Kaufmanns Tochter von Teufel besessen in Andorf; Von dem jetzigen Pracht
Warhafftige Newe zeytung / vnnd erschroͤ⸗ ckenliche Geschicht / die zu Andtorff geschehen von eines Kauffmans Toch⸗ ter / so grossen vbermut mit dicken Kroͤ⸗ sen getrieben / vnd den Sathan gerufft jhre zu helffen. Die Kroͤß nach aller hof⸗ fart zu stellen / das thet nun der Teuffel / ließ... Show more Warhafftige Newe zeytung / vnnd erschroͤ⸗ ckenliche Geschicht / die zu Andtorff geschehen von eines Kauffmans Toch⸗ ter / so grossen vbermut mit dicken Kroͤ⸗ sen getrieben / vnd den Sathan gerufft jhre zu helffen. Die Kroͤß nach aller hof⸗ fart zu stellen / das thet nun der Teuffel / ließ sich brauchen vnd halff ihr / doch mit jhrem verderblichem schaden / draͤhet er ihr den halß umb. Jm Thon / Hilff Gott das mir gelinge / rc. Das Ander. Von dem jetzigen Pracht / etlicher Jungfrawen vnd Maͤgden. Jm Thon / Kompt her zu mir spricht Gottes / rc. Gedruckt zu Coͤlln durch Jacob Weyß / 1583. ACH Gott dir thu ichs klagen / den ja⸗ mer vnd grosse not / was sich in kur⸗ tzen tagen / newlich zugetragen hat / zu Antorff wol in diesem Jar / menniglich hat es gesehen / das ist gewißlich war. Ein Kauffman ist da gesessen / geboren auß Portugal / mit Guͤtern wol gemessen / hat ein Ehelich Gemahl / bey jhr hat er ein Tochter zart / gar stoltz vnnd Vbermuͤtig / wol nach der Welte art. Sie thet sich hoͤfflich kleiden / gezieret huͤpsch vnd fein / in Sam̄et vnd in Seiden / wie jetzt wirdt gar gemein / auch wolt sie gar nachlassen nicht / mit prangen vber die Gas sen / wie leider gar viel geschicht. Mit doppelt Kroͤsen schone / an Kragen vnd an hend / außgenehet an alle woñe / biß vber die Ohren stehend / das hinder theil war vor angestelt / gezieret auff mancherley weise / daran spart sie kein Gelt. Jn Spiegel thet sie schawen / gar offt spat vnde fruͤ / das thet sie darnach grewen / hoͤret mir fleissig zu / sie wird geladen auff ein Hochzeit / gar stoltz thet sie sich schmu⸗ cken / darauß folgt jr groß leidt. Jnn Spiegel thet sie sehen / beschawt sich hin vnnd her / die Kroͤsen wolten nicht stehen / des wirdt sie zornig sehr / ein andern Kragen sie auch zuricht / der wolt sich auch nicht schicken / die Jungfraw gar trotzig spricht. Jst kein Teuffel in der Hellen / der mir nun helffen kan / die Kroͤsen zu rechte stellen / wie ichs wolt gerne han / auff das ich auch wie ander Leuth / nach meinen standt moͤcht prangen / vnd kommen auff die Hochzeit. Der Sathan thet nit feyren / er ließ sich sehen bald / er kam zu der Jungfraw theure / in einer grewlichen gestalt / vnd sprach zu der Jungfrawen schon / ich wil euch die Kroͤ sen stellen / vnd geben den rechten lohn. Er nams ohn allen schewen / mit gar schroͤcklichem duck / thet jr den Halß vmb⸗ draͤhen / das Angesicht biß auff dem ruck / zwo Dinstmaͤgte waren darbey / die erschra cken vber die massen / vnd machten ein groß geschrey. Vatter vnd Mutter mit sorgen / traw⸗ reten von hertzen sehr / sie woltens halten verborgen / sagten wie sie gestorben wer / vnd fuͤrten gar ein grosse klag / da man sie solt begraben / hoͤret zu wie es geschach. Zu Grab wolt man sie tragen / mit gros⸗ ser traurigkeit / die freundtschaffte mit kla⸗ ge / die Nachbaren mit leid / die schicketen sich damit sie / die Baar kondten sie nicht auffheben / oder bringen von der staͤtt. Man oͤffnet die Baar mit sinnen / der koͤrper war nicht da / ein Katz die saß darin⸗ nen / flog auß mit grosser gfahr / den spiegel den nam sie damit / ein gstanck war in dem Hause / das keiner kund bleiben nicht. Hierbey moͤcht jhr gedencken / jhr lieben Christen gut / Gott thut keinem nicht schen⸗ cken / er strafft den vbermut / dann Hoffart hat nie gut gethan / das sollen wir recht be⸗ trachten / alt Jungfrawen vnd Mann. Man sol die Kinder treiben / zu Gottes ehr vnnd zucht / kein Hoffart lassen lieben / wie leider noch viel geschicht / nemlichen jtzt in allem Landt / der mutwill thut sich vben / man acht kein Suͤnd noch Schandt. Darumb thut vns Gott senden / viel straffen zu der zeit / wie wir an allen enden / erfahren mit jamer vnd leidt / grossen zwie⸗ tracht Krieg vnde Mordt / Pestilentz vnnd schwere thewrung / hoͤrt man an allem ort. Wann wir nicht woͤllen nachlassen / foͤrcht ich von hertzen sehr so wird vns Gott dermassen / noch weiter straffen mehr / dar⸗ umb thut buß zu rechter zeit / so wirdt vns Gott auch geben / die ewige Seligkeit. Das ander Lied. NVn hoͤret zu ein newes gedicht / ich kan es vnterlassen nicht / vnnd Wil es jetzundt singen / wie sich die Meg⸗ de halten fein / Vnnd Wirdt setzundt so gar gemein / hilff Gott das mirs gelinge. Darumb heb ich an stoltzen an / nu mer⸗ cket auff jr Fraw vnnd Mañ / die es nur ha⸗ ben zu zalen / kleiden sich mit so stoltzen muht / das dunckt den jungen Megden gut / Wenn sie nur koͤnnen prangen. Die kleider muͤssen verbremet sein / mit schoͤnen farben huͤbsch vnnd fein / von oben an biß vnden / geel gruͤn vnd blaw / schwartz vnnd auch weiß / fein vnterlegt mit allem fleiß / ein jedes Kleid besonder. Die Leibstuͤck sind gar fein gemacht / ge⸗ schnitten nach der newen tracht / gar schoͤn vnd wol geziret / die schuͤrtzen sind gefalten steiff / das sie schoͤn glentzen an dem Leib / darunter schmal geschnuͤret. Auch schoͤne Guͤrtel muͤssens han / feine Messer mit Silber bschlan / Beuͤtel mit sil⸗ bern knoͤpffen / Korellen vmb die hende fein / darzu ein guͤlden fingerlein / das steht gar fein zuhauffen. Seidene schnuͤren / kraͤntz vnd zoͤpff / bin⸗ den damit wol jhren Kopff / das Angesicht thun sie schmiren / sie kauffen offt frembd gelbe haar / vnd flechtens in jhre zoͤpffe klar / den kopff thun sie hoch fuͤhren. Gar offt sie fuͤr den Spiegel gan / die Hend muͤssen in den Seiten stahn / feine kurtzweil thun sie machen / rucken den Kopff bald hin vnnd her / verstellen das maul ohn all gefehr / schaut an wie sie thun lachen. Gar schmale Schu Pantoffeln dran / weñ sie woͤlln zu der Hochzeyt gan / driñ sie gar Hoͤfflich tretten / ist denn jrgend ein Handwerckßman / seine Kinder woͤllens auch han / er kan sie sonst nicht retten. Dardurch koͤmpt mancher Mann in schuld / er muß sich leiden mit geduld / mit sei⸗ nen Kindern zumalen / auff der Gassen trei⸗ bens grossen pracht / im Hauß haben sie nit die macht / das sie ein Brot bezalen. Man sicht die Megde nah vnd weit / weñ sie sollen gehn zu Ehrnfreud / von hoffart moͤchten sie stincken / mit dicken kroͤsen rund vnd steiff / ja manche hat kein Hembd am Leib / lassen sich doch prechtig duͤncken. Des Sontags stehen sie in der Thuͤr / kompt denn ein armer Gsel herfuͤr / fuͤruͤber kan er nicht tretten / sie lachen jhn auß mit gosser schmach / vnd weissen jn mit fingern nach / das sind nicht Junckfraw sitten. Der ein der ist jn viel zu schlecht / der an⸗ der setzt sein Hut nicht recht / der dritt hat schlim̄e Beine / der vierdte ist jhn viel zu stoltz / der fuͤnffte ist ein grobes Holtz / der sechste ist zu kleine. Der siebendt geht gleich wie ein Bawr / der achte sicht jhn viel zu saur / er kan kein kurtzweil treiben / der neundt der versaufft all sein Geld / sie will ein habn der jr gefelt / weiter will ich euch schreiben. Dieselben die sich halten so keck / die fal⸗ len zum ersten in den Dreck / wenn sie zu dem Tantz jagen / sie bekom̄en offt ein gute beut / das sie haben ein lange zeyt / Woll neun Monden zu klagen. Denn ist der pracht mit jhnen auß / sie gehen wie ein ersoffene Mauß / besudelt vnd beschissen / vorhin hat sie manchen veracht / darzu getrieben grossen pracht / das ist nun alß vergessen. So bald sie ist genesen drat / So zeucht sie in ein ander statt / stelt sich wider gar from me / geht in jhrem geflochtnen Haar / gleich da sie noch ein Junckfraw war / biß das ein Geck thut kommen. Der diesen handel nicht versteht / vnd sie vmb jre ehe anredt / der gute Bruder schlech⸗ te / der kauff wird jm geschlagen zu / er kriegt das Kelblein mit der Khu / er lest sich nicht anfechten. Biß sie ein wenig halten Hauß / so erhebt sich denn mancher strauß / mit weinen vnnd auch klagen / vergleichen sich zu aller stundt / gleich wie die Katzen vnnd die Hundt / mit rauffen vnd mit schlagen. Also strafft Gott den vbermut / darumb jhr jungen Megdlein gut / last euch weisen vnnd lehren / haltet euch fein in Erbarkeit / das ist der Junckfrawen bestes kleid / Gott wird euch wol ernehren. A. W. Show less

Unglück in Ascheberg in Westphalen, 1583
Ein New kläg⸗ lich Lied / von dem grossen scha⸗ den der Vnholden / So sie in Westphalen zu Aschenbruͤgk / vnd andern orten began⸗ gen haben / in dem jetzt werenden 1583. Jar / wie auch jrer 180. jemmerlich verbrendt seind worden / rc. Jm Thon zu singen / Kompt her mir spricht Gottes son /... Show more Ein New kläg⸗ lich Lied / von dem grossen scha⸗ den der Vnholden / So sie in Westphalen zu Aschenbruͤgk / vnd andern orten began⸗ gen haben / in dem jetzt werenden 1583. Jar / wie auch jrer 180. jemmerlich verbrendt seind worden / rc. Jm Thon zu singen / Kompt her mir spricht Gottes son / rc. Bedruckt zu Wesel / bey Jacob Schotten. NVn hoͤrend zu jhr Christenleut / was vir warhafftig singen heut / von gros⸗ sem Vngewitter / so in Westphalen in dem Jar / der Vnholden ein grosse schar / an⸗ gericht haben bitter. Jm Mayen an dem sechsten tag / bey A⸗ schenbruͤgk / da hat der schlag / vnd donner an⸗ gefangen / mit blitzen stain werffen vnd fewr / gantz schroͤckenlich vnnd vngeheur / ist es des orts zu gangen. Die Fenster in dem Schloß gemelt / das liebe Getraidt auff dem feldt / hat es alles er⸗ schlagen / in einer halt zweyhundert Schaff / das wetter grimmiglich antraff / das sie alle todt lagen. Zu Hertzendorff zur selben stund / viertze⸗ hen heuser in den grundt / hat es elendt verder⸗ bet / vnd alles auß dem grundt geruckt / Mann Weib vnd Kind darinn ertrenckt / sonst viel heuser zerscherbet. Jn dieser Gegend auch mit grauß / hat es viel beum gerissen auß / auch sehr viel Vieh erschlagen / das die Bauern allda zu gegen / hinweg fuͤrten von des gstancks wegen / hauf⸗ fend mit Roß vnd Wagen. Von Waldkirch biß auff Muͤnster / hat es schroͤcklich geschauret gar / viel Leuth vnd Vieh erschlagen / das Mann vnd Weib auch Kinder klein / in Keller seind geflohen ein / vnd forchtsam darinn lagen. Wann man die stain zu hauß hat tragen / diese zerknitscht vnnd auffgeschlagen / so hat man darinn funden haar / kolen vnnd gar mancherley / boͤse vergiffte zauberey / schaͤdlich zu allen stunden. Jm Junio den dritten tag / ein anders wetter kam mit klag / das erschlug Wein vnd Koren / bey Kleinbach da die Vnhold ist / so das wetter hat zugeruͤst / lebendig verbrandt woren. Zu Aschenbruͤgk hat man behendt / auch zehen Vnholden verbrendt / auch so hat man erfahren / ein Knab vnd auch ein Toͤchterlein / die musten auch brennen mit pein / all bey dreyzehen jaren. Sie haben an der strengen frag / drey⸗ hundert Artickel mit klag / bekennt von dem verderben / so sie den menschen vnd dem vieh / zugeruͤstet haben boͤßlich / durch jr boßheit zu sterben. Bey Muͤnster auff einẽ berg hoch / hat man ein Hafen funden noch / darinn seltzame sa⸗ chen / zuuer gifften Wasser vnnd Waid / die menschen bringen inn hertzleidt / mit jhrem wetter machen. Bey vierhundert zu einem Tantz / die ha⸗ ben sich versamlet gantz / darauff ist baldt ge⸗ schehen / ein grewlich wetter vngehewr / das thet schaden mit stain vnd fewr / in ferren vnd in nehen. Zu Aschenbruͤgk auch in der Statt / ge⸗ fenglich man angenommen hat / siebenvnd⸗ viertzig Personen / darunder waren nun drey Mann / die hat man auch verbrent forthan / thet jren nicht verschonen. Man hat auch auff demselben Berg / ge⸗ funden schier ein wunderwerck / bey dritthalb Tausent Guͤlden / von Silbergschmeid koͤst⸗ licher weiß / des haben zu sam gebracht mit fleiß / die Teufflischen vnholden. Darzu drey wolberaite tisch / mit koͤstli⸗ chen speisen gantz frisch / doch allein außge⸗ nommen / kein Saltz oder das liebe Brodt / das jnen nicht vergoͤnnet Gott / mochten da nicht bekommen. Diß wurd auch gebracht in die Statt / des menniglich gesehen hat / das Silberge⸗ schmeidt benennet / hat man den Goldtschmi⸗ den dermassen / fuͤrgelegt vnd auch sehen lassen / die wapen wurden kennet. Wol von den Goldschmiden bedacht / so diß zum theil hetten gemacht / doch hat mann wider geben / wem yedes zu gehoͤret gar / her nach bald der vnholdenschar / thet es gehn an jr leben. Den Siebenunduierzigen Personen / thet man nach rechten brauch belonen / thett sie auß der Statt fuͤren / nach Keiserlichem Recht be⸗ nendt / Wurden sie Lebendig verbrendt / gar starck thet man zu Schuͤren. Bey Muͤnster vier Meilwegs bekandt / ein flecken Thornhaim genandt / da hat mann gefangen / zweyunduierzig vnholden schon / die groß Schaͤden haben gethon / im Fewr muͤssen sie brangen. Auch noch mehr bey Waldkirchen zu Reit / da hat man auch vor kurtzer zeit / Achtunddrei⸗ sig gefangen / die da waren bey samen gantz / hetten einen gutn mutt vnd tantz / im Fewr sind sie auff gegangen. Zu jnen hetten sonderlich / zwn Hebam̄en begeben sich / was sie fuͤr Schwere sachen / vnd vber greuliche grosse mordt / begangen haben an dem ordt / Will ich euch wissend machen. Die erste hatt Neunzehen Kindt / in der geburdt ermoͤrdt geschwind / auch so hat sie dar⸗ neben / auß argem mut vnnd woll bedacht / drey Kindelbetterin vmbracht / mit zauberey ver⸗ geben. Die ander hat zu Todes Pein / vmbge⸗ bracht sieben Kinder klein / Kindtbetterin mit vleise / deren hat sie fuͤnff hin gericht / durch jr vnhuldisch werck entwicht / gantz moͤrderischer⸗ weise. Die andere vnholden gleich / Das sendt gewesen Weiber Reich / haben gethon groß Schaden / an viech vnd Menschen grost vnnd klein / Sie wurden auch verbrendt mit Pein / bald on alles begnaden. Bey Thuͤrkhe nach