Belagerung von Hatvan, 1596
Newe zeytung / Wie der Durch⸗ leuchtigst vnd Hochgeborne Fürst vnd Herr / Herr Maximilian erwoͤlter Koͤnig in Pollen / die Statt vnd Ve⸗ stung Hatuan in Vngern / auff den 16. tag Au⸗ gusti / belegert / vnd den 3. tag September in disem 1596. Jar / Gott lob / mit sturmen⸗ der hand erobert /... Show more Newe zeytung / Wie der Durch⸗ leuchtigst vnd Hochgeborne Fürst vnd Herr / Herr Maximilian erwoͤlter Koͤnig in Pollen / die Statt vnd Ve⸗ stung Hatuan in Vngern / auff den 16. tag Au⸗ gusti / belegert / vnd den 3. tag September in disem 1596. Jar / Gott lob / mit sturmen⸗ der hand erobert / vnd grosses Gelt vnd Guͤtt bey jhnen gefunden. Jn Gesangweiß / wie man den Graffen von. Serin singt. Ein anders / Wie der Türck mit den gefangnen Christen handelt. Jm Thon: Ewiger Vatter im Himmelreich / rc. WAcht auff jr from̄e Christen / vernembt ein zeitung guͦt / vnser Volck thet sich risten / sie waren in gutem muͦt / hatten auch lust vnd freuden / vermeindten auff Ofen zu / vndter weg kam bescheyden / auff Hatuan muͦs⸗ ten sie streitten / dem Tuͤrcken lassen kein rhuͤ. Ertzhertzog Maximilianus / vom Kayser ward bestelt / zum Feld Oberstẽ schone / der Schwartzen⸗ burger ich meld / zu einem Feld Marschalcken / zu Roß vnd auch zu Fuͤß / sie thetten sich Ritterlich halten / hett kainer dran verdruß. Jm Feld wurdens preparieret / das Volck zu fiehren an / das es moͤcht sein geziehret / vnnd was außrichten kan / darmit das Kriegsvolck moͤchte / ein wollust darzu habn / wie dañ manche frumbe knechten / haben offt Ritterlich thuͤn fechten / vnd gsprungen in manchen Grabn. Yetzunder thuͦ ich sagen / meld auch die zeyt vnd stund / den fuͤnfftzehenden tagen / im August thuͦ ich kundt / macht mau sich auff geschwinden / vnd zog auff Hatuan zu / mit lautter frischen gfinden / die Türcken thetens finden / sie liessen jn kein rhuͦ. Zu Hatuan die Türcken zmalen / hetten vnser Volck ersehen / sie thetten gschwind herauß fallẽ / ein scharmitzel wurd gschehen / sie theten auch nicht meinen / das vnser Volck so starck sey / da hoͤrt mã klaͤglich weynen / von grossen vnd auch kleinen / auch jaͤm̄erlichs geschrey. Vnser Volck hett sich gschlagen / mit sampt jrẽ geschuͤtz / bey Erlau thuͦ ich sagen / sie brauchten guͤtten witz. Herr Greiß mit seinen Knechten / hiel⸗ ten sich zimlich wol / thet sich Ritterlich wehren / mit seinẽ trewen vñ ehren / ließ da sein Lebẽ zmal. Die Türcken theten weichen / die vnsern setzten nach / vnd theten dapffer streichen / nach Hatuan war jhn gach. War doch schlecht an zu schawen / ligt auff der ebne zwar / zwo klaffter dick die Mau⸗ ren / sing ich ohn alles trawren / man schantzet gar gschwind dar. Da man hinzu thet kom̄en / filt man die graͤben auß / mit buscheln wie vernom̄en / erst huͤb sich an ein strauß. Die Türcken fewr worffen / deßgleichẽ Stein vnd kalck / haben manchen Christen trossẽ / aber wir thuͤn verhoffen / werd vns nicht schaden arck. Die Christen thetten erbittern / warn wild vnd topten sehr / die Maurẽ sach man zittern / erst sach das Türckisch Heer. Den Zaun thet man abhau⸗ en / des Herren Greisen knecht / die macht man gut auff trawen / erst thetens recht auffschawen / hetten sich nicht ghalten recht. Dieselbigen thetẽ schantzen / etliche tage lang / auff dreyen hauffen gantzen / die Statt die lag im zwang. Die Türcken wurden zaghafften / vmb ein Vhr nach mittag / da hett man gnuͤg zuschaffen / die Tuͤrcken waren entschlaffen / den Christen war gar gach. Die Schwaben vnd auch Bayrn / die Vngern dazu mal / die Boͤhm vñ auch Maͤhrn / die laufftẽ. sturm̄ all. Die Türcken thetten sich wehren / vnd tribens dapffer rab / ehe der dritt hauff thet kom⸗ men / hett der Türck in der summen / den Christen gezwagen ab. Als bald hernach zur stunde / kamen 3. Schwe⸗ bisch Hauptleut / die man wol neñen kundte / die richten auß guͤt bscheid. Herr Rott heist einer mit namẽ / darzu der Herr Braͤutschwert / Herr Wel⸗ ser in Gottes Namen / die stunden dapffer zsam⸗ men / die Knecht wurden gewert. Die Pforten wurden offen / ein würgen fieng sich an / als was man hat antroffen / es war Fraw oder Man. Darzu schlagen vnd schiessen / rauben vnnd moͤrden vil / da war groß bluͤtvergiessen / manchen Türcken thets verdriessen / es war ein Ritterspil. Etlich Weyber thuͦ ich jehen / hat man von Ossẽ hin gflet / ellendtlich thetens sehen / da helffẽ wolt kein bett. Gar schoͤne Weyber zarten / mit gold vñ silber ziert / dern soll man fleissig warten / in disem rosen garten / wurden jhr Maystatt verehrt. Fuͤnff hundert Pferd thuͦ ich sagen / die waren wol geziert / haben vil Gold vnd Silber getragen / das nam jhr Koͤnigtlich Wuͤrd. Die andern Be⸗ felchsleutten / die sprüsten sich auch fein / vnder dẽ Tuͤrckischen Heiden / von gold silber geschmeiden / wie sichs bekamen fein. Die Spangen von den Pferden / was man rab schneiden kund / auch was sie nur begerten / dz funden sie zur stund. Was die Türcken versenck⸗ ten / das fand mancher Wallohn / den Krieg wirt mancher dencken / wañ mans nur offt thet schen⸗ cken / so het man lust daran. Die Wallen auß einer gruͤben / die haben zogẽ rauß / drey zimliche grosse Truhen / das heist gar wol gehaußt. Dariñ da ist gewesen vil Silber vñ auch Gold / da kundens wol genesen / sie weren sonst verwesen / 18. stuck ich melden solt. Von groß vnd kleinen gschützen / die ander waren verderbt / die braucht man noch zu nützen / vil Vichs hat man ererbt. Auch wil ich euch anzei⸗ gen / was da gebliben ist / von Armen vnnd auch Reichen / mit disem sturm̄ steigen / 400. Menschẽ Christ. Achtzig gefangnen Christen / wurden er⸗ ledigt auß / jhr leben thet man fristen / nach dem Christlichen brauch. Die danckten Got auß Gna⸗ den / mit weinenden augen sehr / das er jn halff auß schaden / ach Herr thu vns begnaden / bhiet vns vorm Tuͤrckischen Heer. Beeg von Hatuan wurd gfangen / jhr Koͤnig⸗ klich wirden bracht / von Villeg Beeg mit namẽ / wurd nider ghaut mit macht. Auch der Beeg von Orselan / ward Stallmeister zur stund / hat auch gesagt dermassen / ehe er seine Pferd wolt lassen / wolt er sterben zur stundt. Nicht lang da thuͦ ich sagen / ein Vnger kam zur stund / thet im sein Haupt abschlagen / dem Thirannischen hundt. Brachts jr Koͤnigtlich wir⸗ den / an einem Copi gfuͤrt / den thet man wol ver⸗ ehren / 7. stundt thet der sturm̄ wehrn / biß mans zum end hat gfiert. Darumb jhr Christen leuthen / bedenckt ewer trew vnd ehr vnd last vns Ritterlich streitten / wol mit dem Türckischen Heer. Es wirdt jm nicht all Jare / nach seinem siñ ergan / das ist gewißlich wa⸗ re / das ers noch soll erfahren / das vns Gott wirdt beystahn. ENDE. Ein Anders Lied. HOeret was ein Christliches Hertz / Vatter vnd Muͤtterlicher Schmertz / Sohn Toͤchter nit vngnaden: Auch alle guͤte Freund inn Trawen / Was Jam̄er vnd Ellend muͤssens schawen. So der Türck gefangen hatte. Wz Hertzẽ weh aͤngstliche pein / Mit schmertzen sie verbrin⸗ gen / Wanns in der Türcken handen sein / Von Hauß vnd Hoff muͤssen springen / Der Mann vom Weib das Weib vom Mann / Vatter vnd Muͦtter von Kindern / das ist schroͤcklich zusehen an. Die Junge Kinder von der Brust / die Muͤtter gedenckt an keinen lnst / An jr traurigs ansehen: Wañ jr so Tyrañischer maß / Jr Kind wird grissen auß jr schoß / Wie kuͤndt jr weher gschehen. Von jhn Gespißt vnnd Gsaͤbelt wirdt / Die Eltern mit Gfaͤncknuß plaget / Vnnd weith in frembde Land gefuͤhrt / Herr Gott dir seys geklaget / Wie dann mancher Christ sagen muͤß / Der darbey ist gewe⸗ sen / Was man jn auff leget fuͤr ein Buß. Wie dann laider im Vngerland / Manch from⸗ men Christen wirdt bekandt / Der solches muͤß er⸗ fahren: Mit Rauben Breñen Morden vil / Wel⸗ cher muͦß kom̄en in das Spil / Jnn den betruͤbten Jaren / Vnbarmhertzig werden gfuͤhrt daruon / Doch nicht mit gleicher weisen / Verschonet we⸗ der Fraw noch Mann / Mit Gaißeln thuͤt mans schmeissen / Ach Gott in deinem hoͤchsten Sahl / Er⸗ barm dich der kleinen Kinder / Nimbs auß disem Jammerthal. Das sie nicht kom̄en inns Tuͤrcken hand / Dann darmit treibens spott vnd schand / Wie man muͤß dann erfahren: Man schmidts inn Eysen banden ein / Reich Arm groß vnd auch klein / Vnd thuͤt sie wol bewahren. Ach Gott deß Jam̄ers vnd grosser Noth / So manchem geht zu handen / Es wer jhm besser der bitter Tod / Das er nicht kem in schandẽ / Vnd muͤß leyden die Tyrañey / Vom Türcken sein geplaget / Mañ hoͤrt offt jaͤm̄erlichs geschrey. Das solt erbarmen einen Stein / Der da muͤß so Gemartert sein / Mit Gayßeln hart geschmis⸗ sen: Muͤtternacket zeucht man jn auß. Jst das nit Tyrañisch gehaußt / Thut keinet trew geniessen. Drumb nem̄ets wol zu Hertzen fein / Thuͤt Gott den Herren bitten / Die Kindlein steckht er an die Zaͤun / Thuͤt gar Tyrannisch wuͤten / wo jhm sein macht thuͤt gehen forth / Maint er thuͤs wol ver⸗ richten / Mit Rauben Brennen vnd auch Mord. Darumb jr lieben Christen gmein / Laßt euch das ein Exempel sein / Thuͦt Gott fleissig anruͤf⸗ fen: Das er vns woͤll Genedig sein / Vns erretten von solcher Pein / Mit seiner hilff vns suͤchen. Vnd vns nem̄en wol inn sein Reich / Wer das begert sprech Amen / Vnd helff vnns alle sampt zugleich / Jn Christi Jesu Namen / Wer das begert der wirt gewert / Vnd sprech von Hertzen Amen / Dem wirt solches beschert. Erstlich Getruckt zu Prag / bey Thomas Schneider. Show less

Kontrafaktur in Golzen, 1596
Warhafftige Contra⸗ factur / des schrecklichen Ge⸗ wechs / welches gefunden worden / zu Goltzen in der Laußitz / in der Kirchen hinder dem Altar / drey Meilwegs von Kot⸗ witz in den heiligen Christ Feyertagen Anno 1595. Erstlichen gestellet durch den Wol⸗ gelahrten Herrn Petrum Herma⸗ num... Show more Warhafftige Contra⸗ factur / des schrecklichen Ge⸗ wechs / welches gefunden worden / zu Goltzen in der Laußitz / in der Kirchen hinder dem Altar / drey Meilwegs von Kot⸗ witz in den heiligen Christ Feyertagen Anno 1595. Erstlichen gestellet durch den Wol⸗ gelahrten Herrn Petrum Herma⸗ num Pfarrherrn zu Goltzen / rc. Jn Gesangs⸗ weiß. Jm Thon. Jn dich hab ich gehoffet Herr. Das Ander. Ein Christlich Gebet wider den Tuͤrcken / zu beten oder zu singen / Jm Thon: O rei⸗ cher Gott im throne. Erstlich gedruckt zu Franckfurt an der Oder bey Niclao Voltzen. Jm Jahr 1596. KLeglich so wil ich heben an / Ein wunder Geschicht euch zeigen than / was sich hat zugetragen / in dem Staͤdtlein Goltzen genandt / sah man mit grossem klagen. Jn der Kirchen bey dem Altar / Ein fester Balcken hoch da war/ welcher ein schwere Last truge / Aus demselbigen duͤrren Stam / wuchs ein grosser Schwam mit fuge. Wie man denn sicht ohn alle List / Darnach diß Bild formiret ist / Erstlich hat es keine Oh⸗ ren / ein rechte Nasen vnd Angesicht / vnd finster Augen da waren. Darzu auch ein verschlossen Mundt / auch ein zimlich lang Haar da stund / vmbher als wer es abgeschnitten / vnd grosse Krausen vngestalt / wol nach der Teutschen sitten. Zwey bande an dem Kopff verschlossen / als wehren sie mit fleiß gegossen / wie man gesehen mit trawrigen muthe / Ein Tuͤrckischer Hut ge⸗ zieret new / eins Menschen Arm stehen thute. Gar eigentlichen stehen thut / hat in der hand ein Besem Ruth / drey Teutsche Buchstaben / We We We hab ich vernommen / vorn auff dem Hut mit recht verstehe / Ein scheußlich Schlang thet kommen. Auffgericht vnd gar grewlich / Hinder dem Hut recht vber zwerich[...] ein Kopff einem Bee⸗ ren ehnlich stunde / viel Erbar Leut habens gese⸗ hen / ist gewißlich warhafftig kunde. Zu Goltzen in der Laußnitz / drey Meilwegs von der Stadt Kotwitz / diß gewechs wie vor vernommen / Das sollen betrachten Arm vnnd Reich / ist nicht vergebens kommen. Wenn geschicht ein solch Wunderthat / so folget gemeinlich was hernach / diß Gewechs aus dem Duͤrren Holtze / deßgleichen nie gese⸗ hen vormals / Offenbaret der Welt Stoltze. Dadurch vns Gott fuͤr Augen stelt / Wie mans nu treibet in der Welt / darumb er zu straf⸗ fen drawet / gleich wie das Bild keine Ohren hat / wie man hie sicht vnd schawet. Also die Welt der meiste hauff / vberstocket ist in jrem lauff / wan man sie gleich schon warnet / so nimpt mans doch mit nichten an / Jst im mutwil erstarret. Die finster Augen thun vns kund / wie nun die Welt zu aller stund / Jst gar in Suͤnd ver⸗ blendet / lebt in allen Lastern vnd schand / Gott vnd den Nechsten schendet. Wer den Mantel hengt nach dem Wind / kan er Fuchsschwentzen nur gelind / eim jeden nach dem Maul schwatzet / wenn er schon ein grober Esel ist / wird oben an gesetzet. Die Jugend wird gar aufferzogen / Gantz muthwillig vnd gar verwogen / das eim dafoͤr moͤcht grawsen / was gebuͤret Herren vnd Gra⸗ fen reich / wol mit den grossen Krausen. Keiner wil dem andern nach geben / ein jeder thut nach Hoffart streben / etlich han kaum ein Hembd mit nothe / manchmal wol gar nicht zu Essen / das liebe trucken Brote. So hat das gewechs am Kopff zwey Band ohn list / solt das nicht deuten O lieber Christ / Wie die Leut so Halßstarrig sein / Nemen kein straff vnd warnung an / Sind boͤser tuͤck vnnd falsches scheine. Nemen kein Straff noch warnung an / ver⸗ achten was GOtt je hat gethan / der Arm der sicht vor dem h[...]tte / Dardurch Gott drewet zu straffen / helt in der Handt ein Ruthe. Thewrung Krieg vnd Pestilentz wir haben / das zeigen an die drey Buchstaben / die an dem Kopff thun stahne / We We We wie man fuͤr Augen sicht / Das ist kein geringe sach wolane. Die Schlange kuͤhn mit jren geberden / zeigt Creutz Vngluͤck auff dieser Erden / der grosse Tuͤrckische hutte / bedeut empoͤrung mancher⸗ ley / vnd grossen vbermuthe. Der Tuͤrcke vnd sein anhang beyd / streben nach der lieben Christenheit / solches sicht man an dem grimmigen Beeren / der sich auffrichtet mit gefehr / als wolt ein enderung werden. Noch darff mancher spoͤttlich sagen / Wenn man redt von dem Juͤngsten tage / Hett ich so lang Gelt zu zehlen / man sagt offt manchmal von einer sach / GOtt lest sich nicht spotten lie⸗ ben Gesellen. Es wird vns gehen durch vbermut / wie es geschach in der Sindtflut / Noe warnet die wel⸗ te / sie han jhn verspott vnd verschmecht / biß die Sindtflut kam gemelte. Drumb schicken wir vns zur Buß / vnd von Hertzen Gott fallen zu Fuß / das er die Straff gnedig abwende / Das wir nach dieser muͤhseli⸗ gen zeit / erlangen ein seligs Ende / Amen. Ein Christlich Gebet wider den Tuͤr⸗ cken / zu beten oder zu singen. BArmhertziger Gott vnd HErr / habe mit vns gedult / Vnd straff vns nicht so sehre / Nach vnser grossen Schult / durch dein grosse Guͤt / deine Gnad zu vns kehr / vnnd thu vns doch behuͤten / fuͤr des Tuͤrcken wuͤten / wir han gesuͤndiget sehr. Von deinem Gebot gewichen / dein Wort wenig geacht / die Suͤnd hat vns beschlichen / durch Hoffart / Geitz vnd Pracht / dardurch die Straff thut kommen / vber Staͤdt / Land vnnd Leut / es trifft vns in der Summen / den boͤßen mit den frommen / wie man spuͤrt jetziger Zeit. Wir thuns leider erfahren / teglich vnd alle stund / wie das nun etlich Jahren / getobet die Tuͤrckischen hund / sind in dein Erbe gefallen / den Tempel habens geschendt / Frawen Jung⸗ frawen allen / habens leider zumalen / gebracht in gros Elend. Die Maͤnner fuͤhrtens eben / mit Ketten fest vnd schwer / storben lieber dan leben / die kleinen Kinder nur / fuͤrtens aus dem Landt / mordten ein grosse Sumn / vns zu hohn / spot vnd schan⸗ de / mit Marter mancher handen / gantz grewlich Vngestuͤm. Vnmenschlich habens getrieben / Gewalt vnd grosse Pracht / viel Schmehebrieff geschrie⸗ ben / Christum sein Wort veracht / Ach hilff du Gott vnd HERRe / dem verlassen Heuffelein / Wir haben gesuͤndiget sehre / thue dich zu vns kehren / wol durch den Namen dein. Du bist doch Gott getrewe / der Jsrael mit starcker Hand / hat auch gefuͤhret freye / wol aus Egyptenlandt / du kanst vns helffen bald / dein Handt ist nicht verkuͤrtzt / thue vns aus Gnad erhalten / durch dein Goͤttliche gewalten / den leidigen Tuͤrcken stuͤr[...]. Stewr jhn Ach GOtt vnd HErr / durch Christum deinen Sohn / den sie verschmehen sehre / mit grossem Spott vnd Hohn / vnd han sich hoch vermessen / wider die CHristenheit / wolst vns HERR nicht vergessen / in diesem noͤtigen Streit. Den Adler thue HErr schuͤtzen / alle Stend im Roͤmischen Reich / dem Vaterland zu nuͤtzen / erhalt sie doch zugleich / vnnd thue doch GOtt regieren / all Christlich Obrigkeit / alle Fuͤrsten vnd Herren / deinem Goͤttlichen Namen zu Eh⸗ ren / halt doch in einigkeit. Die wieder den Tuͤrcken ziehen / hilff jhn du getrewer Gott / das sie einander getrewe / blei⸗ ben in aller Not / vnsern Feldhern wir dich nen⸗ nen / beweis doch deine Macht / den Feindt thu zu trennen / das sie doch lernen erkennen / deine Gewalt vnd grosse Krafft. Vnd laß vns doch nicht wancken / in dieser letzten Zeit / Wir wollen dich loben vnd dancken / vnd preisen in Ewigkeit / das geb vns GOTT zusammen / durch CHRJstum deinen Sohn / Den heiligen Geist mit Nahmen / wolle vns zu huͤlf⸗ fe kommen / aus seinem hoͤchsten thron / Amen. Show less

Langer Türkenkrieg 1596; Überfall in Leuk, Wallis, 26. August 1596
Zwo waͤrhaffte wunder seltzame neuwe Zeitung. Die Erste. Wie hundert mal tausend / vnd sechs vnd neuntzig tausent Juden / nem⸗ lich das Geschlecht Roboam / Gad / Usar / J⸗ saac / Sabulon / vnd Mannasses vom Berg Cas⸗ pin / dem Tuͤrcken in das Landt gefallen / vnd viel feste Staͤtt vnnd... Show more Zwo waͤrhaffte wunder seltzame neuwe Zeitung. Die Erste. Wie hundert mal tausend / vnd sechs vnd neuntzig tausent Juden / nem⸗ lich das Geschlecht Roboam / Gad / Usar / J⸗ saac / Sabulon / vnd Mannasses vom Berg Cas⸗ pin / dem Tuͤrcken in das Landt gefallen / vnd viel feste Staͤtt vnnd Schloͤsser eingenommen haben / auß Venedig / Rom / Constantinopel / im Julio vnd Augusto deß 96. Jars war⸗ hafftig geschrieben / Lieder weiß gestellet: Jm Thon: Pomey / Pomey jhr Polen / rc. Die Ander: Von einer erschrecklichen Moͤrder Ge⸗ schicht / zu Leuckh im Wallißland den 26. Augusti dieses 96. Jahrs verlauf⸗ fen: Jm Thon: Jnßbruck ich muß dich lassen / rc. Gedruckt zu Lindaw am Bo⸗ densee / bey Hans Ludwig Brem / Lobe Gott deinen HErren / O werde Christe⸗ heit / der mit gwalt thut zerstoͤren / der Tuͤrcken Grimmigkeit / der so viel Jahr vnd Tag / mit mancher schwerer Plag / vns Christen hat ver⸗ folget / hoͤrt wunder was ich sag. Als der Tuͤrck hat vernommen / wie das die Christen⸗ heit / sey vberein gekommen / vnd geschworen einen Eid / die Tribut also schwer / jm zgeben nimmermer / Leib / Gut / Blut darfuͤr zwagen / ist er erzuͤrnet sehr. Hat baldt ein List errichtet / in seinem Vbermut / groß Schatzung auffgerichtet / gschunden der Armen Blut / sein eigen Volck daran / einen Vnwill bekahm / altem Brauch kurtzumb zleben / bey Machomet schwur jeder⸗ mann. Ab der Tuͤrcken Vorhaben / der groß Keyser Sultan / heimlich verdruß thet tragen / doch stifft er weiter an / weil jm jetzt diese Schantz / gefehlet habe gantz / einen Krebß⸗ gang gewunnen / Practick fand er auff einen glantz. Schickt baldt seine Legaten / in das wuͤst gBirg Cas⸗ pin / den Juden da zu rahten / erlegen Schatzung bhend / damit der groß Tuͤrck gut / moͤcht vben seinen Mut / sein grimmia Hertz erkuͤlen / an der Christen vnschuldig Blut. Als bald gemeldte Gesandten / jr Fuͤrtrag hetten than / die Juden sie vmbrandten / erstachens bey eim Manir / bschlossend kraͤfftig hierauff / mit gantzem heben hauff / das Globtlandt einzunemmen / wacker vnd munter schlagen drauff. Lerman Lerman hort man singen / im gantzen Landt herumb / die Juden theten springen / waren toll / wild vnd thumb / ein jeder vnter jn / wolte der groͤst Han seyn / das kuͤnfftia Gluͤck erschnappen / jn zugsagt von der Welt an⸗ begin Sechs hauffen warn erwehlet / der erst vom Gschlecht ein wilder frecher Mann / der in eim Monat bkam / zwaͤn⸗ tzig tausendt Pferd auffs gringste / in Kuͤriß all angethan. Mit seiden Gwandt gezieret / jhr Fahnen graw vnnd schwartz / in diesem thut erfuͤhren / ein Hund so in eim hatz / eim Hirsch nachfolget bhend / mit Goldt geschrieben sind / nachfolgende Buchstaben: Todt odr aber lebendig. Das ander Gschlecht Gad fuͤhret / ein Feldherr Joran gnandt / dieser thut auch regieren / zwantzig tausent Pferd erkandt / im Fahnen gmahlet ist / ein Falck zu dieser frist / mit Goldt steht da geschrieben / du oder ich muß brechen sich. Das dritt vhralt Gschlecht Asar / ein Marggraff hoch⸗ geborn / der Juden heist Belzasar / hatt vnder seinem Sporn / fuͤnff vnd viertzig tausendt Pferd / zu Fuß sieben vnd zwaͤntzig tausendt gmehrt / ein Jungfraw lang beklei⸗ det / im Fahnen steht gantz vnverseert. Die hat vor jhr ein Loͤwen / mit auffgespertem Maul stehn / darbey gschrifftlich wirdt gsehen / es muß alls zschei⸗ tern gehn / ich hoffe in der still / das Wild ich zaͤmen wil / in gar kuͤrtzlichen zeiten / wirdt man sehen ein seltzam Spiel. Das Volck Jsaac regieret / ein Graff von Altz lobsam / der hat sein Fahn gezieret / mit zwaͤntzig tausendt Mann / mit Armbruͤsten zu Rossz / ohn den verlornen Trosst / ein Held mit einer Ketten / fuͤhrt er mit seinen armen bloß. Jn seim Fahn sicht man glantzen / in Gold auffzeich⸗ net fein / ich setzs alls in die schantze / es muß gewaget seyn / mein Ketten zu der stundt bindt an den Tuͤrcken Hundt / hindurch mit allen frewden / mit den Christen mach ich ein Bundt. Aber den Stam̄en Sabulon / Kriegßherr nennt sich Athan / ein groß Hertzog von Berseban / fuͤnffzehen tau⸗ sent Mann / zu Pferd mit Bogen frey / fuͤhrt Pflitsch⸗ [...] Daran geschrieben wirdt gfunden / mit rotem Goldt subtil / Jch duͤrrer Baum zur stunden / wils Gott ich gruͤ⸗ nen wil / diesem zur seiten recht / fuͤhret Manasses gschlecht / ein Marggraff von Noaren / zwey vnd viertzig tausendt Fußknecht. Bekleidt mit Leder schone / kein Mensch durchstechen kan / fuͤhret ein gruͤne Faͤhnen / darinn ein grawen Mann / der hat Pantoffeln an / diese wort sind im Fahn / ich hab noch viel zu erwarten / Leib vnd Leben setz ich daran. Jst das nicht ein groß wunder / o frommer Christ ver⸗ merck / daß die Juden jetzunder / gericht haben ins Werck / vmb Constantinopel hrumb / der Juden ein mercklich summ / sich taͤglich zu jn schlahend / woͤllen das Globtlandt han kurtzumb Ein vberfluß mit jnen / habens bracht in das Land / da⸗ mit jn nichts zerrinne / an allerley Prouiant / jr Edel Lan⸗ de gar / ist vberauß fruchtbar / Feuwerwerck so vier stund brinnet / werffen sie in die Feste dar. Es wirt auch fuͤrwar gschrieben / das rote wilde Meer / sey ein Monat still blieben / biß daß jhr gantz Kriegßheer / heruͤber kommen sey / Gotts gwalt nimb ab hierbey / dem allein ist zu wissen / was das fuͤr ein Werck muͤß seyn. Christus vnd die Propheten / habn vns vorlangst ver⸗ kuͤnd / wie daß der Machomete / mit sampt der Juden Ge⸗ sind / der Christen Glauben zwar / sollen annemmen gar / ein Hirt ein Schaffstall werden / vorm juͤngsten Tag sagt / die Gschrifft klar. O Jesu lieber HErre / deß Tuͤrcken gwalt zerstoͤr / den Christen Glauben mehre / die Juden zu dir bekehr / ab fried vnd Einigkeit / bhuͤt vns vor allem Leid / dein Nam ist al⸗ lein heilig / hie vnd dort in all Ewigkeit / Amen. Ein anders. MEin Mundt leider thut singen / von wunder seltzam dingen / ein vnerhoͤrte Gschicht / hat sich nicht langst zutragen / darvon ich euch muß sa⸗ gen / vnd geben ein warhafften Bericht. Kein trew ist mehr auff Erden / der Glaub zu nicht thut werden / bey Reichen vnd bey Arm / bey Frembden vnd Bekandten / bey Freunden vnd Verwandten / das Gott im Himmel erbarm. Ein Fleck der ist gelegen / im Wallis Landt merckt e⸗ ben / Leuckh heist derselb mit Nam / im Hewmonat diß Jahre / bey eim Wiert gschahe dare / ein Kraͤtzentrager zu jm kam. Thet sich beym Wiert sehr klagen / wie er so schwer thu tragen / bat vmb die Herberg gschwindt / Er sprach bist ein frommer Gaste / bey mir hast dein nacht raste / ob ich schon hab viel frembdes Gsind. Die Kraͤtz vom Leib abladet / vnd zu dem Wiert baldt saget / auß einem falschen schein / koͤstlich Wahr ist hierin⸗ nen / hoff grosses Geldt mit zgewinnen / lasts mich setzen in ewr Kammer nein. Der Wiert gantz vnverdrossen / hat die Kammer auff⸗ geschlossen / versahe sich boͤses nicht / meinet er wer ein gut Geselle / fragt ober znacht essen woͤlle / so war er ein groß Ertzboͤßwicht. Der Gast ist nider assessen / sprach Wiert bring her gut essen / mich hungert maͤchtig sehr / das wort kaum kondte sagen / ein ander kam wol bladen / sagt auch / wie ist mein Wahr so schwer. Herr Wiert ich bit von Hertzen / lasts mich in die Kam⸗ mer setzen / den Tag ich glauffen bin / deß laßts wil ich ver⸗ gessen / darfuͤr sauffen und fressen / froͤlich vnd guter ding / Als der Wiert solch wort hoͤrte / sprach er ein Kramer aͤtzt dorte / thut gleich sein Eßgsell seyn / so wil ich euch erla⸗ ben / das aller best aufftragen / von Fleisch / von Fisch / vom besten Wein. Zsammen sind sie beyde gsessen / der Wiert trug auff das essen / redt jn gar freundtlich zu / liebe Gaͤst seyd guter dingen / thuts einander lustig bringen / biß ich euch fuͤhr in ewr Schlaffruh Bald hubens an zu singen / zu tantzen vnd zu springen / waren halb toll vnd voll / der dritt kam geloffen / thet ans Wierts Thuͤre anklopffen / fragt ob man jhn bherbergen wolt Dieser war ebner massen / in das Wiertshauß einge⸗ lassen / mit seiner Kraͤtzen schwer / der Wiert fieng an zu sa⸗ gen / thu dein Wahr hierein tragen / in mein Kammer auff Truhen her. Setz dich darnach an Tische / ich hab noch Fleisch vnd Fische / die wil ich geben dir / mit dem mußt fuͤr gut haben / kanst dich darmit wol laben / sprach / wol Herr Wiert sie schmecken mir. Die andere zween jm ruffend / fragten wo er her lieffe / oder wo hinauß er woͤll / gen Sitten in die Messe / wil ich hoff Geldt zu loͤssen / Botz marter so bist vnser Gsell. Die Nacht wolt balt her schleichen / der Wiert ein liecht thet reychen / wol in der Kammer sein / zu dieser gluͤckhafft stunde / hat der Wiert ein klein Hunde / lieff vnaefehr mit jm hinein. Thet sehr befftig anbellen / die Kraͤtzen so warn gestellet / ins Herren Kammer sein / vom schreyen vnd vom schme⸗ cken / der Wiert jn nicht kundt abschrecken / gieng in dstu⸗ ben zu den Gaͤsten nein. Sprach / ich glaͤus on allen zweiffel / daß der leibhafftig Teuffel [...] Viel Kraͤmer auff dem Lande / sind mir offt kommen zu hande / aber in der gestalt / jhr Haab vnd all jr Wahre / habens mir geben zu verwaren / vertrawt biß morgen also baldt. Vnder diesen worten allen / die Kraͤtz auff der Truhen ist vmbgefallen / hat troffen ein klein Kind / znechst gstan⸗ den bey deß Wierts Bette / jederman Argwon hette / auff die drey Schnapphan also geschwind. Fuͤnff Fuhrmann ohn verlangen / mit dem Wiert in dKammer sind gangen / in dKraͤtzen biss der Hundt / das hell rot Blut mit hauffen / von der Wiegen ist gelauffen / auß deß jaͤrigs Kindleins Mundt. Ein Hertz all fuͤnff da fassend / vnd die Kraͤtzen anta⸗ stend / lugten was doch drinn wer / als bald sies haben auff⸗ bunden / drey Schelmen waren gfunden / von den drey Lottern tragen her. Andre drey sassen beym Tische / zur Flucht sich wolten ruͤsten / lieffen zur Stubthuͤr nauß / im augenblick vergan⸗ gen / von den Buͤrgern wurdens auch gfangen / gefuͤhrt ins Richters Hauß / Sechs scharff Beihel dißmale / sechs Buͤchsen an der zale / bey jn man gfunden hat / hetten in jrem Sinne / den Wiert / die Gaͤst vmbzbringen / wo es nicht hett gwend der liebe Gott. Peinlich wurdens einzogen / mit der schaͤrpffe gefraͤget / jhr Bekaͤndtniß ward groß / dreyzehen Wiert in summen / seynd durch solch List vmbkommen / sampt allem jhrem Haußgenoß Aber in andern orten / jr rauben vnd jr morden / sey voll⸗ bracht also schwer / daß es sey gantz erschrecklich / vnd zu sa⸗ gen vnmuͤglich / von eilff Jaren getrieben her. Das Vrteil war ergaͤngen / daß man mit gluͤenden Zangen / beyd Bruͤst außreissen soll / haͤnd vnd die Fuͤß ge⸗ [...] Diesse warhafft Geschichte / O fromb Hertz nicht ver⸗ nichte / bitt Gott stets amb sein Gnad / daß wir in vnserm Wandel / nach seinem Willen handlen / daß vns der Seelen dort nicht schad. ENDE. Show less

Eroberung der Festung Hatuan durch Erzherzog Maximilian III.; 1596
Newe zeytung / Wie der Durch⸗ leuchtigst vnd Hochgeborne Fürst vnd Herr / Herr Maximilian erwoͤlter Koͤnig in Pollen / die Statt vnd Ve⸗ stung Hatuan in Vngern / auff den 16. tag Au⸗ gusti / belegert / und den 3. tag September inn disem 1596. Jar / Gott lob / mit stürmen⸗ der hand erobert /... Show more Newe zeytung / Wie der Durch⸗ leuchtigst vnd Hochgeborne Fürst vnd Herr / Herr Maximilian erwoͤlter Koͤnig in Pollen / die Statt vnd Ve⸗ stung Hatuan in Vngern / auff den 16. tag Au⸗ gusti / belegert / und den 3. tag September inn disem 1596. Jar / Gott lob / mit stürmen⸗ der hand erobert / vnd grosses Gelt vnd Guͦtt bey jhnen gefunden. Jn Gesangweiß / wie man den Graffen von Serin singt. Ein anders / Wie der Türck mit den gefangnen Christen handelt. Jm Thon: Ewiger Vatter im Himmelreich / rc. WAcht auff jr from̄e Christen / vernembt ein zeitung guͦt / vnser Volck thet sich risten / sie waren in gutem muͦt / hatten auch lust vnd freuden / vermeindten auff Ofen zu / vndter weg kam bescheyden / auff Hatuan muͦs⸗ ten sie streitten / dem Tuͤrcken lassen kein rh. Ertzhertzog Maximillanus vom Kayser ward bestelt / zum Feld Oberstẽ schone / der Schwartzen / burger ich meld / zu einem Feld Marschalcken / jn Roß vnd auch zu Fuͤß / sie thetten sich Ritterlich halten / hett kainer dran verdruß. Jm Feld wurdens preparieret / das Volck zu fehren an / das es moͤcht sein geziehret / vnnd was außrichten kan / darmit das Kriegsvolck moͤchte / ein wollust darzu habn / wie dañ manche frumbe knechten / haben offt Ritterlich thuͤn fechten / vnd gsprungen in manchen Grabn. Yetzunder thuͦ ich sagen / meld auch die zeyt vnd stund / den fuͤnfftzehenden tagen / im August thuͦ ich kundt / macht mau sich auff geschwinden / vnd zog auff Hatuan zu / mit lautter frischen gfinden / die Türcken thetens finden / sie liessen in kein rhuͦ. Zu Hatuan die Türcken zmalen / hetten vnser Volck ersehen / sie thetten gschwind herauß fallẽ / ein scharmitzel wurd gschehen / sieltheten auch nicht meinen / das vnser Volck so starck sey / da hoͤrt maͤ klaͤglich weynen / von grossen vnd auch kleinen / auch jaͤm̄erlichs geschrey. Vnser Volck hett sich gschlagen / mit sampt jrẽ geschuͤtz / bey Erlau thuͦ ich sagen / sie brauchten guͤtten witz. Herr Greiß mit seinen Knechten / hiel⸗ ten sich zimlich wol / thet sich Ritterlich wehren / mit seinẽ trewen vñ ehren / ließ da sein Lebẽ zmal. Die Türcken theten weichen / die vnsern setzten nach / vnd theten dapffer streichen / nach Hatuan war ihn gach. War doch schlecht an zu schawen / ligt auff der eine zwar / zwo klaffter dick die Mau⸗ ren / sing ich ohn alles trawren / man schantzet gar gschwind dar. Da man hinzu thet kom̄en / file man die graͤben auß / mit buscheln wie vernom̄en / erst huͤb sich an ein strauß Die Türcken fewr worffen / deßgleichẽ Stein vnd kalck / haben manchen Christen trossẽ / aber wir thuͤn verhoffen / werd vns nicht schaden arck. Die Christen thetten erbittern / warn wild vnd kopten sehr / die Maurẽ sach man zittern / erst sach das Türckisch Heer. Den Zaun thet man abhau⸗ en / des Herren Greisenknecht / die macht man gut auff trawen / erst thetens recht auffschawen / hetten sich nicht ghalten recht. Dieselbigen thetẽ schantzen / etliche tage lang / auff dreyen hauffen gantzen / die Statt die lag im zwang Die Türcken wurden zaghafften / vmb ein Vhr nach mittag / da hett man gnuͦg zuschaffen / die Tuͤrcken waren entschlaffen / den Christen war gar gach. Die Schwaben vnd auch Bayrn / die Vngern dazu mal / die Boͤhm vñ auch Maͤhrn / die lauffẽ. sturm̄ all. Die Türcken thetten sich wehren / vnd tribens