Überfall auf Montbéliard, 1588
Ein Erbärmli⸗ ches Lied / von der grausam⸗ men vnnd vnerhoͤrten Tyranney / deß Frantzoͤsischen Guisischen Krigsuolcks / inn welchem angedeutet wird / was fuͤr grausamkeit / sie kurtzuerschiner Tag / nit weit von Mumpelgart geuͤbet / vnd noch Taͤglich / wo sie oberhand bekommen / treiben /... Show more Ein Erbärmli⸗ ches Lied / von der grausam⸗ men vnnd vnerhoͤrten Tyranney / deß Frantzoͤsischen Guisischen Krigsuolcks / inn welchem angedeutet wird / was fuͤr grausamkeit / sie kurtzuerschiner Tag / nit weit von Mumpelgart geuͤbet / vnd noch Taͤglich / wo sie oberhand bekommen / treiben / rc. Jm Thon / Wie man den Lindenschmid singet. M. D. LXXXVIII. 1. JR Christen seyt ein kleins mit rhu / Wer Ohren hab / der hoͤre zu / Dem jammer vnd Elende / Der jetzund sich erregen thut / Gar nach an allem ende. 2. ¶ Wa einer nur hoͤrgt saen von / Da ist es alles nur zuthun / Von jemmerlichem wesen / Die Christenheit ist vnfrieds vol / Wer kan daruor genesen. 3. Es geht erbaͤrmlich in der Welt / Kein grausamkeit wird ein gestelt / Die man nur kan erdichten / So Gottloß nichts / noch Viehisch ist / Jns werck thut man es richten. 4. Wie ich jetzt dann erzelen wil / Mit singen der Exempel viel / So sich in diesen Tagen / An ordten nit gelegen ferr / Hand schroͤcklich zugetragen. 5. Graff Friderich von Mimpelgart / Der fromme Herr / der niemand hart / Beschweret hat / muß dulden / Von den Frantzosen vngmachs viel / So gar ohn alle schulden. 6. Der Guisisch hauff felt jhm ins Land / Jebet mordt / brand / vnzucht vnd schand / Jst jaͤmmerlich zu hoͤren / Dem frommen Graffen ohne schuld / Das Land sie gar zerstoͤren. 7. Sie haben gar in kurtzer zeit / Gemachet sehr viel Armer leut / Dann sie schon abgebrennet / Bey sechtzig Doͤrffer grausamlich / Viel Ehe hand sie zertrennet. 8. Was dafuͤr not gefuñden sich: Bey Mañen / Weibern / Kind vnd Vich / Da alles must verderben: Kan jeder wol erkennen selbs / Es muste alles sterben. 9. Es halff kein schreien noch kein bit / Der Kinder man verschonet nit / Der Weiber auch deßgleichen / Es kundt niemand dem grossen grim̄ / Entfliehen noch entweichen. 10. Wo man auch einen frommen Mann / Ein Predigkanten traffe an / Der Gottes wort verkuͤndet / Denselben man thut reissen hin / Hend vnd Fuͤß man jm bindet. 11. Den Leib sie jm thon grabeu ein / Jns Erdtrich / doch den Kopff allein. Heraussen lond sie bleiben / Nach dem sie dann mit Steinen hart / Gleich als zu Kaͤglen scheiben. 12. Zerwerffen jm also das Haupt / Biß er deß Leben wird beraubt / Seind vnerhoͤrte sachen: Wo sie sind kommen in ein Hauß / Da war auch thewr das lachen. 13. Dann sie mit vngestuͤm̄igkeit / Den Haußuatter hand allbereit / An ein Seul angebunden / Weib vnd Kind vor seim angesicht / Geschendet / dann geschunden. 14. Sie haben auch genommen ein / Jn jhrem grim ein Stetlein klein / Drien / alles must herhalten / Da ward erbarmnuß gfunden nit / Mit Jungen noch mit Alten. 17. Die Mannschafft war gerichtet hin / Die Weiber funden einen sin / Vnd trugen auff den Armen / Die Kinder klein / batten vmb gnad / Da war doch kein erbarmen. 16. Dann man jn zu derselben stund / Die Bruͦst abschneiden thet von grund / Ließ also sie hin lauffen / Deß jammers ist kein ende noch / Vnd thut sich Taͤglich hauffen. 17. Sie haben auch ohn vnterscheid / Mann vnd Weiber mit grossem leid / Beim Fuͤssen auffgehencket / Den Kopff ins Wasser lassen gehn / Vnd also sie ertrencket. 18. Mit den Jungkfrawen in gemein / Vnd mit den jungen Toͤchterlein / Thun sie solch vnzucht treiben / Solch vnerhoͤrte grausamkeit / Da nit von ist zuschreiben. 19. Der gleichen vnsaͤgliche mordt / Vnd Tyranney an manchem ordt / Vnzaͤlich sie volbringen / So ich gedencken daran thuͦ / Will nur mein Hertz zerspringen. 20. Kein so grausame wuͤterey / Kein solche schand noch Tyranney / Hat man noch nie vernommen / Vom Moscowitter ist auch nie / Vom Türcken solchs auff kommen. 21. Wie jetzt die Christen nit ohn grauß / Mit Christen Menschen halten Hauß / So gar ohn allen schamen / Die Teuffel machtens erger nit / Wann sie gleich thetten zsamen. 22. Kein spot / kein schand / kein plag / kein Kein marter auch so groß mag sein (pein Die man nur kan erfinden / Mit grausamkeit die wird gebraucht / An Weibern / Mann vnd Kinden. 23. Diß hab ich selber nit erdacht / Noch zu einem schrecken gemacht / Dann diß grausamme wesen / Hat man von vielen Cantzlen gwiß / Offentlich thun verlesen. 24. Ach Gott von Himel sich herab / Vnd ein mitleyden mit vns hab / Laß dir jetzt gehn zu Hertzen / Den grossen jammer / grosse not / Den vnseglichen schmertzen. 25. Den jetzt die vnschuldige Kind / Die Jungfrewlein vnd arm gesind / So schendlich muͤssen leyden / der Menschen vil mit gsundem Leib / Auß dem Leben abscheyden. 26. Es sollen achtzig tausent Mann / Zu Mustron sein genommen an / Jn Franckreich drauß verlohren / Sol sein derhalbe theil ohn spot / Der von Kaͤlt ist erfroren. 27. Man wil auch sagen fuͤr gewiß / Das der von Guisa gsagt hab diß / Straßburg woͤl er gewinnen / Wann sie gleich an vier Ketten hieng / Sol sie jm nicht entrinnen. 28. Wacht auff jr Teutschen in gemein / Last euch die sach anglegen sein / Schafft rath dem grossen schaden / Thut das bedrangte arme Volck / Der grossen not entladen. 29. Last vns Buß thon jr Christen leut / Dann Gottes zoren ist nit weit / Daß er vns nit beruͤhret / Ein jeder woͤlle mit Gebet / Ein Christlich leben fuͤhren. Gedruckt zu Tuͤbingen bey Alexander Hock. Show less

Hinrichtung von 133 Unholden in Osnabrück
Warhafftige: Newe Zeittung auß dem Land Westuahlen / von der Stat Offenbruck / wie man da hat auff einen Tag 133. Vnholden verbrendt / auch was sie bekand vnd getrieben haben / gesangs / weiß gestelt. Jm Thon. O Welt ich muß dich lassen / rc. 1. HOrt jhr Christen gemeine / jr gros⸗ sen... Show more Warhafftige: Newe Zeittung auß dem Land Westuahlen / von der Stat Offenbruck / wie man da hat auff einen Tag 133. Vnholden verbrendt / auch was sie bekand vnd getrieben haben / gesangs / weiß gestelt. Jm Thon. O Welt ich muß dich lassen / rc. 1. HOrt jhr Christen gemeine / jr gros⸗ sen vnnd jhr kleine / was ich euch melden thu / von Wunderlichen dingen / dauon will ich euch singen / Nun schweiget vnd hoͤret zu. 2. Ein Statt thu ich euch nennen / die selb werd jr wol keñen / in dem Westuali⸗ schen landt / Ossenbruck mit Namen / darinn hat man zusamen / hundert drey vnd dryesig Vnholden verbrendt. 3. Ein Berg inn Saxnerlande / der Blocksberg genante / darauff sind kom⸗ men behende / all die Vnholden baldt / Arm / Reich / Jung vnd Alt / die in Sa⸗ xen vnd Westualen sind. 4. Vber Achtzehen tausent mit Nam̄en / sind kommen da zusammen / haben ein an⸗ schlag gmacht / Wieß die Frucht auff dem Felde / Wein / Korn vnnd Obst ich melde / alß woͤllen zu nichten machn. 5. Auch habens zusamen geschworen / keine ausserkoren / Sie wollen durch jhr kunst / Menschen vnd Viech verderben / wo sie koͤnnen alß gar sterben / wol durch jhr falsche gunst. 6. Der Teuffel jnen verheissen / will jhn viel hilff beweisen / jhnen trewlich bey⸗ stand thon / sollen sich nur dapffer brau⸗ chen / Er will sich nicht verlaugnen / will auch nit von jn lohn. 7. Allß sie vom Berg sind zogen / ist war vnd nit erlogen / so sinds dieselbig nacht / in vierzehen Keller gefahren / theten sich auch nicht sparen / vil Wein zu schanden gemacht. 8. Fuͤnff Fuder nach geduncken / habens die Nacht außtruncken / als sie haben ge⸗ nug gehabt / sindts von einander geschy⸗ den / aber zwo im Keller blieben / zu Ossen bruck in der Statt. 9. Haben sich vol gesoffen / Darnach sind sie entschlaffen / vñ sind die gantze nacht / im Keller blieben ligen / der Schlaff thet sie betriegen / hat sie vmbs Leben bracht. 10. Als der Knecht ist auffgestanden / ist er in Keller gangen / zwey Weiber waren driñ / theten noch beyde Schlaffen / wa het der Knecht zuschaffen / zu seinem He ren gieng. 11. Er sprach ich kan nit schweygen / ich wils mein Herren anzeigen / zwey Wei ber im Keller sein / ligen vnden vñ schla fen / Er sprach man muß se straffen / er wehren Vnholden sein. 12. Zum Burgermeister gien er balde / zeigt jhm an all gestalte / sprach in mein Keller sein / zwe alte Weiber fürware / sie sind heut nein gefaren / haben sich drun⸗ cken vol Weiñ. 13. Der Burgermeister sprach mit sin nen / laß sie die Knecht herbringen / vñ le gen gefangen zwar / sie peinlichẽ thun fra⸗ gen / vnd hoͤren was sie sagen / das man sie wol verwahren. 14. Sie thetten bald bekennen / jhr zwie vnnd neutzig nennen / Nur in der Stadt allein / drey vnd sibentzig auff dem Lan⸗ de / Nun die allein die sie kanten / die an⸗ dern nicht gemeldet sein. 15. Sie giengen bald zu Rathe / vnd redten von der thatte / wies den sachen moͤchten thun / das sies gefengklich nem̄en / vnd al⸗ le vberkemen / das keine nit kem daruon. 16. Gar bald sie sich bedachten / wol vmb die mitte nachtt / da die Statt beschlossen war / da kundt keine entrinnon / man thet sie alle finden / vñ legn gefengklich zwar. 17. Beydes Arm vnd auch Reiche / keine kundt entweichen / sie bekemen offenbar / wie sie gar grossen schaden / durch jr zau berey begangen hetten / getriben etlich Jar. 18. Auch habens bekendt gar eben / wieß haben gebracht vmbs Leben / vierdthalb hundert Person / vier vnd sechtzig lahm gemachte / auch vil von Sinnen brachte / am Vich grausam schaden gethan. 