlff be⸗ wiesen / mein hertzlichs flehen nit veracht / vom tod mich abgewiesen. Wer jhn anbetet in der noth / vnd thue sich jhm ergeben / darff sich nit foͤrchten vor dem todt / denn Gott ist selbst das Leben / vnd ob er schon hie zeit⸗ lich stirbt / vnd von dannen abscheidet / mit nichten drumb er gar verdirbt / jhn in Himmel geleitet. Hiemit wil ich jetzt enden thun / mein Gratias beschliessen / bitt woͤllt mirs nit fuͤr uͤbel han / zu boͤ⸗ ren lan nit verdrussen / bitt Gott den HErren al⸗ lezeit / daß er vor noth vnd gefahre / von nun an biß in Ewigkeit / mich vnd euch staͤts bewahre / Amen. ENDE. Geschehen zu Weickersheim / im Land zu Francken / 1608. Show less

Klage über schlechte Bewirtung; Von einem versoffenen "Weibe"
Zwey Sch[...] Newe Lieder. Das Erste / Von der argen Geltluͤch⸗ tigen Wirtschinderey. Sich klagt der vollen Bruͤder Orden / der Wirth der hat vns trucken geschorn. Jn der Melodey : Jn Gottes Namen fahren wir / etc. Das Ander / Von einem versoffenen Weibe / welche jrem Mañe alles aus dem... Show more Zwey Sch[...] Newe Lieder. Das Erste / Von der argen Geltluͤch⸗ tigen Wirtschinderey. Sich klagt der vollen Bruͤder Orden / der Wirth der hat vns trucken geschorn. Jn der Melodey : Jn Gottes Namen fahren wir / etc. Das Ander / Von einem versoffenen Weibe / welche jrem Mañe alles aus dem Hauß versoffen hatte. Die Frau versoff die Schaube aus dem Kasten / Lieber Mann ich kan fuͤr⸗ war nicht fasten / etc. Gedruckt im Jahre / 1611. Das Erste Liedt. SJCH klagt der vollen Bruͤder Orden / der Wirth der hat vns trucken geschorn / Er hat vns gegeben breyerley Kost: Hunger vnnd Durst vnd grossen Frost / schier mir nit mehr. Darzu hat er ein sauren Wein / der Teuffel solt sein Gast mehr seyn / so Semmel er / in sein hat im Hauß kein schier Hauß komb ich nimmermehr mir nicht mehr. Das Roͤcken Brodt das ist ihm theur / so hat er weder Holtz noch Feur / so hat er weder Span noch Kolln / da⸗ bey man lieden vnd braten solln / schier mir nicht mehr. Der Wirdt ist thugendhafft vnd fromb / gibt wenig zu essen / vnd nimmpt viel brumb / die Speiß ist kalt der Wein ist warm / er ist ein Wirth daß Gott erbarm / schier mir nicht mehr. Das Kraut das ist sein b[...] ein Suppen darin schwimbt [...] Fleisch / gleich wie ein Feder an dem Windt / Gott geh ihm daß er gar er⸗ blindt / schier mir nicht mehr. Er gab vns ein Fleisch das war kalt / vnd war wol dreyer tage alt / vnd ein Suppen war nichts mehr werth / die hat die Katz beym Herdt vmbkehrt / chter mir nicht mehr. Er gab ein Kraut war nicht ge⸗ schmaltzen / darauff das fleisch war nit gesaltzen / so war der Praten inwendig blutrodt / auch gab er vns ein schimb⸗ licht Brodt / schier mir nicht mehr. Der Wirth der ist fuͤrwar der best. er nimmpt die Kreiden vnd troͤst die Gaͤst / wenn er ein Kanden mit Wein bringt her / so schreibt er zwo ist ohn ge⸗ fehr / schier mir nicht mehr. Der Wirth acht keiner Suͤndt [...]and / er nam das Zelbret von der Wandt / jhr lieben Gäst seid wol⸗ gemuht / es geb einer sechs Batzen vnd nempt fuͤr gut / schier mir nicht mehr. Den Wirth den wolt ich nennen gern /ich meiner kan die Gaͤste schern / von jhn nimpt er das Geldt gar schon / der Teuffel geb ihm seinen Lohn / schier mir nicht mehr. Die Betthe sind gewaschen mit fleiß / sie stecken voller Floͤh und Leuß / vnd welcher darinn schlaffen soll / dem geschicht Leyder nicht sehr wol / schier mir nicht mehr. Wenn er zu morgens fruͤh auff⸗ stet / der wirth wol in dem Hauß vmb⸗ geht / ihr lieben Gäst seid wol gelegen / es muß mir ein jeder ein Schlaffpfen⸗ ning geben / schier mir nicht mehr. Sehin Wirth da hast du ihr zwen / ich ward froh daß ich auff solte stehen / mir geschah so wib die heintig [...] der Teuffel hat vns zu dir [...] schier mir nicht mehr. Damit so scheiden wir dahin / es rewet mich daß ich blieben bin / der lie⸗ be Gott woͤll vns bewaren / fuͤr war er hat vns trucken geschoren / schier mir nicht mehr. Das ich jetzundt gesungen han / die frommen Wirth geht es nicht an / eim jeden schnoͤden Wirth ichs schen darauß was recht ist er bedenck / schier mir nicht mehr. Das ander Liedt. DJE Fraw versoff die Schaubt auß dem Kasten / lieber Mann ich kan fuͤrwar nicht fasten / Trinck / Trinck du liebes Weib / gut Bier in deinen Leib / trinck weil du es magst / Gott gesegne dir das Die Fraw versoff die Schindein von dem Dacht / lieber Mann was woͤllen wir nun machen / Trinck / Trinck du liebes Weib / [...]inn deinen Leib / Trinck weil du es [...] Gott geseane dir das. [...] Fraw versoff die Schaff wol auß dem Stalle / lieber Mann wie thut dir das ge⸗ fallen / Trinck / Trinck du liebes Weib / gut Bier in deinen Leib / trinck weil du es magst / Gott gesegene dir das. Die Fraw versoff die Huͤnner auß dem Korbt / lieber Mam sie moͤchten vns erwer⸗ gen / Trinck / trinck du liebes Weib / aut Bier in deinen Leib / trinck weil du es magst / Gott gesegne dir das. Die Fraw versoff die Leilachen auß dem Betthe / lieber Mann sie waren mir zu harte / Trinck / trinck du liebes Weib / laut Bier inn deinen Leib / Trinck weil du es magst / Gott ge⸗ segne dir dar. Die Fraw versoff das Hembde von dem Leibe / leber Mann es wil mir nicht mehr blei⸗ ben / Trinck / trinck du liebes Weib / aut Bier in deinen Leib / Trinck weil du es magst / Gott gesegne dir das. Die Fraw versoff die Schube wol von den Fuͤssen / lieber Mann last euch das nicht verdriessen / Trinck / trinck du liebes Weib / gut Bier in deinen Leib / trinck weil du es magst / Gott gesegne dir das. Die Fraw verloff die Schwe[...] dem Koben / ach lieber Mann das [...] ich kein loben / Trinnek / trinck du liebes Weib / gut Bier in deinen Leib / trinck weil du es magst Gott gescane dir das. Die Fraw verloff das Garrn wol vonn der Weiffen / lieber Mann es wil sich nicht lassen bleichen / Trinck / trinck du liebes Weib / gut Bier in deinen Leib / trinck weil du es ma⸗ gest / Gott gesegne dir das. Die Fraw versoff die Gaͤnsse von dem Stalle / lieber Mann wie thut euch das gefal⸗ len / Trinck / trinck du liebes Weib / gut Bier inn deinen Leib / trinck weil du es maast / Gott gesegne dir das. Die Fraw versoff den Schleuer von dem Kopffe / wenn der Mann koͤmpt so wirt er mich klopffen / Trinck / trinck du liebes Weib / zut Bier in deinen Leib / trinck weil du es ma⸗ gest / Gott gestane dir das. Die Fraw versoff den Beltz wol von dem Leibe / Fraw ich balt der Teuffel thut dich trei⸗ ben / Sauff / sauff du loses Weib / Hellisch Fe⸗ wer in deinen Leib / sauff weil du es magst / der Diebhencker gesegne dir dar. Show less

Von drei Pilgern; Als David wollte sterben
Zwey huͤbsche newe Lieder / das erst / Von dreyen Edlen Bilgern / Wie sie von Junckherr Friderich gefangen / vnnd durch hülff vnnd beystandt deren von Entzen / Straß⸗ burg vnd Basel widerumb erlediget worden / rc. Das ander / Als Dauid wolte sterben / rc. Jm Thon / Wilhelmus von Nassawe /... Show more Zwey huͤbsche newe Lieder / das erst / Von dreyen Edlen Bilgern / Wie sie von Junckherr Friderich gefangen / vnnd durch hülff vnnd beystandt deren von Entzen / Straß⸗ burg vnd Basel widerumb erlediget worden / rc. Das ander / Als Dauid wolte sterben / rc. Jm Thon / Wilhelmus von Nassawe / rc. ES ritten drey Edler Bilger / sie ritten auff Gottes fahrt / zu vn⸗ ser Frauwen gen Eyrsidlen / als sies versprochen hand / sie waren weiß vnnd wolgemuth / sie brachten da jhr Opffer dar / als andere Bilger thund. Da sie die fahrt vollbrachtend / da kehrtẽ sie wider heim / Junckherr Wer⸗ ner vnd sein Fraͤwlin fein / jhnen trew⸗ lich entgegen reit / sie fuͤhrtens gen Vn⸗ cken auff die waͤrte Vest / mit essen vnd mit trincken / theten sie jhnen das al⸗ ler best. Da sie gessen vnnd truncken hatten / da kehrteñ sie widerumb heim / Junck⸗ herr Werner vnd sein Fraͤwlin fein / ga⸗ ben jhnen ein sicher gut Geleidt / mit ei⸗ nem freyen Gleitesman / inn demselbi⸗ gen doppelspiel / da greiff man die Bil⸗ ger an. Jr Bilger nun gebt euch gefangen / es mag nicht anders sein / sie namends bey der Hende / sie fuhrtens mit jhnen dahin / sie fuhrtends gehn Yßnach auff die waͤrte Vest / vnnd ehe die Sonn zu Gnaden gieng / da hatten sie frembde Gaͤst. Der Gleitsman reit gen Entzen / Er fiel dem Landvogt zu fuß / ach Gnaͤdi⸗ ger Herr der Landtvogt / seit ich euch klagen muß / es ligen drey edler Bilger gefangen / Junckherr Friderich von Schawenburg / hat mut willen an jh⸗ nen begangen. Der Landtvogt thet den Gleits⸗ mann fragen / wer moͤgen die Bilger sein / der Gleitsman thet jhm bald sa⸗ gen / Sie nennen sich von dem Rhein / Marggraff Carolis Bruͤder seind sie gar schon / ey so sprach sich der Landt⸗ vogt / bey dem woͤllen wirs nicht lon. Er thet seine Botten senden / gar ferr ins Elsas hinab / zu den Stetten vnd zu den Doͤrffern / sie solten sich nit saumen lang / es ligen drey edler Bil⸗ ger gefangen / Junckherr Friderich von Schawenburg / hat mutwill an jhnen begangen. Es waren die Herren von Straß⸗ burg / die theten dem Bott genug / ein Büchsen thetens laden / die ist so groß vnnd klug / ja der Reinmüli ist sie ge⸗ nandt / sie hat jhr tag viel vngluͤck ge⸗ stifft / sie ist auch weit bekandt. Der Narr der ist jhr Bruͦder / man dorfft jhm nicht vertrawen / wer er fuͤr Yßnach kommen / Er hett viel lauter geschrauwen / wie er vor Wachnung hat gethan / wo man die Thor vor jhm beschleußt / durch die Mauren thut er gahn. Das Kaͤtterlein von Entzen / das ward gesenckt inn grund / ein loch das ward geschossen / wol zu derselbigen stundt / Junckherr Friderich was ein zornig Mann / Er nam seine waͤrten gefangnen / er setzt sie ins Loch hinan. Der Landtvogt rufft