Erbeutung einer Klageschrift des Türkischen Kaisers, 06. Januar 1599; Hochwasser am Tiber, Rom, Weihnachten 1599
Zwo warhafftige Newe Zeitung / Die Erste / Auß Comorrn / vom 6. Jenner / Anno 1599. welche bey einem Tuͤrck⸗ ischen Curier / so nahe bey Stulweissenburg von etlichen Freybeutern gefangen / schrifft⸗ lich gefunden / Welches schreiben auß Con⸗ stantinopel dem Bassa von Stulweissen⸗ burg... Show more Zwo warhafftige Newe Zeitung / Die Erste / Auß Comorrn / vom 6. Jenner / Anno 1599. welche bey einem Tuͤrck⸗ ischen Curier / so nahe bey Stulweissenburg von etlichen Freybeutern gefangen / schrifft⸗ lich gefunden / Welches schreiben auß Con⸗ stantinopel dem Bassa von Stulweissen⸗ burg gehoͤrig / in welchem deß Tuͤrckischen Keysers klag vermeldet wirdt / vber sein jetziges vngluͤck so jhm zu handen kompt / in ein gesang gestelt / Jm Thon: Ewiger Vatter im Himmelreich / rc. Die ander Zeitung / vnnd wahrer bericht / von der gewaltigen straff Gottes / vnnd jaͤmmerliche Wassers noth / So die vergangen Weinnachten inn aller Welt bekante Statt Rhom / geschehen / vnd was es fuͤr gewaltigen schaden ge⸗ thon / findt jhr hie Gesangsweiß bericht. Jm Thon / Wie man den Lindenschmidt singt / Die erst Zeitung / MErckt auff jhr Christen alle sandt / was sich newlich ins Tuͤrcken Landt / diß Jahr hatt zugetragẽ / der Türckische Keyser trau⸗ ret sehr das er kein Gluͤck kan haben mehr / er thut sich hefftig klagen / weil jhm von Christen dieses Jahr solcher abbruch thut geschehen / will er ver⸗ zagen gantz vnd gar / das jhm nit will beystehen / in Machomet wider vns im Krieg / kein hilff jm nicht beweisen / das Er erhalt den Sieg. Sein gelehrte Doctores alle sand / inn Türckey vnd gantz griechenland / die ließ er fuͤr sich bringẽ / sein Obersten Samhon der Priester frey / Die be⸗ sten Astronomy ohne schew / befragt sich in den din⸗ gen / sprach jhr Herren solt mich verstahn / was an euch ist mein begeren / Warumb ich euch beruffen han / das will ich euch erkleren / mein Vngluͤck vnd groß trawrigkeit / thu ich euch allen klagen / mein Jammer vnd Hertzenleid. Jch bin ein Herr der gantzen Erdt / vnd hab vil schoͤne Koͤnigreich wert / so mein Voraͤltern gewon nen / Auß manheit vnd Ritterlich hand / Den Christen vil hundert Staͤtt vnd Land / mit gewalt abgetrungen / vnd erhoͤcht vnser Keiserthumb / das vns gehorsam sind zu eygen / viel Koͤnig am kreiß der Erden tumb vnderthenig mir erzeigen / dann es het auch der Christen gewalt / gegen vnserm grossen Keyserthumb / nie vil gefruͤchtet bald. Drumb frag ich zu diser frist / was vom Ma⸗ homet dich Vrsach ist / das ich in diesem jare / Mit Krieg wider die Christenheit / Den Sieg verlier zu allerzeit / mit aller meiner Schare / Der Gott des Him̄els will vns verlahn / dz vns so thut mißlin⸗ gen / Machomet will auch kein beystand than / Die Christen vns hart dringen / vberall zu Wasser vnd zu land / leiden wir grossen schaden / Des haben wir grosse schandt. Ein Oberster ist im Vngerland / Der thut vns solchen widerstandt / Deßgleichen nie erhoͤret / wo wir jhm nit begegnen baldt / fuͤrwar er mit seinem gewalt / vnser Keyserthumb zerstoͤre / Rab die ge⸗ waltige veste Statt / hat er mir abgedrungen / wel⸗ ches ich mich nit versehen hat / das jhm solte sein ge⸗ lungen / alles Volck so ich darinnen hett / hat er mir jaͤmmerlich erwuͤrget / das klag ich Machomet. Vil andere Festung auch fuͤrwar / hat er mir ab⸗ gedrungen gar / thut mich noch hefftig plagen / So ist mir fast ein gantzes Land / am schwartzen Meer gantz wol bekandt / durch Erdbeben thu ich sagen / vndergangen vnnd versuncken gar / sampt allem Volck darinnen / Die gewaltige Statt Thauris fürwar / thet mir auch abgewinnen / Der Koͤnig auß Persie zuhand / thut mich noch taͤglich betren⸗ gen / nimpt mir vil Stett vnd Land. So kompt mir auch boͤse zeitung her / wie new⸗ lich auff dem hohen Mehr / vns grosser schad ge⸗ schehen / dreyhundert Galleen auß Morenland / so mir derselbig Koͤnig gesandt / Solt jhr mich recht verstehen / darauff in hundert Tausent Mann / ge⸗ ruͤstet nach dem besten / Dieselben ich wolt brauchet han / mit vortheil wider die Christen / seind versun⸗ cken durch ein Sturmwind / alle Kriegeleuth sind ertruncken / die drauff gewesen sein. Nur zwo Galleen schlecht darvon / Die mir die Bottschafft bringen thon / seind dem schaden ent⸗ trunnen / So sind mir in meiner Hauptstatt / vber Tausent Heuser auch mit schad / in disem jahr ver⸗ brunnen / so hat jetzund die Christẽheit / in Vngern mich bezwungen / in gar kurtz verschiener zeit / sibẽ Vestung abgetrungen / alles Volck klein vnd groß / gefangen vnd nidergehawen / welches den Him⸗ mel erbarmen muß. Daruͤber ich erfahren hab / dz mein Volck ist ge⸗ trieben ab / Vor Waradin im Felde / von Christen erlitten grossen schad / Stulweissenburg in gefer⸗ den steht / vnd andere Stett ich melde / ich foͤrcht ich komm mit Spott vnd Schand / vmß Ofen Grie⸗ echisch Weissenburg erkorẽ / darzu das gantze Vn⸗ gerland / sey gantz vnd gar verloren / dz ich letzlich in Constantinopel gar / werd haben keinen Fried / von der Christlichen schar. Solchen jammer vnd mein Ellend / klag ich des Himmels Firmament / Es woͤll sich meiner erbar⸗ men / Sonn / Mon vnd alle Sternen klar / Macho⸗ met wend mir mein gfahr / Der Himmel helff mir Armen / das ich mein schaden rechen mag / An den Gauren / Das ist Christen / mir wider wend den Spott vnd schmach / dz ich mich moͤge fristen / vor jhrer Tyraney vnd gewalt / Machomet ich thu dich bitten / hilff Retten dein Namen erhalt. Als er volendet seine klag / zu den Gelerten er da sprach / was vrsach mags geschehen / Das wir diß Jar solch vngluͤck han / gebt Rhat wie man soll wi⸗ derstehn / dem vngluͤck zu entgehn / Ein Türckischer Priester zu der frist / thet jhm die Antwort geben / allein dises die vrsach ist / niemandt bessert sein le⸗ ben / man helt nit Machomets Gebott / darzu han wir erzürnet / im Himmel den hoͤchsten Gott. Diß Jar wir gar kein Gluͤck nit han / den Chri⸗ sten kan man nicht widerstahn / sprach ein Astron⸗ mus behende / inn all vnserm Krieg vnnd Streit / trewt vns lauter wider werdigken / des Himmels Firmamente / Der Tuͤrckisch Keyser in zorn ent⸗ brann / ob den gemelten geschichten / So jhm solt zu handen gan / ließ die zwen als bald hinrichten. Ach Gott dein Christen heit erhoͤr / zu Ehren deinem Na men / deß Machomets Glauben zerstoͤr / Amen. Die ander Zeitung. ACh du lieber vnd grtrewer Gott / wen⸗ de von vns die grosse noth / die jetzundt ist vorhanden / nur weh vnd Ach / vnd grosse klag / hatt man in allen Landen. An vielen orthen mit gefehr / Geschehen straffen hin vnd her / man spuͤrts an allen en⸗ den / leider sehr / jhe lenger jhe mehr / Der liebe Gott woͤlle es wenden. Mit warheit will ich thun bericht / Ein wunder vnd grausam geschicht / Wolt Gott das mirs betrachten / zu vnser frewd / vnnd Seeligkeit / weh den die es verachten. Auff die naͤchsten Weinnachten geraht / zu Rhom in der vil Alten Statt / ist grosser schaden geschehen / kein Mensch lebet nit / wie ich bericht / der deßgleichen hat gesehen. Das die Dieber der fluß zu Rhom / ist auff geloffen wider den strohm / so schnell vnd gar geschwind / auff die Christnacht geschwelt mit macht / mit braussen Sturm vñ winden. Das Wasser hat sich erhaben sehr / Ein langẽ Spieß hoch oder mehr / hat sich durch alle Gassen / geflossen soͤhr / mit groß gefoͤhr / vnd was es thet er haschen. Mußt alles ertrencken zu der stund / 600. Menschen thu ich kundt / seind auffs wenigst geblieben / Haͤusser gebew / Alt vnnd auch New / seind gar vil weg getrieben. Viel Brucken Muͤlen ohne zahl / sind zerrissen vnd verflossen all / vil Mauren thu ich sagen / verfallen sein / mit Schmerzen bein / vil Leuth darunder erschlagen. Des Bapsts Bischoffs vnd Kardinal / viel schoͤne Roß Maulesel im stall / die muͤ⸗ sten all erdrincken / vñ ander Veh / mit gros⸗ sem weh / musten diß mal versincken. Noch muß ich melden jaͤmmerlich / Die Armen gefagnen dauren mich / sind vil in der Statt Rhoma / Sie drieben frey / gar groß geschrey / sind jaͤmmerlich vmbkommen. Die Krancken Leuth in dem Spittal / sind auch erdruncken dasselbmal / Die Todten in Grebern eben / das Wasser wild / hats auß⸗ gespielt / sind in die Gassen gedrieben. Vil Vesser koͤsten vnd Ballen zwar / viel Kauffmans guͤter vñ thewr war / vil Gelts wol zu der stunden / verloren ist wol zu der frist / wirdt nimmer wider funden. Jnn Kammer Kirchen groß vnnd kein / kuͤndt kein Mensch nit kommen ein / von we⸗ gen der Wasser wogen / Mann sah nur leid / vnd traurigkeit / groß jammer weh vnd kla⸗ gen. Wenig Haͤusser inn Rhom thun stohn / die nit schaden genommen han / die Leuth die thun verzagen / gar viel gebaͤw / Sag ich bey trew / verfallen noch alle tage. Viel Leuth die fliehen auß der Statt / von wegen des grossen vnrath / es seind straf⸗ fen geschwinde / Gottes zorn brendt / vnd ist angezuͤndt / von wegen vnser Suͤnden. Noch kehrt sich mancher nicht daran / des muͤssen wir entgelẽ than / ja schwerlich thun buͤssen / mit grosser gefahr / je lenger je mehr / mit auffruhr Krieg vnd Blut vergiessen. Wenn man ein Wunder sagt oder list / spricht mancher wer weiß obs war ist / ver⸗ spottens durch mutwillen / an kein geschicht glaubens nicht / biß das sies entlich fuͤhlen. So woͤllen wir erst suchen Rath / Dann ist es Leider vil zu Spatt / Darumb last vns zusamen / GOTT fallen zu fuß / und thun rechte buß / durch Je⸗ sum Christum / Amen. Bedruckt zu Goͤrlitz / bey Nclaus Voltzen / Anno / 99. Show less

