Belagerung und Eroberung von Maastricht, 1579
Ein schoͤn War⸗ hafftich vnd Erberm⸗ lich Liedt / Von der gantzen belagerung / vnd eroͤberung der Stadt Mastricht / Darinnen vermeldet wird / der Jemmerliche Mord / etc. So geschehen ist in die⸗ sem jetzlauffenden 1579. Jar den 29. Junij. Jm Thon / als man das Lied von Vlmitz singet. ACH... Show more Ein schoͤn War⸗ hafftich vnd Erberm⸗ lich Liedt / Von der gantzen belagerung / vnd eroͤberung der Stadt Mastricht / Darinnen vermeldet wird / der Jemmerliche Mord / etc. So geschehen ist in die⸗ sem jetzlauffenden 1579. Jar den 29. Junij. Jm Thon / als man das Lied von Vlmitz singet. ACH Gott ich thu dirs klagen / Den jammer vnd die not / Was sich in kurtzen tagen / Newlich zugetragen hat / Jn diesem lauffenden Jare / Wie ich euch thue bericht / Jm Niederlandt ist wahr / Man hats leider erfahren. Wol in der Stadt Mastricht. Dafuͤr so ist gezogen / Der Hertzog von Parma schon / Jst war vnd nicht erlogen / Mit also manchen Mann / Achtzig Tausent zu mahlen / Bracht er geruͤst zur wehr / Von Spanniern / Deudschen vñ Walen / Die Stadt zu vberfallen / Das war all jhr begir. Heuser / Tuͤrme vnd Mawren / Schossen zu grundt mit macht / Die in der Stadt vnd trawern / Sie gebrauchten sie Tag vnd Nacht / Machtens fester denn vorne / Scharmuͤtzelten offt vnd geschwindt / Das thet dem Feindt zoren / Er hat ein Eyd geschworen / Zu ermorden Weib vnd Kindt. Anderthalb Hundert vom Adel / Vnd zwey Tausent Bawren gut / Brauchten sich ohn alln thadel / Mit Buͤrgern vnd Knechten gut / Sie liessen den lieben GOtt walten / Jn aller noth vnd leidt / Die Jungen mit den Alten / So lang sie es koͤndten halten / Gott geb jhnen die ewige Freyheit. Vier Monat lang ongefehr / Die Feindt sie belagert hatten / Ein tapffere gegenwehr / So fandt er in der Stadt / Viel anlauffens Stuͤrmen eben / Hat er dafuͤr gethan / Das kostet vielen jhr leben / Wie offt sie wieder anheben / Sie muͤsten alle dauon. Gar offt haben sie sie eingelassen / Gar weit biss in die Stadt / Sich verstochen in Heusern vnd Gassen / Vnd dann geschwindt vnd drat Zu hauff darin geschlagen / Frey muhtig vnd weit / Theten sie zu ruͤgk ausjagen / Das der Feind selber thet sagen / Es weren Redtlich Leut. An vielen oͤrtern sie angefangen hattn Die Feinde mit gewalt / Die Stadt zu vntergraben / Mit Puluer zersprengen baldt / Aber jhnen alle wegen / Jhn missrecht das geluͤcke / Die in der Stadt gros kuͤnheit pflegen / Gruben jhm wider entgegen / Vnd merckten auff seine tuͤck. Auff einen Sontag spaden / Stuͤrmeten sie mit aller macht / Vnd lidden grossen schaden / Das wehrete eine gantze Nacht. So gar in einer hitzen / Biss auff den Montag gemein / Die Feinde mit jhrer witzen / Tobeten mit mur vnd schwitzen / Biss auff die Graben hinein. Auff Petri vnd Pauli tag eben / Das ich mit warheit sag / Haben sie es angetrieben / Biß auff den Vierden schlag / Die Buͤrger vnd die Knechte / Stritten mit muthen frey / Gantz Ritterlich theten sie fechten / Weiter mercket mich rechte / Wie es ergaugen sey. Auff den gemelten Tagen / Haben die Helden gut / Neun Stuͤrm abgeschlagen / Mit eines Lewen muth / Der Feind thet anlauffen / Den Zehenden Sturm fuͤrwar / Die in der Stadt zu hauffe / Die muͤstens da bekauffen / Das bracht jhn gros gefahr. Da nun die Buͤrger waren / Jn jrer besten gegenwehr / Kommen vnder der Erden her / Drey Tausent ohne zagen / Biß auff den Marckt gar weit / Haben von hinden darein geschlagen / Da erhub sich jammer vnd klagen / Ach GOtt / vnd grosses leidt. Da erhub sich hawen vnd stechen / Gar grewlich mit gefehr / Die in der Stadt muͤsten weichen / Von dem Walle vnd Wehre / Die Feinde theten fallen / An allen oͤrten ein / Gros geschrey vnd schallen / Erhub sich dazumalen / Vnder grossen vnd auch klein. Sie lieffen zusammen mit gewalte Die Kriegsleute in der Stadt / Doch kundten sie nicht erhalten / Sie waren viel zu matt / Sie wuͤrden alle erstochen / Jn einem grimmigen muth / Jhr trewe haben sie nicht gebrochen / Das lob sey jhnen gesprochen / Sie bezaltens mit jhrem Bluth. Kein gnad war da zu finden / Alles was da leben hat / Manns / Frawen vnd Kinder / Sie muͤsten ohn alle gnad / Sterben all gemeine / Wol auff demselbigen plan / Die grossen mit den kleinen / Mein Hertze das muͤste weinen / Wenn ich gedencke daran. Eilff Tausent wehrhafftiger Helden / Sind dar vmbkommen geschwindt / Das Jung Gesinde kan ich nicht melden / Vnd dennoch Weib vnd Kindt / Gewaltig viele Tausent / Sind ermordet schwer / Sie theten schrecklich hausen / Das manchen solte grausen / Jn Landen nahe vnd ferne. Das Bluth sahe man fliessen / Wol vber die Gassen weit / Ach Gott las dichs verdriessen / Den jammer vnd das leidt / Viel Tausent in gemein / Ertruncken sich selber mit klag / Ja manch mutter mit weinen / Erseufften jhre Kinder kleine / Vnd spruͤngen denn darnach. Die Bruͤcke brachen sie ab gleiche / Vber das Wasser die Maess genant / Was darauff thet weichen / Die muͤsten allesampt / Zu hauffen ersauffen thuen / Mit jammer vnd noth / Die Maess war gefarbet schon / Wol etliche Meile von dannen / All von dem Blute roth. Den Mordt triebens mit eilen / Drey gantzer lange stund / Das geschrey vber ein Meilen / Man gar wol hoͤren kundt / Der Oberste lies verbieten / Wol durch die gantze Stadt / Sie solten sich vermeiden / Mit Morden vnd wuͤten / Was noch das leben het. Ein Tausent wehrhafftiger Mann ge⸗ Hat man gefunden gemein / (schwindt Von Weibern vnd von Jung Gesinde / Die zael war gar klein / Sie sind beym leben blieben / Wol zu denselbigen zeiten / Der Stadt Weich thet sich auffgeben / Auff gnad Leib vnd leben / Gott weis wie es jn hinfurt gehet. Also ist vberfallen / Mastricht die wirdige Stadt / Ermordet / gepluͤndert zu malen / Ach Gott gib deine gnad / Falsch anschlege vnd allerman / Braucht man zu diesen zeiten / HERR Gott las dirs erbarmen / Es gehet nur vber die Armen / Man verwuͤst nur Landt vnd Leut. Show less

Brand von Kind bei Hohenelbe
Ein Erbermli⸗ che vñ Erschröckliche newe Zeittung / von einẽ Fünff jerigen Kind so im Stettlein Hohen Elbe / vnter dem Herrn Wilhelm Mirskowzky / geboren ist worden / da Gott sein gerechtes Vr⸗ theil vber dises Kindt gesandt hat / das es vom Hellischen Fewer angezündet / Allen Bußfertigen... Show more Ein Erbermli⸗ che vñ Erschröckliche newe Zeittung / von einẽ Fünff jerigen Kind so im Stettlein Hohen Elbe / vnter dem Herrn Wilhelm Mirskowzky / geboren ist worden / da Gott sein gerechtes Vr⸗ theil vber dises Kindt gesandt hat / das es vom Hellischen Fewer angezündet / Allen Bußfertigen Menschen zur war⸗ nung / vnd der boͤsen Welt zum ab⸗ schrecken / vom Fluchen vnd Füllerey. Jm Thon. Kompt her zu mir spricht Gottes Son. Erstlich Gedruckt zu Gör⸗ litz / durch Ambrosium Fritzschen. 1579. SChweiget jetzund ein wenig still / hoͤrt was newes ich singen will / wie sichs hat zugetragen / inn ei⸗ nem Stettlein im Boͤhmerlandt / hohẽ Elbe ist es genannt / das will ich euch schon sagen. Hierauff wohnet ein Biderman / Heinrich Hancke heißt er mit nam / sei⸗ nes Handtwercks ein Tischler / der hat ein Weib vnd auch vil kind / in diser boͤ⸗ sen Welt geschwind / legt jm Gott auff das Creutze schwer. Mit seinem aller jüngsten Son / dẽ er Johans hat teuffen lan / war alt an⸗ derthalb Jare / vber dẽ kam die Gottes rach / ein jeder sollichs klerlich sah / wie noch ist offenbare. Zündet vom Hellischen Fewer an / das jm kein Artzt nicht helffen kan / da⸗ für vns Gott behuͤte / man siht allzeit das Kind so rot / als leg es in einr Few⸗ res gluͦt / die hitze auß jm wuͤtet. Teglich wechßt jm ein newe haut / die alt verbreñt an jm man schaut / vor qual der grossen hitze / die haut felt wie Fischschupen herab / im heissen Wasser wescht mans ab / drinn muß es allzeit sitzen. Heisser dañ mans erleiden kan / das Wasser wirt als Weiß daruon / einer kalcklaugen gleichet / in solcher grossen hitz vñ pein / thut das kindlein wehkla⸗ gen schreyẽ / ein hitz der andern weichet Das kind muß alle morgen han / ein halb quart Brantenwein voran / sonst plaget es die Hitze / die es hat mit gros⸗ ser gewalt / der brantwein kuͤlt dz kind⸗ lein bald / das es gantz still thut sitzen. Gar ist es wider die natur / ein halb quart in eim truncke pur / Brantewein außzutrincken / damit zeigt Gott den Seuffern an / so sie solche laster nit lan / zur Hellen muͤssen sie sencken. Groß ist der Eltern weh vnd klag / die sie fuͤhren teglich all tag / ja vber jrẽ Kinde / groß Gelt sie darauff gewendet