Ereignisse in Magdeburg, 3. September 1571
Ein Schoͤn New Liedt / von der Erschroͤckli⸗ chen Geschicht / welche sich / zu Magdenburg den iij. tag Septemperis / inn disem Ein vnd sibenzigisten Jar zugetragen hat. H. K. Jm Thon: Kompt her zu mir / spricht Gottes Son / rc. Getruckt zu Franckfort. 1571. KLaͤglich so wil ich heben... Show more Ein Schoͤn New Liedt / von der Erschroͤckli⸗ chen Geschicht / welche sich / zu Magdenburg den iij. tag Septemperis / inn disem Ein vnd sibenzigisten Jar zugetragen hat. H. K. Jm Thon: Kompt her zu mir / spricht Gottes Son / rc. Getruckt zu Franckfort. 1571. KLaͤglich so wil ich heben an / Zuͦ nutz det Teutschen Natian / Ein Newes Lied zu singen / O Reicher Gott inn deinem Thron / ich bitt woͤllst mir beystand thon / Das ich es moͤcht voll bringen. Ein jaͤmerlich vnd trawrig geschicht / Daruon ich euch wil geben bericht / Wie es da ist ergangen / Zuͦ Maidenpurg wol in der Statt / Merckt was sich da zugetragen hae / Habt darnach kein verlangen. Als tausent vnd fuͤnffhundert Jar / Das ein vnd sibentzig das ist war / Jm dritten September ist geschehen / Die klaͤglich vnd trawrig geschicht / Daruon ich euch wil geben bericht / Hat Mann vnd Weib gesehen. Ein Reicher Mann ein Hochzeit hett / Gar koͤstlich ers bereiten thet / Mit grossem Bracht vnd Jubiliren / Das treiben sie acht gantze tag / Daraus entsprang in not vnd klag / Als jr hernach werd hoͤren. Als sie Tantzten auff dem Rathauß / Jn dem da schawet zum fenster auß / Ein Alter Rahtsher gar eben / Da sah er an dem Himmel stahn / Ein Fewr gewuͤlck auff die Statt zugan / Er gedacht sich balt darneben. Vnd gieng hin auff das Rathauß geschwind / Vermanet sie abzuston von jrer Suͤnd / Gott wird sie darumb straffen / Da antworten sie jm geschwindt / Vnd haben jn verspott vnd geschendt / Was haben wir mit euch zu schaffen / Der Alte herr in grossen trawrẽ stund / Vermeint wider heim zugan / Zu seinem Weib vnd Kinde / Da schreien sie all in gemein / Last vns heut frisch vnd froͤlich sein / Stiessen jn zur thuͤr hinauß geschwindt. Der Alte Herr aienae behend / Zu seinem Hauß an dem end / Hub an mit seinen Kindern zu betten / O Herr Gott in deim hoͤchsten Thron / Thu du der armẽ vnschuldigen verschon / Ein gewaltiger Windt daher wehet. Der Him̄el begund sich auffzuthun / Ein Fewr wolcken die thet daher gon / Auff das Rathauß behendt / Ein Donerschlag alda zur stund / Der schlug das Rathauß biß in grund / Drey hundert verson bliben an dem end. Vnd sechtzig kleiner Kinderlein / Die musten leiden grosse pein / Jn Fewres not verbrennen / Da schrien sie in solcher pein / O hilff Vatter vnd liebste Mutter mein. Keine hilff kundt man da erkennen. Das ist fuͤrwar ein grosse klag / / Das so viel Volcks auff einen tag / Jn ellend musten verderben / Deßgleichen auch die Kinder klein / O Herr Gott laß dirs befolhen sein / Die also musten vnschuldig sterben. Darumb jr lieben Christenheit / Veracht nicht ewer Oberkeit / Deßgleichen auch die Alten / Denn Gott sitzet in dem hoͤchsten Gericht Er weiß wol wenn recht oder vnrecht ge⸗ Der thut vns all erhalten. (schicht / Dann fluchen vnd schweren nimbt v⸗ ber handt / Man achtet gar keiner suͤnd noch schandt / Niemand laͤst jm solches wehren / Die vnzucht ist jetzund so gar gemein / Es lernens auch die Kinder klein / Die Alten thun es lehrnen. Wenn jetzund gleich schon ein wunder zeichen geschicht / Und wens doch nicht ein jeder sicht / So wil ers doch nicht glauben / Verachts / verlachts / treibt darauß spott / Aber fuͤrwar der hoͤchste Gott / Wird in seins lebens berauben. Jch weiß gar wal du glaubst es nicht. Haiß mich ein Thoren wens nit geschicht Allwegen hat man gesehen / Wenn man Goͤttliche warnung veracht / Keins wunderzeichens wil nemmen acht / Pharo ist auch also geschehen Last vns bessern dann es ist grosse zeit / Die Axt schon an den Baume leit / Drey Ruten sind vorhanden / Krieg Pestilentz / vnd Theurung / Seind das nit straff vnd plag genug / Jn vnsern Teutschen Landen. Jr dollen Christen also blind / Woͤlt jr es alles schlagen in den Wind / So nembt fuͤr ewre Augen / Das Euangelion Sanct Lucas / Am ein vnd zweintzigisten sucht jr das / Da wirt Christus nicht iaugnen. Do er spricht / wenn solch wunder ge⸗ schehen / So solt jr alle darauff sehen / Dann das ende ist nicht weite / Darumb frewt euch mit guͤtem mut / Ewer erloͤsung sich nahen thut / Darumb last von Suͤnden bey zeite. O Gott wie sind wir also blind / Erbarm dich nur der kleinen Kind / Dein gnad thu vns beweisen / Von vns wend dein gerechten zorn / Mir seind sonst gantz vnd gar verlorn / Ewig woͤllen wir dich preisen. AMEN. Show less

Beschreibung einer Gerichtsverhandlung im Eybtal
Warhafftige ne we zeitung / vnd gruͤnt⸗ liche beschreybung / Einer Gerichts handlung / welche sich im Land Oster⸗ reich in einem Dorff Eybenstal genent nahent bey Mystelbach / hat zugetra⸗ gen / wie die Paurn oder Raths Herren daselbst einen vnschuldigen vnd frum⸗ men man / von eines... Show more Warhafftige ne we zeitung / vnd gruͤnt⸗ liche beschreybung / Einer Gerichts handlung / welche sich im Land Oster⸗ reich in einem Dorff Eybenstal genent nahent bey Mystelbach / hat zugetra⸗ gen / wie die Paurn oder Raths Herren daselbst einen vnschuldigen vnd frum⸗ men man / von eines Diebstals wegen / gefengklich haben einzogen / denselbi⸗ gen in der strengen frag verhalten / biß sie jhn gar zu todt haben gereckt / nach dem er vier tag todt gewesen ist / haben sie jn erst an einen galgen hencken las⸗ sen. Vnd wie hernach sein vnschuld an tag ist kommen / vnd was für straff die theter diser handlung empfangen vnd eingenom̄en haben / vnd ist er⸗ baͤrmklich zu lesen vnnd zu singen. M. D. LXXI. HORt was in kurtzer friste Jn dem Land Oesterreich / Newlich geschehen iste in einem Dorff warleich / Jst Eybenstall genennet Nit weit von Mistelbach Diß ort mancher wol kennet / Nun hoͤrt was da geschach. 2. ¶ Gleich als man zelen thete Fuͤnffzehen hundert Jar / Neun vnd Sechtzig verstette Die minder Jarzal war An Sanct Michaels tage Ein Diebstal sich begab Auß warhafftiger sage Jch das erfahren hab. 3. ¶ Ein reicher Paur mit namen Jacob Hebert genandt Der hat gespart zusamen Vil Gelt vndter sein Handt An Dalern vnd Ducaten Vnd ander Müntz ohn zal Jst jhm vbel gerathen Sampt sein verwandten all. 4. ¶ Hebert in seiner Kisten Verwaren thet sein Gelt Ein falscher Dieb mit listen Jm heimlich darnach stelt / Dasselb jm zu entwenden Durch seinen Diebstal argk Er thet dasselbig enden Zu Mistelbacher Marck. 5. ¶ Weil eben Jarmarck ware Zu Mistelbach gemeldt Der Dieb tracht jmmerdare Wie er bekem das Gelt / Hebert gehn Marckt was gangen Mit seinem haußgsind all Der Dieb schickt mit vnlangen Sein Weyb gehn Eybenstall. 6. ¶ Sie kam in Heberts Hause Vnd sach dariñ niemandt Sie specht all winckel ausse / Vnd da sie niemanh fandt ist sie bald eingeschloffen Durch den Ofen mit nam Sie hett die recht zeit troffen Bald sie in die Stuben kam. 7. ¶ Sie oͤffnet bald die Kisten Darinn das Gelte lag / Sie dorfft nit lang vmbnisten Sie fand ein leynen Sack Darinn Sechs hundert Taler Waren zusam̄ gezelt / Die nam sie zu sich aller Vnd sonst mehr ander Gelt. 9. ¶ Der gulden auff zwey hundert / Jn guͦter Muͤntz bewert Gezlet vnd abgesondert Darmit sie von dannen kert / Ein schuͤssel mit Ducaten / Die hat sie nicht gesehn Der thet sie wol gerathen / Vnd ließ sie billich stehn. 9. ¶ Das diebisch Weib war schwan⸗(ger Noch truͦg sie vbermacht / Vber des Feldes anger Gehn Mistelbach es bracht / Sie legtens auff ein Wagen Saumpten sich da nit lang / Auff Aschparn thetens jagen Bey dem Gelt war jn bang. 10. ¶ Der dieb mit disem Gelte War frisch vnd guͦtter ding Kaufft Weingart Hauß vnd Felde Stoltzieren auch anfieng / Pflag Wirschafft vnd lebt Herrlich Mit seinem Weib vnd Kindt Der sonst vorhin lebt spaͤrlich Weil er huͤt Schwein vnd Kindt. 11. ¶ Dann er was ein Viechhalter Hieß Jacob Klaffinger / Jung starck / gar nit ein allter Zu Asparn wohnet er / Es nam die Nachpaurn wunder Wie er so schnelligkleich Jn kurtzer frist besunder Geworden war so Reich. 12. ¶ Den Dieb laß ich jetzt bleiben / Will wider heben an Von dem Pawren zu schreiben Der den verlust hat thon / Er thets seim Eyden klagen Auch sein Nachpaurn gemain Wie jm wer außgetragen / Diebisch das Gelte sein. 13. ¶ Nahent bey tausent Gulden Daran loß er nicht vil Er mochts nicht wol erdulden / Daruon zu schweigen still / Dorffts auch niemandt recht zeihen Wiewol die zicht gieng weit Das jm doch thet gedeyen / Zur schmach grosser thorheit. 14. Nun war im Dorff ein schneider Ein frommer bydermann / Allda zur Herberg leyder Auff den die zicht thet gan Jm vnwissent verborgen Weil er vnschuldig war Het auff die sach kein sorgen foͤrcht sich auch keiner gfar. 15. ¶ Kuͤrtzlich es sich zu truͦge Das der Schneider gemelt Von Eybenstall weg zuͦge Sein sach in beßrung stelt / Zu Strantzendorff sich nehret Mit seiner hand arbeyt So vil jm Gott bescheret Es was ein strenge zeit. 16. ¶ Hans Rothaler mit namen Also der Schneider hieß / Er war von nidrem stamen Sich gar nit jrren ließ / Die zicht doch auff jn gienge Von wegen des Diebstals Was vngluͤck er empfienge Werd jhr horen nachmals. 