Femizid und Kindsmorde in Preußeln, 11. April 1599; Wundergeschichte von einem Bauern, 1. Mai 1599
Zwo Warhafftige Newe Zeitung / Die erst / Von ei⸗ nem Moͤrder / der sein Ehe lich Weib / vnnd Sechs Kinder er⸗ moͤrdet hat / geschehen inn der beruͤmpten Statt Pruͤßeln / in der Schlessien gelegen / gesche⸗ hen den Eylfften Apprilis / Jn diesem 99. Jahr / Jm Thon / Wie man den Linden⸗ ... Show more Zwo Warhafftige Newe Zeitung / Die erst / Von ei⸗ nem Moͤrder / der sein Ehe lich Weib / vnnd Sechs Kinder er⸗ moͤrdet hat / geschehen inn der beruͤmpten Statt Pruͤßeln / in der Schlessien gelegen / gesche⸗ hen den Eylfften Apprilis / Jn diesem 99. Jahr / Jm Thon / Wie man den Linden⸗ schmidt Singt. Die ander Zeitung / Von einem Reichen Bawren / welcher vil Korn hatt außgesehet / vnd ein stuck nicht auff gangen ist / dj hat er wider vmb Pfluͤgen lassen / inn dem er drey Leyb Brodt auß der Erden gepfluͤ⸗ get hat / geschehen zu Bilssen jhm Boͤhmerland gelegen / den ersten May / inn diesem 1599. Jahr / Jm Thon / Wie man den Koͤnig Laßla Singt. Gedruckt Jm Jahr / 1599. Die erst Zeittung / WAß woͤllen wir aber heben an / ein klaͤglich ge⸗ schicht auch zeygen an / von Newn gesche⸗ hen dingen / von einer Jaͤmmerlichen That / hilff Gott das mir gelinge. Als man zalt Taussent fuͤnffhundert Jahr / Neun vnnd Neintzig das ist war / wol in dem Elfften tage / Jm Jenner sich zu getragen hat / gar ein Jaͤmmer⸗ liche klage. Ein Statt gelegen in Schlesien / Praͤsseln ge⸗ nandt man kennt sie wol / Darinnen ist gesessen / ein Burger vnd Metziger / derselbige war seins Namen nicht vnvergessen. Joͤrg Roͤsthell war er genannt / Essen vnd Trin⸗ cken hat er gewohnt / also hab ich vernommen / hat sein Ehrlich Frommes Weib / mit der er hat bekom⸗ men. Sechs Kinder sag ich euch fuͤrwar / das Aeltste war sechzehen Jahr / das nam er nicht zu muthe / er gieng alle tag zum Bier vnd Wein / verzehre alle sein gute. Wann er daheim kam zu Hauß / fieng er allezeit an einen strauß / mit seinem Frommen Weibe / dar⸗ zu mit seinen Kindern klein / das trieb er staͤts mit trauwren. Ob sie jn darumb Straffen thet / so trib ers jm⸗ mer lenger jhe mehr / thaͤt sich davon nicht kehren / biß nun auff einen Montag zu nacht / wie jhr her⸗ nach werdt hoͤren. Es geschah an einem Montag zunacht / wie jhr vorhin gehoͤret habt / als ich euch jetz thu sagen / hat er sein Weib vnnd Kinder klein / gar Jaͤmmerlich erschlagen. Er namb erstlich sein Armes Weib / Erschlug allda jhren Leib / daran hat er kein genuͤgen / erhieb sie mit einem Fleischbiegel zu todt / hernach ließ er sie ligen. Wie das der Aeltste Sohn erhoͤrt / der Mutter er zulauffen thet / fandt sie vor jhm todt ligen / Ach du Hertz lieber Vatter mein / was hast du dich ge⸗ ziegen. Als bald ers Fleischbeigel wider zuckt / vnd hiebs dem Sohn wol vber den Ruck / inn dem wolt er ent⸗ lauffen / so gab er jm ein harten streich / das er gleich fiel zuhauffen. Vnnd schrey also vber laut / Ach Vatter ich hett dirs nicht zutrawt / der Teuffel hat jn besessen / fuͤnff Kinder noch in der Kammer lagen / die thaͤt er nicht vergessen. Vnnd also inn die Kammer gieng / darzu ein Maͤgdtlein auch anfieng / Ach Vatter kombst du schiere / wo bistu gewesen also lang / beim Wein oder beim Biere. Das Maͤgdtlein hieß Elsselein / er stach jhm ab die Kaͤhle sein / da das Knaͤblein solches thet sehen / Ach Vatter was thust dem Elßelein / oder was ist dir geschehen. Das dritte was ein Knaͤbelein / mit sit sprach lieber Vatter / bringstu mir nichts mit / ein Semel oder Wecken / Jch hab geschlaffen also lang / wie thustu mich erwecken. Ach lieber Vatter thu mir nichts / Ob du mir schon nichts bringest mit / der Mutter will ichs nicht sagen / Da wust das fromme Kindt nichts drumb / das sein Mutter war schon erschlagen. Noch hat er kein Barmhertzigkeit nit / es war jm weder weh noch leyd / vmb Weib vnd Kindt merckt eben / er gieng zu den drey kleinsten hin / die bracht er auch vmbs leben. Vnnd als das Juͤngste Kindt sein Vatter sah / wie hart es allda zu jm sprach / ach Vatter laß mich leben / jhr solt mir weder Essen noch trincken / Kein Brodt in die Schul mehr geben. Das namb er gar zu Hertzen nicht / der Ehr ver⸗ gessen Boͤßewicht / gar nichts gieng jhm zu Hertzen / er namb das Messer inn die Handt / Erstachs alle drey mit bitterem Schmertzen. Also hat er Sechs kleine Kindt / Dazu sein Ehr⸗ lich Weib geschwindt / Ermordt in einer stunde / die nacht die war vergangen schier / Der Tag thet zuher brechen. Als er nun solches hat vollendt / Offenbar wardt es an dem endt / da namb man jhn gefangen / mann legt jhn inn ein Thurn dieff / Darinn lag er nicht lange. Vnd als man jhn fuͤr gericht hin stelt / ein stren⸗ ges Vrtheil wart gefelt / man solt jhn lebendig spis⸗ sen / man zwickt in mit Zangen hart / das dorfft jhn nicht verdriessen. Hie nimb ein beyspiel Junger Mann / Der du thust Weib vnd Kinder han / thu es nicht alles ver⸗ zehren / huͤt dich fuͤr geytz vnd fuͤllerey / GOtt wirdt dich wol ernehren. Die ander Zeittung / HOert zu jhr Christen alle zugleich / ein seltzam geschicht / gar erschroͤcklich / thu ich mit war⸗ heit Singen / zum beyspiel frey auß guter trew / hilff Gott das mirs gelinge. Zu Bilssen inn dem Boͤhmerlandt / ein Meil wegs von Claden genandt / von einem Bauwren Reich / der hat vil Korn gesehet auß / nun hoͤret wei⸗ ter auff. Ein stuck wolt nicht auffgehen / drumb das war der Bawr sehr vngemuth / vnd ist hin auß gefahren mit einem Karch wie ich euch sing / es wolt jm nicht gerahten. Er wolt dasselbig Pfluͤgen Rumb / wolt Gersten nein seen thun / wie jhr denn jetz wert hoͤren / er fuhr auch kaum drey klaffter weyt / so thaͤt groß Jammer wehren. Er Pfluͤgt ein Brodt wol auß der Erdt / das er⸗ schrack der Bawr mit geferdt / der Knecht fieng an zu schreyen / ach Herr es wirt groß Suͤndt sein / den Bawren thets nicht rewen. Er sprach fahr fort nauß andz Ort / der Knecht sprach Herr es thut vns noch / das wir wider heime kehren / Dann der liebe Herr Jhesu Christ / wirdt noch wol Korn bescheren. Der Bawr sprach fahr fort ins Teuffels Nam / der Knecht sprach Herr es wirt euch gerewen / Gott wuͤrdt euch grewlich Straffen / habt jhr doch gleich wol Korn genug / weñ das nicht gleich thut wachsen. Sie fuhren noch drey Elen lang / Es sprang ein Brodt rauß das es klang / Der Knecht ist jhm ent⸗ loffen / erschlug die Roß so grewlich sehr / Alle beydt wol vber ein hauffen. Er fuhr noch gar ein kleine weil / da kam das dritte Brodt in Eyl / wol auß der Erden grunden / er wolt noch nicht nach lassen thũ / wie ich es hab vernom̄en. Die Haͤnd sind jhm gewachsen an / hinden am stollen mich recht verstahn / Die an dem Pflug thun stahne / das haben gesehen vil Taussent person / an Jung alt man vnd Frawen. Sie haben jm die Hoͤltzer geschnidten ab / wol fuͤr den feusten mich verstah / ist fluchs verstummet eben / er hat kein wort nicht mehr geredt / ist nicht dabey ge⸗ bliben. Er lebt zwen tag vnd eine nacht / so sturb er auch mit grosser klag / kein Mensch kunt bey jhm bleiben / er sturb zwen tag vnnd ein nacht / biß er ist Todt ge⸗ bliben. Mann legt jhn in ein Sarg gar fein / daß genick wart jhm gebrochen / ein Mann wolt jn zum Grab tragen / Es waren am Sarg sechs starcker Mann / kundten jn nicht auff heben. Mann hat den Sarg auffmachen thun / war nichts driñ dañ ein Schwartzes hun / das thet gar grewlich schreyen / Rap / Rap / Rap / jhr wolt mich recht verstahn / das ist kein Fantaseyen. Wie er nun war begraben schon / Kein Mensch kundt fuͤr jhm Ruhe han / bey hellem Liechten tage / er hat die Leuth grewlich quellen thun / Mann thaͤt jn wider außgraben. Den Sarg wol mit dem Schwartzen Hun / vnd grub inn nauß inn die Schind grub / Es wolt aber nichts helffen / die Leut haten kein rhu tag vñ nacht / sie theten Schreyen vnd gelffen. Mann hat jn wider auß Graben thun / thet jhn verbrennen mit Spott vnd hon / wie man den Sarg nein thet werffen in das Fewr / mit Angst vnd noth / der Teuffel thet jm helffen. Es flogen im Fewr drey Schwartze Kraen / vnd namen den Sarg mit dem Hun ich sag / vnnd sind davon geflogen in der lufft / fuͤhrten sie jhn hin auff / ist war vnd nicht erlogen. Es solt ein Frommer Redtlicher man / an disem leid ein beyspiel han / laß dich den Geitz nit besitzen / vnnd folgt nicht des Teuffels Rath / behalt dein sinn vnd witze. Ruffet an den Herren Jhesum Christ / der alles guts ein anfang ist / Ruffet jhn an trewlich mit Na⸗ men / er ist der Mann der helffen kan / durch Jesum Christum / AMEN. ENDE. Show less

Umtriebe eines Waisenkindes; Über Kindererziehung
