Lied über drei Buler
Ein schoͤn newes Lied / von dreyen Bulern. Jm Thon. Wie man den Stuͤrtzenbecher singt. Ein newes Lied vñ kurtzweilig Gedicht / Wirt euch jetzund allhie bericht / Von dreyen Bulern wol bekandt / Doch hier mit namen nicht genandt / Dann sie solches nicht gerne leyden / Sie neñens jetzt die... Show more Ein schoͤn newes Lied / von dreyen Bulern. Jm Thon. Wie man den Stuͤrtzenbecher singt. Ein newes Lied vñ kurtzweilig Gedicht / Wirt euch jetzund allhie bericht / Von dreyen Bulern wol bekandt / Doch hier mit namen nicht genandt / Dann sie solches nicht gerne leyden / Sie neñens jetzt die Ehr abschneiden / Wers sagt / dem soll es nicht gelingen / Nicht weniger thut mans singen / Wie jhr drey haben gebulet schaw / Nach einer schoͤnen Becken Fraw / Wie euch diß Liedt berichtet schon / Kanst es singen ins Lindenschmidts Thon. Wer bulen will ohn forgen / Der kriech in Sack vnverborgen. Getruckt zuͦ Erffurt / bey Jo⸗ hann Beck / 1592. HOert zu ein seltzam Ebenthewr / wz sich hat zugetragen hewr / zuͦ Muͤn⸗ ster in der Statte / mit eines reichen Beckẽweib / auch drey Ehemeñern drare. Der erste war ein Goldschmid frey / der ander ein Schuͦster darbey / ein Schnei⸗ der auch darneben / die giengen der Be⸗ ckin heimlich nach / keiner vom andern wust / merckt eben. Die Beckin der ehren from̄ was / gieng hin sagt jrem Mañ bald das / die drey jhr thun nachstellen / mit guten worten vnd geschenck / sie an jhren ehren zuͦfellen. Der Beck war ein listiger Man / sprach Fraw merck wie ich jhm will thun / gleich⸗ sam woͤl ich Grieß machẽ / schaw wie du sie bringst in das Hauß / ich will sie lehrnen bachen. Doch wil ich mich sam̄t vnserm Knecht in dem Roßstall verbergen recht / laß ein nach dem andern kommen / Die Fraw sprach merck mein lieber Man / wie ichs hab fuͤrgenommen. Es muß einer den andern erschrecken / ein will ich in den Backofen stecken / Den andern in ein Sack verborgen. Der dritt muß auch in ein Sack / mit angst vnd grossen sorgen. Das gefiel dem Becken [...]g [...] die Fraw sprach / ein Loß ich dir geben soll / wenn du vnd der Knecht solt kom̄en / wenn ich Holtz fang zuͦ hauen an / so hab ich schon gewonnen. Also ward der rath beschlossen / die Be⸗ ckin gieng vnverdrossen / wo sie zum Gold schmidt mocht kom̄en / der war jr doch im hertzẽ hold / das bracht jm wenig from̄en. Sie ging hin / gab eim jeden bescheid / der erst solt kom̄en vmb achte zeit / der an⸗ der vmb neun vhren / der dritt vmb zehen mercket mich / was sich da thet da begebẽ. Als nun der abend kam herzu / d'Gold⸗ schmid het kein rast noch ruh / die zeit war jm gar lange / er hoͤrt fleißig auff den Glo⸗ ckenschlag / vmb acht kam er gegangen. Die Beckin hett acht auff die Thuͤr / sie trat gar bald zuͦ jm herfuͤr / thet jn wol em pfangen / er nam sie bey jhr schneweissen Handt / thet sie freundlich vmbfangen. Sie giengen in der Stuben warm / er er nam sie baldt an seinen Arm / sprach / Hertzlieb jhr solt meiner gedencken / den Becher vnd ein Ring von Goldt / den will ich euch jetzt schencken. Das war bey achtzehen Gulden wert / Er sprach das hab ich lang begehrt / er wolt als mit jhr schertzen / Sie sprach wir woͤllen essen zuͦ nacht / er greiff jhr nach dem Hertzen. Als sie zuͦ Tisch waren gesessen / ver⸗ meinten zuͦtrincken vñ zuͦessen / da thet es neune schlagen / Der Schuͦster klopffet an der Thuͤr / die Fraw fieng an zuͦklagen. Sie sprach / ach Gott mein Man ist drauß / der Goldschmidt erschrack sehr vberauß / das schertzen war jhm vergan⸗ gen / Die Fraw sprach wenn er vns findt beysam / so lest er vns warlich fangen. Doch wenn jr mir wolt folgen thun / so wil ich euch helffen darvon / zů morgẽ fruͤ vor tage / so kriecht in Backoffen nein / seid jhr sicher ohne klagen. Der Goldschmidt kroch in Ofen nein / dafuͤr schob sie dẽ Ofenstein / zuͦ der Hauß⸗ thuͤr kam sie gegangen / vnd oͤffnet sie in kurtzer eyl / den Schuͦster thet sie schon empfangen. Sie fuͤhrt jhn in die Stuben behend / neun Goldguͤlden hett er in der Hendt / sie dancket jm mit trewẽ / sprach ichs noch wol verdienẽ wil / der Narr thet sich frewẽ Vermeindt ein guten muͦt zuͦ haben / in dem thet der Schneider hertraben / als es zehẽ thet schlagẽ / da klopffet er geschwind an der Thuͤr / die Fraw fieng an zuͦ klagẽ. Sprach mein Mann vnd der Knecht / kommen auß der Muͤle schlecht / sprach ach Gott wie soll ichs anfangẽ / der Schu ster erschrockẽ war / sprach wer ich nie auff die Buͦlschafft gangen. Sie bracht ein langen Sack herfuͤr / sprach wenn jhr wolt folgen mir / so seidt jr ohn alle sorgẽ / so kriecht in disen Sack hinein / da seid jhr wol verborgen. Der Narr sich vberreden ließ / wie bald sie jn in Sack nein sties / vnd thet jn oben zuͦbinden / vnd lehnt jhn zuͦ andern Se⸗ cken hin / an der Wand wol dahinden. Dem Schneider sie gar bald auffthet / der Narr Gelt in henden het / zehen Taler merckt mich eben / die hatten den Nuͤrn⸗ berger schlag / thet er seim Bulen geben. Sie sprach hertzlieb in eyl / sitzt an Tisch ein kleine weil / ich will vns Kuͤchle bachẽ / sie hawet holtz mit geschwinden List / der Beck vnd Knecht thet sich auffmachen. Vnd klopffet an der Thuͤr behendt / die Fraw kam in die stuben gerent / sprach ach wehe Hertzlieb vns beyden / mein Man vnd Knecht seindt vor der Thuͤr / wir kommen in grosses leiden. Der Schneider sich auch bereden ließ / wie baldt sie jn in Sack nein stieß / vñ ver⸗ bandt jhn wol vnd eben / vnd trug jhn zuͦ den andern hin / hoͤrt was sich hat begebẽ Sie machet auff die Thuͤr behend / der Beck kam hinein gerent / sprach Fraw wir muͤssen bachen / Knecht thuͦ das Mel in Trog / vnd schick dich zuͦ den Sachen. Der Knecht in die Stuben kam / den Sack er mit dem Schneider nam / warff jhn in Trog mit gewalte / Der Schneider im Sack schrey mordio / der knecht sprach das muß der Teuffel walten. Was ist dz fuͤr ein Ebenthewer / sprach Meyster es ist vngehewer / dz Mel ist le⸗ bendig worden / oder der Teuffel steckt in dem Sack / der Beck sprach auß zoren. Soll denn der Teuffel im Sacke sein / so hab ich droben ein Buͤchlein klein / da⸗ mit kan man den Teuffel beschweren / bring mir ein Bengel anderthalben Elen lang / damit muß ich jm die Haut erberẽ. Der Beck mit dem Buͤchle kam / den Bengel inn die Hende nam / Creutzweis thet er drein schlagen / wie seidt jhr in die Secke kommen / das solt jhr mir sagen. Sie schrien in Secken allebeyd / keiner vom andern wissen thet / ein jeder sprach ich bin kein Teuffel / der Beck sprach / wie seyd jhr in mein Secke kommen / daran trag ich kein zweiffel. Der Knecht nam den andern Sack / nam den da der Schuͦster in stack / vnd warff jn in trog behende / vff den Schnei⸗ der vnbarmhertzig / der schrey / O Gott hilff mir an meim ende. Der Knecht sprach ohn allẽ spot / kein Teuffel schreit nicht zuͦ Gott / wir woͤllens anders machen / Den Bachofen will ich heitzen thun / wir wollen das Mel mit den Secken bachen. Als der Knecht mit dem Fewer kam / vnd der Goldschmid den rauch vernam / in dem Ofen merckt eben / schrey er er⸗ bermlich mit lauter stim / Ach friste mir mein leben. Jch will dir geben ein reich geschenck / der Knecht sprach / das sindt seltzame schwenck / wer hat dich darein tragẽ / was gibst mir / ich hilff dir darvon / ein Dolch mit Silber beschlagen. Der Knecht ein Sack bracht an dem endt / sprach / darein kreuch du behend / so wil ich dich auff die Gassen tragen / von mir soll es verschwigen sein / ich wils auch niemandt sagen. Der Goldschmidt kroch auch inn den Sack hinein / der Knecht trug jn auch in die Stuben hinein / sprach / ich hab noch ein Teuffel gefangen / in disen Sack hab ich jhn gebunden / All drey haben sie auff⸗ gehangen. Also kamens all drey in die Seck / zuͦ morgens fruͤ nam sie der Beck / thets auff den Kornmarckt tragen / vnd ließ sie li⸗ gẽ in dem Sack / jederman thet da fragen Was doch in Secken wer / niemandts wist wo sie kemẽ her / Der Marckmeister thet sie auffbinden / werens bey jren Wei⸗ bern blieben / so hett man sie da nicht doͤrf⸗ fen finden. Also wurdens all drey wol geschmissn / zween haben sich darunder beschissn / das bulen war jhn vergangen / Ja wenn die Katzen also naschen gehn / werden sie also gefangen. Also ist disen dreyen Narren geschehen / die ander Leut Weiber woͤllen versehen / vnd hetten daheim gnug zuschaffen / dar vmb kriech keiner in den Sack / man wirdt sonst auch sein lachen. ENDE. Show less

Eroberung von Allmena; Feuersbrunst, 1592
Zwey Newe Lieder. Das Erste. Wie drey Tuͤr⸗ ckische Wascha in die dreymal Hun⸗ dert tausent starck zu Feld sich gelagert die Christen zu bekriegen / wie er schon Wi⸗ hitsch vnd andere Vestung mehr in diesem 92. Jahr im Mayen eingenommen / dieselben verbrent / Mann / Weib / vnnd Kinder ... Show more Zwey Newe Lieder. Das Erste. Wie drey Tuͤr⸗ ckische Wascha in die dreymal Hun⸗ dert tausent starck zu Feld sich gelagert die Christen zu bekriegen / wie er schon Wi⸗ hitsch vnd andere Vestung mehr in diesem 92. Jahr im Mayen eingenommen / dieselben verbrent / Mann / Weib / vnnd Kinder jem̄erlich vmb gebracht. Jm Thon / Hilff Gott das mir gelinge etc. Das Ander. Von etlichen Fewersbruͤnsten so hin vnnd wider in etlichen Stetten geschehen / darinn in die fuͤnffhundert hauser verbrun nen / wie jhr in diesem Gesang ver⸗ nemen werd / gantz kleglich zu hoͤren. Jm Thon / O Welt ich muß dich lassen. Gedruckt zu Regenspurg durch Andream Burger. O Gott in deinem throne / verley mir dein Genad / dz ich moͤg zeigen ane / was sich zu tragen hat / wol hewer auch in diesem jahr / ach Gott laß dichs er⸗ barmen / der Noth vnd grossen gefahr. Als man zehlt Fuͤnffzehnhundert / vnd zwey vnd neuntzig jahr / hat sich baldt abge⸗ sundert / der Turck mit grosser schaar / zo⸗ gen fuͤr Allmena die Stadt / O Gott laß dichs erbarmen / was sich zutragen hat. Daselbsten sind ankommen / der Tuͤrck⸗ en ein grosse zahl / drey Wascha in der sum⸗ men / waren genent zumal / Muschstaffa vñ der Olgewir / Koͤnigs gsanter von Altosa / des Koͤnigs Sohn von Allgier. Gezogen sie da kamen / mit grosser He⸗ res krafft / Allmena sie einnamen / wiewol die Burgerschafft / die wehrten sich da Rit⸗ terlich / Gegen den Tuͤrckischen Hunden / Aber da war kein Sieg. Ein Oberster war dariñen / mit namen Allban / der thet gewaltig dringen / wol auff die Tuͤrcken dran / erlegt jr vil mit sei⸗ ner macht / das trieben sie vom morgen / biß in die finster nacht. Noch moͤcht sie dz nit helffen / die Tuͤrck en drungen nein / da hoͤrt man schreien vnd gelffen / von Mann Weib Kindern klein / zu Gott wol in des Himmels thron / deß⸗ gleichen Gott von Himmel rufften sie trewlich an. Sampt sienem lieben Kinde / in solcher grossen not / O Jesu Christ so linde / der fuͤr vnns gelitten hat / wol an des Creutzes Stam̄ thu dich vnser erbarmen / durch dein heiligen Nam. Es geschach den dritten Tage / Wol in dem Mertzen zwar / das die Tuͤrcken mit klage / an die Stadt kammen fuͤrwar / O weh des jammers vnnd der noth / es moͤcht ein Stein erbarmen / wz sich begeben hat. Muschstaffa dem Bluthunde / vnd des Koͤnigs Son von Algier / gefangen vnnd gebunden / bracht man die Christen fuͤr / bey Achtzehen tausent jhr waren / O Gott laß dichs Erbarmen / wie es haben