19. Weyter habens bekendt dermassen / wie sie haben auß gehn lassen / grausame Wetter und Wasserguͤß / jmit Hagel vnd mit Steinen / grossen schaden thun an den Baumen / wol durch jhr Teuffels / kunst. 20. Die Vnholden auff dem Lande / hat man nit bekommen alsande / jhr gar viel entlauffen sein / Nun will ich euch sagen behende / was habens bekommen fuͤr ein ende / was man jhn hat fuͤr Pein. 21. Vier vnd sechtzig Pfeyler mit namen / hat man gesetzt zusammen / Acht vnd zwen⸗ tzig Fuderholtz / thet man zuherfuͤhren / das fewr darunder zschuͤren / Damit ver⸗ brendmans stoltz. 22. Hundert drey vnd dreyssig zware / thet man verbrennen gare / All auff einem hauffen geschwind / vier hat der Teuffel genom̄en / Es gar ins Fewr sind kom̄en / in den Lufft gefuͤrt dahin. 23. Als sie all warn auff ghunden / so thet mans Fewr anzuͤnden / da kam ein star⸗ cker Windt / vnd thet gewaltitg brausen / den Leuten thet sehr grausen / der Hen⸗ cker war gar geschwindt. 24. Thet jhnen gewaltig zuschuͤren / Es thets fuͤrwar nit frieren / Wiewols im Winter war / die Hitz ist sie schwer an⸗ kommen / sind gar zu Aschen verbrunnen / das red ich ich jtzt fuͤrwar. 25. Das Lied hab ich gesungen / wolt Gott sie wern all verbrunnen / das keine mehr wer im Landt / wolt jhn zu gefallen tra⸗ den / ein gantzen Tat Holtz ohn klagen / das man nur keine mehr fuͤndt. 26. Herr Gott thu vns bewaren / vor der Teuffelischen scharen / durch Christum deinen Son / das sie vns nit koͤnnen scha⸗ den / Herr theil vns mit dein gnade / schick vns dein Engel schon / Amen. Gedurckt im Jar 1595. Show less

Klageschrift über die Zustände in Deutschland, Basel 1589
Ein schoͤn New Lied / Von dẽ jetz schwe benden hoch betruͤbten zeiten / Wie leider aller vbermuth / falsche an⸗ schlaͤg vnd Verrhaͤterey im schwanck gehen / Darbey auch gemeldet wird / von dem verrhe⸗ terigẽ handel / so newlicher zeit vber die Deut⸗ schen Landsknecht im Elsaß geschehen / ... Show more Ein schoͤn New Lied / Von dẽ jetz schwe benden hoch betruͤbten zeiten / Wie leider aller vbermuth / falsche an⸗ schlaͤg vnd Verrhaͤterey im schwanck gehen / Darbey auch gemeldet wird / von dem verrhe⸗ terigẽ handel / so newlicher zeit vber die Deut⸗ schen Landsknecht im Elsaß geschehen / ober dem Wasser die Jll genant. Jm thon / Auß frischem freyem muth / rc. Guͦnstiger Leser vnd Singer gut Dieweil man jetz viel sagen thuͦt Von der Lothringer Schlacht im Elsaß Welche groß geruͤhmet vber die maß Als weren gebliben viel Tausent Mann Jst kaum das zehende theil daran Doch das ein jeder wissen soll Anfang vnd ende verstehn gar wol Wie es ergangen ist durch verrhaͤterey Hab ich gestelt diß Liedlein frey Allen Deutschen zuͦ lieb gemacht / Das sie jhr sach in guͦtter acht Halten nach aller billigkeit / Dieweil jetzt ehr vnd redligkeit Vergessen wird bey vielem Standt / Dardurch das gemeine Vatterlandt Verkuͤrtzet werd zu dieser zeit / Gott bhuͤt vns weiter vor allem̄ leid / Von nun an biß in Ewigkeit / Amen. Getruckt zu Basel bey Samuel Apiario / 1589. ACH Teuschland nemet acht Dein heil doch eins betracht Thut euch fleißig huͤten Seid munter fleißig wacht Man hat vns lang gepropheceit Von diser hochbetruͤbten zeit Es koͤmpt vns jetz zuͦ hauß / Mit schmertz vnd grossem strauß. Truͤbsal / widerwertigkeit Auffruhr vnd grosses leid Kompt vns vberhauffen Theurung vnd grosser streit Viel vngluͤck gar mancher hand Spuͤrt man leider in allem land Jn Staͤtten nach vnd weit / Jst doch kein einigkeit. Ehrgeitz vnd eigen nutz Haben den besten schutz Dann wuͦcher thuͦt regiren Die hoffart auch mit trutz Vngerechtigkeit ist auff der ban Gewalt jetz vor recht thuͦt gahn Frombkeit gilt nicht mehr Vergessen ist Trew vnd Ehr. Die liebe ist gar erkalt Bey den Leuten jung vnd alt Die trew ist gar erloschen Es hat sich als verstalt Keiner will demuͤtig sein Legt sich mit gewalt herein Deinen Nechsten mit bescheidt Bringt offt in grosses leid. Auch spuͤrt man jetz gar fein Wo man sitzt bey dem Wein Thuͦt mancher disputieren Vnd will vil besser sein Einer glaubt diß der ander das Dardurch enstetht groß neidt vnd haß Das lernet vns Christus nicht Wie er fein deutlich spricht. Habt einander lieb Aus Bruͤderlicher uͤb Betracht die wort des Herren Dein Nechsten nicht betruͤb Thuͦ doch einer dem andern nicht Was du ni wilt das dir geschicht Von hertzen liebet Gott So halt jhr sein Gebott. Wenn jhr das nichten thuͦt So wirds die leng nit guͦt Gott wirt euch warlich straffen Durch den grossen vbermuͦth Vil vngluͤck thuͦt reissen ein Jn gantz Teutschland wird gemein Groß rauben Krieg vnd mordt Hoͤrt man an allem ort. Jetz melt ich auch for an Den von Nauarren schon Hatt gesandt in Teutschland Man solt jhm Volck zuͦkommen lan / Sie wolten jhn vertreiben schlecht Wider billigkeit vnd recht Man hat jhm das gewerd / Zuͦ fuͦß vnd auch zuͦ Pferdt. Vnd sammelten sich gemein Jm Elsaß vber dem Reihn Jn den Doͤrffern hin vnd her Wie ich euch melde fein Weil sie lagen mit geuer Vngemustert ohne wer Dem Lothringer hat man schon Baldt die Bottschafft gethon. Der hat sich mit seinen Gest Geruͤst auffs aller best Der Paß der war jhm offen Besorgden sich nit fest Er wust vmb allen handel frey Durch kuntschafft vnd verrhetterey Wie es vmbs lager stund Das man sich weren kund. Die guten Teutschen Knecht / Waren versehen gar schlecht Man hat jhn Pulffer geben Dasselbige war nicht gerecht Es war verfelschet vnd gar todt Dardurch entstund gar grosse noth Sie kunten kein schutz nicht thuͦn / Das wust der Feinde schon. Des haben sie sich mit gewalt Gar greulich angestalt Mit schiessen vnde stechen Jn die flucht geschlagen bald Da blieb so mancher kuͤner Held Die sich gern zur wehr gestelt Wenn sie gekoͤndt mit fuͦg Das klaget sich mancher noch. Dar blieben dasselbige mal Vill hundert one zahl Noch vil sind auf den wegen Auch kommen in vngefall Wol von den Bauren an dem ort Haben gethan gar grossen mordt Vil Knecht wol zu der stund Erschlagen wie die Hundt. Nemlich ein Fleck bekandt Rheinaw ist es genand Wie sie haben gehandelt frey Weiß man in frembden Land Es seind rechte Mamelucken zwar Man kendt den Wolfl an seim har Sie haben den nam verdient Jn kurtzer zeit geschwindt. Sie haben die Armen Knecht Weder Gott vnd weder recht Gepluͤndert vnd erschlagen Gar vill gebunden schlecht Zuͦsamen gehefft mit arm vnd bein Vnd versencktet in den Rhein Mit grossem hon vnd spott Ach weh der grossen noth. Jhr Phariseischer Meßpfaff Stundt wie ein tuͤckischer Aff Er troͤst die armen Knechten Gleich wie der Wolff die Schaff Er weist sie vnden nach den Reihn Da solt mans vberfuͤren fein Die Bauren warten an dem ort Habens nach einander ermordt. Ach Pfaff du Judas arth Last wachsen deinen Barth Bedecket ewere Platten Sonst wuͤrd ewer vbel gewart Setzt bald auff einen hohen huͦt Ewer langes har abschneide thuͦt Eweren Pfaffenrock zertrent / Das man euch nicht mehr kent Summa man kan alles sagen nicht Die jemmerlich geschicht Man sol die Moͤrder meiden Wo man sie hoͤrt vnd sicht / Sie haben kein ehr noch redligkeit Muͤssen sich schemen bey frommen leut Sie sind noch nicht gerecht Fur schinder vnd Henckers knecht. Das Lied hab ich gemacht Den frommen vnueracht Aber fuͤr lose Leuten Wer kein redligkeit betracht Streiten wider jhr Vatterlandt Das ist fuͤrwar ein ewige schand Vnd wer dasselbige thuͦt Stifft nimmermerhr kein guͦt. Dissen gantzen handel schlecht Vom Bapst ist angericht Gottes Leer woltens gern dempffen / Jhr anschleg die gelten nicht Gott ist allein der glauben Heldt Er wirts machen wies jhm gefelt Sein liebes theures Wortt Schuͤtzt er an allem orth. Wen sie schon haben alle geleich / Die Loͤbliche Kron Franckreich Wollen auch gar zuͦ reissen Vnd bringen vnder sich Vnd gehnd mit falschen sachen vmb Den Koͤnig von Nauarren frumb Steuret durch Gottes macht Jhrn gewalt vnd grossen pracht. Darumb jhr Christen leuth Bittet Gott den Herren allezeit Das er vns doch wolt geben Gottselige trewe Obrigkeit Auch Christliche gehorsam vnderthan So koͤnnen Staͤdt vnd Landt bestan / Das geb vns Gott zum Newen Jahr Amen das werde war. E N D E. Show less

Über die Taten und die Hinrichtung einer ungezogenen Tochter in Reims, 1589; Brand in Konstantinopel, 1589; "Von dem jetzigen Pracht der Jungfrauen"