17. ¶ Der Hebert vor genennet / Die zicht auff etlich warff Die er im Dorff wol kennet Der handel war sehr scharpff / Darumb thet er rath fragen Luͤgen sag es Zauberer Die solten jhm nur sagen Wer doch der recht Dieb wer. 18. ¶ Ein krummer Dieb verlogen Macht Hebert den argkwon Rothaler war weg zogen Drumb er das Gelt muͦst han Gestolen / vnd kein ander So blib auff jhm die zicht Die gschwornen alle sander Glaubten auch dem boͤßwicht. 19. ¶ Hebert hets lassen bleyben Nit mehr nach tracht dem Gelt ein freundtschachfft that in weyben Das er jm baß nach stelt Christoff Scheffpeck sein Eyden Was Richter dazumal Thet sein Schweher beleyden Auch sein geschwornen all. 20. ¶ Zu jhm kam ein Ehrloser Vnd verraͤterischer Mann Der was genent Hans Moser Der sprach gebt mir zu lohn Wol funfftzig gulden bare / So bring ich euch den Dieb Jn ein behausung dare Das was den Pauren lieb. 21. ¶ Das Gelt man jm verhiesse Bald er den Dieb in brecht Moser sich des beflisse Er kent des Schneiders gschlecht Wann er drey Schwaͤger hette / Zu Gneygsendorff genandt / Moser hin reysen thete Macht sich mit jhn bekandt. 22. ¶ Falsche brieff thet er schreiben Jn Schneiders freundtschafft nam Thet solche hendel weiben Gen Gneygsendorff er kams Thet ein gwalts brieff fürlegen Prechtig vnd wolgestelt Von eines Erbfals wegen / Der wurd jm tragen Gelt. 23. ¶ Der brieff lautet mit kraffte Moser wer außgesandt Das er die gantz freundtschaffte / Zusamen brecht im Land Das wer nun bald geschehen / Nur Hans Rothaler zwar Den kundt er nit außsdehen Der must sein selber dar. 24. ¶ Er war das eltest Haubet Auff jhn stund alle sach Die Freund haben jm glaubet Moser jn auch versprach Hundert gulden zu geben / Wann sie jn brechten jm Das was den dreyen eben Sie folgten seiner stim̄. 25. ¶ Moser sagt mit bedingen / So bald sie funden jhn Solten sie jn selbst bringen Jn die Statt Wien dahin Da wurd man jn erlegen Die hundert gulden bar Moser also verwegen Die drey bereden war. 26. ¶ Hans Rothaler auch hette / Zu Wolffersdorff bluͦt freund Zu den auch reysen thete / Moser vnd sich vereint Mit jhn das sie jm holffen Suchen den Fettern ihr Dem Mordneidischen Wolffen Haben sie glaubet schier. 27. ¶ Sie seind mit jm gezogen Jn freundtschafft trew vnd guͦt Auch hat Moser betrogen Eines Landsherren gemuͤt / Vnd thet mit lüsten tauben Herr Wolffen von Liechtenstein Der gab sein worten glauben Nach dem anzeigen sein. 28. Vnd erlaubet sein hulden Mit jhm zu reysen hin Sie kamen biß gehn Tullen Moser braucht manchen sin Er thet sein kuntschafft legen / Auff alle Straß vmbher Biß er jn bracht zuwegen ein hertz was fruͤmbkeit lehr. 29. ¶ Die Freundt hat er gelassen Zu Tullen in der Statt / Er zog auffwertz sein strassen Frewt sich in solcher that Zuhand kam jm entgegen Hans Rothaler so frey Den habens bracht zuwegen Von Gneygsendorff die drey. 30. ¶ Welchen die hundert gulden Moser verheissen hett / Freundtlich mit grossen hulden Er jhm anzeigen thet Wie jhm wer zugefallen Erblich ein grosses Guͦt Vor andern Freunden allen Er hett die Brieff in huͦt. 31. ¶ Dazu waren vorhanden Kauff leut mit parem Gelt Her auß dem Bayerlande Der Kauff war schon gestelt / Durch Fuͤrstlichen befehle Da es het grundt vnd krafft Rothaler glaubet jm schnelle Vnd ward also behafft. 32. ¶ Wann ich soll mit gesange Erzelen all vmbstendt Es wirdt mir gar zu lange Biß das ich kaͤm zum endt Moser braucht mancherleye Biß er das spil gantz macht Von Gneygsendorff die dreye Er in die gfengknus bracht. 33. ¶ Am Freytag ists geschehen Gleich vor dem Newen Jar Da sich nit thet versehen Rothaler solcher gfahr Viertzehen tausent Gulden Sprach Moser trifft es an Par gelt ohn alle schulden Die jhr werd Erben than. 34. ¶ Daruon gebuͤren dire / Moser zum Schneider sprach Siben tausent / vnd mire Auch vierhundert darnach Die ander vbrig Summa Wirdt man theilen geleich Jn die freundtschafft herum̄e Ey schaw wie bist so reich. 35. ¶ Die brieff thet er im zaigen Die er hett selbst gestelt / Der Schneider meint gar eygen Es wurd jm tragen Gelt Ein groß guͦt zuererben Des freut er sich zu handt Sein vngluͤck vnd verderben War jm da vnbekandt. 36. ¶ Moser auff sein Kutschwagen fuͦr schnell mit jm daruon Der Schneider thet sich klagen Sprach kein zerung ich han Was leyt daran sprach Moser Die Raiß ich für dich zal / Also jhn der trewloser Bracht hin gen Eybenstal. 37. ¶ Wol in des Richters hause Der Heberts Eyden war Sie waren froh durchausse Meinten nicht anders gar Rothaler hett das Gelte / Welches man het entwant Dem Hebert vorgemelte Das sich doch nit befandt. 38. ¶ Sie legten jn gefangen Ohn wissen der Gemein Hans Moser mit verlangen Reit selbs gen Wien hinein Vnd thet den Hencker bringen Dem gaben sie jn dar / Wie sie mit jm vmbgiengen Jst zu erbarmen gar. 39. ¶ Groß Marter recken brennen Huͦben sie mit jm an Er solt vnd muͦst bekennen Das er nie het gethan Sie fragten jn gar eygen Wo er das Gelt doch het Er thet vil orth anzeigen Da keins sich finden thet. 40. ¶ Flaissig theten sich muͤhen Moser vnd auch Scheffpeck Machten Ziegelstain glühen Gaben jm offt ein reck Das auch der Hencker sprache Die Eybenstaller sein Fleyssiger in der sache / Dann all die Knechte mein. 41. ¶ Da sie nun nicht befunden Wie er muͦst zeigen an Jn dem argkwon sie stunden Sein Weib das Gelt must han An heimmlich orth getragen Moser sich bald auffmacht Durch list auff ein Kutschwagen Das arm̄ Weyb auch dar bracht. 42. ¶ Mit eim fast jungen Kinde Sie auff den Wagen saß Vor Schnee vnd kalten Winde Sie schier erfroren was Moser mit falschen sinnen Vier Kotzen vmb sie deckt Het sorg sie wurd entrinnen Er het sie schier ersteckt. 43. ¶ Er kam bey eytler nachte Mit jhr gehn Eybenstall Der handel war gemachte Goͤrg Lehner dazumal War angesetzter Richter Zu dem bracht er sie ein Ein Feind aller boͤßwichter Muͦß Moser darumb sein. 44. ¶ Die Fraw nit anders meinet Er fuhr auff Wien mit jhr / Zu jhrem Mann vereynet Zu jhm stund jhr begier Wann sie kein wissen hette Das er gefangen war / Nichts guͦts sie anten thette Jr hertz war trawrig gar. 45. ¶ Man thet sie gar bald fragen Wol vmb des Heberts Gelt Wo sie es hin het tragen Jr vnschuld sie in melt Das sie kein wissen hette Was Hebert het verlorn Jrn Mann sie auch berette Das hoͤreten die geschworn. 46. ¶ Sie gaben jr kein glauben Woltens auch haben gstreckt Mit marter vbertauben / Vnd jhr ab haben geschreckt Doch wardt es vndterstanden Durch eines getrewen Raths / Doch hielt man sie in banden Als wers schuldig der that. 47. ¶ Nit lang thetens kramantzen fiengen bald wider an Mit brennen recken strantzen / Den vnschuldigen Mann Der solt vnd muͦst jn sagen Er hett des Heberts Gelt Gestolen vnd wegtragen Vergraben in dem Feld. 45. ¶ Ließ man jn ab der Marter Das ers dann widerrieff / Zogens jn darnach harter Brenten jm loͤcher tieff / Scheffpeck dazu thet sprechen Kein recken sparen thuͦt Wann gleich stuck von jm brechen Seins doch an Galgen guͦt. 49. ¶ Da er also verschmachte / Jn strenger Marter hieng / Sein Weib man zu jm brachts Die fragt jn aller ding / Ob er solch Gelt doch hette / Solt jrs verhalten nicht Frey er bekennen thete Vnrecht mir hie geschicht. 50. ¶ Die Fraw thet dz hart krencken Sprach Hans mein lieber Mann Thuͦ doch daran gedencken Was noth wir glitten han / Vil kum̄er muͤh vnd sorgen Jn diser strengen zeit / Hast du solch Gelt verborgen Vor mir das ist mir leyd. 51. Mein liebe Margret er sprache / Du weist doch wol mein thuͤn / Warlich an diser sache Bin ich vil armer Mann / Vnschuldig / solt du glauben Nemmens mir jetzt mein leib / Mein Seel moͤgens nit rauben Gehab dich wol mein Weyb. 52. ¶ Das Weib sehr hart betruͤbet Fuͤrt man wider von jhm Darnach wider geübet Jren vorigen grim̄ Wen wolt doch nicht erbarmen Der Marter angst vnd noth Den vnschuldigen Armen Rechten sie gar zu todt. 53. ¶ Sie liessen jhn todt ligen Biß auff den vierdten tag Darnach die halß starrigen Machten einen rahtschlan / Mit jhren Raths verwandten On wissen der Gemein Ein falsch vrtheil erkanten Das bracht sie all in pein. 54. ¶ Nun ist zu mercken eben Das sich dise Geschicht Anfengklich hat begeben Wie ich hab vor bericht Jm Neun vnd sechtzigisten Die minder Jarzal gmeldt Verzoch sich nach den fristen Biß man Sibentzig zelt 55. ¶ Die gschwornen alle sander Gleich vmb die Faßnacht zeit Sie holffen da einander Auff den Kirchperg nit weyt Ein Galgen sie auffrichten Da vorhin keiner war Sie saumpten sich mit nichten Theten zum handel gar. 56. ¶ Gleich an dem Faßnacht tage Der sibendt im Hornung Jst war wie ich euch sage Fruͤh in der demerung Als der tag thet her dringen / Heimlich verschwigen still Den Martrer sie auffhiengen Zuͦ einem Faßnacht spil. 57. ¶ Der Hencker war schon kom̄en Von Wien auß der Hauptstatt Der hat jn bald genom̄en Nach jrem siñn vnd rath An Galgen jn thun hangen / Nach dem er hett von jhn Sein besoldung empfangen Jst er zogen dahin. 58. ¶ Das arm̄ betruͤbet Weybe Gefangen vnd verstrickt Habens mit schwangerm leybe Gen falckenstain geschickt / Allda hielt mans gefangen / Biß auff weittern bescheidt Jch glaub es sey durch gangen Jr hertz mit schwerem leydt. 59 ¶ Weitter will ich anzeigen Was mehr geschehen ist Sein vnschuld thet sich eygen / Bald zu derselben frist / Da er wart auffgehangen Fieng er zu bluͦtten an / Vil leut dahin sein gangen Die es gesehen han. 60. ¶ Das geschrey ist außkom̄en Fast weyt vmb die refier / Mancher hat es vernom̄en Jst dahin zogen schier. Das wunder zu erkunden Ob dem doch also wer / Es hat sich so erfunden Jst warlich kein sagmer. 