Drei Schlachten in Ungarn, August 1600; Das Große Fass im Heidelberger Schloss
Ein Waarhafftige vnerhoͤrte newe zeitung Vnd grundlichẽ bericht / von diesen drey schlachten / auß Vngern / auch was fuͤr Volck zu beden Seiten / ist vmbkommen 6900. Christen / 18900. Tuͤrcken geschehen / zum ersten mal den 4. tag Augst / 1600. Jars / zum andern den 9. tag / zum dritten /... Show more Ein Waarhafftige vnerhoͤrte newe zeitung Vnd grundlichẽ bericht / von diesen drey schlachten / auß Vngern / auch was fuͤr Volck zu beden Seiten / ist vmbkommen 6900. Christen / 18900. Tuͤrcken geschehen / zum ersten mal den 4. tag Augst / 1600. Jars / zum andern den 9. tag / zum dritten / vnd letsten / den 24. tag Augst / dieses Jars. Das ander Lied. Von einem grossen Weinfaß / so zu Heydelberg ins Fuͤrsten Keller leidt / deßglei chen in der Christenheit nit zu finden ist / gar lustig zu lesen vnd zu singen. Getruckt zu Augspurg / bey Michael Manger. 1600. ACH Gott ich moͤcht wol singen / so sicht mich trauren an / die nott die thut mich zwingen / das ichs muß zeigen an / o Gott dir thu ichs klagen / denn Jamer vnnd die noth / so sich vor wenig tagen / neuwlich hat zu getragen. Als man schreibt tausent sechshundert / im Augsten dieses Jars / da hat sich Gott besonder den 4 tag fürwar / da thet sich zutragen / ein vnerhoͤrte schlacht / in Vngern thu ich sagen / O Christen Mensch betracht. Ein Statt die thu ich nennen / die war in wol bekandt / Weissenburg thut sie sich nennen / leit in dem Vngerland die Christen an sich gestelt die Tuͤrcken grieffens an / ein schlacht war da ge⸗ halten / vor Weissenburg auff dem blan. Ein Herr war da gefangen / vor Weisenburg der Statt / Juncker Wolff ward er genennet / 6000. tausendt in der Zaal / sind damals auch vmbkommen / den 4. tag deß Augst / der Chri⸗ sten All zu samen / in diesem streit merck auff. Die Tuͤrcken in der summen / die bschreib ich euch fuͤrwar / 4. tausent seind vmb kom̄en 9. hundert in der Zaal / da ward der frid gemachi / biß auff den dritten Tag / darnach wider gester⸗ cket / beid pardeyen zu mall. Jetzunder merck mich eben / den 9. tag diß Augst / han sie einander geben / die schlacht wi⸗ der zu hauff / Herr Daniel der Freyherr / der ster cket sein Christen woll / ritt allzeit vornen here / die Tuͤrcken wurden toll. Jetz zu der andern schlacht / so hoͤret auff mit fleiß / der Christen stercke vnd krafft / so in Gott hat verlihen / 5. Tausendt Tuͤrcken bliben / sind damals in der schlacht / die Christen auch beschri ben 3. hundert Jn der summ. Ach Gott so mercket eben / was weiter ich be⸗ schreib 32. vnd Christen eben / die Tuͤrcken jener seidt / haben sie da gefangen / sie auch gebracht dauon / manch Mutter wirt verlangen / nach ih rem liebsten sohn. Jetz mercket auff den Tuͤrcken / wie haͤrt es in verdroß / das er zum andern mahle / die schlacht verlieren must / helff Gott den gefangen Christẽ / die sie gefangen han / einer denn andern must richten / zu gleich ins Blut hinstan. Der Sohn sein eygnen Vatter / muß leben⸗ dig schinden thun / der Tuͤrck wol mit dem Se⸗ bel / allzeit thet bey jm stahn / sein hertz moͤcht jm zerbrechen / das er in dieser noth / must da sein ei⸗ gen Vatter / schinden vnd schlagen todt. Zwoͤlff hat er gespiesset / ehendig an die Zeun zugleich 8. auch zerissen zerschleiffet auff den stein / diß musten sie als leiden von wegen diser schlacht / weils Christen han gewoñen / mit gan⸗ tzer heres Krafft. Der Oberst Wascha merckt eben / der hat ge⸗ schwind ein raht / vier obersten außerlesen / ge⸗ sterckt mit Herres krafft / wider mit denn Chri⸗ sten zu streiten vor Mecha der Hauptstatt den 24. tag deß Augsten / am Himmel gsehen wer. Diß ist die dritte schlacht / die im Augst er⸗ gangen ist / ach Gott thut solches betrachten / merck auff du frommer Christ / wieuiel damals seind bliben 9. tausend in der sum / 6. hundert sein beschrieben / der Christen widerumb. Sechs stund hat es geweret / diß ohn erhoͤrte gschuͤtz / mit spiessen schilt vnd Bogen / bedracht O frommer Christ / im Blut vnd schweiß gewat ten / manch Mutter kind im todt / gelegen vnnd ersticket / im schweiß vnd Blut so rodt. Jetzundt wil ich beschreiben auff beder seiten all / was darin todt sein bliben / der Tuͤrcken in der zal / 18900. der Tuͤrcken blieben sein 6900. Christen beschreib ich widerumb. Solche Tyranny hand sie getriben / vier gan⸗ tzer wochen lang / noch sindt die Tuͤrcken diebe allzeit geschlossen ein / in die schantz gefallen / nechtlicher weiß gegriffen an / dreymal hat man sie gefangen / mit gluͤenden zangen zerreissen thun. Der Wascha merck / mich eben / hat sich ge⸗ macht hinein / in Constantinopel merckt eben / mehr Volck geschrieben ein / 6000. in der sum⸗ men / bracht er bald auff den blan / leget sie wie derumhe / wol auff die Vestung schon. Drey Weibsbild worden gefangẽ / mit sampt jr liebstẽ kind / zugleich gespieset / mit sampt vier kleinen Kind / man thet sie albesonder / ins fewr werffen hinein / zu Puluer gleich verbrennet / o weh der schweren pein. Kein Mensch thut solchs betrachten / wer in der Christenheit / sein ruh hat Tag vnnd Nacht / kommer kein mal zum Feind / der Tuͤrck thut jm mer streiten / wider das Christenblut / meint sie gar zuverdilgen / noch hilfft Gott in in der noth. Hie mit wil ich beschliessen / die jaͤmerliche thatt / O Christ laß dichs nit verdriessen / vnnd bit Gott vmb genad / das er vnß wol be⸗ huͤten / wol vor der Tuͤrckischen hund / der so jemerlich thut wuͤten / wider vns Christen zu aller stund. ENDE. JCh kam ein mal ins necker thal / in einer Sommer zeit / gehn Heydelberg in die Fuͤrsten Statt / die schoͤn am Wasser leit / zu mir ein gut Gsell sich geselt vnd mir ver melt / wie ich mich solt ins Fuͤrstlich Hauß bege⸗ ben / der liebe Gott ims vergelt. Jch namb den weg den Eselsteg / wol zu dem Schloß hinan / mich daucht das mir der selbig weg / am besten stunde an / vnd da ich nicht zu reiten han / auch keinen Mann / der fahren kan / drumb laß ich billich breiten weg / eim andern zu einer bahn. Vnd da es gar geschwuͤllich war / empfandt ich da der hitz / vnnd ich auch zimlich muͤde war / am gantzen Leibe schwitz / das ich da meinen schwarzen hut / vorm blawen hut / abzoge gut / doch nit auß re⸗ uerentz / wie mancher dencken thut. Jch gang so fort / wol durch die pfort / vnd kam⸗ ins Schloß hinein / ich sach mir da Gebewe viel / von steinwerck groß vnd klein / Churfuͤrstlich alles odiniert / proportioniert / vnd corrigiert / deßgleich ich nie gesehen han / von Bruñwerck schoͤn geziert. Da blaget mich so hefftiglich der durst mein ergester feind / das sach mir an ein wolbekanter al⸗ ter guter freuͤndt / er fuͤhrt mich zur selbigen zeit / ein wenig beseit / da die Kirch leut / ich dacht soll ich jetz betten gan / vnd ist nit an der zeit. Jch sprach jhn an was er wolt han / da saget er mir gar frey / wie er mir was zuweisen hett / inn Fuͤrstlicher Kellerey / allda must ich bekennen rund das ich empfund / zur selbigen stund / das er mich durch ein ein arney bald wirt machen gsundt. Gar vil ich sach der Faͤsser da / von vielen Fu⸗ dren stahn / das ich an andren orten / vor nie gese⸗ hen han / er fuͤhrt mich ein wenig fuͤrbaß / zu einem faß / das wunder was / von hoͤch vnnd lenge zuge⸗ richt / in besondren Gewelb es lag. Sibenzehen stapflen alda / musten wir stei⸗ gen ein / wol zu dem selbigen faß hinnab / gefuͤlt mit gutem Wein / die hoͤch die hat achtzehen schuh / zu solchem thu / noch zehen schuh / so haͤstu auch die leng / darbey laß das ein feßlein sein. Vnd solches helt / ich dir vermelt / drey Vier tel vnd drey Om / auch hundert zwen vnd dreißsig fuder gerechnet in der sum̄ / wann solches faß nicht wer zu handt / in Sachsen vnd im Behmer landt / so wirt gewiß das sawer Bier nicht sein so wol be⸗ kandt. Mit einem Glaß / stigen wir auffs faß / auff ei⸗ ner leiter drat / das doch manch hoppen Bruder⸗ lein / noch nicht gesehen hat / vnd greiffen mit dem Glaß hinein / vnd schoͤpffeten ein den guten wein / der besser ist gewesen / dann des Fuͤrsten / Wolffs bruͤñlein. Jch sage diß / vnd ist gewiß / die vrsach die ist das / das er mich so gefuͤhret hat / wol eben auff das faß / darmit manch grober Gesell nicht denck / wann im wirt vnden eingeschenckt / das faß wer nicht gefuͤlt am grund / gieng nit biß an den spund. Noch ein ort / hab ich gehoͤrt / ein solches faß soll stahn / obs gleich die leng vnd hoͤhe hat / disems doch nicht gleichen kan / dann dises halt gar guten wein / dort fuͤllt man lauter kofent drein / welchen sie lieber trincken thun weils Hoppen Bruͤder sein. Groß lob durchauß dem Fuͤrsten hauß / geb ich wo ich hinkomb auch disem grossen faß viel ehr / weils wein helt grosse sum̄ Gott geb das dir mein wunsch werd war das es gefuͤlt werd alle Jahr / mit gutem wein darmit sich frewt der Musicanten schar. Zu guter nacht / das lied erdacht / gar guten Gesellen frey / die der Musica gewogen sein / find in der Kelleren / ob sie gleich nicht sind worden genant sind sie vns doch gar wolbekant / von vns haben sie grossen danck / all vnser lebenlang. ENDE. Show less

Hunger in Überlingen
