Geschehnisse unter den Türken und im osmanischen Reich, Mai 1602; Wundergeschichte einer Engelserscheinung, 1602
Zwo Warhafftige Newe Zeuttungen / Die erste: Von den Auffruͤhrischẽ Tuͤrcken in Asia / welche schon in die 3. Jahr wider jhren Herrn den Tuͤrckischen Kayser / Krieg gefuͤhrt / was sie jhm bißher / Wie auch hewer in diesem 1602. Jar / fuͤr Land vnd Staͤtt abgedrungen / werdet jr in disem ... Show more Zwo Warhafftige Newe Zeuttungen / Die erste: Von den Auffruͤhrischẽ Tuͤrcken in Asia / welche schon in die 3. Jahr wider jhren Herrn den Tuͤrckischen Kayser / Krieg gefuͤhrt / was sie jhm bißher / Wie auch hewer in diesem 1602. Jar / fuͤr Land vnd Staͤtt abgedrungen / werdet jr in disem Gesang hoͤren / geschehen den 12. vnd 13. May. Anno 1602. Die ander / von erscheinung eines Eng⸗ gels / der sich Gabriel genandt / so Matthes Brossen von Dornstaͤtt / burgern zu Scheuren / Schneider handtwercks Gerspacher Ampts / begegnet vnd erschinen ist / auch was sich dabey begeben vnd zugetragen hat / den 23. Aprilis / diß 1602. Jars. Jm Thon / Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn / rc. Sampt glaubwirdiger Außsag / so des Schneiders Weib / sein Knecht / vnd eines Pfarrers Soͤhnlein von 7. Jaren / vor den Ebersteinischen Amptleuthen gethan haben. Gedruckt zu Straßburg / bey Jobst Martin am Kornmarckt / 1602. HOert zu jhr Christen jung vnnd alt / Was ich euch will anzeigen bald / So newlich ist geschehen / Jns Tuͤrcken land gar wol bekandt / Thu ich mit warheit jehen. Man hat nun lenger dann 3. gantzer Jahr / Jns Tuͤrcken land gehoͤrt fuͤrwar / Von Auffruhr Krieg vnnd wesen / Vom Volck so vom Tuͤrcken abgefallen ist / Vñ sich zusamen gelesen. Das Ottomanisch Reich war der anfang / Die inn Asia saumbten sich nit lang / Groß Auffruhr thetens machen / Dem Tuͤrcken vil land eingenommen han / der schimpff der will sich machen. Die Arabier gar streng fahren fort / Jnn Egypten man auch wunder hort / Groß auffruhr thet sich erheben / die gantze Landschafft Genuni / Dem Tuͤrcken theten einnemen. Ein Obersten sie bekamen dazumal / Cusaim er genennet war / Vormals in Vngerland gewesen / Zum Gubernatorem erwoͤlet wardt / Zu Allgeri außerlesen. Welcher nachmals abgefallen ist / Dem Tuͤrcken wider stre⸗ bet vest / Vnnd sich ein Kayser nennet / Darzu ein Feindt des Mahomets / Sein Gott ein einigen Gott nennet. Darzu war er ein Juden Feind / Vnd legt jhn an vil gros⸗ ser pein / Sonderlich zu Allgeri / da er ein Oberster gewesen ist / Wie jhr jetzt solt verstehen. Die Juden er da pluͤndern that / groß gelt vnd gut jhn ge⸗ nomen hat / die Statt must auch her halten / Thet sie auch pluͤn⸗ dern gantz vnd gar / dem Tuͤrcken thets wenig gefallen. Als nun der Tuͤrck die mehr vernam / die auffruhr wolt er stillen thun / ein Bassa auß thet senden / die auffruhr er solt stil⸗ len thun / ehe er zu ruͤck thet wenden. Als der Bassa nun kam in das Land / Vnd merckt das der Cusam war so starck / Mit Volck vnd geschuͤtz versehen / Zum auffrur er sich schlagen tet / dem Tuͤrcken vil schaden thet fügen. Biß letztlich diser Cusam wardt / belegert vnnd gefangen hart / gen Constantinopel gefuͤhret / Vnnd jaͤmerlich ward hin gericht / das zuuor kein Mensch erhoͤret. Darnach sein Cantzler mich verstat / Welcher seinen Herren verrahten hat / des Regements sich anname / Zum Obersten sich auffwerffen thet / Wie jhr jetzundt solt hoͤren. Der Cantzler zog im Landt herumb / er samlet des Volcks ein grosse Summ / gar offt zusamen kamen / der Mahomet vnd Cantzler gut / groß Blutvergiessen man vername. Er schlug der Tuͤrcken ein grosse zahl / Zum offtermal wie ich euch sag / das thet den Tuͤrcken verdriessen / doch mocht er jm kein widerstand thun / der Cantzler brauchet vil liste. Die von Damasco stunden dem Cantzler bey / Vil Kauff⸗ mans Schiff bluͤnderten frey / Nach Babilonia woltens fah⸗ ren / die zu Belsera kamen auch darzu / dem Tuͤrcken thetens grossen schaden. Der Cantzler vil Schlacht gewonen hat / Seinem Volck die beut außtheilen that / groß gut habens bekomen / Sein volck frewet sich von hertzen sehr / Hauffenweis ist jm zutrungen. Dem Volck er auch erlaubet hat / Was der Tuͤrck zuvor verbotten hat / Schweinen fleisch moͤchten sie essen / Auch Wein zu trincken wer da wolt / Das Volck frewet sich von Hertzen. Der Tuͤrck den Handel wol vernam: Dem Cantzler kein wi⸗ derstand kund thun / Zween Bassa auß thet senden / Mit 12000. Mann dem Machomet zu gut / Wunder thet man vernemen. Der eine Bassa zum Cantzler gefallen ist / Auff den Graͤn⸗ tzen Notolie wolbewust / Gegen Alepo thetens streiffen / Der Tuͤrcken mit einer grossen macht / Den Cantzler thet angreiffen. Den Cantzler vberwunden hat / Sein Bruder der ist blieben todt / Der Cantzler must entrinnen / Mit 500. Pferdt wie ich euch sag / Er thet sich nicht lang besinnen. Der Cantzler sich bald wider erholt / Vnd bracht zusammen grosses Volck / Auß allen Grentzen herumber / Deßgleichen auch auß Persia / Viel Volcks zu Hilff thet kommen. Vnd legert sich fuͤr Amasia / Da man die jungen Tuͤrcken zwar: Teglichen thut auffziehen / Nam sie auch ein mit gantzer Gewalt / Viel Volcks er thet vmbbringen. Des Tuͤrcken Volck das bald vernam / Sie wolten jhn be⸗ laͤgern thun / den Cantzler bald berennen / die Statt er stecket in den brand / Ttet sich darvon abwenden. Stellt sich als wolt er nemmen die flucht / des Tuͤrcken Volck jhm starck nachjug / Jn vnordnung thetens gerahten / der Can⸗ zler sich bald wenden thet / des Tuͤrcken hauffen er thet schlagen. Fuͤnff Bassa die sein bliben todt / Vil Begen musten ley⸗ den noth / 24000. Mann vmbkamen / auffs Tuͤrcken seitt inn disem Streitt / groß beut des Cantzlers Volck bekame. Doch ist es darbey bliben nicht / des Tuͤrcken Volck sich wider ruͤst / auff den Cantzler thetens tringen / Vnnd schlugen jhn auch in die flucht / Mit 12. Obersten thet enttrinnen. Vierzehenhundert Koͤpff wie ich sag / Vons Cantzlers Volckh gefangen wardt / gen Constantinopel gefuͤhret / Was weiter darauß werden will / das wirdt man gar bald hoͤren. Last vns anruffen den lieben Gott / das er vns wolt helffen auß aller noth / des Tuͤrcken gewalt zerstoͤren / Vnd vns durch Christum seinen Sohn / genediglich erhoͤren / Amen. Die ander Zeitung. ACh Gott in deinem hoͤchsten Thron / Wie vbel thut es jetzt zughon / Wol in den letzten zeitten / Wie tobt vnnd wuͤth die boͤse Welt / Welches warlich Gott sehr vbel ge⸗ fellt / Kein gutthat kan mehr leiden. Jetz will ich euch kuͤrtzlich zeigen an / Merckt wol darauff jhr Fraw vnd Mann / Was sich hat zugetragen / Wol hewer in disem Jar zu hand / Jn einem Flecken Scheuren genannt / also heist er mit namen. Ein Schneider im selben Flecken wohnt / Matthes Broß er sein namen hat / Hoͤrt wie es jhm ist ergangen / eins mals des morgens frue auffstund / an seine arbait gehen wolt / gehn Lau⸗ tenbach ich sage. Auff einen Freytag es geschach / Wol vmb zwey vhren nach mittag / Jn der stuben thet nehen / Mit seinem Knecht wie ich euch sag / Fuͤr dem Fenster gar schnell vnd baldt / ein weissen mann sach stehen. Jn weissen Kleidern angethan / der Schneider zu seim Knecht fieng an / Thustu den Mann auch sehen / daraussen vor dem Fenster stahn / Jn weissen Kleidern angethan / der Knecht thet sich vmbsehen. Er sprach nein ich sich niemandt fuͤrwar / der Mann dem Schmeider trewet zwar / doch sprach er halb auß zoren / Bistu dann nicht so seelig von Gott / der weisse Man redet kein wort / der Schneider schwig mit sorgen. Der Man stund da ein gute weil / der Schneider wolt inn schneller eil / Sein wasser thun abschlagen / der Mann der thet jhm folgen nach / Wiewol kein wort zum Schneider sprach / Bis auff den abendt spate. Der Schneider wider in die stuben gieng / der weisse Mann von jhm verschwind / als er thet wider wercken / gegen dem Fen⸗ ster er hinsah / der weisse Mann stund wider da / der Knecht thet es wol mercken. Der Mann stund vor dem Fenster drat / Bis das man zu nacht gessen hat / der Schneider zu haus thet gehen / da kam der selbig weisse Man / thet zwischen dem Knecht vnd Meister gan / Kein wort thet er nicht reden. Von Lauttenbach bis zum Kirsgrundt / der Schneider forcht sich von hertzengrund / Vermeint der Todt es were / da bat er Gott von hertzengrund / das er jhm geb in seinen Mund / Ob er mit jm solt reden. Letzlich nam er in seinen mut / Zum weissen Man anfangen thut / Was doch sey sein begeren / das soll er jm hie anzeigen thun / da fing der Mann zu reden an / Wie jr jetzundt solt hoͤren. Der liebe Gott erzuͤrnet sey / Vber die Menschen groß vnd klein / Weil sie in Suͤnden leben / Mit fluchen schweren man⸗ cherley / Was ander grosse Suͤndt noch sein / Niemandt woͤll sich zur Buß bekeren. Darzu nemen gar vber hand / Die grossen Kroͤß im gantzen Landt / Solch Hoffart kompt vom Teuffel her / Die will auch straffen Gott der HERR / Sie ewig thun verstossen. Die spitzigen Huͤt kommen auch darzu / Darmit treibt man groß vbermut / Niemand kans mehr erdenckẽ / Was er fuͤr Hof⸗ fart soll bringen auff: Das es gefall der Welde lauff / Dreiben allerley seltzam schwencke. Wenn denn Gott schickt ein Wetter ins Land / Damit er das Volck zur Buß vermand / Hebet man an zu fluchen / Ein Hexen Wetter man es nennt / Kein Mensch sich da zur Buß sich went / Jst alles der Suͤnden schulde. Weil sich niemand bekehrt zu Gott / Muͤssen wir allerley straff von Gott / Allhie auch thun annehmen / Werden wirs tragen mit Gedult / So wird vns Gott mit Gnad vnnd Huld / Die e⸗ wig Frewd thun geben. Der Mann gab jm ernstlich bescheid / Solches der hohen O⸗ berkeit / mit fleiß da an zu zeigẽ / Was er jm da befohlen het / Der Schneider sich entschuͤldigẽ tet / Man werts jm nit thun glaͤubẽ. Er soll gehen zu der Geistligkeit / oder zu andern gelehrten Leut / Bey jnen solches werbẽ / Der Man sprach zu jm in diesem strauß / Wirstu nicht solches richten auß / Deß gehn tods mustu sterben. Der Engel Gottes weiter sprach / Die drey Sonnen die man gesehen hab / Drey Straff thun sie bedeuten / Die ein die grosse Kelte so gewesen ist / Die andern zwo wol zu der frist / Werden nicht aussen bleiben. Weil sich der Wucherer frewet hewr / Das er Wein vñ Korn soll geben thewr / Die ander Straff wird sehen / Wo mans dem armen nicht vmb recht Gelt / Wird geben wies got gefellt / Wirts alles lebendig werden. Der Man mahnt den Schneider ohn vnterlaß / Das er jhms solches richten auß / Was er jm befohlen hette / Jn dem kamen sie heim zu Hauß / Der Schneider wolt sich ziehen auß / Vnd legen in sein Bette. Da lag der Man ans Schneiders ort / Er sprach ich doch ver⸗ meinet hab / Bey meinem Knecht wolst liegen / Der weise Mann da bald verschwund / Als der Schneider in das Bett nein kompt / Der Mann gleich vorm Bett thet stehen. Der Schneider hett gar keine Ruh / Es werd den Sambstag auch darzu / Das jhn der Mann thet vermahnen / Er sagts den Schneider wider an / Wo er solches nicht werd thun / Deß gehen tods muͤß er sterben. Denn die Welt ist so gar verucht / Man frist vnd seufft / Man spielt vnd flucht / Deß HErren Namen thut man vnehren / Gibt denn Gott schon Wein vnd Korn gnug / Niemand jhm darumb dancken thut / Man thuts vnnuͤtz verzehren. Der Schneider gar kein ruh nicht het / Der Man weitter ver⸗ mahnen thet / Nicht mehr konnt er sich wehren / Soll ichs