auff Coͤlln zu / habens auch gemacht groß vnruhe / gefangen worden balde / Sechsvnddreyssig man mit not / mit dem Fewr hat gebracht zum Todt / der Oberig⸗ keit gewalte. Vnter disen gewesen Sind / zwu Heb⸗ amen sunst Woll erkendt / von denen wirdt ge⸗ schriben / vil Kinder habens bracht zum Todt / auff Dreyundzweinzig jar mit not / die zwaube⸗ rey getrieben. Gethon habens viel vnradt boͤß / geschmissen in die haͤfenkaͤß / wie sie haben bekeñet / Sampt ander speissen vil vergifft / dardurch maniches Mordt gestifft / Ehe sie wurden verbrennet. Einen Tantz habens zugericht / darnach ein Wetter boͤß entwicht / mit Schaden vnge⸗ heure / viel weinberg vnd maniches Hauß / habẽ sie verderbet durchauß / durch hagelstein vnnd Fewer. Hernach weitter ist zu wissen / jren Sechs haben auß gerissen / wurden hernach gefangen / wurden auch in dem Fewr verbrandt / als wie die vorigen bekandt / ist es jnen ergangen. Jr Christen Leut last euch die not / erbar⸗ men / vnd thut bitten Gott / das er woͤll selber enden / solliche zauberey gar schwer / die Landt vnnd Leut verderben sehr / Gott der kan dises wenden. Der halben woll zu bitten ist / Das er vns vor des Teuffels list / gnedig woͤll bewaren / haben wir Gottes hilff voran / so mag von dem Teuffel forthan / vns kein boͤß widerfahren. ENDE. Show less

Brand in Augsburg, 29. Oktober 1583
Ein Newes Lied / von der Erschroͤ⸗ cklichen Fewersnot / so den 29. tag Octobris / Anno 1583. Jars / zuͦ Nachts / inn der Statt Augspurg entstanden / durch wel⸗ liche Sechs Personen jaͤmer⸗ lich vnd erbaͤrmlich vm̄⸗ kom̄en seind. Jnn der Melodia: Kompt her zuͦ mir / Spricht Got⸗ tes Son /... Show more Ein Newes Lied / von der Erschroͤ⸗ cklichen Fewersnot / so den 29. tag Octobris / Anno 1583. Jars / zuͦ Nachts / inn der Statt Augspurg entstanden / durch wel⸗ liche Sechs Personen jaͤmer⸗ lich vnd erbaͤrmlich vm̄⸗ kom̄en seind. Jnn der Melodia: Kompt her zuͦ mir / Spricht Got⸗ tes Son / rc. 1 JCh sing / doch traurẽ mich anficht / Vnd waiß es zuuerbringen nicht / Herr Gott dir thuͦ ichs klagen. Sich an den jammer vnd grosse not / Laß dichs erbarmen lieber Gott / So sich hat zuͦgetragen. 2 Jn Augspurg der beruͤmbten Statt / Hort man klaͤglich schreyen gar spatt / Wie ein Fewr wer entstanden. Auff dem Gaͤnßbühel also gnannt / Menigklichen gar wol bekannt / Nit vil huͤlff war verhanden. 3 Vmb ailff vhr in der Nacht ohn gfar / Ein Hauß in der hoͤch brinnend war / Darrinn hort man mit notte. Ain altes Weib / zwey Kindlein klein / So inn dem Fewr gewesen sein / Hertzlich schreyen zu Gotte. 4. Jhr Muͤter war bey jhnen nicht / Es war ein traurige geschicht / Jhr Leben thetens enden. Doch das geschray mit grossem schmertz / Hoͤret das Muͤterliche hertz / Muͤßt sich doch von jhn wenden. 5 Jnn dem das Fewr grausamer sach / Jst kommen in ein ander Gmach / Jn welchem auch gewesen. Zwey kleine Kind vnd ein Dienstmagt / Jn schrecken grosser forcht verzagt / Mochten Sie nit genesen. 6 Die Maat das ein Kind nem̄en thet / Deß andern sie vergessen het / Sprang daruon vnbesunnen. Also das kleine Kindlein schoͤn / Verderben muͤßt vnd zuͦ grund gehn / War inn dem Fewr verbrunnen. 7 Ein armer Handwercksman ich sag / Mit seinen Kindern schlaffen lag / Das Fewr thet jhm zuͤnehen. Vnd als er von dem schlaff erwacht / Das Fewr drang zuͦ jhm ein mit macht / Hoͤret was thet geschehen. 8 Bloß vnd nackend er daruon kam / Ain Kind vnder den Arm nam / War dem fenster zuͦ dringen. Vnd als man jm zuͦ hilff nichts gab / Drey gaden hoch muͤßt er herab / Mit dem kleinen Kind springen. 9 Das Weib vnter dem Fenster stund / Kein mittel sie erfinden kund / Das sie moͤcht ledig werden. Ein kleines Kind sie bey jhr het / Dem Mann sie es zuͤwerffen thet. Doch fiel es auff die Erden. 10 Schmertzlich sein leben es auff gab / Das Weib zum Fenster sprang herab / Grossen schaden empffenge. Jch waiß nit was sie fiel entzwey / Gantz jaͤm̄erlich war ein geschrey / Dem Mann es auch also gienge. 11 Den andern tag hort man mit grauß / Wie das Weib ob dem Bilgerhauß / Jhres sprungs wer gestorben. Den sie gethan zum Fenster rab / Willig sie jhren geist auffgab / Die seligkeit erworben. 12 Also muͤsten in diser nott / Sechs Personen leyden den todt / Die das Fewr thet verderben. Welche nach der betruͤbten zeit / Christus ewiger seligkeit. Gemachet hat zu Erben. 13 Den Neun vnd zweintzigisten tag / Des Monats Octobris ich sag / Hat sich das zugetragen. Als man Fünffzehen hundert Jar / Auch drey vnd achtzig zelen war / Die not thuͤt man hoch klagen. 14 Herr Gott durch deiner gnaden guͤt / Die Seel / den Leib / das Guͤt behuͤt / Deinen Gaist thuͦ vns geben. Auff das wir moͤchten immerdar / Mit aller ausserwoͤlten Schar / Ewigklich bey dir leben. Getruckt zu Laugingen. Show less

Unwetter im Schwäbischen; Religionsstreit in Augsburg; 1584
Zwo warhafftige Newe Zei⸗ tung in Gsangweiß gestelt Die erst von den gewaltigen straffen Gottes / so vber die Statt Bibrach im Schwa⸗ benlandt geschehen / durch erschroͤckliche vn⸗ gewitter / darbey gemelt / wa es eingeschlagen hat / vnd grossen schaden gethon / an Leuth Kirchen vnd Gebew /... Show more Zwo warhafftige Newe Zei⸗ tung in Gsangweiß gestelt Die erst von den gewaltigen straffen Gottes / so vber die Statt Bibrach im Schwa⸗ benlandt geschehen / durch erschroͤckliche vn⸗ gewitter / darbey gemelt / wa es eingeschlagen hat / vnd grossen schaden gethon / an Leuth Kirchen vnd Gebew / in disem 1584. Jar. Jm Thon / Kompt her zuͦ mir spricht Gottes Sohn / etc. Das ander Lied / Jst von der Vnruͦh / so zuͦ Augspurg gesche⸗ hen / von wegen der Reli⸗ gions sachen. Jm Thon / Wie man den Lindenschmid singt. Jm Jahr 1584. O GOTt was soll ich heben an / vor leid ich kaum außredẽ kan / groß jam̄er ist geschehen / zuͦ Bi brach wol in der Statt / mans leider da wol erfahren hat / von meniglichen gesehen. 2. Auff den nechsten Pfingstag frey / die man hat gehalten new / nach dem Roͤmischen Kalender eben / kam ein wetter so gar geschwindt / donder plitz vñ grosse windt / so thet sich da erheben. 3. Ein Straal der ist geschlagen ein / darauß erstund gar grosse peyn / in der Pfarrkirch mit namen / den predigstuͦl vnd Orgel new / die vhr sag ich bey guͦ⸗ ter trew / seind als verwuͤst zuͦsamen. 4. Der Thurn ist angezünd / auff den grundt auch gar verbrẽdt / die Glocken dazuͦmalen / die seind verschmoltzẽ von dem Fewr / mit grossem prausen vnge⸗ hewr / seind sie all zu boden gefallen. 5. Die Cantzley ist gar verbrend / mit allen guͤtern an dem end / dẽ fewr kundt man nicht fuͤrkom̄en / wol dreissig mañ oder mehr / haben an jrem Leib gefahr / grossen schaden auch genommen. 6. Vier die seind erschlagen gar / von dem erschroͤcklichen waͤtter zwar / wei⸗ ter muß ich sagen / von einer jungen Hochzeiterin / es war jhr leyder nicht im sinn / Ach Gott der grossen klagen. 