Brandkatastrophe in St. Annenberg, 27. April 1604; Klaglied zur Verelendung und Kreig in Deutschland
Eine klaͤgliche newe Zeitung / von S. Annen⸗ berg / der loͤblichen Stadt / welche gantz jaͤm⸗ merlich verderbt worden / durch erschreckliche Fewrsbrunst / so in ei⸗ nes Uhrmachers Hause außkom⸗ men / den 27 Aprilis / An⸗ no 1604. Gestellet / durch M. Andream Schifnerum Mil⸗ denauium,... Show more Eine klaͤgliche newe Zeitung / von S. Annen⸗ berg / der loͤblichen Stadt / welche gantz jaͤm⸗ merlich verderbt worden / durch erschreckliche Fewrsbrunst / so in ei⸗ nes Uhrmachers Hause außkom⸗ men / den 27 Aprilis / An⸗ no 1604. Gestellet / durch M. Andream Schifnerum Mil⸗ denauium, Misnicum. Jm Thon: Es ist gewißlich an der Zeit. Erstlich Jm Latein gedruckt zum Hoff / Anno 1604. ACH GOtt in deinem hoͤchsten Thron / hilff daß ichs moͤg vollbringen / das bitte ich ges dich durch deinen Sohn / die Warheit recht zu singen / was sichs 1604. Jahr / den 27. April fuͤrwar / begeben hat mit Klage. Die Welt ist jetzt verstockt so sehr / in Suͤnd vnd Vbelthaten / acht keiner Straff noch guten Lehr / fragt nichts nach Gotts Geboten / biß GOTT viel Straffen lest ergehn / wie dieser Stadt auch ist ge⸗ schehn / darvon ich euch wil singen. O fromer Christ / ach hoͤre nu / wovon ich je⸗ tzund sage / wie sichs denn hat getragen zu / mit Jam⸗ mer vnd Wehklage / erbarmen moͤchts ein steinern Hertz / darumb achts ja fuͤr keinen Schertz / sondern bedenck es eben. Lustig so war gebawt ein Stadt / hoch auff einm̄ Berg gelegen / die Boͤhmen sie zur Seiten hat / das Vogtland auch merckt eben / Marienberg vnd Jo⸗ achimsthal / gantz Meißnerland auch vberal / Schnee⸗ berg / Friberg darneben. Annenberg ist dieselb genandt / die jhrn Anfang bekame / wie regierten das Meißnerland / geborn aus Sachsen Stamme / zween Hertzogen vnd Bruͤder war / Hertzog Heinrich / darneben dar / auch Her⸗ zog Georg mit Lobe. Rechte Ordnung vnd Policey / auch gute Ge⸗ setz darneben / Hertzog Georg jhr thet geben frey / bey einm loͤblichen Leben / die Stadt hat auch der from⸗ me Herr / auff seiner trewen Raͤth Beger / mit Emp⸗ tern viel begnadet. andern allen / durch Bergwerck reich gesegnet hat / an allerley Metallen / Silber / Ertz / Kupffer / vñ auch Zihn / welchs sie denn wust mit klugen Sinn / wol aus dem Berg zu hawen. Viel frommer vnd gelerter Leut / man in der Stadt hat funden / von anfang vnd noch dieser Zeit / welch recht zu jeder Stunden / Kirchen vnd Schu⸗ len dienten frey / dem Rahthauß auch ohn Heuche⸗ ley / die noch zum theil beym Leben. Selten man aber find was guts / das boͤß koͤmpt auch darneben / als auch die Stadt mit grossem Nutz / viel fromer Leut hat geben / es warn Weltkinder auch dabey / die Gott mit Suͤnden mancherley / erzuͤrnten offt vnd schwere. Gar offt sie Gott hat griffen an / Kranckheit / Sterben ist kommen / dadurch jhn manchen from⸗ men Mann / mit schrecken weggenommen / durch Fewreswarnung mancherley / Krieg / Hagel / Thew⸗ rung auch dabey / sie stetigs trewlich warnet. Aber die Straffen jetzt genandt / ließ sie Gott noch vermahnen / durch trewe Prediger zuhand / sol⸗ ten von Suͤnd ablahne / aber vergebens war die Lehr / suͤndigten fort je mehr vnd mehr / verlachtens noch mit Spotte. Drumb schickt jhn Gott zur Straff fuͤrwar / das Fewr mit grosser Klage / diß 1604. Jahr / am 27. tage / des Monds Aprills / fiengs gwaltig an / zu bren⸗ nen / bald ein jedermann / gelauffen kam mit eile. Leschten trewlich aus gantzer Macht / abr alles war vergebens / wenns fewr fuhr auff mit großer Krafft / fraß die Kornscheurn / darneben / das Spi⸗ tal drinn 3. Menschen geschwind / ein jeder lieff sein Weib vnd Kind / auch Haußrath zu erretten. Ein grosser Jammer wars zu sehn / nichts war davon zu bringen / das Fleischerviertl im Fewr thet stehn / das Muͤlthor in den Dingen / brandt / auchs Thor an der Wolcksteiner Gaß / Klostrgaß / Korn⸗ hauß / Rathauß ohn maß / im Fewr ist alls verdorbẽ. Recht schrecklich ist / das ich jetzt sag / es lag einr an einr Ketten / war toll / sein Schwester lieff mit Klag / vnd wolt jhn gern erretten / das Fewr sie beyd verbrennet hat / die Fronawrgaß vnds Thor auch drat / gentzlich ist abgebronnen. Buchholtzergaß / mit jhrem Thor / Sommer⸗ lei: vnd Kirchgassen / Scheerbanck / Boͤhmsch Thor / die Schul bevor / branden weg ohn alle massen / in der Kirchen Glockn vnd Orgeln gut / zerschmoltzen in des Fewres Glut / Gott thet ein Gnadenzeichen. Druckt nider da des Fewres Flamm / vnd ließ nicht weiter schaden / Altar / Cantzel / Vorkirch ent⸗ kam / ward nicht mit Fewr beladen / Also die Stadt so hundert Jahr vnd eins gestanden hat fuͤrwar / in 13. Stund ist verdorben. Erhabn hat sich diß Fewr mit Klag / als jetzt bald war verhanden / die 1. Stund nach dem Mit⸗ tag / durch Wasser so zuhande / ward gossn durch eins Vhrmachers Weib / in heisses Schmaltz so jhr mit [...] / in eil war brennend worden Drumb richt dein Herz du fromer Christ / zu Gott [...] der Frist / so wird er dein verschonen / vnd wird dir dort in grosser Frewd / mittheiln die ewig Seligkeit / durch Jesum Christum / Amen. Folget ein ander Liedt. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn. A. ACH HERR du allerhoͤchster GOtt / siehe ahn die klegliche grosse Noht / im gantzen Teutschen Lande. Solch Rau⸗ ben / Brennẽ / Blut vnd Mordt / von den Chri⸗ sten vor nie erhort / sind die welt hat gestanden. B. Bey vns ist Jammer vnd grosse Noht / sihe du dareyn Otrewer Gott / vnser Ellend laß dich erbarmen. Sihe du nicht an die grosse Suͤnd / damit wirs wol haben verdient / kom du vnd hilff vns Armen. C. Cleglich so ruffen wir dich ahn / viel grosser Suͤnd haben wir gethan / gefuͤhret ein Gott⸗ loß Leben. Dein heiliges Wort so gar veracht / dasselbige nicht einmal betracht / O Gott woͤllst vns vergeben. D. Die Warnung der frommen Diener dein / haben wir nun gehoͤret fein / kein Buß hat man jetzt sehen alle Tag auff einen Hauffen kommẽ. E. Ehrgeitz der ist gesessen eyn / jeder wil der beste seyn / kein Maß wil man nicht halten. Dahin ein jeder dicht vnd tracht / ach hett ich nur Weltlichen Pracht / bey Jungen vnd bey Alten. F. Fluchen vnd schweren nimpt vberhand / man achtet gar kein Suͤndt noch Schandt / niemandt lest jhm solches wehren. Die vnzucht ist so gar gemein / es wissens auch die Kinder⸗ lein / die Alten thun sie es lehren. G. Gut vnd Gelt liebet alle Welt / nach sol⸗ chem sie stets tracht vñ stellt / darnach stehet jhr verlangen. Es sey mit fug / glimpff oder Recht / es gilt jhr alles gleich vnd schlecht / damit thut sie fast prangen. H. Hoffart hat doch nie gut gethan / schaw alle Reich vnd Babylon / wo sind sie doch hinkom⸗ men. Also wirds gewiß vns auch ergahn / es wil doch niemand kein Busse thun / das hab ich wol vernommen. J. Jch weiß es wol du glaͤubstes nicht / heiß mich ein Thorn wenns nicht geschicht / all weg hat mans gesehen. Wenn man Goͤttlich War⸗ nung veracht / kein Wunderzeichen wil nemen acht / Pharao ists auch geschehen. K. Krieg vnd Blut ist fuͤr der Thuͤr / Hunger und Theurung ruͤckt auch darfuͤr / Pestilentz die thut her schweben. Das macht allein die grosse Suͤnd / damit wirs wol haben verdient / auch vnser Gottloß Leben. L. Last vns bessern / es ist hohe Zeit / die Art schon an dem Baume leit / drey Rhuten sind vorhanden. Krieg / Pestilentz / darzu Theu⸗ rung / seyn das nicht Straffen vnnd Plag genug / in vnserm Teutschen Lande. M. Man gleubt noch nicht / nur alles veracht. vergangnen Straff man nicht betracht / ist hin ist schon vergangen. Odu Gottlose Sodome / es ist dir nicht zu rhaten mehr / das kan ich wol ermessen. N. Ninive die grosse Stadt / von Warnung sich bekehret hat / bessert jhr Gottloß Leben. Wie lang haben wir nun gehort / die War⸗ nung deß Heyligen Gottes Wort / vns zu keiner Buß begeben. O. O Gott wie sind wir also Blind / erbarm dich doch der kleinen Kind / thu vns dein Gnad beweisen. Von vns wend dein gerechten Zorn / wir sind sonst gantz vnd gar verlohrn / ewig woͤllen wir dich Preisen / Amen. Show less

Belagerung von Riga, 1605
Ein Newes Lied. Von belagerũg der Stadt Riga / vnd Slacht so daselbst bey Kirchholm in offenem Felde zwischen Koͤnigl: Mayst: zu Polen vnd Schweden Feldtobersten / dem Erleuchten vnnd Wollgebornen Herrn / Herrn Johan Carl Chotkewitzn Graffen zu Schlow vnnd Bichow / Heuptman des... Show more Ein Newes Lied. Von belagerũg der Stadt Riga / vnd Slacht so daselbst bey Kirchholm in offenem Felde zwischen Koͤnigl: Mayst: zu Polen vnd Schweden Feldtobersten / dem Erleuchten vnnd Wollgebornen Herrn / Herrn Johan Carl Chotkewitzn Graffen zu Schlow vnnd Bichow / Heuptman des Fuͤrstenthumbs Samaiten / General Commissarien vnd Kriegs obersten in Lieffland. Vnnd Hertzog Carln aus Schwe⸗ den zu Sudermanlandt / Nericke vnd Wermelandt etc. Anno 1605. Den 17. Septemb. Alten Calenders gehalten ist worden. Jm Thon. Jch danck dir schon duͦrch deinen Sohn / Herr Gott duͦrch deine guͤte. etc. Anno 98 99 600 601 602 603 603 603 604 601 602 ES ist in aller Welt bekant / Wie Hertzog Carl aus Schweden. Dem frommen Koͤnig sein reich ent⸗ War noch nicht mit zu friden. ( wandt / Nach Lieffland stund jhm auch sein Sinn / Dahin seine macht thet richten. Wie aber er gefahrn darein / Wird Wenden dir berichten. Auch Kakenhausen vnnd Arla / Fuͤr Reefl die Toͤdwes Bruͤcken. Die Jerue kuͤlsche See alda / Jhm solches thun vffruͤcken. Weßnberch Karckhuß auch Weissenstein / Die A. bey Wolmr daneben. Die Duͤne Rechn ich auch darein / Vntr Kakenhausen eben. Koͤntn diese sprechen soltn dir baldt / Ohn falsch die warheit sagen. Ob nicht Zwantzg Tausent jungk vnd alt / Bey jhnen sein erschlagen. Ohn was durch hungr vnnd kranckheit Gelassen habn Jhr leben. ( gschwind / Gleub mir das jhrr nicht weinger seind / Da er muß rechnung von geben. Vbr hundert Tausent Pawrn im Landt / Jn seinm Kriegs wesen sind blieben. Von hunger Schwert vnnd Fewres brant / Wem soll man solchs zu schreiben: Ein Mensch den andern fressen hat / Vater Sohn / Sohn Vatr des gleichen. Das auch der Juͤdschen Frawen that / Dieser nicht ist zu vorgleichen. Nebenst andern grewlichen sachen mehr / So vorhin sein beschriben. Soltn hie auch falln zu lang vnd schwer / Drumb laß jchs hie bey bleiben. Noch koͤnt sein Vhr sich stillen nicht / Die Feder thet es treiben. Dazu der vnrube fertig vnnd liecht / An Ryg sich widr solt reiben. Druff abrmahl war vier Jahr bedacht / Ließ alles zu bereithen. Pick Schweff vnd Feuwr mit aller macht / Was Lebn vnd Todt thut scheiden. Vorreter sich auch gaben an / Groß Gheimnis wolten wissen. Wo men die Stadt solt fallen an / Ein nehmen odr beschießen. Schickt darumb aus nach Teutschem Land / Vmb Reutr vnd Knecht zu werben. Die bracht man bald mit luͤgn zur handt / Gedachten nicht ans sterben. Die schickte er zu Wasser forth / Auch Schwedsch Kriegs volck daneben. Er selbest wolt zu Lande dort / Fuͤr Ryg sich zu jhn geben. Druͤmb hoͤr nun ferner was geschen / Den erstn August merck eben. Da hat man Viertzig Schiff gesehn / Aus wilder See her schweben. Mit vngfehr vier thalb Tausent Man / An Teutschen Schwedn vnd Finnen. Damit solt man nun fahen an / Die Stadt Ryg zu gewinnen. Axll Ruͤningk Admiral aldar / Vbr Schiffs macht vnd See Hanen. Der Graff von Mansfelt oberster war / Vbr Reut vnd Knechte Fannen. Der hat damit sich also fort / Fuͤr Ryga lassen schawen. Schickt sein Trummiter fuͤr die Pfort / Welchs ihm bald hett gerawen. Anno 605. 605. 3. August. Hub darauff bald zu brennen an / Zu rauben auch daneben. Kirch / Klausen / Armen heußr voran / Koͤntn ihm nicht wieder streben. Ließ auch den Muͤlen nicht ihr Recht / Welchs doch gethan die Alten. Hew / Korn im Felde macht er schlecht / Must ihm alles her halten. Ob wol die Schult nicht alles sein / Wem sol mans abr bey messen. Jch mein dem der Kriegs Disciplin / Zu halten thet vergessen. Es kam ihn aber nicht zu gut / Man thet ihn wiedr inschencken. Das manges Junges freches blut / Am Bley sich thet ertrencken. Mit Scherboͤthn koͤnte er auch nicht / Den Rigschen Schiffn an haben. War auch mit seinn Pedardn zu schlecht / Muͤsten wieder abe traben. Von Wallen Thuͤrmen man nicht feirt / Mit halb Chartauwn vnd Schlangen. Mit Schermuͤtzlen zu fuß vnd pfert / Wart er laͤglich entfangen. 17 Aug. Tyßnhaußn vnd Mhedem Ritterlich / Ohn Sold aus freyem willen. Wahin / Buͤring / Kauff Geselln zu gleich / Thetn vieln den hochmuth stillen. Solchs alles jhm den muth benam / That sich zu ruͤck begeben. Seinn Knechten kam die freß Sucht an / Welchs mennigm nam sein leben. Die lieffen heuffig nach der Stadt / Der hunger thet sie treiben. Hettn wedr an frisch odr gammeln mat / Jhr Zehn kurtz nicht gerieben / Druͤmb muͤst Mansfeldt nach Churlandt Der Pawren Kuͤhe ansprechen. ( nun / Damit eilt er den Schiffen zu / Wolt sich am hunger rechen. Zu dem steltn sich Mechlbuͤrger ein / Auch Pomrsche Suͤdel knaben. Weit Speck / Fisch / Brot / Meth / Bier / vnd Der Rigschen feind zu laben. (Wein / Der Buͤrg entsetzt wolt ferner dran / An Duͤnemuͤnd sich rechen. Die gantz Arckley wolt er mit han / Das Schloß damit zerbrechen. Axll Ruͤningk Ober Admiral / Wolt jhm solch Ehr nicht guͤnnen. Sein Fuͤrst Carll selbst solt alls vnd all / Jn einem huͤy gewinnen. Drumb Mansfeldt fuͤdert nach gebrauch / Das Schloß man jhm solt geben. Heubtman Beel Aßer war zu klugk / Es war jhm noch nicht eben. Solt erst die Duͤne sauffen aus / Vnd als dann wieder kommen. So lang sich auch bedenckn zu haus / Ob wieder komn brecht frommen. Die Antwort dauͤcht jhn gar zu Sawr / Sein Gschuͤtz vffs Schloß thet stellen. Kont abr damit wedr Wall odr Mauwr / Von hohen Berg her vellen. Da kegn Beel Aßer vberal / Chartauwen ließ erklingen. Das man zu Ryg vff Mauwr vnd Wall / Jhr Liedlein hoͤrte Singen. Drumb fing Mansfelt Schermuͤtzlen an / Die Poln warn jhm gewachsen. Vorlor / davor so mennigen Man / Wer beßr er hets gelassen. 18 Aug. Solch Clendt trieb er immer hin / Biß Hertzog Carl thet kommen. Bey dem stelt er sein Kriegs volck ein / Die hauffen stießn zu sammen. Hertzog Friedrich war auch dabey / Luͤnbuͤrgischen Stams geboren. Andreas Linder Son obrster frey / Jn Schwedn war erkoren. Damit bracht Hertzog Carl ins feldt / Fuͤr Ryg auff hohem Sande. Bey Fuͤnffzehen Tausent wuͤrdn gezehlt / Aus Schwedn vnd Teuschem Lande. Fuͤnfftzig zwo Fenlein sach man hoch / Auß freiem muth her schweben. Reutr zwey vnd Zwantzig Fanen auch / Ließn sich sehen daneben. Damit fing er den Schertz nun an / Die Stadt man solt auffgeben. Abschlegig antwort bracht davon / War jhr duͤrch auß nicht eben. Derwegen sie belagert hat / Vier Schantzn davor geschlagen. Mit lauff Graben vorsehen that / Drust wolt ers mit jhr wagen. 12 Sep. 13 Sep. Schuß auch darvff noch selbign Tag / Zwo Schuͤsse aus Feltstuͤcken. Dazu zwo feuwr Bell warn zu schwach / Woltn biß an Wall nicht ruͤcken. Ein Erbar Rath vnd Buͤrger der Stadt / Dazu auch Kauff Gesellen. Ein jeder sein Quartier vortradt / Thetn sich zum anlauff stellen. Soldaten wahrten auch das jhr / Dahin sie warn bescheiden. Die Vnteutschen vff brandt vnd feuwr / Sich hin vnd wiedr vortheilten. Handwercks Geselln vnd Buͤrger Knecht / Dazu die stercken Jungen. Zu allen Sachen warn gerecht / Gingn alß zum Dantz in spruͤngen. Schiff vnd Boßleuth woltn auch mit rum / Das jhre thun zun Sachen. Legtn jhre Schiffe auff den Stroem / Ob sich das Spiel wolt machen. Die Garten wuͤrden abgebrandt / So viel man koͤnt in eile. Der feiendt hin vnd wieder ranth / Ließ jhn nicht lang die weile, Die Buͤchsen Meister stuͤnd zum sprung / Trummiter ließn sich hoͤren. Zum Dantze schickt sich Alt vnd Jung / Den Reyen wolt man fuͤhren. Zum Stuͤrm Peck krentz vnd balckn bereith / Stroͤy bend / Fuß Angel / Stuͤrm hasen. Stern / Kettn Stuͤrm / Sprengkugln lagn Des alls thet maͤ gnug haben. (nicht weit Dar auff man bald zu schießn beguͤndt / Vom Morgen biß zum Abend. Das Stadt vnd Wall im Fewre stundt / Mann konnts nicht besser haben. Aus allen oͤrtn man nicht feirt / Mit Haken vnd Mußketten. Wo man den feind in Kolgarten spuͤrt / Viel kuͤrtzweil mit jhm hetten. Mit Außfalln man sich auch nicht spart / Zu Roß vnd auch zu fusse. Der feindt geschlagn odr gefangen wart / Dem Kohlstruͤnck schmecktn zu suͤsse. Solchs wehret biß in vierten Tag / Hertzg Carll thet sich bedencken. Die Stadt da fuͤr sich liegen sach / Hinir jhm die Poln jhn krencken. Darumb konnt er sein Arckeley / Außn Schiffen nicht her bringen. Der feindt moͤcht jhn von dort vnd hie / Vff beiten seitn vmb ringer. Hielt darob Rath wolt zihen auff / Fuͤr erst die Polen schlaͤgen. Als dan in viele besserm kauff / Es mit den Rygschn wagen. Sein Volck vnwillig / wolt nicht forth / Drumb thet man jhn Wein schencken / Wie men den armen Suͤndern dort / Die man itzt will erhencken. Druff nach Kirchholm in finstrer Nacht / Den nehsten Wegk genommen. Gentzlich war er darauff bedacht / Kein Pole solt entkommen. Es tagt jhm froͤ das Feldt bestelt / Sein Schlachordnung thet machen / Zug damit her in weithem feldt / Hett acht auff alle Sachen. Graff Carl Chodkwitz der teure Heldt / So neben jhm her war zogen. Wol dreißig Meil in freiem Feldt / Mit vorteil nicht koͤnnen schlagen. 