Ein seltzam vnd wunderbarlich geschicht / so in Tuͤringerland / von einem vnge⸗ zognẽ sohn / wie er nach seiner aͤltern Todt sich in Teuffels gestalt gekleit / den Leuten naͤchtlicher weil Gelt ab zuschrecken / vnnd wies jm daruͤber ergangen ist / einem jeden zum Exempel / zu lesen / oder... Show more Ein seltzam vnd wunderbarlich geschicht / so in Tuͤringerland / von einem vnge⸗ zognẽ sohn / wie er nach seiner aͤltern Todt sich in Teuffels gestalt gekleit / den Leuten naͤchtlicher weil Gelt ab zuschrecken / vnnd wies jm daruͤber ergangen ist / einem jeden zum Exempel / zu lesen / oder zu singen. Das ander / Ist von der Kinder zucht / Deren leider jetz viel seindt gar verrucht / Das sollen betrachten alle Leuth / Das sie jhre Kinder zu rechter zeit / inn zuͤchten thun Straffen vnd lehren / das sie im alter kom⸗ men zu Ehren / Das gefehlt Gott vnnd fromme Leuth / vnnd ist den Eltern ein grosse frewd. Gedruckt zu Erdfurt / bey Georg Sachs. Hoert zu jr Herrẽ ein abentheur / vñ wz sich hat zu getragen heur / im Thuͤringer land merckt eben / ein Staͤttlein Raßbach genant / Da sassen zwey Eheleut bekant / hetten bey jhrem leben / So gar ein vngezo⸗ gens Kind / ließen im allen mutwillẽ / wie man leider noch viel find / Thet muͤssiggehen sauffen vnd Spielen / es sturben bald die alten / da konnt er sich nit auß haltẽ / gar offt er sich bedacht / wie er Gelt zuwegen bracht. Das er bey Ehren blib bewert / dz Schneiderhandwerck hat er gelehrt / des braucht er sich zum besten / bracht sein Kunst recht in schwanck / wiewol sie jhm nicht waͤret lang / betreugt jn selber zum letsten / ein kleid thet er jm machen bald / gar seltzam mancherley farben / gar grewlich in Teuffels ge⸗ stalt / fuͤrs Gesicht ein heßlich larffen / vff dem Kopff zwey Bockshorn / vff einer Nacht fuͤrware / versteckt er sich gar schon / zu einem alten mann. Derselbige mañ wie ich hie melt / der hat nun zimmlich wol Gelt / vnd saß allein im hause / dz wist der schalck forhin gedacht / kam wol in der mit⸗ ternacht / macht im ein grosses graus sen / er trat in den monenschein / dem man wol fuͤr sein bette / Er sprach zu jhm vnd du bist mein / Der man gar verzagẽ thete / was bistu fuͤr ein gesel le / er sprach ich bin d Teuffel auß der Helle / du hast vil vrecht gethan / du must mit mir darvon. Der man erschrack sprach trewer Gott / stehe mir doch bey in aller not / an Leib vñ Seel gar eben / der Teuf⸗ fel sprach es hilfft kein bitt / Jch nim̄ dich hin du must mit / od du must mir geben / gar gantz willig dein bar gelt / was du vnrecht hast gewonnen / Der man verzagt wie vor gemelt / er hatt sich nicht besonnen / hat jm viel Gelts gegeben / Der Teuffel mercket eben / maͤcht sich zum hauß hinauß / lebt ein gute zeit im sauß. Do er dz Gelt bald het verthon / do greifft er auch ein fuhrmann an / wol mit denselbigen sachen / Der Furman rüst sich ohne klag / des Morgens fruͤ wol fuͤr dem Tag / Der schimpff der thet sich machen / Er wolt fahren inn Francken land / Da wolt er Wein auff laden / der schalck hat im den weg be⸗ rant / in Teuffels gestalt geraden / auff den Furman thet er dringen / gedacht Gelt von jm zu bringen / grewlich den Furman an redt / jhn die Hellen must du mit. Du hast gar viel vnrecht gethan / viel Wein auß den Fesser gelahn / vnd wasser darein gossen / Den Wein ge⸗ truncken auß vbermuth / vnrecht ge⸗ wonnen Gelt vnd gut / den kauffman das sein genossen / mir ist zu gelassen der gewalt / ich fuͤhr dich in die Helle / dein Gelt must du mir geben bald / dz ichs zu recht bestelle / Der Fuhrmann sprach mit zagen / mein Gelt ligt auff dem Wagen / jhm laͤhren Faß gar schon / nimbs hin vnd laß mich gahn. Dem Teuffel die red gar wol ge⸗ felt / sprang auff den Wagen sucht dz Gelt / er kont es nicht bald finden / der Furman dacht in seinem sinn / dz muß kein rechter Teuffel sein / Sein Ant nam er behende / er schlug den Teuffel an den Kopff / das er fiel Tod von dem wagen / kriegt sein lon der lose tropff / der Fuhrman thu ich sagen / Der thet sich bald vmbwenden / ferrt wid heim behende / sagt den leuten newe maͤhr / wies jm ergangen wehr. Wie er den Teuffel erschlagen hat / vil Leuht lieffen auß der Statt / wol⸗ ten den Teuffel sehen / Sie kenten ihn alle Arm vnd Reich / sie sprachen alle zu geleich / jm ist gar recht geschehen / Des Teuffels kleid zog man im auß / thets auff das Rathauß tragen / das vrtheil war gesprochẽ auß / dieweil er Todt geschlagen / vnder den Galgen ward begraben / das war sein lon vor aben / man schenckt dem Furman war fro / zwantzig Gulden noch darzu. Das er den Teuffel hat vmbge⸗ bracht / ein jeder der hab fleissig acht / vor auß die jungen Knaben / ja han⸗ delt recht vnd liebet Gott / so kompt jhr nicht in schand vnd spott / Ehret die Elter fuͤr aben / fuͤr böse that vnd vbermut / thut euch allzeit huͤten / Es thut fürwar die leng nit gut / Ein alt sprichwort nement zu muͦte / es wirdt nichts so klein gespoñen / es kompt an die Soñen / nach Gott vnd der Selig keit tracht / Alde zu guter nacht. Das ander Lied. JCh spatziert ein mal alleine / wol in des Maͤyes zeiten / Bey einem Hoͤktzlein kleine / da hoͤrt ich meine freud / ich setzte mich fuͤrwar / ins gruͤne Graß alldar / bey einem Brunnen der war klar. Da saß ich vngefehr / vnnd thet mich er⸗ kuͤlen / ich schawet weit vmbher / der Baͤum lein der waren vilen / Die Voͤgelein in dem Thal / die sungen all zumal / des frewet sich Fraw Nachtigal. Vnnd da ich inn dem Walde / hoͤret die Voͤglein mancherley / gedacht ich mannig⸗ falte / an jhr singen vnd schreyen / die armen Voͤglin klang / sie lobten Gott mit gesang / sie sagten jhm lob vnd darzu danck. Das er sie auff diser Erden / so miltiglich ernehrt / vnd alle Creaturen mehrt / jhr not⸗ turfft beschert / Laub / Korn vñ auch Graß / und alles was da was / das gibt er vns reich⸗ lich fuͤrbaß. Noch seind der Menschẽ Kinde / so grau⸗ sam vnd wilde / die mit verstandt geschaffen sind / geziert nach Gottes bilde / das sie jhren Gott / nicht erkennen in der noth / treibẽ dar auß nur jhren spott. Wie man nun leider sicht / alle Tag vnd alle stunde / wie einer den andern schmaͤcht / mit Tauff Marter vnd Wunden / mit lei⸗ den und Sacrament / man Gottes glieder schendt / das treibt man jetzt an allem End. Mit vnzuͤchtigen worten viel / thut sich ein jeder fleissen / wer das nicht haben will / ist nit nach jrer weissen / Wer ein jeden ver⸗ spotten kan / Den helt man fuͤr ein Mann / muß allezeit sitzen oben an. Die Maͤnner merckt mich nun / Dieses nicht allein thun treiben / es kom̄en auch dar⸗ zu / vil Jungfrawen vñ weiber / man treibts jhe lenger jhe mehr / scham / zucht / vñ darzu Ehr / dasselbige acht man nun nicht sehr. Ein sprichwort ist gemacht / gleich wie die Alten sungen / dasselbig wol betracht / dz lehrnten auch die jungen / dz jetzt vil Kinde⸗ lein / zum betten sein zu klein / Aber fluchen vnd schweren / das koͤnnen sie fein. Was volget dann darnach / wañ sie zum alter kommen / Suͤnd Schand vnnd darzu schmach / gar wenig werdẽ from̄en / wie offt ist dz geschehen / dz die Mutter am kind muß sehen / das jhr die Augen vbergehen. Darumb jhr Lieben Leuth / thut ewers Kinder zwingen / wol zu der rechten zeit / so wirts euch wol gelingen / Es ist besser das Kindelein schrey / dann das du darnach mit leyd / mit jhn in grossen schanden stehst. Vnd auch jhr Kindlein schlecht / laß euch fleissig lehren / fuͤrt ewer leben recht / thut Vatter vnd Mutter Ehren / So wirt euch der liebe Gott / helffen auß aller noth / wie er vns lehrt in seinem Gebott. So wirt es dir gehn recht / allhie auff die⸗ ser Erden / vnd alle dein Geschlecht / Soll Gebenedeyet werden / liebet Gott auch alle zeit / Deinem naͤchsten hilff auß leid / So gibt dir GOTt die Ewig Seeligkeit / Amen. Show less

Zwei Schwestern in Schlesien, 1599; Zwei Buss-Lieder: "Herzlich tut mich kränken"; "Oh Herr Gott"
Erschroͤckliche Zeitung Welche warhaff tig in der Schlesien / dieses 1599. Jahrs von zweyen Schwe⸗ stern geschehen ist / Jn ein Gesang ge⸗ stellet. Jm Thon / O reicher Gott im Throne / rc. Beneben zwey Geistliche Lieder / Welche vns vermahnen vnnd reitzen zu warer Busse. Das erste:... Show more Erschroͤckliche Zeitung Welche warhaff tig in der Schlesien / dieses 1599. Jahrs von zweyen Schwe⸗ stern geschehen ist / Jn ein Gesang ge⸗ stellet. Jm Thon / O reicher Gott im Throne / rc. Beneben zwey Geistliche Lieder / Welche vns vermahnen vnnd reitzen zu warer Busse. Das erste: Hertzlich thut mich kraͤn cken / wann ich gedenck der zeit / Jm Thon / Mein Hertz thut sich er⸗ frewen / rc. Das ander: O Herre Gott wann kompst du schier? Auff deine Zukunfft hoffen wir. Getruckt im jar 1599. Die Zeitung vnd Geschicht. 1. MErckt auff jr lieben Christen / ein groß wundergeschicht / Wie ich ohn al⸗ len Listen / mit Warheit thu bericht: wz sich hat zugetragen / Nemlich in diesem jahr / inn Schlesien thu ich sagen / Newlich inn kurtzen ta⸗ gen / das ist gewißlich war. 2. Ein Statt ist da gelegẽ / Reichenbach ist sie ge nandt / Jn einem Doͤrfflein dargegen / da sassen wol bekandt: zwo Schwestern thu ich melden die ein war Reich mit Pracht / Das must die ander entgelten / mit fluchen vnd mit schelten / vnd hat sie gar veracht. 3. Doch hielt sie sich redlich vnd fein / Die Arme Schwester schon: Die hette fuͤnff Kinderlein klein mit jhrem Ehlichen Mann. Das sechst hat sie ge tragen / vñ gieng von Leib gar schwer / auff ein zeit thet sie sagen / zu jrem Mann mit klagen / vnd thaͤt jhn bitten sehr. 4. Jr geluͤstet gar von Hertzen / Erbeiß zu kochen frey: Der Mann on allen schertzen / Gieng hin on alle schew: Zit jhrer Schwester Reiche / Bath sie vmb ein Maͤßlein klein / Solts im auß Freundt⸗ schafft reichen / Er wolts mit jr vergleichen / Wo das nur moͤchte sein. 5. Sein Weib hett groß verlangen / Darvon zu Essen baldt / Die Reich hat angefangẽ / mit wor⸗ ten vngestalt: Mein Erbeissen mit fleisse darff ich selber allzeit / Thu jr ein Steinlin weissen / vnd laß sie darauff beissen / Biß jr der Lust vergeht. 