61. ¶ Sein Haar jm wachsen thete Am Haupt vnd auch am bart / Das man jm verbrent hette Jn seiner Marter hart Fuͤnfftag vnd auch eilff wochen Hieng er da vnuersehrt Sein vnschuld ward gerochen Wie jhr dann hoͤren werdt. 62. ¶ Kayserliche Mayestate Hochloͤblich Regierung Mit wolbedachtem Rathe Zu diser Mißhandlung Jhr Pomissarj sandten / Zu besichtigen die that Die sachen vnd erkandten Wie er gebluͤtet hat. 63. ¶ Man hat jhm gelegt vndter Eiñ weiß geferbten Stein Auff den das Bluͦt herunder Tropfft von dem Coͤrper sein Solchs macht man offenbare Der hohen Obrigkeit Die bald betrachten ware Zu straffen solch thorheit. 64. ¶ Jn diser handlung waren Der Pauren aylff gezelt Wie ich sie hab erfaren So werdens hie gemelt Jacob Hebert bescheiden Der hat das Gelt verlorn Christoff Scheffpeck sein Eyden War dem Gericht geschworn. 65. ¶ Geoͤrg Lehner war der dritte Richter in diser sach Blasij Muͤlner gieng mitte / Erhart Strobel darnach Caspar Drisinger eben Andre Gmeiner genent Matthes Lachner darneben Ein Schneider der jn kent. 66. ¶ Michel Simon der neundte Georg Felner der zehendt / Sie waren all Rathtsfreunde Simon Gratwol genent Also hiessens mit Namen Die in der handlung sein Muͤssen der that sich schamen Vor jederman gemein. 67. ¶ Ob jn zu disen thaten Jr Landherr wolgethan Firderlich hab gerathen Jch je nicht sagen kan Jch glaub hettens genommen Bey jhm ein trewen Rath Sie weren wol nit kommen Zu solcher schnoͤden that. 68. ¶ Weil man sagt vnuerzigen Gabriel Knoͤrll der hat Seins Herrn befelch verschwigen Die Paurn diser that Jn keinem weg verhindert Wie er hett sollen than Damit man hett gelindert / Die reck des armen Mann. 69. ¶ Man hat sie bald geladen Fuͤr das hochloͤblich Recht / Da sie in vngenaden Wurden verhoͤret schlecht / Was sie fuͤr außred funden Nochtens mit nicht bestan Von Gneygsendorff gebunden Die drey thet man außlahn. 70. ¶ Moser der raͤdle treyber Der ehrloß trewloß Man / Auch ein falscher Brieff schreiber Nam sich der handlung an / Mit recht sie auß zufuͤren Gleich an der Paurn stat / Es thet jm nicht gebüren Zu stifften ein solche that. 71. ¶ Des from̄en Martrers Weybe Die noch gefangen war / Mit jrem schwangern Leybe Ließ man frey ledig gar / Niemandt stund bey der Armen Jn jhrem hertzen leydt / Doch thet sich jhr erbarmen / Ein Landtherr wolgemeit. 72. ¶ Der frumb vnd Wolgeboren Herr Woͤlff von Liechtenstein / Dem thet das vbel zoren Er legt sich selbs darein / Stund bey der armen Frawen Auß Adelichem gmuͤt Thet jr das Recht selbs bawen Daran spuͤrt man sein guͤt. 73. ¶ Moser sich in dem rechten Sehr vast bemuͤhen thet / Die handlung zuuerfechten Die er gestifftet het / Er mocht kein recht erhalten Die warheit sich befandt / Die ließ sich nimmer spalten Das loͤblich Recht erkandt. 74. Das als ein Vbeltheter Moser gefangen ward / Wie ein Dieb vnd verraͤter Verhalten streng vnd hard / Biß man ein vrtheyl felle Nach dem er wirdt gericht Dasselbig ich heimstelle Der Obrigkeit verpflicht. 75. ¶ Das recht streng vnd hochloͤb⸗(lich Den eylff Pauren erkandt / Vmb dise that so groͤblich Das sie mit eygner hand Den Maͤrtrer von dem Galgen Muͦsten nemen herab Ohn widerredt vnd balgen Christlich tragen zum Grab. 76. ¶ Herr Koßling ein from̄ alter Von Wien war da gesand Des Rechten ein verwalter Die eylff darzu vermant Den gehorsam zu leysten Der hohen Obrigkeit / Gar treg sie sich beweisten Zu der zwungen arbeyt. 77. ¶ Sie thetens nicht geren Doch muͦsten sie es thuͦn Sie forchten jhrer Ehren Die war schon weyt hindan Die schalckhafftigen Buͦben hetten ein list erdacht / Den Galgen vndtergruͦben Sie heimlich bey der nacht. 78. ¶ Damit er sich thet neygen Gar nider zu der Erdt Dorfften hinauff nicht steigen Wer sie das hat gelert Jch gar kein wissen habe Sie holffen da allsandt Schluͦgen die Ketten abe Loͤsten jhm auff die bandt. 79. ¶ Secht war das nit ein wunder Als bald gleich an der stett Da man jhn nam herunder Er wider bluͦten thet Jr etlich Handtschuͦch hetten Das sie mit blosser hendt Jn nicht anruͤren theten Herr Kyßlin sie drumb schendt. 80. ¶ Sie legten jn gar nider Da auff das gruͤne graß Durchauß all seiner Glider Jm keins erstarret was Darnach thet man jn tragen Vom Kirchbergk so genent Leuten jhn auff ein Wagen Fuͤrten jns Dorff behendt. 81. ¶ Wol fuͤr des Heberts Hause Alda legt man jn ab Zogn jm sein hadern ause Ein weiß Hembt man her gab / Das doch geschach vngeren Da ward er eingemacht Mit gsang zu Gottes ehren Ward er ins Grab gebracht. 82. ¶ Den neun vnd zweintzigisten Aprilis das ist war / Zu fruͤer tages fristen Ward diß volendet gar / Von dem gemelten tage Muͦsten die eylff mit schandt Drey Monat lang mit plage Tragen starck eysern bandt. 83. ¶ Darzu muͦssens von schulden Des martres Weib bemeldt Vierzehen tausent gulden Jn guͦtem wert vnd Gelt / Fuͤr jren spott vnd schaden Darzu vmb jren Mann / Erlegen ohn genaden Da soll nichts mangeln dran. 84. ¶ Darzuͦ seind sie entsetzet Von aller redligkeit / Von jederman verletzet Jr lebenlang allzeit / Haben auch mit verloren Landtfreyhait pan vnd acht / Jrem Landtsherren geschworen Nach Keyserlichem recht. 85. ¶ Nun will ich wider holen Des rechten Diebs handlung / Der das Gelt hat gestolen Nach erster bemeldung / Zu Aschparn thet er wohnen Vndter Herr Adam Gall Der ließ jm kürtzlich lohnen Nach seim verdienst zumal. 86. ¶ Wañ sich ein ding wil machen So schickt es dazuͦ sich / Vmb ein gering vrsachen Wardt diser Dieb kuͤrtzlich / Erfodert bald zukommen Fuͤr seines Herren Genadt Als er murret darumben Man jhn gefraget hat. 87. ¶ Woher jm doch das keme Das er fuͤrt solchen pracht / Wann oder wo ers neme Da er sich lang bedacht / Kein recht antwort er funde Ward er geleget ein Gefengklich man jn bunde Darzu das Weybe sein. 88. ¶ Sie haben bayd bekennet Wie sie auff jenes mal / Dem Hebert offt genennet Solch Gelt zu Eybenstal / Jn Mistelbacher Marckte Gestolen hett der maß / Jr Mann frech kün vnd starcke Hett sie geheissen das. 89. ¶ Hie hett ich mehr zuschreiben Von dises Diebs handlung / Wills also lassen bleiben Sein Weyb schoͤn frech vnd jung Die hat man bald ertrencket Von wegen des Diebstals Er ward darnach gehencket Das gelt dem Dieb sein halß. 90. ¶ Die warhafftig geschichte Hab ich also summiert Zu einem vndterrichte Darauß gespüret wirdt wo man so vn fuͤrsichtig Ohn grund der warheit thuͦt / Handlen in sachen wichtig Das darauß kompt kein guͦt. 91. ¶ Doch preiß ich in dem allen Deñ strengen Ritter guͦt Nemlich Herr Adam Gallen Der auß gerechtem muͦt Das vbel thet außreütten Handhabt gemeinen nutz Den frommen biderleuten Helt auch getrewen schutz. 92. ¶ Auch ist zu mercken freye Wer vnrecht handlen thuͦt Braucht list verraͤtereye Wider vnschuldig bluͦt Vnd thuͦt von Geldes wegen Solch hendel richten an Dem wirdt zu letzt dagegen Gewißlich boͤser lohn. 93. ¶ Jr Richter vnd Regenten Seit fuͤrsichtig vnd weyß Jn ewern Regim̄enten Erforscht die sach mit fleiß / Ehe jr thut vrtheil sprechen Vber das Christen bluͦt Fuͤrwar Gott wirdt es rechen Wo man jm vnrecht thuͦt. 94. ¶ Die hoch frumb Obrigkeite Sehr wol zu preysen ist Das sie zu aller zeyte / Der Armen nicht vergist Thuͦt vber in schutz halten Wenn jn vnrecht geschicht Jr Land vnd Leut verwalten Mit recht warem Gericht. 95. ¶ Hiemit sey auch ein jeder Redlicher Mann vermant Das er bleib frumb vnd bider Jn seim beruͦff vnd standt / Stifft nicht von Geltes wegen / Mord vnd verraͤterey So wirdt jm Gottes segen Auch reichlich wonen bey. 96. ¶ Welcher auch vnrecht litte Das man jm thet gewalt / Der traw auff Gott vnd bitte Das er jn fest erhalt / Jn hoffnung lieb vnd Glauben Trag sein Creutz mit gedult / So mag jm niemand rauben Die ewin Gottes huldt. 97. ¶ Dem Wolgebornen Herren Herr Wolff von Liechtenstein Schenck ich das dicht zuͦ Ehren Gott frist das leben sein / Geb jm in seinem Lande / Gluͤckseliges Regiment / fryd Weißheit vnd verstande Darzuͦ ein Seligs endt. 98. ¶ Darzuͦ Herr Adam Gallen Dem strengen Ritter guͦt / Sing ichs zu wolgefallen Gott geb jm frewd vnd muͦt / Sterck / Mañheit / Weißheit / kraffte Glückseligs Regiment Sampt aller Ritterschaffte / Ein fridsams seligs endt. 99. ¶ Damit will ich beschliessen Diß warhafftig gedicht / Thuͦt es jemandt verdriessen Dem gib ich den bericht / Das er denck hinderrucke Schaw recht die handlung an / Man spricht auff boͤse stucke Gehoͤrt auch boͤser lohn. FINIS. ¶ Jm Thon / wie man singet vom Pen⸗ tenawer / Oder in Bruͦder Veits thon / Lobt Gott ihr frommen Christen / rc. ¶ Volendt vnd gedicht zu Mistelbach / durch L. W. V. E. den 18. tag Augusti / im 1570. Gedruckt zu Augspurg / bey Michael Manger. Show less

Unwetter in Hilperhausen, 14. Septmeber YY72