ein frieden / man solt vom schiessen lahn / es kost Gut / Leut oder Lande / seine gefang⸗ nen die wolt er doch han / Junckherr Friderich du magst mir nicht entrin⸗ nen / du hast dein tag viel vngluͤck ge⸗ stifft / es sol dich jetzt wol gerewen. Es waren mein Herren von Basel / die gaben ein weysen Rhat / solten wir das Schloß mit gwalt gewinnẽ / wurd kosten manch Bidermans Todt / die Graͤben sind tieff / die Mauwren sind vest / laßt vns ein Rachtung treffen / dunckt vns das allerbest. Es was der von Haußneck / so gar ein friedsamer Mann / da er vom frie⸗ den hoͤrt sagen / groß fleiß legt er dar⸗ an / deß muß er lang inn ehren leben / darzu nam er Gott zu hilffe / vund sein lieben Sohne eben. Ein Rachtung ward getroffen / die gefangnen kamen doch auß / deß must sich Junckherr Friderich / ja raumen dasselbig gut Hauß / vnd Yßnach das ist nimmer sein / es ist der Herren von Oesterreich / jhr Landvogt reyt da auß vnd eyn. Das ander Lied / Jm Thon / Wilhelmus von Nassawe / rc. ALs Dauid wolte sterben / vnnd scheiden auß der Welt / fordert zu sich sein Erben / den Salomon wird gemeldt / Er gab jhm weiß vnnd Lehre / wie er regieren solt / das es gfiel Gott dem Herren / vnd hett sein gnad vnd huld. Die Lehr die sollen wir hoͤren / mer⸗ cken vnd lehrnen fein / das wir vns dar⸗ nach kehren / dem Herren gefoͤlgig sein / wie Dauid jhm gefiele / vnnd nach jhm Salomon / zwen Mann nach Gottes willen / dem Herren vnderthon. Er sprach ich geh den wege / den alle Welt muß gehn / darumb mein Sohn so pflege / deins Ampts vnnd Recht be⸗ stehen / getrost sey vnd ein Manne / vnd wart der huͦt deß Herren / geh auff deß Herren bane / vnd folge seinem lehrn. Vor Augen solt du haben / sein Ge⸗ satz vnnd sein Gebott / die vns durch Mosen gabe / der Herre vnser Gott / so wirst du kluglich wandlen / auff rech⸗ tem wege gehn / vnnd wird alles dein handlen / in Gottes segen stehn. Der Herr der wird erwecken / den se⸗ gen vber dich / denn er verhieß zu voll⸗ strecken / an meim geschlecht staͤtiglich / das sie solten besitzen / den Stul inn Js⸗ rael / so sie wurden beschuͤtzen / trewlich deß Herren befehl. Das ist ein schoͤne Lehre / ein feines Fuͤrsten Buch / folget solcher auch jhr Herren / nembt an deß Herren Joch / so wird der Herr euch geben / Weißheit vñ Reichthumb vil / darzu ein langes Le⸗ ben / vnd auch der Seelen Heyl. Benedict Gletting. Jr Menschen kehren euch von Suͤnd / So werdet jhr rechte Gottes Kind. Getruckt zu Basel / bey Johann Schroͤter. 1611. Show less

Heuschreckenplage in Konstantinopel, 6. August 1611; Unwetter in Österreich und Mähren 1611; Verbrechen in Landa, Hessen; Missgeburt in Turnu
Drey Warhafftige / Erbaͤrmliche Newe Zeittun⸗ gen / Die Erste. Von der Stadt Con⸗ stantinopel so sich darinn begeben hat / in djesem 1611. Jahr den 6. Augusti mit den Hewschrecken / vnd Wetters Noth / Auch wie die Tuͤrcken ein Creutz gemacht / darauff ein lebendige Katz gehenckt / die... Show more Drey Warhafftige / Erbaͤrmliche Newe Zeittun⸗ gen / Die Erste. Von der Stadt Con⸗ stantinopel so sich darinn begeben hat / in djesem 1611. Jahr den 6. Augusti mit den Hewschrecken / vnd Wetters Noth / Auch wie die Tuͤrcken ein Creutz gemacht / darauff ein lebendige Katz gehenckt / die gefangenen Christen darfuͤr gestelt / vnd sie gezwungen dieselbige Katz anzu⸗ beten / vnd was es fuͤr ein Außgang genommen / wirdt allhie klaͤrlich durch einen Feldprediger mit Namen N. B. angezeiget / welcher 12. Jahr zu Constantinopel gefangen gelegen. Jm Thon / Kompt her zu / rc. Die Ander. Von der gewaltigen Wetersnoth / Sturmwinden vnd Wasserguͤssen / so sich in diesem lauffenden 1611. Jahr in Oester⸗ reich vnd Maͤhren hin vnd wider / sonderlich aber im Margfeld / vmb Lan⸗ genloiß / Kirchperg vnd Tulnerfeld / was es fuͤr Schaden ge⸗ than / wie jhr weitter in diesem Lied vernemen werd. Jm Thon: Hilff GOTT das mir gelinge / rc. Die Dritte. Von einer Schroͤcklichen Mißgeburt auß der Koͤnig⸗ klichen Stadt Vngerisch Tuͦrne / wie alda ein arme Fraw ein Kind geborn / mit drey Koͤpffen / drey Arm vnd drey Bein / Auch waß wunder⸗ liche Sachen dasselbige geredt vnd geoffenbaret. Jetzt geschehen den 12. Tag Novemb. Dieß 1611. Jahr. Mit bewilligung eines Ehrbaren Raths in der Stadt Wien / Durch dem Feld Prediger in Truck gegeben worden. Getruckt zu Wien bey Ludwig Bonenberger / in der Laͤmbel Wurst / Jm 1611. Jahr. ACH Gott wie schroͤcklich wunder groß / geschehen jetzt in vnderlaß / an vilen Orten vnd Enden / wie dann jetzt in kurtzer frist / solches bey den Tuͤrcken geschehen ist / Gott thut es alles senden. Ein Statt ligt in den Tuͤrckenlandt / Constantinopel wirdt sie genandt / darinn hat sich begeben: Ein schreckliche wunder Geschicht / das Hertz in Leib mir schier zerbricht / darumb so mercket eben. Als man zehlt Tausent Sechßhundert Jahr / vnd Eylff darzu die Jahr⸗ zahl war / den 6. Augusti merckt eben: Gar hoch auß Himmels Fuͤrmament / die Heyschrecken geflogen seindt / daß man die Sonn nicht hat gesehen. Jetzt will ich solches zeigen an / wie es mit den Hewschrecken thet ergan / wol in dem Tuͦrckenlande: Haben sie alles verterben thon / Wein vnd Trait das mans nicht geniessen kan / wol zu derselben Zeite. Ein grosse Theurung darauff geschach / sie kommen in Jammer vnd gros⸗ se Klag / sie meinten sie muͦsten verzagen: Von wegen grosser Hungers Noth / fuͦr ein schroͤcklichen gehen Todt / ach Gott ich thu dirs klagen. Da haben die Bludhundt auß grimmiger Begier / die gefangnen Christẽ gefuͤhret fuͤr / mit grossem schroͤcken vnd klagen: Ein Creutz theten sie machen balt / ein Katz angenagelt balt / mit lebendigen Leibe. Theten die Christen treiben balt / die gefangnen / beyd Jung vnd alt / wol zu dem Creutze schone: Sie sprachen seht an ewren Gott / der euch am Creutz erloͤset hat / ach thu sich seiner erbarmen. Die Christen schrien hertzlich zu Gott / mit seufftzen Jammer vnd grosse Noth / ach thu dich vnser erbarmen: Daß wir so gar verlassen sein / wol von den Tuͤrckischen Hunden vnd grossen Pein / ach thu dich vnser erbarmen. Nach dem dery Stundt vergangen seind / erhub sich Angst vnd grosse Pein / ein Finsternuß man sahe: Ein Weter sich erhoben hat / grosse Stein es geworffen hat / schlug vil Tuͤrcken darnider. Balt hat sich der Himmel auffgethan / fewrige Straln giengen daruon / Das Jderman hat gesehen: Die Tuͤrcken fielen nider auff jhre Knie schrien all Mahomet hallehe solches thet bey jhnen geschehen. Noch mehr muß ich zeigen an / wie es mit den gefangnen Christen thet er⸗ gahn / Gott ließ sein wunder sehen: Kein Christenmensch kein schadn empfund / Plitz vnd Donner schlug alles zustundt / O Christen Mensch nimb es zu Hertzen. Die Ketten den gefangnen bald / von jhren Fuͤssen all mit gewalt / seindt alsbalt daruon kommen: Darumb hat sie Gott erhalten thon / daß sie erkent haben Christi Gottes Sohn / O Christ faß es zu Hertzen. Noch mehr muß ich vermelten klar / daß man hat gesehen zwo Todten Bar / gar schroͤcklich anzusehen auff einer Hand ein Schwerdt war baß zur an⸗ dern Seit ein besen groß ein Creutz thet darauff steben. Der Mund thet sich verferben gar hie bey stund auch ein Sterne klar wuͤrd hernach mehr gesehen / neben der Sonn etliche Tag ist gewißlich war / was ich euch sag vill menschen habens gesehen. Auch hat man gesehen an selbigen End / vil Kriegsheer am Firmament / mit grosser Heerstreitten grosse Serch vnd vil Menschen schon hat man all hin tragen thun geschehen auff beyden Seiten. Jch frag euch Christen in gemein / jhr seyt gleich reich arm oder klein / ist jetzt nicht verhanden: Die grosse vnd betriebte Zeit daran man lang hat pro⸗ phezeit an allen Orten vnd Enden. Groß blutvergiessen durch frembde Land / wirdt geschehen heuer in vnserm Themserlandt / Pestilentz vnd Sterben sehr auffruhr vnd grossen Streit wirdt von vns sein gewiß nit weit vil / vnglück thut sich ergeben. Nach solcher grossen gefahr vnd Noth / wenn sich wuͤrd enden Krieg vnd Todt einer zum andern wird sagẽ / wie hast du dich erhalten thon / das du nit bist gestorben schon / oder von Feind erschlagen. O weh o Welt bekehre dich / Gott wird dich straffen gewaltigklich / mit Weter vnd geferde mit Wasser Krieg vnd Hungersnoth mit Pestilentz vnd gehen Todt / solches must du alles leyden. Darumb jhr Christen groß vnd klein last daß euch eine warnung sein / von Sünden abzustehen / Ruff den Herren Jesum Christ das er vns beyt zu aller frist / mit seiner genaden Amen. Die Ander Zeittung. Jm thon Hilff Gott das mir gelinge / rc. HOrt zu jhr frommen Christen / last euchs zu hertzen gahn / die jaͤmmer⸗ liche Geschichte / so ich will singen thun / wie es in Oesterreich ergangen ist / im Margfeld vnd Moͤhrland / hoͤr zu du frommer Christ. Vmb zwey Vhr nach Mittage / den vierden Augusti fuͦrwar / ein Fin⸗ sternuß man sahe / so gar erschroͤcklich zwar / ein grosses brausen darauß ge⸗ schach / das Volck das war vmbgeben / mit Jammer vnd grosser Klag. Also das schroͤcklich Wunder / vorgieng am selben Orth / da hub es an zu donnern / das mans gar weit erhoͤrt / alßbald hat es geschlagen ein / Haͤusser / Kirchen vnd viel Gebew / da eingefallen sein. Vber sechtzig Doͤrffer / Maͤrckt vnd Staͤdte / wol an demselben End / zer⸗ schmettert in den Grundte / viel Menschen gar Elend / die es auch mit getroffen hat / Alt / Jung / Mann vnd Frawen / kamen in grosse Noth. Kirchen / Schloͤsser deßgleichen / wurden verwuͤstet zuhand / die Mauren theten von einander weichen / vnd fielen ein zuhand / die Leut gedachten anders nicht / die Suͤnd wer schon verhanden / es kehm daß Juͤngst Gericht. Nach dem erfolgt ein Regen / sehr