Lied über die Unruhen in Niederlande
Ein newes lied von dem Auffrhur dieser werlet / wie es jetzt newlich sich zu⸗ getragen hat im Niderlan⸗ de vnnd anderen Stedten. Jm Thon / HERR Jhesu Christ war Mensch vnd Gott. 1. HOret alzusamẽ gros vñ klein / Ein newes Lied werde ich dar singẽ / (rein / All von dem grossen Neidt / ... Show more Ein newes lied von dem Auffrhur dieser werlet / wie es jetzt newlich sich zu⸗ getragen hat im Niderlan⸗ de vnnd anderen Stedten. Jm Thon / HERR Jhesu Christ war Mensch vnd Gott. 1. HOret alzusamẽ gros vñ klein / Ein newes Lied werde ich dar singẽ / (rein / All von dem grossen Neidt / Wie es nu in der werlet steht. 2. Es ist allerweg grosse not / Jn allen Landen auffruͤrig gros / Krieg vnd Orloch auff jeder ort / Vnd die vnterdrucken Gottes wort. 3. Wie sollen wir leben in frieden wol / Dieweil wir bringẽ einẽ andern in vnfal / Die Leute aber seind all zu stoltz / Die liebe wird jnen im hertzen kalt / 4. HErr behuͤte vns alle fuͤr schanden / Thue nu deinen Volcke beystandt / Behuͤte vns fuͤr des Bapstes Rotte / Die vns suchet zu bringen in schand vnd (spot. 5. Als sich es in Niderland nu zudragdt / Da sind je so manch tausent veriagdt / Der eine Bruder schlegdt den anderen (todt / Den Vater bringet sein Kindt in leiden (gros. 6. So ist es auch in Franckreich / Vnd in meher andern Landen desgleich / Lasset vns Gott bitten mit hertzen fleis / Das er vns behuͤte zu aller zeit. 7. Es mag wol sein der letzte tag / Daruon vns Christus hat gesagt / Wenn er das solches geschehe / So dencke das der Juͤngste tag ist hie. 8. Bittet Gott all mit hertzen demut / Das er vns allzusammen behudt / Das wir moͤgen leben nach seinem wort / Jn in rechter lieb wie sich das gehort. 9. Stelle dein verdrawen auff den Herren / Vnd bleibe fest bey seiner Lehr / Lasset vns wachen zu aller zeit / Vnd erwarten den HErrn gebenedeit. 10. Hiermit schlies ich mein gedicht / Jch bitte ein jeder das er hinzu sicht / Last vns halten gute wachte / Der HErr wird kommen / wie ein Dieb in (der nacht. Ende. Show less

Wundergeschichte eines zehnjährigen Knaben in Wittenberg, 1580
Ein New Lied von eines Küffers Kneblein / in dem Land zu Würtenberg / genandt Hans Loͤsch seines Namens / Wie das selbige Kneblein / so bey 10. Jaren alt / Wunderbar⸗ liche ding angezeigt / So vber die boͤsen weldt ergen soll / von wegen jhres Suͤndlichen lebens. Dises 1581. Jar / geschehen... Show more Ein New Lied von eines Küffers Kneblein / in dem Land zu Würtenberg / genandt Hans Loͤsch seines Namens / Wie das selbige Kneblein / so bey 10. Jaren alt / Wunderbar⸗ liche ding angezeigt / So vber die boͤsen weldt ergen soll / von wegen jhres Suͤndlichen lebens. Dises 1581. Jar / geschehen den 2. December / Anno 1580. Jm Thon. Wie man das Liedt / von Vlmitz singet. Getruckt zu Augsprug durch Hans Beck / 1580 DJe not die thut mich zwin⸗ gen das ich muß zeigen an / ein klaͤglich liedt zu singen / hoͤrt zu jr frawen vnd mann / was sich hat zu getragen / den andern tag ich melt / im Christmonat mit klagen / diß achtzig du ich sagen / du buͦß O besse Welt. Nun merck mich doch eben / im Würtenberger landt / hat sich die geschicht begeben / ein Kieffer wol bekandt Hans Lesch mit Namen / sampt seinen Ehlichen Weib / ein Kneblein bekomen / Johannes ge⸗ nendt feins samen / gezeigt auß beter leib. Das haben sie erzogen / biß in das zehendt Jar / lieblich vnd wol geschmogen / nun mercket mich of⸗ fenbar / in ein kranckheit ist es kom men gelegen ein kleinen zeit / dar⸗ nach hat man vernumen / von den Kneblein / zu frum̄ẽ / zeigt an groß hertzen leidt. Hub klaͤglich an zu schreihen / O we dir Christenheit / ich du mich hertzltch frewen / das ich alhie zu disser zeit / dir sol verkuͤnden / den zorn Gottes schwer / von wegen der grassensuͤndẽ / die ehr bey vns thut finden / in der welt hin vñ her. Den ich bin kurtzlich gewessen / hoch in des Himels thron / bey der Engel schar erlessen / ob der Goͤtt⸗ lichẽ Kron / sein sie in grossen traw ren von wegen der boͤssen welt / vn⸗ der burger vnd Bawren / thut sich keiner des anderen tawren / ein je⸗ der machts wieß im gefelt. Vnd thun Gott darbey verges⸗ sen / fragen nach seiner warnung nicht / vben sich in sauffen vnd fres⸗ sen / sein auch da hin gericht / mit fluchen vnd mit schweren / vergel⸗ tens Gottes gab / die selb vnnuͤtz⸗ lich verzehren / die Jugent thuts auch lehren vnd haben kein scheien darab. Die leut kamen gelauffen / vnnd wolten wunder heren / das Kneb⸗ lein vnder dem hauffen / vermanet sie zu bekeren / sagt von der Welt ende / es werde Gottes Son / kom⸗ men schnel vñ behende / die zeit sich zu her lende / sollẽ vns ruͤstẽ schon. Den Gott hab gebunden / sechs Ruthen offenbar / so mir nicht in kurtzen stunden / vns besseren fuͤr⸗ war / so woͤll er vns zu sendẽ / krieg Tewrung vnd Pestelentz / die got⸗ lossen schenden zum letzen gericht sich wenden / in geben den setentz. Viel Herrẽ kamẽ gegangen / wol zu dem Kneble klein / darnach hets groß verlangen / sagt in von der gemein / wie sie Gott wil verletzen / Samdt boͤsen vnnd from̄en zu di⸗ ser zeit / die er zur Straff thut setz⸗ en / solch Gotloß leben zu ergetzen / die da lebt in fressen vnd jpigkeit. Zum warzeichen mercket eben / die Herren warten bey jhm / darzu ein ein exempel geben / sie soltẽ schi⸗ cken hin / zwey wirtzheuser thet es nenen / da wird mann finden frey / Bawers leut die sie wol kennen / so die gaben Gottes vnützlich ver⸗ schwemen / in vnzucht vnd in fuͤlle⸗ rey. Gar bald thet hin senden / ein Er barer weiser Raht / wol an die ort und enden / wies kneblin an zeiget hat / wurd Warhafftig erfunden / vil Bawren in einer zech / Doll vñ Voll zu den stunden / mit schlaff et⸗ lich entbunden / auch mit mutwilli gen worten frech. Die Hern alle samen / verwun⸗ derten sich darab / das daß kneblin mit namen / solche Weyse red auß gab / es thet sie auch vermanen / sie soltẽ straffen doch / die der Gottes gab nicht verschonen / Die er gibt auß seim thronen / vnd mir es ver⸗ achten doch. Hub wider an zu Schreyen / O weh dir zu dieser zeit / es wirt euch warlich gerewen / vnd werden hertz lich leyd / Das jhr so lang thut zu sehen vnd strafft das vnrecht nit / die Gott loͤstern vnd schmaͤhẽ / den ich hab kuͤrtzlich geschehen / Gottes macht vnnd sein gericht. Das er warlich wil halten / mit ein grimigen zorn / vber Jung vnd auch altẽ / alles was ist je geborn / das wil er straffen / nnud eillen zu dem endt / den Hirtẽ mit den schaf⸗ fen / darumb lest vns nit verschlaf⸗ fe / es trawret dz gantz Himels fir⸗ mament. Ob der welt boͤssen lebẽ / die sie fuͤren alle tag / Vmb kein Wunderzeichen sie nicht geben / ha⸗ ben auch darnach kein frag / wenn sie es schon heut sehen / morgen achten sie es nem̄er mehr / O we wie wirdt euch geschehen / Gott wirt sich baldt zu vns nehen / mit seinen zornen also schwer. Noch mehr muß ich anzeigen / das mir Gott gebotten hat wie der arm bey dem Reichen / findet sogar kein genadt / die wil Gott auch stuͤrtzen / gar dieff in grundt der Hell / an jhren leben verkuͤrtzen / wirt sie ewiglichen schmirtzẽ / in Hoͤlischer pein vnd quel. Des glelchen Vatter vnnd mutter / die jhre kinder nicht / von fressen sauffen vnd luder / so hat Gott sein gericht / vber sie alle gesprochen / sollen sitzen zu gleicher pein die sein gebott ba⸗ ben zerbrochen / wil ehr nicht lassen vngerochẽ / er sey Reich arm groß oder klein. Nach dem begundes jehen / so jhr wolt glau⸗ den dran / wert jr heut die nacht sehen / am hel⸗ len Him̄elstrom / ein Rot creutz merckt eben / euch allen zu eim trost / das jhr euch in die thut geben / vnd bessert ewer Gottloses leben / vnnd ruͤfft an der euch hat erloͤst. Solchs alles ist geschehen / O werde Christen hert / das Creutz hat man gesehen / wies Kneb⸗ lin hat gesen / mit schreien vnd weh klagen / v⸗ ber die Gottlosse Welt / Troͤstliche wort thet es sagen / die leut sos theten fragẽ / weinten hertz⸗ lich ich euch meld. Sunst vil schroͤckliche zeichen / hat es an zei⸗ get fort / damit die Leut zu erweichen / vnd vil klegliche wort / hat er alda gesprochen / das wi⸗ der Menschliche natur / von einem kind gebroch en / so weit vnnd fehr gerochen / vns zum bey⸗ spil vnd figur. Ach Gott in deinem throne / vergib vns vn ser schuld / Behuͤt vns fordane / vñ hab mit vns geduldt / sey ein genediger schlichter / wie ich fuͤr vns meld / dort ein geduldiger Richter / wuͤnscht von Nuͤrmberg der Dichter / Johannes Kusch⸗ eldt / Amen. Show less

Wundergeschichte mit zwei Sonnen und Regenbogen aus Heidelberg, 1581