Newe geschicht Vom Zorn vñ Guͤte Gottes / so er vber die Statt Hil⸗ perhausen / am 14. Septemb. dises 72. jars / zu nacht vmb 7. vhr / durch ein schroͤcklichs Wetter / mit verwuͤstung Schulen / Kirchen / Rhathauß / vnd aller anderer Burger Haͤuser / hat gehen lassen. Zur warnung vnd trost... Show more Newe geschicht Vom Zorn vñ Guͤte Gottes / so er vber die Statt Hil⸗ perhausen / am 14. Septemb. dises 72. jars / zu nacht vmb 7. vhr / durch ein schroͤcklichs Wetter / mit verwuͤstung Schulen / Kirchen / Rhathauß / vnd aller anderer Burger Haͤuser / hat gehen lassen. Zur warnung vnd trost den Christen Gesangs weise gemacht / Jm Thon: Wo Gott der Herr nicht bey vns helt / etc. M. Johann Holtzheuser. Jtem Epigrammata & Disticha Annorum addita. I. JCH will von Gottes Zorn vnd Gnad / Auß gantzem hertzen singen: Die er bewiesen vnser Statt / Ach merckts vor allen dingen. Denn es ist je kein falsch Gedicht / Sondern war vnd wunder geschicht / Vnd nimmer zuuergessen. II. O GOTT wer het geglaͤubet doch / Das du so zoͤrnest sehre: Wiewol dein Wort das lehret noch / Vnd vil Exempel mehre. Doch wer nicht selbs erfahren hett / Dein starcke Hand die straffen thet / Kein Mensch das koͤndte glauben. III. Hoͤrt / man zelt zwey vnd sibentzig / Vnd funfftzehn hundert Jare: Deß Herbstmonds vierzehnd Nacht schroͤcklich / Nach siben vhr es ware. Jm Wetter / Plitz vnd Donnern stet / Deß HERREN Zorn anbrennen thet / Der vber vns gieng alle. IIII. Als nun geweeret hett ein zeit / Das Wetter vnuersehen: Bald sich auffthet der Himmel weit / Nach stetem Plitz geschehen. Ein Sturmwind groß vnd prasseln schwer / Als eines Kriegsvolck streitig Heer / Aber die Statt thet fahren. V. Nichts blieb da vnbeschaͤdigt gar / 1. Võ Got tes zorn. 1. Zeyt dieser straffe. 2. Die weise. An Mawren vnd an Dachen: Die hoͤchsten Thuͤrn an Kirchen zwar / Am Rahthauß / Mawer krachen. Vnd fielen hin als wern sie nie / Zuuor gestanden dort vnd hie / Das vil mit wunder sahen. VI. Noch mehr versehrt das Wetter groß / An Haͤusern in den Gassen: Reist Daͤcher ab machts alles bloß / Man muß es anders fassen. Etlichs stuͤrtzts gar in grund hinein / Das mag ein ernste straffe sein / Hilff GOTT das wirs erkennen. VII. Herrnider auch in Gaͤrten bald / Die schoͤnsten Baͤwm thet reissen: So vor der Statt vnd auch im Wald / Sie musten all zerspreissen. Diß alles GOTTES Zorn hat than / Den vnsre Suͤnd verursacht han / Das thun wir HERR bekennen. VIII. Ob wol der Zorn vnd straffe groß / Vns alle hoch erschrecket: Doch hat GOTT seine guͤt grundloß / Hiemit zugleich entdecket. Das kein Mensch (welches vnglaͤublich) Jn solchem Wetter gantz ploͤlich. Am leben ist verletzet. IX. Lebendig blieben ist das Vieh / Vnter dem Gebaͤw zurissen: Ohn ein Pferd vnd auch wenig Kuͤh / 1. An Thuͤr⸗ men. 2. An Haͤu. sern. 3. An Baͤw. men. II. Võ Got tes guͤte. 1. An Men⸗ schen. 2. An Viehe. Welchs vns nicht soll verdriessen. Aber groß wunder ist es doch / Wie gnadig GOTT den Thuͤrner hoch / Schuͤtzet mit Weyb vnd Kinden. X. Das Wetter thet er blasen an / Nach seinem Ampt behende: Wider zum Weyb vnd Kindern kam / Die schrien gantz ellende. Bald Rahthauß / Thurn / Thuͤrner vnd Gsind / Vil Stockwerck hoch herab geschwind / Wol auff die Gassen suncken. XI. HERR Gott also auß lauter gnad / Vns Suͤnder thust bewaren: Ob Zigel / Schiffer / Fewer hat / Durch Glas vnd Fenster gefahren. Doch niemandt schaden hat gethan / An Leyb vnd Leben / Weyb vnd Mann / Dein guͤt vber vns waltet. XII. Es namb durchs Fewer hin dein Zorn / Zu Sodom alls was lebte: Errettet ward Loth außerkorn / Ob jhm dein guͤte schwebte. Hie groͤsser ist die gnade dein / Die du vns hast erzeygt in Gmeyn / Jm Wetter all erhalten. XIII. Vernemet lieben Christen mein / Die straff so ist ergangen: Ein beyspil soll sie allen sein / Jn Suͤnden harrt gefangen. Das sie thun Buß zu rechter zeyt / 3. Am Thuͤr. ner. 4. An andern. Verglei chung. Verma⸗ nung. Ehe sie auch GOTTES Zorn vmbgeyt Vnd ergers muͤssen erwarten. XIIII. Steht ab von Suͤnden vber schwer / Vom freuel ewrer Henden: Zum HERREN sich ein jeder bkehr / All vngluͤck wirt er wenden. GOTTS Reich vnd sein gerechtigkeyt / Such man mit bitt in eynigkeyt / Alles Gut wirt zufallen. XV. Ein grosse gnad zu diser frist / Hast vns bewiesen allen: Lob vnd danck drumb / O JEsu Christ / Sey dir gesagt mit schallen. Das du in deinem zorn allzeyt / Gedenckest der Barmhertzigkeyt / Das wir nicht sind vmbkommen. XVI. Reichlich theyl mit vns deine gnad / Das wir vns recht bekehren: Die Suͤnd erkennen frue vnd spat / Den Glauben thue vermehren. in gdult im Creutz bestendig sein / Solchs bitten wir im Namen dein / Vnd singen froͤlich Amen. Danck⸗ sagung. Bitte. EPIGRAMMATA ET DISTI⸗ cha Annorum, ab Eclesiæ te Scholæ mini⸗ stris ciuitatis Hilperhusanæ scripta. D. GVOLFG. VIRN. IN CAN⸗ tilenam historicam lohannis Holtheu⸗ seri, de clade patriæ. MIlle acquingenti cum septuaginta duobus Anni ierant: Lux ter quintach solis erat. Vespera transierat vix iam festiua diei, Exaltata eadem de cruce nomen habet. Turbine ventorũ trahit Hilperhusena ruinã, Tecta repentino mota fragore cadunt. Summa cadunt subito templi fastigia: Turris Tecta scholæ'ch simul, cursa'ch alta ruit. Mœnia sunt vno pariter concussa tumultu, Inde ruunt turres: inde domus'ch cadunt. Dextra tamen præsens, homines protexit ibi⸗ IIlasos inter tanta pericha, DEI. (dem Discite iusticiam moniti, quærendach primum Regna Dei, exemplis discite quisch nouis. Cætera sed documenta tui pia cantio ciuis Exposuit vera, patria chara, fide. DISTICHON COMPLECTENS numerum Anni, Mensis & Diei. Septembris bissena dies, his iungere binas, Fata probant, patrias en populatur opes. ALIVD, M. SCHEPPACHVS. Tepus erat, quo Libra dies æcuabat et ubras, Piscis & occiduas cauda fubibat aquas. Envalidi ingẽinãt venti, mox fulgura sternũt O HILpertet VasVtrbIne fæVa DoMVs. Sequens Tetrastichon, cuius primus versus complectitur Diem, Mensem & Annum, de⸗ bita erga suam patriam pietate mo⸗ tus, composuit M. Crispinus Kliperus. Bls septeMTtã soLes proDVXerat ortV Septembris, Libram contigerat'ch recens. Ecce procella nocens Cœlo conspecta minaci Deiecit patrij dulcia tecta soli. Vertite mortales oculos hut vertite vestros, Et mores subito corrigitote malos. E docti patrio iam iam resipiscite damno, Alterius damno qui sapit, ille sapit. ALIVD, IO. HOLTH. HIL. Nox obsCVra: CrVCIs redlt eXaLtatIo: (tVrres NoXVIs HyLpertIaC VnDlqVe tVrbo (ferIt. IDEM. Sol propIor LIbræ: sIgnata & septIMa no⸗ (Cte est, Vt teCta HILpertI fVLgVre Læsa IaCent. Gedruckt zu Nuͤrm⸗ berg / durch Hans Koler. Show less

Bartholomäusnacht, Paris, 23. / 24. August 1572
Ein warhafftig Vnd Erbermlich geschicht / vonder gewaltigẽ auffrur zu Pariß in Frãck reich / des gleichẽ zu Leon / Scherter / Harleß / Castelro vnd Orliens / wel⸗ ches sich begeben hat / den 24. Augusti welcher ist S. Bartholomeus Tag zwischen den Euangelischen vnd Pa⸗ pistischen / wie sie... Show more Ein warhafftig Vnd Erbermlich geschicht / vonder gewaltigẽ auffrur zu Pariß in Frãck reich / des gleichẽ zu Leon / Scherter / Harleß / Castelro vnd Orliens / wel⸗ ches sich begeben hat / den 24. Augusti welcher ist S. Bartholomeus Tag zwischen den Euangelischen vnd Pa⸗ pistischen / wie sie einen Bund bestelt vnd gemacht haben / vnd in 18. stetten in einer stundt angã⸗ gen / vnd etlich 1000. Chri sten Erbermlich vm̄ kommen sein jn di⸗ sem 72, Jar. H R Jm Thon / Kompt her zu mir spricht Gottes Son. Klaͤlich so wil heben an / hilff reicher Gott in deinẽ Thron / das ich es moͤg volbringen / den ja⸗ mer vnd die grosse not / laß dichs er⸗ barmẽ lieber Gott / darzu thut mich bezwingen. Die erbermlich vnd traurig ge⸗ chicht / daruon ich euch wil gebẽ be⸗ richt / wie es da ist ergangen / kürtz⸗ lich in disem jar / im 72. das ist war / habt darnach kein verlangen. Der Koͤnig auß Franchreich mich versthe / gab ein schwester dem Printzen von Conte / die hochzeit si anstelten / die heimfuͤrung solt zu Pa riß sein / da kamẽ vil Ritter vñ Gra fen nein / wie ich hernach thu meldẽ. Den 8. Augusti fuͤrwar / in disem vorgemeltẽ jar / solt die hochzeit an⸗ fangen / vnd enden auff S. Bartolo meus tag / mit warheit ich euch sin⸗ gen mag / Gott erbarms wie es ist auß gangen. Es kamen darauff von nah vnd fern / so vil Edle Ritter vnd Land herrn / deßgleichen ist auch kom̄en / 8 Ameral mercket der gleich / des Koͤ⸗ nigs Oberster auß Franckreich / et⸗ lich Fürsten hat er mit im genom̄ẽ. Nun muß ich euch melten zu der frist / wie es weiter ergangen ist / wie die hochzeit ward angfangẽ / die ge⸗ spõs hat mã nach Fürstlicher wird / gar herlich in die Kirchen gefuͤrt / mit hoͤfllichen schoͤnen gesangen. Die Catholischen hetten den be⸗ scheit schon / wann sie soltẽ den angriff thon / auff dise obgemelte stunde / es war zu Pariß nit allein sondern / in achzehen stetten gemein / in Franck⸗ reich thu ich euch kunde. Niemand weiß wiees herkomen sey / der bund und die verreterey / wol in dem gantzen lande / O Gott du woͤlst zum besten wendẽ / dz dein armen vnd auch elenden / nicht gar werden zuschanden. Zu Pariß kamen sie zsamen ge⸗ lauffen / bey die 20000 auff einẽ hauff / en / also hab ich vernommen / sie ver⸗ stelten alle thuͤr vnd strassen / vnd te⸗ ten kein zum andern lassen / dem A⸗ miral fuͤr sein hauß auch kommen. Das thetẽ sie mit schneller begir / vnd stiessen im auff sein thuͤr / woltẽ in haben gebunden / aber er war in zubehend / er werdt sich biß auff sein letstes ẽd / biß vff ein vierteil stundẽ. Sechs knecht het der herr allein / die kamen zu jm in die kamer nein / die musten auch thun sterben / der E del Herr so hoch geborn / hat also sein leben verlorn / vnd must also im elẽd verderben. Sie hieben in zu stucken klein / in vnd auch den Leibiungen sein / wol in seim eignen hause / den herren so elendiglich gaben sie manchen hieb vñ stich / worffẽ in zum ladẽ hinause. Es lieffen hin ein grosse Sum / auff der gassen vnd in heusern vmb theten als nidhawen / es wern Rit⸗ ter Graffẽ oder knecht / es galt in al⸗ les gleich vñ schlecht / sag ich bey gu⸗ ten trawen. Die Herren disen jamer vernom⸗ men / sie kundten aber nicht zusamen kommen / sie wurden al erschlagen / sie mochtẽ in kein wider stand thun es warn ir zehen gegen einen man / O Gott dir thu ichs klagen. Sie schrien all vm̄ hilff vñ gnad keiner sich jr erbarmet hat / sie must⸗ en alle da Sterben / doch west keiner vmb dise ding / wie oder warumb es zuging / kein gnad mochten sie er⸗ werben. Es wert biß auff die vierdte stund / das die Catholischen durch j⸗ ren bund / so vil blut thetẽ vergiessẽ / Graff Fridrich wert sich vmb sein leben / mit seinem Bruder mercket e⸗ ben / doch theten sie in erschissen. Auch wehrt sich sehr Graff Alt⸗ musse / vñ sein zwen Soͤn mich recht versteh / es hat sie aber nit entspros⸗ sen / sie musten sterben alle drey / vnd ailff knecht sag ich darbey / wuͤrden jemerlich erschossen. Kein rettung mocht sie nicht hel fen / da hoͤrt man schreien vnd gelffe / von den vnschultigen armen / wol von den weibern in gemein / des glei chen auch die Kindlein klein / Ach Gott laß dichs erbarmen. Kein einiger ist daruon kom̄en / die auff der hochzeit warn in sumẽ / sie musten alle sterben / allein d Breut gam mich verste derselbig jrẽ glaubẽ hett / drum̄ thet er Gnad erwerbẽ. Kein auffhoͤrens ist noch in fraͤ⸗ ckreich / in den stetten rumb das sag ich euch / sie thon sich noch alle Tag schlagen / der gemein man will sich nit drein geben / ehe lassen sie da leib vñ leben / O Got dir thu ichs klagẽ. Also hat man mit grosser not / zu Pariß 500. funden todt / von Ritter vnd auch Graffen / vnd auch vill võ Edeleuten / jedoch halff kein wehrn noch streiten / sein also in Got ent⸗ schlaffen. Vñ auch sonst in d Stat herum̄ hat mann gefunden ein grosse sum / von Reutern vnd staliungen / auch Burger die im glauben bestan / das also in die zwoͤlff Tausent man / je⸗ merlich sein vmbkommen. Weitter solt ir mich recht verstã die ermorten Christen zu Leon / die sumb muß ich euch sagen / der waren 5000. in gemein / 344. Kinder klein / wurden jemerlich erschlagen. Zu Scherter vnd auch Castel⸗ roh / hat man jemerlich ermord al⸗ do / es mag wol Gott erbarmẽ / 5000 mit grosser noht / vnd 900 litten den todt / die Reichen wie die Armen. Zu Harleß vñ auch Orlientz / dz ligt in Franckreich an der Grentz / die sumb muß ich euch melten / der waren 9000. in gemein / 945. Kinder klein / mustẽ jrer eltern auch entgeltẽ Der ermorden Christen sein al⸗ zumal / 34000. in der zal / 900. auch darneben / die allein durch Gottes wort / wurden jemerlich ermordt / vnd 91. mercket eben. Darumb jr lieben Christen leut / last vns Gott bitten alle zeit / das er vns woͤlbewaren / wol vor dem ir⸗ dischen Antechrist die da haben mit hinderlist / den Christen so Thiran⸗ nisch mit gefaren. Last vns auch bittẽ alle zeit / wol für die armen Christen Leut / die so vnschuldig musten sterben / das sie auch kommen in sein reich / vñ dort leben ewiglich / vnd mir das ewig⸗ erwerben / Amen. Show less

Überschwemmung an der Donau, Juli 1572
Ein schoͤn newes Christliches gesang / von der erbaͤrmlichen Wassergüß / so sich am gantzen Thonawstram / im Julio dises 72. Jars / zu⸗ getragen hat. ¶ Jm Thon: ¶ Ach Gott wem soll ichs klagen / rc. O⸗ der: Wie das Lied von Olmitz. ¶ Gestelt durch: ¶ Abraham Hundtsperger / Statt... Show more Ein schoͤn newes Christliches gesang / von der erbaͤrmlichen Wassergüß / so sich am gantzen Thonawstram / im Julio dises 72. Jars / zu⸗ getragen hat. ¶ Jm Thon: ¶ Ach Gott wem soll ichs klagen / rc. O⸗ der: Wie das Lied von Olmitz. ¶ Gestelt durch: ¶ Abraham Hundtsperger / Statt predicant zu Krem̄s. ¶ Psalm 18. ¶ Da sahe man Wassergüsse / vnd des Erdbidems grund ward auff⸗ gedeckt / rc. Getruckt zuͦ Augspurg / bey Michael Manger. 1. ALs man hette gezelet / nemmet das e⸗ ben war: Ein tausent vnd fuͤnff hun⸗ dert / zwey vnd sibentzig jar. Jm Ju⸗ lio den fuͤnfften / groß regen huben an / wol auß deß Himmels klüfften / auß den wolcken in lüfften / Gott selbs hat es gethan. 2. ¶ Zu giessens nit auff hoͤret / wie ich euch bscheyden will: Dauon sich gwaltig meh⸗ ret / des wassers haͤuffig vil. Die Saltze vnd auch der Jhn / die Jser vnd der Lech / the⸗ ten in die Thonaw rinnen / gar grausam da⸗ her springen / niemandt kund wehren jhn. 3. ¶ Also sein sie gerunnen / mit groͤß ohn alle maß: Jn Osterreich zu vns kommen / O Gott erbarme dich das. Mit sich daher getragen / in starcker eyl vnnd grimm / vor leyd kan ichs kaum sagen / nit gnugsam das beklagen / mit meiner trawring stimm. 4. ¶ Die Prucken allesamen / am gantzen Wasserstram: Manniches holtzes stam̄en / mit wurtz manichen Baum. Grosse Haͤus⸗ ser vnd Staͤdel / auch manichen Mülgang / gar vil Truchen vnd Laͤdel / allerley Hauß⸗ rath ohn tadel / hat gelitten vntergang. 5. ¶ Die Doͤrffer / Maͤrckt vnnd Flecken / am Thonaw Wasserstram: Sampt den loͤblichen Staͤtten / da alles schaden nam. Zu wassers not sie kom̄en / mit Hauß / Hab / Weib vnd Kind / Rinckmaur Thürn seind eingangen / die wohnung vol wassers stuͤn⸗ den / ist als geschehen gschwind. 6. ¶ Was in der ebne gstanden / am wasser allerley Frücht: Von Haͤw Trayd vnd den Weinen / als hin geflossen ist. Was bliben als verletzet / verderbt zur nutzbarkeit / kraut ruͦben als verfletzet / die früchte sehr verle⸗ tzet / sampt jrer Fruchtbarkeit. 7. ¶ Als wer das zu beklagen / O Gott inn deinem thron: Manchem hets hingetra⸗ ten / sein Weib vnd Kindlein schon. Sein Erb / Hab vnd auch Guͦte / vnd alles was er hat / sein Armes schwaiß vnd Bluͦte / hat nichts von all seim Guͦte / muͦß jetzund bet⸗ len gan. 8. ¶ Ach Gott der Armen Waysen / der Witwen seyen vil: Die im Ellend vmbray / sen / durch dises Wasser will. Der Kindlein in der wiegen / auch vil ersoffen seind / muͦt Leüth ich will nit liegen / die kundten nicht empfliehen / des wassers war zu vil. 9. ¶ Die geschicht woͤlt wol bedencken / jhr vnbuͦßfertigen: Gott wirdts euch auch nicht schencken / zur straff steht sein begern. Wie er hat das bewisen / von Erschaffung der Welt / mit pestilentz vnnd drüsen / mit Schwert vnd wasserguͤssen / mit thewrung vnerzelt. 10. ¶ Jm ersten Buͦch Mosi bschriben / vom sechsten biß auffs neundt: Wie es Got hat getriben / merckt auff O lieben Freundt. Mit der Welt zur selben zeyten / mit Sünd beladen schwer / lang frist thet er jn geben / hundert vnnd zweintzig Jar merckt eben / stuͦnd sie ohn all gefaͤhr. 11. ¶ Noch ward keiner gefunden / der Buͦs⸗ se het gethan: Von Suͤnden abgestanden / vnd wie ein frommer Mann. Sein Weyb / Kind vñ Gesinde / zogen auff Gotes Ehr / kein Gottsforcht war zu finden / abstehn von laster vnd Sünden / wies jetzundt geht vil mehr. 12. ¶ Gott thet jhn das nit schencken / in sei⸗ nem grossen zorn: Mit wasser als entren⸗ cken / was lebt muͦst sein verlorn. Ohne was in der Archen / beym frommen Noah war / deß thet er sich erbarmen / halff seinen glau⸗ bigen Armen / erret sie auß der gfahr. 13. ¶ Sodom thet er vertilgen / Gomorra reüt er auß: Thet als dariñ erwürgen / Loth den fuͤhrt er herauß. Dieweyl nicht zehen waren / drinn die fragten nach Gott / wolt er nicht lenger harren / Schwebel vnd fewr nit sparen / als brinnen in den Todt. 17. ¶ Pharao hat er ertrencket / auch in dem roten Meer: Mit jhm alle versencket / die waren im gantzen Heer. Darumb das sie nit glaubten / an den Gott Jsrael / sein Armes Volck betaubten / Got schickt jn zu scharpf / staupen / Strafft sie an Leib vnd Seel. 15. ¶ Vnlangst vor kurtzen Jaren / in Flan⸗ dern vñ Holand: Vil grosse wasser waren / straff bald sich darnach fand. Auffruͦr vnd Bluͦtuergiessen / im gantzen Niderland / wann wir vns warnen liessen / wer grosse zeit zu buͤssen / mehr Straff ist vor der hand. 16. ¶ Solchs alles nempt zu hertzen / jhr frommen Christen all: Gott laͤst nicht mit jm schertzen / er sicht wie er bezal. Sünd vn⸗ tugend vñ schande / wie sie regiert im volck / sucht darumb Leut vnd Lande / mit seiner zornigen hande / von oben auß der wolck. 17. ¶ Vns wirdt auch also gschehen / so wir nicht keren vmb: Die nur vil straffen sehen / vnd wirt doch keiner frumb. Mit zugetha⸗ nen augen / lassen wirs fürüber gahn / Gott vnnd seim wort nicht glauben / allein auffs zeitlich bawen / also thuͦt jedermann. 18. ¶ Sey zu der letzt gewarnet / O thum̄e Welt kehr vmb: Zu lang ist vbel geharret / hoͤrs Euangelium. Thuͦ buͦß im rechtem glauben / rath dir der Singer guͦt / Gott wirdt dich sonst berauben / Leib Seel mit dem vnglauben / werffen in die Hellen gluͦt. 19. ¶ Daruor warnt dich von hertzen / Ab⸗ raham Hundsperger guͦt: Sah solch elend mit schmertzen / bedachts inn trawrigem muͦt. Darauß er hat gesungen / diß Gsang ohn allen spot / wuͤnscht bstendigkeit den frommen / das wir all zu gnad kom̄en / helff vns der liebe Gott / Amen. ¶ Esaie 14. ¶ Jch will sie machen zum Erbe den Jgeln / vnd zu einem Wasser see / vnd will sie mit einem Besen des verderbens keren. Show less

Niederländischer Unabhängigkeitskrieg von Wilhelm I., Juni bis 8. August 1572
