Brandkatastrophe in Venedig, 1569
Ein new vnnd gar claͤgliches Liede / von der grausamen straff Gottes / so den 13. Septembris an / biß auff den 14. in der gewaltigen Stadt Venedig ge⸗ schehen ist. Jm Thon: Jnßbruck ich muß dich lassen. C. M. Jm Jar. 1570. 1. MErckt auf jhr from̄men Chri⸗ sten / vnnd seyd allzeit... Show more Ein new vnnd gar claͤgliches Liede / von der grausamen straff Gottes / so den 13. Septembris an / biß auff den 14. in der gewaltigen Stadt Venedig ge⸗ schehen ist. Jm Thon: Jnßbruck ich muß dich lassen. C. M. Jm Jar. 1570. 1. MErckt auf jhr from̄men Chri⸗ sten / vnnd seyd allzeit geflis⸗ sen / hoͤret was ich verkuͤndt / was sich hat zugetragen / newlich vor wenig tagen / gschach alls durch vn⸗ ser Suͤnd. 2. Jn Venedig es geschahe / den drey⸗ zehend Septembris Tage / im Neun vndsechtzigsten Jar / Vom Himel he⸗ rab ist gefallen / Schwefel vnnd Fewer diß male / Venedig stund inn grosser ge⸗ fahr. 3. Das Zeughauß thets erlangen / zwen Puluerthuͤrn vmbfangen / die thet es zuͤnden an / darinnen ist gewesen / ge⸗ wißlich wolgewegen / als ich wil zey⸗ gen an. 4. Hundermaltausend Zenten / Pul⸗ uers wol an den enden / daruon der schad geschach / wie ich hernach thu melden / Venedig must entgelten / dann jhn geschach grosser schad. 5. Darbey ist auch gestanden / ein sch⸗ wefelthurn zuhanden / der ist auch ga⸗ gen an / hats alles da zuspienget / auch Fewer vom Himel geregnet / last euchs doch zu hertzen gahn. 6. Vil heuser thets einreissen / Kirchen Cloͤster dergleichẽ / das mag man gleu⸗ ben wol / die Wechter auff den thuͤren / thets in dem Lufft hinfuͤren / die Statt was trawrens vol. 7. Mañ Weib vnd auch Junckfrawen / sag ich auff guten vertrawen / der viel tod blieben sein / die Kinder in der Wi⸗ gen / daran thu ich nicht liegen / lydten grossen peyn 8. Verfallen vnd vmb kom̄en / in fewers flammen verbrunnen / die kleine Kinder lein / theten schreyen vnd gelffen / will vnns denn niemand helffen / auß diser grossen peyn. 10. Die zal kan ich nicht nennen / die do verbrunnen seinen / in disem Fewer ge⸗ schwind / verfallen vnd vmbkommen / Es ist sehr groß die summen / die da tod blieben sind. 10. Jn jammer vnd ellende / also verdor⸗ ben seinde / durch Gottes zorn vnnd ge⸗ walt / der vber sie thet kommen / horcht zu jhr lieben frommen / Got strafft die boͤsen bald. 11. Die Hoffart vbernemen / vnd sich der Armen schemmen / vnd sie verspoten gar / wie auch der Reiche Manne / thet La⸗ zarum mit name / Lidt darumb grosse gfhar. 12. Welcher da thet begeren / die Broͤß⸗ lein so auff die Eren / fielen vom Tische sein thet jm die auch versagen / hieß jn Geyßlen vnnd schlagen / drumb leid er ewige peyn 13. Thut Buß jhr lieben frommen / ehe das zu vns thut kommen / der Herr mit seiner straff / vnd vns also thut suchen / durch vnser schweren vnnd fluchen / wie den Venedigern geschach. 14. Bittet Gott vmb gnade / das er vns fuͤr solchen schaden / genediglich be⸗ war / vnd vns nach disem Leben / das ewige woͤll geben / Amen GOTT helff vns allen dar. Show less

Brand auf dem Schloss Waldenburg, 1570
Ein schoͤn New vnd gar klaͤglichs Lied / von einer warhafftigẽ Geschicht / so sich an dem Wirtemberger Landt / auff dem Schloß Waldenberg hat zuge⸗ tragen / dieses 1570. an der Faßnacht / zu welcher zeit etliche Grafen vnnd Adels Personen / auß verhengnuß Gottes / jaͤmmerlich vmb jr le ben... Show more Ein schoͤn New vnd gar klaͤglichs Lied / von einer warhafftigẽ Geschicht / so sich an dem Wirtemberger Landt / auff dem Schloß Waldenberg hat zuge⸗ tragen / dieses 1570. an der Faßnacht / zu welcher zeit etliche Grafen vnnd Adels Personen / auß verhengnuß Gottes / jaͤmmerlich vmb jr le ben kom̄en / vnd in Fewers not verbrunnen sind. Jm Thon: Kompt her zu mir spricht Gottes Son / rc. HOrt zu jr from̄en Christenleut / wz sich in kurtz verschiener zeit / Diß Jar hat zugetragen / groß klag vñ jaͤmmerliche not / laß dichs er barmen lieber Gott / dir thu ichs hertz lich klagen. Als Tausent vñ Fuͤnff hundert jar / vñ siebentzig die Jarzal war / verschie nen Faßnacht tagẽ / zu Waldenberg ein Schloß genant / Jr from̄en Chri⸗ sten alle sandt / hoͤrt was sich hat zuge tragen. Von Hohenlo ein Graff genant / Graff Eberhart sehr wol bekant / der hat zu sich geladen / Etliche Graffen auff die Faßnacht / zuleben in koͤstlich Fuͤrstlichen pracht / darauß kam jhn grosser schaden. Als sie nun die Grafen allesant / vñ die vom Adel wol bekandt / verachten etlich tage / in frend vñ kurtzweil gu⸗ ten mut / Als man zu disen zeitẽ thut / dahub sich grosse klage. Die Herren habẽ sich voran / in be⸗ sonder kleidung angethan / vnd Faß⸗ nacht weiß geziert / mit Flachß vnnd werck verwickelt gar / als in der Mum merey fuͤrwar / jr Angesicht schwartz formieret. Jn solcher kleidung vnd figur / bey nacht vngefehr vmb zehẽ vhr / seindt sie noch rumb gezogẽ / in dem Schloß Waldenberg genant / auch wol beze⸗ chet alle sant / ist war vnd nit erlogen. Sie fingen zu Mum̄schantzen an / Graff Eberharden kleidung bran / die andern wolten retten / vñ leschen solche Fewrflamb / da bruñen sie auch allesam / kein hilff war an den steten. Als aber Diener vñ Hoffleuten / er sahen solche schrechligkeit / wolten sie hand anlegen / vnd helffen jren Her⸗ ren gut / vor schrecken fiel jn hertz vnd muth / Jr keiner dorfft sich regen. Etlich gaben von in die flucht / ein theil haben Wasser gesucht / des war nit vil vorhanden / einer bringt ein schwenck kessel vol / fellt mit vnd ver⸗ schuͤts als zumal / dasselb kam jn zu⸗ schaden. Ein ander lauft hin mit vnrhu / trug ein Kuͤbel mit Wasser zu / als er kam auff dẽ Sale / felt dem Kuͤbel der boden auß / vñ lieff das Wasser alles drauß / verschuͤt sich als zu male. Etlich waren vorhanden noch / die lieffen zu eim steinern Trog / den die Herren allsande / in noͤten zu der fuͤr⸗ sorg wol / im Hoff hetten geschepffet vol / da war kein tropff vorhanden. Nicht weiß man wie es zugangen sey / kein rettung wolt nit wonen bey den schmertzen abzuladen / Jnn des brennen die Graffen sehr / inn heisser brunst je lenger je mehr / vñ lidtẽ gros⸗ sen schaden. Sie schrien all in solcher not / das man sie stechẽ solt zu todt / daß sie deß grossen schmertzen / Loß wuͤrden vnd der grausam pein / dz kund vñ moͤcht aber nit gsein / O Gott troͤst jre hertzẽ / Zu letzt man so viel rettung sucht / von kleidung vnd was darzu ducht / dz man dempffet die flam̄en / da was der leib verbreñet hert / Aber die klei⸗ dung vnuersehrt / an den Herrn allen sammen. Von solcher grossen Fewers noth / Graff Georg von Tuͤbingen ist todt / Graff Eberhardt nit minder / Hett kein Ohr mehr von seinem end / vnnd ließ jm auch an beder Hend / abschnei⸗ ben alle finger. Valentin von Perlin genant / ei⸗ ner võ Adel wol bekant / ist auch sehr hart verbruñen / Auch von Newdeck ein Edelman viel Ertzte all verzagen dran / find keiner hilff besunnen. Man hat Doctor vñ Ertzt bestellt / zu solchen noͤten außerwoͤlt / vonn vielen orten freye / Die habẽ versucht alle Kunst / zu leschen solche Fewers brunst / da hilfft kein Ertzeneye. Derhalb sie tretten sind daruon / jr etlich auch gesaget han / nach woler⸗ farner witze / Das solche brunst an Herrn thewr / sey kein recht natuͤrli⸗ ches Fewr / ein schedlich gifftig hitze. Wie es mit jnen mehr wirf gan / dz weiß Gott in dem hoͤchsten Tron / der all hertzen erkennet / Der vileicht sol⸗ che Herren thewr / jr Leib vnnd See / len heil zu stewer / im Hertzen hat ent⸗ brennet. Daß sie aber lidtẽ solche not / vnd eins theils den bittern tod / Dz moͤcht wol Gott erbarmen / der woͤll vns al len gnedig sein / vnnd behuͤten vor sol cher pein / mich tauren sehr die armen. O lieben Christen allzuhandt / ne⸗ met ein bey spil alle sant / wirckt Buß thut Christlich leben / vnnd brauchen ja kein vbermut / Got ist vmb vns der straffen thut / darzu die suͤnd verge⸗ ben. Steht auch muͤssig der Mum̄erey / vnd kleidung die nit ehrlich sey / das warneich von hertzen / Das kein ver⸗ ender sein gestalt / anders dañ wie es Gottes wolgefalt / huͤt sich vor bren⸗ nenden schmertzen. Darumb so last vns mundter sein / vnd abstehen der laster gemein / zu eh ren seinẽ namen / Daß wir nach der betruͤbten zeit / wenn die Seel von den Leib ab⸗ scheidt / dort ewig le ben / Amen. Show less

Ermordung einer Pfarrerstochter in Sprendlingen, 24. Februar 1570
