Verurteilung Graf Ferdinand von Hardegg und Nicolai Perlin, Wien 1595; "Mein Gott, wie stehets in der Welt"
Newe Zeitung aus Wien. Kuͤrtzlich in Ge⸗ sangsweise gefasset / Von dem Graffen Ferdinandi von Hardeck / vñ Nicolai Perlin / Was denselbigen jhres Meineydigen verbrechung fuͤr ein Todt ist angelegt worden / lu⸗ stig zusingen. Geschehen den 15. Junij / Anno 95. stylo nouo. Jm Thon / Wie man... Show more Newe Zeitung aus Wien. Kuͤrtzlich in Ge⸗ sangsweise gefasset / Von dem Graffen Ferdinandi von Hardeck / vñ Nicolai Perlin / Was denselbigen jhres Meineydigen verbrechung fuͤr ein Todt ist angelegt worden / lu⸗ stig zusingen. Geschehen den 15. Junij / Anno 95. stylo nouo. Jm Thon / Wie man vom Koͤnig Ludwig als er in Vngern vmbkommen ist / Anno 1520. Oder / Wie das Lied von Vlmitz gesungen / Anno rc. 58. Das Ander Lied. Mein Gott wie stehets in der Welt. Gedruckt im Jar 1595. KLeglich so thue ich singen / mit gar be⸗ truͤbtem Hertzen / HERR Gott hilff mirs vollnbringen / es ist fuͤrwar kein schertzn / Das jetzt inn letzten zeiten / wie Chri⸗ stus selber spricht / die Lieb bey vielen Leuten / beyn Christen nicht viel deuten / ehe er wird haltn Gericht. Auch wird sehr gehn im schwange / die Vngerechtigkeit / den Menschen wird sein bange / weil viel Beschwerligkeit / Eins das ander thut treiben / der eigen Nutz voran / bey Menschen thut verbleiben / kein Straff hilfft dagegen / es nimpt / kratzt wer da kan. Drumb mustu O GOtt straffen / dein Volck auff dieser Erd / weil sie nichts guts wolln schaffen / vnd keiner froͤmmer werd / Mit Pestilentz manch Jare / hastu gestrafft viel Land / Mit Thewrer zeit fuͤrware / auch mehr mit groß gefahre / noch lebt man in Suͤnd vnd Schand. Dadurch du bist bewogen / vns zu straffen HERR Gott / Wie solchs auch hewr fuͤr Augen / das viel draus han ein spott / Als man daher thet zehlen / wol Funfftzehen hundert Jar / drey vnd neuntzig gar eigen / der Tuͤrck thet sich erzeigen / in Vngern mit grosser schar. Darin thut er hart saussen / Tyrannisie⸗ ret sehr / so gar mit grossen braussen / wider der Christen Heer / Zum widerstand mit fleisse / die Keyserlich Maiestat / sand nein bescheidner weise / Ritter und Graffen mit fleisse / solten halten gut Rath. Do ward auch vnter jhnen / Graff Ferdi⸗ nand von Hardeck / Nicol Perlin den zwenen / ward eingeben der Fleck / die Stadt Raab mit dem Schlosse / von Keyserlich Maiestat / Sie soltn darinne fossen / Leib vnd Leben drumb lassen / zustehen biß in den Todt. Es war Gott lob bestellet / mit Kriegs Munition / Das gar nichts daran fehlet / es war schon nein gethon / von Buͤchsen vnd groß Geschuͤtze / Kraut vnd Loth auch voll auff / Drey tausent Landsknecht gute / die ge⸗ sundt waren zu muthe / Mehl vnd Korn ein groß hauff. Ohn alls was theten haben / die Buͤrger in der Stadt / all jhr Vorrath vnd Gaben / das nicht gerechnet ward / Doch ist dirs Gott gar kleine / wenn du wilt straffen thun / kanst stuͤrtzen dein Gemeine / vertilgen alls in eine / durch Christum deinen Sohn. Das du der Obrigkeiten / gibst ein ver⸗ zagts Hertz / Wie du vor langen zeiten / auch solchs gebrauchet stetz / Doch soll ein Christ be⸗ dencken / seinen Eydt stetiglich / Kein furcht dauon nicht lencken / sein Sinn nicht anders schrencken / vnd halten seine pflicht. Jm Vier vnd neuntzigsten Jare / ach Gott dir seys geklagt / der Graff von Hardeck gare / die Stadt vnd Schloß auffgab / Hies das Volck hinaus gehen / Buͤrger vñ Kriegs⸗ leut / Hinden ein lies er ziehen / die Tuͤrcken mit Fahnen fliehen / das klagt man noch auff heut. Zu Wien wordens eingelegt / in die Key⸗ serliche Burg / Der Perlin auch dagegen / des sie sich nicht besorgt / Da wurden Recht vnd Vrtheil / dreymal vber sie erkant / nach Kriegs⸗ brauch ohn vortheil / es halff jhn gar kein mit⸗ tel / was sie han eingewandt. Wol nach dem Newen Calender / den Funfftzehenden Junij tag / da ward jhn allen beiden / das Leben abgesagt / Vmb neun Vhr vor Mittage / zu Wien wol in der Burg / der Schultheiß hoͤrt die sage / der Profoß fuͤhrt die klage / ohn alle vortheils arg. Graff Vlrich Ferdnandi Bruder / der hoͤrt die klag mit an / Magister Hawstein ein Alter / belesener Gerichts Man / die klag sie da anhoͤrten / was er verdienet hat / Der Graff thet bitten eben / man wolt jhm vor zugeben / ein Beichtvater zur fahrt. Aus den Beysitzern balde / ward ein Auß⸗ schuß gemacht / Sein bitt ward aller gestalte / vor Ertzhertzog Matthias gebracht / Da ward jhm zu gegeben / ein Beichtvater in der Stadt / Die Hand aber dagegen / soll abgeschlagen werden / der Keyser geschaffts hat. Der Perlin im Klagmantel / auch vorge⸗ standen ist / Hett gar keinen Verwandten / bat kniend sehr vmb frist / Jn Welscher Sprach thet reden / denn er auch selber war / ein Wel⸗ scher / vnd dagegen / zween Jesuwiter eigen / die jhn auch troͤsten dar. Da thet man sie naus fuͤhren / vor die Burg war auffgebawt / ein Buͤhn wie Herrn gebuͤhret / das menniglich zuschawt / Mit Schwartzem Tuch vmblegen / die Buͤhn be⸗ decket ward / Darauff gieng der Graff eben / bat man wolts jhm vergeben / wen er erzuͤrnet hat. Der vorgedachte Alte / Hawstein der bett jhm vor / Darnach legt er gar balde / Kragen vnd Manntel hin dar / Das schwarz Vngri⸗ sche Roͤckel / das war schon auffgeschuͤrtzt / den Rothen Ermel dergleichen / duͤrfft man jhm nicht nauff streichen / es war schon nauff ge⸗ stuͤrtzt. Sein Sammit Hut gar balde / vor die Augen zug er in / Kniete nieder dergestalte / legt sein recht Hand auch hin / Auff den Stock war bedecket / mit schwartzem Tuche gar / Sprach / O HErr Jesu Christe / mein Leib vnd Seel mir friste / in deine Hende verwar. Alsbald ist da gestanden / ein Henckers Knecht geschwind / mit eim Eisen vorhanden / satzt es auff sein Hand lind / Ein Hencker thet darauff schlagen / ein ander sein Haupt her⸗ nach / Des Graffen Knecht mit klagen / jhr vier jhn genommen haben / mit sampt dem Tuche auff. Vnd in ein Sarck geleget / auff sein Wa⸗ gen gesetzt / sechs Roß wie man denn pfleget / mit schwartzem Tuch bedeckt / haben jhn hin gefuͤret / nach Hardeck zwo Meilen heim / Wie eim Herren gebuͤret / sein Begrebnuͤs gezieret / vnd da begraben ein. Eben in dieser weile / haben die Henckers Leut / das ander Tuch in eile / bey seyte schnell gereumpt / Vnd dem Perlin gar balde / ein anders auff gebreidt / darauff er dergestalte / kniet nieder in einfalte / nam durchs Schwerd sein abscheidt. Sein Leib ist hin getragen / worden zun Muͤnchen ein / den andern Tag begraben / von Welschen worden fein / Aus der geschicht man siehet / das Gott noch haben wil / Getrewe in seinem Stande / wol in dem gantzen Lande / sey wenig oder viel / Amen. Das Ander Lied. MEin Gott wie stehets in der Welt / ein jeder tracht nach Gut vnd Gelt / Got⸗ tes furcht hat abgenommen / Es ist wenig Glaub mehr in der Welt / die Liebe ist schon verloschen. Die Warheit wird gelehret klar / niemand bessert sich vmb ein Haar / beim Alten vnd beim Jungen / Das wird fuͤrwar die leng nim⸗ mer stahn / Gottes Zorn wird vber vns kom⸗ men. Es wechst nicht so viel Laub vnd Graß / als jetzt regiert Neid vnd Haß / beim Reichen vnd beim Armen / Es wird fuͤrwar die leng nimmer stahn / es wird wol Gott erbarmen. Groß Thewrung hat sich gefangen an / groß Sterben ist wol auff der bahn / der Tuͤrck thut sich nicht seumen / Ach lieben Leut / be⸗ denckt die zeit / kehrt widerumb mit Rewen. Wir haben gar ein frommen Gott / der nicht begert des Suͤnders Todt / drumb hat er vns gegeben / sein liebsten Sohn wol in den Todt / das wir auch han das Leben. Nu last vns Busse fahen an / Christum von Hertzen ruffen an / das er vns Gnade er⸗ wuͤrbe / bey Gott seim liebsten Vater sein / auff das wir nicht verduͤrben. Ehr sey dem Vater vnd dem Sohn / sampt heiligen Geist im hoͤchsten Thron / all drey Person mit Namen / hilff das wir all⸗ hie Busse thun / durch Jesum Christum / Amen. Show less

Wassernot in Deutschland, 1595; Wundergeschichte aus Karlstadt