han / noch moͤgen sie finden keinẽ Man / der jm da helffen kuͤndte. Man hat geschicket hin vnnd her / nach Doctorn / Ertzten / weit vnd ferr / wer sich wolt vnderwinden / ein jeder spricht es sey allein / der Werlet zũ exem pel fein / jr teglichen grossen Sünden. Groß jamer stellet der knabe klein / schreyt zu Christo in Himel hinein / das er sey je geboren / dieweil er solch Creutze muß han / wie ich euch jetzt will zeigen an / den Tod hat er erkoren. Zur Nacht muß er in hitze sein / inn vil bette geletet ein / mit grosser not vñ klage / die er auch fuͤrt die gantze nacht daruon mancher Nachbar erwacht / biß zu dem liechten Tage. Leßt man es fruͤ bald vngebadt / das es keinen Brantenwein nicht hat / wirds an die Lufft getragen / so springt jm auff all sein Leib / manch hundert Wunden tieff vnnd weit / da hort man groß Wehklagen. Das kompt alles von hitze groß / man sicht das rohe Fleisch so bloß / als wer der Leib zerschnitten / all Werlet wundert sich daran / wie es ein Mensch erdulden kan / vierdthalb Jahr hat ers erlitten. Welche Gott lestern schenden sehr / die kom̄en zu dem Kinde her / vnd scha⸗ wen jm sein Wunden / wie Gott der Al⸗ mechtig hat / ein scharpffe Geisel also drat / auch vber sie gebunden. Zur Straff der boͤsen Eltern all / die Wuͤnschen / fluͤchen allzumal / das dichs Hellisch fewr anzünde / solchs ver⸗ henget offt Gott der Herr / das grausam schelten nicht geht lehr / an jhren eignen Kinden. Wie Lazarus der arme Man / also schaw dises Kindlein an / vorn Reichen muß es leiden / zu jhrm Exempel solche hitz / welcher in Fressen Sauffen sitz / biß er von hinnen soll scheiden. Denẽ gehts nach des fleisches mut in pacht / gesund / in grossem gut / thun sie gar bald erkalten / darumb schickt Gott vil truͤbsal her / damit das fleisch gezüchtiget werd / zu ewiger frewd er⸗ halten. Bey aller welt ists nie erhort / solch schrecklich plag an einem ort / wie Gott an diß Kind sendet / solch Kranckheit niemand versteht / der disem Kinde ret⸗ tung thet / biß jms Gott wider wendet. Ach lieben Christẽ buße thut / durch Jesu Christj thewres blut / der wolt vns sein Gnad geben / auff das wir vns be⸗ kehren drat / das wir erlangen Goͤttlich Gnad / vnd dort das ewig leben / Amen. Ein Ander Lied. ES ist auff Erd kein schwerer leidt / dann wann eins von seinem Gott abscheidt / der bitter tod / mit seiner not / Teglichen Mordt / ist dagegen vol Frewden. Es ist auff Erdẽ ein werde Statt / Christliche Kirch Jhren Namen hat / wer da will sein / ein Burger fein / schick sich darein / volg Gottes Rath hieriñen Das Goͤttlich wort rein vnd zart / inn diser Statt sein wohnung hat / wie mans betracht / Gotts wort veracht / mein hertz verschmacht / dañ ich besorg Gottes Vngnad. O Edles Wort / du hoͤchster Hort / wie schoͤn leuchstu an manchẽ ort / auff das wir fein / on falschen schein / Heilig vnd rein / vnser leben verbringen. O Mensch gedenck der gutẽ stund / das du mit Gott hast gmacht ein bund / der Welt absag / den Teuffel schlag / mit Gott als wag / Christum bekenn dein Herren. Jch bin verwundt / das sag ich dir / all Christen klagen das mit mir / das man nicht mehr / Gott gibt sein Ehr / in seiner Lehr / die Warheit wirdt verach⸗ tet. Die Heuchlerey nimbt vber hand / vil Sünd regieren alle Land / wer das mehr sagt / wirdt hart geplagt / ja gar veriagt / das klagen jetzt vil Christen. Das wirt in die leng nicht beston / Gott wirdt der Welt geben den lohn / wirdt richten recht / das Gottloß Ge⸗ schlecht / das jn geschmecht / wirt sie all thun inn banne. Vil hoffen da die Seligkeit / bitten nicht das sie Gott bereit / ohn Buß vnd Recht / woͤllen sie schlecht / nur sein Ge⸗ recht / das wirdt jhn nicht gelingen. O du frommer vnd getrewer Gott halt mich bey dir in aller not / auff das ich schlecht / die Warheit recht / allzeit verfecht / kein gwalt mich thuͦ abschre⸗ cken. Wañ meine Freundt gleich rieten mir / die Warheit zuuerschweigen dir / so sterck du mich / gewaltigklich / das ich moͤg dich / biß inn den Tod bekennen. Weich nicht von mir o lieber Herr / sonder dich freundtlich zu mir kehr / den augen mein / gib gutẽ schein / mein hertz mach rein / dein Wort laß nu mir leuch⸗ ten. Du from̄er Gott im hoͤchsten thrõ / vnnser Missethat thu verschon / erzeig dein Trew / gib ware rew / die Sünd verzeih / vnd laß vns mit dir le⸗ ben / Amen. Show less

Von der "Tyrannei der Spanier in den Niederlanden"
Zwey Schoͤ⸗ ne New Lieder / Von den Spaniern im Nider⸗ land vnd jhrer Tyranney / rc. Das ander / Von den Staden des Niderlands / wie sie sich von wegen der bezalung / gegen den Teutschen Reuttern vnnd Knechten ge⸗ halten haben / rc. Jm Thon: Wie die alte Schwieger. Anno 1579. SEidt jr... Show more Zwey Schoͤ⸗ ne New Lieder / Von den Spaniern im Nider⸗ land vnd jhrer Tyranney / rc. Das ander / Von den Staden des Niderlands / wie sie sich von wegen der bezalung / gegen den Teutschen Reuttern vnnd Knechten ge⸗ halten haben / rc. Jm Thon: Wie die alte Schwieger. Anno 1579. SEidt jr nit im Niderlande glegen / vff der Spanischẽ Seithen / habt jr gute be⸗ zalung kriegen / das moͤgt jhr euch wol frewen / Die Spani⸗ sche Gest / nemen das best / lassen euch die Nest / Jr muͦst euch noch was leiden. Was habt jr dann fuͤr oͤber⸗ sten viel / auff der Spannischen Seitten / Wann man die war⸗ heyt sagen wil / Es seind verker⸗ te leuthe / Pfaffenknecht / boͤß Geschlecht / mit vngerecht / thun sie allzeit streitten. Der Bapst zuͦ Rom ist jhr Abgott / nach seinem willen siw leben / halten fleißig sein gebott / wider Gott sie streben / Land vñ leut / wegen der warheyt / zu di⸗ ser zeit / thun sie jetzt preiß geben. Jhr Capitenir seind wol be⸗ kandt / vnter den Spannischen Fanen / Duc de Alb brachts zuͤ erst ins Land / Es warn herrlich Mane / Schornsteinfeger / thon⸗ schlaͤger / Feigenkoͤrbtraͤger / jetzt gehen sie wie Herren schone. Mannich tausent habe sie verjagt / wie man wol hat ver⸗ nom̄en / Die leut gemartert vnd geplagt / bestolen vnd benomen / an manchem end / Jungfrawen geschendt / gepluͤndert / gebrent / was sie nur vberkommen. Jhr habt viel Fuͤrstern vnnd Herren veracht / auff der Stadẽ seitten / vnd an euch selber nit ge⸗ dacht / O jr vergessene leuthe / jr ernehrt euch frey / mit verraͤthe⸗ rey / so gar vntrew / vnd nit mit frommen streiten. Der Bapst ist ein heiliger Man / wil Euch die Suͤnde ver⸗ gebẽ / Er kan die thür auffschlies sen frey / in das Hellische leben / seid frey gemut / strebt nach gut / vergiesset Blut / sein Reich will er euch geben. Darumb besinnt euch eben recht / jr lieben Teutschen from⸗ men / der handel der ist nicht so schlecht / jhr habts gar wol ver⸗ nommen / Sie haben gar / gedie⸗ net fuͤrwahr / wol siben jar / vnd doch kein Gelt bekom̄en. Die Spanier uͤben viel gewalt / das hat man wol erfahren / sie seind keim Teutschen treuw noch hold / weyß man vorl langen jarẽ / seidt jhr so blind / das jhr jhn dient / in der not geschwind / so brauchen sie dich fuͤrwahren. Vbersehet jhr einmal die schantz / so ist es vbel geschaffen / die Spanier bringẽ euch an den Tantz / vnd thun euch tapffer af⸗ fen / sie meynen euwer Blut / mit sampt dem gut / mit listigem mut thun sie euch selber straffen. Der diß Liedlin hat gemacht / Er hats vorhin vernom̄en / das ein anders Lied war erdacht / vñ ist in Truck gekom̄en / darin man cher geschmecht wider recht / wie man denn sicht / Es verdreußt mich wegen des Frommen. Ein ander Hüpsch Lied. SEidt jr nicht im Broband gewest / vff der Staden sei⸗ ten / kumbt jr nuh zu fuße gan / vñ hab nicht mer zu reyten. Jch bin dar gewest ich kumb nit mehr / sie liegen gar sehr / sie ha bẽ kein ehr / si seind verlogẽ leute. Was habet jhr vor herrn ge habt / wol auff der Staden sey⸗ ten / Pfeyffer Drume Schleger vnd ander lose leute. Was sinds vor Heuptleut ge⸗ west / wol vff der Staden seyten / Popen Kremer / schornstein fe⸗ ger / Donschleger / vnnd andere Lumpen leute. Sie fuͤrten vns hin vnd her zuͦ / feld / wol auff der Staden seyten bezalten nicht vnd hatten kein geldt / die lose verlogene Leute. Wie gehets den Reutern nun / wol auff der Staden seytẽ / Sie zogen daher auff Flandern zu / zu holen grosse Beute. Sie zogen dahin nach jrem Gewin / wol auff der Staden sey ten / Solches thet aber fehlen jn / bey solchen verlognen Leuten. Jst es denn nu gar verlorn / wol auff der Staden seyten / Sie sag⸗ ten vns fernt vnd sagen vns he⸗ wer / die andren nemẽ die Beutẽ. Was habt deñ jr dauon gebra cht / wol auff der Staden seyten / Wir haben kein Gelt / bald ge⸗ zelt / vnd spotten vnser die Leute. Wie offt seyt jr dabey gewest / wol auff der Staden seyten / wir haben nit mehr / drumb fragt nit sehr / vnd beisen vns die leuse. Wenn wolt jr denn witzig wer⸗ den / wol auff der Staden seyten / Es ist verloren / wir sind groß Thorn / die Spanier nemen die beute. Wir wissens fernt vnd wissens hewr / wol auff der Staden sey⸗ ten / was vns gesteht solch ebten⸗ wer / noch konten wirs nit meidẽ. Seid jr all dauon komen / wol auff der Staden seyten / Wer die Haut hat / der ist nicht todt / Got geb jn Sant Veltens leiden. Wer ist der vns diß Liedlin sang / wol auff der Staden sey⸗ ten / Er hat nichts mehr vñ ist jm bang / die Staden wil er meiden. Er wil es doch gesungen han / wol auff der Staden seyten / gu⸗ ter Gesel folge mir / laß daruon / sonst wirstu Armut leiden. Wir habens gewagt frisch vn⸗ verzagt / wol auff der Stadẽ sey ten / drum̄ haben wir groß spot vnd schad / ist vns ein heimlich leiden. Ade / ade wir zihen dauon / wol auff der Staden seyten / sie geben vns kein andern lohn / dise ver⸗ logne Leute. Habt jr vns Muffmaffen ge⸗ nent / wol auff der Staden sey⸗ ten / so thut den spaniern wider⸗ stand / seid jr redliche Leute. Ewer gelt habt jr an vns ge⸗ spart / wol auff der Staden sey⸗ ten / welches ist vor die Spanier hart / verderben ewer land jhr dolle Leute. Habt jr es nu wolgemacht / wol auff der Staden seyten / die Spanier schenden ewer Weib vnd jhr must jnen leuchten. Ende. Show less

Klaglied eines armen Mannes über seine böse Frau; Bericht des schönen Liedlein
Klagliedt / Eins armen wol geplagten Manns vber sein grausam boͤses Weib / Jm Thon / Wie man von der Ruͦtten singt / rc. Sampt Emem kurtz angehenckten bericht von disem Liedlein / Allen boͤsen Weibern zuͦ besonderm vnge⸗ fallen vnd verdrieß ge⸗ macht. M. D. LXXX. 1. O Weib o Weiß das... Show more Klagliedt / Eins armen wol geplagten Manns vber sein grausam boͤses Weib / Jm Thon / Wie man von der Ruͦtten singt / rc. Sampt Emem kurtz angehenckten bericht von disem Liedlein / Allen boͤsen Weibern zuͦ besonderm vnge⸗ fallen vnd verdrieß ge⸗ macht. M. D. LXXX. 1. O Weib o Weiß das Gott sey klagt / Wie sehr bin ich mit dir geplagt / Vor dir hab ich kein rast noch rhuͦ Ellend bring ich mein leben zuͦ. 2. O Weib o Weiß du falsche wahr / Wie mancher kumpt mit dir in gfahr / Der dich nit kennt vnd kauffen thuͦt / Das er kumpt vm sein gelt vnd guͦt. 3. O Weib o Weib du boͤse haut / So herb vnd bitter wechst kein kraut / Das mir krenckt mehr die glider mein / Vnd bringen thuͦt in grosse pein. 4. O Weib o Weib du boͤser Wurn / Dein maul offt manchẽ wilden sturm / Anrichten thuͦt / darauß vnrath / Mir vnd dir kom̄et fruͦ vnd spat. 5. O Weib o Weiß du scheutzlichs Bild / Kein Wolff im Wald ist nit so wild / Der so vil Schaf vnd Lemmer freß / Als mich nur gsteht dein maul vñ gsaͤß 6. O Weib o Weib du wuͤster Han / Thuͦst mich offt vbel kraͤen an / Das mir fehrt durch die Ohren auß / Volgt dañ schlagn vñ rauffen drauß. 7. O Weib o Weib du gifftigs Thier / Mein leiß vnd leben kraͤnckst du mir / Vnd bringst mich auch in alles leydt / Das ich muͦß sterben vor der zeyt. 8. O Weib o Weiß du haͤrber Hund / Du belst mich an schier alle stund / Du gheist vñ quelst mich nacht vñ tag An dir hab ich ein staͤte plag. 9. O Weib o Weiß du arger schalck / Du machst mich gar zuͦ marter palck / Schlag ich dich schon so hilffts doch nit Vnd kan vor dir nit haben frid. 10. O Weib o Weib du boͤse Katz / Jch hab vor dir kein sichern platz / Zerkratzt mir offt das angsich mein / Der Teuffel sol dein lohner sein. 11. O Weib o weib du gschwind Fuchß / Du bist listiger dann ein Luchß / Kein gelt mir vor dir sicher ist / Jch legs in Beutel oder Kist. 12. O Weib o Weib du wilder Track / Jch wolt du steckst in einem sack / Das ich einmal würd deiner loß / Mein lebtag gschech mir nim̄er baß. 13. O Weib o Weiß du gnaͤschigs maul / Du gstehst mich mehr dann sonst ein Mit nicht ich dich erfüllẽ kan / (gaul / Drum̄ muͦß ich werd ein armer mann. 14. Weib o Weib du boͤser gast / Wie bin ich nur mit dir verglast / Gott seys geklagt im Him̄els thron / Der woͤl dir geben deinen lohn. 15. Weib o Weib ich bschleuß hiemit / Wünsch dir Sant Veltan vñ den ritt / Es sey dann das du from̄er werst / So will ich dich lieb haben erst. 16. O Weib o Weib ich saͤng noch mehr / Jch schon nur mein vnd deiner ehr / Mit dir muͤß ich doch habn für guͦt / Gott halt vns fort in seiner huͦt / AMEN. Folgt nun auch der Be⸗ richt / von disem schoͤnen Liedlein / Kan auch wol inn voriger weiß gesungen wer⸗ den. DJß Lied eim boͤsen Weiß ist ge⸗ macht / Dem taugt es wol auff volle nacht / Wann sy will schelten jren Mann / Sol er diß Liedlein fahen an: ¶ Je mehr sy schilt / je mehr er lach / Sing fort er wirdt bald haben gmach / Auß schlagn vnd rauffen folgt nichts guͦts / Brauch du diß Lied mer ists dir nutz. ¶ Die from̄en Frawen Gott behuͤt / Das sy nit bringen dises Lied / Mit grein vnd zancken in das Hauß / Es moͤcht sonst nit bald kom̄en drauß. ¶ Wünsch jn hiemit vil guͦter nacht / Ain jede geb auff sich guͦt acht / Hab jren Mann von Hertzen ließ / Das sy das Liedlein nit betruͤb. Show less

Kornregen in Westerhusen und Neustadt, 23. April
Gruͤndliche vnd Warhafftige ne⸗ we Zeitunge / wie das es zu Wuͤstenhausen in der Marck Brandenburg kurtz vor Ostern / durch Gottes gnade Korn vom Himel geregnet / Desgleichen den 23. April in einem Stedlein New⸗ stadt genant / Auch zu Potlitz / da auch das Korn vom Himel ist ge⸗ fallen /... Show more Gruͤndliche vnd Warhafftige ne⸗ we Zeitunge / wie das es zu Wuͤstenhausen in der Marck Brandenburg kurtz vor Ostern / durch Gottes gnade Korn vom Himel geregnet / Desgleichen den 23. April in einem Stedlein New⸗ stadt genant / Auch zu Potlitz / da auch das Korn vom Himel ist ge⸗ fallen / welchs von den Leuten ist auffgelesen vnd zusamen gesamlet / daraus Brod gebacken / Alles fein zusamen gezogen / vnd in Gesangsweis gestellet: Durch Ambrosium Wetz. Jm Thon / Ach Gott thu dich erbarmen / etc. Anno. 1508. ACh Gott in deinem reiche / verley mir deine gnad / das ich mag singen gleiche / von einer Wunderthat / Die sich new⸗ lich zugetragen hat / zu Wuͤsterhau⸗ sen fuͤr der Stadt / in der Marck Brandenburck gelegen / hoͤrt was sich hat begeben. Jm Martij ists geschehen / in diesem lauffenden Jar / Kortz vor den Ostertagen / hats Korn gereg⸗ net dar / Gott zeigt vns seine milde hand / hats von dem Himmel herab gesand / zu grossem Wunderzeichen das er vns wolt erweichen. An drey vnterschiedenen orten / hat man gefunden gleich / Jst auf / gesamlet worden / von den Leuten arm vnd reich / Jn Koͤrben vnd in Huͤtten behendt / die Leut lieffen zu an allem endt / wol zu dem selbigen male / lobten sie Gott mit schalle. Daraus backens gar freie Brod gar trocken vnd suͤs / Es ist kein fantaseie / ein jedr es bekennen mus / Das Gott hiemit thut zei⸗ gen an / er wil vns gewislich nicht verlan / wenn wir nur nach seim willen theten / von rechten hertzen beten. Wie auch zu diesen zeiten / Gott durch das Korn bericht / Wenn mans fuͤr die Huͤnner strewte / die⸗ selben assens nicht / auch kein ander Vogl / Vieh oder Schwein / es ge⸗ nossens nur die Menschen allein / das sol man nicht verachten / son⸗ dern hertzlich betrachten. Den 23. April ists geschehen / bey einem Flecken heist Newstat / Da hat man wider gesehen / wies Korn geregnet hat / Auch bey eim Sted⸗ lin Potlitz genant / nicht weit vom Mechelburger land / auff Acker vnd auff Wiesen / thetens die Leut auff lesen. Darumb thu ich euch sagen / jr lieben Christenleut / Lasts vns nicht in Wind schlagen / wie mancher lei⸗ der thut / viel treiben jren spot da⸗ mit / geben fuͤr gar seltzame red / Got⸗ tes gewalt vnd sein geschichten / das wolln sie gantz vernichten. Ach wehe jr tollen Leute / Go kan dennoch gleichwol / vns erne⸗h ren zu allen zeiten / gleich wie er die Kinder von Jsrael / Hat gefuͤhret durch das rote Meer / vnd errettet / sie aus aller gefehr / speist sie mit Hi⸗ melbrot vorware / in der Wuͤsten viertzig Jare. Was thut jr doch gedencken / jr Wucherer one schertz / meinstu Gott wird dirs schencken / er greifft dir in Augen vnd Hertz / Noch bleibt jr blind vnd wolt nicht sehn / die zeichen nicht vmb sonst geschehn / dein Korn thustu hoch schatzen / Kasten vnd Boden vol kratzen. Vnd thun gewaltig stelen / nach vnrechter war vnd gut / Es sind viel solcher Gesellen / koͤndten jres Nehe⸗ sten Blut / gar aussaugen in einer stund / / wie girige Wolff vnd geitzige Hund / Seind nimmer voll dermas⸗ sen / doch muͤssen sies hinter sich las⸗ sen. Darumb bitt ich in gemeine / reich / arm / Man / Weib vnd Kind / Jr grossen vnd jr kleinen / last ab von ewer Suͤnd / Das strenge gericht ist vor der thuͤr / alle Wunderzeichen sind erfuͤr / die Christus hat verspro⸗ chen / die zeit wird abgebrochen. Lufft / Sonn / Mond vnd Ster⸗ nen / verlieren jren schein / Die Leute nah vnd ferne / in aller Welt geeng⸗ stigt sein / Krieg / Pestilentz / Thew⸗ rung streicht behent / viel Zeichen ge⸗ chehn am Firmament / Die fruͤchte nicht wol geraten / die Wasser thun grossen schaden. Es ist nicht wol zu sagen / die Zei⸗ chen vnd Wunder gemein / Die in kurtzen Jarn vnd Tagen / allenthal⸗ ben geschehen sein / Viel mißgeburt an Menschen vnnd Vieh / schreck⸗ lich gewitter mit grosser weh / schwe⸗ re stewer in allen Landen / noch ist kein besserung vorhanden. Hiebey wil ichs lassen bleiben vnd stellens zu Gott dem HErrn / ich moͤcht zu weit ein schreiben / es solt manchen verdrissen sehr / Denn wer jtzunder die warheit redt / der wirt verschmecht / man acht in nicht Doch hab ichs mit warheit be⸗ schrieben / Gott geb vns das ewig leben / Amen. Show less