mit jhm gefahren. Den Obersten thet man nemen / den sud man da in õhl / die Weiber thetens besche⸗ men / vnnd stacktens an die Pfaͤl / wol bey Achthundert kinder klein / Die musten all verbrennen / weitters hoͤrt lieben Christen mein. Die armen Kind vnschuldig / stacktens sie an die Spieß / Erbermlich vnd vngedul⸗ tig / durch jhren Leib man stieß / Ach Gott der jemmerlichen pein / die sie haben erlitten / die armen Kindlein klein. Viel Junkfrawen thetens schenden / also mit grosser not / von den Tuͤrckischen hun⸗ den / mustens leyden den Todt / die Bruͤste schnitt man jnen ab / noch weitter muß ich melten / wie ich vernommen hab. Viel Pfaͤl thet man eingraben / wol an der Mauren ruͤmb / Jungkfrawen vñ auch Knaben der waren ein grosse Summ / die band man alda an zur stund / vnnd theten darnach schiessen / mit Pfeilen die Tuͤrcki⸗ schen Hundt. Nach dem bracht man den Graffen / vñ achtzehen Adels Person / wol mit der Tür⸗ cken waffen / must mans zerhawen thon jhr Scham schnitte man jhnen auß / mit wehe vnd bitterm schmertzen / Riß man jhnen die Zungen auß. Zu solchem grossen schmertzen / trieben die Tuͤrcken spott / sprachen auß falschem hertzen / wo ist nun ewer Gott / den jhr an⸗ ruffet zu der zeit / heist euch jetzt daruon helf⸗ fen / auß dieser not vnnd leid. Es sprach in solchem leiden / Graff Me⸗ scha von Allund / Gott hilfft zu allen zei⸗ ten / O jhr Tuͤrckischen Hundt / bey Gott dem Himlischen Vatter mein / wil ich nach diesem Leben / in ewiger Freudt vnnd won⸗ ne sein. Nach dem bracht man gebunden / Eilff⸗ hundert Mañ mit noth / vernembt zu disen stunden / wie es erlitten den Todt / es moͤcht wol Gott erbarmen / in seim allerhoͤchsten Thron. Drey vnnd zwantzig Kessel / die waren gemacht so wol / daruͤber grosse deckel / die waren Loͤcher voll / da stellet man die Chri⸗ sten nein / vnd ließ sie darinn sieden / O weh der grossen pein. Vnd drey vnd dreissig Bruñen / die wa⸗ ren in der Stadt / die Tuͤrcken vnbesuñen / namen den Erbarn Rath / vnd wurffen die zum ersten drein darnach die Armen Chri⸗ sten / vnd oben drauff viel Stein. Sechshundert sie da spiesten / Weiber mit grosser noth / die Kinder an den Bruͤ⸗ sten / musten sich zablen zu Todt / O from⸗ mer Christ nimb du zu muth / laß dich es doch erbarmen / der vnschuldigen Christen Blut. Noch seind jr vber blieben / bey sechshun dert ich sag / alt Meñer vnd auch Frawen / ob diser grossen klag / die lud man all in ein Schiff / vnnd liessen sie versencken / wol in das Meere tieff. Als sie hetten vollendet / jr grosse Tyran⸗ ney / hat sich daruon gelendet / der Tuͤrck mit grossem geschrey / die Statt hat er ge⸗ zuͤndet an / das Gut vnnd auch das Gelte / Nam er mit jhm daruon. Darumb O fromme Christen / Last vns Gott bitten sehr / das er vnser Leben woͤll fristen / vor dem Tuͤrckischen Heer / Das wir nit muͤssen leiden noth / von den Tuͤr⸗ ckischen hunden / behuͤt vns O Herre Gott. Wer das begert sprech Amen / wol heur in disem jahr / durch Jesu Christi namen / das vns nichts widerfahr / Gott woͤll sein Gnad her senden thon / dz wir nach diesem Leben / erlangen die ewige Kron / Amen. Das Ander. JR Reichen vnd jr armen / last euch die not erbarmen / wz ich euch singen thu / Gott thut von Himmel senden / sein straff vns zuuerkuͤndẽ wir sollen buse thun. Er schickt vns wunderzeichen / ob er vns moͤcht erweichen / vnsere hertzen an dem end wie man deñ hewr gesehen / viel Wunder⸗ zeichen stehen / ans Him̄els Firmament. Wie man schrecklich hat erfahren / als ich euch sing ist ware / von grosser Fewers not so an manchem ist ort entstandẽ / in nahnt vñ feerẽ landen / durch Gottes wunderthat. Mancher darff spoͤttlich sagen / was er darnach darff fragen / vielleicht haben sies verschuldt / er erkent selbst nicht sein suͤnde / ob er Genad mag finden / bey Gottes ewi⸗ gen hult. Hiemit vnd mercket eben / was wunder sich begeben zu Duͤckey in der Statt / hewr im Augstmon zware / ein grausams wetter ware / vmb zwoͤff vhr in der nacht. Thets fewr vom Himel rab fallen / viel Heuser dazumalen / branden ab zur selben stund / groß schaden sie empfiengen / ein star⸗ cker wind drein gienge / das mans nicht le⸗ schen kund. Dreyhundert Heuser in der Summen / auff dißmal sind verbrunnen / Mañ / Weib vnd kinderlein / die zal kan man nicht recht wissen / jhr viel thetten beschliessen / jr leben in Fewers pein. Ein Kindbettherin an dem ende / zur stiegen lieff behende / als sie drauff kommen war / mit jrem kleinen Kinde / ins Fewr ver⸗ fiel geschwinde / ach Gott der grossen gefar. Noch weitter in der gestalde / wol vor dem Duͤringer walde / ein Statt ist wol be⸗ kant / Sul heist dieselb mit namen / die ist schier allersammen / abbrand wol durch des Fewers noth. Durch Gottes grim̄igen zoren / sehr viel jr gut verloren / zu derselbigen stund / der Dech er 700. die allda verbruñen denn mans nit leschen kundt. Noch weitter thu ich singen / es theten auch abbrennen / der Heuser da vorab / in Erfford der Statt merckt eben / 100. vnnd 60. darneben / wie ich vernum̄en hab. Ein alt Weib vnnd drey Kinder / die musten auch verbreñen / da war groß jam⸗ mer vnd not / von Mann / Kind vnnd auch Weibe / sie theten heffig schreyen / Laß dichs erbarmen Gott. Ein Stetlein Hering gelegen / vorm Hartz allda dagegen / ist fast gar abgebrandt / 24. Heuser zware / schroͤcklich zu sehen ware / Viech vnd Menschen zuhand. Gott weiß in einer Sum̄en / wie die Few⸗ er sind außkum̄en / die welt ist gantz erblind / Gott strafft mit wunderzeichen / ob er vns moͤcht erweichẽ / merckt auff jr menschẽ kind Gott strafft vns durch sein zoren / noch ists mit vns verlorẽ / schier fast in allem land Ach last vnns doch bekeren / zu Christo vn⸗ serm Herren der helffe vns allensand Amen. Show less

Kriegslied und Ermahnung zur Einigkeit der Deutschen
Ein Klaͤglich New Lied / Von der Lot⸗ tringischen Bezalung / dar⸗ mit er die Teutsche Knecht vnnd Bawren zu Dachstein vnd vil andern Or⸗ ten bezalt / verehrt vnd begabt hat. Allen Teutschen zu trewer warnung. Jm Thon / Es geht ein frischer Sommer daher. Gedruckt im Jahr 1592. 1. HOert zu... Show more Ein Klaͤglich New Lied / Von der Lot⸗ tringischen Bezalung / dar⸗ mit er die Teutsche Knecht vnnd Bawren zu Dachstein vnd vil andern Or⸗ ten bezalt / verehrt vnd begabt hat. Allen Teutschen zu trewer warnung. Jm Thon / Es geht ein frischer Sommer daher. Gedruckt im Jahr 1592. 1. HOert zu jhr From̄en Teutschen all / Von einem grausamẽ Mord vñ fall / So sich hat zugetragen / Jm Schloß Dachstein vñ Staͤttlin klein / Jn kurtz verschinenen tagen. 2. Carl der Lottringisch Cardinal / Hat dargelegt in grosser Zal / Manch Welsch vñ Teutsche Knechte / Die solten fein / allsam in ein / Wider das Elsaß fechten. 3. Den Teutschen gab man keinen Solt / Der Welsch machts mit jnen wie er wolt / Er that sie gewaltig uͤben / Bey Tag vnd Nacht / mit saurer Wacht / Daß that sie sehr betruͤben. 4. Sie hielten vmb bezahlung an / Vnd wolten dieselbig kurtzumb han / Es that sie sehr verdriessen / Das d'Welschen allein / vnd in gemein / Deß Raubß solten geniessen. 5. Die Welschen hatten ein Capitan / Was ein Tausent listig Man / Vff die Teutschen thet er Lauren / Bracht sie in Noht / in Bittern Todt / Ließ sich gar keinen dauren. 6. Er beschiedt sie vff das Rahthauß hienein / Daselbst hat er geleget ein / Fewrwerck ohn alle massen / Damit wolt er ohn einig Wehr / Die Teutschen zahlen lassen. 7. Die Teutschen legten die Wehr hindan / Vertrawten wol dem Capitan / Deß worden sie betrogen / Man sahe zumal / Fewr vberal / Die Flam̄en vmbher flogen. 8. Sie schreyen all in solcher Noth / Hilff vns O lieber Herre Gott / Vnschuldig wir da Sterben / Rech vnser Bluͦt / nimb d'Seel in huͦt / Laß die doch Gnad erwerben. 9. Sie sprangen von den Laͤden herab / Die Welschen richtetens baldt zu Grab / Sie wurgtens alle sammen / Jn grimmem Keib / manch stoltzen Leib / Der war von Teutschem Stammen. 10. Den Fendrich namens auff dem Plan / Wickleten jhn in seinen Fahn / Darin must er ersterben / Warffen jhn ins Fewr / gantz Vngehewr / Grausam must er verderben. 11. Also warden auch hingericht / Die besten Knecht in solcher geschicht / Drey hundert vnd noch mehre / Warden geschlacht / mit Fewres macht / Warden gemartert sehre. 12. Ein theil sie vff die Wacht gestellt / Die warden letzlich auch gefellt / Deß Moͤrdens war kein massen / Jedoch ein theil / zu jhrem Heil / Von der Mawr sich abgelassen. 13. Der sprung war jhnen ein bitter Pein / Sie brachen Arm Schenckel vnd Bein / Ellendig sie da lagen / Mit Schmertzẽ groß / halb Tod / huͤlffloß / Man hort gar weit jhr klagen. 14. Welchem daß gluͤck noch besser wolt / Der ließ baldt fahren Welschen Soldt / Gehn Moltzheim that er rennen / Zeigt mit begier / ins Feindes Quattier / das Lottringisch Mordt brennen. 15. Die Feindt hatten ein Christen Muͦt / Es jamert sie Vnschuldig Bluͦt / Sie woltens han gerochen / Sie eilten dahinn / mit kluͦgem Sinn / Der Welsch hat sich verkrochen. 16. Sie ranten vmb das Staͤttlein her / Gleich wie die Loͤwen vnd Wilden Beer / Denen jhre Junge genommen / Sie wogtens dar / mit grosser gfahr Konten d` Welschen nicht bekommen. 17. Sie hieschen d' Welschen ins Feld herauß / Dei sich verschloffen wie ein Mauß / Die Huͤlinen waren verschlossen / Mit Mawren / Waal / rundt vberal / Das Staͤttlein war nicht beschossen. 18. Das hat die Lottringisch trewloß Art / Dem Teutschen fuͤr sein Lohn gespart / Gefaͤlschet all Vertrawen / Mit grossem Hohn / der Nation / Die vff sie thete Bawen. 19. Last euch das nuhr ein warnung sein / Jhr Teutschen Jung vnd Alt gemein / Lottringen halt kein glauben / Jst voller duͤck / vnd Moͤrder stuͤck / Wer will jhm mehr vertrawen. 20. Gedenckent an die Bawren Schlacht / Wie er die Bawren hat vmbbracht / Weiß Staͤblin hieß ers tragen / Darnach zu Pferdt / rants zu der Erdt / Thaͤts Moͤrden vnd Erschlagen. 21. Seine Baurn er nicht anders hielt / Mit aͤxten jhnen die Koͤpff zerspielt / Ließ schlagen wie die Hunde/ Haschart man nent / der d' Bawrẽ behendt / Schlachtet zu grub vnd grunde / 22. Jch laß allhie all andre Ort / Wie auch den Kocherspergischen Mordt / Da man die Knecht abgstochen / Gleich wie ein Huͦn / Ach grausam thuͤn Solstu sein vngerochen. 23. Ach Reicher Gott in deinem Thron / Laß dich erbarmen durch dein Sohn / Den Jammer vnd grosse Nohte / Hilff jedermann / von dem Tyrann / Nimb von vns weg den Spotte. 24. Verschaff bey Teutschen einigkeit / Nimb hin Mißtrawen vnd Zagheit / Laß d' Herren zusammen setzen / Mit Teutschem Bluͤt / vnd Helden Muͤt / Vns vnsers laides ergetzen. Show less

Über Brunnenwasser mit Blut in Gerlingen, 1592