Warhaffte Con⸗ trafartur vnd beschreibung / der Juͤngstuerschinen grossen Wun⸗ derzeichen / zweyer Sonnẽ / vnd vier Re⸗ gen bogen / so am Himmel gestanden / Vber der Churfuͤrstlichen Statt Heydelberg / dises D. M. LXXXI. Jar. Jm Thon. Warumb betruͤstu dich mein Hertz. Erstlich Getruckt zu... Show more Warhaffte Con⸗ trafartur vnd beschreibung / der Juͤngstuerschinen grossen Wun⸗ derzeichen / zweyer Sonnẽ / vnd vier Re⸗ gen bogen / so am Himmel gestanden / Vber der Churfuͤrstlichen Statt Heydelberg / dises D. M. LXXXI. Jar. Jm Thon. Warumb betruͤstu dich mein Hertz. Erstlich Getruckt zu Heydelberg / durch Jacob Müller / 1581. JR lieben Christen nun hoͤret zu / was ich euch jetzund singen thu / das last euch zu hertzen gan / Gott wil das wir sollen fahen an / inn disem Jar Christliche busse than. Weil er vns mit dem Newen Jar / stellet diß wunderzeichen dar / am hellẽ lichten tag / damit er vns vermant zur buß / ein jeder solchs bekennen muß. Woll bey dem Tag vnnd Sonnen schein / darstelt vermant vns gar fein / das wir sollen busse thun / dieweil die Son der gnaden scheint / Gott wirdt vns gwißlich nicht verlan. Drumb last vns warten nicht zu lang / biß zu der Sonnen vndergang / vns Ruͤsten nur bey zeit / fuͤr kommen vñ anemen thon / nun hoͤret diß wun⸗ derzeichen an. Zu Heydelberg inn der Fuͤrstlichen Statt / da es die hohe Schule hat / sah man diß ein vnnd achtzig jar / den acht vnd zwantzigsten May zwar / erschin diß wunderzeichen offenbar. Am hellẽ morgen vmb 5. an fing / biß die Son begund auff zugehn / das hat gesehen arm vnd reich / Studentẽ vnd die gelehrten all / im kraiß rum̄ all zumal. Die erste Sonn die die rechte war / die andern darneben nicht so klar / wa⸗ ren am glantz vnd schein / jhr schwantz der thet hinauß stan / die rechte Sonn nicht ruͤret an. Vber den zweyen Sonnen stund / ein schoͤner Regenbogen rund / deß spi⸗ tzen alle baid / reichten an die zwo Son nen eben / mitten in die recht Son thet schweben. Der dritt dem Ersten enlich wahr / stund auch recht schoͤn von farbẽ klar / gerad vnder den andern zwo / ob jhm stund vber sich gezogen / auch noch ein schoͤner Regenbogen. Was dises wunderzeichen bedeut / vns werd bringen ist noch heut / verbor gen jederman / zu hoch menschlichem verstand / allein Gott ists alles wol be⸗ kandt. Werden wir nicht von suͤnden abe lan / ein Christlichs leben fahen an / vñ vns nicht thun bekehren / Ehe vns die straff wol vber falt / vnser trawrẽ wirt sich mehren bald. Bey denen die sich bessern nicht / sind verstockt / glauben an kein zeichen nicht / verlachens / schlagens in windt / wann gleich vil zeichen schickt vnser Gott / so treibens drauß nur schand vnd spott. Fuͤrwar wir werdens noch erfah⸗ ren muͤssen / in der Hoͤl zabeln alt den Fuͤssen / vnnd leiden grosse pein / am Leib vnnd der Seelen schad / als dann werd er wir kommen vil zu spat. Vor Koͤnig Ludwigs in Vngern Tod / ein Wunderzeichẽ schicket Got / drey Sonnen sah mann auch stahn / drauff volget nach seinem abganck / vmbs Koͤnigreich ein grosser zanck. Drey Herren sich drumb namẽ an / das zeigten die drey Soñen an / dergleich Exempel findt man vil / das gemeinhlich sey geschehen / wenn man drey Sonnen hat gesehen. Derhalben zweyffele niemand dran / diß wunderwerck zeit vns auch an / enderung der Regiment / oder zwi spalt in Kirch vnd Lehr / GOtt solchen Leuten stewr vnd wehr. Dañ die Sonnen vns gewiß be⸗ deut / hoͤchst Person der Oberkeit / in Kirch vno Regimendt / auch bedeuten die neben son / die so sich selbst eintrin⸗ gen thun. Ohn ordenlichen Beruff vnnd Wahl / so bald etwan geschicht einfal / das ein Regent abgeht / anderfangen sie sich gar bald / des Regiments mit gewalt. Aber gleich wie die recht Sonn bstet / so lang biß die Welt vntergeht in jrem Re⸗ giment die neben Sonnen alle vergehn / so wenig koͤnnen auch bestehn. Die sich selbsten eintringen all / ohn or⸗ delichen beruff vnd wahl / in Kirch vnnd Regiment / jr Regierung hat keinen be⸗ stand / ziehen offt ab mit spot vñ schand. Wolt jr wissen jhr Christenleut / was diß wunderzeichen bedeut / in diser letzten zeit / so hoͤrt zu Christo dem Her⸗ ren / wi er euch solches thut erklaͤren. Er sagt wenn geht der Fruͤling an / vnd Beume außschlagen than so erkent jr darbey / das der Winter fuͤruͤber sey / vnd jetzt der Sommer kompt herbey. Also auch jhr darbey erkent / das vor der thuͤr sey der Welt end / so die Zeichen anegehn / an Sonn Mon vnnd auch Stern / sey der Juͤngste tag nicht fern. Erschrecket nicht sondern hebt auff / ewere haͤupter vñ ferewt euch drauff / deß jhr solt werden erloͤst / lesst die Gottloß traurig steln / die nicht buß thun noch glauben woͤlln. Ach Herr durch dein Geist vns regier / alzeit moͤg gefallen dir / im Glauben vn⸗ ser thun / er halt vns bey deim reinẽ wort / mach vns auß gnaden selig dort. Show less

Wunderzeichen, 10. Januar 1581; Hinrichtung eines Auftragmörders in Bremen, 1581
Zwo Newezeittung. Die Erste: Von der Erschroͤckli⸗ chen Wunderzeichen / so am Himmel gesehen sind worden / zu Dreßn / den 10. Januarij / dieses 1581. Jhar. Die Ander: Ein erschroͤckliche vnd erbaͤrmliche geschicht / so sich ein meil wegs von der Statt Bremen / in Nidern Sachsen zugetragen... Show more Zwo Newezeittung. Die Erste: Von der Erschroͤckli⸗ chen Wunderzeichen / so am Himmel gesehen sind worden / zu Dreßn / den 10. Januarij / dieses 1581. Jhar. Die Ander: Ein erschroͤckliche vnd erbaͤrmliche geschicht / so sich ein meil wegs von der Statt Bremen / in Nidern Sachsen zugetragen / wie daselbst ein Mann sein Schwanger Weib verkaufft / vnd den Moͤrdern in einem Wald geliffert hat / Aber wunderbarlicher weiß / von einem Junckern der da jagen geritten / erloͤset / vnd wie der thaͤter mit sampt den Moͤrdern daruͤber gefan⸗ gen / vnd nach jhrer bekanter vbelthat zu Bremen gericht sein worden / im 1581. Jhar. Gedruckt zum Hoff / durch Mattheum Pfeilschmidt. ZV Abent / nach 8. vhren / hat man den Monschein in einer groͤssern gestalt dañ er sonst an jme selbst sein solle / solcher massen gesehen / dann er nicht Rundt / geblieben / Sondern ist sehr groß Gewachsen / vnd et⸗ was hernuder gegen der Erden gesuncken / als wolte er gar herunder fallen / Balt ist er wieder zu Ruck ge⸗ sprungen / vnd gewaltig Gezittert / vnd auff alle orth einen sehr grossen schrecklichen schein von sich geworf⸗ fen / darinnen ein Todten Khopf / mit Geschrenckten Baynen / hernach ein grosser Manns Khopff / mit langen Krausen Haren vnnd Barth / gegen Mitter⸗ nacht stehent / vnd folgents wiederumb ein Weibs Khopff / gar inn trauriger weis geschleiret / mit tieffen Augen vnd seichten Mundt / vnd ist gegen dem Auff⸗ gang der Sonnen gestanden / vnnd widerumb ein Hertz / darinnen ein Schwartz Burgundisch Creutz erschinen / vnd sind andre erschroͤckliche gestalten wol mehr ersehen worden / welche dann die Leut deren viel vber 200. allhier auff dem Marckte gestanden / vnnd solchem ostendo mit grossem schrecken zugesehen / nit ausreden koͤnnen / Nach diesem allen / ist auch eine grewliche grosse Wassergus kommen / gleich einem Wolckenbruch / welches sehr grossen schaden gethon / vnnd haben auch die Leuth nicht anders vermeint / dann es wirdt das gantze Landt inn grundt versenckt werden / das wol zu erachten ist / Der Allmechtig Gott hab sonderlich was jm Sinn / Derhalben ho⸗ he zeit zu Betten ist. Die ander Newezeittung. JHR lieben Christen gebt euch zu rhu / hoͤrt mir ein wenig zu / was ich euch thu singen / von einer erschroͤcklichen that / hilff Gott das mir gelingen. Jn nider Sachsen / da ligt ein Statt / Bremen sie jhren Namen hat / ein meil wegs daraus⸗ se / da ligt ein Dorff zur Bach genandt / darinn da sas zu Hause. Ein Mann der was da wol bekandt / Peter Fischer war er genant / hoͤrt was er hat getrie⸗ ben / er hat verkaufft sein einen Weib / mit jhrem schweren Leibe. Er sas in eim Wirtshaus an dem end / drey Moͤrder hetten sich zu jhm gewendt / Er thet sich zu jhn Gesellen / dreyhundert Gulden fuͤr sein Frawen / die theten sie jhm zehlen. Er nam das Gelt auff den bescheid / vnnd globt den darauff mit dem Eydt / er wolt sie lieffern balde / sie solten nur warten an einem orth / er wolt sie bringen inn Walde. Der Boͤßwicht geht bald hin zu Hauß / vnd beredt sein Fraw mit jhm hinaus / vnnd sprach mein liebe Frawe / ich hab gekauffet gar gute Schwein / gehe mit / las sie beschawen. Die Fraw hat sich bewegen lahn / durch listige wort von jhrem Mann / sie gieng mit grosser gfehre / Er band sie im Holtz an einen Baum / mit jhrem Leib gar schwere. Erstlich ver⸗ band er jren Mund / das sie gar nichts schreien kund / deñ saumpt er sich nicht lange / Er lies sein Weib bey / den Moͤrdern allein / vnd ist zu Hauß gegangen. So hat der Boͤßwicht inn dem Wald / sein Weib vnnd Kinder geliffert bald / wol zu denselbigen zeyten / spil⸗ ten die Moͤrder da zuhauff / wer die Fraw solt schnei⸗ den