dann thun / so wil ichs than / Drauff er den Engel die Hand bot her / des Schneiders Fraw das hoͤret. Der weiße Man als bald verschwand / Als jm der Schneider hett geben die Hand / Deß Morgens auff thet stehn / Sein Weib schickt er zum Schultheiß dar / Zu andern Nachbarn auch fuͤr war / Thets jn alles anzeigen. Dem Vogt thet mans auch zeigen an / Von Gerspach thut mich recht verstan / Von stund an ließ er holen / Den Schneider sein Weib vnd auch sein Knecht / das man die Sach erfahre recht / Jeders insonderheit thet fragen. Das Weib sagt solches alles auß / Wie jr Mann wer kommen zu Hauß / Ein starck Gesprech vernommen / Auch alle redt ver⸗ standen wol / Was jhr Mann da hett reden thon / Keinen Men⸗ schen sah mit jhm kommen. Der Knecht auch alles zeiget an / Was er von seim Meister het hoͤrẽ thon / auch 2. gantzer tag gesehen / nit anderst er vermeint het / Von seinen sinnen kom̄en wert / thet alle redt wider anzeigen. Weil ers nun hat geoffenbart / Was jhm der Engel befolen hat / die grosse Straff deß HERREN / So sollen wir jetzt in ge⸗ mein / vor grosser Hoffart gewarnet sein / Vnd vns zu Gott be⸗ bekehren. Collationirt vnnd auscultirt / ist diese gegenwertige Copey / mit vñ gegen jrem wahren rechten Original / auch demsel⸗ ben durchauß von Wort zu Wort gleich⸗ lautent / vnd an der Subscription ohne Mangel erfunden worden / durch mich Philips Heinrich Nimsgern von Lang⸗ felden / Keyserlichen offenen geschwor⸗ nen vnd autenticierten Notarien / vnnd der zeit Burgvogt auff Eberstein / bezeu⸗ ge ich mit der meiner eignen Hand vnd Vnterschrifft / auch fuͤrgetrucktem Rin⸗ Pittschaft / so geschehen auff Eberstein / den 29. Aprilis / 1602. Philips Heinrich Nimsgern von Langfelden: Notarius Iuratus in fidem præmissorum propria manu subscripsit. Show less

Von grausamen Wunderzeichen, 21. Mai 1602; Von einem seltsamen Kind
Zwo warhaffte / erschroͤckliche vnd zuͦvor vner⸗ hoͤrte newe Zeittungen. Von den Grausamen Wunderzeichen / welche sich begeben vnd zugetragen / in dem Babilonischen Koͤnigreich / auch an⸗ dern orthen / Teutsch vnd Welscher Nation / die man an deß Him̄els Firmament gesehen / Hergegen widerumb... Show more Zwo warhaffte / erschroͤckliche vnd zuͦvor vner⸗ hoͤrte newe Zeittungen. Von den Grausamen Wunderzeichen / welche sich begeben vnd zugetragen / in dem Babilonischen Koͤnigreich / auch an⸗ dern orthen / Teutsch vnd Welscher Nation / die man an deß Him̄els Firmament gesehen / Hergegen widerumb von einem Berg / wel⸗ cher in dem Land vnd gegend Fahrus erschienen / darauff ein runde Seul gestanden / daran mit Hebreischen / Griechischen vnd Latei⸗ nischen Buchstaben geschriben gefunden worden / von den letsten zeiten der Welt / vnd wie der Antichrist Geboren soll wer⸗ den / Geschehen den 21. tag May / im Jahr 1602. Die Ander: Von einem seltzamen Kind / welches damals auff die Welt geboren / vnnd was sich mit Jhme verloffen vnd zugetragen hat / Auch wie die Gelehrten Judicieren / es sey der Antichrist / also auß dem Lateinischen Exemplar / so die Kauffleut nach Straßburg gebracht / gezogen / vnd in ein Lied verfaßt. Jm Thon: Wilhelmus von Nassawe / rc. Getruckt zu Straßburg / bey Jost Martin am Kornmarckt / M D C II. HOert zu was ich will Singen / jhr lie⸗ ben Christen leut / von vnerhoͤrten dingen / die sich newlicher zeit / Schroͤcklich han zugetra⸗ gẽ am Babilonischen Reich / vñ Portugal mit klagen / dauon will ich euch sagen / auch in der gegend Fahrus gewiß. ¶ Allda man hat gesehen / ans Him̄els Firmamẽt / schroͤck⸗ liche Wunderzeichen / darnach drey Sonnen geschwind / Sa⸗ he man am Him̄el ich sage / darauff kam ein Erdbidem hart / mit Jamer noth vnd klagen / die Leut vor forcht vnd zagen / wurden erschrocken gar. ¶ Von Him̄el auch dermassen / das Fewer fiel wie Kug⸗ len groß / an vil enden vnd strassen / es wehrt schroͤcklcher maß / Viel schoͤner Gebaͤw verbranen / an demselbigen end / das Volck gelauffen kamen / wehrten des Fewers flam̄en / viel Menschen verbrunnen seind. ¶ Das Fewer nam vberhande / vil Gut verbrunnen ist / in demselbigen Lande / darnach zur selben frist / zu Lisabon mit nothe / der Tempel gehling verbran / da ruͤfftens zum lieben Gotte / in diser grossen nothe / das Fewer noch weyter kam. ¶ Ein Statt thut man wol kennen / Florentz wirdt sie genandt / allda theten verbrennen / Sechs vnnd zweintzig Kramlaͤden bekandt / viel Volcks darzu inn Summen / der Wechsel mit sampt dem Schloß / ist in den Grund verbrun⸗ nen / viel Brieff vnnd Kleinot darundter / schaͤtzt man zwo Million groß. ¶ Da hort man schreyen vnd gelffen / von Mann / Weib / Kinder klein / noch kundt jhn niemandts helffen / inn dieser Fewers pein / in dem Spital besonder / Neun vnd zweintzig Menschen schon / seind jaͤmmerlich verbrunnen / deß Viechs ein grosse Sum̄en / auff diefes mahl verbran. ¶ Als dieses war vergangen / sah man schweben im Luffte viel Haͤwschrecken / Nattern vnd Schlangen / Raupen vnd gifftige zucht / Blut thets darauff auch Regnen / gemengt mit Korn vnd Straal / schroͤcklich war das zu sehen / thu ich mit warheit yehen / O Mensch nem̄s eben war. ¶ Das Landtvolck stuͤnd in leyden / wusten nicht wo auß noch ein / vnd auff einer weyten Heyden / ein hoher Berg er⸗ schein / den man vor nye hat gesehen / im̄ selbigen gantzen Reich / darauff so sah man stehen / ein grosse Seul gar eben / merckt wol darauff Arm vnd Reich. ¶ Die Seul war rund geschiben / mit zweyerley Farben geziert / daran fund man geschriben / Jr Christen sehet hye / Ach thund euch doch bekeren / stehent ab von ewer Suͦnd / laßt euch weysen vnd lehren / der strenge Tag deß Herren / kompt herzu gar geschwind / ¶ Das an der Seul stuͤnd geschriben / war Hebreisch / Grie⸗ chisch vnd Latein / Jch kan es nicht verschweigen / O jhr Chri⸗ sten groß vnd klein / Gott wirdt vns grausam Straffen / mit Donner Hagel vnd Fewr / den Hyrten mit den Schaffen / O Jamer noth vnd Waffen / thut Buß dann es ist mehr dann Zeyt. ¶ Es ist grosse noth verhanden / in Teutsch vnnd Wel⸗ schen Landt / Rauben / Morden vnd Brennen / wurdt nem⸗ men vber hand / gresse Pestilentz dergleichen / Erdbidem vnd Finsternuß / Krieg Blutuergiessen vnd groß streytten / bey Fuͤrsten vnnd Herren an allen seyten / Elend vnnd kuͤm⸗ mernuß. ¶ Wirdt sich jaͤmmerlich erheben / vndter Vaͤttern vnnd Eltern gewiß / in groß vneinigkeit dargegen / die Jugendt wider sich / mit Haß neyd auch Zoren / die Nachbawren vnnd Freund / die Blutsverwanten fürware / werden mit einander Rumoren / vneinig vnd zertrennt. ¶ Diß an der Seul stuͤnd geschriben / wirdt euch weytter gemeldt / ein Stim̄ ist da erschinen / die schrey O weh der Welt / mit jubilieren springen vnd Tantzen / mit Ehebruch vnd Hurerey / mit vnnuͤtzem fluchen so gantze / mit Abgoͤtte⸗ rey vnd Finantze / mit Gottslesterung dabey. ¶ Weh denen die in Suͤnden / jmmerzu fahren fort / die El⸗ tern von den Kindern / verlacht wirdt vnd verspott / Gotts thewrer Nam dermassen / darzu die liebe Glider sein / Sein Blut für vns vergossen / sein heyligs Leyden dermassen / die heylige Sacrament so rein. ¶ Werden so gar verachtet / O Mensch denck hindersich / thuͦ die Zeichen betrachten / GOTt warnet vns Vaͤtterlich / vermeint vns abzuschroͤcken / von vnsern Suͤnden groß noch wills bey vns nit klecken / Gott wirdt vns baß auffwecken / thut Buß / weil jr noch zeit der Gnaden habt. ¶ Jetzt will ich euch thun melden / von den Zeichen ans Him̄els thron / vnser Fluchen vnd Schelten / will Gott für⸗ bilden thun am Blut das fiel vom Himmel / darzu am Korn vnd Fewr / die vergifften Thier geschwinde / werden auch mit jhn bringen / viel Kranckheit vñgeheur. ¶ Es ist gar leichtlich zuschliessen / wir sollen vnser Sünde mit grossem Hertzleyd buͤssen / weil wir im leben sind / sonst wirdt vns auch ergehen / wie Jerusalem der Statt / Sodoms vnd Gomorra darneben / die erste Welt gar eben / im Suͤnd⸗ fluß ertrencket ward. ¶ Von wegen jhrer Suͤnd vnnd schande / wurdens ge⸗ strafft von Gott / weils dann im gantzen Lande / bey vns viel aͤrger staht / Ach wie wirds vns dañ ergehen / hilff lieber Herr Jesus Christ / wie moͤgen wir bestehen / wañ du mit vns wilt gehen / in dein strenges Gericht. ¶ Die Fewrzeichen am Him̄el / mit sampt dem Korn vnd Stral / sollen vns dahin erwinden / das wir an Gottes gnad / sollen nicht drumb gar verzagen / ob schon der Erdboden zu⸗ hand / vns schier nim̄er will tragen / die Firmament auch kla⸗ gen / die Sonn in trawren steht. ¶ Lucas thut vns fein schreyben / von solchen Zeichen groß / wann die werden geschehen / in solcher form vnd maß / so ist das end nit fehrne / wie der Prophet Elias spricht / Gott werd mit Weib vnd Mannen / mit boͤsen vnd auch Frommen / be⸗ sitzen ein strenges Gericht. ¶ Ach lieben Christenleute / betracht das Wunder groß / bekeret euch in der zeite / wie Niniue die Statt / auff das wann Gott wirdt kommen / vnnd besitzen das juͤngst Gericht / da⸗ mit wir alle zusamen / in Jesu Christi Namen / bey Gott le⸗ ben Ewigklich / Die Ander JEtzundt will ich anzeygen was mehr geschehen ist / als die obgemelte Zeichen / vergiengen zur selben frist / hat man darnach vernom̄en / noch groͤsser hertzenleid / ein Kind auff die Welt ist kom̄en / O weh der trawrigen zeit. ¶ Da das Kind war geboren / die Menschen Jung vnnd Alt / theten zusamen keren / es ward gantz vngestalt / die Leut erschracken von Hertzen / wegen seiner Glider groß / ein grausame art ohn schertzen / man zuvor nie gesehen hat. ¶ Dises Kinds art mit Namen / ward groß vnnd kundt gleich gahn / auch hat es mit verlangen / in zwen Monaten zugenom̄ / vnd angfangen zu reden / vil Wunder gezeigt an / man soll sich jm ergebn / dann er sey der rechte Messias schon. ¶ Weyter muͤß ich verkuͤnden / was sich begeben hat / mit dem verruchten Kinde / in dreyen Monat gerad / es wolt wir⸗ cken wunderzeichen / die Todten wecken auff / die Juden vnd auch Heyden / Haben dem Wunder glaubt. ¶ Viel Krancken hats auch geheylet / von stundan gsund gemacht / die Stummen redent dergleichen / viel Aussetzige man zu jm bracht / grosse Wunderthat begangen / vnnd sich gar ernstlich / mit Lehren vnderstanden / sich an GOTTES statt gesetzt. ¶ Groß wunder thets verkuͤnden / im Land dem gmeinen Mann / mit listigen worten gschwinde / hat er gezeiget an / man werd in disem Jare / groß vnfried krieg vnnd streit / mit Hertzenleid erfaren / als nie zu keiner zeit. ¶ Auch thet er jnen erklaͤren / von den zeichen ans Him̄els Thron / das vngezifer werd verzeren / verbeissen vnnd nagen thun / verwuͤsten vnd verderben / die Fruͤchten allerley / auch werd ein grosser Sterbend / ins Land kom̄en darbey. ¶ Ein vnfried wirdt sich erheben in Teutscher Nation / grosse Herren wirdt es kosten jr Leben / bedeut vns das Blut so rot / das gefallen ist vom Himmel / der Berg vnnd Seul so rund / wollen sagen den from̄en / von einer gluͤckseligen stund. ¶ Denen so Gott vor Augen / haben vnd auch den Son / die Wunderzeichen glauben / vnd nicht verachten thun / die werden gewiß bekom̄en / das ewig Himmelreich / der Erdt⸗ bidem will vns vermanen / es sey nun an der zeit. Alle Juden vnd Heyden / haben dem Kinde glaubt / das es der recht Messias seye / der sie werd fuͤhren auß / Jrem ja⸗ mer vnd schmertzen / den sie getragen lang / aber viel Leut in jrem Hertzen / ruͤfften Gott von Himmel an. ¶ Nun gebend fleissig Ohren / jhr lieben Christen from̄ / viel Gelehrte Doctores / Judicieren in einer sum̄ / das diß kind muß sein ohn Liste / auß allerley gruͤnden frey / der rechte Antichriste / mit seiner Tyranney. ¶ Jn alten Weissagungen / vnd Propheceyungen klar / kan man schliessen in summen / das end der Welt sich naht / das Fewrzeichen darneben / wie S. Petrus meldt / haben wir schon gesehen / damit Gott will straffen die Welt. ¶ Darumb sagt Christus selber / es werd zur letsten zeyt / der Antichrist ohn fehlbar / verfuͤhren Landt vnd Leut / das anch sein Wunder glauben / die Menschen Jung vnd Alt / vnd jhn haben vor Augen / wie man jhm dann schon zu Fus⸗ sen fellt. ¶ All ding seind auch schon kommen / bey yederman auffs hoͤchst / boßtheit hat zugenommen / die Suͤnd noch taͤglich waͤchst / die Predig hat niemand fuͤr augen / auß Gottes wort treybt man spot / mit Schwoͤren / fluchen ich sage / will man anbetten Gott. ¶ Aber du O frommer Christe / bett Gott im Himmel an / mit Dauid dem Psalmisten / sprich du O Gottes Son / du hast mir Gnad erworben / bey deinem Vatter from̄ / bist für mein Suͤnd gestorben / hilff das dein Reich zu vns kom̄. AMEN. Show less