Klegliche Geschicht / Von der gros⸗ sen erbermlichen Wassers Noth / so an allem Ende in Deut⸗ schem Lande ergangen sind / Da es bey⸗ gemeld / etliche Laͤnder / Stroͤm / Staͤdt vnd oͤrther / da es vnerhorten grewlichen Schaden gethan / An Menschen / Vieh / Heuser vnd feste Bruͤcken / Auch... Show more Klegliche Geschicht / Von der gros⸗ sen erbermlichen Wassers Noth / so an allem Ende in Deut⸗ schem Lande ergangen sind / Da es bey⸗ gemeld / etliche Laͤnder / Stroͤm / Staͤdt vnd oͤrther / da es vnerhorten grewlichen Schaden gethan / An Menschen / Vieh / Heuser vnd feste Bruͤcken / Auch Muͤe⸗ len / Ecker / Gaͤrten vnd Wiesen / Jn diesem 1595. Jahr / Gesangß⸗ weise gestellet. Jm Thon / Wie man den Koͤnig Laßlau singet / rc. Die andere Zeitung / Wie man bey Carstadt / in Franckenlande / klar lauter Mehl aus der Erden ge⸗ graben. Jm Thon: Es ist gewißlich an der Zeit / etc. Das Erste Lied. HOrt zu jr Christen in der still / Was ich hier kuͤrtzlich mel⸗ den wil / Was sich hat zugetragen / Jn diesem Jahr / sag ich fuͤrwar / Nemlich in kurtzen Tagen. Jn Thuͤringen / Meissen wol bekant / An vielem Ort in Sachssen Land / hat das Wasser mit grausen / Schnell vnd gerad / gethan groß Schad / Mit grossen Welln vnd brausen. Viel Thaͤm vnd Bruͤcken / groß vnd klein / Die hats gar gerissen ei[...] / Viel Muͤel verschwem̄et zwaren / Acker vnd Veld / sein gar verschwelt / Man hats in hundert Jahren. Nicht erfahren oder gesehn / Das sol⸗ cher Schaden ist geschehn / Jn vielen Staͤdt vnd Landen / Viel Mawren frey / statlich Gebew / Hats gar gemacht zu schanden. Viel schoͤner Doͤrffen in Thuͤringer Land / Ligen ans Wasser die Vnstrut genant / Sind meist als vbergossen / Heu ser zu mal / Vieh vnd auch Stall / Der sind viel weg geflossen. Das Volck war im grossen Elend / Sie lauten Sturm an allem end / Auff die Kirchthoͤrm thetens lauffen / Rieffen zu Gott / in solcher Noth / Jr viel mu⸗ sten ersauffen. Ein Edelman gar wol bekant / Claus von Bortfeld ist er genant. / Ereillt das Wasser dermassen / Gar schnell versteh / mit grosser Weh / Must er sein Leben lassen. Mit fuͤnff Personen / Kutzschen vnd Roß / versuncken in dem Wasser groß / Drey Kaͤrner auch der massen / Versun cken g[...] / mit grosser gefahr / wol auff der Nuͤrnberger Strassen. Die Sael die hat Acker vnd Feld / Gaͤrten vñ Heuser gar verschwellt / vmb Merßburgk her geraden / Jn der Stadt Hall / gantz vber all / Thets gar grossen Schaden. Vmb viel Tausend Guͤlden Schad / An Gebew / Holtz vnd allem Vorrath / Jst leider dar geschehen / Zu Berneborg / mit grosser Sorg / Hat man groß Noth / gesehen. Das Wasser wuͤtet grausam wilt / Vnd hat die Heuser gar erfuͤlt / Die Mawren sind zerfallen / Die Leut vor⸗ war / mit groß Gefahr / Die sind geflo⸗ gen allen. Fuhren nach der hoͤhe aus der Stad / Musten alles lassen gerad / sie kondtens nicht mit nehmen / Stuͤell / Benck vnd Beth / was jeder het / Sach man ins Wasser schwemmen. Man hoͤrt bruͤllen das liebe Vieh / Das thet manchem im Hertzen weht / Die Heuser vngehewren / Fielen meist ein / groß vnd auch klein / Das Lachen ward gar thewren. Die vheste Bruͤck on allen Spott / Die gieng auch hin in dieser Noth / viel Doͤrffer in der Summen / Nahe vnd auch weit / zu dieser zeit / Sind im Was⸗ ser gar verschwummen. Die Straff ist gangen nah vnd sehr / Bald im gantzen Deutschenland vmb⸗ her / an allen Wasserfluͤssen / Viel armer Leut / muͤssen mit Leid / Noch lang mit Schaden buͤssen. Man kan nicht sagen recht Bescheid / Wie die eilff Stroͤm nah vnd weit / Ge⸗ wuͤtet vber die massen / Hin vnd her / mit groß gefehr / Must mancher sein Leben Lassen. Die Dona / die Aeder vnd den Rein / Den Ecker / die Mosel vnd die Meyen / Theten gar vberinnen / Den Schaden zwar / in diesem Jahr / Jst nicht moͤglich zu nennen. Die Schadn die dar gesche[...] sein / An Vieh / Schaff / Rinder vñ schwein / An Acker / Gebew vnd Weesen / Wens troffen hat / in Dorff vnd Stadt / Die kondten nicht genesen. Jn Hessen vñ Braunschweiger Land An der Wesser Strom wol bekant / sind gar viel Bruͤcken zerrissen / Was hin vnd her / geschehen mehr / Das ist nicht auß⸗ zumessen. Gott send vns Zeichen vnd Wunder schon / noch kehrt sich keiner nicht daran / Jn diesen letzten Zeiten / Die Gottlos Rott / helts nur fuͤr Spott / Es werden nur erger die Leuten. Daruͤmb strafft Gott in allem Land / Mit straffen groß gar mancher Hand / Wie leider nu ist am Tagen / Das hin vnd her / mit groß gefehr / Geschehn er⸗ schrecklichen Plagen. Gott straffet sehr den Vbermuth / Send vns den Tuͤrckn zu einer Ruth / Der Teufel ist loß gelassen / Richt Jam⸗ mer an / wo er nur kan / Sucht vns in al⸗ len Massen. Zu bringen in sein Strick hienein / Darumb jr Christen allgemein / Thut Buß [...] Gott zusammen / Das er ge⸗ rad / kom [...] Gnad / Durch Jhesum Christum / Amen. Das ander Lied. HJlff reicher Gott in deinẽ Thron / ein Schoͤpffer aller dinge / Durch Jhesum Christum deinen Son / das ich moͤg froͤlich singen. Von deiner grossen Wunderthat / die du vns jetzt ge⸗ zeiget hast / hilff Gott das vns gelinge. Nemlichen in dem Franckenland / da ist eine Stad gelegen / Carstad / an dem Meyen bekant da hat man Gottes Se⸗ gen / gesehn / gespuͤrt gar eben frey / Ein Berg der liget nah darbey / das kan nicht sein verschwiegen. Da hat man gar newlicher zeit / schoͤn sauber Meel gefunden / Von vielen orten nah vnd weit / holt mans im selbigen grunden. Daraus haben sie schoͤn Brod gebacken / gessen in der Noth / vnd lobten Gott die Stunden. Den armen Leuten ist es gar / ganz friesch vnd wol gedeyen / haben gebuͤst den Hunger zwar / gestilt durch Gottes Segen. Die Leute brauchtens mancherley / backen Kuchen / vnd machten Brey / das Volck in al⸗ len Wegen. Jn Koͤrb vnd Secken holt man [...] / viel wolten Wucher treiben / theten [...]en auff gewinn / sie mustens lassen bleiben. Jm Back ofen hat sichs verwand / wie steinig / Erden vnd Sand / Weiter thue ich euch schreiben. Der Juncker fromb / hat auch bestellt / der bey dem Berg gesessen / Vmb sonsten / vnd gar nicht vmd Gelt / sols jeder frey außmessen / vmb Gottes willen vngewehrt / Ein jeder Mensche wers begert / des ward gar bald ver gessen. Da waren viel Gottlose Leut / wol in den⸗ selbigen Tagen / Haben sich vmbs [...]icht mit vnbescheid / gerissen vnd geschlagen. Fluchten sehr / vnd lesterten Gott / das war der Danck fuͤr seine Gnad / Noch weiter mus ich sagen. Die Pfaffen auch noch jrem Sinn / schickten sich zu der Sachen / Gedechten frey auff jrem Gwin / wolten ein Wolfart machen Von Gottes Gnad vnd Wunderthat / machten sie bald ein Kram gerath / Gott thet jr Thor⸗ heit lachen Sie wolten Gott stelen seine Ehr / vnd wi⸗ der sein Allmacht streben / Vnd wer das Mehl wolt holen mehr / der solt was dafuͤr geben / dz sie die Wolfarth vorgemelt / an ichten mit der leute Geld / hoͤrt / was geschach darneben. So bald der Anschlag ward gemacht / wol zu derselbigen Stunden / So ist das Mehl durch Gottes Macht / auch ganz vnd gar ver schunden / verloren vnter der Menschenhand / wurde zu Erden oder Sand / vnd ward nicht mehr gefunden. Wenn wir auch theten fein gerad / vnd was wir billich solten / So wuͤrde Gott durch sei⸗ ne Gnad auch geben was wir wolten. Weil dasselb [...] [...] geschicht / so gehets nach vn⸗ s[...]n [...] [...]ht / denn wir vns Gottloß halten. Diß Mehl mein warer Bericht / wol fuͤr dem Juͤngsten Tagen / Daran sollen wir zweiffeln nicht / Gott vnser Gebet fuͤrtragen. Denn ehe ein Mensch solt leiden noth / ließ Er werden Steine zu Brod / Druͤmb sol kein Mensch verzagen. Jn Francken ligt ein Kloster reich / das heist die Himmels Pforten / viel Korn hat es da gleich / wol an demselbigen orten. Woltens niemand geben zu kauff / hielten nur auff Thewrung auff / biß Gott erzoͤrn ist wor⸗ den. Vber sechß hundert Malter fein / Jst alles weg geflogen / Jn jederm Korn ein Wuͤrm⸗ lein / war sichtiglich fuͤr Augen. Jr Wucheter nempt hie bericht / Gott trifft euch frey mit dem Geschicht / dich selbst hast du betrogen. Last ab von Suͤnd / thut rechte Buß / vnd bittet Gott zusammen / Die zeit ist nahe / das man mus / fuͤr Gottes Gerichte kommen. Ach Gott wolst vnser Schuld nachlan / das wir fuͤr dir moͤgen bestahn / Durch Jhesum Chri⸗ stum / Amen. Show less

Drey Jungfrauen im Wirtshaus
Newe Zeittung: Vnd Warhaffte Geschicht / von dreyen Jungfrawen / welche zu Commataw im Land zu Behem / in ein Wirtshauß seind kommen / vnd ange⸗ zeigt / Krieg / Pestilentz / Teurung / Auch vil andere laster mehr / in Gesangsweis gestelt / wie jhr hernach hoͤren werdet. Jm Thon: Kompt her... Show more Newe Zeittung: Vnd Warhaffte Geschicht / von dreyen Jungfrawen / welche zu Commataw im Land zu Behem / in ein Wirtshauß seind kommen / vnd ange⸗ zeigt / Krieg / Pestilentz / Teurung / Auch vil andere laster mehr / in Gesangsweis gestelt / wie jhr hernach hoͤren werdet. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Son / rc. Weil sie so vbermuͤtig sind / mani⸗ cher trachtet so geschwind / dem todt wil er entrinnen / vnd weichet jm gar man⸗ chen trit / dasselb hilfft jn doch alles nit / ich kan jn doch wol finden. Wie sie hetten gesagt die wort / er⸗ schracken die leut an dem ort / Darnach thet man vernemen / so gar ein grossen Donnerschal / das in der gantzen Stadt erhal / damit thetn sie verschwinden. Darumb gedenck ein jeder Christ / wie schoͤn / wie reich vnd mechtig er ist / das er ja auch muß sterben / gleich wie die bluͤmlin auff dem feld / also muß auch die schnoͤde Welt / in jrem pracht ver⸗ derben. Wenn schon jetzt ein Wunderzeichen geschicht / vnd das doch nicht ein jeder sicht / so wil er das nicht glauben / ver⸗ acht verlacht treibt drauß den spot / aber fuͤrwar der hoͤchste Gott / wird jm sein leben berauben. Erstlich druckt zum Hof / Nach⸗ gedruckt / durch Valtin Kroͤner. Er sprach zu jhnen mit beger / auß was Land sie kemmen daher / darumb thet er sie fragen / Da sprach die eltst wol in gemein / von wannen wir herkom⸗ men sein / das woͤllen wir dir nicht sa⸗ gen. Der Wirdtin die kam an ein grauß / sie gebot den Jungkfrawen auß dem Hauß / Essen vnd trincken wolt sie jn schencken / die nacht soltn sie sich anders versehn / Da fieng die Eltest an zu jehen / an mein wort solt jr gedencken. Warumb vns ewer Bruder thet fra gen / das woͤllen wir jetzunder sagen / vnd woͤlln vns all drey nennen / Jch bin die theure Zeyt zu hand / hab geregnieret manches Land / die jr auch noch moͤcht kennen. Erstlich kam ich in Oesterreich / in Reussen vnd Littaw dergleich / ich thets jn sawr gnug machen / das man daselbs durch hungers not / ellendiglich must leyden den todt / meint sie solten auffwa⸗ chen. Darnach kam ich mercket zu hand / in Schwaben vnd Wirtenberger Land / in Elseß vnd auch in Francken / das Jar wird Gott mit seiner hand / frucht gnug geben in manchem Land / noch wird jm niemand drumb dancken. Weil sie nun seind so gar verblend / Da fieng die ander an geschwind sprach ich wil sie anders lehren / mit Kriegen vnd mit blutgeschrey / wie ich hab schon erzeyget frey / wie jr hernach werd hoͤ⸗ ren. Wie mein Schwester hat vor gemelt / Jetzund bey dieser argen Welt / geschehen groß Blutuergiessen / wie man ghoͤret in Franckreich / vnd in Niderlanden der gleich / niemand wil sein suͤnd buͤssen. Sonder die junge Welt wechst auff / in sünd vnd schand nach der Welt lauff / an kein straff sie sich keren / Jm Wirts⸗ hauß sitzens ob dem spil / ein stund in der Kirchn duͤnckt sie zuuil / all laster thut sich bey jn mehren. Ehebruch / Diebstal vnd Hurerey / Gottslesterung / neyd vnd haß darbey / wo einer den andern kan betriegen / mit falscher Maß / Eln / vnd Gewicht / dar⸗ auff ist die Welt abgericht / die Armen muͤssen sich stets schmiegen. Jetzund in dieser argen Welt / ein jeder gedenckt hett ich nur gelt / gleich wie ichs thet bekommen / es wer mit fug glimpff oder recht / es gilt jn alles gleich vnd schlecht / wie ers seim Nechsten hett abgenommen. Das Gut vnd auch das leydig gelt / das regieret jetzt die gantze Welt / dar⸗ nach thut man sich lenden / welcher gelt hat der kompt herfuͤr / welcher keins hat muß hinder die Thuͤr / O Mensch thu dich bedencken. Jn dem die dritte auch auffstund / da ward gehoͤrt auß jrem mund / sprach ich wils wol anderß straffen / mit Pesti⸗ lentz vnd gehem todt / so jr von suͤnd nit abelot / den Hirten mit den Schaffen. Ob ich euch zu der Buß moͤcht kehrn / so thun sich alle laster mehrn / bey Rei⸗ chen vnd bey Armen / keiner seim Nech⸗ sten freundschafft leyst / sicht wie er jhn betrieg vnd bscheist / das moͤcht wol Got erbarmen. Weil sie so vbermuͤtig sind / mani⸗ cher trachtet so geschwind / dem todt wil er entrinnen / vnd weichet jm gar man⸗ chen trit / dasselb hilfft jn doch alles nit / ich kan jn doch wol finden. Wie sie hetten gesagt die wort / er⸗ schracken die leut an dem ort / Darnach thet man vernemen / so gar ein grossen Donnerschal / das in der gantzen Stadt erhal / damit thetn sie verschwinden. Darumb gedenck ein jeder Christ / wie schoͤn / wie reich vnd mechtig er ist / das er ja auch muß sterben / gleich wie die bluͤmlin auff dem feld / also muß auch die schnoͤde Welt / in jrem pracht ver⸗ derben. Wenn schon jetzt ein Wunderzeichen geschicht / vnd das doch nicht ein jeder sicht / so wil er das nicht glauben / ver⸗ acht verlacht treibt drauß den spot / aber fuͤrwar der hoͤchste Gott / wird jm sein leben berauben. Erstlich druckt zum Hof / Nach⸗ gedruckt / durch Valtin Kroͤner. Show less

Ermordung von Hauptmann Jacob Eliner durch die eigenen Kinder in Bregenz, 3. Juli 1595
Newe Warhaffte / Auch Erschroͤckliche Zeitunge: Wie ein Son vñ Dochter / Sampt einer Dienstmagdt / jhren Leiblichen / Natuͤrlichen Vatter / Hauptman Jacob Eliner / den 3. tag Julij dises 95. Jars / zu Braͤ⸗ genz am Bodensee jaͤmerlicher vnd vberlistiger weiß Ermoͤrdt habẽ / mit erzehlung /... Show more Newe Warhaffte / Auch Erschroͤckliche Zeitunge: Wie ein Son vñ Dochter / Sampt einer Dienstmagdt / jhren Leiblichen / Natuͤrlichen Vatter / Hauptman Jacob Eliner / den 3. tag Julij dises 95. Jars / zu Braͤ⸗ genz am Bodensee jaͤmerlicher vnd vberlistiger weiß Ermoͤrdt habẽ / mit erzehlung / wie es jnen vber diß Cainisch Mordthat ergangen / vñ was straff auch Vrtheil sie außgestanden / Gsange⸗ weiß / der jungen Welt zur warnung / gestelt. Jm Thon / Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn / rc. Gedruckt zu Augspurg / bey Michael Manger / Jm Jahr / 1595. 1. NVn hoͤr zu o From̄ Christlich hertz / Warvon ich sing ist fuͤrwar kein schertz / Merck was sich hat begeben / zuͦ Bregentz an dem Bodensee / erhuͤb sich Jammer Noth vnd Wehe / mir grauset der zeit zu leben. 2. Ein Hauptman daselbst weit bekandt / Jacob Eliner ward er gnandt / schon zim⸗ lich alt von Jaren / welcher in Welsch vñ Niderland / loͤblich gfuͤrt hat seinẽ Kriegs⸗ stand / was ich meldt das ist ware. 3. Vil guͤt im Krieg erworben hat / darauß erwuͤchß ein groß Mord that / wie jhr solt werdẽ brichtet / bitt vor zumal / euch Chri⸗ sten all / das jhr den grausamen ohnfall / freuenlicher weiß nit vernichtent. 4. Nach absterben zweyer Frawen sein / mit einr Dienstmagdt kam vberein / die⸗ selb zu der Ehe znemmen / die war von Armen Bauren gschlecht / sonst From̄ / redlich / darzu auffrecht / wolt sich jrer nit bscheiden. 5. Nun sehet zu was der Teuffel kan / so offt verfuͤrt manch stoltzen Man / thet den Kindern einblasen / Ewr Vatter jetz aber⸗ mal zhand / mit der Magdt sich gibt in Ehestand / das solt jhr nit zu lassen. 6. Die Magd ist Jung / vnd noch nit alt / mit jhr zeugt er mehr Kinder bald / in Ar⸗ muͦt werdt jhr schleichen / Ein guten Raht wol in der still / wann jhr volgt ich euch geben will / dardurch jhr moͤgen Reichen. 7. Dem Sohn bey fuͤnffzehen Jahren alt / buͤldet er fuͤr ein solche gstalt / das er sein Vatter From̄e / mit eim Holtzschlaͤ⸗ gel moͤrden thuͦ / wann er znacht lig in Schlaffes rhuͦ / den dingen all fuͤr zu kom⸗ men. 8. Der Dochter gab er in den Sinn / das sie ein scharpff Krautmesser nimb / vnnd wol zu der sach schawe / auch am Sambst⸗ tag / wañs jme zwag / mit guͦtem fuͤg / fein fleissig luͦg / den Kopff darmit abzuhawen 9. Die ein Magd sollns auch sprechen an / vnd jhrn verheissen guͦten lohn / wol vor jhrem Angesichte / ein Rock vñ angmachte Bettstatt / die best Kuͤh so man im Stall hat / werd hierzuͦ vil außrichten. 10. Zwey Jahr giengens all drey vmbher / Der Teuffel schuͤr jhe lenger je mehr / ob jhnen moͤcht gelingen / kein fortgang es wolt habẽ nicht / nachmals sie anderst vn⸗ derricht / den fuͤrsatz zuvollbringen. 11. Der Sohn sich zu dem Vatter gab / sprach Vatter mein ich gsehen hab / ein Hirsch groß vber dmassen / wie wir drey in Buͤrg ghewet han / ist gloffen an die fluͦ hinnan / zimlich weit von der Strassen. 12. Komb mit vns auff den Berg hinauff / darffst sorgen nicht das er vns entlauff / leichtlich kanstu jhn schiessen / mach nit vil weil / komb schnell in eil / drumb bitt ich dich / sehr Hertziglich / wir wollets all drey geniessen. 15. Die Buͤchs namb er im Augenblick / wuͤßt nit seinr Kinder falschen dick / mit jn auff d' Berg thet steigen / fuͤrtent jn zu eim hohen Joch / sihe Vatter dort der Hirsch teht noch / wie wir theten anzeigen. 14. Der Vatter glaubt den Worten bloß / der Jung Sohn gab im ein gschwinden stoß / die Dochter auch darneben / das er fuͤll alle Felß hinnein / zerbrach Arm / Schenckel vnnd die Bein / endet ellendig sein leben. 15. Die Magdt stondt da / vnd lacht darzuͦ / der Vatter dreymal Jhesus schruͦ / Der Reich ward jetzundt Arme / fall hin ins Teuffels Namen nein / dein Eh ist dir jetzt brochen fein / sprachens ohn all erbarmen. 16. Solchs Mordstuck biß an dritten tag / verschwigen ward ohn alle klag / die Ehe⸗ magdt stets thet sagen / der Vatter will nit mehr zu Hauß / seit er zum Hirsch ist gan⸗ gen auß / vil Leut thund nach jhm fragen. 17. Die Kinder sprachent trutziglich / du Junge Huͤt / was gehts an dich / dein Heurath ist zerbrochen / du wirst nit vnser Muͤter sein / vnd solls deim Hertzen sein ein schwere Pein / der Ehestand ist worden gerochen. 18. Jm Hauß hoͤrt man taͤglich rumorn / wie das der Vatter werd verlorn / Entlich kam auch die sage / wie dz ongfehr / Haupt⸗ man Eliner / im Burg von Holtzleuthen gfunden wer / von Moͤrdern ztodt geschla⸗ gen. 19. Den Kindern war jrs Vatters todt nit leidt / drumb bald allda die Oberkeit / all drey gfaͤnglich annamen / bekandten guͤt⸗ lich ohn Peins noth / wie sie thon hettent diß Mord that / hoch auff dem Berg bey⸗ sammen. 20. Das Vrtheil bald war gfellet drauff / das man sie alle drey zu hauff / lebendig soll vergraben / vnd durch jhr junges hertz mit schmertz / drey starcke Pfal / mit gros⸗ ser qual / der Nachrichter soll schlagen. 21. Aber durch Bitt der Priesterschafft / der Edlen / vnd der Ritterschafft / ward jn groß gnad bewisen / vnd der Jungen welt zur abschew / das sie den Eltern vorthin ghorsam sey / die Koͤpff vom Leib ge⸗ schmissen. 22. O Junges Bluͤt dise gschicht bedenck / vnd nit freywillig in dsuͤnd dich sinck / hab dein Elter in Ehren. Bitt GOtt vmb gnad / stets fruͤh vnnd spat / das er des Teuffels Raht vnd that / mit seiner macht woͤll zerstoͤren. Amen. Gedruckt zu Augspurg / bey Michael Manger. Show less