dapffer rab / ehe der dritt hauff thet kom⸗ men / hett der Türck in der summen / den Christen gezwagen ab. Als bald hernach zur stunde / kamen 3. Schwe⸗ bisch Hauptleut / die man wol neñen kundte / die richten auß guͤt bscheid. Herr Rott heist einer mit namẽ / darzu der Herr Braͤutschwert / Herr Wel⸗ ser in Gottes Namen / die stunden dapffer zsam⸗ men / die Knecht wurden gewert. Die Pforten wurden offen / ein würgen fieng sich an / als was man hat antroffen / es war Fraw oder Mann. Darzu schlagen vnd schiessen / rauben vnnd moͤrden vil / da war groß bluͤtvergiessen / manchen Türcken thets verdriessen / es war ein Ritterspil. Etlich Weyber thuͦ ich jehen / hat man von Offẽ hin gflet / ellendtlich thetens sehen / da helffẽ wolt kein bett. Gar schoͤne Weyber zarten / mit gold vñ silber ziert / dern soll man fleissig warten / in disem rosen garten / wurden jhr Maystatt verehrt. Fuͤnff hundert Pferd thuͦ ich sagen / die waren wol geziert / haben vil Gold vnd Silber getragen / das nam jhr Koͤnigklich Würd. Die andern Be⸗ felchsleutten / die sprüsten sich auch fein / vnder dẽ Türckischen Heiden / von gold silber geschmeiden / wie sichs bekamen fein. Die Spangen von den Pferden / was man rab schneiden kund / auch was sie nur begerten / dz funden sie zur stund. Was die Türcken versenck⸗ ten / das fand mancher Wallohn / den Krieg wirt mancher dencken / wañ mans nur offt thet schen⸗ cken / so het man lust daran. Die Wallen auß einer gruͦben / die haben zogẽ rauß / drey zimliche grosse Truhen / das heist gar wol gehaußt. Dariñ da ist gewesen vil Silber vñ auch Gold / da kundens wol genesen / sie weren sonst verwesen / 18. stuck ich melden solt. Von groß vnd kleinen gschützen / die ander waren verderbt / die braucht man noch zu nützen / vil Vichs hat man ererbt. Auch wil ich euch anzei⸗ gen / was da gebliben ist / von Armen vnnd auch Reichen / mit disem sturm̄ steigen / 400. Menschẽ Christ. Achttzig gefangnen Christen / wurden er⸗ ledigt auß / jhr leben thet man fristen / nach dem Christlichen brauch. Die danckten Got auß Gna⸗ den / mit weinenden augen sehr / das er jn halff auß schaden / ach Herr thu vns begnaden / bhiet vns vorm Tuͤrckischen Heer. Beeg von Hatuan wurd gfangen / jhr Koͤnig⸗ klich wirden bracht / von Villeg Beeg mit namẽ / wurd nider ghaut mit macht. Auch der Beeg von Orselan / ward Stallmeister zur stund / hat auch gesagt dermassen / ehe er seine Pferd wolt lassen / wolt er sterben zur stundt. Nicht lang da thuͦ ich sagen / ein Vnger kam zur stund / thet im sein Haupt abschlagen / dem Thirannischen hundt. Brachts jr Koͤnigklich wir⸗ den / an einem Copl gfuͤrt / den thet man wol ver⸗ ehren / 7. stundt thet der sturm̄ wehrn / biß mans zum end hat gfiert. Darumb jhr Christen leuthen / bedenckt ewer trew vnd ehr vnd last vns Ritterlich streitten / wol mit dem Türckischen Heer. Es wirdt im nicht all Jare / nach seinem siñ ergan / das ist gewißlich wa⸗ re / das ers noch soll erfahren / das vns Gott wirdt beystahn. ENDE. Ein Anders Lied. HOeret was ein Christliches Hertz / Vatter vnd Muͤtterlicher Schmertz / Soͤhn Toͤchter mit vngnaden: Auch alle guͦte Freund inn Trawen / Was Jam̄er vnd Ellend muͤssens schawen / So der Türck gefangen hatte. Wz Hertzẽ weh aͤngstliche pein / Mit schmertzen sie verbrin⸗ gen / Wanns inn der Türcken handen sein / Von Gauß vnd Hoff muͤssen springen / Der Mann vom Weib das Weib vom Mann / Vatter vnd Muͦtter von Kindern / das ist schroͤcklich zusehen an. Die Junge Kinder von der Brust / die Muͤtter gedenckt an keinen lust / An jr traurigs ansehen: Wañ jr so Tyrañischer maß / Jr Kind wird grissen auß jr schoß / Wie kuͤndt jr weher gschehen. Von jhn Gespißt vnnd Gsaͤbelt wirdt / Die Eltern mit Gfaͤncknuß plaget / Vnnd weith in frembde Land gefuͤhrt / Herr Gott dir seys geklaget / Wie dann mancher Christ sagen muͤß / Der darbey ist gewe⸗ sen / Was man jn auff leget fuͤr ein Buß. Wie dann laider im Vngerland / Manch from⸗ men Christen wirdt bekandt / Der solches muͦß er⸗ fahren: Mit Rauben Breñen / Morden vil / Well⸗ cher muͦß kom̄en in das Spil / Jnn den betruͤbten Jaren / Vnbarmhertzig werden gfuͤhrt daruon / Doch nicht mit gleicher weisen / Verschonet we⸗ der Fraw noch Mann / Mit Gaißeln thuͦt mans schmeissen / Ach Gott in deinem hoͤchsten Sahl / Er⸗ barm dich der kleinen Kinder / Nimbs auß disem Jammerthal. Das sie nicht kom̄en inns Tuͤcken hand / Dann darmit treibens spott vnd schand / Wie man muͦß dann erfahren: Man schmidts inn Eysen banden ein / Reich Arm groß vnd auch klein / Vnd thuͦt sie wol bewahren. Ach Gott deß Jam̄ers vnd grosser Noth / So manchem geht zu handen / Es wer jhm besser der bitter Tod / Das er nicht kem in schandẽ / Vnd muͦß leyden die Tyrañey / Vom Türcken sein geplaget / Mañ hoͤrt offt jaͤm̄erlichs geschrey. Das solt erbarmen einen Stein / Der da muͦß so Gemartert sein / Mit Gayßeln hart geschmis⸗ sen: Muͦtternacket zeucht man jn auß. Jst das nit Tyrañisch gehaußt / Thut keiner trew geniessen. Drumb nem̄ets wol zu Hertzen fein / Thuͦt Gott den Herren bitten / Die Kindlein steckht er an die Zaͤun / Thuͤt gar Tyrannisch wuͤten / wo jhm sein macht thuͦt gehen forth / Maint er thuͤs wol ver⸗ richten / Mit Rauben Brennen vnd auch Mord. Darumb jr lieben Christen gmein / Laßt euch das ein Exempel sein / Thuͦt Gott fleissig anruͤf⸗ fen: Das er vns woͤll Genedig sein / Vns erretten von solcher Pein / Mit seiner hilff vns suͦchen / Vnd vns nem̄en wol inn sein Reich / Wer das begert sprech Amen / Vnd helff vnns alle sampt zugleich / Jn Christi Jesu Namen / Wer das begert der wirt gewert / Vnd sprech von Hertzen Amen / Dem wirt solches beschert. Erstlich Getruckt zu Prag / bey Thomas Schneider. Show less

Schwangere Frau an Mörder verkauft, 6. Januar 1596; Schwangere Frau ermordet ihren Mann und ihre drei Kinder, 1596
Zween Erschreckliche geschicht / Gesangs weise. Die Erste / von einem Wirt im Altgergaw / Bastian Schoͤnmundt genandt / in ein flecken Kirchenboland warhafftig gewe⸗ sen / wie er sein Ehelich Wieb / so schwanger Leibs gewesen / Dreyen Moͤrdern verkaufft / Geschehen / im 6. Januarij Anno... Show more Zween Erschreckliche geschicht / Gesangs weise. Die Erste / von einem Wirt im Altgergaw / Bastian Schoͤnmundt genandt / in ein flecken Kirchenboland warhafftig gewe⸗ sen / wie er sein Ehelich Wieb / so schwanger Leibs gewesen / Dreyen Moͤrdern verkaufft / Geschehen / im 6. Januarij Anno 1596. Auch wie er seinen Lohn empfangen / vnd mit dem Rad gericht ist worden. Jn Koͤnig Laßla Thon. Die Ander / Eine erschreck⸗ liche vnd Warhafftige Newe Zeit⸗ tung / wie sich im 1596. Jahres / zu Lan⸗ genberck 6. Meilen von Coͤlln / hat zugetra⸗ gen / das ein schwanger Weib vom Teuffel besessen / jren Man sampt drey Kindern / auch sich selbs mit jhrer Leibesfrucht jemmerlich ermordt vnd vmb⸗ gebracht hat. JHr Christen hoͤret ein wenig zu / was ich euch jetzundt singen thu / was sich hat zugetragen / gar ein wunderlich geschicht / in kurtz verschienen tagen. Als man zehlen thet fuͤrwar / ein tausent vnd fuͤnff hundert Jahr / sechs vntz neuntzig darneben / ist das ein gruͤndlicher Bericht / so sich da hat begeben. Ein Fleck ist menniglich bekandt / Kir⸗ chenbolandt ist er genandt / darin ein Wirdt thet wohnen / Bastian Schoͤnmund ist er ge⸗ nandt / thet sein Weib nicht verschonen. Vnd er hat sich zuuor bedacht mit drey⸗ en Moͤrdern ein kauff gemacht / verkaufft heimlich geschwindt / vmb drey hundert Guͤl⸗ den sein Weib / Jm Wald wolten sie sich finden. Vnd fuͤrwar auff einen Sontag / aus falschem Hertzen der Wirt sprach / zu seiner Frawen balde / Sie wolten mit einander gehn spatzieren in den Walde Er hat fuͤrwar ein schoͤnes Weib / vnd sie gieng gros mit schwangerm Leib / vnd sie war gar nicht Alte / aus falschem Gemuͤth vnd Hertzen / fuͤhrt er sie in den Walde. Sie hat si[...] angelegt mit fleiß / hat vn⸗ serm Arm ein Tüchlein weiß / da sie kamen [...] den Walde / Da nam der Wirth das Tuch gar fein vnnd breitets auff geschwind vnd balde. Die Moͤrder das Geld von Silber weiß / zeltens auff den Tuch mit fleiß / drey hundert Guͤlden bare / ein jeder Christ die That be⸗ denck vnd huͤt sich vor Gefahre. Der Wirt das Geld thet nehmen schon / vnd hies die Frawen warten thun / er wolt nach etwas sehen / Vnd lies die Frawe gar allein vnter den Moͤrdern stehen. Die Fraw stund da mit Schwangerm Leib / das Hertz erzittert in dem Weib / noch thet sie Gott vertrawen / die Moͤrder bunden sie an ein Baum / Worffens Loß umb die Frawen. Vnd das Loß wurffen sie gar schon / welcher sie solt auffschneiden thun / Es thet auffn Juͤngsten fallen / welcher sein Leblang kein Mord / hat heissen volbringen. Er nam das Messer gieng hinzu / er kundt jhr aber gar nichts thun / er kund nicht bey sie kommen / wol auff ein Schrit oder drey / wie ich doch hab vernommen. Der ander bald das Messer nam / Du must dich nicht so stellen thun / Wenn du du mit vns wilt Morden / du must sie wacker greiffen an / sprach er mit trotzigen worten. Er gieng bald nach der Frawen hinan / vnd wolt sie schnell auffschneiden thun / vnd kund nicht bey sie kommen / denn GOtt war mit diesem Weib / wie ich hab vernomen. Der dritte trat mit Hertzen hinan / vnd wolt die Fraw auffschneiden thun / So gibt Gott seine gaben / dz zween Waltfoͤrster gut / in den Wald theten draben. Die Foͤrster sahen die Moͤrderisch that / ein jeder s[...] Rohr gespannet hat / vnnd die han auffgezogen / vnd schoß den ersten durch das Hertz / ist war vnd nicht erlogen. Der ander Foͤrster auch geschwind / dem andern schoß durch die Seyten hin / die zween theten todt bleiben / denn Dritten haben sie auch bald / mit Spiessen thun entleiben. Da die Foͤrster so Ritterlich / vnd man⸗ hafftig gewehret sich / vnnd sie alle entleibet / sind sie gelauffen zu dem Bawm / von stri⸗ cken erloͤst das Weib. Vnd fuͤhrten sie aus dem Wald hin⸗ aus / in jhres Nachbarn Hauß / der thet zum Schuldtheis gehen / das man etliche Men⸗ ner auffmahnt / [...]itt wollet mich recht ver⸗ stehen. Die beyde Fuͤrster ohne grauß / giengen [...]n in des Wirts hauß / begerten ein Kanne Weine / der Wirth mit trawrigem muth / gieng in der Stuben alleine. Die beyde allein haben sich bedacht / vnd dem Wirth einen trunck gebracht / vnd jhn zwischen sich genommen / vnd haben gefragt nach seinem Weib / Er sagt / sie wird baldt kommen. Ein Strick der ein Foͤrster hat / weiß den vnd sagt jhm von der that / Ob er den auch thet kennen / Da er sein Ehelich Weib Ver⸗ kaufft hat an demselben enden. Vnd wurffen jhm den Strick an / der Wirth erschrack gar sehr davon / er must sich gefangen