Warhafftige Newe zeytung. Vnd ein Traurige Geschicht / in ein Lied verfast / võ einer vngezognen Tochter / wie sie ein Kindt vmbgebracht / vnd dasselbig jhrer Magt im Schlaff zuͦgelegt / auch wie die magt verurtheilt vnnd gehenckt worden / drey tag am Hochgericht gelebt / vnd was vor wunder... Show more Warhafftige Newe zeytung. Vnd ein Traurige Geschicht / in ein Lied verfast / võ einer vngezognen Tochter / wie sie ein Kindt vmbgebracht / vnd dasselbig jhrer Magt im Schlaff zuͦgelegt / auch wie die magt verurtheilt vnnd gehenckt worden / drey tag am Hochgericht gelebt / vnd was vor wunder mehr geschehen / wirdt kuͤrtzlich hie vermelt / geschehen in der Statt Re⸗ mis auff der schamppanien / in disem 1589 Jar / den 17. May im Neüwen Kalender. Jm Thon: All die jhr jetzund leyden / verfolgung. Ein ander Newe Zeittung auß Constantinopel / welcher Massen die Türckische Kriegsleut ein erschroͤckliche auffrhur angerichtet / auch vast die halbe Statt angezuͤndet vnd in Brand gesteckt haben. Geschehen auff den Ostertag dieses 1589. Jars. Jn der Melodey / Hilff Gott das mir gelinge. Gedruckt zuͦ Coͤln / bey Niclaus Schreiber / Jm 1589. Jar. MAn hat kürtzlich gelessen / Taussent fuͤnff⸗ hundert Jar / neun vnd achtzig ist gewesen / merck mich gantz offenbar / jm Mayen thuͦ ich sagen / begab sich die schroͤcklich geschicht / mit schmertzẽ vnd wehklagẽ / wil ich euch thun bericht. Ein Statt thuͦ ich euch nennen / Remis ist sie genandt / mag menniglich wol kennen / auff der Schampani zuͦhandt / darinn da ist gesessen / ein burger reich an guͦt / hett ein tochter vnuermessen / hielt sich nicht wol in huͦt. Zuͦ Dantzen vnd zu springen / ward sie wol ab⸗ gericht / die Muͤtter in allen dingen / thet jhr gar wehrn nicht / den tag thet sie vmblauffen / schluͤff alle winckel auß / vil man vnd junge knabẽ / bracht sie mit jhr zu Hauß. Der Vatter thet alls 'leiden / Gott geb wie es zuͦgieng / die Tochter in kurtzen zeiten / mit einem Kind anfieng / doch het sie es verborgen / biß herbey kam das ziel / bracht sie das Kind mit sorgen / hoͤrt was ich anzeigen will. Mit jammer vnnd groß schmertzen / nam sie dz vnschuldig kindlen klein / mit Tirannischem her⸗ tzen / druckt jhm ab die gurgel sein / vnnd hieldts also verborgen / biß daß die nacht herkam / O weh der list mit sorgen / die sie jhr allda vor nam. Ein fromme Magdt im hausse / hatten sie ge⸗ trew fuͤrwar / Richtet drewlich jhr geschefft ausse / Jhr alters bey 24 Jar / Gottsfoͤrchtig in dẽ sachẽ / deß Tags jhr arbeyt thet / all ding thets fleisig ma⸗ chen / vnd legt sie ohne sorg zu Beth. Die fromme Magt ohn sorgen / gar sanfft ent⸗ schlaffen thet / der Trewloß balg verborgen / legt jr das Todte Kind ins Beth / sampt der nachge⸗ burt thu ich sagen / vnd lieff zuͦ Vatter vnd muͦt⸗ ter behendt / thet die Magt gar hart verklagen / O weh deß grossen Ellendt. Die Tochter thet da eylen / vñ bracht ein liecht geschwindt / sprach Vatter in kurtzen weilen / hab ich ghoͤrt schreyen ein Kindt / bey der magdt in jh⸗ rem Bette / laufft wir woͤllen sehen behendt / vat⸗ ter vnd muͦtter an der Staͤtte / kamen in die kam⸗ mer gerendt. Die from̄ magt ohne wissen / schlieff noch das glaubet mir / die deck habens von jhr gerissen / vnd funden das todt kindlein bey jr / sampt vil andern sachen / das hie nit zu neñen gebuͤrt / die frum̄ magt thet erwachen / vnd wart in jr selbst verjrth. Die Tochter vnnd der Vatter / schreyen mit heller stim̄ / O weh dir vbelthaͤter / vnnd die muͦt⸗ ter vernim̄ / mit dem vnschuldigen kinde / lieff ey⸗ lend vñ behendt / zuͦ dem Burgermeyster geschwin⸗ de / zeygt jm an das groß ellendt. Die Magdt thet sehr klagen / wißt nicht vmb dise that / O Gott was hat sich zuͦ tragen / O we der Jammer vnd noth / Herr Christ laß dichs er⸗ barmẽ / vnd kom̄ zu hilffe mir / hilff mir vnschul⸗ digen armen / O Gott mein vnschuld klag ich dir. Gefencklich thet man sie bringen / wol fuͤr die Obrigkait / mit worten sie zuzwingen / das sie solt all bereidt / den Vatter gar baldt nennen / mit dem ste dz kind hett gehan / sie sprach was soll ich beken⸗ nen / Gott weiß das ich bin vnschuldig daran. Man thet sie gar bald fuͤhren / wol fuͤr die pein⸗ lich frag / soll ich denn hie verlieren / mein leben / O Gott ich dirs klag / mein vnschuld woͤlst du rechẽ / ich hab jeh kein schuld daran / der schmertz zwingt mich das ich muͦß sprechen / Jch habs alles gethan. Dir Gott ist nichts verborgen / schrey sie auß hertzen grundt / erloͤß mich auß noth vnd sorgen / Gott sey gelobt der stundt / der wirdt mirs als Be⸗ lonẽ Was ich hie leyden thuͦ / von wegen deß vn⸗ schuldigẽ kindes schõ / Gott geb vns die ewig Ruͦh. Das vrtheil thet man jr lesen / wie sie solt wer⸗ den gehenckt / daruõ mocht sie nicht genesen / auch solt jr werden geschenckt / mit einer gluͤenden zan⸗ gen / ein zwick auff jhrer brust / ach Gott sprach sie mit verlangen / thut was euwer hertz gelust. Man thet sie gar bald bringen / hinauß zum hochgericht / von hertzen fiengs an zu singen / O Herr biß mein zuͤuersicht / mein Todt vnnd mein leben / befelch ich in deine haͤndt / ich bit du woͤlst mir geben / das mein vnschuld werdt erkendt. Man ließ sie alda hangen / am hochgericht vor der Statt / nun hoͤret mit verlangen / was sich zuͦ⸗ tragen hat / durch Gottes gnad vnd guͤtte / lest er die seinen nicht / er thuͦt all die behuͤten / die auff jhn haben zuͦuersicht. Wol an dem dritten Tage / begab sich ohn als gefehr / das etliche Bilger an zage / kamẽ auß frem̄⸗ den landen her / vnd zogen dafuͤr ahne / sagten von diser thadt / die magt am hochgericht gar schone / sprach bey mir ist Gottes genad. Geht in die Statt ohn sorgen / vnd sagt von di⸗ ser that / denn euch ist nicht verborgen / sagt was jr gehoͤrt vnd gesehen hat / gar bald thet es erschallen / Jn der Statt Remis mit macht / wol vnder den burgern allẽ / baldt wirt sie in die Statt gebracht. Vil volck thet sie da fragen / wie es jhr ergangẽ wehr / da fieng sie an zuͦ sagen / wie jr Gott schoͤpf⸗ fer vnnd Herr / auß gnaden sie hab erhalten / von wegen jhrer vnschuld / den will ichs lassen walten / wirdt richten mit gedult. Der Rath nam bald gefangen / die Tochter an dem end / die muͦtter auch mit namen / die haben bald bekendt / wie sie die that begangen / vnnd jhr junges kindt vmbbracht / auch von wem sie es hab empfangen / darauff die Obrigkeit bedacht. Vnd liessen sie verbrennen / zuͦ Eschen wol an dem end / noch eins muͦß ich euch nennen / was ge⸗ schehen ist zuͦhand / fuͤnff Herren außerkoren / so im Rath gesessen seind / ist vmb den halß ein warzeichẽ woren / Als wenn ein strick da thet sein. Vnd auff der Brust mit schmertzen / gleich wie ein zangen zwick / O mensch nim̄ es zuͦ hertzen / vñ bitt Gott all augen blick / das er vns woͤll behuͤttẽ / vor solcher suͤnden vnd schand / O Herr durch dei⸗ ne guͤten / thuͦ vns trewlich beystand. Jr Toͤchtern vnnd Junckfrawen / nempt ein beyspil hiemit / auff Gott setzt euwer vertrawen / vnnd last euch verfuͤren nit / seind züchtig halt in ehren / Vatter vnnd muͦtter allzeit / so wirdt euch Gott bescheren / nach disem die Ewige frewd. Die Ander Zeytung. HOert zu / ich wil euch singen / võ sehr schroͤck⸗ licher that / vnnd grausamlichen dingen / so newlich in der Statt / Constantinopel habẽ sich / auffrührisch zugetragen / vernemet mit fleiß mich. Der Tuͤrckisch Muͤntz verwalter / auch der im Griechen Land / gewesen ist Statthalter / die haben aller hand / geringe Muͤntz võ Silber Gold / gemuͤntzt / darmit bezahlet / der kriegßleutẽ dẽ sold. Als nun die Kriegß Soldaten / heim kommen wider sind / auß Persia vñ hatten / den selben krieg vollend / gar nackend / arm / vñ auch sehr bloß / dañ sie groß schaden litten / am Gelt / daß sie verdroß. Seind jhr zu hauff gelauffen / bey viertzig tau⸗ sent Mañ / vnd mit eim hellen hauffen / einmuͤtig zogen an / vnd auff den heyligẽ Ostertag / fuͤr deß Tuͤrcken Palaste / kom̄en mit grosser klag. Jm Rath bey samẽ sassen / als sie kamen daher / der Tuͤrck vnnd seine Basse / auch andere Herren mehr / den haben auch gewohnet bey / schatzmeister vnd Stathalter / gantz aller sorgen frey. Da auß dem Rath jetz giengen / gedachte Her⸗ ren all / die Kriegsleut bald anfiengen / gleich auff dasselbig mahl / zu dringen sich zur Porten ein / die sie mit gwalt einnamen / dz bracht den Herrẽ pein. Vnd theten bald begeren / an den Sultan mit grauß / daß er sie wolt gewehren / vnnd jhn geben herauß / die zwen Herren so vorgemelt / die vrsach sind gewesen / an dem verfaͤlschten Gelt. Der Türck war sehr betruͦbet / von wegen der zwen Mann / dann er sie hertzlich liebet / deßhalbẽ sich besan / vñ sprach: ich wil euch zelen dar / zwein⸗ tzig mahl hundert Tausent / ducaten also bar. Sie aber mit Rumoren / vnnd grewlichem tu⸗ mult / all schreyen wie zuuore / in grosser vngedult / vns ist deß Geltes jetz nit not / gib vns die zwen mit willen lebendig oder Todt. Als der Türck nun thet schawen / dz er gezwun⸗ gen war / Ließ er sie nider hawẽ / schick dẽ Kriegs⸗ leutten dar / die Huͤpter mit welchen sie viel / getri⸗ ben hond mut willen / vnd seltzam Affenspil. Als die auffrhur gestillet / am dritten Tag dar⸗ nach / Hond die Kriegsknecht erfuͤllet / jhr fuͤrge⸗ nom̄en raach / vnnd sind mit vngestuͤmmigkeit / in die Haͤuser gefallen / der Juden aller seyt. Geplündert vnd gestolẽ / was sie antroffen hon / geraubet vnuerholen / ohn alles widerstohn / von Silber / Gold vnnd barem gelt / ein solche beyt be⸗ kommen / die nit kan werden gmelt Es woͤllen etlich achten / das diß geraubet guͦt / ohn gefaͤhrlich die machen / wie man es schetzen thut / Achtzig mahl Hundert Tausent stuͤck / der Tuͤrckischen Ducaten / O Gott der boͤsen duͤck. Wer jnen widerstunde / vnnd retten wolt sein hauß / den muß bald gahn zu grunde / sein lebẽ war schon auß / dann sie die all schlugen zu Tod / die jhre Guͤtter retten / wolten in solcher not. Kein gnag ward da gefunden / bey disem losen gsind / in Brand zur selben stunde / die Statt sie steckten gschwind / nit Fewr sie thetten stecken an / der Juden Haͤuser alle / wie wol es weitter bran. Es war da vber dmassen / ein sehr schroͤckliches Fewr / gar nach in allen Gassen / zu schawen vnge⸗ hewer / die Landtsknaͤcht solten loͤscher sein / so the⸗ ten sie erst werffen / Oel fast ins Fewr hinein. Das Fewr nam vber hãde / biß auff ein Teut⸗ sche meil / die halb Statt stund im Brande / so gar in kurtzer weil / der Tuͤrckisch Keyser stund in not / sorgt die Statt gar abbreñe / vñ er muͤst bleibẽ tod. Das Fewr hat angefangẽ / drey stund morgens vor Tag / vnnd ist so fort gegangen / den tag mit grosser klag / geweret auch die gantze nacht / vnnd wider auff den abend / brünend mit gantzer macht. Man sagt es seind verbruñen / zu der selbigen zeit / der Haͤuser in einer summen / wie man es hat gereit / wol zwentzig tausent an