Schlacht zwischen Mihai Viteazul und Koca Sinan Pascha bei Călugăreni; Ein christlich Gebet
Warhafftige Newe Zeitung / Aus Vngern / Ziebs vnd Sie⸗ benbuͤrgen. Was sich zwischen den Chri⸗ sten vund Tuͤrcken zugetragen hat / nemlich / von dem Sieg / so der trewe Gott den Christen bewiesen hat / wie die Tuͤrcken vbe[...] in Wasser gezogen / vnd ins Eiß gebrochen / vber zwelff... Show more Warhafftige Newe Zeitung / Aus Vngern / Ziebs vnd Sie⸗ benbuͤrgen. Was sich zwischen den Chri⸗ sten vund Tuͤrcken zugetragen hat / nemlich / von dem Sieg / so der trewe Gott den Christen bewiesen hat / wie die Tuͤrcken vbe[...] in Wasser gezogen / vnd ins Eiß gebrochen / vber zwelff tausent er⸗ truncken vnnd erschlagen worden. Was sonst mehr fuͤr seltzam hendel verlauffen sein / in diesem lauffenden 1595. Jahr. Gesangsweise gestellet / Jm Thon: Wie man den Lindenschmid singet. Erstlich gedruckt zu Wien / in O⸗ sterreich bey Leonhart Formica. Anno 1595. WAs hoͤrt man setzt gar mancher⸗ ley / von grossem Krieg vnd Kriegß⸗ geschrey / gar ernstlich mit gewalten / Jn Vngerland / gar wol bekand / wie jhr werd hoͤren baldten. 2. Dieweil nun das vergangen Jahr / viel Vngluͤcks geschehen zwar / durch Verraͤterey mit listen / Viel tausend Man zu bodem gahn vnter den frommen Christen. 3. Die Tuͤrcken han den Winter lang / den Christen g[...]han ein grossen zwang / mit bren⸗ nen / raub / vnd morden / Streufft Tag vnnd Nacht / Mit grosser Macht / so gar an vielen orten. 4. Die Stad Altenburg in Vngerland / ist von den Türcken bald berand / eilff Meil von Wien dermassen / geraubt / gebrand / mit groß Elend / die Christen [...] er lassen. 5. Alles weg führen aus der Stad / vnd was jm nicht gefallen hat / die liessen alles zerha⸗ wen / die Gottloß Rotte / trieb grossen spott / an Weibern vnd Jungfrawen. 6. Die Tattern zogen von Pappa hin / nach Siebenbuͤrgen stund jr Sinn / der Herr Na⸗ desti frommen / der blieb getrew / vnd ruͤst sich frey / vnd thet gar halde kommen. 7. Mit seinen Huseern zu Felt / vnd sandt geschwind Botschafft gemelt / in Ziebs vnnd Siebenbuͤrgen / sie solten halt / sich ruͤsten bald / gar frey ohn allen Sorgen. 8. Er wolt mit der Huͤlffe von Gott / gar trewlich in aller noth / jnen zu Huͤlffe kom⸗ men / Die Tuͤrcken boͤß / vnd Tattern loß / die zogen in der Summen. 9. Haben die Christen nach getracht / Gott stuͤrtzet sie durch seine macht, wol zu denselbi⸗ gen malen / der Grub bedacht / ders vns ge⸗ macht / seind sie selber eingefallen. 10. Die Christen han den lieben Gott / recht angeruffen in der Noth / darauff theten sie es wagen / Der Tuͤrck stellt sich / gar grewlich / sie wolten vns verjagen. 11. Die Christen samleten sich mit vleiß / die Tuͤrcken wolten vber ein Eiß / zu vns gar mit gewalten / da sie jr mac[...] / darauff gebracht / da ist das Eiß zerspalten. 12. Vnd seind ins Wasser gebrochen ein / Vnd die daruͤber kommen sein / die blieben dar zu Pfanden / zwelff tausent Man / musten sie lan / zu Wasser vnd zu Landen. 13. Das hat den Tuͤrcken verdrossen sehr / statliche Beut / Roß vnd Wehr / kriegten die Christen mit Ehren / durch Gottes Guͤth / der vns behuͤt / der kan jm stewren vnd wehren. 14. Der Tuͤrck zeugt zu Felde schon / mit dreymal hundert tausent Man / die Christen han sich zusammen verbunden frey / bey Eyd vnd Trew / sie wollen in Gottes Namen. 15. Den Tuͤrcken mit ernst greiffen an / aus allem Land vnd Nation / viel sind schon auff⸗ gezogen / wollen gerad durch Gottes gnad / den Türcken vnter die Augen. 16. Aus Jtalien vnd Hispanien bekant / auch Lothringen vnd Schweitzerland / aus Niederland vnd Franckreichen / viel tausent Man / geruͤst gar schon / die koͤmmen auch gleichen. 17. Das Roͤmische Reich zu huͤlff vnd stewr dieweil jetzt viel Reichsfuͤrsten thewr / sich ruͤ⸗ sten mit gewalten / in Deutsche Land / aus al⸗ lem Stand / Gott wolte alles erhalten. 18. Der König aus Polen Sigimund / der hat gemacht ein starcken Bund / mit vnserm Christlichen Keyser / Der Cantzler der ruͤst sich sehr / ein Kriegsman alt vnd weise. 19: Der wird mit ernst auffziehen bald / in die Tatterey mit gewalt / die sind den Tuͤr⸗ cken zugefallen / vnnd thun groß Leid / der Christenheit / Gott wol vns helffen allen. 20. Das sie ehest Gott mit gewehrter Hand / schuͤtzẽ jhr liebes Vaterland / Daruͤmb jr Deutschen allen / steht getrew / einander bey / das thut Gott wol gefallen. 21. Denn wo kein trew noch einigkeit ist / da ist kein Gluͤck zu keiner Frist / das man hat wol erfahren / Ja Leut vnd Land / gemacht zu schand / in diß vergangenen Jahren. 22. Jhr Obersten / Heuptleut vnd Kriegsraͤd gleich / die jetzt dienen dem Roͤmischen Reich / betracht dein Eyd gar rechten / mit allen fleiß / dein trew beweiß / bey Reuter vnd auch Knech⸗ ten. 23. Henckt nicht den Judas Beutel an / wie fuͤrstliche han gethan / trachtẽ mehr nach jhren sachen / wenn jhn nur Gelt / werd zuge⸗ zelt / theten sies balt Vnsichtbar machen. 24. Den gemeinen nutz betracht mit fleiß / so erlangt ihr lob ehr vñ preiß / so haben gethan die alten / jhrn Kriegsleut frey / bliebẽ sie trew / liessen Gott den HErren walten. 25. Vergest auch nicht den trewen Gott / Er ist die beste huͤlffe in Noth / thut wieder den Tuͤrcken kempffen / zu Gott allzeit / thue dein Gebet / der kan den Bluthund dempffen. 26. Wenn dein gebet deñ ist gethan / so greiff den Feind mit ernste an / einsinnig frey zusam⸗ men / Die Tuͤrckische Hund schlag zu grund / durch Jesum Christum / Amen. Ein Christlich Gebet / wieder den Tuͤrcken zu beten / oder zu singen. Jm Thon: Ach reicher Gott im Throne. BArmhertziger Gott vnd HERR / habe doch mit vns gedult / vund straff vns nicht so sehre / nach vnser grossen schult / durch deine grosse Guͤte / deine Gnade zu vns kehr vnnd thue vns doch behuͤten / fuͤr des Tuͤrcken wuͤten / wir han gesuͤndiget sehr. Von deim Gebot gewichen / dein Wort wenig geacht / die Suͤnd hat vns beschlichen / durch Hoffart / Geitz vnd Pracht / dadurch die Straff thut kommen / vber Staͤd / Land vnd Leut / es trifft vns in der Summen / den boͤsen mit den frommen / [...]e man spüret jtziger zeit. Wir thuns leider erfahren / teglich vnd alle Stund / wie das nu etlich Jahren / getobet die Tuͤrckischen Hund / sind in dein Erbe gefal⸗ len / dein Tempel habens geschend / Frawen / Jungfrawen allen / habens leider zumalen / gebracht in groß Elend. 5. Die Männer fuͤhrtens eben / mit Ketten fest vnd schwer / sterben lieber / denn leben / die kleinen Kindern nur / fuͤhrtens aus dem Lande morten ein grosse Sum / vns zu Hohn / Spot vnd Schande / mit Marter mancher handen / gantz grewlich vngestuͤm. 6. Vnmenschlich habens getrieben Gewalt vnnd grosse Pracht / viel Schmehebrieff ge⸗ schrieben / Christum sein Wort veracht / Ach hilff du Gott vnnd HERRE / dem verlassen heufflein / wir haben gesundiget sehre / thue dich zu vns kehren / wol durch den Namen dein. Du bist doch Gott getrewe / die Jsrael mit starcker Hand / hat auch gefuͤhrt eye / wol aus Egyptenland / du kanst vns helffen bald⸗ ten / dein Hand ist nicht verkuͤrtz / thue vns aus Gnade erhalten / durch dein Gottlich Gewal⸗ ten / den leidigen Tuͤcken stuͦrtz. Stewr jn Ach Gott vnd HERRE / durch Christum deinen Sohn / den sie verschmehen sehre / mit grossem Spot vnd Hohn / vnd han sich hoch vermessen / wieder die Christenheit / wolst vns HERR nicht vergessen / mach vns doch frey gefliessen / in diesem noͤtigen streit. Den Adler thue HERR schuͤtzen / alle Stend im Römischen Reich / dem Vaterland zu nuͤtzen / erhalt sie doch zugleich / vnnd thue doch Gott regieren / all Christlich Obrigkeit / alle Fürsten vnd Herren / dein Gottlichen Na⸗ men zu Ehren / halt doch in Einigkeit. Die wider den Tuͤrcken ziehen / hilff jn du trewer Gott / das sie einander getrewe / bleiben in aller Noth / vnsern Feldhern wir dich nen⸗ nen / beweiß doch deine Macht / den Feind thue zu trennen / das sie doch lernen kennen / deine Gewalt vnd grosse Krafft. Vnd laß vns doch nicht wancken / in dieser letzten zeit / wir wollen dich loben vnnd dan⸗ cken / vnnd preisen in Ewigkeit / das geb vns Gott zusammen / durch Christum seinen Son Den heiligen Geist mit Namen / wolle vns zu Hülffe kommen / aus sei⸗ nem hoͤchsten Thron. A M E N. Show less

Schlacht in Siebenbürgen, 1595