geben / das Haus war allenthalben vmbstelt / das sing ich euch gar eben. Sie fuͤhrten jhn gefenglich ein / vnd allda must er jnnen sein / biß das Gericht thet kom⸗ men / da hat jhm das Gericht gegeben / das bracht jhm nicht viel frommen. Das Vrtheit jhm geben hat / vnd das man jhn mit dem Radt / von vnten an solt stossen / es solt menniglich ein warnung sein / von den boͤsen zu lassen. Also bekam er seinen Lohn / was er hat verdienet schon / allhie in seinem Leben / Die schreckliche That bedenckt / die sich da hat begeben. Sehr wunderbarlich Gottes Sohn / die seinen erhalten kan / vnd sie auch recht be⸗ gaben / also beschert Gott diesem Weibe / auch noch zween junge Knaben. Es verwundert Weib vnd Man / das sie keinen schaden empfangen han / in jhren grossen schmertzen / das moͤcht manch Mut⸗ ter Kind / wol gegen zu Hertzen. Der Allmechtige Gottes Sohn / der die seinen erhalten kan / der helff vns alle sam⸗ men / vnnd mach vns erben in seinem Reich / durch Jhesum Christum / Amen. Das Ander Lied. HOrt zu jhr Christen alle zu gleich / Jr seid gleich jung / arm / oder Reich / dar⸗ uon ich euch wil singen / Das nem ein jeder wol in acht / sein Seligkeit er selbst be⸗ tracht / Wie ich hie bericht mit singen. Auff sechs Meilen von Koͤlln bekand / Ein Flecken liegt Langberg genandt / Mit eines Zimmermans Weibe / Wie sie der Teuffel auch besaß / lies jhr kein ruh ohn vn⸗ terlaß / Sie gieng mit schwerem Leibe. Nicht dacht sie an Gottes Gebot / sie [...]chalt vnd fluchet fruͤe vnd spat / man fant nit [...]res gleichen / Eua Lagmin ward sie genant / sie lebt in grosser Suͤnd vnd Schand / der Teuffel thet sie erschleichen. Sie het gar einen frommen Mann / Georg Langer ward sein rechter Nam / Hat lange zu Langenberg gewohnet / Der hat drey Kinder mit seim Weib / gieng mit dem vierden schwangers Leibs / Sie hat jhr keins verschonet. Jemmerlich morden fieng sie an / ertoͤdt im Schlaff jhrn frommen Ma[...] Heiß Pech hat sie zu lassen / Jm Schlaff hat er offen den Mund / Sie ward behend / wol zu der stund / hats jm in den Hals gegossen Als jhr Mann nu ersticket so bald / Jhr juͤngstes Kind sie mit gewalt / aus der Wie⸗ gen thet reissen / sie verdrehet jhm sein Haͤlß⸗ lein klein / Das es erbarmen moͤcht eim stein / thets wider die Wand schmeissen. Nach dem andern Kind griff sie auch / Sie sprang jhm hart auff seinen Bauch / O Mutter gedenck an Gott / Jhr Messer stach sie jhm ins Hertz / das vnschuldig Kind starb in schmertz / Ach wehe der grossen Nothe. Kleglich das dritt im vierden Jahr / er⸗ wuͤscht sie grausam bey [...]m Haar / Denn Mund thets jm zu halten / Sein Haͤndlein hubs gen Himmel auff / Ein Holtzaxe e[...] wuͤscht sie im Lauff / Sein Kopff thets jhm zerspalten. Ehe sie sich in jhrem Grim̄ erdacht / der Teuffel jhr ein Strick bald bracht / Sie solt sich selbs erhencken / Den nam das verzweif⸗ felte Weib / Erdruckt die Frucht in jhrem Leib / Darnach thet sie sich hencken. Vber jhr Bett hieng sie sich fort / Als sie verbracht hatte vier Mord / Man hoͤrt groß jammer vnd klagen / es het jhr Freund⸗ schafft all zu mal / die anschawten den grossen Fall / Vor Leid moͤgen verzagen. B[...] Gott jhr Schwangern Frawen all / Das euch GOTt behuͤt vors Teu⸗ fels Fall / thut nicht schelten vnd Fluchen / Bitet allezeit fruͤ vnnd spat / Habt fuͤr Augen den l[...]en GOTT / Der lest euch nicht versuchen. Gedruckt im Jahr Christi / Anno 1596. Show less

Erweiterter Suizid einer vom Teufel besessenen Frau in Neumarkt, 1597; Türkenkrieg in Siebenbürgen, 12. Dezember 1597
Zwo warhafftige newe Zeitung. Die erste / Eine erschreckliche vnd warhaffti⸗ ge newe zeitung / wie sich im 1597. Jahre / zu Newmarckt 4. meil von Preßla hat zu⸗ getragen / das ein schwanger Weib vom Teuffel be⸗ sessen / jhren Mann sampt dreyen Kindern / auch sich selbst mit jhrer Leibsfrucht... Show more Zwo warhafftige newe Zeitung. Die erste / Eine erschreckliche vnd warhaffti⸗ ge newe zeitung / wie sich im 1597. Jahre / zu Newmarckt 4. meil von Preßla hat zu⸗ getragen / das ein schwanger Weib vom Teuffel be⸗ sessen / jhren Mann sampt dreyen Kindern / auch sich selbst mit jhrer Leibsfrucht jaͤmerlich er⸗ mordet vnd vmbgebracht hat. Jn gesangsweise / Wie man den Stuͤrtzen⸗ becher singet. Die andere newe Zeitung / auß Si⸗ benbuͤrgen von 8 gluͤckselige schlacht vnnd Niderlage / so die Siebenbuͤrger vnnd Walachen / wider den Erbfeind den Tuͤr⸗ cken / durch Gottes Gnade / huͤlff vnnd beystandt erhalten / geschehen den 12. Tag Decembris / Anno / 1597. Erstlich / Getruckt zu Wien / durch Andreas Niclas auff dem Steinwege / im Jahr / 1597. HOert zu jr Christen allzugleich / jr seyt gleich jung / arm od reich / daruon ich euch wil singen / das nem ein jeder wol in acht / sein Selig⸗ keit er selbs betracht / wie ich hie be⸗ richt wil singen. Auff 4 meilen von Preßla bekant / ein Flecken zum Newmarckt genant / genant / mit eins Zimmermans Wei⸗ be / wie sie der Teuffel auch besaß / ließ jhr kein rhu ohn vnterlaß / sie gieng mit schwerem Leibe. Nicht dacht sie an Gottes Gebott / sie schalt vñ fluchte fruͤ vnd spat / man fand nit jres gleichen / Ena Langmin war sie genant / sie lebt in grosser suͤnd vnnd schandt / der Teuffel thet sie er⸗ schleichen. Sie hatt gar ein from̄en Mann / Goͤrge Langer war sein rechter nam / gar lange zeit zu Newmarck gewoh⸗ net / der hat drey Kinder mit seinem weib / gieng mit dem vierdten schwan⸗ gers leib / sie hat jr keines verschonet. Gar jaͤmerlich morden fieng sie an / schüttelt im schlaff jren from̄en mañ / heiß Pech hat sie zu lassen / im schlaff hat er offen den Mundt / sie war be⸗ hend wol zu der Stundt / hats jhm in den halß gegossen. Als jhr mann nun erstickt so bald / jhr juͤngstes Kindt sie mit gewalt / auß der wigẽ thet reissen / sie verdreht jhm sein haͤlßlein klein / das es erbar⸗ men moͤcht ein stein / vnd thets wider die wandt schmeissen. Nach dem andern Kindt greiff sie auch / sie sprang jhm hart auff seinen Bauch / o Mutter gedenck an Gott / jhr messer stach sie jhm ins Hertz / das vnschuldige kind starb mit schmertz / ach weh der grossen noth. Klaͤglich das dritt im vierdten jar / erwischet sie grausam bey dem haar / den Mund thets jhm zu halten / Sein haͤndlein hubs gen Himmel auff / ein Holtz Axt erwischt sie im Lauff / sein Kopff hieb sie damit auff. Ehe sie sich in jhrem grim̄ bedacht / der teuffel jhr ein Strick hat bracht / sie solt sich selbst erhencken / den nam das verzweiffelt Weib / ertruckt die Frucht in jhrem Leib / darnach thet sie sich hencken. Vber jr beth hieng sie sich fort / als sie verbracht hatte mordt / man hoͤrt groß jamer vnnd klagen / es hett jhr freundschafft allzumal / die anschawe ten den grossen Fall / vor leid moͤchten verzagen. Bitt Gott jhr schwangern Frawẽ / all / der euch behuͤt vor deß Teuffels fall / thut nicht schelten vnnd fluchen / bettet allezeit fruͤe vnd spat / habt fuͤr augen den lieben Gott / der laßt euch nicht versuchen. Das ander Lied. NVn schweiget still vnnd habet ruh / vnd hoͤret ein wenig zu / wz sich hat zugetragen / in Sieben⸗ buͤrgen das ist war / neuwlich in kur⸗ ten Tagen. Den 12. Decembris tag ruͤstet sich der Bassa auß Grecia gewaltig mit Roß vnd Wagen / mit hundert vnnd 20. tausent Mañ / thu ich mit warheit sagen. Den 15. Decemb. fruͤe vor tag / kamen die Türckẽ fuͤr Hulmburg die Stadt ich sag / mit grossem sturm vnd schies⸗ sen / die buͤrger wereten sich gewaltig⸗ lich / dennoch sie nicht nachliessen. Der Tuͤrck fieng wider zu stürmen an / das kostet so manchen Mann / zer schossen wahren die mauren / die gra⸗ ben mit Tuͤrcken außgefuͤlt / die Tuͤr⸗ cken stunden in trawren. Da hoͤret man so grausamlich / die Tuͤrcken wuͤten wie dz Vieh / die buͤch⸗ sen hoͤrt man singen / fuͤr Fewer vnnd Rauch kondt man nit sehen / die Tür⸗ cken in die Statt theten tringen. Die Christẽ trieben sie von der wehr vnnd kamen in die Stadt mit seinem heer / da hoͤrte man schreyen vnd gelf⸗ fen / man hieb vnd stach viel Tuͤrcken todt / es wolt aber nit helffen. Vil kleiner kinder mit grosser klag / haben sie gespist mit hon vñ schmach / die eltern musten zu schawẽ / darnach theten sie mit gosser not / sie gar auff stuͤcken hawen. Den gantzen Rath sotten sie in oͤl / die Burger steckten sie an die Pfel / vñ auch fuͤnff hundert Weiber verbran⸗ den sie mit grosser noth / mit schmertzẽ vnd grossem leide. Auch haben sie die Jungfrauwen schon / an jhren ehren geschaͤndet mit spott vnd hon / die Bruͤst sie jhnen ab⸗ schneiden / vñ thaten sie darnach spis⸗ sen thun / mit schmertzen vnd grossem leyde. Vil pfeil an die maurẽ thet man gra ben rumb / jungfrawen und knabẽ ein grosse sum̄ / die band man an zur stun⸗ de / vnd theten darnach schiessen thun mit pfeil die Türckischen hunde. Dẽ Siebenbürger kamen newe maͤr wie der Türck in seinem Lande waͤr / eine Stadt berennt dermassen / vnnd dieselb genommen ein / haͤtt alles hin⸗ richten lassen. Auß Sibenbuͤrgen der küne helt / d zog mit seinem volck zu Feld / Reuter vnd auch Fußknechte / achtig tausent mann gar wol gerüst / mit dem Tuͤr⸗ cken wolt er fechten. Der Fürst auß Sibenbürgẽ frey / vñ der Fürst auß der Walachey / haben sich zusammen verbunden / sie wolten einander beystand thun / wid die Tür ckischen hunde Der Fuͤrst auß der Walachey / mit 30 tausent Mañ gar frey / gerüstet auff das beste / zog bald in das freye Feldt / thet warten der frembden geste. Sie griffen den Feind an mit macht / daruff so folget ein grosse Schlacht / die Sebeln hoͤrt man klingen / da sah man manchen künen held / sein Leben zum ende bringen. Die schlacht weret ein gantzen tag / der Türck hat vil schantzen gemacht / darein so thet er ruckẽ / die Sibenbür⸗ ger setzten jhm gewaltig nach / vnnd wehrten jm der muͦcken. Vnd griffen einander gewaltig an / das kostet so manchen werten kriegs⸗ man / die Büchsen hoͤrt man krachen / sie tantzten frey ein seltzamen Reyen / daß manchen vergieng das lachen. Die Walachen brauchten sich frey / stunden den Sibenbürgern bey / vnd liessen sich nicht verdriessen / das Feld war auch gefaͤrbet rot / vol Blut thet es da fliessen. Die Walachen mit jhren Bogen⸗ schützen / schossen geschwind mit jren Flitzen / mit grossem geschütz des glei⸗ chen / die Reuter traffen auff der seit / die Tuͤrcken musten weichen. Jre schlachtordnung thetens machẽ / da erhub sich schiessen / hawen vñ ste⸗ chen / wol an demselben tage / blieben auff deß Türcken seiten / 26. tausendt erschlagen. Der Sibenbürger vnd die Walachẽ schon / sind geblieben auff dem Plan / vber die 13. tausent / zwen Türckischen Wascha 10 Beegen gefangen baldt / wol in dem schiessen vnd brausen. Die Sibenbürger an dem end / habẽ die Türckische ordnung zertrrent / so gar mit grosser gewalt / endtlich ge⸗ schlagen in die Fluͤcht / das Feldt vnd den Sieg erhalten. Auch bekamen die Siebenbürger werth / fünff hundert schoͤne Türcki⸗ sche Pfert / vil Feldgschütz deßgleichẽ / hundert vnd fünfftzig Camel beladẽ wol / an Gelt vnd gut gar reiche. So ist deß Türcken grosse pracht / aber ein mal da wider gelegt / wol in dem freyen Feldte / vil fürnemer Tür⸗ cken vnd Beegen / haben gefangen die Siebenbürger vnnd Helden. ENDE. Show less