der zahl / so all im rauch auffgangen / zu dem selbigen mal. Was fuͤr schaden geschehen / in diser grossen Brunst / kan maͤnigklichen sehen / ohn muͤhe vnnd grosse kunst / dañ in dem rauch ist gangen auff / an Gelt vnd auch an wahren / ein vnsaͤliger Hauff. Doch wer diß zuuerklagen / was angelangt das Gut / aber da seind mit klagen / Vmbkom⸗ men in der Glut / vil Menschẽ / derer zahl man nit / kan eigentlichen wissen / die es genommen mit. Dann im Fewr seind vmbkom̄en / der Mann ein grosse Summ / vil Weiber hingenom̄en / die auch seynd kommen vmb / auch etlich tausent Kin⸗ derlein / die mit jammer verbrunnen / dann da kein hilff kundt seyn. Vil Weiber musten sterben / so schwanger ge⸗ wesen seyn / vnd mit der Frucht verderben / in diser Fewerers Pein / O wehe was Jam̄ers vnnd was not / hast du hie zugerichtet / du auffruͦhrische Rott. O Gott laß dich erbarmen / der jaͤmmerlichen not / vnd komb zuhilff den Armen / troͤst sie in jhrer not / vñ komb zuhilff den Christen dein / die jetzund im Elende / vnd Armuͦt muͤssen seyn. Das drit: Von dem jetzigen pracht der Jungfrawen. MErckt auff jr Christen alle / was ich euch singen thu / vnd lasset euchs gefallẽ / hoͤrt mir ein wenig zu / so werd jr hoͤren in gemein / võ den Jungkfrawen vnd Megdten / wie sie sich hal⸗ ten fein. So hab ich auß dermassẽ / diß Liedlein erdacht / ich kans nit vnderlassen / den hochmuͤt vnnd den pracht / den sie jetz heben an / solten sie es lassen blei⸗ ben / das thet jn nit wol anstan. Hochmuͦtig gehn sie brangen / wol vber die gas⸗ sein weit / mit Gold vnd Silber behangẽ / sehr koͤst⸗ lich bekleid / geschmuckt also schõ / daß sie sich selber kaum kennen / wenn sie sich beschawen thun. Jr kleider thun sie machẽ / gar lustig angethan / fuͤrwar ich muͦß jhr lachen / wann sie auff der gas⸗ sen gahn / vnden weit vnd oben schmaal / mit man⸗ nicherley farben / verbremet vberal. Bruͤstlein thun sie tragen / wol nach der neuwẽ sit / sie solten sie sehr beklagen / wann sie auch hettẽ nit / Guͤrtlein bschlagen schon / darunden schmaal geschnieret / wann sie zur Hochzeit gan. Ein halßkleid auch darnebẽ / genaͤhet mit Sei⸗ den wol / ein Goldborte auß gedrehet / der steht den Maͤgdten wol / weñ sie gahn zum dantze fein / mes⸗ ser mit Silber beschlagẽ / vnd ein guldẽ ringelein / Reiff an den Kleidern / machen sie vnden weit / wenn mans an dantze drehet / dz der wind darun⸗ der weht / das thut sie kuͤlen wol / wenn sie sind heiß gesprungen / noch weiter ich singen soll. Halß kroͤße auch darnebẽ / die muͤssen gesterckt sein / außgeneht vnnd geweben / das dunckt sie sein gar fein / jhr har in Seiden band / schnierlein mit korallen / tragen sie an der hand. Noch weiter muß ich sagen / ich kans nicht vn⸗ der lahn / schmale schuch thun sie tragen / ein par pantoffel dran / so sein sie wolgestalt / was fuͤr ne⸗ we kleidung anffkommen / muͤssen sie haben bald. Jch hab es gesehẽ von arm vñ reichen / so man⸗ chen tag vnnd stund / das sie kuͤßlein in den buͦssen stecken / machen die bruͤstlein rundt / darmit zeigen sie an / das sie alt genug sein / zu nem̄en einen man. Wann sie nun seind gezieret / von vnden biß o⸗ ben auff / das angesicht muß sein geschmieret / ein krentzlein auff dem kopff / wans fuͤr den spiegel steht / gar seltzam thun sie sich stellen / mit den hen⸗ den in die seidt. Hie wil ich lassen bleiben / von den Toͤchtern geschwindt / ich will euch weiter schreiben / von dem gemeinen gesind / die woͤllens auch nach thun / solt Vatter vñ muͦtter verderbẽ / im elend vm̄hergan. Manche junckfraw thuͦt sich kleiden / auß lauter vbermut / das jhre eltern mit leide / ein Jar wol schmirtzen thut / ehe mans bezalen kan / dardurch thut verderben / gar maucher reicher mann. Solches thun sie treiben / auß jhrem grossen Pracht / es wer besser sie liessens bleiben / die nicht haben die macht / sie streichen sich dapffer rauß / da⸗ heim habẽ sie nicht zu essen / dz druckẽ brot im hauß. Als sie seindt von oben / mit kleider zugericht / so muͤssens meñer habẽ / sie wollẽ harrẽ nicht / sie woͤlẽ Weiber sein / sie koͤnnen nicht ein suppen kochen / die der man sol essen fein. Wann sie dann zu hauffe / ein weil hauß gehal⸗ ten han / der pracht der ist verlauffen / die hoffart ist gethan / sie sicht gar seltzam auß / auff der gassen gehn sie schleichen / wie ein ertrenckte mauß. Groß hochmuͦt thun sie treibẽ / dieweil sie ledig sein / so bald sie werdẽ weiber / die armuͦt schlegt da⸗ rein / ehe vm̄her kumpt ein jar / der Jud muͤß gfat⸗ ter werden / zu jhren kleidern fuͤrwar. Nun muͦß ich weiter singen / von den dienst⸗ maͤgden fein / sie thun sich dapffer schwingen / die⸗ weil sie ledig sein / sie lauffen frech vñ geil / die gsellẽ thun sie anlachen / vnd bieten sich selber feil. Auff den Sontag dergleichen / stellẽ sie sich fuͤr die thuͤr / gar schon sie sich rauß streichẽ / wañ einer geht herfuͤr / der muͦß ein mangel hã / mit gar spoͤt⸗ lichen worten / ein blechlein wirt im gschlagen an. Derein ist zu kleine / der ander ist zulang / der drit hat dicke beine / der vierte einen krum̄en gang / der fuͤnfft der ist zu schlecht / der sechste hat ein grose Nasen / sein hut steht jm nicht recht. Wenn sie was woͤllen schaffen / oder in die ku⸗ chen gahn / da stehn sie wie die affen / kein arbeit woͤllen sie thun / wen sie sollen zum datze gan / denn springen sie wie der Teuffel / dein Mensch sie hal⸗ ten kan. Kumpt dann eine zu schande / vñ es wirt offen⸗ bar / so zeuchts in ein ander Lande / da mans nit kendt fuͤrwar / fuͤr ein Junckfraw sich vermit / biß das einer thut kommen / der jr die ehe anbeut. Dem thuts sy es nicht versagẽ / sie sagts im zu an der stund / sie thut nicht darnach fragen / das sie nur zu ehren kompt / nach keiner fromkeit fragt sie nicht / den sie vorhin hatt verspottet / mag jhr nun werden nicht. Wenn sie ein wenig tage / haben gelebt zuhauß / da komet grosse klage / der man der mercket drauff / der handel hebt sich frey / mit schelten vnnd mit schlagen / Sant Velten kompt dabey. Wie hunde vnd wie katzen / leben sie dañ da zu hauß / mit beissen vnd mit kratzen / darnach stellen sie sich auff den lauff / das kompt von stoltzem siñ / hette sie sich erlich gehalten / es wer nimmer kom⸗ men dahin. Darumb jhr Junckfraw all zugleiche / ich radt euch in gemein / halt euch zuchtig vnnd ehrliche / so wirdt euch Gott gar fein / geben zu seiner zeit / das jhr hie lebt in frewden / vnd dort in Ewigkeit. Show less

Belagerung von Genf durch Herzog von Savoyen, 1602
Newe Zeitung / Von der Statt Genff belaͤgerung / vnd was sich zwischen der selbigen vnd den Hertzogen auß Saffoy / nun etlich Jar lang zugetragen / vnd wie sie nun ein zeitlang / mit ge⸗ ringer anzal Volcks / dem Hertzogen in seinem Landt grossen schaden zugefuͤgt haben / in gesangs weiß... Show more Newe Zeitung / Von der Statt Genff belaͤgerung / vnd was sich zwischen der selbigen vnd den Hertzogen auß Saffoy / nun etlich Jar lang zugetragen / vnd wie sie nun ein zeitlang / mit ge⸗ ringer anzal Volcks / dem Hertzogen in seinem Landt grossen schaden zugefuͤgt haben / in gesangs weiß verfasset / rc. Jst in Dannheusers Thon / Wann durch anhang vnd grosse macht / Die Christen all wurden vmbbracht / So were Genff schon langst verderbt / Vnd ander Stett auch gar verhergt / Weil aber Gott hat den gewalt / So macht ers alls wies jhm gefalt. Christus: So jhr meiner Lehr nicht glauben / so glauben doch den wercken die ich thun. M D. XC. EJns Menschen bestes Kleinot ist / Die er von Gott empfangen / Das an Vernunfft jhm nichts gebrist / Weisheit hiemit zu langen. ¶ Diß aber ist die best Weißheit / Das man Gotts werck erkenne / Vnd das die Warheit weit vnd breit Man froͤlich thuͦ annemnen. ¶ Damit man aber Gottes sach Jn allweg recht verstande / So ist darzuͦ diß Lied gemacht / Vnd reicht keim Christ zu schande. ¶ Dann darinn wirt vns kundt gethan Wie Gott sein Volck ernehret / Vnd mit jhm ist wol auff dem plan / Damit er s'feinds g'walt wehre. ¶ Denn in der Gschicht der Genffer gut / Werden wir leichtlich sehen / Das grechte sach bringt Loͤwen muth / Zur sach thuͦ ich mich naͤhen. ¶ Ein alten g'span die Genffer hand / Mit den Saffoyschen Fuͤrsten / Die wolten habn ein gwaltig Landt / Nach Genff sie offt thet dürsten. ¶ Vnd gaben fuͤr jhr sach wer schlecht / Die Statt muͤßt sein jhr eigen / Welchs sie noch nie beybracht mit Recht / Noch wils jhn nicht erleiden. ¶ Der vorig Hertzog Genff wolt han / Des kam er vmb sein Lande / Vnd kost jhn manchen biderman / Biß das er kam zu schande. ¶ Dann d'Berner fielen jhm ins Landt / Vnd harten d'Cluß eingnommen / Ein vertrag richt man auff zu handt / Er hats nicht mehr bekommen. ¶ Wo er kein Brieff hett grichtet auff / Das er Genff wolt lahn bleiben / Nun kompt wider der gottloß hauff / Vnd will Genff gar auffreiben. ¶ Damit jhm aber d'sach gieng an / An Spanier ließ er werben / Des Koͤnigs Tochter wolt er han / Vermeint die Statt zureiben. ¶ Bald s'Koͤnigs Tochter jhm ward g'sandt / Vnd d'Statt zur Haußstewr geben / Gleich wie der Bapst schanckt Engellandt / Dem Spanier / merckt mich eben. ¶ Nun war der jung Hertzog wol dran / Hat d'Statt Genff vberzogen / Verraͤhterey auch grichtet an / Jst wahr vnd nicht erlogen. ¶ Die sach jhm aber glunge nicht / d'Verraͤhter thet man b'solden / Vertraͤg warden gleich auffgericht / Genff ließ man jhm nicht volgen. ¶ Den kosten er bezalen solt / Den die Statt hat erlitten / Vnd wanne noch wol hette gwolt / So blieb vnrhuͦ vermitten. ¶ Vom Bapst er