Grundliche beschreibung vnd Warhafftiger Bericht / Was wũder sich an Peter vnd Pauls Abend begeben vnd zuͦgetragen / dises 1592. jars / im Land zuͦ Würtenberg / ein Meil wegs von Stutgart / bey einem Flecken genañt Gerling / allda sich das Wasser auß einem Bronnen in Blut verwandlet / 14.... Show more Grundliche beschreibung vnd Warhafftiger Bericht / Was wũder sich an Peter vnd Pauls Abend begeben vnd zuͦgetragen / dises 1592. jars / im Land zuͦ Würtenberg / ein Meil wegs von Stutgart / bey einem Flecken genañt Gerling / allda sich das Wasser auß einem Bronnen in Blut verwandlet / 14. gan⸗ tzer Tag / Morgens von sechs vhr an / ist es bluͦtrot gelauffen / biß gehn der Nacht / darnach wider auffgehoͤrt vnd gelauffen wie zuvor / da er eingefaßt worden vor zwey jahren / an Bar⸗ tholomei. Gesangsweiß gestelt / Jm Thon / Es ist gewißlich an der zeit / rc. Getruckt zuͦ Augspurg / bey Mi⸗ chael Manger. Jm Jahr 1592. MErckt auff jhr Christen jung vnd alt / groß wunder will ich singen: Von einer wunderlichen Gstalt / mein Gott hilff mirs vollbringen. Ach Herr steh vns hilfflich bey / es ist fuͤrwar kein Fantasey / sonder warhafftig gesche⸗ hen. Gerling ein Flecken wolbekandt / wie jhr jetzund solt hoͤren: Ligt in dem Wir⸗ tenberger Landt / daselbst vnder der Er⸗ den / Auß einem Bruñ entspringen thut / das Wasser wie natuͤrlich Bluͦt / traurig ist es zuͦsehen. An Peter vnd Pauls abends tag / diß Jahrs hat mans gesehen: Den acht vnd zweintzigsten ich sag / Jm Brachmon ist geschehen / vmb sechs vhr morgens vor mittag / das Wasser man erstlich da sach / wie Bluͦt thet sich her naͤhen. Jhr liebe Christen jung vnd alt / laßt vns solchs nicht verachten: Die seltzam wunderlich gestalt / sonder hertzlich be⸗ trachten. Was Gott damit mag zeigen an / Es sahens vil tausendt Person / es war ein groß zuͦlauffen. Vil Leuth die thun es fassen ein / vnd tragens mit von dannen: Jn Glaͤsern / Kruͤgen in gemein / Von einer Statt zur andern / Thun sies einander schicken hin / zuͦsehen solche Wunder ding / sehr weit in alle Landen. Dergleichẽ hoͤret wunder an / was sich darbey zuͦtragen: Auß der Sonnen da hoͤrt man gahn / drey Schuͤß thuͦ ich euch sagen / natuͤrlich wie ein Buͤchsenknall / zween streitbar Maͤnner da zumal / hat man drinn kempffen sehen. Jst solches nicht ein wunderthat / es thut sich fast vergleichen: Wie zuͦ Jeru⸗ salem der Statt / niemandt laßt sich er⸗ weichen. Jetzundt allhie auff diser Welt / ein jeder lebt wie jhm gefellt / man fragt nach keinem Zeichen. So lang biß Gott mit seinem gwalt / vns wirdt einmal auffwecken: Gehlinger weiß trauriger gstalt / alßdann werden wir erschrecken. Zuͦ jhm schreyen vmb hilff vnd gnad / es wirdt aber zuͦ lang sein gwardt / baldt kan sichs darzuͦ schicken. Jst solches nicht ein Wunderthat / vil waͤschen sich mit abe: Wie Schweffel / Pulffer an der stat / schmeckt es solt jhr mir glauben. Was solchs für ein bedeut⸗ tung hat / weißt als der lieb getrewe Gott dem solln wir gaͤntzlich trawen. Jn einem Flecken nicht weit darvon / ein halbe Meyl gelegen: Munigingen nennt man jhn schon / hoͤrt was sich driñ begeben. Ein Weib ein Schaff mit Was⸗ ser wolt / auff jhrem Kopff heimtragen solt / merckt weitter auch darneben. Vom Himmel herab Fewr vnd Bluͦt / auff sie herab fiel zuͦ male: Jhr Wasser wurd vom Bluͦt so rot / die Leuth erschra⸗ cken alle. Gott laßt so manche Straff er⸗ gan / noch will sich niemand kehren dran / ist solchs nicht zuͦ erbarmen. Das Bluͦtwasser zuͦ mancher zeit / hat sich offt thun verkehren: Bey einẽ Teych ist es eingleit / durch eine schoͤne Roͤhren. Vor sechs vhr an Morgens vor Tag / Bluͦtrot laufft es biß gehn der Nacht / thet sich anderst formiern. Es hat jhr Fuͤrstliche Genad / solch Wasser selb thun schawen: Was es fuͤr ein gewohnheit hat / sag ich bey guͦten trawen. All tag ins Schloß mans schi⸗ cken muß / Deß Wassers drey oder vier Maß / solchs taͤglich zuͦ beschawen. Ein jeder Christ hertzlich betracht / das es nichts guͦts mag deuten Bluͦtvergies⸗ sen / Auffruͦhr / Zwytracht / ist jetzt vnder den Leuthen. Das macht das wir nicht einig sein / jetzt in der gantzen Christen ge⸗ mein / allhie auff diser Erden. Gott warnet vns in letster zeit / wie wirs taͤglich erfahren: Jch foͤrcht der juͤngsttag sey nicht weyt / Herr Gott thuͦ vns bewaren. Steh vns bey in der letsten noth / sihe du darein O trewer Gott / das wir vns zuͦ dir kehren. Die Welt ist jetzt drauff abgericht / wann schon vil Wunder gschehen: Das⸗ selbig nicht ein jeder sicht / darff mancher spoͤttlich jehen. Was geht mich solches Wunder an / die Gerechtigkeit setzt man hindan / es muß alles sein erlogen. Derhalb GOtt ist erzürnet sehr / Wie wan jetzt sicht vor Augen: Er strafft die Welt mit Krieges heer / in Teutschlandt jetzt mit hauffen. Vil falscher Lehr jetzt tringet herein / dardurch die arme Chri⸗ sten Gmein / werden verfuͤhrt mit trau⸗ ren. Herr Gott behuͤt vns weiter fort / auch vor dergleichen Suͤnden: Erhalt vns bey deim reinen Wort / laß vns Gnad bey dir finden. Auff das wir ja nicht zweiflen dran / weil wir dein Wort vor Augen han das wir darvon nicht kommen. Welchs wir gehabt ein lange zeit / rein lauter vnd auch klare: Jhr vil jetzt in der Christenheit / darwider sein ist ware. Laß vns Herr nit werden zuͦ spott / erloͤß vns baldt auß aller noth / hilff das wir selig werden. Hiemit beschließ ich die Geschicht / bitt fuͤhrt es wol zuͦ Hertzen: Ein frommer wirdts verachten nicht / Gott last nicht mit jhm schertzen. Er sicht all ding er ist nit blindt / Herr Gott verzeyh vns vnser Suͤnd / Durch Je⸗ sum Christum / A⸗ men. E N D E. Show less

Klaglied über gesellschaftlichen Verfall unter Handwerkern, Bürgern und Bauern; Geistl. Lied: Aus meines Herzen Grunde sag ich dir Lob und Dank
Ein Newes Lied / Von der Welte Lauff / Wie alle Haͤndler vnd Handtwercker / Burger vnd Bau⸗ ren jetzt treiben. Jm Thon / Jst doch in allen Landen / rc. Ein ander Geistlichs Liedt. Auß meines Hertzen grunde sag ich dir lob vnd danck. Jn seinem eignen Thon. Getruckt zuͦ Eyßleben / durch ... Show more Ein Newes Lied / Von der Welte Lauff / Wie alle Haͤndler vnd Handtwercker / Burger vnd Bau⸗ ren jetzt treiben. Jm Thon / Jst doch in allen Landen / rc. Ein ander Geistlichs Liedt. Auß meines Hertzen grunde sag ich dir lob vnd danck. Jn seinem eignen Thon. Getruckt zuͦ Eyßleben / durch Vrban Gaubisch. Jm Jahr 1592. HOert jr Christen allgemein / was ich euch melde fein / von wunderlichen dingen / das thuͦ ich euch singen / wie steh die Welt / jetzunder helt / vnd thut in Suͤnden springen / ein jeder lebt wies jm gefelt. Kein Gottsforcht ist vorhanden / man lebt in Suͤnd vnd schand / das Christliche Gewissen / ist allenthalb zurissen / man⸗ cher thuͤt selten guͦt / ist in vnbuß beflissen / vnd hat ein frischen muͤth. Hoͤrt was der Wuͦcher thuͦt / mit seinem Geldt vnd Guͤt / das Korn thun sie auff⸗ kauffen / vnd schuͤttens auff ein hauffen / haltens manches Jahr / will der arme et⸗ was haben / muß ers doppelt zahlen bahr. All Handthierung hat sich verwandt / bey hoch vñ nidrigen stand / der Adel thut nahen / wie die Koͤnige vnd Graffen / die Burgerssoͤhn / woͤllens nachthun / er stellt sich zuͦ den sachẽ / gleich wie ein Edelman. Weitter muß ich singẽ nun / was die rei⸗ chen Bauren thun / sie stellen sich geleiche wie die Burger reiche / leben im sauß / iñs Wirthes Hauß / das Korn verkauffen sie thewer / das bringts jhn wider rauß. Den Wuͤcher treibt man sehr / vñ sonst je lenger je mehr / es moͤchte Gott erbar⸗ men / es geht nur vber die Armen / Kley⸗ der vnd Pfandt / vnd was sie hand / das thun sie gar baldt versetzen / vnd kompt jn auß der Handt. Jst das die liebe drat / die vns Gott be⸗ fohlen hat / neñen vns doch Christen / mit falschen schein vnd listen / hie zuͦ handt / in allem Landt / mit seinem heiligen Worte / bedecken sie jhre Schandt. Jst einer in der Welt / der redet was jm gefellt / vnd kan den Fuchs wol streichen / den halt gar wert der Reiche / wer das wol kan / ist ein reicher Man / nach dem thuͦt man sich richten / vnd setzt jhn oben an. Helt sich aber einer schlecht / vnd treibt sein Handtierung recht / nach weltlich Ehr nit sehr tracht / gar bald man jn veracht / vil Schmachwort / vnerhort / miß der gar vil leiden / jetzundt an allem orth. Die Welt hat sich verkehrt / vntrew sich taͤglich mehrt / die Muͤller vñ die Becken / die malen bey grossen Secken / sie sind ab⸗ gericht / mit jhrem Gewicht / es sey wolfeyl oder thewer / sie backens desto groͤsser nit. Was thun jetzund die Wirth / sie haben drauff außgelehrnt / die Kannen kauffen sie klein / schenckẽ nit vil darein / vnd schrei⸗ bẽ gar weit / mit der Kreyd / die Gest thun sie troͤsten / sie wissen drauff jhren bescheid Darnach felschen sie den Wein / vñ gies⸗ sen Wasser drein / auch felschen sie das Bier / verkauffens gleich so thewre / wenn die Geste sindt voll vnd toll / so wissen sie kein monire / sie sauffen es gleich wol. Die Kramer arm vnd reich / halten es auch deßgleich / das Gwuͤrtz thun sie faͤl⸗ schen / sie lehrnens von den Welschen / die Metzger weiß / mit jrem Fleisch / die Hoͤckẽ dergleichen / die haben gering Gewicht. Auch muß ich singen heut / von etlichen Handwercksleuth / die Schuͦster vnd die Gerber / die Schneider vnd die Ferber / die halten jhr geseuff / die Kuͤrschner vnd die Huͦtmacher / die neme ich auch hiemit. Die Wagner vnnd die Schmidt / die Satler an der stett / die Schlosser vnnd Schwerdfeger / die Kannengiesser vnnd Plattenschlaͤger / die sindt gemein / gern beyein / vnnd halten guͦten Montag / biß auff die Mitwoch hinein. Die Apotecker müssen auch herbey / Goldschmidt vnd Maler frey / die Bader vnd Balbierer / Steinschneider vñ Tuͤch scherer / Schreiber allein / Alchimistẽ frey / die Wort thun sie führen / wenn sie sitzen bey dem Wein. Die Glaser muͤssn auch herzuͦ / die Büt ner vnd Riemer nuͦ / die Leinweber vnd Tuͤchknappen / was sie die Wochen er⸗ schnappen / das koͤñen sie fein / samlen bey ein / vnd tragens den zum Wirth heim / der soll jhr Schatzmeister sein. Die Baumeister vñ Maͤurer / die Tag⸗ loͤhner vnnd Steinhewer / die Haffner / Muͤntzer vnnd Tischer / die woͤllen auch mit mischen / sie arbeiten den Tag / wol mit gemach / vñ thun gar fleissig horchen / wol auff den Glockenschlag. Noch meld ich euch gar fein / die Fischer allgemein / die Schiffer vnd Fuͦrleut / weñ sie fahren nacht vnd tag / mit gemach / der Wirth der kriegt das beste / er steckts inn seinen Sack. Nun melde ich jetziger zeit / die Trom⸗ meter vnd Spilleuth / die Fechter vnd die Springer / die Pfeiffer vnd die Singer / man findt sie gleich / selten reich / weiter wil ich singen / auch von der Welte gleich. Es sind vil Weiber nu / die stifften vil vnrhu / die vber die Maͤnner klagen / vnd wissen vil zuͦ sagen / vngefehr bey dem Herd / vnd lauffen alle Tage / vnd tragen neue Meer. Noch sindt vil junge Gesellen auch / die treiben einen boͤsen brauch / die nach deß Wirthshauß lauffen / darinn sie es alles versauffen / sind lustig vñ fein / beym Bier vnd Wein / Was sie nicht koͤnnen versauf⸗ fen das muß verspielet sein. Denn hoͤrt man seltzame Schwenck / vber Tisch vnnd vber Benck / mit fluchen vnd mit schweren / dasselbe thut niemand wehrẽ / gar vberauß / lebens im sauß / Weib vnd Kind wolten gern essen / sie habẽ kein Brodt im Hauß. Auch sindt wol etlich Meyd / die wissen jhren bscheid / sie lauffen vber die Gassen / vnd thun schnattern vnd waschen / sie re⸗ den drat / vnnd machen vnrath / was ge⸗ schicht / zwischen Frawen vñ Herren / das erfehrt die gantze Statt. Was thun die Bawrenknecht / sie sindt drauff abgericht / thun nach dem Wirths hauß rennen / vnd nach der Geigen sprin⸗ gen / Greth vnd Hans / die kommen zum Tantz / Haben sie einen Groschen / der