6. Sie lacht in auß mit spotte / ergieng gar traw⸗ rig zhauß / vñ klaget seine note / die fraw erschrack mit grauß: Deß Kindts ist sie genesen / kam Todt auff diese Welt / Es war ein Traurigs wesen / die Nachbauren geflissen / haben sich darbey gesellt. 7. Wol zu derselben stunden / Sah man dasselbig mal / am Kindlein hat man gefunden / voll flecken vberal: Wie Erbeiß thu ich sagen / also warens ge stalt / merckt weiter auff mit klagen / was sich hat zugetragen / fur den Menschen jung vnd Alt. 8. Wol von der schwester reiche / wie ich hie melde sein / jhr Erbeiß all zugleiche / die sein worden zu Stein: Da hat GOtt lassen schawen / Sein zorn vnd grosse Macht / wer auff sein Gut thut bawen / Vnd will auff GOTt nicht trawen / der wirdt zu schanden gemacht. 9. Wie man dañ in der sum̄en / an dieser Frawen sicht / sie ist in verzweifflung kom̄en / an Eysen ket⸗ ten gelegt: Jhr Gwissen hat sie troffen / als sie die Erbeiß sah / in Stein also geschaffen / das war ein Gottes straffe / Deß fuͤhrt sie grosse klag. 10. Darumb jhr lieben Christen / huͤt euch fuͤr geitz vnd vbermuth Steht ab von hinderlisten / Von Hertzen Busse thut: So wirt vns Gott gar eben / Erhalten fuͤr aller gfahr / der woͤll vns allen geben Hernach das Ewig Leben / Amen das werde war. Das erste Lied. 1. HErtzlich thut mich Kraͤncken / wann ich ge denck der zeit / das sich nicht bald will wen⸗ den / dz wir im Hertzen leit : jedoch hoff ich auf Gott / Wirt mich in meiner noth / nicht also lassen stecken / vnd werden gar zu spott. 2. Laß mich es nicht erleben / O Herr das bitt ich dich / das mir mein Suͤnd vnuergeben / vorbehal ten staͤhtiglich: Vnnd mich auff meine Schuldt / Nicht bring in vngedult / Viel weniger zuverzagẽ Sondern trawen auff dein Huld. 3. Vbel hab ich gehandelt / vñ grosse Suͤnd gethan in vntugendt gewandlet / Drum̄ mich mein Hertz klagt an: Weil dann kein Trost ich hab / zu dir ich kom̄ vmb Lab / Mein Gwissen will mich kraͤncken / Sterck mich von oben herab. 4. Ohn dich ist es verlohren / mit allem thun vnd lahn / So du mir nit wirst helffen / Zu boden muß ich gahn. Du bist das Liecht die Pfort / O Jhesu trewer Hort / Kein Suͤnder last du sterben / der glaubet deinem Wort. 5. Ewig sein deine gnaden / bey dem der trawt vff dich / vnd kan jhm niemandt schaden / Warhaff⸗ tig das glaub ich: Darauff verlaß ich mich / Vnd kan mein Hertz in sich / in keine Rhu begeben / den nur allein durch dich. 6. Weiter thu ich dich bitten / Dz woͤlstu mich ge wehrn / Fuͤr all mein Feinden bhuͤten / die vngluͤck sehen gern: Hilff O Herr trewer Gott / das sie jhr Fehl vnd Noth / von Hertzen thun erkennen / vnd lassen jhren Spott. 7. Ob ich wider wolt wenden / vom rechten wege dein / Nim̄ mich in deine Haͤnde vñ brich den wil len mein: O Jesu lieber Herre / Schaff ein new Hertz in mir / Laß mich in Ehr vnd Tugent / hin⸗ fort gefallen dir. 8. Wen mein Stuͤndlein fuͤrhandẽ ist dz ich mich scheyden soll / Loͤß mir auff Todes banden / vñ laß mich fahren wol: Troͤst mich zur letsten frist / Vnd wehr des Teuffels list / Gib mir das Ewig Leben / Amen Herr Jesu Christ. Das ander Lied. 1. O Herre Gott wenn kompstu schier / vff dei ne zukunfft hoffen wir / wen du vns wirst Erloͤsen. 2. Vnd zu vns kommen all zugleich / Vnd fuͤhren in das Himmelreich / Erret vns von dem Boͤsen. 3. Kom̄ lieber Gott und machs nicht lang / Den deinen Christen ist sehr bang / Laß sie doch nicht verzagen. 4. Vnnd weil die boͤse falsche Lehr / Die nun hat eingewurtzelt sehr / wir woͤllens Christo klagen. 5. Merck vff jhr Christen was ich euch sag / Es nahet sich zum Juͤngsten tag / Deß sollen wir vns frewen. 6. Fuͤrhanden ist fuͤrwar die Zeit / Die lieben En⸗ gel seind bereit / Sie pfeiffen vns den Reyen. 7. Darumb seyt nun im Glauben fest / das jr seyt rechte Hochzeit Gest / Laßt ewer Liecht anbreñen. 8. Die Lampen recht vnnd wol geziert / Mit vol⸗ lem Oel wie sichs gebuͤrt / Das sie Christus thut kennen. 9. Gleich wie die fuͤnff Jungfraͤwelein / Laßt ewer Lampen gezieret sein / dem Braͤutigam zu Ehren. 10. Jm Glauben wol geruͤstet seydt / Mit Christo gehen zur Hochzeit / Der all Suͤnder kan heilen. 11. Nun bittet Christum all zugleich / das Er vns helff ins Himmelreich / Lobsinget seinem Namen. 12. Preyset in auch vß Hertzen grund / vnd troͤstet euch zu aller stund / Durch Je⸗ sum Christum / AMEN. Show less

Hungersnot und Kindsmord in Brabant; Unwetter in Krembs und Stein 1599
Warhafftiger vnd Eigent⸗ licher Bericht / Von dem Tyr⸗ rannischen Handel / thaten vnnd leben / So deß Koͤnigs auß Hisspannien Kriegs Volck im Niderland / vnnd Westphalen / auch auff des Reichs Grund vnd Boden / Vnmenschlich treiben vnnd uͤben / allen Frommen Teut⸗ schen zur Trewer warnung... Show more Warhafftiger vnd Eigent⸗ licher Bericht / Von dem Tyr⸗ rannischen Handel / thaten vnnd leben / So deß Koͤnigs auß Hisspannien Kriegs Volck im Niderland / vnnd Westphalen / auch auff des Reichs Grund vnd Boden / Vnmenschlich treiben vnnd uͤben / allen Frommen Teut⸗ schen zur Trewer warnung / Ge⸗ sangs weiß gestelt. Jm Thon / Wieman den Lindenschmidt singt / Gedruckt zu Dortmünd / Durch Hans Westhoff. 1599. VErmessenheit vnd vbermut / das thut fuͤrwar die leng nicht gut / hatt man allzeit vernom̄en / was man allzeit / geprophezeit / thut vns zuhanden kommen. Auffruhr vnnd widerwerdigkeit / Rauben Brennen vnd grossen streit / ist leider jetz vorhanden / der gleichen Mordt / ist nie erhort / seyt die Welt hat gestanden. So leider in der Christenheit / ist angefangen mit grossem leyd / Von den Spanniern gar verwogen / drei⸗ ben groß Schand / in Tentschenland / wolt Gott es wer erlogen. Sie machten mit Franckreich einen frid / Auff das sie kondten desto baß / den schalck bedecken gar freyen / sie ga⸗ ben fuͤr / sie wolten nur / Wider den Türcken thun ziehen. Es kamen von allen Nation / dreissig Taussent zu Felde schõ / Span nier Teutschen vnd Wallonen / viel Feldgeschütz / fuͤhrens zu trutz / Vnnd auch Monitionen. Frantziscus Mandora jr Feld Herr / vom Koͤnig auß Hispannien her / ein wuͤterich vber die massen / dem Teut⸗ schen blut / ist er nicht gut / seim Volck all muthwill thut lassen. Jn Gülcher land zogens gleich / ins Hertzogthumb Clef im Roͤmischen reich / der Graff zu Falckenstein from⸗ men / haben sein Hauß / geplünder auß / vnd allen das leben genommen. Den Edlen Graffen sie gefangen handt / Darnach erschlagen wie ein hundt / dieweil er ein Teutscher ware / habens behend / sein Leib verbrent / vom Tuͤrcken ist es nie erfahren. Das Staͤttlein Oß / vnd Berck am Rhein / die habens auch genom̄en ein / nach Geldern seind gezogen / Printz Moritz gemelt / zog auch zu Feld / dem Feind vnder die Augen. Schlecht sein Laͤger bey Schenckẽ schantz / Da hielten sie gar manchen Tantz / vnd theten kurtzweil machen / vnd schenckten fein / einander ein / das manchem vergieng das Lachen. Da die Spannier sahen schon / das Moritz nicht wolt weichen thun / sind vber Rhein gezogen / berauben zwar / die Leute gar / muthwillig vnd ver⸗ wogen. Jns Stifft Muͤnster vñ Osenbrück da treiben sie auch jre tuͤck / die Staͤtt vmbher zusammen / beschatzens sehr / mit groß gefehr / vnnd was sie ein be⸗ kommen. Machens alles preiß / nemens bald / vnnd sagen frey sie handt gewalt / zu thun alles was sie wollen / die Leuth gleich / Arm oder Reich / Zu straffen nach jhrem gefallen. Der Churfuͤrst von Coͤllen seine Staͤtt / Die thun sie auch verschonen nit / thun sie mit gewalt zertrennen / Schloͤsser gemein / Groß oder klein / thun pluͤndern vnd verbrennen. Noch kan ichs vnder lassen nicht / zu melden ein grewlich geschicht / von einem schwanger Weibe / Ein Span⸗ nier bald / nams mit gwalt / schneidts kind auß jhrem Leibe. Ein ander kind wol von eim Jahr / hat er der Mutter im Bauch fuͤrwar / mit dem Kopff darein gehalten / ins Mutters blut / ersticken thut / wer hoͤ⸗ ret jevon solcher gewalten. Summa den grewel den sie bestan / dient nicht gemelt / fuͤr jeder man / mit Frawen vnd Jungfrawen / Ja arger schier / als Wilde Thier / lassen ein je⸗ den zu schauwen. Sie Rauben / Morden in gemein / Geystlich Weltlich wie sie seyen / Klo⸗ ster stifften vñ Kirchen das heißt gar fein / Catolisch sein / ein verstendiger kans mercken. Suchen den glauben in der leuten Hauß / laͤhren Kaͤsten vnd Kisten auß / vnd die nicht han zugeben / hen⸗ ckens zuhauff / mit Fuͤssen auff / brin⸗ gen sie gar vmbs Leben. An einen runden Baum gar schon / habẽ sie drey Bauren gebundẽ an / le⸗ bendig ans Fewr gepraten / jhr Tyr⸗ ranney / vnd groß vntrew / kan man nicht recht melden graden. Wo sie Leuth bekommen auff der straß / ziehen sie auß durch neid vnnd haß / es sey man oder Weiben / schnei⸗ den sie frey / auß Tyrranney / Riemen auß jhrem Leibe. in Westphalen an vilen end / hanss die Leuth mit Eysen gebrennt / Die Solen von den Füssen / Frawen die Bruͤst / abschneiden wuͤst / das sie wol sterben müssen. Frawen Jungfrawen geschendet sehr / grewlich wider Gott vnd Ehr / es ist Grewlich zusagen / Wie sie die Leuth zu dieser zeit / Vnmenschelich sehr thun plagen. Jnn