7. Ein Straal traff sie eben frey / mit grossem weh vñ geschrey / jr Breu⸗ tigam saß darneben / sie ruͦffet mit schmertz vnd auch pein / Ach Gott woͤl vns gnedig sein / jhren Geist thet sie auffgeben. 8. Vil Burgers heuser in der Statt / haben gelitten grossen schad / Mauren und Gebew zerrissen / welches dann ge⸗ nuͦg ist offenbar / vnnd ist leider mit zuͦ war / wie mancher wol thuͦt wissen. 9. Darumb wacht auff jhr Chri⸗ stenleut / die Axt ist an den Baum ge⸗ leit / die Ruͦt ist schon gebunden / wann wir vns nicht keren daran / so wirdt vns Gott on vnderlohn / straffen vmb vnser Sünden. 10. Dann dise straff deutet nicht ge⸗ mein / eben dieselbige Statt allein / sie trifft vns alle zuͦ gleichen / dieweil nach jetzt in allem Landt / die boßheit gar nimbt vberhandt / bey Armen vnnd auch Reichen. 11. Darumb last vns Gott bitten geschwindt / das er verzeih all vnser Sundt / nicht straffen in seinem zoren / nit richt nach vnser missethat / barm⸗ bertzig sein durch sein genad / sonst ists mit vns verlohren. 12. Deß woͤllen wir den treuwen Gott / anruͦffen all in vnser not / durch sein Goͤttlichen Namen / das er die straffen von vns wendt / vnnd verleih vns ein seliges end / Durch JHesum Christum / Amen. Das ander Lid. HOert doch zuͦ jhr Christen trew / Jes ist fuͤrwar kein fantasey / das ich hie euch thuͦ singen / was new⸗ lich geschehen ist / Hoͤrt wunderliche dingen. 2. Zuͦ Augspurg in der werden Stat / da man leider erfahren hat / mancher⸗ ley haͤndel vnd sachen / durch den Roͤ⸗ mischen Kalender new / thuͦt alle auff⸗ ruhr machen. 3. Das ist gestanden ein guͦte zeit / dar⸗ durch erhaben Haß vnnd Neydt / die Esel wider mit Namen / haben das spiel gerichtet an/ hetzen Landt vnnd Leuth zuͦsamen. 4. Den 25. Maij ich sag / war auff Sanct Vrbanus tag / thet sich groß noth erheben / ein Aufflauff begab sich geschwindt / deß hoͤrt wie sichs thet be⸗ geben. 5. Ein Doctor vñ Predicant / auff teutsch Goͤrg Muͤller genandt / zwen Maͤnner seind zuͦ jm gangen / vnd ruͦf⸗ fen jhm wol fuͤr die Thür / vnd namen jhn gefangen. 6. Ein Gutschen wagen hielt da be hend / darein wurffen sie jn geschwind / vier Roß waren eingespannen / thaͤten eilen nach dem Thor/ vnd wolten mit jhm von dannen. 7. Jn dem ein Junger das gedeut / zuͦ seinem Herrn rufft vñ schreit / etlich burgerleut geschwindẽ / warẽ gar bald in der wehre / vnd liessen sich da finden. 8. Ein Metzger der fuͤhrmañ was / wolt geschwindt fahren fuͤrbaß / 50. Taler solt er gewinnen / wann er den Prediger braͤcht auß der Statt / er ist das worden innen. 9. Vnd kriegt ein tranckgelt dermaß / vnd wirdt geschossen von dem Rossz / zwen sassen auff dem Wagen / auff je⸗ der seyd von den Predicanten / thaͤten vor leid verzagen. 10. Man zerhaut die strengen an dem orth / da kundten sie nicht rennen fort / sie muͦsten halten stille / jhr fuͤrnemmen muͦsten sie bleiben lahn / wider jhres hertzen willen. 11. Den Predicanten hat man bald / in ein Hauß gerissen mit gewalt / das hat die wacht verdrossen / ein Barcher Weber / ein tapffer mann / der wirdt darob erschossen. 12. Der Prediger biß in das vierdte Hauß / versteckt wirdt geholffen auß / nach Vim gefahren gar strengen / von seiner Frawen will ich melden / wie es jhr ist ergangen. 13. Mit einem Kindt ist sie gangen schwer / ist von hertzen erschrocken sehr / ist jhr ger vbel gerathen / ist bliben mit sampt jhrem lieben Kindt / das sindt gar freye thaten. 14. Die man jetzt thuͦt richten an / Gott weist wie es weiter wird ergahn / wol an demselbigen ende / den lieben vnd getreuwen Gott / woͤlle alles zum besten wenden. 15. Vnd erhalt die arme Christen⸗ heit / von nun an biß in Ewigkeit / durch sein Goͤttlichen Namen / vnd stewr aller Tyrannen gewalt / durch Jhesum Christum AMEN. Erstlich Getruckt zu Sant Gallen. Show less

Ermordung Wilhelms I. in Delft, 10. Juli 1584; Livländischer Totengesang
Antorffische Zeitung. Von der Practi⸗ cirten entleibung / des Prin⸗ tzen von Oranien / durch einen Bur⸗ gunder geschehen zu Delfft inn Holand / 10. Julij / 1584. Zu singen wie die Schlacht in Franck⸗ reich. Das Ander / Vom Luͤfflaͤndischen Todtengsang. 1. ACH Gott wem ist zu trawen ... Show more Antorffische Zeitung. Von der Practi⸗ cirten entleibung / des Prin⸗ tzen von Oranien / durch einen Bur⸗ gunder geschehen zu Delfft inn Holand / 10. Julij / 1584. Zu singen wie die Schlacht in Franck⸗ reich. Das Ander / Vom Luͤfflaͤndischen Todtengsang. 1. ACH Gott wem ist zu trawen mehr: Schier nim̄er sicher ist kein Herr / Exempel thuͦn es geben: Der grossen herren stand ist schwer Stellt jhn nach Leib vnd Leben. 2. Von noͤten ist jn guͤte acht / Der Feind jhn nach dem Leben tracht / Mit Listen jn nachstellet: Das lei⸗ dig gelt jtzt leider macht / Das man⸗ cher wirdt gefellet. 3. Was Macht vnd Gwalt nicht fellen kan / Das fellt offt ein verrhaͤ⸗ trisch Mann / Wie wir auch jtzund sehen: Die Gschicht im Niderland zeigts an / die newlich ist geschehen. 4. Den Zehnden Julij nim̄ wahr / Jn dem Viervndachtzigsten Jahr / Jst kommen vmb sein Leben: Der Printz von Orangen mit gfahr / Er⸗ schossen warde eben. 5. Zu Delfft inn Holand sichs an⸗ fieng / Als er von der Mallzeit hin⸗ gieng / Wolt inn sein Zimmer tret⸗ ten: Ein Burgunder jhn gleich geh⸗ ling / Mit schiessen bracht in noͤtten. 6. Der Schuß jhm gleich sein Le⸗ ben nam / Jn Todes noͤten gar bald kam / Er kundt nicht lang mehr Le⸗ ben / Der Thaͤter sich versteckt mit scham / Nach der flucht thet er stre⸗ ben. 7. Aber er kundt entfliehen nicht / Die Wacht die faßt jn in das gsicht / Sie namen jn gefangen / Peinliche frag man an jn richt / Zur Warheit sie jn trangen. 8. Bartholomaͤus Gerard heist / Der solche vntrew aldo leist / Sein Namen must er nennen / Peinliche frag solches außweist / Er muste alls bekennen. 9. Er bekannt das ein Jesuit / Jm Welschlannd hett ein solchen Sit / Mit jm gemachet eben / Das er jm wolte theilen mit / Jns Koͤnigs na⸗ men geben. 10. Wann Er kundt bringen vmb das Leben / Den Printzen von O⸗ rangen eben / So wurd man jhm gewißlich / Fuͤnff vnd zweintzigtau⸗ sent Cron geben / Zur Gaabe wol ersprißlich. 11. Wann er dann drob das Leben ließ / Sein Freunden Er das Gelt / verhieß / Nach seim Todt solts jhn werden / Mit verheissung jn macht gewiß / Vnd gab sich inn geferden. 12. Jch weiß nicht was sein Erben wirdt / Den Thaͤter hat man auf⸗ gefuͤhrt / Vnd jm gethon sein rechte. Er hats an seinem leib wol gspürt / Das sein That nicht sey schlechte. 13. Mit eim Wolffeysen hat man jm / Sein rechte Hand inn einem grimm / Erstlichen abgehawen. Schmertzlich er hoͤren liesz sein stim Klaͤglich war es zu schawen. 14. Do man Jhm drauff gab ettlich Zwickh / Mit Zangen für sein boͤse tuͤckh / Auch bald sein leib auffschnit⸗ te. Sein Hertz auszristz in dem vn⸗ gluͤckh / Grosz schmertzen er erlitte. 15. Sein Vntrew Hertz nam man ohn spot Schluͦgs jm vmbs Maul in solcher Not / Wie man pflegt inn den sachen. Endtlich man jhn vier⸗ theilet hat / Den garausz Jhm thet machen. 