Unwetter in Würzburg, 1. Juli 1597
Kurtze vnd auch grundt⸗ liche warhaffte Neüwe Zeytung / von einem vnerhoͤrten erschrocklichen vngewit⸗ ter / so zu Wirtzburg im Franckenland den ersten tag Hoͤumonats sich zuͦgetragen hat / mit grossen steinen / vnd erschrockli⸗ chem Wasser / daß yederman mei⸗ nen thett / die letste zeyt... Show more Kurtze vnd auch grundt⸗ liche warhaffte Neüwe Zeytung / von einem vnerhoͤrten erschrocklichen vngewit⸗ ter / so zu Wirtzburg im Franckenland den ersten tag Hoͤumonats sich zuͦgetragen hat / mit grossen steinen / vnd erschrockli⸗ chem Wasser / daß yederman mei⸗ nen thett / die letste zeyt deß Herren sey vor⸗ handen. Erstlich getruckt zuͦ Bamberg bey Quirinus Beck in der Fargassen, 1597. Jhr lieben Christẽ seidt getroͤst / wie thut jr so gar verzagen / weyl euch der Herr heim⸗ suchen thut / laßt vns von hertzen sagen / die straff wir wol verdienet ha / schoͤlches muß be kenẽ jederma niemandt darff sich auß schliesẽ. Jn deine hend vnß geben wir / O Gott du lieber vatter / den vnsser wandel sthedt bey dir / die wirdt vnß nicht geradten / weil wir in disen ellend sein / ist nichts denn angst truͤbsal vnnd beyn / bey dir der freud zu erwarten. Kein frucht kein weisses kernlein traͤgt / es fall den in die erden / also muß vnser yrdischer leyb / zu staub vnd aͤschen werden / eh er kumpt zu der herligkeit / die du vnß Herr Christ hast bereit / durch deinen gang zum vatter. Wir wachen oder schlaffen ein / so sind wir doch deß Herren / auff Christum wir getouf⸗ fet seind / Er kan dem Satan wehren / von Adam haͤr vns kompt d todt / Herr Christ hi lff vnß auß aller not / drum lobẽ wir dẽ Herren. Weyl Christus seinen grossen zorn hat lan über vnß gehẽ / mit hagel grosse tunderschlag / wie wir dan taͤglich sehen / das yederman fiel avff die kny / die kinder in der wiegen / hie star⸗ ben vor grossem schrecken. Wie ich euch meld daß ist wahr / den ersten tag Heüwmonat da mã hat angfangẽ zwar / zu zele siben vnd neuntzig / hat sich bald in deß hym̄els tron ein schrecklich wetter sehen lon / / auß Him̄els Ffirmamẽte. Als bald hub da zu regen an / groß tropffen sach man fallen / wo mancher da war auff dem Feld / der Satt nit kund ereychen / must bleybẽ als bald auff dem blan / die hirten die im feld waren / mit vych vnd schaff ertruncken. Das wetter 6 stund wie ich sach / thet vast greüwlich da wuͤten / die frucht so auff dem sei⸗ de war/ kein mensch koͤnd daß geniessen / 6 meil wegs darum vm̄ die Stat / die frucht alles hin gnummen hatt / ach Got / laß dichs erbarmen. Was weiter da war auff dem veld / von mẽ schen vych deß gleychen / solches das wetter mit gewalt / thet auff dem veld erschlagẽ / hoch ven deß him̄els trhon herab / ach mancher muterkindt da lag / von steinen ztodt geschlagẽ. Als bald kam gleych ein dunderschlag / O Jesu lieber Herre / in eine schule wie ich sag / thet diesser streych da gehen / 6 vnd dryßig schu ler wie ich sag / thet es da bald erschlagen thun / die anderen merckt eben. Die da seind gsessen in der sum̄ / o Christ last dichs erbarmen / in grosse omacht gfallen seind / die noch bey leben waren / drey schulmei ster da gsessen sind / die auch da bleiben todt bey in auß forcht vnd grossen schrecken. Da nur daß wetter het ein end / oweh den selben menschen / da fand man mancher mu⸗ ter kind / daß diß wetter hett toͤdet / die stein die da lagen bey jm / vierecket vnd pfun⸗ dig siie gewigig seind / o Gott laß dichs erbarm⸗ men. Wie nun daß wetter also hart / jhr lieben Christen alle / da kam ein wasser in die Statt / daß mag woll Gott erbarmẽ / die kinder in der wiegen hie / auff dem wasser in schneller eyll / kamen dahaͤr geflossen. Nun muß ich jetzund fangen an / nempt soͤlches woll zu hertzen / ein grausam wetter wie ich sag / thet man da hoͤren brausen / im Franckenland wie ich eüch sag / zu Wirtzburg diß weter gschach / o Christ laß dichs erbarmẽ. Nun will ich auch melden thun / die heuser in der summen / kein ganzt tach ist da bleyben stan / verschlagen auff den grunde / kein mensch in heüsser bleiben kund / lieffen in keller zu 8 stund biß swetter hatt ein end. Nun hoͤret jetz der armen klag / wie sye da hand gfuͤret / Ach Gott in deinem hoͤchsten tron / wie wellẽ wir vnß ernerẽ / ach weh ietz vn ser kleinen kindt / die gantz vnd gar verlassen sind / von allen das wir habend. Jhr lieben Christen hoͤret nun / was ein kind hat geredt / wie diß wetter vons himmel tron / so gar grewlich hat tobet / ist skind zu seinem vatter hin / hat gfraget nachm verstan⸗ de sein / was dises fuͤr steinen waͤren. Der vatter zur stund erschrack / sein kind da zu hand worten / die muter da auch bald anfie⸗ ng / jhr kinder setzt eüch nider / vnser Herr Gott zu dem hoͤchsten tron / gibt vns jetz den verdien ten lon / hilff o Herr doch dem frommen. Wie klagt sich jetz der arme man / er kan nicht mer auß kommen / seiner notturfft nimpt sich niemant an / o Herr hilff doch dẽ from̄en / kein hüff der reych jm theilet nit / auch troͤsten im sein freünde nit / im ellendt muß er sterben. Derhalb vnß Gott strafft sicherlich / weil man nicht buß thut würcken / mit hagel grosse dunderschlag / vnd mit groß wasser wolcken / last vns Gott fleißig bitten thun / daß er durch Christum seinem sun / well saͤlig machen alle. Amen. Show less

Wundergeschichte von Schumachers Sohn in Königsberg, 22. August 1569; Ermordung des Persischen Königs
Zwo warhafftige Newe Zeitung / Wie zu koͤnigsberg in Preussen der boͤse Geist einen Schu⸗ macher Jungen hinweg gefuͤhrt / mit Na⸗ men Martin Ferber / Auch wie ein Engel zu jhm kommen / jm wuͤnderliche Sachen verkuͤndiget vnd angezeiget / Ge⸗ schehen 2. Augusti / dieses 1569. Jahrs. Jm... Show more Zwo warhafftige Newe Zeitung / Wie zu koͤnigsberg in Preussen der boͤse Geist einen Schu⸗ macher Jungen hinweg gefuͤhrt / mit Na⸗ men Martin Ferber / Auch wie ein Engel zu jhm kommen / jm wuͤnderliche Sachen verkuͤndiget vnd angezeiget / Ge⸗ schehen 2. Augusti / dieses 1569. Jahrs. Jm Thon: Ewiger Vater im Himmelreich / etc Die ander zeittung / Wie der Koͤnig aus Persia durch einen verraͤtherischen Boͤßwicht jem⸗ merlicher weise vmb⸗ kommen ist. Jm Thon: Wie man den Stuͤrtzenbecher singt / etc Gedruck zu Dantzigk bey Jacobo Roden / 1597. JHr / lieben Christen Jung vnnd Alt / seht an die Wunder manigfalt / so je⸗ zunder geschehen / in allen Landen weit vnd breit / wol in der gantzen Christen heit / wie wir vor augen sehen / daßgott vns straff vngehewr / mit Krieg / Auffruhr vnd sterben / mit Wasser / Donner / Blitz / vnd feur / lest er die Land verderben / von wegen vnser grossen suͤnd / weil wir all wunder th⸗ un verachten / al warnung schlagen iu wind Wie den das sechs vnd neuntzist Jar / den andern Augusti das ist war / in preissen ist geschehen / zu Koͤnigspergin der beruͤm⸗ ten Statt / man gros schreckẽ erfahren hat / die warheit thue ich sagen / ein Schumacher wonet in der Statt Frantz Cyro genandt ware / derselbe ein Lehr jungen hat / war alt bey zwentzig Jaren / der war Gottesfuͤrch⸗ tig vnd from / liebt Gottes Wort von hertzen / vnd das Euangelium. Das kondt der Teuffel leuden nicht / wie er den all stund trach vnd dicht / wie er den Menschen moͤcht verfuͤren / sein falsche list vnd tuͤck anricht / damit das gebet fort gehet nicht / vñ des Menschen andacht zerstoͤret. An einen Sonabent es geschach / beicht der Juͤngling dem pfarrherrn / wolt auff den fangenden Sontag / gehn zu dem Tisch des Herrn / Der Jung gantz muͤch zu Bette gieng / vnd thet da gleich endschlaffen / hoͤrt zu wie es jm ergieng. Da er ein stund geschaffen hett / koͤmpt der Teuffel zu jm fuͤr das Bett / leibhafftig thu ich sagen / vñ sprach mit grausamlicher stim / Schleffstu / sprach der boͤs feind zu im da thet der Jung auffwachen / vnd sah jn ste hen vor sein Bett / grausam vñ vngeheuer / mit zweyen augen an der stett / die brendten wie ein Fewer / vnd red wie durch ein holen Topffe / der Jung mit grossen schricken / zog das Bett vber den Kopff. Alß vber ein viertel stunde bald / reist jm der Teuffel mit gewalt / das Bett vom kopff merck eben / spricht er sol sich ergeben jhm / aber jm war entgangen sein stim / kond jm ein antwort geben. Der boͤs Geist jm gebie ten that daß er auff den kuͤnfftigen Morgen sol zu jm kommen fur die Stad / gar ohn ge fahr vnd sorgen / vnd solt niemand sagen dauon / Alß der Tag thet an brechen / thet er trawrig auffstahn. Sein Meister jhn bald fragen thet / was er fuͤr ein anligen het daß er so trawrig gien ge / vor furch er das nicht sagen wolt / biß der Meister mit gantzer gewalt / jhn darzu thet zwingen / das er jhm die warheit zeigt an / weis jm ergangen were. Der Meister thet zum Pfarherr gahn / verkuͤndet jm diese maͤ⸗ re / daß er jn doch wolt trosten than / darzu mit Gotteß worte / dem Teuffel widerstahn. Da der Meister war aus dem Haus / der Jungling da vorfurcht vnd graus / im Haus nich breiben wolte / gieng in die Statt spatzi ren merck / koͤmpt beym kneuphoff auff das Bollwercks da koͤmbt der Teuffel balde / het von Sammet Hosen vnd Wammes an / thet schrecklich zu jm sprechen / treffen wir hie ein ander an / jtzund woll ichs rechen / das du nit still geschwigen hast / Nu must mit mir von dannen / hat jhn bald auffgefast. Fuͤhrt in vber das Wasser zu hand / wel⸗ ches der Bregel wird genand / in einen schoͤ⸗ nen Garten / darin man im Sommer zeh⸗ ren thut / Spielet vnd alle kurtzweil hat / mit Wuͤrffeln vnd mit karten / fuͤhrt jn ins haus in einẽ Saal / darin bereitet waren / viel tisch vñ Bencke an der zal / warẽ besetzet gare / mit einẽ hauffen Teuffel zu der stund / in schwartz Samet gekleidet / thue ich euch wahre kund Sie hetten auch guͤlden Ketten an / hiebey groß Huͤt vnd kragen schon / schwartze Deck auff den Tischen / Darauff viel Trachten mancherley / gesotten vnd gebraten frey võ Voͤgeln vnd von Fischen. Sie frassen vnd fuffe mechtig sehr / hetten ein gros geschreye tantzten vñ sprungẽ da vmb her / abenthewer mancherley / thete sie treiben zu der zeit / wie man pflegt zu vben / in aller Welt jtzund. Der Teuffel fuͤhret in weiter fort / bracht jn an ein schrecklich Orth / da hoͤrt er ein gros klagen / von Voͤlcker gar mancherley / hetten ein jaͤmerlich geschrey / vmb die haͤls gros fewrig Kragen / die woltens alzeit reis⸗ sen ab / das kond doch nicht geschehen / doch hat er viel Teuffel auch darab / bey diesen Leuthen gesehen / die habens erbermlich an dem End / mit Geisseln hart geschmissen / an dem selbigen End. Thet in bald wieder fuͤhren dar / jns haus da er vor gewesen war / zu einem Tisch mit gefaͤhre / darauff viel schoͤner Muͤntze frey⸗ von Gold vñ Silber mancherley / vñ sprach zu jm fuͤrware / diß geld er alles haben solt / wen er jm wolt zusagen / das er sich jm erge⸗ ben wolt / Er thets jm da bald abschlagen / da er solchs nicht wolte thon / thet sih bald von jm wenden / vnd wolt gehen dauon. Der Teufel jm nacheilet bald / ergreiffet jn mit gantzer gewalt / wirfft jn die Stiegen nunder / gestreckt er auff der Erden lag / je⸗ doch mit grosser Not vnd klag /er wider bald auffstunde / vñ ruffet Gott von Hertzen an / aß er in diesen noͤten / jm wol getrewlichen beystahn / aus des teufels Reich erretten / da must der Teufel verlassen jn / ein Engel von Himmel gesendet / kame als bald zu jhm. Fuͤhrt jn aus den Garten van dañ bringt jn wider auff rechte Ban / thut dem Juͤng⸗ ling verkuͤnden / Gott hat mich rab zu dir ge sang / daß ich dir sol machẽ bekand / sein zorn gros vber die Suͤnden / daß du solt die Welt warnen thun / sie sollen sich bekehren / von jrer hoffart abelohn dazu von fluͤchen vnd schweren / die grossen Kraus abelegen thon / vnnd all hoffertige Trachten / wollen sie Gottes Straff entgahn. Der Engel fuͤhrt jhn zum Thor hinan / vnd sprach du solt zu Hause gahn / vñ in der Stad verkunden / Was du gesehen vnd ge⸗ hoͤrt / wie Gott die hoffart straffen werd / hie mit thet er verschwindẽ / Der Juͤngling bald zu hause kehrt / macht alles offenbare / wz er gesehen vnd gehoͤrt / wos im befohleu wahre. Etliche tag er todkranck er lag / im heupt gar hart verwirret / fuͤhrt ein jemmerliche Klag⸗ Aber jtzund zu dieser frist / vom Feind wider erledigt ist viel wunder thut er verkuͤn den. Darumb jr lieben Christen leut / bekert euch zu rechter zeit / steht ab von ewren Suͤn den / ebe Gottes zorn gar erbrend an / vnter vns solche straffen / die er vns hat verkuͤndet lohn / alle schickt vber ein hauffen / Daruͤmb bekehrtt euch jhr Christenleut / daß wir mit Frewden ererben / die Ewige Seligkeit⸗ Die ander Zeittung. HOert zu jhr Christen all zu gleich / jhr seid gleich Jung / Alt oder Reich / wo von ich euch wil singen / wol von dem Koͤnig aus⸗Persia / nich wol thets jm gelin⸗ gen. Die Persianer hielten einen Rath / sie sagten dem Koͤnig von der that / was jhre meinnung were / sich wider den Tuͤrcken zu ruͤsten bald / wenns dem Koͤnig wolgefiele. Der Koͤnig bald zur antwort gab / dem Tuͤrcken er verheissen hab / ein zeit mit jm nicht zu kriegen / wenn er den Frieden brech⸗ en thue / wers jm nicht wol verzeihen. So bald der Koͤnig aus gered / ein edler Persianer auff stehet / gieng gegen dem Koͤ⸗ nig behende / Sein Sebel zog er aus ge⸗ schwind / thet den Koͤnig vmbbringen. So bald geschach die Moͤrdische that / nachs Koͤnigs Son man geschicket hat / vnd thetens jm verkuͤnden / wie sein Vater vmb kommen wer / des thet er eylen geschwindt. So bald der Son die Meer erhoͤrt / von Hertzen gar sehr erschrack / doch seumpt er sich nicht lange / gar bald er in sein Vater⸗ land kam / er ward dar trawrig empfangen Von stunden der Son gekroͤnet ward / sein Volck thet er auffmanen starck / thet gegen den Tuͤrcken ziehen / er hat gar bald / dem Tuͤrcken mit gewalt / drey Festung wi⸗ der eingenommen. Sobald er die Festung eingenommen hat / hat er die Tuͤrcken on alle gnad / jemmerlich thun vmbbringen / keiner ist lebendig komen dauon / an Weib vnd auch von Kindern. Er hat ein theil mit grossen graus / Ge⸗ henckt wol oben zum Schloß hinaus / mit Pfeilen nach jn thun schiessen / die Tuͤrcken es sehr verdrossen hat / jhrer schalckheit the⸗ ten sie geniessen. Wie wol der Tuͤrck noch jnnen hat / vier Festung in seiner Tyrannischen gewalt / die er dem Koͤnig hat genommen / die hofft / der Son mit gantzer Gewalt / auch wider ein zu bekommen. Darumb jhr Christen Alt vnd Jung / last vns Gott bitten alle stund / vmb sein Goͤttlich Genaden / daß er vns krafft vnd sterck verleib / durch Jesum Christum Amen. 2597. Show less

Familiendrama und Selbstmord in Langenberg bei Köln, 1597; Unwetter und Brand in Schilbrick in Schlesien; "Gott Vater in Ewigkeit"
Zwo warhafftige new zeitung / Die Erste. Von einer vn⸗ erhoͤrter schrecklichen Ge⸗ schicht / so sich in diesem jtzigen 97. Jare zugetragen / zu Langenberg / im Koͤl⸗ schen Lande / Wie ein schwanger Weib vom Teuffel besessen / die jrẽ Eheman / mit dreyen Kindern / sampt jhrer Leibesfrucht... Show more Zwo warhafftige new zeitung / Die Erste. Von einer vn⸗ erhoͤrter schrecklichen Ge⸗ schicht / so sich in diesem jtzigen 97. Jare zugetragen / zu Langenberg / im Koͤl⸗ schen Lande / Wie ein schwanger Weib vom Teuffel besessen / die jrẽ Eheman / mit dreyen Kindern / sampt jhrer Leibesfrucht jemmer⸗ lich ermordet / vnd sich hernach sebst erhencket. Jm Thon / Kompt her zu mir spricht Gottes Son. Die Ander Von einem erschrecklichen Gewitter vnd Fewers noth / auch Blutregen / so Gott vber die Statt Schil⸗ brick / in der Schlesien / ergehen lassen / Geschehen den 1. Maji 1597. Jm Thon / Hilff Gott das mirs gelinge. Das dritte / Gott Vater in ewig⸗ keit / Jm thon / Venus du etc. Das Erste. O Gott Vater im hoͤchsten Thron / ich bitt durch Christum deinen son / verley mir deine genade / das ich mag melden jtzt zur frist / was gar newlich geschehen ist / nemblich in kurtzen tagen. Auff fuͤnff Meilen von Koͤllen bekant / ein Flecklein ligt Langberg genandt / mit eines Zimmermans Weibe / wie sie der Teuffel gar besaß ließ jhr kein ruh ohn vn⸗ terlas / sie gieng mit schwerem Leibe. Gedachte nicht an Gotts Gebott / sie schalt vnd fluchte fruͦ vnd spat / man fandt nicht jhres gleichen / Eva Langmin wardt sie genandt / sie lebt in grosser Suͤnd vnd schandt / der Teuffel thet sie erschleichen. Sie het gar einen fromen Man / Goͤr⸗ ge Lange war syn rechte nam / zu Langen⸗ berg lang gewonet / er hat drey Kinder von dem weib / gieng mit dem vierden schwan⸗ gers Leibs / sie hat jhr keins verschonet. Jemmerliche Mordt sie finge an / ruͤt⸗ telt im schlaff jrn fromen Man / heiß Pech het sie zerlassen / wie er nun lag mit offnem Mundt / hat sie dasselbe zu der stundt / jhm in den Hals gegossen. Als nun der Mann erstickte baldt / jhr juͤngstes Kindt sie mit gewaldt / auß der Wiegen thete reissen / verdrehte jhm sein Helselin / das moͤcht erbarmen einem stein / thets wieder die Wandt schmeissen. Das ander Kindt ergreiff sie auch / sie sprang jhm hart auff seinen Bauch / dacht nicht an Muttertrewe / ein Messer stach sie jhm ins Hertz / das starb als baldt in gros⸗ ser schmertz / mit schreyen ach vnd wehe. Das dritt welchs war im vierden Jar / erwuͤscht sie grawsam bey dem Haar / den Mundt thets jhm zu halten / sein Hende hub es gen Himmel auff / ein Holtzaxt nam sie in dem lauff / thet jhm sein Kopff zer⸗ spalten. Jn solchem morden vnbedacht / baldt der Teuffel jr ein Strick bracht / den nam sie ohn bedencken / doch erdruckte sie auch / diß boͤse Weib / die Leibes Frucht in jhrem Leib / darnach thet sie sich hencken. Aber jhr Bette also fort / als sie voll⸗ bracht hett solche Mordt / hoͤrt man groß jammer vnd klagen / vnd hetten moͤgen die Freundschafft all / wie sie ansahen diesen fall / fuͤr hertzeleidt verzagen. Darumb jhr schwangern Weiber all / nempt ein Spiegel an diesem fall / thut nicht schweren vnd Fluchen / sondern bey solcherewrer noth / betet stets an den lieben Gott / der lest euch nicht versuchen. Das Ander. HOrt zu jhr frommen Christen / last euch zu Hertzen gahn / was newlich ist geschehen / kuͤrtzlich wil zeigen an / von einer sehr schrecklichen geschicht / ach Gott laß dichs erbarmen / das wir vorza⸗ gen nicht. Jtzundt thu ich anfangen / wol von den jammer schwer / wie es newlich ist ergan⸗ gen / in dem Gebuͤrge vmbher / eine Stadt Schilbrick ist sie genandt / ach Gott laß dichs erbarmen / den jammer vnd elendt. Den 18. Maji hoͤret groß jammer vnd noth / was sich da hat begeben / wol auff den Abendt spatt / Der Himmel war so vnge⸗ hewer / an etlichen enden gestanden / als ein gebrandtes Fewer. Als das schreckliche Wunder vergan⸗ gen ist an den end / hat es gewaltig gedon⸗ nert nahe vnd weiter hernach / dem hat es gefangẽ an / zeitlich Blut zu regnen / traw⸗ rig war Weib vnd Mon. Blut thets in Gassen fliessen / sehr ge⸗ waltig vnd starck / als wers auß Eymern gegossen / nach diesen Regen baldt / blieben zwey Wolcken auch bestan / kuͤrtzlich nach diesen dingen / sah man sie vntergahn. Nach dem fiengs an zu regnen / warff Steine vber die maß / ein viertel pfundt sie wegten / ist das nicht grosse klag / eine nacht vnd einen halben tag / das man nicht sehen kundte / das war eine grosse klag. Viel Leut sindt gar ertruncken / gar nacket auß den Bett / wol in das Wasser gesprungen / wol an derselbigen stett / denn sie gedachten anders nicht / die stundt wer schon verhanden / es kem das Juͤngeste gericht. Solches weinen vnd schreyen hat man vor nie gehoͤrt / als man da hat gesehen / wol an denselbigen orth / es leuchtet wie der hel⸗ le tag / wie ein gebrantes Fewer / das man in allen Gassen sach. Diß Fewer ist gestanden / drey stunden ohn gefehr / acht vnd zwantzig Heuser ver⸗ branten / in der Stadt Schilbrick vmb⸗ her / Sturm thet man leuten in gantzen Landt / das sie nicht anders meinten / das Gebuͤrge wer außgebrant. Trew vnd Ehr thut verschwinden / die Liebe ist gar erkaldt / keinen glauben thut man finden / bey allen Menschen Kindt / die Welt thut auff der neige stahn / sie kan nicht lenger bleiben / sie mus zu bodem gahn. Jch bitt euch lieben Leut / jr Frawen vnd auch Man / bekehret euch bey zeiten / last euch zu hertzen gahn / steht ab von suͤn⸗ den in gemein / auff das wenn der HErr wirt kommen / das wir sein Kinder sein. Das Dritte. GOtt Vatter in Ewigkeit / sey Lob vnd ehr allzeit / der vns auß seinem Throne / sein allerliebsten Sohne / vom Himmel hoch thut senden / vnd troͤ⸗ sten vns Elenden. Seins Vatern zorn gestillt / durch sei⸗ nen Todt gar mildt / drumb sollen wir jhn bitten / das Er vns woͤll behuͤten / fuͤr Leib vnd Seel gefahre / jtzundt in diesem Jare. Gib vns trewe ach HErr / Schul⸗ meister vnd Prediger / erhalt vns allge⸗ meine / bey deinem worte reine / fuͤr Teuf⸗ fels tuͤck vnd listen / fuͤr Tuͤrcken vnd fal⸗ schen Christen. All Christlich Obrigkeit / wol Gott der HErr allzeit / mit seinem Geist regieren / Buͤrgermeister vnd Rathßherren / das sie die Frommen schuͤtzen / Landt vnd Leuten zu nuͤtze. Die Buͤrger in gemein / Handwercker / Bergleut wo die sein / die wol Gott all er⸗ halten / die Jungen mit den Alten / das jhr Handtwerck gedeye / in jrer Arbeit freye. Die frommen Frawen gleich / sie sein Arm oder Reich / wol Gott der HErr be⸗ huͤten / fuͤr truͤbnus / angst vnd noͤten / jhre Kinder allzusamen / aufferziehen in Got⸗ tes Namen. Die Kinderlein gemein / Knaben vnd Megdelein / die Vater vnd Mutter ehren / vnd fleissig beten leren / das Jhesu Kindt⸗ lein frome / werden sie all bekommen. Auch last vns bitten Heut / fuͤr die gan⸗ tze Christenheit / daß sie Gott wol bewa⸗ ren / in diesen schweren Jaren / Gott helff vns all zusamen / durch Jhesum Christum / Amen. Show less