Zwey herrliche Schoͤne newe Lieder / das Erst. Von der troͤst⸗ lichẽ / Siegreichẽ Feld⸗ schlacht / so die drey abgfalne Lẽ⸗ der / als Moldaw groß vñ klein Wala⸗ chey / sampt Siebenbuͤrgen / dẽ 15. Mertzens dieses 95. Jars / gantz Riterlich dem Tür⸗ cken aberhalten / mit erzehlung / warumb... Show more Zwey herrliche Schoͤne newe Lieder / das Erst. Von der troͤst⸗ lichẽ / Siegreichẽ Feld⸗ schlacht / so die drey abgfalne Lẽ⸗ der / als Moldaw groß vñ klein Wala⸗ chey / sampt Siebenbuͤrgen / dẽ 15. Mertzens dieses 95. Jars / gantz Riterlich dem Tür⸗ cken aberhalten / mit erzehlung / warumb der jetz new Türckische Keyser Sultan Maho⸗ met seine leibliche Mutter / Bruͤder / Schwe⸗ ster / Schwaͤger / rc. habe hinrichten lassen. Jm thon wie man dẽ Lin⸗ denschmidt singt. Das Ander. Betreffent ein vermanũg / an die gantz allgemeine Christenheit / vnnd sonderlich hoch Teutschland. Jm Thon / Kompt her zu mir spricht Gottes Sohn / rc. Gedruckt zuͦ Augspurg / bey Georg Kreß / Jm Jahr 1595. DAs erste Lied. O Werde Christenheit nun merck / auff Gots deins Herren Werck / Erkenn sein gnad vnd guͤte / Die er ohn end Erzeigt behend / wider das Turcken wuͤten. Dann als der alt Tuͤrck Amurat Seins lebens zeit beschlissen that / Mit einem leidigen ende / Vnnd Machomet antreten thet / Seins Vatters Reich behende. Ließ er als bald sein bruͤder all / Deren neunzehen an der zal / Vor sein Augen hinrichten / Die Schwestern sein / Jhns Meer hinein Stuͤrtzt / schont der Mut⸗ ter nichte. Bald als er empfieng etwas schad / Ließ er durch ein strengs Mandat / Die Christen in seinem Lande / Welche biß⸗ haͤr Frey gesessen warn / Erwuͤrgen all zuͦhande. Solch vnmenschliche Tyrañey vnd was noch anders steht dabey / Merckten baldt die Walachen / Sibenbirgreich Moldaw deß gleich / Theten darzuͦ nit lachen. Sie dachten all in jhrem Sinn / Deß gar grausamen Tuͤrcken grimm / Wirt vber vns auch fallen / Drumb laßt mit macht vnns sein bedacht / Wie wir vns helffen allen. Zu Keyserlicher Maiestat / gehn Prag in die beruͤhmbte Statt / Schicktens jre Legaten / Jns Keysers schutz / Den tuͤr⸗ cken ztrutz / Sie sich ergeben thaten. Solch jr ergebung hand sie bald / jm werck erwiesen solcher gestalt / Das der Tuͤrck nicht mocht lachen / Gleich ohn verzug / Als in dem flug / Lugtens zu jh⸗ ren sachen. Den Tuͤrcken solcher bund verdroß / Dañ er daran hatt schaden groß / Viel hundert tausent Cronen / Drumb kurtz bedacht / Er sich auffmacht / Wolt jh⸗ nen darfuͤr lohnen. Er wolt auff legẽ jnẽ zwar / sein schwe⸗ res joch / so sie vil jar / Mit schmertz ge⸗ tragen hatten / Drumb er auff bracht / Ein grosse Macht / Jst jhm doch nicht gerahten. Den fuͤnffzehendẽ tag des Mertzens zwar / Dieses fuͤnff vnd neuntzigstn jar / Kam er daher gelauffen / Auff Moldaw zu / Jch sagen thu / mit zwen mechtigen Hauffen. Die in Moldaw vnd Walachey / Die Sieben buͤrger auch dabey / Theten sich kurtz besinnen / Wie der Tyran wer zgreiffẽ an / hilff Gott dz vnns gelinge. Sehr viel was jhnen gelegen dran / Drumb griffen sies auch ernstlich an / Brachten jr volck zusamen / Zogen dem Feynd Entgegen geschwind / Jn Gott des Herren Namen. Herr Jesu Christ gib Hertz vñ muht / Gib sterck vnserm Leib vnd Blut / Dein Ehre zuͦ erretten / wider die Feind / Die dir feind sind / Hilff vns in allen noͤten. Zwischen Temes war vnd der Lipp / Erhube sich ein seltzam gestruͤpp / Der angriff wahr geschehen / Manch Kuͤner Held / Ward da gefelt / Viel volcks thet da vergehen. Der streit war also grimm vnd hart / sechs stund alda gefochten ward / Bey⸗ derseits Ritterlichen / Jedweders theil Versucht sein heil / Keins wer dem an⸗ dern gewichen. Herr Jesu Christ / ihm Namen dein / Schlagen wir abermaln dareyn / Hilff Gott das vns moͤg gelingen / So woͤllen wir von hertzen gier / Deinem na⸗ men lob singen. Der seinen Gebett Gott erhoͤrt / Vnd balt der Tuͤrcken hertz zerstoͤrt / Hinder⸗ sich thetens rucken / Die Christen bald / Mit grossem gewalt / Jhn krefftiglich nach truckten. Was nicht erschlagen ward zutodt / Must sterben doch inn Wassers noht / Mann thet sie darein jagen / Musketen zwar / Vnnd buͤchsenrohr / Theten jhn redlich zwagen. Der Tattern hauff so jenseits war / Wolten den Tuͤrcken in der gfahr / Mit jhrem volck hilffbringen / Vermeinten geschwind / mit jhrem gesind / Auff der schiffbruck hinuͤber zspringen. Die schiffbruck wolt solch schelmẽ tragẽ nicht / Deß halb vnder jhnen zerbricht / Da mustens all ersauffen / Wer nit er⸗ soff / Oder entloff / Ward geschlagen bald zuhauffen. Zwelff tausent / so man zehlen kont / Auff der Walstatt man ligen fand / Es da warden erschlagen / Ohn die so man Nit zelen kan / vom wasser weggetragẽ. Jetzt kompt Gott lob ein gewisser be⸗ richt / Wie das Machomet der Ertz boͤß⸗ wicht / Sey auch der zeit vmbkomẽ / vor waschen sein / So plag vnd pein / taͤg⸗ lich auch han ein genommen. Jst also dz Tuͤrckisch Regimẽt / durch Gottes Raach von jm selbs zertrent / die Tiranney zerbrochen / auch das vnschul dig Christen Bluͦt / durch solche straff gerochen. Fuͤr solchen Sieg / o fromer Christ / Du Gott zudanckẽ schuldig bist / seinem Namen ob zugeben / vnd jhn auch bitt / das er allzeit / Woͤll gluͤck vnnd segen geben / Amen. Das ander Lied. Wach auff wach auff / o werde Cristẽ schar / Vom schlaff der Suͤnden offenbar / Der Tuͤrcke thut dich wecken / Biß nit so sicher vnd sorgloß / Es bringt dir sonsten ein grossen stoß / Sein gewalt thuͦt sich weit strecken. Gott hatt jhn aber auffgemahnt / Zu straffen vnsser suͤnd vñ schand / Ach waf fen vber waffen / Wann ein Kind nicht thut was es soll / Vñ sich auch sunst nit haltet wol / so thuts der Vatter straffẽ. Zur zeit Noe der Suͤndfluß kam / Vñ allem fleisch das leben nam / Niemandt wolt sich bekehrẽ / Sodom vñ Gomorr gleicher gestalt / Als kein warnung bey jnẽ galt / Thets Him̄els fewer verzehrẽ. Der Exempeln sind mehr bekant / Von Juden vnd von Grichenlandt / Die ich nit wil erzelen / Da sollẽ wir ge⸗ dencken an / Es werd vns anderst nit er⸗ gahn / So wir nit buß thun woͤllen. Wir leben sicher ohne sorg / Jn suͤnd vnnd schand als auff die borg / Thund Gottes wort verachten / Die zeichen so er laͤge zeit / vns zeigt dardurch sein zorn bedeut / thut niemand recht betrachten. Solts dann o Mensch ein wunder sein / Wann Gott den Tuͤrcken schickt hereyn / vnser suͤnd zustraffẽ / Du kanst doch selber leiden nicht / Wañ man dir ein wort wider spricht / Solt dañ Gott hierzuͦ schlaffen. Drumb wilt du han / daß Gott sein straff / Von dir abwend / vnnd frieden schaff / So thu dein Suͤnd erkennen / Laß ab von Suͤnd nim̄ an das gut / da⸗ mit brichstu des Herren Rhut / die dich sonst wirdt verbrennen. Niniue die gar grosse Statt / Den Herren auch sehr erzuͤrnet hat / mit jren schweren Suͤnden / Doch als sie Jona dem Propheten / Glaubten vnd wa⸗ re Buß thetẽ / Theten sie gnade finden. Drumb weil vngluͤck ist vor der thuͤr / Vnd oberhand gwint für vnd fuͤr / Vm̄ vnser Sunden willen / So laßt vns ab von Suͤnden stahn / vnnd rechte wahre Busse thun / Gotts zorn damit zuͦstillẽ. Niemandt gedenck es sey zuͦfruͤh / Kein Mensch auff erd war sicher je / Dz er nicht balt solt sterben / Niemand ge⸗ denck es sey zu spat / Es lebt noch der al⸗ te Gott / Lest vmb sein Genade werben. Der geb vns allen die genad / Das wir erkenen solch wolthat / Sein Na⸗ men darumb preissen / Vnnd mit eim bessern leben all / Vns fleissen jhme zu⸗ gefalln / Vnd danckbar zuͦ beweyssen. O Herr / geheilget werd dein Nam / Zuͦ komb vnns dein Reich wundersam / Herr es geschech dein Wille / Das brot bescher / die Suͤnd vergib / Vnd inn ver⸗ suchung bey vnns bleib / Thu alles vbel stillen. A M EN. Show less

Türkenkrieg, Ungarn, Oktober 1596
Warhafftige Newe Zeitung Welcher gestalt der Welsche Fuͤrste / mit huͤl⸗ fe des Herrn Alexander von Velem / vnd sei⸗ nem zugeordentem Kriegsnolck / den Ersten Octobris die Festung Mißkerath vnd Ma⸗ seg / ohne besondern schaden eroͤbert / vnd auff die Juͤden Stad Bobborgk geruͤckt / do dann ... Show more Warhafftige Newe Zeitung Welcher gestalt der Welsche Fuͤrste / mit huͤl⸗ fe des Herrn Alexander von Velem / vnd sei⸗ nem zugeordentem Kriegsnolck / den Ersten Octobris die Festung Mißkerath vnd Ma⸗ seg / ohne besondern schaden eroͤbert / vnd auff die Juͤden Stad Bobborgk geruͤckt / do dann die Juden draus geloffen / die Stad in brant gesteckt / aber nicht angangen / Welcher man in die Drittehalb Tausent auff Schiffen antroffen / vnd alle erwuͤrget. Wie kuͤrtzlich folget. Erstlich gedruckt zu Prag Anno 1596. JHr lieben Christen alle gleich / jhr Jungen / Alten / Arm vnd Reich / Hoͤrt mit fleiß was wir singen / was sich in Vngern begeben hat / von new geschehen dingen. Den ersten October es geschach / das man den Welschen Fuͤrsten sach / vber den Herssenberg komen / Herr Alexander von Vellem frey / den hat er mit genommen. Mit viel Volck sich gelagert hat / wol vor der Festung Mißkerath / dasselbe hart beschossen / die Tuͤrcken kein huͤlff zu hoffen han / das hat sie hart verdrossen. Als nu die Festung belagert hart / das Volck zum Sturm vermahnet ward / solten sich mit ernst schicken / die Festung gtrost anfallen thun / mit Gottes huͤlff wuͤrds