16. Vnd wann man jm die ganntze Welt / Verheissen hett vñ alles Gelt Was hilfft es jtzt den Armen. Ob man auch schon Verheissung helt / Vnd nicht hat Gotts erbarmen. 17. Gottes Erbarmen werder ist / Dann alles Gelt durch arge List / Gelt vnd Guͤt ohn Gotts Gnaden. Wenig Guͤts schafft das weiszt ein Christ / Viln ists ein grosser Scha⸗ den. 1. Jhr lieben Christen hoͤret an / Groß Wunder will Jch Singen: Was Gott der Herr hat gschehen lan / Jn vnerhoͤrten dingen. Mein Hertz vnd Gmuͤt mir darob sicht / Wann ich gedencke an die Gschicht / O Gott laß wol gelingen. 2. Jn Liefland ist ein Schloß genandt / Roßzi⸗ den ist sein Name: Alldo die Moscowiter handt / Ein Kirch zerstoͤrt vnzame. Ein lannge Zeit am selben Ort / Hat man gehoͤrt kein Gottes Wort / Biß Gott mit Wunder kame. 3. Ein Wunder groß ist es fürwar / Man hort darinnen singen: Mit Menschlicher Stimm hell vnd klar / Auch Jnstrumenta klingen. Vnd kundt doch niemandt wissen nicht / Durch wen solch sin⸗ gen wurd verricht / zu Rathen sie anfingen. 4. Man Rieth / das man solt schicken hin / Et⸗ liche Kirch personen: Dieselben solten werden in / Solch Gsang vnd lieblichs Tonen. Die Pastores man do erbat / Das sie der Sachen theten Rhat / Man wolts jhn wol verlonen. 5. Jnn Gottes Namen trattens ein / Forchten kein misselingen: Zu sehen was für Leut es sein / Die also lieblich Singen. Heilig / Heilig / ist vnser Gott / Heilig der Herre Zebaoth / Jhr Stimm so thete klingen. 6. Ein Veste Burg ist vnser Gott / Mit Frew⸗ den sie auch Sungen: Er hilfft vns bald auß aller Not / Es ist vnns wol gelungen. Wer Gott nicht mit vns dise Zeit / Gleichsfahls sungen mit Her⸗ tzen frewdt / Mit starcker stimm außtrungen. Vil Graͤber fundens offen stohn / Vnnd der Singenden Schare: Der waren inn dreyßig Per⸗ son / Vnd war jhn wunderbare. Sie waren jhn all wol bekandt / Wurden bald drauff gefragt zu handt / Was sie so sungen dare. Antwort deß Orts sie gaben Jhn / Vnd the⸗ ten zu jhn jehen: Es frewdt sich vnser Hertz vnd Sinn / Dieweil sich thut her nehen. Der Tag deß Herrn inn kurtzer zeit / Vnnser Erloͤsung ist nicht weit / Sie wirdt gar bald angehen. Auff solche Red verschwundens all / Man kundt gar kein mehr sehen: Gleichwol man noch hort jhren schall / Vnd kundts gar wol verstehen. Vvnder der Erdt mit hellem klang / Wie vor sie hielten jhr Gesang / Das ist vor nie geschehen. Die Kirch ist zwar vbel zerstoͤrt / Als jr vor habt gehoͤret: Jtzt sichts gar sauber auff der Erd / Als wer sie rein gekehret. Was solches Wunder vnns bedeut / Das wirdt vnns offenbarn die zeit / Wanns nur nicht lange wehret. Wir woͤllen Bitten Christ den Herrn / Das er ja bald woͤll kommen: Zum Juͤngsten Gricht in grossen Ehrn / Erloͤsen seine Frommen. Dann es steht vbel inn der Welt / Gottsforcht vnd Froͤmb⸗ keit gar hinfelt / Boßheit hat zugenommen. Herr Jesu Christ du machst es lang / Jnn die sen boͤsen Tagen: Den Leuten wuͤrdt auff Erden bang / laß sie doch nicht verzagen. Schick jhn den Troͤstr den Heilgen Geist / Der sie gleidt inn das Himmelreich / Durch Jesum Christum Amen. Getruckt zu Basel von Samuel Apiario. Show less

Streitigkeiten im Erzstift Köln
Warhaffte newe Zeitung. Von Etlichen Scharmützen / Stuͤrmen vnnd Streit / so sich nemlich inn dem Ertztstifft Coͤlln verlauffen vnd zugetragen hat / darbey ver⸗ melt / von der auffgebung der Statt Bonn. Jm Thon: Wie man den Lindenschmidt singet. M.D. LXXXIIII. WAS woͤllen wir aber... Show more Warhaffte newe Zeitung. Von Etlichen Scharmützen / Stuͤrmen vnnd Streit / so sich nemlich inn dem Ertztstifft Coͤlln verlauffen vnd zugetragen hat / darbey ver⸗ melt / von der auffgebung der Statt Bonn. Jm Thon: Wie man den Lindenschmidt singet. M.D. LXXXIIII. WAS woͤllen wir aber singen heüt / von groß Zweytracht / Auffruͦhr vñ Streit / wol in dẽ Coͤllnischen Lande / Ein zeit gemeldt / lagen zu Veldt / vnd haben sich vnder⸗ standen. Gebrennt / Geraubt an aller seit / dardurch gemacht vil arme Leut / vorm Keiser wirts versprochen / zu eim vertrag / doch bald darnach / wirts wi⸗ der gebrochen. So bald Hertzog Casimir abzog geleich / wie jhm beuohlen von dem Reich / hat sich sein wider Part vnder⸗ standen / wurden dermaß / gar threw⸗ loß / das ist jn alln ein schande. Der new Bischoff sich vnderstandt / gedacht er wer gar Herr im Landt / fuͤr ein Kloster thetens ziehen / bey Moͤrß bekannt / ist Halst genañt / das keiner kondt entfliehen. Der Graff von Solms lag darinn / mit etlichen Kriegsleut inn gemein / sie theten sich Ritterlichen halten / die Feind naͤher schantztẽ darfuͤr / woltens einnemmen mit gewalte. Eytel Heinrich von Braunschweig / mit Eilffhundert Reuter geleich / hun⸗ dert schützen kluͦge / Schifften gemein / wol vber Rein / den Feindt theten sie suchen. Vmbzogens Kloster an einer seit / ein Spañisch Fahn mit listigkeit / lies⸗ sens fliegen in der summen / dem Feinde gah / denselbigen tag / solte mehr hilff zukommen. Die in dem Kloster an dem Endt / hatten die Losung gar behendt / vier⸗ tzig zu Rossz thetten außschleichen / Reñten gar bald / mit grossem gwalt / im schein als woltens weichen. Bey dem Spannisch Laͤger schon / die Spanier saumpten sich nicht lang / rennten auß der Schantz zu mahlen / Eylten Heinrich / sein Hauff geleicht / thetten in das Laͤger fallen. Der Graff võ Moͤrß der Ritterlich Mann / Streit an einer Seiten an / mit seinẽ Rüttern geflissen / der Feinde gest / Jagt auß dem nest / mit rennen / stechen vnd schiessen. Gewuñen die Schantz vnd das ge⸗ schütz / war dem Feind ein grosser trutz / einlff hundert wurden erschlagen / Kriegtẽ zur beüt / wol zu der zeit / drey hundert Reißwaͤgen. Vnd schifften gar bald vber Rein / zogen in Westphalen hinein / der Feind rüst sich gar balde / mit frembden gest / belegert vest / das Schlossz / Gottis⸗ berg mit gewalte. Vnd lagen darfuͤr ein guͦte zeit / die in dem Schlossz / wie dapffer leut / the⸗ ten sich Ritterlich halten / das kostet zwar / jhr laͤben gar / den Jungen vnd den Alten. Der Feindt vndergruͤbs an einer seit / habens mit Pulffer zersprenget weit / vnd theten mit gwalt hinrucken / Die helden guͦt / in jrem Bluͦt / die muͦß⸗ ten all ersticken. Doch die nit zersprenget sein / die stel ten sich zuͦ hauff bey ein / thetens vnder Feind nein setzen / Wehrten sich schon / zum letsten Mann / theten vil vm̄brin⸗ ten vnd verletzen. Da nun das warde vollbracht / sind sie gezogen mit grossem pracht / fuͤr die Statt Bonn thetens rucken / belegert sie vest / mit frembden gest / Spannier Welschen / vnd Heydocken. Carle Truckseß inn der Statt / Er⸗ mannet die Knecht mit raht / sie solten bey jhm halten eben / mit trewen sein / wolt er mit jn / wagen Leib / Guͦt vnd Leben. Dasselbig hand sie nicht gethan / the⸗ ten wie ein Haß bey der Trum̄en stan / ein zeitlang habens gehaltẽ / darnach dermaß / wurdens trewloß / wie jhr werd hoͤren balde. Der Feind schreib mit listigem raht / an die Knecht wol in der Statt / das sie sich solten auffgeben / Ein Monat soldt / Jn werden solt / frey behalten Guͤtt vnd Leben. Doch solltens mit dem bescheidt / v⸗ bergeben jhr Oberkeit / wie vorgemelt heroben / Welches sie gethon / ohn vn⸗ derlon / des sind sie nicht zuͦ loben. Haben jren Herren mit spott vnnd schandt / Gelieffert inn der Feinden handt / sind worden zuͦ Mamalucken / hetten kein not / an Wein vnnd Brot / seind das nicht redlich stucken. So bald er kam inn der Feinden handt / habens jhn gefuͤhrt auß dem Landt / Man zalt jhn den Kauff gar eben / Eim jeden Knecht / sechs Kronẽ schlecht / hat man jn zuͦ lohn gegeben. So stehts noch in Gottes gewalt / Gott steuwr all Tyrañen bald / durch seinen Goͤttlichen Nammen / helff vns allzeit / auß not vnd leyd / durch Jesum Christum AMEN. Getruckt zu Coͤlln / rc. Show less