auff. Es begab sich wol zu der stundt / das ein Juncker mit sein Hund / in den Wald reittet jagen / die Hund kamen auff die spor / alda die Moͤrder la⸗ gen. Die hetten schon mit pein vnnd schmertz die Fraw geschniten vmb jhr Hertz / aber die Hund zu hauffe / die belten da mit grossem geschall / die Moͤr⸗ der thetten verlauffen. Der Juncker forcht der vnge⸗ fehr / vnd entsetzt sich von Hertzen sehr / der erschroͤck⸗ lichen dingen / Er loͤset die Fraw von dem Baum / in sein Hauß thet er sie bringen. So ist die Fraw durch Gottes gnad / von dem Juncker erloͤset trat / denselbi⸗ gen tag gar schoͤne / ist sie ein Mutter worden bald / an zweyen Jungen Soͤhnen. Man schicket nach dem Mann hinaus / das er solt kom̄en ins Junckern Hauß / der Juncker sprach mit namen / sendet nach ewer Fraw daheim / vnd last sie zu mir kommen. Er sprach zum Juncker mit falschem sitt / mein Fraw die ist daheimen nit / Der Juncker sagt zu jhme / wann jhr dann ewer Frawe schawet / solt jhr sie wol erken⸗ nen? Bald geleit man jhn behend / in eine Kammer an dem end / Er konnt es nit entlauffen / der Juncker sprach schaw Weib vnd Kind / die du hast thun ver⸗ kauffen. Er antwort dem Junckern tratt / der Teuf⸗ fel hat mir geben den rath / wol zu derselben stunden / hat man jhn gfencklich gnommen an / auff einen Wagen gebunden. Vnd fuͤrht jhn gehn Bremen in die Statt / da er gesagt vor dem Rath / vnd hat ge⸗ nent zu hauffe / was es fuͤr Leute sein gewesen / den er sein Weib hat thun verkauffen. Man schrib baldt Brieffe ohn vnderlas / vnd sandte Botten auff alle stras / darnach ein zeit nit lange / fuͤnff meil von Bre⸗ men vngefehr / kriegen sie zwen gefangen. Vnd seind zu Bremen gefangen gelegt / gefraget fuͤr dem stren⸗ gen gericht / das was jhn kein verlangen / jhr vbelthat haben sie bekant / die sie hetten begangen. Jn Denn⸗ marck hetten sie gar schon / zwo schwangere Frawen auffschneiden thun / vnd jhn genommen das Leben / dern Hertz lebendig genommen daraus / damit haben lie jhr Buͤberey getrieben. Noch wil ich nun jetz zei⸗ gen an / was sie weiters haben gethan / der eine be⸗ kant gar bald / neuͤn Moͤrdt het er begangen / bey Luͤbeck in dem Wald. Dem andern was da wol be⸗ kant / Andres von Ferden was er genant / der thet gar bald sagen / zu Hamburg het er genommen ein Fraw / die het er thun erschlagen. So haben die vbeltheter alle drey / jhr missethat bekennet frey / das vrtheil ward gegeben / das man sie solt richten nach jhrer schuld / zum Todt wol von dem Leben. Erstlich hatt man gerichtet schon / der sein Fraw hat verkauf⸗ fen thon / die ander thet man greiffen / lebendig auff ein Rad / auß der Satt thet man sie schleiffen. Man hat sie thun zerstossen frey / Arm vnnd Bein mitten entzwey / mit gluͤenden Zangen thet man sie pfetzen / nach jhrer grossen vbelthat / auff dstrassen thet man sie setzen. Diß Liedlein hab ich zum besten ge⸗ macht / das sich ein jeder wol betracht / Er sey gleich Jung oder Alte / das er sich besinne wol / bey was Gselschafft er thut halten. Dann jetzt niemand zu trawen ist / die Welt ist vol Boßheit vnd Arge⸗ list / in Suͤnden thut sie wuͤtten / last vns bitten Gott vmb sein Gnad / das er vns woͤll behuͤten / Amen. Show less

Mordtaten eines Knechts in Schöneck; Über einen reichen Wucher-Bauern, 1581
Zwo Newezeittung. Die Erste: Ein erschroͤckliche ge⸗ schicht / von einem Muͤlknecht / Jacob Dicz genant / welcher seines Meisters Weib zur Ehe genommen / vnd seine Stiefftochter geschwengert / dar⸗ nach das alte Weib ermoͤrt / auch in seinem Hauß sieben Moͤrdt begangen / Darnach das Hauß... Show more Zwo Newezeittung. Die Erste: Ein erschroͤckliche ge⸗ schicht / von einem Muͤlknecht / Jacob Dicz genant / welcher seines Meisters Weib zur Ehe genommen / vnd seine Stiefftochter geschwengert / dar⸗ nach das alte Weib ermoͤrt / auch in seinem Hauß sieben Moͤrdt begangen / Darnach das Hauß angezuͤndt / Geschehen im Voitland / zu Schoͤneck am Liechtmesstag. Anno M. D. LXXXI. Die Ander: Von einem Reichen Bawren / welcher ein grosser Wucherer gewesen / vnd sein Getraid auff Thewrung auffgeschuͤt / den armen Mann damit zu schinden / Derhalben in Got grewlich vnd schroͤcklich darumb gestrafft / das er jm sein Korn hat lassen zu Mucken vnnd Wuͦrmer werden. Geschehen im Land zu Meissen / in eim Dorff Schweissaw genant / im 1581. Jar. Gedruckt zum Hoff / durch Mattheum Pfeilschmidt. HOert zu jhr lieben Christen / was ich euch sing fuͤrwar / geschehen in kurtzer fristen / in dem 81. Jar / wol jetzund an dem Liechtmeß tag / O Got las dichs erbarmen / die noth vnd grosse klag. Es ligt ein Statt gar schoͤne / wol in dem Voitlandt / Schoͤneck wirdts neuen thone / ist vielen wolbekant / geschehen inn der Liechtmes zeyt / mit eines Muͤllers Knecht / der nam seins Meisters Weib. Der Muͤl⸗ ler war reicher gaben / het sehr viel Gelt vnd Gut / von den armen thet er schaben / stahl jnen den schweis vnd Blut / Da er all sein Kaͤsten speist / Da kam der Todt geschlichen / sucht jhn mit gantzem vleis. Neun wo⸗ chen vnd zwey Jhare / lag er in feinem Bett / das vn⸗ recht ich sag fuͤrware / Gott gewaltig straffen thet / er⸗ lamet hardt an seinem Leib / die Wuͤrme aus jhm krochen / bis sein end kam herbey. Sein Weib Kin⸗ der vnd gesinde / was in dem Hauß nun wahr / ver⸗ gassen des leids geschwinde / wie jhr dannn werdt er⸗ fahrn / Der Knecht nam das alte Weib zur Ehe / gut vnd Gelt noch viel lieber / kam jm zu ach vnnd wehe. Die Muͤllerin het ein Tochter / war schoͤn jung stoltz. von Leib / geliebt viel baß dem Stieffvatter / Dann das alt Ehlich Weib / do het der Teuffel gar kein ruh / biß das er thet anstifften / mordt jammer vnd vnrhu. Etlich zeyt war vergangen / wol in jhr beyder Ehe / mit rauffen vnnd mit schlahen / nun thut mich recht verstehn / die Tochter hets Stiffvaters huld / biß sie davon thet tragen / schweren Leib wol an der schuldt. Offt thet die Mutter fragen / wo dise sach her kem / dorfft sich doch nicht froͤlich wagen / der sachen vnder⸗ stehn / wann sie ein ernst wolt legen an / so wardt sie vbel geschlagen / von jhrem jungen Mann. Als Liechtmeß nun thet kommen / wol heur in diesem Jar / die Tochter die het vernommen / jhr zeit vorhanden wahr / das sie geleg eins Kind eins klein / der Vatter thet sich foͤrchten / er kem in ein geschrey. Verschicket seine Tochter / mit gelt vnd grossem gut / O wehe der grossen thaten / die der Teuffel richtet zu / durch jhrer beyder wil vnd wort / bis sie theten anrichten / manch jhaͤmerlichen Mordt. Wol itzt am Liechtmeß tagen war Jarmarckt in der Statt / dahin theten sie tragen Koͤchet inn manchen Sack / der Muͤller Muͤllerin vnnd gesindt / dieweil sich die Tochter schicket / vnnd machet sich von hin. Die Muͤllerin auff dem Mar⸗ cke / mit ach vnd bitterm schmertz / gantz schwach vnd auch nicht starcke / betruͤbet wahr jhr Hertz / der Muͤl ler schicket sich auch drat / dahin er het gewisen / sein Tochter auff die fart. Wol gegen dem liechten Mor⸗ gen hub sich jammer vnd noth / das alt Weib thet er⸗ morden / drey Kinder die schlug er todt / sein Stieffson solt auch mallen thon / den Steg het er gerichtet / er must ertrincken thon. Zwen Knecht die solten wan⸗ dern / wol an demselben tag / jr Leib verbran in Flam⸗ men / ein Kind vnd auch die Magdt / das Hauß het er gezindet an / Darnach thet er entreyten / zu seiner Tochter schon. Zu Falkana im Staͤttlin / solt sie sein warten thun / Do gelag sie des Kindleins / biß er thet kommen schon / die Voͤgtin sie balt fragen thet / wer do wehr der Vatter / balt sie bekennen thet. Jhr Stieffvatter thet sie sagen / der wer der Vatter sein / vnd gar in we⸗ nig tagen / wirt er balt bey jhr sein / man nam sein gar eben wahr / gar schoͤn thet man jhn auffheben / vnnd schreibet hin gehen Schoͤneck dar. Do kamen sie geritten / klagten den Boͤßwicht an / vmb seine boͤse dicken / die er do het gethan / sein Hauß het er gezindet an / Do durch so sind verbrunnen / 36. Heuser schon. Das Fewr thet sehr krachen / die Burger lieffen zu / im Hauß wolt niemandt erwachen / die Burger mit vnruh / stiessen das Hauß auff zu der stund / Do sa⸗ hens den grossen jammer / erschrackens von Hertzen grund. Sie theten weiter lauffen / bis sie kamen an das orth / siben Toden auff einem hauffen / wahrn jemmerlich ermoͤrdt / ach Gott sich an die grosse not / das die vnschuldigen Armen / liedten schmelichen Todt. Kans noch nicht vnderlassen / von wegen der grossen noth / mus anzeigen dermassen / was sich ver⸗ loffen hat / das Fewr kam in ein Wirtzhauß / theten jemerlich verbrinnen / 39 Menschen in dem straus. Das Fewr mit grossem schmertzen / nam vberhand im Hauß / viel Gest ohn allen schmertzen / sprungen zum Laden naus / als nackend ohn als