Warhafftige Newe Zeitung / Von zweyen Leiblichen Bruͤdern / gesche⸗ hen in einer Stadt heist Vberling / ligt an dem Boden See. Jm Thon / Hilff Gott das mir gelin⸗ ge / rc. Erstlich gedruckt zu Nuͤrn⸗ berg. MEin Hertz thut mich bezwingen / zu melden ein Geschicht / vnd wil euch jetzund... Show more Warhafftige Newe Zeitung / Von zweyen Leiblichen Bruͤdern / gesche⸗ hen in einer Stadt heist Vberling / ligt an dem Boden See. Jm Thon / Hilff Gott das mir gelin⸗ ge / rc. Erstlich gedruckt zu Nuͤrn⸗ berg. MEin Hertz thut mich bezwingen / zu melden ein Geschicht / vnd wil euch jetzund singen / die Warheit thun bericht / von zweyen Bruͤdern mich recht versteh / in einer Stadt heist Vberling / ligt an dem Boden See. Allda saß ein Mann gar fromb / der hatt fuͤnff kleine Kind / Er hat nichts einzu⸗ kommen / die Tewrung war geschwind / er arbeit fleissig vmbs Tagelohn / doch kund er von Tewrung wegen / seine Kinder nicht nehren thun. All Tag wol vmb neun Batzen / mu⸗ sten sie haben Brod / doch kond er sie nicht erkratzen / sie musten noch leiden Noth / Er hat einen Bruder in der Stadt / der war von Guͤtern reiche / gantz freundlich er jhn bat. Vnd sprach zu jhm in trewen / Ach mein liebster Bruder durch Gott / wollest mir ein Scheffel Korn leihen / in meiner grossen Noth / ich wils dir wider geben bar / oder wil dirs abuerdienen / mit meiner Ar⸗ beit schwar. Sein Bruder sprach geschwinde / ver⸗ spott jhn gar hinwider / Was machstu mit allen Kindern / kanstu sie ernehren nicht? Der Arm antwortet jhm gerad / ich muß sie ja wol haben / weil sie mir Gott gegeben hat. Du kanst mir doch wol helffen / sprach der Arm in meiner Noth / Pack dich mit deinem gelffen / sprach der Reich mit hohn vnd spott / mein Korn ist mir nicht so feyle / die Thaler muͤssen dar klingen / wers von mir haben wil. Der Arme ruffte freye / ach Gott mein sach annim / ist das Bruͤderliche trewe / der Reiche sprach mit grim̄ / Da hastu sechs Pfenning / kauff dir ein Strick / thu dich da⸗ mit auffhencken / du hast doch kein geluͤck. Der Arm gieng zur Stadt aussen / vnd nam die Pfenning mit / noch kam jn an ein grausen / vber seins Bruders red / aufff dem Feld / ohn allen spott / felt er nieder auff seine Knie / vnd bittet gar trewlich Gott: Das er jhn nicht wolt verlassen / mit seinem Weib vnd Kind / ob gleich nun der⸗ massen / sein Bruder reich vnd geschwind / hatt jhm gebotten spott vnd hohn / er wolt Gott die rache geben / der wirds wol rech⸗ nen thun. Fiel er auff seine Knie / thet sein Gebet zuhand / da thet er bald sehen / fand etlich Gelt im Sand / war vngefehr drey Thaler wert / Er dancket Gott von Hertzen / der jhms durch Gnad hat beschert. Der Mann thet balde lauffen / zu sei⸗ nem Weib vnd Kind / vnd thet jhn Essen kauffen / was jhn zur notturfft dient / seins Bruders Gelt das nam er nun / gieng zu dem Seiler balde / vnd kaufft ein Strick dafuͤr: Thet denselbigen tragen / zu seinem Bruder reich / Er thet auch zu jhm sagen / das ist ein Strick gleich / kost eben sechs Pfennig gerad / ich wil dir den wider schen⸗ cken / Gott lohn dir deiner Wolthat. Er nam den Strick zuhanden / sprach spoͤttlich gib nun her / Es wehrt kein halbe stunde / mit noth vnd groß gefehr / fleucht all sein Korn alsbald hinaus / in die Lufft wie eytel Muͤcken / es kam jn an ein graus. Er thet geschwinde lauffen / auff seinen Boden mir glaubt / sein Korn war weg zu hauffe / er ward von Sinnen beraubt / Er nam den Strick vor genandt / thet sich da⸗ mit auffhencken / O weh der Suͤnd vnd schand. Hie bey da sollen wir lernen / vnd ne⸗ men ein Bericht / Vntrew schlegt sein eigen Herren / wie man im Sprichwort spricht / Wer Gott vertrawt / hat wol ge⸗ bawt / den wird er nicht verlassen / wie man hie oͤffentlich schawt. Hie kan man frey anschawen / Gottes Zorn vnd auch Gnad / all die auff jhn ver⸗ trawen / den hilfft er auch gerad / wie er an diesem armen Mann / Exempel thet bewei⸗ sen / das er noch helffen kan. Aber die Geitzhaͤlse eben / den jr Hertz / sinn vnd muth / sich so gar thun begeben / auff jhr Gelt vnd Gut / martern vnd pla⸗ gen die armen Leut / mit Wuchern vnd mit Schinden / wird Gott zu seiner zeit: Gar nicht vngestraffet lassen / Dar⸗ umb jhr Christen gemein / hat euch Gott gesegnet dermassen / wolt jhm doch danckbar sein / hilff deinen Nechsten aus seim leid / Gott wird es wol vergelten / hie vnd dort in Ewigkeit. Das Ander Lied. GOtt Vater in Ewigkeit / sey Lob vnd Ehr allzeit / Der vns aus seinem Throne / sein aller⸗ liebsten Sohne / vom Himel hoch thet senden / zu trost vns armen Elenden. Seins Vaters Zorn gestilt / durch seinen Todt gar milt / drumb sollen wir jn bitten / das er vns wolt behuͤten / fuͤr Leibs vnd Seeln ge⸗ fahre / jetzund in diesem Jahre. Gib vns getrew (ach HErr) Schulmeister vnd Prediger / Er⸗ halt vns all gemeine / bey deim Wort recht vnd reine / vors Teuf⸗ fels tuͤck vnd listen / vor Tuͤrcken vnd boͤsen Christen. All Christlich Obrigkeit / woll Gott der HErr allzeit / mit seinem Geist regieren / Buͤrgermeister vnd Rathsherren / das sie die Frommen schuͤtzen / Land vñ Leuten zu nutzen. Die Buͤrgerschafft gemein / Handwercksleut wo sie sein / die wolle GOtt erhalten / die Jungen mit den Alten / das jhr anfang ge⸗ deye / in jhrer Arbeit freye. Dem Bawersman gemein / wolt GOtt behuͤlfflich sein / das sie die Fruͤcht thun samlen / sich nehrn in Gottes Namen / Gib jhn Gluͤck / Heil vnd Segen / zu Pflantzen vnd zu Mehen. Den frommen Frawen gleich / sie sind Arm oder Reich / woll Gott der HErr behuͤten / fuͤr Truͤbsal / Angst vnd Noͤhten / jhr Kinder all zusammen / auffziehn in Gottes Namen. All Gsellen vnd Jungfrawn fein / Dienstmaͤgde auch gemein / die jhr Ehr zuͤchtig halten / die woll Gott lassen walten / ein gluͤckseligs Jar mit namen / das sie zu Ehren kommen. Die Kinderlein gemein / Kna⸗ ben vnd Maͤgdelein / die Vater vnd Mutter ehren / vnd fleissig Beten lernen / das Jesu Kindlein fromme / werden sie auch bekommen : Zum gluͤckselign Newen Jar / Die boͤsen Buben zwar / die alle boßheit treiben / vnd aus der Schul thun bleiben / soll man mit Ruthen streichen / den Armen als den Rei⸗ chen. Biß das sie all gemein / jhrn Eltern ghorsam sein / das sie auch werden fromme / zu jhrm Verstan⸗ de kommen / in Gottes furcht gede⸗ yen / das sich die Eltern frewen. Auch last vns bitten heut / fuͤr die gantze Christenheit / das sie Gott woll bewaren / jetzund in die⸗ sem Jare / Gott helff vns allesam⸗ men / durch Jesum Chri⸗ stum / Amen. Show less

Von einem ungeratenen Sohn, 22. August
Warhafftige Newe Zeitung / Welches gesche⸗ hen ist den 22. Augusti von ei⸗ nem vngeratenen Son / welcher seinem Vater vnd Mutter nicht gehorsam gewest / wie er nachmals gestorben ist / welcher seine Zunge und rechte Hand zum Grabe heraus gereckt hat / welches geschehen zum Schneberge im ... Show more Warhafftige Newe Zeitung / Welches gesche⸗ hen ist den 22. Augusti von ei⸗ nem vngeratenen Son / welcher seinem Vater vnd Mutter nicht gehorsam gewest / wie er nachmals gestorben ist / welcher seine Zunge und rechte Hand zum Grabe heraus gereckt hat / welches geschehen zum Schneberge im Meisner Lande gelegen / Jm Thon / Kompt her zu mir / spricht Gottes Sohn / etc. Freyberg / Gedruckt durch Georgium Hoffman. Ein Newe Lied. HOrt zu jhr lieben Christen schon / was ich euch jtzt wil zeigen an / von vnerhorten dingen / was ge⸗ schehen wol im Meisner land / ein je⸗ der dis betrachten wol / dauon ich euch jtzt wil singen. Ein armer Tuchknappe mercket gar schon / mit seinem Weib erzihen thun / drey Kinder boͤse / mercket eben / kein vnzucht er jhn wehren thut / wie ein Vater gebuͤhret hat / die Mutter auch darneben. Ein Knab von 15. Jahren alt / gelgenerweise gestorben bald / den El⸗ tern gieng es zu hertzen / hetten sie es erzogen rechter massen / vielleicht hets jhn Gott lenger gelassen / Gott lest mit jhm nicht schertzen. Der Knabe bis an den dritten tag / hat aus gerecket mit grosser kla⸗ ge / seine Zunge vnd rechte hand / der Cuͤster das bald gesehen hat / den Priester ers anzeigen thet / fuͤrt jhn bald dar zu handen. So bald der Priester das er sach / gar balde zu dem Cuͤster sprach / thut nach seinem Vater lauffen / Er lieff bald nach seim Vater hin / die Mutter kam auch mit jhn / sonsten ein grosser hauffe. Der Priester gar wol gelert durch Gottes wort den Knaben be⸗ schwert / zu stund vor allen Leuten / das er im bald das leid entdeckt / war⸗ umb er die Zung vnd hand raus reckt was es doch mus bedeuten. Der Knabe antwort mit heller stim / das ist die schuldt / mich recht vernim / das wil ich euch vermelden / Mein Vater ich nie gehorsam war wolt auch nicht lernen beten klar / brachts zu fluchen vnd schelden. Wenn mich mein Vater straffen thet / gar hart ichs jhm fuͤr vbel hett / lieff zu der thuͤr hinaussen / Gab den Vater boͤse wort / wie man denn jtzt von Kindern hoͤrt / schlug die Zung vber in aussen. Der Knabe sprach zum Vater das / o zihe du meine Schweste / bass / als du mich hast gezogen / wens kommen in die Helle pein / verflucht mus Vater vnd Mutter sein / die Brust dies haben gesogen. Ja wann Gott jtzt auff Erden gieng / das Volck zu lehren selbst an⸗ fieng / Niemand lies sich erweichen / Man hoͤrt das alle Propheten klar / haben geweissaget viel hundert jahr / Gott werde senden viel Zeichen. Vorher wol fuͤr dem Juͤngsten tag / welchen niemand entfliehen mag / so man schon viel thut sehen / das als vns Gott der Vater mild / vnd send zu einem ebenbild / thut vns die Schrifft verjehen. Mit diesen worten zu der stund / den Knaben Zung vnd Hand ver⸗ schwund / kein mal thet mans mehr sehen / Der Priester sprach zum Leutẽ sein / last euch das ein Exempel sein / nach dem befehl des HErrn. Jch bitt Vater vnd Mutter fein / spar die Ruthen nicht an den Kin⸗ dern dein / wies dieser hat gesparet / Ja wer sein Kind recht zihen thut / der kan kein besser heirat guth / seinen Kindern ersparen. Hiermit beschliesse ich dis ge⸗ schicht / ein frommer wirds verach⸗ ten mich / wollen daran gedenken / den Eltern sampt der kinder schar / wuͤnd⸗ chet ein freudenreiches Jahr / das sie kein vnfall krencke. Show less