jhn gluͤcken. Sich zuwehrn war der Tuͤrcken siñ / die Schiffbruͤcken wolten sie auf⸗ ziehn / Herr Alexander thets weren / mit drey Tausent Man sie erschreckt musten vber die Thonaw kehren. Sechs hundert Deutsch vnd Jta⸗ lian / die Festung bald erstiegen han / den ernst die Tuͤrcken vernamen / er⸗ gabn sie sich / vmb sicher abziehn / ba⸗ ten sie all zusammen. Den Türcken wurde solches ver⸗ gund / vbergabn vns die Festung zur stund / obs sies wol thet verdriessen / ohn besondern schaden gieng es zu / des ließ man sie geniessen. Den 3. October zu der zeit / Neun Tuͤrcken fieln auf vnser seit / die hat man aufgenomen / die sich noch wol gehalten han / thun sies noch / bringts jhn fromen. Sie zogn mit auf ein anschlag nu / vbr die Donaw auf Maseg zu / ist Gott lob wol gerahten / dieselb Stad wir [...]rt han / drauf wir fortzie⸗ hen thaten. Auf Bobborg / die Judn Stad wir zogn / die Juden warn all drauß geflogn / in Brand die stecken theten / dritthalb tausent auf Schiffen man fand / keinr kund sein leben erretten. Hernach kamn wir vor Ofen an / Als solchs die Tuͤrckn vernommen han / der Bas⸗ sa thet vns schreiben / eine Feldschlacht zu lie⸗ fern jhm / vermeint vns zuuertreiben. Vnsere Kriegsherrn jhm antworten lan / ob er schon komm / bleib er nicht bstahn / lies er vns wider sagen / vmb acht vhr Morgens kommen wolt / im Feld mit vns zuschlagen. Den achten October zur fahrt / haben wir seiner da gewart / Aber wie sie zu thun pflegen / kaͤmen sie des morgens fruͤ vor tag / ehe man jhn kundte begegnen. Gar heimlich fielen sie daher / ehe man recht kondt komen zur Wehr / in eil zum tref⸗ fen kamen / aber wegen dieses vberfals / zu letzt wir die flucht nahmen. Der vnsern bliebn wol auf dem plan / mit grosser gefahr sechs tausent Man / der schad thet vns betruͤben / auff das man solches re⸗ chen kund / haben wir vmb huͤlff geschrieben. Fuͤnff tausent Kuͤriß Reuter / Acht⸗ zehn hundert Karpiner schuͤtzen thun / acht hundert Sperr Reuter kamen / vnd in die dritthalb tausent Fusknecht / zogn vns zu huͤlff allsamen. Schwartzburger Graff man auch ver⸗ nam / mit zwey tausent Reuter der ankam / verglich sich mit den Herren / dem Tuͤrcken zu liefern ein Feldschlacht / man solts von jhm begeren. Dem Bassa von Ofen schrieben sie / den Dreizehenden October fruͤ / vmb 9. vhr zu erscheinen / vnd liefern vns wiedr eine Feld⸗ schlacht / gar spoͤttisch thet ers meinen. Zur Antwort ließ er sagen nu / solten nicht fest zubinden die Schue / wenns an ein lauffen gienge / das man die bald abwerffen koͤnd / meint wird jhm stets gelingen. Er sagt: Die Schue / zur ersten zeit / het⸗ ten zu fest gebunden vnser Kriegesleut / drumb weren viel im lauff blieben / vermeinte sein Verretterey / wiederumb an vns zu vben. Vnser Kriegsherrn vnd gantzes Heer / die Antwort hat verdrossen sehr / vnd thetens wol betrachten / wie man moͤcht rechen diesen spott / das er vns thet verachten. Die vnsern hielten gute Wach / gantz wol geruͤst die gantze Nacht / theten sich wol bewa⸗ ren / aus vnserm Lager kund er nichts / wie starck wir wern / erfahren. Als nun der helle tag herkam / vnd man die liebe Sonn vernam / theten wir vns tapf⸗ fer ruͤsten / vnser Schlachordnung machten wir frey / zusehn thets manchem luͤsten. Fuͤnff tausent Kurißreuter nun / in zwey hauffen sich teilen thun / der ein thet vorher traben / der ander theil zog hinden hernach / must auch gut ordnung haben. Mit achtzehn hundert Carpiner schuͤtzen / thet man die ein seit besetzen / Acht hundert Speerreuter eben / hetten die ander seit in acht / manch Kriegsman war darneben. Neben den Speerreutern zogen an / die Mußketiers / manch tapffer Man / drey hun⸗ dert Schuͤtzen eben / zogn nebn d[...] [...]ren⸗ tern her / jhr ordnung war[...] eben. Den Carpiner Schuͤtzen stunden bey / vier hundert Doppel Soͤldner frey / gemein Reuter zusammen / zogn in der ordnung vor⸗ ne dran / wagtens in Gottes Namen. Fuͤhrten das Geschuͤtz mittedrinn / das Fußvolck must darneben ziehen / kein Tuͤrck kund es ersehen / die Tuͤrcken zogen mutig da⸗ her / hoͤrt weiter was geschehen Der anschlag ward also gemacht / welchs jeder hat in guter acht / wenns fast zu treffen gienge / solten sich theilen auff beide seit / Gott halff / es thet gelingen. Die Tuͤrcken kamn mit grossen geschrey / bald theilt sich vnser Reuterey / mit macht sie auff vns drungen / dachten wir geben jtzt die flucht / es wer jhn wider gelungen. Jn dem kamen sie auffs Geschuͤtz / da legt sich bald der Tuͤrcken trutz / das ist als bald abgangen / als wenn der Hagel schluͦg darein / wurden sie da empfangen. Da ruͤckten wir wider zusamen / grieffen sie an in Gottes Namen / Sechtzehn tausent sind [...] die vbrigen sind in die flucht / von vnserm Volck g[...]ieben. Schwartzenburgr Graff der war bestelt / mit sein Reutern zu warten im Feld / die fluͤch⸗ tigen zu empfangen / die Vngern aber spiel⸗ tens also das sie jhn seind entgangen. Schwartzenburger Graff diß hart ver⸗ droß / vnd druckte auff die Vngern los / zwey tausent musten bleiben / das war der Vngern rechter lohn / dieweil sies offt so treiben. Du Heilige Dreyfaltigkeit / steh du vns bey zu aller zeit / huͤlff vns aus allen noͤthen / denn ohne dich kein helffer ist / welcher vns koͤnd erretten. Zu warer Buß / gieb vns dein gnad / behuͤt vor Leibs vnd Seelen schad / zu Ehren deinen Namen / wer diß begert / der sprech mit mir / von Hertzen grund / Amen. Show less

Legende der "Roten Juden", Venedig 1596; Schlacht im Langen Türkenkrieg bei Mezökeresztes, Sigismund Bathory, 1596
Zwo warhafftige newe Zeittung / Die Erste / Aus Venedig dis 1596. Jars / den dritten Junij / Wie drey Legion rothe Juͤden / auß dem Gebirg Caspis / hinder dem rothen Meer / je⸗ tzund geruͤst herfuͤr kommen / welche Keyser Ale⸗ xander Magnus hinder sich im Gebirg verschlos⸗ sen gelassen hat... Show more Zwo warhafftige newe Zeittung / Die Erste / Aus Venedig dis 1596. Jars / den dritten Junij / Wie drey Legion rothe Juͤden / auß dem Gebirg Caspis / hinder dem rothen Meer / je⸗ tzund geruͤst herfuͤr kommen / welche Keyser Ale⸗ xander Magnus hinder sich im Gebirg verschlos⸗ sen gelassen hat / die woͤllen mit Heereskrafft Je⸗ rusalem / vnd das gantze Juͤdische Land wider gewinnen vnd einnemen. Jn gesangweiß gestellet / Jm Thon. Stoͤrtzenbecher vnd Goͤdlche Michael. Die ander Zeittung. Wie durch Gottes Huͤlff / der grosse Fuͤrst auß Siebenbuͤrgen ein gewaltige Schlacht mit den Tuͤrcken gethan / darinnen acht Wascha gewesen / deren zween gefangen / vnd drey erschossen worden find. Auch wie der Siebenbuͤr⸗ ger jnen 90. Chamel / 30. Maulesel / vnd 50. Tuͤr⸗ kische Fahnen / vnter welchen die heilig geweite Fahne des Tuͤrckischen Mahometi gewesen ist / Auch wil er dem Tuͤrcken hat 50. Tausent Mann erlegt / Dargegen auch 18. Tausent Christen todt blieben / doch mit huͤlff des Allmechtigen das Feld behalten. Geschehen diß 96. Jahr. Jm thon wie man die tagweis singt. Die Erste Zeittung. HOert zu jhr Christen alle zugleich / jhr seit gleich Jung / Arm / oder reich / davon ich euch wil singen von Got⸗ tes Wunderwerck so groß / von new gesche⸗ hen dingen. Als man zehlt funfftzehen hundert Jar / Sechs vnd Neuntzig das ist war / vbers ro⸗ the Meer ist kommen / gen Venedig ein Kauffherr gut / der Rath hats bald verno⸗ men. Er bracht seltzam newe Zeittung her / von rothen Juͦden vber Meer / welche vor lan⸗ gen Zeiten / Jm Gebirg Caspis vorschlos⸗ sen sein / die woͤllen hefftig streiten. Sie haben sich geruͤstet bald / Auff den Tuͤrcken mit gantzer gewalt / vber Caspis gezogen / Hoͤrt war ich euch jetzt singen wil / ist war vnd nicht erlogen. Die Juͦden mit jhrem hauffen bald / zo⸗ gen vber das Gebirg mit gantzer gewalt. Sie woltens Ritterlich wagen / Sie wollen die Tuͤrcken mit gantzer gewalt / auß dem Juͤdischen Lande jagen. Keyser Alexander Magnus / solche Juͦ⸗ den in das Gebirg verschluß / sie haben sich sehr gemehret / Drey Legion ist jhr in der⸗ Summ / wie jhr vor habt gehoͤret. Der Oberste jhr Koͤnig groß / von Per⸗ sich Solde vnd sein Genoß / fuͤret neunmal hundert tausent Mane / die sind all in hart Leder bekleidt / vnd fuͤren in jrer Fane. Ein Jungfraw vnd ein Windspiel drot / Jhr Reim heist: Lebendig oder todt / Bogen vnd Pfeil sie fuͤhren / Woͤllen den Streit nicht lassen ab / diesen jren Feind beruͤhren. Der ander Oberste allda / ein Koͤnig auß Joponia / vber das rothe Juͤdisch Heere / ein gantze Legiõ geruͤst / auf Joponisch manire. Der Vierde auch in seiner Fahn / fuͤhret ein alten Eißgrawen Man / mit Keten groß zu binden biß er zu Jerusalem / sein Feind moͤcht vberwinden. Auß Carta der Fuͤnffte Fuͤrst / nach dem in diesem Lande ruͤst / vber hundert Tausent mehre / Die sind in rothe Seyden bekleidt / mit Timorischen Wehren. Jhr rothe Fahn mit jrrdem Topff / ein gruͤner Adler steht daruff / Der Reim thut also spreche / Entzweder ich oder du / wir beyde muͤssen brechen. Parthel / Chamel sie