Loblied auf Heinrich III., König von Polen; 1574
Ein schoͤn New zierlich Lied / vom grossen lob vnd ruhm der Polen / wie sie jren weit vnnd hochberuͤmpten Koͤnig erwoͤhlt / vnd wie er das Koͤnig⸗ reich widerumb verlassen hat. Jm Thon. Was woͤllen wir auff den Abend thun / schlaffen woͤllen / rc. POmey / Pomey / jhr Polen / Gott gruͤß... Show more Ein schoͤn New zierlich Lied / vom grossen lob vnd ruhm der Polen / wie sie jren weit vnnd hochberuͤmpten Koͤnig erwoͤhlt / vnd wie er das Koͤnig⸗ reich widerumb verlassen hat. Jm Thon. Was woͤllen wir auff den Abend thun / schlaffen woͤllen / rc. POmey / Pomey / jhr Polen / Gott gruͤß euch all zugleich / Ewern Koͤnig solt jhr bolen / So fern in Franckenreich / Da⸗ rum ruͤst dich fein / Verkaufft den Ochsen behalt die Schwein / Juch hoscha hobo dey. Darumb laß dichs nicht verdriessen / Vnd mach dich auff die fart / Jr werts wol geniessen / Bey cu⸗ wers Koͤnig zart / Er ist gar milt vnd lobens wert / Geb auch ein Esel fuͤr ein Pferd / Juch hoscha ho⸗ bo dey. Jst das nicht grosse schande / Euch Polen all zu gleich / Das jhr in disen Landen / Darzu im Roͤmi⸗ schen Reich / Nicht wußten einen Herren / Der ewer Koͤnig solt werden / Juch hoscha hobo dey. Die Raut die war auch bitter / Der alter dir gram / Darumb schickt jr auß ewer Ritter / Vnd manchen Edelman / Mitt grossem pracht vnd prallen / Ewe⸗ ren Koͤnig in zu hollen. Juch hoscha hobe dey. Wie ist euch nun gerahten / Der junge Koͤniges Mann / Der so vil Ritterlichen thaten / Zu Pariß hat gethan / Danck habt jr stoltzen Polischen Kna⸗ ben / Ein solchen Koͤnig wolt jr haben / Juch hoscha hobo dey. Ewer Koͤnig leßt euch bitten / Zuͦ einem abendt tantz / Vnd thut euch freundtlich schicken / Von Lil⸗ gen einen krantz / Daran solt jr Polen riechen / Ewer Koͤnig thut sich bald kriechẽ / Juch hoscha hobo dey. Nun tantzt jhr Polnischen knaben / Zu Crackaw auff der Vest / Den Koͤnig wolt jhr haben / Der war der aller best / drumb gaben guͦt acht / alt guͤte wacht / Das euch der Koͤnig nicht entweich / Jhr muͤst jetzt essen brey fuͤr fisch / Juch hoscha hobo dey. Wie schmecken euch die Braten / Darzu der kuͤle Wein / Sind das nicht lame zotten / Jhr seind ge⸗ schlaffen ein / Daruͤber ist ewer Koͤnig entrunnen / Die Polische Kron mit sich genommen / Juch ho⸗ scha hobo dey. Ein sprichwort bey den alten / Hat man geredt auffs best / Fuͤr ein fauler Vogel wirt der gehalten / Der bescheißt sein eigen Nest / Also hat ewer Koͤnig gethon / Ein gut lob hat er nach gelan / Juch hoscha hobe dey. Darumb raht ich euch Polen / Euch allzusamen gleich / thut ewern Koͤnig holẽ / Ziecht mit in Franck reich / Waget leib vnnd darzu Gut / Wehret ewerm Koͤnig sein vbermuth / Juch hoscha hobo dey. Darumb thut euch Gesellen / All bey den Teut⸗ schen hauff / Thut euch zusammen stellen / Vnnd zie⸗ het mit hinauff / Da ist so mancher redlicher Mañ / Der Leib vñ lebẽ setzt daran / Juch hoscha hobo dey. Wer sol euch nun beklagen / Das weiß der liebe Gott / Jr muͤßt ewer lebenlang tragen / Der hon vñ auch dẽ spott / Die Polẽ haben sich vol gesoffen / Da ruͤber ist jr Koͤnig entloffen / Juch hoscha hobo dey. Ewer Koͤnig beut euch ein gute nacht / Jr Polen all zu gleich / Hat sich bey zeit daruon gemacht / Jst wider in Franckreich / Die Polische Kron mit sich genom̄en / Ein Schaubhuͤt solt jr wider bekom̄en / Juch hoscha hobo dey. Der vns das Liedlin erstmal sang / Fein wol ge⸗ sungen hat / Jn Sachsen ist er wol bekant / Jn einer freyen Statt / Die Polen seind betrogen / Der Vo⸗ gel ist jn entpflogen / Juch hoscha hobo dey. Ende. Show less

Flucht des Herzogen von Auion
Ein schoͤn New Lied / von grossem lob vnd rhum der Polen / wie sie so einen grossen beruͤmbten Koͤnig erwehlet vnd gekroͤnet haben / Nemlich des Koͤnigs Bruder auß Franckreich / ein Her⸗ tzog von Auion. Vnd wie er nach seines Brudern tod / das Koͤnigreich Polen verlassen / vnd sich heimlich... Show more Ein schoͤn New Lied / von grossem lob vnd rhum der Polen / wie sie so einen grossen beruͤmbten Koͤnig erwehlet vnd gekroͤnet haben / Nemlich des Koͤnigs Bruder auß Franckreich / ein Her⸗ tzog von Auion. Vnd wie er nach seines Brudern tod / das Koͤnigreich Polen verlassen / vnd sich heimlich bey der Nacht aus dem Schloß Krackaw daruon ge⸗ macht hat. Jm Thon: Es gehet ein frischer Sommer daher etc. JHr polen bedenckt euch eben recht / Wie jhr ewern handel habt außgericht / Durch vbermuth erkoren / Einen newen Koͤnig habt jhr erwelt / Aus Franckreich geboren. Vnnd habt gelassen all zugleich / Die Edlen Herrn im Roͤmischen Reich / Den Keyser mit seinem stammen / Die sind euch nicht gut genug gewesen / O der ander Fuͤrsten hoch von Namen. Dieselbige sind ewer Nachbar gut / Die habt jhr gelassen mit vbermuth / Das ist euch allen ein schande / Das jhr ein Tyrann namet an / So weit aus frembden Landen. Vnd habt ewer Gesandten außgesandt / Vnd jhn gebracht durchs Deutsche land / Mit grossem pracht vnd hochmuthe / Biß das er kam in Polen schon / Das ist euch nicht kommen zu gute. So habt jhr einen Rath bedacht / Vnd vndter euch ein Koͤnig gemacht / Den Hertzog von Auion zu gleiche / Vnd ist ein Blutgericht Tyrann / Des Koͤnigs Bruder in Franckreiche. Sein frome that weiß ein jederman / Die er zu Pariß hat gethan / Mit seinen Bundge⸗ nossen / Vnter den Christen Arm vnd Reych / Hat er viel Bluts vergossen. Das bedachten die thum̄en Polen nicht / Das Blutbad das er hat außgericht / Jn seiner Schwester Hochzeit / Einen fromen Koͤnig wol⸗ ten sie haben / Nu befinden sies bey zeite. Denn es geschach auff einen abend spat / Das er ein Gastmal gehalten hat / mit all sein Herrn vnd Knechten / Dieselben soffen sich alle voll / So kundt er sein sach außrichten. Als ein jeder was geschlaffen ein / Vnd hatten gesoffen von dem besten Wein / Als ich habe vernommen / So ist der Koͤnig mit be⸗ hender list / Aus dem Schloß weggekom̄en. Mit einem strick ist er gelassen ab / vnd ist kommen vber den Grab / Den hat er darzu machen lassen / Auff der ander seyten sind seine Diener gewest / So zoch er seine strassen. So kam er zu Crackaw aus dem Schloß / Vnd bald gesessen auff ein Roß / Auff allen Strassen vnd Meylen / Waren frische Pferdt bestelt / damit sie theten eylen. Vnnd haben sich dauon gemacht / Sie theten reihten tag vnd nacht / Seumeten sich nicht lange / Biß er kam gen Wien in Oster⸗ reich / Da ward er wol empfangen. Jhr Polen ward jhm viel zu schlecht / Das jhr jhn wolt zwingen nach ewrem Recht / Die Frantzosen haben euch betrogen / Jhr vermeint jhr hett den Vogel mit dem Nest / Nun ist er euch entflogen. Jhr ward so trotzig inn ewrem muth / kein Nation war euch nicht gut / als jhr ge⸗ dacht zu malen / Koͤndt jhr nun außrichten was / So thut ewren Koͤnig wider holen. Jhr habt zuuor wol gehort / wie das er hat gehalten sein wort / mit seim Bruder inn Franckreiche / Gie haben so manchen Eydt gethan / Doch keinen gehalten gleiche. Mit dem Printz von Cond vnd Ameral / dem sie gelobten zumal / Gotts wort zu lehren an allen orthen / Aber da sie sahen jhren duͦck / do theten sies all ermorden. So hat er euch auch gelobet schon / Do er empfieng die Polnisch Kron / Das Land zu⸗ beschuͤtzen vnd bewaren / Wie er dasselbe hat gethan / Das thut jhr nun erfahren. Denn er hat das gantze Polner land / Gebracht in schmach vnd grosse schand / Mann findt inn keiner Cronicken / Das ein Koͤnig durch eygen muthwill / Jst gelauffen aus sei⸗ nem Reyche. Nun moͤcht jhr euch wol rhuͤmen zu⸗ hand / Jhr habt ein gekroͤnten Koͤnig ausser dem Land / Das lob werd jhr behalten / Da⸗ mit sing ich zu gutter Nacht / Vnd laß den lieben Gott walten. Gedruckt zu Erffurdt / durch Conradum Dreher. Show less