Wunderzeichen und Erdbeben in Mechelburgerland; Von einem wilden Mann in Holstein
Zwo Warhafftige Newe Zeitung / Die Erste / Von den Grausammen / Auch schroͤcklichen / vnd zuuor vnerhoͤrtẽ Wunderzeichen / so man in der Nacht vor dem Tag / Maria Geburt in den Luͤfften gesehen / als nemlich an dem gantzen Reinstrom / wie auch in dem Mechelburgerland / vnnd vmb die Statt ... Show more Zwo Warhafftige Newe Zeitung / Die Erste / Von den Grausammen / Auch schroͤcklichen / vnd zuuor vnerhoͤrtẽ Wunderzeichen / so man in der Nacht vor dem Tag / Maria Geburt in den Luͤfften gesehen / als nemlich an dem gantzen Reinstrom / wie auch in dem Mechelburgerland / vnnd vmb die Statt Luͤtich vnd Coͤln im Niderland / auch andern Or⸗ ten mehr / hergegen auch widerumb von den grausamen Erdbidemen / so sich dar⸗ auff erhaben. Die ander Zeitung / Jst von einem Wilden Mann / so sich in dem Landt zu Holstein / Wie auch auff dem Wald vnnd Land / hierin mit grimmig⸗ lichem Geschrey / hat hoͤren vnd sehen lassen / auch von einem Wilden Wurm und Trachen. Jm thon / O Ewiger Vatter im Himmelreich. Gedruckt zu Frãckfurt am Mayn / durch Johannes Sawer. Die erste newe Zeitung / WAcht auff jhr lieben Christenleut / in dieser Hochbetruͤbten zeit / von dem schlaff euwer Suͤnden / der tag deß Herren ist nit weit / es nahet sich die letzte zeit / merckt auff jhr menschen Kinder / Reich / Arm / Jung / Alt / wie jhr seyd / fast es zugemuͤt / vnd Hertzen / last euch nit lang werden die Zeit / es ist fuͤrwar kein schertz / daruon ich euch will singen drat / ach herr Gott Vatter ins Him̄els thron / verley mir dein Genad. Daß ich moͤg klaͤglich zeigen an / merckt wol dar⸗ auff jhr Frauwen vnd Mann / was sich hat zugetra⸗ gen / am tag Maria Geburt fuͤrwar / begab sich schroͤcken vnd grosse klag / in der nacht thu ich sagẽ / in Mechelburg auch Niderlandt / an viel enden vñ Orten / auch vmb die Statt Coͤlln bekandt / allda sein gesehen worden / viel schroͤckliche zeichen man⸗ cherley / sach man ins Himmels throne / mit jamer vnd grossem geschrey. Jn der gemelten Statt mit klag / man vmb II. in der nacht sah / schroͤcklich Wunderzeichen / der Himmel war gantz hell vnd schoͤn / da sach man in den Wolcken stehn / drey grosse Baͤum zugleiche / die waren gestalt Grün / Rot vnnd Weiß mit viele. der Nest vmbgeben / auch vnderstuͤtzt mit gantzem fleiß / weiter hat man gesehẽ / vnder jedem Baum / ein Todtenbar / alleichsam in der Lufft gformiret / das ist gewißlich wahr. Hernach alßbald in kurtzer zeit / sach man in der Lufft viel Staͤtt zugleich / die waren hart vmbfan⸗ gen / mit langen Stralen in eim Sreit / waren ge⸗ stalt wie Kriegesleut / auch Spieß vnd lange stan⸗ gen / ein Heer zog auff das ander ab / das kund ein jeder sehen / da war jamer not Weh vnd klag / die Stett wurden vmbgeben / Zertrent vnnd in den Grund verschleifft / mit manchem grossen Donder klapff / schroͤcklich zur selben zeit. Bald darnach / wie ich euch bericht / der Streit am Himmel vergangen ist / hernach so kam gezogẽ / ein Wind gar vngstuͦm grausamlich / gantz Erd⸗ boden erschuͤtet sich / ist war vñ nit erlogen / ein Erd⸗ bidem schnell vnd behend / hat sich darauff erhabẽ / an dem Reinstrom an aller Grentz / mit jamer not vnnd klagen / viel Heuser es eingeworffen hat / Schloͤsser / Thuͤrn / Mauren zugleicher massen / es gar versprenget hat. Jn solchem schrecken jamer vnnd Klag / man dacht es kem der juͤngste tag / die Welt wuͤrdt gehn zu grunde / ein jedes schrey ach Mord vnnd Weh / ich erleb den tag nimmermeh / viel Volck auß dem Bett auffstunden / theten jhr Nachbauren ruffen an / vmb hilff rettung vnd beystande / auch schreyen die kleinen Kindlein schon / den Eltern vnnd ver⸗ wandten / ach helfft vnnd wehrt der grossen Noth / wir muͤssen sonst in dem Bett sterben hilff vns O lieber Herre Gott. Daß wert die gantze lange Racht / ward alles nur die hoͤchste klag / waß ist in meinem Hause / es fellt schier gar vmb in den grund / O weh der trau⸗ rigen zeit vnd Stundt / ach wer ich nur voraussen / der Wechter auff dem Thurn grim̄ / schrei Mordio vmb hilffe / in allen Gassen hoͤrt man die Stimm / nit anderst da schreyen vñ gelffen / hilff lieber Vat⸗ ter ins Him̄els thron / hilff heiliger Geist deßglei⸗ chen / hilff Jesus Christus Gottes Sohn. Da schrey man zu dem lieben Gott / ach Herr hilff in der grossen noth / laß vns nit gar verderben / verschon der kleinen vnmuͤndigẽ Kind / die an der Straff nit schuldig sind / durch dein heiliges leiden vnd Sterben / alßbald darnach in kurtzer frist / mit not jamer vnd klagen / das Fewr vom Himmel ge⸗ fallen ist: die Leut mit forcht vnd Zagen / eilten zu⸗ samen vor dStatt hinauß / aldar kamenß gelauf⸗ fen / zur huͤtten in ein Wuͤrtzhauß. Vermeindten darin sicher zu sein / es bracht in aber ein schwere Pein / O weh des grossen schmer⸗ zen / die Erden hat sich auff gethan / darauß da hat man sehen gahn / fewr Flammen ohne schertzẽ / auß der Erden da brend das Fewr / schroͤcklich mit aller massen / 3. gantzer Stundt gar vngehewr / vnd wolt auch nit nachlassen / biß daß Wirtshauß verbrun⸗ nen war / viel Volck drin ist verbrunnen / auch Vieh vnd andere Guͤter zwar. Nit weit daruon ein Kirchen stundt / zu Sanct Niclauß war sie genandt / ist vnder gangen gar / die Glocken darvor ein gantze Stundt / sich selbst im Thurn gelidten handt / das ist gewißlich ware / Zu Walderstein desselbengleich das Fewr vom Him⸗ mel ist gefallen / merckt wol darauff jung / Alt / Arm und Reich / zu demselbigen male / es vom Himmel Blut auch regnet drat / gar rot 6. regenbogen / man am Himmel gesehen hat. O Christen mensch sey nicht so blind / vñ schlag das Wunder nit in den Wind / sondern nim vor deine Augen / daß Euangelium S. Lucas / am 21. such das / da wirdts Christus nit launen / da Er spricht / wann solche Wunderzeichen geschehen / so ist das End nit weite / drumb mag ein jeder drauff sehen / es nahet sich zur letzte zeite / darumb bekehr Euch ihr lieben Christenleut / vnnd bessert Ewer leben / dann es ist mehr dann zeit. Die ander Zeitung / WAs hoͤrt man leider alle tag / groß jammer angst / noth / weh vnd klag / vil ellend schmer⸗ zen vnd kummer / es ist groß widerwertig⸗ keit / von Blutvergiessen / krieg vnd streit / Breñen / Rauben / Morden jetzunder / hat in der Welt gar ein fuͤrgang / bekommen an allen enden / das eim doch jetzt solt werden bang / vnd sich einmal abwen⸗ den / von der boͤsen verkehrte Welt / Gott den Her⸗ ren vmb Genade bitten / aber wenig wie ich meldt. Jezt will ich melden zu der frist / was gar new⸗ lich geschehẽ ist / in dem Land zu Holstein fuͤrware / nit weit von Bernltzheim der Statt / auch auff dẽ Waldt man gesehen hat / ein Mann kam gangẽ da⸗ re / gantz schroͤcklich ließ er sehen sich / wol 30. gantzer tage / mit grossem geschrey gar grausamlich / das er trib Nacht und Tage / viel Leut es von jhm gehoͤret han / vnd auch selber gesehen / O Mensch hoͤr wun⸗ der an. Der Mann wie ich von singen thu / hat weder Tag noch nacht kein ruh / thet nichts dann schreyẽ vnd gelffen / rufft vber der Menschen grosse Suͤnd / darin sie stecken gar ellend / O wehe der armẽ Wel⸗ te / die keiner warnung gar mehr acht / Gottes droͤ⸗ wen nit wil glauben / alle Wunderzeichẽ verspott / außlacht / so er vns stelt fuͤr Augen / die wirdt Gott straffen grimmiglich / mit Stral / Fewr / Vngewit⸗ ter / auch Hunger / Pestilentz gar grausamlich. Zum andern schreit er offenbar / vber der Welt vnglauben gar / vnd jhr Gottloses leben / die sich nit kehren an die Gschrifft / was man sie auß Gottes Wort bericht / sonder je lenger je mehre / in dem vn⸗ glauben fahren fuͤr / in Wucher / Geitz dergleichen / die finantz treiben / fuͤr vñ fuͤr / bey armen vnd reich⸗ en / die wirdt Gott straffen in kurtzer zeit / wie den Jsraelitern ist geschehen / die noch sind in grossem leid. Zu dem dritten vermannt er auch / die Hoffart vnd vnnutz brauch / so gar nimmpt vberhande / bey juͤ⸗ gen vnnd auch alten Leut / deßgleichẽ auch bey arm vnd Reich / in Teutsch vnnd Welschem Lande / den Ehebruch vñ Hurerey / Pracht / Vbermuth darne⸗ ben / fluchen vnd schweren mancherley / dauon das Gottloß leben / geht jmmer fort so gar verrucht / das es nie wer ein wunder / die gantze Welt wurd ver⸗ flucht. Zum vierdten vermant er die junge Welt / die sich so gar vnzuͤchtig stelt / mit Tantzen / jollen vnnd springen / auch Spielen / sauffen mancherley / gar grosse Gottslestruͤg darbey / suͤndliche that begiñen dieselbigen werden jhren lohn / auch darumb thun empfangen / die Eltern soltens wehren schon / in der jugent nemmen zur hande / aber wie die alten singẽ thon / das lernen auch die Jungen / gar keins von suͤnden will lohn. Diser Mann wie ich euch erklaͤr / gieng in den Wildnussen hin vnd her / gantz wol war er zu sehen / an seinem Leib war er gar roth / sein Kopff zuscha⸗ wen wie der Todt / weiter so thu ich jehen / viel Leut jn da verspottet han / die haben bald bekommen / ein leichen