Überfall auf die Festung Homburg durch die Türken, März 1597; Von der Welt Lauf und Brauch
Warhafftige newe zeitung / Wie die Tuͤrcken dem Siebenbuͤrger heimlicher vnd argli⸗ stiger weiß / die Stadt vnd Vestung Hulmburg ein⸗ bekommen / vnnd gewaltig Tyrannisirt mit den armen Christen / auch wie es dem Siebenbuͤrger kundt gethan / vnnd durch huͤlff vnd beystandt des Allmechtigen... Show more Warhafftige newe zeitung / Wie die Tuͤrcken dem Siebenbuͤrger heimlicher vnd argli⸗ stiger weiß / die Stadt vnd Vestung Hulmburg ein⸗ bekommen / vnnd gewaltig Tyrannisirt mit den armen Christen / auch wie es dem Siebenbuͤrger kundt gethan / vnnd durch huͤlff vnd beystandt des Allmechtigen GOt⸗ tes / den Tuͤrcken vertrieben / vnd auff beyderseit ein groß Volck geblieben / wie man genugsam bericht im Lied vnd zeitung finden wird / Geschehen im Mo⸗ nat Martij / 97. Jm Thon. Verzage nicht O frommer Christ. Das Ander / Von der Welt lauff vnd brauch / etc. Jm Thon / Jst doch in allen Landen / etc. Erstlich gedruckt zu Wien in Oestereich / bey Leonhart Nassinger / 1597 JA schweiget still vnd habet ruh / vnd hoͤ[...] ein wenig zu / was sich hat zugetragen / i[...] Siebenbuͤrgen das ist war / newlich in k[...] tzen tagen. Den 22. Martij fruͤe vor tage / Ruͤstet sich der Bassa auß Grecia / gewaltig mit Roß vnd Wagen / mit hundert vnd dreissig tausend Mann / thu ich mit Waͤrheit sagen. Den 29. Martij fruͤ ich sag / kamen die Tuͤrcken fuͤr Hulmburg die Stadt / angriffen mit sturm vnd schiessen / die Buͤrger wereten sich gewaltig / dennoch sie nicht nachliessen. Der Tuͤrck fieng wider zu stuͤrmen an / das kostet so manchen werden Mann / zerschossen waren die Mauren / die Graben mit Tuͤrcken außgefuͤlt / die Tuͤrcken in trawren. Da ho[...] man so grausamlich / die Tuͤrcken wuͤ⸗ ten wie das Viech / die Buͤchsen hoͤrt man singen / fuͤr Fewer vnd Rauch kund man nicht sehen / die Tuͤrcken in die Stadt theten tringen. Die Christen trieb sie von der Wehr / vnd ka⸗ men in die Stadt mit seinem Heer / da hoͤrete man schreyen vnd gelffen / man hieb vnd stach viel Tuͤr⸗ cken todt / es wolt aber nicht helffen. Viel kleiner Kinder mit grosser klag / haben sie gespiest mit hon vnd schmach / die Eltern musten zu⸗ schawen / darnach theten sie mit grosser noht / sie gar auff stuͤcken hawen / Den gantzen Ra[...] solten sie in Oel / die Buͤrger stackten sie an die Pfel / vnd auch fuͤnffhundert Wei⸗ er / verbranten sie mit grosser noht / mit sei mertzen vnd grossem leide. Auch haben sie die Jungfrawen schon / an jren Ehren geschendet mit hon / die Bruͤste sie jhnen ab⸗ schneiden / vnd theten sie darnach Spiessen thun / mit schmertzen vnd grossem leide. Viel Pfeil an den Mauren thet man graben / rumb / Jungfrawen vnnd Knaben eine grosse summ / die band man an zur Stunde / vnnd theten darnach schiessen thun / mit Pfeil die Tuͤrckischen Hunde. Dem Siebenbuͤrger kamen newe mehr / wie der Tuͤrcke in seinem Lande wehr / eine Stadt berendt dermassen / vnd dieselbige genommen ein / het als hin⸗ richten lassen. Aus Siebenbuͤrgen der kuͤne Helt / der zog mit seinem Volck zu Felt / Reuter vnd auch Fußknechte / 80. Tausent Mann gar wol geruͤst / mit dem Tuͤrcken wolt er fechten. Sie grieffen den Feind an mit macht / darauff so folget ein grosse Schlacht / die Gebeln hoͤrte man klingen / da sach man machen kuͤnen Heldt / sein Le⸗ ben zum ende bringen. Die Schlacht wehret einen gantzen Tag / der Tuͤrck hat viel Schantzen gemacht / darein so thet er ruͤcken / die SiebenBuͤrger setzten Jhm gewaltig nach / Vnd wehrten Jm der Muͤcken. Vnd grieffen einander gewaltig an / das kostet so manchen werden Kriegßman / die Buͤchsen hoͤrt man krachen / sie tantzten f[...] einen seltzamen Reyen das manchen vergieng das lachen. Die Walachen mit jren Bogen schuͤtzen / schies⸗ sen geschwinde mit jhren Flitzen / mit grossem Ge⸗ schuͤtz dergleichen / die Reuter traffen auff der set [...] Tuͤrcken musten weichen. Jhre Schlachtordnung thetens machen / da er⸗ hub sich schiessen / hawen vnd stechen / wol an demsel⸗ bigen Tage / blieben auff der Tuͤrckischen seiten 26. Tausent erschlagen. Der Siebenbuͤrger vnnd die Walachen schan / seind geblieben auff dem plan / vber die 13. Tausent / zwen Tuͤrckische Wascha / zehen Beegen gefangen bald / wol in dem Schiessen vnd Brausen. Auch bekamen die Siebenbuͤrger werd / 500. schoͤne Tuͤrckische Pferd / viel Feltgeschuͤtz / deßglei⸗ chen / hundert vnd funfftzig Camel beladen wol / an Geld und Gut gar reiche. So ist des Tuͤrcken grosse pracht / aber einmal dawider gelegt / woͤll in dem freyen Felde / viel vorne⸗ mer Tuͤrcken vnd Beegen / haben gefangen die Sie⸗ benbuͤrger vnd Helte. Darumb in Christen mit Gebet / rufft GOtt an beyd fruͤh vnd spat / thut euch des gar nicht sche⸗ men / so wird der liebe getrewe Gott / dem Tuͤrcken sei⸗ ne Gewalt nemmen. Darzu helff vns GOtt im hoͤchsten Thron / durch Jesum Christum seinen Gohn / sampt dem heiligen Geist mit Nahmen / der wolt den Christen Beystandt thun / durch sein Allmechtig Gewalt all⸗ zeit / Amen. Das Ander Lied. HOrt zu ihr Christen allgemein / was ich euch thu melden fein / von wuͤnderlichen dingen / das thu ich euch singen / wie sich die welt / jetz⸗ under helt / vnd thut in Suͤnden springen / ein jeder lebet wies jm gefelt. Kein Gottesfurcht ist verhaͤndn / man lebt in Suͤnd vnd schand / das Christliche Gewissen / ist al⸗ lenthalben zerrissen / mancher thut / selten gut / ist in Vnbuß beflissen / vnd hat ein frischen muht. Hoͤrt zu was der wucher thut / mit seinem Geld und Gut / das Korn thun sie auffkauffen / vnd schuͤt⸗ tens vber ein hauffen / haltens gar / [...] nich Jar / wil der arme etwas haben / mus ers duppelt bezahlen bar. All Handtierung hat sich verwand / bey hoch vnd nidrigen Stand / der Adel thut daher traben / als die Koͤnige vnd Grafen / die Buͤrner Sohn / woͤllens nachthun / er stelt sich zu der Sachen / gleich als ein Edelman. Weiter mus ich zeigen an / was die reichẽ Baw⸗ ren thun / sie stellen sich gleich / als die Buͤrger Reich / leben im saus / ins Wirtshaus / das Korn verkeuffen sie thewr / das bringts jhn wider aus. Den Wucher treibt man sehr / vnnd sonst lebet man mehr / es moͤcht wol Gott erbarmẽ / es geht nur vber die Armen / Kleider vnd Pfand / vnd was sie hand / das thun sie gar versetzen / vnd koͤmpt jhn aus der hand. Jst das die liebe drat / die vns Gott befolen hat / vnd nennen vns noch Christen / mit falschen sch[...] vnd Listen / hie zu hand / in alle Land / mit seinem hei⸗ ligen Worte / bedecken sie jhre schand. Jst einer in der Welt / der redet was eim gefelt / vnd kan den Fuchs wol streichen / den helt werth der Reiche / wer das wol kan / ist ein reicher Mann / nach dem thut man sich richten / vnd setzet jn oben an. Aber helt sich einer schlecht / vnd treibt sein Hand⸗ tierung recht / nach Weltlicher ehr nicht sehr tracht / gar bald man jn Macht / viel schmehwort / vnerhort / mus er gar viel leiden an allem ort. Die Welt hat sich verkert / die vntrew sich teglich mehrt / die [...] vnnd die Becken / die malen bey grossen Secken / sie sein abgericht / mit jrem gewicht / es sey wolfeil oder thewr / sie backens desto groͤsser nit. Was thun jetzund die Wirt / sie haben drauff aus⸗ gelehrt / die Kannen kauffen sie klein / schencken nicht viel darein / vnd schreiben gar weit / mit der Kreit / die Geste thun sie troͤsten / sie wissen darauff jren bescheid. Darnach felschen sie den Wein / vnd giessen was⸗ ser darein / auch felschen sie das Biere / verkauffens gleiche theure / wenn die Geste find toll vnd voll / so wissen sie kein Maniere / sie sauffens gleichwol. Noch find man zu dieser zeit / hin vnd her viel Leut / die sich mit wenig nehren / koͤnnen kaum den hunger wehren / die zeit ist thewer / vngehewer / dem Bawer thun sie es klagen / der mus jn geben stewer. Der Landsknechtlandt der koͤmet aus / sagt Vater / glück ins Hauß / hie [...] ein verdorben Sohne / was jhr bey ihm thone / gib Speck vnd Wuͤrst / vbel mich duͤrst / wir haben jtzt kein Herren / wir schmieren gern [...] Buͤrst. Die Bettelleut komen auch / bitten auch nach jren brauch / ach Vater bedenckt vns armen / vnd last euch doch erbarmen / sie lauffen nu / dem Bawren zu / er mus allen was geben / wil er haͤben ruh. Doch nemen jhm etlich Gest Wie Eyer aus dem Nest / ja tragen offt von dannen / die Hennen mit den Hanen / tragens fein / ins Wirtshauß ein / damit nen sie bezalen / jhr Bier / darzu den Wein. Noch ist gar viel Gesind / wie man allenthalben find / die den Bawer verachten / vnd thun doch nicht betraͤchten / bedenckens gar / nicht fuͤrwar / das Adam vnser Vater / der erste Bawersman war. Noch sind viel junne Gesellen auch / die treiben ein boͤß gebrauch / die nach dem Wirtshauß lauffen / da⸗ rin sie es alles versauffen / sind lustig vnd fein / beym Bier vnnd Wein / was sie nicht koͤnen versauffen / das mus verspielet sein. Denn hoͤrt man seltzam schwenck / vber tisch vnd vber Benck / mit fluchen vnd mit schweren / dasselbige thut niemand wehren / gar vber auß / leben im sauß / Weib vnd Kind wolten geme essen / sie haben kein Brod im Hauß. Auch sind woͤll etliche Meid / die wissen jhren be⸗ scheid / sie lauffen vber die strassen / vnd thun schnat⸗ tern vnd waschen / sie reden drat / vnd machen vnrat / was geschicht zwischen Frawen vnd Herren / das erfehrt die gantze Stadt. Was thun die Bawrenknecht / sie sind darauff abgericht / thun nach dem Wirtshauß rennen / vnd nach der Geigen springen / Gret vnd Hans / kommen zu dem Tantz / haben sie ein groschen im Beutel / der mus da bleiben gantz. Jetzund geschicht es schlecht / bey mancher Magd vnd Knecht / wenn sie Heyraht machen / so fragen sie nach den sachen / Wenn man hoͤrt / einen ort / da viel Geld ist verhanden / so gehet die freye fort. Vormals bey der alten zeit / hat man gefragt die Leut / ob sie auch weren fromme / von gutem Ge⸗ schlecht herkommen / nu fragt man nicht mehr / nach Zucht oder Ehr / wenn sie nur haben Geldes viel / nimmpt man sie [...]iche sehr. Hie habt jhr nu gehoͤret fein / alls in diesem Lie⸗ delein / wie sich die Welt thut befleissen / in Hendeln allerley weise / nemet zu danck / diesen Gesang / wenn ichs alles solte singen / wuͤrd mein Lied viel zu lang. Show less