16 Sep. 16. Sep. 17 Sep. Dem kam er hie itzt recht zur handt / Weil der auch hett vernommen. Das Hertzog Fridrich aus Curland / Reitns durch die Duͤn thet kommen. Derwegn in eil sein Sach bestelt / Fuͤrm feindt gantz vnerschrocken. Mit freiem muth ruͤckt er ins feldt / Nicht lang duͤrfft man jhn locken. Die Herrn so er auch bey sich heit / Adlich vnd hoch geboren. Alls was da war sein bestes thet / Nebnst Teutschen auß erkoren. Hertzog Fridrich der auch nun war / Mit seinen Reutten ankommen. Lustig zum handel / stellt sich dar / Legt ein preiß Ehr vnd frommen / Da hoͤrt man Feldtstuͤck vberall / Pfeiffen vnd Trummen daneben. Herr Paucken vnd Trummiten Schall / Die Losung thet man geben. Drauff setzet ein zum andern ein / Die Buͤchsen hoͤrt man klingen. Mit Zaͤbln vnd Schwertern schlagn darein / Da war kein schertz zum Singen. 17. Sep. Es werth nicht lang Schwedsch ordnung Die Reuter aus gerissen. (gtrent Solchs macht jhn balt den handl verblent / Die Knecht im Stiche ließen. Hertzog Carl selbst war immer dran / Die Reuter thet ermannen. Es halff abr nicht sie rittn davon / Wo jeder konnt hinkommen. Da ging es an ein Zaͤblen an / Die Polen thet durch tringen. Da sach man mannign kuͤhnen Man / Sein leben zum ende bringen. Andreas Linderson / Hertzog Fridrich / Von Luͤnburgk hoch geboren. Mit freier that auch Ritterlich / Jhr leben habn verloren. Ach Gott wie manger junger Held / Hat da sein end genommen. Jhrr Achte Tausendt wuͤrdn gezelt / Neun hundert drey vmb kommen. Ohn was von fern im Feldt vnd Strauch / Gestorben von Wund vnd schmertzen. Der Duͤn Strom wegk genommen auch / Dem Koͤnig gehts selbst zu hertzen. Wie mennigr Ehrlicher Mutter Kindt / Da vff dem Platz ist blieben. Zu Haus nicht wieder kommen seindt / Schweden mag es woll an schreiben. Jch fuͤrcht dazu vffs nebste Jahr / Chotkwitz nicht mehr werd schertzen. Sondern komn ins Feldt mit groͤssrer schar / Man nems nur frey zu hertzen. Eilff Feltstuͤck Reuter Fahnen drey / Seindt auch dem feindt genommen. Dazu Fuͤnfftzg Knechte Fendel vnd zwey / Rechn wie viel seind entkommen. Hertzog Carl kam zu Schiff davon / Etzlich Hoffleuth darneben. Die ließn Pferdt vnd alles stahn / Solches kam den Rigschen eben. Joachim Fridrich Graff von Mansfelt / Sein ausriß hat genommen. Mit denn so sich zu jhm geselt / Nach Reefl sol sein hinkommen. Die Gfangnen so nicht warn verruͤckt / Thet der Feldt Herr loß geben. Die Heupter nach dem Koͤnig schickt / Etzlich bey jhm ließ bleiben. Also hat diese Schlacht ein end / Belagrung auch daneben. Gott woll vns auß der feinde haͤnd / Retten vnnd Friede geben. Darumb jhr Kriegeleuth gdenckt daran / Wen jhr euch laßt bestellen. Das Gott zu boͤser Sache kan / Euch gleiches vrtheil fellen. Den Gott allein hat diß gethan / Die Polen selbst thun sagen. Mit noch nicht full drey Tausent Man / Den grossen hauffen geschlagen. Daruͤmb wollen wir mit freuden Schall / Gott Vater vnd Sohn danneben. Auch Heiligm Geist Lob vberall / Danck Preyß vnd vnd Ehre geben. Lob Preiß danck Ehr vnd herligkeit / Sagn wir Herr deinem Namen. Von nun an biß in Ewigkeit. Loͤß vns vom Vbel Amen. Show less

Verhindertes Attentat in Braunschweig, 16. März 1605; Magd und Knecht ermorden ihre Dienstfamilie, 23. Januar 1605
Zwo warhafftige newe Zeitung / Die Erste / Welche sich be⸗ geben vnd zugetragen hat in der Stadt Braunschweig den 16. Martij / Anno 1605. Mit der Buͤrger⸗ schafft / vnd etliche Raths Personen / Auch mit den Hauptleuten / wie dieselbigen haben wollen die Stadt verrathen / vnd die Kirche zu... Show more Zwo warhafftige newe Zeitung / Die Erste / Welche sich be⸗ geben vnd zugetragen hat in der Stadt Braunschweig den 16. Martij / Anno 1605. Mit der Buͤrger⸗ schafft / vnd etliche Raths Personen / Auch mit den Hauptleuten / wie dieselbigen haben wollen die Stadt verrathen / vnd die Kirche zu den Bruͤ⸗ dern / mit Pulver zusprengen / wenn das Volck in der Kirchen drinnen gewesen wer / auch hetten sollen mit verbrennen / Aber wie es durch schi⸗ ckung Gottes ist durch jhren eygnen Boten ge⸗ offenbaret worden / vnd diesem Vngluͤck ist zuvor kommen / wie jhr es inn diesem Gesange hoͤren werdet. Vnd gehet auff den Thon / wie man die Tageweiß singet. Die ander newe Zeitung / Von einer Magd vnnd Knechte / welche vier Jahr bey jhrem Herrn gedienet ha⸗ ben / vnd wie sie den Herrn sampt der Frawen / vñ drey Kinder jaͤmmerlich ermordet haben / welchs geschehen ist im Braunschweigischen Lande / inn einer Stadt Hilsen genand / den 23. Januar dieses 1605. Jahrs. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn. Das Dritte / Von grund des Hertzen mein / hab ich mir auserkohren. Gedruckt zu Magdeburg / bey Wilhelm Roß / im Jahr / 1605. MErckt auff was ich wil singen / Jhr lieben Christen Leuth / Von sehr schrecklichen Dingen / so geschehen in kurtzer Zeit / wie es newlich ergangen ist / Zu Braunschweig inn der Stadte / Merckt auff die boͤse List. Von etlichen hohen Personen / wie sie es gefangen an / Die hatten sich versprochen / wolten beysammen stahn / der Stadt trew⸗ lich zustehen fuͤr / Viel anders ists ergangen / vergassen Trew vnd Ehr. Jhrn Rath sie hatten beschlossen / Mit Fewer zu legen an / Die Stadt wol vnver⸗ drossen / an acht Orten voran / die Kirchen zu den Bruͤdern in gemein / Die wolten sie anzuͤnden / Wann die Leut darinnen seyn. Gott solches thet verhuͤten / es ist aus kommen bald / Durch jhren eygnen Boten / Der lieff mit gantzer Gewalt / Fuͤr Johan Brabanders Thuͤr / er sprach inn trunckner weiß / heist mir den Herrn herfuͤr. Aber er ließ sich verleugnen / wol durch sein Haußgesind / Der Bott voll vom sauf⸗ fen / Kam zu Buͤrgermeister Spitzer ge⸗ schwind / sprach: Jch wil jetzt Gelt haben mehr / er wolt jhm keines geben / Der Bothe fluchet sehr. Vnd schalt mit gantzer Gewalte / du Gottloser Mann / Sampt andern deinen Gesellen / Wiltu verrathen thun / die gantze Stadt inn gemein / Vnd ließ darbey nicht / bleiben / aus der Erden grub er Stein. Damit warff er mit grimmen / wol zu den Fenstern nein / man that sich nicht lang besinnen / Sondern jhn legen in verwahren / biß auff den andern Tag / darnach man jhn thet fragen / was er zu Abend gesagt. Er wolt davon nichts wissen / Was er geredt im trunck / Es thet die Herren ver⸗ driessen / wir haben gehoͤrt genung / Wiltu nicht in gute sagen frey / So wollen wir bald lassen fuͤhren / den Scharffrichter herbey. Da bekandt er zur stundt / auff etliche Rathsperson / Johan Brabander war dar⸗ unter / auch die Hauptleut schon / Buͤrger⸗ meister Spitzer kam darzu / Christoffel Schneider vnd Haberlander / must man ho⸗ len thun. Einer hieß Auther Teuffel / Erhardt Schneider darzu / Sie hetten moͤgen ver⸗ zweiffeln / Hans Nuͤrnberger het kein ruh / Caspar Schreiner war darbey / Der Bot von aller erste / ward gerichtet frey. Zweene Finger sie jhm abschlugen / den Kopff jhm hieben ab / Darzu Johann Bra⸗ bander in summen / ein Vornemer im Rath / der sprang vom Wahl vnd brach ein Bein / man ward sein gar bald jnnen / fuͤhrt jhn ge⸗ fangen hinein. Zweene Finger sie jhm abschmissen / vier Zwicke gegeben han / Das Hertz aus seinem Leibe gerissen / Vmbs Maul dreymal ge⸗ schlan / Darnach man jhn geviertheilt hat / Buͤrgemeister Spitzer darneben / must auch mit an der statt. Johan Haberlande / des Buͤrgemeisters Freundt / Seine Fraw wolt geben zuhande / funfftzehen tausendt Thaler bahr Gelt / Fuͤr sein Leben zu der frist / Es hat nichts wollen helffen / der Kopff jhm abgeschlagen ist. Christoffel Schneider must sterben / Auther Teuffel darbey / Bartholomeus Schneider verderben / Johan Lamb vnd Heinrich Dorn frey / Leonhardt Spange sey erschossen zuhandt / Jnn seinem eygnen Hause / am alten Marck genandt. Den theten sie begraben / nach Christ⸗ licher art / aber am achten Tage / man her⸗ aus genommen hat / Vnd jhn geleget auff das Radt / Sie koͤndtens nicht vnterlassen / Von wegen seiner boͤsen That. Etliche Handwercks Leute / wie sie es vernommen han / theten nicht lange beuten / eylten geschwind darvon / auch andere Her⸗ ren zu der frist / Theten nicht lange warten / wie es auskommen ist. Darumb jhr lieben Christen / nehmet ewer sachen war / huͤt euch fuͤr boͤsen Listen / denn alles wird offenbar / rufft an den HEr⸗ ren allzeit / daß er vns wolle bewahren / Fuͤr solchem Hertzenleidt / Amen. Die ander Zeitung. KLaͤglich so wil ich heben an / Hoͤrt zu jhr Frawen vnd auch jhr Mann / Ein Lied mit grossem Schmertzen / Von einer erschrecklichen That / Ach nempt es doch zu Hertzen. Jn diesem 1605. Jar / den 23. Januarij sage ich fuͤrwar / zu Hilsam in der Stadte / da saß ein Mann Jacob Heintze genandt / dem Gott gegeben hatte. Reichlich Hauß / Hoff / Vieh vnd Ge⸗ sind / ein Weib vnd auch drey schoͤne Kind / vnd auch ein Knecht im Hause / Den hat er in das vierdte Jahr / der lebt allzeit im sause. Darnach an einem Abend spat / Der Knecht im Hause sich verborgen hat / Der Teuffel hat jhn besessen / Er hatte mit der Magd ein falschen Rath erdacht / sie theten sich beyde zusammen vermessen. Sie wolten mit einander ziehen darvon / aber seinen Herren solt er vmbbringen thun / sie wolt jhm auch darzu helffen / Der Herr schlieff vnd wuste nichts darumb / Denn es war Nacht vnd finster. Der Knecht eroͤffnet die Kammerthuͤr / ein Handbeyl hat die Magd das glaubt mir / der Herr schlieff ohn alle sorgen / das Hand⸗ beyl nam er in seine Hand / vnd schluge den Herrn zu todt. Der Teuffel ließ jhm noch keine ruh / Sie lieffen gar bald der Kammer zu / darin⸗ nen die Fraw auch lage / mit sampt dem klei⸗ nen sechs Wochen Kind / habn sie auch mit dem Beyl erschlagen. Die elste Tochter hoͤrt den strauß / ge⸗ dacht was ist jetzt in vnserm Haus / vnd ma⸗ chet sich auff geschwinde / lieff eylends nach der Kuͤchen zu / ein Liecht wol sie anzuͤnden. Als sie sperrt an der Kuͤchenthuͤr / lieff der Boͤßwicht aus der Kammer herfuͤr / vnd schlug sie zu der Erden / Die Magd stach jhr die Gurgel ab / da thet gros Jam̄er werden. Der Boͤsewicht mit sampt der Magd / die juͤngste Tochter erschlagen haben / Sag ich jetzund gar eben / Daß sie also inn einer Nacht / die fuͤnff habn bracht vmbs Leben. Darnach auffn Morgen namen sie zu⸗ hand / Gelt vnd Silber / Golt alles behend / vnd wolten darmit von dannen / Da sie nur kamen ein Meilweges weg / da wurden sie balde gefangen. Sie sassen aber nicht lenger als drey Tag / Da haden sie bekandt sag ich fuͤrwar / was sie da haben begangen / an jhrem Herrn vnd Frawen zwar / jetzund hewer inn diesem Jahr / das Vrtheil haben sie empfangen. Die Magd thet man lebenbig begraben / welches viel Leut gesehen habn / jhn thet man lebendig spiessen / auch hat man sie mit gluͤen⸗ den Zangn / 14. mal an jhrem Leibe zurissen. Drumb lieben Christen in gemein / thut ewre Kinderlein straffen fein / inn GOttes Furcht gar schoͤne / daß jhr an jhnen Frewd erlebt / durch Jesum Christum / Amen. Ein schoͤn Lied. VOn grund des Hertzen mein / Hab ich mir außerkohren / Jhesum den HErren mein / Zu loben jhn / mit heller stim / Bin ich allzeit bereyt / Denn Er mein Hertz erfrewd / Bey jhm ist Trost zu finden / Jmmer vnnd alle zeit. Richt du O HErr mein Sach / bey dir bin ich erhoͤret / mit mir zum End es mach / Du weist wol wañs geschehen soll / dir ist die Stund bekand / es stehet alles in deiner Hand / Du wirst mich nicht verlassen / sey wo ich woll im Land. Solchs troͤst ich mich im Leid / wenn ich an Gott gedencke / so wird mein Hertz erfrewd / Auff Gluͤck ich baw / vnd Gott vertraw / Der kan wol helffen mir / zu Jhm steht mein begier / Wer bey jhm thut anklopffen / den verlest er nimmermehr Viel Vngunst / Hohn vnnd Spot / Mus ich jetzunder leiden / doch hab ich dich mein Gott / Du wirst mein Leid / wenden inn Frewd / Du weist die Zeit vnnd Stundt / Darumb lobt dich mein Mund / Du bist der rechte Helfferr / vnnd auch der beste Grund. Jch laß von Gott nicht ab / So lange ich hab das Leben / Biß man mich tregt ins Grab / da ruhe ich fein / sampt alle den mein / keins mich auffwecken mag / denn GOtt am Juͤngsten tag / Zu der ewigen Frewden / Denn nimpt ein End mein Klag. Allein Gott Ehr vnd Preyß / Dem Vater aller Gnaden / schenckt vns das Paradeiß / nach dieser Zeit / die ewige Frewd / Das helff vns allen zugleich / Gott Vater im Himmelreich / daß wir dich allezeit loben / hie vnd dort Ewiglich. Show less

Osterabend in Schwartza, 1605; Trostlied des Verurteilten Elias Neuman, Stettin, 23. April 1605
Warhafftige / Erbaͤrmbliche vnd auch Erschroͤckliche Newe Zeitung / So sich dis 1605. Jahr / am Osterabend bey der Wilde in Litta⸗ wen / in eim Flecken Schwartza genant / mit einer armen Witfrawen / sampt jhren dreyen klei⸗ nen Kindern vnd einem Becken / einem argen Geitzhals / begeben vnd... Show more Warhafftige / Erbaͤrmbliche vnd auch Erschroͤckliche Newe Zeitung / So sich dis 1605. Jahr / am Osterabend bey der Wilde in Litta⸗ wen / in eim Flecken Schwartza genant / mit einer armen Witfrawen / sampt jhren dreyen klei⸗ nen Kindern vnd einem Becken / einem argen Geitzhals / begeben vnd zugetragen / wie hernach gesangsweiß folget. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn. Jtem. Ein Schoͤn trostlied / So ELIAS NEVMAN / in seinem letzten Stuͤnd⸗ lein gesungen / welcher den 23. Aprilis durchs Schwerdt In ALTEN STETTIN / ist gerichtet worden / doch im Ge⸗ fencknus vnd in seiner letzten hinfahrt erdichtet. Gedruckt zu Dantzig / bey Martin Rohdeit. Anno 1605. ACH Gott in deinem hoͤchsten Thron / laß dich die noth erbarmen thun / so sich vor wenig Tagen / bey der Wilde bekant / in einem Flecken Schwartza ge⸗ nandt mit einem Becker zugetragen. Dieser Beck wie ich singen thu / het sich mit Brodt geruͤstet zu / beladen seinen Wa⸗ gen / am Osterabendt wie ich meldt / fuhr gen Marckt zu loͤsen Geldt / nach der Wilde ich sagen. Zuvor eh er hinfahren teht / ein arme Nachbaͤwrin er hert / welche ein Witwe wa⸗ re / dieselbig hett drey Kinder klein / mit jhn kam sie in angst vnd pein / wie ich wil mel⸗ den klare. Mir den Kindern litt sie groß noth / het drey gantzr Tag kein bissen Brodt / die Kinder weinten sehre / das arm Weib mit betruͤbten Sinn / gieng zu jhrem nachbau⸗ ren hin / hat jhn durch Gottes Ehre. Solt sich erbarmen jrer not / vnd jhr bor⸗ gen einen Leub Brodt / jhr Kinder klein be⸗ dencken / sie wolt etwas verkauffen thon / vnd jhn ehrlich bezahlen schon / er doͤrfft jhr solchs nicht schencken. Jhr nachbaur bald gantz vngestuͤmm / antwort jhr da mit zorn vnd grimm / was hab ich mit dir zu schaffen / dazu mit deinen Kindern klein / was bkuͤmmert mich dein Hungerspein / darzu dein Rotzaffen. Das arme Weib betruͤbt / elend / sich wie⸗ der von dem Geitzhals wendt / gieng heim zu hauß mit schmertzen / weinet klagt heff⸗ tig vnd sehr / jhr Hand die wandt sie hin und her / die noth gieng jhr zu Hertzen. Als sie sich nicht lang geklaget het / gieng sie so ohngessen zu Bett / das war die vierdte Nachte / die Kinder weinten von Hunger sehr / das bekuͤmmert die Mutter noch viel mehr / O Mensch das wol be⸗ trachte. Der boͤse Feind listig vnd arg / in der gestalt zuschuͤret starck / daß sie kam gar von Sinnen / sich selbst vnnd jre Kinder klein / Dardurch hat bracht in Todes pein / er⸗ trenckt in einem Brunnen. Sie sprach zu jren Kindern klein / wir woͤlln in vnsern Garten gehn / da woͤllen wir Brodt finden / vnd gieng mit klagen aus dem Hauß / alßbald in jhren Garten naus / mit den drey kleinen Kindern. Das eltest sie vor jhr hersand / das ander hatt sie bey der Hand / das kleinst hatt sie auff den armen / wenn en Mensch hett ein steinern herz / vnnd gesehen den grossen schmerz / hett sich muͤssen ebarmen. Ein tieffer Brunn stund hinderm Hauß / darzu gieng sie bald ohne grauß / das eltest thet sie nein stuͤrtzen / durch deß listigen Teuffels rath / sie das Kind nein geworffen hat / thet jms leben verkuͤrtzen. Das andr fing sehr zu weinen an / vnnd sprach herzliebste Mutter schon / ich bit laß mich doch leben / mich hungert nicht / ich will kein Brodt / errett mich vor dem grimmen Todt / darffst mir nichts mehr zes⸗ sen geben. Ach Gott es halff kein bitten dar / die Mutter war verzweiffelt gar / nams auch gar vnbesunnen / kein Mensch war da der retten kundt / das arme Kindt zur selben stund / warffs auch in tieffen Brunnen. Als sie zwey Kindt ertrencket het / jaͤmer⸗ lich an derselben stet / fing sie sehr an zu kla⸗ gen / ach du vntrewe boͤse Welt / ach du ver⸗ fluchts Gut vnd Gelt / das thust du alles machen. Ach du schendlicher Geitz ohn maß / vr⸗ laub jtzunder Laub vnd Graß / vrlaub du schnoͤde Welt / drey schrey thet sie O hoͤch⸗ ster Gott / rechen mein vnd meiner Kinder Todt / solchs der Geitzhals entgelte. Damit stuͤrtzt sie sich auch geschwind / mit dem dritten vnd kleinsten Kind / auch in deß Brunnens grunde / Also durch grosse hungers noth / blieben diese vier Menschen Todt / jaͤmmerlich zu der stunde. Bey diesem Garten ein Scheuren stund. hart an dem Brunnen thu ich kunt / ein ar⸗ mer Mañ drin lage / der war gantz lahm vnd auch contract / derselb den Leuten alles sagt / morgens als es war tage. Jetzund muß ich euch zeigen an / wie es dem Geitzhals thet ergan / wie jhn strafft GOtt der HErre / als er von seinem Wa⸗ gen schon / das Tuch oder Deck hinweg thet thon / wolt das Brot verkauffen ere. Das Brot war worden lauter Stein / sein Roß thet er bald spannen ein / thet wi⸗ der heimwarts fahren / als er ein Ackerleng fuͤrbas kam / in der Lufft etlich Fewer flamm / thet man sehen vnd spuͤren. Das waren die Teuffel aus der Hell / die theten auff jhn fahren schnell / namen jhn vom Roß mit gewalde / fuͤhrtẽ jn in die Lufft darvon / vnd riessen jhn zu stucken schon / wurffn jhn auff die Erden balde. Also empfing er seinen Lohn / GOtt wolt nicht mehr vngerochen lan / den Jammer vnd den Schmertzen / an dem betruͤbten Weib vnd Kind / ich bitt schlagt solches nicht in Wind / Gott lest nicht mit jhm schertzen. Das ander. EY liebes Hertz sey frisch vnd vn⸗ verzaget / traw GOttes wort / merck auff was er dir saget / es fellt fuͤrwar / Von deinem Heupt kein haar / Es sey denn Gottes wille stets aldar. 2. LAs dich mein Seel nur gentzlich vngekrencket / traw Gott der dir hat seinen Sohn geschencket / vnd dich so offt aus Noht errettet hat / Allein aus Vaͤterlicher Lieb vnnd Gnad. 3. IN Noͤhten hab ich Gottes huͤlff er⸗ funden / Er hilfft gewiss zu rechter zeit vnd Stunden / drum wil ich jhn allzeit vertrawen vest / Jch weis das er die seinen nicht verlest. 4. AN GOttes huͤlffe wil ich nicht verzagen / sondern die zuversicht zum Herren tragen / Nach die ⸗ sem er vns hat zugsagt allzeit / Mein eigen Thun ist ewer Him⸗ melreich. 5. SEin Gnad vnd Huͤlffe thut er den erzeigen / welche nur in Vngluͤcke zu jhm schreyen / sein trost vnd er⸗ rettunge allezeit / im Creutz vnd Vn⸗ gluͤck gnedig jhn verleiht. 6. NJcht thu gedencken GOtt hab dein vergessen / vnnd dein be⸗ gangne Suͤnd dir zugemessen / denn Er dasselb durch Christum dir geschenckt / in welchm die Handschrifft hoch ans Creutz gehenckt. 7. ERgib dein Noht vnd sachen Gott dem Herren / denn er kan deiner Feinde hochmut wehren / vnd stuͦr⸗ tzen sie in jhr eigne Gruben / die sie mit Hinterlist gemacht haben. 8. VErfolgt mich jhr Tyrannen wie jhr wollet / von Gott jhr mich nicht abescheiden sollet / Ob jhr mir jtzt mein Leben nemen thut / wird doch mein Seel fuͤrm Teuf⸗ fel wol behuͤt. 9. MAN hat mich offte gar wollen verderben / dieweil ich habe muͤssen dahin sterben / ich weis aber die liebe Seele mein / Wird ewig bey Gott in dem Himmel sein / Amen. Show less

An den Leser; Chronik von Braunschweig
Summarischer Bericht von der Stadt Braunschweigk. Darinnen zuersehen. Wie grosse Gnade den alten Bürgern daselbst / wegen jhres wol⸗ haltens / vnd wie grosse Straffe den newen Buͤrgern / wegen jhres Vbelhaltens / von jhrem Fundatorn vnd Erbherrn / dem Hertzogen zu Braunschweig / wi⸗ ... Show more Summarischer Bericht von der Stadt Braunschweigk. Darinnen zuersehen. Wie grosse Gnade den alten Bürgern daselbst / wegen jhres wol⸗ haltens / vnd wie grosse Straffe den newen Buͤrgern / wegen jhres Vbelhaltens / von jhrem Fundatorn vnd Erbherrn / dem Hertzogen zu Braunschweig / wi⸗ derfahren / Von erbawung der Stadt biß auff Pfingsten / Anno: 1606. Aus beschriebenen Historien vnd der Land⸗ kuͤndigen Erfahrung / in ein Lied gebracht. Durch Bernhardum Fusorium. Auff die Melodey. Venus du vnd dein Kind / etc. Gedruckt / Jm M. DC. VI. Jahr An den Leser. BVnstiger lieber Leser gut / Weil man jetzt vmher tragen thut / Ein Lied / so in der Stad Braunschweig Gemacht / doch nicht der Warheit gleich / Dem löblichen Fuͤrsten zu Schimpff / Vnd darzu manchem zu Vnglimpff / Vnd doch jhn selbst zu schand vnd schmach. Weil sie damit geben an Tag / Jhr Rachgierig Rebellisch Hertzn / Die viel gebracht in Noth vnd Schmertzen / Vnd solch gericht gar wol gespickt / Mit offnen Luͤgn / vnd drein geflickt. Grewliche Hendel vngedacht / Vnd die auch niemals sind vollbracht / Viel weniger in Sinn gekommn / Noch das sie wehren vorgenommn. Als das der Fürst solt vnuerhohln / Sein Vnterthanen hahn befohln. Der Kinder zuuerschonen nicht / Die niemals kommn ans Tages' Liecht / Vnd was der grewlichn Luͤgen mehr / So beruͤhren Gut / Glimpff vnd Ehr: Als hat / dasselb zu hintertreiben / Vnd das Werck gruͤndlich zubeschreiben / Ein guter Man diß Lied gemacht / Die Warheit drin ans Liecht gebracht. Jedoch ohn all Affection, Oder jemand zu Spott vnd Hohn / Besondern das dir Leser mild / Darin wuͤrd klaͤrlich fuͤrgebild / Was fruͤchten bringe rebellirn, Nemblich / Gut / Leib vnd Ehr verliern. Gnad. Summarischer Bericht von der Stad Braunschweigk. Auff die Melodey. Venus du vnd dein Kind / etc. 1. BRaunschweig du vnd dein Kind / Sind nun mehr worden blind / Weil jhr nicht lenger schawet Wer euch anfangs gebawet. Vnd thut boͤßlich vergessen / Vnter wem jhr gesessen. 2. Dazue auch wer da hat / Begabet diese Stad / Mit Freyheit vnd Einkommen / Von wem jhr zugenommen. Drumb muß man dauon singen / Vnd ewren Ruhm fuͤrbringen. 3. Bruno vom hohen Stamm / Der Sachsen / lobesamm / Bawt dich / vnd nent dich Braunschweig / Zusein sein Sitz / Hauß oder Weich. Das sicher dahin weichen Solten / beyd Arm vnd Reichen. 4. Danguard sein Bruder gut / Hat auch eins Helden Muth / Anno Christi. 861. Otto. Henricus Leo. Danck. Echertus Gertrud. Frideric. Barba⸗ rossa. Ein Burgk thet er dran bawen / War herrlich anzuschawen. Sein Mutter die hieß ODA / Die Burgk Danquerderoda. 5. Heinrich der Finckler hat / Bemaweret diese Stad / Auch viel ein Kunfft gegeben / Den Stad Junkern zuheben. Vor andern herzugehen / Wenn man fuͤrm Feind solt stehen. 6. Otto gemehret hat / Den Sack vnd alte Stad / Der Lew den Hagen bawet / Wie mans noch jtzo schawet. Verwart die Stad mit Mawren / Vnd macht Buͤrger aus Bauren. 7. Anfenglich diese Stad / Jn grossen Ehren hat / Gehalten Gott den HERREN / Thet auch jhr Fuͤrsten ehren. Drumb sie mit vielen Gaben / Die auch gezieret haben. 8. Dann in dem elfften Jahr / Als Herr Eckbrecht todt war / Jst seine Schwester worden Regentin / dann der Orden. Der Buͤrger thet von dannen / Des Keisers Volck verdammen. 9. Da Keiser Friederich Dem Lewen zu Braunschweig / Anno Christi. 836. 910. 1172. 1090. 1195. Frideric. Magn. Sohn. Gnad. Danck. Ottonis des Boͤ⸗ sen. Aus seinem Land vertrieben / Jst Braunschweig sein geblieben Die auch ohn alles schewen / Erwarttet sein mit trewen. 10. Da auch Otto das Kind Vmbs Land kommen geschwind / Thet Braunschweig sich drin sperren / Beystund jhren Erbherren. Wie vns die Schrifft thut weisen / Vnd seind drumb auch zu preisen. 11. Acht Buͤrgermeister hat / Entheuptet diese Stad / Solch Blut bracht sie in Schaden / Niemand wußt jhr zu rathen. Friederich der Hertzog eben / Thet sie davon entheben. 12. Die Stad jhm dankbar ward / Dann da zurselben farth / Die Braunschweigische Landen / Warn in eines Vormunds handen. Halff Braunschweig jhn vertreiben / Friederich must Hertzog bleiben. 13. Das Luͤneburger Land / War vom Land abgewand / Hertzog Friederich von Jahren / Gar jung / thet kein fleiß sparen. Sein Stad jhm beygesprungen / Welch jhm auch hat gelungen. 14. Die Buͤrger aus Braunschweig / Die Nacht durchn Papendeich / Anno Christi. 1227. 1381. 1384 1388. Winsen auff der Aller. Wens⸗ laum H. zu Sachs. Auff achtzehn hundert Wagen / Kamen frey angezogen. Fuͤr Winsen sie da schlugen / Den Feind / Lob dauon trugen. 15. Darnach Luͤneburg die Stad / Sich auch ergeben hat / Vnd fern so beyde Lande / Blieben in seinen Handen. Durch Huͤlff der Vnterthanen / Das jhn bracht grossen Frommen. 16. Friederich erwehlet ward / Auch zu derselben farth / Zum Keyser / welchs nicht eben / Chur Muͤntz / drumb er sein Leben. Bey Fuͤrßler muste lassen / Auff Keyser freyen Strassen. 17. Bernhard sein Bruder bald / Vnd Heinrich / denn Gewalt Zu Rechem musten borgen / Jn solchen schweren Sorgen. Dreyzehn tausend Goldguͤlden / Warn das so grosse Schulden. 18. Drauff ward der Stad Braunschweig / Verpfend die alte Weich / Der Sack / die Muͤntz daneben / Aßburgk / auch euch hingeben. Ein Kauffman draus wil machen / Des moͤcht ein Narre wol lachen. 19. Als sie nun hat groß Gut / Wechst jhr auch Hertz vnd Muth / Anno Christi. 1390. 1400. 1401. Alberti des feisten. Suͤnd. Straff. Wilhel: Victorio⸗ Sus. Suͤnd. Heinrich Lappen⸗ kriech. Straff. Suͤnd. Stoltziert mit jhren Gaben / Die sie vom Vngluͤck haben. Gedenckn nicht was dahinden / Von wegen jhrer Suͤnden. 20. Jn der Stad man Leut fand / Die aus Herrn Albrechts Hand / Stad vnd Land wolten bringen / Solchs koͤnt jhn nicht gelingen. Zehn ließ er von jhn hencken / Den eilfften das Schwerd schencken. 21. Da Hertzog Wilhelm war / Abgereiset von dar / Vorjagt Braunschweig sein Kinde / Vnd nam zum Herrn geschwinde / Heinrich seinem halb Bruder / Der lag mit jhn im luder. 22. Als Heinrich nach der frist / Ohn Soͤhn gestorben ist / Kam die Stad / samt den Landen / Widrumb zu Wilhelms Handen. Da must Braunschweig sich schemen / Denselben / wider nehmen. 23. Heinrich den Eltern hat / Verachtet diese Stad / Er fragt wer jhm hett geben / Viel tausend Scheffel zu heben. An Korn in seinen Landen / Warumbs jhm kehm zu handen. 24. Denn Fredecke von Dann / Welches ist ein Weiber Nam / Anno Christi. 1296. 1431. 1473. 1495. Straff. Suͤnd. Hat Guͤter außgebeten / Die auff jhr Erben getretten. Thet wider Lehnrecht streitten / So jhm mit nicht zu leiden. 25. Da Braunschweig antwort nicht / Mit Krieg er sie anficht / Sie weren in Hunger ersticket / Wo sie nicht bald erquicket. Aus Hildesheim mit Speise / Auff gantz fehrlicher Reise. 26. Der Krieg vertragen ist / Letzlich zurselben frist / Braunschweig muste sich lencken / Vnd jhrem Herren schencken. Kniend viel tausend Guͤlden / Vnd abbitten jhr Schulden. 27. Heinrich der Juͤnger war / Von vielen bekrieget dar / Braunschweig stund bey den Feinden / Vergassen Herren vnd Freunde. Die Vhest sie eingenommen / All Brieff sie da bekommen. 28. Das Land gedrungen ward / Auch zu derselben farth / Von jhrem Herrn zukehren / Vnd den Feinden zu schweren. Braunschweig war auch vermessen / Thet pflicht vnd Eyd vergessen. 29. Fuͤnff Jahr der Hertzog war / Vom Land vertrieben gar / Anno Christi. 1542. Straff. 8000. Thalern. Suͤnd. Straff. Braunschweig wolt jhn nicht kennen / Theten sich Mit Herrn nennen. Da sie auffs hoͤchste steiget / Hat sich das Gluͤck geneiget. 30. Dann nach dem schweren Kriegk / Hat der Fuͤrst zu Braunschwiegk / Sampt sein Soͤhnen gesehen / Was den Feinden geschehen. Wie sie fuͤrs Keysers Fuͤssen / Jhr Suͤnd da musten buͤssen. 31. Auch nicht lang nach der Zeit / Kam er zu Land vnd Leut / Der Schimpff thet jhn verdriessen / Braunschweig thet er beschiessen. Jhr Vntrew recht zu straffen / Das End mit jhn zu schaffen. 32. Der Hertzog hat dem Stand / Vier mal mit starcker Hand / Jm Feld / Schlachten erhalten / Braunschweig must der gestalten / Kniend mit Geld abbitten / Was er von jhn gelitten. 33. Julius nach jhm war / Zum Friede geneiget gar / Welchs doch Braunschweig nicht achtet / Sondern nach Kriegen trachtet. Wolten sein Mit Herren des Landes / Mit dem Herrn eines Standes. 34. Die Mummen nur allein / Machet jhn grosse Pein / Anno Christi. 1537. 1550. 1552. 1553. 1555. 1568. 1586. Viel Suͤnde. Doppelt Zins mus man geben / Dagegen sie gar eben. Drey hundert Faß da botten / Warn das nicht lame zothen. 35. Auch Heinrich Julius / Schawet an mit verdruß / Das die Stad aussen blieben / Als er sie hat verschrieben. Sein Herren Vater zu begraben / Sein Sohn zur Tauff zu tragen. 36. Zum dritten / dass die Stad / Vom Herrn den Zollen hat / Vnd viel von Bley noch haben / Zolln / den sol der Herr geben. Da sie doch von dem Herren / Zollfrey gelassen weren. 37. Zum vierdten / das die Stad / Ohn Recht vnd fuge hat / Durch Buͤrger vnd Soltheten / Des Herren / Vntersassen. Beraubt / verbrand / gepluͤndert / Gefangen / gehoͤnet / gehindert. 38. Zum fuͤnfften / das der Rath / Der Stadt Hauptleute hat / Abschewlich hingerichtet / Vnd jhnen angerichtet. Sie wollen dem Landes Herren / Die Stadt ohn Krieg geweren. 39. Das auch viel Buͤrger schon / Mit grossem Spott vnd Hohn / Anno Christi. 1589. 1591. 1600. 1602. 1603. Auff zehen Meil verbannet / Vnd vnschuldig verdammet. Das jhr muͤssen verlassen / Deß sie sich nun anmassen. 40. Nur alles zu dem End / Ein guͤlden Regiment / Zu stifften vnd anrichten / Das keiner jhn mit nichten. Solt duͤrffen widerstehen / Als nach jhrem Willen gehen. 41. Doͤring / Kluntz vnd Roͤrand / Thun treiben diesen Land / Krigkaw / Alfelt vnd andere / Die im Regiment wanderen. Vnd hie nicht all zu nennen / Man thut sie doch wol kennen. 42. Diß diffamation / Thet dem Fuͤrsten groß hohn / Er sich zum confrontiren / Thet gnedig offeriren. Sein Vnschuld darzu geben / War doch jhn keins eben. 43. Sondern aus falschem Muth / Hat man vnschuͤldig Blut / Vergossen vngeachtet / Wie hoch die Sach betrachtet. Ein jeder zu defendiren / Sich da thet præsentiren. Anno Christi. Straffe. Virgilius 44. Als aber alls verachtt / Von jhn / vnd nicht bedacht / Der Fuͤrst schrieb von sich eben / Wolt sein Blut dahin geben. Solchn schimpff an jhn zu rechen / Solt auch sein Hertz zu brechen. 45. Solchs vnd viel anders mehr / Hat dieser Landes Herr / An seiner Stad geschawet / Welche keinen Frieden bawet. Mit hoch Fuͤrstlichem Hertzen / Kont ers ein zeit vorschmertzen. 46. Entlich der Hertzog hat / Die vielgedachte Stad / Durch mittel wollen dringen / Ein besser Lied zu singen. Die Zinß wurd arrestiret, Die Strassen auch versperret. 47. Da man zehlt tausend Jahr / Sechs hundert vnd fuͤnff war / Bewehret in sein Landen / Der Herr des Volckes Handen. Ließ es die Wehr probieren / Vnd sich drin exerciren. 48. Vnd nicht vnbillich das / Der Roͤmer weiß es was / Das man thet selegiren. Das Volck vnd exerciren, Das Land so zu vorwaren / Vor aller Feinde Schaaren. Anno Christi. 