Warhafftige Newe zeitung auß dem Nider⸗ landt. Jn gesangsweiß verfaßt / von dem Durchleuchtigen / Hochgebornen / Fuͤr⸗ sten vnd Herrn / Herrn / Wilhelm Prin⸗ tzen von Oranien / rc. Sampt jhrer F. G. Bruder / Graff Ludwig von Nassaw / vnd ander mitverwandten / Graffen vnd Her⸗ ren / von der... Show more Warhafftige Newe zeitung auß dem Nider⸗ landt. Jn gesangsweiß verfaßt / von dem Durchleuchtigen / Hochgebornen / Fuͤr⸗ sten vnd Herrn / Herrn / Wilhelm Prin⸗ tzen von Oranien / rc. Sampt jhrer F. G. Bruder / Graff Ludwig von Nassaw / vnd ander mitverwandten / Graffen vnd Her⸗ ren / von der Ritterschafft / was sich mit jh⸗ nen vnd jhrer widerpart dem Hertzog von Alba / verloffen vnd zugetragen hat / von dem ersten Junij biß auff den achten tag Augusti / Wie hernach fol⸗ get / rc. 1572. Jm Thon / Wie man den Stoͤrtzen⸗ becker singt. Getruckt zu Coͤln bey Jacob Weiß. HOrt zu jr Christen vnd seid still / hoͤrt was ich euch singen wil / von New geschehen dingen / von dem zug im Niderlandt / hilff Gott das mir gelingen. Als man zalt 1500. jar / im zwey vnd si⸗ bentzigsten das ist war / den ersten Junij eben / Jst Graff von Berg fuͤr Zuͤpthen ge⸗ zogen / die hat sich jm bald auffgeben. Darinn lagen sie biß an den vierdtẽ tag / darnach man fuͤnff Fenlein ziehẽ sach / fuͤr Luchen sein sie kom̄en / dieselb hat sich nicht lang gewert / Sie habens auch eyngenom⸗ men. Es ligt ein Closter nit weit daruon / was die Muͤnchen haben gestifftet an / Als wir dar fuͤr sein kummen / der Prior hat verraͤt⸗ ter gelt / von dem Duc de Alba genom̄en. Er solt vergifften die Brunnen schon / die Stadt solt er verbreñen thun / zu wegen kundt ers nit bringen / den Graffen solt er erschossen han / jm thet aber mißlingen. Er war von dem Grafen selbs gefan⸗ gen / geviertheilt vnd auff die strassen gehan gen / die Knecht baldt ins Closter sein kom⸗ men / Erschlugen alle die darinn waren / vnnd haben als Preiß genommen. Der Graff hat nit feyrẽ thun / Er ruckt bald fuͤr Hartwick hinan / die mauren hat er bald erschossen / An zwey orten er baldt stuͤr men thet / hat die Burger sehr verdrossen. Doch nam ers eyn mit gantzem gewalt / vnd kam in die Statt gar bald / 16. Fenlein sein hinein kommen / die haben gekriegt gar gute Beut / die habens mit freuden auffge⸗ nommen. Darnach kam der Printz mit gewalt / mit 1500. pferden wolgestalt / vber den Rein thet er baldt kommen / da lagen 11. Fenlein knecht / wolgeruͤst / die hat er auch mit ge⸗ nommen. Den 11. Julij merckt mich zuhand / kam der Printz wol in der feinde landt / wol mit 10000. manne / auch haben sie auch auffge⸗ richt zuhand / Ein gewaltigen blutfanen. Darein ist gemalt fort an / ein schwar⸗ tzer vnd grewlicher man / 9. pfenning hat er fuͤr sich genommen / nach dem 10. greifft er auch / den kan er nit bekommen. Der schwartz mañ zeigt an alda / dẽ Her tzog von der Alba / der von den Stetten thet begeren / den 10. pfenning in seinem landt der kan jm aber nit werden. Der Printz macht sich auff mit gewalt / vñ ruckt fuͤr Fedlo Gellern bald / fuͤr Strall ist er auch kommen / die Stedt werden jhm vnderthon / die hat er baldt eingenommen. Graff von Bergck der Ritterlich mañ / Ruckt mit seim Volck fuͦr Deuenter nan / daß haben die Spaniger vernommen / vnd schickten sich mit schneller eil / vnd sein jhm entgegen kommen. Vnd huben da zu scharmuͤtzlẽ an / Graf Ludwig war fornen dran / wol zu derselben stunden / 200. bliben auff der walstadt todt / auch theten sonst viel verwunden. Jn dem kam der Admiral zugleich / der het viel volck auß Franckreich / fuͤr Berge⸗ hennicken ist er kom̄en / da war Graff Lud⸗ wig von Nassaw da / die haben jm bald fuͤr genommen. Sie zogẽ dem Duc de Alba zu / die nacht biß an den morgen fruͤ / an sein leger sein sie kommen / machten einen lermen baldt / da kamen die Spaniger gesprungen. Graff Ludwig fiel ins leger mit macht / Alda so thetẽ sie ein Schlacht / wol an dem selben tage / Graff Ludwig hat das Feldt behalten / etlich 1000. wurden da erschlagẽ. Auch wurden sonst viel verwundt / Spa niger thu ich euch kundt / die man gen Ant⸗ dorff nein thet schicken / 28. Wegen voll ge⸗ laden / biß sie wider thun erquicken. Darnach ist der Edel vnd Hochgeborn / Graff von Berg außerkorn / fuͤr Alten so gezogen / Dieselben er eingenommen hat / ist war vnd nicht erlogen. Jn dem zog von Orian der Edel Fuͤrst / den nach der gerechtigkeit duͤrst / mit Rit⸗ ters leuten / fuͤr Roͤmoͤndt in das feld / begert mit jr zustreiten. Doch hat der Edel vnnd Hochgeborn / zween Ritterliche Helden außerkorn / Graf Albrecht thu ich euch nennen / von Hohen⸗ loch gar wol bekant / den andern moͤcht jhr auch wol kennen. Wolff Heinrich von Affenstein / die zween Helden in gemein / theten die Stadt bereñen / vñ trofen auch die Spaniger balt / jren hauffen theten sie zutrennen. Vnnd schlugens in die flucht gar baldt / Graff Allbrecht in der gestalt / thet gar Rit terlichen streiten / Erlegt jhr viel mit seiner hand / wol auff der gruͤnen heiden. Darnach schlugen sie ein leger bald / fuͤr Roͤmoͤndt in der gestalt / zum Sturm ha⸗ ben sies geschossen / vnnd stuͤrmeten da mit gantzem gewalt / hat die in der Stadt ver⸗ drossen. Doch werdẽ sie durch jren bundt / Muͤn chen vnnd Pfaffen an der mauren stundt / theten auch dapffer streiten / in dreyen stuͤr⸗ men blieben todt / 200 auff beiden seiten. Doch wolt der Printz nicht abelon / die Stadt mußt sich auffgeben thun / wol zu denselben stunden / vielen die Lantzknecht hinein mit gewalt / haben gute beut darinn gefunden. Jn dem der Printz fort ziehen thet / Ein hauffen sich da verhalten het / deß Duc de Alba moͤcht jr wol kennen / Wolff heinrich traff die selben an / vnd thet sie doch gar bald zertrennen. Deßgleichen Graff Albrecht von hoch⸗ loch / mit seinem hauffen auch her zoch / ist durch die Spaniger getrungen / vñ habens in die flucht geschlagen / vnnd auff diß mal den Sieg gewunnen. Wer ist der vns das Liedt hat gemacht / zu Ehren der gantzen Ritterschafft / zu lob vnd preiß Gottes Namen / der woͤll jn all⸗ zeit beystandt thun / drauff sing ich froͤlich Amen. Show less

Niederländischer Unabhängigkeitskrieg, Dordrechter Ständeversammlung 3. Juli bis 1. August 1572
Neuwe zeitung auß Niderland. Kurtze vñ war⸗ hafftige beschreibung / desz jetzigen zugs in das Niderland / was sich den drittẽ / achtẽ / zwoͤlff⸗ ten vnd dreitzehenden tag Hoͤuwmonats ver lauffen vnnd zuͦgetragen hat / biß auff den ersten Augusti / wie hernach volgt. Jm thon / wie man das... Show more Neuwe zeitung auß Niderland. Kurtze vñ war⸗ hafftige beschreibung / desz jetzigen zugs in das Niderland / was sich den drittẽ / achtẽ / zwoͤlff⸗ ten vnd dreitzehenden tag Hoͤuwmonats ver lauffen vnnd zuͦgetragen hat / biß auff den ersten Augusti / wie hernach volgt. Jm thon / wie man das Lied auß Franckreich singt. HOert zu jhr lieben Christen leut / was sich in kurtz verschiener zeit / diß jar hat zuͦgetragẽ / O reicher Gott inn dem hoͤchsten Thron / dir thuͦ ichs hertzlich klagen / Ja klagen. Als tausend vnd fuͤnff hundert jar / vnd zwey vnnd siebentzigsten das ist war / wz sich da hat begebẽ / den zwoͤlff⸗ ten Julj mercket das / kostet manchem mann das leben / Ja. Nach dem der Edle vñ hochgeborn / Graff von Lumj Herr außerkorn / der hat sich vnderstandẽ / vñ hat den Graf fen von Nassaw zuͦhilff genommen / zuͦ erhalten Gottes nammen / Ja. Den zwoͤlfften Julj fuͤrwar/ hat sich der Edle Graff von Herñberg zwar / bey Deuentter ein scharmuͤtzel gehaltẽ / beider seiten zweihundert blieben todt / der liebe Gott woͤlls walten / Ja. Vier tausend Frantzoͤsischer schützẽ fein / fuͤnff hundert reutter an deß Du⸗ ca de Alba leger ankommen sein / sie ha⸗ ben mit einander getroffen / es wurden der Herren souil verwundt / deß Duca de Alba Sohn ward geschossen / Ja. Graff Ludwig von Nassaw der Ehren wert / erschossen wurdẽ im zwey pferdt / auff das drit thet er sitzen / es wurden der Herren vnd befelchs haber souil verwundt / vor angsten theten sie schwitzen / Ja. Den dreyzehendẽ Julj fürwar / ha⸗ ben sich die Herrẽ mit ein grosser schar / wol in das veld begeben / vnnd haben ein Schlachtordnung gemacht / dem Duca de Alba wider zuͦstreben / Ja. Bey Hennigouw wol in dem felt / alda ward ein schlacht bestelt / wol von den Herren eben / der Duca de Alba mit seinem hauffen kam / kostet man⸗ chem mann das leben / Ja. Vm̄ dẽ Mittag fieng an die schlacht da bleib so mancher man den selbigen / tag / O Gott dir thuͦn ichs klagen / es wurd so mancher Muͦter jhr kindt / er⸗ schossen vnd erschlagen / Ja. Aber der Duca de Alba schon / das veld hat er behalten thon / wol mit sein Spanier eben / vnnd die Herren alle⸗ sampt / die flucht haben muͤssen geben / Ja. Wol auff ein stat Romund genant / ist manchem mañ gar wol bekant / dar⸗ in sein sie entruñeñ / aber der Printz võ Oranien / ist in zuͦ hilffe kommen / Ja. Auff beiden seiten sein bliebẽ schon / hat man gezelt fünffzehẽ tausent mañ / O Gott troͤst du die Armen / sie schreien all inn solcher not / O Gott thuͦ dich er⸗ barmen / Ja. Das hat der Printz von Oranien vernommen / vnd ist jn mit grosser hilff zuͦ kommen / mit etlich tausend manne / vnd haben dem Duca de Alba nach⸗ geeilet / wol mit fünff vnd dreissig fah⸗ nen / Ja. Es wurden auch der Ritter fein / vnder jhn vil vmbkommen sein / Er⸗ bermklich wurden erschlagen / sie habẽ sich so dapffer gewehrt / O Gott dir thuͦ ichs klagen / Ja. Sie haben sich widerumb gesterckt / O lieben Christen darauff merckt / wie es weiter ist ergangen / mit dem Graf⸗ fen von Lummitz schon / darnach habt kein verlangen / Ja. Der Edle Held so hochgeboren / Graff Ludwig von Nassaw außerko⸗ ren / der ist wider ankommen / zuͦ Hen⸗ nigouw wol für die Statt / sie haben sie bald vernommen / Ja. Den fünfftzehenden Julij fürwar / haben sich die Herrn mit einer grossen schar / wol in das veld zuͦ ziehen / da sa⸗ he man manchen stoltzen man / darzuͦ die Fehnlein fliegen / Ja. Vnd begerten sich zuͦ rechen schon / aber der Printz von Oranien / der hat sich thuͦn verhalten / vnd mit dem Duc⸗ alba ein schlacht zuͦ thuͦn / d liebe Gott soll es walten / Ja. Der duca alba hat vernom̄en schon / daß sich diser hat verhalten thuͦn / vnd hat sie heissen abweichen / wolan jhr Herren alle sampt / solt mich jetzund nit erschleichen / Ja. Sie zogen widerumb daruon / es wolt jhn nicht gelingen thon / den Her⸗ ren außerkoren / sie vermeinten sich zuͦ rechen thon / was sie kurtzlich hettẽ ver⸗ loren / Ja. Damit will ichs beschliessen schon / der lieb Gott woͤll jhnen ein beistand thon / zuͦ ehr inn seinem Nammen / was sich weiter verlauffen wirt / das werd jr noch erfaren Ja. Der vns das Lied hat neuw ge⸗ dicht / er ist der sachẽ gantz wol bericht / er ist darbey gestanden / von dem an⸗ fang biß an das end / biß die schlacht ist vergangen / Ja. Ende. Getruckt zuͦ Coͤln / bey Wilhelm Bergk. D. M. LXXII. Show less