gfehr / O Got las dichs erbarmen / die noth vnd grosse gfahr. Auch thu ich dir hertzlich klagen / das Fewr kam ins Rat⸗ haus / drey gefangen innen lagen / kunt man nit brin⸗ gen raus / schuldt halb sie darinnen warn / muͦsten jaͤmmerlich verbrinnen / in dieser grossen gfahr. Den jamer thu ich enden / was sich verloffen hat / den Muͤl ler thet man binden / mit sampt der Tochter drat / muͤ⸗ sten schawen die grosse not / die sich hat zu getragen / durch jhrer wil mordt. Den sie hetten begangen / mit jhrer buͤberey / riß jhn mit Gluͤenden Zangen / den dritten tag gar frey / schundt jhn lebendig / legt jhn auff das Radt / das wahr sein verdienter lohne / die er verdienet hat. Sein Tochter thet man nemmen / ward mit dem Schwerdt gericht / thet sie darnach verbrennen / jetzund habt jhr bericht / von diser jaͤmer⸗ lichen that / drum thut euch fleissig huͤten / fuͤr solcher schand vnd schmach. Die ander Newezeittung. Hoͤrt zu jhr Wucherer all gemein / Jch wil euch singen ein Liedlein klein / was sich zugetragen hat / im Land zu Meissen an dem end / in einem Dorff Schweisau genent. Darinn ein reicher Wu⸗ cherer sas / Hans Guͤnter er genennet was / viel Feld Guͤter er hat / darzu viel Heuser hin und her / mit Ge⸗ traid beschuͤttet alle schwer. Er wart nur auff die theure zeit / schund vnd schabet die armen Leut / Jn kein Kirch er nicht kam / veracht Gottes Wort wol an dem end / hat nit empfangen das Sacrament. Jn eilff Jaren sing ich fuͤrwahr / darzu hat er in die⸗ sem Jahr / viel Korn geschnitten ein / all Scheuren vnd Boͤden beschuͤttet wol / sein Hoff auch glegt gwal⸗ tig vol. Mit garben hoch / lang vnd auch breit / Tag vnd nacht sich darzu geleit / gleich wie ein Schaffhunt tut / bey seinen Schafen tag vnd nacht / seins getreids dieser wuchrer wacht. Hoͤrt wie es weiter thet ergan darnach stellet er sechs Drescher an / Jn seine Schew ren gross / die solten jm da an dem end / sein Korn vnd Traid außdreschen bhend. Sie legten an / vnd schlu gen drein / die koͤrner wurden Mucken klein / die gantz scheuren vol flug / brumbten vnd flogen hin vnd her / die Drescher erschracken alle sehr. Kamen vnd sag⸗ tens zu der stund / Dem kargen filtz geitzigen Hund / er wolts jhn glauben nicht: Verspottet sie da an dem end / Sprach: Der staub hat euch da geblendet So bald er kam zur Schewreu dar / verwandelt sich der Mucken schar / wurden Horneussel boͤß / vnd flogen baldt dem Boͤßwicht zu / mit brummen vnd grosser vnrhu. Zerstachen jm den seinen Balck / laut ruͤfft vnnd schrey der arge schalck / vmb hilff vnnd rettung schnell: Er weltzet sich da hin vnd her / Als ob er nit bey sinnen wehr. Sie stachen alle drein mit grim / die Drescher wolten helffen jhm / die flucht mustens bald geben: Sie stachen jhn drey gantzer stund / kein Mensch jm da nicht helffen kund. Sein Weib vnd Kinder stunden do / schreyen vmb hilff vnd Rettig / es war vergebens auch: Er must da jaͤmmerlichen ster⸗ ben / wol von den Hurneuselen verderben. Jn dem so kompt ein armer Mann / der wolt ein schoͤffel Korn han / man weiset jhn bald ab: Er aber bat noch im̄er zu / in dem so lauffet mit vnrhu. Die Fraw vnd wolt jm messen doch / der boden voller Wuͤrme kroch / ward als lebendig da: Vnd flog dauon wie ein binschwarm das hat gesehen Reich vnd Arm. Darnach nam man den Mann mit graus / vnnd zog jn ein in sein Haus / da lag er wol drey tag: Vnd stanck gleich wie ein todter Hund / Kein Mensch vmb jhn nicht bleiben kund. Darnach hat man ihn vnerlogn / mit fewer⸗ zangen heraus gezogn / hinder das Dorff geschleifft / eingrubens diesen Wuchrer faul / gleich wie man thut eim todten Gaul. Hie merckt jhr Wuchrer all ge⸗ mein / last euch dieses ein warnung sein / bekert euch bey zeit: Sauget nit aus den armen Mann / Gott wirdts nicht vngestraffet lahn. Auch noch ein Exempel vernimb / von eim Wuchrer in der Statt Wenn / der auch ihelingen starb: Der Gott grewli⸗ chen gfluchet hat / drumb das das Korn abschlagen that. Vnd der Exempel sind noch viel / die ich nicht all erzelen wil / Auch meldet Christus klar / Jn seinem Euangelio schon / wie es thet gahn dem Rei⸗ chen Mann. Hie mit wil ich mein Liedlein lahn / ich foͤrcht ich sing znulel daruon / jr sind gar viel im spiel / auch die es selber wehren solln / die sind am meisten solche geselln. Solche Wuchrer wol an dem end / warlich neunmal noch erger sind / denn die Raben all frist: wenden den Menschen beim leben an / das hat noch nie kein Rab nit than. Letzlich bit ich Frawen vnd Mann / jr wolt mir nichts vor vbel han / verman euch all ge⸗ mein: wolt euch bekeren jr lieben Leut / warlich her⸗ dringt die letzte zeit. Das Christus wird Richten in gemein / alle die Todt vnd lebendig sein / vnd jhnen lohnen wird: was sie auff Erden guts han than wie S. Mat⸗ theus zeiget an. Show less

Von einem Selbstmord eines Bauern und seiner Familie; "O Christe Morgensterne"
Erschreckliche / Warhafftige Zeitung / von einem Baw⸗ ren / welcher seinen Juncker vmb Korn zu leihen gebeten / das er jhm thet versagen / Vnd der Bawr daruͤber in ver⸗ zweifflung gefallen / wegen hungers nott sich selbst sampt seinem Weib vnd Kinder erhengt / auch wie hernacher der... Show more Erschreckliche / Warhafftige Zeitung / von einem Baw⸗ ren / welcher seinen Juncker vmb Korn zu leihen gebeten / das er jhm thet versagen / Vnd der Bawr daruͤber in ver⸗ zweifflung gefallen / wegen hungers nott sich selbst sampt seinem Weib vnd Kinder erhengt / auch wie hernacher der Edelman versuncken / Allen frommen Christen zur warnung in gesangs weise gestellet. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Son. Ein ander Gesang. O Christe Morgensterne / leucht vns mit hellem schein. Gedruckt im Jahre / 1581. MErckt auff jr lieben Christen Leut / was sich in dieser kurtzen zeit / new⸗ lich hat zugetragen / in diesem 80. Jar / den 24. Aprill das ist war / hoͤrt was ich euch thu sagen. Jm Land zu Preussen ein Doͤrfflein leit / von Dantzig ist es nicht gar weit / Bietow heist es mit namen / von einem reichen Edelman / des gleichen von seim Vnterthan / nun hoͤret allesamen. Der Bawer zu seinen Nachbarn gieng / sie vmb Brodt zubitten er anfieng / das jhm die Bawrn theten versagen / sie sprachen er solt zum Junckern gahn / die⸗ weil er wer sein Vnterthan / solt er jhm sein not klagen. Der Bawer vier kleine Kinder hett / den Edelman er bitten thet / Korn zuleihen oder zukauffen / das er jhm denn versagen thet / Er sprach / er selbst keines het / thet bald vom Bawren lauffen. Heinrich Rechenberg heist der Edel⸗ man / Gurgen Schultze war sein Vnter⸗ than / dem er das Korn thet versagen / nun hoͤrt wie es sich begeben hat / der Bawr der gieng bald auff der fart / welches ist sehr zubeklagen. Darnach nam er die Kinder sein / vnd hieng sie all inn Scharstein nein / darzu auch seine Frawen / letzlich er selbst auch hingieng / sich zu jhnen allen hieng / das ein jeder thet anschawen. Da nun darnach der Morgen an⸗ gieng / der Juncker zu dem Knechte an⸗ fieng / gehe hin thu den Bawren sagen / das sie mir dienen allesampt / vnd kum du wieder baldt zuhandt / vnd thu nicht nach alles fragen. Der Knecht der gieng zu jederman / darnach er zu Gurgen Schultzen kam / da fandt er niemandts darinnen / Er sach sich vmb hin vnd her / vnd ward gewahr ohn alles gefehr / das sie all inn Scharstein hiengen. Der Knecht von hertzen sehr erschrack / dem Juncker er die mehre bracht / vnd thet es jhm alles sagen / wie das Gurgen Schultz inn Scharstein hieng / sampt sei⸗ nem Weib vnd kleine Kindt / welches ist sehr zubeklagen. Dem Juncker es gar sehr verdross / Er sprach / Knecht sattel mir mein Ross / las mich solches anschawen / darnach be⸗ dacht er seinen Eydt / auch war es jm von hertzen leid / vnd thet jm sehr gerawen: Das er jm das Korn versaget hat / vñ druͤber geschehen war diese that / vnd reidt fuͤrs Bawren Hause / daraus ein schwar⸗ tzer Hundt bald kam / bellet den Juncker grewlich an / darob kam jm an ein grausen. Darnach der Juncker versuncken ist / mit sampt dem Ross in die Erde tieff / wie ich es hab vernomen / das alls ein straff Gottes mag sein / das er jhm versagt das Korn allein / kan auch nicht wider heraus komen. Man grub herumb an allem endt / wo sich der Juncker vnd Ross hinwendt / man kund jhn nicht heraus gewinnen / Er sanck immer tieffer hinein / jederman sprach das schafft Gott allein / darumb mag man sich wol besinnen. Darin stach er zwey Monat lang / man must jm bringen Speis vñ Dranck / wol fast auff die fuͤnff Manne / das ass vnd tranck er gar allein / noch kund er nicht gesettiget sein / so lang biß das sein stund kame. Darnach der Juncker gestorben ist / das Pferdt sprang heraus gesundt vnd frisch / wie wols so lang in die Erd war