muͦß da bleiben gantz. Jetzund geschicht es schlecht / bey man⸗ cher Magd vnd Knecht / wenn sie Heyrat machen / so fragen sie nach den sachen / wenn man hoͤrt den orth da vil Gelds ist vorhanden / so gehet die Freyet fort. Vormals bey der alten zeit / hat man gefragt die Leut / ob sie auch weren from⸗ me / von gutem Geschlecht herkommen / Nun fragt man nicht mehr / nach zucht vnd ehr / wenn sie nur haben Geldes vil / nimpt man sie dester eher. Hie habt jr nun gehoͤret fein / all in di⸗ sem Liedelein / Wie sich die Welt thut be⸗ fleissen / in Hendeln allerley weise / nem̄et zuͦ danck / disen Gesang / weñ ich alles solt singen / wurd mein Lied vil zuͦlang. Ein schoͤn Geistlich Lied. AVß meines Hertzen grunde / sag ich ir lob vnd danck: Jn diser Morgenstunde / darzuͦ mein lebenlang. Herr Christ in deinem Thron / zuͦ preisen vnd zuͦ ehren / durch Christum vn sern Herren seinen eingebornen Sohn. Vnd das du mich auß Gnaden / in diser vergan⸗ gnen Nacht: Fuͤr Fahr vnd allem schaden / hast be⸗ huͤt vnd auch bewacht / Jch bitt dich demuͤtigklich / woͤllest mir mein Suͤnd vergeben / womit in disem Leben / ich hab erzuͤrnet dich. Du woͤllest mich gnaͤdigklich behuͤten / auch Herr heut disen Tag: Fuͤr deß Teuffels list vnd wuͤten / fuͤr Suͤnd vnd auch fur schad. Fur Fewer vnd Was⸗ sers noth / fuͤr armut vnd für schanden / fuͤr Ketten vnnd auch für Banden / fuͤr einem boͤsen schnellen Todt. Mein Leib vnnd auch mein Seel / Ehr / Guͦt / Weib vnd auch Kindt: Jn deine Hend befehle / dar⸗ zuͦ mein Haußgesindt. Jst dein Geschenck vnd Ga⸗ be / meine Eltern vnnd meine Verwandten / meine Bruͤder vnd Bekandten / vnd alles was ich hab. Dein heiliger Engel bey mir bleib / vnd weiche nit von mir: Den Sathan auch weit von mir treib / das der boͤse Feind nichts an mir hab. Jn disem Jam merthal / sein Tuͤck an mir nicht uͤbe / Leib vnd Seel mir betruͤbe / vnd bring mich nicht zuͦ fall. Gott will ichs lassen rathen / denn der all ding vermag: Er wirt es auch wol machen deß jhm ge⸗ fallen thut. Auff den will ich vertrawen / mein Leib / mein Seel vnd Leben / sey Gott dem Herrn ergeben Er machs wies jhm gefellt. Darauff so sprech ich Amen / vnd zweifel nicht daran: Er wirts jhm allzuͦsammen / auch wol ge⸗ fallen lahn. Darauff streck ich auß meine Handt / greiff an das Werck mit Freuden / darauff mich Gott hat bescheiden / zuͦ meinem be⸗ ruffnen standt. E N D E. Show less

Herzog von Lothringen in Strassburg; Mord an der ungarischen Grenze durch Türken
Newe Zeitung vnd warer Bericht: Das Erste. Von der Stad Straszburg inn Ellsass am Rhein / vnd dem Hertzog von Loth⸗ ringen / was fuͤr seltzam Haͤndel dar geschehen sein / kuͤrtzlich in ein Lied verfast. Jm Thon: Wie man den Lindenschmid singet. Das Ander / Von dem Erbfeinde dem ... Show more Newe Zeitung vnd warer Bericht: Das Erste. Von der Stad Straszburg inn Ellsass am Rhein / vnd dem Hertzog von Loth⸗ ringen / was fuͤr seltzam Haͤndel dar geschehen sein / kuͤrtzlich in ein Lied verfast. Jm Thon: Wie man den Lindenschmid singet. Das Ander / Von dem Erbfeinde dem Tuͤrcken / welcher an der Vngerischen Graͤntz vñ Krawaten mit dem armen vol⸗ cke so erbaͤrmlich vmbgangen hat / Weib vnd Kinder alles jaͤm̄erlich ermor⸗ det vnd vmbgebracht. Jm Thon: Hilff Gott das mirs gelinge. Gedruckt zu Graͤtz in der Steyermarckt. WO Lauff Strassburg / dir Reichßstade frey / halt auch fest in Ehren trew / vnd last euch nicht verzagen / dein Feinde viel / sind ohne ziel / sie wolten dich verjagen Gottes Wort rein lauter vnd klar / habt jr gehabt vor langen jahren / in ewer Stad thun lehren / Bapst / Cardinaͤl / Pfaffen zumal / verdreust es leiden sehren. Da nun der alte Bischoff tod / han die Pfaffen nach jhrem Raht / ein ander thun erwehlen / des Lotringers Sohn / durch spot vnd hohn / haben sie ein thun stellen. Zu Elsezabern mit grossem Pracht / da haben sie jhn eingebracht / nach seinem wil⸗ len zu leben / das Spiel mit graus / ist noch nicht aus / es thut sich erst anheben. Die Euangelische Herrn haben ver⸗ acht / haben in die Wahl gleich gemacht / einen Bischoff einzustellen / mit ehr vñ lob im Bruͤderhoff / da thun sie sich gesellen. Da haben sie jhre Gerechtigkeit / das thut den Pfaffen grausam leid / thun Her⸗ ren vnd Fürsten zusammen hetzen / machen viel Streit / auff aller Seit / das wird jhn wenig nuͤtzen. So bald der Lotringer in Elsas kam / Benfeldt vnnd Molsen er einnam / zwey Schloͤsser / viel Doͤrffer an denenden / pluͤn⸗ dert er gar mit grosser gefahr / Frawen vnd Maͤgden ließ er schenden. So hielt er den heiligen Bischoffs stand / thut verwuͤsten Leut vnd Land / so bald er in Zabern ist komen / die Buͤrgerschafft hat er behafft / hat jhn die Wehr als abgenommen. Der Pfaffen hat er verschonet nicht / jr Schaͤtz Kirchenguͤter wie ich bericht / Kelch / Monstrans / vñ ander dingen / Gold / Sil⸗ ber rein / vnd Edelgestein / sand er als nach Lotringen. Der Lotringer macht sich gar verwent / an dreyen ort die Stad berent / die Straß⸗ burger liessen jhn nicht grausen / ruͤsten sich frey ohn allen schew / zogen zu jm hinaussen. Scharmuͤtzeltn da ein gute zeit / Sechs⸗ hundert blieben auff beyderseit / sie theten gute kurtzweil machen / sie tantzten frey / ein seltzam Rey / dz manchẽ vergieng dz lachẽ. Die Straßburger kriegten da / einen Gefangnen des warens fro / allen verbor⸗ gen Handel thet er wissen / viel frembd An⸗ schleg bracht er an tag / thet den Lothringer sehr verdriessen. Zu Straßburg auff dem Walde fein / da liegen die Buͤchsen groß vnd klein / Mo⸗ scheten / Cartaun vnd Schlangen / koͤmpt der Feindt ja der Stadt so nah / man wird jhn gar wol empfangen. Er hat sich troͤtzlich hoͤren lahn / die Stad Straßburg wolt er han / das Land wolt er bezwingen / jenseit dem Rhein / sol sein eigen sein / es wird jhm / ob Gott wil / nit gelingen. Die Baͤpstischen Fuͤrsten nah vnd weit / schicken jm Volck von aller seit / der Car⸗ dinal von Entzen / aus neid vñ haß / berent den paß / wol nach den Schweitzer grentzen. Auch seind viel Kriegßleut erworben nu / die ziehen den Herren von Straßburg zu / die Reichs Fuͤrsten zu den Sachen / sehen frey an / wo es naus wird gan / der schimpff wird sich wol machen. Wuͤrtenberg / Pfaltz vnd Muͤmpelgart / ruͤsten sich starck wol auff der Fahrt / der Marggraff von Durlach vnd Baden / zie⸗ hen zu Feldt / mit manchem Heldt / der Lot⸗ ringer schmeckt den Braten. Die Schweitzer ruͤsten sich gar bald / vñ ziehen vber den schwartzen Waldt / Zuͤrich / Beeren vnd Schaffhausen / auch Basel mit / die vier Hauptstaͤdt / die lassen jn nicht grausen. Zu Straßburg auff dem Thurn schon / siht man ein Faͤhnlein schweben thun / die Kriegßleut ohne trawren / tag vnd nacht ha⸗ ben gute wach / auch sagen jtzt die Bauren. Was thun wir mit den Welschen Ca⸗ paun / er frist vns die Eyer mit sampt dem Hun / es wil sich nicht gebuͤren / dz ein Wel⸗ scher Herr / nach seinem beger / in Deutsch⸗ land soll regieren. Der Lotringer wolt sein Sohn gleich / zum Koͤnig machen in Franckreich / es wolt sich gar nicht schicken / Nauarren halt / ver⸗ treibet jhn bald / nun wil er sich in Deutsch⸗ land einflicken. Der von Nauarren gegen Franckreich / er hat schon zwo Staͤdt gleich / dem Lotrin⸗ ringer abgenommen / denckt frey daran / er wird bestahn / wie Butter an der Sonnen. Die Herrn aus dem Capittol gemein / vnd die da Euangelisch sein / in dem Bruͤ⸗ derhoff mit namen / in Straßburg frey / on allen schew / halten sich frey beysamen. Sie woͤlten einen Bischoff erwehlen gleich / aus Fuͤrstlichem Stam̄ im Roͤmi⸗ schen Reich / Gott wolte seinen Segen ge⸗ ben / / das wir mit Fried in Einigkeit / in Deutschland moͤgen leben. Das Obrigkeit vnd die Gemein / nach Gottes Wort lauter vnd rein / sich richten vnd halten zusammen / in Ehr vnd Trew / auch schuͤtzen frey / durch Jesum Christum / Amen. Das Ander Liedt. NV hoͤret zu mit fleisse / jhr lieben Christen Leut / Von dem wuͤten vnd reissen / vom Feind der Chri⸗ stenheit / Wie es klaͤrlich am tage ist / wie er wuͤtet vnd tobet / der Tuͤrck zuͦ aller frist. Als das man nun thut schreiben / ein tausent fuͤnffhundert jahr / zwey vñ neun⸗ tzig thut geben / die jahrzal offenbar / Hat sich der Tuͤrck zu aller frist / mit zwantzig tausent starcke zu Roß vnd Fuß geruͤst. Jns Vngerland behende / zogens mit grossem vnfug / Vñ stifften an dem ende / Viel Mord vñ groß vnruh / Dem jungen Graffen von Sehrin / theten sie grossen schaden / das bracht jm klein gewinn. Drey Doͤrffer an dem ende / verbrand⸗ tens gantz vñ gar / Bunden das Volck be⸗ hende / zusammen bey dem Haar / Die klei⸗ ne Kinder ohne spot / bundens hinden an die Rosse / schleifften sie mit in Koht. Dem Edlen Grafen schone / von Se rhin / kam die Mehr / Wie das der Tuͤrck so kuͤhne / in seinem Lande wer / Georg Graff der kuͤhne Held lobesan / zog mit neun tau⸗ sent Mañe / ins Feld zum Tuͤrcken nan. Schlug den Tuͤrcken zuruͤcke / da blieb manch redlich Mañ / Da sie nichts kund⸗ ten richten / zogen sie wider heim / Ruͤsten sich wider wie vorhin / nach Witschz da stund jhr Sinne / belaͤgert die Stadt mit grimm. Mit gantzer Heeres machte / biß kam die finstere Nacht / Der Tuͤrck fragt vnbe⸗ dachte / aus kurtzen schnellen / Ob sie sich wolten geben auff / Er wolt jr Leben fri⸗ sten / mit jhrem gantzen hauff. Wenn sies nicht wolten thune / so wolt er komen erst / mit ernst vnd grosser sum⸗ me / dran setzen vnverletzt / Das Volck wolt sich nicht geben auff / sondern standhaff⸗ tig bleiben / setzt Leib vnd leben drauff. Die Tuͤrcken kamen behende / an die Fe⸗ stung gar nan / Vnd theten an dem ende / gewaltig schiessen than / Solchs verdroß das Kriegßvolck geschwind / inn der Fe⸗ stung vberause / fielen rauß mit grossen grimm. Zu den Tuͤrcken herausser / schlugen sie wider hindan / Wol in dem grosse rauffen / blieben wol auff dem Plan / Neun tausent Manne wolgemuth / sieben tausent auffs Tuͤrcken seyten / zwey tausent der Chri⸗ sten gut. Sie musten lassen jhr leben / das verdroß den Tuͤrcken sehr / den vierdten tag gar eben / da kam er wider her / Mit dreissig tausent Mann vnge⸗ fehr / mit Buͤchsen vnd Carthaunen / schossen in die Festung her. Thet manchen Kriegßman verdriessen / das kein huͤlff noch beystand kam / der Tuͤrck ließ sichs nicht verdriessen / ruͤcket mit gewalt hinan / Sie schossen mit Carthaunen raus / das verdroß sehr den Tuͤrcken / Thet ein gewaltigen Anlauff. Sie theten gewaltig stuͤrmen / die Blurduͤr⸗ stigen Hund / Wol in eim solchen Lermen / blieben jhr viel zur stund / Die durchs Geschuͤtz verdorben dran / Sie theten grewlich wuͤten / wolten noch nicht nachlahn. Sie theten hart nachsetzen murten gleich wie die Schwein / theten manchen Mann verletzen / fielen in die Festung hinein / Sie theten ermorden groß vnd klein / Es moͤgt wol Gott erbarmen / da thet kein Barmhertzigkeit sein. Die Hauptleut thetens binden / wol auff die Roß gemein / Vnd thetens schicken geschwinde / wol in die Tuͤrckey nein / Da muͤssen sie ley⸗ den grosse Noth / Ach Gott thu dich erbarmen / es ist fuͤrwar kein spot. Show less

Schlacht bei Sissek, Juli 1592; Neujahrswünsche, 1592