Wunderzeichen und Eroberung von Homburg durch die Türken, 1575
Newe Zeitung / Von schrecklichen Wunderzeichen / so man am Himmel inn vielen Landen gesehen hat / auff Sanct Michels Abendt / vnd her⸗ nach in diesem 1575. Jar. Hiebey wirdt auch angezeigt / Wie der Tuͤrckische Tyrann die Statt Hoburg eyngenommen hat / Mann / Weib vnd Kindt / erbaͤrmlichen ... Show more Newe Zeitung / Von schrecklichen Wunderzeichen / so man am Himmel inn vielen Landen gesehen hat / auff Sanct Michels Abendt / vnd her⸗ nach in diesem 1575. Jar. Hiebey wirdt auch angezeigt / Wie der Tuͤrckische Tyrann die Statt Hoburg eyngenommen hat / Mann / Weib vnd Kindt / erbaͤrmlichen vmbgebracht. Jm Thon: Wie man den Stuͤrtzenbaͤ⸗ cher singt / etc. WAs woͤlln wir aber hebenan / das best so wir gelernet han / ein neu⸗ wes lied zu singen / Von der Vn⸗ gerlanden betruͤbten standt / hilff Gott das mir gelinge. Sie haben den Herren der Herren bewegt / mit jren suͤnden sie befleckt / mit zorn ist er entstechen / den hat man gese⸗ hen nun etlich jar / gewaltig vber sie auß⸗ brechen. Ein ruth hat Gott jn zubereit / wie er zu thun hat zugeseit / vber die jhn thun verachten / das sollen die vmbligende Land / billich vnd wolbetrachten. Als man zelt tausendt fuͤnff hun⸗ dert jar / vnnd fuͤnff vnnd siebentzig fuͤr war / an einem mitwoch eben / den xxviij Septembris gewiß / hoͤrt was sich hat begeben. Ein jaͤmmerlich vnd schroͤcklich ge⸗ schicht / daruon ich euch wil geben be⸗ richt / hat menniglich gesehen / in vilen landen nah vnnd weit / das thu ich euch verjehen. Der Himmel hat sich vffgethan / ein grosse helle fuͤrgelan / mit langen schwartzen strichen / haben gegen einan⸗ der gestritten starck / keines ist dem an⸗ dern gewichen. Welches erschrecket hat viel leut / so hat man auch vor kurtzer zeit / vier soñen am Himmel gesehen zu Erdfurt in der werden Statt / hoͤrt was weiter ist ge⸗ schehen. Zu Kauffbeuren im Allgoͤw / hat man gesehen auch gar frey / drey Son⸗ nen mit zweyen Regenbogen / hat man gesehen dieses jar / ist war vnnd nit erlo⸗ gen. Nun merck drauff du frommer Christ / daß es vergebens nit geschehen ist / das soltu nit verachten / hat Gott je was vmbsonst gethan / das soltu wol be⸗ trachten. Denn der Tuͤrck eben vff dise zeit / vberzogen hat die Christenheit / mit ei⸗ nem grossen gewalte / ein Statt die was Hoburg genant / die hat er angerante. Vnd sie beschossen tag vnnd nacht / darauff mit einer grossen macht / drey stuͤrm angeloffen / mit eim grausamen geschrey / hat er sie angetroffen. Die Christen werten sich gar gewal⸗ tiglich / triben die Tuͤrcken hindersich / vil puluer eingegraben / darnach dasselbig zuͤndet an / vil Tuͤrcken thet zerschlagen. Vil ketten habens eyngeladen / den Tuͤrcken than ein grossen schaden / sein hertz wuͤt jhm in zorn / er hat auff diesen sturm allein / zwey tausendt Mann ver⸗ loren. Deß must der Hund auff disen tag / abziehen mit schmach vnd grosser klag / deß freuwten sich die Christen / wolten sich ein wenig laben thun / der Tuͤrck thet sich wider ruͤsten. Ein frischen hauffen er nan trieb / das war den Christen nit fast lieb / zer⸗ schossen war die mauren / der graben mit Tuͤrcken außgefuͤlt / die Christen theten trauren. Der Tuͤrck fieng wider zu stuͤrmen an / das kostet so manchen werden Mañ ach Gott dir thu ichs klagen / die weiber mit heissem wasser zwar / theten den Tuͤr cken zwagen. Da hoͤrt man so grausamlich / die Tuͤrcken wuͤten wie das vieh / die Buͤch⸗ sen hort man klingen / vor fewr vñ rauch kondt man nit sehen / der Tuͤrck mit ge⸗ walt thet tringen. Die Christen trieben sie von der wehr / vnd kam hinein mit seinem Heer / da hoͤrt man schreien vnd gelffen / man hieb vnd stach vil Tuͤrcken todt / es wolt aber nit helffen. Wie die Türcken kamen in die statt / der Oberst eingenommen hat / ein hauß am Marckt verschlossen / darauß wehrt er sich noch zwo stund / hat den Tuͤrcken hart verdrossen. Gar dapffer wehrt sich der kuͤne Heldt / gar manchen Tuͤrcken er da felt / erschossen vnnd zerhawen / die Tuͤrcken warffen feuwr hinein / groß leidt thet man beschawen. Das hauß bran alles hoch vnd glat also der Tuͤrck gesiget hat / zwoͤlff mann drinn lebet funden / denen hieß er bin⸗ den haͤnd vnd fuͤß / wol zu denselben stun den. Vnd ließ sie werffen in das fewr / O Jesu Christ kom jn zu stewr / an jrem letzten ende / nim du jr arme seele bald / in dein Goͤttliche haͤnde. Den Obersten hat er spiessen lan / O mensch laß dirs zu hertzen gan / die Jungfrawen vnd die knaben / die hat er mit jhm weg gefuͤrt / O Gott thu sie be⸗ gnaden. Die Weiber vnnd kinder mit be⸗ schwerd / die mußten alle halten her / die Tuͤrcken hund vnguͤtig / zerhieben sie mit Seblen krum / sam ob sie weren wuͤtig. Es moͤcht wol mancher Mutter jr hertz / zersprungen sein vor grossem schmertz / daß sie mußten sehen schenden / jre toͤchter gar zu todt / Herr hilff auß dem elende. O edle teutsche Nation / es ist dir nit geringer on / daß du den preiß lest fallen / der einnal in der gantzen welt / beyn voͤl⸗ ckern war erschallen. Die teutschen auß dem Francken⸗ land / ein koͤnigreich auffgerichtet hand / in Franckreich hoch erheben / darzu sie sich mit grosser gewalt / wider die Roͤmer han begeben. Jr teutschen Fuͤrsten all zugleich / darzu jr Staͤndt im Roͤmischen Reich / wie lang wolt jrs verachten / daß der Tuͤr ckisch hund vngehewr / nach ewerẽ Reich thut trachten. Gebt euch zu fried vnnd einigkeit / halt ahn mit Keiserlicher Maiestet / teutschland wol zu beschuͤtzen / vnd wo jr mehr fahrlaͤssig seid / so wirts euch wenig nuͤtzen. Ein jeder glaub vnd zweiffel nicht / es wirdt bald kom̄en das Juͤngst Gericht / der grosse Tag deß Herren / ein jeder schick / sein sach dahin / daß er solches moͤg begeren. Jhr lieben Teutschen all durch Gott / last euch anligen diese Not / secht wie der Tuͤrckisch hunde / vmbfrisset wie ein Was ser tieff / jmmer vnd alle stunde. H. A. M. Getruckt zu Straßburg / bey Nicolaus Faber. Show less

Grässliche Wunderzeichen
Ein Schönes Newes Lied vnd Warnun ge gantz Deutschlandes von wegen verachtung vnd vndanckes Goͤttliches wortes / so vns Gott die hoͤheste Maie⸗ stet / teglich mit grewlichen Wunderzei⸗ chen vor augen stelt / vnd mit Krieg / Pestilentz / Tewrung vnd Blut⸗ vergiessen zu straffen drewet / ... Show more Ein Schönes Newes Lied vnd Warnun ge gantz Deutschlandes von wegen verachtung vnd vndanckes Goͤttliches wortes / so vns Gott die hoͤheste Maie⸗ stet / teglich mit grewlichen Wunderzei⸗ chen vor augen stelt / vnd mit Krieg / Pestilentz / Tewrung vnd Blut⸗ vergiessen zu straffen drewet / auch endlich am Juͤng sten tage / ein gestren⸗ ges Examen mit jhm halten wird. Jm Thon: Ach Gott von Himel sich darein. Wachet vñ seid nuͤchtern / denn jhr wisset nicht wenn des Menschen Son komen wird / das er euch nicht vnbereitet finde. 