Plünderung von Herzog Heinrichs Städten durch Kriegsvolk von Braunschweig
Ein newe Liedt / Darinnen ver⸗ meldet vnd angezeiget / was fuͤr Stedte / Flecken / Schloͤsser / Cloͤster vñ Doͤrffer (Herzog Heinrichen zugehoͤrig) die Buͤrger aus der Stadt Braunschweig mit jrem Kriegs Volck / gepluͤndert / was sie darinnen geraubet vnd weggebracht / auch was fuͤr... Show more Ein newe Liedt / Darinnen ver⸗ meldet vnd angezeiget / was fuͤr Stedte / Flecken / Schloͤsser / Cloͤster vñ Doͤrffer (Herzog Heinrichen zugehoͤrig) die Buͤrger aus der Stadt Braunschweig mit jrem Kriegs Volck / gepluͤndert / was sie darinnen geraubet vnd weggebracht / auch was fuͤr vnchrist⸗ liche Thaten sie bey demselben getrieben vnd außgerichtet. Welches gesche⸗ hen im Sommer / dieses noch jtzt lauffenden 1602. Jars. Von einem Fuͤrstl. Braunschwei⸗ gischen Soldaten gefaßt / vnd in Druck gegeben. Jm Thon: Wach auff mein Hertz / sey wolge⸗ muht / etc. Gedruckt im Jar M. DC. II. 1. FRomb vnd getrewe Vnterthan / Die sol man billig loben / So nach Gottes Geboten gan / Nicht wuͤten vnd nicht toben / Der Oberkeit gehorsam sein / Vermeyden jre Straff vnd pein / Thun kein Auffruhr erwecken. 2. Solchs lobt ein jeder frommer Mann / Der Christlich ist gesinnet / Vnd nicht hat ein verwirten wahn / Wie man dann jtzt wol findet. Gottes Wort auch solchs haben wil / Wie man list in der Schrifft gar viel / Vnd Paulus davon lehret. 3. Es ist kein mahl zu aller zeit Solchs einem wol gelungen / Der sich mit grosser vppigkeit Anders hat vnternommen / Gott hat Obrigkeit eingesetzt / Wil sie auch haben vnverletzt / Das wirstu teglich innen. 4. Wiltu gerne Exempel han / Wie es den ist ergangen / Die sich also aufflehnet han Wieder jre Herren lange / So sieh du an wie Bardewick Die gewaltige Stadt in einem streidt / Gar zerstoͤret ist worden. 5. Gendt in Flandern die stadlich Stadt Mit seinen Gesellen allen / Solchs auch im werck befunden hat / Das sie so hoch gefallen / Auch kommn vmb all gerechtigkeit / Vnd steht in eusserst dienstbarigkeit / Dessn hastu mehr ohn massen. 6. Das soltu Braunschweig habn bedacht / Mit Christlichem gemuͤhte / Wie du dich so hast auffgelegt / Wieder deins Lands Fuͤrsten Guͤter / Aus vbermuht / trotz vnd muhtwil / Hoffart vnd ander vntugent viel / Jhm gehorsam entzogen. 7. Du meinst du wollst ein Freystadt sein / Vnd deinen Herrn verwerffen / Dem Keyser vnterworffen sein / Das wird er dir recht scherffen / Vnd lehren wie ein Vnterthan / Bey jrem Landes Herrn sol stan / Vnd jn nicht so verkeisen. 8. Bedenck doch wer dich hat gebawt / Vnd anfenglich fundiret / Wie man jtzo die Stadt anschawt / Mit freyheiten gezieret / Das habn gethan die Hertzogen Zu Braunschweig / vnd jr Voreltern / Das magstu eben wissen. 9. Die Landes buͤrden mit zu tragn / Thut dir noch jtzt obliegn / Bey jm lieb vnd leben zu wagn / Wollest sie wol lieber betriegen / Vnd den Kopff aus der schlingen ziehn / Gerne ein semper Frey Stadt sein / Wird dir abr nicht gelingen / 10. Du hast gebraucht finantzerey / Vnd gar weidlich geschmieret / Nichts vnterlassn an liegerey / Damit dein sach gezieret / Du hast damit offtmals erlangt Bey Leuten gunst / vnd sehr geprangt / Zum verdruß deinem Erb Herren. 11. Da abr sein ans Licht gebracht / Deine Luͤgen ohn massen / Deine sachen erst besser betracht Mit vernunfft ohn vnterlasse / Hat sich befundn dein falscher bericht Zu Prag / vnd auch beym Cam̄ergericht / Damit du dich geschmuͤcket. 12. Wie dir diß nicht gelungen ist / Aus gutem rechten grunde / Hastu bedacht aus falscher list / Gesagt mit hertz vnd Munde: Wir muͤssn einen Krieg fahen an / Mit Reutern vnd Knecht zu Felde stan / Vnd jm zum verdrag zwingen. 13. Nun hoͤrt ferner was sich begibt / Jhr fromen Christen Leute / Groß reuberey vnd stein geschicht / Das sie bekommen beute / Zusamen bringen sie Reuter vnd Knecht / Nicht achten sie obs gleich vnrecht / Sie thunts in alles wagen. 14. Geringen solt geben sie jn / Thun abr darbey erleuben / Damit jn nicht zuschwer moͤcht sein / Jhrs Herrn Landt zubetruͤben / Die Hanefedern vnd Hanerey / Loß Gesind vnd jr Companey / Kommen alda zusamen. 15. Erst haben sie gefallen an Wendthausen das Gerichte / Welchs sie vom Herrn zu Lehne han / Wieder jr trew vnd pflichte / Habn sie das Haus gerissen ein / Das es nicht mehr Herrn Lehn solt sein / Kirchn vnd Schuln nicht verschonet. 16. Die Kelche dazu die Patent / Habn sie Kirchnreubrischer weise / Daraus genomn vnd bracht von hendt / Das war die erste Reise / Die Tauffe habn sie abgerissn / Fenster in der Kirchen außgeschmiessn / Sinds nicht Teufflische Knechte. 17. Nach Bettmer sie sich auch begebn / Mit jrem gantzen hauffen / Alda geuͤbt Reuberisch lebn / Darnach in Braunschweig gelauffen Dem Vogt habn sie das sein genomn / Dem Pastor nicht geschafft viel fromn / Das seindt fein KriegesLeute. 18. Zu Scheppenstedte in der Stadt / Nach Barbarischen sitten / Habn sie gevbt ein Ritter that / Ohn all vernunfft vnd witze / Thuͤr / Dische / Bencke groß vnd klein / Fenster / Ofen alls ingemein Zerhawen / zerschlagen / verdorben. 19. Speck / Butter / Keß / das liebe Brod / Kleider / Linewand vnd Wuͤrste / Auch was sie haben an Haußgeradt / Hat alles mit gemuͤsset / Kuͤh / Ochsen / Pferde / Schaff vñ schwein Ziegenboͤck / las dir das wuͤnder sein / Muͤssen mit jn weg tantzen. 20. Die Fesser mit Bier im Keller gelegt / Mit grosser kost vnd wuͤrden / Sein alzumahl in stuͤck zerhackt / Das Bier schendlich verdorben / Brawpfannen gestoln / Brawbuͤttig zer⸗ (schmissn / Vnd habn darzu ins Mehl geschissn / Pfue dich du garstiger Reuber. 21. Der Kinderbetterinnen kranck Habn sie gar nicht geschonet / Die Bett vnterm Leibe weg gelangt / Den Pfarherrn sehr verhoͤnet / Sein Buchr genomen sein Kleidr geraubt Meinten solchs wer jn alls erlaubt / Vnd weren Herrn im Lande. 22. Das ist alles in Braunschweig gebracht / Zu den Rebellschen Leuten / Die solchs im hohen Raht bedacht / Zu erlangen gute Beute / Darzu den andern Vnterthanen / Jhr Haab vnd Naruag genommen an / Vnd allein zu hantieren. 23. Sindt auch gefalln ins Halberstedtische (Stifft Zu Weberling im Flecke / Vnd da außgossen jren Gifft / Landt Reubrische Leute kecke / Darnach das Haus genommen ein / Alles zerschlagen groß vnd klein / Wedr Priestr noch Weiber verschonet. 24. Was massen sie daselbst gehaust / Das Freybeutrische Gesinde / Vnd wie sie auff der Bruͤck gemaust / Gantz grawsamblich ohne ende / Das hat gesehn mannig ehrlich man / Weichn die Trenen in die Augen gan / Vnd solches hoch beklaget. 24. Nicht außgesaget werden kan / Mit schmertzlichem gemuͤhte / Wie gros Tyranney sie han gethan / Die reuberischen Leute / Was jn vorkommen alls zerschlan / Stuͤl / Benck vnd Thuͤr in stuͤck zerhawn Die Speise mit Fuͤssen getretten. 26. Das gute Closter Marienthal / So billig privilegiret / Hat auch muͤssen herhalten all / Mit Gelde sich Rancioniret / Aber gleichwol all jre Schwein / Muͤsten mit an dem Tantze sein / Vnd auch Braunschweig beschawen. 27. Bardorff dein schoͤn Vieh vberall / Wo ist doch das hin kommen / 100. vnd 20. Kuͤhe an der zal / Habn die Buben genommen / Darzu die Studt an Pferden schon / Wie sie von Fuͤrsten Heusern gan / Habn mit jn muͤssen reiten. 28. Nach Graßleben vnd Querenhorst / Habn diese Landtfriedbrecher / Getragen nicht geringen Dorst / Wie Gottes Wort verechter / Weiber geschent / vnd Pferd erwischt / Dieselben mit den andern vermischt / Vnd zu den Rebellen gefuͤret. 29. Nicht außzusagn wie schoͤne beut / An Kuͤhen / Pferden vnd Schaffen / Sich hat bey den Rebellen ereugt / Die sie zusamen gerapffet / Fuͤrn Pferdt drey Thaler / fuͤrn Schaff sechs Grosschn / Zwey Thaler fuͤr ein Kuh vnd Ochsen / Hat man zu der zeit geben. 30. Es sol abr wuͤndschen mancher Mann / Ders also hat gekauffet / Er hette solches nachgelan / Dessn nicht zu sich gerauffet / Solt liebr fuͤrn Kuh zwantzig Talr han gebn / Fuͤrn Schaff zehn / fuͤrn Pferdt dreissig darnebn / Moͤcht jm wol besser bekommen. 31. Weiter sindt sie auch fortgeschrittn / Die Kuͤhdiebe mit jren Gesellen / Hinnauff biß gen Stoͤckheimb gerittn / Vmbgebn mit Strassnreubers Fellẽ / Daselbst auff ettzlich Doͤrffer herumb / Alles geraubet vmb vnd vmb / Viel Menschen da betruͤbet. 32. Was sie zu Sttderburg geuͤbt / Davon ist nicht zu schreiben / Manch Closter person sie da betruͤbt / Mit vnzucht vnbescheiden / Was da gewessn jung / alt vnd Lahm / Jhrn willen habn sie volbracht daran / Fuͤr scham darff ichs nicht all sagen. 33. Gewagt habn sie es ferner hinnaus / Noch etwas mehr zusuchen / Nach jren Teufflischem sauß / Mehr Kuͤh zu stelen vnd zu rauben / Jns Fuͤrwerck fuͤr der Vest gelegn / Haben sie sich doͤrffen begebn / Jst jn abr nicht gelungen. 34. Darnach ins Ampt Lichtenburg genand / Vnd dessen Doͤrffer fuͤnffe / Habn sich die Strassenreubr gewandt / Dieselben auch gepluͤndert / Ein stadlich anzal Zeug erschnapfft / Darin Schwein / Schaff vnd Pferd er⸗ (tapfft / Vnd in die Stadt geschlepffet. 35. Solchs alles ist von jhn geschehn / wieder Gott vnd alle Rechte / Dawieder keinen Menschen gesehn / so fuͤr die Ar⸗ muht fechte / sie habens ohn wiederstandt gethan / darumb sie auch auff solcher ban / wol rauben vnd pluͤndern koͤnnen. 36. Aber manniger bedageter Mañ / auch vnter den Rebellen / die den grossen Raub gesehen an / hats sehr vbel gefallen / ge⸗ sagt mit Thaͤrnen zu dieser frist: Den armen Leutn zu viel geschicht / vom Raht vnd KriegsLeuten. 37. Dann sie leichtlich Rechnung ge⸗ macht / es wolte vber sie außlauffen / was sie vbels habn vollenbracht / mit den reu⸗ berischen hauffen / Da sie dz lose Gesinde geworbn / damit Landt vnd Leute verdor⸗ ben / vielleicht muͤssn sies bezalen. 38. Einmahl habn sie gar prechtiglich / mit den aus Fuͤrstlicher Veste / Die da⸗ mahls sich gehalten Ritterlich / wieder die Stedtischen Geste / Haben sie endtlich so weiht gebracht / sie wieder in die Maw⸗ ren gejacht / vnd das reißaus genomen. 39. Nach solcher zeit sein sie geblieben / in den verschlossenen Waͤllen / Das Rebel⸗ sche Bier in sich gerieben / mit jrn diebi⸗ schen Gesellen / Das hat also zugetra⸗ gen sich / biß in den Brachmont sage ich / in diesem andern Jahre. 