Warhafftige Zeittung aus Cravolin. Was massen ein Tuͤrckischer Oberste / Hassan gnandt / das Closter vnd Vehstung Ziseth vermeint einzunemen / welches jhme Gott lob mißlungen / vnd durch den Hochwirdigen Herrn Nicolaum Miscotium / Apt des Closters / bey Fuͤnff hundert Man / mit sampt... Show more Warhafftige Zeittung aus Cravolin. Was massen ein Tuͤrckischer Oberste / Hassan gnandt / das Closter vnd Vehstung Ziseth vermeint einzunemen / welches jhme Gott lob mißlungen / vnd durch den Hochwirdigen Herrn Nicolaum Miscotium / Apt des Closters / bey Fuͤnff hundert Man / mit sampt den Rossen erschossen / vñ vber die Mawr in die Lufft geschickt worden / im 5 Monat Julij / diß Jahrs / 1592. Das Ander / Eine gluͤckselige Newe Jahrs wuͤndschung. Jm Thon / Venus du vnd dein Kind. Anno 1562. HOrt zu jhr lieben Christen schon / waß ich euch jetz wil zeigen an / Ein newes Lied zu singen / Was in Crabaten ge⸗ schehen ist / wil die warheit fuͤrdringen. Als man zelt Funfftzehen hundert Jar / Zwey vnd neuntzig die jarzal war / der Tuͤrck sich bald auffmachet / zog fuͤr Ziseth das Clo⸗ ster werd / zu gwinnen ers gedachte. Da ers nu nicht gewinnen kund / Er⸗ grimmet erst der Tuͤrckischhund / Ein brieff schrieb er zu handen / schickt jhn dem Apt im Closter zu / bey ein seiner Gesandten. Jm Brieff thaͤt er vornemen eben / so ers Closter nicht auff wuͤrd gebn / So wolt er jhn fangen vnd binden / Dann er wuͤst alles was er hab / woͤll jhn lebendig schinden. Der Apt den Gsandten fragen thet / von wem der Oberst die kundschafft het / Solt er jhn zeigen ane / Er sprach der Nechst hinder dir / hat jhn alls wissen lant. Der aller nechst sein Pfleger war / Der hat schon in das fuͤnffte Jar / vom Obristen gelt genommen / die Vestung zu verrathen gar / darumb er jetzt sey kommen. Der Apt zu diesem stille schweig / Zeiget dem Gsandten all sein Vermoͤg / sein Reich⸗ thumb vnd auch Gutte / Gschuͤtz / Profiant / Ruͤstung vnd wehr / das bracht dem Gsand⸗ ten muthe. Wie er jhm alls hat zeigt zu letzt / hat ers all beidt zu tisch gesetzt / mit jm ers essen liesse / Bald die Malzeit furuͤber war / Band man jhn haͤnd vnd fuͤsse. Erstlich nam er den Pfleger sein / ließ jhn werffen ins wasser hinein / von wegen seiner thaten / das wor sein woluerdienter lohn / Er wird kein mehr vorrathen. Dem gsandten er den abschied gab / warff es mit dem Brieff zum Fenster ab / Wol in des wassers grunde / Das war die recht abferti⸗ gung / auff den Tuͤrckischen hunde. Dem Obersten es sehr wunder nam / das jhm so gar kein antwort kam / Gedacht was muß das seine / das mein Gsandter nicht wi⸗ der koͤmpt / schickt wider ein hinneine. Derselbig fragt im Closter bald / warumb mans Obersten Gsandten auffhalt / das wil [...] kurtzumb wissen / so jhms der Apt zu trutze thut / Er sol das nicht geniessen. Der Apt sich da entschuͤldigen thaͤt / wie er jhn bald abfertigt het / Das soltu glauben mire / ist er noch nicht ins Laͤger kommen / da kan ich nicht dafuͤre. Der Apt sagt zu dem Gsandten eben / die Vestung wil ich jetzt auffgeben / das thut dem Obersten sagen / dann ichs nimmer erhalten kan / Vor jhm muß ich verzagen. Jedoch aber mit dem bescheid / Das er schick kein stadtliche leut / So er setzt hat bey handt / Dem schlechten Poͤfel gib ichs nicht auff / dann es wer mit ein schande. Der Gsand fragt jhn widerumben / wann er woͤll das sie sollen kommen / Er sprach in dreyen tagen / Also zog der Gsandte dahin / vnd thaͤts dem Obersten sagen. Dem Obersten gfill die Botschafft wol / das er die Vestung gewinnen sol / ohn schad vnd widerstande / vormeint er het schon mehr ein theil / wol an der Christen lande. Der Apt wol in dem Closter schon / Der ruffte Gott von Himmel an / vmb sein Goͤtt⸗ liche gnade / Befahl sich jhm gantz vnnd gar / der gab jhm huͤlff vnd rath. Das Gschuͤtz so er im Closter hat / Gart starck er alles loben that / Mit Nagel / Kug[...] vnd Ketten / vordeckt mit Rosen vnd ander ding / Eins theils eingraben theten. Das Gschuͤtz fein alls vorborgen lag / Geladen biß an den dritten Tag / der Tuͤrck gar nichts drumb wuste / Jn dem kamens ge⸗ ritten daher / Geputzt schon auff das beste. Als sie kamen mit hellem hauff / das grosse Thor that man jhn auff / Gar stat⸗ lich sie einritten / Die grossen Herren fein voran / allzeit drey in einem Gliede. Alß jhr nu durch das thor hinein / bey Fuͤnffhundert geritten sein / Gar hoͤflich thetens prangen / jetzundt ich euch berich⸗ ten wil / wie es jhn hernach gangen. Der Apt thet in diesem allen / Den Schoßgatter zulassen fallen / alls gschuͤtz brennet man lose / Da hat es hoch in die Lufft gefuͤhrt / Die Tuͤrcken sampt den Rossen. Vnd die noch drauß gewesen sein / be⸗ geret keiner mehr hinein / Sie rendten all daruone / Also lied der Tuͤrck Schad vnd spot / von dem einigen Manne. Jch hoff das werd ein anfang sein / deren so jetzund z eben hinein / Gott woͤll jhn helffen streiten / Wider den Feind der Christenheit / jetzund zu allen zeiten. Das Ander. GOtt Vater in Ewigkeit / sey Lob vnd Ehr allezeit / Der vns aus seinem throne / sein allerliebsten So⸗ ne / vom Himel hoch thet senden / vnd troͤsten vns Elenden. Seines Vatern zorn gestilt / durch seinen Todt gar mildt / des sollen wir jn bitten / Das er vns wolt behuͤten / Fuͤr Leib vnd Seelen gefahr / jetzund in diesem Jahre. Alle Christlich Obrigkeit / Wolt GOtt der HErr allzeit / Mit seinem Geist regiren / Buͤrgermeister vnnd Rathsherren / Das sie die Frommen schuͤtzen Land vnd Leut zu nutze. Gib vns trewe ach HErr / Schuͦl⸗ meister vnd Prediger / Erhalt vns all gemeine / bey deinem Wort recht vnd reine / Fuͤrs Teuffels tuͤck vnd Listen / fuͤr Tuͤrcken vnd Calvinisten. Die Buͤrgerschafft gemein / hand⸗ wercker wo sie sein / die wol Gott all erhalten / die Jungen mit den Alten / das jhr handel gedey / in jhren jahren freye. Den Bawersman gemein / Wolt Gott behuͤfflich sein / das die Fruͤcht vnd Samen / sich mehren in Gottes Namen / Geb jhn Gluͤck zu Seen / zu pflantzen vnd zu mehen. Den Frommen Frawen gleich / sie sein Arm oder Reich / Wolt Gott der HErr behuͤten / fuͤr truͤbnis angst vñ noͤten / Jhr Kinder allzusamen / auff ziehen in Gottes Namen. All Gesellen vnnd Jungfrawen fein / die Dienstmegde in gemein / die jhr Ehr zuͤchtig halten / die wol Gott lassen walten / ein gluͤckselig Jar mit namen / das sie zu Ehren komen. Aber die da sind faul / vnd haben in boͤß Maul / die sol man fein thun waschen / Mit vngebrender Aschen / Das sie es beyde erfahren / Jn jhren jungen Jahren. Die Kinder in gemein / Knabin vnd Megdelein / die Vater vñ Mut⸗ ter ehren / vnd fleissig beten leren / das Jesus Kindelein fromme / werden sie all bekommen. Zu einem gluͤckseligen Jar / die boͤ⸗ sen Buben zwar / die alle boßheit trei⸗ ben / aus der Schul thun bleiben / sol man mit Ruten sreichen / den armen als den Reichen. Bis das sie all gemein / jhrn Eltern gehorsam sein / Das sie auch werden fromme / zu jrem verstande kommen / in Gottes furcht gedeyen / das sich die Eltern frewen. Auch last vns bitten heut / Fuͤr die gantze Christenheit / Das sie GOTt wolle bewaren / jetzund in diesem Ja⸗ re / Gott helff vns allzusammen / durch Jesum Christum / Amen. Gedruckt zu Wien in Osterreich / bey Wolfgang Halbmister. Show less

Wunderzeichen in Kreuznach; Prophezeiung; Über die Calvinisten, 1512
Newe Zeittung Vnnd Abcontrafactur der Stadt Creutzennach / sampt einem Wunderzeichen / so alda am Himmel gesehen wor⸗ den / den 15. Martzij / Anno 1592. in Deutsche Carmina beschrieben / vnd in Latinische Verß kuͤrtzlich verfast. Jtem. Newe erfundene Prophecey / von Jahren 90. biss ins... Show more Newe Zeittung Vnnd Abcontrafactur der Stadt Creutzennach / sampt einem Wunderzeichen / so alda am Himmel gesehen wor⸗ den / den 15. Martzij / Anno 1592. in Deutsche Carmina beschrieben / vnd in Latinische Verß kuͤrtzlich verfast. Jtem. Newe erfundene Prophecey / von Jahren 90. biss ins 99. Jtem. Ein Newes Lied von der Calvinisten heymlichen Prackticken vnd boͤsen Vorhabens / lustig vnd kurtzweilig zu singen. Jm Thon / Es geht ein frischer Sommer daher / etc. Gedruckt zu Vrsel / durch Nicolaum Henricum. ANNO M. D. XCII. Eine wunderlich Be⸗ schicht / so zu Creutzennach an der La⸗ he / Jn der forter Graffschafft Spanheim / Zum theyl Churfuͤrstlicher Pfaltz / Zum theyl der Marckgraffschafft Baden / zustendig / Jn der Lufft erschienen / Anno 1592. den 15. Martzij. ALs man zehlt 1000. Jar 592. nimb war / Nach Christi Geburt wol an der Nah / Zu Creutzennach in der Lufft sah / Ein Holtzfarb Creutz / nach dem die Son Gieng vnter / aber auff der Mond / Den Tag darauff es ist vergangen / Den 15. Martzij thet erlangen. Der Himmel hell war vberall / Vnd dacht hieran kein Mensch zumal / Biss man es sahe offentlich / Vnd zulieff jeder menniglich / Der lange Balck lag vor sich gleich / Der vber zwerg zur Erden weich / Ein zeit lang vnbeweglich standt / Biss sich der Mond darunder sandt. Da hub es auch zu gehen an / Biss aus dem Gsicht es kam hindan. Was diss anzeigt weiss Gott allein / Auch wirds geben der Augenschein. Ein armer Tagloͤhner ohngefehr / Gab den Vmbstenden diese Lehr / Das es der Zwingler Rott bedeut / Denn sie weren feindliche Leut. Die Creutz in Kirchen thun abreissen / Mit Bildstuͤrmung sich als bevleissen / An welchem Gott verdrussmuht haben / Vnd straffen wird solch boͤse Knaben. Sollen nun steigen in Himmel nauff / Vnd schlagen diese Creutz zu hauff. Dergleichen ist nicht viel geschehen / Ohn das Constantinus gesehen. Der Kirchen wart ein solch Figur / Zu dem zugleich gesaget wur / Jn diesem glauben den Sieg erhelst / Vnd deinen Feind darnider felst. Also die Kirch zu hossen ist / Welche der Mon zu aller frist. An Bild vnd das Creutz nicht hasset / Noch des Missbrauchs jhr lieben lasset. Den Sieg entlich erhalten sol / Vnd weren alle Feinde tol. Jst es aber jhe Gottes wil / Das sie allhie solln leyden viel / So hat sie doch ein gewisses gut / Vnd im Hertzen ein frischen mut. Dann der sie hat am Creutz erlost / Hat jhr versprochen starcken trost. Nach dieser Welt im ewigen Leben / Das woͤl vns Christus allen geben. AMEN. DE CRVCE IDIBVS MARTII. ANNO 1592. CRVCEN. ACHI, SVB COELOVISA. Ad illustrissimum principem AC DOMINVM. DOMINVM RICHAR⸗ dum, Comitem Palatinum Rheni, Electoralis Pala⸗ tinatus Tutorem & Administratorem, Du⸗ cem Bavariæ, &c: Carmen. EStam vaticino plenus quis numine, Cœli Chasmatis, aut diri turbantis regna Cometæ, Vel signi alterius causam vt determinet ante Tempus, &eventum? fortes præscire futuras. Non ego quid posim scribo hæc: Sed digna relatæ Et non visu prius, mens est comprendere versu. At post quæ mea sit paucis sententia pandam. Tu modo magnanime atq; o clementissime princeps Hæctua sub vexilla voca, castrisq; tueere, Im merito si vis forte illis imminet atrox, Tuta tui vt possint clipei latitare sub vmbra. Cum ter quingentos post natum virgine Christum, Bis quoq, lustra nouem numerant, annusq; secundo, Insuper instabilis tacitis subrepferat horis. Solis rerquinus spectarat Mattius ortus Terq; minus terris monstrarat cornua phæbe, Tempus erat Titan quo se submerserat vndis Hesperijs, nondum cœlo concesserat vmbris, Tota tamen propulsa dies lux tanta superstes Quantam autora facit, reuehit dum lactea bigas Nubila cæruleo cessarunt æthere toto Et modo nimbosus