Staͤtt Flecken vnnd Doͤrffer schon / treiben sie grossen spoth vnnd hon / vnd trawen noch gleichen / Ja Saͤtt vnnd land / wollens zuschand / machen im Roͤmischen reichen. Auch ist gewisse zeitung baß / Wie Printz Moritz auff der straß / Einen Bostbott hat bekommen / viel briff zuhandt / auß Spannien gesand / hat man jhm ab genommen. Seltzam anschlaͤg find man darin / Das soll vns allen ein warnung sein / Jn gantzen Teutschen Landen / bitt Gott vmb gnad / Das er den Raht / wolt machen zu schanden. Frantzisca Mandora vor gemelt / soll sich bey zeit geben zu Feld / Guͤl⸗ lich Cleuische Staͤtt gleichen / West⸗ phalen gemein / solt nemmen ein / al⸗ les was er konnt erreichen. Mann soll keiner verschonen nicht / hie nimb ein jeder fein bericht / war⸗ auff es ist angefangen / auff Gut vnd Blut / jhr Teutschen mut / thut euch nicht saumen langen. Stelt euch trew zusammen geschwind zu erhalten Gut Weib vnd Kind / es ist ein grosse schanden / Das man sie fein / laͤßt ziehen ein / so weit in Teut⸗ schen Landen. Da suchens den Tuͤrcken wie vor bericht / Darumb jhr Teutschen fuͤr euch sicht / Vnd laßt euch nicht ver⸗ fuͤhren / halt frey zusammen / in Gottes Namen / Es hilfft kein Disputieren. Trew Oberkeit / vnd Vnderthan / thut fest bey einander stahn / Wens Nachbawrn Hauß thut Brennen / seht euch fuͤr / das raht ich dir / Das dein Hauß nicht anzünden. Es ist Leider zu vil gezündet an / der lieb GOTT woll vns beystan / im Gantzen Roͤmischen Reichen / geb gut frid / inn Landt vnnd Staͤtt / GOTt hilff vns alln geleichen. ENDE. Show less

Über Ereignisse in Mansfeld und Eisleben, 24. August 1599; Umtriebe eines Waisenkinds
Zwo warhafftige newe Zeitung. Die Erste / Welche geschehen ist in der Loͤblichen vnd alten Graff⸗ schafft Manßfeldt / am Tage Bartolo⸗ mei / 1599. zu Eißleben vnd an andern Orten in derselbigen Pflege / Vnd kuͤrtzlich in Gesangsweise gestellet. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht. Die ander... Show more Zwo warhafftige newe Zeitung. Die Erste / Welche geschehen ist in der Loͤblichen vnd alten Graff⸗ schafft Manßfeldt / am Tage Bartolo⸗ mei / 1599. zu Eißleben vnd an andern Orten in derselbigen Pflege / Vnd kuͤrtzlich in Gesangsweise gestellet. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht. Die ander newe Zeitung. Welche ist geschehen in dem Stifft Magdeburg / von einem vn⸗ gezogenem Sohn / der nach seiner Eltern Todt / sich ins Teuffels Gestalt gekleidet / vnd die Leute Naͤchtlicher Weile Geld abe zuschrecken / vnd wie es jm ergangen / Einem jedern zum Ex⸗ empel / zu lesen oder zu singen / Gesche⸗ hen den Tag Laurentij / An⸗ no 1599. Gedruckt zu Eißleben / durch Vrbanum Gaubisch. HOrt zu jhr Christen jung vnd Alt / gros Wunder wil ich singen / Von einer wunderlichen Gestalt / Mein Gott hilff mirs volbringen / o HErr steh vns huͤlfflich bey / es ist fuͤrwar kein Fan⸗ tasey / sondern warhafftig geschehen. Jetzund wil ich anfangen thun / Von dem Jammer schwere / wie es newlich er⸗ gangen ist / im Manßfeldischen Land vmb here / vmb Eißleben der beruͤmbten Berg⸗ stadt / groß Wunder sich begeben hat / da⸗ von thu ich singen. Am Bartholomeus Abendt das ge⸗ schach / hoͤrt was sich hat begeben / ein gros ses Wetter da entstund / mit Donnerbli⸗ tzen vnd Regen / mit Sturmwinden vnd brausen schon / vber der Stadt ohn vnter⸗ las / hat man damals gesehen. Ein viertel weges von der Stadt / ein Dorff da mit Namen / Wimelburg ist es genand / geschach groß Jammer vnd kla⸗ ge / Es zagten alle Menschen Kind / Sie meinten es wer vorhanden sein / der letzte Tag deß HErren. Ein gros Wetter da entstanden ist / gar vber die massen / Vom Abend biß auff den Morgen fruͤh / vmb 2. Vhr ich euch sage / darumb betracht O Menschenkind / Das jhr bereit seid / wenn Gott koͤmpt / mit sei⸗ ner grossen Straffe. Noch wil ich zeigen an / gantz schrecklich vber die masse / ein Wolcken nider gefallen ist / groß Wasser hat sich ergossen / Auch hats verwuͤstet gantz vnd gar / in Wimel⸗ burg wie ich euch sag / viel Stelle / Schew⸗ ren vnd Haͤuser. Weiter wil ich zeigen an / von dieser grossen Straffe / erstlich hats gefangen an / auff den Graben vnd Gassen / fufftze⸗ hen Haͤuser hats gerissen ein / vnd verder⸗ bet Bier vnd Wein / was in Kellern hat gelegen. Weiter wil ich zeigen an / hoͤrt zu dem grossen Wunder / Jn eine Kirchen hats geschlagen / mit Blitten vnd mit Donner / zu S. Andreas wird sie genand / Jeder⸗ man gantz wol bekand / Gottes Zorn thet man da spuͤren. Das Wasser kam mit brausen groß / gewaltig vber die massen / das Korn aus den Scheunen gefuͤhrt / hats zustrewet auff den Strassen / mit Schlam es war bedecket gar / Niemand es kund geniessen dar / Ach Gott las dichs erbarmen. Auch kan man von diesem Schaden groß / nicht genugsam sagen / viel Baͤwm in Gaͤrten gerissen aus / die Fenster aus⸗ geschlagen / Noch acht das Niemand vber all / ob Gott gleich straffet manches mal / Jn Wind thun wir das schlagen. Darum jhr lieben Christen Leut / fallet Gott dem HErrn zu Fusse / weil jhr noch lebet der Gnaden zeit / Gott rufft vns zu der Busse / das wir bereit sein / wann Gott koͤmpt / dieselbe von vnserm Leibe nimpt / all hie im Jammerthale. Gelobet sey Gott in Ewigkeit / dem Vater aller guͤte / der vns in aller Gefehr⸗ ligkeit / Allezeit kan behuͤten / Denselben wolln wir ruffen an / durch Jesum Chri⸗ stum seinen Sohn / Singen wir froͤlich / Amen. Die andere newe Zeitung. HOrt zu ein seltzam ebẽthewr / die sich hat zugetragen heur / in eim Staͤd⸗ lein merckt eben / Groͤbnitz ist es ge⸗ nand / im Stifft Magdeburg wol bekand / hoͤrt was sich hat begeben. Zwey alte Eheleut darinnen sind / hatten gar ein vngezogenes Kind / sie liessen jhm allen Muth⸗ willen / war gar verruckt / in aller Vnzucht / mit Fres⸗ sen / Sauffen vnd Spielen. So bald die zwey Alten gestorben sind / da ver⸗ gieng jhm solches gar geschwind / kunds nicht mehr recht verwalten / er bedacht sich sehr / offt hin vnd her / wie er sich moͤcht verhalten. Auff das er Gelt zu wegen brecht / Bald sich auffs Schneider Handwerck legt / Er lernts vnd brachts zu wegen / sein Kunst jhm schwang / die we⸗ ret nicht lang / hoͤrt weiter an zugegen. Wie bald er jhm auch hat erdicht / vnd jhm ein seltzams kleid zugericht / von Farben mancherleyẽ / in Teuffels gestalt / macht ers jhm bald / diß thet jn hoch erfrewen. Auff ein Nacht hat ers zogen an / zwey Bocks⸗ hoͤrner theten oben drauff stahn / in ein Hauß hat er sich verschlossen / ein Mann drinn war / alt achtzig Jahr / den hat er angelauffen. Derselbig Mann / wie ich jetzt meldt / der war sehr reich an Gut vnd Gelt / wohnt nur allein im Hause / diß wust der Schalck / vnd macht sich bald / Mitternacht zu jhm ins Hause. Er tratt dißmal im Monde schein / dem alten Mann fuͤrs Bette sein / mit brummen oder grossen rumoren / sprach alter Mann / hoͤr du mich an / dein Leben hastu verlohren. Du sichst das ich der Teuffel bin / wol auff mit mir du must von hin / ich kom jetzt auß der Hel⸗ len / kom her mit mir / wir wollen von hier / du must sein mein Geselle. Du hast dein Tag viel vnrecht than / da erschrack gar hart der alte Mann / er thet sich hefftig klagen / O trewer Gott / hilff mir aus Noth / las mich doch nicht verzagen. Nim meine Seel in deine Haͤnd / da sprach zu jhm der Teuffel geschwind / hoͤr mein Gesell / merck mich eben / alls was du hast / du bist mein Gast / das mustu mir alles geben. So du nicht mit in die Hell wilt nein / so zeig mir bald das Gelde dein / das du mit vnrecht hast ge⸗ wonnen / gar gutwillig / der alte Man sich / dißmal nicht lange hat besunnen. Der gab dem Teuffel Geldes viel / das war ein seltzams Affenspiel / Zum Hauß thet sich naus ma⸗ chen / Der Schneider bald / ins Teuffels gestalt / er must der Schalckheit lachen. Er lebet ein lange Zeit im sauß / vnd hett darob gar kein grauß / hielt sich stett zu guten Gesellen / Thet Tag vnd Nacht / mit aller Macht / nur Fres⸗ sen / Sauffen vnd Spielen. Als er das Geld schier hett verthan / da greiff er einen Fuhrman an / wol jn derselben Sachen / der Fuhrman ruͤstet sich ohn klag / Morgens fruͤh an dem hellen Tag / der Schimpff der thet sich ma⸗ chen. Er wolt fahren ins Franckenland / ein Fudder Wein auffladen zuhand / der Schalck thet jm auch fuͤrwarten / auff freyer Straß / zu gleicher maß / Wol an derselben fahrte. Der Fuhrman kam her gefahren zu hand / Jns Teuffels gestalt wird er angerandt / der Teuffel thet auff jhn dringen / im freyen Feld / deß Fuhrmans Gelt / vermeint er davon zu bringen. Sprach du hast dein Tag viel vnrecht gethan / den guten Wein aus den Fessern gelahn / viel Was⸗ ser darein gegossen / Du must von hier / jetzt gehen mit mir / das mir ist zugelassen Jch fuͤhr dich in die Helle bald / vom Teuffel hab ich allen Gewalt / dein Geld mustu mir geben / wilt es nicht thun / hoͤr du mich recht an / So kosts dich Leib / Seel vnd Leben. Der Fuhrman sprach mit verzagtem Muth / auff dem Wagen ligt mein Geld vnd Gut / in einem Faß gar leere / das nim nur hin / vnd las mich gehn / das ich mein Straß moͤg fahren. Dem Teuffel die Red wolgefellt / sprang auff den Wagen vnd sucht das Geldt / Er kund es nicht bald finden / Der Fuhrman dacht den Sachen nach / thet sich sich nicht lang besinnen. Der Fuhrman dacht in seinem Sinn / das wird kein rechter Teuffel sein / Hart ich wil dirs wol ma⸗ chen / Er nam behend / sein hawen in die Hand / vnd schickt sich zu den Sachen. Er lieff gar bald den Teuffel an / vnd sprach / mein Gelt mustu mir lahn / ein Steich thet er jhm leben / mit der Hawen geschwind / schlug den Teu⸗ fel an Grind / vnd bracht jhn vmb sein Leben. Da er den Teuffel erschlagen hat / da fuhr der Fuhrman in die Stadt / den Leuten thet ers sagen / wies jhm auff der Straß / ergangen was / den Teu⸗ fel hab er erschlagen. Die Leut die lieffen aus der Stadt / zu sehen ein solche Wunderthat / die Warheit thu ich sagen / E⸗ kennt jhn schon / Frawen vnd Mann / sagten / es wer jhm recht geschehen. Das Teuffels Kleid zog man jhm aus / vnd trug jhn bald auff das Rahthauß / das Vrthel ward ge⸗ sprochen / vntern Galgen zwar / er begraben ward / So bleibt nichts vngerochen. Man schenckt dem Fuhrman der war fro / zwen⸗ zig Guͤlden auch noch darzu / das er dem Teuffel das Leben / genommen hett / da an der stett / hoͤret vnd mercket eben. Ein jeder hab auff sich gut acht / seiner Seelen Heil gantz wol betracht / voraus jhr jungen Kna⸗ ben / haltet leuch schlchet / fromb vnd gerecht / Gott wird euch wo bewaren. Das jhr nicht kompt in Schand vnd Spott / denn Gott nie kein verlassen hat / Welcher fromb ist gewesen / vnd wer jhn hat / beyd Fruͤh vnd Spat / Angebet / ist ge⸗ nesen. Show less