gestochen / auch nichts drin gessen vnd ge⸗ truncken hat / noch hat es ernehrt der liebe Gott / der lesset nichts vngerochen. Darumb jhr lieben Christen Leut / be⸗ trachtet dieses grosses leid / wol von dem armen Manne / das er gethan vmb hun⸗ gers not / vergas daruͤber den lieben Gott / der Teuffel bald zu jhm kame. Betet das jr nicht in versuchung falt / der Teuffel vmb vns herummer waldt / verschluͤnge vns gern allsamen / darumb hoͤrt Gottes Wort allzeit / das jhr nicht komet in hertzes leid / durch Jesum Christum / Amen. Das Ander Lied. O Christe Morgensterne / leucht vns mit hellem schein / schein vns vons Himels Throne / an diesem tun⸗ ckeln ort / mit deinem reinen Wort. O Jesu trost der Armen / mein Hertz hab ich zu dir / du wirst dich meiner erbar⸗ men / dein Gnade schencken mir / das traw ich gentzlich dir. Jch kan vnd mag nicht schlaffen / ich kan nicht froͤlich sein / Mir ist verwundt meine Seele / vnd fruͤchte der Hellen pein / O Christe erbarm dich mein. O Jesu lieber HERE / du einiger Gottes Son / von hertzen ich begere / du wollst mir helffen thun / du bist der gnaden Thron. Du hast fuͤr mich vergossen / dein Ro⸗ ses farbes Blut / das las mich HERR geniessen / troͤst mich durch deine guͦte / hilff mir das ist mein bitt. Jst dir verwundt so sehre / die arme Seele dein / thu du dich zu mir keren / ich wil dein Helffer sein / vergelten schuld vnd pein. Las du von Suͤnden abe / vnd biß ein frommer Christ / ich wil dich selber lieben / vnd schencken meinen Geist / der dich zum Himel weist. Jch wil dich selber speisen / mit meim eigen Leib vnd Blut / mein Lieb an dir beweisen / vnd wil dir theilen mit / mein Schatz vnd hoͤchstes Guͤt. O Jesu lob und ehre / sing ich dir alle zeit / den Glauben in mir mehre / das ich moͤg nach dieser zeit / mit dir eingehn zur frewd. Der vns dis Liedlin sange / so wol gesungen hat / Gott helff das vns gelin⸗ ge / im Leben vnd im Todt / durch Christi Wunden rot / Amen. Aus einem Rostoker Ex⸗ emplar gedruckt / durch Johann Balhorn. Show less

Spanisch-Niederländischer Krieg; 1582
Warhafftige newe Zeitung. auß Niderlandt. Was sich in der Kriegshandlung zuͦgetragen zwischen Koͤniglicher Mayestat auß Hispanien / vnnd dem Hertzogen von Alanzon vnd dem Printzen von Vrani⸗ en / darinn kuͤrtzlich gemelt wirdt was fuͤr Scharmuͤtzel Stuͤrm / vnd seltzame anschle⸗ ge... Show more Warhafftige newe Zeitung. auß Niderlandt. Was sich in der Kriegshandlung zuͦgetragen zwischen Koͤniglicher Mayestat auß Hispanien / vnnd dem Hertzogen von Alanzon vnd dem Printzen von Vrani⸗ en / darinn kuͤrtzlich gemelt wirdt was fuͤr Scharmuͤtzel Stuͤrm / vnd seltzame anschle⸗ ge getrieben / von dem 26. Hewmonat biß auff den 28. Herbstmonat dises 1582. Jar / Jn gesangsweiß gestellet / rc. Jm Thon. Ach Gott thuͦ dich erbarmen / durch rc 1582. NUN heb ich an zuͦ singen / hoͤrt zuͦ ir lieben Leut / Von wunder⸗ lichen dingen / geschehen in kur⸗ tzer zeit / wol in dem Niderlandt mit leidt / Geschach groß zwitracht vnnd streidt / hat Sechtzehen jar gestanden / noch ist kein frid vorhanden. Als nun Tausendt fuͤnff hundert / auch zwey vñ Achtzig fuͤrwar / das sich manich verwundert / den anschlag wunderbar / die geschach in disem jar / Dardurch mocht kommen groß ge⸗ fahr / jamer not vnd schmertzen / Gott troͤst all betruͤbte hertzen. Nach dẽ der Koͤnig auß Hispanien / groß Kriegßruͤstung mit gewalt / ge⸗ gen dem Printzen von Vranien / vnd dem von Alantson angestelt / wie jr jetzund werd hoͤren baldt / mit grosser macht vnd hinderhalt / thet er sich ruͤ⸗ sten rechte / mit Reutter vnnd Lantz⸗ knechten. Von Teuschen vnnd Walonen⸗ Spanier Taliaͤner gemelt / vnnd viler / ley Nationen / bracht man da zuͦ Felt / dem Hertzog von Barma gemelt war zuͦ jrem Obersten bestelt / Nider⸗ land solten sie zwingen / vnder die Spanier gehorsam zuͦbringen. Ein lauffplatz wirt beschriben / in eim Flecken Oppen genannt / vil hand sich da begeben / auß nahe vnnd fer⸗ rem Landt / sie wurden da bald ange⸗ rañt / verjagt das Fleck verbrañt / von des Printzen Volck wie ich vernom̄en / darinn guͦt beut bekommen. Noch weiter sie bestelten / ein Must⸗ terplatz wolt mich verstan / bey Lützel burg ich euch melde / da samleten sich so mancher Mann / Ruͤsten sich da auff dem Blan / wie sie den feind mochten bestan / in Brabandt theten sie rucken / wolten jhr heil versuͦchen. Jnn dem begab sich eben / der junge Graff von Egmondt / wolt dem Printzen vergeben / vnd schickt sich zuͦ der Stundt / zuͦ machen einen listigen bundt / dem Printzen wird die sachen kundt / hat jn zuͦ Gast geladen / ist dem Graffen nit wol gerathen. Das gifft het er verborgen / inn eim Gold Fingerlein hol / dardurch kam er in sorgen / wie jr werd hoͤren wol / mit Gifft gefült gantz eben vol / wann er dem Printzen zuͦ trinckẽ sol / ein schreub lein war darinnen / da kundt der gifft außrinnen. Er kund es nit anfangen / die that ward offenbar / Er ward gar bald ge⸗ fangen / vnnd noch zwen mit jm fuͤr⸗ war / die wurden auch gemartert zwar / sagten frey vnd offenbar / wie sie darnach außgiengẽ / den von Allenzon auch vmbzuͦbringen. Jren lon habens bekom̄en / die zwen wie ich euch bericht / einer hat jm selber das leben genom̄en / im g'fencknuß den halß absticht / dem andern war nicht wol geblicht / wart in vier theilgericht / vnd auff die Strassen gehangen / den Graffen helt man gefangen. Lier ein Statt ist gelegen / drey meil von Antoff ist bekandt / des Koͤnigs hauff merckt eben / haben sie geschwind berandt / den Obersten in der Statt zuͦ hand / hat sie schendlich verrahten mit schandt / die Statt verkaufft gar schonen / vmb etlich teusendt kronen. Der Frantzosen laͤger ist gelegẽ / bey der beruͤmptẽ Statt Gendt / die male contenten verwegen / haben sie bald angerand / scharmuͤtzen lang wol an dem endt / die Frantzosen nicht vnbe⸗ hend / werten sich zuͦ gleichẽ / die Spa⸗ nier muͦsten weichen. Sie wurden wol empfangen / wol von der Stattmaurẽ schon / mit Kar tonen vnd Schlangen / schossen sie so manchen Mañ / Sechtzehẽhundert bli⸗ ben auff der ban / sie setzten einander dapffer an / den Hasen steig muͦsten sie tantzen / die Frantzosen behielten die Schantzen. Ein Statt Lochen mit namen / von Defender gelegen nicht weit / vil Volcks kam da zuͦsamen / belegerten die mit leid / die darinn wol zuͦ der zeit / werten sich wie dapffer leut / die Buͤch⸗ sen hoͤrt man singen / darzuͦ die Ku⸗ geln klingen. Des Koͤnigs Oberster dermassen / mit seinẽ gantzen heer / die Statt wolt er nit verlassen / beschantzt sich weit vñ ferr / an beiden seiten mit gefaͤhr / thetẽ sie groß gegenwehr / endlich hab ich ver nommen / hat die Statt entsetzung be⸗ kommen. Jn kurtzer zeit gar rechte / kam der Graffe von Holoch / mit Reutern vnd Landsknechten / gar bald der Statt zuͦ zogen / mit Schotten vnnd Holen⸗ der kluͦg / Sie machten einen bund mit fuͦg / den Feindt theten sie suͦchen / vnnd fuͤr die Schantz hin rucken. Die Schantz theten sie anlauffen / vnd wolten nicht lassen ab / mit jhrem gantzen hauffen / die Buͤchsen gien⸗ gen klipper die klap / mancher kriegt ein guͦte kap / daß jm abrann der rote safft / vnd theten einander vmb jagen / zwey tausent wurden erschlagen. Der new Hertzog in Braband eben / ein junger feiner helt / der thet sich bald begeben / mit lust wol in das feldt / mit manchem Mann vngezehlt / bey der Statt Lier gemelt / hat er sein Laͤ⸗ ger geschlagen / mit dem Feind wil ers wagen. Der Printz von Conde freye / mit sampt dem jungẽ Ameral / auß Franck⸗ reich thetens ziehen / vom Koͤnig hat⸗ tends die wahl / seinem Bruͦder zuͦ helf⸗ fen in dem fahl / wol achtzehen tausend an der zahl / zogen Niderlandt zuͦ schü⸗ tzen / mit Spieß / Reüter vnnd Hacken⸗ schuͤtzen. Frantzosen / Gasconier fuͤr aben / inn Flandern ziehen thuͦn / mit dreyzehen Fendlin Schweitzer knaben / wurden wol empfangen schon / von der Landt⸗ schafft auff der ban / sie wolten einan⸗ der beystandt thuͦn / vnd sich brauchen dermassen / in keiner not verlassen. Die Koͤnigin auß Engellandt scho⸗ ne / schicket vil Kriegsuolck frey / von wegen der Religion / vnd vil Prouiant darbey / wider die Spanier ohn alle scheuh / vnd dies mit jhn meinen trew / den Koͤnig von Schottlandt zuͦ der stunden / der ist mit jnen verbunden. Vnnd woͤllens Gott lassen walten / wider die Spannische Rott / vnd wers mit jhn thuͦt halten / biß in die hoͤchste not / so bauwen wir auff den lieben Gott / der kan vns behuͤten vor allem spott / wer auff Gott thuͦt tranwẽ / sein thuͦn wirt jhn nicht trauwen. Hiemit so will ich lassen / mein Lied⸗ lin zuͦ singen schlecht / in kurtzer zeit der massen / so woͤllen wir weitern bricht / hoͤren fein wie es geschicht / Gott woͤll die verlassen nicht / die streitten fuͤr sei⸗ nen Nammen / durch Jesum Christum Amen. Getruckt zuͦ Wesel. Show less