1605. Sicher⸗ heit. 49. Zur Prob ward angestellt / Fuͤr Lawenburgk im Feld / Das da zusammen kamen / Wol an die Neuntzig Fahnen. Zu Roß warn jhrer zwantzig / Zu Fuß aber siebentzig. 50. Da Braunschweig alls veracht / Hat man ins Thor gebracht / Leut in vordackten Wagen / Von dem die Wacht erschlagen. Vnd die Lands vntersassen / Zum Wahll hinauff gelassen. 51. Vnd ob das Volck die Stad / Nicht lang beschossen hat / Als es vom Wahl getrieben / Gefangn vnd todt geblieben. Weil sichs moͤcht han begeben / Das man die Sach nicht eben. 52. Nach art vnd eigenschafft / Hette gehabt in acht / Vnd wie sichs wol gebuͤhret / Vnd man hernach gespuͤret. Das man ohn Blut vergiessen / Der Stad koͤnnen geniessen. 53. Dann solches der Fuͤrste mild / Jhm gentzlich eingebild / Vnd also hat beschlossen / Kein Blut solt werden vergossen. Vnd anders / so vergessen / Dem Herrn wird zugemessen. Anno Christi. Stilstand 54. Dennoch man diese Stad / Fuͤnff Mond belagert hat / Kein Mensch ist eingelassen / Keiner aus gleicher massen. Die Muͤhlen seind gehemmet / Der Fluß ist zu gedemmet. 55. Vor frost ist auch vorbrandt / Was man fuͤr der Stad fand / Von Weiden / Stangen / Zeunen / Obßbeumen / Stellen / Scheunen. Das alles ist verdorben / Von Hunger viel gestorben. 56. Jn der Belagerung hat / Vorfenglich diese Stad / Fried Handelung vorgenommen / Biß das zusammen kommen. Das Kriegsvolck vnuerdrossen / Kon jhren Bundgenossen. 57. Auch hat gemelte Stad / Viel Spanier wollen drat / Jns Land zu Braunschweig fuͤhren / Die da solten die Bauren. Allenthalben berennen / Berauben vnd verbrennen. 58. Auch seind Lieder gemacht / Drin Herr vnd Volck veracht / Getrotzt auff man Roß / Krentze / Auff fauler Maͤgde Dentze. Auff Speiß / Wein / Bier / Geld / Futter / Auff Teufel vnd sein Mutter. Anno Christi. 1606. Wunder⸗ zeichen. Hansen Lampen 10. Man. 59. Da das vernam der Herr / Hat er des Wassers mehr / Zu dieser Stad gelassen / Biß sie in allen Strassen. Jn noth vnd gefahr gestanden / Schier im Wasser vergangen. 60. Wol auff dem Hagen Marckt / Das Wasser stund so starck / Da Brabandes Blut vergossen / Das Wasser kocht dermassen. Das es viel Leut gesehen / Die es noch thun gestehen. 61. Der Feind war fuͤr der Stad / Jnwendig die Fluth hat / Alls worffen vbern hauffen / Das man kaum koͤnd entlauffen. Backofen / Wend vnd Mawren / Kondten dafuͤr nicht dawren. 62. Vier Kirchen waren voll / Welches noch zusehen wol / Wie die Grabstein thun stehen / Das alls zur Straffe geschehen. Weil sie mit Blutigen Henden / Lampn Stein theten vmb wenden. 63. Drumb das unschuͤldig Blut / Der frommen Heuptleut gut / Must kochen / siedn vnd brennen / Jhr Vnschuld zu bekennen. Weh / Weh / es noch thut schreyen / Jhr must auch an den Reyen. Anno Christi. Graff Georg Friderich vor Hohenlohe / vnd Ehrenfrid Muͤnguitz / Fretzherr zu Muͤnquitz burgk. Der Hertzog parirt. Vngehor⸗ sam. Suͤnd vñ Schand. 64. Dann Gott ein Recher ist / Der Vnschuld jeder frist / Wolt noch solchs ewrem Herren Anhengen / vnd zukehren / Sind das nicht lose Leute / Vnd billich außzureutten. 65. Keyserlich Majestet / Jhr Gsandten schicken thet / Beid Herrn vnd Knecht mandiren Die Sach zu Recht ausfuͤhren / Das Volck bald abzuschaffen / Ein jeden lassen lauffen. 66. Da der Herr ziehen lahn Sein Volck vnd Vnterthan / Eroͤffnet auch die Strassen / Das Wasser lauffen lassen / Weil Braunschweig thut verschreiben Jn Ruhe zuuerbleiben. 67. Von Gsandten gleicher maß / Auch ward verschrieben daß / Braunschweig solt auch pariren / Vnd nichts newes attentiren / Du aber gantz vermessen / Thetst solchs alles vergessen. 68. Vnd hast dein Kriegeßheer / Aus anderen Landen her / Zu dir bald lassen kommen / Darauff hat man vernommen / Was lobs du Gott gesungen / Alls dein Vntrew gelungen. Anno Christi. 1606. 69. Noch eines Verrethers Rath / Hastu solches Kriegs Volck drat / Auff einen Weg thun fiellen / Dein Erbherren zufellen. Er aber ist entrunnen / Dem Anschlag nicht gelungen. 70. Vnd hast die Bruͤder dein / Vnter dem Herren mein / Rebellando beladen / Mit vntreglichem Schaden. Mit Schatz / mit Dienst / mit Schmertzen / Betruͤbt vnschuͤldig Hertzen. 71. Du hast den Bruͤdern dein / Vnter dem Herren mein / Rebellando viel Guͤter / Entfrembdet durch deine Huͤter. Du hast vnschuͤldig Hertzen / Gefangn / vnd bracht in Schmertzen. 72. Du hast die Bruͤder dein / Vnter dem Herren mein / Rebellando verbrennet / Das jhrig jhm entwendet. Jr Seufftzen / Noth vnd Mangel / Wird dir werden zum Angel. 73. Du hast den Bruder dein / Vnter dem Herren mein / Geschent Jungfrawen vnd Weiber / Durch dein Schelmische Treiber. Jhrm hochbeschwerten Hertzen / Bringt die Schandthat viel Schmertzen. Anno Christi. Ritters⸗ hausen. Zu Melu roda. Straff. 74. Du hast den Bruͤdern dein / Vnter dem Herren mein / Rebellando jhr Leben / Genommen / das du nicht geben. Jhr Blut / jhr Kind / jhr Weiber / Schrein noch vber euch / jhr Treiber. 75. Die schoͤnest Kirch im Land / Hastu gemacht zu schand / Auch in die Tauffe hoffieret / Welchs Christen nicht gebuͤhret. Ja Tuͤrcken thun sichs schewen / Es wird dich noch gerewen. 76. Mit Liegen du bericht / Des Keysers Cammergericht / Sein Majestet daneben / Vnd felschlich vorgegeben. Der Fuͤrst auff freyer Strassen / Hett dich angreiffen lassen. 77. Als man jhn abgedancket / Doch in den Reden gewancket / Dem Muͤnquitz thestu schreiben / Man hett sie wolln auffreiben. Als sie spatziern geritten / Das sein dein Luͤgen Sitten. 78. Merck aber ohn vertrieß / Luͤgen han kurtze Fuͤß / Derhalb sie bald ablauffen / Alsdann gehets vbern hauffen. Mit Luͤgen dein Sach thust schmuͤcken / Wird dir nicht stets gluͤcken. Anno Christi. Key. Heer hold Mat thias Birnbaũ. Bringt die Acht. Ehren Er nestum Thepeniũ zu Cabel⸗ stoͤckheim. 79. Am Tag der Himmelfarth / Gar tewr dein lachen ward / Als der Heerhold thet kommen / Bracht die geringen frommen. Die Acht er thet verkuͤnden / Von wegen deiner Suͤnden. 80. Wie du nun hast geehrt / Des Keysers Heerhold wert / Jn der Herberg versperret / Deins gefallens jhn tractiret. Sein Ampt nicht zuuerrichten / Das man erfuͤr mit nichten. 81. Was er hett angebracht / Das du in deiner Macht / Die Buͤrger moͤchst behalten / Mit jhn schalten vnd walten. Doch werden sie dich noch zwagen / Die Koͤpff dafuͤr ein schlagen. 82. Hoͤrt aber lieben Kind / Was dieß Gottloß Gesind / Hierauff alsbald begunnen / Sie haben gefangen / gebunden. Ein Priester mit sein Weibe / Beraubt an jhrem Leibe. 83. Den andern Tag darnach / Nach Himmelfarth das geschach / Fuͤr Wolffenbuͤttel im Felde / Sein das nicht kuͤhne Helde. Nach Braunschweig sie jhn brachten / Mit Schimpff / Spott vnd Verachten. Anno Christi. Heinrich Horney. 84. Sie hatten ein Toͤchterlein / Must auch nicht sicher sein / Beim Haaren sie das zugen / Verwunten vnd auch schlugen. Theten sich auch nicht schemen / Den Bawrn die Pferde zu nehmen. 85. Ein kuͤner Reutterßman / Hat sich auch sehn lahn / Heinrich Horney geheissen / Der wolt sie gar zerreisen. Den Fuͤrsten er thet schmehen / Wolt jhm auch so nach stehen. 86. Daraus man vermercken kan / Wie sie genommen an / Den Heerholt / gleichermassen / Wie sie sich angelassen. Dem Keyser zu pariren / Thun jhn dazu vexiren. 87. Vnd machtens auch so grob / Wurffen jhn die Stiegen ab / Theten jhm darfuͤr geben / Fünfftzehn hundert Thaler eben. Das Maul jhn zuverstopffen / Sind das nicht lose Tropffen. 88. Als er nach Gruͤning kam / Der Graff auch gleich kam an / Den Heerhold er thet jagen / Nach Braunschweig / vnd jhm sagen. Solt sein Sach besser machen / Das nicht sawr wuͤrd sein lachen. Anno Christi. 89. All dein Vertrawen steht / Nur auff die Henselstedt / Mit den du dich verbunden / Denckst hast nun schon gewunnen. Drumb auch thust wenig achten / Sechzehen / neun vnd achte. 90. Aber vernehmet wol / Das Maß ist noch nicht voll / Man muß den groben Gesellen / Ein heissers Baht bestellen. Dabey laß ichs nun bleiben / Vnd sie jhren Hochmuth treiben. 91. Biß das nun koͤmpt die zeit / Das jhm wird werden leid / Ein toller Hund thut lauffen / Sein Zeit / was sol versauffen. Muß nicht an Galgen hangen / Das Spiel ist angefangen. 92. Das Ende treget die Last / Solchs vor versuchet hast / Hoffarth fuͤrm Fall thut gehen / Drumb magst dich wol fuͤrsehen. Wem nicht zu rathen stehet / Entlich er gar vergehet. 93. Dem Gwissen dich erschreckt / Vnd deine Suͤnd entdeckt / Das koͤnnen jetzt erkennen / Dem Priester / vnd thun brennen. Von Eyffer / thun entdecken / Die Suͤnd / so in dir stecken. Anno Christi. 94. Also auch newlich dir / Naͤchtlich ist kommen fuͤr / Als wann du schon belagert / Drumb auch den Hertz verzaget. Die gantze Nacht thet schiessen / Vnd wolst viel Blutvergiessen. 95. Als es nun morgen ward / Sachstu was dich genart / Vnd was dich hat getrieben / Wie der Prophet geschrieben. Die Straff wird nicht verbleiben / Die er da auch thut schreiben. 96. Vnd Gott wird dir den Muth / Nehmen / vnd auch den Gut / Dein Anschlag zu nicht machen / Verkehren deine Sachen. Den Schwindelgeist die geben / Nach welchem du thust streben. ENDE. Anno Christi. 22. Juli. Esa. 17. Esa. 18. Show less

Überfall auf Braunschweig, 16. und 17. Oktober 1605
Eigentlicher vnd warhafftiger Bericht / Welcher Gestalt die Stadt Braunschweig juͤngsthin / am Tage Galli, den 16. und 17. Octob. Jm Jahr Christi 1605. vnverhoffentlich vnd gantz feindselig vber⸗ fallen / was sich dabey zugetragen / vnd wie dieselbige durch Gottes starcken Arm endlich den... Show more Eigentlicher vnd warhafftiger Bericht / Welcher Gestalt die Stadt Braunschweig juͤngsthin / am Tage Galli, den 16. und 17. Octob. Jm Jahr Christi 1605. vnverhoffentlich vnd gantz feindselig vber⸗ fallen / was sich dabey zugetragen / vnd wie dieselbige durch Gottes starcken Arm endlich den Sieg vnd Vberwindung erlanget. Psalm. 34. Der Engel des HErrn lagert sich vmb die her / so jhn fuͤrchten / Vnd hilfft jhnen aus. Maͤnniglichen zur guten nachrichtung vnd stetem gedaͤchtniß in nachfolgende Reyme Gesangs⸗ weise verfasset. Jm Thon: Jch ritt mich einsmals nach Braunschweig aus /rc. Leipzig / Jm Jahr 1606. Psalm. 64. HOre Gott meine stimm / in meiner klage / Behuͤte mein Leben fuͤr dem grawsamen Feinde. Verbirge mich fuͤr der versamlung der Boͤsen / Fuͤr den hauffen der Vbeltheter. Welche jhre Zunge scherffen wie ein Schwert / die mit jren gifftigen Worten zielen / wie mit pfeilen. Das sie heimlich schiessen den Frommen / ploͤtz⸗ lich schiessen sie auff jhn ohn alle schew. Sie sind kuͤne mit jhren boͤsen anschlegen / vnd sagen / wie sie Stricke legen wollen / vnd sprechen: Wer kan sie sehen? Sie erdichten Schalckheit / vnd haltens heim⸗ lich / Sind verschlagen / vnnd haben geschwinde Rencke. Aber Gott wird sie ploͤtzlich schiessen / das jnen wehe thun wird. Jhr eigen Zunge wird sie fellen / das jhr spotten wird / wer sie siehet. Vnd alle Menschen die es sehen / werden sagen / dz hat Gott gethan / vnd mercken das sein Werck sey. Die Gerechten werden sich des HErrn frewen / vnd auff jhn trawen / vnd alle frommen Hertzen werden sich des ruͤhmen. HERR Gott thut mir trewlich beystahn / was ich jtzt sing vnd hebe an / das ichs zu ende bringe / die war⸗ heit ich nicht schweigen kan / hilff Gott das mirs gelinge. Jn Sachsenlandt die fuͤrnemb Stadt / Braunschweig sie jhren Namen hat / loͤblich vnd weit gepreiset / worinne dañ / manch frembdem Mann / viel gutes ist beweiset. Die kriegte Feind in kurtzer frist / man kunt nicht mercken diese list / gwaltig thet man sich ruͤsten / Sie zogen fort / aus manchem ort / wohin: solchs niemand wuste. Ehe man sich des versehen hat / da galts Braunschweig der guten Stadt / die woltens vberfallen / welch es doch nie / verschuldet sie / vmb solche feinde alle. Vorhin hattn sie sich exercirt / mit Buͤchsn vnd Schwer⸗ ten wol vexirt / das solte drillen heissen / sie lieffen zu / wie tolle Kuͤh / Braunschweig solt sie nicht beissen. Hatten sich auch bereiten thun / auff ruͤstung vnd muni⸗ tion / viel Kleider / Wehr vnnd Waffen / gemustert wol / recht wie man sol / zu Roß vnd fuß recht schaffen. Braunschweig hat sich drauff nicht bereit / trawt Gott vnd des Reichs abescheid / sie waren in viel Jahren / ein lange zeit gesessen in fried / keins Kriegß sie sich befahren. Man schrieb sechßzehnhundert fuͤnff Jahr / der sechßze⸗ hende Octobris war / ein anfall thetens wagen / wovon ich jetzt / zu dieser frist / kuͤrtzlich wil etwas sagen. Nach Braunschweig aus sie zogen hin / darnach stund gantz vnd gar jhr sinn / die Stadt thete gefallen / so manchem laurn vnd groben Bawrn / wie auch den Drillern allen. Buͤrger / Bawren vnd Kriegßleut / wolten holen viel gu⸗ ter beut / sie theten da erwehlen / ein geschwinde list / zu dieser frist / die solte jhn nicht fehlen. Ein Trommeter Georg genant / der werden Stadt sehr wol bekandt / diß anschlags ein angeber / wie mans gespuͤrt / als ers gefuͤhrt / war er der Stadt vorraͤhter. Da er die sach wolt nehmen zur hand / zur Wachte sich be⸗ trieglich fandt / vnd als ein Freund thet stellen / es kommen mehr gefahren her / sprach er: sind mein Gesellen. Zween Kutschen kamen her gefahrn / gleich obs ehrliche Kauffleut warn / thut hierauff gute achte / ein Schelmnstuͤck groß sie richteten aus / erschossn vnd mordten die Wachte. Mit zwoͤlff grossen bedeckten wagn / damit thetn sie das Thor bejagn / drauff Buͤchsen / Stangn vnd Spiesse / Kraut / Loth / Fußangl vnd Kriegßleut / solt Gerst vnd weitzen heissen. Egydien Thor ward genommen ein / dazu der starcke Zwenger fein / den Wall sie da erstiegen / die Katz auch zwar / verloren war / hieran thue ich nicht liegen. Damit auch nicht wuͤrd ein außfall / aus der Stadt zu jhn auff den Wall / theten sie bald zulauffen / das jnner Thor / verriegeltns vor / strewten Fußangl bey hauffen. Es kam auch auff den Wall gezogn / der nachtruck wie man sach fuͤr augen / jhn war gemacht die bahnen / ehe mans versach / merckt was geschach / steckt der Wall voller fahnen. Nun schickt es eben Gott der HErr / das etzlich Buͤrger im gewehr / vff jhrem Wall im Hagen / wuͤrden gewahr / der feinde Schar / theten sies mit jhn wagen. Vnd wie nun solches ward offenbar / vnd auch die that fuͤr augen klar / hoͤrt man die glocken brommen / dauon in eil der Buͤrger viel / zusammen theten kommen. S. Magnus vnd den Secker Wall / die hett der Feind inn beyde all / das gschuͤtz thet er schon wenden / die Buͤrger zwar / mit grossr gefahr / schlugn jn davon behende. Vnd griffen drauff den ruͤcke standt / das Gschuͤtz so der Feind vmbgewandt / theten kegen jn kehren / es war hie noth / red ich ohn spott / man thet sich redlich wehren. Gantz Ritterlich die Buͤrgerschafft / viel junger Knaben auch hertzhafft / theten so tapffer streben / fuͤr jhr geliebtes Va⸗ terland / wagten sie Leib vnd leben. Vom Gyßler vnd dem Secker Wall / dazu vom Brouck vnd mawren all / hieß man wilkommn die Gaͤste / viel Kraut vnd Loth / dazu auch schroth / gab man jhn da zum besten. Vom sturmschlagn vnd schiessen mit macht / wurden die Thor geschwind zu gemacht / man hat acht auff den Waͤllen / das nicht in eil / der feinde viel / an orten mehr einfaͤllen. Dann wie vor S. Egidyen Thor / eben so wolt der feind sein vor S. Michaels Thor vnd hausen / er kam zu spaht / welchs auch nicht schad / vnd must bleiben draussen. Die Haͤgner vnd auch die Secker / schossn in die laͤng vnd auch die Quer / die Altstadt solchs vernommen / Newstadt zu⸗ gleich / der Altenweich / eilig zu huͤlff sein kommen. Die besten Schuͤtzen waren dar / von allen Waͤllen in der Schar / liessen sich nichts verdriessen / war nun ein loch / da⸗ durch geschach / vnauffhoͤrliches schiessen. Mit den Buͤchsen klein vnd auch groß / geschach so man⸗ cher starcker schoß / bey gantzer zwantzig stunden / welches den feinden hart verdroß / vnd sieß wol han befunden. Solch schiessen wehrt die gantze Nacht / drauff sie weinig hetten gedacht / die beut lag jhn im sinne / wie sie wolten erwer⸗ ben gut / hohe Haͤuser so darinne. Drillmeisters