Kölner Krieg und die Stadt Bonn
Newe Zeyttung auß Coͤlln. Ein frisch new⸗ es Landtknechts Lied / vom Coͤllnnischen Krieg / vnnd wie die Statt Boñ auff ge⸗ ben ist worden / rc. ¶ Jnn deß Lindenschmidts Thon zusingen. Jm jar 1584. 1. WAs solln wir aber heben an Das best das wir gelehrnet han Ein newes Lied zusingen Was... Show more Newe Zeyttung auß Coͤlln. Ein frisch new⸗ es Landtknechts Lied / vom Coͤllnnischen Krieg / vnnd wie die Statt Boñ auff ge⸗ ben ist worden / rc. ¶ Jnn deß Lindenschmidts Thon zusingen. Jm jar 1584. 1. WAs solln wir aber heben an Das best das wir gelehrnet han Ein newes Lied zusingen Was im Gstifft Coͤlln geschehen ist hilff Gott das vns gelinge / ja gelinge. 2. ¶ Alß man zalt Taussent fuͤnff hun⸗ Vnd drey vnd achtzig das ist war ( dert jar Bischoff Gebhart wol geboren Nam zu der Ehe ein Fraͤwlin zart Von Manßfeldt auß erkoren / ja erkoren. 3. ¶ Bischoff Gebhart nam seineben war Er samlet gar ein grosse schar Von Rittern vnd von Knechten ( guͤt Das frewet sich mancher Landtsknecht Sie wolten mit den Pfaffen fechten / Ja (fechten. 4. ¶ Das Capitul sprach / das ist nit rath Das der Bischoff ein Eheweyb hat Dem Spanischen Koͤnig war geschriben Er solt jn hilff vnd beystandt thun Den Trucksaͤssen zuuertreyben / ja treybẽ. 5. ¶ Es begab sich gar in kurtzen Tagen Das man vil Reiter im Felde sahen Vil Faͤnlein sahe man schweben Zu Bonn wol vor der werde Statt / Kost manches Junges leben / ja leben. 6. ¶ Hertzog Casimirus kam auch dar Darzu der Graf von Neunar Vil Volcks theten sy bringen Das mancher Muͤnich vnd manche Noñ Muͦst auß dem Closter springẽ / ja springẽ. 7. ¶ Vil jamehr huͤb sich an zuhandt Vil Doͤrffer wurden abgebrandt Vil Cloͤster wurden zerbrochen Deß dancken wir dem lieben Gott Solß bleiben vngerochen / ja gerochen. 8. ¶ Nach solchem allem / wie jetzt ge⸗ Zoch Casimirus auß dem Feldt ( meldt Der Feindt der thet sich nahen Vor Poppelßdorff dem werden Hauß Jst grosser schad geschehen ja geschehen. 9. ¶ Zwey hundert schuͤß haben sie ge⸗ Vnd 36. Jch sagen kan (than Mit Carthaunen vnd noth Schlangen Vnd als die Sonn zu gnaden gien Der Sturm hat angefangen / ja gfangen. 10. ¶ Gar bald das Schloß gewonen han Die Knecht darauff gefangen than Jst war vnd nit erlocken Hernach sind sy mit aller maacht Fuͤr Gottesberg gezogen / ja zogen. 11. ¶ Jr Geschuͤtz war alles dahin gericht Es kundt jn aber schaden nicht Ritterlich sie darauff stritten Biß in die fuͤnfften wuchen zwar Groß schaden sie erlitten / ja litten. 12. (haben ¶ Do solches die Oberischen gesehen Das Schloß sie hiessen vndergraben Fuͤnffzehen Donnen darunder stellen Mit Pulffer wurdens außgefuͤllt Das Schloß theren sie fellen / ja fellen. 13. ¶ Alß bald luffen sy zustuͤrme an Do blieb mancher Ehrlicher Kriegsman Wurd alles zu Todt geschlagen Kamen vber 5. Mann nit daruon Wer kan vom jamehr sagen / ja sagen. 14. ¶ Carlen Trucksaͤß het jn zu gesagt Sy solten nur vnuerzagt Biß auff das aller letzsten Es kem auß Westphalen ein grosses Do wurden sy mit setzen ja setzen. (Volk 15. ¶ Am Newen jars abendt es geschach Deß vier vnd achtzigsten als ich sag Zu Bonn wir domals lagen Do hat der Feind mit grosser maacht Sein Leger alldo geschlagen ja gschlagẽ. 16. ¶ Vierzehen wochen wurdt geoͤffnet Dañ der feind lag starck daruor (kein Thor Man ließ vns nicht zu kommen Das Kriegsuolck so darinnen lag Hat sehr abgenommen / ja gnommen. 17. ¶ Kein Prouiandt war do nit mehr Bekummert manchen Landsknecht sehr Kraudt vnd Lauthet gar wenig verhan⸗ Der trost war ohn alle Werck ( den Auß dem Westphalerlande / ja Lande. 18. ¶ Mann bracht jnen die Newe mehr Wie kein entsatz verhanden wer Es wer doch alles verlohren Auch weren sy vom Roͤ: Reich. Lengst abgemanet worden / ja worden. 19. ¶ Drauff 3. Faͤnlein wurden zrath Weyl Trucksaͤß Brieff verhalten hat Das was ein seltzams wesen Dieselben solt er zeygen thun Sy woltens selbert laͤsen / ja laͤsen. 20. ¶ Carlen manichen Botten auß sandt Alß kemmens auß Westphalerlandt Vnd kemen auff vnser seyden Der Reitter vnd Landtsknechten vil Wir solten dapffer streyten / ja streyten. 21. ¶ Dieweil die Kay: May: Vns Ernstlich abgefordert hat Kundten vns nit lenger halten Gedacht ein jeder in seinem sinn Wir lassens nun Gott walten / ja walten. 22. Mit newem Bischoff wardt accor⸗ Der Carle wurdt hinweck gefuͤrt (dirt Sambt seinen zweyen Hauptleuten Do muͦsten sy gehn Poppelßdorff Den nechsten weg zu reytten / ja reytten. 23. ¶ Der Churfuͤrst zoch in die Statt Den Knechten Er verehret hat Vier Taussent Kronen zartte Darzu gab er eim jegklichen Gax ein guͤß Daßwortte / ja wortte. 24. ¶ Er belaydet die Knecht biß an die Alß sy nun kaͤmẽ gehn Cobelentz / Grentz Do zoch ein jeder sein strassen Wo Bischoff Gebhart hinkommen ist Woͤllen wir jn yetz bleibẽ lassen / ja lassen. 25. ¶ Wer ist der erst / ders Liedlein san Ein freyer Kriegsman ist ers genandt Von der Leder thuͤt er sich nennen Vnd sehe in mancher Landtknecht guͤt Er wurdt jn gar wol kennen / ja kennen. FJNJS. Getruckt zu Coͤlln bey Andreas Roͤschlin / im Jar 1584. Show less

Lied vom neuen Kalender in Augsburg, 4. Juni 1584