aber bredt ist / Rein glauben soll er halten / Nach dem er sich wider erfrischt / Sein sach thet er fuͤr schalten. ¶ Damit jhm aber glingen moͤcht / Vermeint er d'strassen z'raumen / Etlich Schiff hat er zuͦ gericht / Vnd thet sich wenig saumen. ¶ Losannen wolt er nemmen ein / Verraͤhter thet er b'stellen / Gott gab ein Vngwitter darein / Die sach jhm aber faͤhlet. ¶ Des Judas Jünger ward der lohn / Gehn Bern warden sie gwisen / Das Recht muͦßtens außstahn / Jnn vier stuck hat mans grissen. ¶ Jn dem zugen die Berner auß / Vnd wolten jhm fuͤrkommen / Da wurden g'halten etlich strauß / Das vil leüt sind vmbkommen. ¶ Ein Anstandt aber ward gemacht / Die Berner zogen heime / Die sach man nicht recht betracht / Die man sagt in gemeine. ¶ Nun meint der Hertzog d'sach wer gut / Die Genffer weren verlassen / Zog fuͤr die Statt mit dapfferem muͦt / Verlegt die besten strassen. ¶ Ein Schiffbruch auff dem See er macht / Vermeint die Statt zu haben / Braucht darzu sein groͤste macht / Die Genffer drumb nicht verzagen. ¶ Etlich die habn jhr Weib vnd Kindt / An sichere ohrt thun senden / Damit sie sich wehrten geschwindt / Das sie nichts koͤndte wenden. ¶ Ein Hauptman hattens in der Statt / Batthonet ist sein Namme / Der viel vnglück gestifftet hat / Auß Lothringn war sein stamme. ¶ Der schreib dem Hertzog heimlich zu / Das er wer auff der strassen / Die Porten er jhm woͤll auffthun / Bey nacht sich zuher lassen. ¶ Das hat Gott aber wunderbar / Offenbar lassen werden / Dann dises alles ward kundtbar / Vnd das nicht ohn gefehrde. ¶ Dann als ein Magdt zum Thor sich wendt / Die wußt vmb dise sachen / Die knecht ergriffens bey der hend / Theüwr ward bey jhr das lachen. ¶ Zum Obristen sie gefuͤhrt ward / Da solt sie bald anzeigen / Von dem selben gefraget hart / Ein Brieff thet sie jhm zeigen. ¶ Den Hauptman bald man b'schicken thet / Vnd zeigt jhm diese Schriffte / Jns Gfenckniß warff man jhn zur stett / Dieweil man jhn falsch griffe. ¶ Hernach man jhm auch sein lohn gab / Wie solchn Gsellen gebüret / Dann Grichtet ward er mit eim Rad / Darbey man Gotts hilff gspüret. ¶ Nach dem der Koͤnig in Franckreich / Den von Navarren ich meine / Solche sachen erfahren gleich / Ein Hauptman er jhn sendet. ¶ Mit Frantzosen ein anzal / Die waren dapffer manne / Gantz vnuerzaget vberal / Griffen sie die feind ahne. ¶ Ein außfahl thetens in der Nacht / Die Schiffbruck bandt sie gnommen / Vnd als jhn glungen war die sach / Sind sie bald weitter trungen. Kein Schiff liessen sie an dem See / Das dem Saffoyer g'hoͤret / Auch was sie kondten anders mehr / Hand sie dißmal verstoͤret. ¶ Ein Schloß Sitzim vnd Drampelier / Haben sie mit macht bekommen / Sossone auch viel Schloͤsser mehr / Nit macht habn sie eingenommen. ¶ Vnd was sich alda stelt zur wehr / Haben sie bald erschlagen / Auch andere Schloͤsser da vmbher / Habens verstoͤrt ohn zagen. ¶ Doch das jhn kein schad mehr gscheh drauß / Haben sies auch verbrennet / Vnd nicht auffrecht glassen ein Hauß / Also wirt jhr feind demmet. ¶ Nach diesem fielendts aber auß / Versols habens da bekommen / Vnd die Gwardy drinn gschlagen auß / Ein veste darinn gwonnen. ¶ Da fanden sie wol nicht viel treidt / Doch zwelff Türcken sie zwangen / Die hingelegt warden vor der zeit / Das sie sich gaben gfangen. ¶ Grob G'schütz vnd sonst Munition / Musceten vnd Hellparten / Habens mit sich nach Genff genon / Niemandt darff da jhr warten. ¶ Die zwelff gefangnen Türcken all / Haben sie bald bekleidet / Dann sie verlumpt waren vberal / Bringt dem Saffoyer leide. ¶ Vnd noch ein Schloß davon nicht weit / Haben sie da eingnommen / Goß Haab vnd Guͦt erlangt im streitt / Das macht ein grosse summen. ¶ Von dannen namens Mehl vnd Treid / Wol bey dreyhundert secken / Weinwaͤgen fuͤhrtens auch zur zeit / Also sie jhr seindt strecken. ¶ Vnd fanden auch da Spanisch Pferdt / Die mußten gehn Genff traben / Ein grosse summ sie waren werdt / Solch knaben soll man haben. ¶ Noch eins muͦß ich hie zeigen an / fuͤr d'Statt Gee thetens ziehen / Der selben habens gsiget ahn / Von jhn niemandt thuͦt fliehen. ¶ Also gespürt die Christenheit / Das Weltlich macht nicht b'stande Wann Gott ein Volck schlecht mit blindtheit / So kompts leichlich zuschanden. ¶ Der Hertzog hat ein grosse macht / Die thuͦt jhm gar zerrinnen / Die Genffer fuͤhrten kleinen pracht Die groß macht thund sie trennen. ¶ Gelobet sey Gott durch Jesum Christ / Den er vns zu thut senden / Der woͤll bey vns sein diser frist / Von anfang biß zu Ende. Amen. Show less

Mord durch eine Königin aus Läparten
Ein Schoͤns Lied / von einer Koͤnigin auß Lã⸗ parten / wie grewlich sy jren Ehe⸗ gemahl vmb das leben hat ge⸗ bracht. ¶ Jn des Speten thon. Getruckt zuͦ Augspurg / durch Valentin Schoͤnigk / auff vnser Frawen Thor. WARhafftig will ich singen schon / hoͤrt zuͦ jhr Frawen vnd jr Mann /... Show more Ein Schoͤns Lied / von einer Koͤnigin auß Lã⸗ parten / wie grewlich sy jren Ehe⸗ gemahl vmb das leben hat ge⸗ bracht. ¶ Jn des Speten thon. Getruckt zuͦ Augspurg / durch Valentin Schoͤnigk / auff vnser Frawen Thor. WARhafftig will ich singen schon / hoͤrt zuͦ jhr Frawen vnd jr Mann / hiebey solt jr ain beyspil han / damit ewer Trew vnd Ehr nit werd verloren. Jn Lamperten ein Koͤnig saß / der Altinus geneñet was / der fuͤrt ein Krieg in neyd vnd haß / wider den welschen Koͤnig / hochgeboren. Darauß kam jamme vnd groß hertzenleide / sy zogen beid zuͦsamen in den streite / Altinus da mit seines volckes schare. Den welschen Koͤ⸗ nig toͤdtet bald / vnd ließ sein tode Hirenschal / lieblich machen zuͦ eim Bocal / zuͦ eim gedechtnuß langer zeit vnd Jare. ¶ Darnach er jm zum Weybe nam / die schoͤn Junckfraw Rosi⸗ mundam / der Koͤnigs Tochter wundersam / den Er erschlagen het vnd vberwunden Eins mals Altinus in dem dal / zuͦ Dieterich Peron aß das mal / vñ schencket inn die Hirnschal / begab es sich gleich in derselben stunden. Als in die trunckenheit het vber fallen / na er zuͦhand die todẽ Hi⸗ renschalen / vnd in gespoͤt zuͦ seiner Frawen sprache: Sehin da nimb von mir den Wein / trinck auß dem lieben Vatter dein / die Fraw ver⸗ stuͦnd der wort gar kein / erfuͦhr die ach erst vber etlich tage. ¶ Ward dañ dem Koͤnig toͤdt⸗ lich haß / eins tags er außgeritten es / ein Ritter so on vnterlaß / sehr liebet / mit dem thet sy es anlegen. Sprach heint vber acht nacht / will ich die Kam̄er oͤffnen heime⸗ lich / sein wehr alle mercke mich / wil ich verbinden dz ers nit kan regen. Da wirstu jn finden on alle we⸗ re / sprach sich die trewloß Fraw on alle ehre / Du solt dich nit entsetzen ob den dingen: Als dann schlag jn behend zuͦ todt / laß mich sorgen es hat kein not / wie es forthin sein we⸗ sen hat / den Ritter thet der Frau⸗ men lieb hart dringen. ¶ Doch forcht er sich so sehre der ding / vnnd wust nit wie er diß an⸗ fieng / Er sprach ich foͤrcht mir mis⸗ seling / wie bald die Künigin zuͦ jm sprach behende. So du den Koͤnig nit wilt toͤd⸗ ten / so muͦß sein Schwerdt sich inn dir roͤten / der Ritter stuͦnd in gros⸗ sen noͤten / Er wust sich weder hin noch her zuͦ wenden. Yedoch thet jn der Frawen lieb bezwingen / sy thet sich auch wol ruͤsten zuͦ den dingen / sy dachte nit an jre grosse schande. Der Ritter auff bestimpte nacht / kam eben als der Koͤnig wacht / vnnd einen grossen jammer macht / ein blosses Schwerdt truͦg er in seiner hande. ¶Als jn der Koͤnig sehen thet / da fuhr er nacket auß dem Beth / sein Fraw jm da verknüpffet hett / sein wehr das er nyemandt damit kundt letzen. Wie bald Er sein Fuͦßschemel fundt / vnd wehrt sich mit so starck er kundt / jedoch ward er gar grau⸗ sam wundt / vom Ritter der jhm hefftig zuͦ thet setzen. Ward doch zuͦletzt vom Ritter todt erstochen / die Fraw aber ließ sich nicht vngerochen / das sy Guͦts brecht daruon / ein großen theyle. Hett bald verordnet guͦte Pferd darauff sy luden guͦtes werdt / von Silber kleinot on geferdt / uñ ritten auß dem Landt in grosser eyle. ¶ Gen Rauenna kamen sy dar / darnach sy hetten Hochzeyt zwar / vñ lebten mit einander gar / in gros⸗ sen frewden manchen lieben tage. Da etlich jar theten vergahn / er⸗ sach die Fraw ein Edelman / schoͤn jung den sy auch lieb gewan / mit demselbẽ jr Ee von newem brache. Ward dann dem Ritter wider feindt von hertzen / tag vnde nacht dicht sy mit grossem schmertzẽ / wie sy jn koͤnd mit fuͦg von dañen brin⸗ gen. Das sy von jm moͤcht loß ge⸗ sein / entlich vergifft sy jm den wein vnd jm darnach thet schenckẽ ein / Er tranck das gifft jhm grauset ob den dingen. ¶ Er sprach du lose Huͦr merck eben / du hast mir in dem wein ver⸗ geben / trinck auch oder es kost dein leben / die Fraw erschrack vol roͤten was jr munde. Mit blossem Schwerdt Er sy zwang / das sy den giffting Wein außtranck / zuͦ hand der Ritter ni⸗ dersanck / zugleich das Weib vnnd starben beyd die stunde. Hiebey so merckt jr Mann vnd auch jr Frawen / thuͦt diß Exempel eigentlich anschawen / das jr erhalt trew ehre vnde glauben. Das ist eim Weyb die groͤste Ehr / wo sy volgt Mañes weiß vnd lehr / vñ ist von boͤsen Weibern ferr / die Fraw lob ich für eine braune Schauben. Show less

Von einem Jesuiten in Erfurt; Von einem geplagten Mann