gewaltig vnd streng / das Wasser thet sich ergiessen / kam in die Maͤrckt vnd Doͤrffer hinein / die Leut kamen in Angst vnd Noth / hertzlich theten sie schreyen / zu vnsern lieben GOTT. O Jesu lieber HERRE / vergib vns vnser Suͤnd / nach dem hat es noch mehre / Stein geworffen also geschwind / so groß als eines Mannes Faust / kein Zungen kan außsprechen / wie es da hat gehaust. Die Weinstoͤck / Baͤum auß der Erden gerissen / zerschmettert in den Grund / die Daͤcher von Haͤusern geschmissen / verwuͤstet gantz elend / viel Menschen auch erschlagen hat / in Kirchen vnd Gebaͤwen / O weh der grossen Noth. Keller / Haͤuser in den Stunden / es außgeschwemmet hat / Kinder vnd viel Viech ertruncken / Haußraht vnd Bethgewandt / verderbt vnd verfloͤst in den Grund / daß Getrait auff Feld verschwemmet / das mans nicht genuͤssen kann. Noch mehr muß ich vermelten / wann ich vortrawren koͤndt / wie es auff dem Margfelde / vmb Stampffach auch zur stundt / grosse Graͤben vnd Waͤht zerrissen hat / im Maͤhrland auch deßgleichen / ach Gott der grossen Noth. Jn diesem grossen Wasser / ein Sechßwoͤcherin elend / sah man fliessen mit massen / hett jhr Kindlein in d'Handt / der Mañ der sprang nach jhr geschwind / vermainet jhr zuhelffen / ach GOTT es kund nicht sein. Seind alle drey ertruncken / mit grosser schwerer Pein / mehr hat man auch gefunden / die Todten vil gemein / welchs Wasser hergetragen hat / auß den Graͤben fuͤrware / ach GOTT der grossen Noth. Die geistlichen haben deßgleichen / ein Bußpredig gethan / wie Gott auch hab vorzeiten / die erste Welt straffen thun / welches doch ein außerwehltes Volck / von GOTT war außerkohren / in jhren Suͤnden ertranck. Thut euch zu Gott bekehren / der Tag ist vor der Thuͤr / wie vns warnet Christ der Herre / nembt ein Exempel hier / wie Gott hewer strafft so manches Land / mit Sturmwind / Wasser vnd Fewer / wie manchen ist bekandt. Ein Christ kan wol ermessen / wie manchen sein Gemuͤth / allda muß sein gewesen / durch schroͤcken gar betruͤbt / vor Angst vnd Noth / biß in den Todt / viel muͤssen jhr Leben auffgeben / vnd leyden grosse Noth. Was hoͤrt man auch jetzunder / in dieser betruͤbten Zeit / es geschehen Zei⸗ chen vnd Wunder / noch bessern sich nicht die Leut / wie man jetz sicht in Roͤm⸗ schen Reich / viel Menschen Hungers sterben / wol an der schweren Seuch. Die Pestilentz thut regieren / an vielen Ort vnd End / wie man das thut erfahren / in Elsas vnd Tyroll behend / das viel Tausent Jung vnd Alt / Men⸗ schen sind gestorben / gar trawriger Gestalt. Jch bitt euch lieben Leute / jhr Frawen vnd jhr Mann / bekehrt euch doch bey zeiten / lasts euch zu Hertzen gahn / last vns Gott bitten allesamb / das er vns wolt bewahren / vor aller Suͤnd vnd Schand. Gott woͤll vns allen geben / nach dieser betruͤbter Zeit / wol dort das ewige Leben / ja in der ewigen Frewd / durch Jesum Christum seinen Sohn / der helff vns allensammen / wol in deß Himmels Thron / Amen. Die Vierdte Zeittung. Jm Thon: Kompt her zu mir / spricht Gottes Sohn. JHr lieben Christen Jung vnd Alt / schawt an die wunder mannigfalt / die so beschehen jetzunder / in allen Landen weit vnd breit / allenthalben in der Christenheit / in Teuschenland besonder. Zur Warnung vnd vermahnung gut / von Himmel Gott herab senden thut / selche Wunder vnd Zeichen / noch schlagens die Menschen gar in Wind / vnd seind ersoffen in der Suͤnd / niemand laͤst sich erweichen. Ein Wunder will ich zeigen an / daß solten billich Fraw vnd Mann / von Hertzen wol betrachten / was ists wann man schon Tag vnd Nacht / von Got⸗ tes Wunder singt vnd sagt / thut mans doch alles verachten. Ein Statt in Vngern wolbekandt / Vngrisch Tirne wirdt sie genant diß 1611. Jahre / begab sich ein schroͤcklich wunderthatt / ein arme Fraw kam in die Statt / den 12. Augusti fuͤrwar. Jn dem Spital zur Herberg lag / da hoͤrt man jammer vnd grosse Klag / von diesem armen Weibe / ein frembde sprach zur selben Stund / redt sie dieselb kein Mensch vestundt / gieng groß mit schwangern Leibe. Ein Kindt thet sie geberen bald / das war gar wunderlich gestalt / seit die Welt ist gestanden / ist kein so seltzame Figur / ein solch schroͤckliche Creatur / ge⸗ boren in keinem Lande. Drey Koͤpff hat es am Leibe stahn / der ein der war zusehen an / ein Tuͤr⸗ cken er gleichet / ein Tuͤrcken hut gewachsen war / võ Fleisch auff seinem Haupte klar / der ander Kopff dergleichen. Gar Tyrannisch vnd Fewerroth / der dritte sah gleich wie der Todt / an Haut vnd auch an Haare / erbleckt gar haͤßlich seine Zaͤn / es hat drey Armen vnd drey Bein / schroͤcklich es anzusehen ware. Es kam gelauffen Fraw vnd Mann / diese figur zu schawen an / mit hertz⸗ lichen verlangen / vol menschen war das gantze Hauß / mit schroͤcken vnd mit grossem grauß / hat zu reden angefangen. Das erst Haupt mit dem Türcken Hut / auß seinem Mund das rote Blut / lieff wie auß einer Koͤren / das sprach O weh der Christenheit / wirdt der Tuͤrck in kurtzer Zeit / viel Land vnd Leut zerstoͤren. Das ander Haupt so vnhewr / sprach wie wirdt die Welt durch Krieg vnd Fewr / so gar in kurtzer Zeite / außstehn groß jammer vnd Hertzenleyd / in allen Landen weit vnd breit / last von Suͤnden ihr Christenleuth. Das dritte Haupt mit grosser Noch / das war geformiert wit der Todt / ruͤfft mit schroͤcklichen Geberden / Ach wer wil doch die Todten Leuth / die ster⸗ ben werden in kurtzer Zeit / vergraben vnder die Erden. Von sich hat es geblasen auch / einen vergifften Dampff vnd Rauch / der gieng auß seinem Munde / welchem der Dampff gieng in dem Leib / es wa⸗ ren gleich Mann oder Weib / musten sterben zur selben Stunde. Als nun das Kind ein gantze Stund / Wunder het geredt auß seinem Mund / da ist es gleich verschieden / das Volck kam an ein forcht vnd grauß / sie luffen wider heimb zu Hauß / theten GOtt vmb Genad bitten. Als das Volck schawt an die Mißgeburt / die Kindbetterin verlohren wurd / thet vor jedrman verschwinden / man suchet sie in dem gantzen spital / an an allen Orthen vberall / aber man kundt sie nicht finden. Darbey erkent man zu der Zeit / das zur warnung der Christenheit / die Wunder laͤst verkuͤnden / der liebe Gott von seinem Thron / das man solt Buß vnd Besserung thon / vnd ablassen von Suͤnden. Darumb jhr lieben Christenleuth / betracht die hochbetruͤbte Zeit / die je⸗ tzundt ist auff Erden / rufft an den Namen Jesu Christ / der fuͤr die Suͤnder kommen ist / auff daß wir seelig werden. Die dritte Zeitung. Jm Thon: Hilff GOtt das mir gelinge. ZEittung thu ich euch bringen / jhr lieben Christen leuth: Dauon ich euch wil singen / ist geschehen in kurtzer Zeit / in diesem 1611. Jahr / HErr Christ laß dichs erbarmen / den jammer vnd groß Gefahr. Jetzt wil ich gleich anfangen / was sich verloffen hat: Den 8. May ver⸗ gangen mit der erschroͤcklichen That / zween Gaͤst die waren vnbekannt / in ein Wirtshauß sein sie kommen / im Landt zu Hessen genannt. Ein dorff Landa genennet / drinn ist ein Wirthshauß zwar / zum schwar⸗ tzen Adler mans nennet / drein kamen sie fuͦrwar / Vnd sprachen den Wirth vmb Herberg an / der Wirth thet sie anreden / sprach was seit jhr fuͦr Mann. Sie liessen sich nicht außtreiben / baten je lenger je mehr / in dem ließ der Wirth bleiben / da sprachen sie ohn gefehr / man solt jhn bringen ein Kan⸗ del mit Wein / da sprach der Wirth behendt / koͤnd jhr auch ein Bier zahlen fein. Sie redten nichts hinwider / liessen alles gut sein / in dem kam der Wirth wider / schenckt ein Kandel mit Bier ein / vnd setzts jhnen auff den Tisch / sie as⸗ sen vnd auch truncken / vnd waren beyde frisch. Da der ein het getruncken / bringt ers den Wirth bald zu / vnd sprach mit gutem geduncken / mein Wirth trinckt jhr mit ruh / der Wirth thet balt einen trũck / Es thet jm gar wol schmecken / vnd sprach gar bald zur Stund. Das ich nicht anders meine / jhr seit gar seltzam Gaͤst / das ist nicht Bier sondern Weine / darzu der aller best / in meinem Keller hab ich jn nicht / die Gaͤst die sprachen balde / es ist ein Gottes geschick. Der Wirth druͤber bethoren / er weist die Gaͤst zu Beth / vnd sprach gar bald mit Zorn / kein solch Gaͤst ich noch nie het / ließ das Liecht bey den Gaͤsten stahn / ist auß der Kammer gangen / Nun hoͤrt groß Wunder an. Vor der Kammer ist er blieben / lenger dann ein gantze Stund / was sie haben getrieben / werd jhr hoͤren jetzund / huben mit einander zusprachen an / wie Gott die Welt werd straffen / hoͤrt zu jhr Fraw vnd Mann. Derein der thet bald sprechen / die Welt wil nicht nachlahn / die Suͤnd die wird Gott rechen / bey Frawen vnd auch Mann / wegen jhres Gottlosen Le⸗ bens / daß sie sich nicht bekehren / auff keine Sraff nicht geben. Darumb wirdt er sie straffen / mit Wasser vnd Fewrs Noth / da werden sie ohn Waffen / schreyen zu dir O GOtt / Herr Jesu thu vns beystandt thun / laß vns nicht trostloß werden / durch Christum deinen Sohn. Da sprach der ander hergegen / nein das wirdt Gott nicht thun / er wird sie besser pflegen / beyd Frawen vnd auch Mann / darzu die vnschuldigen Kind / er wirdt sie besser straffen / mit Pestilentz geschwind. Der Tuͤrck der muß sie plagen / jetzundt in diesem Jahr / allenthalben solls ohn zagen / Auffruͤrisch sein fuͤrwar / ein HErr wirdt wider den andern sein / wirdt geschehen groß Blutvergiessen / da wird groß Jammer sein. Ein verflucht vnd grewlich Leben / ist in der gantzen Welt / thut allenthal⸗ ben schweben / ein jeder lebt wie es jhm gefelt / die Wasser werdẽ sein vergifft / groß Thewrung vnd auch sterben / an manchen Ort anstifft. Groß verwuͤstung wirdt geschehen / in Landen nah vnd ferr / das alles wird man sehen / sey vns gnaͤdig O HErr / solches haben die zween verkuͤndt / da⸗ rumb O Menschen Kindt / thu Buß huͤt dich vor Suͤnd. Die zween waren verschwunden / nichts mehr war in dem Beth / der wirth der hat gefunden / ein Brieflein an der stett / darinnen ist gestanden zwar / groß be⸗ truͤbnuß werd geschehen / jetzund in diesem Jahr. Trew vnd Ehr thut verschwinden / die Lieb ist gar erkalt / kein Glauben thut man finden / bey allen Menschen bald / die Welt thut auff der neyge stahn / sie kan nicht lenger bleiben / sie muß zu boden gahn. Verzeuchnuß der gewaltigen Stadt Constan⸗ tinopel / mit all jhrer Gelegenheit. JN Konstantinopel hats grosse Gassen / vnd in jeder Gassen ein besonder Kirchen Der Gassen darinn kleine Kirchen fein 2958. Der grossen Tempel oder Pfarrkirchen / seind 483. Der Spitaͤl hat es hundert / 100. Der gemeinen Kirchen darein die Christen taͤglich gangen / sein 442. Offentliche Badstuben 895. Wasserbrun / die alle Tag koͤstlich zu trincken / 997. Gemeine Maͤrckt / da man allerley Kuͤchenspeiß feil gehabt 112. Verordnete Haͤuser vnd Staͤll fuͤr die Muͤl Esel 11. Wirchs Haͤuser fuͤr Frembden 418. Der grossen vnd vornembsten Schulen / 115. Gemeiner Kinder Schulen 1652. Die Stadt ist ein Kreiß herumb weit Teutscher Meilen 4. Der grossen Thor sein an der Stadt / 24. Der Thuͤrm die zimlich hoch sein auff der Mawren 360. Der Kirchen groß vnd klein in der Stadt / 5417. Titel vnd Vberschrifft des Tuͤrckischen Keysers. WJr Mahomet von Grossen Gnaden / ein Gott auff Erden / vnd aller großmaͤchtigster Keyser vnd Suldan zu Babylonia vnd Judea / Koͤ⸗ nig zu Kurmenia / des Edlen Stammens in Jndia / ein Helffer der Goͤttin / vnd ein Fuͤrst der Thuͤrn Bletter / des Tuͤrin Baums / so ist an dem Berg Acheemur / Koͤnig vber Koͤnigreiche / vom Auffgang bis zum Nidergang der Sonnen / Bapft deß Paradeyß / ein Behüter deß Grabes deß Gecreutzig⸗ sten Gottes / ein verderber der Christenheit / Koͤnig zu Jerusalem / vnd ein Gott Mahomet / rc. Show less

Unwetter bei Kalwang in Kärnten; Massenmord in Elmau bei Frankfurt
Zwo gruͤndtliche wahrhaffte Zeitungen / Die Erste / Von dem grossen Wetter vnd wolckenbrust / der auß Gottes verhengnis vber vnd nahe bey der Statt Kalwang in Kaͤrndten kommen / was fuͤr ein grosser schroͤcklicher schaden Jamer vnnd noth gewesen / dergleichen in vielen jaren nie erfah⸗ ren /... Show more Zwo gruͤndtliche wahrhaffte Zeitungen / Die Erste / Von dem grossen Wetter vnd wolckenbrust / der auß Gottes verhengnis vber vnd nahe bey der Statt Kalwang in Kaͤrndten kommen / was fuͤr ein grosser schroͤcklicher schaden Jamer vnnd noth gewesen / dergleichen in vielen jaren nie erfah⸗ ren / in Teutscher Nation. Zu mehrer vnd nuͤtzlicher betrachtung dem zorn Gottes zu entfliehen / Allen frommen Chri⸗ sten / auß beweglicher vrsachen in druck verfertigt. Erstlich beschrieben durch dessen Orts Schulmeister / M. Thomam Greiser / vnnd Gesangsweiß gestellt durch Michaelem Melzr. Ungarum. Die ander Zeitung. Zeiget an von etlichen vermessenen Buben / die sich auf alle schand vnd laster begeben / entlich inn Moͤrderey gerahten / vnd also groß jamer vnd noth angerichtet. Endlich auch in der Statt Franckfort an der Oder vom Leben zum Tod sind gerichtet worden. Gedruckt zu Franckfort an der Oder / durch Johann Eichhorn / 1611. MEin gemuͤt thut schier verzagen / wañ ich thu den⸗ cken daran / daß ich muß hoch beklagen / den schroͤcklichen jam⸗ mer schon / der sich newlich begebẽ hat / wol in Kaͤrnden zu han⸗ den / ob Kalwang der werthen Statt. Den 12. May ich sage / sah man da grosse noht / am hellen liechten tage / meld ich ohn allen spott / viel wolcken zogen schwarz daher / vnd wurd so schroͤcklich finster / als ob es bey nachte wer. Zu donnern fiengs bald ane / schroͤcklich mit grosser macht / es mei⸗ net jedermane / es kaͤm der juͤngste tag / der plitz gab oft ein solchẽ schein / daß maͤniglich thet meynen / es wolt als fallen eyn. Es thet sich auch erheben / ein gwaltiger sturmwind / der mit gros⸗ ser macht darneben / hat vmbgrissen geschwind / der baumen ein grosser anzahl / vnd hat vil armer Leute erschlagen vberall. Vnd in der lufft thets prausen / wie ein Trometen thon / man hoͤrt so schroͤcklich saussen / jhr lieben Christen schon / die Leuth wusten nicht wo auß noch eyn / in disem schroͤcklichen wetter / mit jhren kindern klein. Es war ein grosser jamer / vnter armen reich / theils lieffen in jhre kam̄er / betteten hefftiglich / Ach Herr straff vns nit in deim zorn / sonst sind wir arme Suͤnder / elendiglich verlorn. Erzeig doch deine genade / vns armen in diser zeit / wend ab solch grossen schaden / durch deine barmhertzigkeit / verschon der kleinen Kin⸗ derlein / so noch lign in der wiegen / vnd gar vnschuldig seyn. Bald nach disem Sturmwinde / fieng es zu kißeln an / es fielẽ auch geschwinde / groß stein meld ich voran / zu anderthalb pfunden schwer / thet durch die daͤcher schlagen / niemand war sicher mehr. Zu zwey drey pfunden darneben / sah man stein fallen fuͤrwar / Es kam als vmb das Leben / was vnter den daͤchern war / vnnd was es sich sonst verborgen hett / niemand dorfft auf die gassen / Zum andern mich versteht. Das arme Vieh zumale / so auf dem felde war / hats auch erschla⸗ gen vberale / die fruͤchten auch alldar / es blieb nichts bey dẽm leben schõ / mußt als jaͤmerlich sterben / in disem wetter nun. Jn die keller deßgleichen / vil Leut auch gloffen sind / von armen vñ auch reichen / sich zu erretten geschwind / sie baten Gott ohn vnterlaß / er wol sie doch erhoͤren / hertzlich vber die maß. Ach Gott was soll ich sagẽ / erst fieng an grosse not / mit jamer vñ mit ein wolckenbrust / ohn spott / mit grossem wasserguß behend / kam in ge⸗ schwinder eile / das war ein groß elend. Die Thuͤren vnd die Thore Hat es gerissen eyn / Die Keller auch fuͤrware / erfuͤllt mit wasser gemein / daß alles was darinnen gwest / Hat es schroͤcklicher weise / jaͤmerlich weg gefloͤst. Die Leute auch daneben / was in die keller gloffen ist / zu erretten jr leben / sind auch zu diser frist / ertruncken melde ich zumal / O GOTt wolst vns behuͤten / vor solch grossem vnfall. Es erschrickt ein frommes hertze / Wanns thut gedencken dran / noch will ich euch mit schmertzen / jetzund auch zeigen an / die vnermeß⸗ lich guͤtigkeit / die Gott den frommen Christen beweisen thut allzeit. Zwischen 2. vnd 3. vhren / Wars da der wasserguß / Mit grosser macht herfuͤre / vnd nun zum vberfluß / die schuler diß orts fleissig zwar / in die Schul waren kommen / jhr Schulmeister fuͤrwar. Sein schulkinder thet ermanen / embsig zu dem Gebett / sie sollen in Gottes namen / anfangen an der Stett / Zu singen komm heiliger Geist / sampt andern Lobgesaͤngen / Sie thetens allermeist. Als sie solches die stunde / vollbrachten embsiglich / auß jhres Her⸗ tzen grunde / Gott sie gnaͤdiglich erhoͤren / thet das in kein schad / sampt dem schulhauß deßgleichen / nit zu gefuͤget hat. Sonst blieb kein hauß fuͤrware / dißmal gantz an dem end / daß nit beschaͤdiget ware / oder zerrissen elend / 65. Haͤuser es hat / verschwembt vnd gar weg gefuͤhret / in diser gemelden Statt. Hundert vnd 40. personen / haben jhr leben bereit / geendet in der summen / Mit grosser trawrigkeit / Das wasser sie verschwemmet hat / im schleim hat man sie gefunden / ligen auf dem felde drat. Jn der wiegen die kleinẽ kinder / fand man auch in dem feld / welche nit desto minder / ertruncken sind ich meid / doch sind zwey kinder auch darbey / noch blieben bey dem leben / sag ich ohn allen schew. Dens wasser hat sie getrieben / auf die dornbusch zusamen / dar⸗ auff sind sie gebliben / biß an dritten tag / da man sie hernach gfunden hat / gar bald / ligend fein in den wiegen / frisch gsund in aller gstalt. Vil vieh vber die massen / auch da ertruncken ist / lag hin vnnd wi⸗ der in gassen / Jch sag ohn allen list / es war erbaͤrmlich zusehen an / den groß schroͤcklichen jamer / man nit außsprechen kan. Solches hab ich vorane / mit grosser trawrigkeit / Den frommen Christen schone / beschriben zu der zeit / daß sie dit straffen Gottes zwar, jederzeit soll betrachten / vnd mit fleiß nemmen war. Wie vnser himlischen Vatter / die seinen noch erhelt / als ein grosser Wolthater / allhie in diser welt / Ob sie schon mitten sind im gefahr / deßgleichen die gottlosen / stuͤrtzt er zu grunde gar. Drumb last vns taͤglich bitten / die heilig Dreyfaltigkeit / Daß Er vns wol behuͤten / jetzt vnd zu aller zeit / vor solcher grossen wassers not / vnd vor allem vngluͤcke / daß helff vns der ewige Gott. Die ander Zeitung. Jm thon / Kompt her zu mir. MErckt auf jr Christen jung vñ alt / ich will jetzt trawriger gestalt / eine geschicht erzehlen / die sich kuͤrtzlich begeben hat / nahe bey der weit beruͤmbten Statt Franckfort / thu ich nit verhelen. Drey meil darvon ligt wolbekant / ein Hof der wird Einaw genant / darin saß vnvermessen / ein reicher Bauer an haab vnd gut / fuͤhrt staͤts allzeit ein frischen mut / keiner trew thet er vergessen. Sein haußgesind war an der zahl / 15. personen zu disem mal / Nun solt jr weiter hoͤren / jamer vnd not groß hertzenleid / thet sich zutragen in diser zeit / wie ichs jetzt will erklaͤren. Es waren 10. gesellen frey / die uͤbeten boͤse stuͤck ohn schew / groß mordthat thetens vollbringẽ / im namen from̄er ehrlicher Leut / zogens herumb im Lande weit davon ich weiter will singen. Was sie antraffen auf dem Land / es sey võ rau⸗ ben / morden brand / war jhnen alles eben / sie verschontẽ das kleinste nit / die kinder in der wiegen ich bricht / mußten enden jhr leben. Diß