Familienmord, Sprottau; Geistliches Lied; 1597
Ein warhafftige vnd vnerhoͤrte Geschicht / von einem Muͤller / welcher sein Weib vnd Sechs Kinder jemmerlich ermordet vnd vmbgebracht / Gesche⸗ hen den 12. Junii / in der Schlesien / zu Sprotten / vnd wie er darnach von wegen seiner misshandlung ge⸗ richtet ist worden / als jr hernach... Show more Ein warhafftige vnd vnerhoͤrte Geschicht / von einem Muͤller / welcher sein Weib vnd Sechs Kinder jemmerlich ermordet vnd vmbgebracht / Gesche⸗ hen den 12. Junii / in der Schlesien / zu Sprotten / vnd wie er darnach von wegen seiner misshandlung ge⸗ richtet ist worden / als jr hernach hoͤren werdet. Jm Thon / Warumb betruͤbstu dich mein hertz. Das Ander / Ein Geistlich Lied / Auff meinen lieben Gott / traw ich in angst vnd not / rc. Jm thon / Venus du vnd dein Kind. Erstlich gedruckt zur Lignitz / bey Martin Wellenstein / Anno 1597. MEin mund der singet / mein hertz betruͤbt / mit weinen sich nur ste⸗ tig uͤbt / ob der erschrecklichen that / so geschehen ist in kurtzer zeit / mit jammer gros vnd hertzenleid. Ein Stad ligt im Schlesiger land / zum Sprottẽ wird dieselbige genant / ein Muͤller wont allda / derselb Goͤrge Merz genennet war / wie ich euch sing / vnd das ist war. Von reicher hab derselbig war / sein narung war vngefehr / tausent guͤlden wert / er hat ein from getrewes Weib / auch sechs Kinder / wie ich beschreib. Der Man alzeit im Wirtshaus lag / mit sauffen vnd spielen alle tag / ver⸗ spielt viel gelt vnd gut / welchs der Frawen vnd Kindern sein / bracht grosse klag vnd schwere pein. Jm Junio den 12. tag / er abermal im Wirtshaus lag / vnd fieng zu spie⸗ len an / verspielt sechtzig Taler an der stedt / in dem er heim zu hause geht. Da es war in der nacht vmb 12. vhr / da hat er jm genomen fuͤr / wolt holen noch mehr geld / damit er widr gewin⸗ nen thet / was er zuuor verspielet hett. Da war die Muͤl an allem end / ver⸗ riegelt vnd verschlossen zuhand / er kund nicht komen hinein / er pocht ge⸗ waltig an die thuͤr / aber es wolt jn nie mand hoͤrn. Alsbald er an derselben stet / wider⸗ umb in das Wirtshaus geht / flucht vnd schwert grawsamlich / sprach das der Teuffel kem daher / geb mir Geld / das ich koͤnt spielen mehr. Alsbald da sicht er gegen jm gan / ein langen schwartzen Man / mit fewri gen augen zwar / sprach / Muͤller ist das dein beger / das du wilt gelt haben von mir. So mustu dich mit leib vnd sel / mir ergebn vnd bleiben in der Hell / jmmer vnd ewiglich. Da wolt der Muͤller gehn dauon / der Teuffel greiff jhn schrecklich an. Er sprach du hast mich geruffen zu dir / drumb must dich ergeben mir / odr ich nem dich jetzund / vnd fuͤr dich mit mir in die Hell / drumb bsinn dich bald mein liebr Gesell. Der Muͤller fuͤrcht sich der schnelln hinfart / sich dem Teuffel ergeben hat / mit leib vnd Seel zu hand / Der Teuffel gab jm geldes viel / er macht sich wider zu dem spiel. Das Geld verspielt er an der stat / das jm der Teuffel gegeben hatt / als bald in einer stund / mit zehen Talern setzten zusamn / bis des Muͤllers geld ein ende nam. Welchs jm der Teuffel gegeben hat / Er macht sich auff wol an der stat / gieng wider heim zu haus / gantz tobig vnd vnsinnig war / der Teuffel hatt jn besessen gar. Da er nun zu der Muͤlen kam / da pocht er vngestuͤmig an / der elste Son kam geschwinde / macht auff vnd lies jn in das haus / Der Vater zog den Dolch heraus. Ersticht jn an dem selben end / das Liecht nimpt er jm aus der hand / vnd leufft zum bette hin / darin der ander Son lag / erstach jn auch mit grosser klag. Jn dem leufft er in die kammer hin⸗ ein / die ardern zwen Sone sein / in ei⸗ nem Bette lagen / den eltsten sticht er durch das hertz / der juͤngste schrey mit grossem schmertz. Ach hertzallerliebster Vater mein / last mich lenger ewer Son sein / nempt mir das leben nicht / ich wil euch alzeit gehorsam sein / wo jr werdet beduͤrffen mein. Der Moͤrder kein erbarmung hett / den Knaben riss er aus dem bett / gar nacket vnd blos / den hals er jn abge⸗ schnitten hat / must auch schmertzlich leiden den Todt. Jn die stuben lieff er hernach / darin sein Fraw im Kindbett lag / mit der juͤngsten Tochter zwar / die hat er in der selben nacht / schmertzlicher weise vmbgebracht. Ein handbeil riss er von der wand / lieff damit zum bett behend / sprach jr Teuffels Huren Braut / warumb habt jr mir nicht auffgemacht / in dem sie aus dem schlaff erwacht. Sprach / ach hertzlieber Hauswirt mein / komt jr nun so spat von dem Wein / wir haben euch nicht gehoͤrt / wir hetten euch sonst auffgethan / duͤnmb zoͤrnet nicht mein lieber Man. Der Teuffel hatt jn besessen gar / keine erbarmung in jm war / hawt auff sie grimmiglich / hawet jr das heubt bald entzwey / die Tochter fieng an ein kleglich geschrey. Sie wolte nacket aus dem bett / der Moͤrder sie ergreiffen thet / hawet jr Arm vnd bein entzwey / das sie auff der Erden lag / Ach Gott der grossen not vnd klag. Alsbald fieng an zu weinen schwind in der Wiegen das kleine Kind / gar jaͤmmer vnd bitterlich / Er riss es aus der Wiegen zuhand / vnd schlug es grimmiglich an die wand. Solchen jammer erhoͤren thet / die ander Tochter in dem bett / die auff dem boden lag / die schrey huͤlff zu dem loch hinaus / Da vmbringete man das Haus. Vnd namen den Moͤrder gefangen behend / da hat er gutwillig bekendt / es kem vom spielen her / der Teuffel hett jn bessessen in der nacht / darumb solt man jm thun sein Recht. Da ward jm dar gesprochen zu recht / das man jm solt abhawen schlecht sein fus vnd rechte hand / mit zangen man jn reissen that / darnach gerichtet mit dem Rad. Also endt sich die trawrige geschicht / ich bitt jr wollet euch begeben nicht / ins Teuffels strick vnd band / Rufft Gott den Herren fleissig an / in keiner not wird er euch verlan. Das Ander Lied. AVff meinen lieben Gott / traw ich in angst vnd not / Er kan mich al⸗ zeit erretten / in truͤbsal / angst vñ noͤten / Mein vngluͤck kan er wenden / steht alles in seinen henden. Ob mich mein Suͤnd anficht / wil ich verzagen nicht / Auff Christum wil ich bawen / vnd jm allein vertrawen / Jhm thu ich mich ergeben / im Tod vnd auch im leben. Ob mich der Tod nimpt hin / ster⸗ ben ist mein gewin / Vnd Christus ist mein leben / dem thu ich mich ergeben / Jch sterb heut oder morgen / Mein Seel wird er versorgen. O mein Herr Jesu Christ / der du so gduͤltig bist / vor mich am Creutz ge⸗ storben / hast mir das heil erworben / auch vns allen zu gleiche / das ewige Himelreiche. Amen zu aller stund / sprech ich aus hertzen grund / du wollest vns thun lei ten Herr Christ zu allen zeiten / Auff das wir deinen na⸗ men Ewiglich preisen. AMEN. Show less

Tod und Auferstehung eines alten Mannes in Kuttenberg, 24. Januar 1597
Warhafftige newe Zeitung. Von einer Er⸗ schrecklichen geschicht / so sich begeben hat jm Boͤhmerland Kuͤt⸗ tenberg / den 24. Jeñer / von einem al⸗ ten Mann / welcher gestorben war 24 stunden / darnach wider lebendig wor den ist. Wie er so schreckliche ding geredet hat / gesche⸗ hen in... Show more Warhafftige newe Zeitung. Von einer Er⸗ schrecklichen geschicht / so sich begeben hat jm Boͤhmerland Kuͤt⸗ tenberg / den 24. Jeñer / von einem al⸗ ten Mann / welcher gestorben war 24 stunden / darnach wider lebendig wor den ist. Wie er so schreckliche ding geredet hat / gesche⸗ hen in disem 1597. Jahr. Jn deß Graffen von Serin Thon / rc. Ein ander Lied. Jst gar ein Kurtzweilig Lied / von der Jungfrawen vnd Maͤg⸗ den pracht / wildes leben / kleidung und tracht. Erstlich getruckt zu Wien / durch An⸗ dreas Niclas / auff dem Steinwege / Jm Jahr / 1597. HOert zu was ich wil singen / jhr Christen allgemein / von vnerhoͤrten dingẽ / so new lich geschehen sein / in Boͤhmerland thu ich sagen / ein schoͤne Statt fürwar / Kuͤt⸗ tenberg mu grossem klagen / nennt man sie alle Tage / sing ich gantz fürwar. Als man zalt fuͤnfftzehen hundert / vnd sieben vnd neuntzig Jar / den 24. Jenner besonder / ein Mann gestorben war / 24. stunden er lage / ward wider lebend dar / that grosse ding da sagen / dar nach am dritten tage / wider gestorben war. Wer da zu jm thet kom̄en / den gruͤßt er fleis⸗ siglich / vnd sprach zu jm besondern / o mensch nu mercke auff / was ich dir wil verkuͤnden / jetzund zu diser zeit / von wegẽ deiner sunde / mustu auß⸗ stehen geschwinde / schrecklich vnnd groß Her⸗ tzenleid. Das Geschrey thet bald kommen / wol in die gantze Stadt / die Buͤrger daß vernom̄en / deß⸗ gleichen ein Erbar Rath / theten alle Geistlichen beruffen / zeigten jhn an die Sach / wie man noch moͤcht eroͤffnen / das grosse geschrey vnnd Lauf⸗ fen / daß der Mann trieb den gantzen Tag. Letzlich wurde beschlossen / wol fuͤr dem wey⸗ sen Rath / die Priester vnuerdrossen / solten er⸗ fahren die That / auch thaͤten mit jhn gehen / viel auß der Buͤrgerschafft / die sach zu erfahren vnd sehen / vnd sagten zu jhm mit gefehre / was waͤr sein grosse klag. Als sie kamen zu jhme / die Buͤrgerschafft be⸗ hend / machten allda einen ring / die Priester an dem End / theten zu jhm da reden / vnd beugten jhre Knie / theten jhn fleissig bitten / mit vnder⸗ thaͤnig sitten / von wes wegen er waͤr hie. Da fieng er an gar schoͤne / vnd thet auff seinẽ Mund / vnd fieng zu reden ane / wol zu derselben stund / ich bin von GOTt dem Herren / euch zu gut gesandt herab / jhr solt euch doch bekehren / euch lassen weisen vnd lehren / von Suͤnden las⸗ sen ab. Erstlich wil ich euch erzehlen vom sieben vnd neuntzigsten Jahr / Pestilentz wirt euch quelen / Krieg / Thewrung vnd Gefahr / Erdbeben wer⸗ den geschehen / darzu groß Wassers noth / wehe dem der das thut sehen / solche straffe vnd Pla⸗ gen / dem helff der liebe Gott. Auch wirt der Tuͤrck staͤts dringen / wol nach dem Teutschen Land / darzu wirt vbel gelingen / in Sachsen vnd Meichsen bekandt / in Welsch⸗ landt wirdt man sehen / groß jamer vnd gefahr / dergleichen wirdt geschehen / das sing ich gar e⸗ ben / im sieben vnd neuntzigsten Jahr. All vngluͤck wirt verschwinden / im 98. Jahr / was man bedarff wird man werden finden / fri⸗ sche gesunde lufft fuͤrwar / deßgleichen thut man haben im 99. Jar wil vns Gott reichlich geben / was man bedarff sollen wir haben / daß wir sol⸗ len sein ohn klag. Groß vnderscheid thaͤt vns bringen / dz 600. Jahr / viel vngluͤck thut eindringen / das Korn steht vbel fuͤrwar / vil Kranckheit wirt man spuͤ⸗ ren / wol in der gantzen Welt / Griechenlandt wirt der Tuͤrck verlieren / die Staͤtte einnemmen vnd zerstoͤren / durch die Christen zu hand. Von 6. hundert vnd eines / thu ich euch sa⸗ gen / das kompt mit groffem leid / mancher wirt gar verzagen / vnd sterben fuͤr der zeit / gegẽ auff vnd nidergang soll geschehen ein grosser streit / vnd auch an dem Reinstrome in Elsaß vber alle noch vil ein groͤssers leyd. Wann man 600. wirt schreiben / vñ auch zwey Jar darnach / wird man alle Tuͤrcken vertreiben / durch das gantz Vngern ich euch sag / in Cra⸗ baten merckt mich eben / auch in Griechischen Landt / wirt mancher muͤssen lassen sein Leben / daß Christen Blut buͤssen das neben / das haben ermordet fuͤr lang. Auch werden viel Wasser vnd Brunnen / auß trucken dasselbige Jahr / betruͤbt wirdt sein die Sonne / viel werden dann verschmachten gar / wir vns nicht bekehren / von Suͤnden lassen ab / so wirdt vns Gott der Herre / zu schicken groß vnd schwere / schreckliche straff zu hand. Der Mann ist bald gestorben / wol auff den dritten tage / man thet jn zum Grabe tragen mit grossem weh vnd klagen / das volck trawret gar sehre / vonwegen der Prophecey: Welches ist of⸗ fenbare / das sing ich euch fuͤrware / mit grossem Hertzenleyde. Laßt vnns diß nicht verachten / vnd schlagen nicht als in Wind / sondern hertzlich betrachten / steht ab von ewrer Suͤnd / So wirdt vns Gott auch geben / Genad / Friedt vnnd Einigkeit. Dortmals in jenem Leben / die wolt auch vnns Gott geben / die ewige Seligkeit. Das ander Lied. HOert mir ein wenig zu / was ich was ich euch melden thu / ein ne⸗ wes Lied zu singen / deß wirdt mancher nicht fro / bey nam die jung megdlein mild / sie stellen sich so grau⸗ sam wild / sie foͤrchten keine Leut noch Gott / das ist ein grosser spott. Kleiden sich vnbeschempt / dz man chem nicht gezempt / mit Sammet vñ mit seiden / gehn sie so gar verbrem̄t / man kans alles beschreiben nicht / wie sie auff hoffart abgericht / von dem Haupt biß auff den Fuß / jr gar nicht mangeln muß. Sie richten sich fleissig zun / mit leich ten schmalen Schun / mit korckẽ pan⸗ toffeln / des sind sie leiden fro / damit gehen sie klippen klap / wie ein Zeller seinen drab / sie gedenckt sie ist die best / vnder allen jhre Gaͤst. Die Schuͤrtzen schmal vnnd breit / sind koͤstlich außgeneith / einen sprin⸗ ger darunter / auff dz sie scheinẽ weit / Seidenschnuͤre an dem Zopff / binden sie sich vmb den Kopff / mit Borten mancherley / das duͤnckt jn alles frey schoͤnen Jr krag krausen gemein / muß Hol⸗ lands Leinwad sein / gar breit außge⸗ neyet / mit kloppels Borden rein / die reichen habens halber fug / die da ha⸗ ben Gelts genug / der gemeine hand⸗ wercksman / moͤcht es wol bleibẽ lan. Vormals in alter zeit / waren auch redliche Leut / thaten nach ehren stre⸗ ben / in aller ehrbarkeit / sie kleidẽ sich nach jrem stand / nun hats sich leyder gar verwand / man kent kein burgers kind / fuͤr Edelleuten geschwind. Ein guͤrtel beschlagẽ schon / ein beu⸗ tel auch daran / mit gar vil knoͤpffen / das duͤncket jnen wol stan / Korallen vmb die haͤnde weit / gar offt sie fuͤr dẽ spiegel stelt / beschawt sich hin vñ her / wie die Affen wunderber. Jn der Kirchen vngefehr / da sicht sie hin vnd her / wenig thun sie horchẽ / wol auff deß Pfarrherrs lehr / weñ sie denn kommen zu hauß / koͤnnen ein je⸗ den schmaͤhen auß / so gar auß vber⸗ muth / sind selber offt nit gut. Man sicht es taͤglich nur / weñ etlich gehn har fuͤr / thun sie gar balde lauf⸗ fen / nach dem fenster oder thur / lachẽ ein jedern spoͤttlich / darauß entstehet offt vngemach / es kommen wenig knecht die jn gefallen recht. Ein ist jhr nit zu danck / die nase ist jm zn lang / der ander deßgleichen / der hat ein krum̄en gang / der dritte ist jn viel zu schlecht / der viert setzt sein huͤt nit recht / d fuͤnfft geht wie ein Bawr / der sechste siehet jr zu sawr. Der siebend ist zu wild / der tobt saufft vnd spielt / sie will gar eben ha⸗ ben / einen der jr gefelt / solchen spoͤtzẽ Maͤgdlein frech / fallen zum ersten in den dreck / weil sie ein jeden schmaͤcht / es geschicht jhn eben recht. Auff der gaß gehn sie glad / vñ stel⸗ len sich gar gerad / im Hauß so gehn sie schleichen / kein Arbeit wil von statt / wenn sie sollen zum Tantz gahn / kein mensch sie dañ halten kan / sis lauffen wild vñ geyl / biß sie bekom̄en jr theil. Hat einer an der stett / kleyder nach frembder sed / die andern muͦssens ha⸗ ben / die Eltern haben kein fried / die doͤchterlin muͤssens auch so han / auch solten die Eltern bettlen gan / so mu die Pracht herauß / haben offt kein Brodt im Hauß. Noch muß ich melden schon / wz et⸗ liche Maͤgdlein thun / frembde Klei⸗ der thun sie myden / wenn sie zur Hoch zeit gan / so bald sie denn kommen zu hauß / muͤssen sie wid ziehen auß / wer⸗ den heimmlich außgelacht / das ist ein arme Pracht. Kompt denn eine zu schand / vnd ziehet sie auß dem Land / sie dunckt sich sonst vil besser / als ein from̄e bekant / biß da koͤmpt ein Haͤnselein gut / der nimpt sie an mit freyem muth / den sie vorhin verschmaͤcht / der kompt jhr eben recht. Wañ die hochzeit ist gethan / hebt sich der han⸗ del an / der Mañ thut sich erst bedencken / vnd wz er hat bestan / er hat das Kaͤlblein mit der Kuh / noch ist er deß gewins nit fro / er klagt vnd kleyet den Kopff / o wee mir armen tropff. Was hab ich nun gethan / ich bin recht gekom men an / wie butter in der Soñen / so thu ich nun bestahn / ich meint ich hett gluͤck vnd heil / ich bin recht in das Narren seil / ich darffs nicht klagen drat / den spott hab ich zum schad. Serhalben jhr jungen Leuth / sehet euch wol fuͤr in zeit / es ist bald zugeschlagẽ / das lange zeit gerewet / nempt mit ehren ein fromme schlecht / ernehret euch redlich vnnd gerecht / daß gefellt Gott allzeit hilfft biß in ewigkeit. ENDE. Show less

Wundergeschichte im Fürstentum Pfalz-Zweibrücken, 12. Februar 1597