vnd auch Capithein / hattn außgetheilt die Haͤuser fein / woran sie nichts vermochten / es schlug jhn feil / in kleiner weil / sie funden was sie suchten. Sie sprachen hran / hran an diesen tantz / heut wolln wir sauffn guten Kuͤhschwantz / nanten also die Mummen / gantz queit vnd frey / Geld gut dabey / wolln wir heint vberkommen. Es ging jhn aber wie dem geschach / der einen grossen Baͤ⸗ ren sach / die haut both er zu kauffen / wie ers nun wolt / auch lieffern solt / war jhm das Wild entlauffen. Den Abend wie anging die Nacht / da schoß der feind mit grosser macht / Fewrkugln wie man befunden / ein jder spricht hett jn der wicht / vngefehr bey 80. Pfunden. Derselben war wol an der zahl / bey neun vnd achtzig all⸗ zumahl / es war ein groß geluͤcke / kein hauß dauon beschedigt ward / sprungen in der lufft zu stuͤcken. Die Moͤrser draus die schuͤß gethan / hattns in vnd bey der Katzen stahn / daraus sie fewr gegeben / worauff deñ bald / vnsr stuͤck gestalt / vnd kamen viel vmbs Leben. Man hat auch funden offenbahr / vorgifftig Kuglen das ist war / wie das sind jnnen worden / etzliche Leut / in diesem streit / so dauon seind verdorben. Schantz graben woltens auff den Wall / mit schiessen legt man jhr viel dahl / sie wurden abgetrieben / bey dem Geschuͤtz / das blut vmbspruͤtzt / vnd blieben viel beliegen. Das Lusthauß war jhr beste wehr / da schoß man viel kreutzweiß durchher / endlich blieb keiner drinnen / jhn begund⸗ te dar / zu grausen gar / es wolt jhn nicht gelingen. Die Dr[...]er dachten hin vnd her / wo kom̄n die vielen schuͤß allher / solln wir jetzt nicht gewinnen? Habn wir doch all / ein Thor vnd Wall / dazu das Gschuͤtz auch jnnen. Vnd wo sie kemen mit gewalt / habn wir ein maͤchtign hin⸗ derhalt / mit Harnsch / Schild / Wehr vnd waffen / zu Roß vnd fuß / sind ohn verdruß / wolln jhn wol arbeit schaffen. Jhr kundschafft war aber nicht recht / auff glauben war jhn zugesecht / kein Kriegßvolck wer darinnen / Buͤchßschuͤtzn auch nicht / warn sie bericht / das wurden sie wol jnnen. Was Gott verhengt das must geschehn / er thet die rech⸗ te zeit ersehn / der streit muste sich wenden / dann wie hoch⸗ muth / thut nimmer gut / so thue jhn auch Gott schaͤnden. Sie hatten vbel glernt das Drilln / es ging jhn nicht nach jhrem willn / Gott gab hier seinen Segen / sechs wochen fort / wars nie gehort / das wer gefalln ein Regen. Zu regnen fiengs nach mitternacht / sehr hart vnd scharff biß zum mittag / jhre Lunten gar außgingen / Sie waren dar erfroren gar / es wolt jhn nicht gelingen. Der Wall kundt sie nicht lenger tragn / musten sich hin⸗ der die Brustwehr wagn / Jnen begunt zu grausen / manch kuͤ⸗ ner Held / allda befand / der Buͤchsenklang vnd sausen. Sie sahen einr den andern an / sprachn: Lieber Gott wern wir hievon / Wir woltn nicht kommen wider / Ja mancher Bawr / sah da gar sawr / vnd ward geschossen nider. Die Buͤrger vnd Handwerckes Burß / die schossen weid⸗ lich ohn verdruß / Konten nicht Frieden haben / Wer kalt / naß war / muͤde worden dar / mocht sich zu weilen laben. Mit dem schiessen hielt man hart an / Das es verwundert manchen Mann / Ders gehoͤrt vnd gesehen / Dem es bekandt / vnd Kriegsverstandt / Sprach: solchs wer nie geschehen. Den Morgen ehes worden tag / wurden viel Todtn zu⸗ ruͤck gebracht / Geschossn vorm Thor vnd Wallen / Die Wei⸗ ber bald / beyd jung vnd alt / rieffen da laut mit schallen: Ach Fuhrleut jhr viel guten Knecht / Jhr muͤst vns sagn die Warheit recht / Was habt jr auff fuͤr Beute? Die sprachn: Wann jhrs je wissen wolt / Es sind erschossne Leute. Auwe / Auwe wir armen Leut / sol das heissen Braun⸗ schweigsche Beut / Sie rungen Haͤnd vnd Armen / vnsr Kin⸗ der klein / so viel der sein / der thu Dich Gott erbarmen. Sie warn von Schening vnd Scheppenstedt / darzu aus Lutter vnd Helmstedt / von Wolffenbuͤttl ingleichen / vnd auch aus Staͤdtn vnd Doͤrffern mehr / boͤß Beut sie da erreichten. Zu Fuß seind aucht viel kommen an / Jhr Freund sie kaum gekennet han / Wo kompt jhr so geflogen / Ach lieben Leut / das ist die Beut / darnach wir außgezogen. Den Morgen wie es nun war tag / der Feind im Thor vnd Walle lag / Begunte sich zu stercken / denn es war tag / bas man sie sach / vnd kunten solchs wol mercken. Man schoß zu jhnen vberall / vom Thor vnd Heusern auff dem Wall / Es fieng sehr an zu krachen / sie schossen sehr / hoch wider her / die Stein vom Thor vnd Dachen. Der Feind schutt aus seins Hertzengrund / Vnnd was er alls erdencken kundt / wolte sich wieder rechen / starck fuͤr dem Thor / da war er vor / man vermeint er wolt hrein brechen. Das Spiel das ward gantz vngehewr / Darzu das lachen trefflich thewr / Wie man wol hat vernommen / Es hielt hart / auff dieser farth / Die stund war noch nicht kommen. Wolt man nun sein des Feindes queit / So must man mit jhm gehn zu streit / Von fornen vnd von hinden / Ein Erbar Rath / geiff zu der That / mit Gott zu vberwinden. Da hoͤrte man die Trommen schlan / Vnd aufffodern viel junger Mann / Wider den Feind zu streiten / globt Mond⸗ Sold / vnd das man wolt / ansetzn auff beyden seiten. Vmb eilff Vhr war die groͤste Noth / Jung vnd alt rief⸗ fen zu Gott / Die Kinder auff den Knien / Ach hilff vns HErr / vnd sey nicht fern / Dein Gnad wolst vns verleihen. Jn Gottes Worte findt man klar / Was der zusagt / helt er fuͤrwar / Das ist hie auch geschehen / Denn da hie war / die groͤst Gefahr / Ließ er sein huͤlffe sehen. Etzlich mit Schiffn vom Brouck hindnahn / Die andrn vom Magnus Wall zu gahn / mit frischẽ muth zulieffen / zwey gschuͤtze groß / giengn auff sie loß / das thet sie sehr verdriessen. Bald drauff sprach einr den andern an / Wir wollen einr beym andern stahn / stracks zu dem Feind einlauffen / Ein Lerm gemacht / man schoß dz kracht / da lag der Feind vbern hauffen. Da ließ Gott sehen sein Allmacht / Ein kleiner hauff erhielt die Schlacht / Jn den Feind kam ein schrecken / Anstatt groß Leid vnd Trawrigkeit / Thet Gott vns Frewd erwecken. Nun hoͤrt / was ich euch weiter sag / Sie fiengen an eine grosse Klag / Man thete sie beschleichen / Der Weitze so zur Stadt gebracht / must kommen in die weiche. Man satzt zu jhnn den Wall hinan / Mit Spiessn vnd Schwerten lobesan / Der Feind wolte entlauffen / man schlug viel todt / in dieser Noth / viel hundert da ersaufften. Sie drillten in den tieffen Grabn / Vom Wall hinnundr / vnnd musten badn / Ohn jhren danck vnd willen / der mus jr nicht sein Ehren wert / der jhn gelert solch drillen. Es war ein wunder seltzam ding / der Feind selbs einr den andern fieng / Jn jhr Gewehr zur stunde / hettn sich vorwirrt / einandern girrt / Jm Wasser mans befunden. Da ward aus Khuschwantz Hansewein / des musten sie viel sauffen ein / biß das sie druncken worden / Solchs gehoͤrt den Waffen Bruͤdern zu / vnd war der driller Orden. Sie fielen in jhr eigen Schwerdt / zwischem Thor lagens an der Erd / vbrn hauffen bey viel hundert / hin vnd her / die leng vnd quer / daß jederman verwundert. Viel wurdn erschlagen vnd verwundt / wie man dann da befandt / zur stundt / das gschach in kurtzer eyle / vierhundert man gefangen nam / in einer kleinen weile. Gantz kleglich sie gebeten han / das man sie doch wolt leben lan / sie wern dazu gezwungen / vnd sehr gekarmmt / man sichs erbarmt / ist jhr vielen gelungen. Capthaͤinen vnd Drillmeistern gut / war entfallen jhr kuͤ⸗ ner muht / mustn sich auch gfangen geben / Rantzaunen woltn sie sich gern / baten durch Gott vmbs Leben. Die grossen thewren Helden werth / welche vorhin warn vnversehrt / fuͤr Loͤwen vñ fuͤr Baͤren / musten sich da gefangen gebn / Knaben noch Jung von Jharen. Welche hiezu warn vnnerdrossn / weitlich in die Feinde schossn / das nemet wol zu Hertzen / dann diß gewesen Gottes Werck / damit nicht ist zu schertzen. Da thet es an ein schlagen gahn / Sie musten gute Beute lahn / das sie nicht warn vermuten / viel hoͤrten singn / jhr eigen klingn / das jhnn die Koͤpffe bluten. Muschcaͤten / Schwert vnd lange Spieß / gut kleider / huͤt vnd was sonst preiß / das liessen sie zu pfande / viel Gelt / Har⸗ nisch / dazu auch mehr / schoͤns Gutes mancherhande. Der Drommeter davon ist komn / wie man solchs wol hat vernomn / ob er nicht thut ersauffen / wird er fuͤrwar der Hencker schar / mit nichten thun entlauffen. Der vbrig Hauffe auch entrandt / was ich euch sag das ist kein tandt / viel gutes thet verlassen / an Kraut vnd Loth / auch ander Gutt / vnd stunden an der Strassen. Acht Stuͤck grobes geschuͤtze zwar / dazu sieben Fewrmoͤr⸗ ser dar / die bey der Katzen waren / die must er lahn / zuruͤcke stahn / man thet sie bald einfahren. Den Feindn gings nicht nach jhrem Willn / sie musten wieder abwarts drilln / Jhn vnter Augen kamen / viel frischer Held / wol in dem Feld / zogn mit fliegenden Fahnen. Zuruͤck / Zuruͤck das rahten wir / fuͤrwar es reucht dort nicht wie hier / wir seindr schon gewesen / kom̄n da nicht mehr / sie schiessen zu sehr / mit Noth sind wir genesen. Sie seindr gewesn vnd komn nicht mehr / Sie haben ein glegt kleine Ehr / das thut jhn sehr verdriessen / wenn sie we⸗ ren zu Hauß gebliebn / hetten sies zu geniessen. Drumb vor gethan vnd nach betracht / hat manchen in groß Leid gebracht / thut man im Sprichwort sagen / das habn auch than der Driller Fahn / vnd duͤrffens niemand klagen. Braunschweig du hast ein harten Feind / der es fuͤrwar boͤß mit dir meint / darumb halt gute Wachte / vnd glaub fort⸗ an / nicht jederman / dasselb thu wol betrachten. Teglich hastus zu dancken Gott / laß dirs durchauß nicht sein ein Spott / Gott hat dich thun erretten / von dieser deiner Feinde Hand / so dich woltn vntertretten. Die Feind hattn dich den Todt geschworn / es solte sein mit dir verlohrn / keiner solt beym Leben bleiben / wedr Jung noch Alt / so mannigfalt / auchs Kind in Mutterleibe. Wie das noch hat gesaget new / der Trommeter ohn alle schew / fuͤr Olber auff dem steige / vnd solche Wort / haben ge⸗ hort / Leute so es nicht liegen. Vnd ers auch selbst nicht leugnen kan / der Ehrloß Gotts⸗ vergeßner Man / der Schelm / Dieb vnd Boͤsewichte / Gott wird den Schwein / dazu auch Jhn / zu seiner zeit wol richten. Viel Vngluͤck hat Gott abgewand / durch seinen Arm vnd starcke Hand / Er lest sich gar nicht aͤffen / Gott wird den Sax / vnd auch den Max / zu rechter zeit wol treffen. Also Braunschweig du gute Stadt / Sihe wie dich Gott errettet hat / mit Wunder vbr die massen / Jm Gbet halt an / als dann er kan / vnd wil dich nicht verlassen. Vor die Victori dancke Gott / Er ist Schutzherr in dei⸗ ner Noth / ob dich schon viel drumb hassen / wer Gott vertrawt / fest auff jhn bawt / den wil er nicht verlassen. Ach HErr hilff ferner auß gefahr / wir sind umbher bela⸗ gert gar / Bleib bey vns in den Mawren / so hoffen wir / vnd trawen dir / den Feind wolln wir außdawren. Du heilige Dreyfaltigkeit / wir bitten dich zu allerzeit / wolst vns hinfort nicht lassen / Jn aller Noth / fruͤh oder spat / Du weist wol zeit vnd masse. Des Dichters Zugab. LJeber Leser kein zweifel trag / Was ich hievon geschrieben hab / Ob ichs gleich nicht hab troffen / Das wolgefall / den Drillern all / so thu ich dennoch hoffen. Du wirst mirs nicht fuͤr vbel han / Die Warheit findst da⸗ rinne stahn / was damals ist geschehen / das bezeugen heut / viel tausent Leut / dies selbst mit angesehen. Vale. Gott allein die Ehre. Show less

Vom Ursprung der Eidgenossenschaft und Wilhelm Tell
Ein H[...] vom ursprun[...] schafft / vnd dem [...] Wilhelm Thell gen[...] Bundt mit sampt ein [...] schafft wider Her[...] gund / vnd wie [...] word[...] Getruckt zu Basel / bey Johann Schroͤter. 1606. [...]hafft will ichs he⸗ [...]m hoͤrt doch nie kein [...]ar wol gelungen / sie ... Show more Ein H[...] vom ursprun[...] schafft / vnd dem [...] Wilhelm Thell gen[...] Bundt mit sampt ein [...] schafft wider Her[...] gund / vnd wie [...] word[...] Getruckt zu Basel / bey Johann Schroͤter. 1606. [...]hafft will ichs he⸗ [...]m hoͤrt doch nie kein [...]ar wol gelungen / sie [...]Bundt / ich will euch [...]nd / wie ein Eydgno⸗ [...] . [...]tals der kern / das lyt [...]erg / viel vester dann [...] der Bundt am ersten an sie hand der [...] wyßlich gethan / inn einem Land heißt [...] . Nun merckend lieben Eydgnossen gut / wie sich der Bundt am ersten erhub / dz lond euch nit verdriessen / das einer seinem liebsten Sohn / ein oͤpffel von seiner scheytlen schon / mit seinen Henden mußt schiessen. Der Landvogt was ein zornig Mann / er gsach Wilhelm Thellen gantz vbel an / kom̄ har ich muß dich fragen / welches ist dein liebstes Kind / das bring mit dir gar schnell vnd gschwind / von dem solt du mir sagen Der Wilhelm Thell der antwort schon / Jch han so gar ein jungen Sohn / der frewt mich auß dermassen / darzu sein Mutter mein Ehelich Wyb / wir wurden wagen vn⸗ ser beyder Lyb / ehe wir in woͤlten verlassen. Was lyt mir an dym jungen Sohn / ich buͤte dir / das mu[...] nicht nuͤtzen / D[...] richt das menger v[...] der allen Armbrust [...] Wilhelm Thell h[...] seind mir vor disem vngemach / [...] meinem Son schiessen / d'Landtvogt sprach schweig es muß sein / ob schon dich staltest wie ein Schwein / es thet jn sehr verdriessen. Der Landvogt sprach zu Wilhelm Thell / nun lug das dir dein Kunst nicht faͤl / vnnd merck mein red gar eben / triffstu jhn nit den ersten schutz / fuͤrwar es bringt dir keinen nutz vnd kostet dich dein Leben. Zwentzig vnnd hundert schritt die must er stahn / ein pfyl vff seinem Armbrust han / da was gar wenig schertzen / er sprach zu seinem liebsten Sohn / ich hoff es soll vns wol er⸗ gohn / hab Gott in deinem Hertzen. Da bath er Gott tag vnd nacht / daß er den oͤpffel zum ersten traff / dz thet den Land⸗ vogt verdriessen / die Gnad hat er von Got⸗ tes krafft / das er vß rechter Meisterschafft / so hoͤfflich kondte schiessen. Da er den ersten schutz hat thon / ein pfyl hat er in seinem goͤller ston / er sprach hett ich mein Sohn erschossen / so sag ich euch Herr [...] das inn meinem [...]an troffen. [...]n grosser stoß / da⸗ [...]ydgnoß / Gott wolt [...]ogt straffen / sie schuhen wedtr [...] noch Fruͤnd / so eim gefiel Wyb oder Kind / woltends by jhnen schlaffen. Grossen vbermut triben sie im Land / vil boͤser gwalt der waͤhrt nicht lang / also findt mans geschrieben / es hands des Fuͤrsten Landtvoͤgt thon / darumb ist der Herr vmb sein Herrschafft kon / vnd auß dem Land ver⸗ trieben. Jch will euch singen den rechten grund / sie schwuren einen vesten Bundt / die jungen vnnd die alten / Gott woͤll sie lang in Ehren han / als er bißhar auch hat gethan / so wend wirs Gott lan walten. Die Eydgnoschafft ist aller Ehren voll / Zuͤrich ich billich loben sol / vor Fuͤrsten vnd vor Herren / deßgleich lob ich die Edlen von Bern / vnd auch die Weisen von Lucern / sie leuchten in hohen Ehren. Die Weisen von Vry sind vor genannt / Schweitz das ist mir wol bekant / die Vesten von Vnderwalden / Zug / Glaris ich hiemit ehren preiß / die acht ort die sind vest vñ weiß / Gott woͤll sie in Ehren halten. Solothurn du alter stam̄ / von Fr[...] ich nie kein boͤß vernam / Biel lob [...] schallen Appenzell staht vff vestem g[...] Sanct Gallen / Schaffhausen hoͤrt auch [...] Bund / ein Fuͤrstlich Apt von S Gallen. Das ist die rechte Eydgnoschafft / dar⸗ von der Bundt soll haben krafft / Gott woͤll sie han in ehren / dz wuͤnsch ich jhnen vß truͤ⸗ wem mut / nun frewend euch lieben Herren gut / der Bundt wer will sich mehren. Sit ich die warheit reden soll / der Bundt der gfalt den Leuten wol / das moͤgend jr wol erkeñen / die Edlen Herren sind außerwehlt / sie hand sich selber in Bund gestellt / die Her⸗ tzog will ich nennen. Hertzog Sigmund von Oesterreich / der thut eim frommen Fuͤrsten gleich / er hat sich gar wol anglassen / Leib vnnd Gut vnd was er hat / fuͤrsach er das mit seinem raht / Land Leut in Bund verschlossen. Der Edel Hertzog võ Meyland / der hat gelobt mit seiner Hand / thet sich inn Bundt verschreiben / als seine vordern han gethan / darmit wolt er sein Herrschafft bhan / dar⸗ bey lan ichs beleiben. Hertzog Reinhart von Lotringen / der selb thut auch nach Ehren tringen / dem ist [...]walt geschehen / Burg / Stett [...] ⸗ [...]m gnon / das wolt er nit vngerochen [...]as hat man wol gesehen. [...] hoff er hab ein guten grund / Straß⸗ burg das hoͤrt auch in den Bund / sie theten als die weisen / Colmar vnd Schlestat des⸗ selben gleich / Basel / Muͤlhusen im Roͤmi⸗ schen Reich / die fuͤnff Stett will ich preisen. Hiemit macht sich ein grosser Bundt / schafft Hertzog Carle von Burgund / Sein Vngluͤck wil sich machen / der anfang der ist gut gesin / vor Ellengurt vnd auch Puͤnter⸗ lin / das soͤnd wir woll betrachten. Zu Orben gschach ein rucher sturm / sie wurffend die fyend auß dem Thurn / Plo⸗ mund ward gar zerbrochen / Saffoyerland ward gar zerstoͤrt / deßgleichen hat kein Mañ erhoͤrt / der schad stund vngerochen. Das vernam der Hertzog von Burgund er sprach zum Graffen von Reymund / den schaden will ich rechen / so bald ich das nun fuͤgen kan / solt ich verlieren was ich han / die wort hoͤrt man jn sprechen. Zu Gransen hat er ein Mord gethan / Gott wolt nichts vngerochen lan / da ist ein streit beschehen / er verlohr ein Herren von Tschetigung / sein liebsten Freund d[...] ich euch nun / das hat man wol gesehe[...] Das Sacrament vnd Heiligthum̄[...] Silber vnd Gold auch Edelgestein / mu[...] er als hinder jm lassen / Buͤchsen vnd Zelten das thet jm zorn / Sieg vnnd Paner hat er verlohrn / das klagt er auß dermassen. Der Spott thet jm billich wee / vor Mur⸗ ten wolt ers versuchẽ mee / darnach im waͤr⸗ den Som̄er / das hand die Eydgnossen bald vernon / sie sind gar trostlich zu jm kon / deß kam er in schweren kummer. Sie zugend durch ein gruͤnen Wald / sie warend froͤlich jung vnd alt / jre Paner the⸗ tends vffschwingen / vff einer gruͤnen Heyd was wyt / sie zugend froͤlich an den Streit / als woltends an tantz gan springen. Die Bundsgnossen griffends froͤlich an / mit mengem vnuerzageen Mann / nach eh⸗ ren wolt man faͤchten / zu Rossz vnnd Fuß das staht jhnen wol / wo man das von jn sa⸗ gen sol / vor Ritter vnd auch Knaͤchte. Der Bischoff von Sitten ist ein Fuͤrst⸗ lich Mañ / des hat sein allerbests gethan / wol zu den selben zeiten / vnnd auch die Walliser wol gemuth / die hand gewunnen Ehr vnnd Gut / mit stuͤrmen vnd mit streiten. [...] Hertzog Carle von Burgund / dn hast [...]ht den grossen Bund / das hort man [...]ir sagen / so hat man dir gezelter Mañ / [...]er vnd zwentzig tausend auff einem plan / ertrenckt vnd auch erschlagen. Dannoch wolt er nicht haben ruh / Er meint es waͤr noch nienen gnug / Er wolt es wider bringen / so mag ich mit der Warheit sagen / er ist im Veld zu todt erschlagen / vor Nanse in Lotringen. Gott Himmels schoͤpffer vnnd Erdrich / behuͤt vns jmmer vnd ewiglich / vor solchen grimmen Fuͤrsten / dann dein ist das Reich / vnd die Krafft / o Herr mach mich deins Todts theilhafft / so wird mich nimmer duͤrsten. ENDE. Show less

Überfall Herzog Heinrich Julius' auf Braunschweig 16. / 17. Oktober 1605;
Eigentlicher vnd warhafftiger Bericht / Welcher Gestalt die Stadt Braunschweig juͤngsthin / am Tage Galli, den 16. vnd 17. Octob. Jm Jahr Christi 1605. vnverhoffentlich vnd gantz feindselig vber⸗ fallen / was sich dabey zugetragen / vnd wie dieselbige durch Gottes starcken Arm endlich den... Show more Eigentlicher vnd warhafftiger Bericht / Welcher Gestalt die Stadt Braunschweig juͤngsthin / am Tage Galli, den 16. vnd 17. Octob. Jm Jahr Christi 1605. vnverhoffentlich vnd gantz feindselig vber⸗ fallen / was sich dabey zugetragen / vnd wie dieselbige durch Gottes starcken Arm endlich den Sieg vnd Vberwindung erlanget. Maͤnniglichen zur guten nachrichtung vnd stetem gedaͤchtniß in nachfolgende Reyme Gesangs⸗ weise verfasset. Jm Thon: Ich ritt mich einsmals nach Braunschweig aus / rc. Psalm. 34. Der Engel des HErrn lagert sich vmb die her / so jhn fuͤrchten / Vnd hilfft jhnen aus. Leipzig / Jm Jahr 1606. Psalm. 64. HOre Gott meine stimm / in meiner klage / Behuͤte mein Leben fuͤr dem grawsamen Feinde. Verbirge mich fuͤr der versamlung der Boͤsen / Fuͤr den hauffen der Vbeltheter. Welche jhre Zunge scherffen wie ein Schwert / die mit jren gifftigen Worten zielen / wie mit pfeilen. Das sie heimmlich schiessen den Frommen / ploͤtz⸗ lich schiessen sie auff jhn ohn alle schew. Sie sind kuͤne mit ihren boͤsen anschlegen / vnd sagen / wie sie Stricke legen wollen / vnd sprechen: Wer kan sie sehen? Sie erdichten Schalckheit / vnd haltens heim⸗ lich / Sind verschlagen / vnnd haben geschwinde Rencke. Aber Gott wird sie ploͤtzlich schiessen / das jnen wehe thun wird. Jhr eigen Zunge wird sie fellen / das jhr spotten wird / wer sie siehet. Vnd alle Menschen die es sehen / werden sagen / dz hat Gott gethan / vnd mercken das sein Werck sey. Die Gerechten werden sich des HErrn frewen / vnd auff jhn trawen / vnd alle fromme Dertzen werden sich des ruͤhmen. HERR Gott thue mir trewlich beystahn / was ich jtzt sing vnd hebe an / das ichs zu ende bringe / die war⸗ heit ich nicht schweigen kan / hilff Gott das mirs gelinge. Jn Sachsenlandt die fuͤrnemb Stadt / Braunschweig sie jhren Namen hat / loͤblich vnd weit gepreiset / worinne dañ / manch frembdem Mann / viel gutes ist beweiset. Die kriegte Feind in kurtzer frist / man kunt nicht mercken diese list / gwaltig thet man sich ruͤsten / Sie zogen fort / aus manchem ort / wohin: solchs niemand wuste. Ehe man sich des versehen hat / da galts Braunschweig der guten Stadt / die woltens vberfallen / welch es doch nie / verschuldet sie / vmb solche feinde alle. Vorhin hatten sie sich exercirt / mit Buͤchsn vnd Schwer⸗ ten wol vexirt / das solte drillen heissen / sie lieffen zu / wie tolle Kuͤh / Braunschweig solt sie nicht beissen. Hatten sich auch bereiten thun / auff ruͤstung vnd muni⸗ tion / viel Kleider / Wehr vnnd Waffen / gemustert wol / recht wie man sol / zu Roß vnd fuß recht schaffen. Braunschweig hat sich drauff nicht bereit / trawt Gott vnd des Reichs abescheid / sie waren in viel Jahren / ein lange zeit gesessen in fried / keins Kriegß sie sich befahren. Man schrieb sechßzehnhundert fuͤnff Jahr / der sechßze⸗ bende Octobris war / ein anfall thetens wagen / wovon ich jetzt / zu dieser frist / kuͤrtzlich wil etwas sagen. Nach Braunschweig aus sie zogen hin / darnach stund gantz vnd gar jhr sinn / die Stadt thete gefallen / so manchem laurn vnd groben Bawrn / wie auch den Drillern allen. Buͤrger / Bawren vnd Kriegßleut / wolten holen viel gu⸗ ter beut / sie theten da erwehlen / ein geschwinde list / zu dieser frist / die solte jhn nicht fehlen. Ein Trommeter Georg genant / der werden Stadt sehr wol bekandt / diß anschlags ein angeber / wie mans gespuͤrt / als ers gefuͤhrt / war er der Stadt vorraͤhter. Da er die sach wolt nehmen zur hand / zur Wachte sich be⸗ trieglich fandt / vnd als ein Freund thet stellen / es kommen mehr gefahren her / sprach er: sind mein Gesellen. Zween Kutschen kamen her gefahrn / gleich obs ehrliche Kauffleut warn / thut hierauff gute achte / ein Schelmnstuͤck groß sie richteten aus / erschossn vnd mordten die Wachte. Mit zwoͤlff grossen bedeckten wagn / damit thetn sie das Thor bejagn / drauff Buͤchsen / Stangn vnd Spiesse / Kraut / Loth / Fußangl vnd Kriegßleut / solt Gerst vnd weitzen heissen. Egydien Thor ward genommen ein / dazu der starcke Zwenger fein / den Wall sie da erstiegen / die Katz auch zwar / verloren war / hieran thue ich nicht liegen. Damit auch nicht wuͤrd ein außfall / aus der Stadt zu jhn auff den Wall / theten sie bald zulauffen / das jnner Thor / verriegeltns vor / Strewten Fußangl bey hauffen. Es kam auch auff den Wall gezogn / der nachtruck wie man sach fuͤr augen / jhn war gemacht die bahnen / ehe mans versach / merckt was geschach / steckt der Wall voller fahnen. Nun schickt er eben Gott der HErr / das etzlich Buͤrger im gewehr / vff jhrem Wall im Hagen / wuͤrden gewahr / der feinde Schar / theten sies mit jhn wagen. Vnd wie nun solches ward offenbar / vnd auch die that fuͤr augen klar / hoͤrt man die glocken brommen / dauon in eil / der Buͤrger viel / zusammen theten kommen. S. Magnus vnd den Secker Wall / die hett der Feind inn beyde all / das gschuͤtz thet er schon wenden / die Buͤrger zwar / mit grossr gefahr / schlugn jn dauon behende. Vnnd griffen drauff den ruͤcke standt / das Gschuͤtz so der Feind vmbgewandt / theten kegen in kehren / es war hie noth / red ich ohn spott / man thet sich redlich wehren. Gantz Ritterlich die Buͤrgerschafft / viel junger Knaben auch hertzhafft / theten so tapffer streben / fuͤr jhr geliebtes Va⸗ terland / wagten sie Leib vnd leben. Vom Gyßler vnd dem Secker Wall / dazu vom Brouck vnd mawren all / hieß man wilkommn die Gaͤste / viel Kraut vnd Loth / dazu auch schroth / gab man jhn da zum besten. Vom sturmschlagn vnd schiessen mit macht / wurden die Tor geschwind zu gemacht / man hat acht auff den Waͤllen / das nicht in eil / der feinde viel / an orten mehr einfaͤllen. Dann wie vor S. Egidyen Thor / eben so wolt der feind sein vor S. Michaels Thor vnd hausen / er kam zu spaht / welchs auch nicht schad / vnd must bleiben draussen. Die Haͤgner vnd auch die Secker / schossn in die laͤng vnd auch die Quer / die Altstadt solchs vernommen / Newstadt zu⸗ gleich / der Altenweich / eilig zu huͤlff sein kommen. Die besten Schuͤtzen waren dar / von allen Waͤllen in der Schar / liessen sich nichts verdriessen / war nun ein loch / da⸗ durch geschach / vnarffhoͤrliches schiessen. Mit den Buͤchsen klein vnd auch groß / geschach so man⸗ cher starcker schoß / bey gantzer zwantzig stunden / welches den feinden hart verdroß / vnd fieß wol han befunden. Solch schiessen wehrt die gantzẽ Nacht / drauff sie weinig hetten gedacht / die beut lag jhn im sinne / wie sie wolten erwer⸗ ben gut / hohe Haͤuser so darinne. Drillmeisters vnd auch Capithein / hattn außgetheilt die Haͤuser fein / woran sie nichts vermochten / es schlug jhn feil / in kleiner weil / sie funden was sie suchten. Sie sprachen hran / hran an diesen tantz / heut wolln wir sauffn guten Kuͤhschwantz / nanten also die Mummen / gantz queit vnd frey / Geld gut dabey / wolln wir heint vberkommen. Es ging jhn aber wie dem geschach / der einen grossen Baͤ⸗ ren sach / die haut bother zu kauffen / wie ers nun wolt / auch lieffern solt / war jhm das Wild entlauffen. Den Abend wie anging die Nacht / da schoß der feind mit grosser macht / Fewrkugln wie man befunden / ein jder spricht / hett in der wicht / vngefehr bey 80. Pfunden. Der selben war wol an der zahl / bey neun vnd achtzig all⸗ zumahl / es war ein groß geluͤcke / kein hauß dauon beschedigt ward / sprungen in der lufft zu stuͤcken. Die Moͤrser draus die schuͤß gethan / hattns in vnd bey der Katzen stahn / daraus sie fewr gegeben / worauff deñ bald / vnsr stuͤck gestalt / vnd kamen viel vmbs Leben. Man hat auch funden offenbahr / vorgifftig Kuglen das ist war / wie das sind jnnen worden / etzliche Leut / in diesem streit / so dauon seind verdorben. Schantzgraben woltens auff den Wall / mit schiessen legt man jhr viel dahl / sie wurden abgetrieben / bey dem Geschuͤtz / das blut vmbspruͤtzt / vnd blieben viel beliegen. Das Lusthauß war jhr beste wehr / da schoß man viel kreutzweiß durchher / endlich blieb keiner drinnen / jhn begund⸗ te dar / zu grausen gar / es wolt jhn nicht gelingen. Die Driller dachten hin vnd her / wo kom̄n die vielen schuͤß allher / solln wir jetzt nicht gewinnen? Habn wir doch all / ein Thor vnd Wall / dazu das Gschuͤtz auch jnnen. Vnd wo sie kemen mit gewalt / habn wir ein maͤchtign hin⸗ derhalt / mit Harnsch / Schild / Wehr vnd waffen / zu Roß vnd fuß / sind ohn verdruß / wolln jhn wol arbeit schaffen. Jhr kundschafft war aber nicht recht / auff glauben war jhn zugesecht / kein Kriegßvolck wer darinnen / Buͤchßschuͤtzn auch nicht / warn sie bericht / das wurden sie wol jnnen. Was Gott verhengt das must geschehn / er thet die rech⸗ te zeit ersehn / der streit muste sich wenden / dann wie hoch⸗ muth / thut nimmer gut / so thut jhn auch Gott schaͤnden. Sie hatten vbel glernt das Drilln / es ging jhn nicht nach jhrem willn / Gott gab hier seinen Segen / sechs wochen fort / wars nie gehort / das wer gefalln ein Regen. Zu regnen fiengs noch mitternacht / sehr hart vnd scharff biß zum mittag / jhre Lunten gar außgingen / Sie waren dar erfroren gar / es wolt jhn nicht gelingen. Der Wall kundt sie nicht lenger tragn / musten sich hin⸗ der die Brustwehr wagn / Jnen begunt zu grausen / manch kuͤ⸗ ner Held / allda befand / der Buͤchsenklang vnd sausen. Sie sahen einr den andern an / sprachn: Lieber Gott wern wir hievon / Wir woltn nicht kommen wider / Ja mancher Bawr / sah da gar sawr / vnd ward geschossen nider. Die Buͤrger vnd Handwerckes Burß / die schossen weid⸗ lich ohn verdruß / Konten nicht Frieden haben / Wer kalt / naß war / muͤde worden dar / mocht sich zu weilen laben. Mit dem schiessen hielt man hart an / Das es verwundert manchen Mann / Ders gehoͤrt vnd gesehen / Dem es bekant / vnd Kriegsverstandt / Sprach: solchs wer nie geschehen. Den Morgen eh es worden tag / wurden viel Todtn zu⸗ ruͤck gebracht / Geschossn vorm Thor vnd Wallen / Die Wei⸗ der bald / beyd jung vnd alt / rieffen da laut mit schallen: Ach Fuhrleut jhr viel guten Knecht / Jhr muͤst vns sagn die Warheit recht / Was habt jr auff fuͤr Beute? Die sprachn: Wann jhre je wissen wolt / Es sind erschossne Leute. Auwe / Auwe wir armen Leut / sol das heissen Braun⸗ schweigsche Beut / Sie rungen Haͤnd vnd Armen / vnsr Kin⸗ der klein / so viel der sein / der thu dich Gott erbarmen. Sie warn von Schening vnd Scheppenstedt / darzu aus Lutter vnd Helmstedt / von Wolffenbuͤttl ingleichen / vnd auch aus Staͤdtn vnd Doͤrffern mehr / boͤß Beut sie vo erreichten. Zu Fuß seind auch viel kommen an / Jhr Freund sie kaum gekennet han / Wo kompt jhr so geflogen / Ach lieben Leut / das ist die Beut / darnach wir außgezogen. Den Morgen wie es nun war tag / der Feind im Thor vnd Walle lag / Begunte sich zu stercken / denn es war tag / das man sie sach / vnd kunten solche wol mercken. Man schoß zu jhnen vberell / vom Thor vnd Heusern auff dem Wall / Es fieng sehr an zu krachen / sie schossen sehr / hoch wider her / die Stein vom Thor vnd Dachen. Der Feind schutt aus seins Hertzen grund / Vnnd was er alls erdencken kundt / wolte sich wieder rechen / starck fuͤr dem Thor / da war er vor / man vermeint er wolt hrein brechen. Das Spiel das ward gantz vngehewr / Darzu das lachen trefflich thewr / Wie man wol hat vernommen / Es hielt hart / auff dieser farth / Die stund war noch nicht kommen. Wolt mañ nun sein des Feindes queit / So must man mit jhm gehn zu streit / Von fornen vnd von hinden / Ein Erbar Rath / griff zu der That / mit Gott zu vberwinden. Da hoͤrte man die Trommen schlan / Vnd auff fodern viel junger Mann / Wider den Feind zu streiten / globt Mond⸗ Sold / vnd das man wolt / ansetzn auff beyden seiten. Vmb eilff Vhr war die groͤste Noth / Jung vnd alt rief⸗ fen zu Gott / Die Kinder auff den Knien / Ach hilff vns HErr / vnd sey nicht fern / Dein Gnad wolst vns verleiben. Jn Gottes Worte fintt man klar / Was der zusagt / helt er fuͤrwar / Das ist hie auch geschehen / Denn da hie war / die groͤst Gefahr / Ließ er sein huͤlffe sehen. Etzlich mit Schiffn vom Brouck hindnahn / Die andrn vom Magnus Wall zu gahn / mit frischẽ muth zulieffen / zwey gschuͤtze groß / giengn auff sie loß / das thet sie sehr verdriessen. Bald drauff sprach einr den andern an / Wir wollen einr beym andern stahn / stracks zu dem Feind einlauffen / Ein Lerm gemacht / man schoß dz kracht / da lag der Feind vbern hauffen. Da ließ Gott sehen sein Allmacht / Ein kleiner hauff erhielt die Schlacht / Jn den Feind kam ein schrecken / An statt groß Leid vnd Trawrigkeit / Thet Gott vns Frewd erwecken. Nun hoͤrt / was ich euch weiter sag / Sie fiengen an eine grosse Klag / Man thete sie beschleichen / Der Weitze so zur Stadt