trieben sie so lang vnd vil / biß Gott vber sie hat gsetzt das zil / dz sie auch jren lohne / empfiengen hie auf diser erd / wie jr jetzt weiter hoͤrẽ werd / von disem Bauersmanne. Als man zelt sechzehundert jahr 11. darzu / der mindern zwar / den 2. Junij ich sage / fuͤr dieser Bauers⸗ mañ ich meld / mit seinẽ knechten in das feld / darauß entstũd groß klage. Er besorgt sich gar keines vnfalls / als er aber nauß gfaren damals / theten sich dise geselle / zusamen rotten in der eil / kamen fuͤr disen Hof dieweil / von dannen sie nit woͤllen. Biß sie ein gute reiche beut / bekaͤmen in disem Hoff bereit / Alsbald fieng an zu schreyen / die fraw mit jren kindern from / aber die boͤßwicht in der sum̄ / Vberfielens ohn alles schewen. Fiengen die Frawen al⸗ so bald / hencktẽs an ein balcken mit gewalt / die magd desselben gleichẽ / erstachen sie im augenblick / ach Gott deß grossen vngluͤck / sie theten nit abweichen. Fiengen noch groͤssern jamer an / Theils erwischten ein axt voran / theten als zu tod schlagen / 4. kinder waren in diser not / mu⸗ sten alle leiden den tod / daß ist billich zu klagen. Das aͤltest kind das war der Sohn / Ja von 11. jaren wol gethan / mit der axt thetens jhm hawen / die hirnschalen mitten entzwey es war in jaͤmerlichs geschrey / es thet jhn gar nit grawen / Nun folgen auch 3. Toͤchterlein / mußten auch leiden solche peyn / die aͤltest sprach dar⸗ neben / jhr lieben Freund verschont vnser blut / nembt als was euch ge⸗ fallen thut / last vns nur bey dem leben. Das ander war bey 5. jar alt / schry den boͤßwichten zu mit gwalt. jhr lieben Maͤnner vorane / last doch mein liebe Schwester lebn / vnnd nembt alles was euch ist eben / bitt euch von hertzen schone. Will ich doch gerne betten thun das Vatter vnser also schon / aber es halff kein klagen / sie namens bey fuͤssen zu hand / vnnd schlugens mit dem kopff an die wand / zu stuͤcken thu ich sagen. Das dritte dreyen jar alt war / es weynet auch hefftig alldar / Es moͤcht erbarmen einem stein / vñ sprach ach liebes Vetterlein / lasset mich doch beym leben mein / mein Vatter wird sehr weynen. Die vorgemelden Schwestern fein / mußten auch leiden solche pein / sie habens auch erstochen / daß also in einer halben stund / neun perso⸗ nen giengen zu grund / Gott aber hats gerochen. Wiewol sie vbel han ghalten hauß / vnnd das best han genommen herauß / wars doch alles verloren / den Gott verwandelt jhren sinn / ein jeder wolt 6. best nemen hin / redten also im zoren. Alles was sie begangen herauß / da erhub sich ein grosser strauß / vnter jhnen merckt eben / ein meil von disem hoff solchs gschah / da sie bekanten jhre sach / was sie haben bracht vmbs leben. Der Wirth diß ors befahl alsbald / man soll sie nemen mit gewalt / vnd sie auch peinlich fragen / in rechte sachen da bekanten sie / daß sie die obbemelden sachen hie begangen han mit klagen. Vnd solches haben sie fuͤrwar / getrieben in das neunte jar / vber vierthalb hundert Personen / jaͤmerlich sie han vmbgebracht / von klein vnd groß bey tag vnd nacht / niemand hans thun verschonen. Sie bekanten auch ohn alle schew / wie dz sie haben groß tyrañey / in hof an den kindern geuͤbet / wiewol sie sehr gebeten han / sie soltens bey dem leben lan / das thut sie sehr betruͤben. Ein Ehrnvester Wolweiser Rath / der Statt Franckfort verlesen hat / daß man die vbelthaͤter hinrichten solt wie dem gemaͤß / nach Kei⸗ serlich peinlichen proceß / was sie verdienet han sieder. Hernach den 27. tag deß Monats Junij ich euch sag / thetn sie hin⸗ auß fuͤhren / auf einen wagen sicherlich / mit gluͤenden zangen man sie zwicke / groß pein theten sie spuͤren. Die bruͤst man jn außschnid bereit / heiß oͤl man jhn drein goß die zeit / die glider auch darneben / in abstossen thet mit dem rad / Darnach man sie drauf gleget hat / biß sie kommen vmbs leben. Also haben sie jhren lohn / auch ordenlich empfangen thun / nach jhrer begangenen sachen / Jch warne hiemit jederman / Daß niemand solch wol fangen an / Gott wird jhn sonst auch straffen / Darumb jhr lieben Christenleut / bedenckt euch doch inn dieser zeit / huͤt euch vor vngluͤck zusamen / vnd bittet Gott ohn vnterlaß / Daß er euch wol bhuͤten fuͤrbaß / Durch JEsum Chri⸗ stum / Amen. Show less

Krönung von Kaiser Matthias, 1612; Wundergeschichte von einem Weinbrunnen; Türkenkriege in Ungarn Juni 1612
Drey Warhafftige neue Zeitung / Die Erste. Jst von der Keyserlichen Wahl vnd Kroͤnung / was sich zu Franckfurt bey derselbigen verloffen vom Roͤmer biß in vnd ausser der Kirchen S. Bartholomei auch mit andere Chur vnd Fuͤrsten / wie es ergangen ist aldare. Die ander / Jst von dem gebraten... Show more Drey Warhafftige neue Zeitung / Die Erste. Jst von der Keyserlichen Wahl vnd Kroͤnung / was sich zu Franckfurt bey derselbigen verloffen vom Roͤmer biß in vnd ausser der Kirchen S. Bartholomei auch mit andere Chur vnd Fuͤrsten / wie es ergangen ist aldare. Die ander / Jst von dem gebraten Ochsen / auch von dem Brunnen / welcher 3. Stundt mit weiß vnd rohtem Wein gelauffen / auch mit dem Habern welchs nachmals preiß geben worden. Die dritte / Jst von dem Tuͤrcken / wie derselbig mit Raub Mord vnd Brandt / in Vngern und Sibenbuͤrgen eingefallen / vnd hin vnd wider schroͤcklich Haußhelt / wie hierinn vermeldt wird / geschehen den 3. Junij Anno 1612. Die erste Zeitung. HOert zu jr Frawen vnd jr Mann / was ich jetzund wil zeigen an / wie es neu⸗ lich ergangen / zu Franckfort in der werthen Stadt / wurden gantz schoͤn em⸗ pfangen. Die Churfuͤrsten all in gemein / darzu der Koͤnig auß Boͤheim fein / andre Fuͤr⸗ sten darneben / auch andre gesanden hin vnd her / hoͤrt was sich thet begeben. Weil Gott durch sein Goͤttlich Genad / den frommen Keyser abfordern that / das Roͤmisch Reich thet trachten / wie sie moͤchten mit fried vnd ruh / ein andern Key⸗ ser machen. Darumb die sach wurd angestalt / das Koͤnig Matthias gar bald / auff den Wahltag solt kommen / zum Romischen Koͤnig machen thun / wie ich es hab ver⸗ nommen. Darumb so kamen erstlich dar / der Churfuͤrst von Mayntz sag ich fuͤrwar / der Churfuͤrst von Coͤllen darneben / der Pfaltzgraf sich auch saumet nicht / ließ sich gantz herrlich sehen. Es kamen auch gar stadtlich dar / der Churfuͤrst von Sachsen das ist war / wel⸗ cher das mal regieret / das Keyserthumb wie ich euch sag / biß man ein andern spuͤret. Weiter sich auch bald sehen ließ / Churfuͤrst von Trier ist gewiß / ein Gesandter auch deßgleichen / vom Churfuͤrsten von Brandenburg / stadtlich auch mit thet streichen. Noch stadtlicher sich bald sehen ließ / den 13. May ist gewiß / Koͤnig zu Hun⸗ gern vnd Boͤhmen / ein schoͤn vnd wolgeruͤstes Volck / thet man bey jhn vernehmen. Jetzt merckt weiter was ich euch sag / als nun herkam der dritte Tag im Junij mercket eben / wurd der Wahltag bald angestelt / herzlich gehalten darneben. Erstlich sah man die Burger gemein / in jhrer Ruͤstung stehen fein / vom Roͤ⸗ mer an den Wegen biß zu S. Bartholomei hin / lustig wars anzusehen. Jn dem die Churfuͤrsten sich bald han / auff dem Roͤmer zusammen gethan / sich hertzlich thun bekleiden / vnd wider von dem Roͤmer rab / nach einander thun ab⸗ tretten. Sassen auff jhre Pferdt gantz schon / welche man auch bekleiden thun / stadtlich uͤber die massen / biß zu S Bartholomei hin Stifft / daselbst wider absassen. Auch solt jhr hoͤren in gemein / wie sie in der Ordnung geritten seyn / biß sie zur Kirchen kommen / gar viel adelich Churfuͤrstlick Raͤht / zum ersten sind vorgangen. Darnach Ritt Churfuͤrstliche Genad von Mayntz ist waar was ich euch sag / Churfuͤrst von Trter darneben / Darnach der Churfuͤrst von Coͤllen auch / mit jhrem Marschalcken eben. Der Koͤnig auß Boͤheim volget drauff / den Churfuͤrsten mit seinem hauff / die Cron thet er aufftragen / die Weltlichen Churfuͤrsten volgten drauff mit jhrem Mar⸗ schalcken vorabe. Als sie nun Abgestiegen sein / die Churfuͤrsten da in gemein / vnd in die Kirchen gangen / haben alle Trommeter bald / zu blassen angefangen. Die Heerbaucken auch zu der stund / schlug man darein auch das es bompt / ein gute weil thet mans hoͤren / biß die Churfuͤrsten allesampt / in das Chor ein thun gehen. Es waren auß der massen dar / jhre Stuͦl gantz schoͤn gezieret zwar / deß Koͤnigs auß Boͤheim vorannen / mit einem guͦldenen Stuͤck vmbhenckt / leucht wie die helle Sonnen. Als nun Koͤnigliche Majestat / zum Roͤmischen Koͤnig gewehlet ward / groß frewd thet man da sehen / von Music vnd Trommeten zwar / darnach so thet man gehen. Sassen wider auff jhre Pferdt / beleidten den Roͤmischen Koͤnig werth / mit stattlichem Volck fuͤrwaren / biß zu dem Hauß Braunsfelt genannt / empfangen die Malzeit alldaren. Darnach man sich nit lang bedacht / jhn auch zum Roͤmischen Keyser macht / von Nuͤrenberg thet senden / das Keyserliche Kleid vnd Schwerdt / die Stiffel an dem enden. Als nun jhr Koͤniglich Genad / zu dem Altar gefuͤhret wart / darauff die Cron thet stehen / vnd auch beyde Churfuͤrsten zwar / von Coͤllen vnd Trier ich jehen. Gaben dem Koͤnig das blose Schwerd / vnd setzten jhm auff die Cron so werth / mit schoͤnem Gebet darneben / wuͤnschten der Keyserlichen Genad / Gluͤck Heil vnd langes Leben. Es hat auch dieser Keyser werth / mit seinem gegeben blosen Schwerdt / jhr viel zu Ritter geschlagen / darnach er Churfuͤrstlich Genad / von Sachsen das Schwerdt gaben. Als nun die sachen ward vollendt / sich wider nach dem Roͤmer went / mit schoͤ⸗ ner zier fuͤrware / von Churfuͤrsten vnd Herren zwar / der viel beysammen waren. Vnter einem schoͤnen Himmel bereit / gieng Keyserliche Mayestaͤt / sechs