Ein newes lied von dem grausamen vnnd sehr schrecklichen Mord / So ein junger Gesell / ein meil wegs von Franckfurt am Meyn / Sprendlingen genannt / an eines from̄en Pfarrhers Tochter / vnd seines Sons Kind / ein Kneblein von v. Jaren begangen hat / Vnd wie er daselbst ist gericht wordẽ /... Show more Ein newes lied von dem grausamen vnnd sehr schrecklichen Mord / So ein junger Gesell / ein meil wegs von Franckfurt am Meyn / Sprendlingen genannt / an eines from̄en Pfarrhers Tochter / vnd seines Sons Kind / ein Kneblein von v. Jaren begangen hat / Vnd wie er daselbst ist gericht wordẽ / Anno 1570. den 24. Februarij. Jm thon: Es ist ein Schaffstal und ein Hirt / rc. HOrt zuͦ jr frommen Christen leut / Wie jetzt in dieser letzten zeit / der Teuffel wuͤt vnd raset / in dem ar⸗ men Menschen Geschlecht / Jn all sein gifft einblaset / Ja blaset. Hoͤrt wie gar ein schreckliche that / sich jetzund zuͦgetragen hat / zuͦ Sprendlin⸗ gen mit namen / Ja einem frommen Prediger / thet der Teuffel anzamen / Ja anzamen. Als er von seinem hauß ein Meil / was außgangen das merckt in eil / Ein Dieb vnd moͤrdisch Boͤßwichte / Geht vnnd sagts seiner Tochter ahn / dein Vatter mich berichte / Ja be. Wie er hab eins vergessen noch / zuͦ halten heint ein guͤts geloch / mit etlich frommen Herren / Die wurden mit jhm kommen heint / wil sie haben in ehren / Ja ehren. Wiewol er das het kein bescheid / noch muͦst glauben die fromme Meid / auff des Moͤrders groß liegen / Fing an be⸗ reyt das essen zuͦ / der schalck thet sie be⸗ triegen / Ja be. Sprach zuͦm Meidlein gib trincken mir / Dein Vatter sagt sols fordern dir / Vnnd mit vil seltzam rencken / bracht er sein falsche sachen fuͤr / Als man ja kundt erdencken / Ja er. Letzlich des Pfarrhers Sons Soͤhn⸗ lein / welchs war in der stuben allein / thet der Boͤßwicht erstechen / Das hoͤrt das fromme meidlein drauß / wolt sehen was jm thet brechen / Ja bre. Als sie sach das bluͦtige Kind / lieff sie zuͦm glaßfenster geschwindt / Rieff mord ja vber morde / Dieweil gab der schalck etlich stich / in kopff ruck vnd mehr orte / Ja or. Die Nachbarn schrien fewrigo / wu⸗ sten nicht wie / was / oder wo / Funden das medlein drinnẽ / der Moͤrder wuscht eilends daruon / Meint jnen zuͦ entrin⸗ nen / Ja en. Wart doch gefangen vnd hinbracht / da er sein mortlich that an sach / bekannt zuͦgeleich die thaten / sprach weh mir das ich ward geboren / der Teuffel thet mirs rathen / Ja ra. Ach du from̄ schoͤne Junckfraw zart / Wie hab ich dich verwundt so hart / rewt mich vñ bringt mir schmertzen / wolt das das Messer damit ichs thet / Steck mittẽ in meim hertzen / Ja her. Als sie jm nun den Mord verziech / Starb sie hernach bald senfftiglich / der Dieb ward eingezogen / Brach doch auß tieffem Thuren auch / Het Stein vnnd Eysen gebogen / Ja ge. Steig erst ins Grafen Cantzeley / durch sein Fenster vnd Eysen frey / Das jeden wunder genommen / Wie das eim men⸗ schen moͤglich wer / wie er hinein moͤcht kommen / Ja ko. Darinn verhart er zwo nacht / Nam sechshundert Gulden vnnd bracht / Sie mit jm / kam gegangen / gehn Franckfurt wolt fahrn vbern Meyn / Alda ward er gefangen / Ja ge. Da ward er nach seim selbst vergicht / gepfetzt vnd mit dem Rad gericht / sahen Knecht vnnd Herren / die zeit ist vns hie viel zuͦ klein / sein schalckheit zuͦ erkleren / Ja erkleren. Was er sonst mehr hat vbels gethan / sagt der Teuffel habs gerichtet an / vnnd durch sein leib verbrachte. Doch sey jhm solchs von hertzen leid / starb vnnd sein suͤnd betrachte / Ja be. Hierbey lernet jr Christen leut / Wie der Teuffel zuͦ diser zeit / stets vmb vnns her thuͦt schleichen / Wie der Apostel Pe⸗ trus meldt / wie ein Loͤw grimmiglichẽ / Ja grimmiglichen. Zuͤn Ephesern am sechsten mant Pau⸗ lus / Spricht seid geruͤst alsant / Dem Teuffel widerstande / Zuͤthuͦn mit glau⸗ bigem Gebett / darauff merckt allesandt / Ja allesande. Bleibt stets in Gottes forcht allzeyt / Jugend huͤt sich vor Spil / vnd meidt / Vnzucht schweren vnd sauffen / deßglei⸗ chen alle laster mehr / wirt dem Teuffel entlauffen / Ja ent. Hiemit wil ich beschliessen nun / Got helff vns durch sein lieben Son / Das wir all laster meiden / durchs glaubig ge bett allesam̄ / kommen zuͦ seiner freuden / Ja freuden. AMEN. Getruckt zuͦ Strasburg bey Thiebolt Berger. Show less

Bauersfrau verführt zwölf Mönche; ein ander Lied
Schoͤner Lieder zwey / Das Er⸗ ste / wie eines reichen Pawren Weib zwoͤlff Muͤnche gefangen hat. Jm Thon / Es geht ein frischer Sommer daher. Das ander / Von der falschen Muͤn⸗ nichs kappen / Jm Thon / Christe qui lux /etc. JCh weis mir einen freien hoff da sitz tein reicher Paursman auff /... Show more Schoͤner Lieder zwey / Das Er⸗ ste / wie eines reichen Pawren Weib zwoͤlff Muͤnche gefangen hat. Jm Thon / Es geht ein frischer Sommer daher. Das ander / Von der falschen Muͤn⸗ nichs kappen / Jm Thon / Christe qui lux /etc. JCh weis mir einen freien hoff da sitz tein reicher Paursman auff / der hette eine schoͤne Frawe / das ward ein glatter Muͤnch gewar / er meint er wolts be⸗ schawen / ja beschawen. Der Muͤnch der kam des Abends spot / Fraw wist jr nicht ein heimlich ort / sie antwort jhm gar schnelle / kein heimlicher ort in meinem haus / dan dunden in dem keller / ja keller. Der Muͤnch der sprach zum frew⸗ lin schon / last vns in einen keller gan / wir wollen kuͤrtzweil treiben / kein heimlicher ort in diesem hauss / da wir moͤgen bleiben / ja bleiben. Da sie mit jm auff die staffel kam / dz frewlein wider hindersich sprang / sie thet die thuͤr beschlissen / tret fort lieber Herre mein / last euch das nit verdrissen / ja ver. Das Frewlein was im sin so stet / da sie die thuͤr beschlossen het / sie thet gar heimlich lachen / het ich die muͦn⸗ nich all zwoͤlff im keller / die sach wolt ich jn machen / ja machen. Das Frewlein steckt ein zeichen aus / es kamen noch eilff Muͤnch ins haus / einer nach dem andern gan⸗ gen / da gedacht dasselbig frewelein / die fuͤchs wil ich wol fangen / ja fan. Da sies all zwoͤlff in keller bracht / sie liessen zusammen wie die schaff / thet einer dem andern klagen / hat vns der bitter Teuffel herein / in diesen keller getragen / ja getragen. Das Frewlein sach zu dem keller loch nein / was sol das fuͤr ein lermen sein / was thut jr in meinem keller / ich mein jhr wolt mir stelen mein Wein / ich darff sein warlich selber. ja sel. Wolt jr euch nit mit mir vertra⸗ gen / ich wil es meinem Amptman kla gen / der wirdt es euch nit schencken / der Amptman ist ein zorniger man / er lest euch all zwoͤlff hencken / ja hen. Ach nein hertz liebe Frawe mein / wir stelen euch wedder Brodt noch wein / last vns aus ewrem keller / wir wollen euch hundert guͤlden geben / daran felt nicht ein heller / ja heller. Das Frewlein wolt des gewissen spielen / sie sprach langt mir das gelt vor her / jr moͤcht mich sonst betriegen wolten sie aus dem keller heraus / sie musten die rimen ziehen / ja ziehen. Sie gaben jrs gelt zum kellerloch naus / sie lies die beschornen buben aus / einen nach dem andern / Da sprach dasselbige Frewelein / zwoͤlff fuͤchs hab ich gefangen / ja gefan. Der Prior der was voll vnd satt / er furt die eilff mit jm ins bad / sie theten das leid abwaschen / das Frewlein nam das gelt von jn / lies jn die leren taschen / ja taschen. Sie hetten einen heimlichen rath / das es keiner vom andern sagt / al⸗ les vngluck wird sich machen / vnnd wuͤrden es die Pauren gewar / sie wuͤr den vnser lachen / ja lachen. Also nemen sie jr Almosen ein / vnd wollen / doch nit betler sein / sols keiner von jn sagen / ja thets jrgend ein ar⸗ mer man / er wurd aus dem land ver⸗ iaget / ja veriaget. Ein ander Liedt. O Kap du viel schnoͤdes kleid / ein grosser schalck der dich an treit / die kap die steckt vol ar⸗ ger list / als mancher fadem an jhr ist. O Kap du thetest gleissen schon / man sach dich gar fur heilig an / all welt die jtzt erkennen thut / hab danck Luther Gott ist dir gut. O Kap du bist nun offenbar / was du getrieben hast viel jar / das ligt jtzt an dem hellen tag / dein Abgott dir nit helffen mag. O Kap du viel wildes Thier / dir seind abgehawen alle vier / wol mit dem waren gottes wort / das von dir ward gar wenig gehort. O Kap du treugst so manchen man / mit dem heiligen Euangelion / das du felschlich hast ausgelegt / das es nur gelt in die kuͤchen tregt. O Kap du thust geloben viel / mit Gottes wort treibst du dein spiel / das Gott hart an dir straffẽ wird / dz du so viel seelen hast verfuͤrt. O Kap du bist auch mannichfalt / dich thut antragen jung vnd alt / von mancher farben Kap vnd Rock / da bey kent man dein beschoren Rott. O Kap du hoͤrst auch gern die Beicht / darumb dir ist viel worden gereicht / Fisch / Wein / leckuchen vnd frewlein zart / das hat dir die beicht zu wegen bracht. O Kap wer hat dich erdacht / du hast viel leut in armut bracht / mit dei⸗ nem schein vnnd falschem list / damit du gar mechtig worden bist. O Kap du fuͤrest grossen pracht / mit deim spitzhut vnnd guͤlden stab / wann du den Adel hast beschabt / jhr gut hastu von jhn geraubt. O Kap du sagst viel von armut / was sol dir der Cardinales hut / wol achtzig tausent guͤlden bar / gab die graw kap drumb das ist war. O Kap wo hastu hingedacht / da du den frantzen hast gemacht / zu Bern da inn dem Schweitzer land / Hans Jetzer war der Gott genant. O Kap bedenck dich doch recht / also bistu nicht Gottes knecht / de du in faulheit liegen bist / der armen Witwen heuser / O Kap du solt mich recht verstan / lies das heilig Euangelion / Mathei am dreyvndzwantzigsten / da lies den Euangelisten. O Kap las doch ermanen dich / das die acht wee nit komn vbr dich / wie der Herre hat genant / den Pau⸗ ren seind sie vnbekant. O Kap wie bist so gar verstockt / das du so gar nicht fuͤrchtest Got / du foͤrchst allein der bauch verschmach / druͤmb wird das wort Gotts von den veracht. O Kappe das sey dir geschenckt / darbey deiner armen Seel gedenck / setz nit so tieff in hellen glut / zu erlan⸗ gen das zeitlich gut. Gedruckt zu Magdeburgk / Durch Joachim Walden / Show less

Reicher Wucherer in Wien, 18. April 1570; Geistl. Lied: Über die schweren Zeiten
Warhafftige Er⸗ schrekliche / Newe zeittung / wie es sich mit einẽ fast Reichen Wuechrer vnd Fuͤrkhauffer / zu Wieñ in Osterreich / den 18. tag Aprilis dieses 1570. Jar be⸗ geben / welcher von Fischermündt ge⸗ traidt oder Waitzen gehn Wienn auf den traidtmarckt gebracht / denselben zuuer⸗ ... Show more Warhafftige Er⸗ schrekliche / Newe zeittung / wie es sich mit einẽ fast Reichen Wuechrer vnd Fuͤrkhauffer / zu Wieñ in Osterreich / den 18. tag Aprilis dieses 1570. Jar be⸗ geben / welcher von Fischermündt ge⸗ traidt oder Waitzen gehn Wienn auf den traidtmarckt gebracht / denselben zuuer⸗ khauffen / alda von Gott gestrafft eines gaͤhlingen todts ge⸗ storben. Allen Wuecherern / Fuͤrkhauf⸗ fern vnnd Geitzhaͤlsen zu einem abschew / lichen Exempel / auch getrewer war⸗ nung / Lehre / vnnd Erma⸗ nung / Jn gesang weiß gestellet Durch Lorentzen Wessel von Essen. Jm thon. Was woͤll wir aber heben an / Das best so wir gelernet han / rc. Gedruckt zu Wienn in Osterreich / durch Caspar Stainhofer. 1. EWiger Vater Herr vnnd Gott / Sich an den Jamer vnnd die not / Erhoͤr die klag der Armen / Groß thewrung hungers not vns khrenckt / Herr Gott thue dichs erbarmen. 2. Die zeit ist also streng vnnd schwer / Die welt ist aller frumbkheit lehr / Der Reich den Armen schindet / Mit arglist vnnd geschwindigkeit / Das mancher jetzt empfindet. 3. Wuecher Fynantz ist gar gemein / Vns ist verteuret Traidt vnd Wein / Am gelt auffs hoͤchst gestigen / Mit falscher maß Elen vnd gwicht / Thuet man die leut betriegen. 4. Ja so ein Armer redt darein / Baldt muß er vnwarhafftig sein / Man schweigt jn bald der massen / Yedoch wirdt es der trewe Gott / Hie vngestrafft nit lassen. 5. Daruon ich ein Exempel sing / Wie es warhafftigklich ergieng / Zu Wienn in Osterreiche / Da man zelt fuͤnff zehnhundert Jar / Auch Sibentzig warleiche. 6. Den achtzehenden Aprilis / Hat sichs begeben gar gewis / Das ein wuechrer fast reiche / Bracht Weitz gehn Wienn auf den traidemarck / Verkhaufft in gar vngleiche. 7. Gab erst den Wienner metzen ring / Vmb sechtzehendthalben Schilling / Balt man darumb sich drunge / Ein jeder gern was khauffet het / Macht er ein steigerunge. 8. Verkhaufft jhn vmb zwen gulden par / Gott jn darumb baldt straffen war / Weil man den Weitz aus masse / Sanck er nider mit schnellem todt / Kein wort mehr sprechen wasse. 9. Darbey stunden viel weib vnd man / Die es warhafft gesehen han / Wie Gott durch sein gerichte / Ein solche rach geuͤbet hat / An dem Wuechrer entwichte. 10. Welcher noch meint zu nemen ein / Mehr Wurchers auff den fuͤrkauff sein / Sein nam wil ich nit nennen / Zu Wienn / vnd auch zu Fischermuͤndt Thet in mancher wol khennen 11. Diß exempel geschehen ist / Auff das ein jeder frumer Christ / Fuͤr Geitz sich wol beware / Das auch Gott nit mit seiner straff / So schrecklich mit vns fahre. 12. Geitz ist ein wurtzel aller suͤndt / Wie Paulus das klerlich verkündt / Auch Salomon dergleichen / Jn sprüchen / vnnd auch Jacobus / Schreyt Rach vber die Reichen. 13. Darumb jr Christen mercken thuet / Habt jhr Reichthumb gwalt ehr vnd guet / Von Gottes güet empfangen / Braucht das zu Gottes Ehr vnd lob / Last Ewr hertz nit dran hangen / 14. Den Christus spricht on allen schertz / Wo ewr schatz ist da ist ewr hertz / Auch anderstwo der gleichen / Spucht er wie schwerlich werden gehn / Jn Gottes Reich die reichen. 15. Doch nempt jhr Reichen den bericht / Das euch reichthumb verdammet nicht / Wo das hertz nit dran hanget / Sundern helfft den mit milter handt / Die mit nodt sein bedranget. 16. Schoͤner exempel findt man vil / Die ich nit all erzelen wil / Von viel frumen vnd Reichen / Als Job Joseph vnd Abraham / Dauid vnd mehr dergleichen. 17. Auch lert vns taͤglich Gottes wort / Das wir Christen an allem ort / Wuecher vnnd geitz vermeiden / Wer diß beyspiel nit fassen wil / Muß ewig straff drumb leiden. 18. Der vns diß liedt hat new gedicht / Jst dieser ding recht vnterricht / Durch glaubwirdig personen / Thuet bueß Jr wuechrer euch belert / So wirt Gott ewr verschonen. 19. Wir Christen woͤllen bitten Gott / Das er vns für dem schnellem todt / Behuͤtten woͤll allsamen / Vnd vns geben ein saͤligs endt / Durch Jesum Christum Amen. FINIS. Ein annder schoͤn new Geistlich Lied / von den jetzigen schwaͤren voraugenschweben⸗ den geferlichen vnd gestrengen zeitten / mit einfuͤrung / der Goͤttlich vnd himlischen wunderzaichen / so sich taͤglich (bey vns) jetziger zeit / zutragen / gehoͤrt vnd gesehen werden. Allen fromen Christen zu ainer / troͤstlichen vnd getrewen war⸗ nung gestellet. Durch Lorentzen Wessel von Essen. Jm thon. Jch rueff zu dir Herr Jesu Christ / Jch bit erhoͤr mein klagen. 1. WAch auff du werde Christenheit / Stehe auff von deinem schlaffe / Betracht die schwere strenge zeit / Die grimmig Gottes straffe / So vber vns vorhanden ist / Wie wirs vor augen sehen / Taͤglich wol spehen / Jch fuͤrcht in kurtzer frist / Moͤcht vns erger geschehen. 2. O Christen mensch betracht die not / Laß dir es gehn zu hertzen / Wie hefftig mit vns zuͤrnet Gott / Es ist fuͤrwar kein schertzen / Getrewer warnung han wir viel / Vermanung straff vnd leren / Vns zu bekheren / Niemandt sich bessern wil / Man thuet nur Erger weren. 3. All laster nemen vber handt / Bey jung alt reich vnd Armen. Die welt lebt nur in suͤndt vnd schandt / Die lieb khan nit erwarmen / So gar ist sie erkaltet nun / Der glaub ligt gantz darnider / Das spuͤrt ein jeder / Wer jetzundt recht wolt thun / Dem wer die Welt zu wider. 4. Es nahet sich zum endt der welt / Der tag hat sich geneiget / Wie Mattheus vnd Lucas melt / Auch Christus selbs anzeiget / Wenn khumen wirdt des menschen Sun / Die frumen zu entbinden / Ob er wert finden / Ein waren glauben nun / Bey aller menschen khinden. 5. Drumb secht ob nit verhanden sey / Der grosse tag des Herren / Nach aller schrifft vnd prophecey. Wie solches thun erkleren / Paulus vnnd all Apostel wert / in Jren schrifften klare / Hel offenbare / Vor langst haben gelert / Vns zur warnung fuͤrware. 6. Sich thuet erheben krieg vnd streit / yetzundt in allen landen / Empoͤrung widerwertigkeit / Angst not ist jetzt vorhanden / Grosse thewrung an speiß vnd brot / Truͤbsal müseligs leben / Hat vns vmb geben / Schrecklicher schneller todt / Würdt auch gespuͤrt darneben. 