1575. WAch auff / wach auff / du deut⸗ schesland / du hast genug ge⸗ schlaffen / bedenckt was Gott an dich gewand / wozu er dich geschaf⸗ fen / bedencke was Gott zu dir hat ge⸗ sand / vnd dir vertraut sein hoͤchstes pfand / drumb magstu wol auffwachen. Gott hat dich deutschland hochge ziert / mit seim wort der gnaden / ein grosses liecht dir auch beschert / vnd hat dich lassen laden / zu seinem reich wel⸗ ches ewig ist / darzu deñ du geladen bist / wil heilen deinen schaden. Gott hat dir Christum seinen Son / die Warheit vnd das Leben / sein liebes Euangelion / aus lauter gnad gegeben / denn Christus ist allein der Mann / der fuͤr der Welt Suͤnd gnug gethan / kein werck hilfft sonst darneben. Du lagest zuuor im finstern gar / mit Blindheit hart bekrencket / bey dir kein Liecht der warheit war / dein hertz war gar gelencket / zur Luͤgen vnd Ab⸗ goͤtterey / falsch Gottesdienst vnd heu⸗ cheley / ins Tenffelslist versencket. Du hast zuuor den Antichrist / sei⸗ Teuffels lehr gehoͤret / vnd leine Luͤgen Stanck vnd Mist / als Goͤttlich ding ge ehret / jhm noch mit dienst als deinem Herrn / dein Leib und Gut auch willig gern / der keins dich nicht beschweret. Von solcher Luͤgen falschen schein / hat Gott dein Hertz getrennet / durch Luther den Propheten dein / gantz frey solches bekennet / hat dich gezogen gne⸗ diglich / zu seinem reich gantz veterlich / wol dem ders recht erkennet. Fuͤr solche gnad vnd guͤte gros / soltu Gott billich dancken / nicht lauffen aus seim gnadẽ schos / von seinem wort nicht wanckẽ / dich halten wie sein wort dich lert / dadurch wird Gottes reich ge⸗ mehrt / geholffen auch den krancken. Du soltest bringen gute frucht / so du recht gleubig werest / in lieb vnd trew / in scham vnd zucht / wie du selbst solchs begerest / in Gottes furcht dich halten fein / vnd suchen Gottes ehr allein / das du niemand beschwerest. Ob du solchs thust das ist am tag / darff nicht erweiset werden / es zeuget jetzt die gemeine klag / das erger nie auff Erden / auch weil die Welt gestanden ist / nicht gewest solch tuͤck vnd list / in worten vnd geberden. Es ist nicht aus zu sprechen mehr / die bosheit suͤnd vnd schande / die grau⸗ sam Gotteslestrung schwer / so itzt in deutschen Landen / solch suͤnd ist itzt so hoch gebracht / das auch dafuͤr der himel kracht / erschuttert seine bande. Gott hat sein wort gegeben druͤmb / das wir vns zu jm wendẽ / so kert deutsch land das bletlein vmb / thut seinẽ namen schenden / ist erger worden denn zuuor / all Suͤnd schwebt jetzund hoch empor / druͤmb wird Gott viel straffe senden. Der wucher / geitz / betrigerey / wird jetzt fuͤr kunst gelobet / Ehebruch / Vn⸗ zucht vnd Fullerey / wird auch noch wol begabet / falsch list / vnd tuͤck / vorreterey / vntrewe falscheit / gros buͤberey / jr viel jetzt hoch erhebet. Die Jugend wird gezogen jetzt / in muchwil frech gewenet / das sie in schalck heit so verschmitzt / was Ehrlich ist verhoͤ net / Jhr kleidung mus fein buͤbisch sein / das Weibsuolck gibt gar boͤsen schein / Mit zierlicheit beschoͤnet. Wer jetzt nicht pluderhosen hat / die schier zur erden hangen / Mit zoten wie des teuffels wath / der kan nicht hoͤff⸗ lich prangen / es ist solchs so ein schnoͤde tracht / der teuffel hats gewis erdacht / wird selbst sein also gangen. Denn welcher Christ solches kleid anblickt / der mus fuͤr trawren klagẽ / sein hertz fuͤr Gottes zorn erschrickt / wird bey jm selbst offt sagẽ / Ach Gott deutsch land das bringet dich / das du must straf fen hertiglich / mit schweren grossen pla⸗ gen. All stendt sind jetzt so gar zertrent / wil niemand sich erkennen / Mit gutem schein doch so geferbt / thun sich all Chri sten nennen / vnd wird dein Goͤttlicher Name tewer / zur Suͤnd gebraucht so vngehewer / Deutschland wird sich ab⸗ rennen. Was vormals vnrecht / suͤnd vnd schand / das thut man jetzt gut preissen / was vormals Bley vnd Zihn genand / das heist man jetzt hart Eisen / All ding hat sich so gar verkert / vnrecht hat sich so hoch gemert / solches thut die that er⸗ weisen. Die warheit wird jetzt vnterdruckt / wil niemand warheit hoͤren / Die Luͤgen wird gar fein geschmuͤckt / Man hilfft jr offt mit Schweren / dadurch wird Got⸗ tes wort veracht / die Warheit hoͤnisch verlacht / die Luͤgen thut man ehren. Dieweil denn Deutschland gar nicht wil / an Gottes wort sich keren / vñ heuffet der suͤnden teglich viel / es lest jm niemand wehren / so wird auch Gott ein scharffe Ruth / viel straffen fenden wie ein fluth / vnd Deutschland mores leren. Wer augen hat vnd sehen koͤndt / der wuͤrde freilich spuͤren / an Himel / Erden / Lufft vñ Wind / die Gottes straffe rhuͤ⸗ ren / viel zeichen lest geschehen Gott / fuͤr war er etwas im sinne hat / wil vns zur busse fuͤren. Martinus Luther Gottes Man / hat Deutschland offt vermanet / man folt von suͤnden abelan / ein grosse straff jm anet / Gott wuͤrd an Deutschland straffen hart / den vndanck an seim gna⸗ den wort / keines vndanckes Gott nicht schonet. Wach auff Deutschland es ist hohe zeit / du wirst sonst vber eilet / die sraffe dir auff dem Halse leid / ob sichs gleich jetzt verweilet / vorwar die Axt ist ange⸗ setzt / vnd auch zum hieb scharff gewetzt / was gilts ob sie dein schonet. Gott warnet teglich fuͤr vnd fuͤr / das zeugen seine zeichen / denn Gottes straffe ist fuͤr der Thuͤr / Deutschland las dichs erweichen / thu rechte busse in der zeit / weil dir Gott noch sein gnade anbeut / vnd thut sein hand dir reichen. Das helff Gott vns allen gleich / das wir von suͤnden lassen / Vnd fuͤre vns zu seinem Reich / das wir das vn⸗ recht hassen / HERR JHEsu Chri⸗ te hilff vns nu / Vnd gib vns deinen Geist darzu / Das wir dein warnunge fassen. O Gott gib das der Name dein / durch Falsch lehr nicht geschendet / von deinem wort vnd Lere rein / Nicht wer⸗ den abgewendet / Dein wil dempfft aller Menschen tandt / So von der War⸗ heit abgewand / durchs Teuffels ist ver⸗ blendet. Amen spricht / der dis Lied ge⸗ macht / Gott troͤst alle die noth leiden / Vnd stuͤrtze bald der Luͤgen pracht / so Warheit stets thun neiden / Vnd mach zuschand was vnrecht ist / sterck vnsern Glauben JHEsu CHrist / Wenn wir von hinnen scheiden. Show less

Wundergeburt in Frankenau, 4. November 1576
Ein Liedt von zweyen kindern / vor nie er⸗ hoͤrte Wundergeburt / welche sich zugetragen hat / den iiij. No⸗ uember / dieses 76. jars / im Voit⸗ land / in einem Dorff Francknaw genandt / das ein ein Megtlein / das ander ein Kneblein / mit was wunderzeichen sie auff die wellt seind kommen. ... Show more Ein Liedt von zweyen kindern / vor nie er⸗ hoͤrte Wundergeburt / welche sich zugetragen hat / den iiij. No⸗ uember / dieses 76. jars / im Voit⸗ land / in einem Dorff Francknaw genandt / das ein ein Megtlein / das ander ein Kneblein / mit was wunderzeichen sie auff die wellt seind kommen. NVn heb ich an zu singen / kans nicht vnderwegen lahn / von wunderlichen dingen / ja in dem Voitland fuͤrwahr / darinnen ist gelegen / ein Dorff Francknaw genañt / sag ich euch jetz groß wun⸗ der / von zweyen jungen Kindern / vil Menschen wol bekant. Den Sontag vor Martini / in diesem jetzigen jar / den vierdten tag Nouembri / ist wahr wie ich euch sag / im vorgemelden Dorffe / ein Mann gesessen ist / von der Zwintz ist sein geburte / hielt sich zu Gottes worte / den nenn ich euch zur frist. Jacob Claus mit ehren / ist er al⸗ zeit genant / dem selbigen thet Got bescherẽ / zwey kinder wie ich euch sag / dieselbige seind Gottes boten / wie jr noch hoͤren werdet / drumb nemets wol zu muthe / thut Got⸗ tes warnung nicht spotten / fuͤr⸗ war ich euch solchs rath. Vmb zwey vhr zu der vesper / ein Fraw gelegen ward / ein lan⸗ ge zeit mit schmertzen / vier stundt wie ich euch sag / thet Gott sein al⸗ macht zeigen / mit grosser wunder⸗ that / wie er genaigt ist zustraffen / mit Pestilentz / krieg vnd Waffen / wie ers angefangen hat. Wol zu derselben stunde / gebar sie ein toͤchterlein / hat man bey jm gefunden / am halß vnnd rechten bein / zwey grosse beulen braune / ist wahr wie ich euch sprich / die Wehmutter mit trauren / die Pe⸗ stilentz vngeheure / Jah sie gantz offenbar. Ein kleine weil nit lange / gebar sie ein knaͤblin / das het ein grossen wandel / am rechten Ermelein / ein schroͤckliche gestallte / einen Tuͤr⸗ ckischen Sebel scharpff / darauff die Weiber sampte / erschracken vnnd lieffen balde / vnnd sagtens dem Pfarrherren an. Der Pfarrer mit grossem schmertzẽ / die Wundergeburt be⸗ sach / beklagt es bald von hertzen / fieng an vnnd zu jhn sprach / das seind die Gottes Botten / die er vor hat gesandt / das hab ich wol vernommen / Gott wird gar bal⸗ de kommen / wird nit auß bleiben lang. Darnach thet man sie bringen / zur Kirch nach dem gebrauch / die Tauffe sie empfiengen / da ward ein grosser zulauff / ein jeder wolt erst sehen / die grausam wunder geburt / was sich aber hat bege⸗ ben / hoͤrt zu vñ merckt mich eben / daruon ich euch jetzt meld. Das aͤltest ward genennet / An⸗ nelein mit seinem nam / als es auß der Tauffe ward gehaben / hub es auff die stimme sein / ach wer wil vns dann die todten / diese zwey Jar begraben thun / ja viel menschen die es hoͤrten / erschracken vber den worten / merckt auff vnd hoͤret nun. Der Priester thet bald nemen / das ander Kind zu hand / die tauf⸗ fe es empfienge / Jacob ward es genant / mit grosser heller stimme / es an zu schreyen fieng / O weh zu dreyen mahlen / thet es bald wi⸗ der holen / O weh dir Teutsches Land. O liebe Christen fromme / er⸗ kent die warnung zwar / der Her⸗ re wird bald kommen / der tag ist vor der thuͤr / die Wellt thut je⸗ tzund krachen / allenthalb an man⸗ chem ort / vnser suͤnd die thut es machen / das wir Gott so verach⸗ ten / vnnd sein heiliges wort. Thut buß jr liebẽ Christen / es thut jetzt warlich not / weil jr noch seyt gewisse / die Gnadenthuͤr of⸗ fen steht / thut Gott inn die arme fallen / das er von vns wend die Rhut / so wird sich Gott vns allen / gar gnaͤdigklich er⸗ barmẽ / ach Christen Busse thut. Ende. Getruckt zu Franckfurt / durch Wilhelm Berckh. Show less

Lied über Grimmenstein, 1567
Ein schoͤn News Lied / was sich mit dẽ Echtern so sich inn Gotta vnnd Grimmen⸗ stein gehalten / newlicher zeyt zugetragen hat. Anno 1567. Jm̄ Thon: ¶ Jch stuͦnd an einem Morgen / heimlich an einem ort / rc. Getruckt zu Augspurg / durch Mattheum Francken. 1. WAs woͤll wir aber singen ... Show more Ein schoͤn News Lied / was sich mit dẽ Echtern so sich inn Gotta vnnd Grimmen⸗ stein gehalten / newlicher zeyt zugetragen hat. Anno 1567. Jm̄ Thon: ¶ Jch stuͦnd an einem Morgen / heimlich an einem ort / rc. Getruckt zu Augspurg / durch Mattheum Francken. 1. WAs woͤll wir aber singen yetzundt zu diser frist: Von new geschehen dingen / wie es ergangen ist. Newlicher zeit im Duͤringer landt / was sich hat zugetragen / in der Statt Gotta genandt. 2. ¶ Jn welcher sich hond ghalten / dẽ Reich schaͤdliche Leüt: Sonderlich Grum̄bach der alte / schad wers lebt er noch heüt. Sampt anderm Wurm̄⸗ fressigem gsindt / was args sie haben begangẽ / weiß manches Muͦtterkindt. 3. ¶ Dasselb als zu erzelen / in dem lied wer zu lang: Will es nur darauff stel⸗ len / wie es gwan ein außgang. Nach dem es nun ein zeit vñ frist / vom Chur⸗ fuͤrsten zu Sachssen / vnnd dem Reich belegert ist. 4. ¶ Nach dem sie Schloß vñ Statte / willigklich gaben auff: Auff das sie er⸗ langtẽ gnade / eh es als gieng zu hauff. Welches ist geschehen fürwar / am drey zehenden Aprilis / diß siben vñ sechtzigst Jar. 5. ¶ Darnach am fünfftzehenden / fuͤrt man nach Dresen guͦt: Hertzog Hans Fridrich bhende / mich tawret dz Fürst⸗ lich bluͦt. Das er solch grosse vngenad / wol vmb der Echter willen / auff sich geladen hat. 6. ¶ Darnach am achtzehenden / Apri⸗ lis ich euch sag: Vngfehrlich an dem ende / vmb acht vhr vor Mittag. Ward Wilhelm Grumbach der alt / auff eim Sessel getragen / vom Schloß auff den Marckt bald. 7. ¶ Allda ward auffgemachte / ein ge⸗ bretterte Bün: Als er ward dar ge⸗ brachte / das man jn richtet hin. Ward jm für glesen an dẽ endt / sein Vrgricht von eim Schreiber / welchs er waar sein bekendt. 8. ¶ Zuhand thet jn vermanen / trew⸗ lich der Priester hauff: Darauff ruͤfft er Gott ane / bat auch alßbald darauff. Ein Priester das er an dem ort / allda von seinet wegen / zum volck wolt thuͦn das wort. 9. ¶ Als solches ward geschehen / legt man jhn an den Ruck: Die Hencker in der nehen / schnitten auß jm vier stuck. Namen sein vntrew hertz zu stund / vñ schlugens jm zweymale / so frisch vmb seinen Mund. 10. ¶ Nach solch geschehnen dingen / ritt man zum Rahthauß hin: Doctor Pruck auch zubringen / als er kam auff die Pün. Ward er mit gleicher Müntz bezalt / zũ tod auch hingerichtet / gleich wie Grum̄bach der alt. 11. ¶ Zum dritten thet man holen / mit nam̄en Wilhelm vom Stein: Als er Gott hett befolhen / trewlich die Seele sein. Ward er knyend zum Schwerdt Gericht / darnach in vier stuck zerthey⸗ let / wie jr vor seyt gericht. 12. ¶ Noch ein thuͦ ich euch nennen / ward auch zur Richtstat gfuͤrt: Werd jn auch selbst wol keñen / Dauid Baum gartner genennet wirdt. Jst mit dem Schwerdt worden gericht / willigklich thet er sterben / Gott verlaß die Seele nicht. 13. ¶ Eins het ich schier vergessen / mit nam̄en Hans Beyr er hieß: Jsts Für⸗ sten Seeretarij gwesen / den man auch bringen ließ. Auff eim Sessel kundt ge⸗ hen nicht / dann er hette das Podagra / wurd mit dem Strang gericht. 14. ¶ Etlich sitzen noch iñen / eins theyls sind auß dem staub: Haben sie gmacht von hinnen / wern sie noch da ich glanb. Sie muͤsten auch an disen Tantz / dann wie ich hab vernommen / ist der reyen noch nit gantz. 15. ¶ Darbey so laß ichs bleiben / jetzund zu diser frist: Weyter daruon zuschrei⸗ ben / jetzt nicht gelegenheit ist. Es ist warlich gewesen zeit / dz man dises Vn⸗ zifer / ein mal hat außgereüt. 16. ¶ Der vns das lied hat gsungen / hat auch zugsehen dem schertz: Darzu hat jn bezwungen / sein fridliebendes hertz. Der Edlen Grechtigkeit ist er holdt / er wünscht allen Schnaphanen / das jhn so ergehn solt. Vor Gotta vnd vor Grimmenstein / Vnser gar vil gelegen sein. Sie botten thewr vmb leyb vnd leben / Vnd haben dannoch wolfayl geben. Show less

Unwetter und Blitzeinschlag, 14. März 1577
Newe Zeyttung Einer Erbaͤrmblichen vnnd klaͤglichen Geschicht / so sich begeben hat im Vngerland an der vhestung Canisi / welchs auß verhengnis Gottes durch ein Wetter vom Himel ist augezuͤndt wor⸗ den / so in ein Pulfferthurn geschla⸗ gen / vnd in die hundert vnd vier heuser sampt vielen... Show more Newe Zeyttung Einer Erbaͤrmblichen vnnd klaͤglichen Geschicht / so sich begeben hat im Vngerland an der vhestung Canisi / welchs auß verhengnis Gottes durch ein Wetter vom Himel ist augezuͤndt wor⸗ den / so in ein Pulfferthurn geschla⸗ gen / vnd in die hundert vnd vier heuser sampt vielen volcks so darinnen verbrannen vnd vmbkomen sind / Den 24 Martij dises 77. Jars. Jm Thon / Hilff Gott das mir gelinge / etc. Gedruckt zu Vlmitz / bey Hans Guͤnther. HErr Gott thu dich erbarmen / durch Christum deinen Son / Hilff vns betruͤbten armen / die vn⸗ schuldig leyden thun / wol hie auff Er den in dieser zeit / das wir dein wol⸗ that preyssen / hie vnd dort in ewigkeit Jn Vngern mercket eben / da ligt ein Marck zuhant / darinnen hat sich begeben / Kanisi wird es genant / ein vngewitter kam da zur stundt / hat alles da erschlagen / verbrandt biß auff den grundt. Als man Zalt funffzehundert / vnd sieben