Überschwemmung in Meissen und Böhmen, 12. August 1573
Newe Zeitung / Vnd warhaff⸗ tige Erschreckliche Ge⸗ schicht / von dem grawsamen Wasserguß / so geschehen ist inn dem Land zu Meissen vnnd Boͤhemen / da es vil Staͤtt / Flecken vnd Doͤrffer / auch Leut / Vieh / Getreid / jaͤmmerlich verführt hat / Am Mittwochen nach Laurenti / welcher war... Show more Newe Zeitung / Vnd warhaff⸗ tige Erschreckliche Ge⸗ schicht / von dem grawsamen Wasserguß / so geschehen ist inn dem Land zu Meissen vnnd Boͤhemen / da es vil Staͤtt / Flecken vnd Doͤrffer / auch Leut / Vieh / Getreid / jaͤmmerlich verführt hat / Am Mittwochen nach Laurenti / welcher war der 12. Augusti / in disem 73. Jar / wie jhr hernach hoͤren wer⸗ det / Jnn Gesangs weiß gestel⸗ let. Jm Thon: O Welt ich muß dich lassen / rc. HOrt zu jr Christenleut / den gros⸗ sen jammer heute / vnd die warhafftig Ge⸗ schicht / Was sich hat zugetragen / dauon ich euch wil sagen / HERR Gott gib mir nur bericht. Nun hoͤret vnnd mercket eben / vnd was sich hat begeben / das solt jhr erfahren schon / hewer iñ diesem Jar / das Wasser kam mit gfahre / hat grossen scha⸗ den gethan. Als tausendt vnnd fuͤnffhundert / darob ich mich verwundert / drey vnd siebentzig Jar / ein Statt wil ich euch nennen / die moͤcht jhr auch wol kennen / das ist gewißlich war. Den zwoͤlfften Augusti eben / ein wetter thet sich begeben / auff den Abend vmb acht Vhr / mit Plitz / Hagel vnd Donner / vor dem erschrecklichen Wun⸗ der / von viel Leuten es gesehen wur. Zu Blawen ist es gestanden / es wolt sich aber nicht verandern / zwo nacht vnnd auch ein tag / Die Leut meinten inn summen / der Juͤngste tag wuͤrd kommen / fuͤhrten ein jaͤmmerliche klag. Etwa inn zweyen stunden / ist ein groß Wasser kommen / so gar mit starcker gewalt / dreytzehen Haͤu ser eingerissen / die gebawt warn also fest / fuͤhret sie daruon schnell vnd bald. Jetzund wil ich bescheiden / ein Statt neñt man die Weyden / ligt in dem Meißner Land / das Wasser dahin ist kommen / fuͤnfftzehen Haͤuser damit genom⸗ men / eilff Menschen man auch da todt fand. Die auch musten ertrincken / inns Wasser the⸗ ten versincken / musten leiden den Todt / sie theten schreyen vnd gelffen / kann vns dann niemand helf⸗ fen / helffe vns der liebe Gott. Ein Statt ligt auff derselb seiten / zwo Meil⸗ wegs von der Weyden / wil ich euch nennen thun / das Wasser dahin auch ist kommen / alles Vieh hinweg genommen / Geraw wirdt sie genennet schon. Das Wasser kam mit hauffen / fuͤr dasselbig Staͤttlein gelauffen / niemandt entweichen kondt / Getreid / Vieh / Leut / vnd Haͤuser / thet es alles weg reissen / gar schnelliglich zur selben stund. Dieses Wasser gar grosse / hat eiff Muͤlen zer⸗ stossen / wie ich vernommen hab / vnnd neun Men⸗ schen dergleichen / sie kondten nicht entweichen / es ware gleich Fraw oder Mann. Das Wasser war gar breite / nam alles das Getreidte / was es erreichen kundt / es wer gleich ab⸗ geschnitten / es nam doch alles mitte / vnd reiß es auß dem grund. Die Leut auff dem Feld lieffen / hats Wasser auch ergrieffen / so gar inn schneller eil / das Wasser kam mit hauffen / sie kondten nicht entlauffen / etlich Menschen fuͤhrt es fuͤnff Meil. Fuͤr Zeitz ist es auch kommen / fuͤnff Haͤuser mit sich genommen / vnd drey Weiber mit jm / sie musten all ersauffen / sie kondten nicht entlauffen / vnd ein ar⸗ me Kindbetterin. Hoͤret zu jhr lieben Christen / vnd seyt allzeit ge⸗ fliessen / von einem Kind allein / welches kein schadn hat bekommen / als hab ich vernommen / ist auffm Wasser gfahrn sechß Meil. Das lag in einer Wiegen / vnd ist lebendig blie⸗ ben / vnnd ist gelegn darinn / ein Daub ist drauff ge⸗ flogen / wo sich die Wieg hat hingbogen / da ist sie geseßen hin. Das ist ein Wunderzeichen / es moͤcht manchem sein Hertz erweichen / mit diesem Kindlein klein / vnd ist gen Geraw kommen / mit der Wiegn daruon ge⸗ schwummen / last euch solches zu Hertzen gehn. Das Wasser ist fuͤr Zwickaw kommen / ein vnd zwentzig mit sich genommen / vnd gefuͤhret auß der Statt / zwey vnnd achtzig Menschen mustn ertrin⸗ cken / im Wasser thetens versincken / welche sie dar⸗ uon gefuͤhret hat. Auff dem Marck ist es gestangen / das manchem zu Hertzen ist gangen / zween gantzer tag lang / acht⸗ zehen Kinder musten ertrincken / im Wasser thetens versincken / den Leuten war sehr maͤchtig bang. Darnach in eins Rotgerbers Hauß / dasselbig ist vor der Statt darauß / da kamen jhr zusam̄ / zwey vnnd dreyssig Menschen dergleichen / das Wasser thet sie erreichen / das Hauß mit gantzem gewalt hin⸗ nam. Jhr zehen waren darinnen / dieselben kondten schwim̄en / die kamen auch dauon / zwey vund zwein⸗ tzig blieben darinnen / die kondten nicht entrinnen / das hat gesehen mancher Mann. Die Leut erschracken alle / das Wasser thet sie vberfallen / so gar mit grosser gewalt / sie wichen allzusammen / von eim Hauß in das ander / welches manchem im Hertzen leid bracht. Nun hoͤret weiter zumale / jr lieben Christen al⸗ le / von diesem Wasser groß / ist auff den Schneberg kommen / dreyssig Haͤuser mit genommen / gantz schrecklich vber alle maß. Noch weiter wil ich euch berichten / von den jaͤm merlichen Geschichten / von eim Jungfraͤwlein / die solt vber acht tagen / jr froͤliche Hochzeit haben das Wasser nam sie mit schwerer pein. Die Leut haben jr zugeschryen / sie solt dem was⸗ ser entflihen / es kem mit grosser gewalt / Sie meint sie wolt entlauffen / das Wasser kam mit hauffen / vnd fuͤhrt sie hinweg schnell vnd bald. Darnach an dem ende / kam sie an ein Hauß be⸗ hende in dem da kam jr Mann / vnnd thet zu jhr nein schwimmen / ich wil dich wol nauß bringen / reiche mir hero deine Hand. Das kondt aber nicht geschehen / sie theten einan⸗ der ansehen / gar in trawriglichem mut / sie ertrun⸗ cken alle beidt / der Todt thet sie scheiden / sie litten schmertzlichen den Todt. Bey der Stat da ligt ein Dorffe / hats ein Hauß von der stat geworffen / vnd fuͤnff Menschen darinn / man kondt nicht zu jhn tringen / da fiengen sie an zu⸗ singen / Mit fried vnd freud wir fahren dahin. Die Leut wolten all verzagen / da hoͤrt man schryen vnnd klagen / in dieser grossen not / daß man⸗ cher da must sterben / im Wasser thet verderben / darumb treibt darauß keinen spot. Auff dem Schneeberg ists geschehen / hat maͤn⸗ niglich gesehen / sie ertruncken also bald / ein Fraw die hat man funden / welche sich zwo vnd dreyssig stun⸗ den / an einer Weyden erhalten hat. Darumb was GOTt wil behalten / das kan er wol verhalten / da hat er ein Zeichen gethan / an diser schwangern Frawen / welches viel Leut theten scha⸗ wen / da verwundert sich jederman. Darnach ist das Wasser kommen / hat viel von einr Statt genommen / ligt in dem Meichßnerland / fuͤnff vnd zweintzig Menschen dergleichen / sie kond⸗ ten nicht entweichen / dieselbig Statt wirdt Grimm genannt. Darnach in vielen Staͤtten / die ich nicht all kan mercken / hats groß schaden gethan / wie es ist alles ergangen / ist hierinnen viel zu lange / darumb thut von Suͤnden abstan. Darumb thnt vns Gott straffen / daß wir so gar entschlaffen / vnnd gedencken nicht an jn / Theten wir was wir solten / so thet er was wir wolten / so schla⸗ gen wirs nun als in Wind. Gott thut vns Zeichen senden / an allen orten vnd enden / mit mancher strafft geschwind / mit Wasser / Blut vnd Fewer / vnd ander abendthewer / so fuͤrch⸗ ten wir doch keiner Suͤnd. Wenn jetzt Wunderzeichen geschehen / vnd nicht ein jeder thut sehen / so treibet er drauß den spott / wir glauben keinem Zeichen / biß vns die straff erreichen / O GOTT hilff vns auß aller not / Amen. Gedruckt zu Schweinfurt / bey Valentin Kroͤner. Show less

Taten und Verurteilung dreier Studenten in Mülhausen, 25. Januar 1573