7. Viel verhoͤrter kranckheit schwer / Sich allenthalb erregen / Vns nur zur warnung straff vnd lehr / Von vnsrer suͤnden wegen / Darmit wir han erzuͤrnet Gott / Durch boßhafftiges leben / Mit wider streben / Seinem wort vnnd gepot / Vndanckbarkeit darneben. 8. Groß uͤppigkeit vnd Gottslestrung / Schweren schelten vnd liegen / Jst gar gemein bey alt vnd Jung / Fynantzen vnnd betriegen / Hochfart wollust vnd vberfluß / Raub mort vnnd Tyranneye / Ehebruch / hurreye / Darumb Gott straffen muß / Mit vngluͤckh mancherleye. 9. Gottes wort leucht vns hell vnnd khlar / Thuet vns zur buß wol rüefen / Noch woͤllen wirs nit nemen war / Khuͤnnen die zeit nicht prüefen / Darinn vns Gott hat haimb gesucht / Zu seinem Reich geladen / Auß lauter gnaden / Wirckt bey vns wenig frucht / Das bringt vns grossen schaden. 10. Darumb jhr werden Christen mein / Last ab von euren suͤnden / Der letzte tag dringt da herein / Wie Christus thuet verkuͤnden / Der Feigen baum schon pluͤen thuet / Mit seinen wunder zeichen / Gar erschreckleichen / Das vnser hertz vnnd muet / Ja billich solt erweichen. 11. All Creauren senen sich / Nach der zukunfft des Herren / Das bezeugen warhaffigklich / Sun / Mon / vnd auch die Steren / Der Himel krefft das Firmament / Bewegen sich jetzunder / Durch schrecklich wunder / Gott eilt gewiß zum Endt / Die Welt zu stuͤrtzen vnder. 12. Die wasserwogen vnd das Meer / Mit jren Waͤllen prausen / Viel wunderzeichen gehn vorher / Machen den menschen grausen / Das viel aus forcht verschmachten gar / Die Erd bidmet vnd krachet / Jst gar geschwachet / Jr Christen nemet war / Seit nuͤchtern bet vnnd wachet. 13. Gott lest vns warnen manigfalt / Durch schrifft vnnd propheceye / Vns zu bekeren Jung vnd alt / Das endt ist naher beye / Ein yeder taͤglich hoͤrt vnnd sicht / Wie vil in wenig Jaren / Man hat erfaren / Zeichen wunder geschicht / Darmit zu offenbaren. 14. Den außerwelten Christen frum / Sich ein die zeit zu schicken / Auff das wann jr erloͤser khum / Sie gar froͤlich auff blicken / Weil jr erloͤsung nahet sich / Jn Gottes reich zu leben / Vnd thun auff heben / Jre haupter froͤlich / Christo den preiß zu geben. 15. Aber die Gottlosen gemein / Werden in forcht verzagen / Vor angst schrecken vnd grosser pein. Da sie jr wurm wirdt nagen / An Gottes güet verzweiffelt gar / Mit vnreinem gewissen / Seer hart gebissen / Mit aller Teuffel schar / Aus Gottes reich gerissen. 16. Aber die außerwelten schar / Werden her leuchten gantze / Vor Gottes angsicht hell vnd klar / Recht wie der Sonnen glantze / Die freudt khein zung aussprechen kan / Kein hertz mochts nit erdencken / So vns wirdt schencken / Christus der gnaden thron / Wo wir von jm nit wencken. 17. Darmit wil ich hie mein gedicht / Zu Gottes lob beschliessen / Jr Christen nempt hieraus bericht / Last euch es nit verdriessen / Thuet bueß vnd schickt euch in die zeit / Das vns fort nit beschamen / Die Suͤndt verdammen / Sundern in Ewigkeit / Durch Christum leben / Amen. FINIS. Dicht vnnd vollendt / in der Kayser⸗ lichen Haupstat Wieñ in Oster⸗ reich / den 20 tag Aprillis / m 1570. Jare / Durch Lorentz Wessel von Essenn. Gott allain die Ehr. Show less

Von einem Schuster und einem Juncker, Krembs
Ein schoͤn new kurtzweilig Lied / zule⸗ sen vnd zu singen. Von einem Edelman / vnd einem Schuhmacher / Welchs geschehen der Stadt Krembs. Jm Thon: Wie man den Lindenschmit singet / ett. HOrt zu jr Herrn gros vnd klein / Jch wil euch singẽ ein Liedlein fein / Jch hoff mir sol gelingen / ... Show more Ein schoͤn new kurtzweilig Lied / zule⸗ sen vnd zu singen. Von einem Edelman / vnd einem Schuhmacher / Welchs geschehen der Stadt Krembs. Jm Thon: Wie man den Lindenschmit singet / ett. HOrt zu jr Herrn gros vnd klein / Jch wil euch singẽ ein Liedlein fein / Jch hoff mir sol gelingen / Von einem Schuster vnd Edelman / Dauon wil ich euch singen. Der Schuster hett ein schoͤnes Weib / Die war gar schoͤn vnd stoltz von Leib / Sie leuchtet wie die Sterne / Ein Edelman der tracht jr nach / Vnd sach sie auch gar gerne. Der Juncker der gieng ein vnd aus / Gar offt in des Schusters Haus / Er thet sie freundlich schawen / Es war jn vmb denn Schuster nicht / Es war nur vmb sein Frawen. Der Schuster dacht in seinem muth / Der Juncker ist mir warlich gut / Es war schlecht in den sachen / Stieffeln / Schuch was er bedorfft / Lies er jn alles machen. Der Juncker kam offt in der eil / Vnd machet gar gute kurtzweil / Thet mit dem Schuster Kosen / Vnd gab der Frawen manchen blick / Der Knecht thet darauff losen. Der Knecht der dacht in seinem hertzn / Wie geschicht so manche / grosses schertzn So gar ohn alle sorgen. Wie ist so mancher falsche Jn der Frawen verborgen sprach / Der Knecht wol zu dem Meister Es steht nicht recht vmb ewer / Sag ich auff guten trawen / Der Edelman koͤmpt nicht vñ Er bult mit ewer Frawen. Der Meister erschrack der mehr / Er sprach zu dem Knecht / Wie wuͤrd ich das gewart / Du must mir geben guten Rath / Das ich es thu erfahren. Der Knecht sprach / fordert ahn Schuldnern gelt / Vnd sprecht jr muͤsse vber felt / Auff einen Jarmarckt lauffen / Euch dringt jetzundt die not darzu / Leder muͤst jr thun kauffen. Darnach versteckt euch in dem Haus / Vnd halt euch fest still wie ein Maus / So erfart jr die sachen / Wie das euch ewer Frawe schon / Zu eim Narren hat thun machen. Der Meister thet nach des Knechts (rath / Jm Haus er sich verstecket drat Die Fraw thet sich lustig machen / Die meint jr Man wer auff den Marckt / Der Juncker vernam die sachen. Auff den Abend war er nicht lang / Jns Schusters Haus nam er sein gang / Vnd seumet sich nicht lange / Die Fraw wartet jm auff den dienst / Thet jn gar schon empfangen. Sie giengen zu Bett nach ein jrem wil(len / Vnd hetten da der kurtzweil vielln / Jhren lust theten sie buͤssen / Der Schuster vor der Kammer stund / Es thet jn vbel verdriessen. Jhr beider lust der ward gebuͤst / Der Schuster in die Kammer wischt / Er fand sie beyde schlaffend / Er dacht gar offt in seinem mut / Wie sol ich den handel schaffen. Erstich ichs beyde / was hilff mich das / Jch wil sie anders straffen baß / Es mus mir kommen zu stewre / Er zog bald seine Kleider aus / Hoͤrt zu der ebentheure. Er legt sie nider fuͤr sein Bett / der Edelman schoͤne Kleider hett / Die zog er an mit sitten / Vnd band die Wehr an seine seit / Aus dem Haus thet er treten. Vñ klopffet vor des Edelmans Thor / Da stund der Knecht vnd wart daruor / Vnd thet bald auff geschwinde / Sprach Juncker wo bleibt jr so lang / Sol ich ein Liecht anzuͤnden. Er sprach du solt es bleiben lan / Jch kan wol finstern schlaffen gan / Fuͤhr mich in mein Gemache / Vnd ziehe mich behende aus / Das mein Fraw nicht erwacht. Es gefiel der Frawen von hertzen wol / Sie dacht wie ist mein Juncker so schnel / Es nam sie heimlich wunder / Das jr Juncker so hurtig war / Der Schuster macht sich fein munter Die Fraw sprach lieber Juncker (mein / Wie thut jr jetzt so hurtig sein / Wie soll ich es vergelten / Kuͤchlein wil ich euch backen schon / Jr kommet mir sonst selten. Zu morgens da sich der tag anlest / Das Frewlein das schlieff also fest / Der Schuster an der stangen / Sahe des Junckern beste Kleider an / Wol in der Kammer hangen. Dieselb leget der Schuster an / Vnd thet bald auff die Gassen gahn / Er thet sich dapffer kleiden / Er schawet sich hinden vnd forne wol / Sie waren von Sammet vnd Seiden. Jn dem der Edelman erwacht / Der bey der Schuster Frawen lag / Er suchet in der Kammer schone / Wolt er nicht nackend gehen dauon / Des Schusters Kleider must er legẽ ane. Deñ jm sein kleider warẽ entfrembt / Des er sich heimlichen schempt / Er sprach / das hab ich von meim Weibe / Sol ich also auff die Bulschafft gan / Jch wil es lassen bleiben. Er het sein weg auff heime genomn / der Schuster thet jm bald bekomn / Der Juncker erschrack gar sehre / Er hett des Schusters Kleider an / Der Schuster gieng wie ein Herre. Er sprach gar bald wo wiltu hin / Der Schuster sprach da jr seid gesinn / Da wolt ich hin zu malen / Wo jr hin wolt da kom ich her / Es wolt jm nicht gefallen. Weiter sprach der Edelman / Warumb hastu meine Kleider an / Der Schuster sprach dergleiche / Es verkert sich jetzund alle ding / Einer wird arm / der ander reiche. Also haben sie einander beschissen / Das einer den andern nicht kund wischen Sie musten beyde lachen / Mancher der wil bulen viel / Thut sich selber zu schanden machen. E N D E. Show less