vnd siebentzig Jar / darob ich mich verwundert / das ist gewiß⸗ lich war / den vier vnd zwentzigsten tag geschehen ist in Mertzen da be⸗ sonders / O Hilff lieber Jesu Christ. Als es war vmb funff vhre / wol alda nach mittag / groß donner knall gehoͤret / truͤb schwartz gewuͤlcken man her ziehẽ sah / das weret da drey gantzer stund / nach dem hubs an zu Haggelen / erschlus als auff den grundt. Groß stein teheten da fallen / zu zwey vnd drithalbs pfundt / darnach ließ es groß knallẽ / von grossen don⸗ ner schlag / wol an dreyẽ ortẽ zuhand das Fewer man brinnen sahe Nun mercket auch zuhandt. Da hoͤrt mann schreyen vnd kla⸗ gen / von Weib vnd Kinder klein / vil Wasser thet man zu tragen / kein hilf mocht da nicht sein / das Fewer nam gewaltig vberhand die nacht die was vor handen das volck gantz trawrig standt Nichts kundens darvon bringen / der Marck was voller leut / in Pfar⸗ hoff thetens dringen / das bracht sie in groß leyd / darin meintens sicherzu⸗ sein / da thets noch ein Donner knalle / der schlug den kirch thurn ein. Das er von not must fallen / vnd schlug das Hauß zu grund / so mer⸗ cket in dem allen / den pfarhoff zu der stund / hats auch jaͤm̄erlich gworffen ein / darin seindt Todt gebliben / 13. man weib vnd kinder klein. Das moͤcht wol Gott erbarmen / nun mercket zu der stund / wie die be⸗ truͤbten arme / groß not leiden zu der stundt / ein Hauß darin der Schul⸗ theiß was / hat das Fewr ein genom⸗ men / nun mercket mich fuͤrbaß. Der selbig ist kranck gelegen / biß inn die anderthalb jar / sein thet von hertzen pflegen / sein liebste schwester fuͤrwar / weib vnd kind die waren dar von der Vatter ist da bliebẽ / der must verbrenen thun. Mann kundt zuhilffe nicht kum⸗ men / in eines Beckers Hauß / das Fewr hets eingenomẽ / niemand kundt nicht kummen drauß / die kin⸗ der schrien mit grosser klag / vmb Vat ter vnd Mutter zu helffen / noch mer darin geschach. Der Vatter was vmbgeben / mit grosser Fewers not / zu fristen meint er sein leben / vnd ein kindlein vor dem Todt / daselb in einer wiegen lag / das must mit jhm verbrennen / Ach wee der grossen klag. Noch mehr muß ich anzeigen / das ist zu erbarm̄en sehr / ein kindlein von vier jaren / das schrie auß hertzen be⸗ gier / hielff mir du lieber Vatter mein / deß gleichen mein hertz liebe Mutter / auß diesser noth vnd vein. Ein Meidlein von Zwoͤlff jaren / welches seine Schwester war / lieff durchs Fewer mit gefare / erwischt das Kindt bald dar / vnd meint dar⸗ mit zu entrinnen bald / die stiegen war angebrunnen / das Hauß zu grund einfelt. Also must da verderben / das meid⸗ lein mit den kind / jm ellendt vnd iam⸗ er sterben / in dem der marck halber außbrindt / mit sampt der Kirchen biß auff den grunt / noch weitter muß ich anzeigen / wenn ichs vor trawren kundt. Daß Schloß ist auch angangen / von der grossen hitz vom Fewer / da hoͤrt man mit verlangen / schrien vmb hielff vnd stewer / den Junckern sam̄t seinem Weib / deßgleichen auch drey Toͤchter / vnnd eines seiner soͤn gerad von leib. Kein rettung mocht nicht helffen / wol von der gantzen gemein / da hoͤrt mann schreien vnd gelffen / wol von dẽ kindern klein / sie ruͦfften hertzlichẽ zu Gott / daß man in moͤchte helffen / auß diser grossen noth. Ein leytter ward angeworffen / an das Schloß also geschwindt / der Juncker kam geloffen / wol mit dem kleinsten kind / das selb bracht er in eil daruon / der knecht der bracht das an der / noch mehr muß ich zeigen an. Die Fraw die woͤlt auch weichen / zug der Tochter eylends nach / die hendt thettens einander reichen / ein Bruͤderlein auch nach zog in dem die Leyder brechen thet / die Fraw ist zu todt gefallen / daß Kneblein verbran an der steth. Also ist da verbrunnen / mit groser wee vnd klag / ein hundert Heuser in summen / vnd vier ich euch da sag / deß gleichen dreyzehen Kinder klein / vnd 39. alten / o Gott thu jnen gnedig sein. Darumb jr lieben Christen / last ab von ewer Suͤnd / steht ab von ar gen listen / von fluchen vnd schweren geschwint / von allen lastern in ge⸗ mein / das mir nit Gott erzuͤrnen / O Christen mensch merck hie bey. Vnd bit Gott von gantzen hertzen das er vns wol genedig sein / vnd nicht straffe mit solchen schmertzen / deßgleichen jr Jungen Kinder klein / ruͤfft an Jesum Christ alle zeit / das er vns wol behuͤtten / biß in die Ewigkeyt. Show less

Frau ermordet eigene Kinder in Weidenhausen, 20. August 1578
Warhafftige vnd erschreckliche Newe Zeit⸗ tung / von eines Saͤltzers Weibe / wie dieselbige in abwesen jhres Manns / jhrer ei⸗ gener Kinder viere / durch anreitzung des Teuffels jem̄erlich vnd erbaͤrmlich ermor⸗ det hat / Geschehen im Landt zu Hessen / in einem Dorff Weidenhausen bey... Show more Warhafftige vnd erschreckliche Newe Zeit⸗ tung / von eines Saͤltzers Weibe / wie dieselbige in abwesen jhres Manns / jhrer ei⸗ gener Kinder viere / durch anreitzung des Teuffels jem̄erlich vnd erbaͤrmlich ermor⸗ det hat / Geschehen im Landt zu Hessen / in einem Dorff Weidenhausen bey Eschwehe / den 20. Au⸗ gusti / des 1578. Jares. Jm Thon / Hilff Gott das mir ge⸗ linge / du Edler / rc. Erstmals gedruckt zu Magdeburgk. 1. EIN newes Lied zu singen / wil ich jetzt fangen an / von wunderlichen dingen / hoͤrt zu jr Fraw vnd Man / Welches dann gar erbarmlich ist / solchs wil ich euch jtzt melden / hoͤrt mich zu dieser frist. 2. Jm Dorff zu Weidenhausen / in Hes⸗ sen bey Eschwehen / mocht einem wol drob grausen / was alda ist geschehen / im Augu⸗ sto den 20. tag / im 78. Jare / nun hoͤrt was ich euch sage. 3. Ein Saltzfuͤhrer ist gesessen / an jetzt gemeltem orth / sein Weib het sich vermes⸗ sen / Als ich es hab gehort / Wol durch des Teuffels trug vnd rath / vnd sein boͤses ein⸗ geben / groß Mord gestifftet hat. 4. Vnd als sie war alleine / mit jren Kind⸗ lein vier / gab jhr der Teuffel eine / das sie bewart die thuͤr / verrigelt die thuͤr vnd fen⸗ ster all / thet jhr gentzlich fuͤrnemmen / Kin⸗ der toͤdten all. 5. Jm zorn vnd vollem braus in und her / auff vnd nider in [...] ich sie vnsinnig wer / in [...] res Beyel sie fand / wol[...] eingeben / ergreiff sie [...] Vnd lieff [...] ren eisten So[...] ren / wolt i[...] Keller ve[...] den / zuͦ [...] 9. [...]cht in sein jemmerlich klagẽ / [...]en nicht / sie thet nur haw⸗ [...] sie jn erbermlich richt / [...]ndt / dran hat sie kein [...]eller behend. [...] das sag ich [...]ie gesch⸗ [...]schrey [...]ch le⸗ Dasselbe Kindtlein kleine / v[...] sich hinder die thuͤr / meint es wolt [...] gen seine / bey dem Rock zog [...] Ermordt das vnschuͤldige Kind [...] hets ihm abhawen / wol mi[...] schwindt. [...] Daran het sie [...] wißlich war / de[...] war alt ein h[...] lich / in dem [...] ter hoͤret r[...] M[...] Kin[...] [...] 17. [...] mehr Kinder het funden [...]ebracht / wol zu derse den [...] gar nichts bet acht / r / [...] / in jhrem grimmigen [...]ten stach. [...]bbringen / wol [...]ch vnnd sol⸗ [...]darnach [...] mit ge⸗ [...] hant. [...] Vnd thut euch fleissig huͤten / wol fuͤr des Teuffels list / denn er lest nicht sein wuͤ⸗ ten / wie man in S. Petro list / wie er vmb⸗ streicht vnd hat kein ruh / gleich als ein bruͤl lender Loͤw / wen er verschlingen thu. 22. Demselben thut widerstreben / du gantze Christenheit / bessert ewer suͤndlichs leben / es ist nun hohe zeit / thut Buß / last ab von Suͤnden groß / vnd gleubt an Jesum Chri⸗ stum / der fuͤr vns sein Blut vergoß. 23. Hiemit wil ich vollenden / diß trawri⸗ ge Geschicht / Gott wolt sich zu vns wen⸗ den / vnd vns verlassen nicht / vnnd behuͤe vns fuͤr solchem leid / auff das wir vns bekehren / vnd leben in E⸗ wigkeit. Show less