gebracht / must kommen in die weiche. Man satzt zu jhnn den Wall hinan / Mit Spiessn vnd Schwerten lobesan / Der Feind wolte entlauffen / man schlug viel todt / in dieser Noth / viel hundert da ersaufften. Sie drillten in den tieffen Grabn / Vom Wall hinnundr / vnnd musten badn / Ohn jhren danck vnd willen / der mus je nicht sein Ehren wert / der jhn gelert solch drillen. Es war ein wunder seltzam ding / der Feind selbs einr den andern fieng / Jn jhr Gewehr zur stunde / hettn sich vorwirrt / einandern girrt / Jm Wasser mans befunden. Da ward aus Khuschwantz Gansewein / des musten sie viel sauffen ein / biß das sie druncken worden / Solchs gehoͤrt den Nassen Bruͤdern zu / vnd war der driller Orden. Sie fielen in jhr eigen Schwerdt / zwischem Thor lagens an der Erd / vbrn hauffen bey viel hundert / hin vnd her / die leng vnd quer / daß jederman verwundert. Viel wurdn erschlagen vnd verwundt / wie man dann da befandt zur stundt / das gschach in kurtzer eyle / vierhundert man gefangen nam / in einer kleinen weile. Gantz kleglich sie gebeten han / das man sie doch wolt leben lan / sie wern da zu gezwungen / vnd sehr gekarmmẽ / man sichs erbarmt / ist jhr vielen gelungen. Capthaͤinen vnd Drillmeistern gut / war entfallen jhr kuͤ⸗ ner muht / mustn sich auch gfangen geben / Rantzaunen woltn sie sich gern / baten durch Gott vmbs Leben. Die grossen thewren Helden werth / welche vorhin warn vnversehrt / fuͤr Loͤwen vñ fuͤr Baͤren / musten sich da gefangen gebn / Knaben noch Jung von Jharen. Welche hiezu warn vnverdrossn / weitlich in die Feinde schossn / das nemet wol zu Hertzen / dann diß gewesen Gottes Werck / damit nicht ist zu schertzen. Da thet es an ein schlagen gahn / Sie musten gute Beute lahn / das sie nicht warn vermuten / viel hoͤrten singn / jhr eigen klingn / das jhnn die Koͤpffe bluten. Muschcaͤten / Schwert vnd lange Spieß / gut kleider / huͤt vnd was sonst preiß / das liessen sie zu pfande / viel Gelt / Har⸗ nisch / da zu auch mehr / schoͤns Gutes mancherhande. Der Drommeter dauon ist komn / wie man solche wol hat vernomn / ob er nicht thut ersauffen / wird er fuͤrwar der Hencker schar / mit nichten thun entlauffen. Der vbrig Hauffe auch entrandt / was ich euch sag das ist kein tandt / viel gutes thet verlassen / an Kraut vnd Loth / auch ander Gutt / vnd stunden an der Strassen. Acht Stuͤck grobes geschuͤtze zwar / da zu sieben Fewrmoͤr⸗ ser dar / die bey der Ratzen waren / die must er lahn / zuruͤcke stahn / man thet sie bald einfahren. Den Feindn gings nicht nach jhrem Willn / sie musten wieder abwarts drilln / Jhn vnter Augen kamen / viel frischer Held / wol in dem Feld / zogn mit fliegenden Fahnen. Zuruͤck / Zuruͤck das rahten wir / fuͤrwar es reucht dort nicht wie hier / wir seindr schoͤn gewesen / kom̄n da nicht mehr / sie schiessen zusehr / mit Noth find wir genesen. Sie seindr gewesn vnd komn nicht mehr / Sie haben ein⸗ glegt kleine Ehr / das thut jhn sehr verdriessen / wenn sie we⸗ ren zu Hauß gebliebn / hetten sies zu geniessen. Drumb vor gethan vnd nach betracht / hat manchen in groß Leid gebracht / thut man im Sprichwort sagen / das habn auch than der Driller Fahn / vnd duͤrffens niemand klagen. Braunschweig du hast ein harten Feind / der es fuͤrwar boͤß mit dir meint / darumb halt gute Wachte / vnd glaub fort⸗ an / nicht jedermann / dasselb thu wol betrachten. Teglich hastus zu dancken Gott / laß dirs durchauß nicht sein ein Spott / Gott hat dich thun erretten / von dieser deiner Feinde Hand / so dich woltn vntertretten. Die Feind hattn dich den Todt geschworn / es solte sein mit dir verlohrn / keiner solt beym Leben bleiben / wedr Jung noch Alt / so mannigfalt / auchs Kind in Mutterleibe. Wie das noch hat gesaget new / der Trommeter ohn alle schew / fuͤr Olber auff dem steige / vnd solche Wort / haben ge⸗ hort / Leute so es nicht liegen. End ers auch selbst nicht leugnen kan / der Ehrloß Gotts⸗ vergeßner Mann / der Schelm / Dieb vnd Boͤsewichte / Gott wird den Schwein / dazu auch Jhn / zu seiner zeit wol richten. Viel Vngluͤck hat Gott abgewand / durch seinen Arm vnd starcke Haͤnd / Er lest sich gar nicht aͤffen / Gott wird den Sar / vnd auch den Max / zu rechter zeit wol treffen. Also Braunschweig du gute Stadt / Sihe wie dich Gott errettet hat / mit Wunder vbr die massen / Jm Gbet halt an / als dann er kan / vnd wil dich nicht verlassen. Vor die Victori dancke Gott / Er ist Schutzherr in dei⸗ ner Noth / ob dich schon viel drumb hassen / wer Gott vertrawt / fest auff jhn bawt / den wil er nicht verlassen. Ach HErr hilff ferner auß gefahr / wir find vmbher bela⸗ gert gar / Bleib bey vns in den Mawren / so hoffen wir / vnd trawen dir / den Feind wolln wir außdawren. Du heilige Dreyfaltigkeit / wir bitten dich zu allerzeit / wollst vns hinfort nicht lassen / Jn aller Noth / fruͤh oder spat / Du weist wol zeit vnd masse. Des Dichters Zugab. LJeber Leser kein zweifel trag / Was ich hievon geschrieben hab / Ob ichs gleich nicht hab troffen / Das wolgefall / den Drillern all / so thu ich dennoch hoffen. Du wirst mirs nicht fuͤr vbel han / Die Warheit findst da⸗ rinne stahn / was damals ist geschehen / das bezeugen heut / viel tausent Leut / dies selbst mit angesehen. Vale. Gott allein die Ehre. Show less

Chronik der Stadt Braunschweig
Summarischer Bericht von der Stadt Braunschweigk. Darinnen zuersehen. Wie grosse Gnade den alten Buͤrgern daselbst / wegen jhres wol⸗ haltens / vnd wie grosse Straffe den newen Buͤrgern / wegen jhres Ubelhaltens / von jhrem Fundatorn vnd Erbherrn / dem Hertzogen zu Braunschweig / wi⸗ ... Show more Summarischer Bericht von der Stadt Braunschweigk. Darinnen zuersehen. Wie grosse Gnade den alten Buͤrgern daselbst / wegen jhres wol⸗ haltens / vnd wie grosse Straffe den newen Buͤrgern / wegen jhres Ubelhaltens / von jhrem Fundatorn vnd Erbherrn / dem Hertzogen zu Braunschweig / wi⸗ derfahren / Von erbawung der Stadt biß auff Pfingsten / Anno: 1606. Aus beschriebenen Historien und der Land⸗ kuͤndigen Erfahrung / in ein Lied gebracht. Durch Bernhardum Fusorium Auff die Melodey. Venus du vnd dein Kind / etc. Gedruckt / Jm M. DC. VI. Jahr. An den Leser. GVnstiger lieber Leser gut / Weil man jetzt vmbher tragen thut / Ein Lied / so in der Stad Braunschweig Gemacht / doch nicht der Warheit gleich / Dem loͤblichen Fuͤrsten zu Schimpff / Vnd darzu manchem zu Vnglimpff / Vnd doch jhn selbst zu schand vnd schmach. Weil sie damit geben an Tag / Jhr Rachgierig Rebellisch Hertzn / Die viel gebracht in Noth vnd Schmertzn / Vnd solch geticht gar wol gespickt / Mit offnen Luͤgn / vnd drein geflickt. Grewliche Hendel vngedacht / Vnd die auch niemals sind vollbracht / Viel weniger in Sinn gekommn / Noch das sie wehren vorgenommn. Als das der Fuͤrst solt vnuerhohln / Sein Vnterthanen hahn befohln. Der Kinder zuverschonen nicht / Die niemals kommn ans Tages Liecht / Vnd was der grewlichn Luͤgen mehr / So beruͤhren Gut / Glimpff vnd Ehr: Als hat / dasselb zu hintertreiben / Vnd das Werck gruͤndlich zubeschreiben / Ein guter Man diß Lied gemacht / Die Warheit drin ans Liecht gebracht. Jedoch ohn all Affection, Oder jemand zu Spott vnd Hohn / Besondern das dir Leser mild / Darin wuͤrd klaͤrlich fuͤrgebild / Was fruͤchten bringe rebellirn, Nemblich / Gut / Leib vnd Ehr verliern. Summarischer Bericht von der Stad Braunschweigk. Auff die Melodey. Venus du vnd dein Kind / etc. Gnad. 1. BRaunschweig du vnd dein Kind / Sind nun mehr worden blind / Weil jhr nicht lenger schawet Wer euch anfangs gebawet. Vnd thut boͤßlich vergessen / Vnter wem jhr gesessen. 2. Dazue auch wer da hat / Begabet diese Stad / Mit Freyheit vnd Einkommen / Von wem jhr zugenommen. Drumb muß man dauon singen / Vnd ewren Ruhm fuͤrbringen. 3. Bruno vom hohen Stamm / Der Sachsen / lobesamm / Bawt dich / vnd nent dich Braunschweig / Zusein sein Sitz / Hauß oder Weich. Das sicher dahin weichen Solten / beyd Arm vnd Reichen. 4. Danguard sein Bruder gut / Hat auch eins Helden Muth / Anno Christi. 861. Otto. Henricus Leo. Danck. Echerius Gertrud. Frideric. Barba⸗ rossa. Ein Burgk thet er dran bawen / War herrlich anzuschawen. Sein Mutter die hieß ODA / Die Burgk Danguerderoda. 5. Heinrich der Finckler hat / Bemaweret diese Stad / Auch viel ein Kunfft gegeben / Den Stad Junckern zuheben. Vor andern herzugehen / Wenn man fuͤrm Feind solt stehen. 6. Otto gemehret hat / Den Sack vnd alte Stad / Der Lew den Hagen bawet / Wie mans noch jtzo schawet. Verwart die Stad mit Mawren / Vnd macht Buͤrger aus Bauren. 7. Anfenglich diese Stad / Jn grossen Ehren hat / Gehalten Gott den HERREN / Thet auch jhr Fuͤrsten ehren. Drumb sie mit vielen Gaben / Die auch gezieret haben. 8. Dann in dem eilfften Jahr / Als Herr Eckbrecht todt war / Jst seine Schwester worden Regentin / dann der Orden. Der Buͤrger thet von dannen / Des Keisers Volck verdammen. 9. Da Keiser Friederich Dem Lewen zu Braunschweig / Anno Christi. 836. 910. 1172. 1090. 1195. Frederic. Magn. Sohn. Gnad. Danck. Ottonis des Boͤ⸗ sen. Aus seinem Land vertrieben / Jst Braunschweig sein geblieben. Die auch ohn alles schewen / Erwarttet sein mit trewen. 10. Da auch Otto das Kind Vmbs Land kommen geschwind / Thet Braunschweig sich drin sperren / Beystund jhren Erbherren. Wie vns die Schrifft thut weisen / Vnd seind drumb auch zu preisen. 11. Acht Buͤrgermeister hat / Entheuptet diese Stad / Solch Blut bracht sie in Schaden / Niemand wust jhr zu rathen. Friederich der Hertzog eben / Thet sie dauon entheben. 12. Die Stad jhm danckbar ward / Dann da zurselben farth / Die Braunschweigische Landen / Warn in eines Vormunds handen. Halff Braunschweig jhn vertreiben / Friederich must Hertzog bleiben. 13. Das Luͤneburger Land / War vom Land abgewand / Hertzog Friederich von Jahren / Gar jung / thet kein fleiß sparen. Sein Stad jhm beygesprungen / Welch jhm auch hat gelungen. 14. Die Buͤrger aus Braunschweig / Die Nacht durchn Papendeich / Anno Christi. 1227. 1381. 1384. 1388. Winsen auff der Aller. Wens⸗ laum H. zu Sachs. Auff achtzehn hundert Wagen / Kamen frey angezogen. Fuͤr Winsen sie da schlugen / Den Feind / Lob dauon trugen. 15. Darnach Luͤneburgk die Stad / Sich auch ergeben hat / Vnd sein so beyde Lande / Blieben in seinen Handen. Durch Huͤlff der Vnterthanen / Das jhn bracht grossen Frommen. 16. Friederich erwehlet ward / Auch zu derselben farth / Zum Keyser / welchs nicht eben / Chur Muͤntz / drumb er sein Leben. Bey Fuͤrßler muste lassen / Auff Keyser freyen Strassen. 17. Bernhard sein Bruder bald / Vnd Heinrich / denn Gewalt Zu Rechem musten borgen / Jn solchen schweren Sorgen. Dreyzehn tausend Goldguͤlden / Warn das so grosse Schulden. 18. Drauff ward der Stad Braunschweig / Verpfend die alte Weich / Der Sack / die Muͤntz daneben / Aßburgk / auch euch hingeben. Ein Kauffman draus wil machen / Des moͤcht ein Narre wol lachen. 19. Als sie nun hat groß Gut / Wechst jhr auch Hertz vnd Muth / Anno Christi. 1390. 1400. 1401. Alberti des feisten. Suͤnd. Straff. Wilhel: Victorio⸗ sus. Suͤnd. Heinrich Lappen⸗ kriech. Straff. Suͤnd. Stoltziert mit jhren Gaben / Die sie vom Vngluͤck haben. Gedenckn nicht was dahinden / Von wegen jhrer Suͤnden. 20. Jn der Stad man Leut fand / Die ans Herrn Albrechts Hand / Stad vnd Land wolten bringen / Solchs koͤnt jhn nicht gelingen. Zehn ließ er von jhn hencken / Den eilfften das Schwerd schenken. 21. Da Hertzog Wilhelm war / Abgereiset von dar / Vorjagt Braunschweig sein Kinde / Vnd nam zum Herrn geschwinde / Heinrich seinem halb Bruder / Der lag mit jhn im luder. 22. Als Heinrich nach der frist / Ohn Soͤhn gestorben ist / Kam die Stad / sampt den Landen / Widrumb zu Wilhelms Handen. Da must Braunschweig sich schemen / Denselben / wider nehmen. 23. Heinrich den Eltern hat / Verachtet diese Stad / Er fragt wer jhm hett geben / Viel tausend Scheffel zu heben. An Korn in seinen Landen / Warumbs jhm kehm zu handen. 24. Denn Fredecke von Dann / Welches ist ein Weiber Nam / Anno Christi. 1296. 1431. 1473. 1495. Straff. Suͤnd. Hat Guͤter außgebeten / Die auff jhr Erben getretten. Thet wider Lehnrecht streitten / So jhm mit nicht zu leiden. 25. Da Braunschweig antwort nicht / Mit Krieg er sie anficht / Sie weren in Hungr ersticket / Wo sie nicht bald erquicket. Aus Hildesheim mit Speise / Auff gantz fehrlicher Reise. 26. Der Krieg vertragen ist / Letzlich zurselben frist / Braunschweig muste sich lencken / Vnd jhrem Herren schencken. Kniend viel tausend Guͤlden / Vnd abbitten jhr Schulden. 27. Heinrich der Juͤnger war / Von vielen bekrieget dar / Braunschweig stund bey den Feinden / Vergassen Herren vnd Freunde. Die Vhest sie eingenommen / All Brieff sie da bekommen. 28. Das Land gedrungen ward / Auch zu derselben farth / Von jhrem Herrn zukehren / Vnd den Feinden zu schweren. Braunschweig war auch vermessen / Thet pflicht vnd Eyd vergessen. 29. Fuͤnff Jahr der Hertzog war / Vom Land vertrieben gar / Anno Christi. 1542. Straff. 8000. Thalern. Suͤnd. Straff. Braunschweig wolt jhn nicht kennen / Theten sich Mit Herrn nennen. Da sie auffs hoͤchste steiget / Hat sich das Gluͤck geneiget. 30. Dann nach dem schweren Kriegk / Hat der Fuͤrst zu Braunschwiegk / Sampt sein Soͤhnen gesehen / Was den Feinden geschehen. Wie sie fuͤrs Keysers Fuͤssen / Jhr Suͤnd da musten buͤssen. 31. Auch nicht lang nach der Zeit / Kam er zu Land vnd Leut / Der Schimpff thet jhn verdriessen / Braunschweig thet er beschiessen. Jhr Vntrew recht zu straffen / Das End mit jhn zu schaffen. 32. Der Hertzog hat dem Stand / Vier mal mit starcker Hand / Jm Feld / Schlachten erhalten / Braunschweig must der gestalten / Kniend mit Geld abbitten / Was er von jhn gelitten. 33. Julius uach jhm war / Zum Friede geneiget gar / Welchs doch Braunschweig nicht achtet / Sondern nach Kriegen trachtet. Woͤlten sein Mit Herren des Landes / Mit dem Heern eines Standes. 34. Die Mummen nur allein / Machet jhn grosse Pein / Anno Christi. 1537. 1550. 1552. 1553. 1555. 1568. 1586. Viel Suͤnde. Doppelt Zinß mus man geben / Dagegen sie gar eben. Drey hundert Faß da botten / Warn das nicht lame zothen. 35. Auch Heinrich Julius / Schawet an mit verdruß / Das die Stad aussen blieben / Als er sie hat verschrieben. Sein Herren Vater zu begraben / Sein Sohn zur Tauff zu tragen. 36. Zum dritten / das die Stad / Vom Herrn den Zollen hat / Vnd viel von Bley noch haben / Zolln / den sol der Herr geben. Da sie doch von dem Herren / Zollfrey gelassen weren. 37. Zum vierdten / das die Stad / Ohn Recht vnd fuge hat / Durch Buͤrger vnd Soltheten / Des Herren / Vntersassen. Beraubt / verbrand / gepluͤndert / Gefangen / gehoͤnet / gehindert. 38. Zum fuͤnfften / das der Rath / Der Stadt Heuptleute hat / Abschewlich hingerichtet / Vnd jhnen angetichtet. Sie wollen dem Landes Herren / Die Stadt ohn Krieg geweren. 39. Das auch viel Buͤrger schon / Mit grossem Spott vnd Hohn / Anno Christi. 1589. 1591. 1600. 1602. 1603. Auff zehen Meil verbannet / Vnd vnschuldig verdammet. Das jhr muͤssen verlassen / Deß sie sich nun anmassen. 40. Nur alles zu dem End / Ein guͤlden Regiment / Zu stifften vnd anrichten / Das keiner jhn mit nichten. Solt duͤrffen widerstehen / Als nach jhrem Willen gehen. 41. Doͤring / Kluntz vnd Roͤrand / Thun treiben diesen Tand / Krigkaw / Alfelt vnd andere / Die im Regiment wanderen. Vnd hie nicht all zu nennen / Man thut sie doch wol kennen. 42. Diß diffamation / Thet dem Fuͤrsten groß hohn / Er sich zum confrontiren / Thet gnedig offeriren. Sein Vnschuld darzu geben / War doch jhn keins eben. 43. Sondern aus falschem Muth / Hat man vnschuͤldig Blut / Vergossen vngeachtet / Wie hoch die Sach betrachtet. Ein jeder zu defendiren / Sich da thet præsentiren. Anno Christi. Straffe. Virgilius 44. Als aber alls verachtt / Von jhn / vnd nicht bedacht / Der Fuͤrst schrieb von sich eben / Wolt sein Blut dahin geben. Solchn schimpff an jhn zu rechen / Solt auch sein Hertz zubrechen. 