Mord durch Müller in Sprotau, 12. März 1597; Vom Pracht und Übermuth der Jungfrauen
Eine Warhafftige vnnd vnerhoͤrte Geschicht / von einem Muͤller / welcher sein Weib vnd sechs Kinder jemmerlich ermordt vnd vmbgebracht / geschehen den 12. Martij / in der Schlesien / zu Sprotten / vnd wie er darnach von wegen seiner Mißhand⸗ lung gerichtet ist worden / als jhr hernach... Show more Eine Warhafftige vnnd vnerhoͤrte Geschicht / von einem Muͤller / welcher sein Weib vnd sechs Kinder jemmerlich ermordt vnd vmbgebracht / geschehen den 12. Martij / in der Schlesien / zu Sprotten / vnd wie er darnach von wegen seiner Mißhand⸗ lung gerichtet ist worden / als jhr hernach hoͤren werdet. Jm Thon: Warumb betruͤbstu dich mein Hertz / etc. Das ander / Vom Pracht vnd Vbermuth der Jung⸗ frawen / etc. Erstlich Gedruckt zur Lignitz / bey Martin Wollenstein / Anno 1597. MEin Mundt der singet / mein Hertz betruͤbt / mit weinen sich nur stetig v⸗ bet / ob der schrecklichen that / so ge⸗ schehen ist in kurtzer zeit / mit jammer vnnd hertzenleid. Ein Stadt ligt in Schlesiger Land / zum Sprotten wird dieselbige genand / ein Muͤller wohnt allda / derselbige Geoͤrge Mentz ge⸗ nent war / wie ich euch sing vnd das ist war. Von reicher Haab derselbige war / sein nahrung war vngefer / Tausent guͤlden wehrt / er hat ein from getrewes Weib / auch sechs Kinder wie ich beschreib. Der Mann allzeit im Wirtshaus lag / mit sauffen vnd spielen alle tag / verspielt viel Gelt vnd Gut / welches der Fraw vnd Kinder sein / bracht grosse klag vnd schwere pein. Jm Martij den 6. Tag / er abermal im Wirtshauss lag / vnd fing zu spielen an / ver⸗ spielet sechtzig Thaler an der stet / in dem er heim zu haus ging. Da es war in der nacht vmb 12. vhr / da hat er jhm genommen fuͤr / wolt holen noch mehr Geld / damit er wider gewinnen thet / was er zuuor verspielet het. Da war die Muͤhl an allem end / verrigelt vnd verschlossen zu hand / er kund nicht kommen hinnein / er pochet gewaltig an die Thuͤr / aber es wolt jhm niemandt hoͤren. Alsbald er an dieselbigen stet / wider in das Wirtshaus geth / flucht vnd schweret grawsam⸗ lich / vnd sprach das der Teuffel kem daher / vnd geb mir Geld / das ich koͤnt spielen mehr. Als bald da sieht er gegn jhm gan / ein lan⸗ ger schwartzer Mann / mit frewrigen Augen war / sprach Muͤller ist das dein beger / das du wilt Geld haben von mir. So mustu dich mit Leib vnd Seel / mir er⸗ geben vnd bleiben in der Hell / jmmer vnd ewig⸗ lich / da wolt der Muͤller gehen dauon / der Teuf⸗ fel griff jhn schrecklich an. Er sprach du hast mich geruffen zu dir / darumb mustu dich ergeben mir / oder ich nehme dich jetzund / vnd fuͤhre dich mit mir in die Hell / drumb besinn dich bald mein lieber Gesell. Der Muͤller fuͤrcht sich der schnellen hin⸗ fart / sich dem Teuffel ergeben hat / mit Leib vnd Seel zu hand / der Teuffel gab jhm Geldes viel / er macht sich wider zu dem spiel. Das Geld verspielt er an der stat / das jhm der Teuffel gegeben hat / alsbald in einer stund / mit zehen Thaler setzten zusamen / biß des Muͤl⸗ lers Geld ein ende nam. Welches jhm der Teuffel gegeben hat / er macht sich auff wol an der stat / gieng wider zu haus / gantz tobig vnnd vnsinnig war / der Teuffel hat jhn besessen gar. Da er nun zu der Muͤlen kam / da pocht er vngestuͤmig an / der Eltste Sohn kam geschwin⸗ de / macht auff vnnd ließ jhn in das Haus / der Vater zog den Dolch heraus. Erstlich jhn an demselbigen end / das Liecht nimpt er jhm aus der Hand / vnnd leufft zum Bette hin / darin der ander Sohn lag / ersticht jhn auch mit grosser [...]ag. Jn dem leufft er in die Kammer hinein / darinn die andern zwene Soͤhne sein / in einem Bette lagen / den Eltsten sticht er durch das Hertz / der Juͤngst schrey mit grossem schmertz. Ach hertzlieber Vater mein / last mich len⸗ ger ewer Sohne sein / nempt mir das Leben nicht ich wil euch allzeit gehorsam sein / wo jhr wer⸗ det beduͤrffen mein. Der Moͤrder keine erbarmung het / den Knaben riß er aus dem Bett / gar nackend vnd bloß / den Hals er jhm abgeschnitten hat / must auch schmertzlich leiden den Todt. Jn die Stuben lieff er herhach / darin sein Fraw im Kindbett lag / mit der Juͤngsten Doch ter zwar / die hat er in derselbigen nacht / schmerz licher weise vmbgebracht. Ein Handbiel riß er von der Wand / lieff damit zum Bett behend / sprach jhr Teuffels hurenbraut / warumb habt jhr mir nicht auffge⸗ macht / in dem sie aus dem Schlaff erwacht. Sprach hertzlieber Hauswirt mein / komet jhr nun so spat von dem Wein / wir haben euch nicht gehort wir hetten euch sonst auffgethan / drumb zuͤrnet nicht mein lieber Mann. Der Teuffel hat jhn besessen gar / keine er⸗ barmung in jhm war / hawet auff sie grimmig⸗ lich / hawet jhr das Heupt bald entzwey / die Tochter fieng an ein kleglich geschrey. Sie wolt nackend aus dem Bett / der Moͤr der sie ergreiffen thet / hawet jhr Arm vnd Bein entzwey / das sie auff der Erden lag / ach GOtt der grossen noth vnd klag. Alsbald fieng an zu weinen geschwinde / in der Wiegen das kleine Kind / gar jammer vnnd bitterlich / er riß es aus der Wiegen zuhand / vnd schlug es grimmiglich an die Wand. Solchen jammer hoͤren thet / die ander Tochter die im Bett / die auff dem boden lag / die schrey huͤlff zu dem loch hinaus / da vmbrin⸗ get man das Haus. Vnd namen den Moͤrder gefangen behend / da hat er gutwillig bekent / es kem von dem spie⸗ len her / der Teuffel hat jhn besessen in der Nacht / darumb sol man ihm thun sein recht. Da ward ihm dar gesprochen sein Recht / das man ihm solt abhawen schlecht sein Fuß vnd rechte Hand / mit Zangen man ihn reissen that / darnach gerichtet mit dem Rad. Also endet sich die trawrige Geschicht / ich bit ihr wollet euch begeben nicht ins Teuffels strick vnd Band / ruffet Gott den Herren flesssig an / in keiner noth wird er euch verlan. Das ander Lied. NVn hoͤret zu ein newes Gedicht / ich kan es vnterlassen nicht / vnd wil es jetz⸗ unt singen / Wie sich die Megde halten fein / vnd wird jetzund so gar gemein / hilff Gott das mir gelinge. Darumb heb ich am stoltzen an / nun mer⸗ cket auff ihr Frawen vnd Man / die es nur ha⸗ ben zu zahlen / sie kleiden sich mit stoltzen muth / das duͤncket die Jungen Megdlein gut / wenn sie nur koͤnnen prangen. Die Kleider muͤssen verbremet sein / mit schoͤnen farben huͤbsch vnd fein / von oben an biß vnten / Geel / Gruͤn / Blaw / Schwartz vnd auch Weis / fein vnterleget mit allem fleis / ein jedes Kleid besonder. Die Leibstuͤck sind gar fein gemacht / ge⸗ schnitten nach der newen dracht / gar schoͤn vnd wol gezieret / die Schuͤrtzen sind gefallen steiff / das sie glentzen an dem Leib / darunter schmal ge⸗ schnuͤret. Auch schoͤne Guͤrtel muͤssens han / feine Messer mit Silber beschlan / Beutel mit Sil⸗ bern Knoͤpffen / Korallen vmb die Hende fein / darzu ein Guͤlden Fingerlein / Das stehet gar fein zuhauffen. Seiden Schnuͤr / Krentz vnd Zoͤpff / bin⸗ den damit wol ihren Kopff / das Angesicht thun sie schmieren / sie kauffen offt frembde gelbe Har / vnd flechtens in ihre Zoͤpffe klar / den Kopff thun sie hoch fuͤhren. Gar offt sie fuͤr den Spiegel gan / die Hen⸗ de muͤssen in den Seiten stahn / feine kurtzweil thun sie machen / recken den Kopff bald hin vnd her / verstellen das Maul ohn alle gefehr / schawet an wie sie thun lachen. Gar schmale Schuch / Pantoffeln dran / wenn sie wollen zur Hochzeit gan / drin sie gar hoͤfflich treten ist denn jrgends ein Handwer⸗ cksman / seine Kinder woltens auch han / er kan sich sonst nicht retten. Dardurch koͤmpt mancher Man in schuld er mus sich leiden mit gedult / mit seinen Kin⸗ dern zumalen / auff der gassen treibens grossen pracht / im haus haben sie nicht die macht / das sie ein Brodt bezalen. Man siehet die Megd nah vnd weit / wenn sie sollen gehn zur ehrenfreud / vor Hoffart moͤch ten sie stincken / mit dicken kroͤsen rund vnd steiff / ja manche hat kein Hembt am leib / lassen sich doch prechtig duͤncken. Des Sontags stehn sie in der Thuͤr / kompt denn ein armer Gesell herfuͤr / fuͤruͤber kan er nicht treten sie lachen ihn aus mit grosser sch⸗ mach / vnd weisen ihn mit fingern nach / dz sind nicht Jungfrawen sitten. Der ein der ist ihn viel zu schlecht / der ander setzt sein Hut nicht recht / der dritte hat schlimme beine / der vierde ist ihn viel zu stoltz / der fuͤnffte ist ein grobes holtz / der sechste ist zu kleine. Dieselben die sich halten so keck / die fallen zum ersten in den dreck wenn sie zum Tantze ia⸗ gen / sie bekommen offt ein gute Beut / dz sie ha⸗ ben ein lange zeit / wol neun Monden zu klagen. Denn der pracht ist mit ihnen aus / sie ge⸗ hen wie ein ersoffne Maus besudelt vnd beschis⸗ sen / vorhin hat sie manchen veracht / darzu getrie⸗ ben grossen pracht / das ist nun vergessen. So bald sie hat genesen drat / so zeucht sie in ein ander stat / steld sich wider gar fromme / sie acht in jhrem geflochten Haar / gleich da sie noch ein Jungfraw war / bis das ein Geck thut kommen. Der den handel nicht stersteht / vnd sie denn vmb ihr Ehr anredt / der gute Bruder schlechte. der Kauff wirt ihm geschlagen zu / er kriegt das Kelblein mit der Kuh / er lest sich nichts an⸗ fechten. Biß sie ein wenig halten haus / so erhebt sich dann mancher straus / mit weinen vnd auch mit klagen / vergleichen sich zu aller stund / wie die Katzen vnd Hund mit rauffen vnd mit schla⸗ gen. Also strafft Gott den Vbermuth / darumb ihr jungen Megdlein gut / last euch weisen vnd lehren / haltet euch fein in Erbarkeit / das ist der Jungfrawen bestes Kleid / Gott wird euch wol ernehren. Show less

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