iam lucidus atq; serenus Apparet, Zephyris spirantibus, ecce repente Crux sese ostentat, visu mirabile, olympo. Mœn ibus hic geminas altas vbi diuidit vrbes Naua ferox, quas Creutznacum dixere priores. Bæticus huic color est, velut & hanc pingere notis Hellespontinum pats infima, summaq, spectat. Africum & incumbens breuior trabs cuspide sursum Transversa ad cœlos vergit, terrasq; deorsum. Hanc subter rutilans infert se Cynthia, stabat Crux immota parum, sensim cæpitq; moueri, Postremo lucemq; cadens adstantibus auffert, Non aliter quam cum, si obiectu solis obortus, In currit tenebras, spoliatur lumine, verum Mox redit & vultu radians fulgente superbit. Ima petit crux, paulatim, phæbeag; relinquens Multi vagam, mediumq; horæ conspecta recessit. Se finitoris tandem & prorecit in vmbras. Attoniti obstupuere omnes, mirabile visum At magnum cunctis & non præfentius vllum Eduxisse polo signum. Vaga murmura vulgus Percurrunt humilem exangui formidine captum. Causa latet veri, tamen omen habere putatur Atq; Crucem indicium non fallax esse malorum. Hinc strauit trepidas pavor anxius vndiq; mentes. Vnus at hos inter reliquis audacior omnes, Cui nihil est prorsus, quam quid sudore diurno Conquirit: quæstus duri immensiq laboris: Et genus obscurum, non actu prædita vita, Siue quod id casu fieret, quia lubrica lingua, Sive movente Deo, clarè est sic farier orsus. Hæc Crucenacenses sunt vestra insignia cives Calvinistarum præcones nuc vbi? quare Zinglica turba silet? crucibus qui bella nefanda Indixere, adytis nec sacris parcere sueti, Hanc ne etiam irati audebunt insurgere contra? Atheteo positæ in templo vim tendere pergent? Conticuere omnes quibus & mens conscia facti Enseb in rila Constantini Magni. Patrati, taciti flammasq; irasq; premebant. Verum ego non quicquam signo sum percitus isto. Sic Christo mandante, pios qui credula corda lussit & intrepidus ad sydera tollere mentes, Inde brevi optatam nos exoptare salutem. Ceu Constantinus signum cum tale videret Audit: In hoc vince, ac hostem mox sternit atrocem. Terrori sint ista malis, quos glossa fatigat, Distumpunt, acti furijs, qui retia Christi, Gaudia designat cupidæ crux pristina menti, Christiadum, tantum pendent qui ex ore magistri, Stella nocens summo Saturni frigida cœlo Vna & sanguinei fervens ad prelia Martis (Falcifer ille senex Mars sunt semper iniqui Crudi & pugnaces, hostesq; Palatinatus Præcipue iuncti si sint in sidete Cancri Vel potius socij Lædæs per astra feruntur: Annales testantur & erperientia rerum:) Si quid protendunt aut vlla pericla minantut Nil moror, id tantum vacui pietate timere. Salvatoris enim nostri crux inclita signum, Crux signum fidei veræ, partæq, salutis. Sic & summa dies perituro illuxerit orbi Splendebit puto Christi prænuncia cœlo, Atq; pijs animos, horrotem sontibus addet Si tamen hinc aliquis nos conturbaret amator Iste dolor tolerandus erit. Nam in gaudia nostras Convertet lacrymas Dominus, lucemq; reducens Divinam, tandem passos ertrema malorum Omnibus esolvet curis, mæstoq; timore Exploso, nullo porro extabescere luctu, Sed dabit in victus puræ decor alta vetustæ Relligionis, & æthereo nos nectare pascet. Siderea æternum credentes sede beabit, Aurea suppressis contingent secula nobis Baptismi, Cænæ Domini sincerus & vsus. Nec non divini redivivi gloria verbi. Sed quis erit duce quo in terris sit vindice tute Relligio? grege pro sancto qui cuncta pericla Intrepidus subeat, dexter revocetq; relapsa? Ditem natura nomen quem prædicat esse. Nec fæsò, est vere dives virtute fideq ; Sic pietas, sic grata sua est mens optima cuivit. Longo parta vsu, seris prudentia ab annit Quæ venit, est & quæ tanto quoq; principe dignæ In quo suscipitur merito laudatur, amatur. Sunt hæc naturæ, non cæcæ munera fortit Divitiæ stabiles, quas casus tollere nescit, Ergo Palatine in victæ pars maxima stirpis Reicharde illustris, duce Cæsare & auspice Christe Extollas animos, maioraq, mente capesce, Ac bene consulito, prælustri ex fratre nepoti. Numinis oblati fas est instare favori Candida vit, Deo metuat quid præside virtut Nulla Deumq; humana valet fallacia contra. Tu modo Christe tuam causam defende, duciq; Reichardo faueas placidus, concede benigne Obiectum superare malum victricia sceptra Emensoq; frui felici pace, labore, Atq; diu incolumem cum coniuge serues Cui genus & proavi descendunt stemmate eodem Et facias ambos generosa prole parentes Immortale decus nostris Deus annue votis. FINIS. 1590. 1591. 1592. 1593. 1595. 1595. 1596. 1597. FORTITVDO HE⸗ ROS EFFICIT, VIRTVTE VINCE. REFACIT, EXALTAT HYMI⸗ LES FORTVNA. Ein prophecey zu Badelborn ge⸗ funden / den 2. Februarij / Anno 1592. MErckt mit vleiss auff das Neuntzigst Jar / Wird Ostreich stehn in grosser gefahr / Sachsen leidt Leyd vnd Vngemach / Vmb Gottes Wort vnd gerechte Sach / Doch hilfft jn Gott aus dieser Noth Durch eines grossen Mannes That / Der Turck bekoͤmpt ein Jnsel noch / So nicht war vnter seinem Joch / Die Pfaltz wird haben Gottes Wort / Jetzund wider an allen Ort / Sampt einem Land nicht weit hie von / Drumb man Lust vnd Freud wird han / Hessen wird an eim Auge blind / Franckreich ein andern Koͤnig find. Ach / ich werde hart vom Bapst gedrengt / Der mich schier vmb mein Freyheit brengt. Die Jar werden vom Bund getrent / Zwo grosse Stedt im Schweitzerlandt. Ein grosser Herr wird hin gethan / Von wegen der Religion. Jn diesem Jar ergeust sich sehr / Der Rein vnd ander Wasser mehr / Solches wird manchem Land vnd Stadt / Auch vielen Doͤrffern bringen schad. Ein hohe Person wird geschend / Ein Comet steht am Firmament / Jn Westpfahlen gross sterben sein / An vielen Orten in gemein / Darneben so ein Fruchtbar Jar / Der keins in hundert Jaren war / Doch werden Pracktickten angestelt / Betrug trieglich in der gantzen Welt / Das mancher frommer Biedermann / Daruͤber gar zu grund wird gahn. Jm hunderten Jar merckt mich wol / Viel seltzam Ding man hoͤren soll / Jn sorgen steht die gantze Welt / Der Tuͤrck wird ligen auch zu Feldt / Doch wird helffen aus aller Noth / Der Hird vnd wechter Zehaoth. 1598. 1599. 100. Jn Westphalen in einem Monsterio auff Boͤrgament geschrieben / Jn einem holen Bildt gefunden worden / Reymen weiß gestellet. ES geht ein frischer Sommer daher / da werd jhr hoͤren newe Mehr / der schimpff wird sich machẽ / Es wird nur vber die Zwingler gehn / sie weynen oder lachen. 2. Jhr Prackticken die sind bekandt / in Deutschen vnd in Engelland / darzu im Land zu Sachsen / Weñ Gott dem nicht wehr kommen for / gross Mord wer draus erwachsen. 3. ERstlich wil ich hie zeigen an / wie sie es vorgenomen han / aus Teuffelischem Hertzen / das manchen from⸗ men Biedermann / bracht hat in leyd vnd schmertzen. 4. Jm Augstmond war beschriehen all / gen Dresen in des Fuͤrsten Saal / die Edle Ritterschafft merckt eben / die in dem Land zu Sachsen ist / Jn stundt drauff Leib vnd Leben. 5. Wenig aber erschienen sein / sonder Rathschlagen in gemein / die Herren from von Ehren / wie sie der Calui⸗ nisten Raht / vnd Pracktickt moͤchten wehren. 6. Sie schrieben bald dem Fuͤrsten from / ehe sie sich wolten weisen lahn / vnd falsche Lehr probieren / Ehe wolten sie jhr Leben verlahn / auch Leib vnd Gut ver⸗ liehren. 7. Der Fuͤrst thet widerumb schreiben jhn / sie solten jmmer ziehen hin / in Reitten oder Lauffen / Er wolt jn all jhr Haab vnd Gut / in einer Sum ablauffen. 8. Der Teuffel doch nicht ruhen kundt / erwecket drauff zur selben stundt / den Schalck vnd Buben Crellen / der Cantzeler in Sachsen war / die Sach soll er an⸗ stellen. 9. Ein vrtheyl ward beschlossen da / man solt in Sach⸗ sen fern vnd nah / die Ritterschafft beschreiben / vnd die nicht wolten Zwinglisch sein / die solt man all Ent⸗ leiben. 10. Doch heymlich solt es gehen zu / damit nicht moͤcht entstehn Vnruh / beym gemeinen Volck im Lande / das auch nicht wolt willigen drein / dieweil es war gross Schande. 11. Das man von Doctor Luthers Lehr / sich zu den Calvinisten kehr / vnd jhre Lehr verfechte / die doch wi⸗ der den Glauben ist / vnd wider alle Rechte. 12. Fuͤnff Heucker thet man fordern bald / auch wur⸗ Seligster ben ist / ni⸗ cht verder⸗ ben. Krelsting Cacelius. Deucerus. den Richtschwerd zugestelt / vnd Teppich schoͤn von Seyden / druff solten die so Lutherisch wehren leyden. 13. Der Hencker noch auff diesen Tag / zu Dresen solchs bekennen mag / auch thun solches anzeigen / die Richt⸗ schwerd so zu Dresen noch / im Schloss vnborgen leyẽ. 14. Ein ander Pracktickt wurd bestalt / man solt die Edel⸗ leut als bald / gleich wie Legaten senden / zum Pfaltz⸗ graffen Casimiro geschwind / der Teuffel thet sie blen⸗ den. 15. Daselbst solt man jn schenckẽ eyn / zum schlafftrunck guten Reinnischen Wein / mit Gifft / vnd Schlaffen weisen / das sie vom Schlaff wachen nimmer auff / die Thaten sol man preisen. 16. Solchs hat erfahren ein Edelman / vnd auch von Manssfeldt lobesan / ein Graff im Schloss zu Dre⸗ sen / hat er sein Geist bald geben auff / ists nicht ein Teufflisch wesen. 17. So solt man fahren in gemein / mit den die nicht woͤllen Zwinglisch sein / Aber Gott hat solches gero⸗ chen / auch jhre Pfeyl vnd Bogen fein / mit starckem Arm zubrochen. ⸗Krall 18. Doctor ⸗ ist in dem Spil: der gleich auch andre viel / die diese Sachẽ getrieben / heisset das wie es Chri⸗ stus lehrt / sein Nehesten Bruder lieben. 19. Ein Reuber mit Namen vnd That / hat auch darzu gegeben Raht / ich mag jn jetzt nicht nennen / Tohsa⸗ nus vnd ein hinckend man / die man all wol thut keñen. 20. Geschlagen ist Senacherib / der alles lauter machet truͤb / Achitophels Raht verschwunden / Gott steht bey seiner Christenheit / hilfft jhr zu allen stunden. 21. Gott hat gewendet jren Sinn / vñ die Fuͤrsten geno men hin / der Gott wolt widerstreben / vnd mache from bey jedermann / wolt nemen Leib vnd Leben. 22. Der Calvinisten Goliad / ist auch dahin mit seinem Raht / ob gleich noch etliche hincken / vnd legen hellisch Fewer an / wird doch jhr Lehr versincken. 23. Der Zwingler lehr ist eytel Gifft / wider den Glaubẽ vnd die Schrifft / dergleichen jhr falsch Glosen / damit sie Christi klares Wort / Tirannisch vmbstossen. 24. Sie lehren aus eim falschen Wahn / Christus hat nicht gnug gethan / fuͤr aller Menschen Suͤnden / auch koͤnn sein Blut vnd Satrament / von Suͤnden nicht endbinden. 25. Die Tauff dien nicht zur Seligkeit / auch sey Got⸗ tes Allmechtigkeit / Christo nicht zu eygen geben / Chri stus sey auch auff Erd nicht mehr / sondern im ewigen Leben: I. Reuber D. Tossa⸗ nus. D. P. C. D. E. S. V V L H. I. C. C. P. Vide Sade⸗ el, &c Da⸗ neum de persona Christi. Vide Tos⸗ sanum. Pareum Bezam. Ireneus, Vi de P. Mar⸗ tyrem in dialogis Boquinus. Boquinus, Vrfinut. Insignla. Caluinia⸗ norum. 26. Ander stuͤck sie mehr fechten an / in Christlicher Re⸗ ligion / alle ordnung sie verachten / welche noch helt die Christliche Kirch / vnd thun nach Vngluͤck trachten. 27. Sie woͤllen nicht Caluinisch sein / vnd hahendoch die Lehr gemein / in des Caluini schrifftẽ / damit sie Kirche vnd hohe Schuln / in allem Land vergifften. 