40. Nun bdenck ein frommer Christ bey sich / die grossen vbelthaten / Welche also habn außgericht / die Rebellischen Sol⸗ daten / mit jren Hanefedern vnd Rossen / das es Gott vnd Menschn verdrossen / vnd nimmermehr zu verantworten ste⸗ het. 41. Wedr Kirchn noch Schuln sie haben verschont / in jren Suͤnden verblendet / Priester vnd ehrliche Weiber verhoͤnt / haben sie mit gewalt geschendet / Gesto⸗ len / geraubt / gepluͤndert / gebrandt / das es gewesen Suͤnd vnd Schande / Gott wird es aber wol rechen. 42. Jetzt kommen sie vnd geben fuͤr / vnd thun es auch wol sagen / Dz sie sich wol⸗ ten gern hinfuͤr / mit jrm Lands Fuͤrsten vertragen / Es moͤcht nun auffgehoben sein / vnd alles beygeleget fein / was von jn wehr verrichtet. 43. Fuͤrwar / sag ich / ein schoͤner vertrag / wirdt jetzt von euch begeret / So Geist: vnd Weltlichs Recht nicht vermag / euch auch nicht ist bescheret / Das Spiel ist ja gefangen an / moͤcht wol ein andern auß⸗ gang han / wie vns die zeit wird leren. 44. Jch weiß das ein gefangner Dieb / der seinen Herrn gestolen / viel Korn / vnd was jm sonst war lieb / von seinem Haus vnd Boden / Er wolt sich gern vertragn mit jm / wirdt abr gefuͤrt zum Galgen hin / damit die Sach verglichen. 45. Einmal ist das gewißlich wahr / vnd zeugen solches die Schrifften / das in etz⸗ lich viel hundert Jar / zu Braunschweigk die loͤblichen Fuͤrsten / Niemahls gehabt schedliche Feindt / als jetzt die Buͤrger in Braunschweig seind / dann sies im werck beweisen. 46. O Gott der Du ja richtest recht / vnd Obrigkeit thust setzen / Straff dieses Vol⸗ ckes vntrew geschlecht / sih an der Armut schmertzen / die vbelthaten die sie gethan / die las Dir doch zu hertzen gan / vnd thu doch nun auff wachen. 47. Du pflegst ja vbr Deim Wort zu⸗ haltn / Du gwaltiger Kriegesfuͤhrer / die sich da wieder setzen zerspaltn / Straffe diese gros Auffruͤrer / vnd nimb dich vn⸗ ser Obrigkeit an / sey Du bey jnen auff dem Plan / in solchen guten sachen. 48. Das teiff seufftzen der armen Leut / thu Dich O Gott erbarmen / die so hertz lichen sein betruͤbt / in diesem boͤsen lermẽ / Gib das sie moͤgen Busse thun / oder die Thrän so die Leute thun / auff jre Seelen brennen / Amen. Show less

Klaglied über den Tod von Friedrich Wilhelm, 1475
Klaglied Vber den toͤdtlichen Abgang weiland Des Durchleuchtig⸗ sten / Hochgebornen Fuͤrsten vñ Herrn / Herrn Friedrich Wilhelm / Hertzo⸗ gen zu Sachsen / Landgraffen in Thuͤrin⸗ gen / Marggraffen zu Meis⸗ sen / etc. Welcher selig vnd sanfft im HERRN entschlaffen zu Weimar den 7. Tag... Show more Klaglied Vber den toͤdtlichen Abgang weiland Des Durchleuchtig⸗ sten / Hochgebornen Fuͤrsten vñ Herrn / Herrn Friedrich Wilhelm / Hertzo⸗ gen zu Sachsen / Landgraffen in Thuͤrin⸗ gen / Marggraffen zu Meis⸗ sen / etc. Welcher selig vnd sanfft im HERRN entschlaffen zu Weimar den 7. Tag lulij zu Nacht vmb eilff Vhr. Zu J. F. G. Hochloͤblichster vnd Gottseligster Gedaͤchtnis / den Vnterthanen aber zur Erinne⸗ rung vnd Auffmunterung gestellet / Von M. Chilian Wallendorff. Jm Thon: Ach Gott wem soll ichs klagen / etc. Der al⸗ ten Churfuͤrstin Sibylen Lied. Gedruckt zu Jhena / durch To⸗ biam Steinmann. MEMORIAE Jllustrisimi & Celsißtimi Principis Dn. FRIDERICI WILHELMI, Ducis Saxoniæ, &c. PRæproperã (heu ! ) cecidit FRIDERICUS morte VVILHELMVS; Saxonicæ illustris Du colummenq domuͤs. Atque Proẽ lector: Patriæ Pater optimus: Heros Marte Togaque potens; Jmperijque decus. Cui cordi Pax; Relligio; Clementia; Candor; Integritas; Pietas; lustitia atque Fides. Hinc lugent Albis; Sala; Vuster; Elister; & Ilmus: Aulæ, vrbes, pagus, mœnia, vicus, agri. Omnibus his vius tutum existebat Asylum: Præsidiumque foro; suffugiumque choro. O luge; õ plora; te pallis indue nigris. Avulsum Caput est, Terra Thyringa tuum. 1. HEbt an mit mir zu klagen / Vnd weinet allzumal / Dann sich in diesen Tagen Begeben hat ein Fall. 2. Ein Riß groß ist geschehen / Am hohen Sachsen Stam / Dessen nicht hettn versehen. Leider wir allesampt. 3. Gott hat hinweg genommen Aus dieser boͤsen Welt / Friedrich Wilhelm den frommen Fuͤrsten vnd Edlen Heldt. 4. Welcher war eine Seule Starck in dem Roͤmischn Reich / Ein Trost / Schutz / Heil vnd Freude / Dem Vaterland zugleich. 5. Der Gottes Wort geliebet / Gepflantzt dasselbig fort / Taͤglich in dem sich vbet / Foͤrderts an allem Ort. 6. Die Lehr Luther reine / Zu Augspurg erst bekant / Ließ er ihm gfalln alleine / Ohn allen Mißuerstandt. 7. Den Reim fuͤhrt er im Munde / Erhalt mich O HERR Gott / Taͤglich vnd alle Stunde Bey deim Goͤttlichen Wort. 8. Friedrich war er genennet / Drumb liebt er auch den Fried / Nacht eins / was war zertrennet / Zur Einigkeit er rieth. 9. Mit Weißheit vnd Verstande / Mit Kunst vnd Gschickligkeit / Regiert er in dem Lande / Wie kundt ist weit vnd breit. 10. Sein Fuͤrstlich Hertz vnd Tugend / Sein grosse Miltigkeit / Von anfang seiner Jugend / Haben gespuͤrt viel Leut. 11. Sein Vnterthann er schuͤtzte / Schafft jhnen Fried vnd Ruh / Halff dem gemeinen Nutze Mit Rath vnd That darzu. 12. Wer wolt denn nun nicht weinen Wer wolte trawren nicht? Demnach vns allgemeine Ein solches Leid anficht. 13. Demnach wir han verlohren Den Vater dieser Land / Den Helden außerkohren / Von Tugend wol bekandt. 14. Ein Vngluͤck ist vorhanden / Ein Straff ist vor der Thuͤr / O Gott / von diesen Landen Nimbs weg / das bitten wir. 15. Straff nicht in deinem grimme / Wie wirs verdienet han / Laß hoͤrn dein gnaͤdig Stimme / Thue von deim Zorn abstahn. 16. Thut Buß jhr Menschen Kinder / Dann es ist hohe zeit / Erkennet ewre Suͤnde / Flieht Vngerechtigkeit 17. Legt ab Hoffart vnd Schande / Vnzucht vnd Buͤberey / Die jetzt schweben im Lande / Faht an ein Leben new. 18. Fallt Gott in seine Ruthe / Die Er gebunden hat / Daß Er vns halt in hute / Straff nicht im Zorn so hart. 19. Daß Er in Gnad behuͤte Vnser liebs Vaterland / Vors Tuͤrcken Mord vnd Wuͤten / Vors Bapstes Grim vnd Schand. 20. Er woll auff lassen wachsen Die Edlen Pflaͤntzelein / So aus dem Hauß zu Sachsen Anfahn zu grunnen fein. 21. Ach Gott laß in Genaden Dir ja befohlen seyn / Bewahr vor allen Schaden Das Rauten Kraͤntzelein. 22. Auch Hertzogen Johanni Steh mit deinem Geist bey / Zu Wolfahrt dieser Lande / Jhm langes Lebn verleih. 23. Vnd thu auch reichlich troͤsten Die Fuͤrstin hochgeborn / Die da betruͤbt am meisten / Weil sie jhrn Herrn verlohren. 24. Welchr war jhr Schatz auff Erden / Jhrs Hertzen Freud vnd Wonn / Kan jhr nicht wieder werden / Weil er im Grab ligt schon. 25. Doch wird er aufferstehen Jn aller Ehr vnd Pracht / Wann die Posaun angehen / Vnd Christus koͤmpt mit Nacht. 26. Sein Leib vnter deß liget Jn seim Schlaffkaͤmmerlein / Die Seel aber gefuͤget Zu Gott dem HERREN sein. 27. Vnd weil er sich befliessen Einr guten Ritterschafft / Behaltn ein gut Gewissen / Vnd rechtes Glaubens Krafft. 28. So wird jhm Gott nun geben Die Kron der Gerechtigkeit / Welch ist das ewig Leben / Von Christo jhm bereit. 29. Der helff vns auch mit freuden Zu sich ins Himmels Saal / Wann wir einsmals abscheiden Aus diesem Jammerthal. 30. Da wolln wir vns ergetzen Der Sorgn vnd Kuͤmmerniß / Wer das begert von Hertzen / Sprech ja / das ist gewiß. Amen. Distichon continen annum mensem, & diem obit uͦs Illustrißimi Principis & Ducis du FRIDERICI VVIL- HELMI, &c. IVIt VbI septena DIes QVInCtILIs In VnDas, PrInCeps, sSaXonICo fang VIne CretVs, obIt. M. Chil v Vall. lenæ Ludirector. Show less

Fehlgeburt und Geburt einer Schlange in Jena; Von einer schwangeren Schulmeisterin
Zwo warhafftige / erschreckliche newe Zeitung / Die erste / Von einer Mißgeburt / ge⸗ schehen in der Stadt Jehna / den 18. Aprilis / 1602. Die Ander / Geschehen zu Budstadt / 1602. Die Erste newe Zeitung / von der Mißgeburt. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn. 1. NVn hoͤret zu... Show more Zwo warhafftige / erschreckliche newe Zeitung / Die erste / Von einer Mißgeburt / ge⸗ schehen in der Stadt Jehna / den 18. Aprilis / 1602. Die Ander / Geschehen zu Budstadt / 1602. Die Erste newe Zeitung / von der Mißgeburt. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn. 1. NVn hoͤret zu jhr Christenleut / Was ich euch wil anzeigen heut / Welchs wol ist zu beklagen / Daß man GOttes Wort so gar veracht / Vorbild vnd Zeichen nicht betracht / in diesen letzten Tagen. 2. Man strebt nur nach weltlicher Ehr / Das Ewige sucht man nicht mehr / in hohen vnd nie⸗ drigem Stande / All Sinn / Gedancken / Gott⸗ seligkeit / Wird jetzt von GOtt gesetzet weit / in Doͤrffern / Stedten vnd Landen. 3. Drumb schickt vns Gott ser Zeichen viel / Damit er vns erjnnern wil / vnsers suͤndlichen Lebens / Daß man von Suͤnden wolt ablan / Ein Goͤttlichs Leben fahen an / Sonst wil er grewlich straffen. 4. Jn einer Stadt Jehna genandt / Ein reicher Fleischer wohnt da zu hand / Sein Weib war schwangers Leibes / Nun hoͤrt zu was ich wil singen / vnd mercket auff die dingtn / Was ich wil zeigen ane. 5. Sein Vater ist Hans Greff genandt / Vorm Johanns Thor wohnt er zu hand / nun hoͤrt vnd merckt mich eben / Sein Weib ein todtes Kind gebahr / vnd ein lebendig Schlang fuͤrwar / welchs jhn gros schrecken geben. 6. Die Straff hat sie / thu ich bericht / damit verschuldt daß sie klein Gewicht / Den Armen offt hat geben / Auch grrne arme Leut veracht / O lieber Christ solches betracht / Vnd thu ein beyspiel nehmen. 7. Sey nicht hochmuͤtig wenn man schon / dei⸗ ner Wahr nicht entrathen kan / Vnd gib den Armen eben / Gleich wie den Reichen vmb sein Gelt / Solches alsdenn Gott wolgefellt / Der wird dir mehr Gluͤck geben. 8. Gott send vns Zeichen vnd Wunder viel / doch sich kein Mensch bekehren wil / man darff wol spoͤtlich sagen: Was gehen mich die Wun⸗ der an / man hat vor mehr Mißgeburt gesehn / O Mensch thu solchs nicht sagen. 8. Last vns gedencken daß Zeichen seyn / Des letzten Tags der trit herein / last vns Gott bit⸗ ten allsammen / Daß er vns helff allen zugleich / durch Christum in das Himmelreich / wer das begert / sprech Amen. 9. Diß ist ein warhafftig geschicht / vnd keine Luͤgen noch Gedicht / dem wollstu glauben ge⸗ ben / drumb last vns Gott mit Rew vnd Leid / ernstlich anruffen in der zeit / vnd bessern vnser Leben. 10. So wil noch kan er vnser Bit / abschlagen / noch versagen nicht / Das sollen wir mit glau⸗ ben / Jn vnser hoͤchsten angst vnd noth / Ja letzlich auch biß in den Todt / von Hertzen jhm vertrawen. 