Ein wunderlich Geschicht / von dreyen Studenten / einer mit namẽ Melcher Schuster / der ander / Jacob Hirsch / der drit / Jerg Dietman / Was sie alle drey zu Mülhausen begangen haben / vñ darob gericht worden / in di⸗ sem 73. jar / den 25. Januarij. Jm Thon / Mit lieb bin ich vmbfangen. ... Show more Ein wunderlich Geschicht / von dreyen Studenten / einer mit namẽ Melcher Schuster / der ander / Jacob Hirsch / der drit / Jerg Dietman / Was sie alle drey zu Mülhausen begangen haben / vñ darob gericht worden / in di⸗ sem 73. jar / den 25. Januarij. Jm Thon / Mit lieb bin ich vmbfangen. Hoͤrt wunder wie es ist ergangen / Mã hat dẽ tod / teufl vñ engl gehãgẽ Die trieben wunderlich Geschicht / Wie jr in dem Lied werdt bericht. MErckt auff was will ich sin gen / jr lieben Christen Leut / von new geschehnen dingẽ / in kurtz verschiner zeit / was sich hat zu ge⸗ tragen / zu Muͤlhausen der Statt / daruon ich euch will sagen / wie me⸗ niglich gesehen hat. Wol von dreyen Gesellen / wie jr wert hoͤren zwar / was sie theten an⸗ stellen / wol hewr in disem jar / an ei⸗ nem Mitwoch schone / zu Muͤlhau⸗ sen der Statt / im Wirtshause zur Kronen / vmb Herberg sie da bat. Der Wirt der sprach mit zichten seit mir Gottwillkom̄en schon / em⸗ pfieng sie seüberliche / wie jr werdt hoͤren nun / er hieß sie sitzen zu tische / vnd bracht jn dreyerley Wein / Wil⸗ pret / Voͤgel vñ Fische / wie den her⸗ ren zimmet fein. Sie lagen da wol stille / biß an dẽ vierdten tag / das war des Wirts sein Wille / viel Kurtzweil er mit jn pflag / sie bezahlen jn g[...] [...] sich gebüren soll / mit talern vnd mit kronẽ / das gfiel dem wirt gar wol. Biß an die fünffte nachte / die gest warn voller list / auffs wirts kamer namens achte / daruõ er nichts hatt gewist / wie der wirt nu gieng schlaf fen / die gest in der gestalt / was het⸗ ten sie zu schaffen / verkleidten sie gar bald. Einer gleich wie der todte / bald gieng zu jm hinein / d wirt war in grosser note / kandt jm ab das lebẽ sein / er sprach zu jm gar gschwinde / wolauff mit mir daruõ / du must mit mir võ hiñen / wol an dẽ reyen gon. Jch nim̄ Bapst / Keyser vñ Gra⸗ fe / sie muͤssen all darein / keiner kã mir entlauffen / darumb gib dich willig drein / der wirt stund in sorgen / dazu in grosser pein / die list warn jm ver⸗ borgen / in dẽ trat auch d'teuffel ein. Er sah jn grewlich ane / vñ sprach zu jm allein / mein theil will ich auch hane, wol von der seele dein / du hast falsch maß geben / die leut auch yber⸗ nom̄en / das kan dir Gott nit yber⸗ sehen / drumb mustu in die hell kõmẽ. Dẽ Gottes dienst hastu verach⸗ tet / deim naͤchstẽ wider gthon / das streng gericht nit betrachtet / darum̄ empfehestu disen lon / auch hastu dir lassen gefallen / zuuil vnrechtes gut / drumb leit dein seel groß quale / wol in der Helle glut. Er nam jn bey seim kragen / vnd sprach du alter greiß / thet jn rauffen vnd schlagen / ich gib dir ein andere speiß / in dem trat der Engel hinein / er sprach gar tugentlich / der frid soll bey euch sein / hie vnd dort ewiglich. Gott in seim hoͤchstẽ throne / hat mich da her gesandt / euch da wider zu stone / erloͤsen auß diser hand / deñ Got hat da erkeñet / sein Gbet zu di⸗ ser zeit / vñ mich da her gesendet / dz jr da von jm weicht. Vnd das vnrechte gute / das sol er mir geben schon / darumb bis wol zu mute / du solst noch lenger Leben thon / vnd solst dich fürbas geben / in Gotes dienste zwar / so erlangst das ewig leben / vñ lebest noch manches jar. Das vngerechte gute / solstu mir geben auch / der Wirt war wol zu mute / vnd schloß sein Thrue auff / der wirt sprach behende / kein gelt ist mir zuuil / weil ich erloͤst bin auß teuf fels hende / dẽ schatz ich dir gebẽ wil. Die Truhen thet sehr krachen / wie er sie schlosse auff / daruon sein tochter erwachet / vnd lieff bald zu jm nauff / sie sprach lieber vatter mei⸗ ne / wer ist bey dir jetzund / in d schlaf kãer deine / sie ersah die drey zu stund. Vnd schrey mit lauter stimme / o jmmer mordio / das in dem haus er⸗ klinge / in dem erwacht das Gsinde auch / die drey erschracken sehre / ein hauß nicht weit daruon / da wohnet ein Rathsherre / d thet sich vndston. Vñ kam da her gelauffen / mit et⸗ lich burgers mann / man fand sie ob eim hauffen / vnd nam sie gfengklich an / den Teuffel / Engel vnd Todte / wie ich euch hie bericht / erst kom̄en sie in Nothe / Man fuͤhrt sie für das Streng Gericht. Bald theten sie bekeñen / wie lang sies hetten getriebn / acht jar thu ich euch neñen / dz wer võ jn verschwi⸗ gen / man fraget sie gar eben / die her⸗ ren wie ich euch sag / da bekendten sie darneben / ja wol an strenger frag. Wie sie an manchen orthen / het ten begangen zwar / Bey zwey vnd virtzig Morde / das ist gewisslich war / ein vrtheil thet man sprechen / da solt jr mich verstehn / man solt sie erst radbrechen / darnach solt man sie nemen thun. Solt auffrichten drey stangen / auff diesen Galgen nun / solt sie oben daran hangen / mit all jr Kleidung schon / den Todt / Teuffel darneben / dẽ Engel mitten darein / das bracht sie vmb jr lebẽ / darzu in todes pein / Darumb jr jungen geselẽ / nempt ein Beyspil hiemit / Last euch denn Teufel nicht fellen / dan er feyret kei⸗ nen trit / folget Vatter vnd Muter vnd halt sie tugenthafft / Huͤtt euch vor Spilen vnnd Luder / vnnd für boͤser gesellschafft. So wirt euch Got der Herr ge⸗ ben / alle zeit hie vnd dort / das ewig selig leben / vñ helffen aus aller not / durch Jhesum Christum seinen Na⸗ men / wol inn dem Reiche sein / wer das begert sprech Amen / der helffe vns alle darein / Amen. Getruckt zu Schweinfurt / durch Johannem Frisch. Show less

Überfall auf Andorf durch den König von Spanien
New zeytung / Ein New Lied / Von des Koͤnigs aus Hispanien Obersten / Wie er die Stadt Andtorff vber⸗ fallen / vnd vmb Viermal / hundert tausent Guͤl⸗ den geschatzt. Jm Thon: Mit lust wil ich singen / vnd loben das Roͤmisch Reich. HOrt zu jhr Christen gemeine / was ich euch singen thun... Show more New zeytung / Ein New Lied / Von des Koͤnigs aus Hispanien Obersten / Wie er die Stadt Andtorff vber⸗ fallen / vnd vmb Viermal / hundert tausent Guͤl⸗ den geschatzt. Jm Thon: Mit lust wil ich singen / vnd loben das Roͤmisch Reich. HOrt zu jhr Christen gemeine / was ich euch singen thun / Beyde groß vnd klei⸗ ne / das wil ich euch melden schon / Was sich newlich zugetragen hat/ jetzundt in diesem Jare / zu Andtorff in der Stadt. Nach dem der Duc de Alba ist gezogen / mit seinem Sohn aus dem Land / vnd hat viel Christen leut betrogen / mit grossem spot vnd schand / darzu gemordt vnd vmbgebracht / ge⸗ nommen Gut vnd Leben / bey tag vnd nacht. Den Printzen wolt er zwingen / mit alle seinem gewalt / Das moͤcht jhm nicht gelingen / er muste entlauffen bald / Alle sein Kriegsleut ließ er stan / Jst heimlich weg gezogen / Kein bezalung hat er nicht gethan. Jn dem so ist gekommen / ein Oberster wol bekandt / wie ichs habe vernommen / Der Oberste von Meyland / der ist erwelt an Duc de Alba stedt / Das Land solt er beschuͤtzen / vnd halten in guttem fried. Hoͤrt zu jhr Christen fromme / was ich euch wil zeigen an / Jn Andtorff ist er gekom⸗ men / mit so manchem Mann / Mann thet jhn herrlich empfangen schon / viel Schiff theten sie zurichten / Mit dem Printzen zu streitten nun. Die Kriegsleut all zu malen / die lagen im gantzen Land / Von Spanier / Deutschen vnd Wahlen / ließ man fordern zu hand / All nach der Stadt Andtorff reich / Da solten sie bezalung kriegen / Reutter vnnd Knecht zu⸗ gleich. Da haben sie gelegen vier tage ohn ge⸗ fehr / Jn dem ist da auffgestiegen / ein gewaltig Auffrhur / wol vnter den Knechten all gemein / Sie wolten nicht von dannen scheiden / sondern bezalet sein. Die Spanier vermessen / waren in jhrer Ruͤstung bald / Ehe die Buͤrger es theten wis⸗ fin / werden sie inn jhr Schlachtordnung ge⸗ stalt / Darnach der gantze hauffe all / groß vbermuth theten sie treiben / wie ich euch sa⸗ gen sol. Da thet sich erst erheben / groß jammer vnd noth / die Buͤrger sind des worden innen / beyde klein vnd groß / Sie kondten sich nicht samlen bey ein / So wuͤrden sie verrahten / die Buͤrger groß vnd klein. Der Oberster rieff mit schallen / zu den Buͤrgern schon / Wolt jhr die Knecht nicht be⸗ zalen / so wil ich ziehen dauon / Vnd lassen sie pluͤndern die Stadt / Darumb thut euch be⸗ dencken / jhr Buͤrgermeyster vnd Rath. Die Buͤrger sprachen eben / zu dem Ober⸗ sten in gemein / Sollen wir dann nun geben / das wir nicht schuͤldig sein / Seyd jhr gesandt von Koͤniglicher Mayestat / das gantze Land zubewaren / vnnd wolt doch pluͤndern vnser Stadt. Von dem Castell kamen gerunnen / der Spanier ein grosse zal / Aus den Schiffen ka⸗ men sie gesprungen / vnd besetzten die Stadt vberall / Mit gantzer gewalt kamen sie herfuͤr / zu pluͤndern hatten sie jhn fuͤrgenommen / vnd lieffen den Buͤrgern auff die thuͤr. Groß schrecken vnd zagen / geschach da zugleich / Da hoͤrt man jammer vnd klagen / vnter den Buͤrgern Arm vnd Reych / Denn jhn geschach grosser gewalt / Viermal hundert tau⸗ sent Guͤlden musten sie geben bald. Noch heisset das sie bewaren / vons Koͤ⸗ nigs wegen das Land / Das thut man wol er⸗ fahren / sie bringens selber in schand vnd schad / Das beweisen sie mit der that / Weil sie das Land berauben / beyde Doͤrffer vnd Stadt. Hte habt jhr kurtz vernom̄en / jhr Chri⸗ sten Fraw vnd Mann / Von den Landeknech⸗ ten fromen / die sich stellen also gut / Ach Gott thue vns bewaren fuͤr jhrem vbermuth / Amen. Gedruckt zu Erffurdt / durch Conrandum Dreher. Show less

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