Tyrannei der Türken; 1581
Drey Klaͤgliche Newe Zeittung / in ein Lied verfast. Die erste / von deß Türcken grosse Tyranney. Ach wie Fewer vom Himmel gefallen. Sampt einer angehenckten Practica / was sich auff diß Jar begeben moͤcht / von wegen vnsers suͤndlich⸗ en lebens / Auff diß 1581. Jm Thon / Wie man den... Show more Drey Klaͤgliche Newe Zeittung / in ein Lied verfast. Die erste / von deß Türcken grosse Tyranney. Ach wie Fewer vom Himmel gefallen. Sampt einer angehenckten Practica / was sich auff diß Jar begeben moͤcht / von wegen vnsers suͤndlich⸗ en lebens / Auff diß 1581. Jm Thon / Wie man den Hertzog Ernst singet. Getruckt zu Augspurg / durch Hans Beck / Anno 1580. ACh werde Teutsche Nation / Laß dir es doch zu hertzẽ gan / was sich hat zu getragen / inn disem Jar merck mich eben / daruon ich bericht wil gebẽ / mit jamer vñ groß klagẽ / was sich der Türcke vnder wunden hat / Es moͤcht wol Gott erbarmen / im Zips so hoͤret drat / an reich vnd auch an armen / hat er grosse Tiraney getribẽ / vnder 13000 Man Weib vnnd kinder / sein nicht vil lebendig blieben. Nun mercket wieß ergangen ist / der Moscowiter zu der frist / hat kürtzlichẽ gefangen / bey 70. Bolnische Herren / ein Edle Junckfraw von Ehren / die wolt er mit verlangen / dem Türckischẽ Kayser zu ehren / sampt geschenck von rotem Golde / zu schicken von fern / vnd jm es schencken wolte / solchs wurd der Oberst im Zins gewar / Reinger heist er mit Namen / kam mit seim Kriegs⸗ leuten dar. Erloͤset da das Bolnisch Heer / mit dem Moscowitter streit er sehr / erlegt jr ein grossen hauffen / Auch bekam er die schoͤne Junckfraw / auff dem Was⸗ ser die wag nun schaw / musten jhr viel versauffen / ja alles Silber vnnd auch Golt / nam er mit reichem schallẽ / das mann dem Türcken zu schicken wolt / die mehr thet nit gefallen / dem Tirck⸗ ischen Keyser als jhm kam / zog er inn Zips mit gewalte / Man weib vnd kin⸗ der er weg nam. Bey 13000. Mercket eben / musten verlieren da jhr leben / mit not vnd gro sem schmertzen / vm̄ Sackmar Mun⸗ gantz vñ giber / deß gleichẽ vmb Dock⸗ ney her / O lasts euch gen zu hertzẽ / dz Landuolck nam er alles hin / vnnd fuͤrt es auff acht Meile / auff ein Heyd mit grimmigem sin / gebunden an die pfeilẽ / die kleine kinder in der wiegẽ / steckt sie an jre spieß / bey 1100. du ich nitllegẽ. Die schrien in solcher grossen not / drey gantzer tag ehe sie waren Todt / Vatter vñ muͤtter muͤst zu sehen / auß zug man sie nacket vnd bloß / mit pflitz pfeilen zu in Schoß / auch mancher Türck thet jehen / Wa ist jetzundt dein Christus / schrey er soll dir helffen / den weibern nach den bruͤsten / sie schreihen vnd theten weh gelffen / man hawet in ab Fuͤß vnnd Hendt / die Christen so elend. Die mans Personen jung vnd alt / Zerhawtens sie da mit gewalt / an den pfelen gebunden / muͤstens sterben mit grossen schmertzen / man Schoß vnnd stach in nach den hertzen / viel wurden lebendig geschunden / verzablen muͤstẽ in solcher not / biß sie da theten sterben / sie schriehen hertziglich zu Gott / kein genad moͤchten / erwerben / vil lebten biß auff den fuͤnfften tag / die mann da hat gefundẽ / mit warheit ich das sag. Ach du gantze werde Christenheyt / du buß den es ist grosse zeit / die Ruͤth ist schon gebunden / darmit er vns will straffen thun / so mir von Suͤnden nit ab lohn / aber zu dissen stunden / ist die welt dahin gericht / thuns also ver⸗ achten / auff kein warnung geben sie nit / sein zorn sie nit betrachten / gleich wie die Juden zu Jerusalem / die auch als theten verachten / wie strafft sie a⸗ ber Gott nach dem. Mit hunger krieg vnnd Pestelentz / gab er in den setentz / das sie da musten leiden / von wegen jhrer vnbußfertig⸗ keit / wie den leider zu diesser zeit / mit vns ab thun scheiden / von vnsers nech⸗ ten grosse not / O Christe mensch du es betrachten / viel wunderzeichen gibt vns Got / noch thun mirs also verach⸗ ten / wie ich kurtzlich erzellen will / wie in dissen Jar sein geschehen / der wun⸗ der zeichen viel. Erstlich sehen mir offenbare / drey Sonnen hell vnd klar / am Himmel vnuerborgen / darnach bey der dunckhellen nacht / der Himmel wie fewer gemacht / bracht viel leut in sorgen / auch fiel Fewer auff die erdt / thet landt vnd leut verbrennen / auff neun meil wegs vngeuert / Schloͤsser vnd Stet zertrenen / auch zwen vnbekandter Stern groß / am Himmel thun her schleichen / nun mercket auff klein vnd groß. Jr Christen arm vnnd Reich / ich vergleich das Roͤmisch Reich / Jerusalem der Statt / So sie nicht wird buß thun / von Suͤnd vnd laster ab lohn / so wirt Goͤttliche Meistat / vns straffen mit solcher not / wie zu Jerusalem geschehen / weil mir die Wunderzeichẽ von Gott / taͤglich hoͤren vnd sehen / verachtens vnd schlagens in windt / es kan nicht erger werden / vn⸗ der vns Menschen kinden. Darumb so mercket mich / was in gemein moͤcht begeben sich / von wegen vnsers boͤsen leben / Teut⸗ schland wirt angefochten werden / auch verderben vil frucht der erden / auch ein streit begeben / vnder hoch gelehrten viller ort / auch vnder Fuͤrsten stendẽ / Zwitracht werden gehoͤrt / auch wirdt sich zu vns lenden / ein vnerhoͤrte kranckheit schwer / ein gewal⸗ tiger Koͤnig sterben / ein vnbekander kommen her. Auch werden etlich Stett fuͤrwar / zerrissen vnd vmbkeret gar / nicht durch fewer vnnd Schwerde / sunder durch Erdbidtem groß / so gehoͤrt werden ohne maß / auch an vil orden werden / auß lauffen die Wasser groß / vil Kriegs geschrey wirdt man hoͤren / auch etlich Koͤnigreich bloß werden sich empoͤren / dieser zeit mit not vnnd zwang / werden viel Land Regieren / das ist der erste anfang. Vergiffte luͤfft in vnserer grentz / werden Regiren mit Pestelentz / auch groß blatz Regen werden / vnd durch vnzeitige kelte groß / die bliet an Beumen vnd die Schoß / verderben die frücht der erden / die liebe Reben vns Gott bewar / werden auch angefoch⸗ ten / in jhrer bluͤst gantz offenbar / noch ein Ruth ist geflochten / damit vns Gott will straffen thun / weñ mir vns nicht bekeren / vnd von Suͤnden abe lohn. Darumb O werde Christenheit / du buͦß den es ist grosse zeit / die straff sein all verhanden / wie ich alda gemeltet hab / weil man braucht so mißlich Gottes gab / jetzundt in allen Landen / so hat sich Gott erzir⸗ net sehr / wenn mir nicht buͦß thun wircken / zu straf⸗ fen mit solchen blagen schwer / oder den starcken Türcken / darumb hebt auff alle ewere Hendt / vnd sprecht O Gott sey gnedig / vns armen suͤndern alle sand / Amen. Show less

Hungersnot, Verelendung und erweiterter Selbstmord einer Familie in Brabant; Unwetter in Krems an der Donau