Schlacht von Schellenberg 1599; Trostlied Wider den Türken Gott um Gnade anzurufen
Warhafftige Newe Zeitung / Vonn dem Für⸗ sten auß der Walachey / wie er dem Tuͤrcken Fuͤnff Staͤtt hatt eingenom̄en / vnd ein grosse anzahl Doͤrf⸗ fer Weiher vnd Mülen verherget / vnd gantz und gar verbrendt / ein grosse anzahl Tuͤr⸗ cken erschlagen / vnnd ein grosse maͤnnig Christen ledig... Show more Warhafftige Newe Zeitung / Vonn dem Für⸗ sten auß der Walachey / wie er dem Tuͤrcken Fuͤnff Staͤtt hatt eingenom̄en / vnd ein grosse anzahl Doͤrf⸗ fer Weiher vnd Mülen verherget / vnd gantz und gar verbrendt / ein grosse anzahl Tuͤr⸗ cken erschlagen / vnnd ein grosse maͤnnig Christen ledig gemacht / vnnd in sein Landt mit jm gefuͤhrt / Jn ein Gesang gestelt / ins Stuͤrtzenbechers Thon. Das ander / Ein Trost⸗ lied wider den Tuͤrcken Gott vmb Genad anzuruffen. Gedruckt zu Neuß / bey Andreas Reinhenckel / Jm Jahr / 1599. HOert zu jhr Christen Jung vnd Alt / was ich euch will anzeigen balt / so newlich ist geschehen / mit dem Fürsten auß der Wa⸗ lachey / thu ich mit warheit jehen. Der Türck der hatt baldt auß gesandt / zween Bassa inn des Fürsten Landt / inn die Walachey merckt eben / das sies jhm sollen nem̄en ein / vnd gantz vnnd gar verhergen. Ein Newe Brucken der Fürst geschlagen hat / inn seim Landt vber die Dona starck / daruͤber wolt er ziehen / die zween Bassa jn verwartet han / vermeinten den Fürsten da zu krigen. Der Fürst des gute Kundtschafft hat / Er thet sich Ruͤsten gewaltig starck / thet den Türcken ent⸗ gegen kommen / Ehe er da vber die ruͤcken kam / die Türcken hat er baldt vernommen. Der eine Bassa ich euch sag / Derselbig auß Silistria war / der ander auß Beconenst darneben / der Fürst thet sie baldt greiffen an / Es kost man⸗ chem Türcken sein Leben. Er ließ nicht nach der from̄e Fuͤrst / sein Kriegs Volck er gar dapffer Troͤst / sie sollen nicht nach las⸗ sen / sein Leben woll er bey jhn lahn / sie theten die Tuͤrcken vast all erschlagen. Als nuhn der Scharmützel ein Ende nam / die Türckẽ erschlagen allesam / wz da nit war entrun⸗ nen / Der Fuͤrst zog dem Türcken ins Landt hien⸗ nein / auff die Statt Nicopoli thet erkommen. Da er nun auff dem wege war / vnd wolt auff Nicopoli ziehen dar / vil Türcken sie vernamen / bey 13. Taussent jr gewesen sein / zween Bassa darunder waren. Deßgleichen auch zwoͤlff Begen gut / Der Fuͤrst griffs an mit frewem muth / Die Schlacht thet sich anfangen / sie weret vast den gantzen tag / den Tuͤrcken ward gar bange. Gott gab dem Fürsten vnnd seinem Volck ge⸗ nad / den Seig sie wider erhalten han / viel Tür⸗ cken kamen vmbs Leben / zween Bassa sie gefan⸗ gen han / vier Begen auch darneben. Die andern Türcken von stund an / die flucht sie da genommen han / die andern begen auch gar eben / Der Fuͤrst mit seinem Volck gar baldt / Hat sich auff die Stau Nicopoli begeben. Die Statt sie baldt belegert han / vnd greiffen sie gar dapffer an / Sturm liessen sie auch lauffen / an dreyen Orten ich euch sag / die Mauren lagen baldt zuhauffen. Wie das Volck nun in der Statt dz sach / Das die Christen nicht wolten lassen nach / Die Statt theten sie auffgeben / vnd theten bitten vm̄ genad / man solt jhn schencken jhr Leben. Aber es wolt nicht helffen mehr / alles was sich thet stellen zu der Wehr / man hiebs alles zu grun⸗ de / die Statt war von 6000. Heussern groß / doch ward sie bald gewunnen. Groß Gut bekamene in der Statt / baldt man sie auß geblündert hat / in Brandt thet man sie ste⸗ cken / thetens verhergen gantz vnd gar / auff Bott⸗ na theten sie rucken. Als sie kamen bey die Statt Botna / sie theten sie auch balt Greiffen an / vnd fiengen an zu Schies⸗ sen / die Tuͤrcken haben die Statt baldt auff / Sie meinten sie woltens geniessen. Als die Statt nun auch gewunnen war / mann blündert sie auß gantz vnd gar / viel Türcken wa⸗ ren noch darinnen / an drey orthen thet mans zün⸗ den an / viel Tuͤrcken musten mit verbrinnen. Der Fuͤrst der thet nicht lassen ab / wz er weiter andreffen that / das thet er alles einnemmen / Bleso mit Vrarat vnd Orsan / Die musten sich auch auff geben. Ein grossen Anzal Doͤrffer er verbrennet hatt / Weiller vnd Muͤlen an der Statt / Jn derselbigen Grentz herummer / was sich da hat zur wehr ge⸗ stelt / Hieb man alles zu grunde. Was aber von Christlichem blut / deßgleichen auch Bulgaren gut / Daselbst rumb wardt gefun⸗ den / Das thet der Fürst mit jhm fuͤhren hin weg / hoͤrt weiter zu der stunden. Vber 16000. Jung vnnd Alt / der Fuͤrst mit jhm weg fuͤhret baldt / Dem Tuͤrcken auß dem Lande / welches waren Eytel Christen gut / Dem lieben Gott theten sie dancken. Das er sie wider erloͤset hat / dem Tuͤrcken ent⸗ fuͤhret mit gewalt / Jnn seim Landt thet er jhn ein geben / Das sie jhr Nahrung allesam / haben die Zeit jhrs Leben. Der Fürst ist auff den Tuͤrcken ergrimmet hart / Ernstlich er jm fuͤrgenommen hat / weiter schaden zu zufuͤgen / Wo er jm nur bey kom̄en kan / Gott verley jhm gnad vnd segen. Einen Dartrarischen Begen sie auch gefangen han / vnd auch dem Türcken ein Freundt gar nach / viel Ros vnnd Fahnen darneben / Das thut den Türcken verdriessen hart / das man jhm das Land so thut einnehmen. Die gefangnen Türcken das ist war / haben bekennt auff dieses mahl / wieder Tuͤrck sey erbit⸗ tert / wer den grossen schaden ich sag / So er vor grossen Waradien hat erlitten. Ein vnnd zwantzig Stürm der Tuͤrckisch hundt / Vor grossen Waradien hatt angerant / an drey orten ich sage / Die Christen haben sich dapfter gewehrt / 13000. Tuͤrcken haben sie er⸗ schlagen. Als nun hat gesehen der Türckisch hauff / das sich die Christen nicht wolten geben auff / Sein sie daruon gezogen / Groß schaden er da erlitten hat / Gott sollen wir thun Loben. Darumb jr Christen jung vnd Alt / dem Her⸗ ren in die Rutten falt / vnnd preiset seinen Namen / das er vns hilff vnd beystandt thut / durch Jhe⸗ sum Christum Amen. Ein schoͤn Gebett / Jm vorgehenden Thon. VErstoß vns nicht O lieber Gott / von dir in deinem Zorn: Denn wir jetz sind inn grosser Noth / vnnd gebens schier verloren. Herr Gott wo du nicht Retter bist / So wirdt der Feindt mit Gwalt vnd List / vns gantz vnd gar verschlingen. Die Heyden in dein Erb allhie / gefallen sind mit hauffen: Dein heiligen Tempel haben sie / verwuͤst / sind vmb gelauffen / An alle Endt / an alle Ort / die reine Lehr / dein Goͤttlich Wort / mit Gwalt zu vndertrücken. Ein Steinhauff auß der heiligen Statt / Je⸗ rusalem ist worden: Mann sicht daselbst ohn alle Gnad / ein vnerhoͤrtes Morden. Sie haben wi⸗ der alles Recht / Die Leichnam deiner armen Knecht / den Voͤgeln lassen geben. Der Heilgen Fleisch auch für vnnd fuͤr / zur Speiß ohn all erbarmen: Geworffen leyder für die Thier / deß Lands / O weh vns Armen. Als Wasser man da Blut vergeust / das es mit hauffen vmbher fleust / kein Mensch will sie begraben. Zu dieser zeit wir worden sein / den Nachbarn ein groß Schmache: Mann Spottet vnser in ge⸗ mein / verlacht zu gleich die Sache. Drumb wir so werden hingericht / wie menniglich für Augen sicht / vnschuldiglich erwürget. O Herr wie lang soll doch dein Zorn / waͤren zu diesen Stunden: Jst vnser ruffen dann verlo⸗ ren / die Hülffe gar verschwunden / Ach Gott kom̄ vns in eyl zu steuhr / laß ja nicht lenger wie Fewr / dein Eyffer Grausam brennen. Dein Grim̄ außschüt / bald vnd behendt / auff Koͤnigreich vnnd Heyden: Die vns betrübn an allem Endt / vnd von dir sein gescheiden / die dich verachten / kennen nicht / vnd eytel Goͤtzen han er⸗ dicht / die sie für Goͤtter ehren. Sie haben gefressen gantz vnd gar / Jacob dein eygen Erbe: Jr Schwerdt verderbet hat fuͤrwar / das Land vnnd sein Gewerbe. Die Heuser gar verwüstet sein / zum Raub allsampt genommen ein / Es moͤcht ein Stein erbarmen. Gedenck nicht voriger Missethat / Erbarm dich vnser balde: vnd sie wie dünn ist vnser Rath / Sein Volck auß Gnad erhalte. Hilff vnser helf⸗ fer Gott vnnd HERr / Erlaß vns vnser Suͤnden schwer / zu deines Namens Ehre. Jn jhrem Spott / wo ist jhr Gott: Der Hey⸗ den Schar thut sprechen: Schick es einmahl / das diese Rott / spuͤr wie du pflegst zu rechen / erwuͤrg⸗ re Leuth / der Christen Blut / bring jn zu hauß den Vbermuth / er weiß an jhn dein Stercke. Laß fuͤr dich kommen das geschrey / dz klagen der Gefangen: Auß Gnaden jhn Barmhertzig sey / vnd still jhr verlangen. Dein Arm O HErr / der starck vnd groß / erhalt in schutz / die nackt vnd bloß / in Todtes pein gefallen. Den Nachbarn siebenfeltig zahl / Jhr Leste⸗ rung / Hohn vnd Schmache: Weil sie voll trutzes vberall / geschmecht haben dein Sache / dich selbs auch / O getrewer Gott / darumb du jhn den gros⸗ sen Spott / vergelt jhn jhren Bosen. Wir aber HERR dein Heufflein klein / auff dein Wort zu dir tretten: dich ruffen an im Glau⸗ ben rein / denn du kanst vns erretten / vnnd wilt vns helffen auß der Noth / beid hie vnd dort / vnnd auß dem Todt / zu allen Gottes Freuden. Drumb wir zu deinem Dienst bereyt / dein Lob vnd Ruhm zu mehren: Dein Guͤte / Gnad vnd Miltigkeit / sollen noch von vns hoͤrẽ / geprei⸗ set vnd geruͤhmet sein / mit staͤtem Danck / durch groß vnd klein / all vnser Kin⸗ des Kinder / Amen. Show less