von diesem frembden man / zu eim beyspiel der frommen / dañ er berufft in sonderheit / alle ver⸗ stockten Hertzen / sagt jnen von Gottes bescheidt. Gar traurig zu derselbe stund / sie weren auß ge⸗ schlossen von Gottes Bund / die alle Wunder ver⸗ lachen / dann der hoͤchste Vatter ins Him̄els thron der sichts durch Christum seinen Sohn / darumb wuͤrd Er sie straffen / mit grosser noth schmerzen vñ Pein / auch finsternus deß glechen / da wirdt Frost / Hitz vn quoͤlung sein / O Mensch versteh mich wei⸗ ter / so bald der Mann verschwunden ist / vnnd sein warnung niemand wolt fassen / schickt Gott einan⸗ der wunder aschicht. Ein wilder Trach ließ sehẽ sich / mit grossem ge⸗ schrey gar grausamlich / ein jeder wolt jn bschawẽ / viel Leut bekamen ein boͤsen lohn / von disem Thier so vngewohn / merckt wol drauff Mann vnd Frawẽ / von seinem Athem gestorben sind / vber 100. Men⸗ schen balde / von wegen jhrer grossen Suͤnd / ließ sie der liebe Gott fallen / weil sie alle warnuͤg schlugen in Wind / deß Mans klagen nit hoͤrten / waren gar Taub vnd Blind. Drey Personen waren auch mit todt verfahrẽ / vnnd da man die andern hat vergraben / Lebendig sinds wider worden / grausame straff gezeiget an / wie sie mit Engeln geredet han / zur warnuͦg Men⸗ schlichen Ordens / das man von Suͤnden soll ab⸗ lan / nicht als so gar verlachen / ein ware Buß vnd Rewe han / auch dieses Wunder betrachten / vnnd wañ das an vns nit helffen werd / so woͤll Gott noch schroͤcklichere plagen / herab schicken auf die Erd Stache straffen machens auch Offenbar / so die Menschen solten engstigen gar / in Teutsch vnnd Welschen Landẽ / groß Auffruhr / Krieg / Sturm / Schlachten vnd Streit / schwere Kranckheit vnd Widerwertigkeit / ein Herr wider dẽ andern / wird Auffruͤrisch erzeigen sich / Schwester / Bruͤder / Freund vund bekanten / die jungen wider d Eltern grimmiglich / Nachbawren vnnd verwanten / wer⸗ den vneinig vnnd zertrent / viel Vnschuldig Blut vergiessen / auch durch jhr Suͤnd verblendt. ENDE. Show less

Österreichischer Türkenkrieg 1601; Nachbarschaftsstreit 1601
Zwo Warhafftige Newe Zeitung / Die Erste Was gestalt der Tuͤrck zu eingang des Aprillis diß 1601 Jars in das Windisch Landt eingefallen / mit raub vnd brand verhergt / auch mit wz schmaͤchlichen todt er die Arme Lands leut verfolgt / betruͤbet / vnnd geplaget hatt. Die ander Zeitung / Von... Show more Zwo Warhafftige Newe Zeitung / Die Erste Was gestalt der Tuͤrck zu eingang des Aprillis diß 1601 Jars in das Windisch Landt eingefallen / mit raub vnd brand verhergt / auch mit wz schmaͤchlichen todt er die Arme Lands leut verfolgt / betruͤbet / vnnd geplaget hatt. Die ander Zeitung / Von einem armen Burger / so von seinem nachbauren Korn entlehnen wolt / wie im dasselbig abgeschlagen / vnnd was wunders sich hierdurch verlauffẽ hatt in disem 1601 Jar. gesangsweiß gestelt / Jm thon Jnßpruck ich muß dich lassen. Getruckt zu Passauw / durch Johan Will⸗ helm Neuwman. Die erste zeitung. O Teutschland thu bekeren dich / der Tuͤrck auff dein Graͤntz ruͤstet sich / mit rauben vnd mit brennen / sein grosse macht vnd Tyranny / allgemach zu dir schleichet her⸗ bey / Land vnd Leuth thut er dir abgwinnen. Dannoch wirffst solches in die wind / mit se⸗ henden augen bistu blind / vnfahl wilt nit erken⸗ nen / man sagt / man schreit dir stets von jhm / all warnung schlegst du auß dem sinn / deins vn⸗ guͤcks wilt selbst nit warnemen. Wie lang meinst das es gut werd thun / hoͤrst nit all tag den spott vnd hon / den er taͤglich zufuͤ⸗ get / der Arm betruͤbten Christenheit / in Win⸗ disch landen nit so weit / vnd sich darab noch nicht benuͤget. Sonder setzt sein fleiß weitter herauß / bist du ein Christ sey es dir ein grauß / laß dich ein mal vff wecken / hast ein from̄ Hertz in deinem Leib / be⸗ denck dich selbs sampt Kind vnnd Weib / ins Teutschland will sich sein gwalt strecken. Ach Gott was han die Arme Leuth / im Win⸗ dischland newlicher Zeit / erlitten vnd außgestan den / ein Stein moͤcht es erbarmen thun / wie er mit in ist gangen vmb / was jamer in ist gangen zuhanden Noch wils vns nit zuhertzen gahn / Jung / Alt treibt nur ein gspoͤtt darvon / als wann kein Gott nit were / der dise schmach wort raͤchen koͤndt / O Jesu Christ hilfft im ellend / wach auff / thus Tuͤr⸗ ken gwalt zerstoͤren. Mit neun mal hundert tausendt Mañ / ist er schon gewaltig kommen an / vmb mittel fast diß Jahre / Persoͤnlich reiht selbs vornen dran / will an jhm selbs nit manglen lahn / mit sampt seiner Gottlosen schar. Die Landleuth so da geflohen warn / mit Weib vnd Kindern die Tartarn / zu stucken han zerhau⸗ wen / beraubten sie an Haab vnd Gut / brauchten grossen vbermuht / mit Edlen vñ vnedlen frawẽ. Auch die vnschuldigen Kindlein klein / musten leiden ein schwere pein / Vatter / Mutter auffge⸗ bẽ / zum spectakel mit sonderm fleiß / Brust / Naß Ohren man jhn abriß / brachtens jaͤmerlich vmb das Laͤben. Auff diese vierhundert flecken vest / mit schoͤn heusern geziert auffs best / in brand alsbald thett stecken / ein forcht hiemit in treibet ein / soll das nit ein ruch Gottes sein / heißt das nit Teutsch⸗ land thun auffwecken. An disem ward er nit content / eylends ettlich Staͤtt auch anrent / hat sie ringsweiß vmbgebẽ / verhieß jnen fuͤr sein Person / auch by seiner Key⸗ serlichen Kron / zu fristen allen darinn jhr Leben. Volkomnen paß / auffrechts gleit / hat er jn zu⸗ gesagt auff sein Eyd / Land Leut damit erhalten / da man auffs Feld ist kommen hinauß / hatt er sie nackent zogen auß / starck Leut verkaufft / andten die Koͤpff zerspalten. Die Krancken hatt er gehencket auff / die Al⸗ te Leut / namb er darauff / die Augen thet er jhn außstechen / ein Tag oder Zwen ligen lahn / wel⸗ cher dann nit daruon entran / Haͤnd Fuͤß erberm⸗ lich thun zerbrechen. Viel an die Spiß hatt gesteckt entpor / o jamer vber jamer gar / ettlich besengt vnd gesotten / Rie men geschnitten auß jhrem Leib / manch Bider⸗ man vnnd ehrlich Weib / am Fewr mit Bolen ward gebraten. An disem war er noch nit satt / vil Wunden jhn gehawet hat / Saltz / Pfeffer darin griben / zu leist mit Pulfer sie vmbhengt / dasselbige schroͤck⸗ lich anzuͤndt / zerstieß / nit eins wer bey dem Laͤ⸗ ben bliben. Wann ich erzehlt der Marter sum̄ / wie er mit jn ist gangen vmb / mein Hertz moͤcht mir zer⸗ springen / dem lieben Gott es also gfaͤlt / der troͤst sie all in jener Welt / zum ewig Vatterland sie bringe. Darab die gantze Christenheit / billich soll tra⸗ gen ein Hertzleid / weil Soñ / Monn vnd die ster⸗ ne / ja des gantzen Himmels Firmament / darab klagent vnnd trawrig sind / sehent solchs verder⸗ ben nit gerne. Drumb wilt du han das Gott sein straff / von dir abwend vnd friden schaff / so thu dein Sünd erkennen / laß ab vom boͤsen nimb an das gut / damit brichst du des Herren ruht / die dich schon wirt ver⸗ brennen. Die andere newe Zeitung. VOn sehr schroͤcklichen geschichten / gib ich waren berichte / die sich verlauffen hat / beüwr leider dem jahre / da man zacker ist gefahren / zu Polsing bey Cranburg der Statt. Ein Burger gar vermessen / war damit hauß gesessen / an Korn / Gut / Gelt sehr maͤchtig Reich / ja an den selben enden / ward nit bald zu finden / in aller notturfft nie gleich. Zu dem kame gegangẽ / sein nachbawr mit ver langen / hatt vmb ein viertel Korn / sein Kindern Broͤt zubachen / sein Fraw wer kranck vnd schwa⸗ cHe hett vor zwo stund ein Kind geboren. Baͤtt derhalb vmb Gottes willen / jm sein bitt zu erfuͤllen / dann die groß hungers not / dermas⸗ sen jn jetzt treibt / mit Kindern vñ dem Weibe / er⸗ barmen moͤchts den lieben Gott. Der reich Nachbauwr zur stunde / ein außred gar bald funde / sprach zu jhm trutziglich / mich wundert deiner sehre / das du vmb Korn kompst hie here / bey andern magst vmbsehen dich. Ach liebster Nachbawr meine / spracht der arm zu jm / wilt mir nit zu willen seine / so laß dich doch erbarmen / meine Kinder jung vnd arme / in jrem grossen hungers pein. Siehe an mein ehelich Weibe / die Frucht von jrem Leibe / so sie geboren hat / auff dise Welt mit schmertzen / laß dirs doch gehen zu Hertzen / ich foͤrcht es ring / mit jhr der bitter Todt. Was frag ich nach deim Weibe / was kuͤmmert mich jhr Leibe / was betruͤben mich deine Kindt / wz frag ich nach dein Ratzen / nach deinen Meuß vnd Katzen / die aller blind vnd hungerig sind. Hast dann so gar nichts zu essen / wilt mir das mein abfressen / mich wundert deiner bitt / ich sag dir auff mein trewe / ich kan dir jetz nichts leihen / du soltst selber begehren nicht. So muͤßt es Gott erbarmen / sprach hergegen der arme / das meine kleine kind / fuͤr vnvernuͤnff⸗ tig Katzen / fuͤr wilde Meuß vnd Ratzen / von dir so schmaͤchlich gehalten sind. Gott woͤll dise wort raͤchen / der Arm zum rei⸗ chen thet sprechen / gieng hiemit auß dem Hauß / warff sein sorg auff den Herren / haff Gott werd jhm Korn beschehren / ohn zweiffel jm auch helf⸗ fen auß. Wie dan warhafftig gschehen / auff dem weg hatt er gsehen / den Pfarherrn ongefehr / dem klagt er sein groß not / wie er hett gar kein Brote / wie sein frauw nider kom̄en wer. Der Pfahrher also from̄e / hieß jn zu jm heim kom̄en / solt nit so trauwrig sein / so hart nit lassen grausen / was er hab inn seim Hausse / es sey von fleisch / Brott oder wein. Woͤll ers jn willig geben / damit er frist das le⸗ ben / dem gantzen hauß gesind sein / vnnd in dem augen