Mordtaten von sechs Wirten und einem Mörder, 8. Januar 1582; Mordtat eines ungeratenen Sohnes in Mittelhausen
Zwo Newe Zeyttung. Ein Erbermliches vnd jemmerliches Lied / von Sechs Wierten vnd einem Moͤrder / mit namen Peter Nirsch / welcher des Stiers gesell gewesen / ist gericht worden zu Enssy inn Elsaß / den 8. Jenner / dieses 1582. Jars / Wie sie biß vber die 300. Mordt haben begangen / vnnd inn... Show more Zwo Newe Zeyttung. Ein Erbermliches vnd jemmerliches Lied / von Sechs Wierten vnd einem Moͤrder / mit namen Peter Nirsch / welcher des Stiers gesell gewesen / ist gericht worden zu Enssy inn Elsaß / den 8. Jenner / dieses 1582. Jars / Wie sie biß vber die 300. Mordt haben begangen / vnnd inn einer Geselschafft gefangen worden / Mit Namen Hans Loberer / Jacob Tritsch / Michael Hanawer / Hans Muͤller / Christoff Lutzanawer / Melcher Zilman / Wie dann hernach folget. Die Ander Newe Zeytung. Ein Erschroͤckliche vnnd Warhafftige ge⸗ schicht / So sich zu Mittelhausen im Ampt Alstedt am Hartz zugetragen / Daselbst ein vngeradener son seinen leiblichen Vatter im Hopffberg jem̄erlich ermor⸗ det / Auch Wie der Thaͤter daruͤber Gefangen / Vnnd seinen gebuͤrlichen Lohn / Mit ei⸗ nem Rad von vnden auff ge⸗ stossen / bekom̄en. Gedruckt zu Basel / bey Samuel Appiario / Jm Jar / 1582. HOrt zu jhr Frommen Christen⸗ leut / Was sich inn Kurtz verschiener zeyt / Newlich hat zugetragen / inn einer Stat Enssy genandt / daruon ich euch will sagen. Darinn die Kuͤnigliche Regierung ist / hoͤrt wie es darinn ergangen ist / sechs wiert hat man gefangen / mit einem Moͤr⸗ wolbekand / Peter Nirsch heist er mit namen. Derselbig ist gewest des Stierß gesell / wer jhm bekam der lied groß Quel / viel Mord hat er begangen / Das hat er bekend an strenger frag / Als man jhn hat gefangen. Wie er bey Pfortzhaim an dem ort / zwey groß bauchende Weiber hab ermordt / hab sie beyde thun auffschneiden / inn einem wald heist der Hagel⸗ schuß / Nam die Kinder auß ihren Leiben. Vnd schnit jhn bald die rechte haͤndlein ab / warff sie darnach wol vnder das Lab / nam jhre zwey hertzlein behende / Vnnd brauchet sie zu der Zauberey / Damit kund er verschwinden. Weytter be⸗ kendt er an der stett / Wie er mit seinem Son begangen hett / zwey vnd Sibentzig Morde / Darzu er jhn gezwungen hab / den richt man zu Baden an dem orte. Auch hab er im Wir⸗ tenberger Landt / vmb Wilbaden gar wol bekandt / manchem Man genommen sein Leben / sein Hertz das war verzweyffelt gar / dem Teuffel hat er sich ergeben. Da aber die stundt kom⸗ men ist / hat er anzeygt in kurtzer frist / viel erbaͤrmlicher mor⸗ de / die er allein hab gethan / Jnn den Landen an allen orten. An den Kramern vnnd Handwercks Gesellen schon / Er hab verschont weder Weib noch Man / Wañ man jm nach thet eylen / so hab er sich neben den Weg gestelt / gleich wie ein ver⸗ faulte Seulen. Jn einem Wald der heist der Forsch / Zwi⸗ schen Hagenaw vnd Kronweyssenburg groß / hat er manchen Burger zu todt geschlagen / das gelt hab er von jhm nemen thon / hab sie inns Wasser tragen. Wann man die Artickel all nach der that / Solt anzeygen wie ers begangen hat / es wer hierinnen zu lange / dann er hat vber die 200. Mord / erbaͤrm⸗ lichen begangen. Die fuͤrnembsten thue ich euch kund / wei⸗ ter bekent er zu der stundt / hett er noch ein Hertzlein gessen / so wolt er sich niemandts erbarmet haben / Der Teuffel hett jhn gar besessen. Darbey will ichs kuͤrtzlich bleiben lan / von den Wierten will ich heben an / Wie er zu jhnen ist kommen / Sie haben bald ein geselschafft gemacht / Das bracht jn keinen frõ⸗ men. Die wonten auff drey Meyl herumb / Sie waren da zusammen kommen / Der Nirsch der war der beste / Ein jeder bekandt alda seine Duͤck / Die sie begiengen mit jhren Gesten. Ein Welischer inn der Stuben gewiß / Denselbigen mann Schlaffen hieß / Ein Roßteuscher er ware / Der gab dem Wiert ein Sack mit Gelt / Den solt er jhm bewahren. Mann wieß Jhn inn die Kammer bald / Zwey Beth waren darinn inn der Gestalt / Darinnen solt er Schlaffen / Sein Hertz das war erschrocken gar / Die haar theten jhm empor lauffen. Ein Fewrzeug er da bey jhm hett / Ein Waxstock da wol an der stett / thet bald ein Fewer auffschlagen / Vnnd leuchtet vnder den Betthen rumb / Zwen tode darunder lagen. Den einen er da nam allein / Legt jhn wol inn das Beth hi⸗ nein / Thet er vnnder das Beth schlieffen / Zu Nacht da die Glock zwoͤlffe schlug / Die Moͤrder bald hinauff lieffen. Brachen in die Kammer an dem endt / Vund lieffen vber die Beth behendt / Den todten Mann sie ergrieffen / Vnd schlu⸗ gen da mit freuden darein / der vnder dem Beth thet Gott an⸗ ruffen. Auff das jhm kein Leydt da geschach / Biß das der Helle tag herbrach / Sie lieffen bald mit einander / Woll inn die Stuben mit frewden groß / theilten das Gelt miteinander. Schlembten da hetten ein Guten Mut / Der Welsch bald zu den Sachen thut / Da der tag her thet lauffen / Stal er sich heimlich auß dem hauß / schrye mordio im Dorff mit hauffen. Der Bawren war bald ein grosse schar / Lieffen mit gewerter hand auffs Wiertshauß dar / theten sie all gefangen nemen / Vnd fuͤhrten sie gehn Enssy in die Stadt / hoͤrt was sie haben thun bekennen. Da man sie hett an der strengen frag / Beken⸗ ten sie auff zehen Jar / das sie hetten Moͤrderey thun treyben / an den gesten nit allein / Sonder auch an jren eygnen maͤgden. Der ein bekendt da an dem ort / Seiner eignen Maͤgd hett er zwoͤlff ermordt / inn seim Keller in der gstalte / Hett jhn abge⸗ hawen Hend vnd Fuͤß / jhr Fleisch thet er einsaltzen. Jr hend vnd Fuͤß in der gstalt / hett er geworffen inns heimmlich gmach gar bald / dañ der Teuffel hett jn gar besessen / das ander fleisch in Pfeffer gekocht / den gesten geben Zu essen. Weytter be⸗ kenten sie an dem endt / Wie sie mit dem Wein vmbgangen seind / Das mag wol Gott erbarmen / das man jhn hab geren Trincken thon / Dasselbig kompt von einem Armen. Den man richtet mit dem Strang / Weytter bekennten sie fortan / Kein Mord thet sie vbeler rewen / Dann die juͤngst Magd die sie hetten vmbracht / Die hett sie gebetten mit Trewen. Daß sies solten beym Leben lhon / Hett jhnen die Fuͤß kuͤssen thon / Mit Weinen / Schreyen vnd Gelffen / Vnd war jhnen vmb den Halß gefallen / Das mocht sie aber nicht helffen. Also verzweiffelt waren sie frey / Kein bitten mocht nicht wohnen bey / in kurtz will ichs anfangen / Jhr Mord alle in einer sum̄ / Antzeygen wie sies haben begangen. Hundert vnd Zwey vñ Dreyssig Mord / Darumb sie musten leyden den Todt / Mit gluͤenden Zangen thet man sie ploͤcken / Vnnd schleyfft sie zu der Stat hinauß / Thet jhre Leib an die Pfel stecken. Vnnd macht ein Fewer in kurtzer summ / Thet sie braten drey gantzer Stundt / Also nam jr Leben ein ende / Darumb wañ die Birn zeytig ist / So felt sie ab behende. Drumb Spricht Christus im Euangelion / Stehet ab von Suͤnden vnd seyt from̄ / Vnd folget meinem Namen / Das jhr euch huͤt vor boͤser Geselschafft / Drauff sag ich froͤlich Amen. Die ander Newe Zeytung. MErckt auff jhr Christen jung vnd alt / Vnnd last euch gehn zu hertzen: Ein schrecklich that trawriger gstalt / So ich verkhuͤnd mit schmertzen. Mittelhausen ist es genandt / Jm Ampt Alstet gar wol bekant / ist warhafftig ge⸗ schehen. Doselbst wohnet ein alter Mann / Bey neun vnnd Sechtzig jahren: Sein namen will ich zeygen an / Burckhart Kirchberg ist ware. Jnn diesem jahr erschlagen ist / Als man jetzt ain vnd Achtzig list / den zweintzigisten Junij. Der hat gehabt ein einigen Son / Den liebet er mit trewen: Andreas Kirchberg nennt er sich schon / Ein Weib thet er jhm freyen. Vnnd halff jm zu eim eignen Hauß / Jnn einem Dorff gehn Winckel nauß / Damit er sich moͤcht nehren. Als nun der Vatter alters halb / Zur arbeit war verdrossen: Auch taͤch⸗ lich an krefften nam ab / Hat er bey sich beschlossen. Er woͤlt jhm schaffen ruhig tag / Damit er moͤcht ohn alle klag / Sein Leben hie zubringen. Darumb mit wolbedachtem mut / thet er sein gut hingeben: Wol vmb Fuͤnffhũdert guͤlden gut / So war er auch darneben. Ein hundert gulden schuldig zwar / Die wolte er ablegen bar / Damit er kaͤm auß schulden. Noch ein hundert wolt er damal / gehn Querfurt han begeben: Da⸗ selbsten wol inn das Spittal / Zubringen sein alt Leben. Das ander so vbrig wuͤrd sein / Solt alles sein Son Andreas fein / Nach seinem todt ererben. Aber der Son het drob verdriß / Vnd wolt so lang nit beyten: Eins boͤsen stuͤcks er sich befliß / Ließ sich den Teuffel reitten / Vnnd hielt mit seim Vatter ein strauß / Sprach: Vatter jhr halt nicht wol hauß / groß scha⸗ den werd jhr sehen. Die Stangen in dem