Schlacht von Alcacer-Quibir, 15. August 1578; "Von der jetzigen Welt Lauff und Gebrauch"
Newe Zeitung / Von der gros⸗ sen vñ vnerhoͤrten Schlacht so sich zwischen dem Koͤnig auß Portugal / mit sampt seinem Sohn / vnnd dem Koͤnig auß Persia begeben hat / den 15. Augstmonat / in di⸗ sem 1578. Jar. Jm Thon / Das Ander / von der jetzigen Welt Lauff vnd Gebrauch / wie alle Hendel... Show more Newe Zeitung / Von der gros⸗ sen vñ vnerhoͤrten Schlacht so sich zwischen dem Koͤnig auß Portugal / mit sampt seinem Sohn / vnnd dem Koͤnig auß Persia begeben hat / den 15. Augstmonat / in di⸗ sem 1578. Jar. Jm Thon / Das Ander / von der jetzigen Welt Lauff vnd Gebrauch / wie alle Hendel jetzt so gar geschwecht vnd ge⸗ mißbraucht werden. Jm Thon / Es ist auff erd kein schwerer Leiden / rc. Getruckt zu Coͤln / bey Jacob Weiß. MErckt auff was ich euch singen / thuͦ / was sich hat kurtzlich tra⸗ gen zuͦ / in Persia dem Lande / Darinn ain Koͤnig maͤchtig ist / dem kam zuͦ wider stande. Der Koͤnig mit gwallt auß Portu⸗ gal / mit achtzig tausent an der zal / Persia wolt er zwingen / seim gwallt solt es sein vnderthon / thet jm aber mißlingen. Als man zalt 1500 Jar / vñ 78. für⸗ war / im Augstmonat merckt eben / An vnser Frawen himelfart / ist es gesche⸗ hen eben. Der Portugalisch Koͤnig zur frist / in Persia er kom̄en ist / sein Leger thet er schlagen / Bey Somuila wol in dẽ Feld / die Moren zuͦ gegen lagen. Die hetten taͤglich ainen streit / groß hilf die was da zuͦ bereit / mit gewallt thet auch komen / Auß Persia des Koͤ nigs sun / das bracht jn kleinẽ from̄en. Fünff Koͤng gegen einander lagen / ein yeder wolt den sig daruon tragẽ / in dem wirt angestelte / ein Schlacht zuthuͦn im weiten Veld / an aim Frey⸗ tag ich meldte. Jn dem Augusto one klag / das war der 15. tag / morgens fruͤ vmb fünff vhre / der Perser Koͤnig mit gewallt / da angegriffen wure. Vnd auch drey Moren Koͤnig fein / stuͦnden dem Koͤng auß Persia bey / wol mit 40000. mannẽ / Jn disem vor gemeltẽ tag / raichtẽ sie froͤlich zamen. Mit schiessen / schlagen inn der eyl / die Moren wurffen jre Pfeyl / gantz wol vber die mossen / Auß Portugal die spieß Reutter / haben manchen zuͦ boden gstossen. Sechs Koͤnig waren in der schlacht / es wert vom morgen inn die nacht / noch wolts kein end nicht nemmen / Der gewalt war so maͤchtig groß / ein yeder hauff thet sich schemen. Wann er wurd in die flucht getri⸗ ben / derhalben sein beysamen bliben / die zwen Koͤnig auß Portugal ge⸗ born / Als es kam in die neüntzehend stund / habẽ sie die Schlacht verlorn. Der Koͤnig auß Persia mit macht / der hat gesiget in der Schlacht / die Portugalischen vberwunden / Zwain tzig tausent auß Portugal / hat man auff der Waldstat gefunden. Der Portugalisch Koͤnig hab ich vernommen / mit sampt seinem Sun seind da vmbkommen / Drey Moren Koͤnig deßgeleichen / neün Fürsten vnnd Herren hochgeborn / kundten auch nicht entweichen. Sonder muͦßten ligẽ auf dem plan / neüntzehen Grauen ailf hundert A⸗ dels person / die sind auch da vm̄kom⸗ men / fünff Landsherren auß Portu⸗ gal / wurd auch das leben gnommen. Jn diser Schlacht da one klag / dem Koͤnig auß Persia gschach groß ni⸗ derlag / 13000. jm wurden erschlagẽ / auch seines bruͦders Sun auß Zinia / den thet er hefftig klagen. Vnd drey Fürsten hoch geborn / hat er in diser Schlacht verlorn / zway hundert Ritter vnnd Grauen / 1000. von Adel geborn / kamen vmb durch schwert vnd waffen. Nun ist es nit ein grosse klag das / fuͤnf Koͤnig auff einen tag / in einer Schlacht sollen bliben / vnnd zwelff Fürsten so hochgeborn / das soll man billich schreiben. Jn die Chronica fürwar / damit es werde offenbar / was in disem Jar ist gschehen / 2400. vom adel geborn / dẽ wurd der Todt auch nehen. Auch 33000. in gemein / inn dieser schlacht vmkom̄en sein / erschossen vñ erschlagen / auß Persia vnd Moren⸗ land / hoͤrt man es hefftig klagen. Vnd auch in Portugal deßgleich / klagen sie sehr jr Koͤnigreich / das sie da haben verlorn / den alten Koͤnig mit sampt seim sun / von hohem stam̄ geborn. Vñ sunst vil manches Fürstenland / die jren Herren verloren hand / Gott woͤll sein segen geben / das wir in vn⸗ serm Reich fuͤrwar / fein fridlich moͤ⸗ gen leben. Des helff vns Gott in seinem thron / mit sampt seim eingebornen Sohn / der Heilig Geist mit nammen / Wer das begert zuͦ diser frist / der sprech von hertzen Amen. Das Ander Lied. ES ist auff Erden ein schwere Peyn / das alle künst verachtet sein / durch vnuerstand / hat sich verwandt / in alle Land / es kan nicht erger werden. Dardurch wol mancher Hand⸗ wercks Mañ / elendtlich muß zu bo⸗ den gan / der gut arbeit macht / wirt nicht geacht / gar wenig betracht / solchs thut sich mancher klagen.. Man tracht nur sehr nach grossm gwin / bey 100. vñ tausent nim̄t mans hin / wer sudlẽ kan / der ist ein mañ / mã siht nit an / obs gut od boͤß wil werdẽ. Das treibt man jetz in alle land / kein gut arbeiter wirt mehr erkant / das manche gschwind / verdorbẽ sind / mit Weib vnd Kind / das thut der Geitz auff erden. Mit eigennutz vnd vnrecht gut / schwebt mancher inn grossem hoch⸗ mut / scherrt in sein sack / fragt nit dar⸗ nach bedenckt nit dsach / ob es vnrecht wirt gwonnen. Vil falsche wahr vñ boͤse gelt / regie⸗ ret jetz die gantze welt / korn vnd wein / das schatzt man ein / arme Gmein / die muͤssens wol bezalen. Wucher / geitz vnd dazu groß / treibt man ohne vnderlaß / wañ einr gelt leiht / vff pfand oder kleidt / gar bald versteidt / man duͤrfft kein Judẽ mehr haben. Wer sich mit weib vnd kind ernehrt / derselb wirt gar bald hart beschwert / die zeit ist thewr / vnnd grosse stewr / die muß er dannoch geben. Des Nehsten lieb ist gar erkalt / das spüret man an jung vnd alt / arbeit einr schon / so muß ers thon / vmb grin gen lon / vnd wirt doch kaum bezalet. Weñ schon zwen freund / bey einan⸗ der seind / trew vnd glaub der ist gar klein / redt man mit dem Mund / zu al⸗ ler stund / auß falschem grund / vnd meint es nicht von Hertzen. Mit groß vntrew vñ falsche list / die welt aufs hoͤchste kom̄en ist / wer han delt recht / Herr oder knecht / man acht jhn schlecht / er kan nicht auße kom̄en. Drumb hab gedult du armer Hauf / schrey zu Gott in Himmel hinauff / leidt jr hie schmach / fragt nichts dar⸗ nach / gebt Gott die rach / er wirt es wol vergelten. Der dises liedlein hat gemacht / groß not hat jn darzu gebracht / er hat für war wol manches Jar / mit grosser gfahr / die Welt lernen erkennen. Derhalben bitt ich Fraw vnd Man / woͤllet mir nicht für vngut han / zu guter Letz / mit wenig Gsetz / Ambro⸗ sius Wetz / hat vns diß Lied gesungẽ. Ende. Show less

Belagerung von Maastricht; Gattenmord, Blaha; 1579