Ballade vom Tannhauser
Ein newes Lied Von dem Edlen Ritter Danhauser. ¶ Getruckt zu Augspurg / durch Valentin Schoͤnigk. ABer will ichs heben an / von dem Danhauser zusingen: Vñ was er wunders hat gethan / mit seiner Fraw Venusinne. Danhauser war ein Ritter guͤt / wann er wolt wunder schawen: Er wolt hin zu... Show more Ein newes Lied Von dem Edlen Ritter Danhauser. ¶ Getruckt zu Augspurg / durch Valentin Schoͤnigk. ABer will ichs heben an / von dem Danhauser zusingen: Vñ was er wunders hat gethan / mit seiner Fraw Venusinne. Danhauser war ein Ritter guͤt / wann er wolt wunder schawen: Er wolt hin zu Fraw Venus Berg / zu andern schoͤnen Frawen. Herr Danhauser jr seyd mir lieb / daran solt jr gedencken: Jr habt mir einen Eyd geschworn / jr woͤllet von mir nicht wencken. Fraw Venus das enthab ich nit / ich wil es wider sprechen: Vnd redt das nyemandt mehr dann jr / Gott helff mirs an jm rechen. Herr Danhauser wie redt jr also jhr solt bey mir beleyben: Wann ich will euch mein Gspile geben / zu ei⸗ nem staͤten Weybe. Vnnd nemb ich nun ein enders Weyb / noch hab ich in meim finne: So muͤst ich in der hellen gluͤt / auch ewigklich verbrennen. Jhr sagt mir vil von der Hellen gluͤt / vnnd jhr habts nye befunden: Gedenckt an meinen rodten mund / der lacht zu allen stunden. Was hilfft mich dann ewr roder Mundt / der ist mir gantz vnmehre: Nun gebt mir vrlaub mein Fraͤwlin zart / durch aller Frawen ehre. Herr Danhauser wolt jr vrlaub han / ich will euch keine geben: Nun bleybet Edler Danhauser / vnd fri⸗ stet ewer leben. Mein leben dz ist worden kranck / ich mag nicht lenger bleyben: Nun gebt mir vrlaub Fraͤwlein zart / von ewrem stoltzen leybe. Herr Danhauser redt nit also / jr seyd nit wol bey sinne: So gehn wir in ein Kaͤmmerlein / vnnd spilen der Edlen wunne. Gebraucht ich nun ein frembdes Weyb / ich hab inn meinem finne: Fraw Venus Edle Frawe zart / jhr seyd ein Teüffelinne. Herr Dannhauser wie redt jhr nun / das jhr mich begundt zuschel⸗ ten: Solt jr lenger hie innen sein / jr muͦst sein offt entgelten. Fraw Venus vnnd das will ich nicht / ich mag nicht lenger bleyben: Maria Muͤtter reyne Magdt / nun hilff mir von dem Weybe. Danhauser jhr solt vrlaub han / mein lob das solt jr preysen: Wo jhr nun in dem Landt vmbfaren / nembt vrlaub von dem Greysen. Da schied er wider auß dem Berg / mit jammer vnd mit rewen: Jch will gehn Rom wol in die waͤr⸗ de Statt / auff eines Bapstes treü⸗ wen. Nun far ich froͤlich auff die bahn Gott muͤß sein immer walten? Zu einem Bapst der haist Vrban / ob er mich moͤcht behalten. Ach Bapst vil lieber Herre mein / ich klag euch meine sünde: Die ich mein tag begangen hab / als ich euch will verkünden. Jch bin gewesen auch ein Jar / bey Venus einer Frawen: So wolt ich Beicht vnd Buͤß empfahen / ob ich Gott moͤcht anschawen. Er het ein Stab in seiner Hand / vnnd der was aller duͤrre: Als we⸗ nig der da gruͤhnen mag / so wenig kompst zu Gottes hulden. Vnd solt ich leben nur ein Jar / ein Jar auff diser Erden: So wolt ich Beicht vnd Buͤß empfangen / vñ Gottes huld erwerben. Da zog er wider auß der Statt / in jammer vnnd in leyde: Maria Muͤtter reyne Magt / muͤß ich mich von dir scheyden. Da zog er wider inn den Berg / vnd ewigklich ohn ende: Jch will zu Venus der Frawen zart / wo mich Gott hin will senden. Seyd Gott willkum̄ Herr Dan⸗ hauser / ich hab ewer lang emporen: Seyd willkum̄ Herr Danhauser / zu einem Buͤhlen außerkoren. Das wert biß an den dritten tag / der Stab hub an zu gruͤhnen: Der Bapst schickt auß in alle Landt / wo der Danhauser wer hinkommen. Da war er wider in dem Berg / vnd hett sein Lieb außerkoren: Da muͤst er fuͤr den Bapst Vrban / auch Ewig sein verloren. ENDE. Show less

Von einem Schwindler, der einen alten Esel für Wildbret ausgibt, Bürgel bei Jena; Von zwei jungen Gesellen
Zwo warhafftige Geschichte / Die Erste: Jst geschehen in einem Stet⸗ lein / zwo Meilen hinder Jhena (Buͤrgel ge⸗ nandt) Wie ein Vornemer Mann die Kindtauff hat begehen wollen / seine Geste stattlich zu tracktie⸗ ren mit Wiltpraͤt / entlich einem Edelman geschrie⸗ gen (nicht weit darvon)... Show more Zwo warhafftige Geschichte / Die Erste: Jst geschehen in einem Stet⸗ lein / zwo Meilen hinder Jhena (Buͤrgel ge⸗ nandt) Wie ein Vornemer Mann die Kindtauff hat begehen wollen / seine Geste stattlich zu tracktie⸗ ren mit Wiltpraͤt / entlich einem Edelman geschrie⸗ gen (nicht weit darvon) welcher einen alten Esel hat schlachten lassen / vnd denen zu Buͤrge fuͤr Hirschen Wiltpraͤt verkauffet. Die ander: Von zweyen Jungen Gesellen wel⸗ che Bruͤder gewesen sind / wie sie ein stattlich Gut vmbgebracht vnd verthan haben / mit Bulen vnd Freyen / haben doch keine bekommen koͤnnen / haben manchen ehr⸗ lichen Gesellen veracht / sie wissen aber nicht / was man von jnen hat gemacht. S nd beyde Lider in deß Nachbar [...] Th[...] Sind beyde Histo[...] Das erste Liedt. WAS woͤllen wir aber singen / Was woͤllen wir heben ahn / Von wunderlichen Dingen / Die sich zugetragen han / Jn Buͤrgel wolt einer lassen taͤuffen / Vnd haben ein guten Muht / Hirschwilpraͤt wolt er kauffen / Koͤnts jhm nur werden so gut. Der eine thaͤt bald sprechen: Jch weiß gut Rhat darzu / Rutscheln woͤlln wir schreiben / Soll schiessen ein wilde Kuhe / Rutschel bekam ein Botten / Jn gar geschwinder eyl / Die von Buͤrgel hetten gern ein Braten / Von einer Hirschen Keul. Ruͤtschel thaͤt sich nicht seumen / Er gieng in gruͤnen Waldt / Der Gaͤnßmuͤller thaͤt hin durch treiben / Mit eim Esel / der war alt / Was wilt du fuͤr den Esel haben / Der so schaͤbicht thut seyn? Zwoͤlff Groschen wil ich dir geben / Vmb viertzehenthalben wurden sie eint. Er fuͤhrt den Esel mit sich heime / Zu wuͤrgen ließ er jhn fein / Er gedacht in seinem Sinne / Nach Buͤrgel mit hieneyn / Da wil ich die Herrn erfrewen / Die Wi[...] woͤllen han / S[...] [...]ur bezahlen / 2. [...]an. Nach Buͤrgel thaͤt er reitten / Das Wiltpraͤt bracht er neyn / Er thaͤt die Herren bitten / Sie wolten sein Verrhaͤter nicht seyn / Das Thier haͤt er geschossen / Bey Nacht / bey Monats Scheyn / Sie thaͤten sich drumb reissen / Ein jeder der erste wolt seyn. Den Taxt sie selber machten / Neun Pfenning fuͤr ein Pfundt / Er thaͤt deß heimlich lachen / Sprach: esst es mit gesundt / Nembt hin jhr Herren Weyse / Denn ichs euch gerne guͤnd / Mit Essig muͤst jrs beissen / Es war ein alte Hind. Friedericus heist der Alte / Das war ein feiner Mann / Vier Pfundt thaͤt er behalten / Allein zu Wiegelohn / Er sprach zu seiner Frawen: Nu richt es zu mit fleiß / Es ist fein schoͤn zu hawen / Ja / es war Esels Fleisch. Einer heist der Junge Heinicke / Der kam gelauffen geschwindt / Er thaͤt sein Gevattern peinigen / Wenn mit jhm zu handeln stuͤndt / Sagt: Barchend hab ich im Laden / Kein Geldt aber hab ich ni[...] Jhr solts kein Schade[...] Lasset mir nur ein [...] Heintz Brandt thaͤt sich vermessen / Klagt mir von Herzengrundt / Sein Weib hetts jhm gefressen / Bey einem viertels Pfundt / Sie haͤts zween Tag muͤssen kochen / Wer doch nicht worden gaar / Deß must er selbert lachen / Weils worden ist offenbar. Es thaͤt auch einer sagen: Wie zehe ists Wiltpraͤt mein / Der Hirsch viel Saͤck hat getragen / Wie blaw ist der Ruͤcken sein. Der Treiber hat jhn geschlagen / Wol uͤber die Lenden sehr / Jhr Herren last euch sagen / Kauffet deß Wilpraͤts mehr. Eins moͤcht ich gerne hoͤren / Bericht michs doch mit fleiß / Was haͤt der Hirsch fuͤr Ohren / Waren sie graw oder weiß / Jch acht / sie seyn gewesen / Graw / darzu ziemlich lang / JA / der Hirsch kundt lesen / Das war auch sein Gesang. Rutschel haͤt zu Gewinne / Als nemblich fuͤnff Floren / Er gdacht in seinem Sinne: Hett ich der Hirschen mehr / Jch wolt sie wol verkauffen / Denn es wer eben recht / [...] noch vergessen / [...] [...]iger Recht. Das ander Liedt. MVtter / Jch habe einen Freyer / Vnd der ist auß der Stadt / Jch hoff / ich wil jhn kriegen / Er hat mirs zugesagt / Er hat zwey hundert Guͤlden / Vnd das ist gar gewiß / Drey hundert ist er schuͤldig / Jch weiß wol wer der ist. Er treget eine