blicke / thet er dem armen schicken / auff ein Monat Brott / Korn vnd Wein. Dem Reichen thet mans sagen / wie auff den selben Tagen / seim Nachbaur gelungen wer / wie auff ein Monat lange / der arme het empfangen / wein / speiß vnd Brott / wol bey der schwer. Hieruͤber thet er lachen / ein gspoͤtt auß dem wort machen / sprache morgens ich will / ein Last Korn in d'statt fuͤren / das soll die leut vexieren / trutz allen Teufflen in der hell. Mein Korn kan ich verkauffen / bar Gelt wirt mir zu hauffen / darff des borgens nit viel / das Gelt wider anlegen / bringt jaͤrlich zinß zuwegẽ / kein Koͤrnlein ich außleihen will. Er meint er habs wol troffen / auff den Kasten ist geloffen / wolt zu maͤrckt fassen ein / der Knecht die saͤck thet bringẽ / hoͤrt wunder seitzam dinge / die bey jnen verloffen sein. Viel tausend Meuß in sum̄en / seind auß der frucht rauß gsprungẽ / als wenn sie wild vñ taub / das Korn ward als zernagen / der Reich darein thet schlagen / das daruon gieng ein dicker staub. Vnd gleich zu diser stundt / den staub der Reich empfunde / in seinen augen sehr / kein stick kont nit mehr sehen / thu ich warhafftig jehen / lidt groß marter vnd peine schwer. Die genandte Meuͤß mit sum̄en / zu jm ins bet sind kom̄en / liger stat / Leilach zu mal / habẽt alles zerrissen / vil loͤcher in leib bissen / hett kein rhue vor in vberall. Auch thun sie mit gantz hauffen / jetzt in seim Hauß vmblauffen / fressent all essendte speiß / keinerley frucht verschonet / seinr vntrew widt gelohnet verderben alles mit sonderm fleiß. Ob man schon die speiß thut beschliessen / thus Kisten / Kasten durch beissen / auch die in Wassern stohn / werden von jn zernagen / von Gott seinds straffen vnd plagen / der guts vnnd boͤß verglei⸗ chen kan. Jn Cronica wir lesen / zu Mentz ein Herr sey gewest / Hatto warde sein Nam / der ließ zusam̄en beruffen / die Baͤttler all zu hauffen / ein Allmu⸗ sen wolt geben thun. Zu jm theten bald kom̄en / die Arme im Landt herum̄er / spert sie in ein scheür hinein / ließ diesel⸗ be anzuͤnden / verbrant Mann Weib vnd Kinder mit vnerhoͤrten gschrey / vnd grosse pein. Fuͤr Meuͤß thet er sie halten / die junge vnd die alten / lachet vnnd spottet jr / sagt schaw wie die Meuͤß singen / in der schewer herumb springen / ein Freuden spil sie machen mir. Nach dem solches ist geschehen / die straff Got⸗ tes hat gsehen / dañ in bey Taͤg vnnd Nacht / die Meuͤß wolten zerbeissen / sein gantzen Leib zer⸗ reissen / wehren kondt nit der Menschen macht. Mitten in Rein hatt er bauwen / ein Thurn du Bingẽ zu schawẽ / vor jn sicher zu sein / Meuͤß Ratten in jren grimmen / theten zu jm hinein schwi men / wider dnatur vnd frassen jn. Darumb laß dirs gehn zu hertzen / Gott laßt mit jm nit schertzen / veracht die Armen nit / hatt dir Gott erwas geben / alhie in disem leben was du vermagst mittheil jn mit ENDE. Show less

Schlacht bei Murten, Karl von Burgund
Ein hüpsch Lied von der Schlacht geschehen vor Murten / mit dem großmaͤchtigen Hertzog Karle von Burgund / als jm die Eydgnossen daselbst obgelaͤgen sind. Jm thon / Wiewol ich bin ein alter Gryß. MJn hertz ist aller froͤuden voll / so ich aber singen sol / vnd wie es ist ergangen / mich... Show more Ein hüpsch Lied von der Schlacht geschehen vor Murten / mit dem großmaͤchtigen Hertzog Karle von Burgund / als jm die Eydgnossen daselbst obgelaͤgen sind. Jm thon / Wiewol ich bin ein alter Gryß. MJn hertz ist aller froͤuden voll / so ich aber singen sol / vnd wie es ist ergangen / mich hat verlanget tag vnd nacht / biß das der schimpff sich hat gemacht / nach dem ich hat verlangen. Der Hertzog von Burgund genannt / er kam für Murten hingerañt / den scha⸗ den wolt er rechen / der jm vor Granssen was gethan / die zelten spien er vff den plan / Murten wolt er zerbrechen. Thürn vnd muren schoß er ab / darum̄ man jm gar lützel gab / sy mußtẽds Gott lan walten / darinn so warend mannlich lüt / vm̄ die Burgunder gabents nüt / die statt hand sy behalten. An einer nacht do sturmpt man fast / er ließ jnn weder ruͦw noch rast / Murten wolt er habẽ / des kamend die Walhen in grosse not / wol tusent blibend wund vnd todt / mit Walhen fullt man die graben. All die in Murten sind gesyn / groß eer hãd sy geleget yn / das hort man von jnn sagen / vñ welcher das vermoͤcht am gut / so riet ich das vß fryem mut / man solt sy zritter schlahen. Ein edler houptmann wol erkannt / von Bubenberg ist er genañt / er hat sich eerlich ghaltẽ / sin büchssenmeister schus⸗ send wol / darumb man nach jnn stellen sol / wo man ein statt wil bhalten. Es ward den Eydgnossen bald geseit / vnnd wie das Murten waͤr beleit / dem Pundt thet man verschryben / vnd das sy kaͤmind es thaͤt not / wie bald man jnẽ das embot / daheimen wolt niemandt blyben. Dem edlen Fürsten hochgeborn / von Lutringẽ dem thet es zorn / des Welschen vngefuͤge / er kam mit mengem edelmañ / zoch mit den Eydgnossen dapffer dran / sinr eeren thett er so gnuͤge. Es ward dem edlẽ Grafen kundt / von Gryers zu der selben stund / er kam mit sinen knechten / er sprach so gar mit friem mut / Jr herren duncket es üch gut / zu fuß so woͤllend wir fechten. Deß Hertzogen zlig von Oesterrych / Straßburg vnd Basel deßgelych / vñ an⸗ der Bũdtsgenossen / sy kamend mit einer grossen schar / wolhin zu den Eydgnossẽ dar / in noͤten woltend sys nit lassen. Kein groͤsser volck gesach ich nie / zu sa⸗ men kom̄en vff erden ye / in kurtzer zyt so balde / sy hattend büchsen one zal / vil ha⸗ lenbarten breit vnd schmal / von spiessen sach man ein walde. Die von Murten schicktend zu jnn / sy soͤltend nit lenger vssen syn / das waͤtter thet sich endrẽ / man forcht man moͤcht ge schaffen nüt / Bern Fryburg sprachẽd zur selben zyt / kein waͤtter sol vns nit wendẽ. Als man zalt von Christ geburt für⸗ war / tusend vierhundert vñ sibentzig jar / vnd in das sechßt was kom̄en / an einem sam̄stag es beschach / an d'zehẽ tusent Rit ter tag / schuff man vns grossen from̄en. Morndes an einem morgen fruͤ / do ruckt man hin gen Murtẽ zu / durch einen gruͤ⸗ nen walde / des warẽd die in Murten fro / den Hertzog fand man gwaltig do / ein schlacht hub sich gar balde. Ee das man kam durch den wald so grün / do schlug man mengen Ritter kuͤn / sy lond sich wol erkeñen / Herr Wilhelm Herter was der ein / sy sprachend all zusa⸗ mẽ gmein / wir woͤllẽd froͤlich dran reñen. Ein schnellẽ radt den schlug man an / wie man den Hertzog wolt gryffen an / do hort ich mengen sprechen / Ach Gott weñ hat ein end der radt / nun ist es schier doch mittentag / wenn soͤnd wir honwen vnnd stechen. Ein yetlicher trug sin baner starck / kei ner sich nie dahinden verbarg / sy hattend loͤwes mute / yetlicher dacht zur selben stund / wie er den Hertzog von Burgũd / wolt legen in rotes blute. Die vorhut die zoch vornen dran / da⸗ rin sach ich zwey fenlin schon / Entlibuch was dz eine / das ander Thun mit sinem stern / sy warend by einandern gern / ich sach jr fliehen keine. Die Rüter ranntẽd froͤlich dryn / jr glaͤ nen leitẽd sy all yn / do sy die synd sahẽd / vmb jr geschütz so gab man nüt / sy wag⸗ tẽd alle jre hüt / zu jnẽ thet man sich nahẽ. Die büchsenschützen zuntend an / sy lüffend beide mit einandern dran / die lan ge spieß deßglychẽ / den hallenbarten was so not / darmit man sy vast schlug zetodt / die armen vnd die rychen. Sy weertend sich ein kleine rast / dar⸗ nach fluhend sy gar fast / jr wurdend vil erstochen / die fuͤßknecht vnd die kuͤrisser / das veld lag vollen gweer vnd speer / die an jnen warend zerbrochen. Der ein luͤff haͤr der ander hin / da er vermeint sicher zu syn / man sucht jrn vil in ghürsten / kein groͤsser not gesach ich nie mee / ein grosse sum̄ lũf in den see / wie⸗ wol sy nit thett dürsten. Sy wuͤtend dryn biß an das kiñ / dar⸗ nach schoß man gar vast zu jnn / als ob sy Endten werend / man schifft zu jnn vnd schlugs zu tod / der see der ward von blut so rot / gar jaͤmerlich hort man sy blaͤren. Jr vil die stigend off die boͤum / wie wol jr vil mochtend haben kein / man schoß sy als die kraͤyen / man stachs mit spiessen uͤberab / jr gfider jnen gar wenig gab / der wind wolt sy nit waͤyen. Kein groͤsser jamer gsach ich nie mee / einer schrey Ach der ander Wee / im see vñ vff der ouwe / von zwoͤlffen biß vff die sechßten zyt / darzwüschẽd thet man and's nuͤt / dann fechten stechen vnd houwen. Wie vil jr nun ist kom̄en vmb / nit ei⸗ gentlich weiß ich die sum̄ / doch han ich hoͤren sagen / das man hat dem Welschen mañ / dryssig tusent vff dem selben plan / ertrenckt vnd ouch erschlagen. Man gloub mir hie by disem wort / für war vff der Eydgnossen ort / sind nit 20. mann vmbkommen / darby man wol er⸗ kennen mag / das sy Gott behuͤtet nacht vnd tag / die kuͤnen vnd die frommen. Waͤr jnen nit gsyn fliehẽ so not / man hett sy all erschlagẽ zetod / so wer es wor⸗ den waͤger / die Sonn dem berg was also nach / dz man nit wyter nahen zoch / man schlug sich in sin laͤger. Das was ein halb myl wyt vnd breit / fünffhundert hüpscher zelten daruff ge⸗ spreit / die mußt er lassen blybẽ / vnd all die büchsen die er hat / damie er schoß hinyn die statt / dauon ward er vertriben. Man zoch dem Grafen in sin lãd / stett vnd schloͤsser hat man jm verbrant / Re⸗ mund wolt nit still sitzen / ein schweißbad hat man jm gemacht / waͤr er dariñ gsyn vbernacht / er hett bald muͤssen schwitzen. All die baner die da warẽd / die vor zy⸗ een hattend verloren / an denen die zipffel hiengend / hat man jnẽ geschnitten ab gar draat / als vmb jr ritterlichen thaat / die sy den tag begiengend. Man treib mit jnn schachzabel spyl / der sinen hat er verloren vil / die huͦt ist jm zwürend brochen / sin rache moͤgend nit mit jm gon / sin Ritter trurigklichẽ ston / schachmat wirt jm gesprochen. Die Eydgnossen hieschend jhm kein brot / wiewol er sy fuͤr baͤttler hat / sy lond sich nit erschreckẽ / jr bettelstaͤb sind spieß vnd glaͤn / die saͤck stossend sy eim in die zaͤn / die spieß woltend jhn nit schmecken. Vytt Waͤber hat das lied gemacht / ist selber gewesen an der Schlacht / des schimpffs ist er verdorben / des dancket er den from̄en Eydgnossen schon / sinẽ Her ren denen er guts gont / hand jm vmb an⸗ ders geworben. Getruckt zu Zürich by Ru⸗ dolff Wyssenbach. Show less