Ein Wunderbar⸗ liche vnnd warhafftige geschicht auß Erfurdt / welche geschehen ist / Jn S. Peters Kirchen / von einen Jesuitter vnnd schwartzen Moren / Auch wie es den Jesuitter durch den Moren wunderbarlich ergangen ist. Sehr lustig vnnd kurtzweilig zu Singen vnd zu Lesen. Jm Thon. Wie... Show more Ein Wunderbar⸗ liche vnnd warhafftige geschicht auß Erfurdt / welche geschehen ist / Jn S. Peters Kirchen / von einen Jesuitter vnnd schwartzen Moren / Auch wie es den Jesuitter durch den Moren wunderbarlich ergangen ist. Sehr lustig vnnd kurtzweilig zu Singen vnd zu Lesen. Jm Thon. Wie man den Lindenschmid singt. Ein anders Lied. Von einen Armen wolgeplagten Man welcher vber sein boͤß vnnd vngezogenes Weib klagt. Jm thon / Es ist auff Erden kein schwerers Leiden. Hoͤrt zu vnd bleibt ein wenig stan / Merckt auff was ich wil zeigen an / Ein wunderbarlich geschichte / Ein wunder seltzam Abenthewr / Last euchs verdriessen nichte. Was sich in der weit beruͤmbten Statt / Jn Erfurdt zugetragen hat / Ein Graff von Artenberg wol geboren / Der kam da an mit seiner Schar / Hat bey jhm ein schwartzen Moren. Des Abendts spat als er hin kam. Vnd auch darinne sein Herberg nam / Zu Morgens er auff thet sthane / Zu luͤstigen sich hin vnd her / Jm Stifft thet er spacieren gahne. Jn S. Peters Kirchen er da kam / Ein Jesuitter fieng zu predigen an / Kurtz verlaß er den Jnhalte. Es stund nicht an ein lange zeit / Auff den Luther er da schalte. Verdampt jn also gantz vnd gar / Er wer des Teuffels mit Haut vnd Haar. Sprach er ohn allen zweiffel / Kein erger Bub wer in der Welt / Auß der Hell kein erger Teuffel. Dann er Luther gewesen ist / Sein Lehr noch bißher vmb sich frist / Er hab das Reich mit seim schallen. Verwuͤstet also gantz vnd gar / Das es ist abgefallen. Von der Baͤpstlichen Religion / Vnd vns ein grossen schaden gethan / Nicht lang sie es treiben sollen. Sein Lehr vnd Glauben zu der frist / Wir bald zerstoͤren wollen. Der Edel Graff in der Kirchen stund / Sein Hertz jhm heimlich weinen gundt / Die Red fast er zu Ohren / Jn dem sein Diener kamen baldt / Brachte mit jn den schwartzen Moren. Wolten sehen wo jhr Graff hin koͤmpt / Der Jesuitter den Moren vernimpt / So heßlich schwartz vnd vngestalte / Er macht viel Creutz vnd segnet sich / Auch in verzweifflung er falte. Der Mor zu lachen anefieng / Dem Jesuitter vnder die Augen gieng / Lachent thet er jhn ansehen Blecket gegen jhm sein weisse Zeen / Der Jesuiter kundt kein wort mehr jehen. Das boͤß Gewissen wacht jhm auff / Sein Hend er wandt / sein Haupt er raufft / Sprach er meiner grossen nothe / Jch habe mich versuͤndiget sehr / Jetzunder strafft mich hie Gotte. Jch hab den Luther zum Teuffel verdampt Hie kompt er mir zu eigner Handt / Hab mich versuͤndigt am gelehrten manne / Das ich sein lehr verdammet han / Hab ich wider mein gewissen thane. Deñ ich sich vnd erfahr ohn allen zweiffel / Hie steht der schwartz vnd Ergste Teuffel / Leibhafftig muß ich daruone / Gleich wie ich jm gedienet hab / So wird mir jetzt mein lohne. Deß muͤssen sich all mein bekanten schemen Wenn er mich von der Cantzel wird nemen. Sein gantzer Leib in zittern ware / Vor forcht nicht wist wo auß wo ein / Eim Todten Corper er gleich ware. Vom Predigstul er zu weichen gund / Sach ob der Teuffel noch da stund / Der Mor der lacht den Graffen ane / Er Reuspert sich vnd schickt sich bald / Wolt zu dem Graffen gane. Jn dem der Jesuitter sich vmbsach / Vermeindt der Teuffel lieff jhm nach / Lieff was er mocht vnd kunde / Der Schweiß jm vber das angesicht rahn: Das war jm ein boͤse stunde. Er drolt sich bald saumpt sich nit lang / Nach dem Eyssen gitter war jhm bang / Zwischen zweyen pfaffen er sitzen wolte / Da vermeint er gar sicher zu sein / Das jn der Teuffel nicht holen solte. Er meint er het jn schon bey dem rachen / Das volck fieng alles an zu lachen / Es Schrey vnd Lacht da jedermane / Das der Jsuwitter also sprang / Die Pfaffen trugen den spott daruone. Wer er nicht auß der Kirchen entloffen / Das volck het jhn mit steinen geworffen / Seid ist er auff kein Cantzel kommen / Er begert auch nimmer in das spiel / Weil jm der Teuffel so thut aufftrummen. Dem Graffen lacht das Hertz im leib / Das sein Mor den Jesuwitter vertreib / War doch ein Mensch an zweiffel / Darumb rath ich er bleibe daheim / Vnd huͤt sich vor eim andern Teuffel. Der wird jhn geben den lohn / Wie sie denn nit anders zu hoffen han / Drumb so jhr mercken feine / An jhrer schoͤnsten heiligkeit / Wie fromb die Jesuwiter seine. Der liebe Gott woͤll sie alle stuͤrtzen / Vnd jhr Abgoͤtterey verkuͤrtzen / Keim Jesuwitter drawet nicht mehre / Sondern dem aller Hoͤchsten Gott / Dem sey allein lob Preyß vnd ehre. Das ander Lied. O Weib / O Weib / das Gott sey klagt / wie sehr bin ich mit dir geplagt / vor dir hab ich kein rast noch rhu / kein rast noch rhu im Elendt bring ich mein leben zu. O Weib / O Weib / du falsche war / wie man⸗ cher kompt mit dir in gfahr / Der dich nicht kendt oder kauffen thut / kauffen thut / das er kompt vmb sein Gelt vnd Gut. O Weib / O Weib / du boͤse haut / so herb vñ bitter wechst kein Kraut / das mir nur krenckt die Glieder mein / die Glieder mein / vñ bringen thut in grosse pein. O Weib / O Weib / du wuͤster Wurm / dein Maul offt manchen wilden sturm / anrichten thut / darauß vnrath / darauß vnrath / mir vnd dir kommet fruͤ vnd spat. O Weib / O Weib / du listigs bild / kein wolff im Wald ist nicht so wild / der viel Schaf vnd Laͤm̄er fraß / vnd Laͤm̄er fraß / als mich nur ge⸗ steht dein Maul vnd Gfaß. O Weib / O Weib du gifftigs Thier / mein Leib vnd Leben krenckstu mir / vnd bringst mich in alles leid / in alles leid / Jch muß sterben ehe vor der zeit. O Weib / O Weib / du herber Hund / du belst mich an schier alle stund / reist vñ quelst mich ja Nacht vnd Tag / ja Nacht vnnd Tag / an dir hab ich ein stete klag. O Weib / O Weib du boͤse Katz / ich hab vor dir kein sichern platz / zerkratzt mir offt das An⸗ gesicht mein / das Angesicht mein / der Teuffel soll dein lohner sein. O Weib / O Weib / du arger schalck / du ma⸗ chest mich gar zum Marter balck / schlage ich dich / so hilffts doch nit / so hilffts doch nit / vnnd kan vor dir nicht haben frid. O Weib / O Weib / du wuͤster Han / thust mich offt vbel krehen an / das mir offt fegt die Ohren auß / die Ohren auß / volgt dann rauf⸗ fen vnd schlagen drauß. O Weib / O Weib / du geschwinder Fuchs / du bist listiger dann ein Luchs / kein Gelt mir vor dir sicher ist / ja sicher ist / Jch legs in Beuͤtel oder Kist. O Weib / O Weib / du schnoͤde tracht / ich wolt du steckest in eim Sack / das ich einmal wuͤrd deiner loß / ja deiner loß / mein lebtag ge⸗ schech mir nie so baß. O Weib / O Weib / du gneschigs Maul / du gstehst mich mehr dañ sonst ein Gaul / mit nicht ich dich erfuͤllen kan / erfuͤllen kan / drumb muß ich werden ein Armer Mann. Darumb jr Maͤnner all in gemein / last euch diß ein Exempel sein / fuͤr eim solchen Weib huͤt euch fuͤrwar / huͤt euch fuͤrwar / das keiner kom̄t mit jhr in gefahr. Diß Lied eim boͤsen Weib ist gmacht / ein je⸗ de geb auff sie gut acht / hab jren Mañ von her⸗ tzen lieb / von hertzen lieb / das sie diß Liedlein nit betruͤb. ENDE. Gedruckt zu Eyßleben / durch Heinrich Petter / Jm Jar / 1590. Show less

Eroberung von Rouen und Paris; Wunderzeichen in Konstanz, 1590
Zwo Warhafftige Newe Zeitungn / Die Erste / Von der gewaltign schlacht / so der Koͤnig von Nauarra mit dẽ Bapst gehalten hat / jhm 17. Tausent Mann abgeschlagen / vnnd die Stadt Ruan eingenom̄en. Geschehen den 9. Janua⸗ rij dieses 90. Jars / darnach sind sie abgezogen / vnd sich mit... Show more Zwo Warhafftige Newe Zeitungn / Die Erste / Von der gewaltign schlacht / so der Koͤnig von Nauarra mit dẽ Bapst gehalten hat / jhm 17. Tausent Mann abgeschlagen / vnnd die Stadt Ruan eingenom̄en. Geschehen den 9. Janua⸗ rij dieses 90. Jars / darnach sind sie abgezogen / vnd sich mit Achtzig tausent man vor Parys ge⸗ lagert / dreissig tausent man erschlagen / vnd die Stadt parys einge⸗ nommen. Jm Thon / wie man den Lin⸗ denschmidt singt. Dz ander von dem erschreck lichen Wunderzeichen / so man zu Costnitz am Bodem gesehen hat / im anfang dieses 90. Jars. Erstlich gedruckt zu Basel / durch Melchiorem Nerick. NV hoͤret zu jhr Arm vnd Reich / Ein newes Lied aus Franckreich / Was sich in kurtzen Tagen / Jn diesem Jar / sag ich fuͤrwar / Newlich hat zugetragen. Den Koͤnig von Nauarra schon / Heinrich den vierdten von Burbon / Den wolten sie vertreiben / Wiewol er schon der nechst zur Kron / Er solt nicht Koͤnig bleiben. Sie wollen ein Koͤnig nach jhrem beger / Haben der jhres Glaubens wer / Des ruͤsten sie sich gar balde / Jn kurtzer zeit / bey nah vnd weit / Wolten jhn dempffen mit gewalt. Viel Kriegsuolck hat der Bapst gesandt / Aus gantz Jtalien vnd Meylandt / Viel Spanier auch dermassen / Der von Lotring auch nicht gering / Sie wolten nicht nachlassen. Zogen all in Franckreich ein / Den Koͤnig wolten sie gar fein / Mit Listen thun beschleichen / Etlich tag / zogen jhm nach / Er thet jhn allzeit weichen. Er ward zu schwach mit seinem Heer / Hett nur zwoͤlff tausent vngefehr / Reuter vnd auch Fußknechte / Wol vor Ruan thet er jhn stahn / Thet Ritterlich mit jhn fechten. Sie machten ein Schlachtordnung fest / Sie warten da der frembden Gest / Die theten jhn schon empfangen. Das Feldtgeschuͤtz toͤdt manchen Truß / Man feiret jhn nicht lange. Die Schlacht wehret sechs gantzer stund / Vor dem Rauch man nicht sehen kund / Sie theten Ritterlich streiten / Siebzehn tausent Mann wurden da schon / Erschlagen auff beiden seiten. Sie schossen gewaltig zu einander ein / Das mancher den Kopff / Arm vnd Bein / Verlohr gantz vngehewre / Der Buͤchsen klang ward jhr gesang / Das lachen ward gar thewre. Die Moschketen giengen