Newe Zeitung / Von einer vn⸗ erhoͤrten Geschicht / so ge⸗ schehen ist im Fuͤrstenthumb Zwey⸗ bruͤck / wie allda eim Meßner morgens fruͤe in der Kirchen erschienen ist / eine schoͤne Jungfrawe / Ochs / vnd alter Mann / welche Jungfraw wunderbarliche sachen Prophezeyet vnnd angezeiget hat /... Show more Newe Zeitung / Von einer vn⸗ erhoͤrten Geschicht / so ge⸗ schehen ist im Fuͤrstenthumb Zwey⸗ bruͤck / wie allda eim Meßner morgens fruͤe in der Kirchen erschienen ist / eine schoͤne Jungfrawe / Ochs / vnd alter Mann / welche Jungfraw wunderbarliche sachen Prophezeyet vnnd angezeiget hat / auch wie man ein Stim in der Stadt hat ruf⸗ fen hoͤren / nach solchem ruffen seind in 5 Tagen / neun hundert Menschen gehling gestorben. Also seind in zweyen Monat in der Stadt neunzehen hundert Menschen gestorben / geschehen den zwoͤlff⸗ ten Februarij / Anno / 1597. Jm Thon. Wenn mein Stuͤndlein vorhanden ist. Gedruckt zu Augspurg / bey Michael Mang. MErckt auff jhr Frawen vnd auch Mann / was ich euch jetzt wil sin⸗ Daen / Ach Gott in deinem hoͤchsten Thron / hilff das ichs moͤg vollbringen / den jammer mus ich zeigen an / merckt auff jhr Frawen vnd auch Man / fast solches wol zu Hertzen. 2. Als man zahlt Funffzehen hundert / Sieben vnd neuntzig ich sage / da hat sich ein schreckliche that / begeben / ist gewißlich ware / zu Sarbruͤck in der werden Stadt / ist manchem Christen wol bekandt / hoͤrt zu vnd merckt mich eben. 3. Den 12. Februarij thue ich kundt / hoͤrt was sich thet begeben / allda an demsel⸗ bigen End / wie jhr jetzund solt hoͤren / der Meßner morgens in die Kirchen gieng / zu Leuthen er allda anfieng / hoͤrt zu der Wun⸗ derthaten. 4. Jn dem er ausgeleuthet hat / merckt auff jhr Menschen Kinde / Was sahe er in der Kirchen stahn / ein Jungfraw wol ge⸗ stalte / deßgleichen auch ein alten Man / vnd auch Ochsen allda zuhand / an demselbigen Ende. 5. Der Meßner erschrack von Hertzen sehr / ob diesen Wundergeschichten / zu⸗ fliehen er allda anfieng / aus der Kirchen wolt er weichen / so bald er zu der Kirch⸗ thuͤr kam / die Jungfraw er allda vernam / das sie so nahe bey jhm waren. 6. Der Meßner fast ein Hertz zu hand / vnd dacht in seinem Sinne / er woͤlt sie fra⸗ gen in der stet / was sie allda vmbgiengen / Wust doch nicht welches er fragen solt / allda an demselbigen End / hoͤrt wie es dem Meßner ist ergangen. 7. Die Jungfraw fragt er allda behend / was sie allda vmbgiengen / in der Kirchen merckt allesampt / es thet jhm wol gelin⸗ gen / die Jungfraw zu dem Meßner trat / sprach er solt nicht erschrecken ob dieser that / sie wolts jhm thun anzeigen. 8. Erstlich fieng die Jungfraw zu reden an / mit dem Meßner thue ich sagen / Was jhr allda habt sehen thun / das wil ich euch anzeigen / was dieses da bedeuten soll / hoͤrt zu vnd mercket mannigfalt / wil euch solches nicht verhalten. 9. Wann jhr den alten Mann gefraget hett / thue ich mit Warheit sagen / so het das Sterben genommen vberhand / an den Alten angefangen / hett jhr aber den Och⸗ sen gefragt / So hoͤrt zu mit grosser Klag / wer das Sterben vber das Vieh gan⸗ gen. 10. Weil jhr mich aber erstlich habt fra⸗ gen thun / Wil ich euch solches verkuͤnden / Das es zwey Jahr einander nach / Grosse Pestilentz wird regieren / Es wird auch nicht auffhoͤren thun / Sondern mercket jhr mich gar schon / vber das Jung Volck wird es gehen. 11. Die Jungfraw weiter reden thet / sprach zu dem Mann gar balde / wie sie von Gott geschicket wern / er sols anzeigen balde / was jhm zu handen kommen wer / das solt er sa⸗ gen vnd nicht verhelen / wie Gott die Welt [...] wuͤrd straffen. 12. Jetzund mus ich euch zeigen an / wie es mit jhm ist ergangen / sie verschwunden al⸗ da an dem End / nun hoͤret mit verlangen / was man weiter gesehen hat / in der Stadt mit grossem Hertzenleid / wie jr jetzund werd weiter hoͤren. 13. Jn der Stadt ich auch sagen thu / wol auff den heutigen Tage / Ein Mann alda vmbgehen thut / mit grossem Jammer vnd Klagen / Jn allen Gassen thue ich kundt / schreyet er an demselbigen End / jr Christen thut euch bekeren. 14. Den Mann man offtmals fragen wolt / Was er allda vmbginge / dasselbe thue ich euch nu kund / Er verschwand bald an dem Ende / kam in ein andere Gassen geschwind / Schrie sehrer als vor an dem End / Die Leut thun sich vor dem Mann entsetzen. 15. Hernach alsbaldt am selben End / schickt GOtt ein grosse Straffe / ein Nebel sich erheben thet / fuͤnff Tage lang thue ich sagen / 900. Menschen zu der fahrt / die seind gestorben also baldt / Jn fuͤnff tagen thu ich sagen. 16. Der Vogel in den Luͤfften ich sag / kont nicht sicher vor die Stadt fliehen / dieselben sind gefallen herab / thu ich mit Warheit je⸗ hen / 1900. Menschen zu der fahrt / seindt aus dieser Stadt gestorben baldt / Jn zwey Monat thu ich sagen. 17. Man meinet allda anders nicht / wann die Stad werd gantz vnd gar aussterben / jhr lieben Christẽ all gemein / thut euch zu Gott bekeren / daß er vns nicht straff mit dem je⸗ hen todt / sondern vns theil mit sein Genad / das wir nicht also verderben. 18. Zu Vlmitz in der werhden Stadt / hoͤrt was sich thet begeben / die boͤse Lufft auch re⸗ gieren thet / hoͤrt zu vnd merckt eben / zwey hundert vnd achtzig Menschen zu der fahrt / die seind gestorben also bald / in einem Tag thu ich sagen. 19. Wie man denn allenthalben sicht / an viel Orten vnnd enden / daß man alles ver⸗ achten thut / schier fast in allen Landen / auch in dem Schwabenland wol bekant / nimpt das Sterben gewaltig vberhand / an viel or⸗ ten auch mehre. 20. Jch bit euch lieben Christen leut / wolt euch doch einmal bekehren / dann es ist all⸗ da grosse zeit / schickt euch zu GOTT dem HErren / wann er kommen wird mit seiner Macht / Zu richten das Menschlich Ge⸗ schlecht / Keiner wird jhm koͤnnen entflie⸗ gen. 21. Jhr lieben Christen Arm vnd Reich / Jch thue euch fleissig bitten / Rufft an den HERREN all zugleich / daß er euch woͤll behuͤten / vor solcher Truͤbsal / Angst vnd Noht / behuͤt vns lieber HEr⸗ re GOtt / durch JEsum CHristum / A⸗ men. Show less

Eroberung der Festung Raab durch Adolph Schwartzenberg, 1598
Ein schoͤn / warhafftig vnd frewdenreich new Lied / Von er⸗ oberung der herrlichen Vestung Raab inn Vngern / wie die von dem Wolgebornen Herrn / Herrn Adolph von Schwartzenberg Freyherrn / den 29. tag deß Monats Martij / im Jar 1598. Ritterlich erobert vnd einge⸗ nommen. Gestellt durch... Show more Ein schoͤn / warhafftig vnd frewdenreich new Lied / Von er⸗ oberung der herrlichen Vestung Raab inn Vngern / wie die von dem Wolgebornen Herrn / Herrn Adolph von Schwartzenberg Freyherrn / den 29. tag deß Monats Martij / im Jar 1598. Ritterlich erobert vnd einge⸗ nommen. Gestellt durch Samuelem Dilbaum / Bur⸗ gern in Augspurg. Jm Thon: Wie man den Grafen von Serin singt. 1. Froͤlich so wil ich singen / auß frischen freyem muth: Lobt Gott in allen dingen / Oder vns solch wolthat thut. Der wir in di⸗ sem Jare / wunderbarlicher weiß / das Hauß Raab gantz vnd gare / so vor verloren ware / bekommen / Gott sey preiß. 2. Wie es nun zu sey gangen / wil ich euch singen hie: Lasset euch nicht verlangen / vnd hoͤret zu ohn muͤh. Von Schwartzenberg den Helden / auß Wien man schicken thet / Nach Vngern in das Felde / ist waar wie ich euch melde / der was fuͤrnems vor hett. 3. Gen Gran in wenig tagen / zu dem Herrn Bal⸗ vi kam: Mit dem er ohne zagen / sein Werck fuͤr die Hand nam. Vnd bald in Gottes Namen / von Graͤntzen uͤberal / Jt bringen thet zusamen / so gen Commorra kamen / deß Volcks ein gute zahl. 4. Hussaͤer vnd Heyduncken / so Balvi hett zu Gran: Ließ er zusamen rucken / Auch waren vornen dran / Frantzosen vnd Wallonen / fuͤnff Fahnen jeder sort / Der thete man nicht schonen / auch musten mit jn gahne / der Teutschen etlich fort. 5. Auß Comorra sie zogen / nach Raab der Ve⸗ stung gut: Jn still die Fahnen flogen / Schwar⸗ tzenberg wolgemut / Dem Volck zusprechen thete / vnd ordnung jnen gab / Daß jeder achtung hette / dieselb nicht uͤbertrette / dann er kein zweifel hab. 6. So sie geleben werden / dem allem so er sag: Woͤl bringen in gferde / die Tuͤrcken heut zu tag / Dañ er hoff einzulegen / mit jhrer dapfferkeit / groß Ehr daß man allwegen / von solchen kuͤnen Degen / sol sagen weit vnd breit. 7. Nach dem er vmb zwo vhren / als es nach Mit⸗ ternacht: Kam zu der Porten Thuͤren / Die ein er bald auffmacht / Die ander weil sie ware / beschla⸗ gen auff das best / mit grossen Eysen gare / Anfangs vnwanckelbare / verblibe vnd gantz fest. 8. Doch als zum andern male / ein Pedart ange⸗ setzt: Thet es ein grossen schnalle / vnd gieng entzwey zu letzt. Dardurch bald einhin dringen / die Wallo⸗ nen mit macht / Die Pferd gantz mutig springen / Die Buͤchssen / Kugeln klingen / vil mancher Schwerdt da kracht. 9. Die Tuͤrcken auß dem Schlaffe / ermuntert wurden baldt: Vnd auff die Christen traffen / mit grimm vnd grossem gwalt. Doch wurd jn wider⸗ standen / mit solcher frewdigkeit / daß sie auff beyden handen / kein sicher ort nicht fanden / sie wurden gsetzt in leyd. 10. Sie mochten nicht zusammen / kommen an kei⸗ nem ort: Sein end da mancher name / vnd ward ge⸗ schicket fort. Endlichen mit gewalte / vil Tuͤrcken ein Pastey / einnamen darvon balde / sich hube ma⸗ nigfalte / groß sammer vnd geschrey. 11. Dann die Tuͤrcken mit machte / vnd jren Heblen gut: Drein schlugen daß es krachte / auffsprang das rote Blut. Sie theten zsammen setzen / so gwaltig⸗ lichen all / Vil Christen auch verletzen / Gott woͤl die Seeln ergetzen / vnd brachten vil zu fall. 12. Die Christen derhalb wichen / biß zum Thor hindersich: Die Tuͤrcken nachhin strichen / vnd fachten Ritterlich. Von Schwartzenberg der Her⸗ re / sie wider tribe an / Gab jhn vil guter lehre / zu be⸗ dencken jr ehre / thet wie ein Ritters Mann. 13. Die Christen wider wandten / empfiengen mut und Hertz: Vnder die Tuͤrcken randten / das war ein grober schertz. Vil mancher Tuͤrck begunde / verlieren Haͤnd vnd Fuͤß / Must mancher gehn zu grunde / wol zu derselben stunde / vnd da sein Leben. ließ. 14. Auff die Pastey gezwungen / sie wider kommen seind: Die Christen nachhin drungen / doch an demselben end / Vil Pulver war vergraben / das wurde angesteckt / Solch Fewr vil Renters kna⸗ ben / hat in die Lufft erhaben / manch Tuͤrck auch da verreckt. 