45. Solchs vnd viel anders mehr / Hat dieser Landes Herr / An seiner Stad geschawet / Welchs keinen Frieden bawet. Mit hoch Fuͤrstlichem Hertzen / Kont ers ein zeit vorschmertzen. 46. Entlich der Hertzog hat / Die vielgedachte Stad / Durch mittel wollen dringen / Ein besser Lied zu singen. Die Zinß wurd arrestiret, Die Strassen auch versperret. 47. Da man zehlt tausend Jahr / Sechs hundert vnd fuͤnff war / Bewehret in sein Landen / Der Herr des Volckes Handen. Ließ es die Wehr probieren / Vnd sich drin exerciren. 48. Vnd nicht vnbillich das / Der Roͤmer weiß es was / Das man thet selegiren. Das Volck vnd exerciren. Das Land so zu vorwaren / Vor aller Feinde Schaaren. Anno Christi. 1605. Sicher⸗ heit. 49. Zur Prob ward angestellt / Fuͤr Lawenburgk im Feld / Das da zusammen kamen / Wol an die Neuntzig Fahnen. Zu Roß warn jhrer zwantzig / Zu Fuß abet siebentzig. 50. Da Braunschweig alls veracht / Hat man ins Thor gebracht / Leut in vordackten Wagen / Von dem die Wacht erschlagen. Vnd die Lands vntersassen / Zum Wahll hinauff gelassen. 51. Vnd ob das Volck die Stad / Nicht lang beschossen hat / Als es vom Wahl getrieben / Gefangn vnd todt geblieben. Weil sichs moͤcht han begeben / Das man die Sach nicht eben. 52. Nach art vnd eigenschafft / Hette gehabt in acht / Vnd wie sichs wol gebuͤhret / Vnd man hernach gespuͤret. Das man ohn Blut vergiessen / Der Stad koͤnnen geniessen. 53. Dann solchs der Fuͤrste mild / Jhm gentzlich eingebild / Vnd also hat beschlossen / Kein Blut solt werdn vergossen. Vnd anders / so vergessen / Dem Herrn wird zugemessen. Anno Christi. Stilstand 54. Dennoch man diese Stad / Fuͤnff Mond belagert hat / Kein Mensch ist eingelassen / Keiner aus gleicher massen. Die Muͤhlen seind gehemmet / Der Fluß ist zu gedemmet. 55. Vor frost ist auch vorbrandt / Was man fuͤr der Stad fand / Von Weiden / Stangen / Zeunen / Obßbeumen / Stellen / Scheunen. Das alles ist verdorben / Von Hunger viel gestorben. 56. Jn der Belagerung hat / Vorfenglich diese Stad / Fried Handelung vorgenommen / Biß das zusammen kommen. Das Kriegsvolck vnuerdrossen / Kon jhren Bundgenossen. 57. Auch hat gemelte Stad / Viel Spanier woͤllen drat / Jns Land zu Braunschweig fuͤhren / Die da solten die Bauren. Allenthalben berennen / Berauben vnd verbrennen. 58. Auch seind Lieder gemacht / Drin Herr vnd Volck veracht / Betrotzt auff man Roß / Krentze / Auff fauler Maͤgde Dentze. Auff Speiß / Wein / Bier / Geld / Futter / Auff Teufel vnd sein Mutter. Anno Christi. 1606. Wunder⸗ zeichen. Hansen Lampen 10. Man. 59. Da das vernam der Herr Hat er des Wassers mehr / Zu dieser Stad gelassen / Biß sie in allen Strassen. Jn noth vnd gfahr gestanden / Schier im Wasser vergangen. 60. Wol auff dem Hagen Marckt / Das Wasser stund so starck / Da Brabandes Blut vergossen / Das Wasser kocht dermassen. Das es viel Leut gesehen / Die es noch thun gestehen. 61. Der Feind war fuͤr der Stad / Jnwendig die Fluth hat / Alls worffen vbern hauffen / Das man kaum koͤnd entlauffen. Backofen / Wend vnd Mawren / Kondten dafuͤr nicht dawren. 62. Vier Kirchen waren voll / Welches noch zusehen wol / Wie die Grabstein thun stehen / Das alls zur Straffe geschehen. Weil sie mit Blutigen Henden / Lampn Stein theten vmb wenden. 63. Drumb das vnschuͤldig Blut / Der frommen Heuptleut gut / Must kochen / siedn vnd brennen / Jhr Vnschuld zu bekennen. Weh / Weh / es noch thut schreyen / Jhr must auch an den Reyen. Anno Christi. Graff Georg Friderich von Hohenlohe / vnd Ehrenfrid Muͤngultz / Freizherr zu Muͤnquitz burgk. Der Hertzog parirt. Vngehor⸗ sam. Suͤnd vñ Schand. 64. Dann Gott ein Recher ist / Der Vnschuld jeder frist / Wolt noch solchs ewrem Herren Anhengen / vnd zukehren / Sind das nicht lose Leute / Vnd billich außzureutten. 65. Keyserlich Majestet / Jhr Gsandten schicken thet / Beid Herrn vnd Knecht mandiren Die Sach zu Recht ausfuͤhren / Das Volck bald abzuschaffen / Ein jeden lassen lauffen. 66. Da der Herr ziehen lahn Sein Volck vnd Vnterthan / Eroͤffnet auch die Strassen / Das Wasser lauffen lassen / Weil Braunschweig thut verschreiben Jn Ruhe zuverbleiben. 67. Von Gsandten gleicher maß / Auch ward verschrieben daß / Braunschweig solt auch pariren / Vnd nichts newes attentiren / Du aber gantz vermessen / Thetst solchs alles vergessen. 68. Vnd hast dein Kriegeßheer / Aus anderen Landen her / Zu dir bald lassen kommen / Darauff hat man vernommen / Was lobs du Gott gesungen / / Alls dein Vntrew gelungen. Anno Christi. 1606. 69. Noch eines Verrethers Rath / Hastu solchs Kriegs Volck drat / Auff einen Weg thun stellen / Dein Erbherren zufellen. Er aber ist entrunnen / Dein Anschlag nicht gelungen. 70. Vnd hast die Bruͤder dein / Vnter dem Herren mein / Rebellando beladen / Mit vntreglichem Schaden. Mit Schatz / mit Dienst / mit Schmertzen / Betruͤbt vnschuͤldig Hertzen. 71. Du hast den Bruͤdern dein / Vnter dem Herren mein / Rebellando viel Guͤter / Entfrembdet durch deine Huͤter. Du hast vnschuͤldig Hertzen / Gefangn / vnd bracht in Schmertzen. 72. Du hast die Bruͤder dein / Vnter dem Herren mein / Rebellando verbrennet / Das jhrig jhm entwendet. Jr Seufftzen / Noth vnd Mangel / Wird dir werden zum Angel. 73. Du hast den Bruder dein / Vnter dem Herren mein / Geschent Jungfrawen vnd Weiber / Durch dein Schelmische Treiber. Jhrm hochbeschwertem Hertzen / Bringt die Schandthat viel Schmertzen. Anno Christi. Ritters⸗ hausen. Zu Melue roda. Straff. 74. Du hast den Bruͤdern dein / Vnter dem Herren mein / Rebellando jhr Leben / Genommen / das du nicht geben. Jhr Blut / jhr Kind / jhr Weiber / Schrein noch vber euch / jhr Treiber. 75. Die schoͤnest Kirch im Land / Hastu gemacht zu schand / Auch in die Tauffe hoffieret / Welchs Christen nicht gebuͤhret. Ja Tuͤrcken thun sichs schewen / Es wird dich noch gerewen. 76. Mit Liegen du bericht / Des Keysers Cammergericht / Sein Majestet daneben / Vnd felschlich vorgegeben. Der Fuͤrst auff freyer Strassen / Hett dich angreiffen lassen. 77. Als man jhn abgedancket / Doch in dem Reden gewancket / Dem Muͤnguitz thestu schreiben / Man hett sie wolln auffreiben. Als sie spatziern geritten / Das sein dein Luͤgen Sitten. 78. Merck aber ohn vertrieß / Luͤgen han kurtze Fuͤß / Derhalb sie bald ablauffen / Als dann gehets vbern hauffen. Mit Luͤgn dem Sach thust schmuͤcken / Wird dir nicht stets gluͤcken. Anno Christi. Key. Heer hold Mat thias Birnbaũ. Bringt die Acht. Ehren Er nestum Thepeniũ zu Cabel⸗ stoͤckheim. 79. Am Tag der Himmelfarth / Gar tewr dein lachen ward / Als der Heerhold thet kommen / Bracht dir geringen frommen. Die Acht er thet verkuͤnden / Von wegen deiner Suͤnden. 80. Wie du nun hast geehrt / Des Keysers Heerhold wert / Jn der Herberg versperret / Deins gfallens jhn tractieret. Sein Ampt nicht zuverrichten / Das man erfuͤr mit nichten. 81. Was er hett angebracht / Das du in deiner Macht / Die Buͤrger moͤchst behalten / Mit jhn schalten vnd walten. Doch werden sie dich noch zwagen / Die Koͤpff dafuͤr ein schlagen. 82. Hoͤrt aber lieben Kind / Was dieß Gottloß Gesind / Hierauff alsbald begunnen / Sie haben gfangen / gebunden. Ein Priester mit seim Weibe / Beraubt an jhrem Leibe. 83. Den andern Tag darnach / Nach Himmelfarth das gschach / Fuͤr Wolffenbuͤttel im Felde / Sein das nicht kuͤhne Helde. Nach Braunschweig sie jhn brachten / Mit Schimpff / Spott vnd Verachten. Anno Christi. Heinrich Horney. 84. Sie hattn ein Toͤchterlein / Must auch nicht sicher sein / Beim Haaren sie das zugen / Verwunten vnd auch schlugen. Theten sich auch nicht schemen / Den Bawrn die Pferde zu nehmen. 85. Ein kuͤner Reutterßman / Hat sich auch sehn lahn / Heinrich Horney geheissen / Der wolt sie gar zerreisen. Den Fürsten er thet schmehen / Wolt jhm auch so nach stehen. 86. Daraus man vermercken kan / Wie sie genommen an / Den Heerholt / gleichermassen / Wie sie sich angelassen. Dem Keyser zu pariren / Thun jhn dazu vexiren. 87. Vnd machtens auch so grob / Wurffen jhn die Stiegen ab / Theten jhm darfuͤr geben / Funfftzehn hundert Thaler eben. Das Maul jhm zuverstopffen / Sind das nicht lose Tropffen. 88. Als er nach Gruͤning kam / Der Graff auch gleich kam an / Den Heerhold er thet jagen / Nach Braunschweig / vnd jhm sagen. Solt sein Sach besser machen / Das nicht sawr wuͤrd sein lachen. Anno Christi. 89. All dein Vertrawen steht / Nur auff die Henselstedt / Mit den du dich verbunden / Denckst hast nun schon gewunnen. Drumb auch thust weinig achten / Sechzehen / neun vnd achte. 90. Aber vernehm wol / Das Maß ist noch nicht voll / Man muß den groben Gesellen / Ein heissers Baht bestellen. Dabey laß ichs nun bleiben / Vnd sie jhren Hochmuth treiben. 91. Biß das nun koͤmpt die zeit / Das jhm wird werden leid / Ein toͤller Hund thut lauffen / Sein Zeit / was sol versauffen. Muß nicht an Galgen hangen / Das Spiel ist angefangen. 92. Das Ende treget die Last / Solchs vor versuchet hast / Hoffarth fuͤrm Fall thut gehen / Drumb magst dich wol fürsehen. Wem nicht zu rathen stehet / Entlich er gar vergehet. 93. Dein Gwissen dich erschreckt / Vnd deine Suͤnd entdeckt / Das koͤnnen jetzt erkennen / Dein Priester / vnd thun brennen. Von Eyffer / thun entdecken / Die Suͤnd / so in dir stecken. Anno Christi. 94. Also auch newlich dir / Naͤchtlich ist kommen fuͤr / Als wann du schon belagert / Drumb auch dein Hertz verzaget. Die gantze Nacht thet schiessen / Vnd wolst viel Blutßvergiessen. 95. Als es nun morgen ward / Sachstu was dich genart / Und was dich hat getrieben / Wie der Prophet geschrieben. Die Straff wird nicht verbleiben / Die er da auch thut schreiben. 96. Vnd Gott wird dir den Muth / Nehmen / vnd auch dein Gut / Dein Anschlag zu nicht machen / Verkehren deine Sachen. Den Schwindelgeist dir geben / Nach welchem du thust streben. Anno Christi. 22. Julii. Esa. 17. Esa. 18. ENDE. Show less

Bericht zur Ehrenrettung von Braunschweig, 1607
Ein warhaffter Bericht / Reimsweis zu singen / wider der Stadt Braunschweig offentlich im Druck juͤngst außgesprengte falsche Aufflage / daß jr Kriegsvolck fuͤr sich alle Attentata ohne Befehl begangen / zu derselben Ehrenrettung vnd wahren Kegen⸗ bericht. Jm Thon / Zu Roma wohnt ein... Show more Ein warhaffter Bericht / Reimsweis zu singen / wider der Stadt Braunschweig offentlich im Druck juͤngst außgesprengte falsche Aufflage / daß jr Kriegsvolck fuͤr sich alle Attentata ohne Befehl begangen / zu derselben Ehrenrettung vnd wahren Kegen⸗ bericht. Jm Thon / Zu Roma wohnt ein Grafe. Jm Jahr 1607 1. ACh Gott ins Himmels Throne Wie ist so groß Vnruh? Deß entferbt sich Soñ vnd Monde / Vnd auch die Stern darzu / Daß man sich gar nicht schewet Zu schreiben vnwahr ding / dem Poͤfel solchs einblewet / Der solches acht gering. 2. Braunschweig mit jhrem Fuͤrsten / Der jhnen angeborn / Zu Kriegen gar sehr duͤrsten / Vnd seynd voll lauter Zorn / Daß sein Genad sich ruͤhmen Landsfuͤrsten vnd Erbherrn / Vnd darumb seyn Gebote Von sich verwerffen fern. 3. Wolln seyn ein Stand des Reiches Von jhrem Fuͤrsten frey / Vnd sey nicht jhres gleichen / Die nicht zu zwingen sey. Herr Omnes thut des lachen / Schoͤpffen daraus ein Muht / Vnd allesampt verachten Jhrn edlen Fuͤrsten gut. 4. Jn roter Farb den Lewen / Den sie vom Fuͤrsten han / Thun sie allein anschawen / Setzen jhn oben an. Derselbe sol veriren Das Fuͤrstlich Roͤßlein weiß / Vnd gar wol tribuliren. Des wolln sie haben Preiß. 5. Vom Zaun sie Vrsach nehmen Solches zu setzen fort / Sich keines Vndancks schemmen / Werden auch nicht Schamroht / Wann sie schon vberwunden Jhrer Vnbilligkeit / Sagn sie was zu / zur Stunde Wirds jhn bald wider leydt. 6. Brunonis grosse Gnade Sein Privilegia, Vnd alles was sie haben / All Beneficia. Das hat jhr Roter Lewe Vom weissen Roͤsselein / Theten sie das anschawen. Subiectè, das wer fein. 7. Roth Lew in seinem Gitter Treibt grossen Vbermuht / VPͤlckt / gruntzt / kratzet vnd gnattert / Veracht das Roͤßlein gut. Das Roͤßlein weiß ergrimmet Ob solchem Vbermuht / Groß Fewr daraus erglimmet: Verachtung thut kein gut. 8. Ein Krieg der ward gestillet / Ein ander fieng sich an / Der Rote Lewe bruͤllet / Reitzte das Roͤßlein an. Daruͤber ward verlohren Manch kuͤner Heldt vnd Mann / Der Okerstrohm erhoben. Den Lewen machet zahm. Wie Roht Lew bgunt zu fuͤhlen Die grosse Wassers noht / Begunte er zu heulen Vnd bat vmb Gnad zu Gott. Das Roͤßlein vnd sein Herre / Der Edle Fuͤrste gut / Abwenten Kriegsgewehre / Vnd auch die Wasserfluht. 10. Wie Roht Lew Lufft bekame Vnd ein geworben Heer / Da war er nicht mehr zahme / Griff wider zum Gewehr. Dem Roͤßlein weiß nachtrachte Zu thun jhm Schad vnd Weh / Seim Kriegesvolck aufflagte Daß solches so gescheh. 11. Groß Außfell drauff begangen Dem Roͤßlein weiß zu Neydt / Dauon Braunschweiger prangen / Sagen es sey jhn Leydt / Geschehn wiedr jhren willen Von jhrem Kriegesheer / Hettens nicht koͤnnen stillen / Jst ein erdichte Mehr. 12. Kein Vrtheil irritiret Roht Lewens Kriegesleut / Man hats jhn hart mandiret Zu machen holen Beut / Sonst werens lauter Memmen / Verzagte Tropffen gar / Also thet man sie nennen / Dasselb ist Sonnen klar. 13. Erinnert jhrer Pflichte / Den Eydt so sie geschworn Vergessen solten nichte / Zu Nacht man jhn die Thorn Auffmachte vnd außfuͤhrte / Also ists gangen her / Diß seynd wol wahre Worte Vnd kein erdichte Mehr. 14. Wie Roht Lew so laxiret Den Zuͤgel jedermann / Herr Omnes iubiliret Vnnd griffens tapffer an / Wallaunen / Niederlender Exorbitirten da / Außzogen hin vnd wieder / Vnd manchem gar zu nah. 15. Dann jhre Spießgenossen Sie nicht verschonet han / Dieselb herab geschossen / Beraubt gerittn dauon / Dorfft solch Buben nicht straffen / Man muste vbersehn / Solches kan kein guts schaffen / Es muß vnrecht zugehn. 16. Also hat sichs beloffen offensio warlich / Koht Lew wil nun solchs stossen Gar reine wegk von sich / Es hetts allein verrichtet Fuͤr sich sein Kriegesheer / Sie werdens angedichtet / Roht Lew du Luͤgener. 17. Schwartz Adler hochgeehret / Du Edles Roͤßlein weiß / Weil sich solch Liegen mehret / Vnd Roht Lew brendt sich weiß / So bitten abgeschaffte Gut ehrlich Kriegesleut / Nembt sie nicht in Verdachte / Jhr Vnschuld sucht mit fleiß. 18. Das habt jhr Ruhm vnd Ehre / Darzu gar grossen Danck Bey allem Kriegesheere / Vnd wird nicht werden lang / So muß doch Recht / Recht bleiben / Vnd fallen Vbermuht / Gott woll das Gluͤck so treiben / Daß alles werde gut. 19. Roht Lewe laß dich weisen / Vnd stell dein bruͤllen ein / Weiß Roͤßlein hat schwer Eisen / Drumb brich den Hochmuht dein. Negst Gott hastu dein Ehre Von jhm / vnd sonst von nicht / Gegn jhm dich nicht so sperre / Sonst wird es treffen dich. 20. Das Roͤßlein hat mehr Lawen / Die koͤnnen zehmen dich / Auff dein Gewalt nicht bawe / Das Gluͤck moͤcht wenden sich / Der Adler schwartz moͤcht kommen / Dem Roͤßlein stehen bey / Solchs wird dir wenig frommen / Dafuͤr gewarnet sey. 21. Dann mit deinm schuͤldign weichen Kanstu erlangen mehr / Denn sonst mit deinen streiten / Beydes an Gut vnd Ehr. Dem Baum dem sol man neigen Der einen Schatten macht / Drumb dich von Hertzen beuge / Das nim gar wol in acht. 22. Ach Gott laß dichs erbarmen / Leg dich mit Gnaden drein / Vnschuͤldige vnd Armen Laß dir befohlen seyn. Die Boßheit wollstu wenden Durch deine starcke Hand / Straff auff den Hoffart sende / Erhalt des Roͤßleins Standt. 23. Fromb Lantzt vnd Cabelirer Vnschuldt zu retten frey / Vnd auch sein selbest Ehre / Dieses gesungen sey Von einem Martialer, Zu der Zeit war er mit / Weil er nicht war ein Praler / Halff sein gut meynen nit. 24. Wiltu sein Namen kennen / Vnd wie derselbe heist / C. Z. thut er sich nennen Der hincknde Bote meist / Kanstu sein Liedlein wenden / Des darffstu grosse Kunst / Must dich drumb selbest schenden / Vnd bringt dir gar kein Gunst. 25. Also wil er beschliessen Diß newe Liedelein / Laß es dich nicht verdriessen / Es kan nicht anders seyn / Warheit die muß doch bleiben Jn alle Ewigkeit / Es hilfft kein Luͤgen schreiben / Ade von hier ich scheidt. C. Z. Z. H. J. S. ENDE. Show less

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