Seeschlacht von Lepanto, 1571; Lied von der Niederlage der Türkischen Armada
Gewisse Zeittung Von der Herrlichen VICTORI, vnd vberwindung der Turckischen Armada / so im nechst verschinen Monat Octobri / durch die Spanische vnd Ve⸗ nedische Armada / er⸗ langt worden. Darbey auch ein Liedt von der Niderlag / der Turckischen Armaden / in der Me⸗ lodey / von der ... Show more Gewisse Zeittung Von der Herrlichen VICTORI, vnd vberwindung der Turckischen Armada / so im nechst verschinen Monat Octobri / durch die Spanische vnd Ve⸗ nedische Armada / er⸗ langt worden. Darbey auch ein Liedt von der Niderlag / der Turckischen Armaden / in der Me⸗ lodey / von der schlacht von Doͤrnn 1571. Der Key: Mayt: sein heut dato den 22. Octobris gewisse Zeitung / durch Posten / vnd Curirer zubracht / das den 7. Octobris auff dem Meer Alependo die Tuͤrckische Armada auffgezogen / vorhabens sich an ein ort Pattolij genant zubegeben / vnnde deshalben ein anzahl Galleen mit etzlichen Heubtleuten vorhin ziehen lassen / den beruͤrten ort / so ein enge ist / zubesichtigen / vormeinende der Feind wuͤrde in derselben enge liegen. Als sie nu herzu genahet / sint die Spanische vnd Venedische Armada vnd Liga, das die Feinde auff sie eilen wuͤrden / innen worden / Dennoch im Namen des Heiligen Geistes eine Schlachtordnung / in ge⸗ stalt eines halben Mondes gemacht / vnd fuͤnff Gal⸗ leaten an die spitzen gestellet / die mit dem Geschuͤtz ei⸗ nen geraummen weg gemacht / vnd demnach in guder ordnung auff die Tuͤrckische Armada troffen / vnd hat sich gleich zugetragen / das des Turckischen Baschen vnd etliche andere der besten Galleen / mit der vnsern Obersten Don loan de Austria dermassen ein treffen ge⸗ than / das Got lob alle diese Turckishe Galleen / vnd sonderlich des Baschen seindt erlegt / vnd die leut dar⸗ auff erschlagen worden. Es haben sich auch die andern der Christen Galleen dapffer vnd manlich gehalten / das wie man es gewiss dafuͤr helt / von der gantzen Turckishen Ar⸗ mada darinnen bis in die 300. Siegel gewesen / vber 40. oder 50. nicht seindt darvon kommen. Ein hundert vnd achtzig Galleen seindt von den vnsern gefangen / die andern zum theil in stucken ge⸗ schmettert / zum theil vorbrant / vnd durch das grosse schiffen erseufft worden / Vnd hat solche Schlacht bis in vier stunden gewehret. Der Turcken wie man darfur heldt / seindt in die 15000. erschlagen / 5000 gefangen worden / vnd ne⸗ ben den furnembsten Galleaten albereit drey zu Ve⸗ nedig ankomen / Vnd seindt 13000. Christen die Se⸗ laui / gewesen / erlediget. Der Piroli Bascha oder Perma Bascha ist gen Preuesa / dahin er die flucht geben / abgeschifft / aber hernach mit 10. Galleen auch gefangen. Allen vbrigẽ Schiffen / so auff das grosse Meer sich in die flucht geschlagen / hat man geschwind nach ge⸗ eilet / vorhoffentlich / man werde dieselben auch / wo nicht alle / doch zum theil bekommen / vnd nider ge⸗ legt haben. Aus den vnsern aber seindt / mehr nicht / dann sie⸗ ben Galleen vndergangen / vnd der Venediger Obri⸗ ster Proueditor vnd der Barcearigo der in ein Auge mit einem Pfeil geschossen worden / todt blieben / Auch sonsten 15. fuͤrnemer Befelichs Leute / vnd viel vom Adel. Vnser General Obrister / ist mit einem Pfeil in ein Knie verwundet / auch sunsten eine gute anzal besche⸗ diget worden. Auff der Tuͤrcken seiten seindt alle Heublente / vnd die fuͤrnembsten Meerreuber / vnd sonderlich der beruͤmbte Meereuber Aracoza blieben / vnd vnter den Obristen niemand als allein Luzzoli / daruon kom⸗ men. Vnd haben sich auff vnser seiten sehr manlich / vnd wol gehalten / vnd als vorstendige vnd hertzen⸗ haffte Helden erzeiget / Don loan de Austria, desglei⸗ chen auch Signor Marco Antonio Collonna, gros lob vnd ehr eingelegt vnd dauon bracht / vnd haben sich die andern Heubtleut auch alle manlich gehalten. Wann wil auch fuͤr gewis schreiben / das Famogust von dem Turcken nicht eingenomen / sondern sich noch halten solle. Dem Son Gottes Jhesu Christo Emanuel sey lob / danck / rhum vnd preis / vor solche victori gesagt / der wolle ferner die bluts durstigen feinde seines namens von den grentzen der Christen / durch seinen gewalti⸗ gen arm abtreiben vnd in abgrund der hellen sturtzen. Man ligt nun des orths stille / vnd lassen die Armada wider aus ruhen vnd sich erfrischen / so seindt die vor⸗ wundten auffs Landt gesetzt / vnd wird ihrer mit fleis gewartet. Man wirdt sich auch nach erlangtem solcher herlichen Victori etwas weiter vnterstehen / Der Allmechtige geb gluck / vnd sieg AMEN. Erstlich gedruckt zu Dressden / itzundt nach ge⸗ druckt zu Alten Stettin in Johann Eichorns Druckerey. Ein new Liedt von der Schlacht. MJt lust mag ich wol singen Ein froͤlich newes Liedt / Was dar nur kort gelinge Jm Jar ein vnd Soͤuentich ist geschin Von den Tuͤrckischen Hunden betydt Sie thun vns Christen gros vordritt Jn Stetten in Doͤrpern in Cypern Landen / Vns Christen thun bringen in grotte schanden. Die Turckisch Fiendt wilt hoͤren / Mit Jhrem blutdurstigen Rath / im Christen Rick tho verstoͤren Darumb thun sie vns quadt / Bey dach vnd bey nacht sonder verlat Dar all ehr Herth vnde Sinne nach stath / Godt wil es in nicht laten gelingen Dat Se vns in schandt sollen bringen. Den siebenden Octobris beschreuen Den Sundach noch Michael furvar Hefft sick de Tuͤrcke tho water begeuen / Mit also groter schar / Mit drey hundert Siegel besonder zwar Die Christen tho bestriten mit liden schwar Die van Venedig hebben vornomen Se heten se Godt wil kame Die Sunne vorlar eren schine Schon blaw als ein druwe gestalt Vnd das de Turckischen fiende gemene Sehr streng vnd manigfaldt Tho vergiten Christen blut mit gewalt Darumb kamen sie Jungk und Alt Es hat dar nichts moͤgen baten / Jhr Leben musten sie dar laten. Die van Venedig mit verbliden Sie hebben sich wol bedacht Vor den Christen gelonen wolden sie striten Wit aller ihrer gantzen macht Viel Schepe hebben sie tho water gebracht Mit der Spanische Armada ein grote krafft Furen sie lustig ohne verzagen Mit dem Turcken wolten sie schlagen Jhm hilligen Geistes Name Hebben sie ihr Schlacht ordnung gestelt Jn gestalt eines halben Mane Mit Galleen starck mit gewalt Vp ieder orth vieff Schippen vbertalt Sie schoten gar lustig vnd manigfalt Nach dem Turcken sonder verzagen Vnd sie hebben sie alle verschlagen Also hebben sie gestritten Vier stunde ick segge idt iuw blodt Dit hat es nicht lange gelitten Sie kemen in grote noth / Veffteen Dusent wurden erschlagen dott Van den Turckischen hunden ick segge iuw blot Noch nemen sie sonder verstranden Mehr den vier Dusent gefangen Druͤtteen dusent Christen mit verbleiden Die dar erloͤset syn Die den pluch hebben moͤten tygen Mit groter schlauerni ein grote termin Godt hefft sie geholfen vth der pyn Die framen Christen lutter vnd fyn Des dancken wihr Godt vnserm HErren Der alle betruͤbete Herten in frowde kan keren Hundert vnd achzig Galleen sonder verstranden Mit wapen wol bereidt / Brachten die von Venedig gefangen Mit groter Ehrwirdicheit Van ihren fienden in korter tydt Die die Christen ermorden mit grotem flyt Dat hebben sie wol bewissen Jm Koͤnigreich Cypern geprisen Grot jamer det man anschauen Jn Cypern hoͤrt min vorman An weiber vnd auch Jungfrauen So ihr mich solt recht verstan Hebben sie eine grote mordt gedan Ein mennige Christen sehr hart gefangen O Godt ick dhut dir klagen Wie kanst es lenger vertragen Das hat Godt eins verdrossen Das moͤgen mir sein verblidt Js gewracken in korter tydt Des dancken wir Godt sunder respit Das er vns fur den Turckischen hunden befridt Bewart vns hier vor schande Vor dem Turcken vnsem erff fiende. AMEN. Show less

Hungersnot und Pandemie, Reissen 1577;