11. Denn er ist langmuͤtig vnd trew / sein Guͤt ist alle morgen new / das last vns all zusammen / Frewen vnd ertzlichh trawn auff jhn / So wird er vns endlich nehmen hin / in die ewige Frewde / Amen. Weiter jhr [...] noch zu ein kleine Zeit / ich wil euch ferner auch klagen / wie in der Stadt Budtstadt genandt / ich auch ein schrecklich Sach zu hand / mit eim Kind hat zugetragen. Die ander Zeitung. ZV Budstadt wohnt ein Steinmetz / dessen Weib ein Maͤgdlein Schulmeisterin ist / von 24. Jaren / welche sich Christlich mit einander begehen / daß er vnd sein Weib / ein gut Lob haben / man weiß nichts boͤses von jhnen zu sagen / vnd sein Weib ist schwangers Leibs / dasselbige Kind / thut in Mutterleibe schreyen vnd greynen / zwoͤlff Wochen lang / Ach wehe / Ach wehe / vber die gantze Welt. Vnd zu zeiten schreyt es nur: Ach / Ach / Ach. Darumb jhr lieben Christen / seyd doch mol vermahnt / ein jeder mag sich drauff ruͤsten / wir seind gleich jung / Alt / Reich oder Arm / daß wir Gott dem HErrn zu fusse fallen / daß er vns nicht woͤlle straffen nach vnserm verdienten Lohn / denn die Zeit ist hier / daß wir muͤssen auff / vnd darvon / Gott wolle vns geben einen guten Lohn / der helff vns allzusammen / durch Jhesum Christum / Amen. Ein [...] Lied. MEin GOtt wie / stehets in der Welt? Ein jeder tracht nach Gut vnd Gelt / Gottesfurcht hat abgenommen / Es ist kein Glaub mehr in der Welt / die Lieb ist schon verloschen. Die Warheit wird gelehret klar / niemand bessert sich vmb ein Haar / bey Alten vnd bey jungen / das wird fuͤrwar lenger nicht stehn / GOttes Zorn wird auff vns kommen. Sorg nicht so sehr / sorg nicht so viel / Gott weiß wol wenn er helffen wil / betruͤb du dich mit massen / Gott wird gewißlich helffen dir / vnd dich nimmer verlassen. Des HErrn Jesu Christi Blut / das ist vnser hoͤchstes Erbgut / Dar⸗ durch vns wird gegeben / wenn wir an GOtt nur gleuben fest / Ewige Frewd vnd Leben. Ach Gott wie gern ich wissen wolt / Wenn sich mein Elend enden solt? Wenn Christus Gottes Sohne / der dich gewiß erloͤsen thut / Koͤmpt aus des Himmels Throne. Es wechst fast nichts denn Laub vnd Graß / so viel regieret Neid vnd Haß / bey Reichen vnd bey Armen / Es steht fuͤrwar die lenge nicht / Es mag wol Gott erbarmen. Gros Thewrung hat gefangen an / Gros Sterben ist wol auff der bahn / der Tuͤrck thut sich nicht seu⸗ men / Ach lieben Leut bedenckt die zeit / kehrt wider vmb mit Rewen. Wir haben gar ein fromen Gott / der nicht begehrt des Suͤnders todt / Drumb hat er vns gegeben / Sein liebsten Sohn / wol in den Todt / Daß wir auch han das Leben. Ehr sey dem Vater vnnd dem Sohn / Sampt heilgem Geist im hoͤchsten Thron / Dem heiligen Geist mit Namen / Hilff daß wir alle Busse thun / durch Jesum Christum / AMEN. Gedruckt zu Jehna / durch Salomon Richtzenhan / Jm Jahr / 1602. Show less

Heilwasser-Brunnen in Schlesien; Unwetter in Schneeberg, Meißen, 30. April 1602
Zwo warhafftige newe Zeitung / Von einem Brunnen / wel⸗ chen Gott der Allmechtige aus der Erden hat auffspringen lassen / in Schlesien bey der Steina / Zwo meyl weges von der Fuͤrstlichen Stadt Neyß. Vnd wer des Was⸗ sers trincket / er sey Krumb oder Lahm / so wird er gesund davon / Welches... Show more Zwo warhafftige newe Zeitung / Von einem Brunnen / wel⸗ chen Gott der Allmechtige aus der Erden hat auffspringen lassen / in Schlesien bey der Steina / Zwo meyl weges von der Fuͤrstlichen Stadt Neyß. Vnd wer des Was⸗ sers trincket / er sey Krumb oder Lahm / so wird er gesund davon / Welches viel Hundert Per⸗ sonen probieret haben. Vnd ist der Brunnen entsprungen in dem grossen Wetter vor Mitfasten / in diesem Tausendt Sechshundert vnd andern Jahre. Gesangßweise gestellet. Jm Thon: Hilff Gott das mirs gelinge / rc. Die ander Zeitung / Von Zweyen vnterschiedlichen Wettern / auffs kuͤrtzte Ge⸗ sangsweise gestellet / vnd zusingen. Jm Thon / Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn / Erstlich gedruckt zur Neyß / durch Casparum Seyfried. 1602. O GOtt in Trinitate / Wer kan doch lo⸗ ben dich / Gott gieng mit sich zu Rathe / Schuff Himel vnd Erdrich / Sonn vnd Mond / das gantz Firmament / Fewer / Lufft / Wasser vnd Erden / Wie vns die Schrifft bericht. Schuff den Menschen mit fleisse / Nach sei⸗ nem Ebenbild / Setzt jhn ins Paradeise / Gab jhm macht vnd gewalt / Vber alle Fruͤcht im Garten schon / Allein vom Bawm des Lebens / Solt er nicht Essen thun. Der Mensch ward durch die Schlange / Verfuͤhrt vnd kam in noth / Da ward dem Menschen bange / Als er vor jhm sah den Tod / Erbarmet sich seiner Gott der HErr / Wolt jhm durch Christum helffen / Aus diesen Noͤ⸗ then schwer. Doch bleib inn jm viel Schmertzen / Kranck⸗ heiten mancherley / Lamheit / stechen des Her⸗ tzen / Blindheit / Taubheit dabey / zu diesem Gott erschaffen hat / Kraͤuter / Ertzney daneben / Das braucht der Mensch mit Rath. Als in diesem andern Jahre / Der mindern Zahl ich weiß / Vmb Mitfasten nempt wahre / Gottes Zorn einreiß / Ein groß Wetter schickt vns Gott zu / An viel orthen thet einschlagen / Als wolt Gott straffen nu. Doch vnter solcher Rutten / Beweist Gott sein Barmhertzigkeit / Schickt vns alles zum guten / Jn dieser letzten Zeit / Des wir jhm sol⸗ len danckbar sein / Vnd von Suͤnden ablassen / So wil er vns helffen fein. Ein Brun ließ Gott auffspringen / Bey der Stein auff jrer Graͤntz / Hoͤrt wunderliche dinge / Die sich zutrugen gantz / Vnd heutigs Tags viel mehr geschehn / Das gewiß ist vnd auch ware / Das viel Menschen habn gesehn. Viel Krancke dahin kommen / Mit man⸗ cherley schmertzen schwer / Blinde / Lame vnd Stummen / Die alle noch jhrem beger / Des Wassers zu trincken verlangen han / Jhrn Ge⸗ sund davon zu haben / Jung / Alt / Kind / Weib vnd Mann. Das Wasser zu holen komen / Viel Men⸗ schen Jung vnd Alt / Viel Meyl hab ich ver⸗ nommen / Hat vielen geholffen bald / Fuͤr man⸗ cherley Kranckheit vnd schmertzen schwer / die das haben getruncken / Vnd sich gewaschen sehr. Wann jergendt ein vnrein Weibe / Zu diesem Wasser koͤmpt / allda den spot draus treibt / Zu hand es gar abnimpt / Kein Wasser es nicht ge⸗ ben kan / Biß man dasselbig Mensche / Gar weg thut schaffen thun. Eins mus ich euch melden gantze / Das ist alda geschehn / Ein Bawr aus derselben Graͤn⸗ tze / Het ein Pferdt das kund nicht sehn / Fuhrts hin zu dem Brunnen mit spot / Jch muß mei⸗ ner blinden Maͤhre / sprach er / helffen aus noth. Das Pferd mit dem Wasser bestreicht / Wusch jhm die Augen rein / Das Pferd das sach warleiche / der Bawr verblind allein / sicht nicht biß auff den heutigen Tag / Das ist ge⸗ wiß geschehen / Mit Warheit ichs sagen mag. Noch ein Wunder ich nenne / Weiß ich ge⸗ wißlich drumb / Eins Manns Kind ich auch ken⸗ ne / Von sieben Jahren stumm / Tranck die Wassers ward redent gar / Die Eltern lobten Gotte / Danckten jhm von Hertzen dar. Noch ein Kind zu der Steine / Fuͤnff Jahr alt / kund nicht gehn / Die Eltern badetens feine / Diß Wassers thut verstehn / Geht huͤpsch nach lust ohn allen spot / Die Eltern frewen sich sehre / Dancken dem trewen Gott. Man kans nicht alles erzehlen / Was da ge⸗ schehen ist / Wir wollens Gott befehlen / Jhm dancken zu der frist / Vnd bitten sein Barm⸗ hertzigkeit / Wolt ferner Gnad verleyhen / Hie vnd in Ewigkeit. Diß Wassers kan nicht genug quellen / So viel Menschen da seyn / Wol an derselben stel⸗ len / Vber drey hundert taͤglich gemein / War⸗ ten darauff Tag vnd Nacht / Vnd dancken Gott von hertzen / vor seine Goͤttliche Macht. Darumb O Mensch betrachte / Die grosse Wunderthat / Vñ hab fleissig in achte / Dank Gott vor seine Gnad / Der vns sein Lieb vnnd Trew beweist / Durch Christum seinen Soh⸗ ne / sampt dem heiligen Geist. Der den Felsen hat geschlagen / Das Was⸗ ser darauß rahn / Da die Kinder von Jsrael lagen / Jn der Wuͤsten wie zeiget an / das vierd⸗ te Buch Mose am Zwantzigsten / der woll sein Gnad verleihen / Das wir mit danck bestahn. Da Samson het geschlagen / Die Philister in gemein / Mit eim Kinbock in den tagen / Ward sein Seel duͤrstig sein / Gab jhm Gott Wasser aus dem Zan / Sein Seel damit zu la⸗ ben / Wie im Richter Buch thut stahn. Wir dancken dir HErr Jesu / Fuͤr deine Gnade reich / Gib deinen heiligen Geist zu / das wir dich loben zu gleich / Der du vns taͤglich dein Guͤt beweist / Drumb sey dein werder Na⸗ me / Jn Ewigkeit gepreist. Du bist das Wasser des Lebens / Wer da trincket davon / den wird nicht duͤrsten eben / Er wird das Leben han / das da quillet in ewigkeit / darumb sey Gott der HErre / ewig gebenedeyt. Die ander Zeitung. HOrt zu jhr Christen Jung vnd Alt / was ich euch jetzt wil singen bald / Vnd last euchs gehn zu hertzen / vbern Schnebergk im Meißnerland / Gott da ein schrecklich Wet⸗ ter sand / Glaubts vnd halts fuͤr kein schertzen. Den Tag Walpurgs es geschach / Daß mann daß Wetter kommen sah / Vmb 3. Vhr nach Mittage / Mit dicken schwartzen Wolken gros / Donnern / Blitzen / ohn vnterlaß / Es war gros schrecken vnd klagen. Das wehrt gantzer vier stunden lang / Den Leuten in der Stadt war bang / Sie meynten der Juͤngste tag wuͤrd kommen / aber das Wet⸗ ter zoge fort / Welches gerne gesehen wurd / Gott verschonte der frommen. Gott hat es ferner fort gesand / Vber ein Dorff Weißbach genandt / Ein halbmeyl vom Schnebergk gelegen / da schlug es ein mit gros⸗ sem graus / Jn des Martini Francken Haus / Vnd hub starck an zu Regnen. Schlug tod dem Bawrn acht melcke Kuͤh / Traff auch sein Weib das leid mit muͤh / An jh⸗ rem Leibe grossen schmertzen / Taͤglich in der selben stund / Darin sie es zutreffen begund / ver⸗ gieng jhr Lachen vnd Schertzen. Zwoͤlff gantzer stunden wie Hellisch fewr / Brents sie es im Leib gantz vngehewer / Zeter / Ach vnd Wehe thet sie schreyen / Sie haben getrieben gros Schinderey / Mit Keß vnd Butter / ohne schew / das thut sie jetzt gerewen. Zum Andern / lieber Christ auch merckt / Das zu Arnsfeldt beym Annabergk / Sich fer⸗ ner hat begeben / Acht tage vor Johannis tag / Erhub sich da jammer vnd klag / Hoͤrt zu vnd merckt mich eben. Jn der Sechsten stunde nach Mittag / Ein gros Wetter man kommen sah / Daselbst mit Donnern vnd Blitzen / Die Leute lieffen hin vnd her / Furchten sich vnd erschracken sehr / Fuͤr Leid thet mancher schwitzen. Vom Himel an demselben end / einer Ton⸗ nen gros das Fewer behend / Schrecklich in Georg Heins Stub thet fallen / Darin sassen drey kinder klein / die hat Gott der HERR be⸗ huͤttet fein / das Fewer ohn schaden thet wallen. Geschwinde durch die Stubenwand / Noch ein Donnerschlag thet es drauff zuhand / Jn gemeltes Bawren Kuͤhstall hienein / Zwo Kuͤh erschlugs jhm an dem end / Vnd lieff geschwin⸗ de durch die Wand / Acht die Straff nicht ge⸗ ring seine. Nicht weit hinder dem Wonhaus auch / Da stehet ein Hollunderstrauch / Dabey ein grosser Stein thut ligen / Drunder das Fewr mit grosser kracht / Ohn schaden da sein endt macht / im Zorn Gott seine Ruth fallen liesse. Gott hat bewiesen seine Gnad / Des es wei⸗ ter gethan hat kein schad / Vnd verschonet die Fruͤcht im Felde / Das woll Er auch noch fer⸗ ner thun / Durch Jesum Christum seinen Sohn / vnser Suͤnd nicht lassen entgelten. Jhr Bawren vnd Bewrin in gemein / Last euch allen ein Warnung sein / Solch erschreck⸗ liche Straffen / Treibt nicht Wucher vnnd Schinderey / Mit Gottes Gaben die er frey / Vns zu gut hat erschaffen. Auch seyd vermahnet Arm vnd Reich / Zur Buß / Das Gott im Himmelreich / Nicht schrecklicher moͤchte straffen / Mit Zorn vnd grosser Vngenad / Wie es ein jeder verdienet hat / Den Hirten mit den Schaffen. Show less

Vergiftete Brunnen in Pattendorf, 1. Juli 1602; Belagerung von Riga durch Herzog Carl