28. Wann jhr Lehr nicht wil fortgang han / thun sie es Teuffelisch greiffen an / mit Buͤchsen / Schwerdt vnd Spissen / So aber geben Raht dazu / die muͦssen tapfer buͤsen. 29. Jhr beste Kunst ist Trug vñ List / Mord / Vngluͤck / Neyd zu aller frist / die Sacrament sie schenden / durch ligen vnd durch gleissnerey / viel Menschen sie verblen⸗ den. 30. Vnd ligt gar nicht am Teuffels Zorn / vñ ander Cal⸗ ninisten Morn / darzu an jhrem Wuͤtten / Gott wird sein Euangelium / vor jhnen wol behuͤten. 31. Drey L sie in jhrm Wappen han / die gar wol bey ein ander stahn / sind Laster / Laugnen / Liegen / wider Gott vñ sein werthes Wort / thun sie die Leut betrigen. 32. Kein Redlichkeit nicht bey jn ist / dieweil sie streiten wider Christ / vnd seine Ehr nicht suchen / sondern fein Tauff vnd Sacrament / aus Bossheit nur verfluchen. 33. Die Doctores vnd Glerten sein / die noch Lutheri Meynung sein / thun sie boͤsslich verspoten / jr Namen sie verkehren thun / vnd nennens Ketzerische Rotten. 34. Der Kirchen Lehrer schrifften all / verfelschen sie in solchem fall / die Bibel auch darneben / in gantzer deut⸗ scher Nation / kein arger Volck thut leben. 35. Darnach die Fuͤrsten vnd die Herrn / in Deutschem Land nah vnd fern / thun sie spoͤttlich ausmachen / mey nen in solcher Buͤberey / sie haben gerechte Sachen. 36. Den einen heissen sie ein Frosch / einen ein Wolff in Waltesbusch / den dritten ein Affen / mit Schwebel Schwebelfewer / Galgen vnd Rath / solt man sie dar⸗ umb straffen. 37. Judas wie so manches Kind / von dir noch vberblie⸗ ben sind / ich meyn die Calvinisten / in jhrem Glauben Mord vnd That / sind sie mir falsche Christen. 38. Dies Propheciae lass ich hie stan / dann sie es war⸗ lich troffen han / mit diesem Gleichnus eben / Jch ziehs auff keinen Missverstand / die deutung wil ich geben. 39. Der Wolff wird kommen in jr Land / die Stel auffbre⸗ chen mit starcker Hand / die Schefflein doch nicht toͤd⸗ ten / sondern die boͤsen Hirtten all / vnd brechen jhn jhr Weyden. 40. Die Froͤsch werden kommen in letzter Zeit / vnd in dem Wasser weit vnd breit / in jhren Landen Baden / das sie muͤssen zum Land hinaus / mit spott vnd grossem scha⸗ den. Patres cor⸗ rumpunt. dwittemberg, lmperatorẽ Simeren⸗ sem. 41. Dann wird der Aff kommen zum ziel / vnd in machen gut Affenspil / das jn die Helss werden krachen / da wer den dann der Zwingler viel / fuͤr Weynen gar nicht La⸗ chen. 42. Vnd wie sie haben angestelt / jhr Pracktickt in dieser Welt / werden sie gar zu schanden / vnd wird sie Gott bald stuͤrtzen all / zu Wasser vnd zu Lande. 43. Merckstu noch nicht O Zwinglische Roth / wie heff tig sey erzoͤrnet Gott / vber dein Teufflisch wesen / ein beyspil kanstu nemen ab / an dem Cantzler zu Dresen. 44. Ein vrtheil wolt ich sellen bald / wann es stuͦnde in meiner gewalt / vnd wolt die Richtschwerd bringen / von Nuͤrnberg die sie han bestalt / vnd sie lahn druͤber springen. 45. Jst das nicht grosse Buͤberey / das sie ohn alle scham vnd schew / die woͤllen lassen richten / so nicht in jrer fal⸗ schen Lehr / mit Hertz vnd Mund beypflichten. 46. Keyserliche Rechten vermoͤgens nicht / auch liest man nicht in heiliger Schrifft / das man solt diese toͤd⸗ ten / so komen sind auff diesen Wahn / vnd falsche Lehr vertretten. 47. Viel weniger das vmb Gottes Wort / welches ist der Seelen trost vnd hort / die Christen lest hinrichten / in Nidland hat man solches gethan / das Recht vermags mit nichten. 48. Die Zwingler woͤllen folgen nach / drumb wird sie finden Gottes Raht / vnd jren Anschlag wenden / das er auff jre scheidel fal / im Land an allen enden. 49. Wenn man nicht thete widerstan / der Calvinisten boͤsen wahn / wuͤrde in allen Landen / gar bald der Tuͤr⸗ ckisch glaube sein / in vnserm Vater Lande. 50. Drumb wer ein rechter Christ wil sein / der mercke diese Regel fein / Christus kan gar nicht liegen / von Christo dem Erloͤser mein / lass ich mich gern betriegẽ. 51. Christus die Warheit selber ist / wie man klar im Johanne list / auff sein Wort soltu bawen / vnd fuͤr der Calvinisten Zorn / soltu dir nicht lan grauwen. 52. Sie sind des Teuffels Hoffgesind / in jrem Wahn verstockt vnd blind / drumb werden sie drin sterben / vnd weñ sie sich nicht bald bekehren / mit Leib vñ Seel verderben. 53. Jr Fuͤrsten vnd jr Herren gut / wacht auff vnd habt eins Leuwen muht / helfft Christi Reich vermehren / so werd jhr bringen hie daruon / die werde Kron der Ehrẽ. 54. Acht nicht das manches boͤses Blut / den Calnini⸗ sten heuchlen thut / vmb grosser Besoldung wegẽ / Gott wird euch geben Heldes krafft / das jr sie werdt erle⸗ gen. Von Chri⸗ sto betrogẽ / seliglich be trogen. Apostro⸗ phe ad prin cipes Ger⸗ manie sin⸗ ceros. 55. Ob sie gleich Pratick stellen an / vnd sich wol etwas vnterstahn / last euch das alles nicht jrren / im Netz das sie euch Fuͤrsten stellen / werden sie sich verwirren. 56. GOTT sey gelobt in ewigkeit / der vns zu dieser letzten Zeit / sein Wort hat angezuͤndet / der vns all⸗ sampt erleuchtet hat / die gantz waren verblendet / AMEN. ENDE. Show less

Die Ritterschaft des Grafen von Rom, 1593
Der Graff von Rom. Wie er jhn der Heydenschafft ge⸗ fangen / vnd durch sein Ehelichs Weib in eines München weise / wie⸗ derumb vom Pflug erlediget / vnd heim kommen ist / rc. Jm Thon / Wie man das Lied von Bruͦder Veyten singt. Getruckt zu Basel / bey Johann: Schroͤter. 1593. JC verkuͤnd... Show more Der Graff von Rom. Wie er jhn der Heydenschafft ge⸗ fangen / vnd durch sein Ehelichs Weib in eines München weise / wie⸗ derumb vom Pflug erlediget / vnd heim kommen ist / rc. Jm Thon / Wie man das Lied von Bruͦder Veyten singt. Getruckt zu Basel / bey Johann: Schroͤter. 1593. JC verkuͤnd euch newe Maͤhre / vnd wolt jr die verstan :/: Zu Rom saß ein edler Herre / ein Graff gar wol gethan. Der was von reicher Habe / was milt vnd tugenthafft / er wolt ziehẽ zum heiligẽ Grab / nach ehr vñ ritterschafft. Sein Fraw erschrack der Maͤhre / sie blickt den Graffen an :/: Gnad mir Ed⸗ ler Herre / darzu mein Ehelich Mann. Mich nimpt wunder sehre was euch die Ritterschafft sol / habt jr doch Gut vnd Ehre / vnd alles was ir hoben solt. Er sprach zu seiner Frawen / nun spar dich Gott gesund :/: Als will ich dir ver⸗ trawen / allhie zu dieser stund. Also schied er von dannen / der Edle Graffe so zart / groß kummer stund jm zuhanden / eins Koͤnigs gefangner er ward. Er mocht jm nit entfliehen / das was sein groͤste klag :/: Jn Pflug da must er ziehen / viel lenger den Jahr vnd Tag / er lied viel hunger schwere / was jhm ein grosse Buß / der Koͤnig reit vor jm here / der Graff fiel jm zu fuß. Der Koͤnig sprach mit zuͤchten / wol zu dem Graffen schon :/: So hilfft dich doch kein bitten / schwer ich bey meiner Kron. Vnd fielest du alle morgen / taͤg⸗ lich vff deine knie / du moͤchtest nit ledig werden / dein Fraw wer dañ selber hie. Der Graff erschrack der Maͤre / groß leid er jhm gedacht :/: Brechte ich mein Fraw here / so würd sie mir geschmecht. Soll ich dann hie bleiben / so gilt es mei⸗ nen Leib / darauff so will ich schreiben / wil schicken nach meinem Weib. Einer was an dem Hofe / der het die gfangen in huͦt :/: Mit dem vertrugs der Graffe / er verhieß jm Haab vñ Gut Ein brieff schrib er behende / zu sienen Frawen klar / sein kumer moͤcht niemand wenden / sie kaͤm dann selber da. Der Bott zog ohne thruren / wol vber das wilde Meer :/: Zu Rom fand er die Frawen / den Brieff den gab er jhr. Dann thet sie selber lesen / gar heimmlich vñ gar bald / sie verstund jhres Herren Wesen / jhr Hertz ward jhr gar kalt. Ein Brieff schreib sie widerumme / so gar behendigklich :/: Vnnd wie sie nicht moͤcht kum̄en / es wer jr vnmuͤglich / Das ein Fraw moͤchte fahren wol vber das wilde Meer / kein Guͦt wolt sie nicht spa ren / an jhrem Grafen Herr. Der Bott der thet sich eylen / wol wi⸗ der heim zu landt :/: Die Fraw die stund in leide / gar wol sie das empfand. So gar inn stiller sache / thet sie das alles gern / sie ließ jhr ein Rutten machen dar zu ein Blatten scheren. Die Fraw kondt lesen vnd schreiben / vnd ander kurtz weil viel :/: Darzu kond sie harpffen vnd geygen / vnd ander sey⸗ ten spiel. Das hieng sie ahn jhr Seiten Harpffen vnnd Lauten gut / dem Bot⸗ ten thet sie nach reiten / vber Meer da man fahren thut. Sie zog drey tag oder viere / die Fraw gar Wunnesam :/: Auff dem Meer hub sie ahn z'hofieren / jederman das wun⸗ der nam. Der Bott saß zu jhr haͤre / so gar in guter pflicht / den der Graff hett gsandt da haͤre / sie kandt jhn wol vnnd er sie nicht. Der Bott der sprach mit sinnen / wol zu dem Muͤnchen fein :/: Herr woͤlt jhr Guͦt gewinnen / so ziehet mit mir heim. Zuͦ einem Koͤnigreiche / da habt jhr rei⸗ chen Soldt / er helt euch erbarliche / als lang jhr bleiben wolt. Der Bott liß nicht daruone / wie fast er den Muͤnchen bat :/: Sie zogen mit einander drane / wol an des Meeres stadt. Sie zogen alle beye / vil Berg vnd tieffe thal / die Fraw in Muͦnches kleide / wol für des Konigs Saal. Der Koͤnig kam gegangen / mit Rit⸗ tern vnd Knechtẽ vil :/: Die Fraw ward schon empfangen / mit jrem Seitenspiel Da schlug sie auff der Lauten gar freu⸗ denreiche wort / die Heyden sprachen all vberlaute / sie hettens besser nie gehoͤrt. Den Muͤnch satzt man obẽ an Tische / sie hettẽ jn lieb vnd wert :/: Man gab jm Wildpret vnd Fische / vnd was sein hertz begert. Das sie das anesahe / gedacht sie in jrem Mut / da jhr so guͤtlich g'schahe / mein sach wird werden gut. Da schlug sie auff der Harpffen / vnd macht ein frisch gesang :/: Gar hoͤfflich vnd gar scharffe / das in dem Pallast erklang. Die Heyden wurden springen / damit da ward es nacht / wol vnter den⸗ selben dingen / ward dem Graffen die Bottschafft bracht. Dem Graffen kammen die Maͤhre / von seinem schoͤnen Weib :/: Wie sie nit kaͤme haͤre / es wer jhr vnmuͤglich. Sie wurd geschendt von den Heyden / vnnd kaͤm in grosse not / der Graff der dacht jm leide / erst muͦß ich leiden den Todt. Die Fraw was an dem Hofe biß ahn den andern Tag :/: Sie sach vmb nach dem Graffe / es was jhr groͤste klag. Da gieng sie an die zinnen / gar heimlich vnd vuermeldt / sie ward jrs Graffen jñen / doͤrt ziehen in dem Feldt. Wol zuͦ der selben stunde / hub sie viel heist zuͦ weinen ahn :/: Das sie jhm nicht helffen kondte / als sie gern hett gethan / Sie was gar vnuerdrossen / sagt vns dz Buch gar schon / sie was vier wochen vff dem Schlosse / ehe sie da vrlaub nam. Dem Muͤnchen wolt man lonen / vnd wolt jm lonen wolt :/: Man trug jhm haͤr ein guͤlden Kronẽ / vil Gelts ein schuͤssel vol. Seht hin mein lieber Herre / laßts euch verschmahen nit / der Münch waͤrt sich sehre / es ist nit Orden sitt. Der Muͦnch der sprach mit Sitten / ich beger kein solchen soldt :/: Vmb ein Gab wil ich euch bitten / es ist nicht vmb rotes Gold. Weder vmb edel Gesteine / noch sonst kein andern raht / dann vmb den Menschẽ alleine der im Pfluͦg vmb ziehen gaht. Der Koͤnig sprach mit fuge / Herr habt euch denn gewalt :/: Mann bracht den Graffen von dem Pfluge / wol fuͤr den Koͤnig bald. Da sprach der Koͤnig mit trewen / vnd gab dem Graffen raht danck du dem Abenthuͤrer / der dich er⸗ loͤset hat. Die Fraw stund an dem Meehre / biß an den andern tag :/: Der Graff liß nit daruone / wolt ziehen zum heiligẽ Grab Wiewol er het nit mehre wed