Her⸗ ren jhn theten tragen / von Franckfurt auß dem Rath fuͤrwar / was lustig anzu⸗ schawen. Weil nun der Koͤnig Hochgeborn / zum Roͤmischen Keyser ward erkohrn / groß frewd hat man vernommen / die grossen Geschuͤtz wol in der Stadt / hoͤrt man frey dapffer brommen. Weiter thet man greiffen zur Wahl / Kroͤnt auch die Koͤnigin auff diß mal / zur Roͤmischen Koͤnigin eben / welches uͤber die massen zwar / lustig war anzuse⸗ hen. Ein Koͤniglicher Dantz fuͤrware / erhub sich auch ganz schoͤn alldar / ein Renn⸗ plaß auch darneben / Ringelrennen vnd anderst mehr / thet man gantz lustig sehen. Der Ewig vnd Allmaͤchtig Gott / woͤll Keyserliche Majestaͤt / auch Fuͤrsten vnd Herren darneben / darzu der gantzen Christenheit / geben das ewig Leben / Amen. Die ander Zeitung. MErckt auff jhr Herrn groß vnd klein / Was dieser Text zeigt ins gemein / Jhr Burger vnd Baurn herzu euch find / Mit ewrem gantzen Haußgesindt Vnd last euch sagen newe Maͤhr Wie sie ergangen vngefaͤhr / Zu Franckfurt in der freyen Stadt Die am Mayn jren Paßpfort hat. Als Koͤnig Matthias Hochgeborn Zur Roͤmischen Kron ward außerkorn / Deß Namen nunmehr durch die Land Der gantzen Welt ist wol bekandt Regieren sol das Roͤmisch Reich Vnd seinen Vorfahren werden gleich. Fuͤrm Roͤmer auff der freyen Straß Ein Kuͤchen auffgeschlagen Was Darinn man einen Ochsen groß Feist / starck / vnd glatt uͤber die Maß Gefuͤhret vnd geschlachtet hat Vnd nachmals an ein Spieß gestackt Von Holtz gemacht vnd Raͤdern rundt Gelb ander man jhn vmbwenden kundt. Der Ochs war brathen gantz vnd gar Ohn daß er nicht hat Haut vnd Haar Die Klawen / Hoͤrner / Kopff vnd Bein Must alles mit gebrathen sein Jm Bauch deß Ochsen fuͤllt man ein. Gantz Kaͤlber Haͤmmel / junge Schwein Vom Wild pret wie das wird genannt Man alles in diesem Ochsen fandt Mu Schweinen / Rehen / Hirschen / wilt Der Ochs im Leib war außgefuͤllt Vnd doch also hinein gestackt Daß allweg etwas rausser rackt Daran gar bald erkennet ward Ein jedes Thier nach seiner Art Hie reckt der Hirsch sein Spur herauß Das schwein dẽ Kopff / dz kalb die schnauß Da stack ein Keul von einem Reh Dort ander Wiltprat noch viel mehr Der Haaß mit seinen langen Ohrn Hat sich im Ochsen auch verlorn Koͤniglein klein vnd andere Thier Steckten jhr Koͤpff alle sampt herfuͤr Ein jedes Thier nach seiner Art Gespickt vnd außgefuͤllet wardt. Von Federwildtpaͤt meisterlich Der Ochs durchauß war zugericht Die Schwanen Pfawen vnd Capphan / Jndische Huͤner / vnd Phasan Genß / Huͤner / Enten / wildt vnd zam Man sichtbarlich darinn vernam Die Krammetvogel / Schnepffen gut Musten auch mit bey diese Glut Jn summa da war nichts von Thiern Es must den Ochsen helffen zieren. Die Fisch im Wasser warn nicht frey Musten auch allerley darbey Der Halß deß Ochsen gantz vnd gar Mit Fischen wol gespicket war Karpffen / Hecht / Aaͤl / klein Gruͤndlein Barben / Forellen / vnd Zengerlein. Vnd was dergleichen Fisch mehr seyn Warn all in Halß gefuͤlt hinein Wie dann solchs alles wird gesehen Laß nur den Bratspieß vmbher gehen. Von aussen war der Ochs gespickt Mit Speck vnd Bratwuͤrsten bestickt Vnd andern dingen noch viel mehr Davon ein Buch zuschreiben wer. Der Brunnen vor dem Roͤmer gut Sprang mit Wein weiß vnd roht Da durfft trincken Weib vnd Mann Welcher nur da zum Brunnen kam Ein groß gedraͤnig befand sich dabey Mit Haͤfen / Kanden / Flaͤschen frey Ein jeder von dem Wein wolt han Kam mancher auch nicht gantz davon Merck auff Christlicher Leser hiebey Daß bey der Kuͤchen gelegen sey Gar manches Malter Habern schoͤn Wie es allda vor dem Roͤmer war zusehen Daß ward geben alles preiß Daruͤber erhub sich ein groß gereiß Ein jeder wolt etwas davon han Jm Busen vnd Huͤten / vnd lieffen davon Als nun die Kroͤnung war geschehen Mit all jhren Ceremonien Auffs praͤchtigest / wie die guͤlden Bull Lehret / daß solches geschehen soll. Der Keyser / Koͤnig / sampt dem bericht Jn Roͤmer kommen waren zugleich Hat sichs Pancket gefangen an Wie sonst geschrieben wird davon Da nun der Ochs auch genugsam war Gebraten vnd gekochet gar Kompt einer auß dem Roͤmer behend Sehr eylends nach der Kuͤch gerennt Lest jhm vom Ochsen richten an. Ein Silbern Platt / zeucht mit darvon Setzt sie mit grosser Reverentz Jm Roͤmer auffs Koͤnigs Credentz. Da nun das Keyserliche Pancket Jn allem Pracht sein Endschafft hett Der Keyser / Koͤnig / sampt den Chur Vnd andern Fuͤrsten gehen herfuͤr Biß an die Fenster in den Saal Daß sie sehen moͤchten uͤberal Wie man den Ochsen gebe preiß. Vnd was wird sein fuͤr ein gereiß Vom Volck vmb das gebraten Thier Es werth wol biß vmb zeigers vier Da ward die Kuͤchen auffgesperrt Der Ochs in tausent Stuͤck zerzert So bald daß in eim Augenblick Der Ochs mit all seinem Gespick Vnd was sonst war gesuͤllt hinein Nit uͤbrig blieb das geringste Bein Einer nam diß / der ander das Weil nur ein Biß am Bratspieß was Vnd war ein solches groß getreng Daß letzlich war die Kuͤch zu ens Schlugen vnd rissen alles ein Durch Thor vnd Laden fielen hinein Ein jeder wolt das beste han Da fieng sich erst die strebkaß an Was dieser hat gerissen ab Ein jeder bald die Flucht mit gab. Da lagen drey vier uͤber ein Gleich wie die Hund an einem Bein. Einer schlug zu / der ander fraß / Daß jhn schweisten Koͤpff / Maul Raß Der Bratspieß war in solchem Zanck Verlohren wider deß Koches Danck Man meint in solcher schlemmerers Daß er auch gefressen sey Laß jm bekommen wers gethan Er muß ein guten Magen han. Also ein End genommen hat Der Ochs / den man gebraten hat. Die dritte Zeitung. HOert zu jhr Frawen vnd jhr Mann / was ich jetzund thu singen / vnd last euch solchs zu hertzen gahn / die gar schroͤcklichen dingen / so sich newlich begeben hat / mit den Tuͤrckischen Hunden / darzu auch mit der Christenheit / zu der⸗ selbigen stunden. Als man zalt sechzehen hundert Jahr / vnd zwoͤlffe auch darneben / hat sich mit der losen Tuͤrckischen Schaar / groß noth vnd jammer begeben / ein Marckfleck wird Harnisa genannt / ein Jahrmarck daselbst gewesen / viel Kauffleut kamen darzu hand von viel orthen außerlesen. Es war allda ein grosses Gut / auff diesem Marck beysammen / so man von manchem end vnd orth / gebracht het da zusammen / viel tausend Ochsen groß vnnd klein / thet man herrlich da schawen / daß sich verwundert jedermann / von Mann vnd auch von Frawen. Weil dann nun viel Verraͤhterey / ist jetzt in allen Landen / wurd solchs dem Tuͤrcken ohne schew / bald angezeigt zuhanden / wie da ein Marck vorhanden wer / vnd groß Gut wer beysammen / darumb er sich macht auff in eyl / vnnd kamen bald gegangen. Mit Fußvolck vnd auch Reuter zwar / hat man jhn bald vernommen / es waren von der Tuͤrckischen schaar / viel tausend man in summen / vnd griffen bald den Fle⸗ cken an / ehe man es inne worden / O Gott wie jammer vnd grosse noth / sah man von Rauben vnd Morden. Sie namen alles Gut hinweg / darzu auch Weib vnd Kinder / das Volck inn grossen aͤngsten steckt kein hilff mochtens nicht finden / den Pfarrherr auch mit Weib vnd Kind / muste auch mit zur stunde / sie Kuppeltens zusammen Weib vnd Mann / gleich wie die armen Hunde. Den Marck an allen Orthen zwar / theten sie bald anzuͤnden / vnd sorchten sich gar keiner gefahr / wolten also entrinnen / es schrie zu Gott da Weib vnd Mann / das er sie woͤll thun erhoͤren / es drung wol in deß Himmels Thron / die Tuͤrcken thet er zer⸗ stoͤren. Ein frommer Herr ist wol bekannt / Colnisch thut man jhn nennen / der solches balt vernommen zu hand / mit seinem Volck thut rennen / machten sich auff vnd eyl⸗ ten sehr / gegen einem grossen Walde / da die Tuͤrcken solten kommen fuͤr / mit diesem Gur gar balde. Als sie kamen zu dem Wald hinan / zween hauffen thetens machen / der Tuͤrck gedacht gar nit daran / es vergieng jhn bald das lachen / sie kamen daher mit allem Gut / so sie allda bekommen / auch waren allda viel Weib vnnd Mann / zusammen Kuppelt wie die Hunde. Wie sie kamen zu dem Wald hinein / man thet sie bald vmbringen / es gieng ab alles Gschuͤtz groß vnnd klein die Harrnisch hoͤrt man klingen / sie stritten Christlich an dem orth / es thet jhn wolgelingen / Sie erledigten alles Christen Volck / mit jhrem Weib vnd Kinden. Viel Tuͤrcken musten gehen zu grund / etlich tausend in der summen / erloͤsten die armen Christenleut / wol zu derselben stunden / ein grosse frewd man da vernam / wol von den armen Christen / daß sie Gott hett erhoͤren thun / vnnd jhr leben thun fristen. Bekamen wider alles gut / von den Tuͤrckischen Hunden / die Christen waren wolgemut auch hat man gefangen genommen / stadtlich Obersten vnter jhn / die theten klerlich außsagen / wie sich der Tuͤrck ruͤst in seinem Laget / wider die Christen ohn zagen. Er woͤlls angreiffen mit gewalt / an allen orthen vnd ende / das soll man innen werden bald / groß hilff woll man jhn senden / mit vier mal hundert tausend man / woll er in die Christenheit falle / solt er verlieren alles gut / auch Land vnd Leut zumale. Auch wil ich euch anzeigen fein / wie der Marckt ward verrathen / falsche Chri⸗ sten theten da sein / die es mit dem Tuͤrcken hatten / die hattens jhm thun zeigen an / groß gut von jhm bekommen doch haben sie auch jhren lohn / wider bekommen zur stunde. Die Verraͤhter man auch bald bekam / vnter den Tuͤrckischen hunden / vnd gab jhn jhren verdienten lohn / Spiest sie lebendig zur stunde / deßgleichen auch viel Tuͤr⸗ cken zwar / thet man auch lebendig Spiessen / damit sie jhrer Verraͤhterey / von Chri⸗ sten thun geniessen. Noch mehr Mann auch gefangen nam / drey Vngern an dem ende / welche wolten Verrahten thun / Comorra gar behende / dem