mit sich han / Jhr Leuffer sind auß Midian / sind alles leichte Pferde / Panther Thier fuͤren sie mit / sind allen Menschen sehr gefehre. Gott weiß was dieser Zug bedeut / das wissen wenig Christenleut / von diesen ro⸗ then Juͦden / die hinder dem rothen Meer herkomen / den Tuͤrcken zu keinem guten. Gott woͤll dem Tuͤrcken widerstandt / thun / mit den rothen Juͦden zu spot vñ hon / Darumb jhr lieben Christen / bittet GOtte vmb sein Genad / er woͤl vnser leben fristen. Vnd auch jhr Christen alle durch Gott / bittet fleissig vmb sein Genad / das er die straff gnedig abwende / das wir nach die⸗ ser muͤhseligen Zeit / erlangen ein seliges Ende. Die Ander Zeittung. MJt Lust so wil ich singen / vnd froͤ⸗ lich heben an / Hilff Gott das mirs gelinge / was ich wil zeigen an / was sich jeztundt zugetragen hat / diß sechs vnd neuntzigst Jare / den 29. Julij ich sag. Nach dem der Siebenbuͤrger / mit seiner Krieges schar: Dem Tuͤrcken hat eingeno⸗ men / etliche Vestung gar / vnd zween Be⸗ gen gefangen hat / vnd sonst viel Tuͤrcken darneben / sing ich gantz offenbar. Da haben zusammen geschworen / acht Waschen in der summ: Mit achtzig Tau⸗ sent Mannen / waren geruͤst all wol / auß Constantinopel gezogen sein / an statt des Tuͤrckischen Keisers / 4. Wascha in gemein Funfftzig Chamel gar eben / vnd dreissig Maulesel gut: Die waren all beladen / mit Silber vnd mit Golt / Des Wascha Son auß Notholien fein / des Sina Waschen Sone / vnd der von Temetschwer. Der Wascha von Griechisch Weissen⸗ burg eben / auch mit tzezogen ist: Zwaintzig Chamel darneben / die bracht er auch mit List / Die waren alle beladen schwer / mit Copten vnd Saͤbeln dare / vnd Prostant mancherley. Zu Griechisch Weissenburg zusamen kommen die acht Waschen in der Summ: Die haben mit sich genommen / drey Tau⸗ sent Wagen nun / die waren mit Gebundt Holtz beladen schwer / damit sie alle Gra⸗ ben / außfuͤllten mit gefehr. Zu Feld sind sie gezogen / die acht Wa⸗ schen alle reich: Hundert vnd zweintzig Fa⸗ nen fliegen / vnter welchen auch war gleich / die heilige geweihte Fahn zu hand / die ihn jhr Keiser mit gabe / wider die gantze Chri⸗ stenheit. Die Botschafft ist bald kommen / dem Sibenbuͤrger dar: Das der Feind wer vor⸗ handen / Mit achtzig Tausent Man welche mit gewalt eindringen thun / die Walachen vnd Moldawer / bezwingen mit Ruhm. Der Sibenbuͤrgisch Fuͤrst merckt eben / Deutsche Knecht vnd Reuter gut / Wala⸗ chen / Moldawer darneben / Gott halt sie in seiner hut / die haben zusamen gestossen balt wol funfftzig Tausent eben / zogen dem Feind entgegen hart. Die Deutschen theten fuͤren / zwoͤlff Stü⸗ cke groß vnd klein: Der Feind thet das nicht spuͤren / sie zogen dapffer rein / Das geschuͤtz brandt man loß in der gestalt / drey Wascha vnd acht Tausent Tuͤrcken / erschoß man jhn gar bald. Die Schlacht thet sich anfangen / des Morgens fruͤh vor tag: Darinn sind todt geblieben / achtehen Tausent Christen mit klag / Vnd funfftzig Tausendt Tuͤrcken / zwen Wascha hat man gefangen / das feld erhielt die Christenheit. Die heilige geweihte Fane / des Tuͤrcki⸗ schen Mahomet: Die Christen bekommen haben / Noch funfftzig an der stedt / sibentzig Chamel beladen schwer / vnd dreissig maul⸗ Esel darneben / nam jhn das Christliche Heer. Also hat vberwunden / mit Ritterlichem muth / acht Waschen in der Summen / der Siebenbuͤrger gut / das Tuͤrckische Heer mit aller Macht / hat der Siebenbuͤrger / all da zu nichte gemacht. Er woͤll auch ferner behuͤten / die trewen Kriegsleut fein: Vnd vns gnedig beschuͤ⸗ tzen / zu lob dem Namen sein / Vnd vns er⸗ halten bey reiner Lehr / das wir dich moͤgen preisen / jetzundt vnd immerdar / AMEN. Gedruckt zu Wien in Oesterreich / bey Leonhart Nassinger. Show less

Feldschlachten zwischen Pargawitzka und Palkowa, 15. Juni 1596; Von der grossen Pracht und Übermuth der jungen Gesellen
Warhafftige vnd ge⸗ wisse Zettunge / was sich den 15. Junij dieses 1596. Jahrs / zwi⸗ schen den Siebuͤrgern / vnd dem Groß Cantz⸗ ler in Polen zugetragen hat / Nemlich / von zwo Feldschlachten / so zwischen Potgowitzka vnd Polkowa begeben / das d vnserigen im ersten Vberfall / in die sechs... Show more Warhafftige vnd ge⸗ wisse Zettunge / was sich den 15. Junij dieses 1596. Jahrs / zwi⸗ schen den Siebuͤrgern / vnd dem Groß Cantz⸗ ler in Polen zugetragen hat / Nemlich / von zwo Feldschlachten / so zwischen Potgowitzka vnd Polkowa begeben / das d vnserigen im ersten Vberfall / in die sechs Tausend ge⸗ blieben sind / Vnd in der andern Feldschlacht auff der andern seiten bey sechtzehen Tausend er⸗ legt. Von dem Großen Pracht vnd vbermuth der jungen Gesellen / mit den Kleidern. Jm Thon: Gut Gesell du must wandern / etc. Erstlich gedruckt zu Prage / Bey Johan Schuhman. JR Christen alle gleiche / Jr Jungen / Alten / Arm vnd Reiche. Hoͤrt mit fleiß was wir euch singen / was sich in Siebenbuͤrgen zugetragen hat / von new ge⸗ schehenen dingen. Den 15. Junij es geschach / das man den Siebenbuͤrger sach / von Pargawiszka kom⸗ men. Den Herrn von Nadasti er mit jm nam / das bracht dem Cantzler wenig from⸗ men. Mit vielem Volck sich gelagert hat / wol fuͤr Polkawa die Stad / dieselbe hart beschos⸗ sen. Die Tuͤrcken kein huͤlff zu hoffen gehat / das hat sie sehr verdrossen. Zu wehrn sich / war der Tuͤrcken sinn / die Bruͤcken woltens fuͤr jnen auffziehn / Der von Almanej thets wehren. Mit drey Tau⸗ send Man sie abschreckt stets / keiner kondt sein Leben entbehren. Bald zohe der Siebenbuͤrger weitet hin⸗ nan / als solchs die Tuͤrcken gesehen han / der Cantzler thet jn schreiben. Ein Feldschlacht wolt er lieffern jn / meint sie durch schrecken zu vertreiben. Des andern Tags wol zu der farth / hat der Siebenbuͤrger da jr gewart / Verretherey sie aber pflogen. Der Cantzler fruͤ Morgens fuͤr tag / ehe man jm kund begegnen. Gahr heimlich fielen sie einher / ehe man kond komn zur Gegenwehr / in eil zu treffen kamen. Aber wegen dieses vberfalls / zu letzt die flucht sie namen. Der Siebenbuͤrgr bliebn auff dem Plan / mit grosser gefahr sechs Tausend Man / der schad thet sie fast rewen. Auff das man solchs nu rechnen kund / habn sie vmb huͤlff geschrie ben. Fuͤnff Tausend Kuͤrisreiter nu / achtzehn hundert Karpiner Schuͤtz darzu / acht hun⸗ dert Speerreiter kamen. Auch in die dritbald Tausend Fußknecht / zogen jn zu huͤlff allsam men. Den Herrn von Grudentzky man auch vernam / mit Tausend Reitern er an kam / Vergleicht sich mit den Herren / Zu lieffern dem Cantzler ein Feldschlacht / man solts von jm begeren. Dem Groß Cantzler hin schrieben sie / den 17. Junij fruͤ / vmb 9. vhr zu erscheinen. Vnd wider zu lieffern ein Feldschlacht / gahr ernst⸗ lich sie solchs meinen. Als nu der helle Tag herkam / vnd man die liebe Sonn vernam / thatn sie sich tapf⸗ fer ruͤsten. Jr Feldschlacht ordnung machten frey / zu schawen moͤcht es manchen luͤsten. Fuͤnff Tausend Kuͤrisreiter nu / in zweien Hauffen sich theilen thun / der ein thet vor⸗ her traben. Der ander theil zog hinden nach / must auch gut Ordnung haben. Mit achtzehn hundert Carpiner schuͤtzen / thet man die eine seit besetzen / acht hundert Speerreiter neben. Namen die ander seit in acht / manch Kriegßman war dargegen. Bey den Speer Reitern zogen an / der Mußketers manch tapffer Man / drey hun⸗ dert Schuͤtzen darneben / Zogen mit den Kuͤ⸗ risreitern [...]r / jr Ordnung wartens eben. Den Carpyn Schuͤtzen stunden bey / vier hundert Doppeltsoͤldner frey / geme[...]er Rei⸗ ter zusammen. Zogen in der Ordnung da voran / vnd wagtens in Gottes Namen. Vnd fuͤhrten das Geschuͤtz mitten ein / das Fußvolck must darneben ziehn / kein Tuͤrck kund das ers[...]hen. Der Cantzler zog auch mit daher / hoͤrt weiter was geschehen. Der Anschlag ward also gemacht / den je⸗ der hielt in acht / wenns fast zum treffen gien⸗ ge. Sollen sie sich theilen zu beyder seit / Gott gabs / es thet gelingen. Die Tuͤrcken kamn mit grossem geschrey / bald theilt sich vnser Reiterey / mit macht sie auff vns drungen[...] Sie dachten wir gebn jtzt auch die flucht / jn wer noch einst gelungen. Jn dem sie kamen auffs Geschuͤtz / da legt sich bald der Tuͤrcken trotz / welches ist bald abgangen / Als wenn der Hagel schluͤg dar⸗ ein / so wurdn sie da empfangen. Da ruckten sie wideruͤmb zusamn / sie grif⸗ fen an in Gottes Namn / sind sechtzehn Tau⸗ send geblieben / Die vbrign sind all in die flucht / von vnserm Volck getrieben. Gott sey gelobt von hertzen trew / der bhuͤt vns fur Verretherey / zu Ehrn seins heiligen Namen / Er ist der Mann der helffen kan / durch Jhesum Christum / Amen. Ein newes Lied. MErckt jr lieben Leut / ein Liedlein wil ich euch singen / Jtzund zu dieser zeit von wuͤnderlichen dingen / Wie sich die junge Welt / in vbermut thut halten / das wird alhier gemeld / vnd jr wer[...]t / hoͤren bal⸗ de. Die jungen Gesellen gleich / thun sich gar prechtig kleiden / als Graffen vnd Edelleut / in Sammet vnd in Seiden / es thut jn