Hab noch gut / noch halff jm Gott der Herre / vber Meer da man fahren thut. Der Graff kam heim gegangen / also armeklich :/: Er ward gar schon empfan gen / von seiner Frawen seüberlich. Jm Brieff hab ich dir geschriben / mein kum mer vnd grosse noht / da bist du daheim blieben / du achtest nit wer ich todt. Die Fraw sprach mit zuͤchten / Herr das ist alles war :/: Jm Brieff habt jhr mir geschrieben / den ewern kum̄er gar. Das lasset euch nicht rewen trawt lieber Herre mein / ich dorfft dem Botten nicht trawen / ich forcht der Ehre mein. Der Graff d was daheime / biß an dẽ andern taͤg :/: Seine Freund die wolten jm schencken / furten vber d Fraw gross klag. Wie sie vmbzogen were / beyde fruͤ vnd spat / eins hin das ander here / nie⸗ mands weiß was sie zu schaffen hat. Die Fraw sprang auff gar schnelle wol von dem Tische drat :/: Sie gieng in jr Kam̄er bald / sie nam der Kutten war Sie hieng an jhre Syten / Lauten vnnd harpffen gut / rechtsam sie wer gestandẽ wol vor dem Koͤnig hochgemut. Sie trat hinyn mit schalle / wol durch die thuͤr so g'schwind :/: Sie thet sie gruͤs⸗ sen alle / die da gesessen sind. Der Graff erfroͤwt sich balde / da er sie anesach / das ist der Abenthurer / d mich erloͤset hat. Da ward die Fraw bald jehen / Herr das ist alles war :/: Jhr habt mich wol⸗ gesehen / vor dem Koͤnig gar offenbar. Der Koͤnig der thet sprechen / wol zu d⸗ selben sach / du gefangner vnd gebund⸗ ner / gehe auß ohn vngemach. Die Freundt erschrackend gar sehre / was jhn ein schwere Buß :/: Sie stunden auff vom Tische / vnd fielen d Frawen zu fuß / Sie theten sie fast bitten / dz sie jn dz vergeb / so wird mancher Frawen abge⸗ schnitten / jr Trew vnd auch jr Ehr. ENDE. Show less

Sieg von Graf Ferdinand von Hardegg bei Stuhlweissenburg, 9. November 1593; Von einem gausamen Tod einer Magd
Warhafftige vnd froͤliche Neuwe Zeitung. Von der erhalte⸗ nen Victori vor Stulweissen burg in Vngern / wie der Herr Ferdi⸗ nand Graff von Hardeg / mit seinem Kriegsvolck der Tuͤrcken vber sieben tau⸗ sendt erlegt / vnd vil vmbgebracht / gesche hen den 9 Nouembris / Anno 93. Ge⸗ sangsweiß... Show more Warhafftige vnd froͤliche Neuwe Zeitung. Von der erhalte⸗ nen Victori vor Stulweissen burg in Vngern / wie der Herr Ferdi⸗ nand Graff von Hardeg / mit seinem Kriegsvolck der Tuͤrcken vber sieben tau⸗ sendt erlegt / vnd vil vmbgebracht / gesche hen den 9 Nouembris / Anno 93. Ge⸗ sangsweiß gestelt. Jm thon. Wie man den Graffen von Serin singt. Ein ander Lied / Wie ein Megdlein von 16. Jahren / so Vater Mutter zu Dantzig gehabt / vñ in jres Vatern Garten spatzieren gangen / zu welcher ein gar grew⸗ licher Todt kommen / vnnd lenger denn ein gantze stundt (wegen jrer grossen Hoffart / so sie getrieben) gestrafft. Jhm Thon / Jch stundt an einem Morgen / etc. Getruckt zu Prag / Jm Jar 1593. FRoͤlich so wil ich singen / von Neuw geschehner that / auß Vngern thu ich bringen / die sich begeben hat / ahn den Tuͤrckischen hunde / vñ seim gottlosen gsind / Welche mit boͤsen funde / hoffertiglich am bunde / meineydig worden sind. Seind drauff mit grimm angfallen / den Vngern vnd Crabat / mutwillen geuͤbt an allen mit vnmenschlicher that / o Gott laß dichs erbarmen / der kindern jung vnd klein / die in jr Mutter armen / laß dichs / o Gott / er barmen / nicht konnten sicher sein. Da ließ sichs nun ansehẽ / als ob er gwun nen het: vnd that jhm eben gehen / wieß den gottlosen geht / jr pracht der waͤrt nit lange / ob schon sichs wol anlest / bleibt nit bey dem anfange / kriegt endlich den Krebsgange / ein andrer zeucht das best. Der Keyser des Reichs staͤnden / klagt sol chen grossen vnwillen / die theten sich bald wenden / zur gegenwehr mit willen / kein gelt / kein Volck nicht sparen / woltens in solcher not / kamen in eyl gefaren / ob schon sie nicht starck waren / verliessen sich auff Gott. Jn Vngern zogen kamen achtzehen tau⸗ sent mann / Graff Ferdinand mit namen / von Hardegg / nam sie an / dem hat d'keyser geben / das oberst Regiment / er fuͤrt ein streit⸗ bar leben / foͤrcht kein gefahr darneben / be⸗ harret biß an das end. Der Tuͤrck hett bald verstanden / durch kundschafft solche maͤhr / wie das auß fremb⸗ den Landen / solch hilff ankommen wer / ge⸗ dacht er wolt sie schrecken / mit vieln Schar⸗ muͤtzeln gschwind / doch that er sie nur we⸗ cken / must offt mit schaden schmecken / daß sie wern keine Kind. Viel volcks ist jhm geblieben / in solchem kurtzen tantz / ward hinder sich getrieben / ver⸗ lohr sein vortheil gantz / da wolt ers anders wagen / ob jhm gelingen woͤlt / ist darauff auß gezogen / die Christen mehr zuplogen / mit macht ins weite Feld. Die Christen sich berahten / was zuthun were nun / bald zuhauff schreyen thaten / wir woͤlln ein angriff thun / Gott gibt vns gluͤck vnd segen / weil vnser sach ist gut: so muͤssen wir auch von wegen / der notdurfft diß rahts pflegen / o Gott sterck hertz vnd muht. Der Tuͤrckischen hund waren / Viertzig tausendt vnd noch mehr / die thaten sich be⸗ waren / auffs best mit aller wehr / das schreckt nicht ab die Christen / ob ir schon nicht souiel / sie thaten sich wol ruͤsten / wolten jr leben fri⸗ sten / es gluͤckt wa Gott sein will. Des Nouembers am neuͤnden / vor mittag es geschach / Daß man dChristen jhrn feyn⸗ den / entgegen ziehen sach / vor einer Statt merck eben / Stulweissenburg genant / that sich der schimpff erheben / die schlacht mit ernst begeben / ist manchen wol bekant. Dir / o Gott / ghoͤrt die ehre / der du gnad hast gethan / dem Christelichen Heere / daß es gesieget schon / ehe dann in zweyen stunden / ward der Erbfeynd erlegt / todt wurden jr ge⸗ funden / die niemermehr auffstunden / sieben tausendt gestreckt. Darunder viel grosse Herren / die beste Kriegsleut all / viel reysigen vermehren / auch dieser todten zall / der vnsern so geblieben / welchs man gut wissen hat / Dreyssig seind auffgeriben: die ehr werd Gott zugschrieben / der gethan solche Gnad. Graff Ferdinand der Helde / ward in eim schenckel wund / von einem schuß ich melde / schad jm doch nichts zur stund / der Tuͤrcken Reutters kunden / nam̄en bald Fersen geld / wurden nicht mehr gefunden / als die knecht im Bad stunden / warn gflohen vbers Feld. Grob gschuͤtz der stuck sechehen / treybe vber viertzig pfund / Prouiand fuͤnff hundert waͤgen / Fuͤnfftzig zwo Fahnen kund / worden erobert balde / in solch ernstlichen stich / die Vorstaͤtt mit gewalte / wurden auch da erhal ten / Stullweissenburg huͤt dich. Stullweissenburg gar eben / da sie so an⸗ gerennt / wolt sich mit vns begeben / gern in ein parlament / sie foͤrcht sich vber die massen / von wegen Gold vnnd Geld / so man dahin fuͤhren lassen / von allen Landen vnd strassen Als in ein Freyheit gstellt. Fuͤr solch gluͤck soll man loben / dẽ allmech tigen Gott / der sitzt im Himmel droben / vnd seiner Feynden spott / doch sollen wirs nicht verwuͤrcken / mit Hoffart vnd vndanck / da⸗ mit er nicht dem Tuͤrcken / vns Christen zu⸗ erwuͤrgen / zulasse seinen gang. Ende. Ein ander Lied. ES gieng ein Maͤgdlein zarte / wol in der mor gen stund: Spacieren in ein Garten / frisch / froͤlich vnd gesundt. Der Bluͤmlin es viel brechen wolt / darauß ein Krantz zumachen / von Seyden vnd auch von Goldt. Sie war da aufferzogen / in aller Hoffart wol: Darzu ward sie befliessen / auch aller vnzucht voll. darumb sie Gott strafft zur stund / wurd vom Todt vberfallen / der jhr Hoffart wehren kundt. Er kam zu jr geschlichen / in Garten gar behend: Jhr farb wurd bald verblichen / er weiß jhr seine Zeen. Er hett kein Fleisch / kein Blut noch Haar / es war an jhm verdorret / als mit einander gar. das Maͤgdlein war in sorgen / darzu in aͤngsten schwer: Es wust denselben Morgen / nicht wie jr ge⸗ schehen wer. Er thet sie erstlich reden an / vmb jr hoffertigs Leben / der sehr grewliche Mann. Sprach schuͤrtz dich Maͤgdlein stoltze / du must mit mir an Tantz: Jch wil dir bald auffsetzen / ein wunder schoͤnen Krantz / der wirdt dir nicht gebun⸗ den sein / von wolriechenden Kreuttern / vnd schoͤ⸗ nen bluͤmlein. Den Krantz so ich dir auffsetze / der heist die sterblich keit: du wirst nicht sein die letzte / die jn tregt auff dem Heupt. Souiel jhr in der welt geborn sein / die muͤs⸗ sen mit mir dantzen / vmb dieses Kraͤntzlein. Der Wuͤrmer in der Erden / der sind ein grosse zal: die werden dir verzehren / dein Leibe allzumal. Sie werden deine Bluͤmlein sein / das Goldt vnnd auch die Perlein / Silber vnd Edelgestein. Nun hastu schon vernomen / vnd verstanden zu hand: Warumb ich zu dir kommen / von dem Hoͤch⸗ sten gesandt. Das ich dich jetzundt holen sol / dann du bist aller Hoffart / vnd aller vnzucht voll. Das Maͤgdlein sprach mit schmertzen / vol angst vnd grosser not: Bekuͤmert in dem Hertzen / ich bitt dich lieber Todt. Woͤllest nit mit mir eylẽ so sehr / vñ mich armes Maͤgdlein zarte / lassen lẽger Lebẽ mehr. Jch wil dich reich begaben / mit Silber vnd ro⸗ tem Gold: Vnd was du nur wilt haben / dasselbe du nemen solt. Nur lasse du das Leben mir / mein aller⸗ beste Schaͤtze / die wil ich geben dir. Kein Schatz solstu mir geben / kein Silber noch Edel gestein: Jch nimb dir nur dein Leben / O stoltzes Maͤgdlein. Darumb ergib dich willig drein / vnd laß von deinem verheissen / es kan nicht anders sein. O wehe meins stoltzen Leibe / sprach sie mit gros⸗ sem schmertz: Sol ich von dannen scheyden / O wehe meins Jungen Hertz. O wehe mein lieber Vatter mein / sol ich euch nu verlassen / o trewes Muͤtterlein. O Todt laß mich bey dem Leben / nimb all das Haußgesindt: Mein Vatter wird dirs geben / nur das er mich lebend findt. Jch bin sein eyniges Toͤch terlein / Er wird mich nicht bald geben / vmb Goldt / Edel Gestein. Jch weiß wol zeit vnnd stunde / ich wil sie finden wol: Auch alle Menschen Kinder / weiß wol wenn ich komen sol. Jetzund nim ich dich nur allein / O⸗ stoltzes Maͤgdlein junge / du must mit mir an reyen. Erbarme dich meiner Jugend / sprach sie mit grosser klag: Jch wil mich aller Tugendt / bessern alle Tag. Nicht nimb mich gleich dahin jetzund / spar [...] ein weile / schenct mir noch etlich stund. Der Todt der sprach mit grimmen / da wird jetzt wenig auß: Du must mit mir von hinen / in mein e⸗ lends Hauß. Dein zeit hast du erlebet schon / dein Jarstag in der mitten / sie sein schon all daruon. Er ergreiff sie bey der mitte / da Sie am schwaͤch⸗ sten was: Es halff an jm kein bitten / er druckts ins gruͤne Graß. Vnd rüret jhr das junge Hertz / da lag das Maͤgdlein zarte / vol angst vnd grossem schmertz. Der Athem was jr entgangen / jhr Hertz war jhr gar kalt: Verblichen waren jhre Wangen / sie war gantz vngestalt. Da schied auß jhr arme Seele hert vnd fuhr alsbald von dannen / wo Gottes wil begert Darumb O from̄e Christẽ / bedencket ewer Leben gar: Mit Dauid dem Psalmisten / die stund Tag vñ auch Jar. Wie alles so bald vergehen thut / Hoffart allhie auff erden / hochmut vnd grosses Hut. Was zeitlich ist geachtet / halt alles fuͤr wenig ding: Nach ewigen Guͤtern trachtet / auff das euch wol geling. Die helffen euch auß aller not / O rei cher Christ im Himmel / bewar vns vor dem ewigen Todt / Amen. Show less

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