Tuͤrcken thun hilff vnnd bey⸗ stand das er die Stadt bekommen / dardurch das gantze Vngerland / moͤcht werden uͤberwunden. Die drey Vngern so man gefangen hat / Comorra wolten verrahten / darzu die Keyserlich Mayestat / bringen in groß gefahre / darzu das gantze Vngerland / die drey thet man bald nehmen / thet sie lebendig Spiesen an / das ein ander dran ge⸗ dencke. Die Obersten so man gefangen nam / der Namen wil ich nennen / der erste der hieß Scharlawon der ander an dem ende / Stritbar also wurd er genand / der dritte auch deßgleichen / Borschowan sein Nameist / der must zugleich mit strei⸗ chen. Der erste so den Marck hat angezuͦndt / lebendig thet man jhn braten / die an dern zween nam man behend / vnnd thet mit jhn fort traben / welche liegen gefangen noch was sie werden bekennen / das wird die Zeit auch bringen mit / wol an denselben ende. Hie hoͤrt vnnd sicht man zu der stund / wie der Tuͤrck den Fried thut halten / d[...] alles falsch ist was sein Mund Reden thut der gestallte / moͤgen Fuͤrsten Herren in gemein / dem Keyser beystand leisten / damit man den Tuͤrcken stille thut / auß Christenheit thun vertreiben Darumb jhr frommen Christenleut / thut Gott von Hertzen bitten / das er v[...] woͤll zu jederzeit / vor dem Tuͤrcken behuͤten / vnnd woͤll der gantzen Christenheit / al[...] Fuͤrsten vnd Herren zusammen / geben die ewige Seligkeit / durch JEsum Christu Amen. ENDE. Getruckt zu Franckfurt am Mayn / Anno M D C X I I. Show less

Wunderbrunnen in Dannenberg; Geistliches Lied, 1612
Warhafftige Nye Tydinge / Van einem Brun nen / welcker ys entsprungen in Wendtland gelegen / by einer Stadt Dannenbarch / wo dar vnse HErre Godt hefft einen Brunnen entspringen lathen / twischen velen har⸗ den Bergen / dardorch vele Minschen syndt gesundt worden / darvoͤr Godt dem HERREN... Show more Warhafftige Nye Tydinge / Van einem Brun nen / welcker ys entsprungen in Wendtland gelegen / by einer Stadt Dannenbarch / wo dar vnse HErre Godt hefft einen Brunnen entspringen lathen / twischen velen har⸗ den Bergen / dardorch vele Minschen syndt gesundt worden / darvoͤr Godt dem HERREN hoͤch⸗ lick tho dancken steyth. Jm Thon: Help Godt dat my gelinge / du ed⸗ le Schepper myn. Ein ander Geistlick Ledt. HEre Jesu Christ doh my doch tho dy nehmen / vth disser ar⸗ gen Werlt / etc. Gedruͤcket tho Hamborch / Jm Jahr / 1612. Dat Erste. 1. MArcket vp gy Christen euen / wat ick yuw singen dho / wat sick dar hefft begeuen / hoͤrt my ein wei⸗ nig tho / in dem Wendtland ein Stadt gelegn / Dannenbarch wil ick yuw seg⸗ gen / se eren Namen hefft. 2. Nicht wyth van dar gelegen / wil ick yuw toͤgen an / dar hefft Godt synen Segen / gentzlich wol vp gedahn / dar⸗ voͤr em ock tho dancken steyt / dem Va⸗ der aller gnaden / lauet en in ewicheit. 3. Twoͤlff Brunn wil ick yuw seggen / de Godt dar geschicket hefft / dat heth de Brunn der Gnaden / mennigen Min⸗ schen er gehulpen hefft / Soͤuen hundert dar sind worden gesundt / de Kruͤcken se hebben lathen stahn / vnd sind dar wor⸗ den gesundt. 4. Ein Mann wil ick yuw seggen / ys ock gekamen dar / syne Dochter hefft he geschauen vp einer klenen Kaar / krum vnd lahm se gebaren ys / Godt hefft er wedder gehulpen / se ys worden gesund vnd frisch. 5. Vor doͤrtich Jahren wil ick yuw seggen / ys er gewesen dar / ein Bur hefft dar gewahnet / dat ys gewißlick wahr / dat Water hefft he vorkoͤpen dohn / Godt hefft en schwar gestraffet / am druͤdden Dage gestoruen schon. 6. Do ys he wedder vorschwunden / de syne Borne schon / Jtzund hefft en Godt wedder lathen sehen / vns Min⸗ schen all tho gudt / den Armen so wol alse den Ryken / Gy Christen doht nicht vorachten / lauet Godt in ewicheit. 7. Vele Foͤrsten vnd Eddelluͤde / syndt ock gekamen dar / vp Gottes synem be⸗ fehle / wol by dem Borne klar / daruth hebben sie sick baden dohn / se hebben be⸗ theringe vornamen / de eddelen Heren schon. 8. Noch eins wil ick yuw seggen / Gy Christen all gemein / Godt hefft syne Gnade bewyset / by einem Megdelein klein / dat Stumm vnde Doeff gebaren ys / dem Borne hefft se gefunden / hoͤret tho gy leuen Christen. 9. Dat halp dem Megdlein tho der Stunde / tho sprecken hoff se an / Na Huß dede se lopen / vnde toͤget der Mo⸗ der an / de Moder erschreck van Herten grundt / de Vader ock darneven / fell vp de Erde thor stundt. 10. Noch eins wil ick yuw seggen / Gy Christen all gemein / ein Formann ys dar gekamen / wol by dem Borne fyn / ein blindt Perdt hefft he darby geleit / vnde hefft Godt also gespottet / wol in dem hoͤgesten Thron. 11. Vnde hefft also gespraken / dat dat Water so krefftig wer / vnde koͤnde den Luͤden helpen / so huͤlpet ock synem Per⸗ de / hefft dat drencken vnde wasschen dohn / dat Perdt ys sehen worden / der Mann ys blindt worden / van stunden an. 12. Daruͤmme gy leuen Christen synt hyr ock tho bereydt / biddet Godt den HEren mit flyte / dat he yuwe Gesundt⸗ heit friste / darumme biddet GOdt in e⸗ wicheit / dat he vns na dissem Leuendt / wolde geuen de Salicheit. Dat Auder Ledt. HErr JEsu Christ myn Trost / dho my doch tho dy nehmen / vth disser argen Werlt / du heffst my yo erloͤ⸗ set / mit dynem duͤren Blot / vnde nicht mit Suͤlver vnde Goldt / ich hape mit begehr / du werst bald helpen my / hem⸗ lick in der stille / wuͤnsch ick offt suͤluest by my / och myne allerschoͤnste Gestalt / wen ydt sick nun schicken wold / dat ick mit dy⸗ nem Willen / dyn Antlath schouwen schal. Nim dy ein modt / sprickst du HEre Christ fuͤluest / vth dynem Goͤttlyken Munde / Vorwar des Suͤnders Dodt ick nicht doh begehrn / sondern tho wel⸗ cker Stund / he sick bekehren deyt / vnde roͤpt in syner Noth tho mynem leuen Vader / all syn vortruwen hefft / du bist aller Doͤgentryck / macke my dynen En⸗ geln gelick / dat ick dy moͤge lauen yuͤm⸗ mer vnde ewichlick. Vp dissen Trost / wil ick gahr sanfft inschlapen / unde kenen tiviffel dragen / Suͤnd Duͤvel Hell vnd Dodt / schoͤlen nicht an my schaffen / sondern afflahn / wil du HEre Jesu Christ / myn huͤlp vn⸗ de bystand bist / mit dynem Goͤdtlyken Worde / my gar fruͤndtlick troͤste / och Hertleues Jesulin / sterck my mynen Ge⸗ [...]ouen klein / dat ick dy moͤge dancken / vor de grote guͤde dyn. Amen / loff ehr vnde pryß / segge ick dy itzt van Herten / du wahre Gades Soͤhn / vorlene my dynen Geist / dat ick mit allen krefften moͤge Bothe dohn / O mynes Leuendes Kron / nim my mit frouwd vnd wonne / als einen armen Suͤnder / tho gnaden vp vnde an / HErr JEsu Christ / wenn dy ydt gefelt / tho dy in dyn Hemmelisch Getelte / doh my HEre bald erloͤsen / vth dis⸗ ser argen Werlt. Show less

Wundergeschichte aus Koblenz, 24. Juni 1612; Mord in Sankt Andreasberg, 1612; Erdbeben und Überschwemmung in Utrecht, 14. November 1612
Drey warhafftige / vnd erschroͤckliche Newe Zeitung. Die erste hat sich begeben vnd zugetragen 1612. Jahr / an S. Johan⸗ nes Tag / in einer Statt / mit namen Kobolentz an dem Reinstrom / wie es allda auff dem Thurm in der Kirchen zu vnser lie⸗ ben Frawen / drey Nacht nach einander mit allen... Show more Drey warhafftige / vnd erschroͤckliche Newe Zeitung. Die erste hat sich begeben vnd zugetragen 1612. Jahr / an S. Johan⸗ nes Tag / in einer Statt / mit namen Kobolentz an dem Reinstrom / wie es allda auff dem Thurm in der Kirchen zu vnser lie⸗ ben Frawen / drey Nacht nach einander mit allen Glocken geleutet / deßglei⸗ chen auch gesungen: Wie es aber weiter ergangen / werdet jhr in diesem Ge⸗ sang hoͤren vnd verstehen. Gestellet durch M. Johann Engelhart / Liebhaber deß Worts Gottes zu Cobolentz. Jm Thon: Es wohnet Lieb bey Liebe / rc. Die ander Zeitung. Jst geschehen in einer Bergstadt auff dem Hartze / zu S. Andreas Berg genandt / wie allda ein Junger Gesell / mit namen / Georg Willkom / seine leibliche Mutter mit einer Axt vnd Telchen ermordet / vnd sie in jhrem Hause vnter ein Bett be⸗ graben / vnd solches durch seine Schwester ist offenbar worden / vnd als er ge⸗ faͤnglich eingezogen worden / hat ers bekandt / vnd vber seine Eltern das Wehe geschryen daß sie jhm allen mutwillen gestattet haben / dadurch er in solche noth kommen sey / vnd wie er seinen verdienten Lohn empfangen / den 3. Julij dieses 1612. Jahrs. Jm Thon: Es ist gewißlich an der Zeit / das Gottes Sohn / rc. Die dritte Zeitung. Von einem grossen Erdbidem / vnd Wasserflut / welche sich zu Euttrecht im Niderlande / 5. Meilen von Ambstertham be⸗ geben / den 14. Novembr. 