sambte Scheide / Die ist er schuͤldig noch / Seine Bruͤder beyde / Die haben die gantze Woch / Gesoffen bey Zacharias Fyries / Wol eytel Keutterling / Sie musten wol entlauffen / Die losen kaalen Fincken. Sie thun sich stattlich kleyden / Vnd haben einen guten Muht / Sie seind nicht vnbescheyden / Sie haben verkaufft das Gut / Die Pfannen auch darneben. Vnd in der Stadt das Hauß / Erben haben sie verlassen / Vnd moͤgen nun gehen zum Strauß. Er hat eine kaale Glitze / Darzu den boͤsen Grindt / Er ist zu gar nichts nuͤtze / Ein vngeschlachtes Rindt / Er hat gerhade Fuͤsse / Wie der Weg n[...] [...] Darumb ma[...] [...] Ein [...] Er hatt auch woͤllen haben / Eine Wittwen in der Galgenstraß / Sie hat jhn lassen traben / Jst abgezogen naß / Gleich wie das nasse Wetter / Wenn es wol regnen thut / Ey gnediger lieber Vatter / Wie hab ichs versehen doch. Auffs Lob Bier hat er bestellet / Fleisch bey einem Metziger / Darneben außgezahlet / Vier gantze Dicke Thaler / Vor vier Martzepane / So er hat lassen richten zu / Wann jhm die Wittwe schone Wuͤrde gefuͤhret zu. Das jhme nun mißlungen / Vnd nicht gegangen ahn / Haͤtt sorg er wuͤrd verdrungen / Hat er drey Martzepan / Jn seine Hosen gestochen / Vnd auffgefressen gar / Den vierdten vnzerbrochen / Verehrt zum newen Jar. Er war bey einer Jungfrawen / An einem guten Orth / Die thaͤt er stets anschawen / Er gab jhr freundtlich Wort / Wie jener H[...]ock pfleget / Verschlossen war die Thuͤr / Da kam er vngebeten / Vor Bruͤssebartz Refier / Vnd sprach / Hans lieber Bruder / Gott straff mich wie in Himel / Straff mich Gott / Hans mein Bruder / Gott mich wie in Himel. Nach diesen ebener massen / Wolt er ein Jungfrewlein / Jn der klein Vlrichs Strassen / Schliessen in sein Ermelein / Da ist er auch außgangen / Darumb jhm die Lippen / Biß auff die Knoͤpff thun hangen / Fuͤr grosser Schmertz vnd Pein. Sein Bruder hat auch wolt freyen / Zu Mersseburk in der Stadt / Er hat sie nicht koͤnnen kriegen / Die er begeret hat / Er pranget sehr vor allen / Thaͤts eim jedern zuvor / Noch must er hindurch fallen / Jhn halffe nichts darfuͤr. Dieser kan auch wol spielen / Er hat vertauscht sein Pferdt / Darfuͤr gekriegt ein Schielen / War nicht viel besonders werth / Deß ist er auch loß worden / Nicht nach Roßteuschers Art / Sondern er hat den Gorren / Verspielt wol mit der [...] Er hat loß w[...] [...] Von wegen boͤser Sitten / Sich des Himmels Trew / Es ist jhm nicht angangen / Hat muͤssen ziehen ab / Was wirdt er nun anfangen / Weil er ist worden Schabab. Drumb hat er lassen machen / Ein Tauwerbinden lang / Die jhm biß auff die Hacken / Stattlich hienuntern hangt / Vber das Wammest zwo Binden / Gleich wie die Edel Leuth / Mit Thuch thut sich befinden / Seine West bedecket heut. Nu wirdt er vieleicht haben / Der Sachssen Toͤchterlein / Woß jhm nicht wirdt verderben / Ein ander Knaͤbelein / Der auch darumb thut Bulen / Mit allem hoͤchstem fleiß / Sie werdens ein mal fuͤhlen / Daß jhn außbricht der Schweiß / Das Liedt sey euch gesungen / Von diesen Bruͤdern zwey / Denn es jhn nicht gelungen / Nach [...]n wuͤnschen frey / Jhr andern lernets besser / Vnd greiffets kluͤger ahn / Der liebe starcke Foͤßler / Be[...]euget manchen Mann. Ende. Gedruckt [...] [...]ckfurdt / Bey Hans Jar. Show less

Schlacht von Nieuwpoort, 2. Juli 1600
Beschreibung / Der Herrlichẽ Veldtschlacht vnnd grossem erlangtem Sieg / durch die Ex⸗ cellents Mauritij deß Printzen von Nassaw / mit dem gehabten Laͤger von den Herren Staaden / der vereinig ten Niderlaͤndischen Pro uincien. Gegen Deß Ertzhertzogen Alberti von Oesterreichs Laͤger / bey... Show more Beschreibung / Der Herrlichẽ Veldtschlacht vnnd grossem erlangtem Sieg / durch die Ex⸗ cellents Mauritij deß Printzen von Nassaw / mit dem gehabten Laͤger von den Herren Staaden / der vereinig ten Niderlaͤndischen Pro uincien. Gegen Deß Ertzhertzogen Alberti von Oesterreichs Laͤger / bey welchem Er vñ etliche Spannische Haͤupter selbsten Persoͤnlich gewesen / welche Schlacht ge⸗ schehen den 2. Julij deß 1600. Jahrs / in Flandern zwischen Ostenden vnnd Newport bey Wil⸗ ckenskirchen. Jn Gesangsweiß gestelt / Jm Thon / Wie man den Lindenschmidt sing rc. Getruckt zu Coͤlln / bey Willhelm Luͤtzenkirch Anno 1600. NVn hoͤret zu jhr Christenleuth / was sich jetzundt in kurtzer zeit / Neuwlich hat zugetragen / Jn Flandern zu handt / mit dem Span⸗ ger bekandt / Auch Printz Mauritzen thu ich sagen. Printz Mauritz kamen Newe mehr / wie daß die Spanger ankom̄en weren / bey Oltenburg merckt mich ebẽ / gar we⸗ nigs die Spanger genossen han / Es kostet manchem sein Leben. An diesem ort wie ich euch sag / das Schottlaͤndlich Regiment ist gelegen dar / der Schantzen theten die Span⸗ ger begeren / daß mans in woͤlle geben auff / man woͤll jhr fristen jhn Leben. Darauff man jhn die Schantz auff⸗ gab / bey den Spangern war gar kein Gnad / das Kriegßvolck das must ster⸗ ben / Bey 800. ich sagen thu / theten gar jaͤmmerlich verderben. Als dem Printzen die Bottschafft kam / wie man mit dem Volck vmb⸗ gangen war / dz thet jn sehr verdrießen / Er thet ruͤsten 3000. Man / die Span⸗ ger thetens nicht genießen. 3000. Man gar schnell vnd baldt / hat Printz Mauritz nach der Schan⸗ tzen gesant / ob mans wider ein moͤcht bekom̄en / Sie wehrten sich sehr / das Spanisch Heer / Es bracht jhn doch wenig Frommen. Dem Printzẽ kam gar schnelle post / wie daß die Spanger zu Fuß vnd Roß / 12000. starck theten kommen / Printz Mauritz sich nicht lang bedacht / man hat jhn bald vernommen. Der Printz het einen schnellen rath / wie er sein Volck ohn allen schad / wol durch das Meer moͤcht bringen / Ein Hafen an der seiten war / der Fuͤrst wuͤrt es bald innen. Also der kuhne Fuͤrst so werth / zum fuͤnfften mal mit seinen Pferdt / durchs Wasser selbsts thet reithen / Sein Kriegßvolck folget jhm gar willig / durchs Wasser zum halben Leibe. Der Fuͤrst zog an dem Meer fort an / auff den Sontag fruͤh den Feind ver⸗ nam / vmb sieben vhren merckt eben / Etliche hundert Kriegßleuth / der Printz schickets vor jhm here. Etlich Spanger auff der streiffe wa⸗ ren / deß Printzen Vorbotten das ver⸗ namen / da rendten sie mit verlangen / sie schlugen die Spanger in die Flucht ein Rittermeister namen sie gefangen. Der Rittermeister dem Printzen zeigt an / wie starck die Spanger weren vor der hand / Schlachtordnung thet man machen / Auff die Spanger thet mann ziehen zu / die Spanger thetens nicht lachen. Die Seelaͤndischen Kriegßleut gar behend / Graff Ernesten Regiment / kam auch gerent / die Engelischen dar⸗ neben / die Schweitzerische wolten auch nit die letzten / die Frantzosen gar eben. Als nun der Vorzug den Feind griff an / der Vorzug zu ruͤcke getrieben wardt / das hat den Printzen verdros⸗ sen / erst fieng sich an ein grosser streit / zu Fuß / vnd auch zu Rosse. Printz Mauritz ritt vnder seinem Volck hin vnd her / Er thet sie troͤsten gewaltig sehr / sie solten dapffer drein schlahen / Er woͤll selber sein Leib vnnd Gutt auff diesen Tag dran wagen. Es wirt auch der liebe getrewe Gott vns helffen auß solcher grossen Noth / den Feind helffen vberwinden / Wie solches dann bald geschehen ist / die Spanger sinds worden jnnen Doch trieben sie zum andern mal / dem Printzen sein Volck zu ruck dar / das thet jhn sehr verdriessen / Er thett sich ruͤsten bald widerumb / Er sprach die Spanger sollens nicht geniessen. Er ruͤstet einen Rittmeister gut / mit 300. Pferden zum Hinderhut / die Spanger auff der Seiten anzugreiffen Die Spanger wehrten sich gar grau⸗ sam sehr / deß Printzen Volck mußt wi⸗ derweichen. Der Printz ruͤstet sich zum andern⸗ mal / Sein Carpyener in seine Hand nam / Seim Kriegßvolck thet er zuspre⸗ chen / das ein jeder Leib vnd Leben gut / gar Ritterlich solle verfechten. Es erhub sich da eingrosse Klag / die Spanger die Schlacht verlohren han / bey 5000. todt geblieben / Die andern musten geben die Flucht / man hett sie sonst auch auffgerieben. Doch kam dem Printzen auch viel Volcks vmb / Bey 13. hundert in der Sum / die jhm auch Todt sein blieben / Also hat der Printz auff dieses mal / die Spanger gar vertrieben. Der Cardinal auch selbst mit ritt / vnd ander Herren auch darmit: Et⸗ lich hat man gefangen / Die Schlacht 2. stund gewehret hat / den Spangern macht man bange. Der Admirant zur selben stundt / ward auch gefangen vom Printzischn Volck / Hertzog La Faiere darnebẽ / vñ ander Herren noch viel mehr / hat es gekostet jhr Leben. Also haben die Spanger jren lohn / empfangen vnd bekom̄en schon / vom Printz Mauritzen merckt eben / Weil sie vorm Jar so manchen Man / jaͤm⸗ merlich haben bracht vmbs Leben. Darumb jr Christen jung vnd Alt / Dem HERREN in die Ruten falt / vnd rufft an seinen Namen / Daß Er vns woͤlle Beystandt thun / Durch Jesum Christum Amen. Die Namen der Gefangenen. Admirant de Aragon Hertzog von Salis. Hertzog La Faire Don Carole Capena. Don Ludouico Velasco. Namen der Toden. Don Ambrosio Landriana, General von der Ritterschafft. Duc de Aumala La Barotte. Graff von Bruckoy. Mons de Fresej Don lohan de Rimas, Oberster vber das Flandrisch Regiment. Graff Fridrich von Berghe Der Gubernator von Gent Don Rodrigo Mons de Rouen. Standtly der Verraͤther von Deventer. ENDE. Show less

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