Ein neüw Lied vom newen Kalender / auch was sich zuͦ Augspurg den 4. tag Brachmonats in disem 84. Jar hat zuͦgetragen. Jm thon / Es wonet lieb / bey liebe / rc. 1584. DEr Bapst der ist gesinnet / Sampt seinem anhang auff erd / Der sich statthalter nennet Des Herren Christi herd / Das ist... Show more Ein neüw Lied vom newen Kalender / auch was sich zuͦ Augspurg den 4. tag Brachmonats in disem 84. Jar hat zuͦgetragen. Jm thon / Es wonet lieb / bey liebe / rc. 1584. DEr Bapst der ist gesinnet / Sampt seinem anhang auff erd / Der sich statthalter nennet Des Herren Christi herd / Das ist bewußt dem heufflin klein Das Gott für alles liebet Vnd jhn ehret allein. ¶ Der Bapst ist gwaltig mechtig Will regieren die Welt Jst bluͦtdurstig vnd praͤchtig Vermag vil guͦt vnd gelt / Auff die wargleubigen er lauret Begert die vmb zuͦbringen / Kein vnkosten jhn dauret. ¶ Ob dem neuwen Kalender Der Bapst steiff halten thut Helt die fuͤr Gottes kinder Die jn halten für guͦt / Die aber leben in alter zeit Erkent er nicht für glider Sie für ketzer außschreit. ¶ Wan Christus selbs auff erden Jetz persoͤnlich vmbgienge Muͤst noch verfolget werden Er het nicht platz die lenge / Jhn wirt der pfaffen neid vnd geitz Gewiß dahin verurtheilen / Vnd bringen an das creutz. ¶ Wañ der Bapst brecht zuͦweg Die Predicanten all / Jch meint er solt jhr pflegen Jn seim jrdischen Saal / Wurd sie bewaren tag vnd nacht Ließ kein allein spatzieren On gleyt aus seiner macht. ¶ Zuͦ Augspurg zuͦ sant Anna Den Doctor Müller gelehrt Des pfaffen gsind von dannen Zuͦ schicken hat begert Was sie haben gebraucht für list / Vnd wie es ist zuͦgangen Wais wol mancher Christ. ¶ Der Stattvogt mit Trabanten zum Doctor Müller gieng Die Fraw des Predicanten Grossen schrecken empfieng Gros schwãger in kindsnoͤthẽ rang Aus dem vnmuͦth vnd kum̄er Jhr leben het nit lang. ¶ Jch habe mir lassen sagen Vnd bin also bericht Vorhanden war ein Wagen Der was fertig vnd gericht Auff Doctor Müller warten thet Hat sollen darauff wegk kom̄en Wans Gott zuͦgeben het. ¶ Gott der Herr kan zuͦsehen Falscher practick vnd list Last nicht alles geschehen Was fürgenommen ist Habẽ bluͦthũd schon ein rahtschlag Hindernus Gott darein schickt Das sichs anders zuͦtrag. ¶ Gott der Herr kan bewaren Die seinen vberal Aus der feind Netz vnd garn Hat er ein grosse zal / Wunderbarlich ledig gmacht Petrus wurd auch angeschmidt Ward doch erloͤßt bey nacht. ¶ Die Welt das ewig leben Laider wenig betracht Wers jetz anzaiget eben Der wirt von jhr veracht Jch glaub der jüngste tag sey nit ferr Die Jugent ist vnzogen Nimpt an kein Straff noch lehr. ¶ Die Welt zum newen schaden Lebt taͤglich in dem saus Thuͦt sich schwerlich beladen Mit trunckenheit vberaus Jst gar gemein bey jung vnd alt Vntraw hat zuͦgenom̄en Die Liebe ist worden kalt. ¶ Christus durch die enge porten Selbs ins leben gieng ain Befilcht seinen angehoͤrten Sein veracht heufflein klein Das sie jhm sollen folgen nach Willig von seinet wegen Annemen schande vnd schmach. ¶ Jm Him̄el vnd auff erden Hat Christus allen gewalt Wer sein Jünger wil werden Zieh aus den mantel bald Leg Christum an das newe klaid Das er aus gnad moͤcht kom̄en Jn die ewige fraidt. AMEN. Show less

Unwetter und Brand der Stadtpfarrkirche in Biberach, 1584; Religiöse Unruhen in Augsburg, 1584
Zwo warhafftige Newe Zei⸗ tung in Gsangweiß gestelt. Die erst von den gewaltigen straffen Gottes / so vber die Statt Bibrach im Schwa⸗ benlandt geschehen / durch erschroͤckliche vn⸗ gewitter / darbey gemelt / wa es eingeschlagen hat / vnd grossen schaden gethon / an Leuth Kirchen vnd Gebew... Show more Zwo warhafftige Newe Zei⸗ tung in Gsangweiß gestelt. Die erst von den gewaltigen straffen Gottes / so vber die Statt Bibrach im Schwa⸗ benlandt geschehen / durch erschroͤckliche vn⸗ gewitter / darbey gemelt / wa es eingeschlagen hat / vnd grossen schaden gethon / an Leuth Kirchen vnd Gebew / in disem 1584. Jar. Jm Thon / Kompt her zuͦ mir spricht Gottes Sohn / etc. Das ander Lied / Jst von der Vnruͦh / so zuͦ Augspurg gesche⸗ hen / von wegen der Reli⸗ gions sachen. Jm Thon / Wie man den Lindenschmid singt. Jm Jahr 1584. O GOTt was soll ich heben an / vor leid ich kaum außredẽ kan / groß jam̄er ist geschehen / zuͦ Bi brach wol in der Statt / mans leider da wol erfahren hat / von meniglichen gesehen. 2. Auff den nechsten Pfingstag frey / die man bat gehalten new / nach dem Roͤmischen Kalender eben / kam ein wetter so gar geschwindt / donder plitz vñ grosse windt / so thet sich da erheben. 3. Ein Straal der ist geschlagen ein / darauß erstund gar grosse peyn / in der Pfarrkirch mit namen / den predigstuͦl vnd Orgel new / die vhr sag ich bey guͦ⸗ ter trew / seind als verwuͤst zuͦsamen. 4. Der Thurn ist angezünd / auff den grundt auch gar verbrẽdt / die Glocken dazuͦmalen / die seind verschmoltzẽ von dem Fewr / mit grossem prausen vnge⸗ hewr / seind sie all zuͦ boden gefallen. 5. Die Cantzley ist gar verbrend / mit allen guͤtern an dem end / dẽ fewr kundt man nicht fuͤrkom̄en / wol dreissig mañ oder mehr / haben an jrem Leib gefahr / grossen schaden auch genommen. 6. Vier die seind erschlagen gar / von dem erschroͤcklichen waͤtter zwar / wei⸗ ter muß ich sagen / von einer jungen Hochzeiterin / es war jhr leyder nicht im sinn / Ach Gott der grossen klagen. 7. Ein Straal traff sie eben frey / mit grossem weh vñ geschrey / jr Breu⸗ tigam saß darneben / sie ruͦffet mit schmertz vnd auch pein / Ach Gott woͤl vns gnedig sein / jhren Geist thet sie auffgeben. 8. Vil Burgers heuser in der Statt / haben gelitten grossen schad / Mauren vnd Gebew zerrissen / welches dann ge⸗ nuͦg ist offenbar / vnnd ist leider nur zuͦ war / wie mancher wol thuͦt wissen. 9. Darumb wacht auff jhr Chri⸗ stenleut / die Axt ist an den Baum ge⸗ leit / die Ruͦt ist schon gebunden / wann wir vns nicht keren daran / so wirdt vns Gott on vnderlohn / straffen vmb vnser Sünden. 10. Dann dise straff deutet nicht ge⸗ mein / eben dieselbige Statt allein / sie trifft vns alle zuͦgleichen / dieweil nach jetzt in allem Landt / die boßheit gar nimbt vberhandt / bey Armen vnnd auch Reichen. 11. Darumb last vns Gott bitten geschwindt / das er verzeih all vnser Sündt / nicht straffen in seinem zoren / nit richt nach vnser missethat / barm⸗ hertzig sein durch sein genad / sonst ists mit vns verlohren. 12. Deß woͤllen wir den treuwen Gott / anruͦffen all in vnser not / durch sein Goͤttlichen Namen / das er die straffen von vns wendt / vnnd verleih vns ein seliges end / Durch JHesum Christum / Amen. Das ander Lid. HOert doch zuͦ jhr Christen trew / es ist fuͤrwar kein fantasey / das ich hie euch thuͦ singen / was new⸗ lich geschehen ist / Hoͤrt wunderliche dingen. 2. Zuͦ Augspurg in der werden Stat / da man leider erfahren hat / mancher⸗ ley haͤndel vnd sachen / durch den Roͤ⸗ mischen Kalender new / thuͦt alle auff⸗ ruhr machen. 3. Das ist gestanden ein guͦte zeit / dar⸗ durch erhaben Haß vnnd Neydt / die Esel wider mit Namen / haben das spiel gerichtet an / hetzen Landt vnnd Leuth zuͦsamen. 4. Den 25. Maij ich sag / war auff Sanct Vrbanus tag / thet sich groß noth erheben / ein Aufflauff begab sich geschwindt / deß hoͤrt wie sichs thet be⸗ geben. 5. Ein Doctor vñ Predicant / auff teutsch Goͤrg Muͤller genandt / zwen Maͤnner seind zuͦ jm gangen / vnd ruͦf⸗ fen jhm wol fuͤr die Thür / vnd namen jhn gefangen. 6. Ein Gutschen wagen hielt da be hend / darein wurffen sie jn geschwind / vier Roß waren eingespannen / thaͤten eilen nach dem Thor / vnd wolten mit jhm von dannen. 7. Jn dem ein Junger das gedeut / zuͦ seinem Herrn ruͦfft vñ schreit / etlich burgerleut geschwindẽ / warẽ gar bald in der wehre / vnd liessen sich da finden. 