Ein schoͤn new vnd kleglich Liedt / von der warhaff⸗ tigen vñ grausamen Hungers noth / vnd Pestilentzischen plag / in dem Landt Reissen vnd Littaw beschehen. Anno / 1571. Jm thon / Warumb betruͤbst du dich mein hertz. Gedruckt zu Muͤnchen / bey Adam Berg. Cum Grat: & Priuilegio. Zu... Show more Ein schoͤn new vnd kleglich Liedt / von der warhaff⸗ tigen vñ grausamen Hungers noth / vnd Pestilentzischen plag / in dem Landt Reissen vnd Littaw beschehen. Anno / 1571. Jm thon / Warumb betruͤbst du dich mein hertz. Gedruckt zu Muͤnchen / bey Adam Berg. Cum Grat: & Priuilegio. Zu Augspurg / bey Hans Rogel zufinden. 1. O Christen mensch von deinem schlaff / Wach auff / sich an die Gottes straff / Woͤlliche weit vnd breit Regiert erschroͤckenlich geschwindt / Allein von wegen vnser suͤnd. 2. Hunger / thewrung / vnnd Pestilentz / Jst jetzund in manicher Grentz / Vnd nit bey vns allein. Von frembden orten weit vnd fer / Kommen grewliche zeitung her. 3. Auß der Littaw vnd Reissen Landt / Vnd Samagetia genandt / Schreibt man warhafftigklich / Von gar grewlicher hungers not / Damit die menschen straffet Gott. 4. Jn dem jetzt nechst vergangnen Jar / Hat man auß Reissen schreiben war / Wie die armen Bawrsleut / Rochen der menschen fleisch mit fleiß / Vnd thund es essen fuͤr ein speiß. 5. Auch hat in Samagetia / Ein haussessiger Mann allda / Geschlachtet vnd verzert / Dreitzehen menschen an der zal / Durch des grawsamen hungers qual. 6. Man hat auch schrifftlichen bericht / Daß es darbey wer blieben nicht / Wa nit sein Hauß vnd Hoff / Sampt seinem haußgsind vngehewr / Verbrendt waͤr worden durch das fewr. 7. Deßgleichen hat man schrifften mehr / Auß Reissen noch schroͤcklicher sehr / Daß fuͤr des hungers not / Die Eltern jre aigne Kindt Schlachten vnd auffressen geschwindt. 8. Geschwisterget fuͤr hungers not / Einander selbst anthund den todt / Fressen einander auff / Wider alle natur vnd art / Durch den grawsamen hunger hart. 9. Auch die vbeltheter mit not / So verschuldet haben den todt / Zum Galgen oder Rad / Die werden von dem volck gemein / Gefressen durch des hungers pein. 10. Alle Gericht weit hin vnd her / Seind abgefressen vnd gantz leer / Warhafftig man auch schreibt / Jn Reissen vnd Littawer Grentz / Gang an grewliche Pestilentz. 11. Soͤlliche ding erschroͤckenlich / Hat man beschriben fleissigklich / Auß der Statt haist Villnet / Jst die hauptstat in der Littaw / O mensch Gottes zoren anschaw. 12. Wellicher sich grewlich erstreckt / Wo er durch suͤnd wird aufferweckt / Last er nit geren ab / Biß er alles grawsam verricht / Wie Jeremias daruon spricht. 13. Wie diß mit not erfaren hat / Jerusalem die heilig Stat / Die durch des hungers pein / Von Gott gestraffet ward vnlind / Ein Mutter aß jr aigen Kind. 14. Von jrer suͤnd wegen das geschach / So hart Gottes zoren außbrach. Vber die vbelthat / Durch hunger / Pestilentz vnd Schwert / Wurd außgemacht die Statt so wert. 15. Vermerck du Teutsche Nation / Weil solliche not thut entstohn / Jn Reissen vnd Littaw: Woͤlliche Länder allmal noch / Fruchtbar wurden erkennet hoch. 16. Die Cronica thund vns bekant / Daß ein Acker in Reissen Landt / Gedungt werd nur ain mal / Als dann geb er frucht auff drey Jar / Besaam sich selbs fruchtbarlich gar. 17. Weil aber jetzt bey jnen ist / Auch hungers not zu diser frist / So mag man wol verstohn / Daß Gottes zoren vorgenandt / Sich erstreckt vber alle Landt. 18. Allein darumb das jederman / Nit danckbarlich hat gnommen an. Die gnadenreichen Jar / Vnd mit hertzlicher danckbarkeit / Gott hat gefoͤrchtet alle zeit. 19. Wir haben laider gantz gelebt / Jn aller sicherheit geschwebt / Als muͤst vns Gott der Herr Genug geben on vnderlaß / Als wenn er vns wär schuldig das. 20. Darab dann Gott zu diser frist. Sehr hefftigklich erzuͤrnet ist / Vnd schicket auff vns dar / Des hungers pfeil in dise Welt / Daruon Ezechiel klar melt. 21. Er spricht es wird sich samblen dar / Der hunger bey der menschen schar / Der vorrath von dem brot Der muß verschwinden vberal / Jch wil senden hunger vnd qual. 22. Auch so sol ewer fehlen nicht / Die Pestilentzisch sucht entwicht / Jch wil euch tilgen auß / Jr habt mein zoren angezuͤndt / Durch ewre laster vnd die suͤnd. 23. O Christen mensch an disem ort / Bedenck wol des Propheten wort / Woͤlliche zu der zeit / Laider klerlich an vns außgond / Das wir in angst vnd trawrn stond. 24. Schaw an wie nun bey vns zu Land / Der hunger groß nimbt vberhand / Ein strenge Gottes straff / Auff den Gassen vor hungers not / Findt man vil menschen ligen todt. 25. Vnd wer halt noch zu essen hat / Derselbig kan nit werden sat / Es wil ergeben nicht / Jn vns ist kein gedeyen mehr / Wir haben Gott erzuͤrnet sehr. 26. Die Pestilentz schleicht gemach herum̄ / Nimbt doch hindan ein grosse sum̄ / Ja mehr weder man spuͤrt / Das macht die Welt die ist zu vol / Wem schaden gschicht empfindt es wol. 27. Doch wann wir hetten rew vnd wee / Hertzlich wie die von Nineue / Vmb vnser leben boͤß / Vnd verliessen die vbelthat / So wurd vns Gott erzaigen gnad. 28. Dann Gott wie Christus selber spricht / Des suͤnders todt thut gfallen nicht / Sonder daß er sich bald Bekehr von suͤnden vnd leb fein / Daß er Gott moͤg gefellig sein. 29. So ist Gott barmhertzig vnd lind / Gleich wie ein Vatter seinem Kind / Er wurd die hungers not / Sampt der grawsamen Pestilentz / Hinweg nemen auß vnser Grentz. 30. Derhalb last also beten vns / Herr Gott von wegen deines Suns / (Christi) des hailands gut / Bitten wir dich wend ab O Herr Dein straff vnd thut von vns abkehr. 31. Wend vns durch dein barmhertzigkeit / Nach deinem willen allezeit / Zu leben dir zu lob / Speiß vns gnedig bitten wir dich / Hie zeitlich vnd dot ewigklich. 32. Wann wir von rechtem hertzen stet / Also anhielten mit gebet / Vnd lebten forthin fromb / So wurd vns Gott verlassen nicht / [...] Daniel Holtzman spricht. Show less

Religionskrieg in den Niederlanden, 1570
Ein schoͤn New Lied / von dem erbermlichen Blutbad / etlicher Oberlendischer fuͤrnemer Kriegsleut / so Graff Latron / Elendigklich hat lassen hinrichten / jn dem Nider⸗ land. Jm Thon / Kompt herzu mir / spricht Gottes Son / rc. 1571. jar. 1. ACH Gott was soll ich heben an / Herr Gott du... Show more Ein schoͤn New Lied / von dem erbermlichen Blutbad / etlicher Oberlendischer fuͤrnemer Kriegsleut / so Graff Latron / Elendigklich hat lassen hinrichten / jn dem Nider⸗ land. Jm Thon / Kompt herzu mir / spricht Gottes Son / rc. 1571. jar. 1. ACH Gott was soll ich heben an / Herr Gott du wollest mir beyston / das ich moͤg gnugsam sagen / von jammer vnd der grossen not / die sie newlich zu getragen hat / in kurtz verschinen tagen. 2. ¶ Als tausent vnd fuͤnff hundert jar / vnd 70. die Jarzall war / ist manchem wol be kante / mit was jamer vnd auch elendt / der lan ge krieg sie hat geendt / woll in dem Nider⸗ lande. 3. ¶ Da man die Kriegsleut alle sandt / be zalet hat jm Niderlandt / vnd schicket sie zu hause / drey Fenlein bliben da bestan / zu gehoͤ⸗ rig dem hauptman Latron / denn war jr be⸗ soldung ausse. 4. ¶ Als sie dieselben gefordert han / da wolt man sie bezalen thon / mit halb tuch vnd gelte / das wolten die kriegsleut nit thun / son⸗ der jr verdiente besoldung han / nach gemei⸗ nem lauff der welte. 5. ¶ Als in das abschlug der Hauptmann / namen sie jn gefengklich an / biß er sie beza⸗ len solte / aber der hauptman an voller list / der setzet in ein falschen frist / das er sie zalen wolte. 6. ¶ Zu Antorff in der reichen Statt / das er aber erdichtet hat / das er loß von in keme / aber die Kriegsleut glaubten das / keiner be⸗ dacht den argen haß / dz er drob schadẽ neme. 7. ¶ Darauff liessen sie den Hauptman frey / als sie nun Antorff kamen bey / der Hauptman falscher massen / ein hauff nach dem andern schon / biß in hundert vnd fuͤnff⸗ tzig man / hat gefengklich nemen lassen. 8. ¶ Vnd grimmigklich ohn alle not / hin richten lassen zu dem todt / gehenckt vnd ent⸗ hauptet / auch etliche geuierteilt gar / wie dan das als ist offenbar / jrs lebens gantz berau⸗ bent. 9. ¶ Nun hoͤret jr Christen alle sandt / ob euch etlich weren bekandt / die ich euch wil her⸗ nennen / welche den todt gelitten han / jr wolt Gott fuͤr sie bitten thun / jr groß elend erkennẽ. ¶ Hernach findt jr geschrieben heut die alten fuͤrnempsten Kriegs leut / vnd erfarene Kriegsmaͤnner / die nach jr meinung vmb vn schuldt / den tod erlitten mit gedult / jnn heim⸗ misch vnd außlender. 11. ¶ Den 3. Augusti on spot / koͤpfft man von Nuͤrenberg Joͤrg otth / vnnd von nofaß Jerg schneider / Endres kele / Veit haffner frey / Corelius wieck / Joͤrg Hemmerlein / seind all gehenckte leider. 12. Joͤrg krolach von edẽ darbey / fritz krauß frantz rubel frey / sindt auch gehencket worden den 4. Augusti gelaubt / seind wider von Ne⸗ wen enthaupt / die kriegsleut auß erkoren. 