Zwo newe Zeittung / Die Erste / Ein erschröcklich uñ sehr erbaͤrmblich Geschicht / so geschehen ist den letzten Fe⸗ bruarij / in diesem Achtzigisten Jar in Braband / ein Meil wegs von Endhofen / von einer Witfrawen / mit vier kleinen Kinden / wie sie so grossen hunger erlitten / daruͤber von... Show more Zwo newe Zeittung / Die Erste / Ein erschröcklich uñ sehr erbaͤrmblich Geschicht / so geschehen ist den letzten Fe⸗ bruarij / in diesem Achtzigisten Jar in Braband / ein Meil wegs von Endhofen / von einer Witfrawen / mit vier kleinen Kinden / wie sie so grossen hunger erlitten / daruͤber von sinnen kommen / vnd jre aygen Kinder erwuͤrgt / auch sich endlich selbst er⸗ henckt / wie jr dann hernacher hoͤ⸗ ren werdet. Die Ander. Von der erschroͤcklichen Wetters noth / vnd Wolcken bruchs / welches beschehen zwo Meil wegs vmb Krembs vnd Stein / den 13. May deß jetztwerenden Jars / darin auffs kuͤrtzest gemeldet / die fuͤrnembsten schaͤden / an Leuthen / Viech / Getraid vnd Wein / rc. Erstlich gedruckt zu Wien. Die Erste. NVn hoͤret zu jr Christenleuth / was geschehen ist in kurtzer zeit von wunderlichen dingen / welchs gar erschroͤcklich ist zu hand / viel frommen Leuthen wol bekandt / dauon ich euch wil singen. Ein Statt in Braband gelegen ist / die nenn ich euch zu dieser frist / Endhofen heists mit namen / vom Hertzogbusch leit sie nicht weit / 4. meil wegs ich euch bescheit / nun hoͤret zu all samen. Ein meil wegs von derselben Statt / saß ein Edel⸗ man in gutem rath / der war reich vber die massen / mit Gelt vnd gut gar vberschuͤt / keim armen Men⸗ schen halff er nit / wolt sie nit zu jm lassen. Bey dem ein arme Witfraw saß / welcher jhr Mann gestorben was / die het vier kleine Kinder / sie waren all vbel beklaidt / es geschach zur kalten Win⸗ ters zeit / die Thewrung gar geschwinde. Jm hauß sie het kein bissen brot / in solcher gros⸗ sen hungers noth / die Kinder gar verschmachten / im Dorff thet sie herumber gan / thet jre Nachbarn sre chen an / sie woltens nicht betrachten. Die arme Fraw betruͤbet ward / sie sprach den Junckern an zur fart / das er jr kaͤm zu stewre / in der geschwinden thewren zeit / der Edelman flog von jhr weit / als vom eim vngehewre. Ein Kessel het sie in der hand / sprach Juncker nembt den hin zum pfand / thut mir korn darfuͤr ge⸗ ben / mein Kinder seind verhungert sehr / was soll ich klagen immermehr / sie moͤgen kaum mehr leben. Er stieß die Fraw zur thuͤr hinauß / vnnd sprach troll dich auß meinem hauß / es wird dir nit gelingẽ / wer das Korn von mir haben wil / der muß mir brin⸗ gen Geldes vil / die Taler muͤssen klingen. Die fraw mit eim betruͤbtẽ hertz / gieng haim zu hauß mit grossem schmertz / zu jren Kindern kleine / den klaget sie mit grossem leid / was sie het kriegt fuͤr ein bescheid / die Kinder theten wainen. Die Fraw sah jre Kinder an / die augen theten jr vbergan / in dem kam sie von sinnen / wol durch des boͤsen Geistes rath / der lust zu solchen dingen hat / hoͤrt was sie thet beginnen. Ein messer in die hand sie nam / thet jre Kinder greiffen an / jrer drey thet sie erwuͤrgen / das vierd vñ eltst entloffen wz / der Teuffel het kein rhu noch rast / er thet noch baß zuschuͤren. Sie lieff dem vierdten hinden nach / ein Laitter sie im hauß ersach / daran thet sie sich hencken / solchs al⸗ les geschach durchs Teuffels list / der ein anfang des boͤsen ist / das moͤcht man wol bedencken. Jn dem desselben Junckers knecht / sprach seinen Junckern an gar schlecht / mit kurtzen worten eben / Herr foͤrcht jr nicht der grossen suͤnd / das euch Gott darumb straffen kuͤndt / wie kans euch Gott vergebẽ. Das jr die Fraw so von euch lat / kan ich erlangen durch genad / ein Scheffel Korn zu malen / den wil ich der Frawen bringen heim / vnd jren kleinen Kin⸗ derlein / ich wils euch selbs bezalen. Er kondt jhm das versagen nit / ließ jm das Korn auff seine bit / der Knecht saumbt sich nicht lange / er setzt sich auff ein Pferd behend / vnnd zu der Frawen hauß zu rendt / dem Knecht war selbs gar bange. Er riet bald an das hauß hinan / vñ thet da selbs klopffen an / da war es als verschlossen / er klopffet an gewaltigklich / kein mensch wolt aber hoͤren nicht / das het jn bald verdrossen. Er bekriegt das fenster an eim end / vnnd stieß es auff nur gar behend / hinein da thet er schawen / vnd sach die Kinder ligen todt / in jrem eygen blute roth / darnach sah er die Frawen. An einer Laittern hangen schwer / darab er sich entsetzet sehr / es kam jhn an ein grause / vber der er⸗ schroͤcklichen geschicht / das er da kondte bleiben nicht / vnd rich bald heim zu hause. Als er nun heimb wil reiten bald / findt er das ei⸗ ne Kind erkalt / in dẽ schnee halb erfroren / das bringt er seinem Junckern heimb / sagt jhm solch schroͤcklich ding allein / das bracht jm grossen zoren. Er glaubt dem Knecht nicht noch dem kind / vnnd sprach bringt mir mein Pferd geschwind / ich muß die ding selbs sehen / ob solches so ergangen sey / als er nu kommet hart herbey / da findt ers so geschehen. Als er die ding anschawt allein / so weiß er nicht wo auß noch ein / vñ rith heimb fuͤr sein Schlosse / ehe er da selbst hinein reit / bald sich die Erd auffsperret weit / verschlundt jn mit dem Rosse. Welches sein Weib vnd Kinder klein / auch seine Diener in gemein / mit augen han gesehen / sie kond⸗ ten jhm aber helffen nicht / das ist ein sehr schroͤcklich gericht / solchs thu ich euch verjehen. Ein jeder mag gewarnet sein / das er nicht kom̄ in schwere pein / vñ helff dem armen schnelle / das er nit sterb in hungers noth / solchs gebeut vns vnser lieber Gott / er wils wider vergelten. Das wir nu solchem folgen schon / das helff vns Christus Gottes Son / der woͤll vns sein gnad gebẽ / auff das wir vns bekehren drat / das wir erlangen sein genad / geb Gott nach diesem leben / Amen. Die Ander. Christen Mensch zu hertzen / faß du die grosse noth: Die Wetters pein vnd schmertzen / welche schicket Gott. New⸗ lich in diesem jare / den 13 tage in dem Mayen fuͤrware / ein schroͤcklich Wetter gare / geschach mit grosser klag. Es hat sich angefangen / zwo Meil vmb Krembs die Statt: nahend war vergangen / der tag zu abend spat. Vmb die fuͤnfft stund mit namen / kam ein grosser Sturmwind / etliche Tonner⸗ schleg kamen / blitz vñ regen zusamen / ein wolckenbruch geschwind. Ein Flecken heist zu Meussen / da thet der wasserguß: So gaͤ⸗ lingen einreissen / mit vberstarcken fluß. Jn einer gruben sassen / fuͤnff Dieren so dem Vieh / alda pflegten zu grasen / jr leben mu⸗ stens lassen / ersoffen jaͤmerlich. An dem gemeltem orte / die Edelfraw auch hal: Jr vnderthe⸗ nen sorte / geschickt nach Krembs der Statt / Achtzehen geladner Wagen / mit Wein vnnd mit Getreid / vierzehen Roß todt lagen / bey vier Knechten mit klagen / ersoffen da mit leid. Zum Eselstein genennet / das wasser mit gefahr: So vbergaͤch zurennet / etlich Weingart knecht gar. Verschwemmet vnnd ver⸗ sencket / die anzal weist man nicht / wie viel wurden ertrencket / nit bald ein Mensch gedencket / so schroͤcklicher geschickt. An dem ort in der nehẽ / hat man auff einẽ Roß : Ein Fuhr⸗ knecht mehr gesehen / der von dem Gewitter groß. Auch vberfal⸗ len ware / reckt herauß seine hand / mit seiner geysel gare / doch in di⸗ ser gefahre / Roß vnd Man todt als sand. Von Krembs ein meil gelegen / zu Haderßdorff bekandt: Der Wolckenbruch vnd Regen / das wasser Kamp genandt. So groß macht angelauffen / das es mit gewalt außbrach / Menschen vnnd Vieh ein hauffen / must allerding erseuffen / zu Rotendorff ge⸗ schach. Vil heuser seind versuncken / vil Menschen auch vorauß: V⸗ bergaͤhling ertruncken / auch vil mit hoff vnnd hauß. Seind elend wegkgeschwummen / durch des wassers gewalt / hat alles wegkge⸗ nomm̄en / was es da mocht bekommen / gantz schroͤcklicher gestalt. Bein Krembser Thor geschwinde / ein Schuster gelauffen ist Zu helffen Weib vnd Kinde / die er doch nicht erwischt. Must mit sein augen sehen sein Weib vnnd Kinder klein / ertrincken in der nehen / mit noth thete geschehen / rettung dem leben sein. Zu Krembs auch in der Statte / durch die Stattmaur so hoch: Das wasser gemacht hatte / ein groß einbrochen loch. Vnnd hat vber die massen / sehr grossen schaden thon / erfuͤlt keller vnnd stras⸗ sen / abgefuͤrt auß den gassen / was an dem weg thet ston. Oberhalb Stain genennet / hat es in der Wochaw / die Wein⸗ garten zertrennet / vñ allen feldgebaw. Erseuffet vberale / auch an Menschen vnd Viech / ertrencket auff dißmale / ein erbaͤrmbliche zale / befindet laider sich. Vnder dem Ketwein glegen / ein Maͤrcktel heist der Furdt: Das vngewitter vnd regen / hat alda an dem ort. Ertrenckt viel Menschen gare / zu Weingarten vñ Feld / schaden gethan mit ge⸗ fahre / sicht man leider fuͤrware / wie es jetzt ist gestelt. Auff Hertzogburg dermassen / hat das Gewitter sich: Auch schaͤdlich spuͤren lassen / vnad gehaust jaͤmerlich. Ja es hat dieser Schawer / die Bawfeld zugericht / das manich armer Bawer / Weingarter oder Hawer / waiß sich zu nehren nicht. Mann kan geschehne Sachen / von dieser noth so schwer: So kleglichen nit machen / befindt sich laider mehr. Was schaden ist geschehen / an andern orten mehr / in ferre vnnd in nehen / wird jaͤ⸗ merlich gesehen / des erbarm dich O Herr. Jr Christen last vns bitten / hertzlich vnsern Gott: Das forthin werd vermieten / solche angst vnd noth. So diese ort hat troffen / die erbarmen vns sehr / O Herr wir thon verhoffen / dein genad die steht vns offen / vnd straff vns nit so schwer. Gib vns genad zu leben / das dir gefellig sey: Beschirme vns darneben / die Seel vnd leib darbey. Die fruͤchten auff dem felde / das die empfangen wir / durch dein genad ermelte / dieweil die gan⸗ tze Welte / erhalten wird von dir. Wem schaden ist geschehen / an dem vnnd andern ort: Wird jetzt nicht gar gesehen / biß etlich zeit geht fort. Wird mancher vm̄⸗ schawen / auff das Getreid / vnd Wein / was er hat angebawen / ge⸗ pflüget vnd gehawen / sein Ferung wird gar klein. Vns Christen last erbarmen / vnserer nechsten noth: Der ver⸗ dorbnen vnnd armen / die haimbgesucht hat Gott. Last vns bitten darneben / das vns Gott haimbsuch nicht / vnd straff vnser boͤß le⸗ ben / zeit wer Buß anzuheben / Daniel Holtzman spricht. Show less