1612. Jars / was an Haͤusern / Men⸗ schen / vnd Viehe verdorben vnd vmbkommen. Ferner was sich gleicher gestalt eben dieser zeit an zweyen orten auff dem Wasser begeben. Erstlich gedruckt zu Franckfurt am Mayn. ACh Gott laß dichs erbarmen / den Jammer vnd grosse Noth / so sich vor wenig tagen / schrecklich begeben hat / Jch bitt durch Christum deinen Sohn / verley mir deine gnade / daß ichs mag zeygen an. Als man zehlt sechszehenhundert / wol in dem zwoͤlfften Jahr / den Johannes tag eben / das sag ich euch fuͤrwar / erhub sich jammer vnd grosse noth / in der nacht zwischen eylff vnd zwoͤlff / laß dichs er⸗ barmen Gott. Ein Statt die ist gelegen / an dem Rheinstrom zu hand / Koblentz heist sie mit namen / ist manchem wol bekandt / da hat Gott ein Wun⸗ der gethan / in der Thumbkirchen eben / wie jhr werd hoͤren an. Darinn haben geklungen / die Glocken alle schon / Vnnd auch lieblich gesungen / Weiter thut mich verstohn / Als wenn es wer am tage frey / Viel Volcks hat es thun hoͤren / der Kirchner auch darbey. Thet zu der Kirchen lauffen / vnd sehr erschrocken war / zu sehen wer da thet leuthen / er stund in grosser gefahr / da er hin kam / thet er nichts sehen / die Kirch war zugeschlossen / mitleuthen vnd singen thets auffhoͤren. Solch leuthen vnd singen thet wehren / in der Kirchen drey gan⸗ tze Nacht / daß niemand kund wissen / von wem es wuͤrde vollbracht / der Thumbdechand thet befehlen schon / wanns wider thet leuthen vnd singen / solt mans bald zeigen an. Wie es nun thete kommen / wol auff die vierdte Nacht / fiengs wider an zu leuthen vnd singen / in der Kirchen mit grosser macht / der Kirchner thets bald zeigen an / wie es jhm ward befohlen / von allen Thumbherren schon. Der Thumbdechand mit seinen Verwandten / rathschlagen von der sach / Mit den andern Predicanten / daß die Kirch wirdt auffge⸗ macht / in der vierdten Nacht mich recht verstand / Was ich jetzund thu singen / die Kirch geoͤffnet ward. Als sie in die Kirch kamen / theten sie sehen schon / zween weisse Engel beysammen / wol fuͤr dem Altar stahn / Das Volck mit Leuch⸗ ten vnd Latern groß / thet nach der Kirchen lauffen / die Engel sungen ohn vnterlaß. Gar lieblich vber die massen / das hoͤrt ein jederman / viel Thumb⸗ herrn begunden zu ruffen / vnd sprechen die Engel an / Ach lieber thut vns bescheiden / was das bedeuten soll / daß jhr singet mit frewden / als wers ins Himmels Saal. Die Engel man ruffen hoͤrte / wol zu derselben Stund / Mit gar schrecklichen worten / der Tag deß HErren kompt / drumb singen wir mit frewden / wir Engel allzumal / Er kompt in kurtzen Tagen / Der vns erloͤsen soll. Drumb wolt jhr euch bekehren / ruffen sie allzugleich / Groß ster⸗ ben wird schicken der HErre / wol in der kurtzen zeit / Drumb thut von Suͤngen abelahn / vnd betet fleissig darneben / Jung / Alt / Fraw vnd auch Mann. Weiter so hoͤrt man ruffen / die Engel allzugleich / groß Krieg wird sich erheben / in Boͤhmen vnd Oesterreich / Die Pfarherrn frag⸗ ten sie mit grosser gefahr / wenn soll denn das geschehen / Sie sprachen in diesem Jahr. Der Tuͤrck wird sich ermundern / mit seinem Volcke gut / Mit rauben / morden / vnnd brennen / O merck du Christliches Blut / in Maͤhren / Schlesien / vnnd Meissen zu hand / alles wird bund vber⸗ gehn / im gantzen Teutschen Land. Weiter theten die Engel sprechen / der Bawersmann wird sein Pferd spanneñ auß seinem Pflug / vnd reitn in den Krieg / deß Volcks wird vmbkoͤmmen ein grosse zahl / ja daß man nicht wird wissen / wo mans hin begraben soll. Darumb jhr Menschen Kinder / lasts euch zu hertzen gahn / Ste⸗ het ab von ewern Suͤnden / vnd last vns Busse thun / vnd thut Gott fleissig ruffen an. Wer das begert / sprech Amen / Amen in GOttes Namen. Die ander Zeitung. HOert zu jhr Christen in gemein / was ich euch jetzt wil klagen / Jung vnd Alt / groß vnd auch klein / wie sichs hat zugetragen / Jn diesem sechshundert vnd zwoͤlfften Jahr / welchs ist kuͤn⸗ dig vnd offenbar / auch schrecklich anzuhoͤren. Eine Statt ist weit vnd breit bekandt / auff dem Hartze gelegen / Andreas Berg ist dieselbig genannt / da hat sichs thun begeben / eine Wittfraw allda gewohnet hat / Katharina Willkommen man sie nennen that / dieselbig hat auffgezogen. So gar ein vngerathenen Sohn / wie man der findet mehre / wel⸗ cher sich auch von Jugendt auff / gewehnt an spielen vnd zehren / sein Mutter strafft jhn vmb die Vbelthat / mein Son folg mir vnd from⸗ mer Leut Rath / laß ab von Suͤnden schwere. Mein Gut das du jetzunder thust / mit guten Gesellen verpras⸗ sen / darumb ich offt arbeiten must / in meiner Jugend faste / welchs dir noch wol im Alter dein / zum besten moͤcht gerathen seyn / bitt wollst doch nicht verachten. Er aber nicht nachlassen wolt / Gelt solte sie jhm geben / damit er jmmer fort vnd fort / in Wolluͤsten moͤcht leben / die Mutter jhn aber an der stett / mit guten worten anreden thet / meynt es solt jhr gelingen. Der Sohn sich aber erzuͤrnet bald / vber diesen Reden eben / ge⸗ dacht wie er seine Mutter alt / moͤcht bringen vmb jhr Leben / im Her⸗ tzen hatt er keine ruh / der Teuffel schuͤret jmmer zu / dem er sich hatte ergeben. Eine Axt nam er in seine Hand / schlug sie gar bald darnider / ei⸗ nen Dolch er an seiner Seiten fuͤhrt / als sie wolt auffstehen wider / Vier stich er jhr auch geben drat / damit er sie folgend getoͤdtet hat / vnd jhr genommen das Leben. Ein Loch er darnach machen thet / vnter einem Betth behende / scharrt sie darein ohn alle gnad / ein Jammer vnd Elende / Bedenckt / es doch jhr Christen fein / daß Gott nicht solte zornig seyn / vber solche grosse Suͤnde. Als er sie bald begraben hett / sein Schwester kam gegangen / die fieng gar bald zu reden an / zu jhrem Bruder mit verlangen / was thust du allhie leyder nun / ich glaub du hast vnser Mutter schon / thun brin⸗ gen vmb jhr Leben. Er aber vernam die Red bald / thet der Schwester mit dem Dol⸗ chen nachlauffen / vnd wolt sie auch vmbbringen thun / ein geschrey thet sie bald machen. Aber er bald entrunnen ist / vnd wegkommen zu dieser frist / Gott aber kondt es nicht leyden. Daß solche grosse Vbelthat / solt vngestraffet bleiben / zu Berge man jn gefangen hat / nach Andreas Berg thet man jn fuͤhren / Vnd stellten jhn da ans streng Gericht / das Vrtheil wurd jhm bald ge⸗ macht / wie jhr jetzund werd hoͤren. Mit zweyen Pferden man jhn schleiffen thet / biß ans Gerichte eben / an fuͤnff orten man jhn gezwicket hat / Gluͤenden Zangen dar⸗ neben / Darnach man jhn gestossen hat / von vnten auff wol mit dem Radt / mit dem Kopff an Galgen gehangen. Jhr Eltern nembt ein Spiegel fein / thut ewer Kinder ziehen / daß sie nicht vor Gerichte stahn / vnnd vber euch thun schreyen / Ach vnd Wehe vor jederman / wie dieser Juͤngling hat gethan / vor seinem letzten Ende. Last es euch eine warnung seyn / Jung Gesellen vnd Jungfra⸗ wen / thut ewern Eltern gehorchen fein / es wird euch nicht gerawen / Auch wird euch segnen Gott der HErr / mit Gluͤck vnd Heyl / darzu auch Ehr / allhie in diesem Leben. Auch thut Gott ernstlich ruffen an / habt wahre Rew vnd busse / vnd bessert ewer Leben schon / fallt dem HErren zu fusse / Gedencket an die letzte zeit / wenn Leib vnd Seel voneinander scheid / durch Je⸗ sum Christum / Amen. Die dritte Zeitung. KLaͤglich so wil ich zeygen an / hoͤrt zu jhr Frawen vnd auch Mann / von gantz trawrigen dingen / was sich newlich bege⸗ ben hat / davon wil ich euch singen. Gott lest vns seine Wunder sehen / wie zu Jerusalem auch ge⸗ schehen / schickt vns schreckliche Zeichen / vermeynt wir sollen Busse thun / kein Mensch lest sich erweichen. Wie sich denn Gottes Zorn zu hand / erwiesen in dem Nider⸗ land / an einer Statt zu handen / Euttrecht wird dieselbig genandt / ist manchem wol bekandte. Den ersten Tag deß Mertzens zwar / erhub sich noth vnd grosse klag / an dieser Statt ich sage / der HErr liesse bald herfuͤr gehn / jam⸗ mer vnd grosse klage. An diesem Tag wie jetzt gemelt / ließ Gott schawen am Firma⸗ ment / des hohen Himmels Throne / ein Zeichen groß vber die Statt / gleich in eim Wasserstrome. Das wehret biß zu der dritten stund / der Himmel sich zu ferbn be⸗ gunt / gantz schwartz vnd braun ich sage / die Sonn im Blut verwan⸗ delt ward / viel Menschen thetens sehen. Wie es kam zu der Mitternacht / deß HErren zorn mit grosser macht / thet man gar hart empfinden / sein Grimm entbrandt gleich wie ein Fewer / von wegen vnser Suͤnden. Ein Erdboͤdem vnd krachen groß / erhub sich bald ohn vnterlaß / ein Wolckenbrust besonder / schoß bald herab vons Himmels thron / auff die Erden herunter. Ein grosse Flut sich bald ergoß / zwoͤff Ellen hoch zur Statt ein⸗ floß / groß jammer thet man sehen / hundert vnd dreyssig Haͤuser gut / musten zu grunde gehen. Dreyhundert Menschen groß vnd klein / in dieser Flut vmbkom⸗ men seyn / kein Rettung war vor handen / solch Vngluͤck nie erfahren ist / in vnsern Teutschen Landen. An Schafen / Pferden / Kuͤh vnd Schwein / zweytausend stuͤck gerechnet seyn / so alles ist vmbkommen / der Schade nicht außzuspre⸗ chen ist / den diese Statt genommen. Ein Mayerhof / zwey Doͤrffer gut / nam gar hinweg die grosse Fluth / mit noth vnd grosser klage / da sah man schwimmen Jung vnd Alt / Haͤuser vnd Gebew ich sage. Was da fuͤr noth gewesen ist / bedencke doch du frommer Christ / vnd treib darauß kein schertzen / dann da gar manches Mutterkind / erlitten grosse schmertzen. Darumb jhr Christen groß vnd klein / wachet vnd betet in ge⸗ mein / thut euch einmal bekehren / wie die zu Ninive gethan / last euch weisen vnd lehren. Last es euch ein Exempel seyn / rufft all zu Gott in Himmel nein / daß er vns woͤll bewahren / fuͤr Auffruhr / Fewr vnd Wassers noth / auch Pestilentzische plagen. Amen / das wird erhoͤret seyn / was wir gebetten in gemein / ge⸗ schichts in warem Glauben / Christus der HErr es gesprochen hat / thut darauff fest vertrawen. Ein Schiff auff der Thonaw mit vilem Volck vntergangen. EBen vorgemelten Tag hat auff der Thonaw ein groß Vn⸗ gluͤck sich zugetragen / dann als ein Schiff von Scharting mit 400. Personen Kirchfahrt fahren woͤllen / ist es oberhalb Passaw zu grund gangen / sollen vber 50. Personen nicht darvon kommen seyn. Viel Tuͤrckische Raub Schiff von Spa⸗ nischen verbrandt worden. GLeicher zeit haben die Sicilianische vnd Neapolitanische Ga⸗ leen ein zimbliche anzahl grosse vnd kleine Meerrauberische Schiff / auch viel Kriegsbereitschafft / Munition vnd Pro⸗ vision zur Tuͤrckischen Armada gehoͤrig / sonderlich im portu zu Thunis vnd Goleto in Affrica / durch einwerffung kuͤnstliches Feur⸗ wercks verbrandt / vnd ein Tuͤrckischer Galeen mit 17. Baͤn⸗ cken gefangen bekommen / ein gute Beut erobert / vnd viel gefangene Christen erledigt. E N D E. Show less

This site is currently password protected.