Hopffberg drauß / werden sehr wegk gtragen: Darumb so geht mit mir hinauß Der sachen nach zu fragen. Ob dem erschrack der alle Mañ / Sprach: Morgen will ich außhin gahn / Heint will ichs las⸗ sen bleiben. Wie nun der Vatter kam in Berg / Die stangen las zusammen: So da all lagen vber zwerg / Der Son auch darzu kame / vergaß aller Kindlichen trew / schlug auff den Vatter hart ohn schew / das er zur Erden sancke. Darzu gar bald auffs Hertz jhm sprang / machet mit jm kurtz ende: Trat jhn biß das der Todt herdrang / Ach Gott der grossen Suͤnde. Begrub jn auch am selben ort / Von dannen gieng er wider fort / Heim in seins Vatters Hause. Fand daselbst die Stieffmutter sein / der schalck thet sie noch fragen / sprach: Mutter liebe Mutter mein / Jch bitt wolt mir doch sagen. Wo⸗ ist der Vatter kommen hin / Jch wils wissen / das ist mein sinn / Ach Gott des falschen hertzen. Die Mutter sprach: das weiß ich nicht / Jch hab gar nicht vernommen: Kan dir drauff geben kein bericht / Wo er mag sein hinkommen. Der Sohn antwort: Die sach mich krenckt / Villeicht hat er sich etwan ghenckt / kompt helfft mir jhn doch suchen. Wir woͤllen in den Keller gahn / Ob wir daselbst jn finden: Villeicht hat er jm leyd gethan / Der Mutter gund zu schwinden. Vnd dacht in keller kumb ich nicht / Sie fuͤrcht sich fuͤr dem Boͤsewicht / Er moͤcht sie auch vmbbringen. Also pflegt der schalck alle tag / Sein Vatter schmertzlich klagen: jedoch so gieng heimlich die sag / Er het in selbst erschlagen / drumb seind etlich gangen hin / Jn den Hopffberg zu suchen in / gerunen Blut sie funden. Drumb haben sie geschlagen ein / Gar lucker war die erden: Der moͤrdrisch Son halff auch zum schein / Ließ jm gar sawer werden. Bald funden sie den todten Mann / Der gantz frisch fieng zu bluten an / Hoͤrt zu dem grossen wunder. Der Rich⸗ ter sprach jhr lieben Leut / Jhr secht die schrecklich thate: Der Thaͤter muß ja sein nit weyt / Jm Ampt fragt er vmb rathe / Der Moͤrder wurd gezogen ein / Auch angeschmidt mit Arm vnd Beyn / Das er nicht mocht entrinnen. Des Morgens kamen newe Maͤhr / Wie man zur stunde: Des Vatters guͤr⸗ tel / Schuch vnd Wehr / in des Sons Haus hett funden. Da⸗ rauff ward der Thaͤter gefragt / Wiewol sein Hertz jm anderst sagt / Wolt er doch nichts bekennen. Der Amptman redet jhn selber an / Wol an dem selben ende: Andreas hastu die that gethan / So zeyg mirs an behende. Gereychen sol dirs zu Ge⸗ nad / Wo nicht der aller schmaͤlichst todt / Soll dir werden zu thaile. Hierauff zeyget der Moͤrder an / Bekennet frey dar⸗ neben: Er hette da den Mordt gethan / Jhm wer aber vrsach geben. Weil sein Vatter zu schaden jhm / Sein Gut also hat geben hin / Welchs er sonst hett ererbet. Jm Gefencknuß hat er auch bekant / Wo er nicht wer gefangen: So wolt er noch zwen Mord zuhand / Jnn Kuͤrtz haben begangen Nemlich an der Stieffmutter sein / Sein Weib solt auch des Todes pein / Schmertzlich muͤssen erfahren. Auff solch begangen Misse⸗ that / hat jn der Hencker gstossen: Von vnden auff mit einem Radt / Sein leben must er lassen. Doch hat er vor geruffen an / Den der fuͤr vns genug hat than / Vnd jm sein Seel befohlen. Ach lieben Christen all zu gleich / Last euch solchs gehen zu her⸗ tzen: Jr seyt alt jung arm oder reich / Gott lest mit jm nit scher⸗ tzen. Beweist den Elttrn zucht vnd ehr / Damit er euch langs Leben bescher / Wie Gott selbst hat verheissen. Wir bitten dich HErr Jesu Christ / Laß vns Genad bey dir finden: Be⸗ huͤt vns fuͤr des Teuffels List / Vnnd fuͤr dergleichen Suͤnden. Das wir leben fuͤrsichtiglich / Dein Reich besitzen ewiglich / Wer das be⸗ gert sprech Amen. Show less

Protest gegen Kalenderreform; Lied über die "Pfaffen zu Köln"; 1583
Zwey schoͤne ne⸗ we Lieder / Das erste wider den jetzt Newen jrrigen Bapsts Calender / was er vor nutzen vnd from men bringt / Darbey auch gemeldet wirt / von der heyllossen Jesuweitter Secten / was sie zu Prag außgericht haben / in diesem 1583. Jar / gar lustig zu lesen oder zu singen. Jm... Show more Zwey schoͤne ne⸗ we Lieder / Das erste wider den jetzt Newen jrrigen Bapsts Calender / was er vor nutzen vnd from men bringt / Darbey auch gemeldet wirt / von der heyllossen Jesuweitter Secten / was sie zu Prag außgericht haben / in diesem 1583. Jar / gar lustig zu lesen oder zu singen. Jm thon / Von Edler art / ein Jungfraw zart / rc. Das Ander / Ein Klaglied von dem Capittel vnnd Pfaffen zu Coͤlln / daß sie beklagen / wie sie den jetzigen Krieg / durch jren eigen mut willen haben angefangen / vnd jetzt endtlich vber jn selbst außgeht. Jm Thon / Willhelmus von Nassawe / rc. Gedruckt zu Eyßleben / bey Peter Enders. I. DEr Bapst hat sich aber bedacht / vnd hat ein neuwen Kram gemacht / das alt gilt jhm nicht mehr / was neuws das kaufft man sehr / mich wundert sehr dermassen / wie daß ers hat erdicht / den Kalender new / so gar vntrew / hat er auch zugericht. II. Vnd hat denselben außgesandt / anzunemmen in alle Land / durch der Jesuwitter Rott / die hal⸗ ten sein Gebott / vnd thun zusam̄en hetzen / Her⸗ ren vnd Fuͤrsten mit / es ist gedicht / vnd zugericht / zu verfuͤhren Land vnd Stett. III. Zehen Tag hat er gelassen auß / das Jahr ver= kuͤrtzt das bringet strauß / die Leut damit verjrrt / mancher sein hertz beschwert / er gedenckt vns zu⸗ verrahten / nit seinem falschen Bundt / ja wider Gott / vnnd sein Gebott / verwandelt zeit vnnd stund. IIII. Sonn / Mon vnd auch die Stern zuhauff / Pla⸗ neten vnnd deß Himmels lauff / muß er wol blei⸗ ben lan / trutz wenn ers wehren kan / es sind nur eytel Fuchßschwentzen / durch die Jesuwitter ge⸗ stellt / sie koͤnnen schon / new zeigen thun / eins wirt euch hie vermeldt. V. Hoͤrt zu ein seltzam abentheuwr / was sich da hat begeben hewr / zu Prag wol in der Statt / da es viel Jesuwitter hat / Glaͤser theten sie kauffen / in einem Fassz fuͤrwar/ brachtens behendt / fuͤrs Losament / hoͤr zu gar wunderbar. VI. Die Glaͤser thet man ziehen auff / wol in deß Jesuwitters Hof / das Fassz das brach entzwey / darauß folgt groß geschrey / der Boden thet auß⸗ fallen / ein Weib die saß darinn / sie fiel gar frey / ein Bein entzwey / mit schmertzen vnd grosse pein. VII. Das Weib das macht ein groß geschrey / die Leut die lieffen all erbey / sahen die Huren an / da sprach ein jederman / das sind seltzame Glaͤser / wor findt man die zukauff / sind das die Leut / voll Heiligkeit / nur weg mit dem gottlosen hauff. VIII. Hiebey so mag man merckt fein / wie from̄ die Esel weiter seyn / das nem̄et hie bericht / vnd noch mehr ander gschicht / gar heilig thun sie leben / ohne sünd wie man sagt / einfeltigklich / ja hinder⸗ sich / wie man die Spiessen tragt. IX. Mit recht so moͤgens ja wol seyn / die falsch Prophetẽ in gemein / das Christus vor hat gsagt / in seim Euangelio klagt / Schaffskleider thun sie tragen / die Jesu zu wider gut / weisen die Leut / zu der heiligkeit / wie der Wolff den Schaffen thut. X. Weren die Sanweitter nicht geborn / so hett der Bapst sein Reich verlorn / von Rom sind sie gesandt / geschicht in alle Landt / es sind die rech⸗ ten Gsellen / sie flicken sich hinein / sie bauwen fest / die lose Gest / in einem heiligen schein. XI. Der Teuffel hat sich gar vermessen / er hat sein letsten Dreck geschissen / macht ein gestanck mit leyd / in gantzer Christenheit / das sind die Esel⸗ weitter / jr Namen bringens mit / sie tretten ein / in Engel schein / verfuͤhren Land vnd Stett. XII. Darumb bitt ich ein jeden Christ / daß jhr euch huͤt fuͤr jhrer list / wol fuͤr deß Teuffels gifft / daß er euch nicht ergreiff / so bittet Gott alleine / vertrawt jm allezeit / er hilfft vns fein / vnd anders kein / biß in die ewigkeit. Das ander Lied. 1. ACh Gott wir arme Pfaffen / wie waren wir so bedacht / daß wir die grosse Straffen / vber vns selbst ge⸗ macht / zu Coͤllen an dem Rheine / da sassen wir gar fest / erst wirt vns angst vnd peine / was wirt darauß zuletst. 2. Der Bischoff thet vns bitten / wir solten sitzen still / vnnd all vnruh ver⸗ mitten / er wolt nach vnserm will / vns freye lassen leben / nach alter gerech⸗ tigkeit / das war vns gar nicht eben / onder gaben jm bescheidt. 3. Kein Lutherischen voraben / der da hat ein Gemahl / wir wolten einen ha⸗ ben / vnsers Glaubens vnnd gfall / wir theten jn hart beklagen / wol vor dem Bapst zu Rom / er thet vns viel zusa⸗ gen / vnd hat vns nicht gethan. 4. Vieln Herren theten wir schreiben vmb hilff vnnd auch beystandt / den Bischoff zuvertreiben / zu jagen auß dem Landt / viel Geldt mußten wir statten / fuͤr Reutter vñ Landsknecht / sie schuren vns die Platten / geschicht vns eben recht. 