8. Ein Metzger der fuͦhrmañ was / wolt geschwindt fahren fuͤrbaß / 50. Taler solt er gewinnen / wann er den Prediger braͤcht auß der Statt / er ist das worden innen. 9. Vnd kriegt ein tranckgelt dermaß / vnd wirdt geschossen von dem Rossz / zwen sassen auff dem Wagen / auff je⸗ der seyd von den Predicanten / thaͤten vor leid verzagen. 10. Man zerhaut die strengen an dem orth / da kundten sie nicht rennen fort / sie muͦsten halten stille / jhr fuͤrnemmen muͦsten sie bleiben lahn / wider jhres hertzen willen. 11. Den Predicanten hat man bald / in ein Hauß gerissen mit gewalt / das hat die wacht verdrossen / ein Barchet Weber / ein tapffer mann / der wirdt darob erschossen. 12. Der Prediger biß in das vierdte Hauß / versteckt wirdt geholffen auß / nach Vlm gefahren gar strengen / von seiner Frawen will ich melden / wie es jhr ist ergangen. 13. Mit einem Kindt ist sie gangen schwer / ist von hertzen erschrocken sehr / ist jhr gar vbel gerathen / ist bliben mit sampt jhrem lieben Kindt / das sindt gar freye thaten. 14. Die man jetzt thuͦt richten an / Gott weist wie es weiter wird ergahn / wol an demselbigen ende / den lieben vnd getreuwen Gott / woͤlle alles zum besten wenden. 15. Vnd erhalt die arme Christen⸗ heit / von nun an biß in Ewigkeit / durch sein Goͤttlichen Namen / vnd stewr aller Tyrannen gewalt / durch Jhesum Christum AMEN. Erstlich Gedruckt zuͦ Sant Gallen. Show less

Niederlage der Türken bei Slunj in Kroatien, 26. Oktober 1584
Warhafftige Newe Zeittung / von der Siegreichen Nider⸗ lag / siben Tausend Tuͤrcken / sampt jhren Obersten / Geschehen den 26. tag Octob.bey Slun in Crabaten / diß 84. Jahrs. Jm Thon / Erhalt vns HErr bey deinem Wort / rc. 1. ALlding ein weil ein sprichwort ist / Gott lebet noch / zu... Show more Warhafftige Newe Zeittung / von der Siegreichen Nider⸗ lag / siben Tausend Tuͤrcken / sampt jhren Obersten / Geschehen den 26. tag Octob.bey Slun in Crabaten / diß 84. Jahrs. Jm Thon / Erhalt vns HErr bey deinem Wort / rc. 1. ALlding ein weil ein sprichwort ist / Gott lebet noch / zu dieser frist / Dem Tuͤrcken er ein zeit zusicht / Biß er viel Schaden hat angericht. 2. Vil Land vñ leut verhergt in grund / Doch hat er jhm gesetzt sein stund / Daß er nit weiter greiffen kan / Dann jhm von Gott ist zugelahn. 3. Also ist abermals geschehn / Vor wenig Tagen / thu ich jehn / Jn diesem vier vnd achtzigstn Jahr / Jn Crabatn mit deß Türcken schar. 4. Dann siben tausend starck ankam̄en / Auß Bossen alle Beeg zusammen / Allaga Tartar der Oberst war / Vber die gantz Türckische schar. 5. Mit jhm Hittins Sansag der Beeg / Von Kruͤp sich machte auff den Weg / Der Harum Bascha zog auch mit / Bey jhnen wolt er sein der dritt. 6. Darzu auß Luͤcka waren kommen / Zwen Beeg / die hattn mit sich genom̄ẽ / All Hayn / Spahien vnd Sansacken / Die beste Kriegsleut von Junacken. 7. Stracks vber Gulp das wasser zogen / Mit jhrẽ Sebel / Fluͤtschen vñ Bogen / Fuͤr ein Graͤntz Hauß / gnant Vgolin / Freudig vnd trotzig ruckten hin. 8. Vnd filend in das Crainerland / Zu Poͤlheim ein / mit Mord vnd brand / Auch in die Guttschee thaten streiffen / Vieh vñ Leut mit jn dannen schleiffen / 9. Drey hundert Christẽ warn gefangen / Mit jhn ward es hart zugegangen / Darzu dañ hundert Kinder vnd mehr / Wurden hingfuͤhret in die fehr. 10. Nit anders / als werns junge Hund / Wie maͤcher seuftz ging auß jrm mund / Kein mensch von diesem Jam̄er weißt / Der nit in diese Lande verreißt. 11. Jn was Angst vnd Not dieser zeit / Der Türckisch hund bring land vñ leut / Wie jaͤmmerlich der Christen Blut / Dieser Tyrann vergiessen thut. 12. Als nun der Oberst in Crabaten / Herr Jobst vom Thurn von disen tha⸗ Bericht empfangen / er in eyl / (ten Reißt Tag vnnd Nacht manch grosse 13. (Meyl. Sein hilff bewiß zu dieser Sach / Christoff Freyherr von Teuffenbach / Auch H. Christoff Vngnad / der Baan / Erzeigt sich wie ein Rittersmann. 14. Zwey tausend starck dẽ Türcken nach Sie eylten / nach gestalt der Sach / Den Feind sie in eim Thal antroffen / Bey Slun / dahin er sich verschloffen. 15. Ein enges ort / vnd vngebant / Gruͤbig / steinicht / da niemand wohnt / Bald sie den Tuͤrcken da ersehen / Jst gleich mit jhm ein treffen gschehen. 16. Darinn sich vnser Kriegsvolck gut / Erzeiget hat mit Helden Mut / Jhr gantze macht an jhm versucht / Den Feind geschlagen in die flucht. 17. All nider gschossen / nider ghawen / Jhr keinem that da etwas grawen / Viel hundert Türcken da sein blieben / Die alle wurden auffgerieben. 18. Der Oberst selbs auß dẽ land Bossen / War von eim Arcubusier erschossen / Darzu sechß Harum Bascha all / Seind auch vmbkom̄en in dem Thal. 19. Der Beeg võ Krüpp / 8 Beeg Osman / Zwen Fenderich / vnd der Hauptfahn / Auch auff der Walstatt blieben sind / Jhr Koͤpff zu Carolstadt man find. 20. Auff vnser seitten kammen vmb / nit mehr dann vier in einer summ / Gleich auff dẽ sechß vñ zwentzigstẽ tag Octobris gschach die Niderlag. 21. Der Türck allda sein Lohn bekam / Den Raub jhm sein Feind wider nam / Die Christen wurden all erledigt / So er an Leib vnd Gut beschedigt. 22. Darzu viel hundert Türckisch Roß Hat er verlohrn / bey Slun / dem schloß / Wie grosse freud sich da erhaben / Bey Mann vnnd Weib / vnnd jungen 23. (Knaben. Die warn erloͤßt auß Feindes Hand / Vnd widerbracht ins Vatterland / Das kan ein jeder wol betrachten / Der Feindes Gwalt nit thut vachten. 24. Gott sey gedanckt in Ewigkeit / Für diesen Sieg / vnd grosse Freud / Daß er seim Volck solch Hilff erzeigt / ein gnedig Angesicht zu vns neigt. 25. Dann wann er diesem Feind nit wehrt / Vnd jhm bißweilen so abkehrt Es wird bald Teusche Nation / Ein seltzam newe Zeittung hon. 26. Kein schlechtẽ Feind wir vor vns sehen / Das kan ich bey der Warheit jehen / Es ist ein grewlicher Tyrann / Wie solchs erfahren mancher Mann. 27. Solt er bezwingen Crainerland / Vnd das bekommen in sein Hand / Wo wolten die in Kaͤrndten bleiben? Mit Saltzburg wird er kurtzweil 28. ( treiben. Jn wenig Jaren / glaubt mir drum̄ / Wer Saltzburg sein / das Ertzbistum̄ / Ein seltzam Meß er da wird lesen / Dergleichen da vor nie gewesen. 29. Ja Steurmarck vñ auch Oesterreich / Die würden jhm bald sehen gleich / Vnd solte Gott nit sehen darein / Jn Bayern solst nit sicher sein. 30. Hett einer gsagt vor hundert Jarn / Der Tuͤrck wird jetzt für Ofen fahrn / Alles einnemen biß den Rab / Man hett jhn geworffen in ein Grab. 31. Nun ist es geschehen / wie mans sicht / Daß er auch Rab jetzund ansicht / Vnd streifft in Steurmarck vñ Crain / Jhm ist nichts zu groß / vnd nichts zu 32. (klein. HErr Jhesu Christe steh vns bey / Mach vns vo Bapst vñ Türcken frey / Die dich verfolgen vnd dein Volck / Kom̄ bald zu vns in deinem Wolck. 33. Der Bapst deß Türcken Bruder ist / Stuͤrtz sie allbeyd Herr Jhesu Christ / Mit jhrm Calender in die Hell / Der Teuffel ist jhr bester Gesell. ENDE. Show less

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