Zwo Newe Zeitungen / Die Erste / Welche sich neu⸗ lich den 1. Julij dieses 1602. Jahres im Breßlischen Fuͤrstenthumb in Schlesien / ein Meil weges von Wolaw gelegen / in einem Dorff Pattendorff genandt / zugetragen / da jhr drey in einem Brunnen mit schaͤdtlicher Gifft inficirt, das sie... Show more Zwo Newe Zeitungen / Die Erste / Welche sich neu⸗ lich den 1. Julij dieses 1602. Jahres im Breßlischen Fuͤrstenthumb in Schlesien / ein Meil weges von Wolaw gelegen / in einem Dorff Pattendorff genandt / zugetragen / da jhr drey in einem Brunnen mit schaͤdtlicher Gifft inficirt, das sie gehlingen Todes gestorben / vnnd der vierdte kaum beym Leben erhalten worden / Einfeltig Gesang weise / gestellt von mir Caspar Weisseman / Kirchenschreibern zu Wahren / Jm Thon / Hertzlich thut mich erfre⸗ wen / die liebe Sommer⸗ zeit / etc. Die Ander / Wie Hertzog Carl die Stadt Riga auffs new wieder belagert / vnd wie sie grossen Hunger in der Stadt leiden / muͤssen / das die Vndeutschen Hund vnd Ka⸗ tzen / vnd die armen Suͤnder ge⸗ stolen vnd gefressen ha⸗ ben. Erstlich gedruckt zu Dantzigk. HOrt zu jhr frommen Christen / was ich euch singen thu / von schrecklichẽ Geschichten / wie sichs getragen zu / Merckt in dem Monat Junij / hewer in die⸗ sem Jahr / als man schreib Sechzehnhun⸗ dert / vnd zwey sag ich fuͤrwar. Jn Schlesien gelegen / ein Dorff jhr vieln bekandt / Pattendorff heists merck eben / von Wol ein Meil zuhand / da hat sichs zu⸗ getragẽ / das da ein Pawers Man / ein Brun⸗ nen hat gegraben / Baltzr Werner hieß sein Nahm. Er ließ an gar nichts fehlen / als er in Brunnen kam / bort nach den Wasserquel⸗ len / baldt hubs zu rauschen an / solch Gethoͤn gleich wie Wasser / drumb seumpt er sich nicht lang / vnd wolt das Quall verstopffen / baldt in ein Ohnmacht sangk. Den Geist thet er auffgeben / sein lie⸗ bes Weib solchs sach / sie wolt retten sein le⸗ ben / trawrig sie zum Volck sprach / last mich zu jhm hinunter / ich seh mein lieber Mann / wird ohnmaͤchtig geht vnter / ach Gott thu jhm beystahn. Als sie zu jhm ist kommen / ruͤttelt sie sei⸗ nen Leib / da hat sie baldt vernommen / das hoch betruͤbte Weib / das jhr Manne [...] blichen / ach das gieng jhr zu hertz / die Gifft thet jhn hinrichten / der Todt fuͤrwar nicht schertzt. Baldt nach deß Mannes Tode / ehe man sich deß versach / starbs Weib auch in der Grube / das Volck oben erschrack / Sie the⸗ ten die zwey klagen / fuͤr furcht wolt sich nie⸗ mand / mehr in den Brunnen wagen / betruͤbt warn sie allsampt. Ein jung Gesell merck eben / der auch zur stelle war / ließ sich endlich bewegen / vnd gab sich in gefahr / allda die Fraw zu retten / aber es war zu spatt / die Gifft thet jhn auch toͤdten / jhm kundt nicht werden Rath. Da lagn die drey beysammen / in der faͤhrlichen Krufft / theten die droben warnen / vermahnten sie zur Buß / durch jhren Todt geschwinde / als sprechen sie zu jhn / steht ab von ewer Suͤnde / secht / wir fahren schnell dahin. Fuͤr einer Stundt merck eben / da warn wir all gesund / jetzundt han wir kein Leben / das ist der alte Bund / Darumb so seid nicht sicher / versoͤhnt euch all mit GOTT / denn Er ist vnser Richter / Er macht baldt Feyer⸗ abnd. Letzlich [...] noch einen / in die Mord⸗ grub wolln lan / thets sehr trewhertzig meinẽ / denn es gieng jhn auch an / den hat der stanck vmbgeben / jhn grawet auff der reiß / er sprach es kost mein Leben / wo man mich nicht rauß zeucht. Nach dem er heraus komen / der alt ver⸗ lebte Man / vom Stanck ist er kranck wor⸗ den/ bracht kaum den Hals darvon / das er nicht must auffgeben / sein Geist in der Ge⸗ fahr / GOtt ließ jhn zwar schon sehen / das was jhm nicht lieb war. Darnach hat man die Todten / gezogen aus dem Born / mit langen Fewerhacken / wie ich zwar hab vernomn / Die sind ehrlich be⸗ graben / als fromme Erbar Leut / niemandt kan anders sagen / noch vrtheiln vor der zeit. Sie sind in Gottes Orden / gewest in jhrem Beruff / auch drin selig gestorben / in der stinckenden Grub / vnd liegen nu beysam⸗ men / das Weib vnd auch der Mann / Goͤrg Weiß mit seinem Namen / der HErr hats so wolln han. Denn ohn sein Rath vnd willen / kan nie⸗ mand nichts geschehn / deß wir vns troͤsten sollen / er thut genaw drauff sehn / auch auff die todten Haare / die sein von jhm gezahlt / das zeugt die Schrifft fuͤrwahre / es steht in seiner gewalt. Die schrecklichen Geschichte / man wol betrachten sol / vnd verschweigen mit nichte / denn es dient vns sehr wol / das wir nicht si⸗ cher werden / in dieser argen Welt / wir muͤs⸗ sen alle sterben / gleich wie ein Blum ver⸗ welckt Hiemit wil ich beschliessen / die trawri⸗ gen Geschicht / das solt jhr aber wissen / wie solchs bezeugt die Schrifft / das GOtt vns solchs zur Lehre / vnd Warnung vorgestallt / wil man sich nicht bekehren / die Straffe fol⸗ get zwar baldt. Ein Vngluͤck dem andern / baldt folgt auff frischer that / wenn eins kaum iß gewan⸗ dert / baldt man ein anders hat / wie die Exem⸗ pel zeugen / das jetzt in kurtzer zeit / vier Kin⸗ der sind ertruncken / von vns nicht gar sehr weit. Die ander Zeitung. NAch dem jederman ist wolbewust / wie die Polen gute lust / zu kriegen vnd zu streiten / wie sie denn das bekommen han / jetzund zu diesen zeiten. Wie sie in dem verlauffnen jahr / geschla⸗ gen wurden das ist war/ so offt sie zusammen sind kommen / noch sind sie wieder gezogen fort / wie ich das hab vernommen. Nach dem jederman ist wol bewust / wie Hertzog Carl die Stadt vnd Schloß / Kar⸗ cuß hat eingenommen / da ruckten die Polen wider davor / das hatten sie kleinen from̄en. Vnd vermeinten das zu nemen ein / vnd schrien nein mit diesen schein / sie solten sich ergeben / mit bewerter hand solten sie hoͤren / ob sie wolten jhn schencken das Leben. Sie konten sich wol nicht laͤnger mehr / erhalten / denn der Hunger schwer / der thut sie darzu zwingen / aber sie wusten auch wol zu der stund / wies vorhin war ergangen. Wie die Polen hatten gesaget zu / sie wol⸗ ten sie mit wehr vnd ruh / lassen abziehen gar frey / wie sie aus der Festung kommen sind / die Tattern nah darbey. Die hieben sie alle nieder schon / es mocht kein Deutscher Kriegesman / sein leben da be⸗ halten / drumb wolten die aus der Festung nicht / vnd wolten sie erhalten. Vnd schossen gewaltig rauß zur stund / dem Hertzog Carl ward dieses kundt / der thet jhn zu huͤlffe kom̄en / mit etlich tausent Man fuͤrwar / die Polen hatten deß wenig from̄en. Sie fielen auch aus der Festung schon / da fing sich bald ein schlagen an / stechen / se⸗ beln / hawen vnd schiessen / das wolt den Po⸗ len werden zu lang / es thet sie sehr verdriessen. Der Groß Cantzler der listige trop / der bracht noch weg seinen Kopff / Aber der Far⸗ renspeck merck eben / der jung Ernst Meyer vnd Cocowitz / die beschlossen da jhr leben. Die wurden erschossen auff dem Plan / die Polen wolten nicht laͤnger stahn / sie rissen aus dem Felde / vnd liessen jhr gantzes Lager stahn / Geschuͤtz / Wagen vnd alle Gezelter. Die namen die Schweden mit frewden an / vnd zogen nach jhrem Lager schon / vnnd Riga zu beschantzen / da ist so grosse hungers noth / das manchen vergeht das tantzen. Vor ein Thaler Brot der hungrig ist / derselbig das auff einmal ißt / vnd thut nicht halb satt werden / Auch fressen sie Hund vnd Katzen schon / vnd all gestorbne Pferde. Kein Ochß durchaus nicht liegen bleibt / auch haben die vndeutschen Leut / aus dem Gericht gestohlen / die armen Suͤnder zur hungers noth / gefressen vnuerholen. Wenn sie ein todte Katz oder Hund / oder ein ander Aß wol zu der stundt / auff der Gas⸗ sen oder Strasse finden / das fressen sie als⸗ baldt hinein / vngekocht vnd vngeschunden. Wer hat das auch erfahren thun / das zwoͤlff vndeutsche Personen mit einander ge⸗ lauffen / vnd 4. Meilen von Riga der Stad / da funden sie zu hauffen. Ein todes Pferdt an der Strassen schon / daruͤber sie einander erschlagen thun / das jhr acht sind darbey todt gelegen / solche schreck⸗ liche Geschicht / man allda sicht / jnnen vnd ausser der Stadt allwege. Da war auch schreckliche Hungers noth / wie denn auch durch die straff von Gott / zu Jerusalem ist ergangen / wie man deñ schreck⸗ lich schreibt davon / so sagen sie mit verlangẽ. Wo nicht jhm das thut lindern Gott / vnd jhn benimpt die straff vnd Ruth / so muͤssen die Menschen Kinder / selbest einander fressen vor hungers noth / auch jhre eigne Kinder. So bittet dem HErrn Jesum Christ / das er sie vnd vns zu aller frist / gnaͤdiglich wol behuͤten / vor Krieg vnd auch vor Hun⸗ gers noth / vnd vor aller Feinde wuͤten. ENDE. Show less

Hexen und Unholde im Stift bei Ascheberg und anderen Orten
Ein Warhafftige Zeitung. Von etlichẽ He⸗ xen oder Vnholden / welche man kuͤrtzlich im Stifft Maͤntz / zu Ascheburg / Dipperck / Ostum / Koͤnßhoffen / auch andern Orten / verbrendt / was Vbels sie ge⸗ stifft / vnd bekandt haben. Jm Thon: Pomey / Pomey / Jhr Polen / rc. MErckt auff was... Show more Ein Warhafftige Zeitung. Von etlichẽ He⸗ xen oder Vnholden / welche man kuͤrtzlich im Stifft Maͤntz / zu Ascheburg / Dipperck / Ostum / Koͤnßhoffen / auch andern Orten / verbrendt / was Vbels sie ge⸗ stifft / vnd bekandt haben. Jm Thon: Pomey / Pomey / Jhr Polen / rc. MErckt auff was ich will singen / Jr Chri⸗ sten jung vnnd alt / Von Wunderlichen dingen / So sich gar manigfalt / in Teutschem landt begeben hat / Jn manchem ort in mancher Statt / mit Hexenweibern frey / fing ich on alle scheu. Ein Berg wie ich vernommen / Jst menig⸗ lich bekandt / Sind sie zusamen kommen / Jm Spessert wirt es gnandt / Der Hexenweiber sung vnd alt / Das man nit alles zehlen kundt / Jhr anschlag endtlich war / Alls zu erfroͤhren gar. Sie theten tantzen vnd springen / Die Hexẽ jung vñ alt / Vnder denselben dingen / Neun⸗ hundert der gestalt / Die kunst nicht laͤnger dañ ein Jar / Mit Zauberey getriben zwar / dardurch vil Weib vnd Mann / All lahm gemachet han. Jr Koͤnig mich verwundert / Jn auferleget hat / Das sollen die Neunhundert / Diß Jar ohn alle gnad / der Kinder souil bringen vmb / Als jrer seyen in der Sum̄ / Auch helffen Wein vnnd Korn / Alles erfroͤren thon. Als sie wider auffsassen / Fuͤhr ein jede in jr Land / Zu Füchssen vnnd zu Hasen / Sie sich gemachet hand / auch wie die schwartzẽ Rab⸗ ben sein / Geflogen auff die schaff vñ schwein / die muͦsten sterben all / Da sie auffsassen bald. Man thuͤt jr vil verbreñen / Jn manchem Land fürwar / groß vbels thons bekeñen / So sie getriben zwar / Wie dann kürtzlich geschehen ist / An der Bolnischen Graͤntz gar wol bewist / Jetzt will ich zeygen an / Was sie bekennet han. Ein junges Schwein merckt eben / Sie außgenommen han / allerley Frücht darneben / Haben sie drein gethan / Und es da eingenaͤht geschwind / Zugleich wie ein Sechswochẽs kind / zum Meßner glauffen dar / Das er soll leuten zwar. Der Meßner kam geschwinde / Vnd wolt leuthen dem Kindt / Kein Glock wolt da nit klingen / Das war ein seltzam ding / das kindlin man besehen that / Ein juͤges schwein wol an d stat / Die Weiber auß gfuͤllt hett / Mit allerley Getreyd. Man nam die Weiber gfangen / Da haben sie bekandt / Wann es jhn wer angangen / Solt in dem gantzen land / Weder Wein noch Korn gerathen sein / Sondern erfroren inn gemein / Darauff man sie auch hat / Verbrennet an der stat. Damit ichs kurtz beschliesse / Vnd kom̄e zum Anfang / Bitt laßt euchs nicht verdriessen / Hoͤrt noch ein seltzã schwang So sich in Aschenburg d Statt / Newlichen zu getragen hat / mit diser Hexen schaar / Wie ir solt hoͤren zwar. Ein Witfraw mit verlangen / zum Ochssen gwohnet hat / Drey Burger kamen gangen / auff einen Abent spat / Ein Maß wein haben sie begert / Ettwas zuͦ essen ohn gefehr / Ein richt Kramats voͤgel guͤt / Man in auffsetzen thut. Als sie nun hetten