wol an stahn / Die reichen Buͤrgers Knaben / koͤmpt was auff die Bahn / sie wollens alles haben. Ein Hut geziert gar frey / mit Federn vnd mit Krantze / Seltzam habens mancherley / wenn sie gehen zum Tantze / geputzt mit gan tzem vleiß. Ein Wammes vnd Pumphosen / wol nach der newen weiß / wie die Spanier vnd Frantzosen. Newe Halskragen glad vnd weis / dick vnd groß wie Kalbeskreuse lang / Etliche nach der newen weiß / wol vber die Schulder hangen. Auff aller seltzams art / muͤssen sie haben alle Tag / Das Hembd ist kaum drey Pfenning werd / das mancher an thut tragen. Etlic[...] duͤncken sich gar wert / auff Hoff⸗ mansch sich thun kleiden / Haben weder zaum noch Pferd / darauff sie koͤnnen reit[...] / Mit jrem Dolch vnd Wehr / thun sie gar tapffer tretten / auff der Gassen hin vnd her / Die Schuh muͤssen sein zerschnidten. Mancher fuͤhret grosse Pracht / auff man cherley M[...]nire / die Reichen haben wol die Macht / die koͤnnens wol ausfuͤhren. Die ge⸗ meine Pursche voran / die wollens auch so treiben / Mehr denn er bezahlen kan / were besser sie liessens bleiben. Wenn man nu newe Kleidung Macht / auff frembde Weise vnd Masse / Mancher tracht Tag vnd Nacht / vnd wil nicht nach⸗ lassen / Was er nicht bezahlen kan / thut er auff leihen vnd borgen / eher ein Jahr her⸗ umb thut gahn / so stellt er sich in Sorgen. Wenn er die Kleider hat am Leib / so lest ers frey hin walten / Damit so kriegt er eher ein Weib / er denckt er ist behalten. Die Maͤ⸗ dichen gedencken schnell / sie wollen was [...]t⸗ tes erschnappen / Sie sprechen / es ist ein fei⸗ ner Gesell / in seinem Hut vnd Kappen. Wenn nu ein kleine zeit d[...] Hochzeit ist gehalten / So hebet sich an ein grosses Leid / die Schuͤldener lauffen balde / Sprechen / Herr Breutigam gut / bezahlet mir one sor⸗ ge / ewer Kappen / Schuh vnd Hut / ich kan nicht lenger borgen. Denn streit da der arme Tropff / vnd kan nicht ausser kommen / Fur leid kratzt er sich im Kopff / gedenckt hett ich kein Weib genom men / Denn hebt sich an ein grosse Not / mit schlagen vnd mit reuffen / Jm [...]ause ist offt kein Brot / zum Thor mus er nauß lauffen. Vnd lesst das arme Weib vnd Kind / in grossem Elend sitzen / Sie klaget jre Not ge⸗ schwind / fuͤr leid sie moͤchte schwitzen / Wel⸗ len die Freundschafft denn / keine Schande an jr sehn / so muͤssen sie auff den Plan / die Kinder helffen ziehen. Hiermit ende ich mein Gesang / jr Jun⸗ gen vnd jr Alten / Jch bitte nempts an zu danck / wolt mir nicht fuͤr vngut halten / Ein jeder on alle List / halt sich nach seinem Stan de / So bleibt er wol wer er ist / vnd koͤmmet nicht zu schanden. Die frommen Gesellen mit bescheidt / die mein ich hier mit nichten / Traͤgt er schon ein Erbars Kleid / er weis sich wol zu rich⸗ ten / Sind etliche an der stet / die ich treffe bey zeiten / Der schweige stil le vnd lache mit / so mer⸗ ckens nicht die Leute. Erstlich gedruckt zu Ham⸗ burg / Jm Jahr. 1596. Show less

Angriff auf Temeswar, 4. Februar 1596
Warhafftige ne⸗ we zeitung auß Vngern / wel cher massen der hochgeborn fuͤrst auß Siebenbuͤrgen den gewesenen Bassa zu Temißwer den 4. Februarij angegriffen vnd 75. Wagen seiner war bekom̄een. Deßgleichen wie sie die auffruͤrischen Ze⸗ ckel gespißt / gekoͤpfft vñ vmbracht sampt andern... Show more Warhafftige ne⸗ we zeitung auß Vngern / wel cher massen der hochgeborn fuͤrst auß Siebenbuͤrgen den gewesenen Bassa zu Temißwer den 4. Februarij angegriffen vnd 75. Wagen seiner war bekom̄een. Deßgleichen wie sie die auffruͤrischen Ze⸗ ckel gespißt / gekoͤpfft vñ vmbracht sampt andern gluͤcklichen thaten / so die Christen inn Vngern den 15. Februarij begangen. Jm Thon. Es ist gewißlich an der zeit / rc. Erstlich / Getruckt zu Augspurg durch durch Barthlome Keppeler / in der Jacober Vorstatt in Sachsen Geßlein. 1596. NVn hoͤret zu jhr Christen leut / was ich euch jetz thu sagen / Wz sich mit den Türcken in kurtzer zeit / in Vn⸗ gern zu getragen / wie er mit grosser hee⸗ res krafft / sich widerumb hat auffge⸗ macht / die Christen zu verderben. 2. Aber der getrewe liebe Got / welchem sey lob vnd ehre / erzeiget hat sein Goͤtt⸗ lich gnadt / vnd jhn dapffer geweret / das er verloren hatt die Schlacht / vnd von den Christen ist erlegt / Dumb Gott bil⸗ lich zu loben. 3. Dann wie der trewe liebe Gott / vom Pharao errettet / die Kinder Jßrael in jhrer nodt / do sie zu jhm gebettet / Also er vnns noch taͤglich thut / so wir jhn nur in vnser nodt / Festigklichen vertrauwen. 4. Wie man dann bißher sein genad / in Vngern hat erfahren / die er an vns be⸗ wiesen hab / jhn yetz verschienen Jaren / durch Hertzog Carlin von Manßfeld / wie er sich Ritterlich gestelt / ist jhm Got lob gelungen. 5. Deßgleichen er auch sein genadt / den siben Burgern geben / das sie sich Ritter lich gewagt / Zu erretten der Christen le⸗ ben / Das sie auch biß zu der Hauptstatt / Constantinoppel sich verfuͤget hat / Jhn dapffer angegriffen. 6. Alles was sie getroffen an / darnieder hand geschlagen / viel Stett vnd Schloͤs⸗ ser genommen ein / Frey dapffer sich ge⸗ waget / den Sinan Bassa selbsten auch / im Felde dornieder geleget / auß dem Laͤ⸗ ger vertrieben. 7. Also thun sich noch taͤgelich / die sieben Burger stellen / Dichten darauff wol tag vnnd nacht / das sie den Tuͤrcken fellen / wie sie dann jetz newlicher zeit / Ein Rit⸗ terlichen kampffgewagt / auch gluͤckli⸗ chen vollendet. 8. Von Weisenburg die zeytung meldt / den vierdten Hornung zware / Wie das der Tuͤrccke hab erwelt / ein newen Bas⸗ sa fuͤrware / Zu Demißwer wol inn der Statt / den selbigen verordnet hat / nun hoͤrt wie es ist ergangen. 9. Dann als der neuw gezogen ein / der alt das sein verwaret / mit dem Gelt / gut vnd habe sein / fuͤnff vnd sibentzig waͤgen beladen / vnnd auff griegische Weissen⸗ burg / zu ziechen hatte seinen mut / Hoͤrt was jhm ist widerfaren. 10. Dañ als solchs die Freybeutter bald / Zu Lippa hand erfaren / machen sie sich auff mit gewalt / Thun keinen fleiß nicht sparen / erlegen jhn bald in dem Feld / ne⸗ men jm all sein Gut vnd Gelt / den Bas⸗ sa thun selbst vmb bringen. 11. Sein kopff thun sie jhm schlagen ab / ist war vnd nicht erlogen / bringen ihn gen Limppa in die Statt / die warheit anzuzeigen / dorbey jederman sehen kan / das Gott die seinen nicht wil verlan / so sie jhm nur vertrawen. 12. Nach dem auch die zeytung melden thut / jhr solt mich recht verston / wie sich mit dem Zeckeln vor helt / ich wils euch melden thun / wie sie auffruͤrisch sich er⸗ zeigt / wider ihr Obrigkeit gelegt / nem⸗ lich die siben / Burgern. 13. Dañ als nach sibenbürgischen Land⸗ tag / jhr Freyheit hat man jhn genom̄en / haben sie ein auffruhr erregt / welchs jhn nicht wol gelungen / dann mit etlich viel tausendt Man / die sieben Burger grif⸗ fen an / schrecklich mit jhn gefaren. 14. Der selben hat man albereit / dreyhun dert bracht vmbs leben / welch man zuͦm theil gekoͤpffet hat / ohren vnd Nasen ab geschnitten / Das sie also gehorsamlich / den siben burgern ergeben / sich in jhren gewalt zu leben. 15. Ferner die zeitung melden thut / Wie sich die Christen stellen / in Vngeren zu diser zeit / das sie den Tuͤrcken fellen / wie das sie dichten tag vnd nacht / Auff jhre Schantzen geben gut acht / Gott well sein gnad verleyhen. 16. Von Gran ettlicher teütscher knecht / nach Ofen hand gestreiffet / dieweil man sie berichtet hat / das der Beglerberg ab⸗ ziehet / den selben sie han auffgewart / zu erlangen ein gute fart / seind aber verra⸗ ten worden. 7. Deñoch sie nicht gelassen ab / sich in ein wald begebẽ / Als bald die Tuͤrcken in sie gesetzt / mit jn gestritten eben / welches ge⸗ wert ein gantzen tag / die Christen erlan⸗ get den Sieg der Tuͤrcken viel erschlagẽ. 18. Auß vngern ferner die zeytung melt / wie die Christen bekommen / einen grau⸗ sam̄en Tuͤrckischen Heldt / welcher jn vil Kind genommen / das er auch nicht auff seinem kopff / so viel haare getragen hat / als er Kinder entfuͤret hab. 19. Endtlichen ein schreiben meldet / dem Balfey zu geschicket / Wie er weiter sich auch vorhelt / ist war vnd kein gedichte / wie der Herr von Dañhausen / ohn alle schewe vnd grausen / den Tuͤrcken vber⸗ fallen hatt. 20. Dann als zu waitza in der Statt / Die Tuͤrcken warn im wollebẽ / hat sich Dañ⸗ hauser aufgemacht / sie vberfalẽ eben / den marck er vberstiegen bald / die Thor geof net mit gewalt / den flecken abgebrennet. 21. Als bald die Tuͤrcken auß dem schloß / mit gwalt in sie geschossen / aber auff jren einem kopff / das vngluͤck sie getroffen / das sie jhr eigen volck vmbracht / welche sich auffs Wasser gemacht / deren drey Schiff versuncken. 22. Darauß jhr lieben Christen leut / kler⸗ lichen ist zu sehen / das Gott zu helffen ist beneit / die gehn auff seinen wegen / Da⸗ rumb thuͦ buß auch yedermann / thu Gott den Herren vor angen han / So wirt er vns nicht lassen. End. Show less

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