Newe Zeitung ausz Nider land / von der belegerung Mastricht / was sich verloffen vnnd begeben hat / von dem ersten Februarij an biß auff den 28. Junij diß 79. Jahrs. Jm Thon / Nun laßt vns frisch vnd froͤlich sein. Das ander ein erschroͤckliche geschicht / So geschehen ist zuͦ Blaha im ... Show more Newe Zeitung ausz Nider land / von der belegerung Mastricht / was sich verloffen vnnd begeben hat / von dem ersten Februarij an biß auff den 28. Junij diß 79. Jahrs. Jm Thon / Nun laßt vns frisch vnd froͤlich sein. Das ander ein erschroͤckliche geschicht / So geschehen ist zuͦ Blaha im Voitland / den 2. May. diß 79. Jahrs. Jm Thon / Wie man den Stoͤrtzen Becher singt. Das dritte Lied / Ein wunderlich vñ seltzam geschicht / so sich begeben hat zuͦ Vlmitz in Merrhen / mit einem Muͤnch / vñ eines Schney⸗ ders Weib. Zuͦ singen im Thon / Wie man den Lin⸗ denschmidt singt. ¶ Gestelt vnnd gemacht durch Hans Kuchelt vom Hof. HOert zuͦ jhr Christen wol gemuͦt / ein Liedlein man jetz singen thuͦt / wol võ dem Niderlande / vor Mastricht der werden Statt / was sich da zuͦ getragẽ hat / O Gott thuͦ mir beystande. Als man zelt 1500. Jahr / vnd 79. fuͤr⸗ war / Brintz von Barma hochgeboren / mit sein Spanyern kam er zuͦ Feldt / fuͤr Mast⸗ richt ich euch meld / vnnd ander Obersten außerkoren. Von hochem ernst Graff Haniwalt / der kam auch mit eim grossen gwalt / darnach on allen zweiffel / 7. Venlein Fronsperger Knecht / die man neñt versteh mich recht / mit namen die siben Teuffel. Die legerten sich alda zuͦ Feld / Fuͤr Mast richt ich euch meldt / die Buͤchsen hoͤrt man Brummen / sie beschossen die Statt mit grosser freud / das triben sie ein guͦte zeit / dz bracht jhn wenig frummen. Sie schossen zwo Pastey darnider / die in der Statt schossen auch herwider / liessen nichts vnuergolten bleiben / die Spannyer stuͤrmeten mit gantzem gewalt / die Fron⸗ sperger in der gestalt / Doch thet man sie bald abtreiben. Die in der Statt werten sich auß frey⸗ em muͦt / wiewol es jhn von noͤthen thuͦt / das thet den Spanyern zoren / deñ es wert biß in die dritte stund / auff beyder seyt wur⸗ den vil ver wund / Neun hundert Spanyer verloren. Graff Haniwalt ruckt auch hinan / ver⸗ meint auch ein sturm zuͦ thuͦn / doch wurde er bald vermidẽ / die gegẽ wehr die ward so groß / mit Schroten man vnder sie schoß / dardurch sie groß schaden erlitten. Sie zogen bald wider in die schantz / sie hetten gethan ein schweren dantz / noch wol tens nicht nachlassen / Sie schossen hienein Tag vnde Nacht / mancher schuß ward jn wider gebracht / auß Mastrich der massen. Darnach wol an dem neundten tag / man wider ein schoͤne kurtzwyl sach / die auß Ma stricht theten kummen / den Spanyeren zuͦ nacht wol in die Schantz / da sach man einen schoͤne Dantz / die Buͤchsen hoͤrt man brummen. Die Spannyer wolten weichen schon / die siben Teuffel hand das best gethan / ich mein die Fronsperger knechte / sie wehrten sich auß freyem muͦth / noch ward jr gegen wehr nicht so guͦt / sie muͦsten auch weichen schlechte. Vnd wer Graff Hanibalt nicht gewe⸗ sen / kein Spannier het da moͤgen genesen / die schantz het er wider bekommen / es kost jn auch manchen stoltzen Mañ / der da ist bliben auff dem Blan / 1100. in der sum̄en. Der Printz von Barma hoch geborn / d' hat auch vil Spannier verlorn / vnd auch vil Fronsperger knechte / Gott woͤls doch zum bestẽ wendẽ / das sich diser lange krieg moͤcht enden / vnd beystehn dem Gerechtẽ. Der Printz von Barma hoch geboren / het jm ein lust außerkoren / gar bald thet er schreibẽ / gehn Mastricht merck mich ebẽ / wenn sie sich in guͦtem wolten auffgeben / so solten sie beleiben bey leben. Doch soltẽs seiner Religion / allzeit sein vnderthon / auch mit Spannier die Statt zuͦ besetzen / auch von jhn geben Harnisch vnde gewehr / so solte an leib guͦt vnnd ehr / kein Burgern nicht verletzen. Darauff gaben sie die antwort zuͦ hand / weñ die Spannier zugen auß dem Land / vnd wolt jn fristen das leben / vñ auch las⸗ sen bey jrer leer / so woltens von jn gebẽ die weer / vñ den Teütschen die Statt vffgebẽ. Das kundt vnd mocht aber nicht sein / die Spannier wolten selbs hinein / mit ge⸗ walt sie widerumb schossen / wz sie einschos⸗ sen by dem tag / das bauwtẽs wider by der nacht / das hat sie gar hart verdrossen. Darauff gabẽ sie die antwort in gemein / die statt die solt jr Kirchoff sein / driñ wol⸗ ten sie genesen vnd auch sterben / nicht wol tens jhn geben dann Kraut vnd loth / sie wissen doch wol das kein genad / bey den Spanniern wer zuͦ erwerben. Deñ sie hettens wol erfaren / wie gesche⸗ hen ist vor kurtzen jaren / das die Spanier haben eingnom̄en / Harlem vñ Sichem / Mann / Weib / Kind jung alt vnd from̄ / sein all von jhn vmbkommen. Derhalben haben sich bedacht / vnd also einẽ bundt gemacht / keiner wolt von dem andern weichen / inn frend in leid in angst vnnd noth / biß sie scheidet der bitter Todt / die armen wie die Reichen. Das tribens biß auff den achtẽ tag / die Spannier mann wider stuͤrmen sach / die Teütschen auch dermassen / die Spannier schenckten jn drey fuͤder Wein / das sie sol⸗ te lustig sein / dẽ anlauff woltẽ sie jn lassen. Da sach man ein solches Schiessen vnd schlagen / Auch ein solchs schreyen vnd kla⸗ gen / Es moͤcht wol ein erbarmẽ / die Spa⸗ nyer trib man bald zuͦ ruck / das Bulffer macht aussen vil stuͤck / die reichen wie die Armen. Also habens noch ein sturm gethon / dz kost wol in die drey Tausent mañ / auff be⸗ der seyd geschwinde / die Spanier Krieg ten ein kleine Beut / sie muͦsten weichen in dem streit / vil liessen sie dahinden. Doch die in der Statt halten guͦt wacht / sie schossen rauß mit gantzer macht / nichts vnuergolten lassen sie bleibẽ / ach wolt Got das vermitten wer / auff beyden seyten one beschwer / vnd kein falschheit nicht treiben. Also haben nach jrem fuͤrnemen / zuͦletst die Spanier die Statt bekomen / durch et⸗ licher Moͤnchen rhat / so jnen seind behilf⸗ lich gewesen / sonst hetten sie nicht moͤgen genesen / in solcher fraͤffenlicher that. Hiemit so hat mein Lied ein end / Gott alle ding zum besten wend / vnnd geb vns gluͤck vnd heyle / vnd stehe auch dem gerech ten bey / vnnd mach vns aller suͤnden frey / sein ewiges Reich zum theyle. Das ander New Lied. HOert zuͦ jr Frawen vnd auch jr mañ was ich jetzund will zeigen an / ein Liedlein mit grossem schmertzen / võ einer schroͤcklichen that / ach nembt es doch zuͦ hertzen. Jn disem 79. Jahr / den anderen tag May fuͤrwar / zů Blaha jhn der Statte / saß ein man Clauß Eytel genannd / Dem Gott gegeben hatte. Hauß / Hoff / Viech vnnde Gesind / ein Weib vnnd schoͤne Kind / auch bey jhm sein Muͦtter / ein Knaͤblein von Neün Jahren Alt / Das war sein Juͤngster Bruͦder. Darzuͦ hett er ein Magt im Hauß / die liebet er alle zeit vorauß / doch mit heimli⸗ chen sachen / das treib er inn das 4. Jahr / darnach thet es sich machen. Da es die Frauw jhnnen wardt / dar⸗ rumb sie sich betruͤbet hatt / sprach zuͦ jrem Mann behende / Was zeuchstu dich / dein Weib vnd Kind / vnd verschickt die magd an dem ende. Das stuͦnd an biß auffs halbe Jar / da wurd der handel offenbar / der mann wolt nicht nachlassen / er saß tag vnd nacht bey dẽ wein / verhielt die magt vff der strassen. Darnach an einẽ abendt spat / die magt er in sein hauß verborgen hat / der Teüffel het sie beyd besessen / sie hettend einen fal⸗ schen rath / thetten sich zuͦsam̄ vermessen. Sie woltend mit einander daruon / sein Frawe solt er vmbringen thon / sie wolt jm darzuͦ helffen / die Fraw lag im betth wißt nicht darumb / denn es was die nacht vmb zwoͤlffen. Der Mann oͤffnet die kammerthuͤr / ein seyl het dMagt das glaubet mir / die fraw schlieff on allen sorgen / den strick machtẽs jr vmb den halß / daran muͦst sie erworgen. Der teüffel ließ jn noch kein ruͦh / sie lief⸗ fen der andern kam̄er zuͦ / darinn sein muͦt⸗ ter lage / mit sampt dem jüngsten Bruͦder sein / habens mit einer Achß erschlagen. Ein kindlin in der wiegen lag / den ja⸗ mer es da ane sach / das schrey mit bitterẽ schmertzen / die Huͦr nam es bey dem arm / stach jm ein messer zuͦ dem hertzen. Das kindlein schrey in solcher noth / deñ es war von dem stich nicht todt / sein leben