Massaker an Protestanten, Krakau; Hussiten im "Türkenkrieg"; 1580
Erschroͤckliches Bluͤtuergiessen / Frommer leüten zuͦ Crackaw / in S. Johañs Gassen inn dem Landthauß / so sich versamlet hatten / Gottes wort zuͦ hoͤren / aldo sich Cain vnnd Herodes abermals dapffer ge⸗ braucht haben / wie jr hoͤren werdet / Auff das kuͤrtzest in ein Lied verfasset / diß... Show more Erschroͤckliches Bluͤtuergiessen / Frommer leüten zuͦ Crackaw / in S. Johañs Gassen inn dem Landthauß / so sich versamlet hatten / Gottes wort zuͦ hoͤren / aldo sich Cain vnnd Herodes abermals dapffer ge⸗ braucht haben / wie jr hoͤren werdet / Auff das kuͤrtzest in ein Lied verfasset / diß 1580. ☘ Jars. ☘ Jm Thon / Kumpt her zu mir spricht Gottes Sohn Das Ander Lied / Von den dreyen Scharmuͤtzlen / der Hussern wider die Reuberischen Tuͤrcken / rc. M. D. LXXX. KLaͤglich so will ichs heben an / O reicher Gott in deinem thron / woͤlst mir dein genad geben / das ich moͤg anzeigen drat / was sich zuͦ Krackaw in der Statt / kuͤrtzlich hat begeben. Jn S. Johannes Gassen thuͦ ich euch kund / darin ein gewaltigs Landhauß stund / denen ward es eingeben / die Euangelisch wolten sein / kamen da zuͦ der Predig ein / hoͤret vnd mercket eben. Dẽ v. Weinmonats tag / war Diony⸗ sius ich euch sag / thettẽ zuͦsamen kum̄en / bey 1300. in gemein / Mañ Weib vñ auch kinder klein / die Luterisch waren in summen. Allda wolten sie mit andacht / haben jhr Predig vnd gebett vollbracht / ein bund der ward beschlossen / kuͤrtzlich võ jhrer widerpartẽ / die da haben ohn alle schew / vil vnschuldig Bluͦt vergossen. Als der Prediger auff der Cantzel stund / ein geschrey sich bald erheben gund / mit not wurdens vmbfangen / die armen Christen in gemein / sie meinten es thet ein fewr da sein / Nun hoͤrt wie es ist zuͦ gangen. Die armen Christen in dem Gotts⸗ hauß / wolten fliehẽ zuͦ der thuͤr herauß / verstellt wurden die Strassen / sie muͦsten da bey einander bleibẽ / auff ein hauffen thet man sie zuͦ sam treiben / herauß woll man kein lassen. Sie flohẽ all in dem gedreng / auff die decher vnnd die geng / nach jhn da ward geschossen / auch mit steinen wurff man vnder sie / sie westen doch nicht warumb vnd wie / vil vnschuldig bluͦt wurd da vergossen. Sie baten all vmb hilff vnd gnad / ja keine man jhn beweisen that / inn ein ge⸗ mach wurdens getribẽ / darin wurdens fuͤnff gantzer stund / keins von dem an⸗ dern weichẽ kund / vil vndschuldig bluͦt / ist da bliben. Darnach habẽ sie in dem Landhauß / zerschlagen das Tach vnnd die fenster auß / alle gemach haben sie zerbrochen / alle kisten vnd kaͤsten in der summen / vil schoͤne herrliche kleider in gemein / die Buͤcher zerhauwen vnd zerstochen. Alle die da thetẽ Luterisch sein / wurf⸗ fen sie auff die gassen gemein / zuͦsam the⸗ ten sies tragen / auch zerbrachen sie das Herrlich schoͤn Hauß / das sich het kaum verbergen ein mauß / noch weiter thuͦ ich Euch sagen. Darnach lieffens in d'heuser ein / darin noch Luterische theten sein / sie hettẽ kein Erbarmẽ / wer sich stelt zuͦ der gegenwehr / das must alles halten her / Es wer Reich oder Armen. Auch zwangen sie es mit begier / das sie musten tragẽ herfuͤr / jhre Buͤcher vnuer⸗ drossen / sie weren gleich groß oder klein / das wolten sie / vñ es must sein / sunst also nider geschossen. Darnach lieffen sie mit vnruͤh / dem ge⸗ mach vnnd dem gewelb zuͦ / darin die ge⸗ fangne lagen / die zwangen sie mit begir / das sie musten geben herfuͤr / jre buͤcher mit grossem klagen. Sie baten all man solt jhn genedig sein / auff sie wurd geworffen manch stein / da hoͤret man schreyen vnd klagen / von Mann Weib vnd Kinderen klein / die da in solcher not vnnd peyn / hetten moͤgen verzagen. Der jamer wehrt acht gantzer stund / biß sie das hauß auff den grund / zer⸗ schleifft haben vnnd zerbrochen / auch manchen Christen Mann / sampt sein Weib vnd Kinderlein schon / zerhouwen und erstochen. Darnach haben sie ein fewr gemacht vnd die Buͤcher zuͦsamen gebracht / ver⸗ brenntens alle gemein / Es wer Bibel Postill oder Bettbuͦch / Psalmen Cate⸗ chismũ keins war guͦt gnuͦg / die grossen wie die kleinen. Auch grosse freud hetten sie darbey / sie sangen das Te Deum laudamus frey / sie meinten sie hetten gewuñen / ja Gott sitzt in dem hoͤchstẽ Thron / der alles wol ver⸗ gelten kan / noch keiner ist jm entrunnen. Nun habt jhr gehoͤrt den jamer vnnd not / die sich zuͦ Kracka begeben hat / in disem jar vnuerborgen / Gott woͤll vns forthin genedig sein / das mir nicht kom⸗ men inn solche pein / Gott helff vns aus allen sorgen. Ein ander Lied. Jm Thon / Wie man den Stoͤrtzenbecher singt. HOert zuͦ jhr from̄en Christenleut was sich in kurtz verschiner zeit / in Vngern hat begeben / ich wil singe von kampff vnnd streit / die sach vermer⸗ cket eben. Die Tuͤrcken han kein rhuͦ noch rast / die Christenleut sie engstẽ fast / taͤglich sie sehr betruͤben / vnd thun in grossen vber⸗ last mit mordt vnd raub sich uͤben. Jhrs gluͤcks sich vbernem̄en sehr / vben gewalt jhe lenger jhe mehr / mit muͦt will vnbescheyden. Biß das endlich drein siht der Herr / kan es nicht lenger leyden. Vnnd thuͦt sie zuͤchting auch einmal / in disem Jar mit vil vnfal / wie jhr jetzt werdet hoͤren. Wie jhn Gott jhr muͦt will ball / mit gleicher maß zerstoͤren. Zu Dotes / Raab vnd zu Wesprin / die Hussern han mit freiem siñ / mit den Tuͤr⸗ cken gestritten / den Stoltz han sie erleget jhn / mit spott schaden gelitten. Zweyhundert vnd fuͤnfftzig Tuͤrcken sind / erlegt worden / gefangen gschwind / das thet sie sehr verdriessen / der Raub jhn ward wider abkuͤnd / sie han jhn lassen muͤssen. Ein gute beut brachtens dauon / vier vnd zwentzig Tausent Gulden schon / soll werd sein dise Beute. War den Hussern in guͦter lon / macht sie lustig zũ streite. Zehen tag zůuor nimb eben war / stun den sie noch iñ grosser gfahr / jhr vngluͤck auch sich reget / die von Erlaw vñ Tockey zwar/ han auch ein Rott erleget. Vierhundert Tuͤrcken zu der stund / er⸗ schlugen sie legtens zu grund / sie kamẽ in groß leyden. Ein grosse beut man bey jhn fund / die theilten sie mit freuden. Noch weiter soltu merckẽ mich / das drey wochen zuͦuor hat sich / ein starcker streit begeben. Der war den Tuͤrcken nit lieblich / vilen es kost jhr Leben. Die Beggen vor Gran vnd Solneck / zum Raub sich machten auff den weg / drey tausent starck außzogen. Die Hus⸗ sern zum Newschloß warn keck / die the⸗ tens mit jhn wagen. Zweytausent schlugen sich zuͦsam / bey Gutta auff der Heyd mit nam / die Tuͤrcken sie antraffen. Ein schroͤcken in die Feinde kam / die flucht gab jhn zu schaffen. Doch die Hussern ereyltens zeit / vier vñ sechtzig Koͤpff wurden erbeut / Neun vnd dreyssig gefangen. Hundert vnnd zwenitz Rossz im streyt / mit Sieg thet tens erlangen. Diß gschah alles in disem Jahr / Tau⸗ ent Fuͤnffhũdert achtzig zwar / im Meyẽ vnd Aprillen / do die Türcken in solche gfar / mit jhrem hochmuͦt fielen. Sie solten billich lassen nach / zum rau⸗ pen nicht mehr sein so jach / dieweil sie in⸗ nen werdẽ / das sie auch trifft die Gottes [...]aach / ligen in grossen gferden. Hetten wir nicht erzuͤrnet Gott / so lit⸗ ten wir so lang nicht noht / von vnser Suͤnden wegen / Herr Christ laß nicht dein glaubig Rott / vnd gib jhn deinen Segen. O Gott Vatter du trewer hort / O Jesu Christ des Vatters Wort / O Gott Hei⸗ liger Geiste / stewr vnnd wehr doch des Türcken Mordt / vnd vns dein huͤlffe leiste / Amen. Getruckt zuͦ Basel / bey Samuel Apiario. Show less