klip die klap / Vnd dir Sperreuter in gleichen trab / Der Herr von Castalionen / Der Ammeral sein Sohn zumal / Der setzt sich frey hinanne. Da er nu hat vermercket fein / Allda die grossen Heupter sein / Da thet ers frey hin wagen / Gewaltigen streit / an beider seit / Geschach dar / thu ich sagen. Doch der von Nauarra behielt das Feldt / Das hat gekost so manchen Heldt. Sein Widerpart mit gewalte Waren gemein / wol drey vor ein / Doch hat jhn Gott erhalten. Der thewre Heldt von Castalion / Jst in der Schlacht geblieben / Vnd viel vom Adel frome / Die ander Part / stunden gar hart / Da sind viel Herrn vmbkommen. Des Hertzogen von Lotringen Sohn / Ward auch erschossen auff dem Plan / Des Guisen Bruder freye / Des Adels viel / ward in dem Ziel / Viel Hauptleut mancherleye. Da die in Ruan hoͤren gleich / Das der Koͤnig behielt den Sieg / Ergaben sie sich auff gnaden / Ohn alle schew / den Schluͤssel frey / Brachten sie jhm ohn allen schaden. Wie diese Schlacht nun hat ein endt / Hat er sich vor Pariß gewendt / Mit achtzig tausent gar starcke / Kamen sie daher / ohn alles gefehr / Der Pariser theten sie warten. Sie schossen gewaltig mit speck vnd fewr / Den Parisern was das lachen thewer / Sie theten gewaltig streiten. Dreissig tausent Man wurden gar erschla Auff der Pariser seiten. (gen / Da sie theten spuͤren nun / Das sie wuͤrden verlieren thun / Theten sie Gnad von jhm begeren / Ohn alles gefehr kamen sie daher / Brachten jhm die newe mehre. Vnd wie sie sich ergaben frey / Sagten sie wolten bey jhm bleiben trew / Jhn vor jhren Koͤnig halten / Vnd baten jhn schon er solts auch nun / Den lieben Gott lassen walten. Sonst stets noch in grossem vnrath / Der liebe Gott woll vns sein Gnad / Vnd auch sein Segen geben / Allem Vngluͤck stewren zu ruͤck / Hernach das ewige leben / Amen. Das ander Liedt. JHr lieben Christen gebt euch zu ruh / vnd hoͤret mir eine kleine weile zu / hilff Gott das mirs thu gelingẽ / von einer jemmerlichen That / die sich kuͤrtzlich zuge⸗ tragen hat / O weh der schrecklichen dinge. Geschehen am newen Jarstag / dem ne⸗ wen Calender nach ich sag / wol in dem Schweitzerlande / sach man hoch in des Himmelsthron / ein schrecklichs Wunder⸗ zeichen stahn / dieses neuntzigsten Jahrs zu handen. Vmb zwoͤlff Vhr wol auff den tag / ein gros Finsternis man da sach / am Himmel vmbher schweben / gantz finster Wolcken vmbher stan / jhr Christen mercket eben. Zu Costnitz vber dem Gotteshaus schon / sach man einen Engel stan / bis in die an⸗ der Stunde / eine Ruth vnd Schwerdt auch darbey / es ist fuͤrwar kein Fantasey / Gott wil vns straffen allsamen. Zum andern sach man vom Himmel rab / eine Fewrkugel fallen / in des Hans Lan⸗ gen Haus gar schone: das thet es auch zuͤn⸗ den an / hoͤrt zu jr Frawen vnd auch Man / von diesem schrecklichen Wunder. Zum dritten sach man auch gewis / viel schrecklicher Straln als lange Spies / die theten wider einander streiten / welche gar fewrig gewesen sein / ach Gott in deinem Reiche. Der Wind vnd auch das Fewr gar schon hat in der Stadt gros schad gethan / drey vnd zwantzig Heuser darneben / vier⸗ zehen Personen wol in gemein / die alle ver⸗ brennet sein / jhr Christen mercket eben. Zum vierden sahe man behend / ans Him⸗ mels Wolcken ein Schlang geschwind / darnach ein Kriegsuolck merck eben / ach Gott der HErr in seinem Thron / verley vns seine Gnade. Sehet an den jamer vnd grosse not / man martert jetzt den lieben Gott / mit schweren mancherley / Leiden / Wunden vnd Sa⸗ crament / jederman Gottes glieder schend / Jung / alt / Mann vnd auch Frawen. Wie man denn leider teglich sicht / dar⸗ umb wird Gott verschonen nicht / mit viel mancherley Zeichen / denn der tag des Her⸗ ren nahet sich / wird sich begeben wünder⸗ lich / vnser Hertzen thun erweichen. Gott gebe fried vnd einigkeit / bey geist⸗ lich und weltlich Obrigkeit / auch bey den Vnterthanen. Vnd geben vns nach dieser zeit / die ewige frewd vnd seligkeit / durch Jesum Christum / Amen. Show less

Eroberung von Malsch durch die Türken, 6. Februar 1591
Warhafftige Newe zeytung / Von dem Tuͤrcken / Wie er die Stadt Malach eingenommen / Auch alle Christen darinnen ermordet vnd vmbgebracht / Letzlichen d stadt ange⸗ zuͤndet vnd verbrant. Geschehen den 6. des Hornungs Anno / 1591. Jm Thon / Wie man den Graffen von Serin singet. Erstlich... Show more Warhafftige Newe zeytung / Von dem Tuͤrcken / Wie er die Stadt Malach eingenommen / Auch alle Christen darinnen ermordet vnd vmbgebracht / Letzlichen d stadt ange⸗ zuͤndet vnd verbrant. Geschehen den 6. des Hornungs Anno / 1591. Jm Thon / Wie man den Graffen von Serin singet. Erstlich Gedruckt zu Straßburg / bey Nicolaus Walde. ACh GOtt ich moͤcht wol sin⸗ gen / so ficht mich trawren an / Die noth die thut mich zwin⸗ gen / das ichs mus zeigen an / O Gott dir thu ichs klagen / den jam⸗ mer vnd die noth / so sich vor wenig tagen / newlich zugetragen hat. Als man zalt Funffzehen hun⸗ dert / im ein vnd neuntzigsten Jahr / Jm Hornung besonder / den sech⸗ sten tag fuͤrwar / hat sich der Tuͤrck vnterwunden / angriffen die Chri⸗ stenheit / durch Persia besonder / merckt auff jr Christenleut. Den sechsten tag ists gesche⸗ hen / wie ich vo[...] hab gemelt / da hat man ziehen sehen / fuͤr Malach in das Feldt / mehr dann bey Hundert Tausendt / Tuͤrcken so neydig gar / darob den Christen grawset / Eber⸗ hard Beer jr Oberster war. Der thet Ritterlich streiten / wi⸗ der die Tuͤrckischen Hundt / jedoch zu keinen zeiten / er sich erwehren kundt / die Burgerschafft war zu schwache / bracht sie in grosses leid / viel Tuͤrcken man liegen sahe / die todt blieben im streidte Das thet den Tuͤrcken verdries⸗ sen / Er tobet hefftig sehr / Mit ge⸗ walt thet er nein schiessen / vnd trieb sie von der Wehr / O GOTT laß dichs erbarmen / den jamer vnd die noth / das die betruͤbten Armen / vn schuldig leiden den todt. Die stadt lies er verschliessen / die Thor verwaren wol / kein Chri⸗ sten sie naus liessen / gebot dz mans all fangen sol / die must manalda bringen / dem Tuͤrckischen Ober⸗ sten fuͤr / die thet er mit gewalt zwin gen / wie jr werd hoͤren von mir. Den Obersten thet man brin⸗ gen / der da war in der Stadt / dar⸗ zu thet man auch zwingen / ein Er⸗ barn Weisen Rath / Die musten allda richten / die Buͤrgerschafft in gemein / es mochts helffen mit nich ten / auch jeder sein Weib vnd Kin⸗ derlein. Der Tuͤrcke der thet fragen / den Obersten mit beschwer / das er jm solt ansagen / welches sein liebstes Kindt wer / Dem wurden all farge stellet / dem Tuͤrcken fuͤr sein gesicht Der Oberst ein Soͤnlein erweh⸗ let / sprach / kein liebers hab ich nicht. Der Duͤrkisch Hund merckt eben / zwang den Obersten fuͤr⸗ war / Das er jhm solt nehmen das Leben / sein Kind war alt Drey Jahr / Das solt er da zerhawen / mit einem Sebel krumb / die Mut⸗ ter solt zuschawen / da sprach das Kindlein frumb. Ach Vater laß mich leben / hab ich doch nichts gethan / Mein new Hosen wil ich dir geben / die ich all⸗ da hab an / Mein Toͤlchlein auff der Seyten / wil ich geben darzu / Der Vater sprach aus leyde / lieber Son ich dir nichts thu. Ehe wil ich fuͤr dich Sterben / sprach der Vater zur stund / Kein gnad mocht er erwerben / vor dem Tuͤrckischen Hundt / Sondern er⸗ solts zerhawen / Both er aus zorni gem Gewalt / Die Mutter must zu schawen / die sprach aus Hertzen bald. Das muͤst je Gott erbarmen / sol ich mein liebes Kindt / Vor mir be⸗ truͤbten Armen / ermorden sehen geschwindt / Von meinem lieben Herren / solt er ein Moͤrder sein / an seinem Fleisch vnd Blut schwere / Ach Gott erbarm dich mein. Der Tuͤrcke liesse zerhawen / dz Kindt zustuͤcken bald / Vater vnnd Mutter musten zuschawen / Dar⸗ nach bracht man nicht alt / Ein Knaͤblein von fuͤnff Jahren / das must auch halten her / Hat man er⸗ bermlich mit gefahren / ach Gott er barm dich der. Jn dem bracht man den dritten der gieng ins siebende Jar / Der thet so freundlich bitten / Vater vnd Mutter zwar / Das geduͤltig wol⸗ ten sterben / deßgleichen die Bruͤder sein / wer sonst kein gnad zur wer⸗ ben / bey den Tuͤrckischen Hunden allein. Den Vierdten thet man brin⸗ gen / der war froͤlich zu Muth / Der lobet Gott mit singen / der Fuͤnfft auch kommen thut / Der Sechst must auch herhalten / der troͤst sein Vater wol / Mit worten manich⸗ falten / wie er sich halten sol. Den siebenden thet man bringen / mit sampt auch seinem Weib / Die felt man vber Klingen / Sie gieng mit schwangerm Leib / Der Acht must auch herhalten / mit sampt drey Schwestern schon / Vater vnd Mutter die zwey Alten / ließ der Tuͤrck zerhawen thun. Solch Tyranney ward getrie⸗ ben / biß auff den fuͤfften tag / Da⸗ rin sind todt geblieben / 2. tausent Mann mit klag / deßgleichen auch Eilffhundert / Weib vnd der Kind⸗ lein klein / die zerhawet er all beson⸗ der / vnd warffs ins Wasser nein. Zwey hundert Maͤgdlein vnnd junge Knaben / die habens auser⸗ welt / Welche die Tuͤrcken haben / gefuͤhrt ins weihte Feldt / Jhn die koͤpff abgehawen / vnd an die spieß gesteckt / Sing ichs bey guten trew⸗ en / den Leib habens gelegt. Den Hunden zu einer Speise / Die Stadt gezuͤndt an / Verbrent mit gantzem fleisse / Wider zogens daruon / das mag wol Gott erbar⸗ men / dẽ jammer vnd die noth / das die betruͤbten Armen vnschuͤldig leiden den Todt. Hiemit wil ich beschliessen / die jemmerliche that / O Christ las dichs nicht verdriessen / Vnnd bitt Gott vmb Gnad / Das er vns woͤl behuͤten / vor dem tuͤrckischen hundt Der jemmerlich thut wuͤten / wider vns Christen zu aller stund. Show less