15. Die Tuͤrcken vil mit hauffen / verzaget in das Schloß: So in eim grimm gelauffen / sich wehrten mit Geschoß. Die Christen doch mit schiessen / auff diß starck fuhren fort / Deßwegen mit verdriessen / die Tuͤrcken bald abliessen / vnd gaben auff das ort. 16. Vil der Tuͤrckischen Gsellen / in Haͤusern sich zur Wehr: Auch feindlich theten stellen / zu retten Leib vnd Ehr. Doch musten sie auch eben / gleich de⸗ nen in dem Schloß / den Christen sich ergeben / vmb zu fristen jr leben / vil zwang man mit Geschoß. 17. Der Bassa an dem ende / gantz frewdig wehret sich: Er fuͤhrt in jeder Haͤnde / ein Saͤbel Ritterlich. Doch thet jn one grawen / ein Wallonischer Man / so grim̄ig niderhawen / daß er die Erd must schawẽ / vnd da sein leben lan. 18. Der Tuͤrcken seynd gewesen / zu Raab wol an der zahl: Gut Kriegsleut außerlesen / sechtzehn hun⸗ dert zumal. Die fast all seynd vmbkommen / Deß Bassa Weib vnd Son / hat man gefangen gnom⸗ men / sampt drey hundert in summen / so kommen seynd darvon. 19. Der Christen hand jr leben / in sibenhundert gut: Jn disem Strauß auffgeben / vergossen auch jhr Blut. Manch kuͤner Held vnd Degen / in diser grossen gfahr / Weil er die Faͤust kund regen / seins Pferds sich must verwegẽ / der offt zwey drey verlor. 20. Mehr als vier gantzer stunde / das treffen wehren thet: Eh man gwiß schliessen kundte / das man er⸗ halten hett. Den Sig vnd Vestung gute / sampt Raab der werthen Stadt / Doch endlich das wild Blute / vnd den Tuͤrckischen mute / der HErr ge⸗ dempffet hat. 21. Groß Gut man darinn fande / von Gelt / Mu nition: Vil Gschuͤtz vnd Proviante / noch darinn thete stohn. Drumb laft vns froͤlich singen / mit heller stimm vnd weiß / daß Gott vns in den dingen / hat lassen wol gelingen / Jhm sey lob / ehr vnd preiß. ENDE. Zu Augspurg / bey Michael Manger. Ein sinnreichs Gemaͤld / von deß Tuͤrcken trannischen art vnd eigenschafft / Durch Anthoni Verani. Show less

Wunderzeichen, 18. Juli 1598; Von einem alten, stummen und tauben Mann, 10. Juli 1598
Zwey warhafftige newe Zeitung. Die erste / ge⸗ schehen binnen Berwold / von einem grossen Wunderzei⸗ chen einer Edlen Frouwen widerfaren / geschehen den 18. Julij / um Jahr 1598. Jm thon Jch hab mein Sach Gott heimgestellet / rc. Die ander Zeitung: Von einem Mann / von zwey vnd achtentich... Show more Zwey warhafftige newe Zeitung. Die erste / ge⸗ schehen binnen Berwold / von einem grossen Wunderzei⸗ chen einer Edlen Frouwen widerfaren / geschehen den 18. Julij / um Jahr 1598. Jm thon Jch hab mein Sach Gott heimgestellet / rc. Die ander Zeitung: Von einem Mann / von zwey vnd achtentich Jahren / der Stumm vnd Taub geboren worden ist / wie GOTT jm seine Zungen hat verbunden / drey tage vor seinem Tode hat er gesprochen / Wie vnser HERR Gott die Welt noch straf⸗ fen wil / biß man ein tausent sechs hundert schreibet / daß ein Mensch vor dem anderen fliegen wird / dieses zukommenden Jahrs / wie darnach zwey Herren den Krieg sollen anfa⸗ hen / Zu letzt denn der Tuͤrcke in Osterreich / in Behmen in Mehrland / in die Schlesien vnd in gantz Deutschland kommen sol / darumb hat er gesprochen / Wir sollen abstehen von vnserm Gottlosen Leben vnd Wesen / denn es ist hohe zeit / geschehen den 10. Julij diß 98. Jars. Jm thon. Wie man den Graffen von Serin singet / etc. Die erste Zeitung. By leuen Christen hoͤrt vnd sehet wat dar in korten ys geschehn / O Men⸗ schen willet dith anmercken / ydt syn Gades Wunderwercke. Als men schreff dusent vyff hundert Jar / vnde acht vnd negentich vor war / den 18. Julij wollet hoͤren / sach men dar Wunder gebaren. Ein Stadt ys Berwoldt genandt / an der Oder ys de wol bekandt / ein Edel Frouw dar nicht wyth van wahnet / de van Schwarten⸗ woldt / deith man se noͤmen. De Edel Frouw kam dar geuaren her / na der Stadt siund er begehr / de Maget sach vth dem Wagen thor stund / hebben dar ein Kind gefunden. De Fronwe sprack / O weh der groten nodt / dar Kind ys wol gefaren vodt / wol in dessen dagen / de Maget spranck vth dem Wagen. Dat Kind luͤchtet alse de Sunneschyn / de Maget wolt der Frouwen bringen her / dat Kind sprack tho der Stunde / de Edel Frouw scholde fuͤluen kamen. De Edel Frouw gar sehr erschrack / als⸗ bald van dem Wugen tradt / dede dat Kind mit sich voͤren / groth wunder bede men hoͤren. De Edel Frouw dat Kind vpwand / do strackt ydt vth sine rechte Hand / de Frouw dede gantz vortzagen / ein Daler hefft ydt in syner rechten Hand gedragen. Dem Kindeken sach men ock noch ein Duͤt / ken in syner luchtern Hand droch / Als sehen dat wuͤnderlike Teken / van groter frucht kon⸗ den se nicht spreken. Dat Kindeken sprack vnde hefft vortelt / de Hime Roggen ein Daler gelt / ehr negen vnde negentich werdt geschreuen / schal men ydt vm⸗ me ein Duͤtken genen. So gude tydt schal kamen yn de Welt / dat de Himmten men ein Duͤrken gelt / de twintige⸗ ste Minsche schalt nicht erleuen / so groth ster⸗ uen werdt Godt geuen. Noch sprack dar Kind thor suͤlnen Stund / Godt werdt straffen dorch de grote Suͤnd / mit Krich / Steruen doe ick sagen / men werd de do⸗ den nicht koͤnnen begrauen. Der Frouwen kam ein schrecken an dat Kind vorschwund von stundan / was ein En⸗ gel von Godt gesandt / betracht ydt Oldt vnd Jungen. Als de Fronw tho Berwoldt kam / gaff se solckes tho verstan / wat er was wedderuaren im Veldt / dede solckes alles vormelden Wo se denfuͤluen Dach / ein Kindeken by dem Wege liggen sach / se hadde men ein kleine wyl / ick fruͤchte de Dach des HERRE werdt vns auerylen. De Edel Frouw suͤlff druͤdde war / dede solckes betuͤgen dar / van dem Stadtschryuer beschreuen / vnde allen framen Christen in druck gegeuen. Dat men solckes nicht vorschwygen schal / de Dach des HEren werdt kamen baldt / Godt schicket vns veel Wunderteken / effte he vnse Herten koͤnde erweken. Godt ys barmhertich tho aller Stundt / O HErr vorgyff vns vnse Suͤnd / vnde wilst er nicht mehr gedencken / sonder vth gnaden dat ewige Leeuend schencken. Amen. Die ander Zeitung. O Menschen bessert ewre Leeuendt / Gros Bunder ist vns geoffenbaret / Hoͤret wat Gott allmechtig vorhebẽ / Dorch einen Stummen hat erkleret / Duͤssen Mann willet hoͤren / War zwey vn achtzig Jahr oldt / War Stumm vnd Taub geboren / Gottes Wunderwerck anschouwet. Sein Ruͤgge war steiff vnd krum / Sein Bart war lang vnd kruß / Er was von Older dom / So weiß als ein Taube / Gott hat sein Zungen entbunden / Drey Dage vor synem Dode / Er hat gesprochen vnde deith verkuͤnden / Des HEREN straffe gros. Den zehenden Julij dat jeder hoͤrde / Hefft he de Werlt so sehr beklaget / So sprack er diese Worde / Reich vnd Arm weren alle vortzaget / Thut busse in korter Stunden / Rieff der Stumm durch Gottes vormanendt / Oder jhr sollen vmb ewren Suͤnden / Jn groter gefahr all vntergahn. Jn duͤssen 9. Jar soll man im Westen sehen / Sprach er / solchen Kriegsheer schwar / Denn ein Mensch wird vorni andern fligen / Jn diesem zukommende Jahr / Denn ein Mensch wird den andern vorjagen / Vnd halt diese prophecey / So wird Godt die Lande plagen / Vmb ere grote Hoffardye Dar solten zwey Herren zu lesten / Den Krieg anfahen gleich / Der eine wird kommen aus dem Westen / Vnd der ander aus Osterreich / Die sollen miteinander fechten / Von fruͤchten sollen die Leute / Van Reuter vnde van Knechte Groth Blutvergiessen sein. Dann soll der Tuͤrcke an drey Orden / Kommen vnd fallen in Osterreich / Jn Spanien wird er brennen vnd morden / Vnd auch in Franckreich / Er sol mit seinen Bluthunden / Tyrannische Mordt / Jn Deutschland vnd Jtalien / Vorgiessen der Christen Blodt. Auch sol auffstehen solch ein Herr / Jn Deutschland / kegen den Tuͤrcken fennin / Daß darkegen Waffen vnd Wehre / Mehr nicht sol zu kriegen sein / Die Christen sollen mit hauffen / Eher der Krieg sol sein gethan / Mit Stoͤcken vnd Gaffeln lauffen / Vmb den Tuͤrcken zuuerschlan. Der Stumme sprack mit gefuge / Thun spannen aus dem pfluge / Vnd reiten zum Kriege werdt / Man werdt nicht anders hoͤren / Denn Krieg vnd Kriegsgeschrey / Jn Vngern vnd in Deutschland / An allen orden / Vnde holdet die Prophicey. Da fragten jm die Leute / Mit fruchten vnd groth gefahr / Wenner schal dis all geschehen / Hesy rack binnen die zeit von drey Jahr / Gott hat mein Zung anbunden / Sprack der Stumm daß ich euch / Die Straff des HERRN sol vorkuͤnden / Daß sich ein jederman bekeren soll. So wird Gott die Landen plagen / Rieff der Stumm mit grossem Geschrey / Der eine Mensche wird den andern fragen / Ach Bruder nu sage mir / Wor hast du dich verborgen / Jn vieler betruͤbten zeit / Daß du nicht bist todt geschlagen / Vnd nicht gestorben seyst. Binnen Hertzogen Busch alldar. Jst dis grosse Wunder geschehen / Die Herren vnd Pastorn alldar / Betruͤbet war die gantze Gemein / Wolt diese wort wol anholden / Rieff der Stumm mit grosser klag / Viel Leute darbẽy stunden / Die rufften auch diß ein Zeichen / Fuͤr dem juͤngsten Tage. Sein Augen sein jhm gebrochen / Er ist gestorben in kurtzer zeit / Er hat nicht mehr gesprochen / Denn diese wort gar schrecklich / Wars nicht ein wunderlich Zeichen / Von Gott dem Himmelschen Vater / Kein Mensche hoͤrde jhn mehr sprechen / Die Leute vorwunderten sich gar. Die fromme Obrigkeit beneben / Haben diese Prophecey behende / Von worte zu worte beschrieben / Vnd alle in den Druck gesendt / Den Menschen zur vermahnung / Diß wunderlich grosse Klag / Darumb wolt von Suͤnden afflahn / Went vns nalet de juͤngste Tag. Erstlick gedrucket binnen Hertogen Boß / in der Kerck⸗ straten / by Jan von Turnant. Show less