Von der grausamen Tyrannei des Türken, 1601
Warhafftige Newe Zeitung Aus Persia. Von der grausamen Tyranney des Tuͤrcken / wie der Tuͤr⸗ ckische Keyser dem Koͤnig in Persia die Stadt All⸗ mena mit stuͤrmeter Hand erobert vnd eingenomen hat / da⸗ rinnen vbel gehauset / Mann / Weib vnd Kind jemmerlich vmbgebracht / das Gelt vnd Gut... Show more Warhafftige Newe Zeitung Aus Persia. Von der grausamen Tyranney des Tuͤrcken / wie der Tuͤr⸗ ckische Keyser dem Koͤnig in Persia die Stadt All⸗ mena mit stuͤrmeter Hand erobert vnd eingenomen hat / da⸗ rinnen vbel gehauset / Mann / Weib vnd Kind jemmerlich vmbgebracht / das Gelt vnd Gut genomen / darvon ab⸗ gezogen / Geschehen den 3. Julij in diesem 1601. Jahr. Jm Thon: Wie man den Graffen zu Rom singet. GOtt in deinem Throne / verleih mir deine Gnad / das ich moͤg zeigen ahne / was sich zugetragen hat / wol hewer auch in diesem Jahr / ach Gott laß dich erbar⸗ men / der Noth vnd grossen Gefahr. Als man zehlt Sechtzehenhundert vnd ein's auch vor⸗ war / hat sich bald abgesundert / der Tuͤrcken ein grosse schar / zogen fuͤr Allmena die Stadt / O Gott laß dichs erbarmen / was sich zugetragen hat. Daselbsten sind ankommen / der Tuͤrcken eine grosse Zahl / drey Wascha in der Summa / waren genent zu mahl / Mustaffa vnnd der Olgewir / Koͤnigs Gesandter von Allo⸗ sa / deß Koͤnigs Sohn von Allgeyr. Gezogen sie da kamen / mit grosser Heereskrafft / All⸗ mena sie einnamen / wiewol die Buͤrgerschafft / die wehrten sich da Ritterlich / gegen den Tuͤrckischen Hunden / aber da war kein Sieg. Ein Oberster war darinnen / mit namn Johan Allban / der thet gewaltig dringen / wol auff die Tuͤrcken gran / erlegt viel mit seiner Maͤcht / das treiben sie von Morgen / biß in die finster Nacht. Noch moͤcht sie das nicht helffen / die Tuͤrcken drungen nein / da hoͤrt man Schreyen vnd Gelffen / von Man / Weib Kindern klein / zu Gott wol in des Himmels Thron / das er jhn welt Helffen aus dieser grossen Noth. Es geschach am dritten Tage / wol in dem Julij zwar / das die Tuͤrcken mit klage / in die Stadt kamen fuͤrwar / O weh des Jamers vnd der Noth / es moͤcht ein Stein erbar⸗ men / was sich begeben hat. Mustaffa dem Bluthunde / vnnd des Koͤnigs Sohn von Algyr / gefangen vnd gebunden / bracht man die Christen fuͤrbey Achzehen tausent jhr warn / O Gott laß dichs erbar⸗ men / wie han sie jhn mit gefarn. Den Obersten thet man nemen / Sud man da in Oel / die Weiber theten sie beschemen / vnnd stacktens an die Pfel / wol bey Acht hundert Kinder klein / die musten alle verbren⸗ nen / Weiter hoͤrt lieben Christen mein. Die armen Kind vnschuͤldig / stackten sie an die Spieß erbermlich vnd vngeduldig / durch jhren Leib man stieß / Ach Gott der jemmerlichen Pein / die sie haben erlitten / die armen Kindlein klein. Viel Jungfrawen theten sie schenden / also mit grosser Noth / von den Tuͤrckischen Hunden / musten sie leiden den Todt / die Bruͤste schnit man jhnen ab / noch weiter mus ich melden / wie ich vernomen hab. Viel Pfel thet man eingraben / wol an der Mauren rumb / Jungfrawen vnnd auch Knaben / der waren ein grosse Sum / die band man allda an zu stund / vnnd theten darnach Schiessen / mit Pfeilen die Tuͤrckischen Hund. Nach dem bracht man drey Graffen / Achzehen Adels Person / wol mit der Tuͤrcken Waffen / must mans zerhawen thun / jhren Scham schnit man jhnen aus / mit weh vnnd bit⸗ term schmertzen / Riß man jhn die Zungen auß. Zu solchem grossen schmertzen / treiben die Tuͤrcken spot / sprach auß falschem Hertzen was ist nun ewer Gott / den jhr anruffet allezeit / heist euch jetzt daruon helffen / aus dieser not vnd leit. Es sprach solchem leiden / Graff Mescha von Allund / Gott hilfft zu allen zeiten / O jhr Tuͤrckischen Hund / bey Gott dem Himlischen Vater mein / wil ich nach diesem Le⸗ ben / in ewiger frewd vnd wonne sein: Nach dem bracht man gebunden 11. hundert Mann mit Noth / vernembt zu diesen stunden / wie sie erlitten den Todt / das wil ich kuͤrtzlich zeigen an / es moͤcht wol Gott erbarmen / in seim aller hoͤchsten Thron. Drey vnd zwantzig Kessel die warn gemachet wol / daruͤ⸗ ber grosse Deckel / die warn loͤcher voll / da stellet man die Chri⸗ sten nein / vnd lies darin sieden / O wehe der grossen pein. Vnd drey vnd viertzig / die waren in der Stad / die Tuͤr⸗ cken vnbesunnen / namen den Erbarn Rath / vnd wurffen die zum ersten drein / darnach die arme Christen / eben darauff viel stein. Sechshundert sie da Spiesten / Weiber mit grosser noth / die Kinder an den Bruͤsten / musten sich Zablen zu Todt / O frommer Christ nimb du zu muth / laß dich es doch erbarmen / dem vnschuͤldigen Christen blut. Doch seind jhr vberblieben / bey sechshundert ich sag / alte Menner vnd auch Frawen / ob dieser grosser klag / die lud man alle in ein Schiff / vnd liessens versencken / wol in das Meer tieff. Als sie hetten vollendet / jhr grosse Tyranney / hat sich darvon gelendet / der Tuͤrck mit grossem geschrey / die Stadt hat er gezuͤndet an / das Gut vnd auch das Gelte / nam er mit jhm darvon. Darumb O fromme Christen / last vns GOtt bitten sehr / das er vnser Leben woͤlle fristen / vor dem Tuͤrckischen Herr / das wir nicht muͤssen leiden noth / von dem Tuͤrcki⸗ schen Hund / behuͤte vns O HErr Gott: Wer das begert sprech Amen / wol hewr in diesem Jar / durch Jesu Christi namen / das vns nichtes vbels widerfahr / Gott wol sein gnad her senden thun / das wir nach diesem le⸗ ben / erlangen die ewige Kron / Amen. Erstlich gedruckt zu Wien / bey Franz Kolb. M. D. C. I. Show less

Eroberung von Stuhlweissenburg, 20. September 1601
Ein warhafftige newe Zeitung. Von Einnem⸗ mung vnd Eroberung der Koͤniglichen Stadt vnnd Vestung Stul⸗ weissenburg in Nider Vngern / wie die von dem Christlichen Kriegsvolck belaͤgert / gestuͤrmet / vnd den 20. tag Septem⸗ bris / dieses 1601. Jahrs einge⸗ nommen worden. Jm Thon / Wie man... Show more Ein warhafftige newe Zeitung. Von Einnem⸗ mung vnd Eroberung der Koͤniglichen Stadt vnnd Vestung Stul⸗ weissenburg in Nider Vngern / wie die von dem Christlichen Kriegsvolck belaͤgert / gestuͤrmet / vnd den 20. tag Septem⸗ bris / dieses 1601. Jahrs einge⸗ nommen worden. Jm Thon / Wie man den Graffen von Serin singt. Gedruckt zu Augsprug bey Michael Manger Warhafftige newe Zeitung NVn frewt euch all gemeine / lobsinget Jung vnd Alt / vnd preiset groß vnnd kleine / mit worten mannigfalt. Die grosse Guͤtigkeit / vnnd treffliche Wolthat / die Gott zu dieser zeit / im Hungerlandt nicht weyte / vns jetzt bewiesen hat. Da man zahlt tausendt Jahre / fuͤnff hundert viertzig drey / der Tuͤrck mit grosser schare / vnd Kriegsmacht mancherley. Jnn Vngern herauff kame / mit Krieg / Raub / Mord vnnd Brandt / Stulweissenburg ein⸗ name / versprochne trew ohn schame / er bre⸗ chen thet zu hand. Dann jhm hat mans auffgeben / mit der Condition / daß er sie ließ bey leben / vñ sicher gehn darvon. Welchs er wol thet zusagen / darauff sie zogen auß / doch ließ ers an dem Tage / all jaͤmerlich erschlagen / hielt graw⸗ sam vbel hauß. Nun hat das Blat gewendet / sich jetzo widervmb / dann als der Keyser sendet / deß Volcks ein grosse Summ. Jnn Hungern fuͤrwahre / von mancher Nation / da man gleich zehlen ware / sechtzehen hundert Jare / vnd dazu eins gethan. Ein Hertzog auß Franckreiche / vom Lãd Mercurio / dem nicht bald thut geleichen / ein Kriegsheld anderswo. Der fuͤhrt das gantze Heere / als Leutenampt bekandt / Veld Mar⸗ schalck war der Herre / der sich auch brauchet sehre / so Rußwurmb war genant. Stulweissenburg sie namen / zubelege⸗ ren fuͤr / nicht vnlang dafuͤr kamen / mit froͤli⸗ cher begier. Jhr Laͤger thetens schlagen / vnd schantzten starck darzu / man vernam da kein zagen / die Kriegsleut thetens wagen / ohn al⸗ le rast vnd rhu. Die Statt zwo Vorstaͤdt hette / auch ein gar festes Schloß / so als vmbgeben thete ein tieff vnd grosses mooß. Deßwegen man nit kunde / mit dem geschuͤtz kom̄en fort / kein gelegenheit auch funde / wie solchs man zur stunde / moͤcht richten an ein ort. Rußwurmb die sach bedachte / wie man moͤcht finden rath / zusamen etliche brachte / von denen forschen that. Ob man nicht moͤ⸗ chte kommen / durch dieses tieffe Mooß / vnd ob er wol vernommen / von jnen in einr sum⸗ men / die gefehrlichkeit sey groß. Doch nam er jhm ein muthe / nam zu sich tausend Mann / so außerlesen gute / trat das Mooß froͤlich ahn. Ein buͤschel jeder tru⸗ ge / von dem geroͤr ich mit / mit denen sie als kluge eynfuͤlleten mit fuge / wa zu tieff war der Trit. moͤß breit / es ließ sich auch nicht eylen / son⸗ derlich zu Nachts zeyt. Dann sie im Wasser theten / biß an die guͤrtel gehn / gefehrlich mu sten tretten / doch kein vnwillen hetten / die gfhar zu vberstehen. Ein stund vor Tags sie kamen / bey ei⸗ ner Vorstatt an / die Sieget het den namen / die sie mit wenig Mann. Bald angefallen haben / mit grossem geschrey vnd grauß die Tuͤrcken forcht vmbgabe / so fluͤchtig theten traben / nach dem Schloß all von Hauß. Die Vorstatt also brachten / die Chri⸗ sten in jhr Hand / die in der andren dachten / da solch groß geschrey sich fand. Der Feind het allbereite / eyngenommen die recht Stat / der halben bey der zeite / ohn alles laͤnger bei⸗ ten / mit der flucht suchten rath. Als die Vorstaͤtten waren / erobert inn einer nacht / kein fleiß man thete sparen / vnnd nach der Statt auch tracht. Die fiel man an mit gewalte / dz lachen ware thewr / der Feind auch mannigfalte / zur gegenwehr sich stalte / warff herauß Stein vnd Fewer. Doch must er sich auch wenden / der Ve⸗ stung endlich zu / dann er sonst mocht der en⸗ den / nicht haben rast noch rhu. Da nun auch war erhalten / die Stat gehoͤrter weiß / zwoͤlff grosse stuͤck man balde / auch fuͤr die Vestung stalte / schoß drauff mit allem fleiß. Als man geschossen hette / zwey loͤcher in die Mauer / den Sturm anlauffen thete / der manchem wurde sauwr. Dann der Feind wi⸗ der stunde / mit schiessen vngehewr / bey einer guten stũde / daß er herauß begundte / zu werf⸗ fen Stein vnd Fewer. Die Kriegsknecht ritterlichen / die Obri⸗ sten zugleich / zu ruck kein tritlein wichen / ein jeder nur forcht streich. Biß sie nach langem dawren / vnd starckem widerstand / erreicheten die mauren / so jhnen worden sawre / da wich der feind zu hand. Der Tuͤrcken theten fallen / viel vber die mauer ab / inß Mooß mit grossem brallen eins theils der feind sich gab. Jnn die Haͤuser vnd theten / sich manlich wehren drauß / da sie nicht Hoffnung hetten / sich lang darin zu retten / vnd es mit jhnen auß. Mit fewer anstecken theten / das Pul⸗ ver so sie dort / verborgen gelegt hetten / an manchem end vnd ort. Dann sie groß pulver saͤcken / in die hauffen getraid / heimlichen the⸗ ten stecken / welchs nachmals brachte schre⸗ cken / vnd nicht geringes leyd. Jnn der Kirchen on sorgen / vnd in der Burg voran / inn Haͤusern auch verborgen / ein hauffen Puluers han. Das theten sie an⸗ zuͤnden / wie all jhr hoffnung auß / viel scha⸗ dens sich thet finden / mancher thets woll em⸗ pfinden / der nimmer kompt zu hauß. Die Burg schaden empfinge / vom fe⸗ wer / so nicht sehr klein / ein starckes Gewoͤlb auch ginge / in der Hauptkirchen ein. Jm Rauch auch seind auffgangen / der Haͤusere⸗ ben viel / groß schaden hat empfangen / so nit mehr zuerlangen / die Vestung ohne ziel. Ob wol im Sturm geblieben / der Chri⸗ sten nit viel seyn / dann man nun hat geschrie⸗ ben / von fuͤnfftzehen allein. So hat doch fol⸗ ches fewre / ohne der Tuͤrcken zal / auch man⸗ chem Helden thewre / hingenommen vnge⸗ hewre / von Christen selbigs mal. Man thete nider hauwen / viel Tuͤrcken zu der stund / weil man viel Kind vnd Frawen auch in der Vestung fund / Thet man dersel⸗ ben fuͤhren / ein guten theil nach Raab / sonst muste alles verlieren / ohn alles protestiren / das Leben / Gut vnd Haab. Darin han sie bekommen / solch Reich⸗ thumb Gelt vnnd Gut / drey Million in sum men / dreissig Thonnen Goldes thut / auch andere Kleinot reiche / von Perlen vnd Edel⸗ gestein / vnd andere Beut dergleichen / wie ich euch thu anzeigen / reich sie all worden seyn. Also hat vns Gott geben / die Koͤnigli⸗ che Statt / Stullweissenburg die eben / der Tuͤrck besessen hat / Bey acht vnnd fuͤnfftzig Jahren / auff Tyrannische weiß / Gottwolle fort bewahren / dieselbige vor gefahre / dem sey lob ehr vnd preiß / Amen. ENDE. Show less

Von einem ungeratenen Sohn; Über den Ehestand
Eine warhafftige geschicht / Von einem un⸗ gerathenen Sohn / welcher seinen Vater vnd Mutter / geschla⸗ gen vnd ausgejaget hat / Wie er nachmals gestorben ist / hat er seine Zunge vnd Rechte Hand zum Grabe heraus gereckt / Welches geschehen zu Gripß Mele / im Mechel⸗ burgerland / den 22.... Show more Eine warhafftige geschicht / Von einem un⸗ gerathenen Sohn / welcher seinen Vater vnd Mutter / geschla⸗ gen vnd ausgejaget hat / Wie er nachmals gestorben ist / hat er seine Zunge vnd Rechte Hand zum Grabe heraus gereckt / Welches geschehen zu Gripß Mele / im Mechel⸗ burgerland / den 22. May / dieses 1601. Jahrs. Jm Thon / Kompt her zu mir / spricht Gottes Sohn. Das Ander / Wie man sich in dem Ehestande verhalten sol. Jm Thon / Venus du vnd dein Kind. Gedruckt zu Alten Stettin / durch Joachim Rheten. HOrt zu jhr lieben Christen schon / was ich euch jetzt wil zeigen an / von vner⸗ hoͤrten dingen / Was geschehen im Mechelburgerland / Ein jeder diß betracht zu hand / davon ich euch jetzt wil singen. Ein armer Tuchknappe mercket gar schon / Mit seinem Weib erziehen thun / drey Kinder boͤse mercket eben / Kein Vnzucht er jhn wehren thut / Wie ein Vater gebuͤhret hat / die Mutter auch darneben. Ein Knab von Funfftzehen jahren alt / gelegener weise gestorben bald / Den Eltern gieng es zu hertzen / Hetten sie es erzogen rechter massen / Vielleicht hets jhn Gott lenger gelassen / GOtt lest mit jhm nicht schertzen. Der Knabe biß an den dritten tag / hat ausgereckt mit grosser klag / Seine Zunge vnd rechte Hande / der Cuͤster das bald ge⸗ sehen hat / Dem Priester ers anzeigen thet / fuͤhrt jhn bald dar zu handen. So bald der Priester das ersach / Gar balde zu dem Cuͤster sprach / Thut nach sei⸗ nem Vater lauffen / Er lieff bald nach sei⸗ nem Vater hin / die Mutter kam auch mit jhn / vnd sonst ein grosser hauffe. Der Priester gar wol gelehrt / Durch Gottes Wort den Knaben beschwert / Zu stund fuͤr allen Leuten / daß er jhm bald das Leid entdeckt / Warumb er die Zung vnnd Hand raus reckt / Was es doch muß bedeu⸗ ten. Der Knabe antwort mit heller stimb / das ist die schuld / mich recht vernimb / Das wil ich euch vermelden / Mein Vater ich nie gehorsam war / Wolt auch nicht lernen betenklar / brachts zu fluchen vnd schelden. Wenn mich mein Vater straffen thet / Gar hart ichs jhm fuͤr vbel het / Lieff zu der thuͤr hinaussen / gab dem Vater boͤse Wort / wie man denn jetzt von kindern hoͤrt / Bleckt die Zung vber jhn aussen. Der Knabe sprach zum Vater das / O ziehe du meine Schwester biß / Als du mich hast gezogen / Wenns kommen in die Helle dein / Verflucht muß Vater vnd Mutter seyn / die Bruͤst dies haben gesogen. Ja wann Gott jetzt auff Erden gieng / das Volck zu lehren selbst anfieng / Niemand sich erweichen / Man hoͤrt daß alle Pro⸗ heten klar / haben geweissaget viel hundert Jahr / Gott werde senden viel Zeichen. Vorher wol vor dem Juͤngstentag / Welchen niemand entfliehen mag / so man schon viel thut sehen / das alles vns Gott der Vater mild / Vns send zu einem Ebenbild Thut vns die Schriefft verjehen. Mit diesem worten zu der stund / Den Knaben Zung vnd Hand verschwund / kein mal thet mans mehr sehen / Der Priester sprach zum Leuten sein / Last euch das ein Exempel seyn / Nach dem Befehl des HEr⸗ ren. Jch bit Vater vnnd Mutter fein / Spar die Ruthen nicht an den Kindern dein / Wies dieser hat gesparet / Ja wer sein Kind recht ziehen thut / Der kan kein besser Heyrathgut / seinen kindern ersparen. Hiemit beschliesse ich diese geschicht / Ein frommer wirds verachten nicht / Wol⸗ len daran gedencken / Den Eltern sampt der Kinderschar / Wuͤndsch ich ein freudenrei⸗ ches Jahr / daß sie kein vnfall krenckt. Das Ander Lied. NV hoͤret zu in gemein / Ein newes Liedelein / Wie vns Sprach thut schreiben / Lehret wie man soll Wei⸗ ben / Ein jeder merck das eben / Wie er gern ruhig leben. Trachtet nach Ehr vnd Zucht / Das ist ein Edle Frucht / Wolt jhr jm Ehestand le⸗ ben / nempt eweres gleichen eben / Gott wird euch wol bescheren / dz jr euch koͤndt ernehren. Ein fromme Fraw zu gleich / sie sey arm oder reich / sol man in ehren halten / bey Jun⸗ hen vnd bey Alten / Einer frommen Frawen von thaten / der kan man nicht entrahten. Sie ist jhren Man ein Kron / Jn jhrem Hause schon / Jst sie ein Zier vnd wonne / Leucht wie die helle Sonne / sie erfrewd jhrn Man gar eben / macht jhm ein langes Leben. Ein tugendsam Weib vorab / die ist ein Gottes Gab / Die sich freundlich thut zei⸗ gen / Recht reden vnd schweigen / die nicht all Sach thut sagen / zum aͤrgsten vbertragen. Sie bleibt jrem Man gar hold / vber Sil⸗ ber vnd vber Golt / Perlen vnd Edelgestei⸗ ne / sie zuvergleichen feine / Solchen fromm getrewen Weiben / dz Lob mus ich schreiben. Auch meld ich jetzt zur fahrt / Der boͤsen Weiber art / Wie sie Sprach thut nennen / Man thut sie auch wol kennen / Wem sie zu theil thun werden / Der hat sein Creutz auff Erden. Ein Fraw die nicht wol / helt vnd seuffet sich vol / Die kan jhr Man nicht decken / thut hader vnd zanck erwecken / jhr Man mus sich jhr schemmen / im hertzen sehr thun gremen. Ein Fraw schleckerich vnd faul / vnd hat ein boͤses Maul / die kan jhr Zung nicht zwin⸗ gen / Thut offt zuwegen bringen / Hetzet die Maͤnner zusammen / dz sie zu vnfall kom̄en. Sie rufft / flucht vnd schilt / vnd sagt was jhr gefelt / Thut vbern Man sehr klagen / Wist sie ein Mord zusagen / So ruͤffts sies aus gar eben / vnd kosts jhn gleich sein Leben. Derhalben saget Sprach / Bey Loͤwen und bey Trachen / Moͤcht man sicher blei⸗ ben / denn bey den boͤsen Weyben / Wenn sie thun zornig werden / Verstellen sie jhr Ge⸗ berden. Ein frommer Mann ohn List / der so bewei⸗ bet ist / Der kan nicht recht wol klagen / Kan auch von Vngluck sagen / macht jhn gar vn⸗ gefliessen / Das er sich thut vergessen. Der Mann bricht Toͤpff vnd Glas / Die Fraw auch gleicher maß / sie leben alle stun⸗ de wie Katzen vnd auch Hunde / mit Schel⸗ ten / Schlagen vnd rauffen / daß sie von ein⸗ ander lauffen. Show less