Kornregen in Westerhusen und Neustadt, 23. April 1580; Wundergeschichte aus Bergen in Norwegen
Zwe gruͤndtlike vnde Warhafftige nye Tydinge / De Erste / Wo dat ydt tho Westerhusen yn der Marcke Brandenborch kort vor Paschen / doͤrch Gades gnade Korn vam Hemmel geregent / Deßgeliken den 23. Aprilis, An⸗ no 1580. yn einem Stedeken Nyestadt genoͤ⸗ met / Ock tho Potlitz / dar ock dat... Show more Zwe gruͤndtlike vnde Warhafftige nye Tydinge / De Erste / Wo dat ydt tho Westerhusen yn der Marcke Brandenborch kort vor Paschen / doͤrch Gades gnade Korn vam Hemmel geregent / Deßgeliken den 23. Aprilis, An⸗ no 1580. yn einem Stedeken Nyestadt genoͤ⸗ met / Ock tho Potlitz / dar ock dat Korn vam Hemmel ys geuallen / welcker van den Luͤ⸗ den ys vpgelesen vnde thosamen gesammelt / daruth Brodt gebacket. Jm Thone / Ach Godt do dy erbarmen. Gestel⸗ let doͤrch Ambrosium Wetz. Noch ein wunderlick nye vn⸗ erhoͤrt Geschicht / so in Norwegen sick thogedragen hefft / vmme vnde auer der Stadt Bergen / wo ydt darsuͦluest leuendige Muͦse vam Hemmel geregent hefft / vmme Martini negest vorgangen. Jm Thone / Alse men den Lin⸗ denschmidt singet. ACh Godt van Hemmelryke / vorleen my dyne gnad / dat ick singe mit flyte / van dyner wunderdadt / De sick koͤrtlick thogedragen hat / tho Westerhu⸗ sen vor der Stadt / yn der Marck Bran⸗ denborch gelegen / hoͤrt wat sick hefft bege⸗ uen. Jm Mertz ys ydt geschehen / yn dissem lopenden Jaͤr / kort vor den Osterdagen / hefft Korn geregent dar / Godt wyset vns syn milde Handt / hefft vam Hemmel her⸗ aff gesandt / tho grotem Wunderteken / dat he vns wold erweken. An dren vnderscheden orden / hefft ment gefunden glyck / ys vpgesammelt worden / van den Luͤden Arm vnd Ryck / yn Koͤruen vnd yn Hoͤden behend / de Luͤd lepen tho an allem end / wol tho demsuͤluigen male / laue⸗ den se Godt mit schalle. Daruth backden se gantz frye / Brodt gaͤr droͤge vnd soͤth / Jdt ys neen fantasye / ein yder bekennen moth / Dat Godt hyrmit deith toͤgen an / he wil vns gewisslick nicht vorlaͤn / wenn wy men na sym willen deden / van rechtem Herten beden. Wo ock tho dissen tyden / Godt doͤrch dat Korn bericht / Wenn ment vor de Hoͤ⸗ ner stroͤuwde / desuͤluen ethent nicht / ock neen ander Vagel / Vee efft Swyn / ydt genoͤ⸗ tent men de Minschen allein / dat schal men nicht vorachten / sunder hertlick betrachten. Den dre vnd twintigsten April yst ge⸗ scheen / by einem Bleck heth Nyestadt / dar hefft men echter geseen / dat ydt Korn ge⸗ regent hat / ock by einem Stedlin Potlitz genant / nicht wyth vam Meckelnboͤrger Landt / vp Acker vnd vp Wisschen / dedent de Luͤd vplesen. Daruͤmm wil ick juw sagen / gy leuen Christen Luͤd / Latet vns nicht yn den Windt schlagen / wo menger leider doth / Veel dry⸗ uen eren spott darmit / geuen voͤr gaͤr seltza⸗ me red / Gads gewalt vnd syn geschichten / dat willen se gantz vornichten. Ach wehe gy dullen Luͤde / Godt kan dennoch glyckwol / vns erneren tho allen ty⸗ den / glyck wo he de Kinder van Jsrael / hefft geuoͤret doͤrch dat rode Meer / vnd reddede se vth aller vaͤr / spysede se mit Hemmelsbrodt vorwaͤr / yn der Woͤstenye veertich Jaͤr. Wat do gy doch gedencken / gy Woͤke⸗ ners ahne schertz / Mein gy Godt wertt juw schencken / he gript juw yn Ogen vnd Hert / noch blyue gy blindt vnd willen nicht seen / de Teken nicht vmmsuͤs gescheen / juw Korn dohn gy hoch schatten / Kisten vnd Boͤne vull kratzen. Vnd dohn geweldich stellen / na vnrech⸗ ter Wahr vnd Gudt / Jdt synt veel soͤlcker Gesellen / koͤnden se des Negsten Blodt / gaͤr vthsugen yn einer stund / als gyrige Wuͤlff vñ schloͤckgyrge Hund / synt nuͤm̄er satt der⸗ maten / doch moͤten se ydt hinder sick laten. Daruͤmm bidd ick ynt gemeine / Ryck / Arm / Man / Frouw vnd Kindt / gy groten vnd gy klenen / latet aff van juwer Suͤnd / Dat streng Gericht ys vor der Doͤr / alle Wunderteken synt heruoͤr / de Christus hefft vorspraken / der tydt wert affgebraken. Lucht / Suͦnne / Maͤn vñ Sternen / vor⸗ lesen eren schyn / De Luͤde na vnd verne / yn aller Werldt geengstiget syn / Krych / Pesti⸗ lentz / Duͤr tydt / kuͤmpt behend / veel Teken gescheen am Firmament / de Fruͤchte nicht wol geraden / de Water dohn groten schadẽ. Jdt ys nicht wol tho sagen / de Teken vnd Wunder gemein / de yn korten Jaͤrn vnd Dagen / allenthaluen gescheen syn / Vel Mißgebordt an Minschen vñ Vee / schreck⸗ lick Weder mit grotem wee / grote Schat⸗ ting yn allen Landen / noch ys neen betering vorhanden. Herby wil ickt laten blyuen / vnd stel⸗ lent tho Godt dem HErn / Jck moͤchte tho wyth schriuen / dat schold mengen vordreten sehr / Denn wol jtzundt de warheit redt / de wert vorschmadt / men acht en nicht / doch hebb ickt mit warheit beschreuen / Godt geut vns dat ewig Leͤuen / Amen. Dat Ander Ledt. Hoͤrt tho gy Christen alle gemein / vorstaͤth ock recht dich Ledelin / dat ick juw nu wil singen / wat sick koͤrt⸗ lick thogedragen hefft / Godt help dat ydt my gelinge. Jn Norwegen auer dem Meer / hefft sick begeuen vngeuer / ein Wunder groth mit schmerten / Dat men billick betrachten schal / ach Minsch nim ydt tho Herten. Wente men offt eruaren hat / wenn Godt wil straffen Landt vnd Stadt / war⸗ net he erst mit Teken / doͤrch syn gewaldt vñ Vaderlike Handt / efft he vns koͤnd erweken. So hefft Godt gedaͤn tho disser tydt / tho Bergen yn Norwegen wyth / wo men⸗ nich hefft gesehen / wowol ydt doch gaͤr schimplick luͤth / dennoch ys ydt geschehen. Vnd hefft vam Hemmel geregent dar / leͤuendig Muͤse dat ys war / so gaͤr mit gro⸗ ten hupen / dat etlike Hoͤue wyth vnd bredt / gaͤr vull synt gelopen. Oͤuerst yn der Stadt allthomale / syn se meist dodt geuallen / vp de Stene vnd Huͤse / Ein schreckent quam vnder de Luͤd / all doͤrch desuͤluen Muͤse. Als Muelwoͤrp weren se gestalt / den druͤdden Dach stoͤruen se bald / do ick mit warheit sagen / Godt droͤuwt der Werldt vmm ere Suͤnd / wol yn den lesten Dagen. Noch hoͤldt men ydt vor einen spott / dardoͤrch wy vortoͤrnen Godt / Jdt ergert sick alle Dage / de armen Luͤd mit Wyff vnd Kind / hoͤrt men gaͤr hefftich klagen. Gy Korn Woͤkeners yn Landt vnd Sted / ydt dript juw warlick dapper mit / gy sammeln yn Schuͤnen vnd Huͤse / holden dat Korn yp duͤren koep / darna fretent de Muͤse. Gy gedencken nicht der Armen nodt / de Mammon ys juw rechte Godt / dar ys Korns genoech vorhanden / der Gyrduͤuels synt gaͤr tho veel / jtzundt yn allen Landen. Vnd moͤten doch alle daruan / als Chri⸗ stus secht vam ryken Man / leth syne Schuͤ⸗ ne groth maken / de Dodt sprack / du Narre most mit my / syn Korn halt nichts thor saken. Noch ein Exempel ick melde fyn / ein ryker Herr waͤnde am Ryn / wo wy yn der Chronica lesen / Jn syner Regering tho der tydt / ys ein duͤr Jaͤr gewesen. Veel armer Luͤd vor synem Hoff / de wysede he all mit wreuel aff / gaͤr schreckliken mit grusen / richtede de armen Luͤde vth / vnd schalt se vor Kornemuͦse. Darby leth be dat nicht blyuen / he sprack / ick wil se wol vordryuen / yn ein Schuͤn wysede he se behende / leth de armen Luͤd daryn beschluten / vnd heth se alle vor⸗ bernen. De Gyrhundt stundt darby vñ schouwt / vnd hoͤrd de Armen schryen lud / He sprack vth boͤsen sinnen / Hoͤrt wo schryen de Muͦse so sehr / lath se men yuͤmmer brennen. He vorbrend de armen Luͤd mit schma / hoͤrt wyder wat geschach darna / GOdt straffde en mit gruse / Veel dusent Muͤse tho der stundt / quemen em yn synem Huse. Vnd beten en mit groter nodt / namaͤls ock noch gaͤr tho dod / Einen Thorn den leth he buwen / vp einen Steinfelss yn dem Ryn / den deith men noch daglich schouwen. Dar leth he sick bald bringen vp / tho fryen vor der Muͤse hoep / ydt was mit em vorlaren / De Muͤse schwoͤmden doͤrch den Ryn / vnd freten en vp mit thoren. Also strafft Godt den auermodt / den men wol an den synen doth / O Minschen nempt ydt tho Herten / lathet van juwen Suͤnden aff / ydt ys vorwaͤr neen schertzent. So wert vns Godt yn noͤden bystaͤn / vor syne Kinder nemen an / vnd syne gnade geuen / Dat wy vns ernern vp disser Erd / hyrna dat ewige Leuen / Amen. Gedruͤcket tho Luͤbeck / doͤrch Johan Balhorn. Show less

Wundergeburt in Arnheim, 1580; Verelendung eines Bauern