Ende der Belagerung von Ofen, Oktober 1598; Lied über wunderliche Dinge
Warhafftige newe Zeitung / vnnd kurtzen Bericht auß Hungern / wie die Christen die alte Statt Ofen ritter⸗ lich ein genom̄en vnd erobert haben / Jm Octo⸗ ber in diesem 1598. Jahr / nach dem sie der Türck vber die siebentzig Jar / in seiner gewalt gehabt hat. Gesangs weiß gestelt / Jm Thon.... Show more Warhafftige newe Zeitung / vnnd kurtzen Bericht auß Hungern / wie die Christen die alte Statt Ofen ritter⸗ lich ein genom̄en vnd erobert haben / Jm Octo⸗ ber in diesem 1598. Jahr / nach dem sie der Türck vber die siebentzig Jar / in seiner gewalt gehabt hat. Gesangs weiß gestelt / Jm Thon. Wie man den Lindenschmidt singet. Getruckt zu Augspurg bey Michael Manger. NVn hoͤret zu gar wunderbar / ein seltz sam vñ newe mehr / auß Vngerland ist kom̄en / newlich fürwar / in disem jahr / hand sich die Christen zu sam̄en. Gar dapffer vnd gantz wol geruͤst / gien⸗ gen zu Schieff nach allem lust / gar spat in disem jahre / mit viel geschuͤtz / zu jhrem nutz / sind die Donaw ab gefahren. Haben sich gar wol versehen schon / mit Proviant vñ Monition / sturmleiter Schiff brucken zusammen / fuͤhren mit macht / tag vnd nacht / biß sie fuͤr Ofen sind kommen. Des morgens vor dem tag geschwind / balt auß den Schiffen gangen sind / sie ruck⸗ ten fuͤr alt Ofen / gar still zu vor / sprengten die Thor / da hat sich bald erhaben. Ein Lermen in der gantzen Statt / die Chri sten hand geschwind vnd gerat / die sturmlei⸗ ter an gehangen / gewaltigen streit / auff bei⸗ der seit / hat sich da angefangen. Die Christen drungen mit gewalt hinein ein jeder wolt der erste sein / das muß man von jn sagen / die Teutschen trew / Walonẽ frey / thetens gantz Ritterlich wagen. Die Tuͤrcken auch in der gestalt / werten sich mit gantzer gewalt / gantz tapffer vber die massen / die Christen gut / gar wol gemut wolten gar nicht nach lassen. Der Frantzosen Oberst auff den plan / er fuͤrt die Kriegsleut dapffer an / wol zu der selbigen stunden / bruchten sich / gantz Rit⸗ terlich / vil tuͤrcken bracht er zu grunde. Der Junge Helt mit einem schoß / wirt getroffen von dem Schloß / ist Ritterlich ge⸗ storben / vmb Christus nam / sein Geschlecht vnd stam̄ / ein ewigs lob erworben. Gewaltig vil Christen zu der stund / blei⸗ ben todt vnd vil verwund / hoch Geschlecht jung vnd alten / doch hands den sieg / gantz Ritterlich / durch Gottes genadt erhalten. Die tuͤrcken getrieben von der wehr / drey tausent tuͤrcken oder mehr / sind auff dẽ platz geblieben / hand sich mit noht / in die ander Statt / vnd auff das schloß begeben. Hand teglich noch grossen streit / auß Pest auff die ander seit / weren sich mit ge⸗ walte / doch koͤnnens nicht / wie ich bericht die lenge sich nicht erhalten. Man schickt den Christen spat vnd fruͦ / geschwind gar vil huͤlffe zu / mit namen der von Moͤrsburg / vnd alle sach / sind auch da⸗ hin kommen. Ligen zu Feld geruͤst auffs best / das der Tuͤrck mit seine gest / sein Volck nit kan ent setzen / muͤssen durch zwang / wider jrẽ danck / sich ergeben zu letzte. Gott geb seyn geluͤck vnd segen frey / be⸗ huͤt sie vor verraͤtherey / er kan alles vnge⸗ luͤck wenden / stewers Herr mit macht / der tuͤrcken pracht / es steht in deinen henden. Das helff vns Gott / in Ewigkeit / behuͤt vns fuͤr truͤbsal vnd leyd / die gantze Christen heit zusamen / halt Landt vnd Statt / in gu⸗ tem friedt / durch Jesum Christum Amen. Das ander Lied. EJn Liedlin will ich singen / nun mer⸗ cket wol darauff / hoͤrt wunderliche din⸗ ge / wol võ dWelt lauff / wie alle haͤndel sind geschwaͤcht / an allẽ orten wie man sicht / es ist schier gar kein stand / wie man weiß es ist ver⸗ wandt. Den wucher treibt man sehr / sieht man in al⸗ le landt / vnd nimpt je lenger je mehre / leider gar vberhandt / dann der geitzteuffel hat kein ruh / schoͤret allzeit jmmer zu / es gebet jm̄er wie man weiß / vber der armen blut vnd schweiß. Die verkauffer inn gemeine / kraͤmer sind ab gericht / die maͤßlin sind gar kleine / kurtz elln vnd ring gewicht / man muß es doppel zalen thewr / vnwilliger weiß gantz vngehewr / gestossen Würtz die hat man feyl / ist kaum dran gut das halbe theil. Die Gastgeber vnd Weinschencken / wissen sich zu richten fein / sie treiben seltzam schwenckẽ sie koͤnnen wol zweierley wein / auß einem Faß zapffen gerag / Dasselbig bringt jn keinen scha⸗ den / wañ die Gaͤst seind lustig vnd vol / es schme cket jhn doch gleich wol. Die Bierbrewer der gleichen / die seind ein theil gar stoltz / sie werden bald reiche / sie sparen Hopff vnd maltz / der Bierwirt nimpts hin / ha⸗ ben gar kleinen gewinn / giessen dünne bier offt darzu / deß sind die Geste wenig fro. Die Goldschmid heißt man Herren / von we⸗ gen jrer Kunst / die Buchtrucker auch mit Ehrẽ / die mahler nit vmb sunst / Glaser / Formschnei⸗ der in gemein / Papyrmacher groß vnnd klein / schreiber muͤssen auch darzu / schreiben ein X wol vor ein V. Apotecker vnd Balbierer / die Bader sind ge⸗ cheid / vnd die da distillierten / troͤsten die kran⸗ cken Leut / Die auff dem Marckt schreyen laut / gut Thirtackel vnd Wurm kraut / geben eim je⸗ den guten raht / dieweil er Gelt im Seckel hat. Die Schlachter die thun trachten / sie lauffen nah vnd weit / bey tag vnd auch bey nachte / sie wissen jhr bescheid / sie schlachten offt ein alte Kuh / heissens Ochsenfleisch darzu / haben sie dann ein alte geiß / verkauffen sies fuͤr schaͤffen fleisch. Die Müller vnnd die Becker / wissen wol zu halten hauß / danck haben die grossen secken / die helffen jn wider auß / wissens darnach zu backen wol / aussen glat innen holl / Doch die from̄en in gemein / wissen sich zu halten fein. Kannengiesser vnd schwertfeger / Messer⸗ macher vnd schloͤsser fein / Schmide vnd Plattẽ⸗ schleger / die Nadler in gemein / die Rohtgiesser / Kupfferschmidt zumal / was handelt mit Eysen vnd Stahl / arbeiten vil in grosser hitz / ein kuͤler trunck der wirt jhn nuͤtz. Die Schuster vnd Gerber / die Sadler an der stett / Seckler / Riermer vnd Ferber / die kuͤrß ner muͤssen mit / putzen das Leder / troͤsten die Gaͤst / machen die Arbeit nit zu fest / so wirt dem handel nachgestelt / das macht allein das liebe Gelt. Die Schneider sehen es gern / man bringt jns tuch zuhauß / kan desto besser zehrẽ / es hilfft jhm wider auß / macht er dann einem ein kleid / der den handel nit versteht / felt ein stuͤck vnder den Tisch / kompt jhm eben gewiß. Zimmerleut vnd Faßbinder / die Wagenma⸗ cher gut / Dischler / Draͤher geschwinde / auch Schnitzer wol gemuth / Die Koͤrbmacher auch vorauß / wann sie kom̄en ins Wuͤrtshauß / ne⸗ tzen sie sich zim̄lich wol / Scheiden nicht bald sie sind dann voll. Ziegler vnd Steinhawer / Die Toͤpffer an der statt / Decker vnd auch die maͤurer / tagloͤhner die man hat / was er den Sommer hat verdient / verzert den Winter gar geschwind / gemeinig⸗ ich haben sie den Brauch / trincken gern es schmeckt jn auch. Hutmacher vnd Tuchscherer / die thuchbereiter gemein / es sind auch gute zehrer / wo sie beysam men sein / Knappen / Leinweber geschwind / ist meist ein versoffen gesind / Seyler / Buͤrstenbin⸗ der ohne spott / hoͤren zusamen in ein Rott. Die Fechter vnd die springer / trommer in gemein / die Spielleut Kriegsleut singer / wo sie bey sam̄en sein / halten sie nach jhrem manier / by dem Wein vnd bey dem Bier / wann sie kom̄en recht in sauß / daselbst ist wenig ruh im hauß. Die Schiffer vnd Fischer eben / die fahren vff der See / vnd was jn Gott thut geben / das thut jhm wol vnnd wehe / in sturm vnd wind sag ich fuͤrwar / verdienen jhr Gelt mit gefahr / wann sie zu landt kommen bey zeit / so ist vergessen al⸗ les leyd. Die posten vnd Bottenleuffer / reisen im lan⸗ de weit / es wird jhn sawer zuhauffen / die Kut⸗ scher vnd Fuhrleut / wenn sie haben ein boͤsen tag / leiden offt groß vngemach / ein guter abent thut jn wol / sauffen sich wider toll vnd voll. Die da Bauwen den Acker / muͤssen hierbey gerad / Die Gartner vnd Weinhacker / warten auff Gottes genad / Die da pflantzen korn vnnd Wein / Gott geb in regen vnnd Sonnenschein / Das sie fuͤllen Scheuren vnd Faß / so trinckens ein meßlein desto baß. Die Bawrs Weiber zwaren / halten sich vn⸗ gemaͤß / wanns in die Statt thun fahren / ver⸗ faͤlschen butter vnnd kaͤß / faul eyer / waͤsserige milch / verkauffens thewr vnd vnbillich / wollen noch bleiben vngeschmecht / meinen sie haben gut fug vnd recht. Hiemit will ich beschliessen / mein Liedlein vnd Gedicht / keiner laß sichs verdriessen / Die From̄en mein ich nicht / auß kurtzweil hab ichs gemacht / damit bleib ich gantz onuerdacht / ein jeder geb auff das seine acht / dar⸗ mit Ade zu guter nacht. E N D E. Show less

Wunderfang in Holstein; Von einem ungerathenen Sohn, 1599