Massenhinrichtung von 133 Menschen in Osnabrück, 9. Februar 1591; Lied über die Eigenheiten der Berufsstände
Warhafftige Neuwe Zeitung / auß dem Landt Westphalen / von der Statt Ossenbruck / Allda hat man den 9. Tag Hornungs / in dem 1591. Jar auff einen Tag 133. Vnholden verbrendt / Auch was sie Bekandt vnd getriben ha⸗ ben / Gesangweiß gestellt. Jm Thon: O Welt Jch must dich lassen / rc. Ein... Show more Warhafftige Neuwe Zeitung / auß dem Landt Westphalen / von der Statt Ossenbruck / Allda hat man den 9. Tag Hornungs / in dem 1591. Jar auff einen Tag 133. Vnholden verbrendt / Auch was sie Bekandt vnd getriben ha⸗ ben / Gesangweiß gestellt. Jm Thon: O Welt Jch must dich lassen / rc. Ein ander wunderlich vnnd Kurtzweilig Newes Lied / von der jetzigen Welt lauff / rc. Jm Thon / Wie man den Naͤrrischen Caspar singt. Getruckt zuͦ Erfuͦrdt bey Johan Beck / Anno 1591. HOrt jhr Christen gemeine / Jr gros⸗ sen vñ jhr kleine / Was ich euch mel⸗ den thuͦ: Võ Wunderlichen dingen / Daruon will Jch Euch Singen / Nun schweigt vnd hoͤret zu. Ein Statt thuͦ ich euch nennen / Die selb werdt jhr wol keñen / Jnn dem West⸗ phalischen Landt: Ossenbruck mit Na⸗ men / Dariñ hat man zusamen / Hundert drey vnd dreyßg Vnholden verbrandt. Ein Berg im Saynerlannde / Der Brockhenberg genandte / Darauff sind kommen bhend: Alle die Vnholden bald Arm Reich Jung vnd Alt / Die in Saxen vnd Westphalen sind. Vber Achtzehntausent mit Namen / Sind kom̄en da zusamen / Haben ein an⸗ schlag gmacht: Wies die Frücht auff dem Felde / Wein Korn vnd Opß Jch melde / Alls woͤllen zu nichten mach. Der Teuffel jhn verheissen / Woͤll jhn vil hilff beweissen / Jn trewlich bey stand thon: Solln sich nur dapffer brauchen / Er will sich nicht verlaugnen / Will auch nicht von jhn lohn. Als Sie vom Berg seind zogen / Jst war vnd nicht erlogen / So sinds die sel⸗ big Nacht: Jnn viertzehn Keller gfah⸗ ren / Theten sich auch nicht Sparen / Vil Wein zu Schanden gmacht. Fünff Fuͦder nach gedunckhen / Ha⸗ bens die Nacht außtruncken / Als sie ha⸗ ben gnuͦg ghabt: Sinds von einander gschiden / Vnd zwuͦ im Keller bliben / Zu Ossenbruckh inn der Statt. Als der Knecht ist auffgstanden / Vñ in den Keller gangen / Zwey Weiber wa ren drinn: Theten noch beyde Schlaffen / Was hett der Knecht zu schaffen / Zu sei⸗ nem Herren gieng. Der Burgermeister sprach mit Sin⸗ nen / Laßt sie die Knecht her bringen / Le gen gefangen zwar: Sie Peinlichen thon fragen / Vnnd hoͤren was sie sagen / Das man sie wol verwar. Sie theten bald bekennen / Jhr zwuͦ vnd neuntzig neñen / Nur inn der Statt allein: Drey vnd sibntzig auff dem Lan⸗ de / Nur allein die sie kandten / Die ann⸗ dern nicht gmeldt sein. Sie giengen bald zu rhate / Vnd red⸗ ten võ der Thate / Wies den sachen moͤch ten thon: Das sies gefaͤncklich nemen / vñ alle vberkemen / Das keine kem daruon. Gar bald Sie Sich bedachten / Wol vmb die Mitternachten / Da die Statt bschlossen war: Da kundt keine enttrin⸗ nen / Man thet sie alle finden / Vnd legts Gefaͤncklich zwar. Bayde von Arm vnd Reichen / Kei⸗ ne kundte entweichen / Bekendten offen⸗ bar. Wie sie gar grossen schaden / Durch Zaubrey begangen hatten / Getriben et⸗ lich Jahr. Auch habens bekendt eben / Wie sie gebracht vmbs Leben / Vierdthalb hun⸗ dert Person: Vier vnd sechtzig Lam ge⸗ machte / Auch vil von Sinnen brachte / Am Vich groß Schadn gethon. Weiter bekeñt dermassen / Wies ha⸗ ben auß gehn lassen / Groß Wetter Was⸗ sergüß: Mit Hagel vnnd mit Steinen / Groß Schaden thon an Baͤumen / Wol durch jhr Teuffels Kunst. Die Vnholdn auff dem Lande / Hat man nicht bekommen allsande / Gar vil entloffen sein: Will euch sagen behende / Was bekommen für ein Ende / Vnd man jhn thet für Pein. Vier vnnd sechtzig Pfeylet mit Na⸗ men / Hat man gesetzt zusamen / Acht vñ zwentzig Fuͦder holtz: Thete man zuher führen Das Few: darunder schuͤren / Da mit verbrendt mans stoltz. Hundert drey vñ dreyßg zware / Thet man verbrennen gare / All auff eim hauf⸗ fen gschwind: Vier hat der Teuffel gnõ⸗ men / Ehs gar inns Fewr sind kommen / Jnn den Lufft gführt dahin. Das Lied hab Jch Gesungen / Wolt Gott wern all verbrunnen / Das keine wer im Lannd: Wolt jhn zu gfallen tra⸗ gen / Einen Tag Holtz ohn klagen / Das man keine mehr fund. Herr Gott thuͦ vnns bewahren / Vor der Teufflischen scharen / Durch Christũ deinen Son: Das vns nicht koͤnnen scha⸗ den / Herr teil vns mit dein Gnadẽ / schick vns dein Engel schon. Ein ander Lied. EJn Liedlein will ich singen / nun mercket wol darauff / Hoͤrt wunderliche dingẽ / wol von der Welt lauff / wie alle hendel sindt geschwecht / an allen oͤrten wie man sicht / es ist schier gar kein stand / wie man weiß er ist verwandt. Der wucher treibt man sehre / sicht man in alle Land / vnd nim̄t je lenger je mehre / leyder gar vber⸗ hand / der Geitzteuffel hat kein ruͦh / schüret all zeit jm̄er zuͦ / es geht jm̄er wie man weiß / vber der armen blut vnd schweiß. Der verkauffer in gemeine / Kraͤmer sind abgericht die meßlein haben sie kleine / kurtz Elen vnnd ringe gewicht / man muͦß es doppelt bezahlen thewer / vn⸗ billicher weiß gantz vngehewer / gestossen würtz das hat man feil / ist kaum gut das halbe theil. Die Gastgeber vnd Weinschencken / wissen sich zu richten fein / sie treiben seltzam schwencke / sie koͤn⸗ nen wol zweyerley Wein / auß einem Faß zaͤpfen ge⸗ rad / dasselbige bringet jn kein schad / wenn die Geste sind lustig vnd vol / es schmeckt jn gleich wol. Die Bierbrawer dergleichen / die sind ein theil gar stoltz / sie werden bald reiche / sie sparen Hopff vnd Maltz / der Bierwirt nimbts hin / Haben gar ein guten gewinn / giessen offt vil Wasser zu / des sind die Geste wenig fro. Die Goldschmit heist man Herrn / von wegen j⸗ rer Kunst / Buchtruckter auch mit Ehren / die Maler nicht vmb sunst / Glaser / Formschneider in gemein / Papirmacher groß vnnd klein / Schreyber muͤssen auch herzu / schreiben ein X vor ein V. Apotecker vnd Balbierer / die Bader sind gescheit / vnd die da distelieren / troͤsten die Krancken leut / die auff dein Marcke schreyen laut / gute Diriackel vnnd Wormkraut / geben eim jeden gutten rath / dieweil er Gelt im Seckel hat. Die Metzger die thun trachten / sie lauffen nahe vnd weyt / bey Tage vnd auch bey nachte / sie wissen jren bescheid / sie schlachten offt ein alt. Kuh / heissens Ochssen fleisch darzu / Haben sie denn ein alte Geiß / geth wol hin fuͤr Hammel fleisch. Die Müller vnnd die Becken / wissen zu halten Hauß / danck haben die grossen secken die helffen jn wider auß / wissens darnach zu bachen wol / aussen glat inwendig hol / doch die Frommen inn gemein / wissen sich zu halten fein. Kannengiesser vnd Schwertfeger / Messermacher vnd Schlosser fein / Schmide vñ Platenschleger / die Nadlerinn gemein / die Rotgiesser Kupfferschmidt zumal / was handelt mit Eisen vnnd Stahl / arbeyten vil in grosser Hitz / ein kuͤler trunck der wirt jn nütz. Die Schuͤster vnnd Gerber / die Sattler an der stett / Senckler Riemer vnnd Ferber / die Kürßner muͤssen mit / putzen das leder / troͤsten die gest / ma⸗ chen die Arbeit nicht zu fest / so wirdt dem Handel nachgestelt / das macht allein das liebe Gelt. Die Schneider die sehen es geren / man bringt jn tuch zu Hauß / kan desto besser zehren / es hilfft jm wider auß / machr er denn einem ein Kleid / der den Handel nicht versteht / felt denn ein stuͤck vnter den Tisch / kompt jm eben vnd gewiß. Zimmerleut vnd Faßbinder / vnd die Wagenma⸗ cher gut / Dischler Dreher geschwinde / auch Schni⸗ tzer wol gemuth / die Koͤrbelmacher auch vorauß / wenn sie kom̄en ins Wirtshauß / netzen sie sich zim⸗ lich wol / scheiden nicht bald sie sind dann vol. Ziegler vnd Steinhawer / die Toͤpffer an der statt / Secker vnd Mawrer / Tagloͤner die man hat / Was er den Som̄er hat verdient / verzeret den Win⸗ ter gar geschwind / gmeinigklich haben sie auch den brauch / trincken gern es schmeckt jn auch. Hutmacher vnd Tuchscherer / die bereiter in ge⸗ mein / es sind auch gute zerer / wo sie beysam̄en sein / Knappen Leinweber geschwind / ist meist ein ver⸗ soffen Gesindt / Seiler Bürstenbinder ohne wort / ghoͤren zusamen in eine rot. Die Fechter vnd Springer / Trometer inn ge⸗ mein / die Spilleut vnnd Singer / wo sie beysamen sein / halten sich nach jrem manier / bey dem Wein vnd bey dem Bier / wenn sie kom̄en recht im sauß / da selbst ist wenig ruͦh im Hauß. Die Schiffer vnnd Fischer eben / die faren auff der See / vnd was jn Gott thut geben / es thut jnen wol oder weh / in strom vnnd Wind sag ich fürwar / verdienen jr Gelt mit gefar / wenn sie zu Land kom⸗ men bey zeit / so ist vergessen all jr leid. Die Posten vnd bottenlauffer / reisen im lande weit / es wird jnen sawr zu hausse / die Gutscher vnd Fuͤrleut / wenn sie haben ein boͤsen tag / leyden offt groß vngemach / ein guter Abendt thut Jn wol / sauffen sich wider toll vnd voll. Die bawren sag ich zware / die halten sich vn⸗ gemeß / wenn sie in die Statt thun faren / verfelschen Butter vnd Keß / faul Eyer vnnd wesserige Milch / verkauffen tewer vnd vnbillich / woͤllen noch bleiben vngeschmecht / meinen sie habens gut fug vnd recht. Hiemit will ich beschliessen / mein Liedlein vnd Gedicht / keiner lasse sich nicht verdriessen / den from⸗ men main ich nicht / auß kurtzweil hab ich gemacht / damit ich bleib vnueracht / ein jeder geb auff das seine acht / damit Ade zu guter nacht. E N D E. Show less

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