13. ¶ Hans decker von Vlmitz als denn / Hans alter kriegsman von Wimpffen / Ma thes frost / Hans last koren / Petter beck / darzu Jacob schmid / Joͤrg kirckẽmair / frantz drosch muß mit / sindt all enthauptet worden. 14. ¶ Denn tag man auch in grosser hitz / hencket baltes haller von lignitz / Joͤrg muͤller Vlrich wiprecht / Endres kuscheldt / Vlrich gering / Jeronimus frey muͤller / Joͤrg zier der alt / waren all schlingen fuͤller. 15. ¶ Denn 5. Augusti man da / enthaupt Peter von der waltza / Hans schimpff / Hans deht / Hans becken / Vendurj koller / Dauit muͤlfort / Herman schendwolff an dem ort / die thet der todt erschrecken. 16. ¶ Denn tag enthaupt man auch vnge⸗ muͤt / Hauptman heinbalß pfeiffer gut / hans kart / Anthoni lauffen / Hans lorber vnd Ma thes Mesner / Hans rotder muß auch halten her / die henckt man auff ein hauffen. 17. ¶ Denn 7. Augusti monatstag / da hat man nach gemeiner sag / etlich vierteilen sol⸗ len / von Augspurg Jeronimus decker / hans vogel / vnd hans winckler / hat man auch toͤd⸗ ten woͤllen. 18. Nun hoͤret groß wunder hernach / was an diser richtstat geschach / da man die knecht enthauptet / ein zeichen an dem Himmel klar / ließ sie da sehen offenbar/ das selb warhafftig glaubet. 10. ¶ Ein leuten ampt gen Himmel schrey / herr stehe vns am ende bey laß ein zeichen er⸗ scheinen / dieweil wir auch seindt Christenleut so sich an vnser vnschuld heut / O Herr Gott hilff den deinen. 20. Auff solche red weist mancher Mann / hat sie der Himel auff gethon / die Son thet sich entferben / welches warlich bezeuget frey / das fuͤrmament betruͤbet sey / ob dem vnschul⸗ digen sterben. 21. ¶ Ein Profossen man richten wolt / der selbe bath das man jm solt / vor seinem tod ver ginnen / zugesegnen Erdtrich laub vnd graß / vnd was auff der erden was / den Himmel Mon vnd Sonnen. 22. Als er nun knyet auff die wolstat / gantz kleglich er geschrien hat / Gott gesegne dich Hi mel vnd Erdẽ / Gott gesegne dich wasser lufft vnd fewr / laub vnd graß / vnd das leben tewr all fuͤrmament so werde. 23. ¶ Als solches hat das volck gehoͤrt / ha⸗ ben sie die klaͤglichen wort / auch sehr helffen beweinen / vnd mit jm mancher Kriegsman gut / beweinten das vnschuldig blut / da das zeichen thet scheinen. 24. ¶ Also hat mancher erlich Man / sein leben elendt muͤssen lohn hie jn dem Niderlan de / Herr Gott sich du den freffel an / das man jetzunder thut begohn / vnd gib doch Frid jm lande. 25. ¶ Vlrich Hamburg genennet wurd / schultes verwalter von schweinfurt / Joͤrg dein / genent mit Namen / Hans frieß velt⸗ schreiber wolff dolhoff / den streifft man schlin gen an den kopff / wurden gehenckt bed samẽ. 26. ¶ Nun sein 100. vnd 50. man / die auch in der verwarung stan / doch allhie vngenen⸗ net / den man mit schmertzen alle sandt / abhau wen soll die rechte handt / sein all maineidig erkennet. 27. ¶ Darumb O frommer Christ schaw an / wie es auff erden jetzt thut gahn / an dem Christlichen blutte / bey tag vnd nacht getren get wurdt / vnder den feinden getribulirt / auß blutdurstigem muthe. 28. ¶ Darumb O werde Christenheit / ruff vnd bit Gott zu aller zeit / das er vns alle sa⸗ men / behuͤt vor krieg vnd ander noht / vnnd vor eim vngerechten todt / wer das begert sprech / Amen. ENDE. Show less

Klaglied über Niclas von Serin; Klaglied über Turj Georgen; Klaglied: Ich armer Sünder
Drey Schoͤner Klaglieder. Das erst / Von dem Graffen vnd thewren Ritter / Nicolaus von Serin / wie er so Ritterlich in Hungern gestritten vnd gefochten hat / wider den erb⸗ feind den Tuͦrcken. Das ander / Von dem Edlen ge⸗ strengen vnd thewren Ritter / Turj Georgen der Roͤm: Kay: May:... Show more Drey Schoͤner Klaglieder. Das erst / Von dem Graffen vnd thewren Ritter / Nicolaus von Serin / wie er so Ritterlich in Hungern gestritten vnd gefochten hat / wider den erb⸗ feind den Tuͦrcken. Das ander / Von dem Edlen ge⸗ strengen vnd thewren Ritter / Turj Georgen der Roͤm: Kay: May: Oberster zu Camiß. in Vngern / wie er durch verraͤterey / der Tür⸗ cken / mit sampt seinen Rittersleuten vnd Huseren / den 9. Aprillis in dem 1571. Jar durch den Erbfeind / bey gemelter Vestung Camis⸗ sa ist vmbkom̄en. Jm Thon / Jch stund an einem Morgen. Das drit / Jch armer Suͤnder. klag mich sehr / wie soll mir / rc. WJe gern wolt ich singen / so sicht mich trawren an / Jch weiß nit zu verbringen / jedoch kan ichs nicht lohn / Herr Gott dir thue ichs klagen / den jammer vnd die noth / So sich vor wenigẽ tagen / newlich hat zugetragen / laß dichs erbarmen Gott. Als man zelt fuͤnfftzehen hundert / auch Sechs vnd Sechtzigisten Jar / Hat sich der Tuͤrck verwundert mit einer grossen schar / vns Christen zu bekriegen / mit Rau⸗ ben Mort vnd Brand / wolt Gott ich solt es liegen / es wurd mir leicht verzigen / wolt leiden diese schmach. Ziget die wolerbawet / vnd außerwoͤlte Vest / vor der dem Tuͤrcken grawet / bewart auffs aller best / dariñen ist gelegen / Graff Niclaß von Serin / mit manchem kuͤnen degen / thet grosser Manheit pflegen / nach ehren stund sein sinn. Vnsern Christlichen Keyser / hat er ein Eydt gethan / als ein alter vnd greiser / wolt er den feind bestahn / die Vestung nit auff geben / dem Türcken in sein gwalt / vil mehr darwider streben / dieweil er het sein leben / als jrs werd hoͤren bald. Jm Augstmon spate / im vorgemelden jar / berent der Tuͤrck die Statte / mit ge⸗ walt vnd grosser schar / mehr dann drey hundert tausent / bracht er geruͤst ins Land / had darin schroͤcklich gehauset / drob man⸗ them Christen grauset / wem solches wird bekandt. An Sant Johannes Tage / der ent⸗ hauptung gewiß / ist war wie ich euch sage / der feind sich mercken ließ / den Ziget wolt er gewinnen / auff den tag haet er gluͤck / dz moͤcht im nicht zurinnen / der Graff ward solches balt jnnen / er merckt jm auff sein duͤck. Der Tuͤrck den sturm anfienge / auff den gemelten tag / Was alles da ergienge / ich nit erzelen mag / mein hertz ist mir gar schwere wenn ich gedenck daran / der Tuͤrck wuͤdt grausam sehre / man schuß hinaus je mere / noch wolt er nicht abelohn. Jm sturmen hat er verloren der Tuͤrck gar manchen Mann / der Graff so wol ge⸗ boren had jm den schaden gethon / mit sei⸗ nen from̄en Lantzknechten / die wagten Leib vnd gut / Sie stunden bey dem gerechten / vnd theten manlich fechten / aus Ritterli⸗ chem muth. Auch thet der Graff vermannen / sein trewe Kriegsleut fromb / Sie solten bey jhm wonen / vnd jhm nit fallen vmb / baldt haben sie geschworen / zusamen einen Eyd / die Stadt ward bald verloren / der Graff so wolgeboren stund es in grossen leid. Nach dem thet er bald rucken jns inner Schloß hinein / auffzug man die schlagbru cken / das Tuͤrckisch Heer gemein / thet jhm gewaltig nachdringen / erst stelt man sich zur wehr / die Puͤchsen hoͤrt man singen / die Kugel vnd Koͤtten klingen / verdroß den Tuͦrcken sehr. Man thet gewaltig schiessen / vil Tuͦr⸗ cken kamen vmb / dennoch sie nicht nach⸗ liesse / es war sehr groß die sumb / der Tuͦrck mit gewalt thet treiben / sein volck zum sturm hinan / welcher wolt dahinden blei⸗ ben / den ließ er entleiben / sie mustẽ alle drã. Da nun der graff vername / wie es jm wird ergehn / kein huͤlff jhm auch zukame / mocht er nicht lang bestehn / wolt er vmb gnad nicht werben / bey dem Tuͤrckischen hund / der ihn dacht zuuerderben / drumb wolt er lieber sterben / ehe sein Lob gieng zu grund. Zu lest ruͤfft er zusamen / sein Kriegs⸗ volck in der still / Sprach wer in Christus namen / bey mir verharren will / Sein Leib vnd Leben wagen / der glob mir an auffs new mit dem Feind woͤllen wir vns schla⸗ gen / da theit ein jeder sagen / sie wolten hal⸗ ten threw. Nachdem stelt er sein sachen / froͤlich in Gottes hand / Thet ein schlachtortnung machen / es nahet jm sein end / Dem Feind zog er zuwider / vnnd stundt selbst vornen dran / erstach manchen Tuͤrcken nider / all so wehrt sich ein jeder / biß auff den letztẽ mann. Der Tuͤrck het in bey dem leben / gern gefencklich genommen an / doch wolt er sich nicht ergeben / der thewer Ritterliche Mann / gleich wie ein Loͤw er stunde / mit Ritterlichem muͤth / sein Leib ward jhm verwunde / zwen schuͤß er wol empfunde / da vergos er auch fein Blut. Entlich ist er gefallen / hat sein Geist ge⸗ ben auff / mit sein Kriegsleuten allen / der Feind