gessen / Vnnd alle waren saatt / der ein thets nit vergessen / Ein Vogel auffheben that / als er nun kom̄en thet zuͦ hauß / Den Vogel er thet ziehen rauß / Da wars ein Ratt mit eim langen schwantz / Das war ein seltzame schantz. Von hertzen thet erschroͤcken / Gieng zuͦ sein Gesellen hin / Die sach jhn thet endecken / Dar⸗ auff sie schnell vnnd gschwind / Zur Würtin wi⸗ der kamen ein / hiessen jn langen ein Maß wein / Darzu mit feyem Muͤt / Ein Richt Kramats voͤgel guͦt. Die Würtin die thet bringen / mehr Voͤgel ohne grauß / Die Gaͤst namens geschwinde / Vnd giengen auß dem Hauß / Das hackt der Wirtten groß gefaht / Ratten mit langen Schwaͤntzen zwar / man zeygts der Oberkeit an / Die Wüttein man gfangen nam. Man thet sie gar bald fragen / Peinlichen an der stett / Da thet sie alles sagen / wie sie geloͤ⸗ set het / Aber Sechshundert gulden bat / Auß Ratten vnnd auch Raupen zwar / Darzu vil Wein vnnd Korn / Alles erfroͤren thon. Weitter muͤß ich berichten / Zu Dipperg in der Statt / von Wunderseltzam gschichten / So sich zutragen hat / Etlich Weiber man gfangen nam / welches verdroß gar sehr jr Mañ / darauß kam grosse klag / Jr leben es kostet hat. Die Weiber thet man verhoͤren / Mã wolt nicht recht mit dran / die Maͤñer theten woͤhren / Dẽ Bischoff mans zeygt an / Maͤ solt die Wei⸗ ber wie ich bericht / Doch lassen gehn sie weren nicht / Vnder diser Heeren schar / Der bericht jhn wider war. Man solt sie recht hernemmen / Wie ander Weiber zwar / Das thet verdriessen die Maͤñer / sie giengen gar baldt dar / Vnnd schriben ein Supplication / De Kirchner gabẽs guͦten lon / Den brieff den solt er gan / An Gallgen schlagen an. Der sach thet man nachfragen / Als man den brieff vernam / Auff den Kirchner kam die klage / Hett den brieff gschlagen an / Man leget jhn gefangen bhend / Da bekendt er auch gleich am end / Wer jn het schreiben thon / Das bracht jn boͤsen lohn. Man nam die Maͤñer gfangen / Ein Kup⸗ fferschmid es war / ein Beck auch mit verlangẽ / Das bracht ihn groß gefahr / Da thetens beken⸗ nen für jedermann / Den Bischoff woltens er⸗ schossen han / Oder eim andern geben lohn / Der es für sie hett thon. Das Vrtel wurd den Maͤñern / Das man sie Viertheilẽ solt / Die Weiber auch verbreñen / Das war ein boͤser Sold / Weil sie jhr Chur⸗ fürstliche gnad / Taͤglichen darzu fruͤh vnd spat / Nach leib und leben schon / Wolten gestellet hon. Zu Ostum wirdt auch gefangen / Ein Wirt wie ich euch sag / Hoͤrt weiter mit verlanngen / Was er bekennet hat / Vil Weins hab er erfroͤrẽ thuͦn / Auch Menschen vñ Viech gemachet lam / Viel feltzam sachen mehr / Hat er bekennet her. Zu Künßhofen an der Tauber / auch Wei⸗ ber hat verbranndt / moͤcht einem doch wol graw⸗ en / Was sie haben bekañt / Viel Korn vnd Wein habens erfroͤhrt / Auch manches Muͦtter⸗ kind erlaͤmt / Mit salben die sie han / Die Leuth gestrichen an. Noch eins muͦß ich anzeygen / Jch kans nie vnderlan / Ein Spil thet man jn geigen / Auff jrem Herren blan / Derselb ein zerußnen Mutzẽ hett / Der Teuffel kam bald an der stett / Gib du dein Mutzen mir / Ein Manttel gib ich dir. Den Mantel jm thet vmbhencken / Damit trat stoltz zu hauß / vnd leget jn auff die baͤnckhe / Gieng zu Bet ohne grauß / Als er des morgens auff thet stan Den Mantel recht wolt schawen an / Da wars ein gschundner Gaul / Die Zot⸗ ten hiengen jm vmbs Maul. Ein Sackpfeiff jm auch het geben / die wolt er ruͤsten zu / Als er sie thet besehen / Vnd auch luͦgen darzu / Da wars ein schwartze dürre Katz / Er warff sie nider das es schmatzt / Darumb sich jedermann / Mag fleißig huͤten thon. Die sach thuͤt recht bedencken / Jhr Christen Jung vnd alt / Dañ das find seltzam schwencke / Den Teuffel manigfalt / Laßt euch nicht so ver⸗ führen thon / Jesum Christum thuͦt ruͦffen an / Das er vns helff auß aller not / Ewiglich hie vnd dort / Amen. Erstlich getruckt zu Franckfurt. 1603. Show less

Ermordung der ganzen Familie durch einen Sohn, 16. Februar 1603; Lied: Keinen hat Gott verlassen, der ihn vertraut allzeit
Eine warhafftige vnd erschreck⸗ liche newe Zeitung / Von einem vn⸗ gerathen Sohne / welcher ist gewesen von 20. Jahren / wie er sein leiblichen Vater vnd Mutter / vnd ei⸗ nen Bruder von 6. Jahren / vnd 2. Megd⸗ lein / das eine von 8. Jahr / vnd das ander von 10. Jahren gewesen ist / wie er... Show more Eine warhafftige vnd erschreck⸗ liche newe Zeitung / Von einem vn⸗ gerathen Sohne / welcher ist gewesen von 20. Jahren / wie er sein leiblichen Vater vnd Mutter / vnd ei⸗ nen Bruder von 6. Jahren / vnd 2. Megd⸗ lein / das eine von 8. Jahr / vnd das ander von 10. Jahren gewesen ist / wie er sie mit einen zimmer Beyl jemmerlich ermordtet vnd vmbgebracht hat / Welches im Land Lidrentz ist gesehen / in einen Marckfleckt ge⸗ nand Schwans / welches 4. meilwegs von Basse ligt / welches ist gesehen den 16. Fe⸗ bruarij in diesem 1603. Jahr / wie er ist auch gerichtet worden den 26. Februarij / allen frommen Christen zu trew Her⸗ tziger warnung gesangsweise gestellet. Jm Thon / O das ich koͤndt von Her⸗ tzen / singen eine Tage weiß. Ein ander Lied / Keinen hat Gott verlassen der jhn vertrawt allzeit. MErckt auff jr Christen alle / was ich euch singen thu / last euch doch wol gefallen / hoͤrt mir ein wenig zu / Was sich hat zugetragen hewr / Jn diesem 1603. Jahr / was ich euch melden will. Jm Land Ob der Enß mit namen / ein Marckfleck genandt Schwans / Was sich hat zugetragen / mit eines Bawren Sohn / der lebt so Gottloß vnd boͤß / Das mag wol Gott erbarmen / was er anrichten thet. Vater vnd Mutter waren auch alt / vnd waren betruͤbet sehr / daß sie ein vngerathens Kind erzogen / sie dachten hin vnd her / Wie sie die sache grieffen an / wie sie jhn moͤchten lencken / daß er auch folgen solt. Jn dem kam er gelauffen / zu seinem Va⸗ ter behend / vnd sprach Vater gib mir here / etlich gelt in die hand / ich mil jetzt ins Wirts haus gehn / vnd wil fressen vnd sauffen / ju⸗ bilieren vnd spielen. Der Vater sprach mein lieber Sohne / Bleib du da heime bey mir / Jch wil mit dir trincken / eine gute Kanne mit Bier / Er sprach Vater das thu ich nicht / daß ich sol daheime bleiben / ich muß schlemmen vnd demmen fein. Nachdem ließ er sich vberreden / vnd blieb darheimb im Haus / war lustig vnd froͤlich / die gantze halbe Nacht aus / biß daß der Sey⸗ ger Eylffe schlug / fieng er an zu fluchen vnd zu schelten / daß jederman grawsen thet. Er erwuͤscht eine Parte / wol in sein rech⸗ te Hand / mit der lieff er in die Kammer / da er sein Vater vnd Mutter fand / Er sprach / du alter Schelm vnd Dieb / Da wil ich dir bezahlen / was du mir offt gesagt hast. Er hawet mit der Parte / den Vater auff dem Kopff / deßgleichen auch die Mutter / daß sie blieben todt / Da gab er jhnen vier streich / mit dem Peyll / die Koͤpffe auff ge⸗ kleyffet / der lose Boͤsewicht. Nachdem ist er gelauffen / wol auff den Poden behend / vnd sein Bruder genommen / aus dem Bette so geschwind / vnd hat jhn geworffen auff die Erde / mit gleichen Fuͤssen auff jhn gesprungen / vnd jhn die Blasen zer⸗ sprengt. Hoͤrt was er mehr angerichtet hat / Jst er gelauffen behende / zu der andern Bett⸗ stadt / darin zwey Megdlein gelegen seynd / das eine von acht Jahren / das ander von zehn gewesen ist. Vnd hat die groͤste genommen / wol bey dem Haren gut / vnd hat sie geworffen auff die Erden / daß jhr der Kopff auffspringen thut / vnd hawt sie mit dem Beyl zu todt / deßgleichen auch die Juͤngste / gewaltig ge⸗ weinet hat. Sie sprach mein lieber Bruder / was machstu doch allhie / las mich doch bey dem Leben / vmb Gottes willen mein / es wolt keine Bitte helffen nicht / Sie musten auch an den reyen / gleich wie ich euch bericht. Darnach hat er genommen / die Schluͤs⸗ sel auch behend / vnd hat die Kasten auff ge⸗ schlossen / so viel er gewesen seynd / vnd ge⸗ suchet hin vnd her / vnd hat nicht mehr ge⸗ nommen / als hundert guͤlden bahr. Darmit ist er gelauffen / zwo meilwegs darvon / hat Haus vnd Hoff verschlossen / daß niemand neyn kommen kondt / Die Nachbarn dachten hin vnd her / wie mus es denn zu gehn / daß das Haus verschlossen wer. Man hat das Haus geoffnet / wol auff dem sechsten Tag / da ist hinein gegangen der gantze Rath / vnd haben die Menschen funden todt / das mag wol Gott erbarmen / der erschrecklichen That. Man hat jhn ausgekundschafft wol auff den achten Tag / da hat man jhn bekommen zu Hag in dem Marck / bey dem schwartzen Baren wird es genand / da hat er flugks be⸗ kennet die erschreckliche That. Da hat man jhn genommen / vnd flugks dahin gefuͤhrt / vnd hat jhm gelohnet / gleich wie er hat verdient / man hat jhn geschleuf⸗ fet auff der Erden / mit gluͤenden Zangen gerrissen / darnach gerichtet mit dem Radt. Darumb jhr lieben Leute / thut ewre Kin⸗ der zwingen / wol zu der rechten Zeiten / So wirdts euch wol gelingen / es ist besser daß die Kinder schreyen / Als darnach die El⸗ tern mit / jhm in grossen schanden stehn. Begebt euch jhr Christen alle / jhr seyt gleich Arm oder Reich / dienet Gott von Hertzen alle mit gantzen fleiß / das er vns woll gnedig seyn / daß er vns wol behuͤtten / fuͤr der Hel⸗ len Pein. Das Ander Lied. KEinen hat GOtt verlassen / Der jhm vertrawt allzeit / Ob jhn schon drumb viel has⸗ sen / So bringts jhm doch kein leid / Gott wil die seinen schuͤtzen / Zu letzt erheben hoch / Vnd geben was jhn nuͤtzet / Hie zeitlich vnd auch dort. Allein ichs Gott heimstelle / Er machs wie es jhm gefelt / Zu nutz meiner armen Seelen / Jn dieser argen Welt / Jst doch nur noth vnd leiden / Vnd muß auch also seyn / Dann die zeitliche frewden / bringt vns in ewige Pein. Trewlich wil ich Gott bitten / Vnd nehmen zum beystand / Jn al⸗ len meinen noͤthen / Jhm besser als mir bekandt / Wie koͤndt Er mich denn lassen / Der trewe Nothelffer mein / Dann wann mein Leid am groͤsten / Wil er gewis bey mir seyn. Alls Vngluͤck vnd Gluͤcke / das koͤmmet doch von Gott / Jch weiche nicht zu ruͤcke / Vnd fleh in meiner not / Vmb Gedult thu ich stets bit⸗ ten / Jn all anligen mein / Er wird mich wol behuͤten / Vnd mein Not⸗ helffer seyn. Reichthumb vnd alle Schetze / Was sonst der Welt gefelt / Dahin ich mein Sinn nicht setze / Jn dieser argen Welt / Einen Schatz hab ich im Himel / Jesus Christus er heist / Er ist ober alle Schetze / Schenckt vns sein Himmelreich. Jch hab jhn eingeschlossen / Jn meines Hertzen Schrein / Sein Blut hat Er vergossen / Fuͤr mich armes Wuͤrmlein / Mich damit zu erloͤsen / Aus ewiger angst vnd Pein / Wie koͤnd auff dieser Erden / Doch groͤsser Liebe seyn. [...] erzeigen / Danckbar fuͤr solche Gnad / Jch geb mich Gott zu eygen / Mit allem was ich hab / Wie ers wil weyter machen / Sey jhm alls heimgestelt / Jch befehl jhm all mein sachen / Er machs wie es jhm gefellt. Amen / nun wil ich beschliessen / Diß schlechte Liedelein / HERR durch dein Blutvergiessen / Las mich dein Erbe seyn / So hab ich alls auff Erden / Was mich erfrew⸗ et schon / Jm Himmel sol mir werden / Die ewige Gna⸗ denkrohn. Erstlich gedruckt zu Prag / bey Vlrich Waldaw. 1603. Show less

Hinrichtung von sechs Mördern in Mehren, 29. Mai 1603; Von etlichen Jungfrauen und Meidlein Pracht