Zwo warhaffte / erschrockenliche newe Zeitungen. Die Erste. Von einem Alandt Fisch / so zu Holstein den 2. Hornung di⸗ ses 1599. Jars / von einem Fischer ge⸗ fangen / welcher vmb den Halß ein Kroͤß / auff dem Rucken ein Menschen hand mit einer Ruͦtten wunderlicher gstalt getragen. Die... Show more Zwo warhaffte / erschrockenliche newe Zeitungen. Die Erste. Von einem Alandt Fisch / so zu Holstein den 2. Hornung di⸗ ses 1599. Jars / von einem Fischer ge⸗ fangen / welcher vmb den Halß ein Kroͤß / auff dem Rucken ein Menschen hand mit einer Ruͦtten wunderlicher gstalt getragen. Die Ander. Von einem vbel gerhatnen Son / so nach seiner Eltern todt / sich ins Teüf⸗ fels gstalt gekleidet / vnd wie es jhm ent⸗ lich ergangen / beide in des Stoͤrtzẽ⸗ bechers thon gsangs weis gestelt. Getruckt zu Erdfurt / bey Georg Sachs / im Jahr / 1599. ACH Gott wie schroͤcklich wund groß / hoͤrt man jezunder ohn vnderlaß / an allem ort vnd enden / auffrur hebt sich in Teutschem land / vil wunderzeichẽ man⸗ cher hand / ans Him̄els Firmamente. Welchs alls den Menschen zur warnũg gschicht / noch acht man solches alles nit / je mehr Wunder vund Zeichen / der lieb trew Gott vns bildet für / jhe lenger je aͤrger wer⸗ den wir / kein Mensch laßt sich nit mehr er⸗ weichen. All Welt treibet nur drauß das gspoͤt / wann man von Gottes straffen redt / drum̄ muß das Meer auff erden / vnsre scharpffe Bußprediger sein / den zorn des Herrn an⸗ zeigen fein / ob wir vns einmal bekeren wer⸗ den. Wie dañ nach der mindern jars zal / der gütig Gott vns abermal / zu Holstein mer⸗ cket eben / den andern Hornung dises jars / ein Wunderthier vns offenbart / zu bessern vnser Gottloß leben. Ein abschewlicher Aland Fisch / gefan⸗ gen ward sehr wild vñ frisch / seltzamer form vnd gstalte / seit die Welt ist gestanden hie / ward gsehen solch Meerwunder nie / wirdt auch hernach nit gsehen balde. Ein Kroͤß von Fleisch gewachsen rund / vmb seinen Kopff vnd vmb den schlund / an der form groß vnd lange / auff seim rucken ein menschen Hand / ein Ruͦt drein gflochtẽ auffrecht stund / dem Fischer wurde angst vnd bange. Lieffe von stund an mit dem Fisch / inn dStatt hinein zur selben frist / machts dem Volck offenbare / vil hundert Mañ / Wei⸗ ber vnd Kind / auff den Platz eilents gloffen sind / diß groß wunder zu sehen dare. Was nun das Kroͤß am Fisch bedeut / jr außerwoͤlte Christenleut / beide junge vñ alte / die Hoffart groß inn allem stand / so vber dmaß nimpt vber hand / auff schlecht trachten wil niemand mehr halten. Gott hat gebunden ein scharpffe Ruͤt / will straffen solchen vbermut / glaub mir in kurtzen zeiten / die Leut wie Affen stellẽ sich / mit frembder Kleidung wunderlich / das thut die Hand bedeuten. Auch thut die Ruͦt anzeigen an / ein new auffrhur die werd entstehn / in vnsern Teut⸗ schen Lande / zerstoͤrung / blutuergiessẽ vil / spuͤren wir leider vor der Thür / so vns soll kommen zu handen. Darumb nichts bessers weisse ich / zur buß ein jeder rüste sich / Gotts zorn hiemit zu stillen / laßt vns Gott fallen in sein Ruͦt / er ist barmhertzig / milt vnd gut / leben forthin nach seinem willen. D Hoffart laßt vns ablegen thun / dañ Gott hat kein gefallen dran / vom Teuffel ists auffkom̄en / doll / wuͤste Kroͤß hat er er⸗ dacht / die Leut zu lauter Narren gmacht / jr mut / siñ / hertz gantz vnd gar eingnom̄ẽ. Gott woͤll des Teuffels falsche list / der vnser abgsagter Feind ist / außtilgen vnnd zerstoͤren / geben gut frid vnd einigkeit / vns allzeit bhüten vor hertz leid / die seligkeit vns entlich bscheren. Amen. Das ander. HOert zu jhr Herren ein Abenthewr / so sich hat zugetragẽ hewr / im Voit⸗ land mercket eben / in eim Flecken Roßbach genant / da sassen zwey Eheleut bekannt / hetten bey jhrem leben. So gar ein ohnerzogen Kind / wie man der leider noch vil findt / liessen jm all mut⸗ willen / sein junge tag legt vbel an / bey jung Gsellen war vornen dran / thet müssig ghen sauffen vnd spielen. Das er mit ehren sich ernehrt / hat man jhn Schneider handtwerck glehrt / es sturbẽ bald die Alten / ein hüpsch zart Frewlin wolt er han / vnd solt er mit jr betlen gon / wolt selbs Juncker sein vnd haußhalten. Sein pracht der wehrete nit vast lang / sein Taler bekamen haller klang / krebsgãg gewan sein sache / bey jm selber gar offt ge⸗ dacht / wie er nur Gelt zu wegen brecht / thet jm kein gwissen darumb machen. Ein Kleid thet er zurichten bald / gar grewlich in des Teuffels gstalt / von wund seltzam Farben / ein Affenmaul macht er fürs Gsicht / auff dem Kopff zwey Bocks⸗ horn zugricht / mit einr scheutzlichẽ larffen. Versteckt sich bey dem vollen Mon / vm̄ mitternacht bey eim alten Mann / der saß allein im Hause / wußt wol das er het Gold vnd Gelt / weil ers jhn offt het gsehen zelt / macht jhm ein grosses grausen. Trat bald bey dem liechten Monschein / zum alten Mann fürs Beth hinein / mit sehr grob / lauter stimme / der alt fragt / wz bist für ein gsell? Er sprach der Teuffel auß der Hoͤll / du must mit mir von hinnen. Du hast dein Tag vil vnrechts thon / drumb mustu jetzt mit mir daruon / der Alt erschrack gar sehre / schrie trewer Gott hilff mir auß not / laß mich nit werden zschand noch zspot / verlaß mich nit O lieber Herre. Der Teuffel sprach / es hilfft kein bitt / ich nimb dich hin / du must nur mit / oder du must mir geben / gar willigklich dein bares Gelt / so du hast abgschaben der Welt / es kostet dein edel Seel / auch leib vnd leben. Der alte Mann jetzund vermeldt / gab im auß schrecken all sein Gelt / dem Teuffel gfiel es eben / macht sich hinauß in dz wirts⸗ hauß / schlem̄et / demmet dapffer im sauß / fuͤrt mit gut gsellen ein stoltz leben. Da das Gelt durch dGurgel ward gschnapt / ein reichẽ Juden er erdapt / must im auch ein Gloch zalen / d'Jud gieng heim bey finster nacht / auff weitem Feld sich zu im macht / fuͤr jn an grausamlich dißmale. Wa nauß sprach er du Hebreischer laur? hett ein stuck Speck / stieß jhms ins Maul / der Jud erschrack gar sehre / ruͤfft an Moi⸗ sen vnd Heliam / darzu den Vatter Abra⸗ ham / hett gwoͤlt er wer vber sweite Meere. Der Teuffel dacht inn seinem sinn / der boß wirdt dir auch bringen gwin / des Juden Taͤsch im gfiele / riß jhms als bald vom Leib hinweck / vnnd stieß den Juden nauß in den Dreck / das es drinn wie ein Schwein thet wuͤlen. Der Jud hett gschworen einen Aid / d' leibhafft Teuffel steck im Kleid / zwey hun⸗ dert gulden bare / dißmal er jhm abgnom̄en hat / war das nit ein sehr freuel that / pan⸗ cketiert aber ein halbes Jare. Da er das Gelt hett schier verthon / greifft er ein reichen Furman an / mit jetz gemelten sachen / der Furman rüst sich wie ich sag / des morgens gar frue vor dem tag / der schimpff thet sich auch da machen. Wolt Wein holen im Franckenland / d' Schalck hett jhm den weg fürgrannt / ins Teuffels gstalt geleiche / auff den Furman grewlich zu tringt / im auch den Bentzena⸗ wer singt / kundt jhm mit nicht entweichen. Sprach / du hast vil vbels gethon / gut Wein auß den Fessern gelohn / wasser dar⸗ für drein gossen / den Wein gsoffen auß vbermut / vnrecht gwunnen dein Gelt vnd Gut / wenig hat man dein gnossen. Mir ist zuglassen der gewalt / wa mir dein Gelt nicht zeigest bald / in dHoͤll mit dir zu faren / der Furman sprach auff dem Wa⸗ gen / im laͤren Faß ists eingeschlagen / laß mich gehn / nimb alls hinweg bare. Dem Teuffel die red gar wol gefelt / sprang auff den Wagen / sucht das Gelt / kondts in der eil nicht finden / der Furman dacht in seinem sinn / das muß kein rechter Teuffel sein / sein Axt erwischt er bhende. Er schlug den Teuffel an sein kopff / vom Wagen fiel der lose tropff / der Furman thet vmbwenden / sagt den Leuten die newe maͤhr / wies jm auff der straß gangen wer / offenbart alle sachen bhende. Wie er den Teuffel erschlagen hett / vil Leut die lieffend auff der Stett / wolten den Teuffel sehen / sie kannten den Schneider Arm vñ Reich / sagten zusamen alle gleich / im ist eben recht gschehen. Des Teuffels Kleid zog man jhm auß / das Vrtheil gab auff dem Rhathaus / also tod an Galgen zhencken / das war sein recht verdienter lohn / ein Oberkeit dem frommen Furmann / fuͤnfftzig gulden thet darzu schencken. Weil er den Teuffel hett vm̄bracht / ein jeder der hab fleissig acht / vorauß die junge knaben / solln handlen recht vnd liebẽ Gott / das sie nicht werden zschand noch zspot / Vatter vnd Mutter in ehren haben. Dann boͤse that vnnd vbermut / hat inn die lenge nie thon gut / ein Sprichwort faßt zu hertzen / es wirdt gespunnen nichts so klein / es kompt ein mal an dSonnen schein / der lieb Gott leßt mit im nit schertzen. Ende. Show less

Wundergeburt in Kassel, 1599