Newe zeittung. Von einer Erschrecklichen Wundergeburt / welche sich zugetra⸗ gen / im Lande zu Geldern / in einer Stadt Arnhelm genant. Jm Thon / Ach Gott thu dich erbarmen / etc. Das Ander / Von einem Bawren / der seinen Junckern vmb Korn zu leyhen gebeten / er jhm das versaget / vnd wie... Show more Newe zeittung. Von einer Erschrecklichen Wundergeburt / welche sich zugetra⸗ gen / im Lande zu Geldern / in einer Stadt Arnhelm genant. Jm Thon / Ach Gott thu dich erbarmen / etc. Das Ander / Von einem Bawren / der seinen Junckern vmb Korn zu leyhen gebeten / er jhm das versaget / vnd wie es jhnen ergangen. Jm Thon / Kompt her zu mir spricht Gottes / etc. 1580. ACh Christen last euch sagen / Ein war hafftig new geschicht / was sich hat zu getragen / dauon geb ich euch bericht / in dem acht vnd siebentzigsten Jahr / den zwey vnd zwentzigsten Nouembris zwar / was sich hat begeben / hoͤrt zu vnd merckt mich eben / ein exempel thut es vns geben. Jn Geldern ein Stadt gelegen / vieln Menschen wol bekant / ich wil euch ant⸗ wort geben / Arnhelm ist sie genandt / da wont ein gemein Buͤrgersman / mit boͤsem leben angethan / mit Fressen / Sauffen vnd Spielen / bey Huren / Buben vnd Biere / mit aller vnzucht gezieret. Er hat zur Ehe genomen / Ein ehrliche Fraw von art / daran hat er kein genuͤgen / wiewol sie Schwanger ward / hielt sich zu seines gleichen allezeit / zu Huren / Buben vnd losem gesind / zu den schwelgern vnd zehren / wie offt sie jn wolt bekeren / er wolt sie aber nicht hoͤren. Nicht lange zeit zuuoren / jhr zeit vnd stunde kam / das sie geberen solte / ward jhr bald angesagt / wie jr Mann wer in einem Haus / mit Huren vnd Buben lebt im saus / die Fraw mit grossem zorne / strafft jn mit harten worten / die bey jm waren es horten. Er solt sich doch bedencken / vnd sehen an jhr gebrech / sie sprach er solt sich sche⸗ men / das er sess in solchem glach / das zie⸗ met nicht einem ehrlichen Mann / er solt die Geselschafft muͤssig gan / Gott werde jhn darumb straffen / das er dasselbig verachte / jren schweren Leib nicht betrachte. Der Mann dasselbe nicht achtet / fuhr auff in zornigem muth / vnd wolt die Frawe schlagen / in dem vnzuͤchtigen Haus / die andern fieln jm in die Wehr / vnd sprachen verschonet der Frawen hier / denn sie thut jetzund tragen / ein Kindlein mit grossem klagen / wol jetzt im letzten Monat. Darauff thet er bald sprechen / mit gros⸗ sem zornigen mut / lieben Christen thut nicht erschrecken (dafuͤr behuͤt vns Gott) sie mag den leidigen Teuffel tragen / darauff thet baldt die Frawe sagen / ich wolt das ich einen Teuffel truͤge / so wuͤrde ich einmal erloͤset / von der grossen schmach vñ muͤhe. Du wilt doch nicht dauone / von deim thun lassen ab / thust mir so schwere plage / betruͤbst mich tag vnd nacht / vnd wilt der Huren nicht muͤssig sein / alzeit vol vnd toll zu sein / das ich arm vnd betruͤbte Frawe / allein mus sein in meinem Hause / mit grossem schmertzen vnd trawren. Die Fraw thet sich vmbkehren / gieng nach Haus in trawrigem mut / mit klagen vnd mit weinen / hoͤrt was sich begeben hat / die zeit die thet sich nahen zuhand / das sie solt geberen vnd ward nicht lang / mit weh vnd grossem leiden / die Nachbars kamen bey zeiten / vñ die Bademutter hoͤrt weiter. Als nun die Frawen allzusamen / bey jr waren in solcher noth / die Badmutter vor⸗ ane / die was von Hertzen betruͤbet / denn die Frawe stelt sich so grausamlich / das man bey jr kundt bleiben nicht / mit schmertzen vnd grossem leide / mit wehe thet sie gebe⸗ ren / ein Wundergeburt merckt eben. Als nu die schrecklich Geburte / von der Frawen kommen was / von stund an ist es gelauffen / wol hinter das Bett so risch / vnd ist alldar stehen blieben / vnd ist auff diese gestalt gewesen / wie jhr noch werdet vernemen / viel Frawen vnd auch Men⸗ ner / die habens mit jren Augen gesehen: Erstlich ist das Kind gewesen / an sei⸗ nem Leib rauch vnd schwartz / am Bauch ein weisse stete / hatte sonst keins Menschen gestalt / sonder was schrecklich anzusehen / Zum andern sind seine Fuͤss gewesen / gleich als ein Pfawe / darauff hats gestan⸗ den vnd gegangen / Noch weiter hoͤret all zusamen. Zum dritten hat es zwey gresse Augen / hell als ein Spiegel glas / gleich wie das Fewer im Ofen / haben sie geleuchtet fast / Zum vierdten was sein Mundt vorn spitz / gleich wie ein Reiger oder Kranch / gar schwartz vnd spitz gezieret / einem schnabel formieret / gantz schrecklich wars anzusehen Zum fuͤnfften hat es dahinden / an sei⸗ nem Leibe gehabt / gleich einem Ochsen oder Kinde / einen schwantz oder stert / Zum sechsten hat es auff seinem Heupt gehabt / zwey Hoͤrner die stunden auffwertz / Zum siebenden hat es zwey Hende / an stat der Menschen Finger / Klawen gleich als ein Vogel oder Huͤner. Nach dem als nu diss Wunder / viel Menschen habn gesehen / beyde Frawen vnd auch Menner / erschracken sie vber die massen sehr / Zu letzt hat man ein rath be⸗ dacht / das man es zwischen zwey Bette bracht / darunter thet man es erdruͤcken / vnd must also ersticken / die grausam Ge⸗ burt vnd schrecken. O Mensch thu doch bedencken / den gros sen zorn des HErrn / Gott wird es euch nicht schencken / denn jhr muͤsset rechen⸗ schafft geben / am Juͤngsten Gericht vor ein jeglich wort / das von vns allen ist ge⸗ hoͤrt / Viel mehr die stets Fluchen vnd Schweren / mit Fressen / Sauffen vnnd Zehren / Ehebruch vnd Hurerey. Thu hier ein jeder mercken / ein Exem⸗ pel alle sampt / thut nicht nach seinen wer⸗ cken / wie dieser Mann hat gethan / Des⸗ gleichen die Frawen mit jrem zorn / das sie sich nicht versprechen thun / Gott thut es mit verhengen / vnd sicht mit durch die Fin ger es wird vns vbel gelingen. Das Ander Liedt. MErckt auff jr lieben Christen Leut / was sich in dieser kurtzen zeit / newlich hat zu⸗ getragen / in diesem 80. Jar / den 24. A⸗ prill das ist war / hoͤrt was ich euch thu sagen. Jm Land zu Preussen ein Doͤrfflein leidt / von Dantzig ist es nicht gar weit / Bietow heist es mit Namen / von einem reichen Edelman / desgleichen von seim Vnterthan / nun hoͤret alle samen. Der Bawer zu seinen Nachbarn ging / sie vmb Brod er zu bitten anfing / das jhm die Baw⸗ ren theten versagen / Sie sprachen er solt zum Jun⸗ ckern gahn / dieweil er wer sein Vnterthan / solt er jm seine noth klagen. Der Bawer vier kleine Kinder het / den E⸗ delman er bitten thet / Korn zuleihen oder zkauffen das er jm denn versagen thet / Er sprach / er selbst keins hett / thet baldt vom Bawren lauffen. Heinrich Rechenberg heist der Edelman / Gurgen Schultze war sein Vnterthan / dem er das Korn thet versagen / Nun hoͤrt wie es sich bege⸗ ben hat / der Bawr ging baldt auff der fart / wel⸗ ches ist sehr zu beklagen. Darnach nam er die Kinder sein / vnd hieng sie all in Scharstein nein / darzu auch seine Frawen / letzlicher selbst auch hinging / sich zu jhren allen hing / das ein jeder thet anschawen. Da nun darnach der Morgen anging / Der Juncker zu dem Knecht anfing / gehe hin thu den Bawern sagen / das sie mir dienen allesampt / vnd kom du wider baldt zu handt / vnd thu nicht nach alles fragen. Der Knecht der ging zu jedermann / darnach er zu Gurgen Schultzen kam / da fandt er nie⸗ mands darinnen / Er sach sich vmb hin vnd her / vnd ward gewar ohn alles gefehr / das sie all im Scharstein hingen. Der Knecht von Hertzen sehr erschrack / dem Juncker er die Mehre bracht / vnd thett es jm alles sagen / wie das Gurgen Schultz in Scharstein hing / sampt seinem Weib vnd kleine Kind / wel⸗ ches ist sehr zubeklagen. Den Juncker es gar sehr verdros / er sprach Knecht sattel mir mein Ross / las mich solches an⸗ schawen / darnach bedacht er seinen Eydt / auch war es jhm von Hertzen leid / vnd thet jhm sehr ge⸗ rawen. Das ir jm das Korn versaget hat / vnd druͤ⸗ ber geschehen war diese that / vnd Reit fuͤr sein Hause / daraus ein schwarzer Hundt baldt kam / bellet den Juncker grewlich an / darob kam jhn an ein grausen. Darnach der Juncker versuncken ist / mit sampt dem Ross in die Erde tieff / wie ich es habe vernomen / das alles ein straffe Gottes mag sein / das er jm versaget das Brodt allein / kan nicht wi⸗ der heraus kommen. Darumb jr lieben Christen Leut / betrachtet dieses grosses leidt / wol von dem armen Manne / das er gethan vmb Hungers not / vergas daruͤber den lieben Gott / der Teuffel baldt zu jhm kame. Betet / das jhr nicht in Versuchung falt / der Teuffel vmb vns herumb walt / verschluͤnge vns gern allsamen / darumb hoͤrt Gottes Wort allzeit / das jhr nicht kommet in Hertzes leidt / durch Jhe⸗ sum Christum / Amen. Gedruckt zu Dantzig / bey Jacob Rhoden. Anno M. D. LXXX. Show less

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