muͦßt doch enden / er schluͦgs mit der Achs zuͦ todt / die er truͦg in sein henden. Die eltste Tochter hort den strauß / ge⸗ dacht was ist vndẽ im hauß / vñ macht sich auff geschwinde / vnd lieff eylends der ku⸗ chen zuͦ / vnd wolt ein liecht anzuͤnden. Als sie spert an der kuchenthuͤr / lieff der boͤßwicht auß der kam̄er herfuͤr / vñ schluͦg sie zuͦ der Erdẽ / die Magt stach jr die gur⸗ gel ab / o Gott wz jamers thet noch werdẽ. Der andern Tochter ward auch bang / gedacht wo bleibt mein schwester so lang / stuͦnd auff wolt solchs besehen / als sie mit⸗ te vff die stigẽ kã / da ward sich zuͦ jr nehẽ. Der boͤßwicht mit sampt der Magt / die Tochter wißt daruon kein bescheidt / sie be⸗ gund wider zuͦ fliehẽ / der moͤrder erwischt sie bey dem har / vnd thets zuͦ boden ziehen. Sie schrey hertz liebster vatter mein / kum̄ mir zuͦ hilff / wer thuͦt da sein / kein wort gundtens zuͦ sprechen / die huͦr hat ein mes⸗ ser in der hand / damit thet sies erstechen. Noch het der jamer da kein end / in die kam̄er giengẽ sie behend / darin dry knaͤb⸗ lein lagen / das eltst gieng inn das sibende jar / thetten sie am ersten erschlagen. Das ander gieng ins 5. jhar / dz nam die moͤrderin bey dem har/ nach der kelẽ thets jhm stechen / das juͤngst ohn eins es ersach / thet freundlich zu jhr sprechen. Ach liebe Vrsel laß mich leben / ich will dir meine newe Hosen geben / wils meiner Mutter auch nicht sagen / Es west aber nicht das frumme Kind / das die Mutter schon war erschlagen. Der Vatter nam es bey der haͤnd / vnnd fuͤhrt es in die stuben behend / da hub es an zuͦ weinẽ / vnd schrey stand auff hertz liebe Muͦtter mein / lieff zuͦ der Kammer thuͤr hinein. Der moͤrder sprach kum her Stoͤffelein / es schlafft jetzund die muͦtter dein / sie thetẽ trincken vñ essen / noch kund das kleine kin⸗ delein / seins Bruͤderleins nicht vergessen. Es fieng zu schreyen klaͤglich an / sprach sich will zu meiner Großmuͦtter gahn / die moͤrderin begund zuͦ sprechen / das Kindt wird vns verrahten thun / so wuͤrd man die that an vns rechen. Der Teuffel reitzt noch jmmer zu / die zwey hetten noch kein rhuͦ / der Teuffel het sie besessen / sie stachen jm auch die Kehlen ab / mit eim messer vnuermessen. Darnach namen sie behend / Geldt vnnd Silber geschir an dem end / vnd woltẽ al⸗ so von dañen / als sie kamen vnder dz thor / begund man sie zuͦ fangen. Doch wist man nicht von dem grossen mort / den so sie begangen hetẽ an dem ort / sonder von jhrer Buͦlerey wegen / es stund nicht an ein halbe stundt / sein Frauwe die wolte man fragen. So war das Hauß verschlossen hart / dz oͤffnet bald ein Erbar Rath / die jem̄er⸗ liche Mordt thetens beschawen / man fuͤrt sie flucks ans streng gericht / bekandten sie bey guͦten treuwen. Wie sie sunst zwey kleine Kind / so von jhrem Leib gezeuget sind / von jhrem Mey ster hab sie empfangẽ / die habs ins heim⸗ lich Gemach versteckt / vnd sonst vil misse⸗ that begangen. Darauff hat man sie lebendig begra⸗ ben / Welches vil Leuth gesehen haben / jn thet man lebendig spissen / Auch thet man sie mit gluͤenden Zangen drat / an jrem leib zuͤrissen. Hiemit end ich die klaͤglich geschicht / O Gott wolst vns verlassen nit / das wir also verderben / verleyh vns dein heiligẽ geist / das wir in froͤuden sterben / Amen. Das dritte Lied. ZV Vlmitz in d'werde statt / darin ein Reiches Kloster hat / da wohnen vil Muͤnchen eben / daruon will ich euch singen recht / was sich da hat begeben. Ein Münch trachtet nach eines schnei⸗ ders weib / dieselb wz schoͤn jung võ leib / er sprach zuͦ jr gar eben / wenn sie seine willen wolt thuͦn / zwentzig kronẽ wolt er jr gebẽ. Das Freuwlein jhrem mann bald klagt / wz jr der Muͤnch het gesagt / zwentzig kro⸗ nen rot von Golde / wolt er jr geben in die Haͤnd / wann sie bey jhm schlaffen wolte. Der Schneider dacht in seinem muͦth / zwentzig kronẽ die werẽ guͦt / kund ichs mit glimpff bekomen / sie helffen mir durch den winter kalt / es brecht mir warlich from̄ẽ. Der Schneyder sprach zuͦ seiner Fraw / bleib mir frumb vnd getrew / die Kronen woͤllen wir erschnappen / ich will jn lehrnen buͦlen recht / es kost jm seine Kappen. Sie habẽ in jrem rath bedacht / dz Frew⸗ lein sich zuͦm Kloster macht / Der Muͤnch wirt jr bald jnnen / Seid mir wilkom mein einiger trost / habt jhr euch thuͤn besinnen. Sie sprach mein lieber Bruͦder Conrad / mein mañ der ist auß der Statt / halt deine zuͦsagẽ ebẽ / kompt auff den abend in mein Hauß / wir wollen in freuden leben. Der Muͤnch dacht wol in seinẽ sinn / als trawren das ist dahin / zwentzig kronẽ will ich wagen / wenn ichs ein mal die Beicht erhoͤr / darnach bekom ichs wol alle tage. Darnach wol auff den abendt spat / der Schneider sich verborgen hat / der Muͤnch kam geschlichen / vnd bracht ein flesch vol guͦtẽ wein / de Tisch thet man bald deckẽ. Der Muͤnch dem Frewlin zuͤdranck / zeit vnd weil die war jhm lang / das Frewlein sprach gar schoͤne / in meiner Capellen leßt jr kein Meß / ich hah dann zwentzig kronen. Der Muͤnch baldt die Kronen zehlt / mein lieber Buͦle in der Welt / die thuͦ ich euch jetz schencken / kaufft euch darfuͤr was jhr wolt / thuͦt mein darbey gedencken. Das frewlin sprach mit argem list / Jch wills gehen schliessen in mein kist / in mein schlaffkam̄er dort obẽ / ich will bald wider bey euch sein / damit tratt sie auß der stubẽ. Sie bracht jhrem Mann dasselbig gelt / vnd jhm darbey allen handel erzehlt / sagt wie er sich halten / wann sie bey dem Muͤnch in der stnben wer / solt er die hauß⸗ thuͤr auffschliessen balde. Vnd rumpelen gewaltig an dem orth / das mans in der stuben hort / so wuͤrd dem Muͤnch bange / nu hoͤret zuͦ der abentheur / wie es da ist ergangen. Das Frewlein sprang inn der stnben her / seid froͤlich mein lieber Herr / ich will euch ein druͤncklein bringen / in dem fieng der mann vnden im hauß / an rumpelen vñ zu singen. Der Schneyder ruͤfft versteh mich wol / Frawe ich bin druncken vnd voll / thut mir ein liecht anzuͤnden / vnnd kumpt bald zuͦ d' stuben rauß / ich kan die stegen nicht finden. Die Fraw sprach lieber hertze mein / mein mañ der kompt von dem Wein / Wir zwey die stend in sorgen / Er ist ein arger boͤser gast / wo soll ich euch verbergen. Dẽ Muͤnch kam ein grausen an / sprach Herr Gott wer ich daruon / das Frewlein sprach geschwinde / ich hab hie ein starckes Seyl / daran will ich euch binden. Vnnd bald durch die Fenster lohn / so kompt jr one schaden daruon / dem Muͤnch war gar bange / das Frewlein ließ jn zum Fenster hinauß / auff der helfft ließ sie jhn hangen. Dem Muͤnch war leyder nicht gar wol / vor angst schiß er die Kutten vol / es stund auch an nicht lange / der wechter schrey der glocken schlag / inn dem sah er den Muͤnch hangen. Der wechter schrey den Muͤnchẽ an / wz machstu da du heyloser mann / woltstu den leuten in die henser steygen / der Muͤnch macht sich bekandt / vnnd bath jhn er solt schweigen. Vñ solt jm helffen bald daruon / er wolt jm geben guͦtten lohn / zehen kronen on allẽ schewen / zuͦ morgens wolt er jhms stellen zuͦ / verhieß er jm mit guͦten trewen. Der Wechter war ein fromer mann / er halff dẽ Muͤnch bald darnon / der Muͤnch lieff võ dañen / er sprach vff solche buͦlschafft kom ich nit mer / es kost mich dreissig kronẽ. Also sols eim jeden Buͦler gohn / der nach eines andern mans weib thuͦt stohn / sie sol⸗ ten daheim bleibẽ / vñ lassen ein jeden from men mann / schlaffen bey seinem Weibe. Ende. Show less

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