5. Von Deutschen vnd auch Wahlen / die Spanier auch mit grauß / die sol⸗ ten wir bezahlen / ach weren sie wider nauß / vor Bonn sind sie gezogen / vnd haben nichts außgericht / deß sind wir gar betrogẽ / wir doͤrffens klagẽ nicht. 6. Wir waren so gar gescheidig / in vn⸗ serm stoltzen mut / daß wir den Bischof von Lüttig / namen fuͤr recht vnd gut / wider die Landtschafft fromme / er⸗ wehlten jn dermaß / ich foͤrcht es werd vns bekommen / gleich wie dem Hund das Graß. 7. Die Ritterschafft inn Westphalen / die wollen jn nicht han / den alten Bi⸗ schoff zu malen / dem thun sie beystand thun / sind all Euangelisch worden / ist vns ein grosse klag / Ach wehe vns Pfaffen Ordẽ / vns nie so leyd geschah. 8. Viel Fuͤrsten in der summa / die ge⸗ ben jhm den Wahl / noch thut noch ei⸗ ner kommen / ist vns ein groß vnfall / Hertzog Hans Casimirẽ / Pfaltzgraf⸗ fe an dem Rhein / das lachen wirt vns thewre / kompt er zu vns hinein. 9. Hettn wir dem Bischoff frommen / kein widerstand gethan / den neuwen nicht angenommen / so weren wir wol bestahn / hetten jhn lassen leben / glau⸗ ben nach seinem will / so wern wir wol geblieben / sessen noch ruͤhig vnd still. 10. Der Geitz hat vns besessen / groß Hurenleben vnnd pracht / voll sauffen vnnd auch fressen / hat vns darzu ge⸗ bracht / dBurger haltẽ vns vor Affen / zu Coͤllen an dem Rhein / wir Moͤn⸗ chen vnd die Pfaffen / wie moͤcht vns leyder geseyn. 11. Ach heiliger Bapst zu Rome / nun schleuß auff deinen Schatz / thut vns zu hülffe kom̄en / wir halten sonst kein platz / wir haben euch geschworen / jhr seyt der Principal / die Platt wirt vns geschoren / gantz sauber vnd gar kal. 12. Jhr habt vns darzu gerahten / ach heiliger Roͤmischer Gott / daß wir so heiß muͤssen baden / vnd stehn in gros⸗ ser not / wurden wir vberwuudẽ / muͤßt jhr auch halten an / wie Butter an der Sonnen / so werden wir bestan. End. Show less

Eheschliessung des Kurfürsten und Bischoffs von Köln, 1583; Angriff auf die Stadt Andorf, 1583
Warhafftige Zeitung zwo / Die erst / Von dem Loͤblichen Churfuͤrsten vnd Bischoff zu Coͤllen / wie er sich in Standt der Ehe begeben hat / auch durch das gantze Churfuͤrstenthumb / die Augspurgische Confession an⸗ genommen. Jm Thon / O reicher Gott im Throne. Das Ander Lied / von der ver⸗ ... Show more Warhafftige Zeitung zwo / Die erst / Von dem Loͤblichen Churfuͤrsten vnd Bischoff zu Coͤllen / wie er sich in Standt der Ehe begeben hat / auch durch das gantze Churfuͤrstenthumb / die Augspurgische Confession an⸗ genommen. Jm Thon / O reicher Gott im Throne. Das Ander Lied / von der ver⸗ raͤhtterlichen anschlag vnnd Blutuer⸗ giessung / so der Hertzog / von Alanzon der Stadt Andorff zugemessen / doch durch Gottes genad verhindert worden / vnd vber den Thaͤttern selbst aus⸗ gangen / auch vber die drey Tausent / so die Buͤr⸗ ger erschlagen. Anno 1583. Wjr Gebert von Gottes gena⸗ den / Ertzbischoff von Coͤllen fein / erwehlt darzu gerahten / ein Chuͤrfuͤrst an dem Rein / ein Cantzler vor allen / des heiligen Roͤmischen Reich / durch Jtalien zu malen / ein Hertzog zu Westfalen / be⸗ kennen jetzt vor menniglich. Das ich hab angenomen / das liebe Evangelium / durch Gottes gnad be⸗ kommen / das jetzt gar hell vnd schon / mit frewden thut entspringen / wie ein Brunnenquel / die Harpffen hoͤrt man klingen / durch Gottes lob herdringen / das bringt vns freuden viel. Nach dem vns Gott geruffen / zu einem thewren Wort / so hab ich vnd wil hoffen / dasselb zu pflantzen fort / in Kirchen vnd Schulen eben / nach der Augspurgische Confession / dieweil ich hab das leben / wil ich schuͤtzen vnd he⸗ ben / die Christliche Religion. Des wir gebiten vor andern / Graf⸗ fen vnd Ritterschafft / Oberkeit vnd Vnterthanen / inn vnserm Gebit be⸗ hafft / das jhr euch thut befleissen / im gantzen Land und Stedt / nach Christ⸗ licher weise / zu Gottes lob vnd preise / ist vnser ernstlich befelch vnd bit. Man sol auffsehen vnd mercken / das keiner den andern beleidige sich / ein recht Gebrauch der Kirchen / soll auch werden auffgericht man sol einan der nicht schmaͤhen / in glauben sachen viel / sondern ein ander vbersehen / mit⸗ ler zeit wuͤrds wol geschehen / gericht nach Gottes wil. Wir habens in der lenge / nicht koͤn⸗ nen vnter lahn / denn wir vor Gottes vrtheil strenge / vor seiner almacht muͤs sen stahn / vñ sollen rechenschafft geben wol fuͤr die gantze gemein / das man sie wisse eben / den weg zum ewigen leben / nach Gottes willen vnnd Gebott gar fein. Dañ Gott der Herr ist ein pflichter / von der gerechtigkeit thewer vnd heist ein gestrenger Richter / vnd auch ein verzertes fewer / wer seinen willen thut wissen / vnnd thut darwider stan / der wird von Gott gerissen vnd aus seim Reich geschmissen / HErr halt mich auff deiner ban. Durch dein wort thu ich vergoͤnnẽ / zu predigen das Euangelion / welches vns ist zukomen / durch Christum dei⸗ nen Son / wiewol mich werden hassen / mein widerpart mit pracht / so bit ich Gott dermassen / er wird mich nit ver⸗ lasse / sondern schuͤtzẽ durch sein macht. Denn ich kond nicht versagen / gar viel der Christen bit / die hungrich vnd durstig lagen / vnnd wurden gespeiset nicht / sondern theten fleissig jagẽ / wol nach der gerechtigkeit / ja alle stundt vnd tagen / ich kunds jn nicht abschla⸗ gen / wie Christliche Oberkeit. Man wird mich hassen võ hertzen / das wir angenomen hand / ein Gmael ohn allen schertzen / zum Christlichen Ehstandt / welches Gott selbst gerich⸗ tet / zu meiden Suͤnd vnd schand / das woͤllen sie vernichten / mit jhrem fal⸗ schen Tichten / vnd haben doch keinen bestandt. Des bitten wir alle Fürsten / vnd Stendte des Roͤmischen Reich / die nach der gerechtigkeit duͤrsten / das sie mit vns auch gleich / in allen Stedten gemeinen / vnnd allen Christen mit bscheid bittet Gott gar feinen / zu vn⸗ terhaltung seins worts reine / biß in alle Ewigkeit / Amen. Das Ander Lied. NVn hoͤret mit fleiss jetzt alle gleich / jhr lieben Christen arm vnd reich / was geschehen ist in kurtzen Tagen / zu Andorff in dem Niderland / erhub sich grosse noth vnd klagen. Wol durch den Hertzog von Alan⸗ zon / des Koͤnigs Bruder in Franck⸗ reich schon / sie haben jhn angenomen / fuͤr ein Hertzog in Brabant / mit we⸗ nig nutz vnd frommen. Er hat zweymal sein Eid gethon doch aus falschen list vnd wohn / viel Kriegsleut seind vmbkomen / schwei⸗ tzer vnd Frantzosen gemelt / achtzehen tausent in einer summen. Der Muster platz der war bestelt / vor Andorff in dem freyen Feld / der von Alanzon war darinnen / er langt an die Herrn vnd Burgerschafft / das sie jhm wolten verguͤnnen. Das sie die Obersten vnd Haupt⸗ leut / mit 4. Tausent fuͤrneme Kriegs⸗ eut / wolten einnemen ich melde / wañ die grosse kelt fuͤruber wehr / wolt er sie wider fuͤren zu felde. Man verguͤnts jhm denselbigen tag / nun hoͤrt zu wie es geschach / Er rit ins Laͤger geraden / vnnd machet einen falschen anschlag / vnd wolt die Stadt verrahten. Der Printz von Vranien war auch in der Stadt / der Hertzog schickt jm bottschafft trat / zum dritten mahl thu ich sagen / er solt mit jm kommen / vnd sein Volck beschawen / der Printz thets jm abschlagen. Etliche Obersten zogen hin nein / mit vier tausent inn gemein / das thet jn nicht gelingen / die Thor woltens einbehalten frey / der gantze hauff thet hernach dringen. Drey Tausent waren schon in der Stadt da erhub sich jammer vnnd vnraht / ein geschrey thet sich erheben / jr losung war / stich Todt / stich Todt / so lang einer hat das leben. Die Buͤrger wacht erstachens mit grim / ein gewaltiger Lerm war vn⸗ gestimb / die Buͤrger lieffen zu an allen seiten / die gassen Ketten zogen sie bald auff / da erhub sich an gros streitten. Drey Tausent thu ich euch kund / wurden in einer viertel stund / erschos⸗ sen vnd erstochen / was sie der Stadt hetten zu gemessen / das ward an jhn selbst gerochen. Vier Hundert vom Adel sind gan⸗ gen drauff / darzu die fuͤrnembsten in dem hauff / Frantzosen Schweitzer vnd Welschen / die morgen Sup war jhn gekocht / der bratten war versaltzen. Drey Hundert Buͤrgern inn der summ / seind in dem Lerm kommen vmb / der von Alanzon saumbt sich nicht lang / ist entflohen mit schande / das lob hat er empfangen. Vnd hat sein volck da stecken lan / wie sein Bruder zu Polen hat gethan / ist er auch ausgerissen / hat woͤllen ver⸗ rahten das gantze Land / sein trew vnd ehr vergessen. Er hat ein Blutbad woͤllen richten an / wie sie zu Pariß haben gethan es ist ein sprichtwort bey den alten / der Wolff lest sein tuͤcken nicht / das Lob werden sie behalten. Hiemit hat diß Lied ein end / Gott alle ding zum besten wend / behuͤt vns alle zusammen / in gutem fried vnd ei⸗ nigkeit / durch Jhesum Christum / A⸗ men. Erstlich Getruckt zu Coͤlln. Show less

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