schickt balt hinaff / ließ die Vesten erkuͤnden / ob noch Kriegsvolck driñen wer zween oder drey sie funden / also hat er v⸗ berwundẽ / der Tuͤrck das Christlich Heer. Auch ist der Graff gefunden / wie ich vernommen hab / versehret mit mancher wunden / sein haupt schlug man jm ab / der Tuͤrck gen Rab es schicket zu vnserm Key⸗ ser gut / balt er das aneblicket / sein hertz jhm Leib verstricket / war trawrich vngemuth. Das haupt gar wirtigklichen / lies er begraben schon / es klagt noch arm vnd rei⸗ chr / den werden Ritters Mann / sein Rit⸗ terliche thaten / breist man durch alle Land / bey Fuͤrsten Potentaten / bey Bischoff vñ Prelaten / wirt sein lob hoch erkandt. Geistlich vnd Weltlich Herren habt / kein vetrus daran / diß Lied sing ich zu eh⸗ zen dem werden Ritters Mann / hilff Got das werd gerochen / sein Ritterlicher todt / Sein trew hat er nie gebrochen / das sey lob jm gesprochen / Genad jm der Ewige Gott. AMEN. Das ander Lied. 1. VOr trawren muß ich singen / ich kans nit vnterlan: Ein Klaglied zunerbrin gen / wie ichs vernommen han: Von einem Edlen Ritter gut / wie mannlich er thet steiten / wol fuͤr das Christen blut. 2. ¶ Er hat bey seinen tagen / mit seiner streitbarn hand: Manchẽ Tuͦrcken erschla⸗ gen / erstochen vnd durchrandt: Wie jhm das gluͦck thet wonen bey / endlich gults jm sein leben / gschach durch verraͤterey. 3. ¶ Auff das man thut erkennẽ / den stren⸗ gen Ritter gut: Turj Geoͤrg thut man jhn nennen / Gott hab sein Seel in hut: Die Roͤmisch Kay: Mayestet / Camiß die Vest in Vngern / im vbergeben thet. 4. ¶ Dieselb solt er verwalten / in Ritter⸗ lichem schutz: Mit streit sie zu erhalten / wol fuͦr des Feindes trutz: Darumb er hat ein Aid gethan / dieweil er het sein Leben / die Vest nit zuuerlahn. 5. ¶ Dieweil er bey jm hette / gar man⸗ chen kuͤhnen Helt: Er auch nicht feyrẽ the⸗ te / gar offt in freyem Feld. Dem Tuͤrcken hat ein abbruch than / das lob muß man ihm geben / dem Ritterlichen Mann. 5. ¶ Endlich hat sich das gluͤcke / von jm zu ruck gewand. Der Tuͤrck mit falschem tuͤcke / hat vmbgestreifft im Land. Vmb die refier Camiß bemelt / da man fuͤnffzehẽ hundert / vnd ein vnd sibenzig zelt. 6. ¶ Da hat sich auffgemuntert / der Tuͤrck mit seiner macht. Wol bey sechtzehenhun⸗ dert / hat er da mit jm bracht. Die Christen beyde Weib vnd Man / erwuͤrgt beraubt / vnd gfangen / mit im gefuͤrt daruon. 8. ¶ Solches ist worden jnnen / Herr Tu⸗ ri Georg genand. Thet sich nit lang besin⸗ nen / sein Kriegsuolck er vermant. Zum streit waren sie balt bereit / nach Ritterlich⸗ en ehren / zufechten alle zeit. 9. ¶ Solches hat sich begeben / den neund⸗ ten tag Aprill. Thet sich im Feld erheben / ein ernstlich Ritterspil. Turi Georg mit sein Kriegsleuten gut / dem Tuͤrcken thet nacheylen zuretten Christlichs Blut. 10. ¶ Nun het der Feind verborgen / bestelt ein hinderthal. Des thet sich nit besorgen / Herr Turj Georg der alt. Dem Feind hat er hart nachgesetzt / vnd jm wider abdrun⸗ gen / vil Christen vnuerletzt. 11. ¶ Er hat die Feind geschlagen / etlich mal in die flucht. So Mannlich thet ers wagen / nach Ritterlicher zucht. Wiwol er het ein kleine schar / doch vor der Feinde hauffen / er vnerschrocken war. 12. ¶ Nach solcher that peschehen / der Feint sich wider ruͤst. Zwen hauffen in dernehen / Herr Turj Georg nit wuͤst: Nit meint das solcher hinderhalt / von Tuͤrcken hielt ver⸗ borgen / geruͤst in einem Wald. 13. ¶ Bald ließ der Feind sich sehen / mit ei⸗ nem Hauffen klein. Vor Camiß in der ne⸗ hen / das thet der Feind allein. Darum dz er den thewren Mann / mit seinem Volck thet reitzen / weit von der Vest hindan. 14. ¶ Also zog auß der Vesten / Herr Turj Geoͤrg genandt: Nam zu jm seine besten / Befelchs haber allsandt: Waren bey ach⸗ tzig in der zal / sein Fußvolck moͤcht nicht folgen / in dem Nachdruck zumal. 15. ¶ Also er auff der weitten / hat in die Feind gerant: Vnd hat erlegt bey zeiten / mit seiner eignen hand / acht Tuͤrcken gantz hertzlich Person / vnter den war ein Wa⸗ scha / den ich nit nennen kann. 16. ¶ Jn dem ist herfuͤr drungen / der Tuͤr⸗ ckisch hinderhalt: Turj Geoͤrgen ist mißlũ⸗ gen / durch der Feindt grossen gewalt: Er mit seim Volck vmbringet war / mocht sich nimmer auff halten / mit seiner kleinen schar. 17. ¶ Doch sagt man auch darneben / der Tuͤrck in geren het: Behalten bey dem le⸗ ben / vnd jn drumb angeredt: Er sol auff gnad ergeben sich / das doch der thewere Ritter / verachtet gar spoͤttlich. 18. ¶ Had erst mit sein Huseren / vnd Rit⸗ ters Leuten gut / Sich gar mannlich thuen wehren / aus Ritterlichem mut: hat seinem Ayd ein gnuͤgen gethan / welchen er hat ge⸗ schworen / der Kayserlichen Kron. 19. ¶ Jn disem hoͤr ich sagen / hab jhn ein schwartzer Mohr / Jn sein hirn geschlagẽ / da er sein Helm verlohr: auch hat gestraifft sein freidig Roß / vnd jn zur erd gestuͤrtzet / dadurch er ward siegloß. 20. ¶ Von Weissenburg der Wasche / kam auch zu diesem spill. Daucht sich erst kuͤn vnd raͤsche / schlug jm der wunden vil weil er schon auff der Erden lag / siegloß vñ vber wunden / das ich mit schmerzẽ klag. 21. ¶ Sein Haupt sie jm abschlugen / die Blutduͤrstigen Hund: Die haut daruon abzugen / das sie auch zu der stund: Voll eingeschoͤpfft schicktẽ hindan / zu dem Tuͤr⸗ ckischen Keyser / den sieg zu zeigen an. 22. ¶ Solt ich all vmbstendt eben / erzelen mit gesang: Was sich da hat begebẽ / wirdt mir werden zulang. Die Tuͤrcken mit eim Triumph groß / fuͤhrten sein Hirnschalen / zum Sigeth ein das Schloß. 23. ¶ Hernach am vierten tage / welchs der Karfreytag war: Sein Leib mit grosser klage bracht man gen Camiß dar. Ward Christlich zu der Erdt bestet / mit sechzehen Streytfannen / als Volck jhn klagen thet. 34. ¶ Dabei laß jchs jetzt bleiben / so vil ich bin bericht. Wils weitter nicht beschreiben habt kein vertriessen nicht. Der edel Ritter hoch genent / hat von dem Feind genom⸗ men / ein Ritterliches endt. 25. ¶ Den werden thewren Helden / klagt man durch alle Land: Sein lob ist hoch zu melden / weil er sein Ritterstand. Mit kuͤner Mannheit hat beweist / sein Ritterliche tha ten / in aller Welt man preist. 26. ¶ Diß Lied sing ich zu ehren dem stren⸗ gen Ritter gut / Gott woͤll vns fort besche⸗ ren / Kriegsleut frey wolgemut. Die auch dem Erbfeind widerstan / gantz Ritterlich zu fechten / fuͤr vnser Religion. 27. ¶ Darumb bittet jr Christen⸗Gott vmb huͤlff vnd beystand. Vnser Kriegs⸗ leut zu fristen / die noch im Vngerland. Wider den Erbfeind fuͤren Krieg / so wird jhn Gott verleihen / durch Chri⸗ stum gluͤck vnnd sieg. AMEN. Gedicht vnd volendet in der Kah⸗ serlichen Hauptstat Wien in Oesterreich durch Lorentz Wessel von Es⸗ sen. Das dritte Lied. JCH armer Suͤnder klag mich sehr / wie soll mir nur geschehen / Das ich des ewigen Gottes Wort / vnd sein Gebot darneben / die mir geben viel trost vnd huͤlff / wider deß feindes hassen / nicht hab betracht / das mir jetzt macht / viel kũ⸗ mers not / biß in den todt / thu ich viel seuff zen lassen. ¶ Er sandt mich in das jammerthal / in suͤnd war ich empfangen / das geschach al⸗ lein durch adams fall / auß anreitzung der Schlangen / das wir in suͤnd verstruͤcket sindt / allhie auff dieser Erden / wann ich gedenck wie es zugeth / mein Hertz in gros⸗ sen trawren steht / ich kans nicht froͤlich werden / auff Erden. ¶ Ach lieber Gott gib mir dein gnad / fuͤr mich in dein Erblande / Mein grosse sind wend von mir ab / das ich nit werdt zu schanden / das will ich immer dancken dir⸗ tag nacht vnd alle stunde / Jch frew mich deiner miltigkeit / mein hoͤchster trost guͤti⸗ ger Gott / du machst mein Seel gesunde / gesunde. ¶ Ach Suͤnder dein vertrawen all / thu allein auff mich setzen / Kom her zu mir auß kummers qual / wil ich dich leidts ergetzen / mein Guͤte vnd Barmhertzigkeit / ist vber die Menschen suͤnde / darumb hab rew / vnd ruff darbey / mein Namen an / vnnd glaub daran / So bistu mein liebes Kinde / za Kinde. ¶ O Herr dein trost bringt mir frew⸗ den viel / mein Geist thut sich erheben / dein Namen ich stets preisen will / in meinem gantzen leben / weil du der einig Mitler bist vnd hast mir gnad erworben / so sey gelobt. Herr Jesu Christ / denn je kein ander Hey⸗ landt ist / ohn dich / werd ich / ver⸗ derben / verdor⸗ ben. ENDE. Show less

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