Ein gruͤndtliche auch warhafftige vnd erschloͤckliche newe Zei⸗ tung / von sechs Moͤrdern / fuͤnff Mann / vnnd ein Weibsperson / welche heuwer in diesem Jar den 29. tag Maij / zu Meygelitz in Mehren sein hingerichtet worden / vnd was die⸗ selbige von jugent auff / mit Moͤrderey / Rauben vnd... Show more Ein gruͤndtliche auch warhafftige vnd erschloͤckliche newe Zei⸗ tung / von sechs Moͤrdern / fuͤnff Mann / vnnd ein Weibsperson / welche heuwer in diesem Jar den 29. tag Maij / zu Meygelitz in Mehren sein hingerichtet worden / vnd was die⸗ selbige von jugent auff / mit Moͤrderey / Rauben vnd Brennen / wie auch Zauberey / fuͤr schloͤckliche Ding bekand / in Ge⸗ sangsweiß gestelt / Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn. Nun folget ein schoͤn kurtzweilig neuw Liedt / von etlichen Jungfrawen vnnd Meidlein Pracht / gar lustig zu singen oder zulessen / Jm Thon: Es war ein wacker Mede⸗ lein wolgethan. Erstlich Getruckt zu Ulmitz bey Nick⸗ lus Strauß. Jm Jahr / 1603. MErckt auff was ich euch singẽ thu / Ach Gott wie gehts in der Welt zu / Brennen Rauben vnnd Morden / mit Todtschlaͤg frey / vnnd Zauberey / [...]egen Be⸗ triegen vnd Vntrew / ist fast an allen Orten. Wie ich dann meldt zu dieser frist / von sechs Moͤrdern vnd Boͤßwicht / so man kuͤrtzlich gefangen / die heut so groß Vbel gestifft / das man vor hat erhoͤrt nicht / seid die Welt hat gestanden. Der erst war genannt Joͤrg Ziegenbock / drug allzeit an ein schwartzen Rock / darunder ein Wurffkugel / auch ein Fausthammer vnnd Faͤustling gewiß / damit er manchen Menschen wist / Ermordt vnd auch erschluge. Der ander hieß Hans ohn ein Bahrt / ins Teuffels gstalt er sich offt macht / Menschen vñ Vieh betruͤbet / der drit durch seine Zauberey / macht sich ins Wolffs gestaldt mancherley / Anthoni Ruͤß er sich schreibe. Der vierdt ward geheischen Sebald Frech / der hat sein Weib vnd auch ein Knecht / mit jhm alzeit thut fuͤhren sie haben grossen schaden gethon / an Frauw Mann vnnd auch Kinder fron / wie jhr itzund solt hoͤren. Sie theten bekennen an dem Ort / gleich wie man sie gefangen hat / zu Migelitz in der Statte / d[...] jhrer seyen an der zahl / die zusamen geschworen allzumal / zweyhun⸗ dert wolbedachte. Die woͤllen in dem Teutschenlandt / durch Brennen Rauben Mordt vnd schandt / so viel Vngluͤcke erdencken / es miß noch manchem frommen Mann / sein eigen Hauß vnd Hoffstat dran / vnd am Leib werden gekrencket. Joͤrg Ziegenbock war Viertzig Jahr alt / Achtzig Moͤrd bekennt Er bald / so Er allein begangen / darunder fuͤnff schwangere Weiber auch / die er lebendig geschniden auff / die Frucht von jhnen genommen. Vnd gebraucht zu der Zauberey / Menschen vnd Vieh gar mancherley / dar mit gebracht vmbs Lebẽ / sein wurff kugel vñ Feistling gewiß / war allzeit auff die Leut geruͤst / sein Fausthamer darneben. Den trug er bey jm vnderm Rock / wurff manchen dar⸗ mit an den Kopff / das er den Atem liese / vnd welcher dann nit fallen wolt / mit seinem Faͤustling also bald / thet er jhn gar erschissen. Hanß ohn ein Bart mit jm bekandt / sie bettelten beyde auff den Brandt / wo man jhn nit viel thet geben / kamen sie wider in der Nacht / richten an Jam̄er Not vnd Klag / theten bald Fewer ein legen. Dardurch haben sie in dem Landt / bey vierhundert Haͤuser ab gebrand / an vielen Orten besonder / im Schwei / tzerland vnd am schwartzwald / am Reinstrom wie auch in der Pfaltz / biß gen Coͤln hinunder. Anthoni Ruͤß thet anzeigen fein / wie er in einem Waldt allein / acht Moͤrdt in einem Tag begangen / dañ er macht sich vnsichbar geschwind / gleich wie ein Wolff schnel vnd behend / fiel er die Menschen ane. Darnach sagt er in einem Hauß / hab er Elff Personen mit drauß / in einer Nacht ermordet / dann er hab gemacht ein Feuwer fuͤrs Hauß / welcher dann darzu gieng hinauß / der sey jhm gewiß worden. Es war ein einiger Bauren Hoff / was in dem Hauß sey blieben noch / hab er im Beth erschlagen / ein Sach hab jm gar offt gereuwt / das er ein Kind zur selben zeit / nicht viel vber fuͤnff Jahre. Auch ermordet vñ vmbgebracht / denn es jhm trewlich gebettẽ hat / er sols lassen beim Leben / es woͤll gar gern mit jhm darvon / seine newe Schuͤchlein schencken thun / vnnd niemandts nichts darvon jehen. Aber er hab der Kinder vier / dißmal ermordet glaubet mir / darnach im Tuͤringer Walde / hab er ein Edle Frau⸗ we schon / Lebendiglich auffschneiden thun / den Fuhrman vnd Knecht erschlagen balde. Dazumal waren jhrer zwoͤlff / zweẽ kunden sich machen zu Woͤlff / viel Mord habens begangen / drey handwercks⸗ gesellen draffens an / die mussen auch jhr Leben lahn / hẽck⸗ tens all drey an einen Baume. Darnach traffens drey Meydlein an / die musten im Wald graßen gahn / die sie auch theten hencken / zogẽ her⸗ ab ein Kuͤrschen Baum / vnd henckten sie alldrey daran / liessen jhn wider schwencken. Weiter so saget Sebald Frech / wie er sein Weib vnnd auch der Knecht / so groß Mord hat begangen / Dann sein Weib hab die Zauberey / getriben Viertzig jahr ohn schew / biß man sie jetzt gefangen. Nemlich haben sie in dem Landt / etlich vnd hundert Haͤuser abgebrandt / darnach ermordt acht Schwangere Frawen / darunter ein Wirtin gewesen ist / die haben sie in jhrem Hauß mit list / jaͤmmerlich hindergangen. Vnnd auff ein Tisch gebunden hart / den Leib auffge⸗ schnitten zu der fahrt / jhr auch den Mund verhaben / da⸗ haben sie vom selben Weib / schroͤcklich gschnitten auß jh⸗ rem Leib / zwey kleine Kinderlein ich sage. Es moͤcht erbarmen einen Stein / wegen der vnmuͤndi⸗ gẽ Kinderlein / auch thet er weiter sagen / wie er sein eigens Schwesterlein / erschlagen / vnd ein Bruͤderlein / sie in das Feld vergraben. Dañ er sie hat bey jm in dem Hauß / darumb er forcht sie brechtens auß / jhr grosses Thiranisieren / nach diesem sey er zogen hinweg mit seinem Weib vnnd auch dem Knecht / haben Menschen vnd Vieh betruͤbet. Weiter sagt das Weib Listiglich / wie sie zwey Kinder Jaͤmmerlich / in der Wiegen hab erstochen / das Messer darzu auch stecken lahn / vnd vom Hauß wider zogen dar⸗ von / es blieb nit vngerochen. Sie theten bekennen in einer Summ / das sie sechs ha⸗ ben gebracht vmb / an Weib Man vnd auch Kinder / uͤber vierdhalb hundert bald / biß daß man sie ietz mit gewalt / thu fangen vnd auch binden. Man hat sie gefangen bracht in die Statt / da fragts ein Ersamer weiser Raht / mit dem scharpffrichter eben / als man vernam jr Vbelthat / in die gfaͤngnuß man sie bracht / die Fraw vnd zween man darneben. Setzt man in ein Kessel bald / dann man sie nit auff die Erden lassen darfft / sie weren sonst endthrunnen / biß das Recht als vber sie ging / darnach man zu Vrtheilen an⸗ fing / vnd hats alle sechsen genommen. Nach dem Rechten verdienten Lohn / hin auß zũ hoch⸗ gericht fiehren thon / jeden zwoͤlff griff thun geben / dar⸗ nach gerichtet mit dem Radt / stieß jhn alle Glieder ab / zween Mann vnnd die Fraw darneben. Hat man an Spieß gestecket auff / vnnd sie mit Dampff Feuwer vnd auch Rauch / zu Pulffer thun verbrennen / sie schryet im Feuwen gantz vngeheuwer / daß Lachen ist jhn worden theuwr / also namens jhr ende. Also habt jhr vernommen klar / wie die sechs Moͤrder in diesem Jar / schroͤcklich sein hingerichtet / derhalb jhr lie⸗ ben Christenleut / huͤt euch vors Teuffels Listigkeit / vor Brennen Rauben vnd Morden. Ein schoͤn neuwes Lied. JCh muß vor allen dingen / den Jungfrauwen in gemein / ein neuwes Liedlein singen / wie sie sich halten fein / Jch kans vnderlassen nicht / von jhrem Wilden le⸗ ben / noch weider ich bericht Von Jugendt thun sie Leben / in Vnzucht vnd Buͤbe⸗ rey / wenns die Eltern nicht weren / so wachsen sie auff gar frey / wie ein vngezogenes Holtz / auff Buͤberey sindt sie ge⸗ fliessen / Hochmuͤtig Frech vnd Stoltz. Vñ trachten nur mit fleisse / auff allen Seltzame tracht / wol nach der Neuwe weise / fuͤren sie grossen Pracht / die dann ein wenig Reich / sie dunckt sie sey die beste / man findt nicht jhres gleich. Schmale schuh / gar reine / hohe Panttoffel daran / daß dunckt sie gar feine / wenn sie so Klappen don / auff der Gassen streichen sich herauß / vñ wenn sie sollen schaffen / sindt kein nutz im Hauß. Guͤrdel vnd Seidenschnuͤren / darmit Prangen fein / ein Bruͤstlein nach gebuͤhren / gar schmal sich schnuͤren inn / Goͤller vñ Kragen auch auff mancherley Ardt vnd weise / wol nach der Adel brauch. Den Kopff den thun sie zieren / mit zoͤpff vnd Borden rein / dz Angesicht sie schmiren / dz sie glaͤntzen fein / woͤllen sich machen geschwindt / anderst dañ sie Gott geschaffen / das ist ein grosse Suͤndt. Jch habs gesehen gar feyne / manchen tag vnd stundt / daß sie Kuͤsselein in Bussen naͤhen / machen ihre Bruͤstlein rundt / darmit sie zeigen an / daß sie Alt gnug seyen / nun ei⸗ nen Mann zu han. Ein Guͤrdel schon beschlagen / Beudel vnd Messer fein / Carallen don sie tragen / gar huͤpsche Fingerlein / wenn sie fuͤr den Spiegel stan / verstellen sich wie die Affen / mit den Haͤnden in der Seyt. Die Borden dun sie naͤhen / vnter die Kleider weit / wañ mans am Tanze drehet / daß de Windt darunder geit / dz thut sie kuͤblen wol / wenn sie sich heiß gesprungen / noch weiter ich singen sol. Deß Sontags dergleichen / stellen sich vnter die Thuͤr / thun sich frey herauß strechen / wenn einer geht herfuͤr / muͤssen ein mangel han / mit gar spoͤttlichen Worten / je⸗ den verrichten thun. Der eine der ist zu kleine / Der ander ist zu lang / Der drit het dicke Beine / der vierdt ein krummen Gang / der fuͤnfft ist zu schlecht / der sechste hat ein lange Nasen / sein Huth steht im nicht recht. [...] sindt sie recht gefliessen / auff allen handel frey / kein Arbeit thun sie wissen / sind Mutwillig darbey / sie woͤllen Weiber sein / koͤnnen nit ein Suppe Kochen / die der Mañ sol Essen fein. Mann sie dann zu hauffen / ein weil gehalten Hauß / der Pracht ist gar verlauffen / die Hoffart die ist auß / sie gehn schleichen daher / wie ein Gedauffte Katze / man kennet sie schier nicht mehr. Weiter thu ich singen / von den Dienstmaͤnden fein / sie thun sich Tapffer schwingen / dieweil sie Dienen fein / woͤl⸗ len gern Praͤchtig gan / wie die reichen Leuth mit namen / das thut jhn nicht an stahn. Erliche thuns tapffer wagen / sie trachten auch dar⸗ nach / verdienen schoͤne Kragen / Snuͤr vnd ander sach / dz sie nur Prangen thun / sie koͤnnes nit außrichten / mit jrem verdienten Lohn. Sie treiben offt darneben / Vnzucht vnd Buͤberey / kein gut Wort sie außgeben / sind Faul vnd Schlaͤfferig darbey / wenn sie zum Tantze gahn / so springen sie wie die Teuffel kein Mensch sie halten kann. Das trieben sie dann so lange / lauffen Wilt vnd Geyl / biß sie eingefangen / bringen ins Narren seyl / der ist gar wol versehen / er kriegt ein versucht Dirne / wie kann jhm baß geschehen. Wenn sie ein wenig Tage haben gehalten Hauß / [...] kommen grosse Klage / der Nañ merckt darauff / der han⸗ del hebt sich frey / mit Schelen vñ mit Schlagen / Sanct Valtin kompt darbey. Wie die Hundt vnd Katzen Leben sie da zu hauff / mit Schlagen / Rauffen vñ Kratzen / stellen sich auff den lauff / der Pracht vnd uͤbermuth / der kompt jhn da zu Hauß / wie man erfahren thut. Darumb rath ich auch allen / Jungfrawen vnd Maͤg⸗ den gut / daß jhr kein vngefallen / an dem Liedlein haben thut / den frommen gehts nicht an / treff ich einen zu Zeiten / der nehm ein Exem⸗ pel dran. E N D E. Show less

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