Ein warhaff⸗ tige / zuvor vnerhoͤrte neu⸗ we Zeytung / wie GOtt der All⸗ maͤchtig sein Macht an vns erzeygt / in dem er ein wunderbarliche Geburt / von einem Kind welches mit sich gebracht hat in der rech⸗ ten Hand / ein Koͤrnaͤher / vnnd in der lincker Hand / ein Weintrauben / vnd in der... Show more Ein warhaff⸗ tige / zuvor vnerhoͤrte neu⸗ we Zeytung / wie GOtt der All⸗ maͤchtig sein Macht an vns erzeygt / in dem er ein wunderbarliche Geburt / von einem Kind welches mit sich gebracht hat in der rech⸗ ten Hand / ein Koͤrnaͤher / vnnd in der lincker Hand / ein Weintrauben / vnd in der mitte deß Leibs / ein blutiges Schwert / vnd darmit ange⸗ zeigt / was GOtt mit diesem Zychen meine / der Christenhei zu einem Beyspill vnnd Exempel / geschehen in der Statt Kassel / inn dem Land zu Hessen. Geschehen den 12. Tag Mertzen / deß 1599. Jars. Jm thon / Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn. Getruckt zu Franckfurt am Mayn / bey Johann Kolitz. 1. HOrt zu ich will euch singen thun / Jhr lieben Christen in gemein / Von vnerhoͤrten dingen / Von ein erschroͤcklichen Geburt hilff Gott das mir gelinge. 2. Als man zelt tausent fünffhundert jar / Vnd neun vnd neuntzig die Jarzal war / Den neunten Mertzen ist gesche⸗ hen / Die warhafftig vnnd trawrig Ge⸗ schicht / dar von ich euch will geben Be⸗ richt / vnd die warheit anzeigen. 3. Ein Statt inn dem Hessenlãd / Kas⸗ sel wirt sie genannt / Darinn da thette wohnen / Ein Burger reich vnd from̄ / Er hat ein Weib zu diser Stund / Was Gottsfoͤrchtig deßgleichen. 4. Jetzunder will ich zeigẽ an / Wies mit der Frawen zu thet gohn / Was sie da thet gebaͤren / Ein Kindlin wol auff dise Welt / War gar wunderlich gestalt / Vil Leuth habens gesehen. 5. Jacobus Henßler ward er genannt / Ein Bierwürdt ward er wol bekannt / Schrey gar mit lauter Stimme / Ach trewer Gott sich vns bey / Was mags für ein wunder Gottes sein / Will vns Gott darmit straffen. 6. Was das jetzt fuͤr ein Zeichen sey Ein Korn es inn der rechtẽ Hand frey / Damit thut es anzeigen / Das Gott diß jar in seinem Thron / Woll vns ge⸗ ben gerad Korn vnd Wein mit hauffen / Damit der arm gemeine Man / Sein armes Hertz erlaben kan / Vnnd Gott den Herren preisen. 7. Nach disem es auch tragen thut / Ein weintraub inn der linckẽ Hand zu muth / Darmit thut es anzeigen / Das Gott woͤll vns deß Him̄els thron / Woͤll vns diß Jar gar nicht verlon / Mit Wein merckt weiter an das wunder. 8. Was doch bedeut dz blutig Schwert / Euch Christe Mensch auff diser Erdt / Thut es groß wunders anzeigen / Das jetzunder die Menschẽ Kinder / Alle mit Neyd vñ Haß Wucher verbundẽ seyen / Groß Krieg werden wir diß Jar haben. 9. Vnd zeig auch: jedem fein / Wie die Juget wider die Eltern sein / Vñ thund sie mehr verlachen / Vnd schlagẽ solchs in den wind / thund wie andere verwend⸗ te Kind / Die Gottes Wort verachten. 10. Do es solches hat auß geredt / Hat es sich bald zu der Erden kehrt / Vnnd ist gar bald verschieden / Vnnd lage mehr dann ein gantze Stund / Das deß Blut lieff auß seinem Mund / Darnach hat mans begraben. 11. Da man das Kind begraben hett / Hoͤrdt was sich am Him̄el hat erzeygt / Ein fehwriger Wolcken merckt eben / Darauß so bald erspringen thet / Ettli⸗ ches Fewr fiel auff die Erd / Ach Gott laß dichs erbarmen. 12. Derhalbẽ jhr liebe Kinder fein / Solt Vatter vñ Mutter gehorsam sein / Alle Hoffart solt jhr meyden / Vnd fleissig in die Kirchen gon / Vnd ewere Eltern in ehren han / Verleicht euch Gott lan⸗ ges Leben. 13. Das Gesang ich jetzunder beschlies⸗ sen will / Jch bitt euch alle in der still / Vnnd fassets wol zu hertzen / Das vns Gott nit woͤlle verlohn / Sonder vns trewlich beystand thun / Durch Jesum Christum Amen. Ein ander schoͤn Lied. ES ist gewißlich an der zeit / das Gottes Sohn wirt kom̄en / in seiner grossen Herrligkeit / zu⸗ richten boͤß vnd from̄en / da wirt das la⸗ chen werden thewer / wann alles soll zer⸗ gehn im Fewr / wie Paulus daruon ge⸗ zeuget. Posaunen wirt man hoͤren gahn / an aller Welt Ende / wirt GOtt fordern fuͤr seinen Thron / alle Menschen gar behende / da wirt der Todt erschraͤcken sehr / wann er wirt hoͤren newe Maͤer / das alles Fleisch soll leben. Ein Buch wirt da gelesen bald / da⸗ riñ so steht geschriben / wie Gott wirt richten Jung vnd Alt / soll nichts ver⸗ borgen bleiben / da wirt eim jeden kom̄en zu Hauß was er da hat gerichtet auß in seinem gantzen Leben. Hilff du heilige Dreyfaltigkeit / das mein Nam werd gefunden / jhm Buch deß Lebens allzeit / an meiner letzten Stunde / weich nicht von mir Herr Jesu Christ / der du allzeit mein Helffer bist / du woͤllst von mir nicht scheiden. Was wird ich armer Sünder dann / vor deinem Richtstuͤl sagen / was wird ich für ein Fürsprecher han / der mir mein Sach fuͤrtrage / das wirst du thun Herr Jesu Christ / di weil daß du gebo⸗ ren bist / all Sünder zuerloͤsen. Was ich Herr meine Sünd bedenck / meine Augen die thun weinen / wañ ich die ewige Frewde bedencke / mein Hertz thut sich erfrewen / HErr hilff das ich dein Angesicht / moͤg sehen mit mein Augeliecht in dem ewigen Leben. Herr Jesu Christ du machst es lang / inn disen boͤsen Tagen / den Leuten wirt auff Erden bang / laß sie doch nicht ver⸗ zagen / schick jhn den Troͤster den Heyli⸗ gen Geyst / der sie beleyt inn das Himmelreich / durch Jesum Christum / Amen. Show less

Von einer Kindsmörderin, Folter und Hinrichtung in Trier; 1599
Ein warhaff⸗ tigen bericht vnd neuwe zeittung von einem kloster wel⸗ ches ligt ein halbe stund von dro⸗ ben im schloͤssiger Land von der Aabttissin welche grosse vnzucht getrieben mit einem vogt welche zehen kinder mit im gehabt / vnnd dieselbigen jaͤmerlich ermoͤrdt vnnd vmbs laͤ⸗ ben... Show more Ein warhaff⸗ tigen bericht vnd neuwe zeittung von einem kloster wel⸗ ches ligt ein halbe stund von dro⸗ ben im schloͤssiger Land von der Aabttissin welche grosse vnzucht getrieben mit einem vogt welche zehen kinder mit im gehabt / vnnd dieselbigen jaͤmerlich ermoͤrdt vnnd vmbs laͤ⸗ ben gebrach / vnnd wie sie Gott hatt halb ver⸗ singen lassen dardurch es ist offenbar worden vnd wie sie ist gerichtet worden inn der Fürst⸗ lichen Statt Trier wie jhr im gesang hoͤren werden geschehen den drit⸗ ten tag Aprillen deß neün vnnd neüntzigsten jahrs. Jm thon hilff Gott das mir gelinge / rc. Getruckt zu Coͤln bey Stef⸗ fan Schreiber. ACh Gott ich moͤcht wol sin⸗ gen so sicht mich traurẽ an / die noth die thut mich zwin⸗ gen das ich muß zeigen an / den jamer elend vnnd grosse not / die sich hatt zu getragen laß dich er⸗ barmen / O Gott. Als man zelt tausent fünff hun dert vnd neun vnd neuntzig jar / den dritten Aprillen besonder / das ist gewißlich war / do hat sie zu getragẽ ein erbaͤrmtliche that / in einem frauwen kloster / laßt dichs erbarmen / O Gott. Ein Statt die thun ich neñen / leid in dem schloͤssinger Land / troben thut man sie nennen / nit weyt darvon thet ston / ein kloster zu Sant Torethea genant / was sie dorin hand getreibẽ / laßt ench zu hertzen gohn. Jetzunder wil ich anfahen / sin⸗ gen den rechten grund / wies in kloster zu ist gangen / merck wey⸗ ter zu der stund / last euch die ge⸗ schicht zu hertzen gon / zehen kin⸗ der han sie verderbt / O Gott ins himmels thron. Nit weyt vom kloster thet ligẽ ein schloß hieß felsenstein / darin da thette wohnen ein vogtt war hübsch vn fein gefiel der Aabtis⸗ sin von hertzen wol sie thett noch im schicken / gastrey mit ihm hal⸗ ten soll. Jr bullerey thetten sie treiben / wol viertzehen jar lang / darinn hatt sie getrieben groß vnzucht mich verstand / wann sie ein kind gebaͤren thet zustucken thets sies verhauwen / warffs in das was⸗ ser tieff. Das erst kind thet sie nemmen / te Gottloß verrucht frauw / der teüffel thet sie blenden / es leyden den todt schnit im ab die kaͤllen sein / es moch ein stein er⸗ barmen / warff ins wasser mit peyn. Als in die schantz war gerottẽ / durch teüffels list vnd schein / hat sie sich weyter besiñet / schickt noch dem vogt hin / sprach in bald wei⸗ ter an / mir wollens gar bald wa⸗ gen / es kraͤyt darnach kein hann. Als sie hett vollbracht die schroͤckliche thatt die kinder hett ermoͤrdet es must erbarmẽ Gott / die kloster frauwen an dem end / habẽs herauß woͤllen ziehen dar⸗ mit es verschwiegen bleyb. Aber es wolt nit helffen / die sach mußt kommen an tag / dann Gott laßt nichts vngerochẽ / wie die geschrifft selber sagt / kein fad klein nit gespoñen ist / es kombt an die Soñen / bedracht ein from mer Christ. Mañ kam gar bald gegangen fragt sie mit wortẽ schon / do thet sie bald bekennen / vnd zeiget gar bald an / die groß vnzucht vnnd hurerey / mit wem sies hab getrie⸗ ben es ist / kein fanthasey. Als sie hatt bekennet / vnd zei⸗ get gar bald an / die kinder sol man suchen / man werd sie finden thun / jetzũdt in deß wassers tieff / zehen kinder thet man findẽ / wa⸗ ren noch so frisch. Dornach hat mans herauß ge⸗ zogen / furts zum Churfürsten hin / do hatt man bald erkennen thun / mit seinen Geystlichẽ raͤh⸗ ten wie jhr werd hoͤren thun. Das vrtheyl war jhr ergangẽ / das von wegen jrer thatt / beyd augen solt mann jhr auß stechen / darnach sol man sie nem̄en schon / vnd lebendig begraben thun / ein rhor in jhr muns richten / vnden vnd oben thoͤrn. Der halben wil ich euch bitten / jhr weiber in gemein / jungfrau⸗ wen auch mit namen / jhr seyen groß oder klein / laßt euch nit ver⸗ fuͤren thun / treibt ein züchtiges leben wirdt euch Gott geben die ewige krone. Wer das begert sprech Amen / durch Christum vnseren Herrẽ / vnd bitten Gott allsam̄en erwoͤl⸗ len vns erhoͤren / das mir nach di⸗ ser betriebten zeyt / mit Christo moͤgen leben in seiner heerligkeit. Show less

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