Erdbeben in Deutschland, 8. September 1601; Brand in Willisau, 1601
Zwo warhafftige newe zeitung. Die erste / von dem erschreclichen Erdbidẽ / so den 8. September durch das gantz Teutschland ergangen / auch wie in selbiger zeit 2. Staͤtt und etlich Flecken in Tuͤrckey versuncken. Jm Thon: Hilff Gott das mirs gelinge / Die ander / von der Statt Willißaw im... Show more Zwo warhafftige newe zeitung. Die erste / von dem erschreclichen Erdbidẽ / so den 8. September durch das gantz Teutschland ergangen / auch wie in selbiger zeit 2. Staͤtt und etlich Flecken in Tuͤrckey versuncken. Jm Thon: Hilff Gott das mirs gelinge / Die ander / von der Statt Willißaw im Schweitzerland / wie alda Fewr vom Himmel gefallen / vnd die Statt an dreyen or⸗ ten angezuͤndet / geschehen dieses 1601. Jahrs. Jm Thon / Ewiger Vatter im Himmelreich / Getruckt zu Basel / bey Hans Schroͤtter / 1601. JCh wil dir hie verkundẽ mensch hor [...] / an / steh vff von Schlaff der Suͤnden / laß dir zu hertzen gan / die wunder vñ zeichẽ mancher hãd / die Gott der Herr erzeigt / aberall in allem Land. Gott drawt vns alle stunde / durch sein Goͤttliche Macht / die welt sol gehn zu grunde / dann sie allent⸗ halben kracht / wie vns schreibet S. Lucas schon / am 21. klare / im Euangelion. Da dann klaͤrlich thut sagen / Christus vnser lieber Herr / das in den letzten tagen / so das end nit wirt sein ferr / wann am Himmel sternen / son vnd mon / groß wunder werden geschehen sollen wir mercken schon. Es sey das end vor handen / wie dann jetziger Zeit / groß wunder in allen Landẽ / Erdbiden / krieg vñstreit / viel grewliche straffen vnerhort / in der gantzen Welt geschehen / an allen end vnd ort. Wie dann gewißlich vnd ware / in teutscher nati⸗ on / ist kund vnd offenbare / hoch vnd nideren Person / vff den 8. September zwar / newlicher zeit vergangen / hewer in diesem jar. Hat Gott der Herr sein zoren / vnd goͤttliche All⸗ macht / die menschen lassen hoͤren / vmb 2. Vhr nach mitternacht / ein erdbiden gar schrecklich / durch gantz teutschland ergangen wie bekant ist maͤnniglich. Die grundfesten sich reget / durch Gotts Allmaͤch⸗ tigkeit / das erdreich sich beweget / die leut stunden inn leyd / alles gebew erzittert schwer / viel thuͤrnen vnd ge⸗ meure / bewegten sich gar sehr. Viel leut so noch lagẽ / dißmals schlaffend im bett / sprungen schnel vff mit klagen / das jeder sich erret / dañ sie meinten zu derselben stund / es wirt die gantze erden / mit jhn gehen zu grunde. Jn viel Staͤtten thu ich sagen / thuͤrnen sich bewe⸗ get han / das die Glocken theten schlagen / vnd fiengen selber an / zu leuten gar mit hellem schal / die wechter vf den thuͤrnen / schryen vmb huͤlff zum selben mal. Alles volck kam in klagen / rufften ach Gott vnd Herr / laß vns doch nit verzagen / wend ab dein Zorn schwer / solch schrecken vnd grewlich geschicht / sollen wir nicht vergessen / in wind solchs schlagen nicht. Wir sollen alle stunde / zum ende sein bereit / dann vns ist gar nit kunde wann kompt deß Herren zeit / es sey bey tag oder bey nacht / das er das gericht besitzt / der welt den garauß macht. Solches nim wol zu hertzen / wann du ein Christ wilt sein / Gott lest nit mit jm schertzen / weil der erdbi⸗ dem gemein / bey vns on sondern schaden groß / so ist fuͤrvber gangen / sey darumb nit Gottloß. Dann ich kan nit verschweigen / wo Gott sein straf gesand / wil ich dir hie anzeigen / gar ferr in weitem Land / hat der erdbidem schroͤckelich / seinen außbruch gewunnen / wil ich berichten dich. Wie er dañ ist ergangen / fast durch die gantze welt / so mercket mit verlangen / was ich euch hie vermelt / in der Tuͤrckey in Trapizunt / sind 2. Staͤit vnnd etlich Flecken / dißmals gangen zu grund. Die Staͤtt heissen mit namen / Tartan vnd Co⸗ peran / die sind beyde zusammen / von der erd so sich vff gethan / gar weit gesuncken inn den grund / das man nichts mehr kan sehen / dann ein grossen Rauch zur stund. Der starck darvon thut gehen / auß einem grossen klufft / den man da noch kan sehen / wie ein nebel oder dufft / steigt er gar dicht auß diesem thal / ein jaͤmmer⸗ lich geschrey man hoͤrt / darin mit grossem schall. Ob der geschichte thu ich sagen / die Tuͤrcken im gã⸗ tzen land / fuͤren gar grosses klagen / das sie solch vnge⸗ luͤck han / vberall in grossen schrecken stan / sagen die zeit sey vorhanden / jhr reich zu grund sol gahn. Darumb o Christlichs hertze / betracht die schreck⸗ liche ding / halt es nit fuͤr ein schertze / vñ acht solchs nit gerin / bit Gott auß hertzen mit demuth / das er vns allzeit wol geben / was vns ist nutz vnd gut. Die ander zeitung. HOert zu jhr lieben Christenleut / was sich in kurtz verschiener zeit / newlich hat zugetragen / wol hew⸗ er in diesem jar / mit jammer vnd mit grosser gfahr / Herr Gott dir thu ichs klagen / den jammer vnd die grosse not / wie jr jetzund werd hoͤren / als man schreibt 1601. jar / im Augusto besonder / deßgleichen den ach⸗ zehenden tag / Herr Gott laß dichs erbarmen / o wehe der jaͤmmerlichen klag. Jn Schweitzerland ist ein Statt bekant / Williß⸗ aw so wirt sie genant / wie jr jetzund wert hoͤren / die hat Gott durch seinen gewalt / gestrafft vnd heimgesucht bald / merckt vff jr Mann vnd Frawen / wie Gott durch seine wunderwerck / die boͤsen thut auch straffen / das wunderwerck jr allsampt merckt / steht ab von schwern vnd fluchen / das Gott der Herr erzoͤrne nit / vñ vns nit also straffen thut / gleich wie diesen geschehen ist. An demselbigen tag geschach / das man die Son gar trawrig sach / ob der Statt allda scheinen / darauff sich bald erheben thet / ein grosser wind wol an der stet / da hoͤrt man schreyen vnd weinen / der erdboden sich erschuͤtten thet / verfinstert wurt die sonne / der himmel sich eroͤffnet het / da war kein frewd noch wonne / es regnet Fewr mit gantzer gwalt / wol in die Statt gar sehre / davon sie thete brennen bald. Da war grosser jammer vnd not / die leut schryen trewlich zu Gott / es wolt aber nit helffen / es brand die Statt mit grossem gwalt / kein wasser wurd gebracht so bald / man hoͤrt schreyen vnd gelffen / von weibern vnd auch Kindern klein / ob sie gnad moͤchten erwerbẽ / kein huͤlff noch rettung mocht da sein / jhr gar viel mu⸗ sten sterben / mehr dann 68. Mann / auch 37 Weiber / musten allda jhr leben lahn. Wol 26. Kinder klein / musten in solcher noth vnd pein jr leben auch verlassen / manchs schry mit hertzli⸗ cher begir / kom lieber vatter vnd hilff mit / wie kanstu mich hie lassen / in solcher grossen angst vnd not / o gott thu dich erbarmen / kom erwuͤrg vns du grimmer tod / das wir elend armen / erloͤst werden auß dieser noth / so hertzlich thetens schreyen / zu jren eltern drat. Kein rettung da nit helffen mocht / was darin war schier als verschmacht / jhr viel musten verderben / das Schloß verbrand auch gantz vnd gar / der Adel stund in grosser gfahr / jhr viel da musten sterben / von der grausamen hitz vnd fewr / ein Fraw mit jrem Kinde / der Mañ wolt jr kommen zu stewr / vnd helffen so ge⸗ schwind / das fewr thet sie auch zuͤnden an / verbrand die Fraw mit jhrem Kind / dazu auch jren liben Mañ. Der jammer het da noch kein end / das fewr war groß schryen die kind / dazu auch Mann vnd frawen / in solcher grossen angst vnd not / keins war sicher vor dem tod / dann sie dorfften nit trawen / wo sie hin flohẽ war nichts dan fewr / zu Gott schryens von hertzen / dz er jhn kommen wolt zu stewr / helffen auß noth vnnd schmertzen / solchs schreyen erhoͤrt der liebe Gott / vnd dampfft das fewr in schneller eil / halff jhn auß der angst vnd noth. Jst dann nit das ein grosse klag / das so viel Men⸗ schen vff ein tag im Fewer sind verbrunnen / hundert fuͤnff vnd achtzig groß vnd klein / in dem fewer vmbkõ⸗ men sein / jaͤmmerlich warts zuschawen / vier hundert haͤuser vnd das Schloß / die auch mit sind verbrunnẽ / o mensch solchs zu hertzen faß / die groß merckliche sum men / du Christen Mensch nimb das zu muth / steh ab von deinen suͤnden / ehe dich Gott also straffen thut. Dann es ist leider in der welt / ein jeder thut was jm gefelt / nach seinem wolgefallen / groß betrug ist in al⸗ len Land / man fuͤrcht sich keiner suͤnd noch schand / vnd wil jetzund in allem / ein jeder nun der beste sein / kein maß wil man nit halten / es wissens jetzt die Kinder klein / mehr dann vor zeit die alten / o Gott inn deinem hoͤchsten Tron / laß den frommen nit entgelten / was der Suͤnder hat gethon. Darumb jr liebe Christenleu / thut buß denn es ist grosse zeit / steht ab von ewern suͤnden / Gott der sihet alls was man thut / er hat fuͤrwar gefast die Ruth / da⸗ mit er vns wil heimsuchen vnnd straffen vnser misse⸗ that / das wir alles verachten / darumb last vns bitten vmb genad / sein zorn allzeit betrachten / thut buß dann es ist an der zeit / daswir nicht thun verschertzen / bey Gott die ewige seeligkeit. ENDE. Show less

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